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	<title>Überschwemmung Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Thu, 25 Apr 2024 07:40:59 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Überschwemmung Archives</title>
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		<title>Der Klimawandel und Hochwasser: Ist Kasachstan gewappnet für neue Katastrophen?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[cabarasia]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Apr 2024 07:40:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Flut]]></category>
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		<category><![CDATA[Naturkatastrophe]]></category>
		<category><![CDATA[Überschwemmung]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kasachstan wurde von einem derart starken Frühlingshochwasser getroffen, dass in zehn Regionen des Landes der Ausnahmezustand verhängt wurde. Expert:innen sind sich einig: Das Ausmaß der diesjährigen Überschwemmungen ist Folge des menschengemachten Klimawandels. Um weiteren Katastrophen vorzubeugen, sind neue, regionale Ansätze notwendig.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr als 6.000 überflutete Häuser, über 117.000 evakuierte Anwohner:innen, Ausnahmezustand in zehn Regionen des Landes, sieben Todesopfer – das sind die Folgen der beispiellosen Überschwemmung in Kasachstan [Stand 19. April 2024]. Ökolog:innen und Klimatolog:innen bringen dies mit dem globalen Klimawandel in Verbindung und warnen: Überschwemmungen, Dürren und andere Naturkatastrophen könnten in Kasachstan zum Dauerzustand werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/ueberschwemmungen-in-kasachstan-klimanotstand-in-mehreren-regionen-ausgerufen/"><strong>Überschwemmungen in Kasachstan: Klimanotstand in mehreren Regionen ausgerufen</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Solch große und zerstörerische Überschwemmungen wie im Jahr 2024 hat es in den letzten 80 Jahren in Kasachstan nicht gegeben. Expert:innen für Wasserressourcen meinen, dass die Ursachen große Niederschlagsmengen im Winter und ein ungewöhnlich warmer März waren, welcher zu einer starken Schneeschmelze führte. Der mit Feuchtigkeit übersättigte und stellenweise noch gefrorene Boden konnte das Schmelzwasser nicht aufnehmen. Das gesamte Wasser gelangte in die Flüsse, die infolgedessen über die Ufer traten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Mehr Überschwemmungen und Dürren</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die auf Hochwasserrisiko spezialisierte Ingenieurin Renata Sadrtdinova untersucht den Zustand der Wasserressourcen in Kasachstan. Sie ist überzeugt, dass der Hauptgrund für den schneereichen Winter und den ungewöhnlich warmen März der globale Klimawandel ist. Die aktuelle Flut sei nur ein Vorbote zukünftiger Katastrophen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Der Klimawandel wird bestehende Probleme, insbesondere Überschwemmungen und Dürren, weiter verschärfen“</em>, erklärt Sadrtdinova. <em>„Im letzten Jahrzehnt wurden viele Studien veröffentlicht, […] die den Klimawandel bis 2050 und bis 2100 vorhersagen. Prognosen zufolge werden die Temperaturen in ganz Kasachstan bis zum Jahr 2100 voraussichtlich um 7 Grad Celsius ansteigen. Gleichzeitig ist in sehr feuchten Regionen wie Ost- und Nordkasachstan mit verstärkten Niederschlägen zu rechnen, in trockenen Regionen wie dem </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mangghystau_%28Gebiet%29"><em>Gebiet Mañğystau</em></a><em> hingegen werden wir Dürreperioden beobachten, ähnlich denen, die bereits <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/wegen-hitze-notstand-im-sueden-kasachstans/">2021 aufgetreten sind</a>.“</em></p>



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<p class="wp-block-paragraph">Als Hauptursache für den Klimawandel nennt die Expertin den Faktor Mensch: Schadstoffemissionen in die Atmosphäre hätten die Prozesse des Klimawandels deutlich beschleunigt. <em>„Ohne menschliches Zutun würde sich das Klima auch ändern, allerdings viel langsamer“</em>, ist Sadrtdinova überzeugt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Regionale Ansätze notwendig</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kann man sich auf solche Katastrophen vorbereiten? Laut Quralaı İahieva, Expertin für Klimawandel und Koordinatorin des öffentlichen Fonds „Wasserpartnerschaft Kasachstans“, haben Wissenschaftler:innen bereits vor 10 bis 15 Jahren Alarm geschlagen. Die aktuellen Überschwemmungen seien nichts anderes als eine Folge mangelnder Aufmerksamkeit der Behörden gegenüber Umweltproblemem.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Kasachstan ist ein sehr großes Land. Wir haben Wälder, Steppen und Berge. Daher muss die Anpassung an den Klimawandel umfassend angegangen und für jede Region ein eigener wissenschaftlicher Ansatz entwickelt werden“</em>, meint İahieva.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie erinnerte daran, dass Kasachstan an großen Konferenzen zum Klimawandel teilgenommen und Konventionen und Protokolle zum Thema Wasser unterzeichnet hat, sodass die Regierungsebene sich dieses Problems bewusst sein sollte. Allerdings wechselt die Leitung der für Gewässer zuständigen Regierungsbehörden sehr häufig.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/ural-fluss-verschwindet/"><strong>Der Ural – ein Fluss verschwindet</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Im Jahr 2020 haben wir ein staatliches Programm zur Bewirtschaftung der Wasserressourcen vorbereitet. Aber aufgrund der Tatsache, dass der Ausschuss für Wasserressourcen von einem Ministerium zum anderen übertragen wurde, musste dieses Programm mehrmals neu genehmigt und die damit verbundenen Aktivitäten überarbeitet werden. All dies führte dazu, dass die von 2020 bis 2024 geplanten Aktivitäten nicht umgesetzt wurden. Wenn die Arbeiten im Rahmen dieses Programms rechtzeitig durchgeführt worden wären, hätte vieles vermieden werden können“, </em>so die Expertin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut İahieva hat sich aufgrund des Klimawandels auch die Hochwassersaison in Kasachstan verschoben: <em>„Das Hochwasser wurde immer im April erwartet. Im März ließ man Wasser aus den Stauseen ab und bereitete sich so auf das Hochwasser vor. Jetzt beginnen die Überschwemmungen Ende März, was bedeutet, dass im Januar und Februar Wasser aus den Stauseen abgelassen werden muss. Daher ist es zunächst notwendig, die gesamte Hydrologie der Flüsse Kasachstans erneut zu untersuchen, das System der Stauseen unter Berücksichtigung des Klimawandels zu überarbeiten und sich auf der Grundlage wissenschaftlicher Forschung auf weitere Naturkatastrophen vorzubereiten.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Was macht die Regierung?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Renata Sadrtdinova spricht von einem ähnlichen Problem: <em>„Das Klima wird sich weiter verändern, insbesondere in Regionen wie Kasachstan, weil wir viel Methan und Kohlendioxid ausstoßen. Aber ich sehe nicht, dass die Regierung sich damit überhaupt beschäftigt.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch wird auf Regierungsebene regelmäßig über den Klimawandel gesprochen und der Wille bekundet, die Emissionen zu reduzieren. Im Dezember 2023 <a href="https://tengrinews.kz/kazakhstan_news/izmenenie-klimata-kazahstane-ministr-otsenil-masshtabyi-520679/">bewertete</a> Kasachstans Minister für Ökologie und natürliche Ressourcen, Erlan Nysanbaev, das Ausmaß der Bedrohung durch den Klimawandel. Er erklärte, Kasachstan unternehme Schritte, <em>„um seinen Verpflichtungen nachzukommen und dem allgemeinen globalen Trend zur Reduzierung des Einsatzes fossiler Brennstoffe zu folgen“.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/klimawandel-und-wasserressourcen-in-zentralasien-wachsende-unsicherheit/"><strong>Klimawandel und Wasserressourcen in Zentralasien: Wachsende Unsicherheit</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Das Klima hat sich verändert. Und natürlich kann dieser Prozess […] gestoppt werden, wenn wir den Klimawandel beziehungsweise den Anstieg der Lufttemperatur auf dem Planeten Erde bei bis zu 1,5-2 Grad belassen. Heute verstehen die Staaten, dass dieses Problem eine Bedrohung für die Existenz der gesamten Menschheit darstellt. Da wir in der Vergangenheit große Mengen an fossilen Brennstoffen verbraucht haben, müssen wir in dieser Richtung sehr vorsichtig vorgehen, aber gleichzeitig die nachhaltige Entwicklung unserer Wirtschaft sicherstellen“</em>, erklärte der Minister.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kasachstan arbeitet mit vielen internationalen Organisationen zusammen, um die Folgen des Klimawandels zu minimieren. Das Land hat sich zur Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung verpflichtet und das Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC) und das Pariser Abkommen ratifiziert. Im Jahr 2023 wurde die <a href="https://adilet.zan.kz/rus/docs/U2300000121">Strategie zur Erreichung der CO2-Neutralität bis 2060</a> verabschiedet.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Ahmet Isaev für CABAR</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://cabar.asia/ru/izmeneniya-klimata-i-anomalnye-pavodki-gotov-li-kazahstan-k-novym-kataklizmam"><strong>Russischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



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			</item>
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		<title>Überschwemmungen in Kasachstan: Klimanotstand in mehreren Regionen ausgerufen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Apr 2024 13:24:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Emba]]></category>
		<category><![CDATA[Evakurierung]]></category>
		<category><![CDATA[Hochwasser]]></category>
		<category><![CDATA[Naturkatastrophe]]></category>
		<category><![CDATA[Staudamm]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In diesem Jahr verst&#xE4;rkten starke Regenf&#xE4;lle und steigende Temperaturen die Schneeschmelze und f&#xFC;hrten in mindestens zehn Regionen Kasachstans zu schweren &#xDC;berschwemmungen. Pr&#xE4;sident Qassym-Jomart Toqaev und vor allem die Bev&#xF6;lkerung beklagten die mangelnde Vorbereitung der lokalen Beh&#xF6;rden. Die allj&#xE4;hrliche Schneeschmelze hat sich in diesem Jahr zu einem Katastrophenszenario entwickelt. Seit dem 25. M&#xE4;rz ist Kasachstan mit [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>In diesem Jahr verstärkten starke Regenfälle und steigende Temperaturen die Schneeschmelze und führten in mindestens zehn Regionen Kasachstans zu schweren Überschwemmungen. Präsident Qassym-Jomart Toqaev und vor allem die Bevölkerung beklagten die mangelnde Vorbereitung der lokalen Behörden.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die alljährliche Schneeschmelze hat sich in diesem Jahr zu einem Katastrophenszenario entwickelt. Seit dem 25. März ist Kasachstan mit einer Reihe von Hochwassern beispiellosen Ausmaßes konfrontiert, die Brücken, Dämme und Teile von Autobahnen zerstörten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ab dem 4. April wurde der Klimanotstand auf zehn Regionen Kasachstans ausgeweitet, wie <a href="https://vlast.kz/novosti/59640-rezim-cs-mestnogo-masstaba-dejstvuet-v-10-regionah-kazahstana.html">Vlast</a> berichtet. Laut Dinara Nurgalıeva, der offiziellen Sprecherin des Ministeriums für Notfälle, waren in den Regionen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aqt%C3%B6be_(Gebiet)">Aqtöbe</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qostanai_(Gebiet)">Qostanaı</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Westkasachstan">Westkasachstan</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Abai_(Gebiet)">Abaı</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ulytau_(Gebiet)">Ulytau</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aqmola_(Gebiet)">Aqmola</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qaraghandy">Qarağandy</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Atyrau">Atyrau</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pawlodar_(Gebiet)">Pavlodar</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nordkasachstan">Nordkasachstan</a> besondere Maßnahmen erforderlich.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Mehrere Regionen von Überschwemmungen betroffen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Land war zunächst im Westen von Hochwasser aus dem Fluss <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ural_(Fluss)">Ural</a> betroffen. Darauf folgten starke Überschwemmungen in der Region Atyrau, nachdem die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Emba">Emba</a> über die Ufer getreten war. Auch in den Regionen Abaı, Aqmola und Ostkasachstan traten Flüsse über die Ufer, nachdem es zwischen dem 7. und 10. April zu heftigen Regenfällen gekommen war.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Am 10. April schien sich die Lage in den Regionen Aqtöbe und Qostanaı stabilisiert zu haben. Gemäß der Wetteragentur <a href="https://www.kazhydromet.kz/ru/">Kazhydromet</a> kam es aber noch bis zum 13. April im ganzen Land zu weiteren Niederschlägen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der plötzliche Anstieg des Wassers brachte viele Staudämme in Kasachstan und Russland in Schwierigkeiten, zudem habe ein Staudamm in der russischen Region <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Oblast_Orenburg">Orenburg</a> die bereits kritische Situation in Westkasachstan noch verschärft. Während sich die kasachstanischen Distrikte <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Syrym_District">Syrym</a>, <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Karatobe_District">Qaratöbe</a>, <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Borili_District">Börili </a>und <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Terekti_District">Terekti</a> seit dem 25. März im Ausnahmezustand befanden, mussten die russischen Behörden den Wasserdurchfluss des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Iriklinski-Stausee">Iriklinski-Stausees</a> erhöhen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Staudämme auf dem Prüfstand des steigenden Wassers</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Laut dem russischen Medium <a href="https://www.ural56.ru/news/717284/">Ural56</a> soll der stark gestiegene Wasserzufluss die Behörden zu dieser Entscheidung veranlasst haben. Nach Angaben der Dammverwaltung hätte die gemessene Wassermenge am 1. April 90.000 Kubikmeter erreicht, nachdem sie in den vorangegangenen Tagen stetig gestiegen war. Am 2. April wurde in der Region Westkasachstan der Klimanotstand ausgerufen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch in der Region Aqtöbe stieg die Wassermenge zu schnell an, sodass der Magajan-Damm brach, berichtet <a href="https://vlast.kz/novosti/59601-v-aktubinskoj-oblasti-prorvalo-plotinu-magadzanskogo-vodohranilisa-soobsili-v-pravitelstve.html">Vlast</a>. Der Stausee enthielt ein Volumen von 15,8 Millionen Kubikmetern Wasser, was zum Bruch des Stausees geführt haben soll. Derzeit <a href="https://vlast.kz/novosti/59714-v-otnosenii-sobstvennika-plotiny-magadzanskogo-vodohranilisa-vedetsa-dosudebnoe-rassledovanie.html">wird untersucht</a>, ob der Vorfall durch eine bessere Wartung der Infrastruktur hätte vermieden werden können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem brach der Schtscherbakow-Damm unter dem Druck des Wassers und verstärkte die Flut des Flusses <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Irgis_(Fluss)">Yrğyz</a>. Die gesamte Bevölkerung des nahegelegenen Dorfes musste evakuiert werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Tausende Einwohnende vertrieben</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bis zum 15. April waren laut <a href="https://vlast.kz/novosti/59766-pocti-1112-tys-celovek-spaseno-vo-vrema-pavodkov-mcs.html">Vlast</a> fast 111.200 Menschen vertrieben worden. Seit Beginn der Überschwemmungen konnten nur 11.950 Personen in ihre Häuser zurückkehren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Gespräch mit <a href="https://rus.azattyq.org/a/32888035.html">Radio Azattyq</a> berichtet Sevilıa Kuspanova, dass sie aus der Stadt Derkul im Bezirk Uralsk in der Nähe von Russland evakuiert wurde: „<em>Man hatte uns gewarnt, ja, dass wir evakuiert werden, dass wir uns vorbereiten müssten</em>. <em>Aber es war nicht das erste Mal und wir dachten nicht, dass es so schlimm sei.</em> <em>Dann sah ich, dass das Wasser in den Nachbarhof eingedrungen war und anfing zu steigen.</em> <em>Da wurde mir klar, dass es Zeit war, zu gehen.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie alle anderen in der Unterkunft nahm auch Kuspanova nur das Nötigste mit: ein paar Habseligkeiten und wichtige Dokumente. Ihr Haus ist fast vollständig mit Wasser bedeckt. „<em>Hier können wir uns gegenseitig unterstützen.</em> <em>Hier sitzen wir zusammen und weinen, wir verstehen den Schmerz jedes und jeder Einzelnen“,</em> fügte sie hinzu.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Sachschäden</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Laut einer von <a href="https://vlast.kz/novosti/59640-rezim-cs-mestnogo-masstaba-dejstvuet-v-10-regionah-kazahstana.html">Vlast</a> weitergeleiteten Bilanz vom 7. April waren in den nordwestlichen Regionen immer noch 3.702 private Wohngebäude überflutet. Obwohl fast 24.000 Beamte in die betroffenen Gebiete entsandt wurden, kritisierte der Präsident Kasachstans die mangelnde Vorbereitung der lokalen Behörden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben von <a href="https://eurasianet.org/colossal-floods-stun-kazakhstan">Eurasianet</a> soll es in der kasachischen Verwaltung immer wieder zu einem schlechten Umgang mit Überschwemmungen kommen. Die Regierung kritisiert die Langsamkeit der lokalen Verantwortlichen sowie deren Unfähigkeit, aus früheren Katastrophen zu lernen. Lokale Beamte wiederum behaupten, dass Naturkatastrophen von Jahr zu Jahr schlimmer und unberechenbarer werden.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Ottilie Pascal, Redakteurin für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/kazakhstan/inondations-kazakhstan-letat-durgence-climatique-decrete/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Michèle Häfliger</strong></p>



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			</item>
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		<title>Turkmenistan: Mehrere Dörfer nach dem Bruch eines Staudamms überflutet</title>
		<link>https://novastan.org/de/turkmenistan/turkmenistan-mehrere-doerfer-nach-dem-bruch-eines-staudamms-ueberflutet/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Quentin Couvreur]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Jun 2020 12:33:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
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		<category><![CDATA[Lebap]]></category>
		<category><![CDATA[Mary]]></category>
		<category><![CDATA[Überschwemmung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zwischen dem 8. und dem 12. Juni ist am Fluss Murgap im S&#xFC;dosten Turkmenistans ein Staudamm gebrochen. Dies f&#xFC;hrte zu schweren &#xDC;berschwemmungen in mehreren D&#xF6;rfern in den Provinzen Mary und Lebap, teilweise Hunderte Kilometer vom Staudamm entfernt. Die Beh&#xF6;rden schweigen &#xFC;ber die Katastrophe, obwohl sich die Provinz Lebap kaum von den Verw&#xFC;stungen eines heftigen Sturms [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Zwischen dem 8. und dem 12. Juni ist am Fluss Murgap im Südosten Turkmenistans ein Staudamm gebrochen. Dies führte zu schweren Überschwemmungen in mehreren Dörfern in den Provinzen Mary und Lebap, teilweise Hunderte Kilometer vom Staudamm entfernt. Die Behörden schweigen über die Katastrophe, obwohl sich die Provinz Lebap kaum von den Verwüstungen eines heftigen Sturms erholt hat.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Weniger als anderthalb Monate nach dem <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/zwischen-klimakatastrophe-und-nepotismus-der-bruch-des-sardoba-damms-in-usbekistan/?noredirect=de_DE">Bruch des Sardoba-Staudamms</a> in Usbekistan ist in Turkmenistan zwischen dem 8. und dem 12. Juni der Staudamm von Soltan Bend gebrochen. Dies berichtete das unabhängige turkmenische Nachrichtenportal <a href="https://www.hronikatm.com/2020/06/dam-break/">Chronicles of Turkmenistan</a> am 15. Juni. Der Damm befindet sich am Fluss <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Murgab_(Karakum)">Murgap</a>, der seinen Ursprung in Afghanistan nimmt, bevor er die turkmenische <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mary_wela%C3%BDaty">Provinz Mary</a> durchfließt und im Sand der Wüste <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Karakum">Karakum</a> versickert. Flussabwärts kreuzt der Murgap den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Karakumkanal">Karakumkanal</a>, der mit seinen 1.375 Kilometern der längste der Welt ist. Dieser Kanal verbindet den Murgap mit dem Fluss <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Amudarja">Amudarja</a>, der mehrere hundert Kilometer weiter östlich verläuft.</p>
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<p style="text-align: justify;">Der Damm war 1890 auf Befehl von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_III._(Russland)">Zar Alexander III.</a> zur Bewässerung des Murgap-Tals errichtet worden und soll laut Chronicles of Turkmenistan seit mindestens 30 oder 40 Jahren nicht repariert worden sein. Der Bruch des Damms führte zum Überlaufen des Karakumkanals sowie zu einem Anstieg des Pegels von Murgap und Amudarja.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Mehrere Dörfer überflutet</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Nach dem Dammbruch wurden mehrere Dörfer in der Provinz Mary überflutet, insbesondere im <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/%C3%9Dol%C3%B6ten_District">Bezirk Ýolöten</a>. In dem Dorf Sultan, das sich in der Nähe des Staudamms befindet, sollen mehr als 100 Häuser zerstört worden sein, wodurch die BewohnerInnen gezwungen wurden, auf den Höhen oder in nahe gelegenen Dörfern Zuflucht zu suchen.</p>
<p style="text-align: justify;">Laut <a href="https://rus.azathabar.com/a/30670348.html">Radio Azatlyk</a>, dem turkmenischen Dienst des amerikanischen Medienhauses Radio Free Europe, sind auch Dörfer in der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Lebap_wela%C3%BDaty">Provinz Lebap</a> von den Überschwemmungen betroffen. Die meisten dieser Dörfer befinden sich im <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Kerki_District">Bezirk Kerki</a>, wo der Karakumkanal in den Amudarja mündet.</p>
<p><iframe title="TURKMENISTAN. GARAMETNIÝAZ WE NIÇKA  OBALARNY GARAGUM KANALY JOŞUP SUW BASYPDYR." width="500" height="281" src="https://www.youtube.com/embed/8Qo83qq1LJg?start=8&#038;feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></p>
<p style="text-align: justify;">Das Wasser hat auch Felder überflutet, zumal sich die Landwirtschaft in der Region entlang von Flüssen und Kanälen konzentriert. Andererseits verhindert der Bruch des Staudamms nun die Versorgung des Hanyap-Kanals, der den westlichen Teil des Bezirks Ýolöten bewässert. Laut Chronicles of Turkmenistan sind AgronomInnen besorgt, dass aufgrund der hohen Temperaturen Baumwolle austrocknen könnte.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Die offiziellen Medien schweigen</strong></p>
<p style="text-align: justify;">In Turkmenistan, wo Informationen streng von der Regierung kontrolliert werden, ist noch wenig über die Ereignisse bekannt. Die Behörden haben keine Angaben über die Anzahl der betroffenen Dörfer und die Anzahl der Opfer gemacht. Weder das genaue Datum noch die Ursache des Einsturzes des Staudamms sind bekannt. Das Gleiche gilt für die Auswirkungen des Dammbruchs auf den Betrieb des Bewässerungssystems.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/ost-turkmenistan-nach-unwettern-stark-verwuestet/?noredirect=de_DE">Ost-Turkmenistan nach Unwettern stark verwüstet</a></strong></p>
<p style="text-align: justify;">Die offiziellen turkmenischen Medien schweigen über den Vorfall. Am 15. Juni begannen einige Informationen und mehrere Videos im Internet zu zirkulieren, hauptsächlich dank unabhängiger Medien. Die offizielle Nachrichtenagentur <a href="http://tdh.gov.tm/news/en/articles.aspx&amp;article23060&amp;cat26">TDH</a> berichtete derweil lieber über die einen neuen Freizeitkomplex in der Nähe der Hauptstadt Aschgabat, den Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gurbanguly_Berdimuhamedow">Gurbanguly Berdimuhamedow</a> einweihte.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/turkmenistan-proteste-gegen-untaetigkeit-der-regierung/?noredirect=de_DE">Turkmenistan: Proteste gegen Untätigkeit der Regierung</a></strong></p>
<p style="text-align: justify;">Darüber hinaus hat die Regierung laut Radio Azatlyk den betroffenen Dörfern bisher keine Hilfe geleistet. <em>&#8222;Um Wasser aus den Häuser und Straßen zu pumpen, ist eine spezielle Ausrüstung erforderlich, aber wir haben sie noch nicht erhalten. Die Bewohner flüchteten auf den Hügel des Dorfes und beobachteten, wie ihre Häuser vor ihren Augen zusammenbrachen“</em>, berichtet der Korrespondent von Radio Azatlyk aus dem in der Provinz Mary gelegenen Dorf Nichka.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Lebap zuvor schon schwer von Sturm getroffen</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Die Überschwemmungen infolge des Dammbruchs erfolgen anderthalb Monate nach einem <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/ost-turkmenistan-nach-unwettern-stark-verwuestet/?noredirect=de_DE">Orkan</a>, der die Provinz Lebap am 27. April schwer getroffen hatte. Der Sturm verursachte erhebliche Sachschäden und zerstörte einen Teil der Ernte. Mehrere Menschen starben. Die turkmenischen Behörden versuchten, die Katastrophe zu vertuschen, indem sie die Fotos und Zeugenberichte zensierten, während die offiziellen Medien die Informationen einfach nicht weitergaben.</p>
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<p style="text-align: justify;">In dem autoritär geführten Land, in dem Proteste extrem selten sind, hat die Untätigkeit der Regierung einen Teil der Bevölkerung empört. Am 13. Mai <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/turkmenistan-proteste-gegen-untaetigkeit-der-regierung/?noredirect=de_DE">demonstrierten</a> Menschen in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%BCrkmenabat">Türkmenabat</a>, der Hauptstadt der Provinz Lebap, um die mangelnde Rücksichtnahme der Behörden gegenüber der durch Inflation verarmten Provinz anzuprangern. Diese Unzufriedenheit, die in der turkmenischen Diaspora auf Resonanz stieß, zwang lokale Beamte zwar dazu, sich mit den AnwohnerInnen zu treffen und einige Maßnahmen anzukündigen. Doch angesichts der Tatsache, dass praktische Reaktionen seitens der Behörden ausblieben, ist davon auszugehen, dass sie aus diesen Ereignissen keine Lehren gezogen haben.</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Quentin Couvreur, Redakteur für Novastan</strong></p>
<p style="text-align: right;"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/turkmenistan/de-nombreux-villages-inondes-apres-la-rupture-dun-barrage-au-turkmenistan/">Französischen</a> von Robin Roth</strong></p>
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