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	<title>Universiade Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
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		<title>Zwischen Rampenlicht und Realität</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 02 Apr 2017 09:32:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Eurasische Wirtschaftsunion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kasachstan tritt 2017 auf die B&#xFC;hne. Menschen aus aller Welt richten ihre Augen auf Almaty und Astana. Auf zwei St&#xE4;dte inmitten eines Steppenlandes, das zuvor kaum einer auf der Landkarte einzuordnen wusste. Kasachstan tritt selbstbewusst aus seinem Schatten und verspr&#xFC;ht neuen Glanz als Gastgeber internationaler Events. Unser Gastautor Hektor Hebe analysiert die Stellung Kasachstan in [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Kasachstan tritt 2017 auf die Bühne. Menschen aus aller Welt richten ihre Augen auf Almaty und Astana. Auf zwei Städte inmitten eines Steppenlandes, das zuvor kaum einer auf der Landkarte einzuordnen wusste. Kasachstan tritt selbstbewusst aus seinem Schatten und versprüht neuen Glanz als Gastgeber internationaler Events. Unser Gastautor Hektor Hebe analysiert die Stellung Kasachstan in der Region weltweit und wie sich das Land am liebsten selbstdarstellt.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Kaum einer kennt das Steppenland im Herzen Zentralasiens. Das soll sich 2017 ändern. Bereits im Januar lud das Land zur Winteruniversiade ein. Sportler wie aus Deutschland, Frankreich, Südkorea, den USA und China reisten nach Almaty, um sich mit Champions in verschiedenen Disziplinen zu messen. Kasachstan zeigte sich als erfolgreicher Gastgeber. Die Straßen der Stadt glänzten, die Organisation lief wie am Schnürchen, alle hatten Freude an der Olympiade für den Sportnachwuchs.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/winter-universiade-2017-in-almaty-balanceakt-zwischen-studium-und-sport/">Winter-Universiade 2017 in Almaty: Balanceakt zwischen Studium und Sport</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Nach elf Tagen Wettkampf flogen die Teams zurück in ihre Heimatländer. Als sie von der Startbahn abhoben, schauten sie über das vom gelbbraunen Smog eingehüllte Almaty, eingebettet zwischen schneeweißen Bergen, dessen Spitzen im Sonnenschein schimmern. Vielleicht sahen sie auch das graue Dach einer Lagerhalle nahe des Flughafens. Dort ging es während der Winteruniversiade weniger freudig zu. Zahlreiche Straßentiere mussten für das Sportevent beseitigt werden. Für die Hunde und Katzen begann das neue Jahr blutig. Aber die Straßen müssen schließlich glänzen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Sport, Syrien und eine Weltausstellung</strong></p>
<p style="text-align: justify">Auch in Astana laufen die Vorbereitungen für die Weltausstellung EXPO auf Hochtouren. Es ist das Event des Jahres, auf das Kasachstan seit Jahren hinarbeitet. Die Hoffnung und Erwartungen sind groß. Neue Investoren und zahlreiche Besucher sollen ins Land strömen. Die Tore ins Steppenland stehen weit geöffnet. Seit dem 1. Januar 2017 können Bürger aus rund 40 Staaten  für 30 Tage ohne Visum ins Land einreisen. Die Pressestelle der nationalen Fluggesellschaft Air Astana rechnet mit einem Anstieg von 8,2 Millionen Fluggästen, doppelt so viel wie üblich. Das Airport-Projekt Astanas soll den Flughafen für den Ansturm rüsten. Geplant ist der Bau eines neuen Terminals für den internationalen Flugverkehr bis Mai.</p>
<figure id="attachment_8427" aria-describedby="caption-attachment-8427" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-full wp-image-8427" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Expo-2017-Astana.jpg" alt="Werbung für die Expo 2017 in Astana, der Hauptstadt Kasachstans" width="1024" height="577" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Expo-2017-Astana.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Expo-2017-Astana-300x169.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Expo-2017-Astana-768x433.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-8427" class="wp-caption-text">Werbung für die Expo 2017 in Astana, der Hauptstadt Kasachstans</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">Parallel zur Planung der EXPO fanden bereits mehrere Runden der <a href="https://www.nzz.ch/international/syrien-gespraeche-wer-sitzt-am-verhandlungstisch-ld.141277">syrischen Friedensgespräche in Astana</a> statt. Nach sechs Jahren Krieg und circa 500.000 Toten, versuchen die Delegationen der Konfliktparteien seit dem 23. Januar im zerrissenen und zerstörten Syrien Frieden zu schaffen. Der russische Präsident Wladimir Putin schlug die Gespräche im Herzen Zentralasiens vor, nachdem die syrische Armee die Metropole Aleppo im Dezember vergangenen Jahres eingenommen hatte.</p>
<p style="text-align: justify">Unter der Regie Putins, des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und des iranischen Präsidenten Hassan Ruhani kamen Vertreter der Opposition und Repräsentanten des syrischen Präsidenten Al-Bashar Assad in Astana zusammen. Ziel ist es, eine Lösung für den komplexen Konflikt zu finden. Ein Konflikt, der zum Bürgerkrieg führt und über die syrischen Grenzen hinaus einen Stellvertreterkrieg provoziert.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Astana – das Genf Asiens? </strong></p>
<p style="text-align: justify">Dass die Wahl auf Kasachstan fällt, sei laut des deutschen <a href="http://www.dw.com/de/astana-neue-hoffnung-f%C3%BCr-syrien/a-37231738">Auslandsrundfunks Deutsche Welle</a> bedeutsam: Man treffe sich nicht etwa in Genf, sondern im Herzen Zentralasiens, das sowohl Russland als auch den Turkvölkern der Türkei kulturell nahesteht. Bereits im Oktober 2016 hatte Kasachstan ein Treffen in Astana vorgeschlagen, damals für die USA und Russland. Auch Putin lud die Vertreter der neuen US-Regierung unter Donald Trump nach Astana ein, worauf Washington den US-Botschafter in Kasachstan George Krol als Beobachter schickte.</p>
<p style="text-align: justify">Brüssel entsandte eine Delegation und die UN ihren Sondergesandten für Syrien, Staffan de Mistura.  Die Verhandlungen in Astana fanden unter der Schirmherrschaft Russlands, der Türkei und des Iran statt. Die USA und die EU legten währenddessen ihr Augenmerk auf den Syrien-Gipfel in Genf, geführt durch die Vereinten Nationen (UN).</p>
<figure id="attachment_8430" aria-describedby="caption-attachment-8430" style="width: 2592px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-full wp-image-8430" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/519.jpg" alt="Der Präsidentenpalast in Astana" width="2592" height="1728" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/519.jpg 2592w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/519-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/519-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/519-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/519-1300x867.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/519-128x86.jpg 128w" sizes="(max-width: 2592px) 100vw, 2592px" /><figcaption id="caption-attachment-8430" class="wp-caption-text">Der Präsidentenpalast in Astana</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">Ob in Genf oder in Astana, die Regierungsvertreter und Opposition begegnen sich nach wie vor mit tiefem Misstrauen. Anfang des Jahres saßen sich die syrische Regierung und die Opposition noch am Rundtisch in Astana gegenüber. Aktuell boykottieren die Rebellen die Gespräche, da nach ihrer Meinung Russland nicht die im Dezember vereinbarte Waffenruhe einhalte. Laut der <a href="http://de.reuters.com/article/syrien-friedensgespr-che-idDEKBN16M1ZO">Nachrichtenagentur Reuters,</a> habe der stellvertretende kasachische Außenminister Akilbek Kamaldinow mitgeteilt, dass die Delegationen Russlands, der Türkei und des Iran sich geeinigt hätten, das nächste Treffen für den 3. und 4. Mai anzusetzen.</p>
<p style="text-align: justify">Der Frieden bleibt ungewiss. Nach sechs Jahren Krieg ist Syrien ein zerstörtes und ethnisch sowie religiös zersplittertes Land, das als Spielball von internationalen Interessen nicht zur Ruhe kommt. Der Gastgeber Kasachstans, Präsident Nursultan Nasarbajew, ließ zu Beginn der Gespräche in Astana verlauten, dass der syrische Konflikt nur durch Verhandlungen gelöst werden könne. <em>„Die momentane Situation in Syrien beschäftigt die gesamte Welt“,</em> so das Staatsoberhaupt. Der Krieg, der nun seit fast sechs Jahren andauert, habe nichts gebracht außer Elend und Leid für das Land, in dem verschiedene Zivilisationen und Kulturen zusammenlebten.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Kasachstans Rolle auf der Weltbühne</strong></p>
<p style="text-align: justify">Wie Syrien ist auch Kasachstan eine kunterbunte Nation, die im vergangenen Dezember ihren 25. Unabhängigkeitstag feierte. Die geopolitische Lage der jungen Republik ist zugleich Chance und Herausforderung: im Norden liegt Russland, im Osten grenzt <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/chinas-ruckkehr-nach-zentralasien/">China</a>, im Westen wähnt man die frischesten Vorposten Europas (Georgien, Ukraine etc.) und südlich, hinter Usbekistan, liegt <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-ruckkehr-der-afghanischen-bedrohung-in-zentralasien/">Afghanistan</a>, das von Krieg und Terrorismus gekennzeichnet ist.</p>
<p><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/was-braucht-es-fur-ein-zentralasiatisches-wirtschaftswunder/">Was braucht es für ein zentralasiatisches Wirtschaftswunder?</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Innerhalb Zentralasiens spielt Kasachstan eine Vorreiterrolle, denn es ist nicht nur die größte, sondern auch die politisch und wirtschaftlich einflussreichste Nation. Die riesigen Ölreserven lassen die einheimische Wirtschaft wachsen, wobei die restlichen Länder der Region nicht mithalten können. Die Einwohnerzahl Kasachstans fällt mit 17 Millionen klein aus, desto größer ist die multiethnische Vielfalt.</p>
<p style="text-align: justify">Laut Landesstatistik leben in Kasachstan Angehörige von mehr als 120 Ethnien, wobei Russen die größte Minderheit bilden. Zu den turksprachigen Minderheiten zählen Usbeken, Tataren, Mescheten und Aserbaidschaner sowie kleinere Gruppen, u.a. Baschkiren und Turkmenen. Weitere Minderheiten sind Uiguren aus China, und Ukrainer, Deutsche, sowie kleine Gruppen aus Polen, Lettland, Litauen und Weißrussland aus Europa. Kasachstan betont, es sei ein Beispiel dafür, dass Freundschaft zwischen Völkern möglich sei.</p>
<h4 style="text-align: justify">Kooperation statt Konfrontation</h4>
<p style="text-align: justify">Die Vielfalt verleiht Kasachstan die Kompetenz als Vermittler zu agieren. Sei es innerhalb der islamischen Welt, immerhin sind ca. 70 Prozent der kasachischen Bevölkerung sunnitische Muslime, oder sei es zwischen der Türkei und Russland. Die Kasachen sind sowohl eng mit Russland verbunden als auch mit den Türken, da beide Nationen den Turkvölkern angehören.</p>
<p><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-zwischen-zwei-grossmaechten/">Kasachstan – zwischen zwei Großmächten</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Auch Deutschland hat einen verwurzelten Platz in Kasachstan aufgrund der deutschen Minderheit. Die diplomatische Zusammenarbeit der Länder feierte am 11. Februar das 25. jährige Jubiläum. Kasachstan soll eine Brücke schlagen zwischen Europa und Asien, das ist das Ziel. Aber solch eine enge Verflechtung wünscht sich nicht nur Deutschland bzw. die EU oder die USA, sondern auch globale Spieler aus den anderen Himmelsrichtungen. Russland, China, Israel, der Iran sowie die Türkei ringen um Einfluss in dem geopolitisch wichtigen Gebiet.</p>
<h4 style="text-align: justify">Kasachstan setzt auf Diplomatie</h4>
<p style="text-align: justify">Wer sich die kasachische Flagge genauer anschaut, entdeckt eine goldene Sonne und ein Adler ruhend im Zentrum. Sie tauchen in ein Türkisblau ein, das wie der endlose Horizont der Steppe leuchtet. Man könnte sich fragen, wohin dreht sich die kasachische Sonne? In welche Richtung breitet der Adler seine Flügel aus? Kasachstan will seine guten Beziehungen zu Russland wahren und gleichzeitig die zur NATO weiter ausbauen. Zudem setzt es auf enge bilaterale Beziehungen sowohl mit Israel als auch mit dem Iran.</p>
<figure id="attachment_8431" aria-describedby="caption-attachment-8431" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-full wp-image-8431" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/kazah-flag.jpg" alt="Die kasachische Flagge" width="1024" height="520" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/kazah-flag.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/kazah-flag-300x152.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/kazah-flag-768x390.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-8431" class="wp-caption-text">Die kasachische Flagge</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">Mit den Chinesen werden Milliarden-Dollar-Abkommen im Bereich der Öl– und Gasindustrie geschlossen. Außerdem liegt Kasachstan im Zentrum der Seidenstraße, wodurch es eine bedeutsame Rolle innerhalb des Wirtschaftsgürtels von China nach Europa einnimmt. Aufgrund dieser Lage nehmen Projekte für Pipelines, Eisenbahnstrecken, See– und Flussrouten, Fluglinien sowie Autobahnen zu. Dadurch ist ein Austausch in alle Himmelsrichtungen offen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Zusammenhalt innerhalb Zentralasiens</strong></p>
<p style="text-align: justify">Darüber hinaus bemüht sich Kasachstan um eine Zusammenarbeit zwischen den regionalen Staaten, die bisher recht porös ist. Das liegt unter anderem daran, dass Turkmenistan eine Politik der Isolation betreibt und Usbekistan vor allem auf bilaterale Beziehungen setzt. Bisher sind nur Kasachstan und Kirgisistan Mitglieder des postsowjetischen Integrationsprojekts Eurasische Wirtschaftsunion (EAWU), wobei Tadschikistan den Beitritt anstrebt.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan:<a href="https://novastan.org/de/kirgistan/eurasische-union-wiederbelebung-der-sowjetunion/"> Eurasische Union: Wiederbelebung der Sowjetunion?</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">In Anbetracht zukünftiger Herausforderungen ist eine engere Kooperation der fünf zentralasiatischen Staaten wünschenswert. Gemeinsam lassen sich Probleme leichter lösen – sei es die Frage um nachhaltige Wassernutzung in Zeiten des Klimawandels oder die Abwehr der Terrormiliz „Islamischer Staat“, die aus Afghanistan überzuschwappen droht.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/schawkat-mirsijojew-in-astana-eine-neuausrichtung-zentralasiens/">Schawkat Mirsijojew in Astana – eine Neuausrichtung Zentralasiens</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Kasachstan liegt nicht nur im Herzen Zentralasiens, es ist auch die Hauptschlagader der Region. Als stärkste Wirtschaftsmacht der Region trägt Kasachstan große sowie kleine Verantwortungen  sowohl auf der Weltbühne also auch vor der eigenen Haustür.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Kasachstan hinter den Kulissen</strong></p>
<p style="text-align: justify">Kasachstan will beeindrucken und glänzen auf der Weltbühne. Doch ist es für die Rolle als Global Player gerüstet? Wie schaut es hinter den Kulissen aus? Profitiert das Volk von den glamourösen Events und der schillernden Gastgeberrolle, in der sich Kasachstan präsentiert? Wer Kasachstan bereist, begreift schnell: das Land ist voller Kontraste.</p>
<figure id="attachment_1777" aria-describedby="caption-attachment-1777" style="width: 819px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-1777" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/old/2014_antoine_barret_almatytele.jpeg" alt="Mondänes Almaty" width="819" height="546" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/old/2014_antoine_barret_almatytele.jpeg 600w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/old/2014_antoine_barret_almatytele-300x200.jpeg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/old/2014_antoine_barret_almatytele-128x86.jpeg 128w" sizes="auto, (max-width: 819px) 100vw, 819px" /><figcaption id="caption-attachment-1777" class="wp-caption-text">Mondänes Almaty</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">Morgens Shoppen im dreistöckigen Einkaufzentrum bei Gucci mit Starbucks-Kaffe in der Hand; Mittags mit dem Auto durch die Peripherie gen Westen, wo die Straßen irgendwann zu Staub verpuffen und im Nirgendwo enden; am Abend Nan, Marmelade, getrocknete Sauermilchkugeln, Gurken und ein heißer Chai in einem überschaubaren Häuschen mit Blechdach und einem stechend himmelblauen Eingangstor, an dem Esel und Ziegen grasen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Wenn die Scheinwerfer aus sind</strong></p>
<p style="text-align: justify">Kasachstan möchte den Eindruck erwecken, eine moderne aufsteigende Wirtschaftsmacht im asiatischen Raum zu sein &#8211; was auch weitgehend zutrifft &#8211; allerdings strahlen der Prunk und Pomp nicht über die Stadtgrenzen hinaus. Wer Almaty oder Astana hundert Kilometer hinter sich lässt, findet ein anderes Gesicht des Steppenlandes. Den Zauber einer atemberaubenden Landschaft, einer fremden Kultur und schlichten Einfachheit, die europäische und amerikanische Besucher magisch anzieht, ja, vielleicht sogar mehr fasziniert als die in den Himmel ragenden Hochhäuser Astanas oder die luxuriösen Einkaufzentren Almatys mit ihren blitzblank geleckten Marmorböden.</p>
<figure id="attachment_8367" aria-describedby="caption-attachment-8367" style="width: 761px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-8367" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/03/18-3.jpg" alt="Frau in ihrer ärmlichen Behausung im nordkasachischen Ekibastus" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/03/18-3.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/03/18-3-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/03/18-3-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /><figcaption id="caption-attachment-8367" class="wp-caption-text">Frau in ihrer ärmlichen Behausung im nordkasachischen Ekibastus</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">Der Kontrast zwischen dem Leben in den Städten und auf dem Land ist unübersehbar. Die Kluft zwischen reich und arm wächst. Das im Westen des Landes gewonnene Öl versickert größtenteils in den pompösen Städten oder eben für Großevents wie die EXPO. Anfang des Jahres verkündete der Präsident Nursultan Nasarbajew in seiner Ansprache die dritte Modernisierungswelle.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan:<a href="https://novastan.org/de/kasachstan/salz-panzer-und-aluminium/"> Salz, Panzer und ALuminium &#8211; Geschichten aus Pawlodar</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Aber bringen Wirtschaftswellen langfristig gesehen nichts als Dürre, pflanzt man nicht auch den Samen für sozialen Fortschritt? Kasachstan setzt auf die wirtschaftliche Karte, wobei soziale Fragen wie Menschen-, Umwelt- sowie auch Tierrecht hinterher hinken. Gerade aufgrund der ethnisch-religiösen Vielfalt Kasachstans und der geopolitischen Lage kann der alleinige Wegweiser „Wirtschaft“ in eine Sackgasse führen. Die innere Stabilität ist poröse, solange soziale Fragen verdrängt werden und sich eine parallele Scheinwelt neben der Realität aufbaut.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Was bleibt vom Glanz?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Was bleibt vom Glanz, sobald die Scheinwerfer aus sind? Es bleibt ein authentischer Glanz durch die atemberaubende Natur, die gastfreundlichen Menschen und die Vielfalt an Traditionen, Kultur sowie Geschichte. Ein Schimmer aus Gegensätzen und Widersprüchen eines jungen Staates, der seine Rolle auf der Weltbühne finden will. Es ist für jedes Land eine Herausforderung, jeden Tag aufs Neue in kleinen Schritten in die richtige Richtung zu gehen. Es ist ein langer, steiniger Weg, den wir als Weltgemeinschaft zusammenfinden und festigen werden.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Hektor Hebe</strong><br />
<strong>Gastautor</strong></p>
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		<title>Die kleine Winterolympiade</title>
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		<dc:creator><![CDATA[daz_almaty]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Feb 2017 08:47:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Almaty]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[Universiade]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es sind &#x201E;die Olympischen Spiele der Studierenden&#x201C;. Universiaden vereinen alle zwei Jahre Spitzenathleten aus der ganzen Welt. Sportlernachwuchs aus 57 L&#xE4;ndern zwischen 17 und 28 Jahren tritt bei Wettk&#xE4;mpfen vom&#xA0;29. Januar bis 8. Februar 2017 in Almaty an. 2000 Athleten aus aller Welt k&#xE4;mpfen in zw&#xF6;lf Disziplinen an acht Austragungsorten in Almaty um Siege und [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Es sind „die Olympischen Spiele der Studierenden“. Universiaden vereinen alle zwei Jahre Spitzenathleten aus der ganzen Welt. Sportlernachwuchs aus 57 Ländern zwischen 17 und 28 Jahren tritt bei Wettkämpfen vom </strong><strong>29. Januar bis 8. Februar 2017 in Almaty an. 2000 Athleten aus aller Welt kämpfen in zwölf Disziplinen an acht Austragungsorten in Almaty um Siege und Medaillen. Dieser Artikel wurde Novastan mit freundlicher Genehmigung der <a href="http://deutsche-allgemeine-zeitung.de/de/content/view/3968/1/">&#8222;Deutschen Allgemeinen Zeitung&#8220;</a> zur Verfügung gestellt. </strong></p>
<p style="text-align: justify"><em>„Kasachstan träumte schon lange davon Sportler aus aller Welt zu sich einladen zu dürfen“,</em> so die Worte des deutschen Generalkonsuls bei der Begrüßung der deutschen Universiade-Delegation. Nun ist Almaty elf Tage auf eine Probe gestellt – ein Großevent wie die <a href="https://almaty2017.com.">Universiade 2017</a> hat es in Kasachstan noch nicht gegeben. Es ist gefühlt die organisatorische Feuerprobe vor der <a href="https://expo2017astana.com/en/">EXPO in Astana</a> und auch ein Fingerzeig in Richtung der Olympischen Winterspiele 2022, deren Zuschlag Kasachstan sehr knapp verpasste.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Weltspiele der Studierenden</strong></p>
<p style="text-align: justify">In einer Welt voller Krisen, Misstrauen und Ungewissheit sieht der Generalkonsul Jörn Rosenberg solche internationalen Sportevents als „politisch wichtig“. Ein „<em>Forum für friedliches Zusammenkommen aus aller Welt</em>“ vereine <em>„Menschen von allen Kontinenten, verschiedenster Ethnien und Religionen aus Ländern mit unterschiedlichen politischen Vorstellungen.</em>“</p>
<p style="text-align: justify">Ein Gedanke wie aus einem kasachstanischen Image-Video, positioniert sich doch das Land bereits seit geraumer Zeit als friedensfördernder neutraler Staat mit eigens konzipierter multivektorieller Außenpolitik. Diese Renommee wächst auch zunehmend, das Land sieht sich mehr und mehr in internationales mediales Rampenlicht getaucht – und das nicht unbedingt unverdientermaßen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Gastgeberland für alles gewappnet</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die erste deutsche Curling-Frauenmannschaft in der Geschichte der Universiade tritt dieses Jahr in Almaty an. Claudia Beer und ihre Team-Kolleginnen nach dem Anstoß des Curlingsteins während des Spiels Kasachstan-Deutschland (2:13).</p>
<figure id="attachment_7480" aria-describedby="caption-attachment-7480" style="width: 1800px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-7480" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/02/uni2.jpg" alt="Das deutsche Team beim curlen" width="1800" height="1200" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/02/uni2.jpg 1800w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/02/uni2-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/02/uni2-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/02/uni2-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/02/uni2-1300x867.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/02/uni2-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 1800px) 100vw, 1800px" /><figcaption id="caption-attachment-7480" class="wp-caption-text">Das deutsche Team beim curlen</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">Die Stadt Almaty hat sich akribisch vorbereitet: Schüler und Studenten wurden freigestellt und somit viele Tausende Freiwilliger gewonnen, der Neujahrsschmuck erleuchtet die Hauptstraßen, große Plakate sollen den urbanen Raum verschönen und eine hohe Polizeipräsenz die Sicherheit gewährleisten, auch freilaufender Tiere wurde sich entledigt. Tatsächlich wurde sich auf das Event über die Maßen vorbereitet. Fast scheint es, als soll bewiesen werden, dass auch eine Winterolympiade drin gewesen wäre. Die Positionierung als Wintersport-Austragungsort rückt mit dem Bau neuer Sportstätten in den Vordergrund. Jede dieser Investitionen ist auch eine in künftige Bewerbungen für die Olympischen Winterspiele.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Eintracht statt Wettstreit</strong></p>
<p style="text-align: justify">Zu diesen Bemühungen zählt auch ein eigens für die Spiele errichtetes Athletendorf – zur positiven Überraschung vieler internationaler Delegationen. Ganz im Sinne des kasachstanischen Images als multiethnische Nation kommen hier Teams aller Nationen und Sektionen zusammen, um das freundschaftliche Miteinander vor und nach den Wettkämpfen zu erleben. Der Gebäudekomplex soll Veranstaltern zufolge nach den Winterspielen als erschwingliche Wohnanlage genutzt werden. Auch die neu gebauten Halyk Arena und Almaty Arena sollen nach der Universiade als Austragungsorte Internationaler Wettkämpfe und kultureller Großevents und zur Förderung von Wintersport dienen.</p>
<p style="text-align: justify">Bei ihrer ersten Universiade freut sich die Curlerin Claudia Beer insbesondere über das intensive Zusammentreffen mit Athleten anderer Disziplinen. Auf Curling, das seit knapp 20 Jahren olympische Disziplin ist, stieß Beer rein zufällig in ihren Ferien. Seitdem spielte sie mehrere europäische Meisterschaften sowie eine Weltmeisterschaft. Die Curlerinnen sind die einzigen Sportlerinnen, die fast täglich zum Wettkampf antreten.</p>
<p style="text-align: justify">Auch der Skilangläufer und Lehramtsstudent Andreas Weishäupl, der schon zwei Universiaden zuvor mitmachte ist überrascht von dem Athletendorf in Alamty: <em>„Es ist ein besonderes Flair. Man hat das Gefühl, man sei auf einem olympischen Dorf.“</em> Allerdings sei es sportlich in Almaty ein wenig nachteilig, denn die Sportstätten selbst liegen zum Teil sehr weit voneinander entfernt. Aber das Gefühl einer großen Universiade, wo sich Sportler aller Disziplinen begegnen, mache dies wieder wett. <em>„Das soll ja das Besondere einer Universiade sein. Wettkämpfe anderer Natur haben wir im Alltäglichen gegeben.“</em></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Urbane Herausforderung</strong></p>
<p style="text-align: justify">Ungeachtet der detaillierten Planung gibt es Stimmen der Verwunderung. Wurden die Spiele ausreichend beworben? Tickets für die Finalrunden sind zwar ausverkauft, aber Tribünen der regulären Wettkämpfe blieben zu Beginn nicht selten halbleer. Eine besondere Herausforderung stellt der Verkehr in Almaty dar.</p>
<p style="text-align: justify">Trotz der Eigenwilligkeiten des Almatiner Stadtverkehrs, mache das gut organisierte Transportsystems der Universiade die Entfernung zwischen den Austragungsorten wieder wett, so Team-Leader Dirk Kilian. Er wagt noch vor Beginn der Wettkämpfe eine Einschätzung der Wettkampfanlagen:<em> „Es sind tolle Wettkampfstätten dabei, so die Anlage in Alatau – hier ist die Strecke anspruchsvoll und gut präpariert.“</em></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Nischendasein Uni-Sport</strong></p>
<p style="text-align: justify">Eine klassische Disziplin – der Eiskunstlauf. Die Organisation von Großveranstaltungen ist in Deutschland kostspieliger und auch organisatorisch schwieriger umzusetzen. Außerdem protestieren BürgerInnen oft gegen Austragungen von teuren Mega-Events, wie auch bei den letzten deutschen Olympia-Bewerbungen. Die Bevölkerung sieht sich als leidtragend bei milliardenschweren Großveranstaltungen.</p>
<figure id="attachment_7481" aria-describedby="caption-attachment-7481" style="width: 1800px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-7481" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/02/uni1.jpg" alt="Eine Eiskunstläuferin während ihrer Darbietung" width="1800" height="1200" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/02/uni1.jpg 1800w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/02/uni1-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/02/uni1-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/02/uni1-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/02/uni1-1300x867.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/02/uni1-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 1800px) 100vw, 1800px" /><figcaption id="caption-attachment-7481" class="wp-caption-text">Eine Eiskunstläuferin während ihrer Darbietung</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">Umso mehr pocht der Allgemeine deutsche hochschulsportverband (adh) auf die Wichtigkeit von Studentensport, bei dem Spaß vor Geld gehe. Doch, so Kilian, mangelt es in Deutschland an grundsätzlicher Akzeptanz von Hochschulsport. Universitätssport hat in anderen Ländern eine ganz andere Kultur. Durch das besonders starke deutsche Vereinswesen führe der Hochschulsport jedoch leider ein Nischendasein, analysiert Kilian. Deshalb kämen die Sportler aus der deutschen Delegation auch alle aus dem Vereins–, und nicht aus dem Hochschulsport.</p>
<p style="text-align: justify"><em>„Im angloamerikanischen Bereich gibt es zwar nicht so ein gut aufgestelltes Vereinssystem wie in Deutschland, aber der Collegesport hat eine viel größere Bedeutung“</em>, vergleicht der Team-Leader. Den adh und die Sportler würde es sicher freuen, eine Universiade in Deutschland auszurichten, aber das sei <em>„ein dickes Brett“.</em></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Hartes Training für Olympia</strong></p>
<p style="text-align: justify">Ein Studentenleben mit Leistungssport zu vereinbaren ist eine Doppelbelastung. Christian Nüchtern und Shari Koch aus Nordrhein-Westfalen tanzen seit 2008 zusammen und leben und trainieren momentan in Mailand. Nüchtern studiert BWL an der FU Berlin und meint, dass Leistungssport und Studium nur mit viel Management zu vereinbaren sind.<em> „Man muss sehr viel Privates aufgeben.“</em> Koch will trotz intensivem Training noch dieses Jahr ihr Bachelorstudium beenden. Die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2018 steht als nächstes großes Ziel der beiden. Nüchtern, der den Organisationsaufwand in Almaty nur zu loben weiß, findet es im Übrigen schade, dass Kasachstan nicht die Austragung der Olympischen Winterspiele 2022 für sich entscheiden konnte, <em>„sie hätten es verdient“</em>. Einer der ehemaligen Trainer von Nüchtern ist der Kasachstandeutsche Vitali Schulz, gebürtig aus Karaganda.</p>
<p style="text-align: justify">Die Delegationsleiterin Dr. Katrin Werkmann hofft auf gute Platzierungen und den Top 8 für die 29 deutschen Nachwuchssportler. Das Sammeln von Medaillen überlassen sie anderen, weitaus stärker vertretenen Delegationen, wie z.B. der größten Delegation mit 216 Athleten – aus Russland.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Julia Boxler<br />
<a href="http://deutsche-allgemeine-zeitung.de/de/content/view/3968/1/">Deutsche Allgemeine Zeitung Almaty</a></strong></p>
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		<title>Winter-Universiade 2017 in Almaty: Balanceakt zwischen Studium und Sport</title>
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		<dc:creator><![CDATA[daz_almaty]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 Feb 2017 12:52:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Almaty]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Selten trifft man junge Frauen im Vorstandsvorsitz von Institutionen oder Verb&#xE4;nden. Dr. Katrin Werkmann ist mit ihren 33 Jahren neue ehrenamtliche Vorstandsvorsitzende des Allgemeinen Deutschen Hochschulverbandes (adh) und zum ersten Mal bei einer Universiade. Julia Boxler von der &#x201E;Deutschen Allgemeinen Zeitung&#x201C;(DAZ) in Almaty sprach mit ihr zum Universiade-Empfang des deutschen Generalkonsulats. Das Interview wurde Novastan [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Selten trifft man junge Frauen im Vorstandsvorsitz von Institutionen oder Verbänden. Dr. Katrin Werkmann ist mit ihren 33 Jahren neue ehrenamtliche Vorstandsvorsitzende des <a href="http://www.adh.de/">Allgemeinen Deutschen Hochschulverbandes (adh)</a> und zum ersten Mal bei einer <a href="http://www.adh.de/wettkampf/international/universiade.html">Universiade</a>. Julia Boxler von der <a href="http://deutsche-allgemeine-zeitung.de/de/content/view/3967/1/">&#8222;Deutschen Allgemeinen Zeitung&#8220;</a>(DAZ) in Almaty sprach mit ihr zum Universiade-Empfang des deutschen Generalkonsulats. Das Interview wurde Novastan mit freundlicher Genehmigung der Redaktion zur Verfügung gestellt. </strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Frau Werkmann, sind Sie das erste Mal in <a href="https://almaty2017.com/">Almaty</a>?</strong><br />
Ich bin das erste Mal in Almaty und Kasachstan. Für mich persönlich ist es auch die Universiaden-Premiere (die Weltspiele der Studierenden die in zweijährigem Rhythmus im Winter und im Sommer stattfinden, Anm. der Redaktion)  da ich erst seit November die Vorstandsvorsitzende des adh bin. Also ganz frisch im Amt, daher ist alles für mich hier sehr aufregend und neu.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Wie empfinden Sie die Universiade? Ist sie strukturell und logistisch gut organisiert?</strong><br />
Da es die Erste für mich ist, habe ich keinen Vergleich. Aber was ich von meinen Kollegen höre, unter denen einige schon das 20. Mal an Universiaden teilnehmen, ist es einmalig für die Winterausgabe, dass es ein Athletendorf gibt. Normalerweise sind die Athleten oder die Delegation in Hotels untergebracht, so sind wir alle recht weit verstreut. Durch das Athletendorf kommt man an einem Platz zusammen. Die Sportler treffen sich morgens beim Frühstück, tauschen sich im Fitnessraum oder Schwimmbad aus, trainieren gemeinsam. Dadurch entsteht eine Begegnungsstätte außerhalb der eigentlichen Wettkämpfe und Sportstätten.</p>
<figure id="attachment_7438" aria-describedby="caption-attachment-7438" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-7438" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/02/universiade-daz-2.jpg" alt="Katrin Werkmann, Vorsitzende des adh" width="300" height="228" /><figcaption id="caption-attachment-7438" class="wp-caption-text">Katrin Werkmann, Vorsitzende des adh</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify"><strong>Wie kommt es, dass es eine Art Jugendversion der Olympiade gibt, warum diese zwei Großereignisse?</strong><br />
Das<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Internationales_Olympisches_Komitee"> Internationale Olympische Komitee (IOC) </a>hat den Leistungssport im Fokus und der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%A9d%C3%A9ration_Internationale_du_Sport_Universitaire">Weltverband des internationalen Hochschulsports (FISU)</a> greift gesondert die Studierenden heraus. Studierende Leistungssportler haben eine andere Belastung. Sie bringen sowohl im Sport als auch im Studium ihre Leistung. Diese Athleten haben ganz bewusst die Entscheidung für ein Studium getroffen und nehmen die Doppelbelastung in Kauf, um auf das Leben nach dem Sport vorbereitet zu sein.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Die deutsche Delegation zählt 29 Sportlerinnen und Sportler. Wie qualifiziert man sich für die Universiade?</strong><br />
Es gibt für jede Disziplin bestimmte Kriterien, die ein halbes Jahr zuvor veröffentlich werden. Diese Qualifikationskriterien erstellen wir im Vorfeld in Abstimmung mit nationalen Spitzensportverbänden in Deutschland, wie z.B. den Ski-, Curling– oder Eiskunstlaufverband. Wir gehen natürlich auch auf diese Verbände zu und fragen nach, wer aus dem Nationalkaderpool Studierender ist und für die Universiade infrage kommt. Die Spitzensportverbände geben, entsprechend der zuvor festgelegten Kriterien, ihre Empfehlungen zur Universiade-Nomination an den adh.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Alle die hier Teilnehmen sind also Sportstudenten?</strong><br />
Nein, sie müssen nicht unbedingt Sport studieren. Wir haben ein breites Feld, von z.B. Sport, Lehramt, Umwelttechnik, Medizintechnik, Ingenieurswesen, Germanistik und vieles mehr.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Machen Teilnehmer nach der Universiade auch Olympia-Karrieren?</strong><br />
Die Universiade ist eher die Plattform der Nachwuchssportler, die später bei den olympischen Spielen starten sollen. In der deutschen Delegation haben wir auch eine Athletin dabei, die bereits bei den letzten olympischen Spielen im Eiskunstlauf vertreten war, und sich dennoch bewusst für ihren Antritt bei der Universiade entschied. Sie möchte die außergewöhnliche Atmosphäre und auch den Spaß dieser Veranstaltung gern nochmal erleben.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Wie entscheidet der Verband welche Sportarten man mannschaftlich abdeckt? Es gibt zum Beispiel keine deutsche Eishockey-Mannschaft.</strong><br />
Das liegt daran, dass bestimmte Sportarten in Deutschland zu professionell sind und es da keine Studierenden gibt. Beispielsweise sind die in Frage kommenden Eishockey-Spieler in Deutschland alle bereits Profis, die nicht studieren. Beziehungsweise studieren sie im Ausland, wie USA oder Kanada, sind aber immer noch zu wenige für eine Nationalmannschaft. Wir würden am liebsten alle Sportarten abdecken, aber bei manchen Sportarten – so wie bei den Olympischen Spielen auch – gibt es einfach nicht die geeigneten Sportler dafür.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Wie bereitet sich eine Mannschaft auf die Universiade vor?</strong><br />
Die Sportler trainieren das ganze Jahr und die Universiade ist dann ihr Top-Wettkampf.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Waren sie zuvor da, um das Gelände zu testen?</strong><br />
Wir haben gestaffelte Anreisen. Die Langläufer sind im Voraus angereist und haben auch schon in den Bergen den Schnee getestet. Es gibt ein offizielles und ein inoffizielles Training – die Sportstätten öffnen nach und nach. Die Skisprungschanze öffnet auch erst morgen. Die Alpinskifahrerinnen reisen auch erst später an, da es im zuvor zu wenige Trainingsmöglichkeiten gab. Sie haben zum Teil zuhause vor Ort noch bessere Trainingsbedingungen, weil hier die Pisten schon für die Wettkämpfe präpariert werden.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Wie bereitet sich der adh für den biennalen Event vor?</strong><br />
Für uns ist eine Universiade immer etwas Besonderes. Die intensiven Vorbereitungen fangen schon ein dreiviertel Jahr zuvor an. Es ist ein großer Arbeitsaufwand, der viel Bürokratie, Organisations– und Logistik-Aufgaben umfasst. Besonders die logistischen Herausforderungen sind nicht zu unterschätzen, denn gerade im Winter ist viel Wettkampfequipment dabei. Bei <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nordische_Kombination">nordischer Kombination</a> hat ein Sportler zum Beispiel zwei große Skisäcke für Sprung– und Langlaufski, drei Sprunganzüge, verschiedene Schuhe und anderes Equipment dabei. Da kommt einiges an Sperrgepäck zusammen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Welche Erfolge erwarten sie von der Mannschaft? Was wünscht man sich?</strong><br />
Wir haben ein sehr junges Team dabei und sehen uns als Nachwuchsmannschaft. Nur vier von den Athleten waren bereits vor zwei Jahren bei einer Universiade dabei, die anderen sind Neulinge. Wir zählen nicht die Medaillen, für uns und unseren Förderer Bundesministerium des Innern zählt der Gedanke der Finalplatzierung. In den vergangenen Jahren haben wir es geschafft, dass 80% unserer Athleten unter die Top 8 gekommen sind.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Wer sind die Medaillenzähler unter den Nationen? Sind das die üblichen Verdächtigen, wie bei Olympia?</strong><br />
Ja, Russland wird wieder vorne sein, auch die USA. Sie haben auch die größten Teams dabei und werden am Ende auch im Medaillenspiegel am weitesten vorne stehen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Wie kommt es, dass in Deutschland erst einmal eine Sommeruniversiade (Duisburg, 1989) ausgetragen wurde?</strong><br />
Natürlich kostet so ein Event eine Menge Geld und da sind deutsche Politiker eher zögerlich. Aber was die Entsendung zu Meisterschaften weltweit angeht, ist die Unterstützung immer da. Aber so etwas im eigenen Land vor Ort zu stemmen, ist es noch einmal eine ganz andere Angelegenheit. Man sieht auch an der Entwicklung der Austragungsorte der letzten Universiaden oder auch Olympischen Spielen, dass der Trend in Richtung postsowjetischen und asiatischen Raum geht.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Was ist das Steckenpferd der deutschen Delegation in Sachen Wintersport?</strong><br />
Dadurch, dass die Mannschaft jung ist, kann man das nicht immer voraussagen, wer am Ende durchstartet. Ich denke aber, dass die nordisch Kombinierer gut abschneiden werden. <a href="http://www.fis-ski.com/nordic-combined/athletes/athlete=welde-david-138327/">David Welde</a>, zum Beispiel, gewann bei der letzten Universiade zwei Einzel– und eine Mannschaftsmedaille. Er ist sicher auch dieses Mal ein Medaillenprätendent.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Was hat das mit dem <a href="https://www.facebook.com/NOCTP/">Sportphänomen Curling</a> auf sich?</strong><br />
Ich bin selbst leider auch keine Curling-Expertin (lacht). Aber wir haben dieses Jahr zum ersten Mal überhaupt eine deutsche Curling-Mannschaft dabei! Ich wünsche unserem super Mädels auf jeden Fall viel Erfolg!</p>
<p style="text-align: right"><strong>Julia Boxler, Chefredakteurin <a href="http://deutsche-allgemeine-zeitung.de/de/content/view/3967/1/">DAZ</a></strong></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/winter-universiade-2017-in-almaty-balanceakt-zwischen-studium-und-sport/">Winter-Universiade 2017 in Almaty: Balanceakt zwischen Studium und Sport</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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