<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Wasser Archives</title>
	<atom:link href="https://novastan.org/de/tag/wasser/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://novastan.org/de/tag/wasser/</link>
	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Mon, 18 May 2026 03:30:19 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.0</generator>

<image>
	<url>https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/08/cropped-Logo_2_2000-1700-300DPI-32x32.png</url>
	<title>Wasser Archives</title>
	<link>https://novastan.org/de/tag/wasser/</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Gipfel in Astana zu Umweltproblemen in Zentralasien</title>
		<link>https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/gipfel-in-astana-zu-umweltproblemen-in-zentralasien/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/gipfel-in-astana-zu-umweltproblemen-in-zentralasien/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 May 2026 06:24:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Aralsee]]></category>
		<category><![CDATA[Astana]]></category>
		<category><![CDATA[Diplomatie]]></category>
		<category><![CDATA[Dürre]]></category>
		<category><![CDATA[Gipfel]]></category>
		<category><![CDATA[Kaspisches Meer]]></category>
		<category><![CDATA[Ökologie]]></category>
		<category><![CDATA[UNO]]></category>
		<category><![CDATA[Wald]]></category>
		<category><![CDATA[Wasser]]></category>
		<category><![CDATA[Wüstenbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Zusammenarbeit]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=44701</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Regional Ecological Summit, der vom 22. bis 24. April 2026 in Astana stattfand, ist Teil der fortgesetzten zentralasiatischen Bem&#xFC;hungen zur Bek&#xE4;mpfung der Folgen der globalen Erw&#xE4;rmung. Als erste gro&#xDF;e Plattform f&#xFC;r die Entwicklung koordinierter L&#xF6;sungen auf regionaler Ebene brachte der Regional Ecological Summit (RES)&#xA0;Expert:innen, internationale Organisationen und Regierungsvertreter:innen f&#xFC;r zwei Tage Diskussionen und Verhandlungen [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/gipfel-in-astana-zu-umweltproblemen-in-zentralasien/">Gipfel in Astana zu Umweltproblemen in Zentralasien</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Der Regional Ecological Summit, der vom 22. bis 24. April 2026 in Astana stattfand, ist Teil der fortgesetzten zentralasiatischen Bemühungen zur Bekämpfung der Folgen der globalen Erwärmung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als erste große Plattform für die Entwicklung koordinierter Lösungen auf regionaler Ebene brachte der <a>Regional Ecological Summit (RES)</a>&nbsp;Expert:innen, internationale Organisationen und Regierungsvertreter:innen für zwei Tage Diskussionen und Verhandlungen zusammen. Organisiert wurde der Gipfel vom <a>kasachstanischen</a>&nbsp;Ministerium für Ökologie und natürliche Ressourcen in Partnerschaft mit der UNO. Im Mittelpunkt stand die Notwendigkeit der Zusammenarbeit zwischen Staaten, da sowohl natürliche Ressourcen als auch ökologische Katastrophen grenzüberschreitender Natur seien.</p>



<div class="flex flex-col md:flex-row justify-evenly items-center bg-yellow-100 my-20 p-10 space-y-10 subscribe">
	<div class="container flex flex-col lg:flex-row justify-between">
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-3/5 pb-4">
			<h2 class="text-3xl text-secondary font-bold mb-4 text-[#749D02]">
								Unterstützt Novastan &#8211; das europäische Zentralasien-Magazin 
			</h2>
				Als vereinsgetragene, unabhängige Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#8211; und von eurer Unterstützung! 
						</div>
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-2/5 justify-items-center justify-center pb-4">
			<div class="rounded-md bg-accent-500 px-10 py-5 text-center w-72 mx-auto">
											<a class="block rounded bg-white p-2 mt-4 font-bold" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Novastan unterstützen</a>
							</div>
		</div>
	</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Am Ende der Konferenz wurde von den zentralasiatischen Staatschefs eine Erklärung zu Ökologie und nachhaltiger Entwicklung verabschiedet. Unter dem Titel <em>„Ökologische Solidarität Zentralasiens“</em> legt dieses Dokument eine gemeinsame regionale Position zu den größten Umweltproblemen der Region fest.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Für Zentralasien ist der Klimawandel keine Zukunftsprojektion mehr“,</em> erklärte der kasachstanische Umweltminister <a>Jerlan Nysanbaev</a>&nbsp;. <em>„Er ist ein Faktor, der direkt unsere Wasser- und Energieressourcen betrifft, aber auch Landwirtschaft, Infrastruktur und öffentliche Gesundheit.“ </em>Daher sei die Klimapolitik nicht mehr nur eine ökologische Frage, sondern auch eine Frage der <em>„wirtschaftlichen Resilienz, regionalen Sicherheit und Qualität der öffentlichen Verwaltung“.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Wüstenbildung und Bedarf an Wiederaufforstung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Einer der wichtigsten behandelten Punkte war die zunehmende Wüstenbildung in der Region, die die Wasserressourcen drastisch reduziert. Wie der Vorsitzende des usbekistanischen Komitees für Ökologie und Klimawandel, Aziz Abduhakimov, betonte, verwandeln sich in Zentralasien wissenschaftlichen Schätzungen zufolge jede Minute neun Quadratmeter Land in Wüste. Dies betrifft große zentralasiatische Seen, deren Wasserstand kontinuierlich sinkt, insbesondere das Kaspisches Meer und den Aralsee.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die gesamte Fläche ausgetrockneter Meeresböden, die sich Kasachstan im Norden und Usbekistan im Süden teilen, umfasst heute rund 6 Millionen Hektar.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/heuschrecken-bekaempfung-die-herausforderungen-in-zentralasiatischen-laendern/">Heuschrecken-Bekämpfung: Die Herausforderungen in zentralasiatischen Ländern</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Folge wird die Wasserversorgung unberechenbarer, was den Zugang zu Wasser erschwert. Um diesem Problem zu begegnen, sieht die Erklärung von Astana die Entwicklung neuer datengestützter Technologien vor, die auf Oberflächen- und Grundwasserdaten basieren und eine vorausschauende Wasserbewirtschaftung ermöglichen sollen, etwa durch die Digitalisierung von Kanälen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die Priorität besteht nicht mehr darin, die Wasserversorgung zu erhöhen, sondern die Effizienz ihrer Nutzung zu verbessern“</em>, erklärte der kasachstanische Vizeminister für Wasserressourcen und Bewässerung, Talgat Momyşev. Die Regierung subventioniere derzeit bis zu 80 Prozent der Kosten solcher wassersparenden Technologien, was einen <em>„grundlegenden Wandel hin zu einer rationalen und wirtschaftlich sinnvollen Wasserbewirtschaftung“ </em>darstelle.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="http://?">Wie der Kokaral-Damm in Kasachstan den Aralsee wiederbeleben will</a></strong><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Schließlich wurde auf dem Gipfel eine neue Initiative Kasachstans verabschiedet: der <em>„Grüne Schild Zentralasiens</em>“, ein umfangreiches Wiederaufforstungsprojekt. Der Aufbau von Waldnetzen ist in der Region nicht neu, insbesondere in Kasachstan, wo seit 1997 ein 102.000 Hektar großer Waldgürtel um die Hauptstadt Astana angelegt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Umweltminister Nysanbaev zeige dies, dass <em>„selbst in zuvor für Waldökosysteme ungeeigneten Gebieten die Wiederherstellung von Ökosystemen möglich ist, wenn sie auf Wissenschaft, vorausschauender Planung und professionellem Forstwissen basiert“</em>. Der kasachstanische Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Qasym-Jomart Toqaev</a> wies zudem darauf hin, dass Kasachstan in den letzten fünf Jahren über 1,5 Milliarden Bäume gepflanzt habe und dass <a href="http://?">36 Prozent</a> des kasachstanischen Teils des Aralsees durch ökologische Maßnahmen wiederhergestellt worden seien.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein bewusstes Bedürfnis nach Zusammenarbeit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auf dem Gipfel wurden weitere Maßnahmen angekündigt, um die Luftqualität zu verbessern, die Biodiversität zu erhalten, die Ernährungssicherheit zu gewährleisten, chemische Abfälle zu verwalten, Plastikverschmutzung zu bekämpfen und ökologische Innovationen in Zentralasien zu fördern. Besonders betont wurde die Notwendigkeit der Zusammenarbeit. <em>„All diese Herausforderungen sind ihrer Natur nach grenzüberschreitend und erfordern gemeinsame politische Entscheidungen und Investitionen“</em>, betonte der Präsident der COP29 und Klimabeauftragte Aserbaidschans, <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Mukhtar_Babayev">Mukhtar Babayev</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/vereinte-nationen-kuendigen-duerre-fuer-zentralasien-an/">Vereinte Nationen kündigen Dürre für Zentralasien an</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Erklärung „Ökologische Solidarität Zentralasiens“ schlug Kasachstan zudem die Schaffung einer internationalen Wasserorganisation innerhalb der UNO vor, allerdings ohne konkreten Finanzierungsplan. Außerdem forderten die zentralasiatischen Staaten stärkere internationale finanzielle Unterstützung zur Bewältigung ihrer Umweltprobleme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es bleibt abzuwarten, ob die Länder ihre Interessen und Ressourcen koordinieren können, um ihre Ziele zu erreichen. Der Gipfel von Astana hat zumindest eine neue Erzählung im Kampf gegen den Klimawandel vorgeschlagen – mit dem Bewusstsein, dass geteilte Risiken zu gemeinsamen Lösungen werden können.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Eloise Thompson für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/environnement/a-astana-un-sommet-sur-les-defis-environnementaux-specifiques-a-l-asie-centrale/">Französischen</a> von Margaret Bullich</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a id="_msocom_1"></a></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/gipfel-in-astana-zu-umweltproblemen-in-zentralasien/">Gipfel in Astana zu Umweltproblemen in Zentralasien</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/gipfel-in-astana-zu-umweltproblemen-in-zentralasien/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>World Nomad Games 2026: Wasserproblematik als Thema des Wettbewerbs</title>
		<link>https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/world-nomad-games-2026-wasserproblematik-als-thema-des-wettbewerbs/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/world-nomad-games-2026-wasserproblematik-als-thema-des-wettbewerbs/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Mar 2026 17:24:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Elektrizität]]></category>
		<category><![CDATA[Energie]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Trinkwasser]]></category>
		<category><![CDATA[Wasser]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserknappheit]]></category>
		<category><![CDATA[Weltspiele der Nomaden]]></category>
		<category><![CDATA[World Nomad Games]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=44181</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der ber&#xFC;hmte Fackellauf der Olympischen Spiele wird bei den World Nomad Games 2026 zu einem Wasser-Lauf. Diese Ank&#xFC;ndigung Kirgistans, das die sechste Ausgabe der Spiele ausrichten wird, zielt darauf ab, die teilnehmenden L&#xE4;nder um eine Ressource zu vereinen, deren Verteilung in Zentralasien ein kritisches Thema ist. Ende 2025 k&#xFC;ndigte Kirgistan an, anl&#xE4;sslich der n&#xE4;chsten Ausgabe [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/world-nomad-games-2026-wasserproblematik-als-thema-des-wettbewerbs/">World Nomad Games 2026: Wasserproblematik als Thema des Wettbewerbs</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der berühmte Fackellauf der Olympischen Spiele wird bei den World Nomad Games 2026 zu einem Wasser-Lauf. Diese Ankündigung Kirgistans, das die sechste Ausgabe der Spiele ausrichten wird, zielt darauf ab, die teilnehmenden Länder um eine Ressource zu vereinen, deren Verteilung in Zentralasien ein kritisches Thema ist.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ende 2025 kündigte Kirgistan an, anlässlich der nächsten Ausgabe der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Weltspiele_der_Nomaden">World Nomad Games</a> einen Wasser-Staffellauf zu organisieren. Ab Juni 2026 werden Vertretende aus Kirgistan in jeder Region des Landes Wasser sammeln, um es zum Austragungsort des Wettbewerbs zu bringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch wenn dieser Staffellauf dem Vorbild der Olympischen Spiele folgt, gehe es gemäss den Organisatoren darum, die Spannungen rund um das Thema Wasser zu entschärfen. Dies soll die Wichtigkeit der Ressource vor dem Hintergrund der Energiekrise, die Kirgistan und Tadschikistan in diesem Winter <a href="https://www.al-monitor.com/originals/2025/11/water-shortage-pushes-kyrgyzstan-tajikistan-energy-crisis">durchlebten</a>, ausdrücken.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Jeder Tropfen Wasser zählt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Seit ihrer ersten Ausgabe im Jahr 2012 sind die World Nomad Games ein kulturelles Ereignis, das den kulturellen Reichtum der zentralasiatischen Staaten hervorheben soll. Die alle zwei Jahre stattfindende internationale Veranstaltung wird immer beliebter und präsentiert die kulturellen Bräuche und Traditionen der Nomaden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu Ehren ihres Beitrags zur Entwicklung von Sport, Kultur oder Gesellschaft werden bis 2026 in jeder Region Kirgistans „Baatyr“, wie die traditionellen Kriegshelden genannt werden, und „Eltschiler“, ehemalige Botschafter der Khane, ernannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/was-passiert-wenn-die-wasserressourcen-zentralasiens-knapp-werden/">Was passiert, wenn die Wasserressourcen Zentralasiens knapp werden?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Letztere werden damit beauftragt, den <a href="https://ky.wikipedia.org/wiki/%D0%9A%D3%A9%D3%A9%D0%BA%D3%A9%D1%80">Köökör</a>, einen traditionellen Trinkbecher aus Tierhaut, der von Nomaden verwendet wird, an den heiligen Quellen Kirgistans zu füllen. Dieses Projekt wird gestartet, wenn der erste Baatyr sich auf den <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Khan_Tengri">Khan-Tengri</a>-Gletscher begibt, um den ersten Köökör zu füllen,<a href="https://24.kg/english/353220_Birimdik_Kerbeni_project_launched_in_Kyrgyzstan_as_part_of_World_Nomad_Games/">berichtet 24.kg</a>. Das aus jeder Region und schließlich aus jedem teilnehmenden Land mitgebrachte Wasser wird in einen einzigen Behälter gegossen und in Bischkek, dem Ort der Eröffnungszeremonie der World Nomad Games 2026, ausgestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Wasserstaffellauf soll an die fruchtbare Beziehung erinnern, die Nomaden seit jeher zur Natur pflegen, da Wasser von den Anhängern des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tengrismus">Tengrismus</a>, der aus Zentralasien stammenden „Religion der Steppen“, als heilig angesehen wird. Vereint durch die Tradition werden alle Teilnehmenden zu diesem Ereignis beitragen und daran erinnern, dass angesichts der drohenden Wasserknappheit jeder Tropfen zählt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein regionales Ziel: Wasserversorgungssicherheit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Spiele sind eine gute Gelegenheit für die Regierung Kirgistans, an die Bedeutung des Wassers als Quelle von Spannungen in der Region zu erinnern. <a href="https://www.banquemondiale.org/fr/news/immersive-story/2024/09/26/building-a-water-secure-future-in-central-asia">Laut einem Bericht der Weltbank</a> haben ein Drittel der ländlichen Bevölkerung Kirgistans und zwei Drittel der Bevölkerung Tadschikistans keinen Zugang zu Trinkwasser. Obwohl diese Länder reich an Wasserressourcen sind, leiden sie unter den Folgen der globalen Erwärmung und ihrer veralteten, energieintensiven Infrastruktur.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/tadschikistans-doerfer-sammeln-schmelzwasser/">Tadschikistans Dörfer sammeln Schmelzwasser</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit 2025 konnte im Rahmen der regionalen Zusammenarbeit eine <a href="https://unece.org/environment/documents/2023/12/presentations/we-act-project-climate-sensitive-decision-support">Einigung über die Wasserzuteilung</a> aus regionalen Stauseen, der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schardara-Talsperre">Schardara-Talsperre</a> im Süden Kasachstans, des Becken des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Syrdarja">Syrdarja</a> und des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Naryn_(Fluss)">Naryn</a> in Kirgistan, erzielt werden. Es wurden auch multilaterale Abkommen geschlossen, die den Stromaustausch zwischen Usbekistan, Kasachstan und Kirgistan vorsehen, wobei sich Kirgistan verpflichtet, den Durchfluss des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Toktogul-Talsperre">Toktogul-Staudamms</a> zu regulieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Maßnahmen reichten jedoch nicht aus, um Energieengpässe im Herbst 2025 in Tadschikistan und Kirgistan zu vermeiden, deren Energieerzeugung fast ausschließlich auf Wasserkraft basiert.</p>



<div class="flex flex-col md:flex-row justify-evenly items-center bg-yellow-100 my-20 p-10 space-y-10 subscribe">
	<div class="container flex flex-col lg:flex-row justify-between">
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-3/5 pb-4">
			<h2 class="text-3xl text-secondary font-bold mb-4 text-[#749D02]">
								Unterstützt Novastan &#8211; das europäische Zentralasien-Magazin 
			</h2>
				Als vereinsgetragene, unabhängige Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#8211; und von eurer Unterstützung! 
						</div>
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-2/5 justify-items-center justify-center pb-4">
			<div class="rounded-md bg-accent-500 px-10 py-5 text-center w-72 mx-auto">
											<a class="block rounded bg-white p-2 mt-4 font-bold" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Novastan unterstützen</a>
							</div>
		</div>
	</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">In Tadschikistan ist der Wasserstand des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nurek-Staudamm">Nurek-Stausees</a> im Laufe des Jahres 2025 um 2,47 Meter gesunken. Nicht besser sieht es in Kirgistan aus, wo Präsident Sadyr Dschaparow einen <a href="https://oilprice.com/Energy/Energy-General/Kyrgyzstan-Faces-Harsh-Winter-as-Key-Reservoir-Hits-Decade-Low-Levels.html">Verlust von zwei Milliarden Kubikmetern</a>, also 20 Prozent des Volumens des Wasserkraftwerks Toktogul, bekannt gegeben hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Angesichts dieser Defizite will der nationale Wasser-Lauf der World Nomad Games Hoffnung machen: Durch den Kampf gegen den Klimawandel und dank regionaler Zusammenarbeit wird hoffentlich ein verantwortungsvoller Umgang mit Wasserressourcen möglich.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Salomé Aldeguer-Roure für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/kirghizstan/aux-jeux-nomades-2026-la-problematique-de-leau-sinvite-dans-la-competition/">Französischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/world-nomad-games-2026-wasserproblematik-als-thema-des-wettbewerbs/">World Nomad Games 2026: Wasserproblematik als Thema des Wettbewerbs</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/world-nomad-games-2026-wasserproblematik-als-thema-des-wettbewerbs/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der Schriftsteller und Geograf Cédric Gras auf den Straßen des Durstes</title>
		<link>https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/der-schriftsteller-und-geograf-cedric-gras-auf-den-strassen-des-durstes/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/der-schriftsteller-und-geograf-cedric-gras-auf-den-strassen-des-durstes/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Apr 2025 21:54:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Aral]]></category>
		<category><![CDATA[Aralkum]]></category>
		<category><![CDATA[Aralsee]]></category>
		<category><![CDATA[Gletscher]]></category>
		<category><![CDATA[Gletscherschmelze]]></category>
		<category><![CDATA[Wasser]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserkonflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Wassermangel]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=42156</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Aralsee, das Symbol einer Umweltkatastrophe, dessen Becken von den zentralasiatischen Republiken ausgebeutet wird, hat sein Wasser in etwa 60 Jahren um fast 90 Prozent schrumpfen sehen. Der Geograf und Schriftsteller C&#xE9;dric Gras begibt sich auf die Spuren der Zufl&#xFC;sse dieses Salzwassersees. Das Buch des sachkundigen Abenteurers &#x201E;Auf den Stra&#xDF;en des Durstes&#x201C; schildert die extremen [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/der-schriftsteller-und-geograf-cedric-gras-auf-den-strassen-des-durstes/">Der Schriftsteller und Geograf Cédric Gras auf den Straßen des Durstes</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Aralsee, das Symbol einer Umweltkatastrophe, dessen Becken von den zentralasiatischen Republiken ausgebeutet wird, hat sein Wasser in etwa 60 Jahren um fast 90 Prozent schrumpfen sehen. Der Geograf und Schriftsteller Cédric Gras begibt sich auf die Spuren der Zuflüsse dieses Salzwassersees. Das Buch des sachkundigen Abenteurers &#8222;Auf den Straßen des Durstes&#8220; schildert die extremen Bedingungen, unter denen den Quellen des Aralsees die Luft ausgeht.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.beck-shop.de/cedric-gras/creator/576905154">Cédric Gras</a>, französischer Geograf und Schriftsteller, veröffentlichte im Januar seinen Reisebericht über die Reise eines Wünschelrutengängers.<em> </em>Der bislang noch nicht übersetzte Titel <em>„Auf den Straßen des Durstes&#8220;, </em>im <em>Original „Sur les routes de la soif&#8220;, </em>ist im Französischen ein Wortspiel aus <em>soif </em>(Durst) und <em>soie </em>(Seide). An der Seite des Journalisten und Filmemachers Christophe Raylat durchquert der Autor Zentralasien, vom Aralsee über die Uferroute des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Amudarja">Amudarja</a> bis hin zur Quelle des Gewässers, dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Fedtschenko-Gletscher">Fedtschenko-Gletscher.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ausgangspunkt ihrer Unternehmung ist der Aralsee, eigentlich ein Salzwassersee. Er teilt sich in zwei ungleiche Becken, den kleineren&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/N%C3%B6rdlicher_Aralsee">&#8222;Nördlichen Aralsee&#8220;</a>&nbsp;im südlichen Zentralkasachstan und den &#8222;Großen See&#8220; im Nordwesten Usbekistans.</p>



<div class="flex flex-col md:flex-row justify-evenly items-center bg-yellow-100 my-20 p-10 space-y-10 subscribe">
	<div class="container flex flex-col lg:flex-row justify-between">
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-3/5 pb-4">
			<h2 class="text-3xl text-secondary font-bold mb-4 text-[#749D02]">
								Unterstützt Novastan &#8211; das europäische Zentralasien-Magazin 
			</h2>
				Als vereinsgetragene, unabhängige Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#8211; und von eurer Unterstützung! 
						</div>
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-2/5 justify-items-center justify-center pb-4">
			<div class="rounded-md bg-accent-500 px-10 py-5 text-center w-72 mx-auto">
											<a class="block rounded bg-white p-2 mt-4 font-bold" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Novastan unterstützen</a>
							</div>
		</div>
	</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Seine Gewässer werden vom Fluss&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Syrdarja">Syrdarja</a>, der im kirgisischen&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tian_Shan">Tian-Shan-Gebirge</a>&nbsp;entspringt, und vom Amudarja, der aus dem Pamir-Gebirge, wo sich der Fedtschenko-Gletscher befindet, gespeist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Autor, der seine Geografiekenntnisse mit seinem Schreibstil in Einklang zu bringen weiß, beschreibt seine Suche nach dem &#8222;Ursprung des Wassers, das alle Stan-Länder versorgt&#8220; und den Kampf des Amudarja gegen seine Übernutzung. Gemeinsam mit Christoph Raylat hat er eine Arte-Reportage veröffentlicht – der Zweiteiler „<em><a href="https://www.arte.tv/de/videos/RC-026343/aralsee-wo-ist-das-wasser-hin/">Aralsee – Wo ist das Wasser hin?</a>&#8220; </em>gibt dem Buch eine audiovisuelle Untermalung.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>„Das Tschernobyl Zentralasiens“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Der Planet durchlebt seine Metamorphosen im Galopp. Der Aralsee begann seine Ebbe in den 1960er Jahren, quasi gestern. Heute sprechen die Usbeken von Aralkum, der Aralwüste&#8220;, sagt Cédric Gras.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einst war er der viertgrößte See der Erde: Noch in den 1960er Jahren erstreckte er sich über rund 68.000 Quadratkilometer. Heute ist er auf weniger als 7.000 Quadratkilometer geschrumpft. Das Wasser ist verdunstet und hat den Salzgehalt dadurch verzehnfacht. Die Folge: Zig Millionen Tonnen freigesetztes Salz und giftiger Staub. Eine Katastrophe, die der Autor beim Namen nennt: „das Tschernobyl Zentralasiens&#8220;.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Begonnen hat Cédric Gras seine Reise im südlichen Zentrum Kasachstans, wo das Wasser des Nördlichen Aralsees fortbesteht, gestützt durch den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kokaral-Damm">Kokaral-Damm</a>, der 2005 fertiggestellt wurde. <em>„Ein wenige Kilometer langer Staudamm, der das Wasser des Flusses Syrdarja enthält. [&#8230;] Nicht genug, um gestrandete </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Trawler"><em>Trawler</em></a><em> zu unterspülen, <em>[</em>&#8230;] aber genug, um den Salzgehalt zu senken und einige Arten wieder anzusiedeln</em>&#8222;, erklärt der Autor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Ufer des Sees versinkt er in dichtem Schlamm, der einst mal luftiger Sand war. Er geht über Brücken, unter denen nichts als Wüste ist, und kommt schließlich nach <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mo%CA%BBynoq">Mo‘ynok.</a> In der im Norden <a href="https://novastan.org/de/tag/karakalpakstan/">Karakalpakstans</a> gelegenen Stadt findet er die letzten gestrandeten Fischtrawler, die nun als <em>„apokalyptische Kulisse für Anflüge digitaler Selbstbezogenheit&#8220;</em> herhalten. Hier beschreibt der Autor den Aral als <em>„ausgetrocknet, so weit das Auge reicht, niemand anderem ausgeliefert als dem Nichts</em>“.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein gesegneter Fluss, der ausblutet wie kein anderer</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Cédric Gras erzählt von seiner Reise flussaufwärts des Amudarja, zwischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kysylkum">Kyzylkum</a>&#8211; und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Karakum">Karakum</a>-Wüste, von <em>„seinem Mäandern durch die Wüsten, in denen er sich verliert, bis zu seinen Anfängen, die hoch oben in den Tälern eingebettet liegen&#8220;.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bevor der Fluss in den Aral mündet, legt er 2540 Kilometer zurück und windet sich durch Usbekistan, Turkmenistan und Afghanistan, bis er in den Höhen Tadschikistans seinen Durst löscht. Da die zentralasiatischen Länder nicht auf Meerwasser zurückgreifen können, begehren sie den Amudarja umso mehr, was zu Spannungen führt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Autor nähert sich den Rinnen des Flusses und damit seinem wunden Punkt. Turkmenistan auf der einen Seite, und Usbekistan auf der anderen, beschuldigen sich gegenseitig, für den immer niedrigeren Wasserstand des Flusses verantwortlich zu sein. Den Wettlauf um den Baumwollanbau bremst das nicht im Geringsten aus, und so beansprucht die Bewässerung der Felder den Amudarja immer weiter über alle Maße hinaus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Cédric Gras beobachtet einen Fluss, der <em>„bis aufs letzte Schlückchen ausgetrunken&#8220;</em> wird. Er sagt: <em>„Wir wissen, was er erleidet, und wir haben ihn im tiefsten Karakalpakstan sterben sehen, wie einen alten Elefanten.&#8220;</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Von seinem letzten Mäander bis zu seinem ersten Tropfen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Fedtschenko-Gletscher, der in den Höhen des Pamir-Gebirges in Tadschikistan Zuflucht gefunden hat, ist der verdiente Lohn der Reise. Außerhalb der Polarregionen ist der Fedtschenko, benannt nach dem russischen Abenteurer und Naturforscher Alexej Fedtschenko, das längste Gletscherplateau der Welt. Allein ein Achtel der Wasserreserven des Pamir stammen von ihm.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Eine 77 Kilometer lange Zunge, die ein riesiges Becken von Zuflüssen speist, von bis zu 7500 Meter hohen Gipfeln fließt und deren gesamtes Schmelzwasser früher oder später in den Amudarja fließt&#8220;,</em> erklärt der Autor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Durchführung der Expedition engagieren Cédric Gras und Christophe Raylat den einheimischen Reiseführer Anatoli Scharipow sowie den als „Polarabenteurer“ geltenden Matthieu Tordeur. Er hat als jüngster Mensch der Welt den Südpol im Alleingang auf Skiern und ohne Vorräte erreicht. Bei der Besteigung des Gletschers ist er mit von der Partie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Oberlauf folgen sie über mehrere hundert Kilometer dem reißenden Fluss <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pandsch">Pandsch</a>. Neben dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wachsch">Wachsch</a> gehört er zu den wichtigsten Nebenflüssen des Amudarja. Bevor die Gletscherschmelze in den Amudarja mündet, fließt sie in Gebirgsbäche und von dort in die beiden Flüssen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der Zapfhahn Tadschikistans</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auf ihrem Weg zum Fedtschenko passierten die Abenteurer den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nurek-Staudamm">Nurek-Staudamm</a>, der am Fluss <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wachsch">Wachsch</a> errichtet wurde. Der 304 Meter hohe Bau aus Stein und Erde, der zwischen 1961 und 1980 errichtet wurde, ist nicht nur einer der größten Staudämme der Welt: Er deckt auch <em>„die Hälfte des Strombedarfs [und] versorgt die Aluminiumindustrie&#8220;,</em> berichtet der Autor.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:&nbsp;</strong>&nbsp;<a href="https://novastan.org/de/usbekistan/der-aralsee-gestern-heute-morgen/">Der Aralsee: gestern, heute, morgen</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Damals hatte die Sowjetunion den Staudamm in die Kategorie ihrer wichtigsten und vorrangigen Infrastrukturprojekte aufgenommen. Bei einem Besuch am 1. September 1970 sprach der sowjetische Staatschef <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Leonid_Iljitsch_Breschnew">Leonid Iljitsch Breschnew</a> zu den Monteuren, Maurern und Bohrtechnikern, den Maschinisten und Fahrern: <em>„Als Ingenieur weiß ich einzuschätzen, wie schwierig die Anordnung der verschiedenen Teile des Bauwerks ist, aber ihr habt es geschafft, diese Aufgabe zu bewältigen. Ich gratuliere euch, den Einwohnern von Nurek, ihr seid wahre Helden und eure Arbeit ist bemerkenswert&#8220;.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Cédric Gras betont, dass das Ende der UdSSR auch die Solidarität zwischen den zentralasiatischen Republiken gebremst hat, und fügt hinzu, dass jedes Land seine eigenen Interessen in den Vordergrund stellt und versucht, aus seinen Ressourcen Profit zu schlagen. Dabei beschreibt er den Staudamm als einen Zapfhahn, der sich nach auf Willen Tadschikistans öffnet und schließt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein Krieg, der mit der Führung des Flusses korreliert?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In „<em>Auf den Straßen des Durstes&#8220;<strong> </strong></em>fragt sich der Autor: <em>„Überbewässerung, schwindelerregende Staudämme, Umleitungskanäle und Bevölkerungsexplosion – sind das die Vorboten eines Wasserkriegs zwischen diesen oft despotischen Ex-Sowjetrepubliken auf der ehemaligen Seidenstraße?&#8220;.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Während Usbekistan und Turkmenistan gefährlich nahe an die Schwelle des Wasserdefizits geraten, nutzt Tadschikistan sein hydroelektrisches Potenzial, indem es die Wasserführung seiner Flüsse reguliert. Der Autor fügt hinzu, dass Tadschikistan im Sommer, wenn die usbekischen und turkmenischen Feldfrüchte bewässert werden müssen, die Schleusen seiner Infrastruktur schließt, um Wasser zu speichern und im Winter Energie zu erzeugen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Autor bezeichnet diese Änderung des Abflussregimes des Flusses als einen echten Nutzungskonflikt, der die bestehenden Spannungen aufdeckt, die zwischen den zentralasiatischen Ländern um die Kontrolle der Wasserressourcen herrschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der afghanische Bau eines neuen Kanals am Oberlauf des Amu-Darja-Flusses im März 2023 brachte die Wasserwirtschaftspolitik in Zentralasien erneut in Bedrängnis.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Marianne Bultel für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/environnement/ecrivain-geographe-cedric-gras-routes-soif/">Französischen</a> von Arthur Siavash Klischat</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/der-schriftsteller-und-geograf-cedric-gras-auf-den-strassen-des-durstes/">Der Schriftsteller und Geograf Cédric Gras auf den Straßen des Durstes</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/der-schriftsteller-und-geograf-cedric-gras-auf-den-strassen-des-durstes/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Tadschikistans Dörfer sammeln Schmelzwasser</title>
		<link>https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/tadschikistans-doerfer-sammeln-schmelzwasser/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/tadschikistans-doerfer-sammeln-schmelzwasser/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[cabarasia]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Feb 2025 21:12:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirstchaft]]></category>
		<category><![CDATA[Trockenheit]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Wasser]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserknappheit]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=41421</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler prognostizieren Zentralasien eine betr&#xE4;chtliche Wasserknappheit ab sp&#xE4;testens 2030. Doch schon heute bahnt sich diese Entwicklung zusehends an, vor allem in Tadschikistan. Seit einem Jahr sammeln die Dorfbewohnerinnen und -bewohner das Wasser f&#xFC;r ihren gesamten Bedarf aus den Regenf&#xE4;llen. Die Beh&#xF6;rden sind sich des Problems bewusst, eine L&#xF6;sung ist jedoch nicht absehbar. Das [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/tadschikistans-doerfer-sammeln-schmelzwasser/">Tadschikistans Dörfer sammeln Schmelzwasser</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler prognostizieren Zentralasien eine beträchtliche Wasserknappheit ab spätestens 2030. Doch schon heute bahnt sich diese Entwicklung zusehends an, vor allem in Tadschikistan. Seit einem Jahr sammeln die Dorfbewohnerinnen und -bewohner das Wasser für ihren gesamten Bedarf aus den Regenfällen. Die Behörden sind sich des Problems bewusst, eine Lösung ist jedoch nicht absehbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Problem der Wasserknappheit in Lolasor besteht schon seit Jahren. Das Dorf liegt in den Ausläufern des&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rajon">Rajons</a>&nbsp;<a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Vakhsh_District">Wachsch</a>&nbsp;im&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Oblast">Oblast</a>&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chatlon">Chatlon</a>, 140 Kilometer südlich von der Hauptstadt Duschanbe. Es ist Teil der ländlichen Gemeinde Maschal und liegt zwischen den drei Rajons des Oblasts Chatlon &#8211; Wachsch,&nbsp;<a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Kushoniyon_District">Kuschonijon</a>&nbsp;und&nbsp;<a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Danghara_District">Dangara</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor zehn Jahren lebten etwa 40 Familien in Lolasor, heute sind es 80; die Einwohnerzahl steigt von Jahr zu Jahr. Laut der Dorfbevölkerung verschärft sich die Knappheit mit wachsender Bevölkerung, sowohl in punct<em>o</em> Trinkwasser als auch bezüglich der landwirtschaftlichen Bewässerung.</p>



<div class="flex flex-col md:flex-row justify-evenly items-center bg-yellow-100 my-20 p-10 space-y-10 subscribe">
	<div class="container flex flex-col lg:flex-row justify-between">
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-3/5 pb-4">
			<h2 class="text-3xl text-secondary font-bold mb-4 text-[#749D02]">
								Unterstützt Novastan &#8211; das europäische Zentralasien-Magazin 
			</h2>
				Als vereinsgetragene, unabhängige Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#8211; und von eurer Unterstützung! 
						</div>
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-2/5 justify-items-center justify-center pb-4">
			<div class="rounded-md bg-accent-500 px-10 py-5 text-center w-72 mx-auto">
											<a class="block rounded bg-white p-2 mt-4 font-bold" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Novastan unterstützen</a>
							</div>
		</div>
	</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Dawlat Gaffurow, ein 75-jähriger Dorfbewohner, erzählte im Interview mit CABAR.asia, dass sie schon seit vielen Jahren kein sauberes Wasser zum Trinken oder Waschen haben. In der Not sammeln sie, besonders in der Regen- und Schneesaison, Regen- und Schmelzwasser oder kaufen bis zu vier Tonnen sauberes Trinkwasser für 150&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Somoni">Somoni</a>&nbsp;(etwa 15 Dollar).</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Wenn es regnet, läuft das Wasser vom Dach durch Abflüsse in spezielle Gruben. Der gesammelte Vorrat reicht bis Mitte Herbst. Geht das Wasser zur Neige, kaufen wir es nach“,</em>&nbsp;erklärt Gaffurow.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/wie-haushalten-die-zentralasiatischen-laender-mit-ihren-wasserressourcen/"><strong>Wie haushalten die zentralasiatischen Länder mit ihren Wasserressourcen?</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Anwar, ein anderer Dorfbewohner, erinnert sich, dass es zu Sowjetzeiten noch Wasser in Lolasor gab. Es kam über Wasserleitungen aus dem Fluss&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wachsch">Wachsch</a>, Zufluss des&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Amudarja">Amudarja</a>, hierher.&nbsp;&nbsp;Doch dann wurden die Rohre baufällig und verstopften, bis schließlich kein Wasser mehr hindurchfloss.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Das in den Gruben gesammelte Wasser nutzen wir zum Kochen, zum Waschen und selbstverständlich trinken wir es auch“,</em>&nbsp;erzählt er.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Sparsamer Umgang mit Wasser</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der 67-jährige Dawlat beschreibt, welche Strategien er und andere Dorfbewohner nutzen, um möglichst wenig Wasser zu verschwenden: <em>„Wir sparen an allen Ecken und Enden, beim Waschen der Kleidung, und sogar, wenn wir uns Gesicht und Hände waschen. Da schafft das gekaufte Wasser auch nur wenig Abhilfe. Wir verschwenden keine Sekunde, wenn wir uns waschen, und unsere Kleidung waschen wir nicht mal richtig gründlich. Es reicht hinten und vorne nicht.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dawlat Gaffurow sagt, dass die Ernte auch maßgeblich von den Niederschlägen abhängt:&nbsp;<em>„Was sollen wir denn ohne Wasser anbauen? Unser&nbsp;Trockenfeldbau</em>&nbsp;(Ackerbau ohne künstliche Bewässerung, Anm. d. Red)<em> ist auf genügend Regen und Schnee angewiesen. Eine Dürre bringt uns um die Ernte</em>.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/der-aralsee-heute-nur-kleinere-pfuetzen-ein-interview-mit-dem-oekologen-yusup-kamalov/">Der Aralsee heute: Nur „kleinere Pfützen“ – Ein Interview mit dem Ökologen Yusup Kamalov</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Totschiddin Safarow, Mitarbeiter der Abteilung für Landgewinnung und Bewässerung in Wachsch, bestätigte, dass es vielen Dörfern des Rajons an einem Wasserversorgungssystem fehlt. Allerdings weigerte sich Safarow, Statistiken vorzulegen, und konnte keine Angaben zum zukünftigen Zugang zu Wasser machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Abteilung für Wasserversorgung im Oblast Chatlon weigerte sich ebenfalls, derlei Statistiken vorzulegen. Die Abteilung für Umweltschutz selbigen Oblasts teilte derweil mit, dass die Wasserknappheit fast alle Rayons beträfe.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Es betrifft das ganze Land</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Lokale Medien thematisierten die Wasserknappheit im Süden Tadschikistans bereits 2024. Die Zeitung <em>Farasch</em> berichtete 2022, dass allein im Rajon <a href="//2211B47D-BD3B-4771-AD71-B676C9B060CB/en">Churoson</a> 85 Prozent der Bevölkerung keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser hatten. Ein Vertreter der Rajonverwaltung von Churoson bestätigte gegenüber CABAR.asia, dass dort ebenfalls ein Mangel an Trink- und Bewässerungswasser herrsche.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kamol Kurbonow, ein Umweltexperte im Oblast Chatlon, bedauerte, dass die Zahl der Dörfer, die unter Wassermangel leiden, immens hoch sei. Dies sei vor allem auf defekte oder unbrauchbare Wasserversorgungsanlagen oder Pumpen aus der Sowjetzeit zurückzuführen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/potenzial-der-solarenergie-in-tadschikistan/">Potenzial der Solarenergie in Tadschikistan</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Das Problem besteht in fast allen Regionen. Wir könnten es lösen, indem wir internationale Organisationen einbeziehen, die sich für die Menschen hier einsetzen“,</em>&nbsp;so Kurbonow.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kamol Kurbonow fügte erklärend hinzu, dass Wasser aus Gräben und Bächen kein sauberes Trinkwasser darstellt, aus dem einfachen Grund, dass es nicht gefiltert ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Selbst dort, wo Städte und Dörfer über Wasser verfügen, ist der Zugang der Bevölkerung zu sauberem Trinkwasser nicht gewährleistet. Das liegt an dem völlig unhygienischen Zustand der örtlichen Bäche und Kanäle“,</em>&nbsp;so Kamol Kurbonov.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Redaktion von<strong>&nbsp;<a href="https://cabar.asia/ru/tadzhikistan-solnechnaya-energetika-v-pomoshh-ges">CABAR.asia</a></strong></strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Russischen von Arthur Siavash Klischat</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/tadschikistans-doerfer-sammeln-schmelzwasser/">Tadschikistans Dörfer sammeln Schmelzwasser</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/tadschikistans-doerfer-sammeln-schmelzwasser/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Beobachtung des Gletschers &#8211; Über das Leben und die Arbeit an der glaziologischen Station Tujyksu</title>
		<link>https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/die-beobachtung-des-gletschers-ueber-das-leben-und-die-arbeit-an-der-glaziologischen-station-tujyksu/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/die-beobachtung-des-gletschers-ueber-das-leben-und-die-arbeit-an-der-glaziologischen-station-tujyksu/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Vlast]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Dec 2024 21:13:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Alatau]]></category>
		<category><![CDATA[Almaty]]></category>
		<category><![CDATA[Gletscher]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Wasser]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=41053</guid>

					<description><![CDATA[<p>&#xDC;berhalb von Almaty, auf &#xFC;ber 3000 Metern H&#xF6;he, liegt die Gletscherstation Tujyksu. Vlast hat die Forscher bei ihrer Arbeit begleitet. &#x201E;Die Station ist verfallen, die H&#xE4;user der Forscher sind bauf&#xE4;llig, und rund um die Siedlung bietet sich ein ziemlich d&#xFC;steres Bild. In den 80er Jahren lebte eine Gruppe von Forschern in der Siedlung: Ein Hausmeister [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/die-beobachtung-des-gletschers-ueber-das-leben-und-die-arbeit-an-der-glaziologischen-station-tujyksu/">Die Beobachtung des Gletschers &#8211; Über das Leben und die Arbeit an der glaziologischen Station Tujyksu</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Überhalb von Almaty, auf über 3000 Metern Höhe, liegt die Gletscherstation Tujyksu. Vlast hat die Forscher bei ihrer Arbeit begleitet.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><br><br></strong>„<em>Die Station ist verfallen, die Häuser der Forscher sind baufällig, und rund um die Siedlung bietet sich ein ziemlich düsteres Bild. In den 80er Jahren lebte eine Gruppe von Forschern in der Siedlung: Ein Hausmeister erhängte sich in einer der Hütten und zwei Forscher wohnten in der anderen; einer der Forscher wurde verrückt, er dachte, er hätte sich mit einer Fliege angefreundet. Einen Augenzeugen zufolge verlassen die Geister der Toten diese Station bis heute nicht</em>“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zitate aus einem Video über die Gletscherstation Tujyksu, gedreht von russischen Fernsehteams, das Nikolai Kasatkin auf seinem Smartphone zeigt. „<em>Wie kann man sich sowas ausdenken? Manche glauben auch noch daran!</em>“, sagt der Expeditionsleiter empört. Seit mehr als 30 Jahren arbeitet er hier &#8211; an der ältesten Gletscherbeobachtungsstation Zentralasiens.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der Weg zum Gletscher</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wir verlassen die Stadt in Richtung Gletscherbeobachtungsstation Tujyksu, kurz T1, früh am Morgen, bevor die Hitze einsetzt. Die Fahrt dauert über eine Stunde und die Straße wird oberhalb von Shymbulaq (Skigebiet bei <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Almaty">Almaty</a>, N.d.Ü.) schwierig: Der Asphalt hört auf und der 11-sitzige weiße <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gorkowski_Awtomobilny_Sawod">GAZ</a> wackelt auf endlosen Steinen: Bis wir die Station erreichen, sind die selbst angebauten Tomaten im Kofferraum schon fast zu Tomatenmark geworden. Die Straße scheint nicht befahrbar zu sein, denn das Auto, mit Menschen, Ausrüstung und Lebensmitteln beladen, schleicht sich langsam, aber beharrlich dem Gletscher entgegen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f05f6ff37a5e5ac81f45220f96092fa3_autox1200-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41054" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f05f6ff37a5e5ac81f45220f96092fa3_autox1200-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f05f6ff37a5e5ac81f45220f96092fa3_autox1200-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f05f6ff37a5e5ac81f45220f96092fa3_autox1200-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f05f6ff37a5e5ac81f45220f96092fa3_autox1200-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f05f6ff37a5e5ac81f45220f96092fa3_autox1200.jpg 1800w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Am Steuer sitzt Vasili Kapitsa, Leiter des Labors für Hochgebirgsgeokryologie des Zentralasiatischen Regionalen Glaziologischen Zentrums. Das Zentrum hat zwei Stationen: in Tujyksu, im Becken des Kleinen Almatinka-Flusses, und in Kosmostanitsa (wortwörtlich Kosmostation, N.d.Ü.), im Becken des Großen Almatinka-Flusses. Nach Kosmostanitsa führt eine asphaltierte Straße, nach Tujyksu kommt man dagegen nur nach einem etwa 9 Kilometer langen Fußmarsch. Im Winter kann diese Reise zwei Tage dauern, mit einer Übernachtung in der Station Mynshylky. Wir aber hatten Glück: Das Wetter war hervorragend, die Straße war nicht ganz mit Steinen bedeckt, der Fluss trat nicht über die Ufer und das Auto hatte keine Panne.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/e04c0ead826f3789c444d1cc520383f5_1440xauto-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41055" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/e04c0ead826f3789c444d1cc520383f5_1440xauto-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/e04c0ead826f3789c444d1cc520383f5_1440xauto-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/e04c0ead826f3789c444d1cc520383f5_1440xauto-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/e04c0ead826f3789c444d1cc520383f5_1440xauto.jpg 1440w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Wir befinden uns auf einer Höhe von 3450 Metern über dem Meeresspiegel. Es gibt nur Berge, Felsen und mehrere Häuser: Nur eins davon ist ein Wohnhaus, das gerade repariert wird; daneben stehen „Fässer“ &#8211; runde, vor langer Zeit in verschiedenen Farben bemalte Bergsteigerunterkünfte. Die Farbe blättert ab &#8211; hier wohnt schon lange niemand mehr. Diese Häuser, die in den 70er Jahren geplant wurden, nannte man TSUBs, ein Akronym für „Vollmetall-Standardblocks“, sie wurden für die „Eroberer des Nordens“ geschaffen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/d874277da351d9e0651d3ed7807804c6_1440xauto-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41056" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/d874277da351d9e0651d3ed7807804c6_1440xauto-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/d874277da351d9e0651d3ed7807804c6_1440xauto-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/d874277da351d9e0651d3ed7807804c6_1440xauto-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/d874277da351d9e0651d3ed7807804c6_1440xauto.jpg 1440w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br>An der Tür des einzigen Wohnhauses, in dem Glaziologen arbeiten, steht: „<em>Keine Übernachtungsmöglichkeit, bitte nicht stören</em>“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Früher brodelte hier das Leben &#8211; Wissenschaftler, Sportler, exerzierende Militärs – und sogar eine Turnhalle wurde gebaut. Mittlerweile ist diese zerstört und jetzt wohnen einzig und allein Glaziologen hier, die den schnell schmelzenden Gletscher beobachten. Heute kommen nur noch Touristen hierher. Mit dem Aufkommen der sozialen Netzwerke ist die alte Badewanne in der Nähe der Wetterstation zu einem viralen Ort geworden. Selbst im Winter klopfen Reisende an die Tür der Glaziologen und fragen: „<em>Wo ist die Badewanne?</em>“. „Die <em>Mädels treten an die Wanne, ziehen sich bis auf den Bikini aus, setzen sich hinein und machen Fotos</em>“, wundert sich der Glaziologe Berik Koszhanov.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/26c657ef8f0306d3b7406348cc55a0e9_1440xauto-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41057" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/26c657ef8f0306d3b7406348cc55a0e9_1440xauto-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/26c657ef8f0306d3b7406348cc55a0e9_1440xauto-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/26c657ef8f0306d3b7406348cc55a0e9_1440xauto-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/26c657ef8f0306d3b7406348cc55a0e9_1440xauto.jpg 1440w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Laut den Regeln sollten immer mindestens zwei Personen an der Station sein. Doch heute sind es mehr: Es stehen wichtige Forschungsarbeiten an, und so sind neben den beiden festen Mitarbeitern auch andere Spezialisten hinaufgefahren. Der Gletscher wurde 1902 entdeckt, und 1956 begannen die regelmäßigen Beobachtungen; damals lebten die Wissenschaftler in Zelten, erst in den 70er Jahren baute man für sie Häuser in Plattenbauweise.<br><br>Das erste, grüne Haus, seltsam schief, ist in der Ferne zu sehen; es sieht aus, als sei es in zwei zerbrochen: In der Mitte steht ein Ofen, daher ist das Eis unter dem Fundament geschmolzen. Man kann in dem Haus nicht wohnen, weswegen es heute ein Lager für alte Sachen und Bücher ist.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/edf34dcee87ee5fa4b497092346a3dcd_autox1200-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41058" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/edf34dcee87ee5fa4b497092346a3dcd_autox1200-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/edf34dcee87ee5fa4b497092346a3dcd_autox1200-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/edf34dcee87ee5fa4b497092346a3dcd_autox1200-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/edf34dcee87ee5fa4b497092346a3dcd_autox1200-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/edf34dcee87ee5fa4b497092346a3dcd_autox1200.jpg 1800w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br><br>Die Glaziologen sind in das „rote Haus“ umgezogen und&nbsp; reparieren es jetzt in Eigenregie: Sie haben das Dach erneuert, Tapeten geklebt, die Fassade mit neuem Material verkleidet, und jetzt ist es ein „weißes Haus“. Selbst auf die Genehmigung für diese Renovierung musste man jahrelang warten, ebenso wie auf die Finanzierung. Das Gebäude ist mit Sonnenkollektoren ausgestattet &#8211; es gibt genug davon, das Wichtigste sind allerdings nicht so sehr die Kollektoren, sondern die Batterie, sagt Kapitsa &#8211; und die ist klein.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f219ba501e84ca299208aaab993f4525_autox1200-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41059" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f219ba501e84ca299208aaab993f4525_autox1200-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f219ba501e84ca299208aaab993f4525_autox1200-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f219ba501e84ca299208aaab993f4525_autox1200-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f219ba501e84ca299208aaab993f4525_autox1200-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f219ba501e84ca299208aaab993f4525_autox1200.jpg 1800w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die frische Luft und die schöne Aussicht machen einen schwindelig. „<em>Es ist die Bergkrankheit</em>“, erklärt Ilia Shechev, der jüngste, 23-jährige Mitarbeiter der Station. Er empfiehlt, auf Nägelbrettern zu stehen. Sergej Gebel, ein Hilfsingenieur, sagt, dass einem in den ersten Tagen aufgrund des Höhenunterschieds übel werden kann, dass der Blutdruck steige oder sinke, und dass man normalerweise versucht, nach dem Aufstieg zu schlafen. Aber nicht jetzt: Solange das Wetter klar ist, muss man sich auf den Weg machen &#8211; zum Gletscher. Die Meteorologen haben Regen versprochen, aber die Sonne scheint, und hinter einem Berg in der Nàhe hört man ein Gewitter. Nikolai Kasatkin, der Expeditionsleiter, der seit 1989 in den Bergen arbeitet, blickt auf die Gipfel: „<em>Das Wetter hier kann man nicht vorhersagen, es kann sich jede Minute ändern</em>“.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/cd97caf2d17ef80a2d1bccd8f0e28fd9_1440xauto-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41060" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/cd97caf2d17ef80a2d1bccd8f0e28fd9_1440xauto-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/cd97caf2d17ef80a2d1bccd8f0e28fd9_1440xauto-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/cd97caf2d17ef80a2d1bccd8f0e28fd9_1440xauto-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/cd97caf2d17ef80a2d1bccd8f0e28fd9_1440xauto.jpg 1440w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Nikolai Kasatkin</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Wir steigen wieder ins Auto mit noch mehr Ausrüstung und rumpeln über die Straße Richtung Gletscher. Vassili Kapitsa hofft, dass wir so nah wie möglich herankommen, aber bald stößt das Auto auf einen Steinschlag. Also weiter zu Fuß. Kapitsa packt mühsam einen riesigen schwarzen Plastikkoffer auf seinen Rücken, wir anderen bauen die restliche Ausrüstung auseinander und machen uns auf den Weg.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/ab12f5fc2311894c1df1347d3698d232_1440xauto-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41061" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/ab12f5fc2311894c1df1347d3698d232_1440xauto-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/ab12f5fc2311894c1df1347d3698d232_1440xauto-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/ab12f5fc2311894c1df1347d3698d232_1440xauto-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/ab12f5fc2311894c1df1347d3698d232_1440xauto.jpg 1440w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br>„<em>Zoja, Igly Tujyksu, Ordscho</em>“, zählt Sergej Gebel die kurzen Namen der Gipfel auf. Foteh Rahimov, der leitende Ingenieur, bemerkt leise, dass diese Berge jung sind, aber älter als der Pamir. Foteh stammt aus Duschanbe und arbeitet seit einigen Jahren im Zentrum an einem Katalog der Gletscher im Einzugsgebiet des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Amudarja">Amudarja</a>. In regelmäßigen Abständen halten wir an, die Glaziologen bauen Geräte auf, messen etwas und zeichnen dann rote Kreuze auf die Felsen &#8211; Bodenkontrollpunkte.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der Gletscher schrumpft jährlich um 25 Meter</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Wir gehen weiter, hier sehen wir schon weiße Farbkreuze auf den Steinen: <strong>„</strong><em>Das haben wir letztes Jahr gemacht, bis hierhin ragte der Gletscher</em>“, erklärt Nikolai Kasatkin. Gänseblümchen brechen durch die Steine.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/bf3619eee2654c7b77c106dd72b7db6b_autox717-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41062" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/bf3619eee2654c7b77c106dd72b7db6b_autox717-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/bf3619eee2654c7b77c106dd72b7db6b_autox717-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/bf3619eee2654c7b77c106dd72b7db6b_autox717-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/bf3619eee2654c7b77c106dd72b7db6b_autox717.jpg 1075w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Aber auch hier findet man Müll. „<em>Wenn wir zu den Gletschern gehen, sehen wir eine Menge Müll</em>“, ärgert sich Kapitsa. „<em>Die Leute sind komisch, tragen eine volle Flasche Pepsi Cola bei sich, voll hat er sie bis hierhin geschleppt, aber leer will er sie nicht runterbringen. Also laufen wir herum, manchmal sammeln wir Müll auf. Hier ist es nicht so schmutzig wie auf den Gletschern oberhalb des Großen Almaty-Sees</em>“.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/9d4e8b792835184bd43b4ec825e2010b_1440xauto-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41063" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/9d4e8b792835184bd43b4ec825e2010b_1440xauto-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/9d4e8b792835184bd43b4ec825e2010b_1440xauto-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/9d4e8b792835184bd43b4ec825e2010b_1440xauto-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/9d4e8b792835184bd43b4ec825e2010b_1440xauto.jpg 1440w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br>„<em>1958 war das Eis hier etwa 70 Meter hoch &#8211; das alles war mit Eis bedeckt, alle Gletscher verschmolzen zu einer einzigen Zunge. Und jetzt ist das alles zerbrochen. Ein Gletscher ist der deutlichste Indikator für den Klimawandel, in diesem Fall für die Erwärmung des Klimas</em>“, sagt Nikolai Kasatkin. Vassili Kapitsa sagt, dass sich der Gletscher vor 1972 im Durchschnitt 15 bis 17 Meter pro Jahr zurückzog, während jetzt „<em>die durchschnittliche Rückzugsrate 25 Meter erreicht</em>“. Am stärksten schmolz der Gletscher im Jahr 2008: Damals zog er sich in nur einem Jahr um 46-48 Meter zurück. Nikolai, Ilia, Berik und Sergei überqueren den Fluss und gehen zur Zunge des Gletschers. Von weitem sieht sie aus wie eine Wand aus „Game of Thrones“. Sie klettern auf das Eis, um dort Punkte zu setzen und die Latten zu überprüfen. Der ganze Gletscher ist mit ihnen buchstäblich durchgestochen &#8211; „<em>Wie ein Igel</em>“, scherzt Kapitsa &#8211; so wird die Intensität der Eisschmelze gemessen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/c5b181fb5151435fa17958171abf9303_autox1200-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41064" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/c5b181fb5151435fa17958171abf9303_autox1200-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/c5b181fb5151435fa17958171abf9303_autox1200-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/c5b181fb5151435fa17958171abf9303_autox1200-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/c5b181fb5151435fa17958171abf9303_autox1200-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/c5b181fb5151435fa17958171abf9303_autox1200.jpg 1800w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Glaziologen bohren ein drei Meter tiefes Loch und setzen dort Latten ein. Wenn die Schmelze zu schnell voranschreitet, muss man die Löcher nach einiger Zeit erneut bohren. Wir hören einen Hund bellen und sehen die Drohnen, die er verfolgt. Vasili und Foteh folgen ihnen dicht auf den Fersen: Jetzt müssen sie ihre Drohnen in die Luft heben, und die Hauptsache ist, dass die Geräte nicht zusammenstoßen. Während die anderen den Gletscher stürmen, kehren wir zu einem der ersten Ausgangspunkte zurück und Vasili Kapitsa öffnet den Koffer, den er seit langem auf dem Rücken träg. Darin liegt eine Drohne. Sie steigt hoch in den Himmel und macht Bilder, die man dann an die eingezeichneten Referenzpunkte, die roten Kreuze auf den Felsen, anhängt. Sie ergeben das genaueste und detaillierteste digitale Modell und Orthophoto des Gletschers und Moränenkomplexes Tujyksu.<br><br>Der Tujyksu ist in Zentralasien ist einer der am meisten erforschten Gletscher seit 1956. Heute haben die Wissenschaftler kaum noch genug Ressourcen für einen Gletscher, während sie früher den Igly Tujyksu, den Central Tujyksu, den Manschhuk Mametova und den Molodjoschny untersuchten; letzterer hat wegen des Klimawandels schon keine Zunge mehr. Es gab viele ähnliche Studien in anderen Republiken, aber nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurden sie alle für eine gewisse Zeit unterbrochen: Die Finanzierung wurde eingestellt, Fachleute zogen weg. Kasachstan hatte Glück: 1982 kam Auszliare Revutaite für ein Praktikum aus Litauen hierher; man sagt, dass sie die Station in den schwierigen 90er Jahren, als es keine Finanzierung gab, buchstäblich gerettet hat.</p>



<div class="flex flex-col md:flex-row justify-evenly items-center bg-yellow-100 my-20 p-10 space-y-10 subscribe">
	<div class="container flex flex-col lg:flex-row justify-between">
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-3/5 pb-4">
			<h2 class="text-3xl text-secondary font-bold mb-4 text-[#749D02]">
								Unterstützt Novastan &#8211; das europäische Zentralasien-Magazin 
			</h2>
				Als vereinsgetragene, unabhängige Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#8211; und von eurer Unterstützung! 
						</div>
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-2/5 justify-items-center justify-center pb-4">
			<div class="rounded-md bg-accent-500 px-10 py-5 text-center w-72 mx-auto">
											<a class="block rounded bg-white p-2 mt-4 font-bold" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Novastan unterstützen</a>
							</div>
		</div>
	</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Man erzählt, dass ihre Eltern ihr Geld schickten, um Kohle zum Heizen des Gebäudes zu kaufen. Sie verhinderte, dass Plünderer die Station zerstörten, und hielt Wache. Erst vor ein paar Jahren wurde sie pensioniert: Sie konnte nicht mehr auf den Gletscher klettern, das Alter hatte seinen Tribut gefordert. Man bot ihr einen Job in der Stadt an, im Büro des Glaziologischen Zentrums, aber sie lehnte ab. Die Forschung in den zentralasiatischen Republiken wird wieder aufgenommen: Auch mit Unterstützung ausländischer Stipendien führen Wissenschaftler gemeinsame Expeditionen durch, forschen und schreiben Artikel.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="900" height="600" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f9554f24c7e2b798a8683ee1f834b0ea_900xauto.jpg" alt="" class="wp-image-41065" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f9554f24c7e2b798a8683ee1f834b0ea_900xauto.jpg 900w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f9554f24c7e2b798a8683ee1f834b0ea_900xauto-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f9554f24c7e2b798a8683ee1f834b0ea_900xauto-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px" /><figcaption class="wp-element-caption">Vasili Kapitsa</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br><em>„In der ehemaligen Sowjetunion gibt es keine Station wie Tujyksu. Es gibt eine ähnliche Station im Tien-Shan-Hochgebirgsforschungszentrum &#8211; am Südufer des </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Yssyk-Köl"><em>Yssykköl</em></a><em>, am Karabatkak-Gletscher. Die Station liegt auf einer Höhe von 2.500 m, und die Forscher kommen acht Kilometer weit mit Pferden zum Gletscher. Die Forscher aus Tadschikistan haben keine feste Station, sie führen ihre Forschungen auf Expeditionen durch. Sie haben zwei-drei Wochen im Jahr, in denen sie den Gletscher besuchen und erforschen. In Usbekistan ist es das Gleiche. Wir kommen alle zehn Tage hierher. Auf dem Abramov-Gletscher, an der Grenze zwischen Kirgistan und Tadschikistan, gab es eine glaziologische Station, die 1999 von „radikalen Genossen“ aus Tadschikistan niedergebrannt wurde</em>“, erzählt Kapitsa.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Hoffnung auf Rettung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Tujyksu-Gletscher ist unsere Süßwasserreserve, und er schmilzt buchstäblich vor den Augen der Glaziologen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Gletscher selbst &#8211; seine Struktur und Bewegung &#8211; ist bereits klar, aber die Glaziologen haben gerade erst begonnen zu untersuchen, was mit ihm in ökologischer Hinsicht passiert. In den 160 Jahren seit dem Ende der so genannten „Kleinen Eiszeit“ &#8211; von 1850 bis 2010 &#8211; ist die Fläche der Gletscher im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Transili-Alatau">Trans-Ili-Alatau</a> um 60-70 Prozent zurückgegangen. Wissenschaftler sagen voraus, dass bis 2070 die meisten Gletscher in Kasachstan verschwinden werden. Es gibt jedoch eine Theorie, wonach sich Gletscher selbst „schützen“ können. „<em>Die Gletscherzunge ist von oben mit Steinen bedeckt, darunter schmilzt sie viel langsamer. Wenn man sich den Igla-Tujyksu-Gletscher ansieht, kann man diesen gepanzerten Teil sehen, der viel höher ist als der offene Teil. Man könnte sagen, dass der Gletscher beginnt, sich selbst zu regulieren. Diese Theorie gibt Hoffnung auf Rettung</em>“, beruhigt Vassili Kapitsa ein wenig.<br><br>Rahimov sagt, dass die Gesamtmenge an Niederschlag zwar zunimmt, aber nur geringfügig, und bisher reicht sie nicht aus, um die Eismasse zu vergrößern. Vor allem feste Niederschläge (Schnee, Graupel, Hagel etc.) werden für das Wachstum der Gletscher benötigt. Wenn die Niederschläge doppelt so hoch sind und die Durchschnittstemperatur fünf Grad niedriger ist als jetzt, dann wird der Gletscher wachsen. Aber ob das passieren wird, kann niemand vorhersagen.<br><br>„<em>Im Allgemeinen ist alles in der Natur zyklisch: von der Erwärmung zur Abkühlung, jetzt leben wir in einer Periode der Erwärmung, sie wird früher oder später enden, die Periode der Abkühlung wird beginnen, vielleicht werden wir es nicht sehen, wir leben nicht lange genug. Aber das Klima ist so eine Sache, es verändert sich ständig</em>“, erklärt Nikolai Kasatkin.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f1aed75f83efc32b40688a9f616e59b7_autox1013-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-41066" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f1aed75f83efc32b40688a9f616e59b7_autox1013-1024x576.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f1aed75f83efc32b40688a9f616e59b7_autox1013-300x169.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f1aed75f83efc32b40688a9f616e59b7_autox1013-768x432.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f1aed75f83efc32b40688a9f616e59b7_autox1013-1536x864.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/f1aed75f83efc32b40688a9f616e59b7_autox1013.jpg 1800w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Alle Mitarbeiter haben Walkie-Talkies: „<em>Könnt ihr die Drohne hören?</em>“, fragt Kapitsa diejenigen auf dem Gletscher. „<em>Wir können sie nicht nur hören, wir können sie auch sehen!</em>“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Schneller, noch ein paar Schienen.</em>“ Die Drohne hebt viermal ab, die Wissenschaftler kehren von der Messung der Eisschmelze auf den Schienen zurück, alle haben nasse Füße bekommen, und zwei von ihnen &#8211; Sergei und Berik &#8211; sind mehrmals gestürzt, obwohl sie Gurte trugen. Bei den Glaziologen gab es keine Unfälle. 2006 stürzte Juri Rebrov, der ehemalige Leiter der Station, in eine Gletscherspalte. Er und sein Kollege Vasili Mischenin waren zu einer Schneeuntersuchung unterwegs, und Juri flog drei bis vier Meter in die Tiefe, brach sich die Schulter. Durchnässt wartete er darauf, dass Mischenin zur Station lief, um Werkzeug zu holen, ihn herauszuziehen und zum Memorial zu bringen &#8211; damals gab es weder Internet noch Mobiltelefone. Dabei hat sich Rebrov nicht einmal erkältet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir kehren schnell zur Station zurück: Kapitsa ist besorgt, denn die Drohne muss bereits bei Tageslicht vom Platz vor dem Haus gestartet werden: Es ist 15 Uhr, erst um 16 Uhr sind die Batterien geladen, um 18 Uhr aber wird es bereits dunkel sein. „<em>Man muss heute alles erledigen, für den Fall dass morgen schlechtes Wetter ist</em>“, sorgt sich Kapitsa. Aber alles klappt: Die Drohne steigt in den Himmel, und Rahimov überprüft sorgfältig den Batteriestand.<br><br>Dann werden alle Daten auf einen Computer hochgeladen, der die Informationen über Nacht verarbeitet. „<em>Der Zweck der Untersuchung besteht darin, die Ablation, also das Schmelzen des Eises auf der Gletscherzunge durch wiederholte Drohnenuntersuchungen zu bewerten. Auf der Grundlage dieser Erhebungen erstellt man digitale Höhenmodelle für mehrere Zeiträume und schätzt die Schmelzrate mithilfe eines Geoinformationssystem (GIS).</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Gleichzeitig werden wir direkte Beobachtungen entlang der Messlatten durchführen &#8211; wir werden über einen längeren Zeitraum mit einem Maßband messen und auch GPS-Messungen hinzufügen. Auf diese Weise werden wir in der Lage sein, den Fehler der Fernbestimmung der geschmolzenen Eisschicht zu schätzen. Wir gehen davon aus, dass wir im Vergleich zu den instrumentellen Messungen eine Fehlertoleranz von 5 cm haben</em>“, versucht Kapitsa so deutlich wie möglich zu erklären.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kuenstliche-gletscher-zur-anpassung-an-den-klimawandel/">Künstliche Gletscher zur Anpassung an den Klimawandel</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt sind die Glaziologen mitten in der Saison &#8211; sie sammeln Daten auf dem Gletscher und im Winter&nbsp; werden sie sie verarbeiten. Ende September wird hier Schnee liegen. Die eigentliche Saison beginnt dann Ende März, wenn die Glaziologen die maximale Schneeansammlung auf dem Gletscher bestimmen. Nach <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nouruz">Nauruz</a> (Neujahr im persischen Kulturraum, N.d.Ü.), im April-Mai, legen sie die Daten für die maximale Schneeansammlung in der Regel fest. Der Gletscher beginnt zu schmelzen, und die Glaziologen gehen alle zehn Tage zu Schneeuntersuchungen. Außerdem müssen sie alle drei Stunden &#8211; von 9 Uhr morgens bis 21 Uhr abends &#8211; zur meteorologischen Station fahren und Daten erheben. Ein Auto kommt hier bestenfalls ab Ende Juni hoch. In dieser kurzen Zeitspanne bis September muss man alle Vorräte, Lebensmittel und Ausrüstung zur Station zu bringen.<br><br>Obwohl der Gletscher seit so vielen Jahren untersucht wird, kann man nicht genau sagen, wie groß sein Volumen ist. Vor zehn Jahren kamen Glaziologen aus Moskau mit einem Georadar hierher und nahmen Messungen an dem zugänglichen Teil des Gletschers vor, die eine Dicke von 100 Metern ergeben haben. Aber dort, wo ein Aufstieg unmöglich ist, könne man nur schätzen, wie groß das Volumen sei. <em>„Plus oder minus zwei Krokodile“</em>, scherzt Kasatkin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn die Sonne untergeht, wird es kalt und der Ofen im Haus wird angeheizt: „<em>Bei uns ist es das ganze Jahr Heizsaison</em>“, lacht Kasatkin. Müde, aber zufrieden essen die Glaziologen zu Abend, trinken Tee, und einige gehen direkt ins Bett &#8211; ein langer, aber produktiver Tag liegt hinter ihnen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/e4292b06ebe0c7e32ef98ebc36473dd5_1440xauto-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-41067" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/e4292b06ebe0c7e32ef98ebc36473dd5_1440xauto-1024x768.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/e4292b06ebe0c7e32ef98ebc36473dd5_1440xauto-300x225.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/e4292b06ebe0c7e32ef98ebc36473dd5_1440xauto-768x576.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/e4292b06ebe0c7e32ef98ebc36473dd5_1440xauto.jpg 1440w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br>„<em>Ich glaube, die Hälfte der Bevölkerung von Almaty weiß nicht, dass wir Gletscher haben. Ein lebendes Beispiel: Pavel, ein IT-Fachmann, hat früher für uns gearbeitet. Er und Kolia gingen zu einem See. Der Pik Sovetov war von dort zu sehen und Pavel meinte dieser sei aus Kalkstein. Nikolaj erklärte ihm, dass es ein Gletscher sei. Wir fragten ihn, woher das Wasser des Flusses komme? Er sagte: „Wie woher? Na aus dem Erdboden natürlich!</em>“, &#8211; erinnert sich Kapitsa. Nikolai lacht: An diesem Tag konnte er seinen Kollegen nicht davon überzeugen, dass es sich um Gletscher handele. „Und Pavel war gebürtig aus Almaty!“</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>„Ich schlafe vor Aufstiegen immer schlecht“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Vasili Kapitsa arbeitet seit 2006 auf Tujyksu. Er kam hierher, als er an der Al-Farabi-Universität studierte: Seine Kommilitonen machten ein Praktikum am Institut für Geografie. Vasili kam zu Besuch, traf Nikolai Kasatkin auf der Veranda und wurde von ihm zu Schneeaufnahmen eingeladen. Es war der 24. Mai, der Geburtstag von Kapitsa.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="900" height="600" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/208e5a0255ffb262cc0bed8754120c97_900xauto.jpg" alt="" class="wp-image-41068" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/208e5a0255ffb262cc0bed8754120c97_900xauto.jpg 900w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/208e5a0255ffb262cc0bed8754120c97_900xauto-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/208e5a0255ffb262cc0bed8754120c97_900xauto-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br><em>„Kommst du mit uns? Dort ist alles anstrengend, schwierig“</em>, warnte mich Nikolaj. Ich ließ mich nicht erschrecken und sagte zu. Wir kamen zu Fuß hier hoch, übernachteten, am Morgen gingen wir zur Schneemessung auf den Gletscher, kamen runter und am 28. Mai sprach ich mit Igor Severski &#8211; damals Leiter des Labors, jetzt unser wissenschaftlicher Direktor- und das war&#8217;s: Sie boten mir den Job an, ich sagte zu, und blieb dabei. Als ich die Stelle bekam, gab es hier keinerlei Licht: Es gab nur einen Generator mit einer Glühbirne, die abends eine halbe Stunde lang leuchtete.&nbsp; Man musste auf den Hügel gehen, um Empfang zu bekommen. Übrigens ist mir aufgefallen, dass Mobiltelefone früher einen besseren Empfang hatten als heute.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/c6e9b707052b582166862c8318dd3903_autox1200-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41070" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/c6e9b707052b582166862c8318dd3903_autox1200-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/c6e9b707052b582166862c8318dd3903_autox1200-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/c6e9b707052b582166862c8318dd3903_autox1200-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/c6e9b707052b582166862c8318dd3903_autox1200-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/c6e9b707052b582166862c8318dd3903_autox1200.jpg 1800w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br>2008 verließ Vasili Kapitsa wegen finanzieller Probleme und um sich um seine Familie zu kümmern zeitweise die Wissenschaft, aber er blieb immer in Kontakt mit seinen ehemaligen Kollegen. Dann gab es ein internationales Stipendium des Bonner Instituts für Geowissenschaften mit Schwerpunkt auf Moränenseen. „<em>Ich arbeitete zu diesem Zeitpunkt irgendwo als Manager und Verkäufer. Sie riefen mich an und boten mir ein Gehalt halb so hoch wie das, was ich zu der Zeit bekam, aber immerhin viermal höher als mein Gehalt bevor ich die Station verlassen hatte. Ich sagte also zu und kam zurück. Jetzt zahlt der Staat, er verlangt aber auch einiges. </em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Man erwartet von uns, dass wir viele Artikel in hochrangigen ausländischen Fachzeitschriften veröffentlichen. Es kann eineinhalb Jahre dauern, bis eine einzige Publikation veröffentlicht ist: Erstmal wird sie überprüft, dann verfasst der Prüfer eine Bewertung… dabei dauert das Programm selbst erst zwei Jahre! Und wenn man die Bedingungen des Programms nicht erfüllt, bekommt man als Strafe für drei bis fünf Jahre keinen Zugang zu Stipendien für solche Projekte. Ich hoffe, wir können die Frist einhalten.“</em></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/fdb52bd1b478502218c6d7966aa33a86_1440xauto-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41071" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/fdb52bd1b478502218c6d7966aa33a86_1440xauto-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/fdb52bd1b478502218c6d7966aa33a86_1440xauto-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/fdb52bd1b478502218c6d7966aa33a86_1440xauto-768x513.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/fdb52bd1b478502218c6d7966aa33a86_1440xauto.jpg 1440w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br><br>Den ganzen Juli über wurden in der Kosmostation Bohrungen durchgeführt. Das ist einem Projekt mit der Schweizer Universität Fribourg zum Aufbau eines Netzes zur Beobachtung des Permafrostes in ganz Zentralasien. Laut Vasili begann diese Überwachung bereits in den 70er Jahren: <em>„Damals hatten wir etwa 32 Bohrlöcher &#8211; von anderthalb bis 120 Metern Tiefe; dieses Jahr haben wir drei 32 Meter tiefe Bohrlöcher und ein 12 Meter tiefes Bohrloch gebohrt und Sensoren installiert, die die Temperatur des Bodens in jedem Meter messen, sowie andere Geräte.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Im Juli dieses Jahres wanderten unsere Glaziologen mit Wissenschaftlern aus Österreich entlang der Gletscher oberhalb des BAO (Akronym für Bolschoe Almatyskoe Osero, Großer Almaty-See N.d.Ü.), ebenfalls ein mit Steinen bedeckter Gletscher, der sich bewegt. Zwei Wochen lang sind wir mit ihnen dort lang gelaufen, haben geophysikalische Forschung betrieben. Es gibt eine Menge Kabel, man muss Batterien und anderes Zeug tragen, und es ist alles schwer. Heute laufe ich mit einer Drohne auf dem Rücken, und es fühlt sich an wie auf den Malediven, es ist so leicht.</em>“ Dennoch erfordert diese Arbeit eine gute körperliche Fitness &#8211; selbst junge Menschen halten das nicht immer aus. Deshalb wird die Gesundheit der Spezialisten, die den Tujyksu besteigen, jährlich überprüft.<br><br>„<em>Auch mir passiert es manchmal: Wenn ich lange nicht aufgestiegen bin, bekomme ich Atemnot oder Kopfschmerzen. Wenn ich hierher komme, werde ich auf einmal schläfrig. Und aus irgendeinem Grund schlafe ich vor dem Aufsteigen immer schlecht. Ich denke: Schaffe ich es oder nicht? Das Auto ist ja alt &#8211; 2011, und die ganze Zeit auf solchen Straßen&#8230;</em>“. Oft möchte seine Familie in die Berge fahren, wenn sie aber seinen Gesichtsausdruck sehen, verzichten sie darauf. Was er seiner Familie aber definitiv beigebracht hat, ist Wasser zu sparen. Da die Gletscher so stark schmelzen, müssen wir uns anpassen: Unsere Einstellung zum Wasser muss sich ändern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/gletscherschmelze-im-tian-shan-eine-gefahr-mit-langfristigen-folgen-fuer-zentralasien/">Gletscherschmelze im Tian Shan. Eine Gefahr mit langfristigen Folgen für Zentralasien</a></strong><br><br>„<em>Ich wohne in Tastak, bei uns wird viel Klee angepflanzt. Jede Nacht, ob es regnet oder nicht, gießen sie es, sodass es schon wie ein Sumpf ist. Wenn ich mit dem Fahrrad zur Arbeit fahre, komme ich am Gandhi-Park vorbei, dort ist es dasselbe. Und das, obwohl alle schreien, dass wir Wasser sparen sollen. Kasachstan ist reich an Mineralien, wir haben aber Probleme mit dem Trinkwasser. Das Problem ist, dass die Leute das nicht verstehen wollen: Die öffnen den Wasserhahn und das Wasser fließt. Aber woher es kommt, wo es später hinfließt… das ist egal: Die Olympischen Spiele sind viel interessanter.</em>“ In einigen Ländern versucht man, in den Bergen Stauseen zu bauen, um das Wasser aus den Gletschern zu sammeln. Daran leiden aber die darunter liegenden Landschaften, merkt Vassilii an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kapitsa hat die vorherige Generation von Glaziologen in einer sehr schwierigen Zeit abgelöst, aber selbst jetzt „<em>ist das Gehalt eines jungen Spezialisten geringer als das eines Essenslieferanten. Natürlich versuchen wir, sie zu unterstützen und sie in einige ausländische Projekte einzubeziehen. Jeder will sofort gutes Geld verdienen, das verstehe ich sehr gut, so ist es nun einmal. Ich weiß nicht, was ich an ihrer Stelle tun würde.</em>“</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>„Ich bin solche Dinge immer noch nicht gewohnt.“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Es ist immer gefährlich hier: Das sind Berge, die können mal weniger und mal mehr Gefahr bedeuten. Alles kann passieren</em>“, sagt Kasatkin, während er auf die Berge blickt. Er ist der Einzige hier, der sich an die Blütezeit der Tujyksu-Station erinnert: „<em>Im Sommer trainierten hier die Skispringer. Sie hatten einen Dieselgenerator, eine elektrische Sauna und ein Badehaus, einen Heizkessel und eine Kantine. Als die Sowjetunion zu Ende ging, war es fast sofort vorbei, buchstäblich im nächsten Jahr. Alles, was man wegtragen konnte, wurde weggebracht. Sehen Sie das Gestell des Geländewagens dort drüben? Ich habe ihn noch laufen sehen. Die Union brach zusammen, und buchstäblich ein Jahr später kamen wir zurück, und es gab nur noch ein Gestell: Alles, was sich klauen ließ, war gestohlen worden</em>“, erinnert er sich.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/9258273c58954a7a783e41ca033d034a_1440xauto-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41072" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/9258273c58954a7a783e41ca033d034a_1440xauto-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/9258273c58954a7a783e41ca033d034a_1440xauto-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/9258273c58954a7a783e41ca033d034a_1440xauto-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/9258273c58954a7a783e41ca033d034a_1440xauto.jpg 1440w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gletscherstation befindet sich auf dem Gebiet eines Naturparks, daher gibt es keine Zäune, jeder kann hier frei eindringen, was für die Wissenschaftler ein Problem darstellt. Fünf Minuten Fußweg vom Stationsgebäude entfernt liegt ein kleiner See, auf dem Weg dorthin kann man Schläuche, Kabel und Rohre sehen, die aus den Felsen ragen &#8211; wie Überbleibsel einer früheren Zivilisation. Früher holten die Bergsteiger mit Rohren Wasser aus dem See, ihre Rundhütten wurden geheizt &#8211; in den 70er Jahren wurde ein Heizsystem erfunden. Jetzt nehmen die Glaziologen einen Eimer Wasser, erwärmen ihn auf dem Herd und waschen sich auf diese Weise. Nikolai Kasatkin kam 1989 zum ersten Mal nach Tuyuksa, als er noch Student&nbsp; war und er eine Ausbildung zum geodätischen Ingenieur machte.<br><br>In Kasachstan werden keine Glaziologen ausgebildet, alle Stationsmitarbeiter haben andere Berufe: Unter ihnen gibt es einen Geographen, einen Bergsteiger, aber meistens ist der Beruf des Glaziologen mit der Geodäsie verbunden, hier gibt es Hydrologen, Morphologen und so weiter. „<em>Als ich Geodät wurde, wurden alle geodätischen Vermessungen mit optischen Theodoliten, Nivelliergeräten und Latten durchgeführt, alle Bilder standen auf dem Kopf, und von GPS hörten wir erst am Institut &#8211; ein Lehrer erzählte uns, dass die Amerikaner irgendein System erfunden hätten</em>“, erinnert sich Kasatkin. Jetzt ist alles sogar physisch einfacher &#8211; man muss keine schweren Theodoliten auf den Berg tragen, und mit Hilfe einer Drohne und Computerprogrammen ist es möglich, „<em>ein Forschungsvolumen zu erreichen, das ein Geodät in seinem ganzen Leben nicht schaffen könnt“.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">In den 1989-90er Jahren absolvierte Kasatkin ein Praktikum am Tujyksu, 1993 schloss er sein Studium ab, „<em>ein paar Jahre hin und her, dann die stürmischen 90er Jahre, als Leute, die 20-30 Jahre in Unternehmen gearbeitet hatten, entlassen wurden. Wer braucht schon einen jungen Fachmann? Ein paar Jahre lang war ich Kaufmann, und dann habe ich mich erinnert: Es gibt das Geographische Institut, wo ich mein Praktikum gemacht habe. Aber damals dachte ich, dass ich im Tourismus tätig sein sollte &#8211; ich hatte damals schon eine Familie, die ich ernähren musste, und ich wollte im Tourismus Geld verdienen</em>“. 1995 kam Nikolaj zum Geographischen Institut und bot an, Touristen von Shymbulaq nach Tujyksu zu fahren, aber er wurde abgelehnt und nahm einfach einen Job als Glaziologe am Tujyksu und am Großen Almaty-See an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Und dann starben die alten Glaziologen alle, jemand ging, und es stellte sich heraus, dass ich mit meinem Fachgebiet, mit meiner Ausbildung, gerade noch für dieses Geschäft geeignet war. Ich musste mich irgendwie in den Prozess einbringen, und dann gefiel es mir, und das war&#8217;s.</em>“ Jetzt ist Kasatkin für zwei Stationen verantwortlich, diese untersuchen offenliegendes Eis, Permafrost und vergrabenes Eis: „<em>Ich bin sowohl Permafrostforscher als auch Glaziologe, wie Truffaldino aus Bergamo. Nicht, weil mich jemand dazu zwingt, sondern weil es interessant ist</em>.“ Als ich ihn nach der nächsten Generation von Glaziologen frage, winkt er ab: „<em>Sprechen Sie mit jungen Leuten, was sie denken, aber Gott hat Vasja zur Glaziologie geschickt, das ist eine Tatsache. Ich wüsste gar nicht, wie ich das sonst erklären sollte</em>“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&nbsp;Kasatkin sagt, dass in den letzten Jahren Geld für die Glaziologen bereitgestellt wurde, dass endlich neue Geräte gekauft wurden und dass neue Technologien und mit ihnen das 21. Jahrhundert in Tujyksa Einzug gehalten haben: „<em>Das ist eine große Erleichterung! Als wir umgeschult wurden, mussten wir uns natürlich das Hirn zermartern, vor allem, weil uns niemand etwas beibrachte, wir mussten uns die neuen Geräte irgendwie selbst aneignen. Und wie viele Koordinaten wir jetzt verwenden, hätte ich mir nie träumen lassen</em>“.<br><br>Nikolai Kasatkin liebt die Berge seit seiner Kindheit &#8211; er wuchs im Mikrodistrikt Orbita auf und verbrachte seine gesamte Freizeit mit Wanderungen in den Bergen, aber er ist nie Ski gefahren und hat auch nie Bergschuhe anprobiert. „<em>Ich bin an diese Aussichten immer noch nicht gewöhnt, ich laufe jedes Mal aufs Neue mit offenem Mund herum und schaue mich um, bin euphorisch. Ich komme immer wieder und immer ist es schön: Ich habe Glück mit meinem Job, es wäre eine Sünde, sich zu beschweren. Wenn es nach mir ginge, würde ich in den Bergen leben, nicht nur leben, sondern etwas erforschen. Wenn man die Natur studiert, egal wie hochtrabend es klingt, lernt man sich selbst kennen. Der Mensch ist ein Teil der Natur, und um mehr über uns selbst</em> <em>zu erfahren, müssen wir die Gesetze der Natur mehr studieren. Ich lebe mein Leben und genieße es, solange Gott das Licht nicht ausgeschaltet hat. Es wird eine Zeit kommen, in der das Licht einfach ausgeht und das war&#8217;s dann. Solange genieße ich es einfach, und ich arbeite so lange ich kann.</em>“</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>„<em>Manchmal ist das Wetter hier so, dass es nicht mal das Ministerium für Notfallsituationen hierher schafft.</em>“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der 32-jährige Nachwuchsforscher Berik Koszhanov stürzte heute in einen Fluss von einem halben Meter Tiefe, obwohl er einen Klettergurt trug: „<em>Die Ränder sind glitschig, wie eine Katze in der Badewanne</em>“, lacht er und erinnert sich an den „<em>Arbeitsmoment</em>“.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/e8392e8492df3d23a346c5e8f2e46c2d_autox1200-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41073" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/e8392e8492df3d23a346c5e8f2e46c2d_autox1200-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/e8392e8492df3d23a346c5e8f2e46c2d_autox1200-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/e8392e8492df3d23a346c5e8f2e46c2d_autox1200-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/e8392e8492df3d23a346c5e8f2e46c2d_autox1200-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/e8392e8492df3d23a346c5e8f2e46c2d_autox1200.jpg 1800w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Berik Koszhanov</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br>„<em>Ich komme selbst aus dem Flachland und bin durch Zufall in den Bergen gelandet. Ich weiß noch, wie ich 2012 das erste Mal hier übernachtet habe, als ich ein Praktikum machte. Ich bin nachts aufgewacht, weil sich mein Hirndruck ausglich, meine Ohren pfiffen und es war, als würde Luft entweichen. Danach hatte ich keine Probleme mehr mit der Akklimatisierung</em>“, so Berik, der aus Westkasachstan, aus einem Dorf in der Nähe von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aqtöbe">Aqtöbe</a>, stammt. Er studierte an der Fakultät für wissenschaftliche Geografie der Abay KazNPU (Universität in Almaty) und absolvierte während seines Studiums ein Praktikum am Institut für Geografie, wodurch er 2012 nach Tujyksa kam. Er arbeitet hier seit neun Jahren und hat heute Schichtende.<br><br>Er gibt zu, dass ihn die Ruhe der Station angezogen hat: „<em>Das Leben hier ist gemäßigter, einfacher, die Natur, mit Murmeltieren in der Nähe. Ich bin kein Fan von vielen Menschen, von Lärm und Krach, und hier bin ich ganz allein und ruhig. Obwohl es in den letzten Jahren, nach Covid, viele Touristen hier gab, war es früher besser (lacht). Aber trotzdem ist es hier angenehmer, besonders wenn die Stadt im Sommer stickig ist. Alles ist ruhig, es ist anstrengend, aber es ist interessant. Es ist vor allem körperlich hart. Besonders im Winter ist es ein Abenteuer, hierher zu kommen. Die Entfernung von Shymbulaq bis hierher beträgt neun Kilometer. Und wir gehen zu Fuß mit einem Rucksack, in dem sich Essen und Kleidung befinden. Manchmal mussten wir hüfthoch im Schnee laufen. Es kommt vor, dass wir von Shymbulaq bis zum Mynshylky-Damm den ganzen Tag laufen solange es Tageslicht gibt. Und von dort aus müssen wir hierher genauso lange laufen. So ist das, wenn das Wetter wirklich schlecht ist.“</em><br><br>Die Glaziologen hier arbeiten in Schichten &#8211; eine Schicht dauert zehn Tage, dann gibt’s 20 Tage Pause. „<em>Es gibt sechs Mitarbeiter, drei Schichten. Aber im Sommer müssen wir oft länger in der Station bleiben, weil wir mit dem ganzen Personal arbeiten müssen &#8211; um Daten zu sammeln oder um &#8211; wie jetzt &#8211; bei Reparaturen zu helfen</em>.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/klimawandel-kirgistans-gletscher-in-gefahr/">Klimawandel: Kirgistans Gletscher in Gefahr</a></strong><br><br>Berik Koszhanov ist nun schon die dritte Woche hier, am nächsten Tag wird er in die Stadt fahren, heute hat er seine Wäsche gewaschen, die über dem Ofen trocknet: „<em>Ich muss wieder wie ein Mensch aussehen und ein wenig runterkommen</em>“. Wenn er nach Almaty kommt, schreibt er Berichte, was mehrere Tage in Anspruch nimmt. „<em>Die grundlegendste Arbeit, die wir im Sommer auf dem Gletscher haben, ist die Schneevermessung alle zehn Tage, außerdem müssen wir manchmal jeden zweiten Tag Latten bohren, wie heute. Heute haben wir sechs-sieben Latten gebohrt. Es gab Schichten, in denen wir um sechs Uhr morgens losgefahren sind und erst abends vom Gletscher zurückkamen, den ganzen Tag über haben wir nichts anderes gemacht als Bohren. Wir hatten 2016-2017 einen Rekord: ich und ein anderer Mitarbeiter haben 58 Latten an einem Tag gebohrt. In diesem Jahr schmolzen die Latten sehr stark und wir bohrten jede einzelne neu.</em>“<br><br>Vor etwa vier Jahren bekam die Station Internet &#8211; davor erfolgte die Kommunikation per Walkie-Talkie mit der Station Mynshylky. Bevor es Internet gab, hat Berik viel gelesen &#8211; die Bibliothek in der baufälligen Hütte ist umfangreich und bietet für jeden Geschmack etwas. Er erinnert sich daran, dass er, bevor es Wi-Fi gab, mit einem einfachen Tastentelefon herumlief. Zu Hause hatte er einen Laptop, und das genügte, um mit der Welt verbunden zu sein: „<em>An manchen Orten war es ohne Verbindung schwierig, aber andererseits war ohne Verbindung vielleicht alles ruhiger, es gab manchmal weniger Aufregung. Wir haben uns inzwischen an das Internet gewöhnt, aber es kann schwierig sein, ohne auszukommen, vor allem, wenn wir am Tisch sitzen und wir über etwas diskutieren, das man nicht googeln kann. Aber damals haben wir mehr gelesen, und heute sind Bücher eher Ausstellungsstücke</em>“.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/228185145735a202794e92427697acab_autox1200-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41074" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/228185145735a202794e92427697acab_autox1200-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/228185145735a202794e92427697acab_autox1200-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/228185145735a202794e92427697acab_autox1200-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/228185145735a202794e92427697acab_autox1200-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/228185145735a202794e92427697acab_autox1200.jpg 1800w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Alle drei Stunden muss ein Mitarbeiter Messungen an der Wetterstation vornehmen. Die sieht ganz nah aus, aber wenn das Wetter schlecht wird und Nebel aufzieht, kann man sich jederzeit verirren. <em>„Ich orientiere mich hier sehr gut, aber wenn es neblig ist, ist nicht einmal klar, wo der Hang ist, wolang was verläuft. Einmal habe ich mich auf dem Weg zur Baustelle verlaufen, und an einem anderen Tag wehte der Wind sehr stark, ich lief den Weg entlang und wurde einfach weggeblasen. Ich kletterte hinauf und wurde wieder hinunter geblasen. In diesem Sommer gab es viel Regen und Gewitter, und ein Teil der Ausrüstung verbrannte.“</em> Berik erinnert sich daran, wie eine riesige Batterie vom Blitz getroffen wurde, der buchstäblich ins Haus einschlug und die Geräte beschädigte. Koszhanov sagt, er habe kürzlich eine Liste der schlimmsten Orte in Kasachstan gesehen, auf der auch die Station Tujyksu aufgeführt war &#8211; sie wurde mit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Prypjat_(Stadt)">Pripjat</a> verglichen. Aber er hat sich längst an diesen Ort gewöhnt und sieht an ihm nichts Beängstigendes.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/395da307a4661b0005b62ce0fc18ae34_autox1013-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-41075" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/395da307a4661b0005b62ce0fc18ae34_autox1013-1024x576.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/395da307a4661b0005b62ce0fc18ae34_autox1013-300x169.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/395da307a4661b0005b62ce0fc18ae34_autox1013-768x432.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/395da307a4661b0005b62ce0fc18ae34_autox1013-1536x864.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/395da307a4661b0005b62ce0fc18ae34_autox1013.jpg 1800w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Vielleicht liegt es daran, dass einige der Häuser hier auf den ersten Blick verlassen wirken und auf dem Gelände seltsame Skulpturen aus Holz stehen &#8211; Berik nennt sie „Totems“ -, von denen keiner der Stationsbewohner weiß, wer sie gemacht hat. Vielleicht hat jemand aus der älteren Generation der Glaziologen in den einsamen Abenden gern geschnitzt. Aber all das, ebenso wie Wolken, Berge und Bäder, zieht Touristen an, und die Wissenschaftler müssen ihnen erklären, was Glaziologie ist und warum sie nicht in diesen Häusern übernachten können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber es gibt Zeiten, in denen sie hier um Hilfe bitten: „<em>Einmal klopfte einer der Touristen mitten in der Nacht an &#8211; Pupillen geweitet, Panikattacke, Bergkrankheit &#8211; das passiert, wenn man nicht an die Berge gewöhnt ist und beschließt, dort die Nacht zu verbringen. Touristen fragen oft nach dem Weg, oder bitten darum, die Nacht bei ihnen zu verbringen. Eines Tages kam ein Tourist und sagte: ‚Setz mal den Kessel auf, während ich zum See gehe‘. Hier ist es manchmal wie in einem Café! Manche Leute kommen ganz ruhig und bitten um Hilfe, dann ist das kein Problem, aber wenn sie unverschämt sind, </em><em>dann schallt es aus dem Wald </em><em>so, wie sie hineinrufen.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Manche dann erzählen anderen: „<em>Da oben hat jetzt ein wütender Kasache Dienst</em>“ (lacht). „I<em>ch bin der einzige Kasache, der auf dem Station arbeitet, und sie erinnern sich eher an mich. Vor anderthalb Monaten brach sich ein Tourist auf dem Weg hinter einem benachbarten Hang ein Bein. Er und andere Touristen waren dort unterwegs, genau wie zwei Spezialisten aus Kazselesaschita, die aufstiegen, um sich den See anzuschauen. Sie kamen dann zu mir, um die Stadt zu kontaktieren. Schließlich rief ich Mynshylky an, und das Ministerium für Notsituationen kam zum Einsatz. Es dauerte einen halben Tag, um sie zu retten. So etwas passiert ständig, vor allem im Frühjahr, wenn jemand von einer Lawine erwischt wird. Gerade zu dieser Zeit meinen Skifahrer auf Berge steigen zu müssen, sie lösen selbst Lawinen aus.</em> Und manchmal ist das Wetter hier so, dass selbst der Noteinsatzdienst hierher kommen kann.<br><br>Koszhanov lacht, denn nicht einmal alle seine Verwandten verstehen, was er das ganze Jahr über in den Bergen sitzt. Sergej Gebel, ein Hilfsingenieur, arbeitet seit vier Jahren hier. „<em>Als ich zum ersten Mal hierher kam, war es für mich wie ein Märchen, alles war neu, alles war so interessant, ich bin den einen Berg hinaufgelaufen, ich bin den zweiten Berg hinaufgelaufen, ich wollte alles lernen, alles fotografieren, alles riechen, alles anfassen</em>“.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/30c8bb49a73d517aaced73686ee969b9_autox1200-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41076" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/30c8bb49a73d517aaced73686ee969b9_autox1200-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/30c8bb49a73d517aaced73686ee969b9_autox1200-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/30c8bb49a73d517aaced73686ee969b9_autox1200-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/30c8bb49a73d517aaced73686ee969b9_autox1200-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/30c8bb49a73d517aaced73686ee969b9_autox1200.jpg 1800w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Sergei Gebel</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Gebel weiß, wo man Pilze, Himbeeren, Weidentee und andere Pflanzen pflücken kann, und er scheint alle einheimischen Murmeltiere zu kennen, die das Gebiet der Station unter sich aufgeteilt haben: einige leben in der Turnhalle, andere unter Fässern, das mutigste &#8211; unter dem Haus. Es kommt ganz nah an uns heran &#8211; wohlgenährt und schön. Früher gab es hier einen Hund, aber der ist weggelaufen, sie wollten eine Katze anschaffen, aber anscheinend sind nicht alle Mitarbeiter dafür. „<em>Mit einem Kätzchen würde es mehr Spaß machen, aber ohne haben wir mehr Murmeltiere</em>“, lacht Sergei.<br><br>Berik Koszhanov und Ilia Shechev kann man als die junge Generation von Glaziologen bezeichnen, aber Berik gibt zu, dass er sich eindeutig nicht als solcher fühlt, weil er vieles nicht weiß, vor allem, wie man Geräte repariert. „<em>Was die Wissenschaft betrifft, so trifft das wahrscheinlich nicht auf uns zu, sondern auf diejenigen, die im Büro sitzen, denn wir sind nur Sammler von Informationen, wir analysieren sie nicht. Man sagt uns, wir sollen messen, und wir geben die Informationen weiter, und ein Team, das mehr Mitarbeiter hat als wir, bearbeitet sie. In regelmäßigen Abständen erfahren wir dann das Ergebnis. Ich kann es irgendwie sehen, aber ich habe keine konkreten Zahlen in der Hand.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Manchmal fragen wir uns und sind dann überrascht, wie stark sich der Gletscher zurückzieht. Aber das ist verständlich, das Klima ändert sich. Erinnern Sie sich an den Sturm in Shymbulaq im Jahr 2011? Warum ist das passiert? Weil die Berge kalt sind, die Stadt aber sehr heiß wurde und der Temperaturunterschied einen starken Wind verursachte, der alles zu zerstören begann. Und wenn es keine Gletscher mehr gibt, wird sich die Stadt noch mehr aufheizen, weil die Wassergräben leer sind, die die Stadt sehr stark abkühlen</em>“.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-in-3600-meter-hohe-auf-dem-gletscher-der-bischkek-bedroht/">Kirgistan: In 3600 Meter Höhe auf dem Gletscher, der Bischkek bedroht</a></strong><br><br>Ilia Shechev, 23, ist der jüngste Mitarbeiter der Station, ein glaziologischer Techniker, der seit zweieinhalb Jahren hier arbeitet. Davor arbeitete er in der Skistation Shymbulaq und ist eine seltene Mischung aus Bergsteiger und Glaziologe. Im Alter von sechs Jahren bestieg er seinen ersten Gipfel &#8211; den Komsomol-Gipfel &#8211; er lacht darüber, dass seine Eltern es damals nicht geschafft haben. Und im Alter von 16 Jahren erhielt er ein internationales Zertifikat als Ausbilder für Bergtourismus. In seiner Freizeit führt er neben seiner Schicht als Bergsteiger Touristen in die Berge. <em>„Die Arbeit des Glaziologen ist interessant, denn wenn man in den Bergen ist, um Messdaten zu nehmen, muss man zur Molodjoschka laufen &#8211; zu diesem Gipfel dort drüben, dort steht das Gerät, und an einem Tag kann man die ganze Schlucht rauf und runter laufen.</em>“</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/ee95bf4b3b5c8724cca61dead051e8f7_1440xauto-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41077" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/ee95bf4b3b5c8724cca61dead051e8f7_1440xauto-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/ee95bf4b3b5c8724cca61dead051e8f7_1440xauto-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/ee95bf4b3b5c8724cca61dead051e8f7_1440xauto-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/ee95bf4b3b5c8724cca61dead051e8f7_1440xauto.jpg 1440w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ilia Shechev</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Ilia weiß nicht, ob er sein zukünftiges Leben mit der Gletscherbeobachtung verbinden wird. Er überlegte, ein Studium zu unternehmen, aber er ist sich noch nicht sicher: „<em>Das Bergsteigen reizt mich, manchmal möchte ich 20 Tage lang an einem Trekking teilnehmen, aber dann komme ich von der Schicht herunter und möchte in der Stadt sein, mich ausruhen. Ich vermisse nicht die Schicht, ich vermisse die Berge. Die ersten fünf Tage hier zähle ich die Tage. Die Höhe macht mir sehr zu schaffen, ich werde müde, und in den letzten Tagen der Schicht fühle ich mich sehr angeschlagen.“</em><br><br>Ich habe ihn gefragt, ob er den Film „Majak“ über zwei Männer gesehen hat, die zusammenarbeiten und allmählich verrückt werden, und er hat gelacht, denn hier gebe es schließlich W-LAN. Ilja zeigt uns das Haus, in dem Revutaitė früher wohnte. Letztes Jahr wurden hier einige Reparaturen vorgenommen, weil Glaziologen aus Zentralasien zum Workshop kamen &#8211; sogar eine neue Holztoilette wurde eingebaut. Jetzt ist das Haus geschlossen &#8211; der Ofen funktioniert dort nicht. Wir schauen uns alte Zeitschriften an &#8211; eine auf Litauisch, „Orakel“, alles Mögliche an Mystik &#8211; aber die Glaziologen selbst sind sehr pragmatisch und frei von Esoterik und anderem Mystizismus. Es gibt keine Legenden über schwarze Bergsteiger oder Bigfoot, sie sagen, dass es hier nur Bergziegen und Schneeleoparden gibt, aber niemand hat letztere gesehen. Sogar Bären und die gibt es am Großen Almaty-See.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/3e3f73c6ed058ee46a0efde9ec0fcfb9_autox1200-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41078" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/3e3f73c6ed058ee46a0efde9ec0fcfb9_autox1200-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/3e3f73c6ed058ee46a0efde9ec0fcfb9_autox1200-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/3e3f73c6ed058ee46a0efde9ec0fcfb9_autox1200-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/3e3f73c6ed058ee46a0efde9ec0fcfb9_autox1200-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/3e3f73c6ed058ee46a0efde9ec0fcfb9_autox1200.jpg 1800w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Am Morgen werden wir von heftigem Regen geweckt &#8211; es ist heiß in Almaty um diese Zeit. Hier ist es +5 Grad und Nebel hat sich über die Berge gelegt. Kapitsa und Kasatkin schauen in den Himmel: Nein, heute bleibt der Himmel bewölkt. Bei dieser Expedition kann die Drohne nicht mehr abheben. Gut, dass sie gestern Zeit den Tag genutzt haben. Kapitsa sagt allen, sie sollen zusammenpacken, Ilia, Sergei und Berik bleiben in der Station &#8211; seine Sachen hatten keine Zeit zum Trocknen und er wird morgen zu Fuß hinuntergehen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/5c26e272c6aa4ab8824f576523d997bf_autox1200-1-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41079" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/5c26e272c6aa4ab8824f576523d997bf_autox1200-1-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/5c26e272c6aa4ab8824f576523d997bf_autox1200-1-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/5c26e272c6aa4ab8824f576523d997bf_autox1200-1-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/5c26e272c6aa4ab8824f576523d997bf_autox1200-1-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/5c26e272c6aa4ab8824f576523d997bf_autox1200-1.jpg 1800w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br><br>„<em>Nächste Woche kommen die Zoologen zu uns, sie brauchen ein paar Schmetterlinge</em>“, warnt Kapitsa.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Svetlana Romatschkina (Text) und Daniyar Musirov (Fotos) für Vlast</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://vlast.kz/inside/61530-smotrasie-za-lednikom.html"><strong>Russischen</strong></a><strong> von Giulia Manca</strong></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/die-beobachtung-des-gletschers-ueber-das-leben-und-die-arbeit-an-der-glaziologischen-station-tujyksu/">Die Beobachtung des Gletschers &#8211; Über das Leben und die Arbeit an der glaziologischen Station Tujyksu</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/die-beobachtung-des-gletschers-ueber-das-leben-und-die-arbeit-an-der-glaziologischen-station-tujyksu/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wie haushalten die zentralasiatischen Länder mit ihren Wasserressourcen?</title>
		<link>https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/wie-haushalten-die-zentralasiatischen-laender-mit-ihren-wasserressourcen/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/wie-haushalten-die-zentralasiatischen-laender-mit-ihren-wasserressourcen/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Asia Plus]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Oct 2024 17:54:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Amudarja]]></category>
		<category><![CDATA[Syrdarja]]></category>
		<category><![CDATA[Wasser]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserknappheit]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=40508</guid>

					<description><![CDATA[<p>Experten sagen voraus, dass die L&#xE4;nder Zentralasiens in den n&#xE4;chsten Jahren aufgrund ung&#xFC;nstiger klimatischer Bedingungen mit einer ernsthaften Wasserknappheit konfrontiert sein werden. Wie gehen sie mit dieser Problematik um? Der R&#xFC;ckgang der Wasserressourcen bedroht nicht nur die Landwirtschaft und die Versorgungssicherheit, sondern auch die Wasserkraft, sodass sich der Umfang der Stromerzeugung verringert. Nach Angaben der [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/wie-haushalten-die-zentralasiatischen-laender-mit-ihren-wasserressourcen/">Wie haushalten die zentralasiatischen Länder mit ihren Wasserressourcen?</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Experten sagen voraus, dass die Länder Zentralasiens in den nächsten Jahren aufgrund ungünstiger klimatischer Bedingungen mit einer ernsthaften Wasserknappheit konfrontiert sein werden. Wie gehen sie mit dieser Problematik um?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Rückgang der Wasserressourcen bedroht nicht nur die Landwirtschaft und die Versorgungssicherheit, sondern auch die Wasserkraft, sodass sich der Umfang der Stromerzeugung verringert. <a href="http://www.icwc-aral.uz/reports_amudarya_ru.htm">Nach Angaben</a> der Interstate Coordination Water Commission of Central Asia (ICWC) <a href="http://www.icwc-aral.uz/reports_amudarya_ru.htm">belief sich</a> die Durchflussmenge des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Amudarja">Amudarja</a> in der dritten Märzdekade auf 1,56 Milliarden Kubikmeter und damit auf 154 Millionen Kubikmeter weniger als prognostiziert. Im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wachsch">Wachsch</a> (Fluss in Tadschikistan, Anm. d. Ü.) betrug sie Anfang April nur 295 Kubikmeter pro Sekunde. Das sind 151 Kubikmeter pro Sekunde weniger als im gleichen Zeitraum des Jahres 2023.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch in der zweiten großen Wasserader der Region, dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Syrdarja">Syrdarja</a>, herrscht Wassermangel. Dies hat die Staatsführungen in den Ländern der Region alarmiert und mittlerweile haben fast alle zentralasiatischen Länder damit begonnen, konkrete Maßnahmen zur Schonung der Wasserressourcen zu ergreifen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Tadschikistan: Der Wassermangel führt zur Energiekrise</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Tadschikistans Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Emomalij_Rahmon">Emomali Rahmon</a> forderte am 11. April auf einem Treffen mit Behördenleitern und Aktivisten in der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sughd">Provinz Sughd</a> (im Norden des Landes, Anm. d. Ü.) dazu auf, zu jeder Jahreszeit Wasser und Strom zu sparen, auch in den Sommermonaten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Staatsoberhaupt erinnerte daran, dass <em>„aufgrund nicht vorhersagbarer Faktoren, insbesondere des beispiellosen Klimawandels und seiner ungünstigen Folgen wie Dürre und Wassermangel, sowie wegen der steigenden Lebensmittelpreise es immer schwieriger sein wird, die Bevölkerung ausreichend zu versorgen“</em>.</p>



<div class="flex flex-col md:flex-row justify-evenly items-center bg-yellow-100 my-20 p-10 space-y-10 subscribe">
	<div class="container flex flex-col lg:flex-row justify-between">
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-3/5 pb-4">
			<h2 class="text-3xl text-secondary font-bold mb-4 text-[#749D02]">
								Unterstützt Novastan &#8211; das europäische Zentralasien-Magazin 
			</h2>
				Als vereinsgetragene, unabhängige Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#8211; und von eurer Unterstützung! 
						</div>
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-2/5 justify-items-center justify-center pb-4">
			<div class="rounded-md bg-accent-500 px-10 py-5 text-center w-72 mx-auto">
											<a class="block rounded bg-white p-2 mt-4 font-bold" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Novastan unterstützen</a>
							</div>
		</div>
	</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Seit Mitte des Winters befindet sich Tadschikistan fortlaufend in einer tiefen Energiekrise, die durch die sinkende Wassermenge im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nurek-Staudamm">Nurek-Stausee</a> verursacht wird. Unter diesen Bedingungen hat ein wirksames Wassermanagement sowohl für Tadschikistan als auch für die flussabwärts gelegenen Länder entscheidende Bedeutung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den letzten Jahren hat das Land eine ehrgeizige Reform des Wassersektors in Angriff genommen, welche unter anderem das Programm zur Neustrukturierung der Wasserwirtschaft sowie den Wasserkodex einschließt. Tadschikistan konzentriert sich auf den Erhalt der Gletscher und eine effiziente Wasserbewirtschaftung. In der Landwirtschaft wird der Übergang zu wassersparenden Technologien wie der Tröpfchenbewässerung gefördert.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kasachstan: Schwerpunkt auf der Abwasserwiederverwendung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kasachstan hat ein Konzept für die Entwicklung eines Systems zum Wasserressourcenmanagement verabschiedet. Derzeit werden 13 Prozent der bewässerten Flächen mit wassersparenden Technologien bewirtschaftet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Land hat sich das Ziel gesetzt, auf dürreresistente Nutzpflanzen umzustellen sowie die Einführung wasserschonender Technologien auszuweiten. Es werden Maßnahmen ergriffen, um Schmelz- und Regenwasser in Staubecken zu sammeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/kasachstan-will-seine-wasserabhaengigkeit-von-anderen-laendern-um-25-prozent-verringern/"><strong>Kasachstan will seine Wasserabhängigkeit von anderen Ländern um 25 Prozent verringern</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Wasserversorgung industrieller Unternehmen wird die Verwendung gereinigter Abwässer angeordnet. Innerhalb von sechs Jahren sollen 50 Prozent des industriellen Wasserverbrauchs in die Wiederverwendung überführt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Berechnungen von Experten könnte das der Republik bis zu neun Milliarden Kubikmeter Wasser im Jahr bescheren, die zusätzlich zur Verfügung stünden. Das ist etwas mehr als die Hälfte des Wassers, welches Kasachstan für die Bewässerung der Felder pro Saison verbraucht.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Usbekistan: Notstandsregelung zum Wassersparen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Usbekistans Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shavkat_Mirziyoyev">Shavkat Mirziyoyev</a> merkte auf einem Treffen an, dass im Land 90 Prozent der vorhandenen Wasserressourcen für die Landwirtschaft verwendet werden. So werden beispielsweise für ein Baumwollfeld von einem Hektar pro Jahr 10.000-11.000 Kubikmeter Wasser verbraucht, in Ländern mit ähnlichem Klima und Boden dagegen zwei bis dreimal so wenig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er wies darauf hin, dass das Jahr 2024 eine Zeit des Übergangs zu einer Notstandsregelung zur Wassereinsparung sein wird. Nach Berechnungen usbekischer Experten gehen in Bewässerungskanälen ohne zusätzliche Schalung im Durchschnitt jährlich 14 Milliarden Kubikmeter oder 36 Prozent des Wassers ohne irgendeinen ökonomischen Nutzen verloren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/was-wissen-jugendliche-in-usbekistan-ueber-die-wasserknappheit/"><strong>Was wissen Jugendliche in Usbekistan über die Wasserknappheit?</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Zusammenhang wurde im Wassersektor das <em>„schlagkräftige Jahr der Betonierung der Kanäle“</em> ausgerufen. Weitere Aufgaben umfassen die Einführung wassersparender Technologien sowie die Senkung der Ausgaben für die Wasserversorgung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die usbekische Regierung plant die Modernisierung der Pumpstationen und die Übergabe ihrer Verwaltung in private Hände. Außerdem schlägt Usbekistan die Erarbeitung eines Programms zur Nutzung wiederaufbereiteten Regenwassers für den Fall vor, dass Wasserknappheit im Land herrscht. Es wird geschätzt, dass eine Person durch die Nutzung von Regenwasser durchschnittlich allein 71 Liter Trinkwasser am Tag einsparen kann.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kirgistan: Kambarata geht in den Bewässerungsmodus über</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Kirgistan arbeitet angesichts der zunehmenden Verknappung der Wasserressourcen an der Einführung wasserschonender Technologien in der Landwirtschaft und anderen Wirtschaftszweigen. Die Regierung des Landes hat die Betonierung, die Reparatur sowie die Säuberung der Wasseranlagen in die Hand genommen. Viel Arbeit wird auch in den Austausch der Pumpmaschinen gesteckt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem Ziel, die Probleme der Engpässe bei der Bewässerung zu lösen, werden 2024 mehrere Staubecken gebaut. Der Bau des Wasserkraftwerks <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-kann-das-kambarata-projekt-die-energieprobleme-loesen/">Kambarata HPP-1</a> ermöglicht die Überführung des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Toktogul-Talsperre">Toktogul-Reservoirs</a> vom Energie- in den Bewässerungsmodus und damit in den Speicherbetrieb.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Turkmenistan: Vorreiter bei der Einführung neuer Technologien</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In der sozioökonomischen Strategie Turkmenistans wird der rationellen Nutzung der Wasserressourcen als Faktor für die Entwicklung des agroindustriellen Komplexes, des Umweltschutzes sowie der Verbesserung der Lebensbedingungen der Bevölkerung besondere Bedeutung beigemessen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Land <a href="https://www.turkmenistan.gov.tm/index.php/ru/post/67209/racionalnoe-vodopolzovanie-prioritet-gosudarstvennoj-politiki-turkmenistana">setzt auf</a> die neuesten Technologien und originelle technische Lösungen und verfolgt einen Kurs zu einer Erhöhung der Effizienz der Wassernutzung sowie zum sparsamen Umgang mit der wertvollsten Ressource unseres Lebens. In Turkmenistan lag der Anteil des sicher gereinigten Abwassers im Jahr 2023 laut Statistik bei mehr als 50 Prozent. Technologien zur optimalen Nutzung der Süßwasserressourcen werden gefördert.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Afghanistan: Der Kuschtepa-Kanal – die Hoffnung der Grundbesitzer</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Vertreter Afghanistans erklärten zu den Bedenken der Nachbarländer hinsichtlich der Amudarja-Gewässer und des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kusch-Tepa-Kanal">Kuschtepa-Kanals</a>, dass die Forderungen vertretbar wären, würden vertragliche Verpflichtungen verletzt. Jedoch sei Afghanistan in diesem Falle keinerlei Verpflichtungen eingegangen, es gebe keinen Vertrag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daher tut Afghanistan, was es für notwendig hält: es setzt den Bau des Kuschtepa-Kanals mit einer Länge von 285 Kilometer fort. Der afghanische Ingenieur und Wasserexperte Nadschibula Sadid ist der Meinung, dass <em>„Afghanistan ein absolutes Recht zur Nutzung des Wassers des Amudarja hat, da den Taliban 27 bis 30 Prozent des Wassers dieses Flusses gehören.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/one-water-summit-internationale-antwort-mit-ungewisser-wirksamkeit/"><strong>One Water Summit: Internationale Antwort mit ungewisser Wirksamkeit</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Unterdessen fordern Presseberichten zufolge die Landbesitzer Afghanistans von den Behörden eine schnellere Schaffung eines Systems zur Bewässerung der landwirtschaftlichen Kulturen sowie die Lösung der Probleme des Wassermangels.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Afghanistan, eines der Länder des Amudarja-Beckens, bleibt so weiterhin außerhalb des Wasserzusammenschlusses und denkt bisher nicht an eine Einsparung der Wasservorräte oder die Einführung fortschrittlicher Technologien zu ihrer Erhaltung. Dies ist eine zusätzliche Belastung für den sich verschärfenden Mangel an Wasser zur Bewässerung in dieser Region.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eurasische Entwicklungsbank (EDB): Fünf Milliarden Kubikmeter Wasser einsparen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Eurasische Entwicklungsbank (EDB): Fünf Milliarden Kubikmeter Wasser einsparen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben von EDB-Experten steigen die Temperaturen in der Region schneller als auf dem Rest der Erde. Die Gletscher sind innerhalb von 50 Jahren um 30 Prozent geschmolzen: <em>„Der größte Teil des Wassers geht in die Bewässerung. Bewässerte Flächen machen 66 Prozent des landwirtschaftlichen BIP Zentralasiens aus.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Verschärft wird die Situation durch die marode Infrastruktur, deren Durchschnittsalter bei 50 Jahren liegt, sowie durch Verluste in Höhe von 40 Prozent bei der Filtration von Salz aus dem Wasser. Hinzu kommt ein Rückgang der Zuflussmenge des Amudarja aus Afghanistan, wo neue hydrotechnische Projekte gebaut werden. Zur Vermeidung von Defiziten müssten laut EDB jährlich fünf Milliarden Kubikmeter Wasser eingespart werden. So würden sich die Verluste bis 2030 um 30 Prozent verringern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Lösung der drängenden Probleme schlägt die EDB den Ländern der Region Maßnahmen vor, wie die Einrichtung eines Internationalen Wasser- und Energierates, den Ausbau der Zusammenarbeit zwischen den Entwicklungsbanken, die Einführung digitaler Technologien zur Wassermessung und moderner Landplanungs-Technologien per Laser, die Stärkung der Zusammenarbeit mit Afghanistan und die Schaffung eines Produktionsclusters moderner Bewässerungsanlagen anstatt sie zu importieren.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Sajfuddin Karajew für Asia-Plus</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://asiaplustj.info/ru/news/centralasia/20240423/kak-v-usloviyah-nehvatki-vodi-strani-tsentralnoi-azii-ekonomyat-vodnie-resursi"><strong>Russischen</strong></a><strong> von Dörte Drangmeister</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/wie-haushalten-die-zentralasiatischen-laender-mit-ihren-wasserressourcen/">Wie haushalten die zentralasiatischen Länder mit ihren Wasserressourcen?</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/wie-haushalten-die-zentralasiatischen-laender-mit-ihren-wasserressourcen/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der Aralsee heute: Nur „kleinere Pfützen“ – Ein Interview mit dem Ökologen Yusup Kamalov</title>
		<link>https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/der-aralsee-heute-nur-kleinere-pfuetzen-ein-interview-mit-dem-oekologen-yusup-kamalov/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/der-aralsee-heute-nur-kleinere-pfuetzen-ein-interview-mit-dem-oekologen-yusup-kamalov/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hook.report]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Oct 2024 06:18:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Amudarja]]></category>
		<category><![CDATA[Aralsee]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Karakalpakstan]]></category>
		<category><![CDATA[Salz]]></category>
		<category><![CDATA[Turgai]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Wasser]]></category>
		<category><![CDATA[Yusup Kamalov]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=40402</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Umweltwissenschaftler Yusup Kamalov widmet bereits seit drei&#xDF;ig Jahren sein Leben der Rettung des Aralsees. Neben der &#xD6;kologie forscht Yusup Kamalov auch zur Aerodynamik und entwirft H&#xE4;ngegleiter, mit denen er die Flugweise von V&#xF6;geln nachahmen will. Das Magazin Hook sprach mit dem karakalpakischen Ingenieur &#xFC;ber sein Aufwachsen in einer Familie, die als &#x201E;Volksfeind&#x201C; galt und [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/der-aralsee-heute-nur-kleinere-pfuetzen-ein-interview-mit-dem-oekologen-yusup-kamalov/">Der Aralsee heute: Nur „kleinere Pfützen“ – Ein Interview mit dem Ökologen Yusup Kamalov</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Umweltwissenschaftler Yusup Kamalov widmet bereits seit dreißig Jahren sein Leben der Rettung des Aralsees. Neben der Ökologie forscht Yusup Kamalov auch zur Aerodynamik und entwirft Hängegleiter, mit denen er die Flugweise von Vögeln nachahmen will. Das Magazin Hook sprach mit dem karakalpakischen Ingenieur über sein Aufwachsen in einer Familie, die als „Volksfeind“ galt und sein Engagement zur Rettung des Aralsees.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Ich wurde noch zur Zeit Stalins geboren und vermute, dass man mich nicht grundlos Yusup nannte, sondern dass dies zu Ehren </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Stalin#:~:text=M%C3%A4rz%201953%20in%20Kunzewo%20bei%20Moskau,%20Sowjetunion,%20heute%20Russische%20F%C3%B6deration)#:~:text=M%C3%A4rz%201953%20in%20Kunzewo%20bei%20Moskau,%20Sowjetunion,%20heute%20Russische%20F%C3%B6deration)"><em>Iosif Wissarionowitsch Stalins</em></a><em> geschah. Ich habe einen ganz gewöhnlichen Lebenslauf: Schulzeit, und danach ein Studium am </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Moskauer_Energetisches_Institut"><em>Moskauer Energetischen Institut</em></a><em>. Nach dem Studienabschluss war ich Energietechniker und wurde zur Arbeit in das Kesselwerk des Wärmekraftwerks in </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Taxiatosh"><em>Taxiatosh</em></a><em> entsand.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Aufgrund des Zustandes des Aralsees regte mein Vater einen Wechsel zur Ökologie an. Er war Archäologe und Historiker und leitete circa 37 Jahre lang das Historische Institut. Nach dem Abgang von Marat Nurmuxamedov</em> (Anm. d. Red.: Karakalpakischer Wissenschaftler, erstes karakalpakisches Mitglied der Akademie der Wissenschaften der Usbekischen Sozialistischen Sowjetrepublik) <em>hat mein Vater quasi die Leitung der Akademie übernommen. Mein Vater hat sich ganz dem Schutz des Aralsees verschrieben und hat versucht, so viele wie möglich zum Studium nach Moskau zu entsenden, seien es Mathematiker:innen, Ökolog:innen oder andere Fachrichtungen. So entstand eine ganze Schar von Anhänger:innen.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/panorama/die-touristischen-perlen-karakalpakstans/"><strong>Die touristischen Perlen Karakalpakstans</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Nach der Eröffnung eines Rechenzentrums in Moskau eröffnete die Karakalpakische Akademie der Wissenschaften 1977 ebenfalls eins. Trotz seiner seltsamen Bezeichnung hat sich das Zentrum einer ganzen Reihe spannender Probleme angenommen, darunter auch der Ökologie. Ich war Praktikant und Doktorand am Rechenzentrum der Akademie der Wissenschaften der UdSSR in Moskau am Laboratorium für mathematische Ökologie. Später wechselte ich in die Abteilung für Wasserprobleme, wo wir mathematische Modelle für das Wassermanagement berechneten. Ich schloss meine Dissertation ab, aber durch verschiedene Interessen habe ich sie nie verteidigt. Mein Vater war darüber natürlich sehr verärgert und besonders seine Kolleg:innen machten sich darüber lustig. Er habe mich zu demokratisch und freiheitlich erzogen, ein anderer Mann wäre auf mich losgegangen.</em></p>



<div class="flex flex-col md:flex-row justify-evenly items-center bg-yellow-100 my-20 p-10 space-y-10 subscribe">
	<div class="container flex flex-col lg:flex-row justify-between">
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-3/5 pb-4">
			<h2 class="text-3xl text-secondary font-bold mb-4 text-[#749D02]">
								Unterstützt Novastan &#8211; das europäische Zentralasien-Magazin 
			</h2>
				Als vereinsgetragene, unabhängige Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#8211; und von eurer Unterstützung! 
						</div>
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-2/5 justify-items-center justify-center pb-4">
			<div class="rounded-md bg-accent-500 px-10 py-5 text-center w-72 mx-auto">
											<a class="block rounded bg-white p-2 mt-4 font-bold" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Novastan unterstützen</a>
							</div>
		</div>
	</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wenn Wissenschaftler:innen ihre Dissertation verteidigen, folgt danach oft eine wissenschaftliche Karriere – sie bekommen Leitungsaufgaben. Aber mir gefällt mein Zustand, ich fühle mich viel freier. Mein Vorgesetzter sagt immer: „Wozu soll man Direktor:in oder Chef:in sein, wenn man kreativ sein kann?“. Ich begann die Flugweise der Vögel zu beobachten, baute zwei Hängegleiter und sprang damit unzählige Male vom </em>Shylpyk<em>. Mein letzter Sprung war im Januar 2016, um die Mechanismen nachzuempfinden, die nach meiner Vorstellung einen Vogel zum Fliegen bringen.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Aufwachsen in einer Familie von „Volksfeinden“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Mein Großvater mütterlicherseits hieß Jali Maxsym</em> (Abdijalil Ismetullaev<em>). Er wurde in einer reichen Familie geboren und unterstütze zunächst die sowjetischen Machthabenden. Später traten er und seine Brüder jedoch gegen die Zwangskollektivierung ein. Dafür wurden seine beiden Brüder vor seinen Augen erschossen und Jali Maxsym wurde nach </em><a href="https://de.wiki7.org/wiki/%D0%A7%D0%B8%D0%BC%D0%B1%D0%B0%D0%B9_(%D0%B3%D0%BE%D1%80%D0%BE%D0%B4)#:~:text=Sh%C4%B1mbay,%20Shymbay)%20ist%20eine%20Stadt%20(seit%201926)%20in%20Karakalpakstan%20("><em>Shymbay</em></a><em> verbannt. Freund:innen von Jali Maxysm, die sich ebenfalls gegen die sowjetischen Machthabenden gestellt hatten und nach Turkmenistan emigriert waren, erfuhren von seiner Verhaftung und fuhren nach Shymbay, um ihn zu befreien. Sie erklärten ihn zum letzten gewählten Khan der Karakalpaken. Für einige Zeit kämpfte mein Großvater als </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Basmatschi"><em>Basmatschi</em></a><em> gegen die Kommunisten, doch schließlich wurde er verraten und ausgeliefert. Jali Maxsym wurde zusammen mit seinem 14-jährigen Sohn erschossen und bis heute ist unbekannt, wo sie begraben wurden. Über meinen Großvater begann man erst nach der Unabhängigkeit offen zu schreiben und inzwischen sind Informationen über die </em><a href="https://www.hrono.ru/sobyt/1900war/1929kaza.php"><em>Aufstände in Shymbay und Taxtakupyr</em></a><em>, bei denen er eine wichtige Rolle spielte, offen zugänglich.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Meine Mutter wurde von ihrem Großvater adoptiert und änderte ihren Nachnamen in Esemuratova. Sie wurde Journalistin und erinnerte sich oft daran, wie sie fast jeden Abend für Befragungen zum KGB musste. Dadurch, dass sie als „Tochter eines Volksfeindes“ abgestempelt wurde, wurden meine Mutter und meine Oma direkt nach meiner Geburt aus ihrer Wohnung geworfen. Zudem haben Krankheiten und ein Unfall ihr Leben geprägt. Trotz allem ist sie nach wie vor am Leben und inzwischen 94 Jahre alt. Sie ist eine starke Frau, sowas gibt es heute gar nicht mehr.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Vereinigung zum Schutz des Aral und Amudarja</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Auf Initiative des bekannten Schriftstellers Orazbay Abdraxmanov gründete eine Gruppe von Intellektuellen am 6. Dezember 1989 die NGO „Vereinigung zum Schutz des Aral und des </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Amudarja"><em>Amudarja</em></a><em>“. Ich trat damals der Organisation durch meinen Vater bei. Anfang der 1990er begannen wir gerade erst mit unseren Aktivitäten und zu unseren Versammlungen kamen um die 300 Personen.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wir hatten damals Freund:innen in Amerika, die quasi unsere Repräsentanz in den USA herstellten und ausbauten. Deshalb haben wir uns 1991 offiziell als internationale Organisation registriert. Anfang der 1990er lebten wir vergleichsweise frei und waren gut aufgestellt. Einschränkungen waren nicht zu spüren. Dies blieb jedoch nicht lange so. Das Lebensniveau sank und viele emigrierten. 1994 verließ der Vorsitzende der NGO aus persönlichen Gründen seinen Posten und ich übernahm.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>In den 2000ern, nach der </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rosenrevolution"><em>Revolution in Georgien</em></a><em> und einer instabilen Weltlage, begannen in Usbekistan Repressionen gegen internationale Organisationen. Die Beschuldigungen waren gegenüber allen dieselben: Verspätungen bei der Einreichung von Berichten an das Justizministerium. Aufgrund dieser Beschuldigungen mussten viele NGOs ihre Arbeit aufgeben, aber dank internationaler Unterstützung und unserer Stellung konnten wir unsere Unschuld in allen fünf Anklagepunkten vor Gericht beweisen. Trotzdem verloren wir den Status als internationale Organisation und wurden gewissermaßen zu einer örtlichen NGO „degradiert“. Aber das hindert uns nicht daran, uns weiter mit den Problemen des Aralsees zu befassen.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/der-aralsee-bricht-alle-rekorde-aber-er-lebt-weiter-geo-forscher-im-experten-interview/"><strong>„Der Aralsee bricht alle Rekorde – aber er lebt weiter!“</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wir bekommen oft Kritik von oben: wir wurden beschuldigt, Wasserressourcen kommerzialisieren zu wollen und dafür kritisiert, dass wir einen Marketing-Ansatz verfolgen. Sogar unsere Kolleg:innen aus </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Almaty#:~:text=Almaty%20(kasachisch%20und%20russisch%20%D0%90%D0%BB%D0%BC%D0%B0%D1%82%D1%8B,%20bis%201993%20Alma-Ata)%20ist%20mit"><em>Almaty</em></a><em> haben mich für diese Idee verurteilt. Leider ist bei uns nach wie vor die sowjetische Denkweise vorherrschend und der Wirtschaft gelingt nicht der Schritt weg von den Sowjetzeiten. Unsere Bevölkerung ist es gewohnt zu kritisieren und beispielsweise Angst vor den USA oder der NATO zu haben. Das ist nur ein Stereotyp, dass alles Neue schlecht sei und alles Sowjetische gut. Aber die Mehrheit der Menschen kann man nicht davon abbringen und wir sind in der Minderheit.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Rettung des Aralsees als Ziel</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>1994 erarbeiteten wir ein Konzept mit neuen Methoden im Umgang mit Wasserressourcen, um nicht nur auf eine Erholung des Aralsees hinzuwirken, sondern auch für eine gerechte Verteilung des Wassers zu sorgen. Wir schickten unser Vorhaben an Vertreter:innen der fünf zentralasiatischen Länder, die sich zu einem </em><a href="https://ecifas.kz/en/"><em>internationalen Fond zur Rettung</em></a><em> des Aralsees zusammengeschlossen hatten. Eine Antwort erhielten wir lediglich von einem Berater des Präsidenten Kirgistans, allerdings eine ablehnende.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Unser Konzept sah vor, die Verwaltung des Amudarja Flusses in neutrale Hände zu geben, aber die Regierungen entschieden, dass eine solche Übergabe die Neutralität der Staaten verletzen würde. Die Vereinigung organisierte außerdem Vorträge, veröffentlichte und nahm an Konferenzen teil. Dadurch, dass das Leben schwerer geworden war, gingen jedoch einige und unser Team schrumpfte auf fünf oder sechs Leute. Viele sind inzwischen auch schon gestorben.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/fuenf-oekologische-probleme-zentralasiens/"><strong>Fünf ökologische Probleme Zentralasiens</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Heute ist der Aralsee praktisch verschwunden. Die Fläche des Aralsees beträgt zusammen mit den kasachstanischen und westlichen Teilen weniger als sieben Prozent der ursprünglichen Wasserfläche. Es macht keinen Sinn zu sagen, dass der Aralsee noch existiert. Das sind einfach nur einige Pfützen.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Das westliche Ufer weicht jedes Jahr um 100 Meter zurück. Wenn man vor circa zehn Jahren auf dem </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ustjurt-Plateau"><em>Ustjurt-Plateau</em></a><em> stand und in Richtung des Aralsees schaute, dann konnte man das südliche und östliche Ufer von dort nicht sehen. Inzwischen sind beide Ufer erkennbar. Im westlichen Teil ist der See vielleicht noch 15 Meter tief. Früher lag der tiefste Punkt bei mehr als 60 Metern. Im Vergleich etwa zum Baikalsee war der Aralsee schon immer eher flach. Der Baikalsee ist stellenweise mehr als zwei Kilometer tief. Der Aralsee glich einer Pfütze auf heißem Asphalt. Und wenn man dann aus einer Pfütze trinkt, vertrocknet sie innerhalb einer Stunde.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Manche Journalist:innen berichten davon, dass der Aralsee sich erhole, aber davon kann keine Rede sein. Ja, der </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Syrdarja"><em>Fluss Syrdarja</em></a><em> speist von Kasachstan aus nach wie vor den Aralsee mit Wasser, aber er ist nur halb so groß wie der Amudarja-Fluss. Die 100 Kubikkilometer Wasser, die den Aralsee jedes Jahr erreichen, verdunsten und so bleibt kein Wasser übrig, dass den See wieder auffüllt. Inzwischen ist es schon gut, wenn auch nur fünf Kubikkilometer im Aralsee bleiben würden.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein „Schiffsfriedhof“ als Denkmal</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Das, was inzwischen als „Schiffsfriedhof“ bekannt ist, ist eigentlich nur eine Ansammlung unterschiedlicher Schiffe: Boote, Lastkähne und Schlepper, die 2010 aus Anlass des Besuchs des damaligen UN-Generalsekretärs </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ban_Ki-moon#:~:text=Ban%20Ki-moon%20ist%20ein%20s%C3%BCdkoreanischer%20Diplomat%20und%20Politiker.%20Er%20war#:~:text=Ban%20Ki-moon%20ist%20ein%20s%C3%BCdkoreanischer%20Diplomat%20und%20Politiker.%20Er%20war"><em>Ban Ki-moon</em></a><em> hergebracht wurden. All diese Boote wurden ausgegraben, hierhergebracht und inszeniert. Viele denken, dass der „Schiffsfriedhof“ früher ein Hafen gewesen sei. Tatsächlich konnte sich dort aber kein Hafen befinden – der See war zu seicht. Der Hafen war bei </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mo%CA%BBynoq"><em>Mo’ynoq</em></a><em>, neben der Fischfabrik. Die Schiffe liefen den Hafen an, indem sie die Halbinsel Mo’ynoq von Osten und Westen her umrundeten, da das Gewässer dort tiefer war. Die Schiffe fuhren nicht in der Nähe des heutigen Aral-Schiffs-Denkmals vorbei.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Hoffnung auf eine Rückkehr des Aralsees?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Theoretisch ist eine Rückkehr des Aralsees möglich. Wenn man die Wasserverluste begrenzen kann, könnte ein Teil des Aralsees zurückkehren. Nicht auf das frühere Niveau, aber zumindest um den Boden zu befeuchten und die Seen im Delta wieder zu füllen. Das Delta sollte regeneriert werden, denn dort leben Menschen. Wenn wir Wasser sparen, dann hätten wir solche Möglichkeiten.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wir müssen an mehreren Fronten handeln. Die Kolleg:innen aus Kasachstan haben mich dabei unterstützt. Die Wälder müssen aufgeforstet werden, das ist die Hauptsache. Außerdem sollte eine Baumwollsorte genutzt werden, die weniger Wasser verbraucht. Die Akademie und ich könnten alle möglichen benötigten Kontakte herstellen, wir könnten dabei helfen, die Produktion der notwendigen Mittel in die Wege zu leiten. Schauen Sie sich die Arabischen Emirate an, dort ist die </em><a href="https://www.sueddeutsche.de/wissen/meerwasserentsalzung-wie-dubai-dem-meer-trinkwasser-abringt-1.3630919"><em>Entsalzung von Meerwasser</em></a><em> eine große Einnahmequelle. Warum schlagen wir nicht diesen Weg ein?</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Großes Problem mit Versickerung von Wasser</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Die Versickerung von Wasser, steigendes Grundwasser und Bodenversalzung sind ein Teufelskreis, den wir durchbrechen müssen. Eine Möglichkeit ist das Ausbetonieren der Flussbetten, was schon in der Sowjetunion ein Thema war, jedoch nicht umgesetzt wurde. Ende 2023 gab Präsident Mirziyoyev den Erlass heraus, wonach Kanäle auf 1500 Kilometern Länge ausbetoniert werden sollen, um dem Versickern von Wasser entgegenzuwirken. Das Wasser versickert im Boden noch bevor es die Felder erreicht – aktuell verschwinden 37 Prozent nur durch diese Kanäle. Und von den Kanälen haben wir hier Tausende, auf einer Strecke von Tausenden von Kilometern in ganz Usbekistan. Stellen Sie sich vor, wie viel Wasser wir verlieren! Dieselbe Situation besteht auch bei denjenigen Wasserreservoirs, die nicht durch Beton oder Schutzfolie umgeben sind. Dadurch verlieren wir jährlich rund 40 Prozent des Wassers. Am meisten geht jedoch durch Verdunstung verloren.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wie bewässern wir die Felder? Wir verwenden Bewässerungsgräben</em> (Anm. d. Red.: In Zentralasien auch „<a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Aryk">Aryk</a>“ genannt.) <em>und Saatbeete. Wir begießen die Felder einfach mit Wasser. Und dazu werden die Felder noch zwei Mal im Jahr vom Salz gereinigt. So werden mehr als 90 Prozent unseres Wassers zum Bewässern oder Böden reinigen verwendet, bzw. es verdunstet oder versickert.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Stellen Sie sich mal vor, wenn wir es schaffen würden, auch nur die Hälfte dieser Verluste zu verhindern. Was wäre dann? Dann würde der Aralsee sich wieder füllen. Nicht sofort natürlich, aber uns geht es auch nicht nur um den Aralsee, sondern auch darum, das Delta des Amudarja wiederzubeleben, wo alle Wälder und Seen verschwunden sind.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Frühere Zuflüsse des Aralsees</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Vor etwa 300 Jahren mündete noch ein dritter Fluss in den Aralsee – der </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Turgai_(Fluss)"><em>Turgai</em></a><em>. Den Turgai gibt es nach wie vor, er fließt auf dem Territorium des heutigen Kasachstan. Aber vor 200 Jahren kam der Fluss etwa 100 Kilometer vom Aralsee entfernt zum Stillstand. Warum? Weil begonnen wurde, die Wälder entlang des Flusses abzuholzen. Und der Wald und der Fluss, das ist eine Symbiose, sie helfen sich gegenseitig. Je mehr Wälder entlang eines Flusses wachsen, desto mehr Wasser führt der Fluss. Und umgekehrt, je mehr Wasser im Fluss, desto besser wachsen die Wälder. Überschwemmungen halten die Wurzeln der Bäume feucht. Genauso verhielt es sich mit dem Auwald des Amudarja, aber die Wälder wurden abgeholzt und damit nahm die Wassermenge des Flusses natürlich ab.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Mit dem Fluss </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Serafschan"><em>Serafschan</em></a><em> ist es eine ähnliche Situation. In der Provinz Buxoro in der </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kysylkum"><em>Wüste Qizilqum </em></a><em>versickert der Fluss, während er früher einer der großen wasserreichen Zuflüsse des Amudarja war. Und insbesondere in den Bergen und Wüsten brauchen die Menschen den Wald. Aber anstatt die Wälder aufzuforsten, werden 250 Millionen Bäume in den Städten gepflanzt.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Was muss getan werden?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Man muss den Grund des Aralsees zumindest ein bisschen befeuchten, anstatt Geld für die Anpflanzung von </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Saxaul"><em>Saxaul</em></a><em>-Sträuchern</em><em> auszugeben. Denn Saxaul wächst leider nur einzeln. Der nächste Busch sollte in 5-10-50-100 Metern Entfernung wachsen (Anm. d. Red.: abhängig von den Umweltfaktoren). Lediglich Saxaul anzupflanzen führt dazu, dass sich der Staub verbreitet. Zwar hält der Saxaul Sand zurück, aber keinen Staub oder Salz. 2018 hielt ich einen Vortrag in einem Hotel. Alle Fenster waren verhängt, die Türen geschlossen, und trotzdem war der Tisch mit Staub und Salz bedeckt, weil der Staub so feinkörnig ist. Und wie sieht es auf dem Ustjurt-Plateau aus? Dort breitet sich das Gras aus, wodurch der Staub nicht vom Wind verweht werden kann.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/usbekistan-kampf-gegen-sandstuerme/"><strong>Usbekistan: Kampf gegen Sandstürme</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wenn man den Staub vermeiden möchte, dann muss der Grund des Aralsees befeuchtet werden. Asphaltieren des Bodens ist nutzlos. Stattdessen könnten mit ein wenig Feuchtigkeit ohne Aussaat Saxaul und Gräser wachsen. Wenn Sie Surgil passieren, dann sind links davon Felder, auf denen üppige Gebüsche wachsen. Warum? Weil der Sudoche-See vor acht Jahren über die Ufer getreten ist und das Wasser einen Teil des Aralsees bei Surgil überschwemmt hat. Obwohl also in acht Jahren nur einmal die Fläche bewässert wurde, wachsen dort Sträucher und andere Pflanzen.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Es gibt ein ganz einfaches Mittel, die Luftfeuchtigkeit in den Städten zu erhöhen: man muss Laubbäume pflanzen, aber wir haben überall Nadelgehölz. Sie haben eine 10-Mal kleinere Oberfläche als Laubbäume. Auf den Laubbäumen setzt sich der Staub ab, aber auf den Nadelbäumen kann das nicht im selben Umfang geschehen.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Wasserfrage mit den Nachbarstaaten Afghanistan und Kirgistan</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">(Anm. d. Red.: Seit 2022 wird im Norden Afghanistans der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kusch-Tepa-Kanal">Qoʻshtepa kanali</a> gebaut. Das Wasser für ihn soll aus dem Amudarja abgezweigt werden.)<em> Das Beschämendste am Bau des </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kusch-Tepa-Kanal"><em>Kanals</em></a><em> ist, dass die Pläne schon vor 50 Jahren bekannt waren. Damals vereinbarten Afghanistan und die Sowjetunion, jährlich 10 Kubikkilometer aus dem Amudarja zu entnehmen. Und jetzt geben alle vor, zum ersten Mal davon zu hören. In den 50 Jahren hätte man sich vorbereiten können, aber alle dachten, dass das Problem sich von selbst lösen würde. Und jetzt müssen spontan Maßnahmen ergriffen werden.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Ich habe eine Ahnung, warum die Situation im Land so ist wie sie ist. Wenn man zum Beispiel in die Verwaltung geht, dann sitzen dort zwei Menschen, die sagen, dass sie nicht einmal Zeit zum Nachdenken hätten. Sie sind ständig beschäftigt. In den Niederlanden ist es zum Beispiel anders, dort wird 25 Jahre im Voraus gedacht. Ich gehe davon aus, dass die Entscheidungsträger:innen nicht voraus denken. Sie denken vielleicht an die nächsten zwei Stunden, aber nicht an unsere Zukunft.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/die-funf-wichtigsten-wasserkonflikte-in-zentralasien/"><strong>Die fünf wichtigsten Wasserkonflikte in Zentralasien</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>In Kirgistan wird oft die Frage diskutiert, ob flussabwärts gelegene Staaten für Wasser zahlen sollten. Ich bin dafür. Denn wenn man nicht zahlt, dann spart man nie. In dem Fall sollte Kirgistan aber für Qualität, Wassermenge, Pünktlichkeit und Absicherung zuständig sein. Einige werden sagen: „Wieso das denn? Das ist doch eine lebenswichtige Ressource, warum sollte ich dafür zahlen?“. Dann sollen sie eben nur für das Wasser zahlen, das ihnen Gewinn einbringt. Wenn sie etwa Baumwolle anpflanzen oder etwas bauen, dann zahlen sie für das Wasser. Und wenn es um Wasser für Hygiene, Trinkwasser, Artenvielfalt und Ökologie geht, dann sollte es kostenlos sein. Es ist nicht unsere Schuld, dass wir seit Jahrhunderten flussabwärts leben.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Nachwort</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Werden wir unser ganzes Leben lang ein Agrarstaat sein? Werden wir Baumwolle und Reis anbauen? Das ist lächerlich. Kleinere Staaten wie etwa Singapur und Israel haben in dieser Zeit schon so viel mehr erreicht. Und wir, mit unserer Korruption, bleiben zurück. Wir versuchen aufzuholen, aber wohin? Wenn wir aufholen wollen, müssen wir ihren Weg gehen. Wie schon Suchow sagte: „Ich kann nicht mein ganzes Leben durch diese Wüste gehen.“</em> (Anm. d. Red.: Dabei handelt es sich um ein Zitat des Charakters Suchow aus dem sowjetischen Film-Klassiker „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wei%C3%9Fe_Sonne_der_W%C3%BCste">Weiße Sonne der Wüste</a>“.)</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Feride Maxsetova, Yana Modelova, Azamat Matkarimov und Lena für <a href="https://hook.report/2024/05/yousup-kamalov/">Hook Report</a></strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Russischen von Marie Schliesser</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/der-aralsee-heute-nur-kleinere-pfuetzen-ein-interview-mit-dem-oekologen-yusup-kamalov/">Der Aralsee heute: Nur „kleinere Pfützen“ – Ein Interview mit dem Ökologen Yusup Kamalov</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/der-aralsee-heute-nur-kleinere-pfuetzen-ein-interview-mit-dem-oekologen-yusup-kamalov/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Was wissen Jugendliche in Usbekistan über die Wasserknappheit?</title>
		<link>https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/was-wissen-jugendliche-in-usbekistan-ueber-die-wasserknappheit/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/was-wissen-jugendliche-in-usbekistan-ueber-die-wasserknappheit/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[cabarasia]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Mar 2024 18:38:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>
		<category><![CDATA[Wasser]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserknappheit]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserressourcen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=38744</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Jugend Usbekistans hat noch keinen bewussten und schonenden Umgang mit Wasserressourcen entwickelt &#x2013; zu diesem Schluss kommen Forscher:innen des Zentrums f&#xFC;r Medienforschung und Bildungsentwicklung (Mediadatalab) Usbekistans. Allerdings ist die &#xFC;berwiegende Mehrheit &#x2013; 74,1 Prozent oder drei Viertel der befragten Jugendlichen &#x2013; bereit, die aus ihrer Sicht rationalen Ratschl&#xE4;ge in die Tat umzusetzen. Mediadatalab analysierte [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/was-wissen-jugendliche-in-usbekistan-ueber-die-wasserknappheit/">Was wissen Jugendliche in Usbekistan über die Wasserknappheit?</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Jugend Usbekistans hat noch keinen bewussten und schonenden Umgang mit Wasserressourcen entwickelt – zu diesem Schluss kommen Forscher:innen des Zentrums für Medienforschung und Bildungsentwicklung (Mediadatalab) Usbekistans. Allerdings ist die überwiegende Mehrheit – 74,1 Prozent oder drei Viertel der befragten Jugendlichen – bereit, die aus ihrer Sicht rationalen Ratschläge in die Tat umzusetzen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://mediadata.uz/">Mediadatalab</a> analysierte die Einstellung der usbekischen Jugend zum Thema Wasserkrise. Die Studie „Suv Bormi?“ (aus dem Usbekischen übersetzt: „Haben Sie Wasser?“) ermittelte die Verhaltensmerkmale junger Menschen beim Wassersparen im Alltag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Forscher:innen führten eine soziologische Online-Umfrage unter jungen Menschen im Alter von 15 bis 25 Jahren aus allen Regionen Usbekistans durch. Insgesamt beteiligten sich 1.583 Befragte daran. Ziel war es, Verhaltensmerkmale in Bezug auf den bewussten Umgang mit Wasser, die Umwelt und die Wasserkrise zu ermitteln. Die Autor:innen der Studie versuchten außerdem, das Interesse des Publikums am Thema Wasserressourcen in den Medien und an der Wissensvermittlung zum sorgfältigen Umgang mit dem Wasserverbrauch zu untersuchen.</p>



<div class="flex flex-col md:flex-row justify-evenly items-center bg-yellow-100 my-20 p-10 space-y-10 subscribe">
	<div class="container flex flex-col lg:flex-row justify-between">
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-3/5 pb-4">
			<h2 class="text-3xl text-secondary font-bold mb-4 text-[#749D02]">
								Unterstützt Novastan &#8211; das europäische Zentralasien-Magazin 
			</h2>
				Als vereinsgetragene, unabhängige Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#8211; und von eurer Unterstützung! 
						</div>
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-2/5 justify-items-center justify-center pb-4">
			<div class="rounded-md bg-accent-500 px-10 py-5 text-center w-72 mx-auto">
											<a class="block rounded bg-white p-2 mt-4 font-bold" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Novastan unterstützen</a>
							</div>
		</div>
	</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Aufgrund des Klimawandels in der Welt und in Zentralasien nimmt die Relevanz des betrachteten Themas deutlich zu. <a href="https://rus.ozodlik.org/a/31331928.html">Laut dem Direktor des Instituts für Seismologie</a> der Akademie der Wissenschaften Usbekistans, Vahob Rafikov, verwandeln sich jede Minute neun Quadratmeter des Territoriums Usbekistans in Wüste.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Umwelt- und geoökologische Probleme nehmen täglich zu. Die Grenzen der Wüsten Karnachoʻl, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mirzacho%CA%BBl-Steppe">Mirzachoʻl</a>, Sherobad, Dalvarzin und der Wüsten Karakalpakstans erweitern sich weiter. In den letzten Jahren ist die jüngste Wüste <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aralkum">Aralkum</a> hinzugekommen, die sich an der Stelle des ausgetrockneten Aralsees gebildet hat. Expert:innen zufolge dürfte es bis 2040 nur noch in der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Provinz_Taschkent">Provinz Taschkent</a> und im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ferghanatal">Fergana-Tal</a> fruchtbares Land geben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/der-aralsee-gestern-heute-morgen/">Der Aralsee: gestern, heute, morgen</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz des allgemeinen Verständnisses der Probleme mit den Wasserressourcen, hat dies jedoch keinen Einfluss auf das Verhalten junger Menschen im Umgang mit Wasser im Alltag, schlussfolgern die Forscher:innen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Das Wissen zum Wassersparen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auf die Frage <em>„Kennen Sie einfache Möglichkeiten, zu Hause Wasser zu sparen (beim Waschen, Kochen usw.)?“</em> antworteten fast 60 Prozent der Befragten, dass sie sich der einfachen Möglichkeiten zum Wassersparen zu Hause durchaus bewusst seien. Rechnet man die 31 Prozent hinzu, die durchschnittlich viel darüber wissen, ergibt sich, dass 91 Prozent der Befragten in gewissem Maße schon einmal von einfachen Möglichkeiten zum Wassersparen gehört haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fast die Hälfte aller Befragten spart im Alltag (beim Waschen, Kochen usw.) ständig zu Hause Trinkwasser. Nur 1 Prozent der Befragten hat über dieses Thema nicht nachgedacht oder wusste nichts über Sparmöglichkeiten. Nur 30 Prozent antworteten mit <em>„Ja, weitgehend“</em> und 14 Prozent mit <em>„Ja, mäßig“.</em> Dies deutet darauf hin, dass junge Menschen im Land Fälle von unwirtschaftlichem Wasserverbrauch im Alltag zulassen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wie spart man im Alltag Wasser?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig ist die Mehrheit der Befragten besorgt über die mögliche drohende Trinkwasserknappheit im ganzen Land. 40 Prozent denken so, während 29 Prozent dieses Problem den meisten Regionen Usbekistans zuschreiben und weitere 19 Prozent das Vorhandensein solcher Probleme nur in bestimmten Regionen des Landes sehen. Das heißt, 88 Prozent der jungen Menschen sind davon überzeugt, dass das Problem der Trinkwasserknappheit in Usbekistan durchaus real ist. Diese Befürchtungen dienen als psychologischer Motivator dafür, dass die Jugend Usbekistans bereit ist, Wasser zu sparen, kommen die Forscher:innen zu dem Schluss.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mehrheit der Befragten – 65 Prozent – ist bereit, den Wasserverbrauch zu reduzieren, um Wasser zu sparen und Wasserknappheit zu verhindern, 2 Prozent sind nicht damit einverstanden, den Wasserverbrauch zu reduzieren, weitere 5 Prozent antworteten mit <em>„eher nicht“</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/klimawandel-und-wasserressourcen-in-zentralasien-wachsende-unsicherheit/">Klimawandel und Wasserressourcen in Zentralasien: Wachsende Unsicherheit</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig antwortete die überwältigende Mehrheit auf die Frage „<em>Wie kann man den Wasserverbrauch senken?“</em>: <em>„Beim Geschirrspülen die Wasserhähne nicht ständig offenhalten“</em> – dies wurde von 886 Befragten von 1.583 Personen angegeben. <em>„Die Wassermenge beim Bewässern des Gartenbereichs reduzieren“</em> wird von 746 empfohlen, <em>„Gemüse nicht unter fließendem Wasser schälen“</em> – 517. Jeder Zehnte schlägt vor, <em>„kein Trinkwasser zum Kühlen oder Auftauen von Lebensmitteln zu verwenden“</em>, und 391 glauben, dass sie <em>„bei Hygienemaßnahmen Wasser sparen können“</em>. 90 Befragte antworteten <em>„Ich weiß es nicht.“</em> Dieser und andere ähnliche Indikatoren dieser Studie zeigen, dass Aufklärungsarbeit im Bereich des sparsamen Verhaltens geleistet wird, jetzt aber noch über die Verbesserung ihrer Qualität gesprochen werden muss.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Welche Informationen über Wasser werden in den Medien Usbekistans veröffentlicht?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Autor:innen der Studie kommen zu dem Schluss, dass die Jugend des Landes aus den Medien und anderen Informationsquellen nicht ausreichend über Probleme im Bereich der rationellen Wassernutzung informiert wird. So gaben 60 Prozent der Befragten an, dass <em>„die mediale Berichterstattung über Probleme im Bereich der rationellen Wassernutzung unzureichend ist.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Bereich herrscht im Land ein Mangel an nützlichen Informationen (18,4 Prozent), und 3,8 Prozent der Befragten finden <em>„keine Informationen“</em>. All dies deutet darauf hin, dass die Medien des Landes ihre Informationspolitik weiter verbessern müssen, um die Bedürfnisse und Ansprüche junger Menschen im Bereich Ökologie sowie deren Vielfalt stärker zu berücksichtigen, heißt es in der Studie.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/ueber-die-masse-wie-usbekistan-und-turkmenistan-ihre-wasserressourcen-ueberstrapazieren/">Über die Maße: Wie Usbekistan und Turkmenistan ihre Wasserressourcen überstrapaziere</a></strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/ueber-die-masse-wie-usbekistan-und-turkmenistan-ihre-wasserressourcen-ueberstrapazieren/">n</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die überwältigende Mehrheit – 74,1 Prozent oder drei Viertel der jungen Menschen im Land – ist bereit, die Ratschläge, die sie für sinnvoll halten, in die Praxis umzusetzen. Im Allgemeinen ist es bei der Öffentlichkeitsarbeit wichtig, Informationskanäle zu nutzen, junge Menschen anzusprechen und moderne Technologien und Online-Plattformen zu nutzen, um den tatsächlichen Stand der Wasserverluste auf nationaler Ebene aufzuzeigen“.</em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Dilfuza Mirzahmedova für CABAR</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://cabar.asia/ru/chto-molodezh-uzbekistana-znaet-o-problemah-nehvatki-vody">Russischen</a> von Irina Radu</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/was-wissen-jugendliche-in-usbekistan-ueber-die-wasserknappheit/">Was wissen Jugendliche in Usbekistan über die Wasserknappheit?</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/was-wissen-jugendliche-in-usbekistan-ueber-die-wasserknappheit/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kirgistan: Das Land der Wasserquellen hat keine Trinkwasserversorgung für seine Bevölkerung</title>
		<link>https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-das-land-der-wasserquellen-hat-keine-trinkwasserversorgung-fuer-seine-bevoelkerung/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-das-land-der-wasserquellen-hat-keine-trinkwasserversorgung-fuer-seine-bevoelkerung/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[cabarasia]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Feb 2024 07:08:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Infrastruktur]]></category>
		<category><![CDATA[Korruption]]></category>
		<category><![CDATA[Tasa Suu]]></category>
		<category><![CDATA[Trinkwasser]]></category>
		<category><![CDATA[Wasser]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserversorgung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=38457</guid>

					<description><![CDATA[<p>In Kirgistan sind etwa 65 Prozent der D&#xF6;rfer nicht mit sauberem Trinkwasser in ausreichender Menge versorgt. Die Beh&#xF6;rden wollen das Problem bis 2026 l&#xF6;sen. Dies wird mit Skepsis betrachtet, da es nicht ihr erstes Versprechen ist. Au&#xDF;erdem ist ein Drittel der f&#xFC;r die Umsetzung des Programms erforderlichen finanziellen Mittel noch nicht aufgetrieben worden. Das Dorf [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-das-land-der-wasserquellen-hat-keine-trinkwasserversorgung-fuer-seine-bevoelkerung/">Kirgistan: Das Land der Wasserquellen hat keine Trinkwasserversorgung für seine Bevölkerung</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>In Kirgistan sind etwa 65 Prozent der Dörfer nicht mit sauberem Trinkwasser in ausreichender Menge versorgt. Die Behörden wollen das Problem bis 2026 lösen. Dies wird mit Skepsis betrachtet, da es nicht ihr erstes Versprechen ist. Außerdem ist ein Drittel der für die Umsetzung des Programms erforderlichen finanziellen Mittel noch nicht aufgetrieben worden.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Dorf Ak-Suu in der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gebiet_Batken">Provinz Batken</a> hatte noch nie ein Wasserversorgungssystem. Die rund 10.000 Einwohnenden mussten ihr Wasser aus Flüssen und Gräben holen, um ihren Bedarf zu decken. „Das war mühsam und gefährlich, denn im Frühjahr war das Wasser im Fluss sandig und im Winter wurde es zu Eis“, erinnert sich Machabat Berdikulowa, eine Anwohnerin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da sie nicht auf staatliche Hilfe warten wollte, begann die Bevölkerung von Ak-Suu, das Trinkwasserproblem auf eigene Faust zu lösen. In einem <a href="https://www.in-formality.com/wiki/index.php?title=Ashar_(Kyrgyzstan)">Aschar</a>-Projekt (traditionelle kirgisische Tradition zur gemeinsamen Lösung eines Problems – Anm. d. Red.) bauten sie im Jahr 2023 eine Wasserfassung und verlegten Rohre.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wenn man zu lange warten muss</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Alle halfen mit – einige mit Geld, Ausrüstung oder Arbeitskraft, andere versorgten die gesamte Belegschaft mit Essen und Trinken. Ich habe meinen Lastwagen benutzt, um Zement aus dem Stadtzentrum zu liefern. Und jetzt genießen die Menschen sauberes Wasser“</em>, erzählt Abdyrachman Nijasow.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus dem lokalen Haushalt wurden 1,7 Mio. Kirgisische Som (19.000 Euro) für den Bau der Wasserleitung bereitgestellt, Einwohnende trugen 4 Millionen Som (45.000 Euro) bei. Damit sei das Trinkwasserproblem zu 90 Prozent gelöst, sagt der Dorfvorsteher von Ak-Suu, Rustambek Kudajarow.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt Dutzende solcher Dörfer, die aus Verzweiflung die Initiative ergriffen haben. Jedoch gibt es keine Angaben darüber, wie viele Dörfer im Land das Trinkwasserproblem aus eigener Kraft gelöst haben. Damit bleibt auch offen, inwieweit die Bevölkerung die Aufgabe qualitativ und langfristig bewältigt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Weil das staatliche Programm lange auf sich warten lässt, versuchen die Menschen oft, das Problem selbst zu lösen, indem sie Investoren finden oder Geld zusammenwerfen und selbst bauen. Aber auch das ist problematisch, denn private Auftragnehmende können ihre Arbeit schlecht machen – solche Fälle hatten wir schon. Der Staat regelt solche Konflikte nicht“</em>, sagt Ajsirek Almasbekowa, eine Vertreterin des Aschar-Projekts.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Regierung verfügt über keine genauen Daten</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Fast alle Dörfer, die bisher kein Wasser hatten, wurden bereits in das staatliche Programm für Wasserversorgung aufgenommen. Das Problem ist jedoch, dass die Mittel nicht ausreichen und die Dörfer jahrzehntelang auf Wasser warten. Allein die Tatsache, dass man in das staatliche Programm aufgenommen wurde, bedeutet also nicht, dass man zeitnah Wasser bekommt. Wir haben auch Beispiele erlebt, bei denen Wasserleitungen verlegt wurden, aber nach kurzer Zeit das System entweder zusammenbrach oder die Quelle versiegte“</em>, so Almasbekowa.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/energiekrise-erschuettert-die-kirgisische-hauptstadt-unfall-im-waermekraftwerk-von-bischkek/"><strong>Energiekrise erschüttert die kirgisische Hauptstadt: Unfall im Wärmekraftwerk von Bischkek</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das aktuelle staatliche Programm für die Entwicklung der Trinkwasserversorgung und der Abwasserentsorgung wurde 2020 verabschiedet. Bis 2026 sollen 95 Prozent der Stadtbevölkerung und 2 Millionen der Landbevölkerung mit zentralisiertem, unbedenklichem Trinkwasser versorgt werden. Doch noch immer soll jede fünfte ländliche Siedlung kein Wasserversorgungssystem haben. Hunderte weitere Dörfer hätten veraltete Netze, die saniert werden müssten.</p>



<div class="flex flex-col md:flex-row justify-evenly items-center bg-yellow-100 my-20 p-10 space-y-10 subscribe">
	<div class="container flex flex-col lg:flex-row justify-between">
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-3/5 pb-4">
			<h2 class="text-3xl text-secondary font-bold mb-4 text-[#749D02]">
								Unterstützt Novastan &#8211; das europäische Zentralasien-Magazin 
			</h2>
				Als vereinsgetragene, unabhängige Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#8211; und von eurer Unterstützung! 
						</div>
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-2/5 justify-items-center justify-center pb-4">
			<div class="rounded-md bg-accent-500 px-10 py-5 text-center w-72 mx-auto">
											<a class="block rounded bg-white p-2 mt-4 font-bold" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Novastan unterstützen</a>
							</div>
		</div>
	</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Das staatliche Baukomitee versichert zwar, dass derzeit an der Verbesserung der Datenbank für die Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung gearbeitet werde. Ein neues, von der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Weltbank">Weltbank</a> vorgeschlagenes Informationssystem zur Datenerfassung (SIASAR), soll eingeführt werden. Ob dies jedoch die Probleme lösen wird, ist ungewiss.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der ehrgeizige und skandalöse „Tasa Suu“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für Kirgistan, Land zahlreicher Gebirgsflüsse, Seen und Gletscher, mag das Problem des Zugangs zu sauberem Trinkwasser überraschend scheinen. Tatsache ist, dass das Trinkwasserversorgungssystem vor 1990 erbaut wurde. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion lag die örtliche Wasserinfrastruktur mehr als zehn Jahre lang brach, was zu technischen Mängeln und teils einem völligen Zusammenbruch der Versorgung führte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst in den 2000er Jahren nahmen die Behörden das Problem ernsthaft in Angriff und starteten das Großprojekt „Tasa Suu“. Mit finanzieller Unterstützung der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Asiatische_Entwicklungsbank">Asian Development Bank</a> und der Weltbank (Gesamtbetrag: 69,5 Mio. USD) wurden zwischen 2001 und 2013 Wasserleitungen in 545 Dörfern gebaut und saniert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Allerdings lief nicht alles nach Plan: Korruptionspraktiken wurden aufgedeckt, Bauarbeiten und gelieferte Ausrüstungen entsprachen nicht den Anforderungen. Einem Bericht des Ombudsmann-Instituts zufolge wurden 26 Strafverfahren wegen des Missbrauchs von Geldern eingeleitet. Die Asiatische Entwicklungsbank reduzierte zunächst das Projekt und fror dann die Mittel ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus war die staatliche Politik im Bereich der Wasserversorgung nicht konsequent und effektiv. <em>„Das Tasa-Suu-Projekt wurde von einer Agentur zur anderen weitergereicht und wechselte fünfmal den Projektträger. Im Jahr 2012 landete das Projekt bei der </em><a href="https://www.aris.kg/index.php?lang=en"><em>ARIS</em></a><em> (Agentur für kommunale Entwicklung und Investitionen der Kirgisischen Republik). Doch mehr als 20 Jahre nach dem Start des Programms ist die Verwaltung immer noch schwach.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben des ARIS-Exekutivdirektors Mars Naspekow, sind die kirgistanischen Behörden derzeit für die Regierungspolitik im Bereich der Wasserversorgung zuständig, während ARIS sich direkt am Bau der Infrastruktur beteiligt. Almasbekowa meint dazu: <em>„Die nationalen Behörden wiederholen bloß bereits gescheiterte Strategien. Außerdem kam es zu zahlreichen Korruptionsskandalen im Zusammenhang mit diesem Thema, wie etwa bei „Tasa Suu“. Wir erhalten keine Informationen zu diesem Thema, weder von ARIS noch von staatlicher Hand. Man hat den Eindruck, dass das Ministerium einfach nicht über diese Daten verfügt, und ARIS kann uns nicht antworten, weil es keine Regierungsbehörde ist.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Nicht nur bauen, sondern auch erhalten</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Inmitten von Korruptionsskandalen und Versprechungen sind in mehr als zwanzig Jahren Millionen von Dollar an Zuschüssen und Darlehen geflossen, aber die Bevölkerung des wasserreichsten Landes Zentralasiens kämpft immer noch für das Grundrecht auf sauberes Trinkwasser.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eines der akutesten Probleme ist die Erhaltung der in Betrieb genommenen Trinkwasserversorgungssysteme. Dies ist die Aufgabe der öffentlichen ländlichen Trinkwasserverbände, doch deren Zahl nimmt von Jahr zu Jahr ab. Nach Angaben des Staatlichen Baukomitees funktionieren nur 68 Prozent der bestehenden 525 Verbände, da sie sich selbst mit Ressourcen versorgen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/klimawandel-und-wasserressourcen-in-zentralasien-wachsende-unsicherheit/"><strong>Klimawandel und Wasserressourcen in Zentralasien: Wachsende Unsicherheit</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Wir initiieren die Gründung eines staatlichen Unternehmens, Kyrgyz Suu, mit regionalen Abteilungen für die Wartung von Trinkwasserversorgungs- und Abwasserentsorgungssystemen. Sie sollten vor Ort mit Spezialisten und der notwendigen Ausrüstung ausgestattet werden. In diesem Zusammenhang prüft Gosstroy die Möglichkeit, internationale Geldgeber für die technische Ausrüstung zu gewinnen“</em>, sagte Samat Dschantelijew, stellvertretender Leiter von Gosstroy.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Keine wirksame Tarifpolitik</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die lokalen Kengeschs (Parlamente, Anm. d. Red.) genehmigen die Tarife in Abstimmung mit den Antimonopolbehörden. Im Dorf <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/G%C3%BClch%C3%B6">Gültschö</a> im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gebiet_Osch">Gebiet Osch</a> zahlt die Bevölkerung beispielsweise 16 Som (0,17 Euro) pro Kubikmeter Wasser. In Bischkek kostet ein Kubikmeter Wasser nur 10,45 Som (0,11 Euro). In den Dörfern sind die Kosten höher, weil sie durch die Gesamtzahl der Bevölkerung geteilt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Oft werden die Tarife nur zu 30-40 Prozent der tatsächlichen Kosten für Trinkwasser genehmigt. In dieser Richtung leisten die lokalen Behörden keine Aufklärungsarbeit in der Bevölkerung. Das staatliche Baukomitee arbeitet derzeit an einem Gesetzesentwurf zur Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung, der die Genehmigung von Tarifen vorsieht, die nicht unter den Produktionskosten liegen“</em>, fügt Dschantelijew hinzu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bevölkerung Kirgistans ist sich der steigenden Preise für Versorgungsleistungen schmerzlich bewusst. Viele sind der Meinung, dass Wasser in einem Land, das reich an Wasserressourcen ist, absolut kostenlos sein sollte. Daher ist es schwierig, die Tarifpolitik ohne eine öffentliche Sensibilisierungskampagne zu ändern.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Myrzajym Dschanybek kyzy und Ulan Makkambaew für CABAR</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://cabar.asia/ru/kyrgyzstan-strana-istokov-vod-do-sih-por-ne-obespechil-naselenie-pitevoj-vodoj">Russischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-das-land-der-wasserquellen-hat-keine-trinkwasserversorgung-fuer-seine-bevoelkerung/">Kirgistan: Das Land der Wasserquellen hat keine Trinkwasserversorgung für seine Bevölkerung</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-das-land-der-wasserquellen-hat-keine-trinkwasserversorgung-fuer-seine-bevoelkerung/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>One Water Summit: Internationale Antwort mit ungewisser Wirksamkeit</title>
		<link>https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/one-water-summit-internationale-antwort-mit-ungewisser-wirksamkeit/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/one-water-summit-internationale-antwort-mit-ungewisser-wirksamkeit/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Eva Montford]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Feb 2024 19:36:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Amudarja]]></category>
		<category><![CDATA[One Water Summit]]></category>
		<category><![CDATA[Syrdarja]]></category>
		<category><![CDATA[Wasser]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserknappheit]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserkonflikt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=38436</guid>

					<description><![CDATA[<p>Das Wassermanagement ist in Zentralasien seit vielen Jahren ein gro&#xDF;es Thema. Der &#x201E;One Water Summit&#x201C;, den die Pr&#xE4;sidenten Frankreichs und Kasachstans nun angek&#xFC;ndigt haben, soll die Probleme l&#xF6;sen. Kasachstans Pr&#xE4;sident Qasym-Jomart Toqaev und sein franz&#xF6;sischer Amtskollege Emmanuel Macron haben die gemeinsame Organisation einer Weltwasserkonferenz angek&#xFC;ndigt, die im September 2024 in New York stattfinden soll. Das [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/one-water-summit-internationale-antwort-mit-ungewisser-wirksamkeit/">One Water Summit: Internationale Antwort mit ungewisser Wirksamkeit</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das Wassermanagement ist in Zentralasien seit vielen Jahren ein großes Thema. Der „One Water Summit“, den die Präsidenten Frankreichs und Kasachstans nun angekündigt haben, soll die Probleme lösen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Kasachstans Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Qasym-Jomart Toqaev</a> und sein französischer Amtskollege <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Emmanuel_Macron">Emmanuel Macron</a> haben die gemeinsame Organisation einer Weltwasserkonferenz angekündigt, die im September 2024 in New York stattfinden soll. Das Ziel? Eine weltweite Verwaltung des „blauen Goldes“ zu organisieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wasserverteilung führt nicht nur in Zentralasien immer wieder <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/die-funf-wichtigsten-wasserkonflikte-in-zentralasien/">zu Spannungen</a>. Und so steht auch der geplante One Water Summit im Zeichen der weltweiten Wasserkrise, die die Vereinten Nationen (UN) im März 2023 <a href="https://unric.org/de/">ausriefen</a>, und zu der sie eine globale Wasseragenda für 2026 <a href="https://unric.org/de/">aufstellten</a>.</p>



<div class="flex flex-col md:flex-row justify-evenly items-center bg-yellow-100 my-20 p-10 space-y-10 subscribe">
	<div class="container flex flex-col lg:flex-row justify-between">
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-3/5 pb-4">
			<h2 class="text-3xl text-secondary font-bold mb-4 text-[#749D02]">
								Unterstützt Novastan &#8211; das europäische Zentralasien-Magazin 
			</h2>
				Als vereinsgetragene, unabhängige Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#8211; und von eurer Unterstützung! 
						</div>
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-2/5 justify-items-center justify-center pb-4">
			<div class="rounded-md bg-accent-500 px-10 py-5 text-center w-72 mx-auto">
											<a class="block rounded bg-white p-2 mt-4 font-bold" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Novastan unterstützen</a>
							</div>
		</div>
	</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Am 10. Dezember 2023 wurde der internationale Lenkungsausschuss des One Water Summit <a href="https://www.diplomatie.gouv.fr/fr/politique-etrangere-de-la-france/climat-et-environnement/actualites-et-evenements/2023/article/cop28-la-france-et-le-kazakhstan-lancent-aujourd-hui-le-comite-international-de">ins Leben gerufen</a>, der von der ehemaligen Ökologie-Ministerin Frankreichs, Barbara Pompili, und der Sonderbeauftragten für internationale Zusammenarbeit im Umweltbereich, Zulfıya Suleımenova, geleitet wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kasachstan im Zentrum der Herausforderungen?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Rolle Kasachstans bei der Organisation des One Water Summit ist nicht unbedeutend: Das Land kämpft seit vielen Jahren gegen die Austrocknung des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aralsee">Aralsees</a>, dessen Rettung immer utopischer wird. <a href="https://www.natura-sciences.com/decider/one-water-summit-2024-climat-acces-eau.html">Natura Sciences berichtet</a>, dass die Prognosen für die globale Erwärmung in Zentralasien von einem Temperaturanstieg von 2,5°C bis zum Jahr 2100 ausgehen. Ein solcher Anstieg würde eine echte Wasserkatastrophe bedeuten, auf die der One Water Summit reagieren soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/der-aralsee-gestern-heute-morgen/"><strong>Der Aralsee: gestern, heute, morgen</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie soll dies geschehen? Durch die Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Wasserbereich, um eine nachhaltige Bewirtschaftung der Ressource Wasser zu gewährleisten. Aber nicht nur das. Die Zusammenarbeit soll auch auf die Herausforderungen der sanitären Grundversorgung eingehen, da das verfügbare Wasser allzu oft verschmutzt ist. Diese besorgniserregende Situation ist auch Gegenstand einer <a href="https://unece.org/environment-policy/project-strengthening-tailings-safety-and-prevention-accidental-water-pollution">von den UN geleiteten Studie</a>, die darauf abzielt, die Sicherheit und die Prävention von Wasserverschmutzung zu verbessern.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine Zusammenarbeit, die sich entwickelt…</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn der One Water Summit eine globale Governance im Bereich der Wasserwirtschaft anstrebt, kann die Initiative nur dann Früchte tragen, wenn möglichst viele internationale Akteure mobilisiert werden. Im Falle Zentralasiens könnte die Lage jedoch eskalieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wasserversorgung in der Region hängt hauptsächlich von zwei Flüssen ab: dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Amudarja">Amudarja</a>, der durch Tadschikistan, Usbekistan, Turkmenistan und Afghanistan fließt, und dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Syrdarja">Syrdarja</a>, der Kasachstan, Tadschikistan und Usbekistan versorgt und dessen Quellen sich in Kirgistan befindet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Abhängigkeit der zentralasiatischen Länder von schrumpfenden Wasserquellen hat bereits zur Organisation grenzüberschreitender Kooperationen geführt, insbesondere ab 2017 durch Konferenzen oder Räte wie dem <a href="https://uza.uz/de/posts/le-fonds-international-pour-la-sauvegarde-de-la-mer-daral-une-plateforme-importante-pour-le-developpement-durable-de-lasie-centrale_509863?q=%2Fposts%2Fle-fonds-international-pour-la-sauvegarde-de-la-mer-daral-une-plateforme-importante-pour-le-developpement-durable-de-lasie-centrale_509863">Internationalen Fonds zur Rettung des Aralsees</a> oder der <a href="http://icwc-aral.uz/">Zwischenstaatlichen Kommission für die Koordinierung der Wasserversorgung in Zentralasien</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>&#8230;und auf Schwierigkeiten stößt</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl sich zwischen den zentralasiatischen Ländern eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit <a href="https://suvchi.gov.uz/en/posts/1545735855/2768">herausbildet</a>, die zu Lieferabkommen, gemeinsamen Feldstudien oder der Beteiligung an gemeinsamen Wasserfonds führt, wird der Prozess durch die nach wie vor bestehenden Spannungen zwischen einigen Staaten noch eingeschränkt. Dies zeigte sich 2022, als die Taliban in Afghanistan den Bau des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kusch-Tepa-Kanal">Kusch-Tepa-Kanals</a> am Amudarja ankündigten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/usbekistan-und-afghanistan-verlaengern-vertrag-ueber-stromexport/"><strong>Usbekistan und Afghanistan verlängern Vertrag über Stromexport</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Kanal, der in der Provinz <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Balch_(Provinz)">Balch</a> im Norden Afghanistans entstehen soll, würde den flussabwärts gelegenen Ländern, insbesondere Usbekistan und Turkmenistan 15 bis 20 Prozent des Wassers aus dem Amudarja <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2023/12/15/qoshtepa/">entziehen</a>. Dies würde sich auf die Herausforderungen des Wassermanagements auf regionaler Ebene auswirken. Die Taliban-Regierung <a href="https://avesta.tj/2023/03/27/strong-tsentralnaya-aziya-megaproekt-talibov-mozhet-ostavit-region-bez-vody-strong/">plant</a> auch den Bau eines großen Wasserkraftwerks am Fluss <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pandsch">Pandsch</a>, einem der beiden Quellflüsse des Amudarja.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der Kusch-Tepa-Kanal: eine Gefahr für die Region</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Kusch-Tepa-Kanal stellt eine echte Bedrohung für die Region dar, sowohl in Bezug auf das Wassermanagement als auch auf die ökologischen Auswirkungen, die diese Bauten mit sich bringen würden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Usbekistan, das von dieser Herausforderung besonders betroffen ist, mobilisiert aktiv gegen den Kanal und rief <a href="https://gadebate.un.org/en/78/uzbekistan">auf der 78. UN-Generalversammlung</a> die internationale Gemeinschaft dazu auf, Afghanistan zu unterstützen, um eine Lösung für die globale Krise, mit der das Land konfrontiert ist, zu finden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch <a href="https://thediplomat.com/2023/12/the-qosh-tepa-canal-a-source-of-hope-in-afghanistan/">erklärt The Diplomat</a>, dass Kabul sich den Verhandlungen wohl kaum beugen wird, da die Vorteile dieser groß angelegten Operationen nicht zu vernachlässigen sind: Schaffung von Arbeitsplätzen, Unterstützung der Landwirtschaft&#8230; Vor dem Hintergrund der großen Schwierigkeiten des Landes sind die Fortschritte, die auf Kosten der Nachbarn erzielt wurden, beachtlich.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Anhaltendes Problem</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das zentrale Problem besteht darin, dass Afghanistan bei der Festlegung der Quoten für die Wasserverteilung in Zentralasien nicht berücksichtigt wurde, da diese noch aus der Sowjetzeit stammen, <a href="https://journals.openedition.org/asiecentrale/3080">erklärt der Forscher Alain Carioux</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Derzeit scheint die Integration Afghanistans in die Verhandlungsprozesse jedoch schwierig zu sein, vor allem weil transnationale Kooperationsinstitutionen wie die Interstate Commission for Water Coordination in Central Asia nicht über die rechtlichen Mittel verfügen, um das Land in die Verhandlungen einzubeziehen, <a href="https://avesta.tj/2023/03/27/strong-tsentralnaya-aziya-megaproekt-talibov-mozhet-ostavit-region-bez-vody-strong/">so Avesta</a>. Dies ergibt sich aus der Tatsache, dass die Taliban-Regierung derzeit von den UN als terroristische Organisation eingestuft wird. Außerdem hat Afghanistan das <a href="https://unece.org/environment-policy/publications/convention-protection-and-use-transboundary-watercourses-and">Übereinkommen der UN</a> zum Schutz und zur Nutzung grenzüberschreitender Wasserläufe und internationaler Seen nicht unterzeichnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">All diese Faktoren werfen die Frage auf, wie effektiv der One Water Summit tatsächlich sein kann. Da er in New York stattfindet, ist es unwahrscheinlich, dass Afghanistan in die Verhandlungen einbezogen wird. Und falls Maßnahmen ergriffen werden, würden diese von den Taliban akzeptiert werden?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Frage des Wassermanagements in Zentralasien ist nicht nur ein ökologisches Problem. Es geht auch um diplomatische Spielchen, die während dieser Konferenz wohl kaum gelöst werden.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Eva Montford für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><strong><a href="https://novastan.org/fr/environnement/one-water-summit-reponse-internationale-efficacite-incertaine/">Französischen</a></strong><strong> von Michèle Häfliger</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/one-water-summit-internationale-antwort-mit-ungewisser-wirksamkeit/">One Water Summit: Internationale Antwort mit ungewisser Wirksamkeit</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/one-water-summit-internationale-antwort-mit-ungewisser-wirksamkeit/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
