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	<title>USA Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
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	<title>USA Archives</title>
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		<title>Soft Power mit vorgehaltener Waffe: Was steckt hinter Sergej Kirijenkos Besuch in Usbekistan?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Fergana News]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Apr 2026 18:44:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der erste stellvertretende Leiter der Pr&#xE4;sidialverwaltung Russlands, Sergej Kirijenko, ist am 15. April nicht ohne Grund nach Taschkent geflogen. Wenn ein solch wichtiger Vertreter der Kreml-Verwaltung nach Usbekistan reist und nicht etwa ein gew&#xF6;hnlicher Minister oder Vizepremier, bedeutet dies stets, dass es um ernste und nicht immer &#xF6;ffentlich diskutierte Angelegenheiten geht. Offiziell klang alles sehr [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der erste stellvertretende Leiter der Präsidialverwaltung Russlands, Sergej Kirijenko, ist am 15. April nicht ohne Grund nach Taschkent geflogen. Wenn ein solch wichtiger Vertreter der Kreml-Verwaltung nach Usbekistan reist und nicht etwa ein gewöhnlicher Minister oder Vizepremier, bedeutet dies stets, dass es um ernste und nicht immer öffentlich diskutierte Angelegenheiten geht.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Offiziell klang alles sehr harmonisch: Man sprach über den Anstieg des Warenumsatzes, große gemeinsame Projekte und kulturelle Beziehungen. Bezeichnenderweise begann der Besuch nicht mit Verhandlungen, sondern mit einem Besuch im <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Victory_Park,_Tashkent">Siegespark</a> in Taschkent, wo die russische Delegation Blumen am Denkmal „Oda stojkosti“ (Russisch für „Ode an die Standhaftigkeit“) niederlegte und das „Museum des Ruhmes“ besuchte. Die Symbolik ist klar: Das gemeinsame historische Gedächtnis ist ein weiteres Instrument der Einflussnahme, und Kirijenko versteht es, damit umzugehen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wichtiger Mann in Moskau</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sergei_Wladilenowitsch_Kirijenko">Sergej Kirijenko</a> ist in Moskau nicht nur für die Innenpolitik im traditionellen Sinne zuständig. Seit 2022 ist gerade er der wichtigste ideologische Kurator der „neuen Gebiete“ – der von Russland besetzten ukrainischen Regionen. Er reiste persönlich nach <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mariupol">Mariupol</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Cherson">Cherson</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Melitopol">Melitopol</a>, um sich dort mit dem zu befassen, was der Kreml als „Integration“ bezeichnet: die Ernennung loyaler Beamter, der Aufbau von Verwaltungsstrukturen, die Durchsetzung russischer Bildungs- und Ideologiestandards.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kürzlich wurden Videoaufnahmen veröffentlicht, die Kirijenko bei einem Rundgang durch die von Russland „befreite“ und vollständig zerstörte ukrainische Stadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Myrnohrad">Mirnograd</a> [ukr. Myrnohrad, Anm. d. Übers.] zeigen – mit einem Sturmgewehr in der Hand. Für einen Beamten seines Ranges ist dies eine demonstrative Geste: Ich bin nicht nur ein Verwalter, ich bin Teil dieses Krieges. Genau deshalb werden seine Besuche in den post-sowjetischen Hauptstädten ganz anders wahrgenommen als die Reisen gewöhnlicher Diplomaten.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Tatsächlich hatte der Besuch in Taschkent mehrere wichtige Ziele.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erstens will Moskau herausfinden, inwieweit Usbekistan noch „auf seiner Seite“ steht. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shavkat_Mirziyoyev">Shavkat Mirziyoyev </a>verfolgt tatsächlich eine eigenständige Politik und balanciert meisterhaft zwischen Russland, China, der Türkei und dem Westen: Vor einem Jahr fand in Samarkand der Gipfel zwischen Zentralasien und der Europäische Union statt, erst kürzlich empfing Mirziyoyev erfolgreich den türkischen Staatschef, und kurz vor Kirijenkos Ankunft führte die älteste Tochter des usbekistanischen Präsidenten und zugleich Leiterin seiner Verwaltung, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Saida_Mirziyoyeva">Saida Mirziyoyeva</a>, eine Reihe erfolgreicher Treffen und Verhandlungen auf höchster Ebene in den USA durch, wo sie den amerikanisch-usbekischen Wirtschaftsrat <a href="https://fergana.news/news/146458/">ins Leben rief</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/saida-mirziyoyeva-die-praesidententochter-und-ihr-kometenhafter-aufstieg/">Saida Mirziyoyeva – Die Präsidententochter und ihr kometenhafter Aufstieg</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch heute ist es für den Kreml wichtig, dass Taschkent nicht zu weit aus der Reihe tanzt. Und Kirijenko gehört zu den Menschen, die auf sanfte, aber deutliche Weise daran erinnern können: „Wir sehen alles.“</p>



<figure class="wp-block-image size-full is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/Foto-UzA.jpg" alt="" class="wp-image-44533" style="aspect-ratio:1.5014777647948312;width:1024px;height:auto" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/Foto-UzA.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/Foto-UzA-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/Foto-UzA-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Präsident Usbekistans Shavkat Mirziyoyev und die Leiterin seiner Verwaltung, Saida Mirziyoyeva, beim Treffen mit Sergej Kirijenko. Foto: UzA</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Zweitens ging es sicherlich um konkrete industrielle Zusammenarbeit und darum, wie Russland Usbekistan unter den Bedingungen der Sanktionen weiterhin nutzen kann – als günstigen Standort für Produktion und Umgehungsmechanismen. Der Mechanismus für Parallelimporte in Russland wurde bis Ende 2026 verlängert, und die zentralasiatischen Routen bleiben dafür von grundlegender Bedeutung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Soft Power für Usbekistan</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Und drittens ist da noch das für Kirijenko traditionelle Thema – „Soft Power“: Bildung, Jugend, Kultur, die russische Sprache. Das ist keine Abstraktion: Gleich am Tag ihrer Ankunft besuchte die russische Delegation die Taschkenter Zweigstelle der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nationale_Forschungsuniversit%C3%A4t_f%C3%BCr_Kerntechnik_%E2%80%9EMIFI%E2%80%9C">Moskauer Nuklearuniversität MIFI</a>, wo sie sich mit Studierenden traf. Am Vortag fand dort die Präsentation des von Russland organisierten Internationalen Jugendfestivals 2026 statt, zu der sich etwa 300 Physikstudierende zusammenfanden. In Usbekistan gibt es einen sehr hohen Anteil an jungen Menschen, und für Moskau ist es von Vorteil, wenn diese weiterhin ihren Blick auf Russland richten und nicht nur auf Ankara oder Washington.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses Interesse überschneidet sich unmittelbar mit dem Thema der Arbeitsmigration, das Mirziyoyev und Kirijenko bei ihrem Treffen wahrscheinlich ebenfalls angesprochen haben. Ebenso wie Fragen der kollektiven Sicherheit sowie die Vorbereitungen für Putins bevorstehenden Besuch in Usbekistan. Zuletzt war der russische Präsident im Mai 2024 in Taschkent, und die Frage nach dem nächsten Besuch steht offensichtlich auf der Tagesordnung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Taschkent in Moskaus Fängen?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es wurde außerdem über eine <em>„Intensivierung der Zusammenarbeit in den Bereichen digitale Technologien und Informationspolitik, Entwicklung der Massenmedien und zivilgesellschaftlicher Initiativen“</em> <a href="https://uza.uz/ru/posts/prezident-uzbekistana-prinyal-delegaciyu-rossii_845186">gesprochen</a>. Die Formulierung klingt neutral und sogar fortschrittlich – doch dahinter verbirgt sich ein ganz konkretes russisches Modell. Immerhin wurde in Russland bis 2026 eines der strengsten Systeme staatlicher digitaler Kontrolle aufgebaut.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%B6deraler_Dienst_f%C3%BCr_die_Aufsicht_im_Bereich_der_Kommunikation,_Informationstechnologie_und_Massenkommunikation">Roskomnadzor</a>, das seit 2019 im Rahmen des Gesetzes über das „souveräne Runet“ [russisches staatlich kontrolliertes Internet, Anm. d. Übers.] Befugnisse erhalten hat, verfügt heute über die technischen Möglichkeiten, den russischen Teil des Internets vollständig vom globalen Netz zu isolieren – und führte bereits solche Experimente durch.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/panorama/usbekistans-militaerdoktrin-im-zeitalter-der-drohnen/">Usbekistans Militärdoktrin im Zeitalter der Drohnen</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Was bedeutet das in Bezug auf Kirijenkos Besuch in Taschkent? Vermutlich schlägt er dieses Modell – in dem die digitale Umgebung und der Medienraum nicht der Information, sondern der Steuerung dienen – der usbekistanischen Regierung als Vorbild für die „Zusammenarbeit“ vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit war der Besuch aus Russland nicht einfach nur ein „Arbeitstreffen“. Es war eine klassische Kreml-Inspektion und eine Bestimmung der Lage – durch einen Mann, der sich nicht nur mit politischen Strategien, sondern auch mit der direkten Verwaltung der „neuen“ russischen Gebiete befasst. Kirijenko wollte sehen, inwieweit Usbekistan noch immer im russischen Einflussbereich liegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und was getan werden muss, damit Usbekistan so lange wie möglich in diesem Bereich verbleibt.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Daniil Kislow für Fergana News</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://fergana.news/articles/146543/">Russischen</a> (leicht gekürzt) von Michèle Häfliger</strong></p>



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			</item>
		<item>
		<title>US-Asyl für den chinesischen Filemacher Guan Heng, der die „Umerziehungslager“ für Uigur:innen gefilmt hat</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Mar 2026 21:15:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Uigurische Region]]></category>
		<category><![CDATA[Aktivismus]]></category>
		<category><![CDATA[Asyl]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der chinesische Staatsb&#xFC;rger Guan Heng hat Anfang dieses Jahres in den Vereinigten Staaten Asyl erhalten. Im Jahr 2020 musste er schwere Repressalien von Peking &#xFC;ber sich ergehen lassen, nachdem er mehrere Internierungslager f&#xFC;r Uigur:innen in Xinjiang dokumentiert hatte. Guan Heng hatte 2020 sein Leben riskiert, als er einen Dokumentarfilm &#xFC;ber die Internierungslager f&#xFC;r Uiguren in [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Der chinesische Staatsbürger Guan Heng hat Anfang dieses Jahres in den Vereinigten Staaten Asyl erhalten. Im Jahr 2020 musste er schwere Repressalien von Peking über sich ergehen lassen, nachdem er mehrere Internierungslager für Uigur:innen in Xinjiang dokumentiert hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://rsf.org/en/rsf-celebrates-asylum-chinese-national-who-documented-uyghur-detention-camps">Guan Heng</a> hatte 2020 sein Leben riskiert, als er einen Dokumentarfilm über die Internierungslager für Uiguren in der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Xinjiang">Provinz Xinjiang</a> drehte. Nachdem er in die USA geflohen war, um dort einen Asylantrag zu stellen, drohte Guang Heng im vergangenen August unter der Verantwortung von Beamten der US-Einwanderungs- und Zollbehörde (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/United_States_Immigration_and_Customs_Enforcement">ICE</a>) die Abschiebung nach Uganda.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischen 2017 und 2019 wurden schätzungsweise mehr als eine Million Uigur:innen ohne Anklage oder Gerichtsverfahren <a href="https://xjdp.aspi.org.au/explainers/exploring-xinjiangs-detention-facilities/">in über 380 Internierungslagern</a> – von denen sich die meisten in Xinjiang befinden – präventiv inhaftiert. Diese Lager werden als <em>„Zentren zur Transformation durch Bildung“</em> bezeichnet und sind Teil einer groß angelegten <em>„Anti-Terror“</em>-Kampagne. Diese hatte Peking nach terroristischen Anschlägen ins Leben gerufen, die uigurischen Islamist:innen zwischen 2013 und 2014 <a href="https://www.lemonde.fr/asie-pacifique/article/2014/05/20/attentats-ouigours-la-chine-confrontee-au-terrorisme-de-masse_4422114_3216.html">zugeschrieben wurden</a> und an denen die Islamische Bewegung Ostturkestans und die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Islamische_Turkestan-Partei">Islamische Turkestan-Partei (TİP)</a> beteiligt waren. Der erste dieser Anschläge hatte am 28. Oktober 2013 auf dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tian%E2%80%99anmen-Platz">Tian&#8217;anmen-Platz</a> in Peking fünf Tote (darunter drei Angreifer) <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/2013_Tiananmen_Square_attack">gefordert</a>.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Die Uigur:innen bilden eine der 56 in China anerkannten ethnischen Gruppen, die neben der großen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Han_(Ethnie)">Han</a>-Mehrheit (etwa 92 Prozent der Bevölkerung) existieren. Sie sind <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Turksprachen">turksprachig</a> und muslimischen Glaubens und ließen sich bereits im 9. Jahrhundert auf dem Gebiet des heutigen Xinjiang nieder. Dieses wurde 1759 unter der Qing-Dynastie an das Chinesische Reich angegliedert. Heute leben dort schätzungsweise 11 Millionen Uigur:innen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Whistleblower für die uigurische Sache</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2021 veröffentlichte Guan Heng ein zwanzigminütiges <a href="https://www.youtube.com/watch?v=yD0O0eHzc7M">Video auf YouTube</a>, das 18 Haftanstalten für Uigur:innen in der Provinz Xinjiang zeigt. Die Standorte stammten aus einer Karte, die Buzzfeed und das <a href="https://www.aspi.org.au/">Australian Strategic Policy Institute (ASPI)</a> gemeinsam anhand von Satellitenbildern erstellt hatten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Aufnahmen wurden aus einem Auto heraus oder mit einer in einem Rucksack versteckten Kamera gemacht. Sie zeigen Lager am Straßenrand, die an ihren Wachtürmen und dem sie umgebenden Stacheldraht zu erkennen sind. Auf einem dieser Gebäude ist folgende Inschrift zu lesen: <em>„Reform durch Arbeit, Reform durch Kultur.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/uigurische-region-schriftsteller-perhat-tursun-veroeffentlicht-roman-aus-der-haft/">Uigurische Region: Schriftsteller Perhat Tursun veröffentlicht Roman aus der Haft</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Als chinesischer Staatsbürger kann Guan Heng sich den Einrichtungen nähern, ohne Verdacht zu erregen, wie er selbst erklärt: <em>„Aufgrund der von den chinesischen Behörden auferlegten Beschränkungen haben ausländische Medienschaffende keinen Zugang zu Xinjiang.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses Video erreichte so zahlreiche chinesische Internetnutzer, die VPNs nutzten. Guan Heng wurde jedoch schnell zur Zielscheibe einer Schikanekampagne, die durch die Online-Veröffentlichung seiner persönlichen Daten wie Identität, frühere Adresse und beruflicher Werdegang gekennzeichnet war. Mit Ausnahme seiner Mutter, die in Taiwan lebt, wurde seine Familie in der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hainan">Provinz Hainan</a> von den Behörden verhört.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gefangen zwischen chinesischer „Demokratur“ und amerikanischem Autoritarismus</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2021 floh Guan Heng aus China und begab sich zunächst nach Hongkong, dann nach Ecuador, auf die Bahamas und schließlich nach Florida, wo er illegal in die USA einreiste. Dort stellt er einen Asylantrag, der ihm jedoch erst nach seiner Festnahme durch ICE-Beamte im vergangenen August in der Nähe von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Albany_(New_York)">Albany</a> im Bundesstaat New York, wo er wohnte, gewährt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Dezember gab ICE unter dem Druck der Zivilgesellschaft ihr Vorhaben auf, Guan Heng nach Uganda abzuschieben. Eine solche Abschiebung hätte ihn einem erhöhten Risiko transnationaler Repressionen ausgesetzt, die von Peking orchestriert werden. Diese stillschweigende Unterdrückung durch den chinesischen Staat wird weiterhin gegen Stimmen geführt, die sich für die uigurische Sache einsetzen, sowohl in China als auch im Ausland.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Lager in Xinjiang als Symbol des Völkermords an den Uigur:innen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Laut einem 2022 vom Hohen Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte veröffentlichten <a href="//www.ohchr.org/sites/default/files/documents/countries/2022-08-31/22-08-31-final-assesment.pdf">Bericht</a> sollen die meisten dieser Lager inzwischen aufgelöst worden sein. Human Rights Watch relativierte diese Aussage jedoch und schätzte, dass Mitte 2022 noch immer etwa 500.000 Menschen in Lagern inhaftiert waren und Folter oder Zwangssterilisationen ausgesetzt <a href="https://www.icij.org/investigations/china-cables/beijings-backtrack-on-xinjiang-detention-camps-spurred-by-icij-investigation-research-finds/?">waren</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/uigurische-region/dem-chinesischen-gulag-entflohen-die-geschichte-der-uigurin-gulbahar-haitiwaji/">Dem chinesischen ‚Gulag‘ entflohen: Die Geschichte der Uigurin Gulbahar Haitiwaji</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Repression erstreckt sich auch auf kulturelle und religiöse Veranstaltungen und zielt auf eine systematische Auslöschung der uigurischen Präsenz ab. Seit 2017 ließen die Behörden im Namen der Politik der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sinisierung">Sinisierung</a> der Religionen, die darauf abzielt, die Religionsausübung unter die Kontrolle der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kommunistische_Partei_Chinas">Kommunistischen Partei Chinas (KPCh)</a> zu stellen, fast ein Drittel der rund 15.500 Moscheen in der Region <a href="https://www.aspi.org.au/report/cultural-erasure/">zerstören</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehrere Staaten, darunter seit 2021 auch die Vereinigten Staaten, bezeichnen diese Politik als Völkermord gemäß dem <a href="https://www.ohchr.org/fr/instruments-mechanisms/instruments/convention-prevention-and-punishment-crime-genocide">Übereinkommen zur Verhütung und Bestrafung des Völkermordes von 1948</a>. Peking weist diese Einstufung entschieden zurück und zensiert jegliche Berichterstattung zu diesem Thema in den Medien.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Unterdrückung von Medienschaffenden durch die chinesische Regierung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit derzeit mindestens 121 inhaftierten Medienvertretenden ist China nach wie vor das Land, in dem weltweit die meisten Medienschaffenden inhaftiert sind. Im Weltpressefreiheitsindex 2025 von Reporter ohne Grenzen (RSF) <a href="https://rsf.org/fr/pays/chine">belegt</a> das Land Platz 178 von 180 Ländern und Gebieten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar <a href="https://www.wipo.int/wipolex/fr/legislation/details/23128">garantiert</a> die Verfassung Chinas von 1982 grundsätzlich<em> „die Rede- (und) Pressefreiheit“</em>, doch werden diese Bestimmungen regelmäßig durch den Rückgriff auf das Strafprozessrecht umgangen. Peking beruft sich häufig auf Anklagepunkte wie<em> „Spionage“, „Subversion“</em> oder <em>„Anstiftung zu Streitigkeiten und Unruhen“</em>, um Dissidenten zum Schweigen zu bringen. Diese vage definierten Straftaten können zu bis zu sechs Monaten Isolationshaft als <em>„Hausarrest an einem designierten Ort“</em> führen, einer außergerichtlichen Maßnahme, bei der den Inhaftierten jeglicher Rechtsbeistand verwehrt wird und sie der Gefahr von Folter ausgesetzt sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor diesem Hintergrund wird die uigurische Opposition im Exil, insbesondere der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Weltkongress_der_Uiguren">Weltkongress der Uiguren</a> unter Rebia Kadir, von den chinesischen Behörden als terroristisch bezeichnet. Auch gemäßigtere Stimmen bleiben davon nicht verschont, wie die Verurteilung des uigurischen Wissenschaftlers <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ilham_Tohti">Ilham Tohti</a> zeigt, der im Jahr 2014 wegen „Staatsgefährdung“ zu lebenslanger Haft verurteilt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Flora Le Lièvre für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/region-ouighoure/le-lanceur-dalerte-chinois-guan-heng-qui-a-filme-les-camps-de-reeduction-pour-les-ouighours-a-obtenu-lasile-aux-etats-unis/">Französischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/us-asyl-fuer-den-chinesischen-filemacher-guan-heng-der-die-umerziehungslager-fuer-uigurinnen-gefilmt-hat/">US-Asyl für den chinesischen Filemacher Guan Heng, der die „Umerziehungslager“ für Uigur:innen gefilmt hat</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Iran-Krieg: Was sind die Folgen für Zentralasien?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Mar 2026 15:57:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Golfstaaten]]></category>
		<category><![CDATA[Iran]]></category>
		<category><![CDATA[Israel]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Vereinigte Staaten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die am 28. Februar von Israel und den USA gegen den Iran gestartete Offensive hatte rasch Auswirkungen bis nach Zentralasien, wo Staaten nun mit wirtschaftlichen, diplomatischen und humanit&#xE4;ren Verwerfungen zu k&#xE4;mpfen haben. Turkmenistan hat sich als Schl&#xFC;sselakteur bei der Steuerung von Migrationsbewegungen herausgestellt. Der nach dem zw&#xF6;lft&#xE4;gigen Krieg vereinbarte, br&#xFC;chige Frieden hielt nur acht Monate. [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die am 28. Februar von Israel und den USA gegen den Iran gestartete Offensive hatte rasch Auswirkungen bis nach Zentralasien, wo Staaten nun mit wirtschaftlichen, diplomatischen und humanitären Verwerfungen zu kämpfen haben. Turkmenistan hat sich als Schlüsselakteur bei der Steuerung von Migrationsbewegungen herausgestellt.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der nach dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Israelisch-iranischer_Krieg_2025">zwölftägigen Krieg</a> vereinbarte, brüchige Frieden hielt nur acht Monate. Mit dem Angriff Israels und der USA auf die Islamische Republik Iran am 28. Februar sind die Spannungen im Nahen Osten erneut eskaliert. Die Auswirkungen griffen rasch über das Territorium Irans hinaus und betrafen mehrere Staaten des Nahen Ostens sowie Aserbaidschan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Zentralasien haben diese Entwicklungen unmittelbare Folgen. Die Unterbrechung der Handelsrouten, die die Region mit iranischen Häfen verbinden, und die nahezu vollständige Schließung der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Stra%C3%9Fe_von_Hormus">Straße von Hormus</a> schwächen den wirtschaftlichen Austausch.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Zentralasiatische Staatsangehörige, die sich im Iran aufhalten, stellen die zentralasiatischen Regierungen vor humanitäre und diplomatische Herausforderungen. Turkmenistan nimmt in dem Kontext eine Sonderstellung ein, da es als einziger zentralasiatischer Staat eine direkte Grenze zum Iran besitzt, die sich über fast 1.148 Kilometer entlang des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kopet-Dag">Kopet-Dag-Gebirges</a> erstreckt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Turkmenistan als Korridor für Evakuierungen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits in den ersten Tagen des Konflikts öffnete Aşgabat seine Grenzübergänge für ausländische Staatsangehörige und wich damit von den üblicherweise strengen Einreisebestimmungen ab. Wie das turkmenische Nachrichtenportal <a href="https://orient.tm/en/post/96601/turkmenistan-opens-transit-corridor-foreign-citizens-exiting-iran">Orient.tm</a> berichtet, wurde am Grenzübergang <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Sarahs">Sarahs</a>, dem wichtigsten Transitpunkt zwischen beiden Ländern, ein Korridor für Evakuierungen eingerichtet. Angesichts des Zustroms von ausländischen Staatsangehörigen, die den Iran verlassen wollten, öffneten die turkmenischen Behörden anschließend vier weitere Übergänge. Laut <a href="https://turkmenistan.mid.ru/ru/press-centre/posolstvo_soobshchaet/dopolnitelnaya_informatsiya_o_vyezde_iz_irana_cherez_turkmenistan/">Angaben</a> der russischen Botschaft in Turkmenistan betrifft dies Artyk – Lotfabad, Gaudan – Bajgiran, Akyayla – Incheh Burun und Altyn Asyr – Incheh Burun.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Usbekistan entsandte diplomatisches Personal und Dienstfahrzeuge über turkmenisches Gebiet zum Grenzübergang Sarahs. Am 4. März wurden so laut der usbekischen Nachrichtenagentur <a href="https://daryo.uz/en/2026/03/04/uzbekistan-repatriates-13-citizens-from-iran-via-turkmenistan">Daryo</a> 13 usbekische Staatsangehörige aus dem Iran zurückgeführt.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="900" height="600" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/03/image.jpeg" alt="" class="wp-image-44273" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/03/image.jpeg 900w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/03/image-300x200.jpeg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/03/image-768x512.jpeg 768w" sizes="(max-width: 900px) 100vw, 900px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Auch andere Nationen haben diesen Weg beschritten. Laut <a href="https://www.koreatimes.co.kr/foreignaffairs/20260303/23-koreans-evacuated-from-iran-to-turkmenistan">The Korea Times</a> überquerten am 3. März 23 südkoreanische Staatsangehörige die iranisch-turkmenische Grenze in zwei von der Botschaft in Teheran gecharterten Bussen. Der chinesische Nachrichtensender <a href="https://news.cgtn.com/news/2026-03-06/VHJhbnNjcmlwdDg5NDQ3/index.html">CGTN</a> berichtet, dass insgesamt 400 Personen aus 17 Nationen, darunter 200 Chinesen, über die iranische Stadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Maschhad">Maschhad</a> nach Turkmenistan gelangten. Das Ausbleiben intensiver Bombardierungen im Nordosten Irans erleichtert zwar die Einreise ausländischer Staatsangehöriger, diese bleiben jedoch weiterhin der instabilen Internetverbindung ausgesetzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies versetzt Turkmenistan in eine ungewöhnliche Rolle. Als einer der am strengsten abgeschotteten Staaten der Welt hat sich Aşgabat entschieden, sein Territorium für Ströme zu öffnen, die es üblicherweise drakonisch kontrolliert – ein Zeichen von geopolitischem Pragmatismus.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine Schwächung der zentralasiatischen Handelsrouten</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Parallel zu diesen Evakuierungen beeinträchtigt der Konflikt die Handelsrouten durch den Iran massiv. Die <a href="https://jamestown.org/turkmenistan-becoming-regional-railway-hub/">Eisenbahnverbindung Russland-Kasachstan-Turkmenistan-Iran</a> spielt zwar für den Handel mit Zentralasien nur eine untergeordnete Rolle. Dennoch ist sie eine der wichtigsten Nord-Süd-Achsen, die Zentralasien mit den iranischen Häfen am Persischen Golf verbindet. Seit Beginn des Konflikts ist sie stark beeinträchtigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus haben die Spannungen rund um die Straße von Hormus laut der <a href="https://timesca.com/iran-war-highlights-central-asias-vulnerable-southern-trade-corridors/">Times of Central Asia</a> zu einem sprunghaften Anstieg der Kriegsversicherungsprämien geführt. Dies veranlasste mehrere Schifffahrtsunternehmen dazu, ihre Aktivitäten in der Region einzuschränken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Folgen sind in Turkmenistan am deutlichsten spürbar. Satellitenbilder vom 27. Februar zeigten am Grenzübergang Sarahs eine lange Schlange von Lastwagen, die am turkmenischen Zollposten festsaßen. Dieser Verkehr ist nun bereits seit dem 1. März weitgehend eingestellt.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="650" height="508" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/03/image.png" alt="" class="wp-image-44272" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/03/image.png 650w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/03/image-300x234.png 300w" sizes="(max-width: 650px) 100vw, 650px" /><figcaption class="wp-element-caption">Grenzübergang Sarahs am 27. Februar und am 1. März, Photo: Planet Labs</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">In der Folge sind auf den Märkten der Hauptstadt und der Grenzregionen die Preise explodiert: Hühnerfleisch verteuerte sich von 40 auf 90 Manat (von 9,80 Euro auf 22 Euro) pro Kilogramm, der Kilopreis für Tomaten verdoppelte sich von 10 auf 20 Manat (von 2,50 Euro auf 4,90 Euro) und jener für Kartoffeln hat sich fast verdreifacht, berichtet <a href="https://en.fergana.agency/news/146298/">Fergana News</a>. Für die Bevölkerung, deren Durchschnittsgehalt bei rund 2.500 Manat (614 Euro zum offiziellen Wechselkurs) liegt, sind die Auswirkungen gravierend.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Usbekistan ist betroffen, wenn auch weniger direkt. Iran gehört zu den wichtigsten Lieferanten von Milchprodukten und deckt schätzungsweise acht bis zehn Prozent des Importmarktes ab. Ein usbekischer Händler iranischer Milchprodukte in Samarkand erklärte gegenüber <a href="https://www.rferl.org/a/iran-war-economy-central-asia-turkmenistan/33695124.html">Radio Free Europe</a>, seine Lager leerten sich rapide, da die üblicherweise täglich 15 Lkw-Lieferungen über Turkmenistan ausblieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Kirgistan ist die Lage noch kritischer, berichtet <a href="https://timesca.com/middle-east-conflict-disrupts-logistics-routes-for-deliveries-to-kyrgyzstan/">The Times of Central Asia</a>. Ein erheblicher Anteil der Waren aus den USA, Europa und dem Nahen Osten wird über den iranischen Hafen Bandar Abbas in das zentralasiatische Land geliefert. Die Kämpfe zwischen Pakistan und Afghanistan erschweren die Situation zusätzlich, da auch die von kirgisischen Logistikunternehmen aktiv genutzte Route vom Hafen von Karatschi über Afghanistan blockiert ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kasachstan profitiert am Ölmarkt</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Öl ist der Rohstoff, der am stärksten vom Konflikt im Iran betroffen ist. Kasachstan, der wichtigste zentralasiatische Exporteur des „schwarzen Goldes“, kann daher kurzfristig von dem Anstieg des Ölpreises profitieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/die-us-militaeroperation-in-venezuela-und-ihre-folgen-fuer-kasachstans-oelmarkt/">Die US-Militäroperation in Venezuela und ihre Folgen für Kasachstans Ölmarkt</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Angesichts der unterbrochenen Handelswege richtet sich die Aufmerksamkeit zunehmend auf den „Mittleren Korridor“, der Zentralasien über das Kaspische Meer, Aserbaidschan, Georgien und die Türkei mit Europa verbindet. Obwohl das Frachtaufkommen seit 2022 deutlich gestiegen ist, besteht auf der Route weiterhin ein Engpass, unter anderem durch die begrenzte Schifffahrtskapazität auf dem Kaspischen Meer und die Überlastung der kasachstanischen Häfen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aqtau">Aqtau</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Quryq">Quryq</a>. Der Konflikt im Iran zwingt Zentralasien daher, verstärkt nach alternativen Handelsrouten zu suchen, ohne jedoch eine unmittelbare Lösung für die anhaltenden Störungen zu bieten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Unklare Aussichten</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der Verschärfung des Konflikts stehen die zentralasiatischen Staaten vor strategischen Entscheidungen, deren Konturen weiterhin unklar sind. Keine Regierung der Region hat sich öffentlich positioniert. Alle wahren stattdessen eine vorsichtige Neutralität, die der Doktrin ihrer mehrdimensionalen Diplomatie entstammt. Doch diese Neutralität verschleiert Schwachstellen, die mit jeder neuen Eskalation offengelegt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/sangesur-korridor-neue-chancen-fuer-zentralasien/">Sangesur-Korridor: Neue Chancen für Zentralasien?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die erste Unbekannte ist die Dauer des Konflikts. Ein kurzer Krieg würde überschaubare wirtschaftliche Folgen mit vorübergehenden Handelsstörungen und Preisanstiegen sowie mit einer kurzfristigen Umstrukturierung der Logistikströme hinterlassen. Ein langwieriger Konflikt hingegen würde eine dauerhafte Umstrukturierung der Handelsrouten nach sich ziehen. Es besteht die Gefahr, dass die zentralasiatischen Staaten gezwungen sein werden, zwischen ihren Wirtschaftspartnerschaften mit Iran und den Anforderungen potenziell verschärfter US-Sanktionen zu wählen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Letztlich offenbart der Konflikt weniger einen Bruch als vielmehr eine Eskalation. Die zentralasiatischen Staaten wissen seit Jahren, dass ihre Abhängigkeit von den südlichen Handelskorridoren eine strukturelle Schwachstelle darstellt. Angesichts der Sanktionen gegen den nördlichen Nachbarn Russland bieten sich aber wenige Alternativen. In den kommenden Wochen und Monaten wird sich zeigen, ob diese Staaten ihre Handelsrouten tatsächlich diversifizieren können – und nicht nur ihre Absicht dazu erklären.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Lenny Cabrol Noto für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/decryptage/quelles-sont-les-repercussions-de-la-guerre-en-iran-pour-l-asie-centrale/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Die US-Militäroperation in Venezuela und ihre Folgen für Kasachstans Ölmarkt</title>
		<link>https://novastan.org/de/kasachstan/die-us-militaeroperation-in-venezuela-und-ihre-folgen-fuer-kasachstans-oelmarkt/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Mar 2026 10:38:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Bevölkerungswachstum]]></category>
		<category><![CDATA[Nicolas Muduro]]></category>
		<category><![CDATA[Ölmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Venezuela]]></category>
		<category><![CDATA[Vereinigte Staaten]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 3. &#xA0;Januar 2026 l&#xF6;ste die US-Milit&#xE4;roperation in Venezuela, die mit der Festnahme von Nicol&#xE1;s Maduro endete, eine sofortige Volatilit&#xE4;t auf den &#xD6;lm&#xE4;rkten aus. Vor dem Hintergrund dieser erh&#xF6;hten Unsicherheit entschieden sich die zentralasiatischen L&#xE4;nder, insbesondere Kasachstan, f&#xFC;r diplomatische Zur&#xFC;ckhaltung, um ihre Energieversorgungssicherheit zu gew&#xE4;hrleisten. Bis zum 5. Januar 2026 hat kein zentralasiatischer Staat offiziell [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Am 3. &nbsp;Januar 2026 löste die US-Militäroperation in Venezuela, die mit der Festnahme von Nicolás Maduro endete, eine sofortige Volatilität auf den Ölmärkten aus. Vor dem Hintergrund dieser erhöhten Unsicherheit entschieden sich die zentralasiatischen Länder, insbesondere Kasachstan, für diplomatische Zurückhaltung, um ihre Energieversorgungssicherheit zu gewährleisten.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bis zum 5. Januar 2026 hat kein zentralasiatischer Staat offiziell auf die Festnahme des venezolanischen Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nicolás_Maduro">Nicolas Maduro</a> durch US-Streitkräfte oder auf die offensichtliche Absicht der USA, die Kontrolle über die venezolanische Ölindustrie zu übernehmen, reagiert. Dieses diplomatische Schweigen ist nicht unbedeutend: Es spiegelt die Komplexität der Herausforderungen für die Öl exportierenden Länder wider, die zwischen den Großmächten stehen und ihre eigenen wirtschaftlichen und politischen Interessen schützen wollen, erklärt <a href="https://eurasianet.org/evaluating-the-impact-of-us-power-play-in-venezuela-on-eurasian-energy-suppliers"><em>Eurasianet</em></a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine schwierige Position zum Fall Venezuela</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für Kasachstan, dessen Staatshaushalt stark von Ölexporten abhängt, könnte jede kritische Äußerung gegenüber Washington die positive Dynamik der bilateralen Beziehungen gefährden. Die Trump-Regierung hat kürzlich ihr Engagement in der Region bekräftigt und sogar Kasachstans Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qasym-Jomart_Toqaev">Qasym-Jomart Toqaev</a> und seinen usbekischen Amtskollegen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shavkat_Mirziyoyev">Shavkat Mirziyoyev</a> zum <a href="https://thediplomat.com/2025/12/does-it-matter-that-trump-invited-kazakhstan-and-uzbekistan-to-the-2026-g20-summit/">G20-Gipfel 2026</a> eingeladen, was die wirtschaftlichen und diplomatischen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten stärken dürfte.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Umgekehrt könnte eine ausdrückliche Unterstützung der amerikanischen Intervention Moskau und Peking verärgern, zwei strategische Partner Kasachstans, die die Operation in Venezuela öffentlich als flagrante Verletzung der nationalen Souveränität und des Völkerrechts verurteilt haben. Russland warnte vor dem, was es als „Aggression” betrachtet, während China die US-Aktion als „hegemonialen Akt” bezeichnete.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor diesem Hintergrund tendiert die kasachische Diplomatie dazu, Stabilität und Vorsicht zu bevorzugen. Der Regionalexperte <a href="https://aod.kz/en/about">Marat Chibutov</a> fasste dies gegenüber <a href="https://ru.arasha.kz/5257-arest-maduro-venesuela-i-cto-eto-znacit-dlia-kazaxstana"><em>Arasha.kz</em></a> zusammen: <em>„Das Wichtigste ist, Stabilität und Vorsicht zu wahren und die Ereignisse aus der Ferne zu beobachten.”</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl sich seine Äußerungen speziell auf Kasachstan beziehen, spiegeln sie implizit die Kalkulation der Regierungen in ganz Zentralasien wider, die darauf bedacht sind, sich nicht in eine Debatte hineinziehen zu lassen, die ihr eigenes geopolitisches und wirtschaftliches Gleichgewicht erschüttern könnte.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Welche Auswirkungen hat dies auf Kasachstans Öl?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Über die unmittelbaren Auswirkungen auf die weltweite Versorgung und die Volatilität der Rohölpreise hinaus hat die US-Operation in Venezuela auch Auswirkungen auf Zentralasien. In Kasachstan, wo die Frage der Abhängigkeit von Kohlenwasserstoffen und der Rolle ausländischer Unternehmen seit Jahren Gegenstand gedämpfter, aber anhaltender Debatten ist, werden die Ereignisse in Caracas mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Astana belebt die venezolanische Entwicklung implizit die Diskussionen über die mit den westlichen Großkonzernen abgeschlossenen Ölverträge. Der Politologe <a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/Ашимбаев,_Данияр_Рахманович">Daniyar Ashimbayev</a> <a href="https://timesca.com/the-venezuela-effect-oil-sanctions-and-kazakhstans-strategic-dilemma/">erinnert</a> daran, dass diese Debatten in der kasachstanischen Öffentlichkeit lange Zeit geführt wurden, bevor sie nach und nach zu Tabuthemen wurden, wie die Zeitung <em>Times of Central Asia </em>berichtet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die Frage der Überarbeitung der Ölverträge wird immer unpopulärer. Bei diesem Tempo könnte sie sogar mit Extremismus gleichgesetzt werden”,</em> bemerkt der Experte ironisch und betont, wie sehr der aktuelle geopolitische Kontext die Sensibilität für diese Themen verstärkt hat.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der Venezuela-Effekt: überschätzt oder unterschätzt?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für viele Beobachter stellt der „Venezuela-Effekt” ein echtes Risiko für Kasachstan dar. Die politischen Erschütterungen in Lateinamerika geben zusätzlich Anlass zur Sorge. Sie könnten mittelfristig einen anhaltenden Druck auf die Preise ausüben, was für die stark von Öleinnahmen abhängige kasachstanische Wirtschaft ein besorgniserregendes Szenario darstellt. [Der Originalartikel erschien vor dem Ende Februar ausgebrochenen Krieg in Nahost, Anm. d. Red.]</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Finanzanalyst Arman Beisembayev erklärt in einem Artikel der kasachstanischen Nachrichtenportal <a href="https://informburo.kz/novosti/obrusenie-cen-na-neft-i-oslablenie-tenge-kazaxstan-mozet-postradat-ot-smeny-vlasti-v-venesuele">Informburo</a>, dass eine Lockerung der Sanktionen oder ein politischer Wandel den Ölpreis auf 50 bis 70 Dollar pro Barrel fallen lassen könnte, in pessimistischen Szenarien sogar auf 40 bis 50 Dollar, was das Wirtschaftswachstum und die Staatseinnahmen schwächen würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lesen Sie auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/klimaneutral-bis-2060-kasachstans-grosse-energie-vision-auf-dem-pruefstand/">Klimaneutral bis 2060? Kasachstans große Energie-Vision auf dem Prüfstand</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Andere Stimmen relativieren diese Gefahr jedoch. Asqar Ismailov, Berater für Zentralasien beim World Gas Center in Genf, betont gegenüber <a href="https://forbes.kz/articles/kak-krizis-vvenesuele-mozhet-povliyat-naneftyanuyu-otrasl-kazahstana-eksperty">Forbes Kazakhstan</a> die strukturellen Grenzen des venezolanischen Öls – schwer, teuer in der Förderung und abhängig von massiven Investitionen – sowie die Zurückhaltung der amerikanischen Großkonzerne, schnell zu investieren. Daher würden die kurzfristigen Auswirkungen begrenzt bleiben, da Venezuela derzeit nur einen marginalen Anteil an der weltweiten Produktion hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Kasachstan liegt die größte Herausforderung daher in der grundlegenden Entwicklung des Marktes. Solange die Preise nahe den Haushaltsannahmen bleiben, sind die Auswirkungen <a href="https://economykz.org/?p=23636">überschaubar</a>. Mittelfristig könnte jedoch eine schrittweise Rückkehr des venezolanischen Öls die Position des Landes auf den Märkten schwächen und seinen Haushalt belasten, wodurch der „Venezuela-Effekt” zu einem diffusen, aber strategischen Risiko wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kasachstan, ein zukünftiges Venezuela?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz Ähnlichkeiten hinsichtlich der strategischen Bedeutung ihrer Kohlenwasserstoffe folgt Kasachstan nicht dem Weg Venezuelas, versichert das russische Auslandsmedium <a href="https://ru.sputnik.kz/20260109/kazakhstan-venesuela-ssha-svoik-mnenie-60282518.html">Sputnik Kasachstan</a>. Im Gegensatz zu Caracas nach der Chávez-Ära hat Astana stabile Ölvereinbarungen mit westlichen Unternehmen aufrechterhalten und damit Rechtssicherheit und Attraktivität für Investoren gewährleistet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Öffnung geht jedoch mit einer schrittweisen Stärkung der nationalen Souveränität einher, wie die Verfassungsreform von 2022 zeigt. Kasachstan erscheint somit als pragmatischer und kooperativer Energielieferant, der eher dem Venezuela vor den Verstaatlichungen als seiner aktuellen Situation ähnelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lesen Sie auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/praesident-toqaev-vollzieht-in-kasachstan-eine-umgestaltung-der-institutionen/">Präsident Toqaev vollzieht in Kasachstan eine Umgestaltung der Institutionen</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Frage der Ölverträge bleibt jedoch heikel. Die Vereinbarungen zur Aufteilung der Produktion, die die Ausbeutung der wichtigsten Lagerstätten regeln, stehen im Mittelpunkt wachsender Spannungen zwischen dem Staat und ausländischen Konsortien. Astana hat kürzlich Verhandlungen zur Anpassung dieser Verträge aufgenommen, um günstigere Bedingungen zu erzielen und gleichzeitig ein stabiles Investitionsklima zu erhalten.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Zoé Toulouse für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>aus dem <a href="https://novastan.org/fr/kazakhstan/operation-americaine-au-venezuela-manifestations-en-iran-quels-impacts-pour-le-petrole-kazakh/">Französischen</a> übersetzt von Margaret Bullich</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>gekürzt von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/die-us-militaeroperation-in-venezuela-und-ihre-folgen-fuer-kasachstans-oelmarkt/">Die US-Militäroperation in Venezuela und ihre Folgen für Kasachstans Ölmarkt</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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		<title>Die zentralasiatischen Trump-Flüsterer: Warum sind Kasachstan und Usbekistan dem „Board of Peace” beigetreten?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[bstoeckl]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 30 Jan 2026 12:46:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Außenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Friedensrat]]></category>
		<category><![CDATA[internationale Abkommen]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kasachstan und Usbekistan geh&#xF6;ren zu den ersten L&#xE4;ndern, die dem neu geschaffenen &#x201E;Board of Peace&#x201D; (BoP; deutsch: Friedensrat) des US-Pr&#xE4;sidenten Donald Trump beigetreten sind. Vom Beitritt zum zwischenstaatlichen Gremium, dessen Geb&#xFC;hr f&#xFC;r eine permanente Mitgliedschaft sich auf eine Milliarden US-Dollar (ca. 0,8 Mrd. Euro) bel&#xE4;uft, erhoffen sich die beiden Staaten ein engeres Verh&#xE4;ltnis zu US-Pr&#xE4;sident [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Kasachstan und Usbekistan gehören zu den ersten Ländern, die dem neu geschaffenen „Board of Peace” (BoP; deutsch: Friedensrat) des US-Präsidenten Donald Trump beigetreten sind. Vom Beitritt zum zwischenstaatlichen Gremium, dessen Gebühr für eine permanente Mitgliedschaft sich auf eine Milliarden US-Dollar (ca. 0,8 Mrd. Euro) beläuft, erhoffen sich die beiden Staaten ein engeres Verhältnis zu US-Präsident Trump.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der kasachstanische Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4sident_Kasachstans">Qasym Jomart-Toqaev</a> und sein usbekisches Pendant <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shavkat_Mirziyoyev">Shavkat Mirziyoyev</a> unterzeichneten die Charta des BoP am Donnerstag (22. Januar) im Rahmen des „World Economic Forum” (WEF) in Davos.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Gremium, das erstmals im September letzten Jahres vorgeschlagen wurde, wurde <a href="https://www.dw.com/de/gaza-plan-donald-trump-pal%C3%A4stinenser-un-sicherheitsrat-hamas-gazastreifen/a-74786105">im November</a> durch <a href="https://www.securitycouncilreport.org/un-documents/document/s-res-2803.php">Resolution 2803</a> des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen (UN) mit der Verwaltung und dem Wiederaufbau des Gazastreifens beauftragt. In der Gründungscharta wird das Mandat der Organisation im Gazastreifen allerdings <a href="https://www.timesofisrael.com/full-text-charter-of-trumps-board-of-peace/">nicht mehr erwähnt</a>; stattdessen wird sie als dauerhaftes Gremium bezeichnet, das „Stabilität fördern, verlässliche und rechtmäßige Regierungsführung wiederherstellen und dauerhaften Frieden sichern&#8220; soll.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Beide Länder unterstreichen das Engagement des Rates für einen nachhaltigen Frieden im Gazastreifen sowie für dessen sozialen und wirtschaftlichen Wiederaufbau.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/welche-auswirkungen-wird-trumps-amtsantritt-auf-zentralasien-haben/">Welche Auswirkungen wird Trumps Amtsantritt auf Zentralasien haben?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Gründung des Friedensrats steht im Einklang mit den außenpolitischen Prioritäten Usbekistans, die auf die Unterstützung von Friedensinitiativen und multilateraler Zusammenarbeit abzielen&#8220;, begründete das usbekische Präsidialbüro in einer <a href="https://president.uz/ru/lists/view/8870">Pressemitteilung</a> den Beitritt des Landes zum Friedensorgan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Präsident Toqaev [bekräftigt] das Engagement Kasachstans, einen bedeutenden Beitrag zur Erreichung eines dauerhaften Friedens im Nahen Osten, zur Stärkung des zwischenstaatlichen Vertrauens und zur globalen Stabilität zu leisten“, <a href="https://www.euronews.com/2026/01/22/kazakhstan-joins-donald-trumps-board-of-peace-as-one-of-19-founding-countries">erklärte</a> der stellvertretende Pressesprecher des kasachstanischen Präsidenten, Ruslan Zheldibay.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/great-deals-kasachstan-und-usbekistan-schliessen-wirtschaftsabkommen-in-new-york/">„Great Deals“: Kasachstan und Usbekistan schließen Wirtschaftsabkommen in New-York</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben den beiden zentralasiatischen Ländern haben noch <a href="https://www.cbc.ca/news/world/board-of-peace-gaza-trump-list-of-countries-9.7055866">33 andere Staaten</a> die Gründungscharta des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Friedensrat_(Trump)">BoP</a> unterschrieben, darunter die Türkei, Saudi-Arabien, Katar, Argentinien, Aserbaidschan, Ägypten und Israel. Währenddessen stehen viele traditionelle Verbündete der USA, darunter ein Großteil der EU-Mitgliedsstaaten sowie Kanada, dem neuen Organ kritisch gegenüber. Sie bekräftigen die Rolle der Vereinten Nationen als führendes Schlichtungsorgan für internationale Konflikte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Friedensrat wird vor allem aufgrund seiner undurchsichtigen Organisationsstruktur und der Allmachtstellung von US-Präsident Trump als Vorsitzender auf Lebenszeit kritisiert. Der Beitritt zum BoP ist zudem mit einem immensen finanziellen Aufwand verbunden: Für ein Entgelt von eine Milliarden US-Dollar erhält ein Land einen permanenten Sitz, ansonsten ist die Mitgliedschaft auf drei Jahre beschränkt. Allerdings kann Trump als Ratsvorsitzender unilateral entscheiden, einem Land auch über die drei Jahre hinaus die Mitgliedschaft im Rat zu gewähren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/was-sind-die-ergebnisse-des-usa-zentralasien-gipfels-in-washington/">Was sind die Ergebnisse des USA-Zentralasien-Gipfels in Washington?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Einer <a href="https://www.whitehouse.gov/briefings-statements/2026/01/statement-on-president-trumps-comprehensive-plan-to-end-the-gaza-conflict/">Pressemitteilung des Weißen Hauses</a> zufolge werden neben Trump auch US-Außenminister <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Marco_Rubio">Marco Rubio</a>, Trumps Sonderbeauftragter für den Nahen Osten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Marco_Rubio">Steve Witkoff</a>, Trumps Schwiegersohn <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Jared_Kushner">Jared Kushner</a>, der ehemalige britische Premierminister <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tony_Blair">Tony Blair</a>, der amerikanische Milliardär und CEO <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Marc_Rowan">Marc Rowan</a>, der derzeitige Präsident der Weltbankgruppe und ehemalige Mastercard-Manager <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ajay_Banga">Ajay Banga</a> sowie der langjährige Trump-Berater Robert Gabriel, der derzeit stellvertretender nationaler Sicherheitsberater ist, im „Executive Board” des Rates vertreten sein.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Welche Vorteile hat der Beitritt für Kasachstan und Usbekistan?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Spätestens seit 2022 versuchen die Länder Zentralasiens, im Rahmen ihrer multivektoralen Außenpolitik ihre Verbindungen zu Drittstaaten und -akteuren, darunter die USA und die EU, auszubauen. Mit einem Beitritt zum Friedensrat erhoffen sich sowohl Kasachstan als auch Usbekistan breiteren Zugang zum sehr transaktionell veranlagten US-Präsidenten – gerade jetzt, wo die Beziehungen der USA zu ihren europäischen Verbündeten einen neuen Tiefpunkt erreicht haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits letzten November hatten sich die fünf zentralasiatischen Staatsoberhäupter, worunter Toqaev und Mirziyoyev, mit Trump <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/was-sind-die-ergebnisse-des-usa-zentralasien-gipfels-in-washington/">zum zweiten US-Zentralasien-Gipfel</a> in Washington getroffen, wo es vor allem um Abkommen in den Bereichen Seltene Erden und Mineralvorkommen ging – zwei Sektoren, in denen die USA ihre lang andauernde Abhängigkeit vom Rivalen China verringern möchten. Gleichzeitig sucht gerade Kasachstan nach dringend benötigten Investitionen, um eben jene Rohstoffvorkommen erschließen zu können. Aus diesem Grund schloss das Land insgesamt <a href="https://qazinform.com/news/nvidia-boeing-openai-among-us-companies-signing-new-agreements-with-kazakhstan-260cf1">30 Abkommen in Höhe von 17,2 Milliarden US-Dollar</a> zum Ausbau der kasachstanischen (digitalen) Infrastruktur mit verschiedenen US-Unternehmen, darunter Boeing, OpenAI und Nvidia.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/kasachstan-beitritt-zu-den-abraham-abkommen-wird-sich-washingtons-geste-auszahlen/">Kasachstans Beitritt zu den Abraham-Abkommen: Wird sich Washingtons Geste auszahlen?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Um an Geschäftstreffen und politische Gipfel zu gelangen, muss ein Land allerdings auf der guten Seite des US-Präsidenten bleiben, dessen schwankende Launen sich oft in widersprüchlicher Politik äußern: Gerade einmal eine Woche vor der Unterzeichnung der BoP-Gründungscharta wurden die Verfahren für Einwanderungsvisas für kasachstanische, kirgisische und usbekische Staatsbürger:innen <a href="https://thediplomat.com/2026/01/us-pauses-immigrant-visa-processing-for-75-countries-13-in-asia/">eingefroren</a>, da die US-Regierung diese bezichtigte, „Sozialleistungen und öffentliche Zuwendungen” zu missbrauchen. Daher sind symbolische Gesten des guten Willens immens wichtig, wie zum Beispiel der Beitritt Kasachstans zu den Abraham-Abkommen im Dezember oder der jetzige Beitritt zum „Board of Peace”.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Benedikt Stöckl für Novastan</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Sangesur-Korridor: Neue Chancen für Zentralasien?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 14 Dec 2025 15:36:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der geplante Sangesur-Korridor im S&#xFC;dkaukasus k&#xF6;nnte die Handelswege zwischen Asien und Europa grundlegend ver&#xE4;ndern. Zentralasien erhofft sich wirtschaftliche Vorteile, doch geopolitische Rivalit&#xE4;ten und politische Risiken werfen Fragen auf. Im kirgisischen Bergdorf Kosch-D&#xF6;b&#xF6; auf &#xFC;ber 2.200 Metern H&#xF6;he erinnert wenig an gro&#xDF;e Weltpolitik. Doch genau hier entstehen Br&#xFC;cken und Tunnel f&#xFC;r eine neue Eisenbahnlinie, die China [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Der geplante Sangesur-Korridor im Südkaukasus könnte die Handelswege zwischen Asien und Europa grundlegend verändern. Zentralasien erhofft sich wirtschaftliche Vorteile, doch geopolitische Rivalitäten und politische Risiken werfen Fragen auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im kirgisischen Bergdorf <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Kosh-D%C3%B6b%C3%B6,_Ak-Talaa">Kosch-Döbö</a> auf über 2.200 Metern Höhe erinnert wenig an große Weltpolitik. Doch genau hier entstehen Brücken und Tunnel für eine neue Eisenbahnlinie, die China mit Kirgistan verbinden soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Wir haben schon viele ihrer Wörter gelernt</em>“, erzählt der Dorfbewohner Isabek Dschusupow über seine chinesischen Kollegen. Die Baustelle bringe Arbeit und Hoffnung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zehntausend Kilometer weiter westlich, in New York, erklärte Usbekistans Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shavkat_Mirziyoyev">Shavkat Mirziyoyev</a> bei Gesprächen mit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Donald_Trump">Donald Trump</a>, wie wichtig eine stabile Lage im Südkaukasus für Zentralasien sei. Dabei ging es unter anderem um ein großes Projekt: den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sangesur-Korridor">Sangesur-Korridor</a>, eine fast 40 Kilometer lange Route, die die geopolitische Landkarte Eurasiens neu ordnen könnte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein neuer Korridor mit globaler Bedeutung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Korridor soll Aserbaidschan mit seiner Exklave <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Autonome_Republik_Nachitschewan">Nachitschewan</a> über armenisches Territorium verbinden. Aserbaidschans Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/%C4%B0lham_%C6%8Fliyev">Ilham Alijew</a> und Armeniens Premierminister <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nikol_Paschinjan">Nikol Paschinjan</a> einigten sich im August in Washington auf das Projekt, vermittelt von den USA und ohne Beteiligung Russlands.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Der 43 Kilometer lange Abschnitt trägt offiziell den Namen <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Zangezur_corridor#Trump_Route_for_International_Peace_and_Prosperity_(2025)">&#8222;Trump Route for International Peace and Prosperity&#8220; (TRIPP)</a>. Er soll von den USA verwaltet werden und eine Eisenbahn, Öl- und Gaspipelines sowie Glasfaserleitungen umfassen. Armenien hat den Vereinigten Staaten für 99 Jahre das exklusive Entwicklungsrecht zugesprochen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/10-gipfeltreffen-der-organisation-der-turkstaaten-neue-wege-der-zusammenarbeit-sind-gefragt/">10. Gipfeltreffen der Organisation der Turkstaaten: Neue Wege der Zusammenarbeit sind gefragt</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">TRIPP ist nicht nur ein regionales Infrastrukturprojekt. Es könnte die Mittlere (Transkaspische) Route, also die Verbindung zwischen China, Zentralasien, dem Südkaukasus und der Türkei, erheblich attraktiver machen. Seit Russlands Angriff auf die Ukraine meiden viele Unternehmen den Nordkorridor, der über Russland verläuft. Die Mittlere Route gewinnt dadurch an Bedeutung. Der Politikwissenschaftler <a href="https://www.asiapacific.ca/author/nicola-p-contessi">Nicola Contessi</a> erklärt: „<em>Ich sehe die Türkei als den großen Gewinner, der sich hinter den Kulissen versteckt.</em>“ TRIPP stärke die Achse Ankara–Baku und die Bedeutung <a href="https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/izpb/tuerkei-313/77033/ideologische-grundlagen-und-verfassungsrahmen/">panturkischer</a> Verbindungen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zentralasiens Erwartungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die zentralasiatischen Staaten setzen große Hoffnungen in das Projekt. Usbekistan, Kasachstan, Turkmenistan, Kirgistan und Tadschikistan könnten dadurch schneller und günstiger auf den europäischen Markt gelangen. Die Transportkosten würden sinken, Lieferketten zuverlässiger werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei einem Treffen im turkmenischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Awaza">Awaza</a> diskutierten Mirziyoyev und seine Amtskollegen aus Aserbaidschan und Turkmenistan über die Anbindung an TRIPP. Die neue Eisenbahnlinie, die derzeit in Kosch-Döbö entsteht, könnte künftig den Weg nach Europa verkürzen. Die Politikwissenschaftlerin <a href="https://carnegieendowment.org/people/assel-tutumlu?lang=en">Asel Tutumlu</a> betont: „<em>Es geht nicht nur um den Transit von Waren nach Europa oder China. Zentralasien kann eigene regionale Wirtschaftszentren entwickeln und seine Industrie besser an globale Märkte anbinden.</em>“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/wohin-fuehrt-die-neue-seidenstrasse-ueber-die-chancen-und-risiken-von-one-belt-one-road/">Wohin führt die Neue Seidenstraße? Über die Chancen und Risiken von „One Belt, One Road“</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zentralasien könnte zudem von der Ausfuhr von Öl und Gas profitieren. Turkmenistan und Kasachstan suchen schon lange nach Alternativen zu russischen Pipelines. Seit 2022 blockierte Moskau mehrfach den Betrieb des Kaspischen Pipeline-Konsortiums, durch das Kasachstan einen Großteil seines Öls exportiert.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Geopolitische Gewinner und Verlierer</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Korridor ist nicht nur ein Wirtschaftsprojekt, sondern ein geopolitisches Statement. Die USA wären erstmals dauerhaft als Sicherheits- und Wirtschaftsmacht im Südkaukasus präsent. Russland hingegen hätte seinen traditionellen Einfluss eingebüßt. Der russische <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sergei_Wiktorowitsch_Lawrow#:~:text=Sergei%20Wiktorowitsch%20Lawrow%20(russisch%20%D0%A1%D0%B5%D1%80%D0%B3%D0%B5%CC%81%D0%B9,der%20Au%C3%9Fenminister%20der%20Russischen%20F%C3%B6deration">Außenminister Sergej Lawrow</a> reagierte kühl: „<em>Man muss abwarten, wie es funktioniert. Wenn nichts darauf folgt, bleibt es einfach nur ein Strohfeuer.</em>“ Auch Iran zeigt deutliche Ablehnung. Teheran hatte eigene Pläne für einen alternativen Transportweg – den <a href="https://www.cacianalyst.org/publications/analytical-articles/item/13788-is-the-aras-corridor-an-alternative-to-zangezur?.html">Aras-Korridor</a> – verfolgt. Doch mit TRIPP würde dieser überflüssig.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/zwischen-ost-und-west-spannungen-in-der-organisation-der-turkstaaten/">Zwischen Ost und West: Spannungen in der Organisation der Turkstaaten</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicola Contessi erklärt: „<em>Russland und Iran werden zu unbeteiligten Akteuren. Gleichzeitig wächst der Einfluss der Türkei und der USA.</em>“ Für die Türkei steht viel auf dem Spiel. Ankara sieht im Korridor nicht nur wirtschaftliche, sondern auch identitätsstiftende Chancen für die „türkische Welt“. Eine Pipelineverbindung über Sangesur würde den Zugang zu zentralasiatischen Energieressourcen erleichtern. China wiederum betrachtet das Projekt als Ergänzung seiner Initiative <a href="https://www.bpb.de/system/files/dokument_pdf/D_China_Asien-Neue_Seidenstrasse.pdf">„One Belt, One Road“</a>. Der Sangesur-Korridor könnte die Mittlere Route beschleunigen und stabilisieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Risiken und Unsicherheiten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bisher existiert TRIPP nur auf dem Papier. Sein Erfolg hängt von der politischen Lage im Südkaukasus ab. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Armenisch-aserbaidschanisches_Friedensabkommen">Armeniens Ratifizierung eines Friedensvertrags mit Aserbaidschan</a> ist an Verfassungsänderungen geknüpft – ein politisch heikles Thema. 2026 finden in Armenien Wahlen statt, Paschinjans Zustimmung in der Bevölkerung ist jedoch niedrig.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/welche-auswirkungen-wird-trumps-amtsantritt-auf-zentralasien-haben/">Welche Auswirkungen wird Trumps Amtsantritt auf Zentralasien haben?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Verzögerungen beim Bau oder bei der Finanzierung sind ebenfalls wahrscheinlich. Paschinjan sagte Ende September: „<em>Die Route bleibt auf der Tagesordnung. Wir kommen langsam voran, aber wir bleiben nicht stehen.</em>“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Hoffnung in Kosch-Döbö</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Während sich geopolitische Machtzentren verschieben, wartet das Dorf Kosch-Döbö auf seine Chance. Die Fahrt dorthin ist beschwerlich: Fast die Hälfte des Weges ist eine holprige Schotterstraße, und der Ort liegt 530 Kilometer von Bischkek entfernt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch die Menschen hier sehen im Bahnbau eine seltene Zukunftsperspektive. Manas Nasirow, ein Anwohner des Dorfes, meint: „<em>In ein Dorf, das man kaum mit dem Auto erreicht, wird bald ein Zug kommen. Das gibt den Menschen Hoffnung</em>.“</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Ein Beitrag von Radio Azattyk</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://rus.azattyq.org/a/zangezurskiy-koridor-chto-mozhet-dat-tsentralnoy-azii-/33546719.html">Russischen</a> von Margaret Bullich</strong></p>
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		<item>
		<title>Kasachstans Beitritt zu den Abraham-Abkommen: Wird sich Washingtons Geste auszahlen?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Dec 2025 20:44:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Abraham-Abkommen]]></category>
		<category><![CDATA[Donald Trump]]></category>
		<category><![CDATA[Israel]]></category>
		<category><![CDATA[Qasym-Jomart Toqaev]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Vereinigte Staaten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zwei Jahre nach Beginn des Krieges in Gaza, in dem &#xFC;ber 68.000 Pal&#xE4;stinenser ums Leben gekommen sind, hat sich Kasachstan bereit erkl&#xE4;rt, sich Trumps Abraham-Abkommen anzuschlie&#xDF;en, um engere Beziehungen zu Israel zu kn&#xFC;pfen. Auch wenn Toqaevs Risiko aufgrund der bereits bestehenden Beziehungen des Landes zu Israel keineswegs bahnbrechend ist, signalisiert dieses Man&#xF6;ver doch eine neue, [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zwei Jahre nach Beginn des Krieges in Gaza, in dem über 68.000 Palästinenser ums Leben gekommen sind, hat sich Kasachstan bereit erklärt, sich Trumps Abraham-Abkommen anzuschließen, um engere Beziehungen zu Israel zu knüpfen. Auch wenn Toqaevs Risiko aufgrund der bereits bestehenden Beziehungen des Landes zu Israel keineswegs bahnbrechend ist, signalisiert dieses Manöver doch eine neue, amerikanische Ausrichtung für Kasachstans internationale Orientierung.</strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Vorfeld des mit Spannung erwarteten <a href="https://taz.de/USA-umwerben-Zentralasien/!6128099/">C5+1 Gipfels</a> in Washington D.C. gab US-Präsident Donald Trump am 7. November <a href="https://truthsocial.com/@realDonaldTrump/posts/115505478418176575">bekannt</a>, dass Kasachstan bald dem von den USA geführten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Friedensvertrag_zwischen_Israel_und_den_Vereinigten_Arabischen_Emiraten">Abraham-Abkommen</a> beitreten werde, einer von Trump initiierten Initiative, um widerständige mehrheitlich muslimische Nationen zu ermutigen, engere Beziehungen zu Israel zu knüpfen. Mit seinem Beitritt wird Kasachstan das erste Land sein, das sich dem Abkommen seit Beginn des Krieges in Gaza im Jahr 2023 anschließt.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Im Gegensatz zu allen bisherigen Mitgliedern des Abraham-Abkommens, die sich vor ihrem Beitritt geweigert hatten, Israel anzuerkennen, unterhält Kasachstan <a href="https://www.nzz.ch/international/kasachstan-tritt-abraham-abkommen-bei-was-das-bedeutet-ld.1910766">seit 1992</a> formelle Beziehungen zu Israel. <a href="https://www.sueddeutsche.de/politik/nahost-kasachstan-tritt-abraham-abkommen-bei-li.3335839">Experten</a> haben den Schritt des kasachstanischen Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Qasym-Jomart Toqaev</a> schnell als symbolische Geste bezeichnet, die darauf abzielt, sich bei Washington beliebt zu machen. Sie bezweifeln, dass er die bestehenden Beziehungen Kasachstans zu Israel wesentlich verändern wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein geopolitischer Kurswechsel</strong>?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für Toqaev ist dieser Schritt eindeutig ein Signal an Washington, dass er offen für eine weitere strategische Zusammenarbeit ist. Nur wenige Stunden vor der Ankündigung Kasachstans zum Abraham-Abkommen unterzeichneten Kasachstan und die Vereinigten Staaten ein <a href="https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/jagd-auf-seltene-erden-trump-besetzt-russlands-freien-stuhl-in-zentralasien-li.10004547">lukratives Kooperationsabkommen</a> über Seltenerdmetalle, die die Vereinigten Staaten als kritisch für ihre nationale Sicherheit erachten. Als Toqaev Washington verließ, hatte er <a href="https://astanatimes.com/2025/11/17-billion-signed-in-washington-heres-where-its-going/">laut Astana Times</a> 29 Abkommen mit den Vereinigten Staaten unterzeichnet, die neue Investitionen in Höhe von 17 Milliarden US-Dollar vorsehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/panorama/china-in-zentralasien-factchecking-um-mit-mythen-aufzuraeumen/"><strong>China in Zentralasien – Factchecking, um mit Mythen aufzuräumen</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Über die Mineralien hinaus sehen die Vereinigten Staaten politisches Potenzial, Kasachstan aus dem Einflussbereich Chinas herauszulösen und in ihren eigenen zu ziehen, wodurch eine wichtige Verbindung in Chinas aufstrebendem Handelskorridor <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Neue_Seidenstraße">„Belt and Road Initiative“</a> quer durch den asiatischen Kontinent gekappt würde. Kasachstan hofft, seine internationalen Abkommen zwischen den globalen Schwergewichten ausbalancieren zu können, und erwartet, dass eine enge Partnerschaft mit den Vereinigten Staaten die Abhängigkeit des Staates von China und Russland begrenzen wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein dringend benötigter Erfolg für Trump</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem geplanten Beitritt des Landes zum Abraham-Abkommen bescherte Kasachstan Trump einen lang ersehnten diplomatischen Sieg: ein mehrheitlich muslimisches Land, das bereit ist, enge Beziehungen zum Nachkriegs-Israel zu knüpfen. In seiner ersten Amtszeit überraschte Trump die Welt, <a href="https://www.freiheit.org/de/deutschland/zwischen-ambitionen-einer-zweiten-us-praesidentschaft-und-einer-aera-des-friedens-im">indem er erfolgreich Verhandlungen</a> mit vier arabischen Staaten mit muslimischer Mehrheit – Bahrain, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Marokko und dem Sudan – führte, um im Rahmen der Abraham-Abkommen formelle Beziehungen zu Israel aufzunehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2023 sollte Saudi-Arabien <a href="https://www.swp-berlin.org/publications/products/aktuell/2025A03_Israel_Saudi-Arabien.pdf">der nächste und einflussreichste Staat werden,</a> der Israel offiziell anerkennt – ein Schritt, von dem sich die Vereinigten Staaten erhofften, dass er eine Reihe anderer arabischer Staaten dazu inspirieren würde, diesem Beispiel zu folgen. Vor allem aufgrund des öffentlichen Drucks, nachdem Israel im Oktober 2023 mit seiner Bodenoffensive in Gaza begonnen hatte, <a href="https://www.swp-berlin.org/publications/products/aktuell/2025A03_Israel_Saudi-Arabien.pdf">stoppte Saudi-Arabien</a> jedoch alle Bemühungen zur Anerkennung des Staates Israel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Trump im Januar 2025 wieder ins Amt kam, <a href="https://www.tagesschau.de/ausland/asien/israel-usa-saudi-arabien-100.html">räumte er ein, dass Israel,</a> ein wichtiger regionaler Verbündeter der Vereinigten Staaten, auf der Weltbühne zunehmend isoliert war. Dies resultierte aus der <a href="https://www.amnesty.de/israel-palaestina-gaza-nahostkonflikt">weltweite Empörung</a> über mutmaßliche Kriegsverbrechen, die seine Armee in Gaza begangen hatte. Am 16. September veröffentlichte die <a href="https://www.tagesschau.de/ausland/asien/israel-gaza-kommissionsbericht-un-100.html">Unabhängige Internationale Untersuchungskommission der Vereinten Nationen</a> für <a href="https://www.tagesschau.de/ausland/asien/israel-gaza-kommissionsbericht-un-100.html">die besetzten palästinensischen Gebiete</a> einen Bericht, in dem sie zu dem Schluss kam, dass Israel im Gazastreifen <a href="https://www.tagesschau.de/ausland/asien/israel-gaza-kommissionsbericht-un-100.html">„Völkermord begangen hat”.</a> Aufgrund der überwältigenden Verurteilung der israelischen Kriegshandlungen in der arabischen und muslimischen Welt hat seit Beginn des Krieges in Gaza kein Staat in der Region Schritte unternommen, um Israel anzuerkennen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong><strong> <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/was-sind-die-ergebnisse-des-usa-zentralasien-gipfels-in-washington/">Was sind die Ergebnisse des USA-Zentralasien-Gipfels in Washington?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Trump glaubt nach wie vor an die Abraham-Abkommen als Lösung, um die regionale Isolation des Nachkriegs-Israels zu durchbrechen. Mit der Teilnahme Kasachstans behauptet Trump, dass diese Geste eine entscheidende Wiederbelebung der Abraham-Abkommen darstellt und weitere wichtige regionale Mächte dazu bewegen wird, ebenfalls beizutreten. Bemerkenswert ist, dass die Ankündigung Kasachstans zwölf Tage vor dem <a href="https://www.deutschlandfunk.de/trump-empfaengt-saudischen-kronprinzen-mohammed-bin-salman-im-weissen-haus-erster-besuch-seit-khasho-100.html">geplanten Besuch</a> des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mohammed_bin_Salman">saudischen Prinzen Mohammed bin Salman</a> in Washington D.C. erfolgte. Dies nährte die Erwartung, dass Trump den Beitritt Kasachstans zu den Abraham-Abkommen nutzen werde, um politischen Druck auf Saudi-Arabien auszuüben, damit es seine Bemühungen um eine Normalisierung der Beziehungen zu Israel wieder aufnimmt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Zukunft der kasachstanisch-amerikanischen Zusammenarbeit</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Während des C5+1-Gipfels im November 2025 <a href="https://www.deutschlandfunk.de/gipfeltreffen-mit-zentralasiatischen-staaten-im-weissen-haus-trump-verkuendet-milliardenschweres-abk-100.html">deutete Trump an,</a> dass er bald einen Staatsbesuch in Astana machen könnte. Alles deutet darauf hin, dass Trump Toqaevs Regierung schätzen gelernt hat. Ihre Bereitschaft, den USA Zugang zu wichtigen Mineralien zu verschaffen und Trumps ins Stocken geratenes Friedensprojekt im Nahen Osten wiederzubeleben, ist in Washington nicht unbemerkt geblieben. Während Toqaev glaubt, die kasachstanische Souveränität durch das Jonglieren mit Abkommen zwischen Russland, China und den Vereinigten Staaten aufrechterhalten zu können, ist unklar, ob eine weitere Zusammenarbeit mit Trumps Amerika Kasachstan die so sehr gewünschte Unabhängigkeit bringen wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/wladimir-putin-in-kirgistan-rueckblick-auf-einen-symboltraechtigen-staatsbesuch/">Wladimir Putin in Kirgistan: Rückblick auf einen symbolträchtigen Staatsbesuch</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Qatar, ein regionaler Nachbar, der seit langem bestrebt ist, Diplomatie und Verteidigung in Einklang zu bringen, wurde für seine Annäherung an Washington und seine Friedensbemühungen bestraft. Allein im vergangenen Jahr wurde es zweimal bombardiert – <a href="https://www.tagesschau.de/ausland/asien/angriff-iran-katar-102.html">einmal vom Iran</a> und <a href="https://www.tagesschau.de/ausland/asien/nahost-katar-vermittler-unter-beschuss-100.html">einmal von Israel,</a> dem engsten regionalen Verbündeten Amerikas. Nicht weit von Kasachstan entfernt, im Kaukasus, zeigte Trump kürzlich mit seinem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Armenisch-aserbaidschanisches_Friedensabkommen">Friedensabkommen zwischen Armenien und Aserbaidschan</a> der Welt, dass seine Regierung bestrebt ist, die wirtschaftliche Vorherrschaft Amerikas in weit entfernten Regionen mit diplomatischen Mitteln zu festigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zeit wird zeigen, ob Toqaevs Wagnis einer weiteren Integration mit den Vereinigten Staaten zu dem von seiner Regierung gewünschten Ergebnis führen wird. Durch den Beitritt zu den Abraham-Abkommen in einem für das Überleben der Initiative kritischen Moment hat Kasachstan seine diplomatische Nützlichkeit für Washington erfolgreich unter Beweis gestellt. Da Trump jedoch darauf abzielt, den amerikanischen Einfluss auf dem asiatischen Kontinent auszuweiten, läuft Kasachstan nun Gefahr, zu einem Spielball im zunehmenden Wettbewerb Amerikas <a href="https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/jagd-auf-seltene-erden-trump-besetzt-russlands-freien-stuhl-in-zentralasien-li.10004547">um die Vorherrschaft</a> mit China zu werden, der die zentralasiatische Region erfasst.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Joseph Fischer für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/en/politics/kazakhstan-to-become-an-unusual-addition-to-the-abraham-accords-will-this-diplomatic-gesture-for-washington-pay-off/">Englischen</a> von Margaret Bullich</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/kasachstan-beitritt-zu-den-abraham-abkommen-wird-sich-washingtons-geste-auszahlen/">Kasachstans Beitritt zu den Abraham-Abkommen: Wird sich Washingtons Geste auszahlen?</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Was sind die Ergebnisse des USA-Zentralasien-Gipfels in Washington?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Nov 2025 15:39:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
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		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
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		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Abraham-Abkommen]]></category>
		<category><![CDATA[C5+1]]></category>
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		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Vereinigte Staaten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die f&#xFC;nf zentralasiatischen Staatschefs sind nach Washington gereist, um an einem Gipfeltreffen im Format &#x201E;C5+1&#x201C; mit Donald Trump teilzunehmen. Seltene Erden standen im Mittelpunkt der Agenda und riesige, unerschlossene Mineralvorkommen waren Gegenstand bedeutender Abkommen mit den Vereinigten Staaten. Die Vereinigten Staaten mischen wieder mit. Am 6. November hat US-Pr&#xE4;sident Donald Trump im Rahmen des zweiten [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die fünf zentralasiatischen Staatschefs sind nach Washington gereist, um an einem Gipfeltreffen im Format „C5+1“ mit Donald Trump teilzunehmen. Seltene Erden standen im Mittelpunkt der Agenda und riesige, unerschlossene Mineralvorkommen waren Gegenstand bedeutender Abkommen mit den Vereinigten Staaten.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Vereinigten Staaten mischen wieder mit. Am 6. November hat US-Präsident Donald Trump im Rahmen des zweiten US-Zentralasien-Gipfels (der erste fand 2023 unter der Biden-Administration statt) Handels-, Diplomatie- und Bergbauabkommen mit den Staatschefs der zentralasiatischen Länder unterzeichnet. <em>„Leider haben frühere US-Präsidenten diese Region völlig vernachlässigt“</em>, erklärte Trump und fügte hinzu, er verstehe zwar die Bedeutung dieser Region, aber vielen sei dies nicht bewusst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Reichtum an Mineralien stand erneut im Mittelpunkt der Gespräche in Washington: 29 bilaterale Abkommen im Wert von rund 17,2 Milliarden US-Dollar wurden unterzeichnet. Zentralasiens Böden sind reich an Seltenen Erden und verfügen über riesige Vorkommen an Uran, Kupfer, Gold und anderen strategischen Mineralien, die für die globale Energiewende unerlässlich sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/great-deals-kasachstan-und-usbekistan-schliessen-wirtschaftsabkommen-in-new-york/"><strong>„Great Deals“: Kasachstan und Usbekistan schließen Wirtschaftsabkommen in New-York</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Zusammenhang haben das amerikanische Unternehmen Cove Capital und die kasachstanische Regierung eine Vereinbarung über den Bau einer Anlage zur Gewinnung und Verarbeitung von Wolfram abgeschlossen. Das Investitionsvolumen beträgt 1,1 Milliarden US-Dollar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Pini Althaus, CEO von Cove Capital, <a href="https://www.rferl.org/a/central-asia-trump-critical-minerals-diplomatic-deals-summit/33583397.html">nannte</a> die Vereinbarung <em>„einen historischen Sieg für die Vereinigten Staaten und ihren Bedarf an kritischen Mineralien“</em>. Er wies außerdem darauf hin, dass Donald Trump und US-Handelsminister Howard Lutnick bei den Verhandlungen zu der Vereinbarung beigetragen hätten, um zu verhindern, dass chinesische Unternehmen diese strategische Lagerstätte ausbeuten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kasachstan und die Abraham-Abkommen: eine rein symbolische Geste?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Seit dem Ende des Gipfels steht insbesondere Kasachstan im Rampenlicht, da das Land den Beitritt zu den Abraham-Abkommen ankündigte. Die Abraham-Abkommen sind eine Reihe von Kooperationsabkommen zwischen Israel und arabischen und muslimischen Staaten, die von den USA angestoßen wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Abkommen, die 2020 während Trumps erster Amtszeit unterzeichnet wurden, sollten die diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und jenen Staaten normalisieren, die den jüdischen Staat nicht anerkennen. Den Anfang machten die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain. Die beiden Länder waren damit nach Ägypten und Jordanien die ersten im Nahen Osten, die Israel offiziell anerkannten.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Kasachstan unterhält jedoch seit 1992, kurz nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, diplomatische und wirtschaftliche Beziehungen zu Israel. Beobachter sehen diese Entscheidung als durchaus nachvollziehbar an. Laut Joseph Epstein, Direktor des Turan Research Center am Yorktown Institute, ergänzt die politische Entscheidung die <em>„multivektorielle Außenpolitik Astanas“</em>, die darauf abziele, die Beziehungen zu Russland, China und dem Westen im Sinne der Wahrung der Souveränität auszubalancieren. <em>„Der Beitritt zu den Abraham-Abkommen bietet Kasachstan die Möglichkeit, die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten zu vertiefen, ohne einen seiner Nachbarn offen zu verprellen“</em>, <a href="https://www.atlanticcouncil.org/blogs/menasource/kazakhstan-joins-the-abraham-accords-and-redefines-the-geography-of-peace/">erklärt</a> er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus amerikanischer Sicht stärke Kasachstans Beitritt zu den Abraham-Abkommen <em>„indirekt den Einfluss Washingtons, indem er den Rohstoffreichtum und die Handelsrouten Zentralasiens mit dem Kapital der Golfstaaten und der israelischen Technologie verknüpft“</em>. Laut Epstein könnte diese Verbindung <em>„die Abraham-Abkommen von einem Nahost-Friedensrahmen in eine trans-eurasische Architektur verwandeln, die darauf abzielt, Wohlstand, Toleranz und Stabilität als Alternative zu China, Russland und dem Iran zu fördern“</em>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Von künstlicher Intelligenz bis hin zu Flugzeugen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kasachstans Regierung hat außerdem mit Unterstützung von Kazakh Invest (einer von der Regierung gegründeten öffentlichen Verwaltung zur <em>„Anwerbung hochwertiger ausländischer Investitionen“</em>) 29 Abkommen mit Unternehmen wie Nvidia, OpenAI, Oracle und Starlink <a href="https://qazinform.com/news/nvidia-boeing-openai-among-us-companies-signing-new-agreements-with-kazakhstan-260cf1">unterzeichnet</a>. Deren Gesamtwert beläuft sich auf rund 17,2 Milliarden US-Dollar (14,8 Milliarden Euro).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Gipfeltreffen wird mit einer Einigung über den Verkauf von 37 Boeing-Flugzeugen an die nationalen Fluggesellschaften Kasachstans, Tadschikistans und Usbekistans gerechnet. Zudem soll ein Auftrag über 200 Millionen Dollar an das amerikanische Unternehmen Leidos zur Modernisierung des nationalen Flugverkehrsmanagementsystems Kasachstans vergeben werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Neuer Akteur auf der zentralasiatischen Bühne</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der C5+1-Gipfel findet zu einem für die USA kritischen Zeitpunkt statt. Russland und China sind traditionell einflussreiche Akteure in der Region. Obwohl Moskaus Handlungsspielraum durch den Krieg in der Ukraine eingeschränkt wurde, hält es an seinem Einfluss in Zentralasien fest: Wladimir Putin nahm im September am Russland-Zentralasien-Gipfel in Tadschikistan teil, wenige Monate nach dem <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/zweiter-china-zentralasien-gipfel-ein-reigen-an-handelsabkommen/">China-Zentralasien-Gipfel</a> in Astana. Die Europäische Union <a href="https://www.rferl.org/a/eu-china-central-asia-caucasus-russia-middle-corridor-global-gateway/33562604.html">veranstaltete</a> im April ebenfalls einen Gipfel mit regionalen Führungskräften in Usbekistan, um Infrastrukturinvestitionen und den Zugang zu wichtigen zentralasiatischen Bodenschätzen zu erörtern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/gipfel-in-duschanbe-zentralasiens-staatschefs-treffen-wladimir-putin/"><strong>Gipfel in Duschanbe: Zentralasiens Staatschefs treffen Wladimir Putin</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der Einberufung des C5+1-Formats scheinen die Vereinigten Staaten einen wichtigen Schritt unternommen zu haben, der zu einer gestärkten Präsenz in der Region führen wird. Der geopolitische Kontext bleibt dabei von Bedeutung: Nach einer Waffenruhe im Handelskrieg zwischen Peking und Washington ist der Wettbewerb zwischen den USA und China um den Export seltener Erden – ein zentraler Streitpunkt in ihren Handelsverhandlungen – weiterhin intensiv.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Washington sucht nun nach neuen Wegen, Peking auf dem Metallmarkt zu umgehen. China produziert fast 70 Prozent der weltweiten Seltenen Erden und kontrolliert rund 90 Prozent ihrer Verarbeitung. Daher rührt das beidseitige Interesse des Gipfels: Zentralasien könnte zwar langfristig eine wichtige Quelle darstellen, doch die Region erhofft sich dringend benötigte Investitionen zur Erschließung dieser Ressourcen. Möglicherweise wird die von US-Außenminister Marco Rubio angekündigte Reise in die fünf zentralasiatischen Republiken im Jahr 2026 den amerikanischen Bemühungen in der Region zusätzlichen Auftrieb verleihen.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Samad Alizade für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/decryptage/asie-centrale-trump-sommet-que-retenir/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/was-sind-die-ergebnisse-des-usa-zentralasien-gipfels-in-washington/">Was sind die Ergebnisse des USA-Zentralasien-Gipfels in Washington?</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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		<title>„Great Deals“: Kasachstan und Usbekistan schließen Wirtschaftsabkommen in New-York</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Oct 2025 19:05:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Abkommen]]></category>
		<category><![CDATA[Deal]]></category>
		<category><![CDATA[Lokomotiven]]></category>
		<category><![CDATA[New York]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Uzbekistan Airways]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>300 Lokomotiven f&#xFC;r Kasachstan, 22 Boeing-Flugzeuge f&#xFC;r Usbekistan: Am Rande des j&#xE4;hrlichen UN-Gipfels hat sich der Besuch in den USA f&#xFC;r die beiden zentralasiatischen L&#xE4;nder gelohnt. Die Abkommen erm&#xF6;glichen den Ausbau des regionalen Verkehrsnetzes, verm&#xF6;gen dabei aber nicht &#xFC;ber die chinesisch-amerikanische Rivalit&#xE4;t um die nat&#xFC;rlichen Ressourcen Zentralasiens hinwegzut&#xE4;uschen. Anl&#xE4;sslich des Jahresgipfels der Vereinten Nationen in [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>300 Lokomotiven für Kasachstan, 22 Boeing-Flugzeuge für Usbekistan: Am Rande des jährlichen UN-Gipfels hat sich der Besuch in den USA für die beiden zentralasiatischen Länder gelohnt. Die Abkommen ermöglichen den Ausbau des regionalen Verkehrsnetzes, vermögen dabei aber nicht über die chinesisch-amerikanische Rivalität um die natürlichen Ressourcen Zentralasiens hinwegzutäuschen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Anlässlich des Jahresgipfels der Vereinten Nationen in New York vom 23. bis 29. September haben Kasachstans Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Qasym-Jomart Toqaev</a> und sein usbekischer Amtskollege <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/wer-ist-der-neue-praesident-usbekistans/">Shavkat Mirziyoyev</a> Wirtschaftsabkommen mit US-Unternehmen im Gesamtwert von 12,2 Milliarden US-Dollar abgeschlossen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kasachstan erwirbt 300 Schwerlastlokomotiven der Firma <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wabtec">Wabtec</a>, während Usbekistans nationale Fluggesellschaft <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Uzbekistan_Airways">Uzbekistan Airways</a> 22 Boeing-Flugzeuge erhält.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kasachstans &#8222;größter Lokomotivliefervertrag in der Geschichte&#8220;</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Lokomotivfabrik Wabtec Kazakhstan begann 2009 in Astana mit der Produktion. <em>&#8222;Bis 2029 wollen wir 5.000 Kilometer neue Eisenbahnstrecken bauen&#8220;,</em> sagte Staatschef Toqaev <a href="https://gadebate.un.org/sites/default/files/gastatements/80/kz_en.pdf">in seiner Rede</a> vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen am 23. September 2025. Die 300 neuen Lokomotiven sind nicht nur energieeffizienter, sondern auch weniger wartungsintensiv. Nach Zustellung werden sie auf dem Netz von Kazakhstan Temir Joly, der staatlichen Eisenbahngesellschaft Kasachstans, verkehren. Zusätzlich zu den bereits aktiven 3.000 weiteren Lokomotiven.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Dieser Kauf bindet Kasachstan an einen Wartungsservice für die gesamte bestehende Flotte für einen Zeitraum von 15 Jahren. Neben der langfristigen Unterstützung werden die neuen Lokomotiven auch an die schwierigen geographischen und klimatischen Bedingungen des Landes angepasst, berichtet das <a href="https://www.railwaynews.net/wabtecs-4-2b-ktz-locomotive-deal-rail-innovations-in-kazakhstan.html">Railway News</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Dieses historische Abkommen trägt zur Schaffung von Arbeitsplätzen im verarbeitenden Gewerbe der USA bei und beschleunigt das Wachstum, den Weg zu mehr Selbstständigkeit und die Stärkung der Verbindungen zwischen Amerika und Zentralasien&#8220;, </em><a href="https://rus.azattyq.org/a/amerikanskie-lokomotivy-dlya-kazahstana-i-boeing-i-dlya-uzbekistana/33538004.html">erklärte</a> US-Handelsminister Howard Lutnick. Laut dem Handelsministerium unterzeichnet Kasachstan hiermit den größten Lokomotivliefervertrag der Geschichte.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Neuer Höhenflug für Uzbekistan Airways</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Parallel dazu schloss die nationale usbekische Fluggesellschaft Uzbekistan Airways einen Vertrag über 8 Milliarden US-Dollar ab, um 14 Flugzeuge des Typs <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Boeing_787">Boeing 787-9</a> Dreamliner zu erwerben. Darin enthalten ist auch eine Kaufoption für weitere acht Flugzeuge. Dieses (für die meisten Flüge von Taschkent nach New York eingesetzte) Modell befördert bis zu 330 Passagiere und ist dazu treibstoffeffizient.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Mit der Unterzeichnung dieses neuen Vertrags stärken wir nicht nur die Position unseres Landes, sondern auch die von Uzbekistan Airways als führende Fluggesellschaft in Zentralasien</em>&#8222;, <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/centralasia/20250923/uzbekistan-airways-zakupit-22-samoleta-boeing-tramp-pozdravil-mirziyoeva-s-uspeshnoi-sdelkoi">sagte</a> Shuxrat Xudaykulov, Vorstandsvorsitzender von Uzbekistan Airways. Damit bekräftigt er die Modernisierungsbestrebungen der Fluggesellschaft, insbesondere in Bezug auf Nachhaltigkeit und Langstreckenkapazität. Die Auslieferung der Flugzeuge beginnt laut Mitteilung der Fluggesellschaft ab 2031.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/zentralasien-als-neuer-knotenpunkt-fuer-drohnen/"><strong>Zentralasien als neuer Knotenpunkt für Drohnen?</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar ist Usbekistan mit seinen Bestrebungen im Ausbau des Verkehrsnetzes in Zentralasien nicht allein, doch nimmt es mit seinem nationalen Entwicklungsprogramm eine führende Rolle ein: Das Projekt <a href="https://gov.uz/en/pages/2030_strategy">&#8222;Usbekistan-2030</a>&#8220; soll die Hauptstadt Taschkent bis zum Ende des Jahrzehnts zu einem Drehkreuz für den internationalen Transitverkehr machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu solch ökonomischen Ambitionen gratulierte Donald Trump sogleich in einem Beitrag auf der Plattform TruthSocial: <em>&#8222;Ich möchte Präsident Mirziyoyev dazu gratulieren, dass er einen GREAT Deal mit Boeing unterzeichnet hat! [&#8230;] Präsident Mirziyoyev ist ein Mann, der zu seinem Wort steht, und wir werden auch weiterhin in vielen anderen Fragen zusammenarbeiten.“</em></p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="753" height="845" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Capture-decran-2025-09-24-134433.png" alt="" class="wp-image-43027" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Capture-decran-2025-09-24-134433.png 753w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Capture-decran-2025-09-24-134433-267x300.png 267w" sizes="auto, (max-width: 753px) 100vw, 753px" /></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zentralasien, Land der Investitionen?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das jährliche Gipfeltreffen der Vereinten Nationen bot sich als ideale Gelegenheit, um Partnerschaften zwischen den zentralasiatischen Staaten und den führenden Weltmächten zu knüpfen. Während die USA im Hinblick auf Mineralien wie seltene Erden besonders von China abhängig sind, stellt Zentralasien dank seiner natürlichen Ressourcen die optimale Lösung dar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sowohl Kasachstan als auch Usbekistan verfügen neben Seltenen Erden über Öl-, Gas- und Uranvorkommen. US-amerikanischen Unternehmen hatten diese Ressourcen lange Zeit ignoriert. Nun werden sie zu echten Investitionsquellen für Ölriesen wie ExxonMobil und Chevron. Indessen sieht sich Zentralasien hin- und hergerissen zwischen den Großmächten – denn neben den USA kokettieren auch Russland und China mit stärkerem wirtschaftlichem Einfluss.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Salomé Aldeguer-Roure für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/economie/a-new-york-le-kazakhstan-et-louzbekistan-signent-de-gros-contrats-avec-donald-trump/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Arthur Siavash Klischat</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"> </p>
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			</item>
		<item>
		<title>Zentralasien als neuer Knotenpunkt für Drohnen?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Sep 2025 18:18:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
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		<category><![CDATA[Israel]]></category>
		<category><![CDATA[Militär]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Sanktionen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Drohnen sind in modernen Konflikten zu unverzichtbaren Waffen geworden. Nun versuchen auch zentralasiatische L&#xE4;nder, ihre eigene Produktion aufzubauen. Lokale Montage, ausl&#xE4;ndische Partnerschaften und die Diversifizierung importierter Modelle zeichnen eine beispiellose regionale Dynamik, die jedoch auch dazu f&#xFC;hren k&#xF6;nnte, dass sich die Region zu einer sensiblen Transitzone entwickelt. In den letzten Jahren haben die Armeen der [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Drohnen sind in modernen Konflikten zu unverzichtbaren Waffen geworden. Nun versuchen auch zentralasiatische Länder, ihre eigene Produktion aufzubauen. Lokale Montage, ausländische Partnerschaften und die Diversifizierung importierter Modelle zeichnen eine beispiellose regionale Dynamik, die jedoch auch dazu führen könnte, dass sich die Region zu einer sensiblen Transitzone entwickelt.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In den letzten Jahren haben die Armeen der zentralasiatischen Länder ihre Bestellungen von Drohnen aus der Türkei, China, Israel, Russland und den Vereinigten Staaten vervielfacht. Obwohl diese Geräte oft als zivile oder landwirtschaftliche Drohnen präsentiert werden, ist ihr militärisches Potenzial offensichtlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://rus.azattyq.org/a/tranzitnyy-hab-kak-tsentralnaya-aziya-naraschivaet-proizvodstvo-dronov-i-chem-eto-mozhet-grozit-v-kontekste-konfliktov-v-mire/33484076.html">Laut Radio Azattyq</a> verfügt Kasachstan über das vielfältigste Arsenal, das von türkischen Bayraktar TB2 bis zu israelischen und amerikanischen Drohnen reicht, die teilweise vor Ort in Joint Ventures zusammengebaut werden.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">In den anderen Republiken führt Usbekistan in Zusammenarbeit mit russischen Partnern Montageprojekte durch, während Kirgistan und Tadschikistan sich mit importierten Modellen begnügen. Das eher zurückhaltende Turkmenistan bleibt ebenfalls von ausländischen Lieferanten abhängig. Diese Diversifizierung spiegelt den gemeinsamen Wunsch wider, nicht mehr von einem einzigen Lieferanten abhängig zu sein und von einem boomenden Weltmarkt zu profitieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Erste Schritte hin zu einer lokalen Industrie</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Über den Kauf hinaus versuchen die Länder der Region nun, eine nationale Industrie aufzubauen. Kasachstan hat ein Abkommen mit dem chinesischen Unternehmen Shaanxi Kaizhuo <a href="https://invest.gov.kz/ru/media-center/press-releases/high-tech-drones-to-be-produced-in-kazakhstan/">unterzeichnet</a>, das 12 Millionen US-Dollar investieren will, um bis 2025 eine Produktionslinie für landwirtschaftliche Drohnen mit einem Ziel von 300 Geräten pro Monat aufzubauen. Diese Drohnen, die als zivile Drohnen präsentiert werden, könnten leicht für militärische Zwecke angepasst werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Usbekistan seinerseits prüft Partnerschaften mit russischen Unternehmen, insbesondere um importierte Modelle vor Ort zu montieren. Das russische Unternehmen „Transport der Zukunft“ soll <a href="https://www.spot.uz/ru/2025/04/28/russia-drones/#:~:text=%D0%A0%D0%BE%D1%81%D1%81%D0%B8%D0%B9%D1%81%D0%BA%D0%B0%D1%8F%20%C2%AB%D0%A2%D1%80%D0%B0%D0%BD%D1%81%D0%BF%D0%BE%D1%80%D1%82%20%D0%B1%D1%83%D0%B4%D1%83%D1%89%D0%B5%D0%B3%D0%BE%C2%BB%20%D0%BF%D0%BB%D0%B0%D0%BD%D0%B8%D1%80%D1%83%D0%B5%D1%82%20%D0%B4%D0%BE,%D0%AE%D1%80%D0%B8%D0%B9%20%D0%9A%D0%BE%D0%B7%D0%B0%D1%80%D0%B5%D0%BD%D0%BA%D0%BE%2C%20%D0%BF%D0%B5%D1%80%D0%B5%D0%B4%D0%B0%D0%B5%D1%82%20%D0%BA%D0%BE%D1%80%D1%80%D0%B5%D1%81%D0%BF%D0%BE%D0%BD%D0%B4%D0%B5%D0%BD%D1%82%20Spot.">laut Spot.uz</a> bis Ende des Jahres mit der Produktion von Drohnen in Usbekistan beginnen. Diese Projekte verfolgen zwei Ziele: Senkung der Anschaffungskosten und Erhöhung der technologischen Unabhängigkeit, während gleichzeitig die Möglichkeit für regionale Exporte eröffnet wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Risiken: Zweckentfremdung und Sanktionen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Dynamik stärkt zwar die Souveränität der zentralasiatischen Staaten, doch bietet sie auch Anlass zu großer Sorge. Mehrere dokumentierte Fälle zeigen, dass landwirtschaftliche Drohnen mitten im Krieg in der Ukraine nach Russland reexportiert wurden, unter Umgehung der westlichen Sanktionen. Im Jahr 2023 <a href="https://vlast.kz/obsshestvo/55186-slomat-sankcii-kak-bespilotniki-i-cipy-idut-v-rossiu-cerez-kazahstan.html">lieferte</a> ein kasachstanisches Unternehmen mehr als 500 Drohnen der chinesischen Marke DJI nach Russland und gab sie als Sprühgeräte aus, wie aus einer Untersuchung eines Konsortiums russischer, kasachstanischer und internationaler Medien hervorgeht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/zweiter-china-zentralasien-gipfel-ein-reigen-an-handelsabkommen/">Zweiter China – Zentralasien – Gipfel: Ein Reigen an Handelsabkommen</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Umleitungen verdeutlichen die zweideutige Rolle der zentralasiatischen Länder, die sowohl Produktionsstandort als auch Logistikkorridor sind. Russland und China fördern diese Kooperationen, da sie darin eine Möglichkeit sehen, die Region stärker in ihren Einflussbereich zu integrieren. Experten betonen, dass trotz des Aufschwungs lokaler Initiativen der Weltmarkt gesättigt bleibt und es für Zentralasien schwierig sein wird, sich als führender Akteur zu etablieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Aufschwung der Produktion und Montage von Drohnen in Zentralasien spiegelt ein klares Ziel wider: mehr Autonomie in einem strategischen Sektor zu erlangen. Dieses Ziel geht jedoch mit einer Grauzone einher, in der sich erklärte zivile Nutzung und potenzielle Militarisierung vermischen.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Evan Chaisson für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Französischen von Michèle Häfliger</strong></p>



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