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	<title>Umweltverschmutzung Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Wed, 14 Jan 2026 20:13:59 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Umweltverschmutzung Archives</title>
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		<title>Öskemen: Leben mit dem Smog</title>
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		<dc:creator><![CDATA[thevillage]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Jan 2026 20:13:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Luft]]></category>
		<category><![CDATA[Luftverschmutzung]]></category>
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		<category><![CDATA[Umweltverschmutzung]]></category>
		<category><![CDATA[Ust-Kamenogorsk]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wenn die Stadt in Smog gehüllt ist und sich ein saurer Geschmack auf der Zunge und ein leichtes Kratzen im Hals bemerkbar machen, wissen alle Einwohner:innen von Öskemen, dass es am Vortag Emissionen gab. Dann sieht man Passant:innen mit Atemschutzmasken und Schulkinder mit Gasmasken auf den Straßen, und in den sozialen Medien posten Umweltschützer:innen und die Stadtverwaltung über ungünstige Wetterbedingungen, über die sich die Einheimischen bereits bitter lustig gemacht haben.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine aktuelle Studie des Zentralasiatischen Projektbüros für Klimawandel und grüne Energie ergab, dass die Luftverschmutzung in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Öskemen">Öskemen</a> in den letzten zehn Jahren durchgehend als hoch eingestuft wurde. Nur einmal, im Jahr 2016, wurden lediglich erhöhte Werte gemessen. In den beiden Jahren zuvor wurde die zulässige Höchstkonzentration an Schadstoffen in Öskemen 14.700 Mal überschritten. Das entspricht etwa 20 Messungen pro Tag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„The Village“ sprach mit Anwohner:innen, um herauszufinden, wie es ist, in einer Stadt zu leben, in der Häuser, Autos und Menschen in einem grauen Dunst verschwinden und die Straßen nach Schwefel stinken.</p>



<h2 class="wp-block-heading">„<strong>Wir warten darauf, dass man endlich aufhört, so zu tun, als ob nichts wäre“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Ich sehe in der Ferne eine Stadt, die gar nicht existiert“</em>, schimpft Korneliuk im Taxi. Wie bezeichnend: Öskemen erscheint tatsächlich durchs Fenster, in einen leichten Dunst gehüllt. Am Steuer sitzt Serik Aga, der Taxifahrer. Er ist 58 Jahre alt und lebt seit 40 Jahren in Öskemen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Ich habe schon alles gesehen: Emissionskontrollen, Inspektionen und leere Versprechungen. Immer wieder heißt es dasselbe: Die Fabriken arbeiten vorschriftsmäßig, und das Wetter ist schuld. Nun ja, unser Wetter macht uns natürlich zu schaffen. Die Leute haben es einfach satt, immer nur zu hoffen. Wir erwarten nicht mehr, dass die Luft so ist wie in den Bergen. Wir warten darauf, dass man endlich aufhört, so zu tun, als ob nichts wäre“,</em> sagt er.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Serik Aga fügt hinzu, dass er an manchen Tagen die Fenster seines Taxis nicht öffnet, um zu verhindern, dass das gesamte Fahrzeug vom Geruch des Rauchs durchdrungen wird. Allein im Oktober wurden in der Stadt 18 Mal widrige Bedingungen verzeichnet – an mehr als der Hälfte der Tage des Monats. Sensoren von <a href="https://www.kazhydromet.kz/en/">Kazhydromet</a> zeigten Überschreitungen der zulässigen Höchstkonzentrationen von Schadstoffen wie Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid und Schwefelwasserstoff. Jeder dieser Stoffe hat schädliche Auswirkungen auf den Körper, deren Folgen nicht nur von der Konzentration, sondern auch von der Expositionsdauer abhängen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schwefeldioxid, eines der aggressivsten Reizstoffe für die Atemwege, verätzt beim Einatmen die Schleimhäute. Dies verursacht Halsschmerzen, trockenen Husten, Bronchospasmen und kann zu einem Lungenödem führen. Dabei füllen sich die Atemwege mit Flüssigkeit und können ihre Hauptfunktion – die Sauerstoffversorgung des Körpers – nicht mehr erfüllen. Menschen mit Asthma, Allergien oder einer geschwächten Lunge leiden besonders stark: Schon geringe Überschreitungen der zulässigen Höchstkonzentration können Asthmaanfälle auslösen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/kasachstans-industriestaedte-leiden-unter-ausserordentlicher-luftverschmutzung/"><strong>Kasachstans Industriestädte leiden unter außerordentlicher Luftverschmutzung</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Kohlenmonoxid ist besonders gefährlich, weil es unsichtbar ist. Es ist farb-, geruch- und geschmacklos, bindet sich aber fast augenblicklich an Hämoglobin und verdrängt dabei Sauerstoff. Vereinfacht gesagt: CO blockiert die Fähigkeit des Blutes, Sauerstoff zu Geweben und Organen zu transportieren. Betroffene leiden unter Schwäche, Schwindel, Tinnitus und Anzeichen von Sauerstoffmangel. In hohen Konzentrationen führt Kohlenmonoxid zu Bewusstlosigkeit und Tod. Und jede chronische – selbst geringfügige – Exposition führt dazu, dass der Körper monatelang ein Gefühl der Erstickung verspürt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schwefelwasserstoff ist an seinem charakteristischen Geruch nach faulen Eiern erkennbar. Seine Tücke liegt jedoch darin, dass der Geruchssinn bei hohen Konzentrationen schnell abstumpft – man verliert die Fähigkeit zu riechen, obwohl das Gas weiterhin wirksam ist. Das Gas schädigt direkt das Nervensystem und die Zellen des Atemzentrums im Gehirn. Bei längerer oder starker Exposition kann es zu Krampfanfällen, Lungenödemen, Bewusstlosigkeit und in schweren Fällen zu Atem- und Herzstillstand führen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Substanzen haben eines gemeinsam: Sie sind alle giftig, insbesondere für Kinder, ältere Menschen und chronisch Kranke. Und noch wichtiger: Die „leicht erhöhte“ Konzentration ist nicht nur eine Position in einem Umweltbericht, sondern hat reale Auswirkungen auf den Körper, die sich Tag für Tag summieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Fernunterricht wegen Luftverschmutzung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Oktober berichteten Umweltschützer:innen, dass die Luftmessungen kritische Werte aller drei Substanzen ergeben hatten. Die Schulen stellten auf Fernunterricht um. Doch für diejenigen, die hier täglich leben, bieten weder Fernunterricht noch offizielle Berichte eine Rettung. <em>„Öskemen ist eine Stadt, die einen nicht loslässt. Selbst wenn alle Fenster geschlossen sind, atmet sie das Gas mit uns ein“</em>, sagt Alina, eine junge Mutter aus Öskemen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie fügt hinzu, dass es in ihrer Heimatstadt schwierig sei, den Empfehlungen von Kinderärzt:innen zu folgen und regelmäßig mit einem Kleinkind spazieren zu gehen. Vor jedem Spaziergang überprüft Alina die Luftqualität mithilfe einer App. Sie achtet auf erhöhte Schadstoffkonzentrationen, da dies direkten Einfluss darauf hat, ob der Spaziergang für ihre Tochter schädlich sein könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/50-shades-of-smog-luftverschmutzung-in-zentralasien/"><strong>50 Shades of Smog – Luftverschmutzung in Zentralasien</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Ich liebe unsere Stadt sehr. Ich habe fast mein ganzes Leben hier verbracht und kenne jeden Winkel. Ich bin sogar nach meinem Studium in Europa zurückgekehrt. Meine Eltern, meine Familie und meine Verwandten leben hier. Das ist mir wichtig. Aber mein Mann und ich überlegen ernsthaft, umzuziehen. Wir wollen nicht in einer Stadt leben, die im Grunde eine Umweltkatastrophe ist. Jetzt, nach der Geburt unserer Tochter, steht die Gesundheit unseres Kindes an erster Stelle. Mein Mann hat bereits angefangen, sich nach Stellenangeboten in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Astana">Astana</a> umzusehen. Wir denken darüber nach, langsam dorthin zu ziehen. Natürlich ist es unwahrscheinlich, dass wir meine Eltern überzeugen können, aber ich mache mir ständig Sorgen um ihre Gesundheit. Ich glaube, die Emissionen hier führen zu einer sehr hohen Krebsrate“</em>, fügt Alina hinzu.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kampf gegen Windmühlen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Doch nicht jeder kann sich einen Umzug leisten. Für viele ist Öskemen eine Stadt, die mit Arbeit, Heimat, Erinnerungen und Wurzeln verbunden ist. Einer von ihnen ist Andrej (Name auf Wunsch des Betroffenen geändert). Er ist 33 Jahre alt und Ingenieur in einem Hüttenwerk, einem jener Betriebe, die das Industriebild der Region seit Jahrzehnten prägt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Ich arbeite seit meinem 22. Lebensjahr in diesem Werk. Es bietet ein sicheres Gehalt, Sozialleistungen und eine Sicherheit, die man sonst nirgends findet. Und ja, wir wissen, dass die Industrie einen großen Beitrag zum Umweltverschmutzung leistet. Aber ich kann nicht einfach kündigen. I<em>n Ust-Kaman (Koseform von Ust-Kamenogorsk, dem russischen Namen von Öskemen, Anm. d. Ü.) habe ich</em> eine Hypothek auf meine Wohnung, meine Eltern, meine Frau und meinen schulpflichtigen Sohn“</em>, erklärt Andrej.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/die-luft-die-kasachstan-atmet/"><strong>Die Luft, die Kasachstan atmet</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Er spricht ruhig, doch seine Worte verraten die Müdigkeit der Jahre. „<em>Wir sind keine Feinde unserer Stadt. Wir wollen normal leben. Und es gibt Leute im Werk, die versuchen, etwas zu verändern: Wir installieren Luftreinigungssysteme, überwachen die Emissionen. Aber es scheint ein endloser Kampf gegen Windmühlen zu sein. Das Wetter ist schuld, das Gelände ist schuld, die Menschen selbst sind schuld – aber bloß nicht das System. Es ist, als ob Smog erst dann existiert, wenn er von einer Kamera erfasst wird“</em>, fügt er hinzu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Andrej erzählt, sein Sohn habe letztes Jahr zweimal wegen Atemproblemen die Schule verpasst:<br><em>„Die Ärzte sagen, es seien Allergien, eine schwache Lunge. Aber ich denke, welche Chance hat ein Kind, eine starke Lunge zu entwickeln, wenn es in dieser Luft lebt? Wissen Sie, was wir uns wünschen? Einfach nur atmen zu können. Keine Apps, keine Sensoren, keine Atemwegsmanagement-Geräte. Einfach nur frische Luft.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Stadt der Gegensätze</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Öskemen ist eine Stadt der Gegensätze. Sie ist wunderschön und gemütlich, umgeben von Bergen und zwei Flüssen. Sie blickt auf eine reiche Geschichte zurück und für ihre Einwohner:innen ist sie weit mehr als nur ein Punkt auf der Landkarte. Doch sie ist auch eine Stadt, in der die Einwohner:innen jeden Tag für das Recht auf saubere Luft kämpfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/raum-zum-atmen-luftqualitaet-und-energiewende-in-kasachstan/"></a><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/raum-zum-atmen-luftqualitaet-und-energiewende-in-kasachstan/">Raum zum Atmen: Luftqualität und Energiewende in Kasachstan</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Luft lösen sich nicht nur Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid und Schwefelwasserstoff – mit ihnen zerbröckeln auch unsere vertraute Vorstellungen von Normalität. Kinder lernen im Fernunterricht nicht wegen der Pandemie, sondern wegen der Emissionen. Eltern überprüfen die Luftqualität häufiger als den Wetterbericht. Und Autofahrer:innen schließen die Fenster, um den Schwefelgeruch draußen zu halten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Menschen leben, arbeiten und ziehen ihre Kinder groß, doch jeder Tag in Öskemen ist ein Tag des Hoffens auf den Wind, der den Smog vertreibt. Zumindest für ein paar Stunden oder Tage – bis die nächsten ungünstigen Wetterbedingungen eintreten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Weitere Bilder findet ihr im <a href="https://www.the-village-kz.com/village/city/situation/42659-gorod-v-kotorom-deti-uchatsya-distantsionno-iz-za-otravlennogo-vozduha">Originalartikel</a>.</em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Dana Bashirova für The Village</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://www.the-village-kz.com/village/city/situation/42659-gorod-v-kotorom-deti-uchatsya-distantsionno-iz-za-otravlennogo-vozduha">Russischen</a> von Robin Roth</strong></p>



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		<item>
		<title>Kasachstan: Massenhaftes Schwanensterben wegen verschmutzter Umwelt</title>
		<link>https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/kasachstan-massenhaftes-schwanensterben-wegen-verschmutzter-umwelt/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Eva Montford]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Jan 2024 19:27:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Aqtau]]></category>
		<category><![CDATA[Kaspisches Meer]]></category>
		<category><![CDATA[Qaraköl]]></category>
		<category><![CDATA[Schwäne]]></category>
		<category><![CDATA[Umweltverschmutzung]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserverschmutzung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In einem Zeitraum von nur wenigen Wochen wurden Hunderte von toten Schw&#xE4;nen auf dem Qarak&#xF6;l-See entdeckt. Der k&#xFC;nstlich angelegte See befindet sich in einem Naturschutzgebiet und wird nur durch einen schmalen Damm vom Kaspischen Meer getrennt. Mehr als 800 Schw&#xE4;ne sind seit dem 21. Dezember im Westen Kasachstans gestorben. Beh&#xF6;rden schnell die Hypothese auf, es [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>In einem Zeitraum von nur wenigen Wochen wurden Hunderte von toten Schwänen auf dem </strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Karakol_(See)"><strong>Qaraköl-See</strong></a><strong> entdeckt. Der künstlich angelegte See befindet sich in einem Naturschutzgebiet und wird nur durch einen schmalen Damm vom Kaspischen Meer getrennt.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr als 800 Schwäne sind seit dem 21. Dezember im Westen Kasachstans gestorben. Behörden schnell die Hypothese auf, es handle sich um einen Ausbruch des Vogelgrippevirus, stellt dieser doch eine globale Herausforderung dar. Jedoch weisen die von der Regierung veranlassten Studien und die Ergebnisse des Komitees für Umweltregulierung und -kontrolle nun darauf hin, dass schlicht zu viele Schadstoffe in das Seewasser eingeleitet wurden, berichtet das kasachstanische Medium <a href="https://kaztag.info/en/news/death-of-swans-in-aktau-excess-of-pollutants-discovered-in-water">KazTAG</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies führte zur Untersuchung eines Hotels der Luxuskette Rixos in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aqtau">Aqtau</a>. 2022 war selbiges wegen Umweltverschmutzung verurteilt worden. Darüber hinaus konnten Umweltaktivisten am 9. Januar dieses Jahres filmen, wie aus einem der Luxushotels dunkel gefärbtes Wasser in den See abfloss. Dies sei genau dort geschehen, wo die Vögel starben, berichtet das lokale Medium <a href="https://www.lada.kz/aktau_news/incidents/118195-chislennost-pogibshih-lebedey-prevysila-800-osobey-obnaruzheno-zagryaznenie-ozera-karakol.html">Lada</a>. </p>



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<p class="wp-block-paragraph">Das auf der Landenge zwischen dem See und dem Kaspischen Meer gelegene Hotel befindet sich im Besitz von Fettah Tamince, einem der reichsten ausländischen Geschäftsleute Kasachstans. Außerdem steht er dem ehemaligen kasachstanischen Präsidenten Nursultan Nazarbaev nahe. Sollten die Vorwürfe stimmen und das Hotel verantwortlich sein, würden gerichtliche Maßnahmen ergriffen werden, erklärte der Umweltminister gegenüber <a href="https://www.azattyq.org/a/32768210.html">Radio Azattyq</a>, dem kasachstanischen Dienst von Radio Free Europe.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zwischen Wasserverschmutzung und -sanierung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In der Vergangenheit hatte schon eine Reihe von Umweltaktivisten vor der Katastrophe gewarnt. Im Laufe des Jahres 2022 waren <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/die-gruende-fuer-das-robbensterben-im-kaspischen-meer/?noredirect=de-DE">bereits Hunderte von Robben</a> im Kaspischen Meer an den Folgen von Verschmutzung gestorben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus wurde im Juni 2023 der Naturnotstand um das Kaspische Meer ausgerufen. Damals hatte die lokale Bevölkerung vor einer schwarzen Färbung des Wassers gewarnt, berichtete&nbsp; <a href="https://rus.azattyq.org/a/32449997.html">Radio Azattyq</a>. Das Umweltministerium tat dies ab, indem es auf verrottete Algen und Schlick dafür verantwortlich machte. Durch die Wüstenbildung am Kaspischen Meer, die zu einer Wasserstagnation führt, sterben die Pflanzen noch zahlreicher ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/was-laeuft-falsch-mit-der-oekologie-in-kasachstan/"><strong>Was läuft falsch mit der Ökologie in Kasachstan?</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es handelt sich also um zweierlei Probleme: Auf der einen Seite fehlt es an Abwasserstrukturen, auf der anderen wird eine zu große Menge Schadstoffe verklappt. Dies hat maßgebliche Auswirkungen auf das lokale Ökosystem, wie die toten Robben und Schwäne zeigen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Noch wie viel Mal schlafen bis zur Umweltkatastrophe?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Frage reiht sich in einen größeren Kontext, der die Verschmutzung des Kaspischen Meeres betrifft, erinnert die Zeitschrift <a href="https://www.sciencesetavenir.fr/nature-environnement/phoques-caviar-et-petrole-la-mer-caspienne-menacee-par-la-pollution_133019">Sciences et Avenir</a>. Das Meer <em>&#8222;leidet unter einer enormen Belastung durch Verschmutzung. Diese ist auf Ölförderung und -raffination, Offshore-Ölfeldern, radioaktive Abfälle aus Kernkraftwerken und riesige Mengen an unbehandelten Abwässern und Industrieabfällen, die hauptsächlich über den Fluss </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wolga"><em>Wolga</em></a><em> eingebracht werden, zurückzuführen&#8220;</em>, so die Vereinten Nationen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischen Verschmutzung, Austrocknung und Rückgang der Artenvielfalt ist zu befürchten, dass die Umweltkatastrophe in der Region ebenfalls Konsequenzen auf sozialer, gesundheitlicher sowie wirtschaftlicher Ebene haben wird.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Eva Montford für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/kazakhstan/hecatombe-de-cygnes-causee-par-la-pollution/">Französischen</a> von Arthur Siavash Klischat</strong></p>



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		<title>50 Shades of Smog &#8211; Luftverschmutzung in Zentralasien</title>
		<link>https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/50-shades-of-smog-luftverschmutzung-in-zentralasien/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Emma Collet]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Feb 2023 17:36:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Luft]]></category>
		<category><![CDATA[Luftverschmutzung]]></category>
		<category><![CDATA[Smog]]></category>
		<category><![CDATA[Umweltverschmutzung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>ENTSCHL&#xDC;SSELUNG. Smog liegt &#xFC;ber den St&#xE4;dten. F&#xFC;r viele Zentralasiaten ist dies zum Alltag geworden. Besonders im Winter qu&#xE4;lt die Luftverschmutzung ihre Lungen. Jahr f&#xFC;r Jahr belegen die Hauptst&#xE4;dte die ersten Pl&#xE4;tze in den Ranglisten der schmutzigsten St&#xE4;dte weltweit und stellen eine Gefahr f&#xFC;r die Gesundheit dar. Welche Ma&#xDF;nahmen zur Verbesserung der Luftqualit&#xE4;t sind in Diskussion? [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>ENTSCHLÜSSELUNG. Smog liegt über den Städten. Für viele Zentralasiaten ist dies zum Alltag geworden. Besonders im Winter quält die Luftverschmutzung ihre Lungen. Jahr für Jahr belegen die Hauptstädte die ersten Plätze in den Ranglisten der schmutzigsten Städte weltweit und stellen eine Gefahr für die Gesundheit dar. Welche Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität sind in Diskussion? Kurz und knackig oder besser gesagt<em> quick and dirty</em> berichten wir über den Umgang der Regierungen mit der Verschmutzung.</strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht zum ersten Mal müssen sich die zentralasiatischen Städte als schmutzigste Städte der Welt schimpfen, das zumindest geht aus den Echtzeit-Messungen der Schweizer Website <a href="https://www.iqair.com/world-air-quality-ranking">IQ-Air </a>hervor. Dort erfolgt eine Aufteilung der Städte in sechs Kategorien. Ab einem Wert von über 300 wird die Luftqualität als gefährlich eingestuft. </p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"> Die Berechnungen beziehen alle atmosphärischen Schadstoffe ein. Darunter finden sich hauptsächlich die PM2,5 und die PM10, also Mikropartikel, die kleiner als 2,4 beziehungsweise 10 Mikrometer sind. Erstere bilden sich durch Verbrennung, letztere finden sich besonders in Rauch, Staub, Schweiß, Salzen, Säuren und Metallen vor. Um in einer Stadt risikofrei atmen zu können, empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine jährliche PM2,5-Konzentration von nicht mehr als 5 µg/m3. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Jahreskonzentration der PM10-Teilchen soll den 15 µg/m3 nicht überschreiten. Laut einer <a href="https://openknowledge.worldbank.org/bitstream/handle/10986/36501/9781464818165.pdf">Studie</a> der Weltbank aus dem Jahr 2022 hält jedoch keines der zentralasiatischen Länder diesen Grenzwert ein. Die kirgisische Hauptstadt ist Sinnbild der städtischen Verschmutzung: Mit einem Wert von 288 belegte sie zum wiederholten Mal den ersten Platz als dreckigste Stadt im weltweiten Vergleich, berichtet <a href="https://rus.azattyk.org/a/32171527.html">Radio Azattyk</a>, der kirgisische Dienst von Radio Free Europe. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/die-luft-die-kasachstan-atmet/">Die Luft, die Kasachstan atmet </a></strong> Dies hat tödliche Folgen für die Bevölkerung. In den letzten zehn Jahren seien <a href="https://24.kg/obschestvo/249533_zagryaznenie_vozduha_stalo_prichinoy_13protsentov_smertey_vkyirgyizstane/amp/">13 Prozent der Tode in Kirgistan durch die Luftverschmutzung</a> verschuldet, geht aus dem Bericht „Luftqualität in Bischkek“ heraus. In Kasachstan komme man bei den Minderjährigen jährlich auf etwa 10.000 durch die Luftverschmutzung verschuldete Tode pro Jahr, berichtet das kasachstanische Medium<a href="https://www.kt.kz/rus/ecology/_1377937481.html">  Kazakhstan Today.</a></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Schuld ist wieder mal die Kohle</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Die Todesfälle sind eine indirekte Folge der wachsenden Bevölkerung sowie der Art der Beheizung in den Städten. „<em>70 Prozent der Haushalte werden mit Kohle geheizt, was die Konzentration der PM2,5, also der gefährlichsten Teilchen, ansteigen lässt“</em>, schreibt <a href="https://kloop.kg/blog/2022/10/31/issledovanie-otoplenie-uglyom-osnovnoj-istochnik-zagryazneniya-vozduha-v-bishkeke/">Kloop</a>. Selbigem Problem sieht man sich in den anderen Ländern ausgesetzt. Die alten Kohlekraftwerke aus der Sowjetzeit helfen durch die rauen Winter, doch sind zugleich für den größten Anteil der Luftverschmutzung verantwortlich. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommt der stetig zunehmende Verkehr. In Usbekistan konnten 60 Prozent der 1,3 Millionen Tonnen der Schadstoffe auf den <a href="https://www.facebook.com/aoka.uz/videos/680287059814604/">Autoverkehr</a> zurückgeführt werden. Dieser trägt maßgeblich zur Verstreuung der Staubpartikel bei. In der usbekischen Hauptstadt Taschkent sei die aggravierende Luftverschmutzung auch auf den Bau hoher Gebäude und das allmähliche Verschwinden der Grünflächen zurückzuführen, erklärt <a href="https://eurasianet.org/uzbekistan-tashkent-bemoans-worsening-pollution">Eurasianet</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/die-luft-die-usbekistan-atmet/">Die Luft, die Usbekistan atmet </a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die von der Sowjetunion geerbten Umweltkatastrophen, zu nennen sind hier vor allem die <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/semipalatinsker-testgelaende-das-atomare-erbe-der-sowjetunion-in-kasachstan/">nuklearen Versuche in Kasachstan</a> und das <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/die-stadt-aralsk-sinnbild-fuer-den-verschwundenen-aralsee/">Austrocknen des Aral-Sees</a>, belasten die Umwelt nach wie vor. In Forschungen der Internationalen Union zur Bewahrung der Natur (IUCN) wurde auch die Abholzung als Hauptgrund für die fortschreitende Verschmutzung genannt. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Luftqualität zuverlässig messen – gar nicht so einfach</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Wo soll man also anfangen? Fängt man beim System zur Überwachung der Luftqualität an, stellt man fest, dass man die Schweregrade der Länder kaum vergleichen kann, zu wenig uniform sind die gesammelten Daten. In Kasachstan messen beispielsweise 140 Stationen in 45 Städten die Konzentration von 36 Schadstoffen. Dagegen finden sich Tadschikistan lediglich 18 Stationen, verteilt auf fünf Städte, wobei sieben Substanzen unter Beobachtung fallen, erklärt <a href="https://24.kg/obschestvo/228955_zadyihayuschayasya_tsentralnaya_aziya_kak_spravitsya_sosmogom_igryaznyim_vozduhom/">24.kg</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-luft-die-kirgistan-atmet/">Die Luft, die Kirgistan atmet </a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Vertrauenswürdig sind diese Daten jedoch nicht. Die kirgisische Umweltministerin Dinara Kutmanova sprach kürzlich die Unterschiede zwischen den Daten von <a href="https://24.kg/obschestvo/228955_zadyihayuschayasya_tsentralnaya_aziya_kak_spravitsya_sosmogom_igryaznyim_vozduhom/">MoveGreen</a> und <a href="http://hydro.kgm.kg/">Kyrgyzhydromet</a> an. Letztere Organisation hatte im Jahre 2018 viele Zähler angebracht, denen es jedoch an einer Vereinheitlichung fehlt. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zentralasien first, Umweltschutz second</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">
Die Behörden haben sich den Kampf gegen Verschmutzung und Smog als Hauptanliegen auf die Agenda geschrieben. Zuletzt kamen die zentralasiatischen Staaten für eine <a href="https://www.undp.org/sites/g/files/zskgke326/files/2022-11/Draft%20Agenda%20High%20Level%20Conference%20ENG.pdf">Klimakonferenz</a> am 2. Dezember in Taschkent zusammen.

</p>


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<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://elliott.gwu.edu/sebastien-peyrouse">Sebastian Peyrouse</a> , Forscher an der George Washington University, klärt mit seinem <a href="https://www.iphronline.org/wp-content/uploads/2022/06/IPHRCSP-CA-report-by-Sebastien-Peyrouse-ENG.pdf">Bericht</a> auf. Er legt dar, dass Kasachstan von 2015 bis 2017 lediglich 0,2 Prozent seines BIP in Umweltschutz investierte. Und das, obwohl das Land sich diesbezüglich mehr bemüht als all seine zentralasiatischen Nachbarn. Die EU-Mitgliedsstaaten unternehmen dagegen das doppelte des kasachstanischen Budgets.
</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Gesellschaft als Hoffnungsträger</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Die Schlussfolgerung des Forschers: <em>„Es muss dafür gesorgt werden, dass man an den Universitäten, in den Instituten, also in unseren Denkfabriken ohne Druck und Furcht vor Repressalien arbeitet.“</em> Die kirgisische Umweltministerin ist der Ansicht, das Thema Umwelt dringe durch die Gesellschaft in die Politik vor. Die seit dem 11. März 2022 bei einer Konferenz in Bischkek eingeführte Plattform <a href="https://aqcaplatform.asia/en#rec415978178">Air Quality Central Asia</a> soll Wissenschaftler, Umweltschützer und Gesellschaft der zentralasiatischen Staaten an einen Tisch bringen. Ziel sei der Austausch der jeweiligen Daten und Erfahrungen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/die-luft-die-tadschikistan-atmet/">Die Luft, die Tadschikistan atmet </a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bericht des <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/International_Partnership_for_Human_Rights">IPHR</a> liest sich jedoch pessimistisch: Einerseits, aufgrund des niedrig angesetzten Budgets, das man bereit ist im Kampf gegen die Verschmutzung zu investieren. Andererseits sehen sich gesellschaftliche Verbände mit autoritären Machtstrukturen und einer zentralisierten Umweltpolitik konfrontiert. Der fehlende gesellschaftliche Freiraum, den es braucht, um die Umweltprobleme zu bewältigen, wird sich unweigerlich auf die Effizienz der Umweltschutzmaßnahmen niederschlagen. </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Emma Collet, Redakteurin für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/decryptage/la-pollution-de-lair-toujours-aussi-forte-en-asie-centrale/">Französischen</a> von Arthur Siavash Klischat</strong> </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/50-shades-of-smog-luftverschmutzung-in-zentralasien/">50 Shades of Smog &#8211; Luftverschmutzung in Zentralasien</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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			</item>
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		<title>Wilde Müllkippen in Kasachstan: Warum gibt es sie und wie kann man sie bekämpfen?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Informburo.kz]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Nov 2020 11:44:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Müll]]></category>
		<category><![CDATA[Mülldeponie]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Umweltverschmutzung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die geschlossenen Grenzen haben diesen Sommer die kasachstanischen UrlauberInnen veranlasst, sich mit den Weiten des eigenen Landes bekannt zu machen. Die Zahl der wilden M&#xFC;llkippen hat dadurch allerdings stark zugenommen. Im Rahmen des Projekts Ecofriendly berichtete Informburo am 8. Oktober 2020 &#xFC;ber das Ph&#xE4;nomen dieser M&#xFC;llkippen. Wir &#xFC;bersetzen den Artikel in gek&#xFC;rzter Form mit freundlicher [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/wilde-muellkippen-in-kasachstan-warum-gibt-es-sie-und-wie-kann-man-sie-bekaempfen/">Wilde Müllkippen in Kasachstan: Warum gibt es sie und wie kann man sie bekämpfen?</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die geschlossenen Grenzen haben diesen Sommer die kasachstanischen UrlauberInnen veranlasst, sich mit den Weiten des eigenen Landes bekannt zu machen. Die Zahl der wilden Müllkippen hat dadurch allerdings stark zugenommen. Im Rahmen des Projekts Ecofriendly berichtete </strong><a href="https://informburo.kz/stati/stihiynye-svalki-v-kazahstane-pochemu-poyavlyayutsya-i-kak-s-nimi-borotsya.html?utm_source=telegram.org&amp;utm_medium=news&amp;utm_campaign=vd"><strong>Informburo</strong></a><strong> am 8. Oktober 2020 über das Phänomen dieser Müllkippen. Wir übersetzen den Artikel in gekürzter Form mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Beispiel für den negativen Einfluss, den die BürgerInnen auf die Umwelt genommen haben, ist der einzigartige See <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstans-rosa-see-kobeituz-mit-schwermetallen-verschmutzt/">Kóbeıtuz</a>, der aufgrund des Zustroms von TouristInnen, der Verschmutzung seiner Ufer und des illegalen Verkaufs seines Heilsalzes für BesucherInnen gesperrt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Leider sind wir in den letzten Wochen Zeugen […] der barbarischen Behandlung der Natur geworden. Zu den bekannten Fakten zählen das Schlagen von Robben in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aqtau">Aqtaý</a>, die Berge an Müll in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Burabai">Býrabaı</a>, oder das Ausreißen der auf der Roten Liste stehende Lotusblumen auf den Erste-Mai-Teichen in der Nähe von Almaty. Es handelt sich um Müll, Lagerfeuer und die Ausfuhr und den Verkauf von Salz aus dem einzigartigen See Kóbeıtuz. Und das ist nur ein kleiner Teil der groben und brutalen Haltung gegenüber unserer Natur&#8220;</em>, sagte der Minister für Umwelt, Geologie und Natürliche Ressourcen <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Magzum_Myrzagaliev">Maģzum Myrzaģaliev</a> im Sommer dieses Jahres.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:&nbsp;<a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstans-rosa-see-kobeituz-mit-schwermetallen-verschmutzt/">Kasachstans rosa See Kóbeıtuz mit Schwermetallen verschmutzt</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zur gleichen Zeit hat das Umweltministerium eine groß angelegte <a href="https://www.gov.kz/memleket/entities/ecogeo/press/news/details/vystuplenie-m-mirzagalieva-na-brifinge-v-sck?lang=ru">Analyse</a> durchgeführt und mehr als 7500 wilde Müllkippen im ganzen Land identifiziert. Positiv hervorheben kann man, dass die eklatante Haltung der Landsleute zur Natur auf höchster Ebene Beachtung findet. 11 der 13 im Land bestehenden Nationalparks werden laut einem Beschluss des Umweltministeriums von Orten des sogenannten „Schaschlik-Tourismus&#8220; mit Hotels und Restaurants zu echten nachhaltigen Highlights mit einem Schwerpunkt auf Ökotourismus gewandelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Bezug auf die wilden Müllkippen schlägt das Ministerium mehrere Lösungen vor. Einfache BürgerInnen &#8211; sowohl Erwachsene als auch Kinder &#8211; sollen ökologisch gebildet werden. Auch soll es Strafen für die Organisation dieser Deponien geben. Für Unternehmer sind die obligatorische Installation von GPS-Sensoren im Mülltransport, die Lizenzierung von Müll verarbeitenden und entsorgenden Unternehmen und erhöhte Bußgelder für Verstöße gegen den Umgang mit Abfällen vorgesehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie &#8218;Waste to Energy&#8216; bei der Beseitigung von Deponien hilft</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie bereits angemerkt, wurden in Kasachstan mehr als 7500 wilde Müllkippen gezählt. Dies zeigte das Satellitenmonitoring, das im Auftrag des Umweltministeriums durchgeführt wurde. Unmittelbar nach der Bekanntgabe der Daten begann das Ministerium zusammen mit den Akimaten (den Regionalverwaltungen, Anm. d. Ü.) mit der Beseitigung von 1635 Müllkippen innerhalb von zehn Tagen. Außerdem patrouillieren VertreterInnen des Ministeriums zusammen mit gesellschaftlichen Akteuren und Freiwilligen durch Städte, finden neue illegale Müllkippen und beseitigen sie. Diese Öko-Einsätze haben ergeben, dass ein erheblicher Teil der Abfälle Bauschutt ist. Einige Baufirmen schließen zwar Verträge mit Müllentsorgungsunternehmen ab, die jedoch ihrerseits keine Verträge mit Deponien haben. Es ist für sie einfacher, eine kleine Strafe zu zahlen und den Müll weiter an einen illegalen Ort zu bringen, als hohe Entsorgungskosten an Deponien zu zahlen.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Wir haben im Land einen sehr niedrigen Anteil der Abfallverarbeitung von nur 15 Prozent. In den europäischen Ländern ist dieser Anteil doppelt so hoch &#8211; im Durchschnitt 30 Prozent. Nach dem Konzept der &#8218;grünen&#8216; Wirtschaft müssen wir diesen Anteil bis zum Jahr 2030 auf 40 Prozent erhöhen&#8220;</em>, erklärte Umweltminister Myrzaģaliev.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem Konzept der &#8218;grünen&#8216; Wirtschaft meint der Minister die Vorbereitung eines gesetzlichen Rahmens für die Einführung der modernen Entsorgungstechnologie &#8218;Waste to Energy&#8216;. Die Technologie ermöglicht es, die Müllverwertung für Müllverbrennungsunternehmen und Deponien profitabel zu machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/grand-canyon-als-vorbild-neues-tourismus-konzept-fuer-sharyn-canyon/"><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekistan-der-kampf-gegen-den-muell-geht-weiter/">Usbekistan: Der Kampf gegen den Müll geht weiter</a></a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Wir planen, mit Investoren Auktionen für den Bau von Müllverbrennungsanlagen (mit &#8218;Waste to Energy&#8216;-Technologie, Anm. Informburo) in sechs Städten der Republik durchzuführen: in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aqt%C3%B6be">Aqtóbe</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Almaty">Almaty</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Atyrau">Atyraý</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nur-Sultan">Nur-Sultan</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Taras_(Kasachstan)">Taraz</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schymkent">Shymkent</a>. Das Ministerium arbeitet zusammen mit den Akimaten aktiv an den Fragen der Bereitstellung von Land und Infrastruktur sowie der garantierten Auslastung mit Abfällen. Die Unternehmen werden in Übereinstimmung mit den Anforderungen der &#8218;Europäischen Richtlinie über industrielle Emissionen&#8216; arbeiten</em>“, erklärte der Minister.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Eine Hotline gegen illegale Müllkippen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Einen weiteren positiven Faktor im Kampf gegen die wilden Deponien stellt die vom Umweltministerium eingeführte Hotline dar, an die sich die KasachstanerInnen wenden können, wenn sie eine illegale Müllkippe gefunden haben. Die Hotline ist seit Sommer in Betrieb und bereits in den ersten fünf Tagen gingen 250 Meldungen bei ihr ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Kampf gegen die wilden Müllkippen sind nicht nur die Gesetze auf Seiten der Behörden, sondern auch die KasachstanerInnen selbst. Tausende BürgerInnen nahmen an der großen Umweltaktion &#8218;Birge – taza Qazaqstan&#8216; im Rahmen des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/World_Cleanup_Day">World Cleanup Days</a> teil. Eine solche Aktion findet jährlich in mehr als 150 Ländern der Welt statt. In Kasachstan wurden trotz der Pandemie ein republikweiter Subbotnik (freiwilliger Arbeitseinsatz am Samstag, Anm. d. Ü.) durchgeführt. Es wurden illegale Müllkippen entfernt, Straßen und Höfe aufgeräumt und Setzlinge gepflanzt.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Staatspräsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Qasym-Jomart Toqaev</a> wies in seiner <a href="https://www.akorda.kz/ru/addresses/addresses_of_president/poslanie-glavy-gosudarstva-kasym-zhomarta-tokaeva-narodu-kazahstana-1-sentyabrya-2020-g">Botschaft</a> darauf hin, dass die Landschaftsgestaltung eine der wichtigsten Aufgaben sei. Es sei geplant, in den kommenden fünf Jahren 2 Milliarden Bäume in den Wäldern und 15 Millionen in den Städten zu pflanzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Leisten Sie Ihren Beitrag – werden Sie ÖkotouristIn</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Paradoxerweise kann Ökotourismus im Kampf gegen wilde Deponien helfen. Ökotourismus ist heute nicht nur ein Urlaub, ohne die Natur zu schädigen, sondern auch eine machbare Hilfe. Wenn Sie zum Beispiel wandern gehen, nehmen Sie nicht nur Ihren Müll mit, sondern auch die Abfälle jener unverantwortlichen KasachstanerInnen, die hier vor Ihnen Urlaub gemacht haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Art der Freizeitgestaltung ist für die Mitglieder des &#8218;Pavlodarer Hauses der Geographie&#8216; zur Tradition geworden. Auf eine Wanderung oder Bootstour nehmen sie Müllsäcke <em>„für sich und für die anderen Leute“</em> mit. Vor kurzem machten die Jugendlichen eine Bootstour auf dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Irtysch">Irtysch</a> vom Dorf Michurino zum Dorf Naberezhnoe. Unterwegs ruhten sie sich am Ufer aus und beseitigten wilde Müllkippen, die von TouristInnen und UrlauberInnen hinterlassen wurden.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="930" height="525" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/11/unnamed-file.png" alt="" class="wp-image-24042" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/11/unnamed-file.png 930w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/11/unnamed-file-300x169.png 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/11/unnamed-file-768x434.png 768w" sizes="(max-width: 930px) 100vw, 930px" /><figcaption>Mitglieder des &#8222;Pavlodarer Hauses der Geugraphie&#8220; beim Müllsammeln</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Laut dem Leiter der Tour Vladimir Ragulin haben die ÖkotouristInnen während der zweitägigen Reise fünf Säcke Müll gesammelt<em>. &#8222;Die Teilnehmer der Tour waren sechs Personen in zwei Gummibooten. Die Gesamtlänge der Route Betrug 39 Kilometer mit mehreren Zwischenstopps auf dem Weg&#8220;</em>, erklärt Ragulin.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Das Team des &#8218;Pavlodarer Hauses der Geographie&#8216; hat eine dritte und letzte ökologische Tour gemacht. Von Zivilisation und Technik getrennt, haben wir mit den Kindern nicht nur eine öffentliche Mission erfüllt, sondern unsere Freizeit interessant gestaltet&#8220;</em>, fügt die Aktivistin Anastasia Sasko hinzu.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-will-umweltdelikte-kriminalisieren/">Kasachstan will Umweltdelikte kriminalisieren</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es bleibt anzumerken, dass für die illegale Müllentsorgungen an nicht dafür bestimmten Orten in Kasachstan Strafen vorgesehen sind. Für natürliche Personen belaufen diese sich auf 55.560 Tenge (108 Euro), für kleine Unternehmen auf 83.340 Tenge (163 Euro), für mittlere Unternehmen auf 111.120 Tenge (217 Euro) und für große Unternehmen auf 138.900 Tenge (271 Euro). Doch nach der Menge der Abfälle von TouristInnen zu urteilen, erschreckt dies die KasachstanerInnen bisher nicht&#8230;</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong><a href="https://informburo.kz/stati/stihiynye-svalki-v-kazahstane-pochemu-poyavlyayutsya-i-kak-s-nimi-borotsya.html?utm_source=telegram.org&amp;utm_medium=news&amp;utm_campaign=vd">Informburo</a></strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Russischen von Robin Roth</strong></p>


<p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/wilde-muellkippen-in-kasachstan-warum-gibt-es-sie-und-wie-kann-man-sie-bekaempfen/">Wilde Müllkippen in Kasachstan: Warum gibt es sie und wie kann man sie bekämpfen?</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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		<title>Kasachstan will Umweltdelikte kriminalisieren</title>
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		<dc:creator><![CDATA[erudolph]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Oct 2020 07:18:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Umweltschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Umweltverschmutzung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bereits am 22. Juli hat Kasachstans Ministerium f&#xFC;r &#xD6;kologie, Geologie und nat&#xFC;rliche Ressourcen &#xA0;mehrere Ma&#xDF;nahmen zur Verbesserung des Naturschutzes angek&#xFC;ndigt. Dazu geh&#xF6;rt die Versch&#xE4;rfung der Strafen f&#xFC;r Umweltsch&#xE4;den bis hin zur strafrechtlichen Haftung. In einer Erkl&#xE4;rung vom 22. Juli hat &#xA0;Kasachstans Minister f&#xFC;r &#xD6;kologie, Geologie und nat&#xFC;rliche Ressourcen, Ma&#x123;zum Mirza&#x123;aliev einen Gesetzesentwurf zur Versch&#xE4;rfung der [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Bereits am 22. Juli hat Kasachstans Ministerium für Ökologie, Geologie und natürliche Ressourcen &nbsp;mehrere Maßnahmen zur Verbesserung des Naturschutzes angekündigt. Dazu gehört die Verschärfung der Strafen für Umweltschäden bis hin zur strafrechtlichen Haftung.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In einer <a href="https://www.gov.kz/memleket/entities/ecogeo/press/news/details/v-kazahstane-uzhestochayut-shtrafy-za-narushenie-ekologicheskogo-zakonodatelstva?lang=ru">Erklärung</a> vom 22. Juli hat &nbsp;Kasachstans Minister für Ökologie, Geologie und natürliche Ressourcen, <a href="https://www.gov.kz/memleket/entities/ecogeo/about?lang=ru">Maģzum Mirzaģaliev</a> einen Gesetzesentwurf zur Verschärfung der Strafen für Umweltschäden angekündigt. Das kasachische Medium <a href="https://vlast.kz/novosti/40919-v-kazahstane-uzestocat-otvetstvennost-za-nanesenie-urona-okruzausej-srede.html">Vlast.kz</a> berichtete über den Inhalt dieser Erklärung.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mirzaģaliev, <a href="https://ru.sputnik.kz/politics/20190617/10579878/ministr-naznachenie-ekologiya-geologorazvedka.html">der seit 2019 im Amt ist</a>, prangert die zahlreichen Zerstörungen an, die in der ersten Jahreshälfte im Land stattgefunden haben. Der Minister berichtet von „<em>groben und grausamen</em>“ Taten, etwa die Zerstörung des Botanischen Gartens in Almaty, die <a href="https://observers.france24.com/fr/20200710-kazakhstan-vacanciers-phoque-mer-Caspienne-danger-espece-Kourik">Steinigung einer Robbe</a> in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aqtau">Aqtaý</a> und die „<em>Müllberge</em>“ am Ufer des <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Lake_Burabay">Burabaı-Sees</a>. Naturschutzgebiete, zu denen jährlich viele Touristen strömen, sind durch Müllablagerungen besonders gefährdet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kóbe</strong><strong>ı</strong><strong>tuz-See wird zum Naturschutzgebiet erklärt</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor allem der <a>Kóbeıtuz</a>-See, der auch als der rosa See bekannt ist und in der Region <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aqmola_(Gebiet)">Aqmola</a> liegt, wurde in den vergangenen Monaten stark verschmutzt. Nach Angaben des russischen Mediums <a href="https://ru.sputnik.kz/regions/20200722/14546418/kobeytuz-osobo-okhranyaemaya-zona.html">Sputnik</a> ist das Ufer mit Müll übersät und Reifenspuren zeigen, dass einige Besucher sogar mit ihren Autos in den See gefahren sind. Touristen haben auch Löcher gegraben, um Salz und Algen herauszuholen. In der Folge wurden mehrere Personen wegen Verstößen gegen das Umweltgesetz strafrechtlich verfolgt und mit Geldstrafen belegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstans-rosa-see-kobeituz-mit-schwermetallen-verschmutzt/">Kasachstans rosa See Kóbeıtuz mit Schwermetallen verschmutzt</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Zugang zum See wurde am 20. Juli gesperrt und es wurden drei Überwachungsposten eingerichtet, wie das kasachische Medium <a href="https://tengrinews.kz/kazakhstan_news/prosti-dikarey-foto-vnedorojnika-ozere-kobeytuz-obsujdayut-408919/">Tengrinews</a> unter Berufung auf die örtliche Polizei berichtet. Darüber hinaus <a href="https://www.gov.kz/memleket/entities/ecogeo/press/news/details/ozero-kobeytuz-stanet-osobo-ohranyaemoy-prirodnoy-zonoy?lang=ru">kündigte</a> Mirzaģaliev an, dass der Kóbeıtuz-See einen Sonderstatus bekommen wird: Er wird zum Naturschutzgebiet erklärt, damit er besser geschützt werden kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Verbesserung des kasachischen Ökosystems im Fokus</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Für den Umweltminister seien diese Vorfälle nur die Spitze des Eisbergs. Sie ließen sich mit dem geringen ökologischen Bewusstsein der kasachstanischen Gesellschaft erklären. Deshalb beabsichtige er, das Umweltbewusstsein der jungen Generation durch Bildung zu verbessern.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Derselben Ansicht ist Kasachstans Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Qasym-Jomart Toqaev</a>, der auf <a href="https://twitter.com/TokayevKZ/status/1285658550686146561">Twitter</a> über auf die jüngsten Schäden am Kóbeıtuz-See reagiert hat. Der Präsident wies daraufhin das Bildungsministerium an, ein Fach zur Umwelterziehung in den Schulen einzuführen, um in einem ersten Schritt den Kindern ein naturverträgliches Verhalten beizubringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Eine Gesetzesvorlage, die Umweltschäden kriminalisiert</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiterer Ansatz besteht darin, die Strafen gegen Umweltschäden zu verschärfen. <a href="https://vlast.kz/novosti/40919-v-kazahstane-uzestocat-otvetstvennost-za-nanesenie-urona-okruzausej-srede.html">Vlast.kz </a>berichtet, dass Widrigkeiten bis hin zur strafrechtlichen Verantwortlichkeit verschärft werden sollen. Zwar wurde der Gesetzesentwurf vorbereitet und soll dem kasachstanischen Parlament im Herbst vorgelegt werden, aber sein Inhalt wurde von den Behörden nicht weiter geklärt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Künftig sollen spontane Kontrollen in Nationalparks und Erholungsgebieten stattfinden. Das Ziel: Schäden erkennen und Straftäter zur Rechenschaft ziehen. Die Kontrollen werden in Zusammenarbeit mit dem Innenministerium organisiert und von Umweltaktivisten geleitet, die ihrerseits von Vertretern der Strafverfolgung und des Ministeriums unterstützt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-privatisiert-teil-des-ile-alatau-nationalpark/">Kasachstan privatisiert Teil des Ile-Alatau-Nationalpark</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut einer <a href="https://www.gov.kz/memleket/entities/ecogeo/press/news/details/minekologii-proveli-reyd-po-stihiynym-svalkam-burabaya-i-zerendy?lang=ru">Pressemitteilung</a> vom 25. Juli haben bereits Kontrollen in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Burabai">Burabaı</a> und <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Lake_Zerendi">Zerendi</a> stattgefunden. Dabei wurden illegale Deponien entdeckt. Minister Mirzaģaliev drückte daraufhin sein Bedauern über die fehlende legale Deponie-Infrastruktur aus. Um Abhilfe zu schaffen, wird das Ministerium diese Probleme bei den lokalen Behörden zur Sprache bringen, damit Deponien und Kläranlagen gebaut werden, die den Normen entsprechen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Mitteilungen wecken Hoffnung auf eine Verbesserung des Umweltschutzes in Kasachstan. Ob sie berechtigt sind, wird sich zeigen, wenn die angekündigten Maßnahmen umgesetzt werden.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Clotilde Rabault, Redakteurin für Novastan&nbsp;</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/kazakhstan/le-kazakhstan-sapprete-a-criminaliser-les-atteintes-a-lenvironnement/">Französischen</a> von Elisabeth Rudolph</strong></p>


<p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p>
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		<title>Kasachstans rosa See Kóbeıtuz mit Schwermetallen verschmutzt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Sep 2020 14:24:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[See]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Umweltverschmutzung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nachdem der rosa See K&#xF3;be&#x131;tuz bereits im Sommer durch eine gro&#xDF;e Anzahl von BesucherInnen gesch&#xE4;digt wurde, haben Proben, die vom Ministerium f&#xFC;r Umwelt, Geologie und Nat&#xFC;rliche Ressourcen entnommen wurden, eine Verschmutzung mit Schwermetallen wie Blei und Arsen ergeben. Am 25. Juli, wenige Tage nachdem der rosa Sees K&#xF3;be&#x131;tuz f&#xFC;r BesucherInnen geschlossen worden war, hat Kasachstans [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Nachdem der rosa See Kóbeıtuz bereits im Sommer durch eine große Anzahl von BesucherInnen geschädigt wurde, haben Proben, die vom Ministerium für Umwelt, Geologie und Natürliche Ressourcen entnommen wurden, eine Verschmutzung mit Schwermetallen wie Blei und Arsen ergeben.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 25. Juli, wenige Tage nachdem der rosa Sees <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Lake_Köbeituz">Kóbeıtuz</a> für BesucherInnen geschlossen worden war, hat Kasachstans hydrometeorologisches Institut Kazhydromet Proben des Wassers, der Bodensedimente sowie des Bodens am Ufer entnommen. Der See, der nicht weit von der Hauptstadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nur-Sultan">Nur-Sultan</a> entfernt liegt, hatte im Juli einen Rekordbesuch erlebt.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 22. August hat nun das Ministerium für Umwelt, Geologie und Natürliche Ressourcen in einer Pressemitteilung die Ergebnisse der Analysen veröffentlicht: <em>&#8222;Die Analyse der Wasserqualität des Sees Kóbeıtuz wurde an 42 physikalischen und chemischen Indikatoren durchgeführt. In den Bodensedimenten wurden Cadmium, Mangan, Kupfer, Arsen, Nickel, Blei und Chrom entdeckt, und in den Böden am Ufer Cadmium, Kupfer, Zink, Blei und Chrom. Es sind hohe Konzentrationen toxischer Elemente in den Oberflächenwasserproben festzustellen, darunter Arsenmetalle (20,7 mg/dm3), Blei (73,8 mg/dm3), Cadmium (0,19 mg/dm3), Zink (15,7 mg/dm3), Chrom (2,3 mg/dm3), Kupfer (1,4 mg/dm3), Nickel (0,4 mg/dm3) und Molybdän (6,2 mg/dm3). Eine mögliche Ursache für das Vorhandensein von Makro-Mikroelementen in Oberflächengewässern ist die Auslaugung von unterirdischen Böden&#8220;</em>, heißt es in der <a href="https://www.gov.kz/memleket/entities/ecogeo/press/news/details/press-reliz-po-rezultatam-analizov-vody-ozera-kobeytuz?lang=ru">Erklärung</a> des Ministeriums.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>See schon zuvor durch BesucherInnen geschädigt</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Unklar bleibt, woher die Schwermetalle stammen. Fest steht, dass im Juli massenhaft TouristInnen an den See geströmt waren, um die Langeweile während der Covid-19-Ausgangssperre zu vertreiben. Aber nicht alle dieser tausenden BesucherInnen begnügten sich damit, die Farbe des Sees zu bewundern. Viele nutzten die Gelegenheit, um Säcke und Eimer aller Arten mit Salz aus dem See zu füllen, wodurch der Schlamm unter der Salzkruste des Sees zu Tage kam. Andere nutzten diese Gelegenheit, um diesen Schlamm einzusammeln oder ihre Körper damit zu beschichten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kann-sich-das-schicksal-des-aralsees-am-balqash-wiederholen/"><strong>Kann sich das Schicksal des Aralsees am Balqash wiederholen?</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Hype war Folge eines sich in den sozialen Medien verbreiteten Gerüchts, wonach das Salz des Kóbeıtuz viele heilende Eigenschaften habe und bei der Bekämpfung des Coronavirus helfen würde. Mancher sah darin eine Chance und bot in den sozialen Netzwerken Kóbeıtuz-Salz für 5.000 Tenge (10,30 Euro) pro Kilo zum Verkauf an.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Eine Gefahr für Umwelt und Gesundheit</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Verschmutzung mit Schwermetallen macht die ohnehin katastrophale Lage des Sees noch schlimmer. ExpertInnen erklärten gegenüber dem kasachstanischen Nachrichtenportal <a href="https://holanews.kz/news/68392/">Holanews</a>, dass der Kóbeıtuz 10 bis 15 Jahre brauchen werde, um sich von den Schäden zu erholen, die die BesucherInnen ihm zugefügt haben. Die Verschmutzung gefährdet aber auch die Bevölkerung. Das Umweltministerium hält es daher in seiner bereits erwähnten <a href="https://www.gov.kz/memleket/entities/ecogeo/press/news/details/press-reliz-po-rezultatam-analizov-vody-ozera-kobeytuz?lang=ru">Pressemitteilung</a> für notwendig, <em>„angesichts der hohen Konzentration von Schwermetallen im See eine gründliche Untersuchung in Zusammenarbeit mit der Behörde für öffentliche Gesundheit durchzuführen, um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten“</em>.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch wenn der See seit dem 20. Juli für BesucherInnen gesperrt ist und ein Damm, sowie mobile Patrouillen rund um den See eingerichtet wurden, gelingt es einigen Personen immer noch, das Verbot zu umgehen und von den „Tugenden“ des Salzes und des Schlammes zu profitieren. So berichteten die Nachrichtenseiten <a href="https://polisia.kz/ru/kupalis-sobirali-sol-i-gryaz-suprugi-pronikshie-na-kobejtuz-budut-nakazany/">Polisia</a> und <a href="https://informburo.kz/novosti/semeynaya-para-pytalas-vyvezti-sol-iz-ozera-kobeytuz-ih-nakazhut-srazu-po-tryom-statyam-koap.html">Informburo</a> übereinstimmend, dass am 7. August ein Paar aus der Hauptstadt verhaftet wurde, als es im See badete und sich mit Schlamm beschmierte. Die beiden füllten auch viele Eimer mit Salz und Schlamm.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Paar hat damit nicht nur den Zustand des Ökosystems im See verschlechtert, sondern auch die eigene Gesundheit in Gefahr gebracht. Beide wurden wegen drei Straftaten verurteilt: Verletzung der Anforderungen des Quarantäneregimes, Verletzung der Regeln der Allgemeinen Wassernutzung und Verletzung des staatlichen Bodeneigentums. Die Behörden haben versucht, ein Exempel zu statuieren, in der Hoffnung, dass in der Folge andere dem Verbot nicht weiter trotzen werden.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Mélanie Retou, Redakteurin für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/environnement/kazakhstan-le-lac-rose-de-kobeitouz-deja-saccage-est-pollue-aux-metaux-lourds/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>


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<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstans-rosa-see-kobeituz-mit-schwermetallen-verschmutzt/">Kasachstans rosa See Kóbeıtuz mit Schwermetallen verschmutzt</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Usbekistan: Ölverschmutztes Grundwasser in der Region Ferghana</title>
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		<dc:creator><![CDATA[erudolph]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Aug 2020 16:42:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Farg'ona]]></category>
		<category><![CDATA[Ölkatastrophe]]></category>
		<category><![CDATA[Umweltverschmutzung]]></category>
		<category><![CDATA[Wasser]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In der Provinz Ferghana haben Lecks aus einer &#xD6;lraffinerie seit Jahren das Grundwasser verschmutzt. Die Situation f&#xFC;r die Umwelt und die Anwohner der Region ist katastrophal. Der usbekische Journalist Nikita Makarenko hat das Problem angesprochen und die Fabrikleitung damit konfrontiert. Die&#xA0;&#xD6;lraffinerie Ferghana&#xA0;wurde vor 60 Jahren erbaut und befindet sich im Distrikt&#xA0;Toshloq, n&#xF6;rdlich der Stadt&#xA0;Ferghana im [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>In der Provinz Ferghana haben Lecks aus einer Ölraffinerie seit Jahren das Grundwasser verschmutzt. Die Situation für die Umwelt und die Anwohner der Region ist katastrophal. Der usbekische Journalist Nikita Makarenko hat das Problem angesprochen und die Fabrikleitung damit konfrontiert.</strong></p>


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<p class="wp-block-paragraph">Die&nbsp;<a href="http://fnpz.uz/index.php/ru/">Ölraffinerie Ferghana</a>&nbsp;wurde vor 60 Jahren erbaut und befindet sich im Distrikt&nbsp;<a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Toshloq_District">Toshloq</a>, nördlich der Stadt&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Farg%CA%BBona">Ferghana</a> im Osten Usbekistans. Seit der Gründung der Anlage haben regelmäßige Leckagen das Grundwasser der Region mit Öl kontaminiert. Die Verschmutzung ist dadurch gekennzeichnet, dass flüssiges Erdöl auf der Oberfläche schwimmt, beziehungsweise bereits aufgelöst im Wasser schwebt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In einem&nbsp;<a href="https://www.youtube.com/watch?v=_Xn07fGrm84&amp;feature=youtu.be">Video</a>&nbsp;vom 3. Juli, das auf seinem YouTube-Kanal veröffentlicht wurde, verurteilt der usbekische Journalist&nbsp;<a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%9C%D0%B0%D0%BA%D0%B0%D1%80%D0%B5%D0%BD%D0%BA%D0%BE,_%D0%9D%D0%B8%D0%BA%D0%B8%D1%82%D0%B0_%D0%90%D0%BD%D0%B0%D1%82%D0%BE%D0%BB%D1%8C%D0%B5%D0%B2%D0%B8%D1%87">Nikita Makarenko</a>&nbsp;die ökologische, aber auch menschliche Katastrophe. Die Bewohner klagen über häufige Krankheiten und verkümmerte Ernten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:&nbsp;<a href="https://novastan.org/de/usbekistan/warum-der-aralsee-nicht-das-einzige-umweltproblem-usbekistans-ist/">Warum der Aralsee nicht das einzige Umweltproblem Usbekistans ist</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Erschwerende Umstände: Illegale Ölbohrungen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Einige Bewohner der Region zogen zudem durch illegale Ölförderung Profit aus der Situation. Durch das Einlassen von Ölrückständen in die Bewässerungskanäle oder -gräben tragen sie zur Zerstörung der Umwelt bei und erschweren die Situation zusätzlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 7. Juli leiteten die örtlichen Behörden einen radikalen&nbsp;<a href="https://telegra.ph/Izhtimoij-tarmo%D2%9Blarda-Far%D2%93on-viloyatidagi-honadonlarda-neft-%D2%9Bazib-olinmo%D2%9Bda-sarlav%D2%B3asi-bilan-tar%D2%9Balgan-videolav%D2%B3aga-Toshlo%D2%9B-tuma-07-07">Einsatz</a>&nbsp;ein, bei dem mehr als 80 Brunnen und Pumpen vergraben und fast 23&nbsp;000 Liter Flüssigkeit beschlagnahmt wurden. 50 Bürger wurden wegen illegaler Ölbohrungen und acht weitere wegen Deponierung von Altöl bestraft. Die Behörden wandten sich auch an die Fabrikverwaltung, die hauptsächlich für die Verschmutzung verantwortlich ist, und forderten sie auf, die Leckageprobleme zu beheben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:&nbsp;<a href="https://novastan.org/de/kirgistan/zentralasien-2030-wie-steht-es-um-das-wassermanagement/">Zentralasien 2030: Wie steht es um das Wassermanagement?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verantwortung der Fabrik und Dringlichkeit zu handeln</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Anlage wird jetzt vom Gemeinschaftsunternehmen Jizzakh Petroleum&nbsp;<a href="https://www.gazeta.uz/ru/2020/06/17/trust-management/">verwaltet</a>, das von Shokir Fayzullaev, dem ehemaligen stellvertretenden Wirtschaftsminister, geleitet wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In einem&nbsp;<a href="http://fnpz.uz/index.php/ru/press-tsentr/publikatsii/367-ob-ekologicheskoj-situatsii-v-tashlakskom-rajone-ferganskoj-oblasti">Bericht</a>&nbsp;vom 10. Juli erkennt Shokir Fayzullaev die Verantwortung des Unternehmens an und begründet die Lecks durch technische Fehler, deren Art nicht genauer beschrieben wird. Zur Minderung des Problems hat die Anlage seit den 90er Jahren eine Reihe von Techniken eingeführt, wie etwa ein System zum Lokalisieren und Abfangen schwimmender Kohlenwasserstoffe. Diese Maßnahmen reichten allerdings bei Weitem nicht aus, um der Verschmutzung ein Ende zu setzen.&nbsp;</p>


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<p class="wp-block-paragraph">Shokir Fayzullaev verspricht weitere Maßnahmen, die im Rahmen des Modernisierungsprogramms der Anlage in den nächsten drei Jahren ergriffen werden sollen. Diese wurden von der Firma noch nicht spezifiziert. Obwohl diese Anerkennung von Verantwortung ein positives Signal sendet, müssen unbedingt konkrete Maßnahmen zur Eindämmung der seit Jahren andauernden Katastrophe ergriffen werden. Nikita Makarenko fordert die Fabrikleitung auf, Daten über die gesundheitlichen Schäden der Bewohner sowie über die Umweltschäden zu&nbsp;<a href="https://t.me/makarenko_channel/1754">erheben</a>.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Clotilde Rabault</strong>, <strong>Redakteurin für Novastan France</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Französischen von Elisabeth Rudolph</strong></p>


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		<title>Von Radioaktivität bedroht: Das Dorf Kadschi-Saj</title>
		<link>https://novastan.org/de/kirgistan/von-radioaktivitaet-bedroht-das-dorf-kadschi-saj/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Roxane Poulain]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Dec 2019 09:14:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Radioaktivität]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Umweltverschmutzung]]></category>
		<category><![CDATA[Yssykkölsee]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das kleine Dorf Kadschi-Saj ist w&#xE4;hrend der Sommersaison bei TouristInnen sehr beliebt. Nur drei Kilometer von den H&#xE4;usern entfernt liegen jedoch radioaktive Abf&#xE4;lle. Novastan sprach mit Dscheenbek Kulenbekow, Associate Professor an der Fakult&#xE4;t f&#xFC;r Umweltstudien der Amerikanischen Universit&#xE4;t Bischkek, &#xFC;ber die Situation vor Ort. Kadschi-Saj ist ein kleines Dorf im Osten Kirgistans. Am Ufer des [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Das kleine Dorf Kadschi-Saj ist während der Sommersaison bei TouristInnen sehr beliebt. Nur drei Kilometer von den Häusern entfernt liegen jedoch radioaktive Abfälle. Novastan sprach mit Dscheenbek Kulenbekow, Associate Professor an der Fakultät für Umweltstudien der Amerikanischen Universität Bischkek, über die Situation vor Ort. </strong></p>
<p style="text-align: justify">Kadschi-Saj ist ein kleines Dorf im Osten Kirgistans. Am Ufer des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Yssykköl">Issykköl</a> gelegen zieht es während der Sommermonate viele ausländische TouristInnen an. Aber die Umgebung ist nicht frei von Gefahren. Zwischen 1950 und 1991 wurde in Kadschi-Saj Uran gewonnen und die daraus resultierenden radioaktiven Abfälle werden heute in der Nähe einer ehemaligen Uranmine gelagert. In den 50er Jahren beschloss Moskau an zahlreichen Standorten in Kirgistan Uran für militärische und zivile Zwecke zu gewinnen.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p></p>
<p style="text-align: justify">Mit dem Zerfall der UdSSR wurden die Minen geschlossen, aber die Frage der radioaktiven Abfälle ist noch lange nicht geklärt, auch nicht in Kadschi-Saj. Neben der Massenarbeitslosigkeit, die mit der Schließung der Mine einherging, ist das Dorf heute mit Gesundheits- und Umweltproblemen konfrontiert. Um die Situation besser zu verstehen, sprach Novastan mit <a href="https://auca.kg/en/directory_contacts/108/">Dscheenbek Kulenbekow</a>, Associate Professor an der Amerikanischen Universität Bischkek. Der Wissenschaftler beschäftigt sich mit dem Dorf in seiner Forschung.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Novastan: Warum interessieren Sie sich für dieses Dorf?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Dscheenbek Kulenbekow: Ich habe meine Forschungen 2010 in Kadschi-Saj im Nordosten Kirgistans durchgeführt. Drei Kilometer von diesem kleinen Dorf entfernt wurde in den 1950er Jahren von den Sowjets eine Uranmine eröffnet. Die Uranproduktion hatte ebenso militärische wie zivile Ziele. Letztendlich wurde der Standort Kadschi-Saj 1967 geschlossen, weil er nicht rentabel genug war. Man konzentrierte die Kräfte in anderen Minen, wie in Min-Kusch im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gebiet_Naryn">Gebiet Naryn</a> oder <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mailuusuu">Mailuu-Suu</a> im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gebiet_Dschalalabat">Gebiet Dschalalabad</a>.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/semipalatinsker-testgelaende-das-atomare-erbe-der-sowjetunion-in-kasachstan/"><strong>Semipalatinsker Testgelände: Das atomare Erbe der Sowjetunion in Kasachstan</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Die Abfälle sowie die Anlagen zur Uranverarbeitung, die alle radioaktiv sind, wurden in der Nähe der Miene gelagert, nur zwei Kilometer vom Issykköl und drei Kilometer von den Häusern entfernt. Sie gefährden die Umwelt und haben sehr negative Auswirkungen auf das Ökosystem und die Gesundheit der Menschen in der Umgebung.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Auf welchen Aspekt hat sich Ihre Arbeit konzentriert?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Meine Aufgabe war es, die Urankonzentration in Gewässern zu messen, deren Quellen in der Nähe radioaktiver Elemente liegen. Bei Niederschlägen gelangt das Regenwasser, das die Flüsse versorgt, in diese Abfälle und dringt in sie ein. Nach meinen Messungen liegt die Urankonzentration bei 260 Mikrogramm pro Liter Wasser. Eine solch hohe Konzentration liegt weit über den internationalen Standards von 15 Mikrogramm pro Liter und den von Kirgistan festgelegten Standards (20 Mikrogramm pro Liter, Anm. d. Red.).</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Welche Folgen hat das für die Umwelt?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Es gibt keine Landwirtschaft in Kadschi-Saj. Das Land wird allerdings für die Viehwirtschaft genutzt. Zahlreiche Untersuchungen des medizinischen Instituts in Bischkek zeigen, dass die Tiere mehr an Krankheiten leiden als anderswo. Kühe zum Beispiel haben viel häufiger Herzanfälle.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p></p>
<p style="text-align: justify">Die Luft, die durch wechselnde Winde gemischt wird, enthält auch radioaktive Strahlendosen. Im Jahr 2010 zeigten Messungen eine radioaktive Strahlenbelastung von 0,5 und 0,8 <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sievert_(Einheit)">Millisievert</a> pro Jahr (msv/Jahr). Die zulässige Norm beträgt jedoch lediglich 0,3 mSv/Jahr. EinwohnerInnen, die in der Nähe der alten Miene leben, sind wesentlich anfälliger für alle Arten von Tumoren oder Krebs.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Was ist in den Jahren nach der Schließung geschehen?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Am Standort wurden Sanierungsarbeiten durchgeführt. Aber einige BewohnerInnen haben die Zäune um die Deponie abgerissen, um das Material für ihre eigenen Häuser zu verwenden. Zwar wurde ein Schild aufgestellt, das vor den Gefahren des Gebiets warnte; dieses wurde jedoch von Einzelpersonen wieder abgerissen, wahrscheinlich, um TouristInnen nicht abzuschrecken. Darüber hinaus haben die meisten BewohnerInnen keine Einnahmequellen mehr gehabt, als die Miene geschlossen wurde. Lange Zeit haben die DorfbewohnerInnen trotz der Warnungen von Behörden oder WissenschaftlerInnen den Boden in der Nähe der Miene umgegraben, um Metall oder Aluminium zu entfernen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Und heute?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Das russische Staatsunternehmen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Föderale_Agentur_für_Atomenergie_Russlands">Rosatom</a> führt zur Zeit Sanierungsarbeiten durch, bei denen Zäune um die Rückstände gebaut oder Kanäle errichtet werden, damit das Wasser aus den Niederschlägen nicht in die Abfälle eindringt. Es werden Forschungen zur Sanierung durchgeführt. Aber das setzt leistungsfähige Technologien voraus und ist daher sehr kostenintensiv.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Das Interview führte Roxane Poulain, Novastan-Korrespondentin in Bischkek</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen von Robin Roth</strong></p>
<p><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Massives Methanleck in Turkmenistan</title>
		<link>https://novastan.org/de/turkmenistan/massives-methanleck-in-turkmenistan/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Arnaud Enderlin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Dec 2019 10:57:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
		<category><![CDATA[Erdöl]]></category>
		<category><![CDATA[Gas]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Umweltverschmutzung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Auf einem &#xD6;lfeld in Turkmenistan ist von einem kanadischen Satelliten&#xFC;berwachungsunternehmen ein Methanleck entdeckt worden, das den Emissionen einer Million Autos entsprechen soll. Das Missmanagment im turkmenischen &#xD6;l- und Gassektor, selbst durch den turkmenischen Pr&#xE4;sidenten zuletzt kritisiert, k&#xF6;nnte der Grund daf&#xFC;r sein. In einer Ende Oktober publizierten Studie teilte die Firma GHGSat aus Montreal die Entdeckung [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Auf einem Ölfeld in Turkmenistan ist von einem kanadischen Satellitenüberwachungsunternehmen ein Methanleck entdeckt worden, das den Emissionen einer Million Autos entsprechen soll. Das Missmanagment im turkmenischen Öl- und Gassektor, selbst durch den turkmenischen Präsidenten zuletzt kritisiert, könnte der Grund dafür sein.</strong></p>
<p style="text-align: justify">In einer <a href="https://agupubs.onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1029/2019GL083798">Ende Oktober publizierten Studie</a> teilte die Firma GHGSat aus Montreal die Entdeckung einer gigantischen Methanwolke mit. Diese stamme offensichtlich von unabgefackelten Abgasen auf dem Öl- und Gasfeld Korpezhe in der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Balkan_wela%C3%BDaty">Provinz Balkan</a> im Westen Turkmenistans. GHGSat war auf der Suche nach Methanemissionen aus Schlammvulkanen. Diese sind in Turkmenistan, generell um das Kaspische Meer, oft anzutreffen.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p></p>
<p style="text-align: justify">Bei der Abfackelung handelt es sich um das Verbrennen von Gasüberresten aus Ölfeldern, womit Methanemissionen vermieden werden. Dieses Gas bewirkt Treibhauseffekte zehn Mal drastischer als CO2. Oft führen starke Winde und Defekte an den Anlagen zum Löschen der Flammen. Dies passierte wahrscheinlich ähnlich auf dem turkmenischen Ölfeld. Die Dauer des Lecks deutet jedoch auf ein Missmanagement der Anlagen im verschlossensten Land Zentralasiens hin.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Leck entspricht den Emissionen von einer Million Autos</strong></p>
<p>Bei seinen Bildaufnahmen beabsichtigte GHGSat, die Satellitenbilder von 144 Quadratkilometern in Zentralasien mit den Bodenmessungen zu vergleichen, damit einher ging das Kalibrieren der Messungen für die  Feststellung von Ausstößen natürlicher Schlammvulkane. Dabei war der Satellit der Firma nicht in der Lage, die kleinen Mengen der Schlammvulkane auszuforschen, entdeckte aber drei unerklärte benachbarte Lichtquellen. Eine zweite Methanquelle, welche die kanadische Firma entdeckte, entstammt offenbar einer Pipeline und soll dem Lösen eines Ventils geschuldet sein.</p>
<p><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/rettet-das-gas-turkmenistan-vor-der-krise/">Rettet das Gas Turkmenistan vor der Krise?</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Bei dem Leck, das von Anfang vergangenen Jahres bis Februar 2019 auf Bildern festgehalten wurde, handelt es sich um das erste Mal, dass eine nicht geortete Emission industriellen Methans aus dem All gesichtet wurde, so der Vorstandsvorsitzende von GHGSat Stéphane Germain gegenüber der Nachrichtenagentur <a href="https://www.bloomberg.com/news/articles/2019-11-22/satellite-studying-volcanoes-finds-giant-oilfield-methane-plume">Bloomberg</a>. Laut der zuvor genannten Studie entsprechen diese Emissionen etwa einer Million Autos.</p>
<p style="text-align: justify">Nach der Entdeckung soll das Unternehmen versucht haben, die Öl- und Gasbeförderungskompanie Turkmenistans durch amerikanische, kanadische und europäische diplomatische Kanäle zu informieren, moniert Stéphane Germain am Telefon. Neuere Bilder zeugen davon, dass das Leck erst im Mai behoben wurde.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Problem im Management der turkmenischen Ölförderung?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Emissionen des Treibhausgases aus Turkmenistan entstammen allesamt einem Onshore-Gebiet im ausschließlich nationalen Förderungsgebiet. Tatsächlich werden lediglich Offshore-Gebiete ausländischen Betreibern zur Verfügung gestellt. Dies zeugt abermals von der schlechten Bilanz des turkmenischen nationalen Betreibers in Sachen Nachhaltigkeit. Weder war dieser in der Lage, ein mehrmonatig anhaltendes Leck zu reparieren, noch reagierte er auf Hinweise dazu.</p>
<p style="text-align: justify">Der Präsident Turkmenistans <a href="https://fr.wikipedia.org/wiki/Gurbanguly_Berdimuhamedow">Gurbanguly Berdimuhamedow</a> kritisierte kürzlich die Manager der Öl- und Gasindustrie des Landes. Ein Bericht über das letzte Meeting am vergangen 19. November ist auf der <a href="http://tdh.gov.tm/news/articles.aspx&amp;article20529&amp;cat11">Website der offiziellen Nachrichtenagentur</a> Turkmenistans verfügbar.</p>
<p style="text-align: justify">Das Ölkonsortium Türkmennebit hat in den ersten zehn Monaten des Jahres den jährlichen Produktionsplan nur zu 88,7 Prozent erfüllt. Arbeiter des Ölsektors waren aufgrund der spärlichen Bohrarbeiten und der Inspektionen der Brunnen nicht in der Lage, den Plan in vollem Umfang umzusetzen. „<em>Außerdem sind die Baumaßnahmen unzureichend, um ausländische Investitionen ins turkmenische Gebiet des Kaspischen Meeres anzuziehen, selbst ein speziell geschaffener Fond kommt nicht zum Einsatz“, </em>ist in einem Kommuniqué der nationaleren Nachrichtenagentur zu lesen. Dies deutet auf mehrere Investitionsprobleme im turkmenischen Ölsektor hin.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p></p>
<p style="text-align: justify">In den ersten zehn Monaten des Jahres 2019 erfüllte der Gaskonzern Türkmengaz seinerseits den Produktionsplan für Gas zu 94,6 Prozent, für Kondensat zu 90,7 Prozent und 98,5 Prozent für Flüssiggas. Bedeutend schlechter ist die Situation der Produktionsprojekte für Polyethylen mit nur 21,2 Prozent, Polypropylen (23,8 Prozent) und ECO-93 (27 Prozent).</p>
<p style="text-align: justify">Gurbanguly Berdimuhamedow wies darauf hin, dass &#8222;<em> [&#8230;]</em> sich <em>in den letzten Jahren die Effizienz des Öl- und Gaskomplexes, insbesondere bei der Förderung von Öl und Gas, trotz Erhöhung der Industriereserven, verringert hat. Die geplanten jährlichen Aufgaben wurden nicht systematisch umgesetzt</em>“. Die Tatsache, dass jene Kritik offiziell veröffentlicht wird, ist in Turkmenistan selten und zeugt von der Bedeutung des Problems, das wirtschaftliche Konsequenzen für Turkmenistan, aber auch ökologische Folgen für den gesamten Planeten hat.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Die Redaktion von Novastan France<br />
</strong><strong>Aus dem Französosichen von Arnaud Enderlin</strong></p>
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		<title>Kirgistan: Niedergang des Issikköl?  Ein Ökologe über Tüten, Fische und Waschmittel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Florian Tack]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Jun 2018 15:37:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Naturschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Umweltverschmutzung]]></category>
		<category><![CDATA[Yssykkölsee]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das einmalige &#xD6;kosystem des im Osten Kirgistans gelegenen Sees Issikk&#xF6;l k&#xF6;nnte bald unwiederbringlich zerst&#xF6;rt sein. Dies liege nicht nur an unvern&#xFC;nftigen staatlichen Entscheidungen, sondern auch an am nachl&#xE4;ssigen Umgang der B&#xFC;rger mit der &#x201E;Blauen Perle Kirgisiens&#x201C;. Das erkl&#xE4;rte der &#xD6;kologe Emil Schukurow im Interview mit dem Nachrichtenportal VB.kg. Wir haben den Artikel mit freundlicher Genehmigung [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Das einmalige Ökosystem des im Osten Kirgistans gelegenen Sees <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Yssykk%C3%B6l">Issikköl</a> könnte bald unwiederbringlich zerstört sein. Dies liege nicht nur an unvernünftigen staatlichen Entscheidungen, sondern auch an am nachlässigen Umgang der Bürger mit der „Blauen Perle Kirgisiens“. Das erklärte der Ökologe Emil Schukurow im Interview mit dem Nachrichtenportal <a href="https://www.vb.kg/doc/371050_issyk_kyl_obrechen_ekolog_o_paketah_rybe_poroshke_v_vode_i_rake_koji.html">VB.kg</a>. Wir haben den Artikel mit freundlicher Genehmigung der Redaktion übersetzt.</strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Erstes Problem: der Müll</strong></p>
<p style="text-align: justify"><em>„Bereits seit einigen Jahren wird aus der einstigen Heilstätte von internationalem Format immer mehr ein toter See, ja ein Gefahrenherd. Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen ist da der von Besuchern hinterlassene Müll. Schon Anfang der 90er Jahre kämpfte ich für ein Verbot von Plastiktüten in der Umgebung des Issikköls. Die Behörden befürchteten jedoch, dass der Handel und der Tourismussektor darunter zu leiden haben würden. Im Lauf der Jahre hat sich eine 20 Meter hohe Schicht polyethylenhaltigen Mülls auf dem Grund des Sees gebildet, ganz zu schweigen von ufernahen Gebieten. Dies hat den Bestand der Tiere, die in diesem Wasser leben, stark verringert, da sie kaum mehr freie Flecken zur Fortpflanzung finden.“</em></p>
<p><figure id="attachment_14026" aria-describedby="caption-attachment-14026" style="width: 350px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-full wp-image-14026" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/06/2018-05-24_16-18-53_386861.jpg" alt="Der Ökologe Emil Schukurow" width="350" height="229" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/06/2018-05-24_16-18-53_386861.jpg 350w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/06/2018-05-24_16-18-53_386861-300x196.jpg 300w" sizes="(max-width: 350px) 100vw, 350px" /><figcaption id="caption-attachment-14026" class="wp-caption-text">Der Ökologe Emil Schukurow</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Zweites Problem: ineffektive Wasserfilteranlagen</strong></p>
<p style="text-align: justify"><em>„Obwohl die Behörden behaupten, dass die neuen Wasserfilteranlagen ihre Funktion vollumfänglich erfüllen, ist dem gerade nicht so, denn es gibt nicht einmal Normen, anhand derer man dies festmachen könnte. Stattdessen gelangen große Mengen verarbeiteten Waschpulvers in den See. Und wenn dieses Pulver einen Lappen bleichen kann, dann kann es in diesen Mengen auch die Blaue Perle weiß werden lassen. Aber das ist nicht das größte Problem. Schlimmer ist, dass 1 kg Waschpulver 20-100 l Wasser unbewohnbar machen. Stellen Sie sich mal vor, wieviel Waschmittel in der touristischen Hochsaison pro Tag ins Wasser gelangen! Und obendrein dauert die Zersetzung mindestens 200 Jahre. Außerdem bildet dieses Waschmittel eine nicht sichtbare Emulsion, die die Wasseroberfläche bedeckt. Wenn nun jemand im See badet, dann bleibt diese Emulsion auf der Haut haften und wirkt wie eine Creme, die die UV-Strahlen der Sonne noch verstärkt. Dadurch erhöht sich die Hautkrebsgefahr sogar im Schatten immens. Sie kommen also dorthin, um sich zu erholen, nehmen stattdessen aber eine ganze Menge Probleme mit nach Hause.“</em></p>
<p><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/weltbank-globale-erwarmung-konnte-zu-konflikten-in-zentralasien-fuhren/">Weltbank: globale Erwärmung könnte zu Konflikten in Zentralasien führen</a></strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Drittes Problem: der Fischfang</strong></p>
<p style="text-align: justify"><em> „Das Ökosystem des Sees wurde über mehrere Jahre geschädigt. Es funktioniert noch, denn die vollständige Zerstörung tritt nicht sofort ein, und es gibt auch noch die Chance, es zu retten. Wenn wir über die Fische sprechen, so ist der wichtigste Faktor das Gleichgewicht. In jedem Ökosystem gibt es einen dominierenden Jäger, der dessen Funktionieren reguliert. Und bevor der Mensch in dieses System eingegriffen hat, war das der sogenannte Schizothorax, ein Fisch aus der Familie der Karpfen. Er regulierte die Population der anderen Seebewohner. Seine Hauptbeute waren Rotaugen und Blaubandbärblinge. Als die Behörden schließlich den massenhaften Fischfang erlaubten und anschließend auch noch andere Jäger im See ansiedelten, wurde dieses natürliche Gleichgewicht zerstört. Heute sind kaum mehr Rotaugen und Blaubandbärblinge zu finden und trotzdem darf man sie seit Neuestem wieder fangen. Dabei wird es ohnehin schon äußerst schwer werden, die Anzahl der Nutzfische wieder auf ihre ursprüngliche Größe zu bringen, denn der Lebensraum ist bereits durch andere Seebewohner besetzt, und das nicht etwa durch Fische, sondern durch wirbellose Tiere.“</em></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Viertes Problem: Populistische Entscheidungen</strong></p>
<p style="text-align: justify"><em>„Ein Beispiel für diese populistischen Entscheidungen ist die Aufhebung des Fischfang­verbots im Issikköl und anderen Seen und die Erlaubnis für den Bau von großen Industrie­anlagen in der Nähe des Sees. Früher gab es ein Verbot von industriellen Bauten innerhalb von 300 Metern zum Ufergebiet. Nun hat man es aufgehoben. Dann braucht man sich aber auch nicht über den schlechten Zustand des Sees zu wundern. Am schlimmsten ist aber, dass der See irgendwann auch die letzte Möglichkeit zur Regeneration verlieren könnte – und wir damit den wichtigsten natürlichen Schatz unseres Landes.“</em></p>
<p style="text-align: right"><strong><a href="https://www.vb.kg/?lable=7368">Wiktoria Grigorenko</a>; <a href="https://www.vb.kg/doc/371050_issyk_kyl_obrechen_ekolog_o_paketah_rybe_poroshke_v_vode_i_rake_koji.html">VB.kg</a></strong><br />
<strong> Aus dem Russischen von Florian Tack</strong></p>
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