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	<title>Uiguren Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
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	<title>Uiguren Archives</title>
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		<title>US-Asyl für den chinesischen Filemacher Guan Heng, der die „Umerziehungslager“ für Uigur:innen gefilmt hat</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Mar 2026 21:15:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der chinesische Staatsb&#xFC;rger Guan Heng hat Anfang dieses Jahres in den Vereinigten Staaten Asyl erhalten. Im Jahr 2020 musste er schwere Repressalien von Peking &#xFC;ber sich ergehen lassen, nachdem er mehrere Internierungslager f&#xFC;r Uigur:innen in Xinjiang dokumentiert hatte. Guan Heng hatte 2020 sein Leben riskiert, als er einen Dokumentarfilm &#xFC;ber die Internierungslager f&#xFC;r Uiguren in [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Der chinesische Staatsbürger Guan Heng hat Anfang dieses Jahres in den Vereinigten Staaten Asyl erhalten. Im Jahr 2020 musste er schwere Repressalien von Peking über sich ergehen lassen, nachdem er mehrere Internierungslager für Uigur:innen in Xinjiang dokumentiert hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://rsf.org/en/rsf-celebrates-asylum-chinese-national-who-documented-uyghur-detention-camps">Guan Heng</a> hatte 2020 sein Leben riskiert, als er einen Dokumentarfilm über die Internierungslager für Uiguren in der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Xinjiang">Provinz Xinjiang</a> drehte. Nachdem er in die USA geflohen war, um dort einen Asylantrag zu stellen, drohte Guang Heng im vergangenen August unter der Verantwortung von Beamten der US-Einwanderungs- und Zollbehörde (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/United_States_Immigration_and_Customs_Enforcement">ICE</a>) die Abschiebung nach Uganda.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischen 2017 und 2019 wurden schätzungsweise mehr als eine Million Uigur:innen ohne Anklage oder Gerichtsverfahren <a href="https://xjdp.aspi.org.au/explainers/exploring-xinjiangs-detention-facilities/">in über 380 Internierungslagern</a> – von denen sich die meisten in Xinjiang befinden – präventiv inhaftiert. Diese Lager werden als <em>„Zentren zur Transformation durch Bildung“</em> bezeichnet und sind Teil einer groß angelegten <em>„Anti-Terror“</em>-Kampagne. Diese hatte Peking nach terroristischen Anschlägen ins Leben gerufen, die uigurischen Islamist:innen zwischen 2013 und 2014 <a href="https://www.lemonde.fr/asie-pacifique/article/2014/05/20/attentats-ouigours-la-chine-confrontee-au-terrorisme-de-masse_4422114_3216.html">zugeschrieben wurden</a> und an denen die Islamische Bewegung Ostturkestans und die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Islamische_Turkestan-Partei">Islamische Turkestan-Partei (TİP)</a> beteiligt waren. Der erste dieser Anschläge hatte am 28. Oktober 2013 auf dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tian%E2%80%99anmen-Platz">Tian&#8217;anmen-Platz</a> in Peking fünf Tote (darunter drei Angreifer) <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/2013_Tiananmen_Square_attack">gefordert</a>.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Die Uigur:innen bilden eine der 56 in China anerkannten ethnischen Gruppen, die neben der großen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Han_(Ethnie)">Han</a>-Mehrheit (etwa 92 Prozent der Bevölkerung) existieren. Sie sind <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Turksprachen">turksprachig</a> und muslimischen Glaubens und ließen sich bereits im 9. Jahrhundert auf dem Gebiet des heutigen Xinjiang nieder. Dieses wurde 1759 unter der Qing-Dynastie an das Chinesische Reich angegliedert. Heute leben dort schätzungsweise 11 Millionen Uigur:innen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Whistleblower für die uigurische Sache</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2021 veröffentlichte Guan Heng ein zwanzigminütiges <a href="https://www.youtube.com/watch?v=yD0O0eHzc7M">Video auf YouTube</a>, das 18 Haftanstalten für Uigur:innen in der Provinz Xinjiang zeigt. Die Standorte stammten aus einer Karte, die Buzzfeed und das <a href="https://www.aspi.org.au/">Australian Strategic Policy Institute (ASPI)</a> gemeinsam anhand von Satellitenbildern erstellt hatten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Aufnahmen wurden aus einem Auto heraus oder mit einer in einem Rucksack versteckten Kamera gemacht. Sie zeigen Lager am Straßenrand, die an ihren Wachtürmen und dem sie umgebenden Stacheldraht zu erkennen sind. Auf einem dieser Gebäude ist folgende Inschrift zu lesen: <em>„Reform durch Arbeit, Reform durch Kultur.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/uigurische-region-schriftsteller-perhat-tursun-veroeffentlicht-roman-aus-der-haft/">Uigurische Region: Schriftsteller Perhat Tursun veröffentlicht Roman aus der Haft</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Als chinesischer Staatsbürger kann Guan Heng sich den Einrichtungen nähern, ohne Verdacht zu erregen, wie er selbst erklärt: <em>„Aufgrund der von den chinesischen Behörden auferlegten Beschränkungen haben ausländische Medienschaffende keinen Zugang zu Xinjiang.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses Video erreichte so zahlreiche chinesische Internetnutzer, die VPNs nutzten. Guan Heng wurde jedoch schnell zur Zielscheibe einer Schikanekampagne, die durch die Online-Veröffentlichung seiner persönlichen Daten wie Identität, frühere Adresse und beruflicher Werdegang gekennzeichnet war. Mit Ausnahme seiner Mutter, die in Taiwan lebt, wurde seine Familie in der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hainan">Provinz Hainan</a> von den Behörden verhört.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gefangen zwischen chinesischer „Demokratur“ und amerikanischem Autoritarismus</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2021 floh Guan Heng aus China und begab sich zunächst nach Hongkong, dann nach Ecuador, auf die Bahamas und schließlich nach Florida, wo er illegal in die USA einreiste. Dort stellt er einen Asylantrag, der ihm jedoch erst nach seiner Festnahme durch ICE-Beamte im vergangenen August in der Nähe von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Albany_(New_York)">Albany</a> im Bundesstaat New York, wo er wohnte, gewährt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Dezember gab ICE unter dem Druck der Zivilgesellschaft ihr Vorhaben auf, Guan Heng nach Uganda abzuschieben. Eine solche Abschiebung hätte ihn einem erhöhten Risiko transnationaler Repressionen ausgesetzt, die von Peking orchestriert werden. Diese stillschweigende Unterdrückung durch den chinesischen Staat wird weiterhin gegen Stimmen geführt, die sich für die uigurische Sache einsetzen, sowohl in China als auch im Ausland.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Lager in Xinjiang als Symbol des Völkermords an den Uigur:innen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Laut einem 2022 vom Hohen Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte veröffentlichten <a href="//www.ohchr.org/sites/default/files/documents/countries/2022-08-31/22-08-31-final-assesment.pdf">Bericht</a> sollen die meisten dieser Lager inzwischen aufgelöst worden sein. Human Rights Watch relativierte diese Aussage jedoch und schätzte, dass Mitte 2022 noch immer etwa 500.000 Menschen in Lagern inhaftiert waren und Folter oder Zwangssterilisationen ausgesetzt <a href="https://www.icij.org/investigations/china-cables/beijings-backtrack-on-xinjiang-detention-camps-spurred-by-icij-investigation-research-finds/?">waren</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/uigurische-region/dem-chinesischen-gulag-entflohen-die-geschichte-der-uigurin-gulbahar-haitiwaji/">Dem chinesischen ‚Gulag‘ entflohen: Die Geschichte der Uigurin Gulbahar Haitiwaji</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Repression erstreckt sich auch auf kulturelle und religiöse Veranstaltungen und zielt auf eine systematische Auslöschung der uigurischen Präsenz ab. Seit 2017 ließen die Behörden im Namen der Politik der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sinisierung">Sinisierung</a> der Religionen, die darauf abzielt, die Religionsausübung unter die Kontrolle der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kommunistische_Partei_Chinas">Kommunistischen Partei Chinas (KPCh)</a> zu stellen, fast ein Drittel der rund 15.500 Moscheen in der Region <a href="https://www.aspi.org.au/report/cultural-erasure/">zerstören</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehrere Staaten, darunter seit 2021 auch die Vereinigten Staaten, bezeichnen diese Politik als Völkermord gemäß dem <a href="https://www.ohchr.org/fr/instruments-mechanisms/instruments/convention-prevention-and-punishment-crime-genocide">Übereinkommen zur Verhütung und Bestrafung des Völkermordes von 1948</a>. Peking weist diese Einstufung entschieden zurück und zensiert jegliche Berichterstattung zu diesem Thema in den Medien.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Unterdrückung von Medienschaffenden durch die chinesische Regierung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit derzeit mindestens 121 inhaftierten Medienvertretenden ist China nach wie vor das Land, in dem weltweit die meisten Medienschaffenden inhaftiert sind. Im Weltpressefreiheitsindex 2025 von Reporter ohne Grenzen (RSF) <a href="https://rsf.org/fr/pays/chine">belegt</a> das Land Platz 178 von 180 Ländern und Gebieten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar <a href="https://www.wipo.int/wipolex/fr/legislation/details/23128">garantiert</a> die Verfassung Chinas von 1982 grundsätzlich<em> „die Rede- (und) Pressefreiheit“</em>, doch werden diese Bestimmungen regelmäßig durch den Rückgriff auf das Strafprozessrecht umgangen. Peking beruft sich häufig auf Anklagepunkte wie<em> „Spionage“, „Subversion“</em> oder <em>„Anstiftung zu Streitigkeiten und Unruhen“</em>, um Dissidenten zum Schweigen zu bringen. Diese vage definierten Straftaten können zu bis zu sechs Monaten Isolationshaft als <em>„Hausarrest an einem designierten Ort“</em> führen, einer außergerichtlichen Maßnahme, bei der den Inhaftierten jeglicher Rechtsbeistand verwehrt wird und sie der Gefahr von Folter ausgesetzt sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor diesem Hintergrund wird die uigurische Opposition im Exil, insbesondere der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Weltkongress_der_Uiguren">Weltkongress der Uiguren</a> unter Rebia Kadir, von den chinesischen Behörden als terroristisch bezeichnet. Auch gemäßigtere Stimmen bleiben davon nicht verschont, wie die Verurteilung des uigurischen Wissenschaftlers <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ilham_Tohti">Ilham Tohti</a> zeigt, der im Jahr 2014 wegen „Staatsgefährdung“ zu lebenslanger Haft verurteilt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Flora Le Lièvre für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/region-ouighoure/le-lanceur-dalerte-chinois-guan-heng-qui-a-filme-les-camps-de-reeduction-pour-les-ouighours-a-obtenu-lasile-aux-etats-unis/">Französischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>
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		<title>Ruhepause</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Jan 2025 05:04:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bild des Tages]]></category>
		<category><![CDATA[Jurte]]></category>
		<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die M&#xE4;nner der Familie genie&#xDF;en einen ruhigen Moment unter dem Dach der Jurte. Die Innenw&#xE4;nde des Einzelzimmers sind mit einem Stoff ausgekleidet, der mit typischen kasachischen Motiven bedruckt ist. Auf dem Boden kombiniert der Teppich ein traditionelles kasachisches Widderhornmotiv mit einem chinesisch inspirierten Blumenbouquet. Das Must-Have-Handy setzt einen &#xFC;berraschend modernen Akzent. Turar Kazangapov, kasachischer Fotojournalist [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Männer der Familie genießen einen ruhigen Moment unter dem Dach der<strong> <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Jurte">Jurte</a></strong>. Die Innenwände des Einzelzimmers sind mit einem Stoff ausgekleidet, der mit typischen kasachischen Motiven bedruckt ist. Auf dem Boden kombiniert der Teppich ein traditionelles kasachisches Widderhornmotiv mit einem chinesisch inspirierten Blumenbouquet. Das Must-Have-Handy setzt einen überraschend modernen Akzent.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><a href="https://novastan.org/de/search/Turar+Kazangapov/">Turar Kazangapov</a></strong>, kasachischer Fotojournalist bei <strong><a href="https://tengrinews.kz">Tengrinews</a></strong>, reiste kürzlich nach <strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Xinjiang">Xinjiang</a></strong> in China, wo viele Kasachen, Uiguren, <strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dunganen">Dunganen</a></strong> und Chinesen leben. Dort beobachtete und dokumentierte er das Alltagsleben der Kasachen und kam zu der Überzeugung, dass kasachische Bräuche und Traditionen vielerorts noch erhalten sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Foto : Turar Kazangapov</strong> (<strong><a href="https://www.instagram.com/kazangapov.t/?hl=fr">@Kazangapov.t</a>,</strong> Kasachstan)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><p><a style="color: #f57d20; text-decoration: underline;" href="https://www.novastan.org/de/cat/bild-des-tages/">Hier</a> geht’s zu mehr Bildern des Tages. Sie können einige davon kaufen und zu Hause empfangen: <span style="color: #ff6600;"><a style="color: #ff6600;" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/du-kannst-das-bild-des-tages-von-novastan-auch-kaufen/">hier ist die Liste</a></span>! Wenn Sie Ihr Bild nicht in der Liste finden, schicken Sie uns eine E-Mail an <span style="text-decoration: underline;"><a href="mailto:photo@novastan.org">photo@novastan.org</a></span>.</p></p>
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		<title>Repressionen in Xinjiang stehen unter milder Kritik in Zentralasien</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Eva Montford]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Feb 2024 20:25:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Uigurische Region]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Angeh&#xF6;rige von Kasach:innen, die in Xinjiang inhaftiert sind, demonstrierten erneut vor dem chinesischen Konsulat in Almaty. Novastan sprach mit dem Sinologen Emmanuel Lincot, um die Position Kasachstans in dieser Frage besser zu verstehen. Am 8. Februar haben Angeh&#xF6;rige mehrerer ethnischer Kasach:innen, die in Xinjiang inhaftiert sind, vor dem chinesischen Konsulat in Almaty protestiert. Dies berichtet [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Angehörige von Kasach:innen, die in Xinjiang inhaftiert sind, demonstrierten erneut vor dem chinesischen Konsulat in Almaty. Novastan sprach mit dem Sinologen Emmanuel Lincot, um die Position Kasachstans in dieser Frage besser zu verstehen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 8. Februar haben Angehörige mehrerer ethnischer Kasach:innen, die in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Xinjiang">Xinjiang</a> inhaftiert sind, vor dem chinesischen Konsulat in Almaty protestiert. Dies berichtet<a href="https://www.rferl.org/a/kazakhstan-xinjiang-chinese-consulate-protest-almaty/32810854.html"> Radio Free Europe</a>. Das Anliegen war klar: Die Freilassung ihrer inhaftierten Familienangehörigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar wurde keine Gewalt berichtet, doch die Polizei ließ die Demonstrierenden nicht in die Nähe des Konsulats und die chinesischen Behörden traten nicht in einen Dialog mit ihnen ein. Seit Februar 2021 fanden regelmäßig Proteste vor den chinesischen Vertretungen in Kasachstan statt, um die Inhaftierung von Familienangehörigen anzuprangern, die ihrer Meinung nach nur deshalb inhaftiert wurden, weil sie muslimischen Glaubens sind.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Die chinesischen Behörden bestreiten diesen Vorwurf trotz der Aussagen von Kasach:innen und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Uiguren">Uigur:innen</a>, die von Massenverhaftungen in Xinjiang berichten. Gleichzeitig hält sich die kasachstanische Regierung mit Kritik an ihrem mächtigen Nachbarn zurück, mit dem sie durch zahlreiche internationale Partnerschaften verbunden ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um zu verstehen, was die chinesische Repression in Xinjiang bedeuten, sprach Novastan mit <a href="https://fr.wikipedia.org/wiki/Emmanuel_Lincot">Emmanuel Lincot</a>, Professor am Institut Catholique de Paris, Sinologe und assoziierter Forscher am <a href="https://fr.wikipedia.org/wiki/Institut_de_relations_internationales_et_strat%C3%A9giques">Institut für internationale und strategische Beziehungen (IRIS)</a>. Er ist unter anderem Autor des Buches <em>Le très grand jeu: Pékin face à l‘Asie centrale</em> („Das sehr große Spiel: Peking im Angesicht Zentralasiens“).</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Novastan: Kann man von einer Anpassung der kasachstanischen Regierung an die Politik Chinas sprechen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Emmanuel Lincot:</strong> Das versteht sich von selbst. Kasachstan spielt die chinesische Karte, insbesondere im Rahmen des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Neue_Seidenstra%C3%9Fe">Projekts der „Neuen Seidenstraße“</a>, und das seit der <a href="https://astanatimes.com/2013/09/xi-jinping-calls-for-regional-cooperation-via-new-silk-road/">Grundsatzrede</a> von Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Xi_Jinping">Xi Jinping</a> 2013 in Astana. Die Regierung steht den chinesischen Positionen also offiziell eher nahe, weil China eine Chance ist. Sich von China zu entfremden, bedeutet, ein Risiko einzugehen, denn Kasachstan ist wie alle anderen zentralasiatischen Länder allein schon geografisch von China abhängig. Alle Waren aus Kasachstan können nur über Russland oder China transportiert werden. Gute Beziehungen zu China zu unterhalten ist daher wichtig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus multilateraler Sicht ist Kasachstan Mitglied der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shanghaier_Organisation_f%C3%BCr_Zusammenarbeit">Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit</a>. Es ist wichtig, dies im Hinterkopf zu behalten, da diese Organisation über ein Büro zur Terrorismusbekämpfung mit Sitz in Taschkent verfügt. Außerdem haben viele der Länder Zentralasiens – im Rahmen der Shanghaier Organisation oder sonst wo – <a href="https://uhrp.org/report/no-space-left-to-run-chinas-transnational-repression-of-uyghurs/">Abkommen ratifiziert</a>, in denen die Auslieferung jeder uigurischen Person gefordert wird, die von den chinesischen Behörden wegen Terrorismus gesucht werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies erklärt die Repressionen gegen uigurische Aktivistinnen wie <a href="https://www.amnesty.org/en/documents/eur57/0926/2019/en/">Serikdschan Bilasch</a>, die aufgrund ihres Engagements, chinesische Übergriffe anzuprangern, unter Druck gesetzt wurden. Es ist offensichtlich, dass die chinesische Regierung in Bezug auf die Uigur:innen-Frage die kasachstanische Regierung stark beeinflusst,, denn Kasachstan ist ein absolut notwendiges Land im diplomatischen Schachbrett Chinas. Das Land bietet Zugang zum gesamten übrigen Zentralasien, zur Europäischen Union – die nach wie vor Chinas wichtigster Handelspartner ist – und zum Nahen Osten. In dieser Hinsicht ist Kasachstan eine Drehachse der strategischen Interessen Chinas, ebenso wie die benachbarte uigurische Provinz Xinjiang.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/panorama/china-in-zentralasien-factchecking-um-mit-mythen-aufzuraeumen/"><strong>China in Zentralasien – Factchecking, um mit Mythen aufzuräumen</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">China braucht die Unterstützung Kasachstans und umgekehrt. Daher kann China keine pro-uigurischen Demonstrationen auf kasachstanischem Territorium dulden, auch wenn die dort lebenden turksprachigen Bevölkerungsgruppen sich mit der uigurischen Bevölkerung als „Brudervolk“ identifizieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In dieser Hinsicht sehe ich vielleicht ein Zeichen für eine vollzogene Scheidung zwischen der politischen Elite und der Gesellschaft in Kasachstan. Die gesellschaftlichen Unruhen der letzten Jahre sind alle von dieser Feindseligkeit gegenüber einer zunehmenden Einmischung Chinas in die Angelegenheiten Kasachstans geprägt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich denke dabei insbesondere an die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schanga%C3%B6sen-Massaker">große Krise 2011</a> am <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kaspisches_Meer">Kaspischen Meer</a>, wo die Öffentlichkeit eine zunehmende Einmischung Chinas in die Angelegenheiten Kasachstans erkennen konnte. Dies wurde umso deutlicher durch die Verhaftung lokaler Behörden, Aktionäre und Geschäftsleute, die mit in Xinjiang inhaftierten Uigur:innen verwechselt wurden. All dies führte zu einer großen Feindseligkeit gegenüber China.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie ist es dann zu erklären, dass die kasachstanische Regierung oder auch andere zentralasiatische Regierungen bereit waren, einigen Uigur:innen politisches Asyl zu gewähren?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich gibt es zwischen allen Staaten in der Region einen doppelten Diskurs, der mit der Notwendigkeit zusammenhängt, der öffentlichen Meinung ein Zeichen zu setzen. Das ist wichtig. Aber angesichts der Abkommen, die die zentralasiatischen Staaten mit China verbinden, ist offensichtlich, dass sie parallel dazu die chinesische Karte spielen. Diese Tendenz hat sich in Kasachstan übrigens verstärkt, seit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Qassym-Jomart Toqajev</a> an die Macht gekommen ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Man sucht also einen Kompromiss, um sich mit einem Teil der Bevölkerung zu versöhnen – auf die Gefahr hin, dass es langfristig zu einer sehr großen Scheidung zwischen den Behörden und der Öffentlichkeit kommt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Inwieweit haben die Uigur:innen in der Zivilgesellschaft Gewicht? In Kasachstan kam es möglicherweise zu Übergriffen auf die uigurische Bevölkerung. Gibt es eine soziale Spaltung innerhalb der Gesellschaft?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, in der Gesellschaft verhält man sich in vielerlei Art schizophren. Man ist sehr glücklich, von der mit chinesischer Hilfe entwickelten Infrastruktur profitieren zu können. Und gleichzeitig kann man die Ankunft dieser uigurischen Bevölkerungsgruppen, die auf kasachischen Boden geflohen sind, mit Argwohn betrachten, weil man der Meinung ist, dass diese <em>„uns unsere Arbeit wegnehmen“</em> und so weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist also nicht alles schwarz oder weiß. Es gibt sehr wohl Teile der Bevölkerung, die sehr glücklich über die wirtschaftliche Entwicklung sind. Doch diese kommt nicht allen zugute, und Widerstand aus der Bevölkerung mobilisiert sich langsam, um die Unterdrückung anzuprangern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nebenbei bemerkt, geht die Kritik an China zum Teil über humanitäre Fragen hinaus. Es findet eine Anklage gegen die wirtschaftliche Einmischung Chinas statt, die manchmal offen zutage tritt, etwa während der Demonstrationen in Kasachstan seit 2021.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/sechs-gruende-fuer-die-antichinesische-stimmung-in-kasachstan/"><strong>Sechs Gründe für die antichinesische Stimmung in Kasachstan</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die soziale Landschaft ist immer noch sehr, sehr gespalten und die Feindseligkeit gegenüber China vermischt die Kritik an einer wirtschaftlichen Einmischung und die Repressionen gegen die Minderheiten in Xinjiang.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gibt es auf regionaler Ebene Unterschiede zwischen den zentralasiatischen Ländern in der Wahrnehmung Chinas? Führt die Kumpanei mit dem chinesischen Nachbarn zu Spannungen in Zentralasien?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus Sicht der Regierungen bestehen keine Unklarheiten. Ganz im Gegenteil. Alle wollen von den wirtschaftlichen Auswirkungen der chinesischen Politik profitieren. Auch hier stellt sich die Frage eher auf der Ebene des Meinungskampfes. Der Unterschied zwischen den Entscheidungstragenden und den Meinungen in der Bevölkerung in diesen verschiedenen Ländern wird stets größer. Und doch sind die Meinungen in den ehemaligen Sowjetrepubliken Zentralasiens alles andere als radikal gegen China.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielmehr ist die Opposition in Ländern wie Pakistan – das geografisch gesehen ebenfalls zu Zentralasien gehört, was nicht vergessen werden darf – am stärksten. Man denke an <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Belutschistan">Belutschistan</a>, eine Bürgerkriegsregion, in der rund um den Hafen von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gwadar">Gwadar</a> besonders viele Chines:innen leben. Dort vergeht fast kein Tag, an dem nicht über Entführungen, Lösegeldforderungen oder Morde an chinesischen Arbeitenden, die dort eine besonders umstrittene Durchgangsstraße bauen, berichtet wird. Dies zeigt, dass es eine immer offenere Form der Sinophobie seitens der Bevölkerung gibt – doch sie ist alles andere als einheitlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mobilisiert sich die Kulturszene jenseits der gewalttätigen Proteste gegen eine Annäherung an China?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Grundsätzlich ja, Kulturschaffende versuchen, ihrer Stimme Gehör zu verschaffen. Diese bleibt jedoch auf ein westliches Publikum beschränkt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/vertreter-aus-xinjiang-stattet-kasachstan-offiziellen-besuch-ab/"><strong>Vertreter aus Xinjiang stattet Kasachstan offiziellen Besuch ab</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ansonsten gibt es in Xinjiang natürlich keine derartigen Demonstrationen. Auch <a href="https://www.slate.fr/monde/kazakhstan-xinjiang-la-frontiere-des-larmes/repression-chinoise-culture-ouighoure-tente-survivre-chine-art-danse-musique-peinture">in Zentralasien</a> ist es wirklich schwierig, ganz einfach, weil es von den herrschenden Regimen nicht toleriert würde. Das scheint mir offensichtlich zu sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Glauben Sie, dass dieses Problem langfristig Auswirkungen auf die Stabilität der Regime in der Region haben könnte?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nein, das glaube ich nicht. Ich denke, dass die Frage der chinesischen Repressionen gegen muslimische Minderheiten noch ein hauseigenes Phänomen ist. Es kann sicherlich eine Art „Palästinisierung“ der Übergriffe in der Region geben, die mit der uigurischen Bevölkerung zusammenhängt. Aber auch hier handelt es sich um Mückenstiche. Das Problem ist nicht so fundamental.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Peking hat das sehr wohl verstanden. Was die chinesische Regierung vielmehr beunruhigt, sind <a href="https://www.counterextremism.com/countries/china-extremism-and-terrorism">terroristische Gruppierungen</a>. Diese können uigurischer Herkunft sein und <a href="https://www.counterextremism.com/blog/afghanistan-terrorism-report-december-2022-january-2023">aus Afghanistan</a> <a href="https://www.counterextremism.com/countries/tajikistan-extremism-and-terrorism">oder Tadschikistan</a> gegen chinesische Infrastrukturen vorgehen. Aber es sind vor allem andere terroristische Gruppierungen wie der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Islamischer_Staat_(Terrororganisation)">IS</a> oder <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Al-Qaida">Al-Qaida</a>, die langfristig ein Sicherheitsproblem für die chinesischen Interessen darstellen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus der Sicht der demografischen Verhältnisse haben Sie auf der einen Seite 12 Millionen Uigur:innen, von denen fast eine halbe Million <a href="https://www.hrw.org/news/2023/08/31/china-unrelenting-crimes-against-humanity-targeting-uyghurs">festgenommen wurden</a>. Wenn man diejenigen mitzählt, die in der Diaspora leben, sind das 24 Millionen Menschen, also eine ganze Menge. Aber was wiegen 24 Millionen Menschen im Vergleich zu 1,4 Milliarden Chines:innen? Was wiegen sie im Vergleich zu den Milliarden, die China <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/china-profitiert-in-zentralasien-von-der-isolation-russlands/">in die Nachbarländer investiert</a>? Nicht das Geringste.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es wird zwangsläufig Bestrebungen geben, die uigurische Frage zu instrumentalisieren, wie es Amerika oder Europa getan haben, als sie zu Recht einen von den chinesischen Behörden praktizierten Völkermord anprangerten. Aber das wird die politische Realität Chinas und seines Regimes nicht verändern und auch nicht seine Annäherung an die zentralasiatischen Länder behindern.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Das Gespräch führte Eva Montford, Redakteurin für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><strong><a href="https://novastan.org/fr/region-ouighoure/asie-centrale-critique-repression-xinjiang-peine-simposer/">Französischen</a></strong><strong> von Michèle Häfliger</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Dem chinesischen &#8218;Gulag&#8216; entflohen: Die Geschichte der Uigurin Gulbahar Haitiwaji</title>
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		<dc:creator><![CDATA[lkuehne]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Nov 2021 17:12:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Uigurische Region]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein in Frankreich erschienenes Buch deckt die Haftbedingungen in den Umerziehungslagern der chinesischen Region Xinjiang auf. Der Bericht der Uigurin Gulbahar Haitiwaji ist umso wichtiger, als dass er uns Einblick in eine Situation verschafft, die von der chinesischen Regierung rigoros vertuscht wird. Drei Jahre lang war die Uigurin Gulbahar Haitiwaji in einem chinesischen Internierungslager des [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein in Frankreich erschienenes Buch deckt die Haftbedingungen in den Umerziehungslagern der chinesischen Region Xinjiang auf. Der Bericht der Uigurin Gulbahar Haitiwaji ist umso wichtiger, als dass er uns Einblick in eine Situation verschafft, die von der chinesischen Regierung rigoros vertuscht wird.</strong>

Drei Jahre lang war die Uigurin Gulbahar Haitiwaji in einem chinesischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Umerziehungslager_in_Xinjiang">Internierungslager</a> des Uigurischen Autonomen Gebiets <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Xinjiang">Xinjiang</a>, im Nordwesten Chinas, inhaftiert. Dank einer hartnäckigen Medienkampagne konnte sie schließlich entkommen. Ihre beispiellosen Erfahrungen sind am 13. Januar dieses Jahres in Frankreich unter dem Titel „Rescapée du goulag chinois“ (zu dt.: „Überlebende des chinesischen Gulags“) in <a href="https://editionsdesequateurs.fr/aParaitre/oo/RescapeeDuGoulagChinois">Buchform</a> erschienen. Haitiwaji schildert darin sowohl ihre Haftbedingungen, als auch die Umstände, die zu ihrer Verhaftung geführt haben. Verfasst hat sie das Buch zusammen mit der französischen Journalistin Rozenn Morgat.

<strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/uigurische-region/warum-die-umerziehungslager-in-xinjiang-nicht-nur-muslime-bedrohen/">Wa</a></strong><a href="https://novastan.org/de/uigurische-region/warum-die-umerziehungslager-in-xinjiang-nicht-nur-muslime-bedrohen/"><strong>rum die &#8218;Umerziehungslager&#8216; in Xinjiang nicht nur Muslime bedrohen</strong></a>

Gulbahar Haitiwaji wurde in Xinjiang geboren und war, wie auch ihr Mann Kerim, bei einer chinesischen Ölfirma in der Region beschäftigt. Aufgrund der Diskriminierungen, denen die Uiguren dort tagtäglich ausgesetzt sind, entschlossen sich die beiden 2002 dazu, das Land zu verlassen. 2006 erhielt die Familie Haitiwaji Asyl in Frankreich. Zehn Jahre später, am 19. November 2016 rief plötzlich der frühere chinesische Arbeitgeber bei Gulbahar Haitiwaji an und forderte sie auf, nach Xinjiang zu kommen. Sie sollte Dokumente unterschreiben, die mit ihrem Ausscheiden aus dem Unternehmen zusammenhingen. Ihr persönliches Erscheinen sei unumgänglich, betonte ihr Gesprächspartner.
</p>



<h5 class="wp-block-heading">Nur „ein paar Fragen“</h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Gulbahar Haitiwaji kaufte sich also Flugtickets und reiste nach Xinjiang. Einmal dort, ging alles ganz schnell: Während sie im Büro der Ölfirma saß und die Dokumente las, die sie unterzeichnen sollte, traten drei Polizisten in das Zimmer, legten ihr Handschellen an und brachten sie auf das Polizeikommissariat, um ihr „ein paar Fragen“ zu stellen. Damit begann eine Serie endloser Verhöre, die Haitiwaji fast drei Jahre lang über sich ergehen lassen musste.

Nach einem Scheinprozess findet Haitiwaji sich in einer sogenannten „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Verfolgung_und_Umerziehung_der_Uiguren_in_China_seit_2014">Schule</a>“ wieder. Tagsüber muss sie Lieder zum Ruhm des chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping auswendig zu lernen. Nachts wird das Neonlicht in ihrer Zelle niemals ausgeschaltet. Hinzu kommen regelmäßige Verhöre, in denen sie fingierte terroristische Aktivitäten gestehen sollte, sowie andere Maßnahmen, die darauf abzielen, die menschliche Identität auszulöschen: Hunger, körperliche und seelische Folter, Propaganda und Zwangssterilisation.
</p>



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<p class="wp-block-paragraph">
Kafkaesk. Das ist das Wort, dass sich dem Leser bei der Lektüre des Buchs unwillkürlich aufdrängt. Franz Kafkas Fiktionen scheinen hier Wirklichkeit geworden zu sein. Je länger man in dem Buch liest, desto beeindruckter ist man angesichts der geistigen Disziplin, die sich Haitiwaji auferlegte, um sich der Übermacht und Omnipräsenz der chinesischen Propaganda zu widersetzen. Aber selbst Haitiwajis beeindruckende Widerstandskraft konnte nicht verhindern, dass, wie sie sagt, ein Teil ihrer selbst in diesen „Schulen“ zerstört wurde. Geistige und soziale Isolation, psychische und physische Misshandlungen haben sich tief in sie eingegraben. „Der Wahn, in den unser Land versunken ist, hat mich dem ruhigen Leben entrissen, das ich früher geführt habe“, vertraut sie Rozenn Morgat an.
</p>



<h5 class="wp-block-heading">Eine hartnäckig geführte Medienkampagne führt zur Freilassung</h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Dank der unermüdlichen Medienkampagne ihrer Tochter Gulhumar wird Gulbahar Haitiwaji am 21. August 2019 freigelassen. Die junge Frau hatte nicht aufgehört, sich für die Freilassung ihrer Mutter einzusetzen. Gulhumar ist es ebenfalls zu verdanken, dass es zu dem Gespräch zwischen Gulbahar Haitiwaji und der Journalistin Rozenn Morgat gekommen ist.

<strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/flucht-aus-xinjiang-geschichten-von-jenen-die-den-lagern-entkamen/"><strong>Flucht aus Xinjiang &#8211; Geschichten von jenen, die den Lagern entkamen</strong></a>

Rozenn Morgat berichtet seit vielen Jahren für die französische Tageszeitung Le Figaro über die Situation der Uiguren. Im Gespräch mit Novastan erklärt sie, dass sie mit dem Thema erstmals in Berührung gekommen ist, als sie in Schanghai gewohnt hat. Sie stellte schnell fest, dass man nicht so einfach nach Xinjiang kommt. Anderthalb Jahre später, sie war inzwischen nach Frankreich zurückgekehrt, begann die Journalistin, sich ernsthaft mit den Uiguren und ihrer Diaspora auseinanderzusetzen.

Morgat lernte Gulhumar Hatiiwaji 2018 während ihrer Recherchen kennen. Zu dieser Zeit setzte Gulhumar alles daran, die Öffentlichkeit und die französische Regierung auf die willkürliche Verhaftung ihrer Mutter in Xinjiang <a href="https://www.youtube.com/watch?v=vYzAAak6Lys&amp;ab_channel=Konbini">aufmerksam</a> zu machen. „Sie machte ihren Namen öffentlich und zeigte ihr Gesicht in den Medien. Das ist nicht ungefährlich!“, erinnert sich Morgat, als sie auf Gulhumar Haitiwaji zu sprechen kommt. Die beiden Frauen blieben in Kontakt. Ein Jahr später, Ende August 2019, erfährt Rozenn Morgat von Gulhumar Haitiwaji von der Freilassung ihrer Mutter. Die langen Gespräche zwischen Morgat und Gulbahar Haitiwaji sollten kurz darauf beginnen.
</p>



<h5 class="wp-block-heading">„Sie hatte keine Lust zu reden“</h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Es fiel Gulbahar Haitiwaji schwer, über die drei Jahre ihrer Gefangenschaft zu sprechen. „Sie hatte keine Lust zu reden“, erinnert sich Rozenn Morgat. Ursprünglich hatten sie gar nicht die Absicht, ein Buch zu schreiben. Im Laufe der Gespräche begriff die Journalistin jedoch schnell, dass die Geschichte von Gulbahar Haitiwaji „zu groß und zu schwerwiegend ist, um sie einfach in einer Artikelserie abzuhandeln“.

Die Schilderungen von Gulbahar Haitiwaji sind wichtig, um die Geschehnisse in Xinjiang der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, glaubt auch ihre Tochter. Gerade erst der Lagerhaft entgangen, war sich die Uigurin über die Bedeutung ihrer persönlichen Geschichte zunächst gar nicht im Klaren. „Gulbahar war sich des Ausmaßes des Völkermords nicht bewusst, der da stattfand. Vollständig isoliert, wie sie seit ihrer Verhaftung war, hat sie nicht realisiert, dass nicht nur einige Individuen, sondern die gesamte Gemeinschaft ins Visier genommen wurde und dass während dieser drei Jahre mehr als eine Million Uiguren die gleichen Misshandlungen durchlebten wie sie“, sagt Morgat.

<strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/kooperiert-tadschikistan-mit-china-bei-der-verfolgung-von-uiguren/"><strong>Kooperiert Tadschikistan mit China bei der Verfolgung von Uiguren?</strong></a>

Nachdem das Buch zuerst in der dritten Person abgefasst werden sollte, hat sich Gulbahar Haitiwaji schließlich doch dazu entschlossen, ihren Namen zu veröffentlichen, um so dem Schicksal der Menschen in Xinjiang ein Gesicht zu verleihen. Morgat befürwortet diese Entscheidung und fügt hinzu, dass „es sich um eine Form des Selbstschutzes handelt; denn sobald die Identität öffentlich ist, sind auch wir irgendwo selbst geschützt“.

Neben der enormen Anstrengung, die es Gulbahar Haitiwaji kostete, hatte das Sprechen über das Erlebte aber auch einen heilenden Effekt. „Man könnte es als ein Mittel zur Selbstheilung bezeichnen“, meint Morgat. „Sie spürte, dass sie es den inhaftierten Uiguren gegenüber schuldig war, so genau wie möglich zu beschreiben, was in Xinjiang vorgefallen ist.
</p>



<h5 class="wp-block-heading">Als Verräterin diffamiert</h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Am Ende des Buchs unterstreich Gulbahar Haitiwaji, dass sie ihr Isolation nicht gänzlich durchbrechen konnte, in die sie das repressive System des chinesischen Staatsapparats eingeschlossen hatte. Unter den Uiguren herrscht ein Klima des Misstrauens. Ihre beinahe wundersame Befreiung lässt Haitiwaji unter den Mitgliedern der Diaspora verdächtig erscheinen. Die Entkommene schreibt, dass sogar Gerüchte im Umlauf seien, die sie beschuldigten, „eine Verräterin“ zu sein. Die Veröffentlichung ihrer Geschichte trage aber dazu bei, dass diese Stimmen leiser werden. „Die Tatsache, dass sie die abscheulichen Methoden offenlegt, derer sich die chinesische Polizei bedient, beweist ihre Aufrichtigkeit“, erklärt Morgat.
</p>



<h5 class="wp-block-heading">Für immer gezeichnet</h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Als Reaktion auf die Enthüllungen haben die chinesischen Behörden versucht, psychologischen Druck auf Gulbahar Haitiwaji auszuüben. Zuerst wurde ihr damit gedroht, dass man falsche Schuldbekenntnisse veröffentlichen werde, in denen sie terroristische Aktivitäten eingestehe. Haitiwaji zufolge hörte man nicht auf, sie daran zu erinnern, dass ein Teil ihrer Familie immer noch in Xinjiang lebt und dort der Willkür der chinesischen Behörden ausgeliefert ist.

</p>


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<p class="wp-block-paragraph">

Momentan genießt Gulbahar Haitiwaji, so Morgat, das Zusammensein mit ihrer Familie. Doch die lange Haft ist nicht spurlos an ihr vorbeigegangen: Am Ende des Buchs spricht sie davon, dass ihre Sehkraft stark nachgelassen hat und, dass sie regelmäßig von heftigen Kopfschmerzen heimgesucht wird. Über die Gespräche mit ihren Verwandten und Freunden in Xinjiang wacht derweil auch weiterhin der allgegenwärtige chinesische Machtapparat.
</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Elliot Obadia für Novastan France</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/region-ouighoure/rescapee-du-goulag-chinois-le-temoignage-inedit-recueilli-par-rozenn-morgat/">Französischen</a> von Lucas Kühne</strong></p>



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		<item>
		<title>Völkermord an den Uiguren: China inszeniert in Xinjiang Religionsfreiheit</title>
		<link>https://novastan.org/de/uigurische-region/voelkermord-an-den-uiguren-china-inszeniert-in-xinjiang-religionsfreiheit/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Margarita Danilova]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Sep 2021 13:24:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>W&#xE4;hrend Muslime in aller Welt das Ende des islamischen Opferfests feierten, inszenierte China eine Propagandakampagne, um der Welt die Religionsfreiheit der Uiguren zu demonstrieren. Die turksprachige, mehrheitlich muslimische Minderheit, die in der chinesischen Provinz Xinjiang lebt, ist seit Jahren schweren Repressionen ausgesetzt. Bei den von Peking inszenierten Feierlichkeiten waren fr&#xF6;hliche und tanzende Uiguren in volkst&#xFC;mlichen [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Während Muslime in aller Welt das Ende des islamischen Opferfests feierten, inszenierte China eine Propagandakampagne, um der Welt die Religionsfreiheit der Uiguren zu demonstrieren. Die turksprachige, mehrheitlich muslimische Minderheit, die in der chinesischen Provinz Xinjiang lebt, ist seit Jahren schweren Repressionen ausgesetzt. Bei den von Peking inszenierten Feierlichkeiten waren fröhliche und tanzende Uiguren in volkstümlichen Trachten zu sehen – ein scharfer Gegensatz zur Alltagsrealität in der Region.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut <a href="https://www.rfa.org/english/news/uyghur/religious-holiday-07212021181933.html">Free Asia News</a> feierte ein Großteil der 12 Millionen Muslime, die im Uigurischen Autonomen Gebiet <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Xinjiang">Xinjiang</a> leben, vom 20.-22. Juli das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Islamisches_Opferfest">islamische Opferfest</a>. Die chinesischen Behörden, denen systematische <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Verfolgung_und_Umerziehung_der_Uiguren_in_China_seit_2014">Menschenrechtsverletzungen</a> gegen ethnische und religiöse Minderheiten in Xinjiang vorgeworfen werden, versuchen mit den Feierlichkeiten des islamischen Opferfests Sympathien in der muslimischen Welt zu gewinnen.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Tänze und Trachten</h5>



<p class="wp-block-paragraph">Chinesische Medien haben die Gelegenheit genutzt, den Anschuldigungen der Internationalen Gemeinschaft zu begegnen, indem sie aller Welt die Religionsfreiheit der Einwohner von Xinjiang demonstrierten. So wurden in staatlichen Medien Interviews mit Personen gezeigt, die frei das Opferfest feiern. In einem englischsprachigen Bericht des chinesischen Auslands-Fernsehsenders <a href="https://news.cgtn.com/news/2021-07-20/How-a-Muslim-family-in-Xinjiang-celebrates-Eid-al-Adha-123E9LlJZoQ/index.html">CGTN</a>, der am 20. Juli ausgestrahlt wurde, begibt sich ein chinesischer Reporter am ersten Festtag zu einer uigurischen Familie in die Hauptstadt der Region, nach <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ürümqi">Ürümqi</a>, um dort die Vorbereitungen für die Feierlichkeiten zu begleiten. Am gleichen Tag zeigte <a href="https://www.globaltimes.cn/page/202107/1229135.shtml">Global Times China</a> Festszenen aus <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hotan">Hotan</a>, einer Stadt im Süden von Xinjiang. In dem Video sind festlich gestimmte, in Volkstracht gekleidete Menschen zu sehen, die zu den Klängen der Dotar tanzen, einem in Zentralasien und dem Iran verbreiteten zweisaitigen Zupfinstrument.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/uigurische-region/warum-die-umerziehungslager-in-xinjiang-nicht-nur-muslime-bedrohen/"><strong>Warum die &#8218;Umerziehungslager&#8216; in Xinjiang nicht nur Muslime bedrohen</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Diskrepanz zwischen diesen Bildern und dem Bericht von <a href="https://www.rfa.org/english/news/uyghur/religious-holiday-07212021181933.html">Free Asia News</a> könnte größer nicht sein. Für Qelbinur Sidik, die in einem Internierungslager in Xinjiang Chinesisch unterrichtet hat, sind das alles „inszenierte Darbietungen“ der chinesischen Propaganda. Ihr zufolge konnten die Uiguren seit 2016 weder den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ramadan">Ramadan</a> noch das Islamische Opferfest begehen.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Ein &#8222;kultureller Genozid&#8220;</h5>



<p class="wp-block-paragraph">Während die uigurischen Traditionen und Gebräuche von Peking instrumentalisiert werden, ist die Kultur der turksprachigen Minderheiten in Xinjiang ernsthaft bedroht. Seit mehreren Jahren sind sie nun schon der repressiven Politik der chinesischen Behörden ausgesetzt. Mit dem Wechsel des Parteisekretärs <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chen_Quanguo">Chen Quanguo</a> Ende 2016 aus dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Autonomes_Gebiet_Tibet">Autonomen Gebiet Tibet</a> nach Xinjiang haben die Repressionen eine neue Intensitätsstufe erreicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die willkürlichen Internierungen in Umerziehungs- und Arbeitslagern, die Zwangssterilisationen sowie die permanente Überwachung, denen die Minderheiten in Xinjiang unterworfen sind, wurden in einem 2018 erschienenen <a href="https://www.hrw.org/report/2018/09/09/eradicating-ideological-viruses/chinas-campaign-repression-against-xinjiangs">Bericht</a> von Human Rights Watch dokumentiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/flucht-aus-xinjiang-geschichten-von-jenen-die-den-lagern-entkamen/"><strong>Flucht aus Xinjiang – Geschichten von jenen, die den Lagern entkamen</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Schätzungen des Australian Strategic Policy Institute zufolge, die am 24. September 2020 in dem <a href="https://www.aspi.org.au/report/cultural-erasure">Bericht</a> „Cultural erasure“ veröffentlicht wurden, sind seit 2017 rund 16.000 Moscheen <a href="https://novastan.org/de/uigurische-region/tausende-moscheen-in-der-uigurische-region-xinjiang-zerstoert/">zerstört oder beschädigt worden</a> – das sind 65% der Moscheen Xinjiangs. Nach Angaben Pekings „beherbergen“ die Umerziehungslager <a href="https://www.bbc.com/news/world-asia-china-54195325">mehr als 1,3 Millionen Menschen</a>. Für die Opfer aber handelt es sich in Wahrheit um einen „<a href="https://www.deutschlandfunkkultur.de/chinas-umgang-mit-den-uiguren-die-ersten-laender-sprechen.1008.de.html?dram:article_id=493261">kulturellen Genozid</a>“.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Peking wirft den Westmächten Einmischung vor</h5>



<p class="wp-block-paragraph">Während die USA <a href="https://www.nytimes.com/2021/01/19/us/politics/trump-china-xinjiang.html">erklärt</a> haben, dass die Unterdrückung der Uiguren durch China einem Genozid gleichkäme, haben die <a href="https://www.consilium.europa.eu/en/press/press-releases/2021/03/22/eu-imposes-further-sanctions-over-serious-violations-of-human-rights-around-the-world/">EU</a> und <a href="https://www.gov.uk/government/speeches/xinjiang-foreign-secretary-statement-to-house-of-commons-22-march-2021">Großbritannien</a> im März Sanktionen gegen China verhängt. Die <a href="https://www.tagesschau.de/ausland/europa/eu-sanktionen-117.html">Sanktionen</a> richten sich gegen hohe chinesische Funktionäre und beinhalten das Einfrieren von Vermögenswerten, sowie Einreiseverbote.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p></p>



<p class="wp-block-paragraph">China hat, wie die französische Tageszeitung <a href="https://www.lemonde.fr/international/article/2021/03/22/ouigours-l-union-europeenne-prend-des-sanctions-contre-la-chine-qui-replique_6074063_3210.html">Le Monde</a> schreibt, die Anschuldigungen pauschal zurückgewiesen, sie als „Einmischung in innere Angelegenheiten“ verurteilt. Zudem hat China Sanktionen gegen „vier Einrichtungen und zehn Europäer verhängt, denen damit die Einreise auf das chinesische Festland, nach Hongkong und Macao sowie die Geschäftstätigkeit in China untersagt wurde“.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Eine Botschaft an die muslimischen Verbündeten?</h5>



<p class="wp-block-paragraph">Muslimische Staaten, die enge Beziehungen zu China pflegen, scheinen sich an Pekings Verfolgung der Minderheiten nicht sonderlich zu stören. Die Wirtschaft Pakistans ist etwa von chinesischen Investitionen im Rahmen der Neuen Seidenstraße abhängig, die Regierung in Islamabad hält sich daher mit Kritik zurück. Der 2015 ins Leben gerufene &#8218;China-Pakistan Economic Corridor&#8216; beginnt in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gilgit-Baltistan">Gilgit-Baltistan</a> an der Grenze zu Xinjiang. Laut dem Nachrichtenmagazin <a href="https://thediplomat.com/2021/06/how-pakistan-is-helping-china-crack-down-on-uyghur-muslims/">The Diplomat</a> hat sich der chinesische Staat dazu bereit erklärt, 62 Milliarden US-Dollar in die Infrastruktur Pakistans zu investieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/kooperiert-tadschikistan-mit-china-bei-der-verfolgung-von-uiguren/"><strong>Kooperiert Tadschikistan mit China bei der Verfolgung der Uiguren?</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Allem Anschein nach hat die wirtschaftliche Abhängigkeit Pakistans dazu geführt, dass das Land den chinesischen Forderungen zunehmend nachgibt und bei der Unterdrückung und Auslieferung von Uiguren, die auf pakistanischem Territorium leben oder sich dort aufhalten, sogar mit China zusammenarbeitet. Einem am 13. Mai publizierten <a href="https://uhrp.org/report/islam-dispossessed-chinas-persecution-of-uyghur-imams-and-religious-figures/">Bericht</a> vom Uyghur Human Rights Project zufolge befinden sich unter den 1046 in Xinjiang internierten islamischen Geistlichen auch solche, die in pakistanischen Koranschulen ausgebildet und anschließend von pakistanischen Behörden verhaftet wurden.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">In einem <a href="https://www.vox.com/2021/6/23/22545232/axios-pakistan-khan-china-uyghurs-belt-road">Interview</a> mit dem amerikanischen Medienunternehmen Axios versuchte der pakistanische Premierminister Imran Khan dem Thema auszuweichen. Auf die Frage des Journalisten nach dem Stillschweigen Islamabads bezüglich der Jagd auf die muslimischen Minderheiten in China, antwortete der Premierminister lediglich, dass Pakistan mit China über diese Angelegenheit nur „unter Ausschluss der Öffentlichkeit“ spreche und dass es, China zufolge, keine Unterdrückung von Muslimen in Xinjiang gebe. Schließlich ging Imran Khan auch noch auf die besondere Beziehung zwischen Pakistan und China ein: „China hat sich als einer unserer größten Freunde in unseren schwierigsten Zeiten erwiesen. Als wir uns durchbeißen mussten, als unsere Wirtschaft am Boden lag, kam uns China zur Hilfe“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Pakistan ist kein Einzelfall. Auch den zentralasiatischen Staaten fällt es zunehmend schwer, dem Druck aus China zu standzuhalten. Im Mai dieses Jahres <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-lehnt-einbuergerungsantraege-von-kasachen-aus-xinjiang-ab/">verweigerte Kasachstan</a> drei ethnischen Kasachen mit chinesischer Staatsbürgerschaft die Einbürgerung. Seit seiner Unabhängigkeit hatte Kasachstan die Rückkehr ethnischer Kasachen, insbesondere aus China, immer unterstützt.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Margarita Danilova für Novastan France</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/region-ouighoure/la-chine-met-en-scene-les-celebrations-de-laid-au-xinjiang/?noredirect=fr-FR">Französischen</a> von Lucas Kühne</strong></p>



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		<title>Kasachstan: Fünf Jahre Einreiseverbot für amerikanischen Forscher</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joanna Blain]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 Sep 2021 08:17:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Einreiseverbot]]></category>
		<category><![CDATA[Forscher]]></category>
		<category><![CDATA[Uiguren]]></category>
		<category><![CDATA[Xinjiang]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Evgeny Bunin, Gr&#xFC;nder der Xinjiang Victims Database, hat am 4. September mitgeteilt, dass ihm der Aufenthalt in Kasachstan f&#xFC;r f&#xFC;nf Jahre verboten worden sei. Die Gr&#xFC;nde daf&#xFC;r gaben die kasachstanischen Beh&#xF6;rden nicht bekannt. &#x201E;Mir ist der Aufenthalt in Kasachstan f&#xFC;r f&#xFC;nf Jahre verboten. Ich habe es gerade herausgefunden.&#x201C; Mit diesen Worten gab Evgeny Bunin am [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Evgeny Bunin, Gründer der Xinjiang Victims Database, hat am 4. September mitgeteilt, dass ihm der Aufenthalt in Kasachstan für fünf Jahre verboten worden sei. Die Gründe dafür gaben die kasachstanischen Behörden nicht bekannt.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Mir ist der Aufenthalt in Kasachstan für fünf Jahre verboten. Ich habe es gerade herausgefunden.&#8220;</em> Mit diesen Worten gab Evgeny Bunin am 4. September <a href="https://www.facebook.com/100006656040045/posts/3130047573893747/">auf Facebook</a> die gegen ihn verhängte Einreisesperre bekannt. Der Forscher befand sich bereits am Flughafen von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Almaty">Almaty</a>, der größten Stadt im Land. </p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">

Wie das auf Zentralasien spezialisierte Onlinemedium <a href="https://fergana.media/news/122895/">Fergana</a> berichtet, ist der russisch-amerikanische Forscher insbesondere dafür bekannt, dass er im September 2018 die <a href="https://shahit.biz/eng/">Xinjiang Victims Database</a> gründete – eine Datenbank, in der fast 24.000 Opfer von Chinas Repression auflistet werden. In der im Westen Chinas gelegenen Region <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Xinjiang">Xinjiang</a> werden insbesondere <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Uiguren">Uigur:innen</a> – ein mehrheitlich muslimisches, turksprachiges Volk – aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit verfolgt. Nach Angaben der NGO <a href="https://www.hrw.org/fr/news/2018/09/09/chine-repression-massive-dans-une-region-majorite-musulmane">Human Rights Watch</a> könnten fast eine Million Menschen in chinesischen „Umerziehungslagern“ inhaftiert sein.
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Nicht das erste Aufenthaltsverbot</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Es ist nicht das erste Mal, dass Bunin der Zugang zu einem Land verweigert wird. So durfte er im November 2019 nicht nach Usbekistan einreisen. Grenzschutzbeamte teilten ihm offiziell die Verweigerung der Einreiseerlaubnis mit und informierten ihn, dass es sich um ein „persönliches Verbot&#8220; handle. <em>„Der Auslöser war wohl, dass ich den Politologen Anvar Nazir und mit ihm befreundete Aktivisten und Journalisten getroffen habe“</em>, sagte Bunin damals im Interview mit <a href="https://fergana.media/articles/112360/">Fergana</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/flucht-aus-xinjiang-geschichten-von-jenen-die-den-lagern-entkamen/"><strong>Flucht aus Xinjiang – Geschichten von jenen, die den Lagern entkamen </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Bunin behauptet auch, er sei 2018 aus politischen Gründen gezwungen worden, China zu verlassen. <em>„Die chinesischen Behörden haben mich gezwungen, </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kaxgar_(Stadt)"><em>Kaschgar</em></a><em> zu verlassen, wo ich damals lebte. Sie haben es nicht direkt gemacht, sondern indirekt: Sie haben einfach die Unterkunft geschlossen, in der ich wohnte. Sie haben alle rausgeschmissen, aber alle anderen haben eine neue Unterkunft gefunden, nur ich konnte es aus irgendeinem Grund nicht. Überall, wo ich hinkam, gab es „gute“ Gründe, warum ich mich nicht niederlassen konnte. Am Ende musste ich Xinjiang verlassen, es gab keinen anderen Ausweg“</em>, erklärte er im bereits zitierten Interview mit Fergana. </p>


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<p class="wp-block-paragraph">

Gegenüber Novastan lehnte Bunin ab, Fragen zu beantworten. Stattdessen teilte er mit, er habe <em>„im Mai die Öffentlichkeit verlassen und mache keine öffentlichen Dinge mehr, einschließlich Interviews&#8220;</em>. Es bleibt abzuwarten, ob sich das Einreiseverbot auf die Datenbank auswirken wird, eines der wichtigsten Instrumente zur Dokumentation chinesischer Staatsrepression.
</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Joanna Blain, Redakteurin für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/kazakhstan/ouighours-un-chercheur-americain-interdit-dentrer-au-kazakhstan-pour-cinq-ans/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong> </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Kooperiert Tadschikistan mit China bei der Verfolgung von Uiguren?</title>
		<link>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/kooperiert-tadschikistan-mit-china-bei-der-verfolgung-von-uiguren/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/kooperiert-tadschikistan-mit-china-bei-der-verfolgung-von-uiguren/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Guillaume Gérard]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Aug 2021 11:09:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Uigurische Region]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Uiguren]]></category>
		<category><![CDATA[Xinjiang]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=27559</guid>

					<description><![CDATA[<p>Am 10. Juni wurden dem Internationalen Strafgerichtshof neue Dokumente vorgelegt, die die Beteiligung Tadschikistans an der Verfolgung von Uiguren beweisen sollen. Das k&#xF6;nnte die Staatsanw&#xE4;lte des Gerichtshofs dazu veranlassen, eine Untersuchung &#xFC;ber die systematische Verfolgung der Uiguren und anderer chinesischer Minderheiten einzuleiten. Wird der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) bald die Verbrechen gegen die Minderheiten im Uigurischen [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Am 10. Juni wurden dem Internationalen Strafgerichtshof neue Dokumente vorgelegt, die die Beteiligung Tadschikistans an der Verfolgung von Uiguren beweisen sollen. Das könnte die Staatsanwälte des Gerichtshofs dazu veranlassen, eine Untersuchung über die systematische Verfolgung der Uiguren und anderer chinesischer Minderheiten einzuleiten. </strong>

Wird der <a href="https://www.icc-cpi.int/about">Internationale Strafgerichtshof</a> (IStGH) bald die Verbrechen gegen die Minderheiten im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Xinjiang">Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang</a> untersuchen, derer Peking bezichtigt wird? In einer <a href="https://east-turkistan.net/press-release-evidence-of-chinese-operatives-in-tajikistan-rounding-up-uyghurs-and-deporting-them-submitted-to-icc-prosecutors-to-establish-jurisdiction/">Pressemitteilung</a> vom 10. Juni teilten die Anwälte zweier uigurischer Organisationen mit, dass sie den Staatsanwälten neue Beweise für die Beteiligung Tadschikistans an der Verfolgung der Uiguren präsentiert haben.

</p>


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<p class="wp-block-paragraph">

Der Verlautbarung zufolge verhandle China mit Tadschikistan direkt über die Abschiebung von Uiguren. Es würden zwei verschiedene Methoden angewandt werden, um Uiguren auf chinesisches Territorium zurückzubringen: Einerseits werde versucht, die Zielpersonen per Telefonanrufen von Angehörigen dazu zu bewegen, zurückzukehren. Eine Methode, die laut Zeugenberichten auch bei in Kasachstan lebenden Uiguren und aus Xinjiang stammenden Kasachen Anwendung findet [<a href="https://novastan.org/fr/kazakhstan/au-kazakhstan-lenfer-des-rescapes-du-xinjiang/">fr</a>/<a href="https://vlast.kz/obsshestvo/41550-vybratsa-iz-sinczana.html">ru</a>].

Die zweite Methode bestehe darin, die Bewilligung von Aufenthaltserlaubnissen so lange hinauszuzögern, bis die betroffenen Personen in die Illegalität abrutschten und abgeschoben werden können. Die Pressemitteilung meldet einen drastischen Rückgang der Zahl der in Tadschikistan lebenden Uiguren – von ungefähr 3000 Personen im Jahr 2016 auf rund 100 Personen im Jahr 2018.

<strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/uigurische-region/vereinte-nationen-china-empoert-sich-ueber-konferenz-zur-situation-der-uigurinnen/"><strong>Vereinte Nationen: China empört sich über Konferenz zur Situation der UigurInnen</strong> </a>

Darüber hinaus kommen die Anwälte auf die starke chinesische Präsenz an der tadschikischen Grenze zu sprechen: Ein neuer, mit Kameras und Patrouillen verstärkter Grenzzaun sei auf tadschikischem Gebiet errichtet worden. Erwähnt wird ebenfalls der Bau einer chinesischen Militärbasis bei Rangkul in der Autonomen Provinz <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Berg-Badachschan">Berg-Badachschan</a>, nördlich einer ersten <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/geheime-chinesische-militaerbasis-in-tadschikistan-entdeckt/">Basis des chinesischen Militärs</a>, deren Existenz 2019 von der <a href="https://www.washingtonpost.com/world/asia_pacific/in-central-asias-forbidding-highlands-a-quiet-newcomer-chinese-troops/2019/02/18/78d4a8d0-1e62-11e9-a759-2b8541bbbe20_story.html?noredirect=on">Washington Post</a> publik gemacht wurde.
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Von der Unmöglichkeit einer internationalen Untersuchung</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Bei den beiden uigurischen Organisationen, für die die Anwälte arbeiten, handelt es sich um die <a href="https://east-turkistan.net/">Exilregierung der Republik Ostturkestan</a> sowie um das <a href="https://nationalawakening.org/">East Turkistan National Awakening Movement</a>. Wie die <a href="https://www.nytimes.com/2020/07/06/world/asia/china-xinjiang-uighur-court.html">New York Times</a> berichtet, hatten die Anwälte der beiden Organisationen bereits am 6. Juli 2020 eine Klage bei dem IStGH eingereicht.

In einem im Dezember 2020 veröffentlichten Bericht wies die Chefanklägerin des IStGH <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Fatou_Bensouda">Fatou Bensouda</a> darauf hin, dass die vorgelegten Beweise nicht ausreichten, um eine Untersuchung einzuleiten. Das größte Hindernis besteht darin, dass China kein Vertragsstaat des IStGH ist, da Peking niemals das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6misches_Statut_des_Internationalen_Strafgerichtshofs">Römische Statut</a>, die vertragliche Grundlage des IStGH, unterzeichnet hat.

<strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/uigurische-region/sayragul-sauytbay-erhaelt-nuernberger-menschenrechtspreis/">Sayragul Sauytbay erhält Nürnberger Menschenrechtspreis </a></strong>

In seiner ersten Beweisaufnahme war der IStGH außerdem zu der Ansicht gelangt, dass die anfänglichen Beweise nicht ausreichten, um den Tatbestand des „<em>Verbrechens der Deportation</em>“ aus dem tadschikischen Hoheitsgebiet nachzuweisen. Mit den neuen Dokumenten hoffen die Anwälte jetzt das Hindernis für eine internationale Untersuchung aus dem Weg räumen zu können. Da Tadschikistan Vertragsstaat des IStGH ist, könnten die neuen Beweise eine Untersuchung chinesischer Straftaten auf dem Hoheitsgebiet der Republik Tadschikistan möglich machen.

Damit stützen sich die Anwälte, wie das amerikanische Magazin <a href="https://www.newsweek.com/human-rights-lawyers-present-case-icc-investigation-chinas-treatment-uyghurs-1599395">Newsweek</a> erläutert, auf den Präzedenzfall, den die Rechtsprechung des IStGH im Zusammenhang mit den mutmaßlichen Massenverfolgungen und -deportationen der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rohingya">Rohingya</a> in Myanmar geschaffen hatte. Hunderttausende Rohingya flohen im Zuge der Verfolgung aus Myanmar nach Bangladesch. Da Bangladesch Vertragsstaat des IStGH ist, war es für die Staatsanwälte möglich, die Verbrechen gegen die Rohingya zu untersuchen.

<strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/uigurische-region/tausende-moscheen-in-der-uigurische-region-xinjiang-zerstoert/"><strong>Tausende Moscheen in der Uigurischen Region Xinjiang zerstört</strong> </a>

Wie die die Nachrichtenagentur <a href="https://www.reuters.com/world/asia-pacific/lawyers-urge-icc-probe-alleged-forced-deportations-uyghurs-tajikistan-2021-06-10/">Reuters</a> berichtet, obliegt es jetzt dem neuen Chefankläger des IStGH Karim Khan zu prüfen, ob die veränderte Beweislage für die Eröffnung einer Untersuchung ausreicht.
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>China streitet seine Verbrechen weiterhin ab</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
In einem <a href="https://www.amnesty.ch/de/laender/asien-pazifik/china/dok/2021/xinjiang-verbrechen-gegen-menschlichkeit">Bericht</a> vom 10. Juni dieses Jahres kommt Amnesty International zu dem Schluss „<em>dass die chinesische Regierung mindestens die folgenden Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen hat: Freiheitsentzug oder sonstige schwer wiegende Beraubung der körperlichen Freiheit unter Verstoß gegen die Grundregeln des Völkerrechts, Folter und Verfolgung</em>“.

</p>


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<p class="wp-block-paragraph">

Verschiedenen NGOs zufolge werden mehr als eine Million chinesischer Staatsbürger muslimischen Glaubens in den Lagern Xinjiangs festgehalten. Laut den chinesischen Behörden, denen sowohl Zwangsarbeit wie systematische Geburtenkontrolle vorgeworfen wird, handelt es sich bei den Lagern jedoch um nichts anderes als um „<em>Berufsausbildungszentren</em>“, die dazu bestimmt seien, dem „<em>Separatismus</em>“ entgegenzuwirken.
</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Guillaume Gérard, Redakteur für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/tadjikistan/le-tadjikistan-accuse-de-complicite-avec-la-chine-dans-la-persecution-des-ouighours/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Lucas Kühne</strong>
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		<title>Tausende Moscheen in der Uigurischen Region Xinjiang zerstört</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Clerc-Dubois Clément]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 Oct 2020 15:39:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Uigurische Region]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Moscheen]]></category>
		<category><![CDATA[Uiguren]]></category>
		<category><![CDATA[Xinjiang]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Laut dem Bericht eines australischen Think-Tanks wurden in den letzten drei Jahren Tausende Moscheen in der Autonomen Uigurischen Region Xinjiang zerst&#xF6;rt. Die Zahl der Moscheen in der Region ist damit auf dem niedrigsten Stand seit der chinesischen Kulturrevolution im Jahr 1966. Tausende Moscheen im Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang sind in wenigen Jahren besch&#xE4;digt oder zerst&#xF6;rt [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Laut dem Bericht eines australischen Think-Tanks wurden in den letzten drei Jahren Tausende Moscheen in der Autonomen Uigurischen Region Xinjiang zerstört. Die Zahl der Moscheen in der Region ist damit auf dem niedrigsten Stand seit der chinesischen Kulturrevolution im Jahr 1966.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Tausende Moscheen im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Xinjiang">Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang</a> sind in wenigen Jahren beschädigt oder zerstört worden. Dies geht es aus dem <a href="https://www.aspi.org.au/report/cultural-erasure">Bericht</a> „Cultural Erasure“ hervor, der am 24. September vom überparteilichen Think-Tank Australian Strategic Policy Institute (ASPI) veröffentlicht wurde. In seiner Studie verwendete ASPI Satellitendaten, um eine genaue Kartierung der Zerstörung und Beschädigung religiöser und kultureller Stätten in der nordwestchinesischen Region zu erstellen. Seit 2017 ist demnach die Zahl der Moscheen in der Region so niedrig, wie sie es seit der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kulturrevolution">Kulturrevolution</a> von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mao_Zedong">Mao Zedong</a> nicht war.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">So wurden nach Schätzungen des Think-Tanks etwa 16.000 Moscheen (65 Prozent der Gesamtzahl in der Region) beschädigt. Davon wurde die Hälfte vollständig zerstört und das Land als Brache zurückgelassen. Darüber hinaus wurden andere religiöse Stätten wie Schreine oder Friedhöfe abgerissen oder eingeebnet. Die überwiegende Mehrheit dieser Maßnahmen hat seit 2017 stattgefunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die größte Moschee Chinas: zerstört und dann wiederaufgebaut</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum damaligen Zeitpunkt hatte die chinesische Regierung auch begonnen, eine Politik der <a href="https://novastan.org/de/uigurische-region/warum-die-umerziehungslager-in-xinjiang-nicht-nur-muslime-bedrohen/">massenhaften Internierung</a> von UigurInnen und anderen turksprachigen und muslimischen Gruppen in der Region umzusetzen. Heute sollen diese &#8222;Rehabilitationszentren&#8220; laut Peking offiziell <a href="https://www.bbc.com/news/world-asia-china-54195325">mehr als 1,3 Millionen Menschen</a> beherbergen. KritikerInnen bezeichnen dieses Vorgehen als einen kulturellen Genozid.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="521" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/10/1-1536x782-1-1024x521.jpg" alt="" class="wp-image-23467" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/10/1-1536x782-1-1024x521.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/10/1-1536x782-1-300x153.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/10/1-1536x782-1-768x391.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/10/1-1536x782-1-1300x662.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/10/1-1536x782-1.jpg 1536w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Eine Grafik des ASPI-Berichts zeigt die Zahl der Moscheen in Xinjiang seit 1955</figcaption></figure>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ergänzt wird der ASPI-Bericht durch Feldanalysen mit weiteren Details. Mehrere Moscheen in der Region wurden demnach erst zerstört, aber dann in viel kleinerer Form wiederaufgebaut. Die beiden großen Städte der Region, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ürümqi">Ürümqi</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kaxgar_(Stadt)">Kaschgar</a>, blieben jedoch verschont. Der Bericht betont jedoch bezugnehmend auf Berichte der wenigen TouristInnen in der Region, dass die meisten Moscheen in diesen beiden Städten für die Öffentlichkeit geschlossen oder für andere Zwecke umgenutzt würden. Damit dienen sie also eher als sogenannte &#8222;Potemkinsche Dörfer&#8220; und nicht unbedingt als echte religiöse Orte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/uigurische-region/renovieren-auf-xinjiang-art-wie-chinesische-investitionen-das-alte-kaschgar-zerstoeren/"><strong>Renovieren auf Xinjiang-Art – Wie chinesische Investitionen das alte Kaschgar zerstören</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Des Weiteren betont ASPI, dass die Zerstörung des kulturellen Erbes Xinjiangs nur die Fortsetzung der absichtlichen Schändung und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sinisierung">Sinisierung</a> ist, die die chinesische Regierung seit Jahren begeht. Der australische Think-Tank ruft dazu auf, dass alle Regierungen der Welt Druck ausüben und alle chinesischen Kulturveranstaltungen durch die internationale Gemeinschaft boykottiert werden sollten. Außerdem fordern die VerfasserInnen des Berichts eine Untersuchung von Seiten der UNESCO.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Clément Clerc-Dubois, Redakteur für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/region-ouighoure/region-ouighoure-des-milliers-de-mosquees-recemment-detruites/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>


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			</item>
		<item>
		<title>Kasachstan: Fünf Verletzte bei Konflikt zwischen Kasachen und Uiguren</title>
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					<comments>https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-fuenf-verletzte-bei-konflikt-zwischen-kasachen-und-uiguren/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Quentin Couvreur]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 20 Jun 2020 13:16:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[interethnischer Konflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Kasachen]]></category>
		<category><![CDATA[Uiguren]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 16. Juni ist im Gebiet Almaty im S&#xFC;den Kasachstans ein Streit zwischen jungen Kasachen und Uiguren eskaliert. F&#xFC;nf Menschen wurden durch Messerstiche verletzt. Die Beh&#xF6;rden betonen, dass die Gewalt keinen ethnischen Charakter hat, obwohl im vergangenen Februar bei einem Konflikt zwischen Kasachen und Dunganen zehn Menschen get&#xF6;tet wurden. Am 16. Juni ist es im [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-fuenf-verletzte-bei-konflikt-zwischen-kasachen-und-uiguren/">Kasachstan: Fünf Verletzte bei Konflikt zwischen Kasachen und Uiguren</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Am 16. Juni ist im Gebiet Almaty im Süden Kasachstans ein Streit zwischen jungen Kasachen und Uiguren eskaliert. Fünf Menschen wurden durch Messerstiche verletzt. Die Behörden betonen, dass die Gewalt keinen ethnischen Charakter hat, obwohl im vergangenen Februar bei einem Konflikt zwischen Kasachen und Dunganen zehn Menschen getötet wurden. </strong></p>
<p style="text-align: justify;">Am 16. Juni ist es im <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Uygur_District">Uigurischen Bezirk</a> im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Almaty_(Gebiet)">Gebiet Almaty</a> zu einem Konflikt zwischen jungen Kasachen und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Uiguren">Uiguren</a> gekommen, bei dem fünf Menschen verletzt wurden. Laut der kasachstanischen Nachrichtenagentur <a href="https://kaztag.kz/ru/news/ponozhovshchina-mezhdu-kazakhskoy-i-uygurskoy-molodezhyu-proizoshla-v-almatinskoy-oblasti-smi">KazTAG</a> ereignete sich der Vorfall auf einer Straße in der Nähe des Dorfes Shonji, wo zwei Autos fast kollidierten. Die Situation eskalierte dann schnell, als die zehn Insassen der beiden Fahrzeuge begannen sich zu bekämpfen.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p></p>
<p style="text-align: justify;"><em>„Verbale Auseinandersetzungen zwischen Kasachen und Uiguren aus zwei Autos eskalierten in einem Kampf. Infolgedessen wurden fünf Menschen mit Stichwunden ins Krankenhaus eingeliefert. Der Zustand der Opfer ist zufriedenstellend. Drei Personen bleiben weiterhin im Krankenhaus, zwei sind nach Hause zurückgekehrt.“</em>, erklärte der Pressedienst der Gebietsverwaltung gegenüber KazTAG.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Interethnischer Konflikt oder einfacher Streit unter Jugendlichen?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Kurz nach dem Vorfall traf der Gouverneur der Region Almaty, Amandyq Batalov, zu einer Dringlichkeitssitzung in Uigurischen Bezirk ein. <em>&#8222;[Am 17. Juni] hatten wir ein langes Treffen mit den Vertretern des Bezirks. Eine Reihe von Fragen wurden diskutiert. Die Aksakale (Dorfältesten, Anm. d. Ü.) haben gebeten, den Vorfall nicht als ethnischen Konflikt zu betrachten, sondern als einfachen Konflikt zwischen Jugendlichen“</em>, sagte der Direktor des Pressedienstes gegenüber KazTAG.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/zehn-tote-bei-interethnischem-konflikt-in-kasachstan/?noredirect=de_DE"><strong>Zehn Tote bei interethnischem Konflikt in Kasachstan</strong></a></p>
<p style="text-align: justify;">Die Polizei hat ihre Ermittlungen aufgenommen und scheint ebenfalls nicht von einem ethnischen Konflikt auszugehen. Der Vorfall wurde daher nach Artikel 293 des kasachstanischen Strafgesetzbuches als „Rowdytum“ bezeichnet. <em>„Sie haben einfach die Straße nicht freigegeben. Auf einem nicht regulierten Abschnitt sind die zwei Autos fast kollidiert, was zu dem Konflikt führte“</em>, erklärte Galymurat Jukel, der Pressesprecher der Gebietsverwaltung, gegenüber dem kasachstanischen Nachrichtenportal <a href="https://informburo.kz/novosti/uygurskiy-rayon-prosyat-pereimenovat-akimat-ne-svyazyvaet-eto-s-konfliktom-mestnyh-zhiteley-107749.html?utm_source=telegram.org&amp;utm_medium=news&amp;utm_campaign=vd">Informburo</a>.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Wird das Dorf Shonji bald umbenannt?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Am 17. Juni, also am Tag nach dem Vorfall, gab Galymurat Jukel bekannt, dass BewohnerInnen des Dorfes Shonji, deren ethnische Zugehörigkeit nicht angegeben wurde, den Gouverneur gebeten hätten, den Bezirk und das Dorf umzubenennen<em>. &#8222;In der Tat wurde diese Frage gestellt. [Einige EinwohnerInnen] haben vorgeschlagen, das Dorf Shonji und den Uigurischen Bezirk umzubenennen. [&#8230;] Der Gouverneur der Region, Amandyq Batalov, sagte, dass die Entscheidung nach einer Prüfung der Vorschläge getroffen werde“</em>, erklärte der Pressesprecher.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/zusammenstoesse-im-sueden-kasachstans-interethnischer-konflikt-oder-mafiastreit/?noredirect=de_DE"><strong>Zusammenstöße im Süden Kasachstans: interethnischer Konflikt oder Mafiastreit?</strong></a></p>
<p style="text-align: justify;">Jukel fügte hinzu, dass es keinen Zusammenhang zwischen dem Konflikt vom 16. Juni und den Forderungen der EinwohnerInnen gebe. <em>&#8222;Diese Anfrage kommt von Anwohnern, ich kann </em><em>Ihnen </em><em>also nicht sagen, womit es zusammenhängt. [&#8230;] Nein, es hat nichts mit dem Konflikt zwischen den jungen Menschen zu tun, der sich am 16. Juni ereignete&#8220;</em>, schloss er nach Angaben von KazTAG.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Angespannte Lage im Südosten Kasachstans</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Nach den Daten der letzten offiziellen <a href="https://www.liportal.de/fileadmin/user_upload/oeffentlich/Kasachstan/40_gesellschaft/Kaz2009_Analytical_report.pdf">kasachstanischen Volkszählung</a> von 2009 lebten 224.713 UigurInnen in Kasachstan, was 1,4 Prozent der Gesamtbevölkerung des Landes entspricht. <a href="http://pop-stat.mashke.org/kazakhstan-ethnic2010.htm">Zu jenem Zeitpunkt</a> bildeten die UigurInnen jedoch die Bevölkerungsmehrheit im Uigurischen Bezirk des Gebiets Almaty. Das Verhältnis zwischen den kasachstanischen Behörden und der uigurischen Minderheit ist seit der Unabhängigkeit des Landes im Jahr 1991 stark von der chinesischen Politik in der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Xinjiang">Autonomen Uigurischen Region Xinjiang</a> beeinflusst. Unter chinesischem Druck verschärfte die kasachstanische Regierung ihre Politik gegenüber den UigurInnen, deren Nationalismus manchmal als Bedrohung der nationalen Sicherheit Kasachstans wahrgenommen wird.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p></p>
<p style="text-align: justify;">Im Südosten Kasachstans kam es zwar noch nie zu großer Gewalt unter Beteiligung der uigurischen Gemeinschaft, jedoch ist die Region nicht frei von interethnischen Spannungen. Zuletzt führte im Februar im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schambyl_(Gebiet)">Gebiet Jambyl</a> ein Verkehrsunfall, an dem Kasachen und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dunganen">Dunganen</a> beteiligt waren, zu einem <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/zehn-tote-bei-interethnischem-konflikt-in-kasachstan/?noredirect=de_DE">interethnischen Konflikt</a>. Die Gewalt forderte 10 Todesopfer, darunter 9 Dunganen, bevor die Polizei einschreiten konnte und Dutzende Menschen festnahm. Dieser angespannte Kontext könnte erklären, warum die Behörden sofort darauf bestanden haben, dass der Vorfall vom 16. Juni kein interethnischer Konflikt gewesen sei, obwohl die Untersuchung gerade erst begonnen hat.</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Quentin Couvreur, Redakteur für Novastan</strong></p>
<p style="text-align: right;"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/kazakhstan/kazakhstan-cinq-personnes-poignardees-dans-un-conflit-entre-kazakhs-et-ouighours/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>
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		<pubDate>Tue, 31 Mar 2020 02:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Ladenbesitzer beim Tee vor seinem Gesch&#xE4;ft in Kashgar, in Xjinjiang . Foto: Christopher Wilton-Steer (Vereinigtes K&#xF6;nigreich) Findet alle unsere Bilder des Tages hier</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Ladenbesitzer beim Tee vor seinem Geschäft in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kaxgar_(Stadt)" target="_blank" rel="noopener">Kashgar</a>, in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Xinjiang" target="_blank" rel="noopener">Xjinjiang .</a></p>
<p><strong>Foto: <a href="http://www.wilton-photography.com/" target="_blank" rel="noopener"> Christopher Wilton-Steer </a></strong> (Vereinigtes Königreich)</p>
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