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	<title>TV Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
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		<title>Russlands Druck auf zentralasiatische Medien nimmt zu</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Emma Collet]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Oct 2022 19:07:01 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>ENTSCHL&#xDC;SSELUNG. Die Berichterstattung &#xFC;ber den Krieg in der Ukraine wird in Zentralasien erschwert. W&#xE4;hrend staatliche Medien sich in Selbstzensur &#xFC;ben, wird Zentralasiens unabh&#xE4;ngige Presse vom Kreml und seiner restriktiven Regierungsbeh&#xF6;rde Roskomnadzor auf die Probe gestellt. Welche mediale und digitale Souver&#xE4;nit&#xE4;t haben die L&#xE4;nder der Region? Eine Analyse. Es ist eine Wende, die viel &#xFC;ber die [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>ENTSCHLÜSSELUNG. Die Berichterstattung über den Krieg in der Ukraine wird in Zentralasien erschwert. Während staatliche Medien sich in Selbstzensur üben, wird Zentralasiens unabhängige Presse vom Kreml und seiner restriktiven Regierungsbehörde Roskomnadzor auf die Probe gestellt. Welche mediale und digitale Souveränität haben die Länder der Region? Eine Analyse.</strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist eine Wende, die viel über die Freiheit des kasachstanischen Fernsehlandschaft aussagt. Beeline, der Hauptbetreiber in Kasachstan, hatte angekündigt, die Ausstrahlung bestimmter russischer Kanäle einzustellen, darunter die kremlnahen Propagandamaschinen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Perwy_kanal">Perwyj Kanal</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/NTW">NTV</a>. Doch wie das kasachstanische Nachrichtenportal <a href="https://vlast.kz/novosti/51938-beeline-kazakhstan-ne-stanet-prekrasat-translaciu-rossijskih-kanalov.html">Vlast</a> unter Berufung auf das russische Ministerium für digitale Entwicklung berichtete, revidierte das Unternehmen seine Entscheidung am 3. Oktober. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstans-schrittweise-entfernung-von-russland/"><strong>Kasachstans schrittweise Entfernung von Russland </strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„In </em><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstans-hauptstadt-wird-in-astana-rueckbenannt/"><em>Astana</em></a><em> wird die Einstellung der Ausstrahlung russischer Fernsehsender heiß diskutiert, und die Mehrheit ist dafür. Aber Tatsache ist, dass sich nichts ändert“</em>, erklärt der kasachstanische Politologe Dimash Aljanov gegenüber Novastan. Trotz zivilgesellschaftlichen Drucks bleibt das kasachstanische Fernsehen daher unter einem russischen Einfluss, der sich auch in den Printmedien wiederfindet. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Tatsächlich hat Moskau über seine Regierungsbehörde <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Föderaler_Dienst_für_die_Aufsicht_im_Bereich_der_Kommunikation,_Informationstechnologie_und_Massenkommunikation">Roskomnadzor</a> bestimmte unabhängige zentralasiatische Medien-Websites blockiert, wie eine Untersuchung von <a href="https://mediazona.ca/article/2022/10/03/rknkz">MediaZona</a> enthüllt. Die staatliche Zensurbehörde schickte Warnschreiben an russischsprachige Nachrichtendienste aus Kasachstan und Kirgistan und forderte diese auf, verschiedene Artikel über den Krieg in der Ukraine zurückzuziehen. Dies betraf unter anderem <a href="https://kloop.kg/">Kloop</a> in Kirgistan sowie <a href="https://katel.kz/">Katel</a> und <a href="https://newtimes.kz/">NewTimes</a> in Kasachstan. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Der Krieg in der Ukraine wird zensiert</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Wie die Direktorin von Kloop gegenüber <a href="https://mediazona.ca/article/2022/10/03/rknkz">MediaZona</a> betonte, blockiert Roskomnadzor Websites, die für Russlands Invasion in der Ukraine das Wort „Krieg“ statt „Spezialoperation“ verwenden. Obwohl die Sperrungen auf russisches Gebiet beschränkt sind und somit die zentralasiatischen Medien nicht im Inland betreffen, besteht Dimash Aljanov darauf, dass diese „Warnungen“ erfolgen, um <em>„bestimmte Sanktionen gegen sie zu verhängen“</em> und sie zum Schweigen zu bringen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Direktorin der kasachstanischen öffentlichen Stiftung <a href="https://lmc.kz/ru/news/legal-media-center-won-case-against-kazakhstan-un-human-rights-committee">Legal Media Center</a>, Diana Okremova, erklärte gegenüber MediaZona, dass <em>„solche Aktionen von Roskomnadzor als Element der Informationskriegsführung bezeichnet werden können“</em>. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/eine-eklatante-manifestation-von-russophobie-kasachstan-im-epizentrum-eines-informationskriegs/"><strong>„Eine eklatante Manifestation von Russophobie“ – Kasachstan im Epizentrum eines Informationskriegs </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber der Druck auf zentralasiatische Seiten geht nicht nur auf den Beginn des Krieges in der Ukraine zurück. Laut MediaZona weitet Roskomnadzor seine Kontrolle über die zentralasiatischen Medien seit mehreren Jahren aus und zwingt einige dazu, Inhalte zu löschen, in denen etwa Einzelheiten zu Selbstmorden erwähnt werden, was nach russischem Recht verboten ist. So war es 2017 bei der Seite von <a href="http://www.rikatv.kz/">Rika TV</a> aus Kasachstan oder 2019 beim tadschikischen Nachrichtenportal <a href="https://www.asiaplustj.info/">Asia-Plus</a>. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Russischer „Informationsraum“</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Zentralasien und seine Medien &#8218;erfordern&#8216; daher seit einiger Zeit die volle Aufmerksamkeit Russlands. <em>„Sie beeinflussen uns seit zehn Jahren. Russland versucht, zentralasiatische Länder in seinen Informationsraum zu locken. Sie nutzt Fernsehkanäle, um ihre Propaganda zu verbreiten“</em>, erklärt Dimash Aljanov.

</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">

In Kasachstan werden weiterhin einige russische Sender ausgestrahlt, da beide Länder ein zwischenstaatliches Abkommen über die Zusammenarbeit bei der Verbreitung von Masseninformationen geschlossen haben. Russland verfolge die Idee, Information – sogar Desinformation – und Unterhaltung zu mischen. <em>„Diese Programme verwenden Kasachstaner in ihren Programmen, um sie „weniger russisch“ zu machen und dafür zu sorgen, dass die Gesellschaft zunehmend Inhalte aus Moskau sieht“</em>, analysiert der Politologe.
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Konsum russischer Inhalte</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> In einem Interview mit <a href="https://vlast.kz/politika/52046-nasi-grazdane-daze-ne-osoznaut-cto-oni-zertvy-propagandy.html">Vlast</a> erklärt der Politikwissenschaftler Shalqar Nurseıitov, dass das eigentliche Problem in Zentralasien der einfache Zugang zu russischen Medien sei. <em>„Die meisten Bürger haben Zugang zu Medien, die die Agenda des Kremls verbreiten. Und diejenigen, denen es an kritischem Denken mangelt, glauben der Propaganda“</em>, meint Nurseıitov. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die internationale Organisation <a href="https://ru.internews.kz/">Internews</a> hat 2019 und 2021 in Kasachstan, Tadschikistan und Usbekistan eine Studie zum Medienkonsumverhalten der jeweiligen Bevölkerung durchgeführt. Die <a href="https://masa.media/ru/site/okolo-30-kazakhstantsev-sovsem-ne-doveryayut-smi-glavnyy-istochnik-informatsii-v-strane-sotsseti">Ergebnisse</a> zeigten, dass 30 Prozent der Befragten in Kasachstan ihre Nachrichten aus dem Fernsehen beziehen, während der Anteil in Tadschikistan und Usbekistan höher ist. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/die-folgen-der-russischen-mobilmachung-fuer-zentralasien/">Die Folgen der russischen Mobilmachung für Zentralasien </a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">In Kasachstan sieht die überwiegende Mehrheit der Zuschauer:innen russischsprachige Sender und nur 11 Prozent der Befragten kasachischsprachiges Fernsehen. Mehr als die Hälfte der Befragten lesen Zeitungen, Zeitschriften und Internetseiten auf Russisch, etwas mehr als 8 Prozent auf Kasachisch. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Druck von innen</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Wenn die Ausstrahlung russischer Kanäle eingeschränkt wird, bedeutet dies nicht, dass das Problem der Meinungsfreiheit in Kasachstan gelöst wird“</em>, meint Dimash Aljanov. <em>„Das Problem der Manipulation von Informationen durch die [Staats-]Macht bleibt bestehen, und daher kann die Meinungsfreiheit nur durch ein ausgewogenes politisches System garantiert werden.“</em> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Im April 2022 veröffentlichte die NGO Reporter ohne Grenzen (RSF) einen <a href="https://rsf.org/en/stop-pressuring-journalists-central-asia-over-ukraine-war-coverage-rsf-says">Bericht</a>, der den vielfältigen Druck aufzeigt, dem Online-Medien in Zentralasien seit Beginn des Krieges in der Ukraine durch nationale Behörden ausgesetzt waren. Tatsächlich vermeiden in den zentralasiatischen Republiken seit Februar staatliche Sender und Nachrichtenseiten die Wörter „Krieg“ und „Invasion“ oder sie sprechen erst gar nicht darüber, wie es in Tadschikistan der Fall ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-ist-es-leid-russland-staendig-nachzulaufen-politologe-temur-umarov-im-interview/"><strong>Kasachstan ist es leid, Russland ständig nachzulaufen – Politologe Temur Umarov im Interview </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu Beginn der Invasion in der Ukraine sei dies laut Dimash Aljanov auch in Kasachstan passiert, als die staatlichen Medien es sorgfältig vermieden, das Thema anzusprechen. Dies entspricht der Zeit, als Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Qasym-Jomart Toqaev</a> nicht wusste, wie er sich positionieren sollte und ob er Wladimir Putin unterstützt oder nicht. RSF weist auch darauf hin, dass die Länder Zentralasiens in Bezug auf die Pressefreiheit nicht gut eingestuft werden. Kirgistan belegt im <a href="https://rsf.org/en/index">World Press Freedom Index 2021</a> den 79. Platz von 180 Ländern, Kasachstan liegt auf Platz 155. Usbekistan nimmt den 157. Platz ein, vor Tadschikistan auf Platz 162 und Turkmenistan auf Platz 178. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Abhängig von russischen Netzen</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Auch die Medienlandschaft in den Ländern Zentralasiens erklärt sich aus einer strukturellen Abhängigkeit von Russland. In Kasachstan beispielsweise laufen <em>„mindestens 95 Prozent des Internetverkehrs über Russland“</em>, erklärt Talģat Nurlybaev gegenüber der kasachstanischen Nachrichtenseite <a href="https://365info.kz/2022/03/esli-rossiyu-otklyuchat-ot-interneta-chto-budet-s-kazahstanom-obzor-kazsmi">365 Info</a>. Laut Grégory Joubert, ehemaliger Student am Französischen Institut für Geopolitik und Spezialist für den kasachstanischen Cyberspace, liegt es vor allem an den Daten, dass Russland die Kontrolle über Zentralasien übernommen hat, und zwar durch die <em>„russische </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Big_Tech"><em>GAFAM</em></a><em>“</em>, nämlich Mail.ru, Vkontakte und Yandex.

</p>


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<p class="wp-block-paragraph">

Telekommunikation in Zentralasien bleibt daher nach wie vor ein wichtiger Einflussfaktor für Moskau und Teil seiner Informationsstrategie. <em>„Russland kann theoretisch in den zentralasiatischen Informationsraum eingreifen, indem es den Zugang zu bestimmten Ressourcen beschränkt, da Telekommunikationsbetreiber in Russland gesetzlich verpflichtet sind, auf ihre Anfragen zu reagieren. […]&nbsp; Wenn Russland den Ehrgeiz hätte, beispielsweise Kasachstan anzugreifen, wäre die Internetstruktur wichtig“</em>, schließt Joubert.
</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Emma Collet, Redakteurin für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/decryptage/pour-les-medias-centrasiatiques-les-pressions-de-la-russie-saccentuent/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong> </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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		<title>Weizen bis zum Bart – Wie in Turkmenistan gefälschte TV-Stories entstehen</title>
		<link>https://novastan.org/de/turkmenistan/weizen-bis-zum-bart-wie-in-turkmenistan-gefaelschte-tv-stories-entstehen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Robin Roth]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Jun 2021 11:51:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
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		<category><![CDATA[Dürre]]></category>
		<category><![CDATA[Fakten]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>W&#xE4;hrend in Turkmenistan D&#xFC;rre herrscht, berichtet das nationale Fernsehen von Rekordertr&#xE4;gen. Falschmeldungen dieser Art haben aber in dem zentralasiatischen Land eine lange Tradition. Der folgende Artikel erschien im russischsprachigen Original am 9. Juni 2021 auf Turkmen.news. Wir &#xFC;bersetzen ihn mit freundlicher Genehmigung der Redaktion. Am 7. Juni wurden MitarbeiterInnen von &#x201E;Gallaonumleri&#x201C; (&#x201E;Brotprodukte&#x201C;), einem regionalen Unternehmen [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Während in Turkmenistan Dürre herrscht, berichtet das nationale Fernsehen von Rekorderträgen. Falschmeldungen dieser Art haben aber in dem zentralasiatischen Land eine lange Tradition. Der folgende Artikel erschien im russischsprachigen Original am 9. Juni 2021 auf <a href="https://telegra.ph/pshenica-do-borody-kak-v-turkmenistane-sozdayutsya-fejkovye-telesyuzhety-06-09?tg_rhash=3aae0ab195c808">Turkmen.news</a>. Wir übersetzen ihn mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 7. Juni wurden MitarbeiterInnen von &#8222;Gallaonumleri&#8220; (&#8222;Brotprodukte&#8220;), einem regionalen Unternehmen aus der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Da%C5%9Foguz_wela%C3%BDaty">Provinz Daşoguz</a>, vom frühen Morgen an zu einem ungewöhnlichen Arbeitseinsatz geschickt. Sie mussten neben einem Weizenfeld einen Graben ausheben, damit weißbärtige alte Männer in ihm stehen und dann eine TV-Story über die bevorstehende Fülle an Getreide gedreht wird.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Aufgrund des Wassermangels im Norden Turkmenistans wächst der Weizen nur schlecht. Eine dem nationalen Fernsehen nahestehende Quelle sagte Turkmen.news gegenüber, dass das Kamerateam kein geeignetes Feld finden konnten, um eine Geschichte über die erfolgreiche Erfüllung des regionalen Plans zur Weizenlieferung zu drehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/duerre-in-turkmenistan/">Dürre in Turkmenistan</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Man sagte ihnen, sie sollten sicherstellen, dass der zu kleine Weizen die Bärte der Alten erreicht“</em>, erklärte die Quelle. <em>„Da kam die Idee mit dem Graben. Es wurde beschlossen, die Aksakale [weißbärtige, alte Männer, Anm. d. Ü.] dorthin zu bringen, und der Kameramann wurde so auf dem Feld positioniert, dass es so aussah, als ob die Weizen hoch wäre.“</em></p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Falschmeldungen mit Tradition</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Tatsächlich werden Probleme mit dem Weizen nicht nur in der Provinz Daşoguz beobachtet. Ende Mai veröffentlichte [das aus dem Exil berichtende turkmenische Nachrichtenportal, Anm. d. Ü.] <a href="https://www.hronikatm.com/2021/05/wheat-harvest/">Chronika Turkmenistana</a> Fotos von Feldern in den Provinzen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ahal_wela%C3%BDaty">Ahal</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mary_wela%C3%BDaty">Mary</a>. Laut den Quellen von Chronika Turkmenistana erreicht die Höhe der Weizenhalme auf vielen Feldern kaum 20 Zentimeter. Am 8. Juni <a href="https://www.hronikatm.com/2021/06/land-dereclamation/">erschienen</a> in den Medien Bilder von Feldern aus der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Lebap_wela%C3%BDaty">Provinz Lebap</a>. Dort ist die Situation nicht besser.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die MitarbeiterInnen des staatlichen Fernsehens müssen jedoch die offiziellen Berichte über Nahrungsreichtum und landwirtschaftlichen Erfolg bestätigen. Sie müssen also „kreativ“ an die Arbeit herangehen. Später, wenn die Ernte dürftig ist, stehen die Beamten, die sich mit der Buchhaltung beschäftigen, vor derselben Herausforderung. Zweifellos werden sie nicht weniger Einfallsreichtum zeigen als die FernsehmitarbeiterInnen und rechtzeitig über die Erfüllung und Übererfüllung des Plans berichten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/korruption-in-turkmenistan-die-familie-des-praesidenten-profitiert-vom-hunger-der-bevoelkerung/">Korruption in Turkmenistan: Die Familie des Präsidenten profitiert vom Hunger der Bevölkerung</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Schlechte Weizenerträge und Falschmeldungen zur Planerfüllung sind in Turkmenistan die Regel. In den 1990er Jahren lag der Jahresplan bei 1,2 Millionen Tonnen und wurde nie eingehalten. 1998 schließlich versprach der erste Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Saparmyrat_Ny%C3%BDazow">Saparmyrat Nyýazow</a> die Verantwortlichen für den Mangel an Ernten hart zu bestrafen. Im selben Jahr berichteten die Verantwortlichen erstmals über die Umsetzung des Plans. Dann präsentierten sie dem Präsidenten Jahr für Jahr immer höhere Zahlen. 2006, als Nyýazow starb, wurde eine Ernte von 3,5 Millionen Tonnen Weizen angegeben.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das neue Staatsoberhaupt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gurbanguly_Berdimuhamedow">Gurbanguly Berdimuhamedow</a> legte den Plan auf 1,6 Millionen Tonnen fest. Die Beamten lieferten keine absolut fantastischen Berichte über die dreifache Übererfüllung des Plans mehr, aber sie gaben auch die Ernteknappheit nicht zu. Nach offizieller Version wird in Turkmenistan fast genau so viel Getreide geerntet wie geplant. 2019 ordnete Berdimuhamedow an, den Plan für die Weizenernte auf 1,4 Millionen Tonnen zu reduzieren und den Plan für die Baumwollernte zu erhöhen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">2021 droht die Lage aufgrund der <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/duerre-in-turkmenistan/">Dürre</a> besonders schwierig zu werden. Die Lufttemperatur im ganzen Land liegt beständig bei 40 bis 45 Grad, es gibt praktisch keinen Niederschlag. Gleichzeitig herrscht im Land seit mehreren Jahren <a href="https://turkmen.news/news/deficit-muki/">Mehlknappheit</a>.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong><a href="https://telegra.ph/pshenica-do-borody-kak-v-turkmenistane-sozdayutsya-fejkovye-telesyuzhety-06-09?tg_rhash=3aae0ab195c808">Turkmen.news</a></strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Russischen von Robin Roth</strong></p>


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