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	<title>Vereinigte Staaten Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Mon, 23 Mar 2026 21:15:22 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Vereinigte Staaten Archives</title>
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		<title>US-Asyl für den chinesischen Filemacher Guan Heng, der die „Umerziehungslager“ für Uigur:innen gefilmt hat</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Mar 2026 21:15:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Uigurische Region]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der chinesische Staatsb&#xFC;rger Guan Heng hat Anfang dieses Jahres in den Vereinigten Staaten Asyl erhalten. Im Jahr 2020 musste er schwere Repressalien von Peking &#xFC;ber sich ergehen lassen, nachdem er mehrere Internierungslager f&#xFC;r Uigur:innen in Xinjiang dokumentiert hatte. Guan Heng hatte 2020 sein Leben riskiert, als er einen Dokumentarfilm &#xFC;ber die Internierungslager f&#xFC;r Uiguren in [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Der chinesische Staatsbürger Guan Heng hat Anfang dieses Jahres in den Vereinigten Staaten Asyl erhalten. Im Jahr 2020 musste er schwere Repressalien von Peking über sich ergehen lassen, nachdem er mehrere Internierungslager für Uigur:innen in Xinjiang dokumentiert hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://rsf.org/en/rsf-celebrates-asylum-chinese-national-who-documented-uyghur-detention-camps">Guan Heng</a> hatte 2020 sein Leben riskiert, als er einen Dokumentarfilm über die Internierungslager für Uiguren in der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Xinjiang">Provinz Xinjiang</a> drehte. Nachdem er in die USA geflohen war, um dort einen Asylantrag zu stellen, drohte Guang Heng im vergangenen August unter der Verantwortung von Beamten der US-Einwanderungs- und Zollbehörde (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/United_States_Immigration_and_Customs_Enforcement">ICE</a>) die Abschiebung nach Uganda.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischen 2017 und 2019 wurden schätzungsweise mehr als eine Million Uigur:innen ohne Anklage oder Gerichtsverfahren <a href="https://xjdp.aspi.org.au/explainers/exploring-xinjiangs-detention-facilities/">in über 380 Internierungslagern</a> – von denen sich die meisten in Xinjiang befinden – präventiv inhaftiert. Diese Lager werden als <em>„Zentren zur Transformation durch Bildung“</em> bezeichnet und sind Teil einer groß angelegten <em>„Anti-Terror“</em>-Kampagne. Diese hatte Peking nach terroristischen Anschlägen ins Leben gerufen, die uigurischen Islamist:innen zwischen 2013 und 2014 <a href="https://www.lemonde.fr/asie-pacifique/article/2014/05/20/attentats-ouigours-la-chine-confrontee-au-terrorisme-de-masse_4422114_3216.html">zugeschrieben wurden</a> und an denen die Islamische Bewegung Ostturkestans und die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Islamische_Turkestan-Partei">Islamische Turkestan-Partei (TİP)</a> beteiligt waren. Der erste dieser Anschläge hatte am 28. Oktober 2013 auf dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tian%E2%80%99anmen-Platz">Tian&#8217;anmen-Platz</a> in Peking fünf Tote (darunter drei Angreifer) <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/2013_Tiananmen_Square_attack">gefordert</a>.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Die Uigur:innen bilden eine der 56 in China anerkannten ethnischen Gruppen, die neben der großen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Han_(Ethnie)">Han</a>-Mehrheit (etwa 92 Prozent der Bevölkerung) existieren. Sie sind <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Turksprachen">turksprachig</a> und muslimischen Glaubens und ließen sich bereits im 9. Jahrhundert auf dem Gebiet des heutigen Xinjiang nieder. Dieses wurde 1759 unter der Qing-Dynastie an das Chinesische Reich angegliedert. Heute leben dort schätzungsweise 11 Millionen Uigur:innen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Whistleblower für die uigurische Sache</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2021 veröffentlichte Guan Heng ein zwanzigminütiges <a href="https://www.youtube.com/watch?v=yD0O0eHzc7M">Video auf YouTube</a>, das 18 Haftanstalten für Uigur:innen in der Provinz Xinjiang zeigt. Die Standorte stammten aus einer Karte, die Buzzfeed und das <a href="https://www.aspi.org.au/">Australian Strategic Policy Institute (ASPI)</a> gemeinsam anhand von Satellitenbildern erstellt hatten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Aufnahmen wurden aus einem Auto heraus oder mit einer in einem Rucksack versteckten Kamera gemacht. Sie zeigen Lager am Straßenrand, die an ihren Wachtürmen und dem sie umgebenden Stacheldraht zu erkennen sind. Auf einem dieser Gebäude ist folgende Inschrift zu lesen: <em>„Reform durch Arbeit, Reform durch Kultur.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/uigurische-region-schriftsteller-perhat-tursun-veroeffentlicht-roman-aus-der-haft/">Uigurische Region: Schriftsteller Perhat Tursun veröffentlicht Roman aus der Haft</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Als chinesischer Staatsbürger kann Guan Heng sich den Einrichtungen nähern, ohne Verdacht zu erregen, wie er selbst erklärt: <em>„Aufgrund der von den chinesischen Behörden auferlegten Beschränkungen haben ausländische Medienschaffende keinen Zugang zu Xinjiang.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses Video erreichte so zahlreiche chinesische Internetnutzer, die VPNs nutzten. Guan Heng wurde jedoch schnell zur Zielscheibe einer Schikanekampagne, die durch die Online-Veröffentlichung seiner persönlichen Daten wie Identität, frühere Adresse und beruflicher Werdegang gekennzeichnet war. Mit Ausnahme seiner Mutter, die in Taiwan lebt, wurde seine Familie in der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hainan">Provinz Hainan</a> von den Behörden verhört.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gefangen zwischen chinesischer „Demokratur“ und amerikanischem Autoritarismus</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2021 floh Guan Heng aus China und begab sich zunächst nach Hongkong, dann nach Ecuador, auf die Bahamas und schließlich nach Florida, wo er illegal in die USA einreiste. Dort stellt er einen Asylantrag, der ihm jedoch erst nach seiner Festnahme durch ICE-Beamte im vergangenen August in der Nähe von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Albany_(New_York)">Albany</a> im Bundesstaat New York, wo er wohnte, gewährt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Dezember gab ICE unter dem Druck der Zivilgesellschaft ihr Vorhaben auf, Guan Heng nach Uganda abzuschieben. Eine solche Abschiebung hätte ihn einem erhöhten Risiko transnationaler Repressionen ausgesetzt, die von Peking orchestriert werden. Diese stillschweigende Unterdrückung durch den chinesischen Staat wird weiterhin gegen Stimmen geführt, die sich für die uigurische Sache einsetzen, sowohl in China als auch im Ausland.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Lager in Xinjiang als Symbol des Völkermords an den Uigur:innen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Laut einem 2022 vom Hohen Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte veröffentlichten <a href="//www.ohchr.org/sites/default/files/documents/countries/2022-08-31/22-08-31-final-assesment.pdf">Bericht</a> sollen die meisten dieser Lager inzwischen aufgelöst worden sein. Human Rights Watch relativierte diese Aussage jedoch und schätzte, dass Mitte 2022 noch immer etwa 500.000 Menschen in Lagern inhaftiert waren und Folter oder Zwangssterilisationen ausgesetzt <a href="https://www.icij.org/investigations/china-cables/beijings-backtrack-on-xinjiang-detention-camps-spurred-by-icij-investigation-research-finds/?">waren</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/uigurische-region/dem-chinesischen-gulag-entflohen-die-geschichte-der-uigurin-gulbahar-haitiwaji/">Dem chinesischen ‚Gulag‘ entflohen: Die Geschichte der Uigurin Gulbahar Haitiwaji</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Repression erstreckt sich auch auf kulturelle und religiöse Veranstaltungen und zielt auf eine systematische Auslöschung der uigurischen Präsenz ab. Seit 2017 ließen die Behörden im Namen der Politik der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sinisierung">Sinisierung</a> der Religionen, die darauf abzielt, die Religionsausübung unter die Kontrolle der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kommunistische_Partei_Chinas">Kommunistischen Partei Chinas (KPCh)</a> zu stellen, fast ein Drittel der rund 15.500 Moscheen in der Region <a href="https://www.aspi.org.au/report/cultural-erasure/">zerstören</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehrere Staaten, darunter seit 2021 auch die Vereinigten Staaten, bezeichnen diese Politik als Völkermord gemäß dem <a href="https://www.ohchr.org/fr/instruments-mechanisms/instruments/convention-prevention-and-punishment-crime-genocide">Übereinkommen zur Verhütung und Bestrafung des Völkermordes von 1948</a>. Peking weist diese Einstufung entschieden zurück und zensiert jegliche Berichterstattung zu diesem Thema in den Medien.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Unterdrückung von Medienschaffenden durch die chinesische Regierung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit derzeit mindestens 121 inhaftierten Medienvertretenden ist China nach wie vor das Land, in dem weltweit die meisten Medienschaffenden inhaftiert sind. Im Weltpressefreiheitsindex 2025 von Reporter ohne Grenzen (RSF) <a href="https://rsf.org/fr/pays/chine">belegt</a> das Land Platz 178 von 180 Ländern und Gebieten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar <a href="https://www.wipo.int/wipolex/fr/legislation/details/23128">garantiert</a> die Verfassung Chinas von 1982 grundsätzlich<em> „die Rede- (und) Pressefreiheit“</em>, doch werden diese Bestimmungen regelmäßig durch den Rückgriff auf das Strafprozessrecht umgangen. Peking beruft sich häufig auf Anklagepunkte wie<em> „Spionage“, „Subversion“</em> oder <em>„Anstiftung zu Streitigkeiten und Unruhen“</em>, um Dissidenten zum Schweigen zu bringen. Diese vage definierten Straftaten können zu bis zu sechs Monaten Isolationshaft als <em>„Hausarrest an einem designierten Ort“</em> führen, einer außergerichtlichen Maßnahme, bei der den Inhaftierten jeglicher Rechtsbeistand verwehrt wird und sie der Gefahr von Folter ausgesetzt sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor diesem Hintergrund wird die uigurische Opposition im Exil, insbesondere der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Weltkongress_der_Uiguren">Weltkongress der Uiguren</a> unter Rebia Kadir, von den chinesischen Behörden als terroristisch bezeichnet. Auch gemäßigtere Stimmen bleiben davon nicht verschont, wie die Verurteilung des uigurischen Wissenschaftlers <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ilham_Tohti">Ilham Tohti</a> zeigt, der im Jahr 2014 wegen „Staatsgefährdung“ zu lebenslanger Haft verurteilt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Flora Le Lièvre für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/region-ouighoure/le-lanceur-dalerte-chinois-guan-heng-qui-a-filme-les-camps-de-reeduction-pour-les-ouighours-a-obtenu-lasile-aux-etats-unis/">Französischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>
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			</item>
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		<title>Iran-Krieg: Was sind die Folgen für Zentralasien?</title>
		<link>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/iran-krieg-was-sind-die-folgen-fuer-zentralasien/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Mar 2026 15:57:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die am 28. Februar von Israel und den USA gegen den Iran gestartete Offensive hatte rasch Auswirkungen bis nach Zentralasien, wo Staaten nun mit wirtschaftlichen, diplomatischen und humanit&#xE4;ren Verwerfungen zu k&#xE4;mpfen haben. Turkmenistan hat sich als Schl&#xFC;sselakteur bei der Steuerung von Migrationsbewegungen herausgestellt. Der nach dem zw&#xF6;lft&#xE4;gigen Krieg vereinbarte, br&#xFC;chige Frieden hielt nur acht Monate. [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die am 28. Februar von Israel und den USA gegen den Iran gestartete Offensive hatte rasch Auswirkungen bis nach Zentralasien, wo Staaten nun mit wirtschaftlichen, diplomatischen und humanitären Verwerfungen zu kämpfen haben. Turkmenistan hat sich als Schlüsselakteur bei der Steuerung von Migrationsbewegungen herausgestellt.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der nach dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Israelisch-iranischer_Krieg_2025">zwölftägigen Krieg</a> vereinbarte, brüchige Frieden hielt nur acht Monate. Mit dem Angriff Israels und der USA auf die Islamische Republik Iran am 28. Februar sind die Spannungen im Nahen Osten erneut eskaliert. Die Auswirkungen griffen rasch über das Territorium Irans hinaus und betrafen mehrere Staaten des Nahen Ostens sowie Aserbaidschan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Zentralasien haben diese Entwicklungen unmittelbare Folgen. Die Unterbrechung der Handelsrouten, die die Region mit iranischen Häfen verbinden, und die nahezu vollständige Schließung der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Stra%C3%9Fe_von_Hormus">Straße von Hormus</a> schwächen den wirtschaftlichen Austausch.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Zentralasiatische Staatsangehörige, die sich im Iran aufhalten, stellen die zentralasiatischen Regierungen vor humanitäre und diplomatische Herausforderungen. Turkmenistan nimmt in dem Kontext eine Sonderstellung ein, da es als einziger zentralasiatischer Staat eine direkte Grenze zum Iran besitzt, die sich über fast 1.148 Kilometer entlang des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kopet-Dag">Kopet-Dag-Gebirges</a> erstreckt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Turkmenistan als Korridor für Evakuierungen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits in den ersten Tagen des Konflikts öffnete Aşgabat seine Grenzübergänge für ausländische Staatsangehörige und wich damit von den üblicherweise strengen Einreisebestimmungen ab. Wie das turkmenische Nachrichtenportal <a href="https://orient.tm/en/post/96601/turkmenistan-opens-transit-corridor-foreign-citizens-exiting-iran">Orient.tm</a> berichtet, wurde am Grenzübergang <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Sarahs">Sarahs</a>, dem wichtigsten Transitpunkt zwischen beiden Ländern, ein Korridor für Evakuierungen eingerichtet. Angesichts des Zustroms von ausländischen Staatsangehörigen, die den Iran verlassen wollten, öffneten die turkmenischen Behörden anschließend vier weitere Übergänge. Laut <a href="https://turkmenistan.mid.ru/ru/press-centre/posolstvo_soobshchaet/dopolnitelnaya_informatsiya_o_vyezde_iz_irana_cherez_turkmenistan/">Angaben</a> der russischen Botschaft in Turkmenistan betrifft dies Artyk – Lotfabad, Gaudan – Bajgiran, Akyayla – Incheh Burun und Altyn Asyr – Incheh Burun.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Usbekistan entsandte diplomatisches Personal und Dienstfahrzeuge über turkmenisches Gebiet zum Grenzübergang Sarahs. Am 4. März wurden so laut der usbekischen Nachrichtenagentur <a href="https://daryo.uz/en/2026/03/04/uzbekistan-repatriates-13-citizens-from-iran-via-turkmenistan">Daryo</a> 13 usbekische Staatsangehörige aus dem Iran zurückgeführt.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="900" height="600" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/03/image.jpeg" alt="" class="wp-image-44273" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/03/image.jpeg 900w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/03/image-300x200.jpeg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/03/image-768x512.jpeg 768w" sizes="(max-width: 900px) 100vw, 900px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Auch andere Nationen haben diesen Weg beschritten. Laut <a href="https://www.koreatimes.co.kr/foreignaffairs/20260303/23-koreans-evacuated-from-iran-to-turkmenistan">The Korea Times</a> überquerten am 3. März 23 südkoreanische Staatsangehörige die iranisch-turkmenische Grenze in zwei von der Botschaft in Teheran gecharterten Bussen. Der chinesische Nachrichtensender <a href="https://news.cgtn.com/news/2026-03-06/VHJhbnNjcmlwdDg5NDQ3/index.html">CGTN</a> berichtet, dass insgesamt 400 Personen aus 17 Nationen, darunter 200 Chinesen, über die iranische Stadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Maschhad">Maschhad</a> nach Turkmenistan gelangten. Das Ausbleiben intensiver Bombardierungen im Nordosten Irans erleichtert zwar die Einreise ausländischer Staatsangehöriger, diese bleiben jedoch weiterhin der instabilen Internetverbindung ausgesetzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies versetzt Turkmenistan in eine ungewöhnliche Rolle. Als einer der am strengsten abgeschotteten Staaten der Welt hat sich Aşgabat entschieden, sein Territorium für Ströme zu öffnen, die es üblicherweise drakonisch kontrolliert – ein Zeichen von geopolitischem Pragmatismus.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine Schwächung der zentralasiatischen Handelsrouten</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Parallel zu diesen Evakuierungen beeinträchtigt der Konflikt die Handelsrouten durch den Iran massiv. Die <a href="https://jamestown.org/turkmenistan-becoming-regional-railway-hub/">Eisenbahnverbindung Russland-Kasachstan-Turkmenistan-Iran</a> spielt zwar für den Handel mit Zentralasien nur eine untergeordnete Rolle. Dennoch ist sie eine der wichtigsten Nord-Süd-Achsen, die Zentralasien mit den iranischen Häfen am Persischen Golf verbindet. Seit Beginn des Konflikts ist sie stark beeinträchtigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus haben die Spannungen rund um die Straße von Hormus laut der <a href="https://timesca.com/iran-war-highlights-central-asias-vulnerable-southern-trade-corridors/">Times of Central Asia</a> zu einem sprunghaften Anstieg der Kriegsversicherungsprämien geführt. Dies veranlasste mehrere Schifffahrtsunternehmen dazu, ihre Aktivitäten in der Region einzuschränken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Folgen sind in Turkmenistan am deutlichsten spürbar. Satellitenbilder vom 27. Februar zeigten am Grenzübergang Sarahs eine lange Schlange von Lastwagen, die am turkmenischen Zollposten festsaßen. Dieser Verkehr ist nun bereits seit dem 1. März weitgehend eingestellt.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="650" height="508" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/03/image.png" alt="" class="wp-image-44272" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/03/image.png 650w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/03/image-300x234.png 300w" sizes="(max-width: 650px) 100vw, 650px" /><figcaption class="wp-element-caption">Grenzübergang Sarahs am 27. Februar und am 1. März, Photo: Planet Labs</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">In der Folge sind auf den Märkten der Hauptstadt und der Grenzregionen die Preise explodiert: Hühnerfleisch verteuerte sich von 40 auf 90 Manat (von 9,80 Euro auf 22 Euro) pro Kilogramm, der Kilopreis für Tomaten verdoppelte sich von 10 auf 20 Manat (von 2,50 Euro auf 4,90 Euro) und jener für Kartoffeln hat sich fast verdreifacht, berichtet <a href="https://en.fergana.agency/news/146298/">Fergana News</a>. Für die Bevölkerung, deren Durchschnittsgehalt bei rund 2.500 Manat (614 Euro zum offiziellen Wechselkurs) liegt, sind die Auswirkungen gravierend.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Usbekistan ist betroffen, wenn auch weniger direkt. Iran gehört zu den wichtigsten Lieferanten von Milchprodukten und deckt schätzungsweise acht bis zehn Prozent des Importmarktes ab. Ein usbekischer Händler iranischer Milchprodukte in Samarkand erklärte gegenüber <a href="https://www.rferl.org/a/iran-war-economy-central-asia-turkmenistan/33695124.html">Radio Free Europe</a>, seine Lager leerten sich rapide, da die üblicherweise täglich 15 Lkw-Lieferungen über Turkmenistan ausblieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Kirgistan ist die Lage noch kritischer, berichtet <a href="https://timesca.com/middle-east-conflict-disrupts-logistics-routes-for-deliveries-to-kyrgyzstan/">The Times of Central Asia</a>. Ein erheblicher Anteil der Waren aus den USA, Europa und dem Nahen Osten wird über den iranischen Hafen Bandar Abbas in das zentralasiatische Land geliefert. Die Kämpfe zwischen Pakistan und Afghanistan erschweren die Situation zusätzlich, da auch die von kirgisischen Logistikunternehmen aktiv genutzte Route vom Hafen von Karatschi über Afghanistan blockiert ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kasachstan profitiert am Ölmarkt</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Öl ist der Rohstoff, der am stärksten vom Konflikt im Iran betroffen ist. Kasachstan, der wichtigste zentralasiatische Exporteur des „schwarzen Goldes“, kann daher kurzfristig von dem Anstieg des Ölpreises profitieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/die-us-militaeroperation-in-venezuela-und-ihre-folgen-fuer-kasachstans-oelmarkt/">Die US-Militäroperation in Venezuela und ihre Folgen für Kasachstans Ölmarkt</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Angesichts der unterbrochenen Handelswege richtet sich die Aufmerksamkeit zunehmend auf den „Mittleren Korridor“, der Zentralasien über das Kaspische Meer, Aserbaidschan, Georgien und die Türkei mit Europa verbindet. Obwohl das Frachtaufkommen seit 2022 deutlich gestiegen ist, besteht auf der Route weiterhin ein Engpass, unter anderem durch die begrenzte Schifffahrtskapazität auf dem Kaspischen Meer und die Überlastung der kasachstanischen Häfen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aqtau">Aqtau</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Quryq">Quryq</a>. Der Konflikt im Iran zwingt Zentralasien daher, verstärkt nach alternativen Handelsrouten zu suchen, ohne jedoch eine unmittelbare Lösung für die anhaltenden Störungen zu bieten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Unklare Aussichten</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der Verschärfung des Konflikts stehen die zentralasiatischen Staaten vor strategischen Entscheidungen, deren Konturen weiterhin unklar sind. Keine Regierung der Region hat sich öffentlich positioniert. Alle wahren stattdessen eine vorsichtige Neutralität, die der Doktrin ihrer mehrdimensionalen Diplomatie entstammt. Doch diese Neutralität verschleiert Schwachstellen, die mit jeder neuen Eskalation offengelegt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/sangesur-korridor-neue-chancen-fuer-zentralasien/">Sangesur-Korridor: Neue Chancen für Zentralasien?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die erste Unbekannte ist die Dauer des Konflikts. Ein kurzer Krieg würde überschaubare wirtschaftliche Folgen mit vorübergehenden Handelsstörungen und Preisanstiegen sowie mit einer kurzfristigen Umstrukturierung der Logistikströme hinterlassen. Ein langwieriger Konflikt hingegen würde eine dauerhafte Umstrukturierung der Handelsrouten nach sich ziehen. Es besteht die Gefahr, dass die zentralasiatischen Staaten gezwungen sein werden, zwischen ihren Wirtschaftspartnerschaften mit Iran und den Anforderungen potenziell verschärfter US-Sanktionen zu wählen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Letztlich offenbart der Konflikt weniger einen Bruch als vielmehr eine Eskalation. Die zentralasiatischen Staaten wissen seit Jahren, dass ihre Abhängigkeit von den südlichen Handelskorridoren eine strukturelle Schwachstelle darstellt. Angesichts der Sanktionen gegen den nördlichen Nachbarn Russland bieten sich aber wenige Alternativen. In den kommenden Wochen und Monaten wird sich zeigen, ob diese Staaten ihre Handelsrouten tatsächlich diversifizieren können – und nicht nur ihre Absicht dazu erklären.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Lenny Cabrol Noto für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/decryptage/quelles-sont-les-repercussions-de-la-guerre-en-iran-pour-l-asie-centrale/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Die US-Militäroperation in Venezuela und ihre Folgen für Kasachstans Ölmarkt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Mar 2026 10:38:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Bevölkerungswachstum]]></category>
		<category><![CDATA[Nicolas Muduro]]></category>
		<category><![CDATA[Ölmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Venezuela]]></category>
		<category><![CDATA[Vereinigte Staaten]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 3. &#xA0;Januar 2026 l&#xF6;ste die US-Milit&#xE4;roperation in Venezuela, die mit der Festnahme von Nicol&#xE1;s Maduro endete, eine sofortige Volatilit&#xE4;t auf den &#xD6;lm&#xE4;rkten aus. Vor dem Hintergrund dieser erh&#xF6;hten Unsicherheit entschieden sich die zentralasiatischen L&#xE4;nder, insbesondere Kasachstan, f&#xFC;r diplomatische Zur&#xFC;ckhaltung, um ihre Energieversorgungssicherheit zu gew&#xE4;hrleisten. Bis zum 5. Januar 2026 hat kein zentralasiatischer Staat offiziell [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Am 3. &nbsp;Januar 2026 löste die US-Militäroperation in Venezuela, die mit der Festnahme von Nicolás Maduro endete, eine sofortige Volatilität auf den Ölmärkten aus. Vor dem Hintergrund dieser erhöhten Unsicherheit entschieden sich die zentralasiatischen Länder, insbesondere Kasachstan, für diplomatische Zurückhaltung, um ihre Energieversorgungssicherheit zu gewährleisten.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bis zum 5. Januar 2026 hat kein zentralasiatischer Staat offiziell auf die Festnahme des venezolanischen Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nicolás_Maduro">Nicolas Maduro</a> durch US-Streitkräfte oder auf die offensichtliche Absicht der USA, die Kontrolle über die venezolanische Ölindustrie zu übernehmen, reagiert. Dieses diplomatische Schweigen ist nicht unbedeutend: Es spiegelt die Komplexität der Herausforderungen für die Öl exportierenden Länder wider, die zwischen den Großmächten stehen und ihre eigenen wirtschaftlichen und politischen Interessen schützen wollen, erklärt <a href="https://eurasianet.org/evaluating-the-impact-of-us-power-play-in-venezuela-on-eurasian-energy-suppliers"><em>Eurasianet</em></a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine schwierige Position zum Fall Venezuela</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für Kasachstan, dessen Staatshaushalt stark von Ölexporten abhängt, könnte jede kritische Äußerung gegenüber Washington die positive Dynamik der bilateralen Beziehungen gefährden. Die Trump-Regierung hat kürzlich ihr Engagement in der Region bekräftigt und sogar Kasachstans Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qasym-Jomart_Toqaev">Qasym-Jomart Toqaev</a> und seinen usbekischen Amtskollegen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shavkat_Mirziyoyev">Shavkat Mirziyoyev</a> zum <a href="https://thediplomat.com/2025/12/does-it-matter-that-trump-invited-kazakhstan-and-uzbekistan-to-the-2026-g20-summit/">G20-Gipfel 2026</a> eingeladen, was die wirtschaftlichen und diplomatischen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten stärken dürfte.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Umgekehrt könnte eine ausdrückliche Unterstützung der amerikanischen Intervention Moskau und Peking verärgern, zwei strategische Partner Kasachstans, die die Operation in Venezuela öffentlich als flagrante Verletzung der nationalen Souveränität und des Völkerrechts verurteilt haben. Russland warnte vor dem, was es als „Aggression” betrachtet, während China die US-Aktion als „hegemonialen Akt” bezeichnete.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor diesem Hintergrund tendiert die kasachische Diplomatie dazu, Stabilität und Vorsicht zu bevorzugen. Der Regionalexperte <a href="https://aod.kz/en/about">Marat Chibutov</a> fasste dies gegenüber <a href="https://ru.arasha.kz/5257-arest-maduro-venesuela-i-cto-eto-znacit-dlia-kazaxstana"><em>Arasha.kz</em></a> zusammen: <em>„Das Wichtigste ist, Stabilität und Vorsicht zu wahren und die Ereignisse aus der Ferne zu beobachten.”</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl sich seine Äußerungen speziell auf Kasachstan beziehen, spiegeln sie implizit die Kalkulation der Regierungen in ganz Zentralasien wider, die darauf bedacht sind, sich nicht in eine Debatte hineinziehen zu lassen, die ihr eigenes geopolitisches und wirtschaftliches Gleichgewicht erschüttern könnte.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Welche Auswirkungen hat dies auf Kasachstans Öl?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Über die unmittelbaren Auswirkungen auf die weltweite Versorgung und die Volatilität der Rohölpreise hinaus hat die US-Operation in Venezuela auch Auswirkungen auf Zentralasien. In Kasachstan, wo die Frage der Abhängigkeit von Kohlenwasserstoffen und der Rolle ausländischer Unternehmen seit Jahren Gegenstand gedämpfter, aber anhaltender Debatten ist, werden die Ereignisse in Caracas mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Astana belebt die venezolanische Entwicklung implizit die Diskussionen über die mit den westlichen Großkonzernen abgeschlossenen Ölverträge. Der Politologe <a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/Ашимбаев,_Данияр_Рахманович">Daniyar Ashimbayev</a> <a href="https://timesca.com/the-venezuela-effect-oil-sanctions-and-kazakhstans-strategic-dilemma/">erinnert</a> daran, dass diese Debatten in der kasachstanischen Öffentlichkeit lange Zeit geführt wurden, bevor sie nach und nach zu Tabuthemen wurden, wie die Zeitung <em>Times of Central Asia </em>berichtet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die Frage der Überarbeitung der Ölverträge wird immer unpopulärer. Bei diesem Tempo könnte sie sogar mit Extremismus gleichgesetzt werden”,</em> bemerkt der Experte ironisch und betont, wie sehr der aktuelle geopolitische Kontext die Sensibilität für diese Themen verstärkt hat.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der Venezuela-Effekt: überschätzt oder unterschätzt?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für viele Beobachter stellt der „Venezuela-Effekt” ein echtes Risiko für Kasachstan dar. Die politischen Erschütterungen in Lateinamerika geben zusätzlich Anlass zur Sorge. Sie könnten mittelfristig einen anhaltenden Druck auf die Preise ausüben, was für die stark von Öleinnahmen abhängige kasachstanische Wirtschaft ein besorgniserregendes Szenario darstellt. [Der Originalartikel erschien vor dem Ende Februar ausgebrochenen Krieg in Nahost, Anm. d. Red.]</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Finanzanalyst Arman Beisembayev erklärt in einem Artikel der kasachstanischen Nachrichtenportal <a href="https://informburo.kz/novosti/obrusenie-cen-na-neft-i-oslablenie-tenge-kazaxstan-mozet-postradat-ot-smeny-vlasti-v-venesuele">Informburo</a>, dass eine Lockerung der Sanktionen oder ein politischer Wandel den Ölpreis auf 50 bis 70 Dollar pro Barrel fallen lassen könnte, in pessimistischen Szenarien sogar auf 40 bis 50 Dollar, was das Wirtschaftswachstum und die Staatseinnahmen schwächen würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lesen Sie auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/klimaneutral-bis-2060-kasachstans-grosse-energie-vision-auf-dem-pruefstand/">Klimaneutral bis 2060? Kasachstans große Energie-Vision auf dem Prüfstand</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Andere Stimmen relativieren diese Gefahr jedoch. Asqar Ismailov, Berater für Zentralasien beim World Gas Center in Genf, betont gegenüber <a href="https://forbes.kz/articles/kak-krizis-vvenesuele-mozhet-povliyat-naneftyanuyu-otrasl-kazahstana-eksperty">Forbes Kazakhstan</a> die strukturellen Grenzen des venezolanischen Öls – schwer, teuer in der Förderung und abhängig von massiven Investitionen – sowie die Zurückhaltung der amerikanischen Großkonzerne, schnell zu investieren. Daher würden die kurzfristigen Auswirkungen begrenzt bleiben, da Venezuela derzeit nur einen marginalen Anteil an der weltweiten Produktion hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Kasachstan liegt die größte Herausforderung daher in der grundlegenden Entwicklung des Marktes. Solange die Preise nahe den Haushaltsannahmen bleiben, sind die Auswirkungen <a href="https://economykz.org/?p=23636">überschaubar</a>. Mittelfristig könnte jedoch eine schrittweise Rückkehr des venezolanischen Öls die Position des Landes auf den Märkten schwächen und seinen Haushalt belasten, wodurch der „Venezuela-Effekt” zu einem diffusen, aber strategischen Risiko wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kasachstan, ein zukünftiges Venezuela?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz Ähnlichkeiten hinsichtlich der strategischen Bedeutung ihrer Kohlenwasserstoffe folgt Kasachstan nicht dem Weg Venezuelas, versichert das russische Auslandsmedium <a href="https://ru.sputnik.kz/20260109/kazakhstan-venesuela-ssha-svoik-mnenie-60282518.html">Sputnik Kasachstan</a>. Im Gegensatz zu Caracas nach der Chávez-Ära hat Astana stabile Ölvereinbarungen mit westlichen Unternehmen aufrechterhalten und damit Rechtssicherheit und Attraktivität für Investoren gewährleistet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Öffnung geht jedoch mit einer schrittweisen Stärkung der nationalen Souveränität einher, wie die Verfassungsreform von 2022 zeigt. Kasachstan erscheint somit als pragmatischer und kooperativer Energielieferant, der eher dem Venezuela vor den Verstaatlichungen als seiner aktuellen Situation ähnelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lesen Sie auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/praesident-toqaev-vollzieht-in-kasachstan-eine-umgestaltung-der-institutionen/">Präsident Toqaev vollzieht in Kasachstan eine Umgestaltung der Institutionen</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Frage der Ölverträge bleibt jedoch heikel. Die Vereinbarungen zur Aufteilung der Produktion, die die Ausbeutung der wichtigsten Lagerstätten regeln, stehen im Mittelpunkt wachsender Spannungen zwischen dem Staat und ausländischen Konsortien. Astana hat kürzlich Verhandlungen zur Anpassung dieser Verträge aufgenommen, um günstigere Bedingungen zu erzielen und gleichzeitig ein stabiles Investitionsklima zu erhalten.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Zoé Toulouse für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>aus dem <a href="https://novastan.org/fr/kazakhstan/operation-americaine-au-venezuela-manifestations-en-iran-quels-impacts-pour-le-petrole-kazakh/">Französischen</a> übersetzt von Margaret Bullich</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>gekürzt von Robin Roth</strong></p>



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			</item>
		<item>
		<title>Kasachstans Beitritt zu den Abraham-Abkommen: Wird sich Washingtons Geste auszahlen?</title>
		<link>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/kasachstan-beitritt-zu-den-abraham-abkommen-wird-sich-washingtons-geste-auszahlen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Dec 2025 20:44:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Abraham-Abkommen]]></category>
		<category><![CDATA[Donald Trump]]></category>
		<category><![CDATA[Israel]]></category>
		<category><![CDATA[Qasym-Jomart Toqaev]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Vereinigte Staaten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zwei Jahre nach Beginn des Krieges in Gaza, in dem &#xFC;ber 68.000 Pal&#xE4;stinenser ums Leben gekommen sind, hat sich Kasachstan bereit erkl&#xE4;rt, sich Trumps Abraham-Abkommen anzuschlie&#xDF;en, um engere Beziehungen zu Israel zu kn&#xFC;pfen. Auch wenn Toqaevs Risiko aufgrund der bereits bestehenden Beziehungen des Landes zu Israel keineswegs bahnbrechend ist, signalisiert dieses Man&#xF6;ver doch eine neue, [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zwei Jahre nach Beginn des Krieges in Gaza, in dem über 68.000 Palästinenser ums Leben gekommen sind, hat sich Kasachstan bereit erklärt, sich Trumps Abraham-Abkommen anzuschließen, um engere Beziehungen zu Israel zu knüpfen. Auch wenn Toqaevs Risiko aufgrund der bereits bestehenden Beziehungen des Landes zu Israel keineswegs bahnbrechend ist, signalisiert dieses Manöver doch eine neue, amerikanische Ausrichtung für Kasachstans internationale Orientierung.</strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Vorfeld des mit Spannung erwarteten <a href="https://taz.de/USA-umwerben-Zentralasien/!6128099/">C5+1 Gipfels</a> in Washington D.C. gab US-Präsident Donald Trump am 7. November <a href="https://truthsocial.com/@realDonaldTrump/posts/115505478418176575">bekannt</a>, dass Kasachstan bald dem von den USA geführten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Friedensvertrag_zwischen_Israel_und_den_Vereinigten_Arabischen_Emiraten">Abraham-Abkommen</a> beitreten werde, einer von Trump initiierten Initiative, um widerständige mehrheitlich muslimische Nationen zu ermutigen, engere Beziehungen zu Israel zu knüpfen. Mit seinem Beitritt wird Kasachstan das erste Land sein, das sich dem Abkommen seit Beginn des Krieges in Gaza im Jahr 2023 anschließt.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Im Gegensatz zu allen bisherigen Mitgliedern des Abraham-Abkommens, die sich vor ihrem Beitritt geweigert hatten, Israel anzuerkennen, unterhält Kasachstan <a href="https://www.nzz.ch/international/kasachstan-tritt-abraham-abkommen-bei-was-das-bedeutet-ld.1910766">seit 1992</a> formelle Beziehungen zu Israel. <a href="https://www.sueddeutsche.de/politik/nahost-kasachstan-tritt-abraham-abkommen-bei-li.3335839">Experten</a> haben den Schritt des kasachstanischen Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Qasym-Jomart Toqaev</a> schnell als symbolische Geste bezeichnet, die darauf abzielt, sich bei Washington beliebt zu machen. Sie bezweifeln, dass er die bestehenden Beziehungen Kasachstans zu Israel wesentlich verändern wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein geopolitischer Kurswechsel</strong>?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für Toqaev ist dieser Schritt eindeutig ein Signal an Washington, dass er offen für eine weitere strategische Zusammenarbeit ist. Nur wenige Stunden vor der Ankündigung Kasachstans zum Abraham-Abkommen unterzeichneten Kasachstan und die Vereinigten Staaten ein <a href="https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/jagd-auf-seltene-erden-trump-besetzt-russlands-freien-stuhl-in-zentralasien-li.10004547">lukratives Kooperationsabkommen</a> über Seltenerdmetalle, die die Vereinigten Staaten als kritisch für ihre nationale Sicherheit erachten. Als Toqaev Washington verließ, hatte er <a href="https://astanatimes.com/2025/11/17-billion-signed-in-washington-heres-where-its-going/">laut Astana Times</a> 29 Abkommen mit den Vereinigten Staaten unterzeichnet, die neue Investitionen in Höhe von 17 Milliarden US-Dollar vorsehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/panorama/china-in-zentralasien-factchecking-um-mit-mythen-aufzuraeumen/"><strong>China in Zentralasien – Factchecking, um mit Mythen aufzuräumen</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Über die Mineralien hinaus sehen die Vereinigten Staaten politisches Potenzial, Kasachstan aus dem Einflussbereich Chinas herauszulösen und in ihren eigenen zu ziehen, wodurch eine wichtige Verbindung in Chinas aufstrebendem Handelskorridor <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Neue_Seidenstraße">„Belt and Road Initiative“</a> quer durch den asiatischen Kontinent gekappt würde. Kasachstan hofft, seine internationalen Abkommen zwischen den globalen Schwergewichten ausbalancieren zu können, und erwartet, dass eine enge Partnerschaft mit den Vereinigten Staaten die Abhängigkeit des Staates von China und Russland begrenzen wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein dringend benötigter Erfolg für Trump</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem geplanten Beitritt des Landes zum Abraham-Abkommen bescherte Kasachstan Trump einen lang ersehnten diplomatischen Sieg: ein mehrheitlich muslimisches Land, das bereit ist, enge Beziehungen zum Nachkriegs-Israel zu knüpfen. In seiner ersten Amtszeit überraschte Trump die Welt, <a href="https://www.freiheit.org/de/deutschland/zwischen-ambitionen-einer-zweiten-us-praesidentschaft-und-einer-aera-des-friedens-im">indem er erfolgreich Verhandlungen</a> mit vier arabischen Staaten mit muslimischer Mehrheit – Bahrain, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Marokko und dem Sudan – führte, um im Rahmen der Abraham-Abkommen formelle Beziehungen zu Israel aufzunehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2023 sollte Saudi-Arabien <a href="https://www.swp-berlin.org/publications/products/aktuell/2025A03_Israel_Saudi-Arabien.pdf">der nächste und einflussreichste Staat werden,</a> der Israel offiziell anerkennt – ein Schritt, von dem sich die Vereinigten Staaten erhofften, dass er eine Reihe anderer arabischer Staaten dazu inspirieren würde, diesem Beispiel zu folgen. Vor allem aufgrund des öffentlichen Drucks, nachdem Israel im Oktober 2023 mit seiner Bodenoffensive in Gaza begonnen hatte, <a href="https://www.swp-berlin.org/publications/products/aktuell/2025A03_Israel_Saudi-Arabien.pdf">stoppte Saudi-Arabien</a> jedoch alle Bemühungen zur Anerkennung des Staates Israel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Trump im Januar 2025 wieder ins Amt kam, <a href="https://www.tagesschau.de/ausland/asien/israel-usa-saudi-arabien-100.html">räumte er ein, dass Israel,</a> ein wichtiger regionaler Verbündeter der Vereinigten Staaten, auf der Weltbühne zunehmend isoliert war. Dies resultierte aus der <a href="https://www.amnesty.de/israel-palaestina-gaza-nahostkonflikt">weltweite Empörung</a> über mutmaßliche Kriegsverbrechen, die seine Armee in Gaza begangen hatte. Am 16. September veröffentlichte die <a href="https://www.tagesschau.de/ausland/asien/israel-gaza-kommissionsbericht-un-100.html">Unabhängige Internationale Untersuchungskommission der Vereinten Nationen</a> für <a href="https://www.tagesschau.de/ausland/asien/israel-gaza-kommissionsbericht-un-100.html">die besetzten palästinensischen Gebiete</a> einen Bericht, in dem sie zu dem Schluss kam, dass Israel im Gazastreifen <a href="https://www.tagesschau.de/ausland/asien/israel-gaza-kommissionsbericht-un-100.html">„Völkermord begangen hat”.</a> Aufgrund der überwältigenden Verurteilung der israelischen Kriegshandlungen in der arabischen und muslimischen Welt hat seit Beginn des Krieges in Gaza kein Staat in der Region Schritte unternommen, um Israel anzuerkennen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong><strong> <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/was-sind-die-ergebnisse-des-usa-zentralasien-gipfels-in-washington/">Was sind die Ergebnisse des USA-Zentralasien-Gipfels in Washington?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Trump glaubt nach wie vor an die Abraham-Abkommen als Lösung, um die regionale Isolation des Nachkriegs-Israels zu durchbrechen. Mit der Teilnahme Kasachstans behauptet Trump, dass diese Geste eine entscheidende Wiederbelebung der Abraham-Abkommen darstellt und weitere wichtige regionale Mächte dazu bewegen wird, ebenfalls beizutreten. Bemerkenswert ist, dass die Ankündigung Kasachstans zwölf Tage vor dem <a href="https://www.deutschlandfunk.de/trump-empfaengt-saudischen-kronprinzen-mohammed-bin-salman-im-weissen-haus-erster-besuch-seit-khasho-100.html">geplanten Besuch</a> des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mohammed_bin_Salman">saudischen Prinzen Mohammed bin Salman</a> in Washington D.C. erfolgte. Dies nährte die Erwartung, dass Trump den Beitritt Kasachstans zu den Abraham-Abkommen nutzen werde, um politischen Druck auf Saudi-Arabien auszuüben, damit es seine Bemühungen um eine Normalisierung der Beziehungen zu Israel wieder aufnimmt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Zukunft der kasachstanisch-amerikanischen Zusammenarbeit</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Während des C5+1-Gipfels im November 2025 <a href="https://www.deutschlandfunk.de/gipfeltreffen-mit-zentralasiatischen-staaten-im-weissen-haus-trump-verkuendet-milliardenschweres-abk-100.html">deutete Trump an,</a> dass er bald einen Staatsbesuch in Astana machen könnte. Alles deutet darauf hin, dass Trump Toqaevs Regierung schätzen gelernt hat. Ihre Bereitschaft, den USA Zugang zu wichtigen Mineralien zu verschaffen und Trumps ins Stocken geratenes Friedensprojekt im Nahen Osten wiederzubeleben, ist in Washington nicht unbemerkt geblieben. Während Toqaev glaubt, die kasachstanische Souveränität durch das Jonglieren mit Abkommen zwischen Russland, China und den Vereinigten Staaten aufrechterhalten zu können, ist unklar, ob eine weitere Zusammenarbeit mit Trumps Amerika Kasachstan die so sehr gewünschte Unabhängigkeit bringen wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/wladimir-putin-in-kirgistan-rueckblick-auf-einen-symboltraechtigen-staatsbesuch/">Wladimir Putin in Kirgistan: Rückblick auf einen symbolträchtigen Staatsbesuch</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Qatar, ein regionaler Nachbar, der seit langem bestrebt ist, Diplomatie und Verteidigung in Einklang zu bringen, wurde für seine Annäherung an Washington und seine Friedensbemühungen bestraft. Allein im vergangenen Jahr wurde es zweimal bombardiert – <a href="https://www.tagesschau.de/ausland/asien/angriff-iran-katar-102.html">einmal vom Iran</a> und <a href="https://www.tagesschau.de/ausland/asien/nahost-katar-vermittler-unter-beschuss-100.html">einmal von Israel,</a> dem engsten regionalen Verbündeten Amerikas. Nicht weit von Kasachstan entfernt, im Kaukasus, zeigte Trump kürzlich mit seinem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Armenisch-aserbaidschanisches_Friedensabkommen">Friedensabkommen zwischen Armenien und Aserbaidschan</a> der Welt, dass seine Regierung bestrebt ist, die wirtschaftliche Vorherrschaft Amerikas in weit entfernten Regionen mit diplomatischen Mitteln zu festigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zeit wird zeigen, ob Toqaevs Wagnis einer weiteren Integration mit den Vereinigten Staaten zu dem von seiner Regierung gewünschten Ergebnis führen wird. Durch den Beitritt zu den Abraham-Abkommen in einem für das Überleben der Initiative kritischen Moment hat Kasachstan seine diplomatische Nützlichkeit für Washington erfolgreich unter Beweis gestellt. Da Trump jedoch darauf abzielt, den amerikanischen Einfluss auf dem asiatischen Kontinent auszuweiten, läuft Kasachstan nun Gefahr, zu einem Spielball im zunehmenden Wettbewerb Amerikas <a href="https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/jagd-auf-seltene-erden-trump-besetzt-russlands-freien-stuhl-in-zentralasien-li.10004547">um die Vorherrschaft</a> mit China zu werden, der die zentralasiatische Region erfasst.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Joseph Fischer für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/en/politics/kazakhstan-to-become-an-unusual-addition-to-the-abraham-accords-will-this-diplomatic-gesture-for-washington-pay-off/">Englischen</a> von Margaret Bullich</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/kasachstan-beitritt-zu-den-abraham-abkommen-wird-sich-washingtons-geste-auszahlen/">Kasachstans Beitritt zu den Abraham-Abkommen: Wird sich Washingtons Geste auszahlen?</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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		<title>Was sind die Ergebnisse des USA-Zentralasien-Gipfels in Washington?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Nov 2025 15:39:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
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		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die f&#xFC;nf zentralasiatischen Staatschefs sind nach Washington gereist, um an einem Gipfeltreffen im Format &#x201E;C5+1&#x201C; mit Donald Trump teilzunehmen. Seltene Erden standen im Mittelpunkt der Agenda und riesige, unerschlossene Mineralvorkommen waren Gegenstand bedeutender Abkommen mit den Vereinigten Staaten. Die Vereinigten Staaten mischen wieder mit. Am 6. November hat US-Pr&#xE4;sident Donald Trump im Rahmen des zweiten [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die fünf zentralasiatischen Staatschefs sind nach Washington gereist, um an einem Gipfeltreffen im Format „C5+1“ mit Donald Trump teilzunehmen. Seltene Erden standen im Mittelpunkt der Agenda und riesige, unerschlossene Mineralvorkommen waren Gegenstand bedeutender Abkommen mit den Vereinigten Staaten.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Vereinigten Staaten mischen wieder mit. Am 6. November hat US-Präsident Donald Trump im Rahmen des zweiten US-Zentralasien-Gipfels (der erste fand 2023 unter der Biden-Administration statt) Handels-, Diplomatie- und Bergbauabkommen mit den Staatschefs der zentralasiatischen Länder unterzeichnet. <em>„Leider haben frühere US-Präsidenten diese Region völlig vernachlässigt“</em>, erklärte Trump und fügte hinzu, er verstehe zwar die Bedeutung dieser Region, aber vielen sei dies nicht bewusst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Reichtum an Mineralien stand erneut im Mittelpunkt der Gespräche in Washington: 29 bilaterale Abkommen im Wert von rund 17,2 Milliarden US-Dollar wurden unterzeichnet. Zentralasiens Böden sind reich an Seltenen Erden und verfügen über riesige Vorkommen an Uran, Kupfer, Gold und anderen strategischen Mineralien, die für die globale Energiewende unerlässlich sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/great-deals-kasachstan-und-usbekistan-schliessen-wirtschaftsabkommen-in-new-york/"><strong>„Great Deals“: Kasachstan und Usbekistan schließen Wirtschaftsabkommen in New-York</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Zusammenhang haben das amerikanische Unternehmen Cove Capital und die kasachstanische Regierung eine Vereinbarung über den Bau einer Anlage zur Gewinnung und Verarbeitung von Wolfram abgeschlossen. Das Investitionsvolumen beträgt 1,1 Milliarden US-Dollar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Pini Althaus, CEO von Cove Capital, <a href="https://www.rferl.org/a/central-asia-trump-critical-minerals-diplomatic-deals-summit/33583397.html">nannte</a> die Vereinbarung <em>„einen historischen Sieg für die Vereinigten Staaten und ihren Bedarf an kritischen Mineralien“</em>. Er wies außerdem darauf hin, dass Donald Trump und US-Handelsminister Howard Lutnick bei den Verhandlungen zu der Vereinbarung beigetragen hätten, um zu verhindern, dass chinesische Unternehmen diese strategische Lagerstätte ausbeuten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kasachstan und die Abraham-Abkommen: eine rein symbolische Geste?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Seit dem Ende des Gipfels steht insbesondere Kasachstan im Rampenlicht, da das Land den Beitritt zu den Abraham-Abkommen ankündigte. Die Abraham-Abkommen sind eine Reihe von Kooperationsabkommen zwischen Israel und arabischen und muslimischen Staaten, die von den USA angestoßen wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Abkommen, die 2020 während Trumps erster Amtszeit unterzeichnet wurden, sollten die diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und jenen Staaten normalisieren, die den jüdischen Staat nicht anerkennen. Den Anfang machten die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain. Die beiden Länder waren damit nach Ägypten und Jordanien die ersten im Nahen Osten, die Israel offiziell anerkannten.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Kasachstan unterhält jedoch seit 1992, kurz nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, diplomatische und wirtschaftliche Beziehungen zu Israel. Beobachter sehen diese Entscheidung als durchaus nachvollziehbar an. Laut Joseph Epstein, Direktor des Turan Research Center am Yorktown Institute, ergänzt die politische Entscheidung die <em>„multivektorielle Außenpolitik Astanas“</em>, die darauf abziele, die Beziehungen zu Russland, China und dem Westen im Sinne der Wahrung der Souveränität auszubalancieren. <em>„Der Beitritt zu den Abraham-Abkommen bietet Kasachstan die Möglichkeit, die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten zu vertiefen, ohne einen seiner Nachbarn offen zu verprellen“</em>, <a href="https://www.atlanticcouncil.org/blogs/menasource/kazakhstan-joins-the-abraham-accords-and-redefines-the-geography-of-peace/">erklärt</a> er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus amerikanischer Sicht stärke Kasachstans Beitritt zu den Abraham-Abkommen <em>„indirekt den Einfluss Washingtons, indem er den Rohstoffreichtum und die Handelsrouten Zentralasiens mit dem Kapital der Golfstaaten und der israelischen Technologie verknüpft“</em>. Laut Epstein könnte diese Verbindung <em>„die Abraham-Abkommen von einem Nahost-Friedensrahmen in eine trans-eurasische Architektur verwandeln, die darauf abzielt, Wohlstand, Toleranz und Stabilität als Alternative zu China, Russland und dem Iran zu fördern“</em>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Von künstlicher Intelligenz bis hin zu Flugzeugen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kasachstans Regierung hat außerdem mit Unterstützung von Kazakh Invest (einer von der Regierung gegründeten öffentlichen Verwaltung zur <em>„Anwerbung hochwertiger ausländischer Investitionen“</em>) 29 Abkommen mit Unternehmen wie Nvidia, OpenAI, Oracle und Starlink <a href="https://qazinform.com/news/nvidia-boeing-openai-among-us-companies-signing-new-agreements-with-kazakhstan-260cf1">unterzeichnet</a>. Deren Gesamtwert beläuft sich auf rund 17,2 Milliarden US-Dollar (14,8 Milliarden Euro).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Gipfeltreffen wird mit einer Einigung über den Verkauf von 37 Boeing-Flugzeugen an die nationalen Fluggesellschaften Kasachstans, Tadschikistans und Usbekistans gerechnet. Zudem soll ein Auftrag über 200 Millionen Dollar an das amerikanische Unternehmen Leidos zur Modernisierung des nationalen Flugverkehrsmanagementsystems Kasachstans vergeben werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Neuer Akteur auf der zentralasiatischen Bühne</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der C5+1-Gipfel findet zu einem für die USA kritischen Zeitpunkt statt. Russland und China sind traditionell einflussreiche Akteure in der Region. Obwohl Moskaus Handlungsspielraum durch den Krieg in der Ukraine eingeschränkt wurde, hält es an seinem Einfluss in Zentralasien fest: Wladimir Putin nahm im September am Russland-Zentralasien-Gipfel in Tadschikistan teil, wenige Monate nach dem <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/zweiter-china-zentralasien-gipfel-ein-reigen-an-handelsabkommen/">China-Zentralasien-Gipfel</a> in Astana. Die Europäische Union <a href="https://www.rferl.org/a/eu-china-central-asia-caucasus-russia-middle-corridor-global-gateway/33562604.html">veranstaltete</a> im April ebenfalls einen Gipfel mit regionalen Führungskräften in Usbekistan, um Infrastrukturinvestitionen und den Zugang zu wichtigen zentralasiatischen Bodenschätzen zu erörtern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/gipfel-in-duschanbe-zentralasiens-staatschefs-treffen-wladimir-putin/"><strong>Gipfel in Duschanbe: Zentralasiens Staatschefs treffen Wladimir Putin</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der Einberufung des C5+1-Formats scheinen die Vereinigten Staaten einen wichtigen Schritt unternommen zu haben, der zu einer gestärkten Präsenz in der Region führen wird. Der geopolitische Kontext bleibt dabei von Bedeutung: Nach einer Waffenruhe im Handelskrieg zwischen Peking und Washington ist der Wettbewerb zwischen den USA und China um den Export seltener Erden – ein zentraler Streitpunkt in ihren Handelsverhandlungen – weiterhin intensiv.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Washington sucht nun nach neuen Wegen, Peking auf dem Metallmarkt zu umgehen. China produziert fast 70 Prozent der weltweiten Seltenen Erden und kontrolliert rund 90 Prozent ihrer Verarbeitung. Daher rührt das beidseitige Interesse des Gipfels: Zentralasien könnte zwar langfristig eine wichtige Quelle darstellen, doch die Region erhofft sich dringend benötigte Investitionen zur Erschließung dieser Ressourcen. Möglicherweise wird die von US-Außenminister Marco Rubio angekündigte Reise in die fünf zentralasiatischen Republiken im Jahr 2026 den amerikanischen Bemühungen in der Region zusätzlichen Auftrieb verleihen.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Samad Alizade für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/decryptage/asie-centrale-trump-sommet-que-retenir/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Immer mehr zentralasiatische Staatsangehörige machen sich auf in die Vereinigten Staaten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[opascal]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Apr 2024 18:04:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>2023 sollen fast 50.000 Staatsangeh&#xF6;rige aus den zentralasiatischen Republiken versucht haben, die Grenze zwischen Mexiko und den USA illegal zu &#xFC;berqueren. M&#xE4;rz wurden von den lateinamerikanischen L&#xE4;ndern erste Zugangsbeschr&#xE4;nkungen eingef&#xFC;hrt, um die illegale Einwanderung zu bremsen. Eine Reise nach Lateinamerika: f&#xFC;r einige Personen mit einem russischen oder zentralasiatischen Pass unm&#xF6;glich. Am Flughafen Istanbul, von dem [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>2023 sollen fast 50.000 Staatsangehörige aus den zentralasiatischen Republiken versucht haben, die Grenze zwischen Mexiko und den USA illegal zu überqueren. März wurden von den lateinamerikanischen Ländern erste Zugangsbeschränkungen eingeführt, um die illegale Einwanderung zu bremsen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Reise nach Lateinamerika: für einige Personen mit einem russischen oder zentralasiatischen Pass unmöglich. Am Flughafen Istanbul, von dem täglich ein oder zwei Flüge nach Mexiko-Stadt abgehen, wurden mehrere Passagiere von der nationalen Fluggesellschaft Turkish Airlines nicht zum Check-in zugelassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://rus.azattyk.org/a/32865203.html">Radio Azattyk berichtet</a>, dass auf der Website von Turkish Airlines seit dem 15. März neue Zugangsregeln für Flüge nach Venezuela, Mexiko, Kolumbien, Kuba und Brasilien gelten. Von nun an muss jeder Passagier beim Einchecken sein Rückflugticket sowie einen Nachweis über eine Hotelreservierung am Zielort vorlegen. Außerdem dürfen Reisende ohne Reisegepäck und mit einem Flug, der länger als 24 Stunden zwischenlandet, nicht an Bord gehen. Turkish Airlines erklärt, dass diese Maßnahmen ergriffen wurden, um den neuen Anforderungen der Zielländer gerecht zu werden.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">In der Praxis reicht es nicht aus, die Anforderungen der Fluggesellschaft zu erfüllen. Am 10. März <a href="https://ria.ru/20240310/polety-1932168892.html">stellte die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti fest</a>, dass seit Februar Passagiere bei Flügen nach Südamerika abgewiesen werden. Auf Nachfrage der Nachrichtenagentur sagte Jewgeni, ein Russe, der nach Argentinien reisen wollte, dass er gesehen habe, wie mehreren Passagieren das Boarding verweigert wurde, obwohl sie Rückflugtickets nach Russland oder in die Türkei hatten. Insgesamt wurden zehn Personen vom Flug ausgeschlossen. Unter ihnen waren Menschen russischer, aber auch türkischer und kasachstanischer Staatsbürgerschaft.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Dramatischer Anstieg innerhalb eines Jahres</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Diese neuen Vorsichtsmaßnahmen erklären sich durch noch nie dagewesene Zahlen. Am 21. Februar <a href="https://www.foxnews.com/us/thousands-special-interest-aliens-illegally-entered-us-via-san-diego-october-cbp-data-shows">veröffentlichte Fox News</a> Statistiken der US-Grenzpatrouille. Insgesamt sollen fast 2.500 Staatsangehörige Usbekistans sowie 1.600 Menschen afghanischer, 850 russischer, 500 tadschikischer und 400 kirgistanischer Staatsbürgerschaft versucht haben, allein über den Grenzübergang Isidoro, einen von 48 Kontrollpunkten an der amerikanisch-mexikanischen Grenze, illegal in die USA einzureisen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie <a href="https://exclusive.kz/nelegalnaya-migracziya-iz-czentralnoj-azii-napryagla-ssha/#:~:text=%D0%A1%D0%A8%D0%90%20%D0%BE%D0%B1%D0%B5%D1%81%D0%BF%D0%BE%D0%BA%D0%BE%D0%B5%D0%BD%D1%8B%20%D0%BD%D0%B5%D0%BB%D0%B5%D0%B3%D0%B0%D0%BB%D1%8C%D0%BD%D0%BE%D0%B9%20%D0%BC%D0%B8%D0%B3%D1%80%D0%B0%D1%86%D0%B8%D0%B5%D0%B9%20%D0%B8%D0%B7%20%D0%A6%D0%B5%D0%BD%D1%82%D1%80%D0%B0%D0%BB%D1%8C%D0%BD%D0%BE%D0%B9%20%D0%90%D0%B7%D0%B8%D0%B8,-12%20%D0%BC%D0%B0%D1%80%D1%82%D0%B0%2C%202024&amp;text=%D0%A0%D0%B5%D0%B7%D0%BA%D0%B8%D0%B9%20%D1%80%D0%BE%D1%81%D1%82%20%C2%AB%D0%BD%D0%B5%D0%BB%D0%B5%D0%B3%D0%B0%D0%BB%D1%8C%D0%BD%D1%8B%D1%85%C2%BB%20%D0%BC%D0%B8%D0%B3%D1%80%D0%B0%D0%BD%D1%82%D0%BE%D0%B2%20%D0%B8%D0%B7,%D0%B1%D1%8B%D1%82%D1%8C%20%D1%81%D0%B2%D1%8F%D0%B7%D0%B0%D0%BD%D0%BD%D1%8B%20%D1%81%20%D1%82%D0%B5%D1%80%D1%80%D0%BE%D1%80%D0%B8%D1%81%D1%82%D0%B8%D1%87%D0%B5%D1%81%D0%BA%D0%B8%D0%BC%D0%B8%20%D0%BE%D1%80%D0%B3%D0%B0%D0%BD%D0%B8%D0%B7%D0%B0%D1%86%D0%B8%D1%8F%D0%BC%D0%B8.">Exclusive.kz berichtet</a>, sollen fast 50.000 Menschen aus Zentralasien versucht haben, illegal die Grenze in die USA zu überqueren – im Jahr 2022 waren es nur 5.367. Bis heute warten mindestens 40.000 Zentralasiaten darauf, von den US-Behörden verurteilt zu werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Das Land um jeden Preis verlassen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Innerhalb weniger Jahre hat sich das Profil der Migrierenden, abgesehen von der legalen Migration, völlig gewandelt. Marina Sokolowskaja, eine Journalistin und Einwanderungsberaterin aus den USA, vertritt im <a href="https://rus.azattyk.org/a/32860022.html">Interview mit Radio Azattyk</a> die Ansicht, dass die Figur des Wirtschaftsmigranten mittlerweile durch die des politischen Flüchtlings ersetzt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Asamat (Name der Redaktion bekannt), der ebenfalls am Istanbuler Flughafen festsitzt, kommt eine Rückkehr nach Kirgistan oder Russland nicht in Frage. Er besitzt sowohl die kirgistanische als auch die russische Staatsbürgerschaft. Russland verließ er, um nicht auf das Schlachtfeld geschickt zu werden, Kirgistan wegen seiner politischen Ansichten. Nachdem er für einige Monate nach Südkorea ausgewandert war, kam er wie viele andere auf die Idee, über Mexiko in die USA zu gelangen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/nach-terroranschlag-massive-anfeindungen-gegen-tadschikinnen-in-russland/">Nach Terroranschlag: Massive Anfeindungen gegen Tadschik:innen in Russland</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Es gibt Kirgisen, die nach Kuba oder Mexiko in den Urlaub fliegen. Schließlich haben [die Fluggesellschaften] nicht das Recht, die Entscheidung zu treffen, jemanden nicht ins Flugzeug zu lassen. Ich für meinen Teil werde ebenfalls Urlaub in Cancun machen. Und dann werde ich in die USA reisen“</em>, sagt er <a href="https://rus.azattyk.org/a/32865203.html">gegenüber Radio Azattyk</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Haftbedingungen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ohne die App CPB One gibt es jedoch keinen Flüchtlingsstatus, <a href="https://www.amnesty.org/fr/latest/news/2023/05/usa-mandatory-cbp-one-violates-right-asylum/">berichtet Amnesty International</a>. In den USA ist diese Handy-App die einzige legale Möglichkeit für Asylsuchende, in das Land einzureisen. Weniger gut ergeht es ihnen, wenn sie sich dazu entschließen, die Grenze zu überqueren, ohne sich bei der Software zu registrieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie werden von Patrouillen festgenommen und anschließend in Haftlagern verteilt. Dort müssen sie mehrere Monate warten, bis sie von Gerichten abgeurteilt werden. Politisches Asyl, die Green Card, die es ermöglicht, einen Arbeitsvertrag auf amerikanischem Boden zu erhalten, und das Nachholen von Familienangehörigen werden ihnen fast systematisch verweigert. Nachdem sie einen Abschiebungsaufschub erhalten haben, besteht die einzige Lösung oft nur darin, den amerikanischen Boden zu verlassen und sich anderswo niederzulassen.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Ottilie Pascal für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><strong><a href="https://novastan.org/fr/politique/ressortissants-centrasiatiques-nombreux-partir-aux-etats-unis/">Französischen</a></strong><strong> von Michèle Häfliger</strong><strong></strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Tadschikistan: Schwierige Nachbarschaft mit den Taliban</title>
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		<dc:creator><![CDATA[pmougeot]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Jun 2022 16:02:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheitspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Taliban]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seitdem die Taliban in Afghanistan an die Macht gekommen sind, muss Tadschikistan seine Politik anpassen, obwohl die Spannungen zwischen beiden L&#xE4;ndern weiter zunehmen. Um seine Grenzen zu sch&#xFC;tzen, muss das Land mit ausl&#xE4;ndischen Streitkr&#xE4;ften zusammenarbeiten. Radio Azattyq, der kasachstanische Dienst von Radio Free Europe, hat am 19. Mai berichtet, dass die Taliban mehr als 200 [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Seitdem die Taliban in Afghanistan an die Macht gekommen sind, muss Tadschikistan seine Politik anpassen, obwohl die Spannungen zwischen beiden Ländern weiter zunehmen. Um seine Grenzen zu schützen, muss das Land mit ausländischen Streitkräften zusammenarbeiten.</strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Radio Azattyq, der kasachstanische Dienst von Radio Free Europe, hat am 19. Mai <a href="https://rus.azattyq.org/a/afghanistan-taliban-tajikistan-border-truck-seizures/31861163.html">berichtet</a>, dass die Taliban mehr als 200 tadschikische Lastwagen an der afghanischen Grenze aufgehalten haben. Laut Zeugenaussagen verbot die Polizei den Truckern weiterzufahren, aber auch ihre Fahrzeuge zu verlassen. Der Sprecher der Taliban, Sabiullah Mudschahid, erklärte, man werde <em>„die Beziehungen zu Tadschikistan normalisieren und die Grenze öffnen, sobald die Parteien eine formelle Einigung über eine Reihe von Themen erzielen“</em>. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Unterstützung für die Opposition erzeugt Spannungen</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Dieser Vorfall ereignete sich vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen zwischen den beiden Ländern. In mehreren Berichten wird behauptet, dass Tadschikistan einigen Anführern der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nationale_Widerstandsfront_von_Afghanistan">Nationalen Widerstandsfront</a> nahestehe. Diese Oppositionsgruppe besteht hauptsächlich aus Angehörigen der tadschikischen Minderheit in Afghanistan. Zwar hat Duschanbe solche Behauptungen stets bestritten, jedoch hatte Tadschikistans Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Emomalij_Rahmon">Emomali Rahmon</a> im September 2021 gefordert, dass die Taliban humanitäre Hilfe für <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pandschschir">Pandschir</a> zulassen – eine Provinz Afghanistans, die sich gegen die neuen Machthaber stellt.

</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"> Wie das tadschikische Nachrichtenportal <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/opinion/20220511/kto-obyavil-voinu-tadzhikistan-talibam-ili-talibi-tadzhikistanu">Asia-Plus</a> berichtete, erklärte der den Taliban nahestehende ehemalige afghanische Premierminister <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gulbuddin_Hekmatyār">Gulbuddin Hekmatyar</a> am 11. Mai, dass Tadschikistan, indem es <em>„der afghanischen Opposition Asyl gewährte, Afghanistan den Krieg erklärt“</em> habe. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Über die wahre Bedeutung seiner Äußerungen streiten sich jedoch die Expert:innen. Der im gleichen Artikel zitierte Politologe Amiri Samon argumentiert, es sei <em>„kein Geheimnis, dass Tadschikistan eine Art Rückzugsgebiet&#8220;</em> für Oppositionsgruppen sei. Hekmatyars Worte wären demnach eine Warnung, die direkt von der neuen Regierung kommt. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/die-taliban-fordern-gestohlene-luftfahrzeuge-von-tadschikistan-und-usbekistan-zurueck/"><strong>Die Taliban fordern „gestohlene“ Luftfahrzeuge von Tadschikistan und Usbekistan zurück </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Said Homidow, der ebenfalls in dem Artikel zitiert wird, sollten solche Bemerkungen nicht überinterpretiert werden. Hekmatyar mache wegen seiner persönlichen Erfahrung mit dem Land regelmäßig kritische Bemerkungen gegenüber Tadschikistan. Die Meinung des ehemaligen Premierministers, der mehrere Jahre keine offizielle Rolle mehr bekleidet hat, müsse nicht unbedingt jene der Taliban insgesamt sein. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Tadschikistan hält an Wehrpflicht fest </strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Die zahlreichen Vorfälle an der afghanischen Grenze haben die tadschikische Regierung ermutigt, die unbeliebte Wehrpflicht aufrechtzuerhalten. Hiervon sind alle männlichen Bürger zwischen 18 und 27 Jahren <a href="https://asiaplustj.info/news/tajikistan/society/20220506/chto-ozhidaet-prizivnikov-uklonyayutshihsya-ot-prohozhdeniya-voennoi-sluzhbi-v-tadzhikistane">betroffen</a>. Wird ein Betrugsversuch aufgedeckt, droht der Person eine hohe Geldstrafe oder bis zu fünf Jahre Gefängnis. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die tadschikische Armee befindet sich jedoch in einer tiefen Krise, da laut <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/security/20220510/armiya-bednih-nuzhno-li-tadzhikistanu-otkazatsya-ot-srochnoi-sluzhbi">Asia-Plus</a> viele junge Menschen zum Arbeiten ins Ausland gehen, um ihrem Militärdienst zu entgehen. Um dieses Defizit auszugleichen, wendet der Staat illegale Methoden an, indem er zum Beispiel Studenten zum Militärdienst zwingt oder „Razzien“ durchführt, bei denen junge Menschen gezwungen werden, sich zu melden. Ein solch ungleiches und repressives System lässt viele Menschen auf eine Reform des Militärapparats hoffen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/zentralasien-bewahrt-angesichts-der-machtuebernahme-der-taliban-die-ruhe/"><strong>Zentralasien bewahrt angesichts der Machtübernahme der Taliban die Ruhe </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Mahdi Sobir, einem in dem Artikel zitierten Militärexperten, ist die Mehrheit der Länder in der „kapitalistischen Welt“ zur Berufsarmee übergegangen. Der ebenfalls in dem Artikel zitierte Oberst der Reserve Bahtijor Rahmonow ist der Ansicht, dass eine solche Reform das Ansehen der Streitkräfte erhöhen könnte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Soldat hält den Übergang zu einer Berufsarmee aus finanziellen Gründen jedoch für unmöglich. Einen stabilen und menschenwürdigen Lohn zu garantieren, scheint für den ärmsten Staat Zentralasiens nicht machbar zu sein. Daher muss Tadschikistan mit anderen Mächten kooperieren, um effektiver kämpfen zu können. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Allianzen, um interne Schwächen auszugleichen</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Tadschikistan muss eine lange, durchlässige Grenze verteidigen und arbeitet daher mit mehreren Großmächten zusammen. Während einer am 10. Mai organisierten <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/security/20220511/ssha-i-rossiya-postroyat-pogranposti-na-tadzhiksko-afganskoi-granitse-za-millioni-dollarov">Pressekonferenz</a> erklärte <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/John_M._Pommersheim">John M. Pommersheim</a>, Botschafter der Vereinigten Staaten in Tadschikistan, dass Washington in den nächsten zwei Jahren 60 Millionen US-Dollar (56,7 Millionen Euro) für die Sicherheit des Landes bereitstellen werde. Zusätzlich zu dieser finanziellen Unterstützung wird die US-Regierung Puma-Drohnen zur Überwachung der Landesgrenzen zur Verfügung stellen.

</p>


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<p class="wp-block-paragraph"> Auch wenn der Botschafter vor möglichen Angriffen aus Nordafghanistan warnt, schließt Washington die Errichtung einer Militärbasis auf tadschikischem Territorium jedoch aus. In 30 Jahren wurden nach Angaben der Vereinigten Staaten mehr als 330 Millionen US-Dollar (312 Millionen Euro) an Hilfe für die Sicherheit des Landes geliefert. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Anders als die Vereinigten Staaten unterhält Russland seine 201. Militärbasis in Tadschikistan und signalisiert Bereitschaft, die Region vor der Bedrohung durch die Taliban zu schützen. Alexander Sternik, Beamter des russischen Außenministeriums, bekräftigte laut Angaben der russischen Nachrichtenagentur <a href="https://tass.com/defense/1350243?utm_source=novastan.org&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=novastan.org&amp;utm_referrer=novastan.org">TASS</a> am 15. Oktober 2021 Moskaus Wunsch, die Übungen mit Usbekistan und Tadschikistan fortzusetzen, <em>„solange es die alarmierende Situation [in Afghanistan] erfordert“</em>. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/russland-und-zentralasien-bauen-gemeinsame-luftverteidigung-aus/"><strong>Russland und Zentralasien bauen gemeinsame Luftverteidigung aus </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der Machtübernahme der Taliban hat Duschanbe Truppen und Ausrüstung entlang der Grenze zu Afghanistan verlegt. Wie <a href="https://www.rferl.org/a/russia-tajik-drills-afghanistan/31435014.html">Radio Free Europe</a> berichtet, haben Russland und Tadschikistan in der Folge immer wieder Militärübungen entlang der Grenze abgehalten. </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Paul Mougeot, Redakteur für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/tadjikistan/la-politique-du-tadjikistan-face-aux-talibans/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong> </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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			</item>
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		<title>Bringt Joe Biden neuen Schwung in den Beziehungen zwischen den USA und Zentralasien?</title>
		<link>https://novastan.org/de/kasachstan/bringt-joe-biden-neuen-schwung-in-den-beziehungen-zwischen-den-usa-und-zentralasien/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Léonard Dillies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Jun 2021 11:50:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Joe Biden]]></category>
		<category><![CDATA[Vereinigte Staaten]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit dem 20. Januar 2021 ist Joe Biden Pr&#xE4;sident der Vereinigten Staaten. Die Frage nach einem neuen Schwung in den Beziehungen zu Zentralasien ist in aller Munde, aber was ist damit gemeint? Zwischen China und Russland ist das Engagement der Vereinigten Staaten in der Region komplex und durchl&#xE4;uft unterschiedliche Dynamiken. Folgende Analyse der franz&#xF6;sischen Redaktion [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Seit dem 20. Januar 2021 ist Joe Biden Präsident der Vereinigten Staaten. Die Frage nach einem neuen Schwung in den Beziehungen zu Zentralasien ist in aller Munde, aber was ist damit gemeint? Zwischen China und Russland ist das Engagement der Vereinigten Staaten in der Region komplex und durchläuft unterschiedliche Dynamiken. Folgende Analyse der französischen Redaktion von Novastan erschien am 27. Mai 2021.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 20. Januar trat <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Joe_Biden">Joe Biden</a> die Nachfolge von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Donald_Trump">Donald Trump</a> als Präsident der Vereinigten Staaten an. Die beiden Präsidenten scheinen in vielen Fragen uneins zu sein, so könnte auch die US-Außenpolitik gegenüber Zentralasien einen neuen Schub erfahren.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Historisch gesehen ist die Beziehung der Vereinigten Staaten zu der Region nicht besonders ausgeprägt. Wird also die Biden-Administration diejenige sein, die endlich die US-zentralasiatischen Beziehungen ausbaut?</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Ein wahrscheinlicher Erhalt des Status Quo</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Für viele Außenpolitikexperten bringt die neue Biden-Administration keine konkreten Veränderungen mit sich. Der kritischere Diskurs des neuen Präsidenten über die Situation in Zentralasien und sein Lob der Menschenrechte bedeuten keine plötzliche Zunahme des Interesses an der Region.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut der amerikanischen Onlinezeitung <a href="https://eurasianet.org/will-biden-take-on-neglected-caucasus-and-central-asia">Eurasianet</a> wird die Möglichkeit eines radikalen Wandels in den Beziehungen durch die Tatsache beeinträchtigt, dass die Biden-Administration hauptsächlich aus alten Gesichtern besteht. Sie stellt jedoch fest, dass es nur eine Verbesserung gegenüber der Trump-Administration geben kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt bereits Anzeichen für eine Entwicklung im Verhältnis zwischen den beiden Seiten. Wie das US-Medienhaus <a href="https://thediplomat.com/2021/04/us-central-asia-new-trilateral-dialogues-bring-regional-focus-to-afghanistan/">The Diplomat</a> berichtet, haben die Vereinigten Staaten, Afghanistan und Tadschikistan ein <a href="https://www.state.gov/joint-statement-on-the-occasion-of-a-trilateral-discussion-among-afghanistan-tajikistan-and-the-united-states/">trilaterales Gespräch</a> initiiert, um Entwicklung, Sicherheit und Frieden zu fördern.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Wachsende Interessen</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Für den ehemaligen amerikanischen Botschafter <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Richard_E._Hoagland">Richard E. Hoagland</a>, der von Novastan kontaktiert wurde, sind bereits Fortschritte zu verzeichnen. Die Ernennung des US-Botschafters in Kirgistan <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Donald_Lu">Donald Lu</a> zum stellvertretenden Außenminister für süd- und zentralasiatische Angelegenheiten sei ein deutliches Zeichen. „<em>Er wird der erste stellvertretende Staatssekretär für zentralasiatische Angelegenheiten sein, der echte Erfahrung in der Region hat</em>“, so Hoagland.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://twitter.com/Emdupuy">Emmanuel Dupuy</a>, Präsident des Institute for Prospective and Security in Europe (<a href="https://twitter.com/institutipse?lang=en">IPSE</a>), erklärt gegenüber Novastan, dass mehrere Faktoren auf eine Entwicklung in den Beziehungen zwischen den USA und Zentralasien hinweisen. Einer davon ist das <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/s51-wie-steht-es-um-die-amerikanische-zentralasienpolitik/">C5+1-Format</a>, das im November 2015 mit dem Ziel gegründet wurde, den Dialog und die Zusammenarbeit zwischen den Vereinigten Staaten und den Ländern Zentralasiens sicherzustellen. Die C5+1 traf sich zuletzt am 23. April und bekräftigte ihre Unterstützung für die laufenden Bemühungen der Arbeitsgruppen für Wirtschaft, Energie, Umwelt und Sicherheit.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/c5-eine-formel-um-zentralasien-wieder-auf-die-weltkarte-zu-bringen/">„C5 + …“: eine Formel, um Zentralasien wieder auf die Weltkarte zu bringen</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Rückläufiger Trend lässt sich beim militärischen Engagement der Vereinigten Staaten in Zentralasien verzeichnen. Dupuy erinnert daran, dass der 11. September 2021 den vollständigen Abzug der US-Truppen aus Afghanistan markieren wird. Im Juli 2014 wurde mit dem <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Transit_Center_at_Manas">Stützpunkt Manas</a> im Norden Kirgistans die letzte US-Militärbasis in der Region <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/der-manas-flughafen-bischkek-sucht-investoren/">geschlossen</a>.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Ein amerikanisches Desinteresse an Zentralasien?</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Die Veränderung der Biden-Administration in den Beziehungen zu Zentralasien scheint relativ gering, sie ist aber unbestreitbar eine Verbesserung gegenüber zu früheren Administrationen. In der Tat halten sich die Beziehungen zwischen den USA und Zentralasien schon lange in Grenzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Historisch gesehen gestaltete sich das amerikanische Vorgehen in Zentralasien zum Teil als ein Machtkampf mit Peking und Moskau. Dieser an Zentralasien selbst desinteressierte Supermacht-Wettbewerb bleibt nicht ohne Folgen, da die fünf zentralasiatischen Länder zunehmend in Richtung der US-Rivalen tendieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/russland-china-und-die-usa-in-zentralasien-wirtschaft-und-geopolitik/">Russland, China und die USA in Zentralasien: Wirtschaft und Geopolitik</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dupuy beschreibt die Haltung der Vereinigten Staaten als Teil des „Double Containment“: Die Aktionen der Vereinigten Staaten in Zentralasien dienen demnach hauptsächlich dazu, den chinesischen und russischen Einfluss in der Region zu begrenzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In ihrer Vorstellung von Zentralasien schließen die Vereinigten Staaten neben den üblichen fünf Ländern Kasachstan, Kirgistan, Usbekistan, Tadschikistan und Turkmenistan auch Afghanistan und Pakistan ein. Die Einbeziehung Afghanistans in die Region erlaubt es den USA, sich von einem allzu schwachen Vorgehen freizusprechen, da sie in dem Land militärisch engagiert sind.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Die Passivität der Trump-Administration</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten im Jahr 2017 hat die ohnehin schon angespannten Beziehungen nicht verbessert, wie <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/donald-trump-und-die-zukunft-zentralasiens/">einige Experten</a> behaupteten. Es wurde kein neues Interesse an Zentralasien gezeigt, außer dem Wunsch, weiterhin ein Gegengewicht zum Einfluss Russlands und Chinas zu schaffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Richard Hoagland hat das Interesse der USA an Zentralasien jedoch nie nachgelassen. In der Tat haben der Dialog zwischen beiden Seiten und die bilateralen Institutionen &#8211; ein Erbe der vorherigen Administrationen &#8211; während der Trump-Administration gut bestanden. „<em>Wir haben unsere Botschaften, Austauschprogramme und umfangreiche Unterstützung beibehalten, ohne dass sich wirklich etwas geändert hat</em>“, sagt er.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Eine unambitionierte diplomatische Agenda</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">2015 hatten die Vereinigten Staaten eine <a href="https://2009-2017.state.gov/s/d/2015/240013.htm">diplomatische Agenda</a> für Zentralasien veröffentlicht. Darin bekennen sie sich mitunter zur Souveränität und zu den Menschenrechten in der Region, und erklären ihre Bereitschaft, diese Werte zu verteidigen. Der Text war jedoch nicht unumstritten, wobei mehrere Medien, wie <a href="https://novastan.us4.list-manage.com/track/click?u=04ae47d2cd6deee1470fd612e&amp;id=83bc76c1d9&amp;e=a3fa42ca5f">Eurasianet</a>, das usbekische <a href="https://podrobno.uz/cat/politic/ssha-poboryutsya-za-tsentralnuyu-aziyu-s-rossiey-i-kitaem/">Podrobno.uz</a> oder das chinesische <a href="https://news.cgtn.com/news/2020-02-07/Old-wine-in-an-old-bottle-U-S-new-strategy-for-Central-Asia-NTlYesaEyQ/index.html">CGTN</a>, ihn als lächerlich und ohne Wirkung qualifizierten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 5. Februar 2020 erschien eine <a href="https://www.state.gov/united-states-strategy-for-central-asia-2019-2025-advancing-sovereignty-and-economic-prosperity/">erneuerte Version</a> dieses Programms. Doch auch diesen Text bezeichneten <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-amerikanische-zentralasienstrategie-echte-veraenderungen-oder-alter-wein-in-neuen-schlaeuchen/?noredirect=de-DE">mehrere Medien</a> als bloßen Aufguss ohne wirkliche Verbesserungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Partnerschaft zwischen den Ländern der Region und den Vereinigten Staaten ragen in den vergangenen Jahren jedoch einige Ereignisse hervor. Im Januar 2018 hatte Donald Trump <a href="https://novastan.org/de/tag/nursultan-nazarbaev/">Nursultan Nazarbaev</a>, den damaligen Präsidenten von Kasachstan, anlässlich einer Stärkung der <a href="https://novastan.org/fr/kazakhstan/les-etats-unis-et-le-kazakhstan-renforcent-leur-partenariat-strategique-au-xxieme-siecle/">strategischen Partnerschaft</a> zwischen den beiden Ländern empfangen. Erst kürzlich, am 7. Januar 2021, unterzeichneten die beiden Länder zusammen mit Usbekistan eine <a href="https://novastan.org/fr/economie/louzbekistan-les-etats-unis-et-le-kazakhstan-lancent-un-projet-dinvestissement-conjoint-dun-milliard-de-dollars/">Wirtschaftspartnerschaft</a> in Höhe von 1 Milliarden US-Dollar (830 Millionen Euro).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz solcher seltenen Ausnahmen hat das letzte halbe Jahrzehnt nichts Wesentliches in der Entwicklung der Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Zentralasien gebracht hat. Die Tatsache, dass kein US-Präsident jemals einem der fünf zentralasiatischen Länder einen offiziellen Besuch abgestattet hat, unterstreicht das wahrscheinliche Desinteresse weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Haltung hat stellenweise auch Spannungen entfacht. Ein <a href="https://novastan.org/fr/turkmenistan/les-relations-entre-le-turkmenistan-et-les-etats-unis-se-tendent-autour-de-laide-americaine/">Beispiel</a> ist die kalte Schulter zwischen den Vereinigten Staaten und Turkmenistan im April 2020, nachdem letzteres die Bedeutung der US-Wirtschaftshilfe leugnete.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Joe Biden und die Wege zur Veränderung</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Die Biden-Administration hat durchaus das Potenzial, einen Wandel in den Beziehungen herbeizuführen. Dafür sind aber konkrete Schritte erforderlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Ex-Botschafter Hoagland ist der beste Weg, die Beziehungen zwischen beiden Seiten zu entwickeln, die Organisation von mehr hochrangigen politischen Besuchen auf Ebene von Präsidenten und Ministern. Ihm zufolge müssen die Vereinigten Staaten ihre bisherigen Bemühungen fortsetzen und erweitern: „<em>Wenn in letzter Zeit der Eindruck entstanden ist, dass die USA nicht voll involviert sind, dann müssen wir aktiv werden.</em>&#8222;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dupuy unterscheidet mehrere Möglichkeiten zur Stärkung der amerikanischen Präsenz in der Region. Sie alle sind Teil der Entwicklung amerikanischer Soft Power, das heißt des Exports von Kultur, Umweltschutz, Sprache und Bildung.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Bildung und Umweltschutz als Eingangstor</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Im Bereich Bildung ist der Export amerikanischer Universitäten nach Zentralasien für den Präsidenten von IPSE eine wahrscheinliche Perspektive. Ebenso würde die Einbeziehung zentralasiatischer Forscher in amerikanische Think Tanks und umgekehrt das Wissen beider Seiten fördern und ihre Beziehungen stärken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der russische Politiker Andrei Serenko bekräftigt diese Sichtweise in der russischen Zeitung „<a href="https://www.ng.ru/kartblansh/2021-05-11/3_8144_kartblansh.html">Nesawissimaja Gaseta</a>“. „<em>Die Vereinigten Staaten werden zu einem Vermittler, einem externen Schiedsrichter, dessen Dienste noch notwendiger werden, nicht nur für die afghanische Regierung und die Taliban, sondern auch für die Nachbarn des Landes, hauptsächlich die zentralasiatischen Republiken</em>“, schreibt er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben der Bildung könnte der Bereich Umwelt und Ökologie eine gute Möglichkeit für die Vereinigten Staaten darbieten, in Zentralasien Fuß zu fassen. Wie die <a href="https://kz.usembassy.gov/usaid-launches-a-new-regional-water-and-environment-activity-in-kazakhstan/">US-Botschaft in Kasachstan</a> mitteilte, hat die US-Behörde für internationale Entwicklung (USAID) ihren Fünfjahresplan in Kasachstan mit „USAID Regional Water and Environment Vulnerability“ betitelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Plan zielt darauf ab, die Zusammenarbeit zwischen den USA und Kasachstan beim Wasser- und Umweltrisikomanagement rund um die Flüsse <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Amudarja">Amudarja</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Syrdarja">Syrdarja</a> zu stärken, die durch mehrere Länder der Region fließen. Das Austrocknen eines anderen Flusses, des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ural_(Fluss)">Urals</a>, hat die Bevölkerung stark beeinträchtigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lesen Sie auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/frueher-war-hier-mal-ein-fluss-wie-die-austrocknung-des-urals-das-leben-der-menschen-an-seinem-ufer-veraendert/">Früher war hier mal ein Fluss – Wie die Austrocknung des Urals das Leben der Menschen an seinem Ufer verändert</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In größerem Umfang ist das Wassermanagement in ganz Zentralasien, einer Region mit geringen Niederschlägen, ein großes Thema. Im März 2020 <a href="https://novastan.org/fr/economie/la-bonne-gestion-des-ressources-en-eau-element-cle-de-la-croissance-economique-de-lasie-centrale/">erklärte</a> die Weltbank, die Entwicklung in der Zentralasien sei an den richtigen Umgang mit der kostbaren Ressource Wasser gebunden. Umso mehr, als 2021 als <a href="https://novastan.org/fr/decryptage/leau-viendra-t-elle-a-manquer-en-2021-en-asie-centrale/">besonders trockenes Jahr</a> erwartet wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Umwelt scheint also ein günstiger Sektor für die Unterstützung der Vereinigten Staaten zu sein, zumal sich seine Konkurrenten in Zentralasien nicht als Umweltschützer positionieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einerseits wird das sowjetische Handeln im 20. Jahrhundert von Experten für das Austrocknen des <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/der-aralsee-bricht-alle-rekorde-aber-er-lebt-weiter-geo-forscher-im-experten-interview/">Aralsees</a> im Südwesten Kasachstans und im Westen Usbekistans <a href="https://novastan.org/fr/environnement/le-totalitarisme-de-lirrigation-a-tue-la-mer-daral/">verantwortlich gemacht</a>. Andererseits führt Chinas „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Neue_Seidenstra%C3%9Fe">Neue Seidenstraßeninitiative</a>“, ein groß angelegtes Kooperationsprojekt, das auch Zentralasien zugutekommt, zu <a href="https://novastan.org/fr/environnement/les-nouvelles-routes-de-la-soie-pourraient-endommager-les-montagnes-dasie-centrale/">ökologischen Kollateralschäden</a>. Forscher sehen in dem Projekt vor allem katastrophale Folgen für die Berge der Region.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Die Mängel des chinesischen Einflusses</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Die Vereinigten Staaten könnten paradoxerweise sogar von der chinesischen Konkurrenz profitieren. So ist China wegen seines wachsenden Eifers in Zentralasien immer häufiger Gegenstand von Kritik. So ist die Entwicklung der „Digitalen Seidenstraße“, einer 2015 begonnenen Initiative für ein Überwachungs- und Kommunikationsnetzwerk, <a href="https://novastan.org/fr/decryptage/la-route-de-la-soie-numerique-chinoise-realite-ou-chimere/">zunehmend umstritten</a>.</p>


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<p class="wp-block-paragraph">Chinas <a href="https://www.nzz.ch/international/amnesty-verbrechen-gegen-die-menschlichkeit-in-xinjiang-nzz-ld.1629786?reduced=true">Repressionen</a> gegen ethnische Minderheiten in Xinjiang, schadet dem Ansehen des Landes in Kasachstan und Kirgistan erheblich. Die <a href="https://novastan.org/fr/decryptage/region-ouighoure-pourquoi-les-declarations-occidentales-se-multiplient/">klare Verurteilung</a> dieser Politik durch die Biden-Administration könnte helfen, das Image der Vereinigten Staaten zu verbessern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/lagman-und-paranoia-in-khorgos-ueber-das-scheitern-chinesischer-soft-power-an-der-grenze-zu-kasachstan/">Lagman und Paranoia in Khorgos – Über das Scheitern chinesischer „Soft power“ an der Grenze zu Kasachstan</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Experten zufolge ist der Multilateralismus ein weiterer Weg ist, um Chinas Einfluss entgegenzuwirken und die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Zentralasien zu stärken. Da China in der Region überwiegend unilateral agiert, könnte ein multilaterales Vorgehen mit den zentralasiatischen Ländern auch dem US-Image zugutekommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl die neue Biden-Administration kein besonders großes Interesse an Zentralasien zeigt, entwickelt sich die US-zentralasiatische Zusammenarbeit stärker als im vorigen Jahrzehnt. Auch die Herangehensweise ist nicht dieselbe, denn Bildung und Umweltschutz scheinen an die Stelle des früher sehr ausgeprägten militärischen Engagements zu treten. So scheint der Schlüssel zu einer künftig starken Beziehung zwischen den Vereinigten Staaten und Zentralasien scheint in der Ausnutzung der Unzulänglichkeiten Russlands und Chinas, Soft Power und Diskussionen zu liegen.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Leonard Dillies<br>Journalist für Novastan France</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/kirghizstan/joe-biden-un-souffle-nouveau-dans-la-relation-etats-unis-asie-centrale/">Französischen</a> von Florian Coppenrath</strong></p>


<p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/bringt-joe-biden-neuen-schwung-in-den-beziehungen-zwischen-den-usa-und-zentralasien/">Bringt Joe Biden neuen Schwung in den Beziehungen zwischen den USA und Zentralasien?</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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		<title>Die amerikanische Zentralasienstrategie – Echte Veränderungen oder alter Wein in neuen Schläuchen?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Etienne Combier]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Feb 2020 13:04:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
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		<category><![CDATA[Zentralasienstrategie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach monatelanger Wartezeit hat Washington seine Zentralasienstrategie f&#xFC;r die Jahre 2019-2025 ver&#xF6;ffentlicht. Der Text, der sechs Priorit&#xE4;ten auff&#xFC;hrt, wurde von Zentralasien-ExpertInnen schnell wegen seiner &#xC4;hnlichkeit mit der vorhergehenden Strategie aus dem Jahr 2015 kritisiert. Zwar ist das Dokument&#xA0; immer noch vom R&#xFC;ckzug aus dem Nachbarland Afghanistan gepr&#xE4;gt, der Grund f&#xFC;r Amerikas urspr&#xFC;ngliches Interesse an der [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Nach monatelanger Wartezeit hat Washington seine Zentralasienstrategie für die Jahre 2019-2025 veröffentlicht. Der Text, der sechs Prioritäten aufführt, wurde von Zentralasien-ExpertInnen schnell wegen seiner Ähnlichkeit mit der vorhergehenden Strategie aus dem Jahr 2015 kritisiert. </strong><strong>Zwar ist das Dokument  immer noch vom Rückzug aus dem Nachbarland Afghanistan geprägt, der Grund für Amerikas ursprüngliches Interesse an der Region. Dennoch kann man ein neues Interesse an Zentralasien zwischen den Zeilen erkennen. Weil sich das Verhältnis Amerikas zu China und Russland stetig verschlechtert, liegt Amerikas Interesse nun darin,</strong><strong> den Einfluss Chinas und Russlands im eurasischen Kontinent einzudämmen. </strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Unsere KollegInnen von Novastan France haben in ihrer kostenpflichtigen Rubrik </strong><a href="https://novastan.org/fr/decryptage/la-strategie-americaine-en-asie-centrale-simple-redite-ou-veritable-changement/"><strong><em>décryptage</em></strong></a><strong> (dt.: Entschlüsselung) eine Analyse vorgenommen, die wir mit freundlicher Genehmigung übersetzen.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Der Text war lange erwartet worden. Am 5. Februar haben die Vereinigten Staaten ihr diplomatisches Programm für Zentralasien in den Jahren 2019-2025 vorgestellt. Das Dokument mit dem Titel &#8222;<a href="https://www.state.gov/united-states-strategy-for-central-asia-2019-2025-advancing-sovereignty-and-economic-prosperity/">Advancing Sovereignity and Economic Prosperity</a>&#8220; (dt.: Förderung von Souveränität und wirtschaftlichem Wachstum) nennt die Prioritäten der US-Regierung in der Region. Die sechs aufgeführten Prioritäten umfassen unter anderem die Unterstützung der Unabhängigkeit und Souveränität der Staaten der Region, die Achtung der Menschenrechte, den Kampf gegen den Terrorismus und Investitionen der Vereinigten Staaten in die zentralasiatischen Volkswirtschaften.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p></p>
<p style="text-align: justify;">Schnell wurde der Text von allen Seiten wegen seiner mangelnden Originalität kritisiert. Bereits <a href="https://2009-2017.state.gov/s/d/2015/240013.htm">im Jahr 2015</a> bekundeten die Vereinigten Staaten ihren Willen, Souveränität und Unabhängigkeit in einem <em>&#8222;sicheren und stabilen&#8220;</em> Zentralasien zu fördern. Aufgrund der geringen Veränderungen erscheint die neue Zentralasienstrategie dem chinesischen Staatsmedium <a href="https://news.cgtn.com/news/2020-02-07/Old-wine-in-an-old-bottle-U-S-new-strategy-for-Central-Asia-NTlYesaEyQ/index.html">CGTN</a> wie <em>&#8222;Essig in einer alten Flasche&#8220;</em> und dem usbekischen Nachrichtenportal <a href="https://podrobno.uz/cat/politic/ssha-poboryutsya-za-tsentralnuyu-aziyu-s-rossiey-i-kitaem/">Podrobno</a> als eine <em>&#8222;Broschüre&#8220;</em>. Aus der Sicht des amerikanischen Medienportals <a href="https://eurasianet.org/perspectives-us-strategy-for-central-asia-an-old-recipe-for-a-new-situation?utm_source=dlvr.it&amp;utm_medium=facebook&amp;fbclid=IwAR3v0z1_OEO5YK0-lojSOwetEwvuvcgFBg0xXNnbe27uRSSSMAfgbbFhxho">Eurasianet</a> lässt sie sich als <em>&#8222;ausweichend&#8220;</em> charakterisieren.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Scharfe Kritik aus Russland</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Auch Russland kritisierte die amerikanische Strategie scharf. <em>&#8222;Unsere amerikanischen Kollegen glauben leider, dass sie alles tun können, was sie wollen, und gleichzeitig ihre Gesprächspartner dazu bringen, sich von Russland und wahrscheinlich auch von China abzuwenden&#8220;</em>, sagte Außenminister <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sergei_Wiktorowitsch_Lawrow">Sergej Lawrow</a> in einem Interview mit der russischen Agentur TASS, das von <a href="https://podrobno.uz/cat/uzbekistan-i-rossiya-dialog-partnerov-/lavrov-zayavil-chto-ssha-nauskivayut-svoikh-sobesednikov-protiv-rossii-i-kitaya/">Podrobno</a> ausschnittsweise wiedergegeben wurde. <em>“Mit solchen Methoden erlangt man keine Autorität. Autorität erlangt man durch ein gutes Beispiel, durch Überzeugung und nicht durch grobe Erpressung und Sanktionen&#8220;</em>, fuhr Lawrow fort.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/russland-china-und-die-usa-in-zentralasien-wirtschaft-und-geopolitik/">Russland, China und die USA in Zentralasien: Wirtschaft und Geopolitik</a></strong></p>
<p style="text-align: justify;">Auch die russischen Medien haben sich mit diesem Thema beschäftigt. <em>„Mike Pompeos Gespräche haben gezeigt: Nach der Ukraine versuchen die Vereinigten Staaten, jene ehemaligen Sowjetrepubliken von Russland zu lösen, mit denen es Integrationsbestrebungen gibt und die zur Zone seiner strategischen Interessen gehören. Instrumente für die Umsetzung des neuen Kurses sollten eine wesentliche Belebung der politischen und geschäftlichen Zusammenarbeit mit den GUS-Staaten, der Zustrom von US-Investitionen in die Region und die Schaffung alternativer Sicherheitsstrukturen in der Nähe der russischen Grenzen sein“</em>, schreibt die russische Tageszeitung <a href="https://www.kommersant.ru/doc/4241536">Kommersant</a>.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Eine Ansage an China und Russland?<br />
</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Die Tatsache, dass Russland so heftig auf einen Text reagiert, der wenig konkret ist, sollte zum Nachdenken bringen. Wie viele BeobachterInnen feststellen, liegt der deutlichste Punkt des amerikanischen Programms in der Souveränität und Unabhängigkeit der zentralasiatischen Staaten. Russland und China werden von Washington nicht namentlich genannt, aber ihr Schatten liegt auf dem Dokument. Seit der Unabhängigkeit der zentralasiatischen Länder im Jahre 1991 haben Moskau und Peking ihren Einfluss in der Region ständig verstärkt. Während dies in Bezug auf Russland vor allem Sicherheit und Kohlenwasserstoffe betrifft, sind es in Bezug auf China vor allem die Wirtschaft und die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/One_Belt,_One_Road">Neue Seidenstraße</a>.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/wohin-fuehrt-die-neue-seidenstrasse-ueber-die-chancen-und-risiken-von-one-belt-one-road/">Wohin führt die Neue Seidenstraße? Über die Chancen und Risiken von „One Belt, One Road“</a></strong></p>
<p style="text-align: justify;">Während der Präsentation der neuen Zentralasienstrategie wurde Lisa Curtis, im nationalen Sicherheitsrat der Vereinigten Staaten für Süd- und Zentralasien verantwortlich, ziemlich deutlich. <em>&#8222;Russland hatte in dieser Region schon immer einen enormen Einfluss. Wir erwarten nicht, dass sich das ändert, und wollen uns nicht mit ihm messen. […] Wir wollen jedoch in dieser Region vertreten sein, eine alternative zu diesen Ländern anbieten&#8220;</em>, sagte Curtis.</p>
<p style="text-align: justify;">Aber wie Eurasianet feststellt, ist dieser Wettbewerb in erster Linie Fassade. Washington habe <em>&#8222;ehrgeizige Ziele, aber begrenzte Mittel&#8220;.</em> Im Text gehen die Vereinigten Staaten sogar so weit, die 50 Milliarden US-Dollar, die von der Weltbank, dem Internationalen Währungsfonds und der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung in der Region seit der Unabhängigkeit an Darlehen vergeben wurden, sich selbst zuzuschreiben.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Einige Neuerungen</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Wie <a href="https://podrobno.uz/cat/politic/ssha-poboryutsya-za-tsentralnuyu-aziyu-s-rossiey-i-kitaem/">Podrobno</a> feststellt, ist das Dokument zwar <em>„nicht revolutionär, hat aber wichtige Nuancen“</em>. Dazu gehört Afghanistan, das in drei der sechs Prioritäten der Vereinigten Staaten genannt wird. Tatsächlich verweisen neben dem „Kampf gegen den Terror“ die zwei Prioritäten „Stabilität in Afghanistan&#8220; und &#8222;Konnektivität zwischen Zentralasien und Afghanistan&#8220; sogar direkt auf den südlichen Nachbarn. Das Land, das in der Einleitung des Dokuments nicht einmal erwähnt wird, nimmt in der amerikanischen Strategie tatsächlich einen wichtigen Platz ein.</p>
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<p style="text-align: justify;">Wie <a href="https://thediplomat.com/2020/02/a-new-us-strategy-for-central-asia-continuity-under-better-conditions/">The Diplomat</a> feststellte, ist das Einordnen Afghanistans als zentralasiatisches Land für die USA neu. Zuvor tendierten die amerikanischen GesetzgeberInnen eher dazu, Afghanistan von Zentralasien zu trennen, insbesondere weil der usbekische Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Islom_Karimov">Islom Karimov</a> (1989-2016) <em>&#8222;überhaupt nicht bereit war, sich mit Afghanistan zu engagieren&#8220;</em>, wie Alice Wells, die stellvertretende Referatsleiterin für Süd- und Zentralasien, es formulierte.</p>
<p style="text-align: justify;">Trotzdem bleibt Afghanistan ein Sonderfall für die Vereinigten Staaten. <em>&#8222;Afghanistan wird zwar immer ein Faktor sein, solange der Konflikt anhält, aber es ist nicht der einzige, der unsere strategischen Interessen in Zentralasien bestimmt&#8220;</em>, sagte der US-Botschafter Daniel Rosenblum in Usbekistan laut dem usbekischen Nachrichtenportal <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2020/02/06/us-relations/?utm_source=push&amp;utm_medium=telegram">Gazeta.uz</a>.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/green-central-asia-die-zentralasiatischen-aussenminister-zu-gast-in-berlin/">„Green Central Asia“: Die zentralasiatischen Außenminister zu Gast in Berlin</a></strong></p>
<p style="text-align: justify;">Die Vereinigten Staaten betrachten Zentralasien nun als eine wichtige Region, eine weitere Nuance des Dokuments im Vergleich zu 2015. Dennoch müssen den Worten Taten folgen. Ebenso wie die Europäische Union, die Ihre Zentralasienstrategie &#8222;erneuert&#8220; hat, indem sie fast genau die gleichen Vorschläge unterbreitet hat wie zuvor, müssen sich die Vereinigten Staaten energischer zeigen, wenn der Westen wirklich mit Moskau und Peking konkurrieren will. Die Frage ist nur, ob er das wirklich will.</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Etienne Combier, Chefredakteur von Novastan France</strong></p>
<p style="text-align: right;"><strong>Aus dem Französischen von Robin Roth</strong></p>
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		<title>Menschenhandel: Die Situation in Zentralasien verschlechtert sich</title>
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		<dc:creator><![CDATA[m_biremon]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Sep 2018 08:32:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
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		<category><![CDATA[Bericht]]></category>
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		<category><![CDATA[Vereinigte Staaten]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das US-Au&#xDF;enministerium hat einen besorgniserregenden Bericht &#xFC;ber Menschenhandel in Zentralasien ver&#xF6;ffentlicht. Nur in Usbekistan sind Fortschritte zu erkennen.&#xA0; Die Fakten sind ersch&#xFC;tternd: Aus dem Bericht &#xFC;ber Menschenhandel, der im Juni vom US-Au&#xDF;enministerium ver&#xF6;ffentlich wurde, geht hervor, dass sich die Lage f&#xFC;r Betroffene weiterhin versch&#xE4;rft. Menschhandel betrifft sowohl Zwangsarbeit, Sklaverei oder Prostitution als auch Organhandel. Der [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong><em>Das US-Außenministerium hat einen besorgniserregenden Bericht über Menschenhandel in Zentralasien veröffentlicht. Nur in Usbekistan sind Fortschritte zu erkennen.  </em></strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Fakten sind erschütternd: Aus dem <a href="https://www.state.gov/j/tip/rls/tiprpt/2018/index.htm">Bericht</a> über Menschenhandel, der im Juni vom US-Außenministerium veröffentlich wurde, geht hervor, dass sich die Lage für Betroffene weiterhin verschärft. Menschhandel betrifft sowohl Zwangsarbeit, Sklaverei oder Prostitution als auch Organhandel. Der Bericht konzentriert sich auf das Engagement des jeweiligen Staates sowie auf die Methoden zur Bekämpfung von Menschenhandel, die der Bevölkerung zur Verfügung gestellt, allerdings bei allen Ländern der Region als unzureichend betrachtet werden.</p>
<p style="text-align: justify">Große internationale Migrationsströme machen Zentralasien zu einem wichtigen Tor für diese Netzwerke, die ihre Opfer oft mit falschen Stellenangeboten anlocken.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Kirgistan und Tadschikistan werden sanktioniert</strong></p>
<p style="text-align: justify">Der Bericht teilt alle Länder der Welt in drei Kategorien ein: Zur ersten gehören Staaten, die alle Standards im Kampf gegen die Sklaverei erfüllen. Die zweite umfasst Staaten, die offensichtlich Maßnahmen ergreifen, um Abhilfe zu schaffen und die letzte bezieht sich auf Länder, die gegen Menschenhandel nur unzureichend vorgehen. Es gibt auch eine Zwischenkategorie, eine „Beobachtungsliste der zweiten Kategorie“, in der Länder aufgelistet sind, die sich bemühen, aber nicht aktiv genug sind oder keine Erfolge vorweisen können.</p>
<p style="text-align: justify">In diesem Jahr hat sich unter den zentralasiatischen Ländern die Situation allein in Usbekistan verbessert. Das Land ist von der dritten Kategorie auf die Beobachtungsliste gewechselt. In die letzte Kategorie sind Kirgistan und Tadschikistan gerutscht, die im letzten Bericht von 2017 noch in der zweiten waren. Turkmenistan und Kasachstan bleiben unverändert: Während Aschgabat nach wie vor am Ende der Rangliste steht, ist Astana weiterhin in der zweiten Kategorie und zählt als „Musterschüler der Region“. Novastan hat den Inhalt der einzelnen Berichte zusammengefasst.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Kasachstan: immer mehr Bemühungen gegen Menschenhandel</strong></p>
<p style="text-align: justify">Obwohl Kasachstan die Standards im Kampf gegen Menschenhandel noch nicht erfüllt, zeichnete es sich 2017 durch „erhebliche Anstrengungen“ aus, unter anderem die Aufstockung des Budgets, das für die Opferhilfe bestimmt ist, die Eröffnung von sieben zusätzlichen geschützten Einrichtungen und die Organisation von Veranstaltungen und Informationskampagnen.</p>
<p style="text-align: justify">Weiter gerugt wird das Land jedoch wegen mangelnder Unterstützung ausländischer Opfer und der Beteiligung der Polizei an den Netzwerken, welche meist ohne strafrechtliche Konsequenzen bleibt. Ein Gesetz, das die Auszahlung von Geld an die Opfer und im Gegenzug die Straffreiheit der Täter erlaubt, wird ebenso kritisiert. 2017 wurden fast halb so viele Kriminelle festgenommen wie 2016. Laut verschiedener NGOs würde die weit verbreitete Korruption vielen von ihnen ein Schlupfloch vor dem Gesetz bieten.</p>
<p style="text-align: justify">Insgesamt sind 76 Opfer identifiziert worden, darunter 50, die in den Händen von Prostitutionsringen waren. Die Dunkelziffer dürfte laut Bericht viel höher sein.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Kirgistan: Kriminelle Netzwerke bleiben unbestraft</strong></p>
<p style="text-align: justify">Obwohl Kirgistan einen Plan (2017-2020) zur Bekämpfung des Menschenhandels sowie Kriterien für die Identifizierung von Opfern vorgelegt hat, wurden keine Verdächtigen strafrechtlich verfolgt oder Ermittlungen gegen Korruption beziehungsweise die Beteiligung der Behörden eingeleitet.</p>
<p style="text-align: justify">Zudem wurde kein größeres Budget bereitgestellt und nur wenige Opfer von Straftaten gefunden. Daher ist das Land auf die Beobachtungsliste herabgestuft worden.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Tadschikistan: Zwangsarbeit und Korruption</strong></p>
<p style="text-align: justify">Fortschritte im Kampf gegen Menschenhandel sind in Tadschikistan zu erkennen. Dort wurde eine spezielle Polizeieinheit eingerichtet sowie eine Notfallhotline. Hinzu kommen zahlreiche Untersuchungen zur Aufdeckung von Netzwerken und ihrer Komplizen aber auch zur Beschäftigung Minderjähriger bei der Baumwollernte.</p>
<p style="text-align: justify">Allerdings wurde Duschanbe ebenfalls wegen Korruption herabgestuft, was trotz der ergriffenen Maßnahmen den Transport von Opfern ins Ausland und Zwangsarbeit bei der Baumwollernte ermöglicht. Die Betreuung der Geschädigten wird als unzureichend bewertet.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Usbekistan: Positive Entwicklung bei der Baumwollernte</strong></p>
<p style="text-align: justify">Usbekistan hat als einziges Land in Zentralasien bemerkenswerte Fortschritte bei der Beseitigung der bisher weit verbreiteten Zwangsarbeit während der Baumwollernte gemacht. Das Land zwang Kinder, Studenten und Beamte dazu, Baumwolle zu ernten und sperrte die Felder für Journalisten und Beobachter. 2017 hat die usbekische Regierung unter Präsident <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/wer-ist-der-neue-praesident-usbekistans/">Schawkat Mirsijojew</a> den Einsatz von Zwangsarbeitern stark eingedämmt.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/goldene-zeiten-fur-das-weie-gold-in-usbekistan/">Goldene Zeiten für das „weiße Gold“ in Usbekistan</a></p>
<p style="text-align: justify">Noch im vergangenen Jahr betraf Zwangsarbeit 13 % der Produktivkraft. Insgesamt wurden von der usbekischen Regierung 440 Opfer identifiziert, das ist zwei Mal weniger als 2016.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Turkmenistan: Keine Bemühungen gegen Menschenhandel</strong></p>
<p style="text-align: justify">Turkmenistan befindet sich an letzter Stelle der Rangliste und zeigt keine Anstrengungen gegen Menschenhandel. Der Regierung wird vorgeworfen, Zehntausende Bürger zur Baumwollernte und zum Ausbau der Infrastruktur der im September 2017 veranstalteten <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/turkmenistan-die-asiaden-als-pr-kampagne/">Asiatischen Hallenspielen</a> zu zwingen. Die zuständigen Behörden bleiben straffrei.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/zwangsarbeit-in-turkmenistan-hat-folgen-fuer-den-export/">Zwangsarbeit in Turkmenistan hat Folgen für den Export</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Der Bericht verurteilt auch die Inhaftierung von Beobachtern und Journalisten, die über die Zwangsarbeit berichtet haben. Insgesamt hat die turkmenische Regierung im Jahr 2017 nur ein Opfer von Menschenhandel ermittelt.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Marion Biremon</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen von Elisabeth Rudolph</strong></p>
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