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	<title>Universität Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
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	<title>Universität Archives</title>
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	<item>
		<title>Vom Millionengeschäft zu Massenausschreitungen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[rnazir]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Jan 2026 21:54:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
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		<category><![CDATA[Südasiat:innen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit Jahren profitiert die kirgistanische Gesch&#xE4;ftswelt von s&#xFC;dasiatischen Studierenden &#x2013; doch diese f&#xFC;hlen sich weder akzeptiert noch sicher. Eine Analyse der Lage und des letztj&#xE4;hrigen Studienberichts. Als am 17./18. Mai 2024 ein w&#xFC;tender Mob Jagd auf Migrant:innen in den Stra&#xDF;en Bischkeks machte, war der Schock national wie international gro&#xDF;. Denn viele Kirgis:innen kennen dieses Problem [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Seit Jahren profitiert die kirgistanische Geschäftswelt von südasiatischen Studierenden – doch diese fühlen sich weder akzeptiert noch sicher. Eine Analyse der Lage und des letztjährigen Studienberichts.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als am <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/bischkek-pogrome-gegen-auslaendische-studenten/">17./18. Mai 2024</a> ein wütender Mob Jagd auf Migrant:innen in den Straßen Bischkeks machte, war der Schock national wie international groß. Denn viele Kirgis:innen kennen dieses Problem aus eigener Erfahrung. Hunderttausende gehen nach Russland zum Studieren und Arbeiten und sind dort alltäglich Rassismus und Gewalt ausgesetzt. Doch was bei vielen Kirgis:innen Scham auslöste, sorgte in Politik und Geschäftswelt für andere Sorgen. Denn die Opfer waren vor allem Südasiat:innen, die seit geraumer Zeit zum Studieren nach Kirgistan kommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit zehn Jahren steigt die Zahl an Südasiat:innen in Kirgistan, die meisten von ihnen zu Beginn aus Indien. Ab 2017/18 lässt sich ein <a href="https://www.rferl.org/a/kyrgyzstan-student-exodus-damage-economy/32957912.html">Trend</a> stark wachsender Zahlen erkennen, dem kurz darauf pakistanische Studierende folgten. Der Grund dafür ist einfach: Das Medizinstudium in Kirgistan ist weitaus günstiger als in Pakistan oder Indien.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Medizinstudium als Geschäftsmodell</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Studium für südasiatische Studierende wurde schnell zum Exportschlager. Privatinvestor:innen – und nicht etwa Ärzt:innen, sondern Geschäftsleute, Volkskünstler:innen oder Politiker:innen – ergriffen die Gelegenheit, von diesem Geschäftsmodell zu profitieren. Das Resultat: ein mafiöses, medizinisch-„akademisches“ Netz in den Großstädten der Republik.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Eine <a href="https://govori.tv/zhurnalistskoe-rassledovanie-kto-i-kak-zarabatyvaet-na-inostrannyh-studentah-v-kyrgyzstane/?fbclid=IwAR3VKZksaAiXUqDdLWepb5_izxXFK5lt3ZjxzKPA4aEKoNbjhopir-kF2nA">Investigativrecherche</a> von govori.tv von 2022 zeigte, dass viele Akteur:innen nicht nur ohne medizinische Expertise waren, sondern zudem einen direkten Draht in die Politik hatten und wenig bis gar keine Steuern zahlten. Auch was die Standards der Lehre betreffen, ist die Ausbildung alles andere als qualitativ hochwertig. Da Absolvent:innen dieser Einrichtungen nicht die Approbationsprüfungen in ihrer Heimat bestehen konnten, setzte Pakistan 2020 alle kirgistanischen medizinischen Fakultäten auf eine <a href="https://24.kg/english/223693_Most_medical_students_in_Kyrgyzstan_are_foreigners/">Blacklist</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zumindest hier lassen sich leichte Änderungen erkennen. Nach Verbesserungen in der Lehre wurden 2022 vier Einrichtungen wieder auf die A-Liste Pakistans gesetzt, Stand September 2025 sind es sogar acht – wie viele Einrichtungen zurzeit zugelassen sind, lässt sich nicht zuverlässig sagen; auf einer englischsprachigen Seite für internationale Studierende lassen sich <a href="https://www.sheenstein.com/study-mbbs-abroad/kyrgyzstan?utm_source=chatgpt.com">25 Einrichtungen</a> finden. Auch die Regierung scheint ein Interesse an Qualitätskontrollen zu haben, so sollen dieses Jahr alle Fakultäten <a href="https://zamin.uz/en/world/159029-kyrgyzstan-imposes-restrictions-on-private-medical-universities.html">verstaatlicht</a> werden oder an staatliche Einrichtungen angebunden und akkreditiert oder geschlossen werden. Um dem Problem der Steuerumgehung zu begegnen, wurde zudem im Sommer letzten Jahres eine einheitliche Gebühr für Ausländer:innen von 3.000 US-Dollar (ca. 2.500 Euro) beschlossen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben den kriminellen Aspekten, die in diesem Geschäftsmodell stecken, zeigen diese Fakten aber auch: Südasiatische Studierende sind Konsument:innen, ihre Rolle beschränkt sich auf die als Devisenbringende. Schätzungen des kirgistanischen Bildungsministeriums zufolge waren es 2022 etwa 250 Millionen US-Dollar im Jahr, die ausländische (hauptsächlich südasiatische) Medizinstudierende an Kapital ins Land brachten. Zu Studiengebühren kommen Wohnen, Essen und Visagebühren hinzu. Bei einem BIP von gut 12 Milliarden US-Dollar 2022 wären das fast 2 Prozent.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Rassismus gegen Südasiat:innen – Nichts Neues in Kirgistan</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die gesellschaftlichen Vorurteile gegenüber den Migrant:innen schien den Universitäten und Behörden lange Zeit egal. Schon 2021 berichtete Eurasianet über <a href="https://eurasianet.org/kyrgyzstan-pakistani-students-demand-protection-from-assaults">rassistische Übergriffe</a> gegen Pakistanis, die von staatlichen Stellen ignoriert wurden. NGOs wie <a href="https://oasisorg.kg/en/about-us/">Oasis</a> machen ebenfalls seit Jahren auf die Situation und die Missstände bezüglich der internationalen Studierenden aufmerksam. 2023 hatte auch die International Organisation for Migration (IOM) in einer ausführlichen <a href="https://kyrgyzstan.iom.int/sites/g/files/tmzbdl1321/files/documents/2023-06/iom-report-rus_final.pdf">Analyse</a> festgestellt, dass die Bevölkerung <em>„generell offen und gastfreundlich“</em> gegenüber internationalen Studierenden und Migrant:innen sei, es jedoch <em>„<a href="https://kyrgyzstan.iom.int/sites/g/files/tmzbdl1321/files/documents/2025-06/07.-migration-situation-report_2024.pdf#page=9">gewisse Vorbehalte</a>“</em> gegenüber den steigenden Zahlen an Ausländer:innen in gesellschaftlichen Randgruppen gäbe.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: Bischkek: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/bischkek-pogrome-gegen-auslaendische-studenten/">Progrome gegen ausländische Studenten</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">2023 begann Oasis mit einer detaillierten Studie. Wurde diese zuerst dadurch erschwert, dass Ende 2023 ein restriktives NGO-Gesetz eingeführt wurde, erlangte das Thema zumindest nach den gewaltsamen Ausschreitungen im Mai 2024 an neuer Relevanz und Öffentlichkeit.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Neue Studie zu Diskriminierung von Südasiat:innen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mitte Oktober legte Oasis zusammen mit der Friedrich-Ebert-Stiftung in Kirgistan und der Stelle des Ombudsmanns der Republik Kirgistan eine qualitative und quantitative Analyse der Gesamtsituation vor. Eingeladen waren sowohl Vertreter:innen aus Behörden, wie etwa dem Bildungs- und Justizministerium und der Hauptstadtverwaltung, als auch Universitätsadministrationen internationaler Medizinstudiengänge wie andere zivilgesellschaftliche Akteur:innen. Die anschließende „Diskussion“ zeigte, dass zumindest bei staatlichen und universitären Beteiligten wenig Interesse daran besteht, die Ereignisse vom letzten Mai und die dahinterstehenden gesellschaftlichen Probleme anzuerkennen und anzugehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">455 südasiatische Studierende wurden zu Themen wie Unterbringung, Sicherheit im öffentlichen Raum und Nahverkehr, Gewalt und Schutz befragt. Die Studie zeigt: Diese Studierenden erleben viel Diskriminierung und sind alles andere als willkommen in Kirgistan. Bei der Unterbringung erlebte ein Großteil Schwierigkeiten bei der Suche nach einer Bleibe. 83 Prozent berichteten von höheren Preisen aufgrund ihrer Ethnizität, einem Viertel wurde aufgrund dessen eine Wohnung verwehrt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was das öffentliche Leben anbelangt, zeichnet sich ein Bild von Ausschluss statt Teilhabe ab. 37 Prozent fühlten sich in Parks und auf öffentlichen Plätzen unsicher. Die große Mehrheit nahm nicht am kulturellen Leben der Großstädte durch den Besuch von Konzerten, Kinos, Museen oder sogar Bibliotheken teil. Ein sicherer Ort stellte für gut die Hälfte hingegen ihre Bildungseinrichtung dar. In der Öffentlichkeit fühlten sich über 30 Prozent in ihrer Redefreiheit, über 40 Prozent in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Mehr als zwei Drittel berichteten von Diskriminierung verschiedenster Ausprägung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ereignisse vom 17./18. Mai 2024 zeigten eindeutig, dass Gewalt eine reale Gefahr für Südasiat:innen darstellt, auch wenn dies von offizieller Seite <a href="https://www.aljazeera.com/news/2024/5/20/panic-in-bishkek-why-were-pakistani-students-attacked-in-kyrgyzstan">nicht anerkannt</a> wird. Dies wurde zudem in der Studie untermauert: Über 40 Prozent der Studienteilnehmenden berichteten von physischer Gewalt, 14 Prozent sogar von sexueller. Hinzu kommen 64 Prozent, die emotionaler Gewalt ausgesetzt waren. Zwar verknüpfte das nur ein Drittel mit Rassismus, während fast ein weiteres Drittel nicht auf diesen Aspekt eingehen wollte, jedoch stimmten fast drei Viertel der Annahme zu, dass die Lokalbevölkerung unfreundlich gegenüber den Migrant:innen sei.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kaum Möglichkeiten für Strafverfolgung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch was Strafverfolgung und Sicherheit angeht, belegt die Studie das bereits bekannte Problem: Die Polizei nimmt Fälle nicht unbedingt ernst oder will teilweise sogar Geld von Opfern bei Anzeigen. Auch der Weg über die Judikative bleibt den meisten Betroffenen aufgrund von Sprachbarrieren verschlossen. 71 Prozent der Befragten, denen Gewalt angetan wurde, meldeten sich daher nicht bei zuständigen Behörden oder anderweitigen Stellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass sowohl natürliche Barrieren wie die Sprache als auch gesellschaftliche Probleme mit der Akzeptanz von Südasiat:innen in Kirgistan bestehen. Dies sind beides Tatsachen, an denen sowohl die Regierung als auch die beteiligten Universitäten arbeiten könnten. Gerade der Rassismus gegen Südasiat:innen wird trotz seiner Evidenz in der kirgistanischen Gesellschaft nicht offen angesprochen. Und dass Handlungsbedarf besteht, zeigt die Studie ebenfalls, denn die Studierendenzahl sinkt – und zwar drastisch: Nach fast 50.000 Anträgen im Vorjahr waren es dieses Jahr noch knapp 12.000. (Die Zahlen für 2025 sind zwar vorläufig, werden aber nicht allzu sehr steigen, da der Stichtag nach der Bewerbungsfrist lag.)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Expert:innen wie Meerim Osmonalijewa (Oasis Kirgistan, Leiterin der Untersuchung) sehen eine klare Verbindung zwischen diesen Entwicklungen und den Geschehnissen im letzten Jahr. Ihr zufolge <em>„wurde auf den Straßen offensichtlich, dass die Zahl südasiatischer, internationaler Studierender deutlich gesunken ist. Der Rückgang ist unzweifelhaft eine Konsequenz der Massenangriffe und unterstreicht das systematische Unvorbereitet-Sein bezüglich der Akzeptanz internationaler Studierender als auch das Fehlen einer umfassenden Bildungspolitik, um Rassismus und Diskriminierung zu adressieren und effektiv Bildungsdienstleistungen zu exportieren.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Offizielle Stellen verschließen sich vor Ergebnissen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Reaktion der Beteiligten bei der Vorstellung der Studienergebnisse sprach für sich. Teilnehmende Bildungs- und Justizbeamt:innen diskreditierten die Studie. Eine Teilnehmerin stellte die Untersuchungsmethoden in Frage und kritisierte die Auswahl der Städte als nicht repräsentativ (die untersuchten Städte Osch und Bischkek sind die zwei größten des Landes und beherbergen auch den Löwenanteil ausländischer Studierender). Der Vorwurf des Rassismus wurde ebenfalls negiert, Unirektor:innen und andere Ministerialbeamte bestanden darauf, dass die kirgistanische Gesellschaft offen und gastfreundlich sei. Statt nur negative Dinge zu nennen, hätte man auch über Positives berichten können, so die Meinung der politischen Entscheidungsträger:innen. Konkrete Lösungsvorschläge, die von Oasis und dem Ombudsmann-Büro im Rahmen der Studie beigelegt wurden, wurden nicht diskutiert. Trotz einstündiger „Debatte“ setzte sich keiner der staatlichen und Bildungsakteur:innen mit der Kritik oder den Vorschlägen auseinander.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie heikel das Thema ist, zeigt auch die Nachbearbeitung der Studie. Nachdem diese in russischer Sprache auf der Website von Oasis für kurze Zeit zum Download zur Verfügung stand, wurde diese wieder entfernt. Im persönlichen Interview mit Meerim Osmonalijewa berichtete diese, dass <em>„das Thema selbst sehr sensibel ist, da es Themen wie Xenophobie und Rassismus verbindet. Das Forschungsteam musste die Empfehlungen und die Forschungsergebnisse zweimal überarbeiten, um sicherzustellen, dass die Regierung den empfindlichen und exakten Kern der Situation versteht.“</em> Nichtsdestotrotz seien sie <em>„froh, dass die Ergebnisse der Studie den entsprechenden Regierungsstellen vorgestellt wurden und (…) hoffen auf positive Änderungen in diesem Bereich.“</em> Eine überarbeitete Fassung der Studie erschien im Dezember.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie über die Thematik diskutiert wird, ist bezeichnend für ein Land, das sich nur sehr selektiv mit seinen politischen und gesellschaftlichen Realitäten auseinandersetzt. Ob die Präsidialverwaltung an der Korruption im medizinischen Ausbildungsbereich etwas ändern wird, bleibt abzuwarten. Ob sich an dem Problem mit dem Rassismus gegen Südasiat:innen was ändert, scheint nach einer derartigen Abwehr fraglich. Die beteiligten Akteur:innen aus Staat und Bildung haben jetzt die Möglichkeit zu zeigen, ob die medizinische Ausbildung weiterhin ein mittelmäßiges Geschäft bleiben soll oder Interesse an ernsthafter Professionalisierung und dem Bildungsstandort Kirgistan besteht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Die Zahlen sind allesamt aus der Studie zitiert, die sich </em><a href="https://oasisorg.kg/wp-content/uploads/2025/11/Research-about-international-students_2025-.pdf"><em>hier</em></a> <em>abrufen lässt. Der Autor des Artikels hat selbst an der Vorstellung der Studie teilgenommen und berichtet aus erster Hand.</em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Reza Nazir für Novastan</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Die unsichtbare Bedrohung – Belästigung an den Universitäten Kirgistans</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kloop]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Jan 2025 21:12:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Machtmissbrauch]]></category>
		<category><![CDATA[Sexuelle Belästigung]]></category>
		<category><![CDATA[Sexuelle Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Universität]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein &#xE4;lterer Dozent bel&#xE4;stigt seine Studentinnen und Kolleginnen. Die Leitung der Universit&#xE4;t der Oblast Osch verschlie&#xDF;t die Augen vor den F&#xE4;llen sexueller Bel&#xE4;stigung, um den eigenen Ruf nicht zu ruinieren. Den Preis f&#xFC;r diese Ignoranz zahlen die Opfer. Dscharkyn war bis vor kurzem Studentin und ist nun als junge Mitarbeiterin an ihre Universit&#xE4;t zur&#xFC;ckgekehrt. Die [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><em>Ein älterer Dozent belästigt seine Studentinnen und Kolleginnen. Die Leitung der Universität der Oblast Osch verschließt die Augen vor den Fällen sexueller Belästigung, um den eigenen Ruf nicht zu ruinieren. Den Preis für diese Ignoranz zahlen die Opfer.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dscharkyn war bis vor kurzem Studentin und ist nun als junge Mitarbeiterin an ihre Universität zurückgekehrt. Die ersten Tage an ihrem neuen Arbeitsplatz wurden jedoch durch das Verhalten eines ihrer älteren Kollegen getrübt. Was wie ein schlechter Film begann, entwickelte sich zu einer unablässigen psychischen Belastung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Diesen Tag werde ich so schnell nicht vergessen. Es war kurz vor Feierabend, ich war allein im Büro“,</em>&nbsp;sagt Dscharkyn. „Plötzlich stürmte er herein, setzte sich neben mich, legte seinen Arm um meine Schultern und sagte:&nbsp;<em>‚Ich bin nicht mehr der Jüngste, weißt du? Hilfst du mir mal eben mit meinem Computer? Ich werde deine Hilfe bestimmt noch öfters brauchen.‘“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dscharkyn antwortete zunächst ruhig, dass sie helfen würde, immerhin arbeite sie hier. Doch der Mann verhielt sich immer aufdringlicher.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Mein Kind, ich sorge dafür, dass du hier einen Masterabschluss ablegen kannst und an dieser Universität aufsteigen wirst“,</em>&nbsp;klang es in Dscharkyns Ohren fast ein wenig bedrohlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann beginnt er, sie zu küssen.</p>



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<p class="wp-block-paragraph"><em>„Darauf kam ich nicht mehr klar. Ich stieß ihn weg, fragte entsetzt, was das soll und rannte aus dem Büro. Zurück kam ich erst, als er weg war. Dann packte ich mein Zeug und ging heim“,</em>&nbsp;erzählt die junge Frau.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von diesem Tag an ging sie ihrem Kollegen aus dem Weg, wann immer es möglich war. Das war oft gar nicht so leicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Seit diesem Vorfall lauerte er nur so auf Momente, in denen ich allein war. Wenn er in meinem Büro auftauchte, verließ ich den Raum, versuchte ihn zu ignorieren“,&nbsp;</em>sagt Dscharkyn.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:&nbsp;</strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/im-schutz-der-nacht-die-dunkle-seite-der-sexarbeit-in-usbekistan/">Im Schutz der Nacht: die dunkle Seite der Sexarbeit in Usbekistan</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Als andere Studentinnen immer zahlreicher Beschwerde wegen Belästigung einreichten, erfuhr sie, dass sie nicht das einzige Opfer dieses Dozenten war. Indem die Studentinnen über die Vorfälle sprachen, brachten sie die unsichtbare Mauer des Schweigens zum Bröckeln und brachten eine lange Serie aus Angst und Unterdrückung zum Vorschein.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Dieses alte Scheusal hat nicht nur mich belästigt.“</em> Dscharkyn erinnert sich an einen besonders skandalösen Fall, als der Dozent ein Mädchen belästigte, dessen Freund im selben Kurs saß. Da habe nicht viel zur Prügelei gefehlt. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Kleber des Schweigens</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch diese Universität ist kein Einzelfall. In Kirgistan gibt es Stand 2023 rund 200 weiterführende und höhere Bildungseinrichtungen mit etwa 190.000 Studentinnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">2021 führten Teilnehmer des Menschenrechtsprojekts „Human Rights Hogwarts“ eine&nbsp;<a href="https://drive.google.com/drive/folders/1zRerwlfRSeXDbHAr-SBFC6ML4IdCVGch?usp=sharing">Studie</a>&nbsp;(auf Russisch; Anm. d. Übersetzers) über Belästigung an Universitäten und Hochschulen in Kirgistan durch. Die Ergebnisse zeigten, dass die Hälfte der Befragten, von denen 95 Prozent weiblich waren, verschiedene Arten von Belästigung sowohl innerhalb als auch außerhalb von Bildungseinrichtungen erlebt hatten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die meisten von ihnen waren sexistischen Äußerungen ausgesetzt, wie z. B.: <em>„Warum sollten Mädels studieren, wenn der Ehemann die Entscheidungen trifft?“. </em>Hinzu kamen sexualisierte Kommentare über Aussehen und Sexappeal. Häufig waren auch körperliche Verletzungen und Versuche der sexuellen Bestechung, ausgeübt von Personen in Bildungseinrichtungen, die eine höhere Machtposition innehatten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Studie unterstreicht, dass Statushierarchien bei der Verbreitung sexueller Belästigung eine Schlüsselrolle spielen. In der Dozent-Studentinnen-Beziehung ziehen die jungen Frauen den Kürzeren. Nicht selten versuchen sich die Dozenten an Manipulationstechniken à la&nbsp;<em>„hilfst du mir, helf&#8216; ich dir“.</em>&nbsp;&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dscharkyn erinnert sich, dass dieser Dozent während ihrer Studienzeit darauf bestand, Hausarbeiten in seinem Büro entgegenzunehmen. Nicht nur befand sich dieses im Gebäude einer anderen Hochschule, seine Forderung betraf zudem ausschließlich weibliche Studenten. Ein Leichtes, diese Situation zu missbrauchen, vermutet Dscharkyn.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:&nbsp;</strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/feministische-medien-in-kasachstan-was-veraendern-sie/">Feministische Medien in Kasachstan: Was verändern sie?</a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut der Hogwarts-Umfrage waren in den meisten Fällen sexueller Belästigung an Hochschulen Männer verantwortlich – das gaben 86 Prozent der Betroffenen an. Meist waren andere&nbsp;Studenten&nbsp;die Täter. Dozenten waren an jedem vierten Fall beteiligt. Das Ergebnis unterstreicht das Problem des Machtmissbrauchs im akademischen Umfeld.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ständige Fälle sexueller Belästigung durch Dozenten sind in der Regel allen bekannt, an die Verwaltung wendet sich trotzdem niemand. Dies liegt womöglich daran, dass Mitwissende das Verhalten als normal ansehen oder es nicht für notwendig halten, einzugreifen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">So viel Mut wie Dscharkyn haben nur wenige. Doch den hatte sie nicht von Anfang an: Ihr Schweigen brach sie erst, nachdem andere Studentinnen sie durch ihre Beschwerden indirekt ermutigt hatten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach zahlreichen Beschwerden verfügte der Fachbereichsleiter zwar, dem Dozenten einige Kurse zu streichen, in denen betroffene Studentinnen saßen. Über den wahren Grund dieses Vorgehens informierte er den Dozenten jedoch nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Er hat es nie gewagt, dem Dozenten direkt zu sagen: &#8218;Sie verhalten sich unangemessen.&#8216; Darum ist ihm bis heute unklar, weshalb er uns nicht mehr unterrichten darf</em>“, so Dscharkyn.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut der Studie von Human Rights Hogwarts wandten sich nur 3 Prozent der Belästigungsopfer an ihren Lehrstuhl oder Dekan. Die Hälfte der Befragten erzählte ihren Freundinnen oder Freunden davon, während ein Drittel es vorzog, niemandem davon zu erzählen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Gründe für ihr Schweigen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Opfer geben sich selbst die Schuld oder fürchten, dass ihnen niemand glaubt.&nbsp;<em>„Was hatte ich in dem Moment an? Habe ich mit meinem Verhalten provoziert?“,&nbsp;</em>fragen sie sich wieder und wieder.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In die Strafverfolgungsbehörden und die Universitätsverwaltung setzen die Studentinnen keinerlei Hoffnung. Bestenfalls entlassen sie den Belästiger, aber ohne an die Öffentlichkeit zu gehen, um den Ruf der Bildungseinrichtung zu wahren. Das gaben auch die Verantwortlichen gegenüber Dscharkyn zu, als sie nachgehakt hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Dozenten mit akademischem Abschluss sind für den Lehrstuhl essenziell, sie sichern das Ansehen des Fachbereichs und damit auch den Ruf der Uni. Darum agiert die Leitung oft nur so zögerlich gegen sie“</em>, erklärt Dscharkyn.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Männliche Kollegen mehr als unkooperativ</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bislang wagen sich Studentinnen also lediglich in die Konfrontation mit den Dozenten, solange der Vorfall keinen großen Aufruhr nach sich zieht und den Ruf der Einrichtung nicht gefährdet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die 26-jährige Sajkal aus Bischkek erinnert sich mit viel Verbitterung an ihre Studienzeit, in der sie von einem ihrer Dozenten sexuell belästigt wurde. Sie war eine ganz normale Studentin aus einem weit entfernten Dorf, die an eine prestigeträchtige Universität zum Studium kam.&nbsp;&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Als ich 17-18 Jahre alt war, hatte ich keine klare Idee davon, was Belästigung überhaupt ist. Deshalb habe ich auch lange nicht gemerkt, was für ein inakzeptables Verhalten sich der Dozent da herausnahm“,</em>&nbsp;erklärt Sajkal.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:&nbsp;</strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/auf-zum-marsch-wofuer-kaempft-die-feministische-bewegung-kasachstans/">„Auf zum Marsch”: Wofür kämpft die feministische Bewegung Kasachstans?</a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die Erziehung auf dem Dorf hat mich in gewisser Weise geprägt. Ich hatte ein gutes Mädchen zu sein, sollte die Älteren respektieren und nicht verärgern. Lehrer waren Heilige. Es war völlig ausgeschlossen, dass sie ihre Schülerinnen und Studentinnen als Objekt der Begierde betrachten würden.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Realität sah jedoch anders aus. Ihr auf den ersten Eindruck unauffälliger Dozent schenkte ihr und einigen Kommilitoninnen besondere Aufmerksamkeit, gab ihnen liebevolle Spitznamen wie<em>&nbsp;„Ajsuluuschka“</em>&nbsp;oder&nbsp;<em>„Bermetka</em>“ (statt Ajsulu und Bermet, Anm. d. Übersetzers.) Während der Sitzungen und Prüfungen berührte er immer öfter Sajkals Schultern und Arme und bot ihr an, nach dem Unterricht zu bleiben, um über ihre Noten und ihre Karriere zu sprechen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sajkal ging ihm zusehends aus dem Weg, jede Ausrede war ihr recht. Als sie ein Buch bei ihm ausleihen wollte, schlug er schamlos vor, sich dafür in der Stadt zu treffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Mein Misstrauen und meine Angst haben mich vor Schlimmerem bewahrt. Doch der unangenehme Nachgeschmack seiner Kommentare und Berührungen bleibt. Als ich später mehr über das Thema Belästigung erfuhr, sträubte sich alles in mir“</em>, so Sajkal.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im dritten Studienjahr beschloss Sajkal, beim Dekanat Beschwerde einzureichen. Ihre Kommilitoninnen machten ihr derweil keine großen Hoffnungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Sie sagten, die wären längst auf dem Laufenden und würden die Vorwürfe weiter totschweigen. Von wegen ‚die Studentinnen verstehen das alles falsch, der Dozent bemüht sich doch nur um ein gutes Verhältnis‘“</em>, erinnert sich Sajkal.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Verzweifelt ließ sie ihr Vorhaben fallen. Noch nach ihrem Abschluss erfuhr sie, dass der Dozent seine Studentinnen auch weiterhin belästigte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Erst als eine Dozentin von seinem Verhalten erfuhr, kam es ihrem Einsatz sei Dank zur Entlassung. Hätte ich vielleicht von Anfang an Hilfe bei einer Frau suchen sollen?“,</em>&nbsp;überlegt Sajkal.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wichtige Entscheidungen an den Hochschulen Kirgistans treffen meist Männer. Die Rektoren von 74 Prozent der Universitäten sind männlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Bloß keine obszönen Dinge schreiben</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die meisten Universitäten in Kirgistan haben noch keine Strategie entwickelt, um Belästigung zu verhindern und zu bekämpfen. Eine Analyse der Websites der Universitäten ergab, dass lediglich die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/American_University_of_Central_Asia">Amerikanische Universität Zentralasiens</a> (AUCA) und die <a href="https://www.osce-academy.net/">OSZE-Akademie</a> über klare Mechanismen zur Bekämpfung von Belästigung verfügen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An den anderen Universitäten findet das Problem in offiziellen Dokumenten wie Satzungen oder Ethikkodexen überhaupt keine Erwähnung. Gängig sind allgemeine Formulierungen wie&nbsp;<em>„gegen jegliche Verletzung der Menschenwürde“.</em>&nbsp;Der Inhalt dieser Dokumente deckt sich meist. Das liegt daran, dass das Bildungsministerium sich nicht die Mühe macht, über die standardisierten Vorlagen hinaus etwas auszuformulieren. Zudem gibt es Beispiele für Kodexe, die russländischen Dokumenten entstammen, in denen das Wort „Russland“ beim Copy-Paste allerdings oftmals vergessen und noch nicht durch „Kirgistan“ ersetzt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einige Universitäten geben auf ihren Websites an, eine Art Kummerkasten für Studierende bereitzuhalten. Die Anonymität der eingehenden Beschwerden ist dabei jedoch nicht immer gewährleistet. Auf der Website der Staatlichen Universität Naryn heißt es beispielsweise, dass&nbsp;<em>„Fragen unangemessener oder irrelevanter Natur“&nbsp;</em>nicht veröffentlicht werden. Solche Formulierungen können dazu beitragen, dass Barrieren entstehen und die Studierende sich beim Teilen ihrer Anliegen nicht sicher fühlen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Folgen von Belästigung</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Während Universitäten sich nach wie vor weigern, sexuelle Belästigung als ernstzunehmendes Problem anzuerkennen, haben die Opfer mit den oft tief sitzenden und einschneidenden Folgen der Belästigung zu kämpfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Dscharkyn hat lange gebraucht, um sich von dem Durchlebten zu erholen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Mir kommen noch immer die Tränen, wenn ich an diese enorme Stresssituation zurückdenke. Heute wie damals dreht mein Puls völlig frei, wenn ich ihm über den Weg laufe“,</em>&nbsp;erzählt sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Folgen sind den meisten Belästigungsopfern gemein. Einige entwickeln Depressionen, andere sogar Selbstmordgedanken. Umso dringender muss eine systemische Lösung für das Problem der sexuellen Belästigung gefunden werden.&nbsp;&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2024 ratifizierte Kirgistan das Übereinkommen Nr. 190 der&nbsp;<a href="https://www.ilo.org/kyrgyzstan">Internationalen Arbeitsorganisation</a>&nbsp;über die Bekämpfung von Gewalt und Belästigung am Arbeitsplatz. Doch was als erster wichtiger Schritt erscheint, bleibt in der Praxis meist unbeachtet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Strafgesetzbuch des Landes definiert den Begriff „sexuelle Belästigung“ sehr vage. So zählen beispielsweise Fälle von Gewalt oder Drohungen als Handlungen sexueller Natur (Artikel 155 des Strafgesetzbuchs). Beleidigungen oder Demütigungen fallen meist unter die Kategorie des&nbsp;Kleinrowdytums, das mit einer Geldstrafe oder einer administrativen Festnahme geahndet wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Studien betonen die Notwendigkeit eines neuen Artikels, der das Problem der sexuellen Belästigung direkt regelt. Das meint auch Dscharkyn und fügt hinzu, dass der Staat härtere Maßnahmen ergreifen sollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Wir bräuchten ernsthafte Maßnahmen. Wer sich bestechen lässt, der wundert sich ja auch nicht über das Kündigungsschreiben. So sollte es auch bei Belästigung sein. Die Dozenten wähnen sich in Sicherheit, weil sie wissen, dass der Staat tatenlos zuschaut und die Schuld auf das Opfer schiebt“,</em>&nbsp;erklärt sie.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dscharkyn fügt hinzu, dass ihre Universität vor kurzem Kameras in Fluren, Klassenzimmern und in der Nähe von Türen angebracht hat.&nbsp;<em>„Sie sind überall: in den Fluren, in den Büros, am Eingang. Vielleicht wird das solche Vorfälle reduzieren&#8230;“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Redaktion von kloop.kg</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://kloop.kg/blog/2024/12/27/nevidimaya-ugroza-kak-i-pochemu-universitety-kyrgyzstana-zamalchivayut-sluchai-domogatelstv/">Russischen</a> von Arthur Siavash Klischat</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Herausforderungen für die Hochschulbildung in Usbekistan</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 31 Oct 2024 13:09:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Hochschule]]></category>
		<category><![CDATA[Neues Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Universität]]></category>
		<category><![CDATA[Unterrichten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Auf dem ersten Zentralasiatischen Hochschulforum an der Universit&#xE4;t Yangi O&#x2019;zbekiston [dt. Neues Usbekistan, Anm. d. Red.] in Taschkent wurden die Herausforderungen im Hochschulsystem er&#xF6;rtert. Da die Zahl der Studierenden in Usbekistan die Millionengrenze &#xFC;berschreitet, stellen sich Fragen zur Qualit&#xE4;t der Ausbildung und zum Eintritt in den Arbeitsmarkt. Am 16. Oktober trafen sich auf dem Ersten [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Auf dem ersten Zentralasiatischen Hochschulforum an der Universität Yangi O’zbekiston [dt. Neues Usbekistan, Anm. d. Red.] in Taschkent wurden die Herausforderungen im Hochschulsystem erörtert. Da die Zahl der Studierenden in Usbekistan die Millionengrenze überschreitet, stellen sich Fragen zur Qualität der Ausbildung und zum Eintritt in den Arbeitsmarkt.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 16. Oktober trafen sich auf dem <a href="https://ca-eduforum.uz/en/agenda/second-day">Ersten Zentralasiatischen Hochschulforum</a> in Taschkent international renommierte Akademiker:innen, Forscher:innen und namenhafte Mitglieder des Bildungswesens. Auch internationale Organisationen wie die Weltbank, die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO), die Islamische Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (ISESCO) und das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) nahmen an dem Forum teil.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Veranstaltung bot die Gelegenheit, sich über die Herausforderungen im Bildungswesen in Zentralasien, zur Qualität der Bildung und zum Eintritt in den Arbeitsmarkt auszutauschen sowie die Probleme zu analysieren, mit denen die Universitäten konfrontiert sind. Im Jahr 2023 gab es in den Hochschulen Usbekistans mehr als eine Million Studierende. Parallel dazu steigt die Zahl der Bildungseinrichtungen und die Gewährleistung einer qualitativ hochwertigen Ausbildung für die 210 Universitäten des Landes wird zu einer echten Herausforderung, <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2024/10/17/forum/">wie Gazeta schreibt</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Forum sprach insbesondere das Problem der englischsprachigen Lehrangebote an, bei denen das Personal häufig aufgrund seiner Sprachkenntnisse eingestellt wird, ohne zuvor eine berufsqualifizierende Ausbildung erhalten zu haben.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Gazeta weist darauf hin, dass bei dem Treffen am 16. Oktober die Frage des Eintritts in den Arbeitsmarkt frischgebackener Absolvierter, aber auch die Zukunft bestimmter Berufe erörtert wurde. Novastan diskutierte diese Themen auch mit Studentinnen des Nationalen Fremdspracheninstituts in Samarkand. Studentinnen der Fakultät für die englische Sprache erzählten von ihren Eindrücken über die Qualität des Bildungssystems und ihren Zukunftsaussichten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Frage nach der Qualität der Bildung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2022 <a href="https://upl.uz/obshestvo/24217-news.html">berichtete das usbekische Medium UPL</a> zu den Hauptproblemen der Hochschulbildung. Darunter: der geringe Anteil von Lehrkräften, die einen wissenschaftlichen Abschluss besitzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses wiederkehrende Problem an privaten Hochschulen veranlasste das Bildungsministerium dazu, im Juli die Aussetzung der Lizenzvergabe an private Hochschulen anzukündigen. Dieser Schritt wurde auch damit <a href="https://www.youtube.com/watch?v=nkfD9_oxy3c">begründet</a>, dass es „keine gute Sache“ sei, eine Universität zu eröffnen, die nicht eine bestimmte Qualität der Bildung biete. Außerdem würden „Studenten, die eine minderwertige Ausbildung erhalten, auf dem Arbeitsmarkt Probleme bekommen“, <a href="https://centralasia.news/29363-v-uzbekistane-reshili-priostanovit-licenzirovanie-chastnyh-universitetov.html">berichtet Central Asia News</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/usbekistan-verabschiedet-gesetz-ueber-unerwuenschte-auslaender/"><strong>Usbekistan verabschiedet Gesetz über „unerwünschte Ausländer“</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf dem Hochschulforum erklärte Michael Connolly, Direktor der Englischprogramme des British Council, dass die Unterrichtssprache „eine der Ursachen für die Bildungskrise“ <a href="https://www.gazetabirja.uz/51225-10-17-vuzy-dolzhny-gotovit-ne-tolko-k-pervoj-rabote-no-k-lyuboj-rabote.html">sein werde</a>. So würden viele Universitäten mit englischsprachigen Studiengängen die Lehrkräfte ausschließlich nach ihren Sprachkenntnissen einstellen. Connolly meint weiter, er zweifle an den Qualitäten eines Lehrers, der keine pädagogische Ausbildung erhalten habe.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Reformen zur Verbesserung der Bildungsdienstleistungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Generalkonsulat Usbekistans <a href="https://uzconsulate-aktau.kz/2024/%D1%80%D0%B5%D1%84%D0%BE%D1%80%D0%BC%D1%8B-%D0%B2-%D1%81%D0%B8%D1%81%D1%82%D0%B5%D0%BC%D0%B5-%D0%B2%D1%8B%D1%81%D1%88%D0%B5%D0%B3%D0%BE-%D0%BE%D0%B1%D1%80%D0%B0%D0%B7%D0%BE%D0%B2%D0%B0%D0%BD%D0%B8/">gab bekannt</a>, dass die Zahl der Hochschulabsolvierenden 2023 fast fünfmal so hoch war wie noch 2016. Angesichts der steigenden Zahl von Studierenden erklärte das Konsulat, dass es die notwendigen Anstrengungen unternehmen wolle, um die Qualität des Unterrichts zu gewährleisten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zunächst sollen <em>„Maßnahmen ergriffen werden, um die Qualität der Ausbildung von Fachkräften im Hochschulbereich zu verbessern.“</em> Ein eigens dafür eingerichtetes Zentrum für Projekte im Bildungsbereich wurde damit beauftragt, die Qualität der Bildungsdienstleistungen auf internationale Standards anzuheben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was Studierende davon halten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Faranguiz Omonova und Nigora Chodmonova, zwei Studentinnen des Fremdspracheninstituts in Samarkand, erzählten Novastan von ihren Eindrücken über die Entwicklungen der Bildungsbedingungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Faranguiz spezialisiert sich am Institut auf englische Literatur. Sie hebt zunächst eine gewisse akademische Freiheit hervor: <em>„In Usbekistan gibt es viele Studiengänge, in denen man sich spezialisieren kann“</em> und es gibt <em>„zahlreiche private und staatliche Universitäten, die ein breites Spektrum an Studiengängen anbieten.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/tadschikistan-und-kirgistan-mit-unterschiedlichen-reaktionen-auf-verschaerfte-lage-von-arbeitsmigrantinnen-in-russland/"><strong>Tadschikistan und Kirgistan mit unterschiedlichen Reaktionen auf verschärfte Lage von Arbeitsmigrant:innen in Russland</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nigora, die sich ebenfalls auf englische Literatur spezialisiert hat, stellte eine echte Verbesserung der Unterrichtsbedingungen fest und behauptet, dass die Räumlichkeiten immer besser ausgestattet seien. <em>„Das Institut ist mit Computern, Bibliotheken und Räumen für Diskussionsclubs ausgestattet“</em>, sagte sie und meinte, dass es noch <em>„viele weitere Verbesserungen geben wird“.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Dieses Jahr wurden sogar viele Studierende in ein neues Gebäude verlegt, das viel besser ausgestattet ist als das Gebäude, in dem ich gerade studiere“</em>, erzählt Faranguiz und fügt hinzu: <em>„Man muss Geduld haben.“</em> Sie gestand auch, dass der angekündigte Lehrplan zu Beginn des Jahres <em>„viel klarer und präziser“</em> war als in den Vorjahren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Einstieg in den Arbeitsmarkt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Während des Austauschs am 16. Oktober in Taschkent sprachen die Expert:innen über die Frage des Arbeitsmarkts. Michael Conolly betonte die Notwendigkeit, dass die Studierenden bereit sein sollten, sich beruflich zu diversifizieren: <em>„Die Universität sollte einen Absolventen nicht nur auf den ersten Job, sondern auf jede Arbeit vorbereiten.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Nigora ist klar, dass ein Studium in einem spezialisierten Fach das Risiko birgt, beim Eintritt in den Arbeitsmarkt keine große Auswahl zu haben. Sie sagt jedoch, dass die <em>„harte Arbeit“</em>, die sie leistet, es ihr vielleicht ermöglicht, sich von der Masse abzuheben. Sie sagt auch, dass die unterrichteten Programme <em>„allgemeine Fähigkeiten“</em> vermitteln, die es ihr auch ermöglichen, sich für einen anderen Beruf zu entscheiden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Faranguiz hat vor, Englischlehrerin zu werden und gesteht, dass man für das Unterrichten von Sprachen neben einem Universitätsabschluss auch Sprachzertifikate wie IELTS oder Cambridge benötigt. Sie betont, dass dies <em>„irgendwie eine gute Sache“</em> sei, weil <em>„es einen dazu bringt, mehr zu arbeiten“</em>. Sie sagte auch, dass sie sich <em>„der Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt bewusst“</em> sei und dass sie, falls sie sich umorientieren müsse, <em>„wissen würde, wie man sich anpasst“</em>.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Marianne Bultel, Redakteurin für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/ouzbekistan/defis-de-lenseignement-superieur-en-ouzbekistan/">Französischen </a>von Michèle Häfliger</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Die Zahl ausländischer Studierender in Kasachstan steigt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Dec 2019 09:21:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Universität]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Zahl ausl&#xE4;ndischer Studierender, die an kasachstanischen Universit&#xE4;ten eingeschrieben sind, ist seit 2018 um mehr als 56 Prozent gestiegen. Die Attraktivit&#xE4;t von Kasachstans Universit&#xE4;ten nimmt zu, doch die Zahl der kasachtsanischen Studierenden im Ausland ist fast dreimal so hoch wie die Zahl der ausl&#xE4;ndischen Studierenden in Kasachstan. 25 000 ausl&#xE4;ndische Studierende waren zu Beginn des [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Die Zahl ausländischer Studierender, die an kasachstanischen Universitäten eingeschrieben sind, ist seit 2018 um mehr als 56 Prozent gestiegen. Die Attraktivität von Kasachstans Universitäten nimmt zu, doch die Zahl der kasachtsanischen Studierenden im Ausland ist fast dreimal so hoch wie die Zahl der ausländischen Studierenden in Kasachstan.</strong></p>
<p style="text-align: justify">25 000 ausländische Studierende waren zu Beginn des Wintersemesters an kasachstanischen Hochschulen eingeschrieben. Diese Zahl bedeutet einen Anstieg um mehr als 56 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, als es keine 16 000 ausländische Studierende waren. Wie <a href="https://kursiv.kz/news/obrazovanie/2019-11/kolichestvo-inostrannykh-studentov-v-kazakhstanskikh-vuzakh-uvelichilos?tg_rhash=0b6367d663b29d">Kursiv.kz</a> berichtete, stellte der stellvertretende Bildungs- und Wissenschaftsminister Rustam Bigari diese Zahlen am 27. November im Rahmen einer Pressekonferenz vor.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/ist-almaty-das-neue-eldorado-fuer-auslandsstudenten/">Ist Almaty das neue Eldorado für Auslandsstudenten?</a></strong></p>
<p style="text-align: justify"><em>„Das Interesse an kasachstanischer Bildung hat bei Bürgern anderer Länder zugenommen. In diesem Jahr studieren mehr als 25 000 ausländische Studierende in Kasachstan. Dies sind hauptsächlich Staatsangehörige Indiens, der Mongolei, Usbekistans, Kirgisistans und Russlands“</em>, sagte Bigari.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>70 000 kasachstanische Studierende im Ausland</strong></p>
<p style="text-align: justify">Einer der Gründe für diese plötzliche Attraktivität sei laut dem stellvertretenden Minister die jüngste Reform, die es kasachstanischen Universitäten ermöglicht, Doppelabschlüsse mit ausländischen Universitäten anzubieten. So konnten in sehr kurzer Zeit viele ausländische Studierende ihr Studium in Programmen zwischen Kasachstan und ihrer Heimatuniversität aufnehmen.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/bildungspolitik-in-kasachstan-eine-politik-des-kollektiven-selbstmords/">Bildungspolitik in Kasachstan: Eine Politik des kollektiven Selbstmords?</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Bigari merkte jedoch auch an, dass heute über 70 000 kasachstanische Studierende im Ausland studieren, vor allem in Russland. Das ist fast dreimal so viel wie die Zahl ausländischer Studierender in Kasachstan.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Die Redaktion</strong></p>
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		<title>Bildungspolitik in Kasachstan: Eine Politik des kollektiven Selbstmords?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[gbarpiyeva]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Oct 2019 12:37:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Hochschulpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Universität]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Andrew Wachtel, Rektor der Narhoz-Universit&#xE4;t in Almaty, ist &#xFC;berzeugt, dass das System zur Verteilung von Stipendien zu einer Verschlechterung der Lehrqualit&#xE4;t an den Hochschulen Kasachstans sowie zur Flucht der Hochschulabsolventen ins Ausland f&#xFC;hrt. F&#xFC;r Informburo.kz legt Wachtel seine Sicht auf das kasachstanische Hochschulsystem dar. Wir &#xFC;bersetzen den Artikel mit freundlicher Genehmigung der Redaktion. Das zweite [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Andrew Wachtel, Rektor der Narhoz-Universität in Almaty, ist überzeugt, dass das System zur Verteilung von Stipendien zu einer Verschlechterung der Lehrqualität an den Hochschulen Kasachstans sowie zur Flucht der Hochschulabsolventen ins Ausland führt. Für </strong><a href="https://informburo.kz/mneniya/andrew-wachtel/politika-kazahstana-v-sfere-vysshego-obrazovaniya-strategiya-nacionalnogo-samoubiystva.html?fbclid=IwAR1VU_kTQBdOH0h4xHlKhy4FlFLiDNRKdg7Loy-1asrpbJhRO0tq6RKwjVQ"><strong>Informburo.kz</strong></a><strong> legt Wachtel seine Sicht auf das kasachstanische Hochschulsystem dar. Wir übersetzen den Artikel mit freundlicher Genehmigung der Redaktion. </strong></p>
<p style="text-align: justify">Das zweite Jahr in Folge vergibt das Bildungsministerium der Republik Kasachstan ca. 54 000 staatliche Stipendien (so genannte Budget-Studienplätze, auf denen Studierende kostenlos studieren können, Anm. d. Red.) für das Studium an kasachstanischen Universitäten. Als Folge erhalten von den etwa 80 000 Schulabgängern, die erfolgreich die Zentrale Nationale Prüfung ablegen, mehr als zwei Drittel die Möglichkeit, auf Staatskosten zu studieren.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Unterfinanzierung der Universitäten</strong></p>
<p style="text-align: justify">Das klingt nach einer guten Idee in einem Land mit einer großen Anzahl an jungen Menschen, einem Land, das ausgebildete Arbeitskräfte braucht. Diese Idee hat jedoch auch eine Kehrseite. Um den Stipendiaten die Ausbildung zu ermöglichen, erhalten die kasachstanischen Universitäten jährlich vom Staat 342 900 Tenge (ca. 788 Euro) pro Studierenden (635 800 Tenge bzw. 1462 EUR sind es für technische Studiengänge).</p>
<p style="text-align: justify">Zum Vergleich: 2016 beliefen sich die Ausgaben für einen Studierenden – die direkten Studienkosten – in den OECD-Ländern auf 10 000US-Dollar jährlich. Auch wenn die Ausgaben in Kasachstan eindeutig geringer sind als in Europa, so doch nicht <a href="https://www.thelocal.de/20160916/per-student-spending-in-germany-drops-drastically-oecd">12 mal niedriger</a>. In einigen Fällen, wie bei der Beschaffung von Bildungstechnologien oder Bibliothekabonnements, sind sie sogar identisch.</p>
<p style="text-align: justify">Es gibt nur eine Ausnahme in dieser bedrückenden Situation, nämlich die <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Nazarbayev_University">Nasarbajew-Universität</a>. Das Flaggschiff des Landes schreibt jährlich 1000 Studierenden in Bachelor-Studiengänge ein und erhält dafür 4,7 Millionen Tenge (ca. 11 000 EUR) pro Jahr und Studierenden.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/hochschulen-in-kasachstan/"><strong>Studieren in Kasachstan – Wofür das ganze Geld?</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">In der Folge erhalten die Studierenden an den Universitäten eine qualitativ schlechte Ausbildung. Arbeitgeber beklagen sich stets, dass sie trotz der riesigen Zahl an Uni-Absolventen keine neuen qualifizierten Arbeitskräfte finden können. Um die Ursachen dieses Problems zu verstehen, lassen Sie uns auf die Arbeitsweise der kasachstanischen Universitäten im Rahmen des existierenden Systems schauen.</p>
<p style="text-align: justify">Entsprechend den Anforderungen des Bildungsministeriums der Republik Kasachstan darf das Verhältnis der Studierenden zur Lehrkraft 12:1 nicht übersteigen. Ohne jegliche Zweifel sind dies sehr erstrebenswerte Ziele. Jedoch können selbst viele Universitäten, die zu den Top 200 der Welt zählen, diese Relation nicht vorweisen.</p>
<p style="text-align: justify">Das fragliche Verhältnis beträgt an den Universitäten in den USA <a href="https://www.bestvalueschools.com/faq/what-is-a-good-student-to-faculty-ratio-for-u-s-colleges/">im Durchschnitt 16:1</a> und nur sehr wenige Universitäten könnten den Anforderungen entsprechen, die in Kasachstan verbindlich sind.</p>
<p style="text-align: justify">Wozu führen diese Anforderungen? Dazu, dass die Hochschulen gezwungen sind, eine bestimmte Anzahl an Lehrkräften vorzuhalten. Und jetzt lassen Sie uns mal nachrechnen. Bei einem wirklich optimistischen Szenario werden circa 60 Prozent des Universitätsbudgets (nach Abzug der Kapitalkosten) für den Lehrbetrieb ausgegeben. Es ist nicht schwer zu verstehen, dass sich das maximale Entgelt einer durchschnittlichen Lehrkraft auf maximal 200 000 Tenge (460 EUR) beläuft.</p>
<p style="text-align: justify">Nach Abzug der Einkommensteuer von 20 Prozent verbleiben 160 000 Tenge (368 EUR). Dies ist <a href="http://stat.gov.kz/region/268012">weniger</a> als das durchschnittliche Einkommen aller Berufe in den zwei wichtigsten Städten Kasachstans und – lassen Sie uns realistisch bleiben – , absolut unzureichend für ein würdiges Lebensniveau in jeder beliebigen kasachstanischen Stadt.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-uber-100-studierende-nach-ielts-falschungsskandal-exmatrikuliert/"><strong>Kasachstan: Über 100 Studierende nach IELTS-Fälschungsskandal exmatrikuliert</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Es ist nicht schwierig sich vorzustellen, welche Lösungen die Lehrkräfte unter den vorherrschenden Bedingungen finden. Wenn sie ehrlich sind, sind sie gezwungen, gleichzeitig an mehreren Universitäten zu unterrichten. Das bedeutet, dass sie absolut keine Zeit haben, die Studierenden außerhalb des Hörsaals zu treffen, Forschung zu betreiben oder sich weiter zu qualifizieren. Und wenn sie nicht ehrlich sind, dann sind sie korrupt und nehmen Bestechungsgelder von den Studierenden. Ich denke, es ist überflüssig zu sagen, dass weder das eine noch das andere zu guten akademischen Ergebnissen führt.</p>
<p style="text-align: justify">Welche Lehrkräfte wollen in einem solchen System arbeiten? Auch wenn uns keine offiziellen Daten zur demografischen Verteilung der Lehrkräfte vorliegen, so ist es offensichtlich, dass bei einer solchen Einkommenshöhe junge und ambitionierte Menschen die akademische Karriere nicht attraktiv finden. Im Gegenteil, die Universitäten sind voll von Lehrkräften im Alter von 60 bis 70 Jahren, die ihre Promotionen in den sowjetischen Einrichtungen erhalten haben. Das sind Lehrkräfte, die keine Möglichkeiten haben &#8211; selbst wenn sie es wollten &#8211; die neuesten Entwicklungen auf den akademischen Forschungsfeldern zu verfolgen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Geringe Qualität führt zu Abwanderung ins Ausland</strong></p>
<p style="text-align: justify">Als Ergebnis studieren viele kasachstanische Studenten bei Lehrkräften, die das Pensionsalter längst erreicht und keine Ahnung davon haben, wie sehr sich die akademische Welt 2019 von derjenigen 1985 unterscheidet. Dies ist umso offensichtlicher, da nur wenige von diesen Lehrkräften Englisch beherrschen und folglich keinen Zugang zum größten Teil der wissenschaftlichen Arbeiten auf ihren Gebieten.</p>
<p style="text-align: justify">Gemäß den vorliegenden statistischen <a href="https://www.export.gov/article?id=Kazakhstan-Education">Daten</a> studieren fast 90 000 kasachstanische Bürger im Ausland, die überwiegende Mehrheit von ihnen in Russland. Russische Universitäten ermöglichen ein kostenloses Studium für den größten Teil derjenigen Studierenden, die die Schule mit Bestnoten abgeschlossen haben.</p>
<p style="text-align: justify">Die staatlichen Stipendien in Russland unterscheiden sich je nach Studiengang und Qualität der Universität. Die minimale Summe, die die Universität für die Ausbildung eines Studierenden erhält, beläuft sich jedoch auf 3000 US-Dollar jährlich. Auch wenn diese Summe bescheiden im Vergleich zu Westeuropa und den USA aussieht, ist sie fast vier mal höher als die Finanzierung der kasachstanischen Universitäten.</p>
<p style="text-align: justify">In vielen Fällen werden diese jungen Männer und Frauen nach dem Studienende nicht nach Kasachstan zurückkehren. Das bedeutet, dass das bestehende System einen Zustand fördert, bei dem die verarmten, nicht ambitionierten und am wenigsten talentierten Studierenden in Kasachstan bleiben, wo sie eine Ausbildung von schlechter Qualität erhalten und danach keine Arbeit finden, während die jungen Menschen aus halbwegs gut situierten Familien das Land verlassen, um nie wieder zurückzukehren.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Drei Ansätze, um das Problem zu lösen</strong></p>
<p style="text-align: justify">Um ein Problem zu lösen, ist es zunächst notwendig anzuerkennen, dass dieses Problem existiert. Leider gibt es zumindest zum jetzigen Zeitpunkt keine Anzeichen dafür, dass Kasachstans Regierung begreift, wie schwierig die Lage ist. Erst wenn das Problem erkannt wird, kann die Suche nach Lösungen beginnen.</p>
<p style="text-align: justify">Meiner Meinung nach, gibt es mehrere Möglichkeiten, um aus diesem Teufelskreis auszubrechen.</p>
<p style="text-align: justify">Erstens, die offensichtlichste Variante – das Bildungsministerium muss die Kosten für eine qualitativ hochwertige Ausbildung in Kasachstan realistisch einschätzen und dafür Sorge tragen, dass die Universitäten eine ausreichende Finanzierung erhalten (gleichzeitig soll die Arbeit der Universitäten nach internationalen Standards evaluiert werden um sicherzustellen, dass die Mittel effektiv ausgegeben werden). Möglicherweise zieht dies eine Verringerung der Anzahl staatlicher Stipendien um mindestens 50 Prozent nach sich. Jedoch ist es für Kasachstan ohne jeden Zweifel besser, wenn etwa 20 000 Studierende eine gute Ausbildung erhalten als 54 000 eine schlechte.</p>
<p style="text-align: justify">Die Lösung des Finanzierungsproblems ist eine notwendige, jedoch nicht hinreichende Bedingung, um eine gute universitäre Ausbildung für die kasachstanischen Studierenden zu gewährleisten. Es gibt keine Garantie dafür, dass die Universitäten ohne eine angemessene Überwachung Verbesserungen anstoßen, anstatt sich das Geld sich in die Tasche zu stecken.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/ist-almaty-das-neue-eldorado-fuer-auslandsstudenten/"><strong>Ist Almaty das neue Eldorado für Auslandsstudenten?</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Die zweite Möglichkeit ist ein Stipendiengutschriftsystem, die Entwicklung eines Systems, bei dem es den Universitäten erlaubt wird, zusätzliche Gebühren einzufordern, die die Differenz zwischen dem staatlichen Stipendium und den realen Studienkosten decken. Es ist möglich verschiedene Prüfungen einzuführen, um nicht zu einer Situation zu gelangen, in der Studierende aus Familien mit niedrigen Einkommen von einem solchen System benachteiligt würden. Bei einer richtigen Umsetzung würde dieses System der Regierung erlauben, weiterhin eine hohe Anzahl an Stipendien zu gewähren, gleichzeitig wären die Universitäten nicht gezwungen, eine Ausbildung niedriger Qualität zu bereitzustellen.</p>
<p style="text-align: justify">Die dritte Möglichkeit wäre ein Programm von leicht zugänglichen studentischen Darlehen mit einer niedrigen Verzinsung, welches die Fehler von vergleichbaren Programmen in der Welt nicht wiederholen würde. Langfristig würde entweder der Staat in Form eines Stipendiums oder die Kreditgeber aus der Realwirtschaft die Ausgaben decken.</p>
<p style="text-align: justify">So oder so, es ist notwendig, das Problem anzuerkennen und zu lösen, da sich die Situation jedes Jahr weiter verschlechtert: Unterfinanzierte Universitäten haben keine Ressourcen, um die Lehrqualität zu verbessern, die Lehrkräfte altern weiter und entfernen sich immer weiter von den Problemen der modernen Welt.</p>
<p style="text-align: right"><a href="https://informburo.kz/mneniya/andrew-wachtel/politika-kazahstana-v-sfere-vysshego-obrazovaniya-strategiya-nacionalnogo-samoubiystva.html?fbclid=IwAR1VU_kTQBdOH0h4xHlKhy4FlFLiDNRKdg7Loy-1asrpbJhRO0tq6RKwjVQ"><strong>Informburo.kz</strong></a></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Russischen von Gulsana Barpiyeva </strong></p>
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		<title>Drei Spitzen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Svenja Petersen]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Aug 2018 02:24:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bild des Tages]]></category>
		<category><![CDATA[Bischkek]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Universität]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Rathaus im Zentrum Bishkeks. Daneben die Nationalbank, auf der anderen Sra&#xDF;enseite befindet sich die Internationale Universit&#xE4;t Kirgistans. Foto: Svenja Petersen Findet alle unsere Bilder des Tages hier</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify">Das Rathaus im Zentrum <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bischkek#Universit%C3%A4ten">Bishkeks</a>. Daneben die Nationalbank, auf der anderen Sraßenseite befindet sich die Internationale Universität Kirgistans.</p>
<p><strong>Foto: <a href="https://www.facebook.com/svenja.maarit">Svenja Petersen</a></strong></p>
<p>Findet alle unsere Bilder des Tages <a href="https://novastan.org/de/cat/bild-des-tages/">hier</a></p>
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		<item>
		<title>Kasachstan: Über 100 Studierende nach IELTS-Fälschungsskandal exmatrikuliert</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 May 2018 14:42:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Astana]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Korruption]]></category>
		<category><![CDATA[Universität]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>An der Medizinischen Universit&#xE4;t Astana wurden mehr als hundert Studierende exmatrikuliert, die sich mittels gef&#xE4;lschter IELTS-Zertifikate Zugang zum Master oder zur Promotion verschafft hatten. Den Artikel des Nachrichtenportals 24.kz &#xFC;bersetzen wir mit freundlicher Genehmigung der Redaktion. Bereist im Herbst war es an der Medizinischen Universit&#xE4;t zu &#xDC;berpr&#xFC;fungen gekommen, nachdem sich Studierende mit ehrlich erworbenen IELTS-Zertifikaten [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>An der Medizinischen Universität Astana wurden mehr als hundert Studierende exmatrikuliert, die sich mittels gefälschter IELTS-Zertifikate Zugang zum Master oder zur Promotion </strong><strong> verschafft hatten. Den Artikel des Nachrichtenportals </strong><a href="http://24.kz/ru/news/social/item/235754-bolshe-sotni-studentov-otchislili-iz-stolichnogo-vuza"><strong>24.kz</strong></a><strong> übersetzen wir mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Bereist im Herbst war es an der Medizinischen Universität zu Überprüfungen gekommen, nachdem sich Studierende mit ehrlich erworbenen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/International_English_Language_Testing_System">IELTS</a>-Zertifikaten beschwert hatten. Nun nahm der Skandal eine neue Wendung. Nach zwei Überprüfungen seitens des Ministeriums für Bildung und Wissenschaft schloss die Hochschulleitung 117 Studierende aus. Sie alle hatten gefälschte IELTS-Zertifikate vorgelegt, als sie sich für die Programme der Universität bewarben. Die Vorlage der Zertifikate wird im Bewerbungsprozess positiv angerechnet. Nach der ersten Kontrolle wies das Ministerium die Medizinische Universität an, Mittel gegen jene zu ergreifen, die das Gesetz verletzt hatten. Die Hochschule leitete alle Materialen an die zuständigen Behörden weiter, allerdings wurden die BesitzerInnen der gefälschten Dokumente nicht sofort exmatrikuliert, da auf eine Entscheidung des Gerichts gewartet wurde.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/eine-universittsreise-nach-turkmenistan/">Eine Universitätsreise nach Turkmenistan</a></strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Ehrliche Studierende sind empört<br />
</strong>Der Prorektor der Medizinischen Universität Astana Franz Galizkij teilte in diesem Zusammenhang  mit: <em>„Während des Arbeitsprozesses der Kommission, die uns vorwarf, dass wir die Anordnungen aus der ersten Überprüfung nicht umsetzen würden, wurden die verbliebenden 84 Studierenden exmatrikuliert. In diesem Zusammenhang sind sie verpflichtet, die für ihre bisherige Ausbildung entstandenen Kosten zu erstatten. Fast alle Studierende erhielten ein staatliches Stipendium, lediglich neun studierten auf eigene Kosten.“</em>Studierende, die alle Prüfungen ehrlich bestanden hatten, berichteten den JournalistInnen von 24.kz von den gefälschten Dokumenten. Jedoch hatten sie Angst davor, ein Interview zu geben. Sie hielten es für ungerecht, dass einige einen Studienplatz und sogar ein staatliches Stipendium erhalten, indem sie betrügen. Gegen alle, die ein Zertifikat vorlegten, das nicht in der IELTS-Datenbank registriert ist, wurden Strafverfahren eingeleitet. In einigen Fällen hat das Gericht schon ein Urteil gefällt.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/a-naryn-linauguration-de-luniversite-dasie-centrale/">Einweihung der Universität Zentralasiens in Naryn</a></strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Wer verkauft gefälschte Zertifikate?</strong><br />
So teilte Talgat Syrlybajew, Richter am 2. Bezirksgericht des Saryarka-Bezirks in Astana, mit: <em>„An unserem Gericht gab es elf Verfahren, von denen neun mit einem Urteil endeten. Zwei Verfahren wurden eingestellt, da die Straftat schon verjährt war.“</em></p>
<p style="text-align: justify;">Nach der Exmatrikulation der Studierenden sind an der Universität Studienplätze mit staatlichem Stipendium frei geworden (In Kasachstan gibt es sogenannte Budget-Studienplätze, die mit einem Stipendium verbunden sind und Studienplätze für SelbstzahlerInnen, Anm. d. Ü.). Um diese Plätze bewerben sich schon diejenigen, die seinerzeit kein Stipendium erhalten konnten. Auf Anfragen von Studierenden teilte das Bildungsministerium mit, dass die Universität selbst die Entscheidung darüber fälle, ob jene, die derzeit für ihr Studium selbst bezahlen, auf die Budget-Studienplätze vorrücken können.</p>
<p style="text-align: justify;">Prorektor Galizkij weist dies aber zurück: <em>„Leider hat die Universität nicht das Recht, in dieser Frage eigenständig zu entscheiden. Die normativ-rechtlichen Dokumente regeln diese Dinge nicht. Deswegen hat sich das Gesundheitsministerium an das Bildungsministerium gewandt um in dieser Sache eine Lösung herbeizuführen. Im Anschluss daran werden wir eine gesetzliche Grundlage haben, die betroffene Personen auf Budget-Studienplätze zu überführen.“</em></p>
<p style="text-align: justify;"><strong><em>Wahrscheinlich nur die Spitze des Eisberges<br />
</em></strong>Dennoch ist der Fall um die gefälschten Zertifikate noch nicht abgeschlossen. All jene, die das Gesetz verletzt haben, müssen dem Staat die Ausgaben für ihre Ausbildung und ihre Stipendien in Höhe von mehreren Millionen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tenge">Tenge</a> (ein Euro entspricht circa 370 Tenge, Anm. d. Ü.) zurückzahlen. Die Medizinische Universität Astana könnte aufgrund der Verzögerung beim Exmatrikulieren der Studierenden die Lizenz verlieren. Und eine weitere Frage ist offen: Wer verkauft reihenweise diese Zertifikate? Und werden diese Personen bestraft? Internationale Sprachzertifikate sind in Kasachstan sehr gefragt und deswegen scheint der Fall von hundert gefälschten Zertifikaten an einer Hochschule lediglich die Spitze des Eisbergs zu sein.</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Sabina Torgaewa, Ajat Dusembaew, Erzhan Rachmanberdiew, <a href="http://24.kz/ru/news/social/item/235754-bolshe-sotni-studentov-otchislili-iz-stolichnogo-vuza">24.kz</a></strong></p>
<p style="text-align: right;"><strong>Aus dem Russischen von Robin Roth</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company-beta/5246815/">LinkedIn</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Das Kultur Café, ein Ort für die Jugend in Naryn</title>
		<link>https://novastan.org/de/kirgistan/das-kultur-cafe-ein-ort-fur-die-jugend-in-naryn/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/kirgistan/das-kultur-cafe-ein-ort-fur-die-jugend-in-naryn/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Valentin Hillen]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Sep 2017 08:10:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Café]]></category>
		<category><![CDATA[Engagement]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur Café]]></category>
		<category><![CDATA[Naryn]]></category>
		<category><![CDATA[Soziales Projekt]]></category>
		<category><![CDATA[Universität]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 14. September wurde in Naryn, Kirgistan, das erste studentische Caf&#xE9; der Stadt er&#xF6;ffnet. Initiiert wurde es von vier jungen Frauen, die einen Raum f&#xFC;r Jugendkultur in ihrer Stadt schaffen wollten. Ein Besuch auf der Er&#xF6;ffnung. Die Menge blickt in vier erleichterte und gl&#xFC;ckliche Gesichter. Nurgul, Nazira, Gulzada und Dschasgul, Initiatorinnen des Kultur Caf&#xE9; Projekts, [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Am 14. September wurde in Naryn, Kirgistan, das erste studentische Café der Stadt eröffnet. Initiiert wurde es von vier jungen Frauen, die einen Raum für Jugendkultur in ihrer Stadt schaffen wollten. Ein Besuch auf der Eröffnung. </strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Menge blickt in vier erleichterte und glückliche Gesichter. Nurgul, Nazira, Gulzada und Dschasgul, Initiatorinnen des <a href="https://www.facebook.com/kulturcafenaryn/">Kultur Café</a> Projekts, bedanken sich bei den zahlreichen Gästen, die am 14. September zur Eröffnung des neuen Cafés und Veranstaltungsortes im kirgisischen Naryn gekommen sind.</p>
<p style="text-align: justify">Nicht nur neugierige Nachbarn, auch der Vizebürgermeister und Vertreter der beiden Universitäten der Stadt sind gekommen, um sich das neue, von Studierenden getragene Projekt anzusehen. Mädchen in bunten Kleidern betreten den Raum, das Licht erlischt und durch die Lautsprecher ertönen kirgisische Klänge. Die Tanzeinlage wird mit großem Beifall begrüßt und von lautem Klatschen im Takt der Musik begleitet. Auch eine einheimische Sängerin tritt an diesem Eröffnungstag auf, es werden erste Verzehrgutscheine verteilt.</p>
<p><figure id="attachment_10754" aria-describedby="caption-attachment-10754" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-large wp-image-10754" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/21640736_310360386040190_2522400436036376210_o-1024x683.jpg" alt="Initiiatorinnen KulturCafé Naryn" width="1024" height="683" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/21640736_310360386040190_2522400436036376210_o-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/21640736_310360386040190_2522400436036376210_o-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/21640736_310360386040190_2522400436036376210_o-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/21640736_310360386040190_2522400436036376210_o-1300x867.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/21640736_310360386040190_2522400436036376210_o-128x86.jpg 128w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/21640736_310360386040190_2522400436036376210_o.jpg 1368w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-10754" class="wp-caption-text">Von links nach rechts: Gulzada, Nazira, Dschasgul und Nurgul, die Initiiatorinnen des Cafés.</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Ein Café im Keller der Uni</strong></p>
<p style="text-align: justify">Das neue Café ist zur Eröffnung bunt geschmückt mit Blumen und Ballons und ein reichhaltiges Buffet erwartet die hungrigen Gäste. Nichts lässt mehr ahnen, dass es sich bei diesen Räumen einmal um die heruntergekommenen Keller der Naryner Staatlichen Universität gehandelt hat.</p>
<p><strong>Hört auch den Podcast zum Thema: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/zentralasien-2030-das-kulturcafe-in-naryn/">Das KulturCafé in Naryn</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Denn die vier Studentinnen haben in den letzten Monaten einiges geleistet. Zusammen mit ihrem Team aus freiwilligen Helfern wurde der Keller der Staatlichen Universität Naryn renoviert, es wurden Möbel gebaut, Kissen genäht und eine Küche installiert. Zur Vorbereitung des Projekts fanden zudem verschiedene Workshops statt, in denen das Konzept geplant und die Einrichtung entworfen wurde.</p>
<p style="text-align: justify">Im Mai konnte die Gruppe dank der finanziellen Unterstützung der <a href="http://www.fes-centralasia.org/de/fes/fes-zentralasien/kirgistan.html">Friedrich-Ebert-Stiftung</a> verschiedene kulturelle Akteure in Bischkek besuchen, die den Jugendlichen hilfreiche Tipps zur Planung und Umsetzung von Veranstaltungen und im gastronomischen Alltag geben konnten.</p>
<p><figure id="attachment_10755" aria-describedby="caption-attachment-10755" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-large wp-image-10755" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/21587093_310356642707231_7462618105217607846_o-1024x683.jpg" alt="KulturCafé Naryn innen Möbel Ausstattung" width="1024" height="683" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/21587093_310356642707231_7462618105217607846_o-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/21587093_310356642707231_7462618105217607846_o-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/21587093_310356642707231_7462618105217607846_o-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/21587093_310356642707231_7462618105217607846_o-1300x867.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/21587093_310356642707231_7462618105217607846_o-128x86.jpg 128w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/21587093_310356642707231_7462618105217607846_o.jpg 1368w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-10755" class="wp-caption-text">Das Café soll ein Ort für die naryner Jugend werden</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Die Idee für das Projekt hatten die jungen Frauen schon vor ein paar Jahren, als sie sich im lokalen türkischen Sprachzentrum kennenlernten, doch nun konnte es Dank der finanziellen Hilfe der <a href="http://www.bischkek.diplo.de/">Deutschen Botschaft in Bischkek</a>, der Unterstützung des <a href="http://www.bosch-stiftung.de/content/language1/html/13919.asp">Lektorenprogramms der Robert Bosch Stiftung</a> und Unterstützern einer Crowdfunding-Kampagne umgesetzt werden.</p>
<p style="text-align: justify">Auch die Universität und die Stadtverwaltung stehen hinter dem Vorhaben. „<em>Wie der Vizebürgermeister sagte, soll das Café wie eine Brücke zwischen der Stadt und der Jugend werden</em>“, sagt Gulzada, eine der Organisatorinnen.</p>
<p><strong>Ein Café für die Jugend</strong></p>
<p style="text-align: justify">Das Programm des Kultur Cafés soll sich besonders an junge Menschen richten. Ihnen soll ein Ort gegeben werden, an dem sie sich treffen und gemeinsam Kultur erleben und gestalten können. Wichtig ist den Initiatorinnen dabei die Gemeinschaft. Das Café ist ein Projekt von jungen Menschen für die Jugend Naryns. Dabei kann sich jeder selbst einbringen und mit anpacken.</p>
<p style="text-align: justify">„<em>In Kirgistan machen  jungen Leute mehr Hausarbeit als eigene Aktivitäten. Das möchten wir verbessern, damit sie nicht nur zuhause sitzen sondern sich auch mit anderen Leuten austauschen. So können sie ihren Horizont erweitern</em>“, erklärt Nurgul.</p>
<p style="text-align: justify">Bisher mussten die jungen Leute immer einen Raum mieten, wenn sie eigene Ereignisse organisieren wollten. Die Miete kostet unabhängig von der Nutzdauer mindestens 3000 Som (circa 37 Euro), also viel Geld für Studenten. „<em>Jetzt können die Leute einfach zu uns kommen und umsonst etwas planen</em>“, so Nurgul.</p>
<p><figure id="attachment_10756" aria-describedby="caption-attachment-10756" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-large wp-image-10756" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/21909030_10207912685455189_273019997_o-1024x1024.jpg" alt="Eröffnung KulturCafé Naryn" width="1024" height="1024" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/21909030_10207912685455189_273019997_o-1024x1024.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/21909030_10207912685455189_273019997_o-150x150.jpg 150w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/21909030_10207912685455189_273019997_o-300x300.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/21909030_10207912685455189_273019997_o-768x768.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/21909030_10207912685455189_273019997_o-550x550.jpg 550w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/21909030_10207912685455189_273019997_o-32x32.jpg 32w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/21909030_10207912685455189_273019997_o-50x50.jpg 50w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/21909030_10207912685455189_273019997_o-64x64.jpg 64w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/21909030_10207912685455189_273019997_o-96x96.jpg 96w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/21909030_10207912685455189_273019997_o-128x128.jpg 128w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/21909030_10207912685455189_273019997_o.jpg 1080w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-10756" class="wp-caption-text">Der Empfang bei der Eröffnung des Cafés</figcaption></figure></p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/karakols-soziales-cafe/">Karakols soziales Café</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Man setzt auf Vielfalt im Programm des Kultur Cafés. Neben einigen regelmäßig stattfindenden Veranstaltungen soll jeder die Möglichkeit haben eigene Programminhalte umzusetzen. Von Ausstellungen über Tanzworkshops bis hin zu Vorträgen zu politischen und gesellschaftlichen Themen ist alles erlaubt. Auch Ideen von außerhalb sind immer willkommen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Eine Brücke mit Europa</strong></p>
<p style="text-align: justify">Bereits am Eröffnungswochenende wurde das sichtbar: Es wurde gesungen, getanzt, gekocht und gebacken, Naryns erster Open Stage Abend wurde mit europäischen Touristen und Naryns Jugend begangen und auch auf dem Nukura Festival, das kirgisische Traditionen feiert, war das Kultur Café Team aktiv.</p>
<p style="text-align: justify">In Zukunft sind zahlreiche Veranstaltungen geplant, wie ein Poesie-Wettbewerb, Filmabende aber auch Workshops mit Künstlern und Aktivisten aus Bischkek. Die Ambitionen sind groß: „<em>Vielleicht wird das Café auch zu einer Brücke zwischen Kirgistan und Europa und wir können weitere Filialen im Land eröffnen</em>“, hofft Gulzada.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Valentin Hillen<br />
Freiwilliger am Kulturcafé in Naryn</strong></p>
<p><strong> </strong>Weitere Informationen gibt es unter <a href="https://l.facebook.com/l.php?u=https%3A%2F%2Fkulturcafenaryn.wordpress.com%2F&amp;h=ATNZMKoieSaRhFgu76im0Rwj_X8BWF-8cBJIhJwPmxvTc3qdjHZst9NouJ5moRTJVRKxMYTkSUXeA7wY9cg3Bl5G99b5NYlW1C3982Rzcz11-iGFJgXkCpf8h8R-dS4BYj2gczhBfg">https://kulturcafenaryn.wordpress.com/</a> sowie auf <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/karakols-soziales-cafe/">Facebook</a> und Instragram.</p>
<p style="text-align: justify">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company-beta/5246815/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</p>
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		<item>
		<title>Kirgistan: Die Türkei im Feldzug gegen Gülen-Schulen</title>
		<link>https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-die-turkei-im-feldzug-gegen-gulen-schulen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Valentine Baldassari]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Aug 2017 18:53:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Alatoo Universität]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Bischkek]]></category>
		<category><![CDATA[Fethullah Gülen]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Türkei]]></category>
		<category><![CDATA[Universität]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wie studiert man in einer Bildungseinrichtung, die der Bewegung von Fethullah G&#xFC;len nahesteht, den die t&#xFC;rkische Regierung f&#xFC;r den misslungenen Putsch vor einem Jahr verantwortlich macht? Novastan hat die Atat&#xFC;rk-Alatoo Universit&#xE4;t in Bischkek besucht. F&#xFC;r Studierende in Kirgistan ist die internationale Atat&#xFC;rk-Alatoo Universit&#xE4;t in Bischkek eine prestigetr&#xE4;chtige Einrichtung, eine der wenigen im Land, die Kurse [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Wie studiert man in einer Bildungseinrichtung, die der Bewegung von Fethullah Gülen nahesteht, den die türkische Regierung für den misslungenen Putsch vor einem Jahr verantwortlich macht? Novastan hat die Atatürk-Alatoo Universität in Bischkek besucht. </strong></p>
<p style="text-align: justify">Für Studierende in Kirgistan ist die internationale Atatürk-Alatoo Universität in Bischkek eine prestigeträchtige Einrichtung, eine der wenigen im Land, die Kurse auf Englisch anbietet. Für die türkische Regierung ist sie ein Teil eines terroristischen Netzwerks, das für den Putschversuch am 15. und 16. Juli 2016 verantwortlich ist.</p>
<p style="text-align: justify">Die Universität, wie auch ein Dutzend Schulen in Kirgistan, gehört zur Privatorganisation <a href="http://sebat.edu.kg/">Sebat</a>, die der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BClen-Bewegung">Bewegung</a> von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Fethullah_G%C3%BClen">Fethullah Gülen</a> nahesteht. Gülen, ein Prediger und Gelehrter, ist ein ehemaliger Verbündeter des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, wohnt aber heute im Asyl in den Vereinigten Staaten. Ankaras Feindseligkeit ihm gegenüber ist nichts neues, sie hat sich aber seit dem Putschversuch deutlich verstärkt.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Eine diskrete Bewegung</strong></p>
<p style="text-align: justify">Gülens Bewegung, auch <em>hizmet </em>(„Dienst“ auf Türkisch) genannt, ist über Schulen und Universitäten seit den frühen 1990ern in Zentralasien vertreten. Ihre erklärtes Hauptziel ist die Ausbildung einer neuen modern denkenden Elite, die den türkischen islamischen Traditionen treu bleibt. In Kirgistan stehen 15 Gymnasien und eine Universität dieser Bewegung nahe.</p>
<p><figure id="attachment_10024" aria-describedby="caption-attachment-10024" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-10024" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/2-2-1024x683.jpg" alt="Atatürk-Alatoo Universität in Bischkek Kirgistan" width="1024" height="683" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/2-2-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/2-2-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/2-2-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/2-2-1300x867.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/2-2-128x86.jpg 128w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/2-2.jpg 1377w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-10024" class="wp-caption-text">Die Universität betont ihre internationale Natur</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Dabei haben sie kaum direkte Verbindungen mit Gülen selbst: „<em>Unternehmer, Lehrkräfte, Erzieher und Professoren haben sich von Gülens Ideen inspirieren lassen und haben Schulen, Unternehmen oder Medien gegründet</em>“, erklärt der Politikwissenschaftler <a href="http://www.sciencespo.fr/ceri/en/cerispire-user/7227/2529">Bayram Balci</a>, der am Zentrum für internationale Forschung (<a href="http://www.sciencespo.fr/ceri/en">CERI</a>) an der Pariser Sciences-Po zur arabisch-muslimischen Welt forscht. Gülen hat keinen direkten Einfluss auf die Sebat-Bildungseinrichtungen in Kirgistan. Die Organisation ist jedoch von seinen Ideen inspiriert, auch wenn sie es nicht offen kommuniziert.</p>
<p style="text-align: justify">So steht es um von Gülen inspirierten Organisationen in der Region. Diese „<em>I</em><em>ntransparenz wurde ihnen immer vorgeworfen</em>“, erklärt sich aber durch „<em>eine gewisse Vorsicht ihrerseits, um in Staaten, die gegenüber aller religiösen Bewegungen skeptisch sind, keine Probleme zu bekommen“</em>, so Balci. Das macht es schwer, die Einrichtungen, die Gülen nahestehen, klar zu identifizieren und seinen Einfluss auf sie zu messen.</p>
<p style="text-align: justify">Ein solcher Eindruck bestätigt sich auch bei einem Besuch der Atatürk-Alatoo Universität. Der Campus befindet sich am Rande der kirgisischen Hauptstadt und dessen grüne Flächen und moderne Architektur stehen europäischen Universitäten in keiner Weise nach. Auf den ersten Blick ist kein Zeichen einer Nähe zur Gülen-Bewegung zu erkennen.</p>
<p><figure id="attachment_10025" aria-describedby="caption-attachment-10025" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-10025" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/3-2-1024x683.jpg" alt="Treppe Sprichwörter Atatürk-Alatoo Universität in Bischkek Kirgistan" width="1024" height="683" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/3-2-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/3-2-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/3-2-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/3-2-1300x867.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/3-2-128x86.jpg 128w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/3-2.jpg 1377w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-10025" class="wp-caption-text">Die bunte Treppe zur Vorbereitungsstufe, verziert mit türkischen und englischen Sprichwörtern</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Im Gegenteil, vor allem die internationale Natur der Universität wird hervorgehoben, von den Gebäudenamen auf Englisch und auf Kirgisisch bis hin zur bunten Treppe zur Vorbereitungsstufe, die mit türkischen und englischen Sprichwörtern versehen ist.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Kirgistan unter Druck</strong></p>
<p style="text-align: justify">Auch in Zentralasien ist Diskretion angebracht. In der Region stehen viele der Bewegung schon seit langem skeptisch gegenüber, wegen ihrer religiösen Verbindung. Als das <em>hizmet</em> seine Tätigkeit in der Region begann, waren die zentralasiatischen Länder noch jung und die Regierungen begegneten solch einer großen ausländischen Privatorganisation<em> <a href="http://spire.sciencespo.fr/hdl:/2441/7sdtg5grtq8rgofu45apvm98sl">mit Misstrauen</a>. </em></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/zentralasien-und-die-russisch-turkische-krise/">Zentralasien und die türkisch-russische Krise</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Seit 2013 und der Spaltung zwischen der türkischen Regierungspartei AKP und dem <em>hizmet </em>sind die Organisationen größerem Druck ausgesetzt.<em> „Dieser Bruch betraf nicht nur die Türkei.“, </em>ergänzt Balci. „<em>Er hat sich auch ins Ausland exportiert, in alle Länder, in denen es Gülen-Schulen gibt. Die Türkei hat sich sehr für eine Schließung dieser Schulen oder eine Begrenzung ihrer Aktivitäten eingesetzt.</em>“ Tadschikistan und Turkmenistan haben 2015 alle ihre Gülen-Schulen schließen lassen, so dass die Bewegung in Zentralasien nur noch in Kirgistan und in Kasachstan existiert.</p>
<p style="text-align: justify">Seit dem Putschversuch ist der Druck umso stärker: „Wenn ihr nicht eure Beziehungen [zur Gülen Bewegung] ändert, so werden wir unsere Beziehungen mit euch ändern. Wir erwarten Unterstützung von unseren Brüdern, man dreht Brüdern nicht den Rücken zu“, hatte der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu <a href="https://24.kg/vlast/35128_kak_kyirgyizstan_i_turtsiya_iz-za_gyulena_possorilis/">laut 24.kg</a> im Juli 2016 seinem kirgisischen Amtskollegen erklärt. Er <a href="http://www.cnnturk.com/turkiye/disisleri-bakani-mevlut-cavusoglu-cnn-turkte">warnte auch</a>, dass „<em>sollte es eine Revolte in Kirgistan geben, es das Werk der Gülenisten [sei]</em>“, die die Institutionen des Landes bereits „<em>infiltriert</em>“ haben.</p>
<p style="text-align: justify">Die kirgisische Seite wies die Warnungen verärgert ab: „Wenn sie so schlau sind, warum haben sie den Putschversuch dann nicht kommen sehen?“, <a href="https://ru.sputnik.kg/politics/20160801/1028303509.html">antwortete</a> der kirgisische Präsident Almasbek Atambajew.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Die Atatürk-Alatoo Universität mitten im Gefecht</strong></p>
<p style="text-align: justify">Bischkek geht auf den türkischen Druck bisher nicht ein, aber die Schulen und Universitäten sind für die Türkei weiter hochverdächtig. Laut der türkischen Tageszeitung Hurriyet, gehört die Atatürk-Alatoo Universität sogar zu einer Liste von Einrichtungen, die die Istanbuler Staatsanwaltschaft der Verbreitung der Ideen der sogenannten „<em>gülenistischen Terrororganisation</em>“ beschuldigt.</p>
<p><figure id="attachment_10026" aria-describedby="caption-attachment-10026" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-10026" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/5-1024x683.jpg" alt="Campus Atatürk-Alatoo Universität Bischkek" width="1024" height="683" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/5.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/5-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/5-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/5-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-10026" class="wp-caption-text">Der Campus der Atatürk-Alatoo Universität steht europäischen Universität in keinster Weise nach</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Im Gegensatz zu dem, was die kirgisischen Medien ursprünglisch behauptet hatten, hat die türkische Regierung also nicht offiziell die Alatoo-Atatürk Universität als „terroristisch“ bezeichnet. Verdächtigt wird sie aber dennoch.</p>
<p style="text-align: justify">Die Studierenden der Universität sind von den Beschuldigungen empört: „<em>Letzten Winter haben wir erstmals vom Terrorismus in der Türkei gehört und von den Gerüchten laut denen uns hier terroristische Ideen gelehrt werden,</em>“ erzählt eine Studentin. „<em>Alle Kommilitonen waren empört. Es ist schrecklich, so etwas von uns zu denken.</em>“ Sie ist von den Gerüchten genervt und fügt hinzu, dass „<em>die Leute in den anderen Universitäten wissen nicht, was wir hier machen. Sie urteilen nur durch das, was sie in den Zeitungen lesen.</em>“ Nur ein einziger der von Novastan befragten Studierenden erwähnt Fethullah Gülen und seine Verbindungen zur Universität.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Anpassungen an den kirgisischen Kontext </strong></p>
<p style="text-align: justify">Dieses Jahr hat es in den Sebat-Einrichtungen, zu denen auch Atatürk-Alatoo gehört, dennoch einige Änderungen gegeben. Die Organisation selbst hat ihren Namen geändert, von „Sebat“ (Qualität auf Türkisch) zu „Sapat“ (Qualität auf Kirgisisch). Auch die Universität sieht wohl einen Namenswechsel vor, auf ihrer <a href="http://iaau.edu.kg/">Webseite</a> ist schon von der „Internationalen Alatoo Universität“ die Rede.</p>
<p style="text-align: justify">Diese Änderungen gehören auch zur „Regionalisierung“ der Bewegung, also eine bessere Anpassung an den kirgisischen Kontext. Das betrifft auch das Personal der Universität, mit mehr kirgisischen und weniger türkischen Besetzungen. Auf den ehemaligen türkischen Rektor folgte im April der Kirgise Jangoros Kanimetow.</p>
<p><figure id="attachment_10027" aria-describedby="caption-attachment-10027" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-10027" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/4-1-1024x683.jpg" alt="Campus Atatürk-Alatoo Universität Bischkek Kirgistan" width="1024" height="683" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/4-1-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/4-1-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/4-1-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/4-1-1300x867.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/4-1-128x86.jpg 128w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/08/4-1.jpg 1377w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-10027" class="wp-caption-text">Auf dem Campus der Atatürk-Alatoo Universität</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Es ist schwer zu unterscheiden, welche Änderungen sich auf die Lage in der Türkei zurückführen lassen und welche sowieso stattgefunden hätten. Wie Christopher Swartz, Journalist und Professor an der Amerikanischen Universität Zentralasiens (AUCA) erklärt: „<em>[die Änderungen] haben formell nichts mit dem Putschversuch zu tun</em>.“ Zum Beispiel „<em>gibt es mehrere Standpunkte zu den Beweggründen der ‚Regionalisierung‘. Manche sagen, das sei eine Strategie der Gülen Bewegung, die zuerst Türken ins Ausland sendet, um lokale Kräfte zu gewinnen. Letzteren wird dann die Verantwortung übergeben und die türkischen Angestellten werden abgezogen. Andere meinen, dass sei einfach eine Reaktion auf die Sorgen der zentralasiatischen Regierungen bezüglich der Natur dieser Schulen.</em>“</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Trotz Anschuldigungen geht der Alltag weiter</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die meisten Studierenden der Atatürk-Alatoo Universität scheinen sich um Fethullah Gülen oder die Türkei kaum zu sorgen. Für sie zählt es, einen prestigeträchtigen Abschluss zu machen und Englisch zu lernen ohne sich zu ruinieren. Eine Studentin erklärt: „<em>In Kirgistan gibt es nur zwei Universitäten, wo man auf Englisch studieren kann. Die AUCA ist aber zu teuer.</em>“ Nach ihrem Studium würde sie gerne Arbeit in den Vereinigten Staaten finden.</p>
<p style="text-align: justify">Bayram Balci sieht in den Entwicklungen auch ein Zeichen für eine veränderte Wahrnehmung der Gülen Schulen in den letzten Jahren: „<em>Anfangs sahen die zentralasiatischen Staaten und die Eltern diese Schulen vor allem als moderne Bildungseinrichtungen mit einer säkularen Lehre, die den bestehenden Normen entspricht. Also als gute Schlüssel für Top-Universitäten.</em>“ Seit 2013 ist der Blick auf die Organisation aber differenzierter, „<em>weil man in der Türkei beobachtet hat, zu welchem Machtkampf mit der Regierung die Bewegung fähig ist.</em>“</p>
<p style="text-align: right"><strong>Valentine Baldassari</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen von Florian Coppenrath</strong></p>
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		<title>Kirgistan: Wo studiert die Politikprominenz?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julius Bauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Jul 2017 18:02:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Elite]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<category><![CDATA[Universität]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Online-Nachrichtenmagazin Sputnik Kirgistan hat die Lebensl&#xE4;ufe von mehr als 200 Politikern und Staatsvertretern Kirgistans darauf analysiert, ob und wenn ja was die M&#xE4;chtigen des Landes studiert haben. Dabei lie&#xDF;en sich ein paar Parallelen feststellen. F&#xFC;r die Analyse, die von einem Korrespondenten von Sputnik Kirgistan durchgef&#xFC;hrt wurde, wurden die Biographien von 120 Parlamentarier, den Ministern, [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Das Online-Nachrichtenmagazin <a href="https://ru.sputnik.kg/society/20170713/1034260485/rejting-universitetov-chi-vypuskniki-upravlyayut-kyrgyzstanom.html">Sputnik Kirgistan</a> hat die Lebensläufe von mehr als 200 Politikern und Staatsvertretern Kirgistans darauf analysiert, ob und wenn ja was die Mächtigen des Landes studiert haben. Dabei ließen sich ein paar Parallelen feststellen. </strong></p>
<p style="text-align: justify">Für die Analyse, die von einem Korrespondenten von Sputnik Kirgistan durchgeführt wurde, wurden die Biographien von 120 Parlamentarier, den Ministern, den Führungsstäben der staatlichen Agenturen und von bekannten Politikern herangeführt – insgesamt handelte es sich um 204  Befragte.</p>
<p style="text-align: justify">Wie aus der Statistik hervorgeht, hat jede zweite dieser Führungspersönlichkeiten einen Universitäts-Abschluss, jede dritte zwei und einer von siebzehn sogar drei. Zwei Prozent der Mächtigen haben vier oder mehr Abschlüsse.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Ranking der Universitäten</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die erste im Ranking der Universitäten ist die Kirgisische National-Universität, auf welcher jeder dritte der Befragten einen Abschluss erworben hat.</p>
<p style="text-align: justify">Auf dem zweiten Platz landete die technische Universität Kirgistans. Einer von sieben aus dieser Gruppe der Staatsvertreter und Politiker ist ein Absolvent der Technischen Universität.</p>
<p style="text-align: justify">Die dritte im Rating ist die Kirgisische Diplomatische Akademie für Auslandsangelegenheiten.  Neun Prozent der Befragten haben hier ein Studium abgeschlossen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Russland der Schlüssel zum Erfolg?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Auffällig ist außerdem, dass alle Präsidenten, die Kirgistan bisher hatte, bevorzugten in Russland zu studieren.</p>
<p style="text-align: justify">So machte <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Askar_Akajew">Askar Akajew</a> einen Abschluss an der Leningrader Universität für Optik und Feinmechanik, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kurmanbek_Bakijew">Kurmanbek Bakijew</a> absolvierte sein Studium an der Technischen Universität Kuibyschew (in Samara), <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rosa_Otunbajewa">Rosa Otunbajewa</a> ergatterte einen der begehrten Plätze an der Moskauer Staatsuniversität und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Almasbek_Atambajew">Almasbek Atambajew</a> studierte an der Moskauer Universität für Management.</p>
<p style="text-align: justify">Jeder sechste der befragten Politiker und Staatvertreter hat einen russischen Universitätsabschluss. Den zweiten Platz unter den internationalen Abschlüssen belegen solche aus Kasachstan.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Viele Klassiker kaum Exoten</strong></p>
<p style="text-align: justify">Der Statistik nach haben 37 Prozent der Politiker mit Universitätsabschluss ein juristisches Studium absolviert. Einer von sieben hat einen Ingenieursstudiengang abgelegt, jeder fünfte einen Wirtschaftsabschluss und elf Prozent einen Abschluss in Diplomatie.</p>
<p style="text-align: justify">Manche Politiker entschieden sich zu Beginn ihrer Karriere für ein ungewöhnlicheres Spezialgebiet.  So hat etwa der Abgeordnete der Sozialdemokratischen Partei Mychtarbek Ainakulow an der berühmten Russischen Akademie für Theaterkunst Schauspiel studiert. Seine Kollegen Bakitbek Schetigenow, Kamtschibek Dscholdoschbajew, Tasabek Ikramow und Muradil Mademinow waren einst Sportlehrer.</p>
<p style="text-align: justify">Da lediglich 50 Prozent der Befragten haben einen Studienabschluss haben, liegt der Schluss nahe, dass ein abgeschlossenes Studium für eine politische Karriere in Kirgistan kein Schlüsselkriterium ist. Wenn aber studiert wird, stehen Jura-Studiengänge hoch im Kurs.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Asel Minbajewa<br />
<a href="https://ru.sputnik.kg/society/20170713/1034260485/rejting-universitetov-chi-vypuskniki-upravlyayut-kyrgyzstanom.html">Sputnik Kirgistan</a></strong></p>
<p style="text-align: right"><strong> </strong><strong>Aus dem Russischen von Julius Bauer</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
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