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	<title>Türkei Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
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	<title>Türkei Archives</title>
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		<title>Soft Power mit vorgehaltener Waffe: Was steckt hinter Sergej Kirijenkos Besuch in Usbekistan?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Fergana News]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Apr 2026 18:44:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der erste stellvertretende Leiter der Pr&#xE4;sidialverwaltung Russlands, Sergej Kirijenko, ist am 15. April nicht ohne Grund nach Taschkent geflogen. Wenn ein solch wichtiger Vertreter der Kreml-Verwaltung nach Usbekistan reist und nicht etwa ein gew&#xF6;hnlicher Minister oder Vizepremier, bedeutet dies stets, dass es um ernste und nicht immer &#xF6;ffentlich diskutierte Angelegenheiten geht. Offiziell klang alles sehr [&#x2026;]</p>
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]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der erste stellvertretende Leiter der Präsidialverwaltung Russlands, Sergej Kirijenko, ist am 15. April nicht ohne Grund nach Taschkent geflogen. Wenn ein solch wichtiger Vertreter der Kreml-Verwaltung nach Usbekistan reist und nicht etwa ein gewöhnlicher Minister oder Vizepremier, bedeutet dies stets, dass es um ernste und nicht immer öffentlich diskutierte Angelegenheiten geht.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Offiziell klang alles sehr harmonisch: Man sprach über den Anstieg des Warenumsatzes, große gemeinsame Projekte und kulturelle Beziehungen. Bezeichnenderweise begann der Besuch nicht mit Verhandlungen, sondern mit einem Besuch im <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Victory_Park,_Tashkent">Siegespark</a> in Taschkent, wo die russische Delegation Blumen am Denkmal „Oda stojkosti“ (Russisch für „Ode an die Standhaftigkeit“) niederlegte und das „Museum des Ruhmes“ besuchte. Die Symbolik ist klar: Das gemeinsame historische Gedächtnis ist ein weiteres Instrument der Einflussnahme, und Kirijenko versteht es, damit umzugehen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wichtiger Mann in Moskau</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sergei_Wladilenowitsch_Kirijenko">Sergej Kirijenko</a> ist in Moskau nicht nur für die Innenpolitik im traditionellen Sinne zuständig. Seit 2022 ist gerade er der wichtigste ideologische Kurator der „neuen Gebiete“ – der von Russland besetzten ukrainischen Regionen. Er reiste persönlich nach <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mariupol">Mariupol</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Cherson">Cherson</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Melitopol">Melitopol</a>, um sich dort mit dem zu befassen, was der Kreml als „Integration“ bezeichnet: die Ernennung loyaler Beamter, der Aufbau von Verwaltungsstrukturen, die Durchsetzung russischer Bildungs- und Ideologiestandards.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kürzlich wurden Videoaufnahmen veröffentlicht, die Kirijenko bei einem Rundgang durch die von Russland „befreite“ und vollständig zerstörte ukrainische Stadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Myrnohrad">Mirnograd</a> [ukr. Myrnohrad, Anm. d. Übers.] zeigen – mit einem Sturmgewehr in der Hand. Für einen Beamten seines Ranges ist dies eine demonstrative Geste: Ich bin nicht nur ein Verwalter, ich bin Teil dieses Krieges. Genau deshalb werden seine Besuche in den post-sowjetischen Hauptstädten ganz anders wahrgenommen als die Reisen gewöhnlicher Diplomaten.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Tatsächlich hatte der Besuch in Taschkent mehrere wichtige Ziele.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erstens will Moskau herausfinden, inwieweit Usbekistan noch „auf seiner Seite“ steht. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shavkat_Mirziyoyev">Shavkat Mirziyoyev </a>verfolgt tatsächlich eine eigenständige Politik und balanciert meisterhaft zwischen Russland, China, der Türkei und dem Westen: Vor einem Jahr fand in Samarkand der Gipfel zwischen Zentralasien und der Europäische Union statt, erst kürzlich empfing Mirziyoyev erfolgreich den türkischen Staatschef, und kurz vor Kirijenkos Ankunft führte die älteste Tochter des usbekistanischen Präsidenten und zugleich Leiterin seiner Verwaltung, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Saida_Mirziyoyeva">Saida Mirziyoyeva</a>, eine Reihe erfolgreicher Treffen und Verhandlungen auf höchster Ebene in den USA durch, wo sie den amerikanisch-usbekischen Wirtschaftsrat <a href="https://fergana.news/news/146458/">ins Leben rief</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/saida-mirziyoyeva-die-praesidententochter-und-ihr-kometenhafter-aufstieg/">Saida Mirziyoyeva – Die Präsidententochter und ihr kometenhafter Aufstieg</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch heute ist es für den Kreml wichtig, dass Taschkent nicht zu weit aus der Reihe tanzt. Und Kirijenko gehört zu den Menschen, die auf sanfte, aber deutliche Weise daran erinnern können: „Wir sehen alles.“</p>



<figure class="wp-block-image size-full is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/Foto-UzA.jpg" alt="" class="wp-image-44533" style="aspect-ratio:1.5014777647948312;width:1024px;height:auto" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/Foto-UzA.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/Foto-UzA-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/Foto-UzA-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Präsident Usbekistans Shavkat Mirziyoyev und die Leiterin seiner Verwaltung, Saida Mirziyoyeva, beim Treffen mit Sergej Kirijenko. Foto: UzA</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Zweitens ging es sicherlich um konkrete industrielle Zusammenarbeit und darum, wie Russland Usbekistan unter den Bedingungen der Sanktionen weiterhin nutzen kann – als günstigen Standort für Produktion und Umgehungsmechanismen. Der Mechanismus für Parallelimporte in Russland wurde bis Ende 2026 verlängert, und die zentralasiatischen Routen bleiben dafür von grundlegender Bedeutung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Soft Power für Usbekistan</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Und drittens ist da noch das für Kirijenko traditionelle Thema – „Soft Power“: Bildung, Jugend, Kultur, die russische Sprache. Das ist keine Abstraktion: Gleich am Tag ihrer Ankunft besuchte die russische Delegation die Taschkenter Zweigstelle der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nationale_Forschungsuniversit%C3%A4t_f%C3%BCr_Kerntechnik_%E2%80%9EMIFI%E2%80%9C">Moskauer Nuklearuniversität MIFI</a>, wo sie sich mit Studierenden traf. Am Vortag fand dort die Präsentation des von Russland organisierten Internationalen Jugendfestivals 2026 statt, zu der sich etwa 300 Physikstudierende zusammenfanden. In Usbekistan gibt es einen sehr hohen Anteil an jungen Menschen, und für Moskau ist es von Vorteil, wenn diese weiterhin ihren Blick auf Russland richten und nicht nur auf Ankara oder Washington.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses Interesse überschneidet sich unmittelbar mit dem Thema der Arbeitsmigration, das Mirziyoyev und Kirijenko bei ihrem Treffen wahrscheinlich ebenfalls angesprochen haben. Ebenso wie Fragen der kollektiven Sicherheit sowie die Vorbereitungen für Putins bevorstehenden Besuch in Usbekistan. Zuletzt war der russische Präsident im Mai 2024 in Taschkent, und die Frage nach dem nächsten Besuch steht offensichtlich auf der Tagesordnung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Taschkent in Moskaus Fängen?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es wurde außerdem über eine <em>„Intensivierung der Zusammenarbeit in den Bereichen digitale Technologien und Informationspolitik, Entwicklung der Massenmedien und zivilgesellschaftlicher Initiativen“</em> <a href="https://uza.uz/ru/posts/prezident-uzbekistana-prinyal-delegaciyu-rossii_845186">gesprochen</a>. Die Formulierung klingt neutral und sogar fortschrittlich – doch dahinter verbirgt sich ein ganz konkretes russisches Modell. Immerhin wurde in Russland bis 2026 eines der strengsten Systeme staatlicher digitaler Kontrolle aufgebaut.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%B6deraler_Dienst_f%C3%BCr_die_Aufsicht_im_Bereich_der_Kommunikation,_Informationstechnologie_und_Massenkommunikation">Roskomnadzor</a>, das seit 2019 im Rahmen des Gesetzes über das „souveräne Runet“ [russisches staatlich kontrolliertes Internet, Anm. d. Übers.] Befugnisse erhalten hat, verfügt heute über die technischen Möglichkeiten, den russischen Teil des Internets vollständig vom globalen Netz zu isolieren – und führte bereits solche Experimente durch.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/panorama/usbekistans-militaerdoktrin-im-zeitalter-der-drohnen/">Usbekistans Militärdoktrin im Zeitalter der Drohnen</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Was bedeutet das in Bezug auf Kirijenkos Besuch in Taschkent? Vermutlich schlägt er dieses Modell – in dem die digitale Umgebung und der Medienraum nicht der Information, sondern der Steuerung dienen – der usbekistanischen Regierung als Vorbild für die „Zusammenarbeit“ vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit war der Besuch aus Russland nicht einfach nur ein „Arbeitstreffen“. Es war eine klassische Kreml-Inspektion und eine Bestimmung der Lage – durch einen Mann, der sich nicht nur mit politischen Strategien, sondern auch mit der direkten Verwaltung der „neuen“ russischen Gebiete befasst. Kirijenko wollte sehen, inwieweit Usbekistan noch immer im russischen Einflussbereich liegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und was getan werden muss, damit Usbekistan so lange wie möglich in diesem Bereich verbleibt.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Daniil Kislow für Fergana News</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://fergana.news/articles/146543/">Russischen</a> (leicht gekürzt) von Michèle Häfliger</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Ins Leere gelaufen: Ist das gemeinsame turksprachige Alphabet daran gescheitert, den türkischen Einfluss in Zentralasien zu stärken?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Jan 2026 13:00:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Alphabet]]></category>
		<category><![CDATA[Diplomatie]]></category>
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		<category><![CDATA[Sprachpolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Jahr ist vergangen, seitdem die Organisation der Turkstaaten die Einf&#xFC;hrung eines gemeinsamen turksprachigen Alphabets beschlossen hat, das in allen Mitgliedstaaten verwendet werden sollte. Unter dem Vorwand der St&#xE4;rkung der turksprachigen Einheit hat Ankara die Initiative vorangetrieben, um die zentralasiatischen Staaten st&#xE4;rker in seinen politischen Einflussbereich zu ziehen. Aufgrund begrenzter finanzieller Mittel, fehlender politischer Anreize [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Ein Jahr ist vergangen, seitdem die Organisation der Turkstaaten die Einführung eines gemeinsamen turksprachigen Alphabets beschlossen hat, das in allen Mitgliedstaaten verwendet werden sollte. Unter dem Vorwand der Stärkung der turksprachigen Einheit hat Ankara die Initiative vorangetrieben, um die zentralasiatischen Staaten stärker in seinen politischen Einflussbereich zu ziehen. Aufgrund begrenzter finanzieller Mittel, fehlender politischer Anreize und bestehender Sprachpolitik haben die zentralasiatischen Staaten das gemeinsame Alphabet jedoch weitgehend ignoriert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im September 2024 gab die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_der_Turkstaaten">Organisation der Turkstaaten</a> (OTS) der Weltöffentlichkeit die Schaffung eines gemeinsamen <a href="https://astanatimes.com/2024/09/turkic-states-revive-latin-based-alphabet-to-preserve-linguistic-heritage/">turksprachigen Alphabets mit 34 Buchstaben</a> bekannt, das auf dem lateinischen Alphabet basiert und von allen Mitgliedstaaten schriftlich bestätigt wurde. Die von der Türkei angeführte Initiative ist seit der Auflösung der Sowjetunion im Jahr 1991 in Arbeit. Ein Jahr nach der Ankündigung des gemeinsamen Alphabets ist die erhoffte Resonanz im zentralasiatischen Raum jedoch bislang ausgeblieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das vorgeschlagene Alphabet ist Teil einer größeren regionalen Debatte über die politische Zukunft der zentralasiatischen Sprachen. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion begannen viele der neuen unabhängigen Republiken mit der Umstellung ihrer Sprachen von der kyrillischen auf die lateinische Schrift. In Zentralasien ist die Entscheidung für die Umstellung auf die lateinische Schrift jedoch auch drei Jahrzehnte später noch immer Gegenstand heftiger Debatten.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Die Türkei hat unter der expansionistischen Außenpolitik von Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Recep_Tayyip_Erdoğan">Recep Tayyip Erdoğan</a> eine führende Rolle bei der OTS-Initiative zur Entwicklung eines turksprachigen Alphabets übernommen. Die Türkei führte 1928 im Rahmen ihrer Modernisierungsreformen in der frühen Unabhängigkeitsphase <a href="https://www.theguardian.com/world/2023/oct/25/turkey-switches-from-arabic-script-to-latin-alphabet-1928">erstmals die lateinische Schrift ein</a>. Indem sie die zentralasiatischen Staaten zu einem vergleichbaren Prozess ermutigt, verfolgt sie zugleich das Ziel, ihre Position als dominantes Zentrum der turksprachigen Welt zu festigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bislang hat Erdoğans Plan nicht viele starke Verbündete in der politischen Elite Zentralasiens gefunden. Die meisten Staaten der Region sind nach wie vor in nationale Debatten über die postsowjetische Zukunft ihrer Amtssprachen verstrickt, weshalb die zentralasiatischen Regierungen kaum Bereitschaft zeigen, einen so tiefgreifenden sprachpolitischen Wandel auf internationaler Ebene mitzutragen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Konkurrenz um den Status als „Mittelmacht“</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Seit der Ankündigung der OTS zeigen sich die regionalen Schwergewichte Kasachstan und Usbekistan weiterhin zurückhaltend gegenüber der Einführung des gemeinsamen turksprachigen Alphabets innerhalb ihrer Landesgrenzen. Laut Nargiza Muratalieva, einer in Bischkek ansässigen Politikwissenschaftlerin, „<em>ist Kasachstan nicht bereit, seine Führungsrolle in Zentralasien zu teilen, da es versucht, sich als Mittelmacht zu profilieren</em>“. Kasachstan hat die Jahrzehnte nach dem Ende der Sowjetunion damit verbracht, die politische Macht in Zentralasien innerhalb seiner eigenen Grenzen zu zentralisieren, um sich sowohl in der Region als auch in der internationalen Gemeinschaft einen angesehenen <a href="https://rsaa.org.uk/blog/kazakhstans-new-middle-power-myth/">Status als „Mittelmacht“</a> zu sichern. Usbekistan, das bevölkerungsreichste Land Zentralasiens und dem BIP nach das zweitgrößte, <a href="https://timesca.com/how-kazakhstan-and-uzbekistan-anchor-a-strategic-middle-power-hub-in-central-asia/">verfolgt vergleichbare Ziele</a>. Beide Länder deuten das von Ankara vorangetriebene OTS-Alphabet als Machtinstrument und als Gefahr für ihre eigenen nationalen Zielsetzungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/gemeinsames-lateinisches-alphabet-fuer-alle-turksprachen/">Gemeinsames lateinisches Alphabet für alle Turksprachen?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Kasachstan und Usbekistan haben zwar bisher das gemeinsame Alphabet nicht übernommen, setzen jedoch jeweils <a href="https://journals.sagepub.com/doi/full/10.1177/21582440221138820">eigene nationale Pläne</a> um, um die Schriften ihrer Amtssprachen von Kyrillisch auf Latein umzustellen. In beiden Fällen hat die politische Führung die Schwierigkeit dieser Aufgabe unterschätzt, da die Initiativen viel mehr Zeit in Anspruch nehmen als ursprünglich erwartet. Derzeit befinden sich beide Staaten in einer Übergangsphase, in der beide Schriften nebeneinander verwendet werden. Kritiker:innen bemängeln, dass dieser Zustand sprachpolitischer Stagnation sowohl die Bevölkerung verunsichert als auch die staatliche Verwaltung erheblich belastet. <a href="https://thediplomat.com/2024/09/the-latinization-of-kazakhstan-language-modernization-and-geopolitics/">The Diplomat berichtet</a>, dass der Haushaltsplan für Kasachstans Lateinisierungsprogramm 2018 auf 664 Millionen US-Dollar veranschlagt wurde, was etwa 39 Prozent des kasachischen BIP für dieses Jahr entspricht. Die Schwierigkeiten, mit denen Kasachstan und Usbekistan bei der Einführung der lateinischen Schrift konfrontiert waren, haben dazu geführt, dass keine der beiden Regierungen bereit scheint, in das OTS-Alphabet als drittes System zu investieren. Selbst Turkmenistan, der Staat, der die Verwendung des Kyrillischen in den 1990er Jahren <a href="https://jordanrussiacenter.org/blog/evolution-of-latinization-movement-among-turkic-states-from-sovietization-to-nationalization">erfolgreich abgeschafft</a> hat, sträubt sich weiterhin gegen den OTS-Plan. Weitgehend von der Außenwelt abgeschottet und ausländischen Einflüssen gegenüber abgeneigt, bietet das OTS-Alphabet Aschgabat nur wenige Vorteile.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kirgistan: Die kyrillische Ausnahme</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der feierlichen Enthüllung des neuen turksprachigen Alphabets richteten sich alle Blicke auf Kirgistan. Anlässlich der Einführung des Alphabets<a href="https://www.trtworld.com/article/785e2a4cd17b"> überreichte Erdoğan</a> jeder vertretenen Nation ein Exemplar zweier in das neue Alphabet übersetzter Bücher. Eines der Bücher war ein Roman von <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Chinghiz_Aitmatov">Tschingis Aitmatow</a>, einem regional bekannten Autor aus Kirgistan. Erdoğans Wahl war kaum zufällig. Kirgistan ist bis heute der <a href="https://www.rferl.org/a/common-turkic-alphabet-kyrgyz-kazakh-uzbek-turkmen-latin-cyrillic/33137392.html">einzige turksprachige Staat</a>, der nicht einmal versucht hat, seine nationale Schrift von Kyrillisch auf eine andere umzustellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="Diskussion um Latinisierung des Alphabets">Kirgistan: Diskussion um Latinisierung des Alphabets</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Westliche Analyst:innen führen die fortgesetzte Verwendung des kyrillischen Alphabets in Kirgistan auf die <a href="https://www.rferl.org/a/common-turkic-alphabet-kyrgyz-kazakh-uzbek-turkmen-latin-cyrillic/33137392.html">engen Beziehungen</a> zu Russland zurück, die das Land seit seiner Unabhängigkeit nach dem Ende der Sowjetunion unterhält. Russland betrachtet den zunehmenden Einfluss der Türkei in Zentralasien weitgehend als Bedrohung für seine Stellung in der Region und unternimmt Schritte, um die Macht des Landes in Staaten wie Kirgistan, in denen es noch immer beträchtlichen Einfluss hat, zu schwächen. Muratalieva sieht die Zurückhaltung Kirgisistans, das OTS-Alphabet einzuführen, vor allem in pragmatischen, nicht in politischen Überlegungen begründet. <em>„Die einfachste Erklärung ist der Mangel an finanziellen Mitteln, um dieses Alphabet auf nationaler Ebene einzuführen</em>“, erklärt sie. Obwohl die Türkei die Alphabetinitiative formell vorangetrieben hat, zeigt sie sich bislang zurückhaltend bei der Bereitstellung finanzieller Mittel für OTS-Mitgliedstaaten, die an einer nationalen Umstellung interessiert sind. Der Mangel an verfügbaren Mitteln schränkt die Möglichkeiten finanzschwacher Staaten wie Kirgistan, der kleinsten Volkswirtschaft des OTS-Blocks, erheblich ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sadyr_Dschaparow">Sadyr Dschaparow</a>, der Präsident Kirgistans, nach seiner Meinung zur sprachlichen Zukunft der kirgisischen Sprache gefragt wurde, erklärte er laut <a href="https://www.rferl.org/a/common-turkic-alphabet-kyrgyz-kazakh-uzbek-turkmen-latin-cyrillic/33137392.html">RadioFreeEurope/RadioLiberty</a>, <em>es sei „zu früh, über die Umstellung der kirgisischen Sprache auf das lateinische Alphabet zu sprechen“. </em>Muratalieva vermutet, dass Japarovs Strategie darin besteht, abzuwarten, wie sich die größeren Nachbarländer Kasachstan und Usbekistan bei ihren jeweiligen Umstellungen auf eine lateinbasierte Schrift entwickeln. <em>„Wenn eines von ihnen Erfolg hat, wird Kirgistan folgen“, </em>vermutet sie.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Aserbaidschan als potenzielles Modell</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht alle Hoffnung für die türkische Macht in Zentralasien ist verloren. Aserbaidschan, dient den postsowjetischen turksprachigen Staaten, die einer Zusammenarbeit mit der Türkei offen gegenüberstehen, als Vorbild und zeigt, wie eine Partnerschaft mit dem türkischen Staat zu einer erfolgreichen Entwicklung führen kann. Die Türkei und Aserbaidschan sind seit der Unabhängigkeit des Landes von der Sowjetunion im Jahr 1991 <a href="https://www.mfa.gov.tr/relations-between-turkiye-and-azerbaijan.en.mfa">enge Verbündete</a>. Diese strategische Partnerschaft hat es Aserbaidschan ermöglicht, weitgehend seinen eigenen Weg zu gehen und sich wirtschaftlich wie politisch <a href="https://www.middleeasteye.net/news/why-azerbaijan-russia-relations-are-breaking-point">von Russland abzugrenzen</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine der ersten Maßnahmen Aserbaidschans nach der Unabhängigkeit war die <a href="https://jordanrussiacenter.org/blog/evolution-of-latinization-movement-among-turkic-states-from-sovietization-to-nationalization">vollständige Umstellung der Landessprache</a> von Kyrillisch auf Latein, ein Ziel, das um die Jahrhundertwende erreicht wurde. Die aserbaidschanische Schrift ist in ihrer heutigen Form eng mit der türkischen Standardschrift und dem neu vorgeschlagenen OTS-Alphabet verwandt. Diese sprachliche Integration zwischen den beiden Nationen hat viele neue Möglichkeiten für <a href="https://turksam.manas.edu.kg/index.php/en/azerbaijan/9597-azerbai-jan-and-turkey-agree-on-key-areas-of-cooperati-on#:~:text=AZERBAİJAN%20AND%20TURKEY%20AGREE%20ON%20KEY%20AREAS%20OF%20COOPERATİON,-10%20September%202025&amp;text=The%20minister%20emphasized%20that%20for,participation%20of%20leading%20energy%20companies.">transnationale Partnerschaften</a> eröffnet, deren Erfolge von den zentralasiatischen Staaten aufmerksam verfolgt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong> <strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/kasachstans-langsamer-aber-bestimmter-weg-zum-lateinischen-alphabet/">Kasachstans langsamer, aber bestimmter Weg zum lateinischen Alphabet</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine sind die zentralasiatischen Staaten <a href="https://dgap.org/en/research/publications/central-asias-shifting-regional-dynamics">zunehmend zurückhaltend gegenüber einer engen Partnerschaft mit Russland</a>. Die regionale Führung befürchtet, dass Russlands geografische Nähe zu ihren Grenzen zu künftigen militärischen Konflikten führen könnte. Die Türkei, die eine Alternative zur russischen Partnerschaft bieten möchte, vermarktet ihre geografische Distanz zu Zentralasien als überzeugende Sicherheitsgarantie. Obwohl die Türkei territoriale Distanz zu potenziellen zentralasiatischen Partnern wahrt, profitiert sie zugleich von der <a href="https://armenianweekly.com/2024/12/31/turkeys-golden-era-in-central-asia-and-the-future-of-the-organization-of-turkic-states/">kulturellen und religiösen Nähe</a> zum gemeinsamen turksprachigen Erbe der Region. Das gemeinsame turksprachige Alphabet ist nur ein Weg, auf dem die Türkei über das gemeinsame turksprachige Erbe Einfluss in Zentralasien gewinnen will. Die türkische Soft Power in Zentralasien ist zwar derzeit noch gering, gewinnt aber stetig an Bedeutung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Türkei hat deutlich gemacht, dass sie bereit ist, <a href="https://www.duvarenglish.com/turkey-ready-to-add-5-new-letters-to-alphabet-erdogan-says-news-65214">administrative und wirtschaftliche Opfer für die Einführung des neuen Alphabets</a> im eigenen Land zu bringen, zögert aber weiterhin, die finanziellen Belastungen für die Einführung der Schrift in den zentralasiatischen Turkstaaten zu tragen. Da die Türkei nicht bereit ist, sich in die bestehenden sprachpolitischen Konflikte Zentralasiens einzumischen oder Russlands anhaltendem kulturellem Einfluss in der Region direkt entgegenzutreten, stellt sich die Frage: Ist das OTS-Alphabetprojekt gescheitert? Wahrscheinlich ja.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Joseph Fisher für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/en/politics/dead-in-the-water-has-the-common-turkic-alphabet-failed-to-boost-turkish-influence-in-central-asia/">Englischen</a> von Elisa Berste</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Zentralasien als neuer Knotenpunkt für Drohnen?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Sep 2025 18:18:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Sanktionen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Drohnen sind in modernen Konflikten zu unverzichtbaren Waffen geworden. Nun versuchen auch zentralasiatische L&#xE4;nder, ihre eigene Produktion aufzubauen. Lokale Montage, ausl&#xE4;ndische Partnerschaften und die Diversifizierung importierter Modelle zeichnen eine beispiellose regionale Dynamik, die jedoch auch dazu f&#xFC;hren k&#xF6;nnte, dass sich die Region zu einer sensiblen Transitzone entwickelt. In den letzten Jahren haben die Armeen der [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Drohnen sind in modernen Konflikten zu unverzichtbaren Waffen geworden. Nun versuchen auch zentralasiatische Länder, ihre eigene Produktion aufzubauen. Lokale Montage, ausländische Partnerschaften und die Diversifizierung importierter Modelle zeichnen eine beispiellose regionale Dynamik, die jedoch auch dazu führen könnte, dass sich die Region zu einer sensiblen Transitzone entwickelt.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In den letzten Jahren haben die Armeen der zentralasiatischen Länder ihre Bestellungen von Drohnen aus der Türkei, China, Israel, Russland und den Vereinigten Staaten vervielfacht. Obwohl diese Geräte oft als zivile oder landwirtschaftliche Drohnen präsentiert werden, ist ihr militärisches Potenzial offensichtlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://rus.azattyq.org/a/tranzitnyy-hab-kak-tsentralnaya-aziya-naraschivaet-proizvodstvo-dronov-i-chem-eto-mozhet-grozit-v-kontekste-konfliktov-v-mire/33484076.html">Laut Radio Azattyq</a> verfügt Kasachstan über das vielfältigste Arsenal, das von türkischen Bayraktar TB2 bis zu israelischen und amerikanischen Drohnen reicht, die teilweise vor Ort in Joint Ventures zusammengebaut werden.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">In den anderen Republiken führt Usbekistan in Zusammenarbeit mit russischen Partnern Montageprojekte durch, während Kirgistan und Tadschikistan sich mit importierten Modellen begnügen. Das eher zurückhaltende Turkmenistan bleibt ebenfalls von ausländischen Lieferanten abhängig. Diese Diversifizierung spiegelt den gemeinsamen Wunsch wider, nicht mehr von einem einzigen Lieferanten abhängig zu sein und von einem boomenden Weltmarkt zu profitieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Erste Schritte hin zu einer lokalen Industrie</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Über den Kauf hinaus versuchen die Länder der Region nun, eine nationale Industrie aufzubauen. Kasachstan hat ein Abkommen mit dem chinesischen Unternehmen Shaanxi Kaizhuo <a href="https://invest.gov.kz/ru/media-center/press-releases/high-tech-drones-to-be-produced-in-kazakhstan/">unterzeichnet</a>, das 12 Millionen US-Dollar investieren will, um bis 2025 eine Produktionslinie für landwirtschaftliche Drohnen mit einem Ziel von 300 Geräten pro Monat aufzubauen. Diese Drohnen, die als zivile Drohnen präsentiert werden, könnten leicht für militärische Zwecke angepasst werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Usbekistan seinerseits prüft Partnerschaften mit russischen Unternehmen, insbesondere um importierte Modelle vor Ort zu montieren. Das russische Unternehmen „Transport der Zukunft“ soll <a href="https://www.spot.uz/ru/2025/04/28/russia-drones/#:~:text=%D0%A0%D0%BE%D1%81%D1%81%D0%B8%D0%B9%D1%81%D0%BA%D0%B0%D1%8F%20%C2%AB%D0%A2%D1%80%D0%B0%D0%BD%D1%81%D0%BF%D0%BE%D1%80%D1%82%20%D0%B1%D1%83%D0%B4%D1%83%D1%89%D0%B5%D0%B3%D0%BE%C2%BB%20%D0%BF%D0%BB%D0%B0%D0%BD%D0%B8%D1%80%D1%83%D0%B5%D1%82%20%D0%B4%D0%BE,%D0%AE%D1%80%D0%B8%D0%B9%20%D0%9A%D0%BE%D0%B7%D0%B0%D1%80%D0%B5%D0%BD%D0%BA%D0%BE%2C%20%D0%BF%D0%B5%D1%80%D0%B5%D0%B4%D0%B0%D0%B5%D1%82%20%D0%BA%D0%BE%D1%80%D1%80%D0%B5%D1%81%D0%BF%D0%BE%D0%BD%D0%B4%D0%B5%D0%BD%D1%82%20Spot.">laut Spot.uz</a> bis Ende des Jahres mit der Produktion von Drohnen in Usbekistan beginnen. Diese Projekte verfolgen zwei Ziele: Senkung der Anschaffungskosten und Erhöhung der technologischen Unabhängigkeit, während gleichzeitig die Möglichkeit für regionale Exporte eröffnet wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Risiken: Zweckentfremdung und Sanktionen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Dynamik stärkt zwar die Souveränität der zentralasiatischen Staaten, doch bietet sie auch Anlass zu großer Sorge. Mehrere dokumentierte Fälle zeigen, dass landwirtschaftliche Drohnen mitten im Krieg in der Ukraine nach Russland reexportiert wurden, unter Umgehung der westlichen Sanktionen. Im Jahr 2023 <a href="https://vlast.kz/obsshestvo/55186-slomat-sankcii-kak-bespilotniki-i-cipy-idut-v-rossiu-cerez-kazahstan.html">lieferte</a> ein kasachstanisches Unternehmen mehr als 500 Drohnen der chinesischen Marke DJI nach Russland und gab sie als Sprühgeräte aus, wie aus einer Untersuchung eines Konsortiums russischer, kasachstanischer und internationaler Medien hervorgeht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/zweiter-china-zentralasien-gipfel-ein-reigen-an-handelsabkommen/">Zweiter China – Zentralasien – Gipfel: Ein Reigen an Handelsabkommen</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Umleitungen verdeutlichen die zweideutige Rolle der zentralasiatischen Länder, die sowohl Produktionsstandort als auch Logistikkorridor sind. Russland und China fördern diese Kooperationen, da sie darin eine Möglichkeit sehen, die Region stärker in ihren Einflussbereich zu integrieren. Experten betonen, dass trotz des Aufschwungs lokaler Initiativen der Weltmarkt gesättigt bleibt und es für Zentralasien schwierig sein wird, sich als führender Akteur zu etablieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Aufschwung der Produktion und Montage von Drohnen in Zentralasien spiegelt ein klares Ziel wider: mehr Autonomie in einem strategischen Sektor zu erlangen. Dieses Ziel geht jedoch mit einer Grauzone einher, in der sich erklärte zivile Nutzung und potenzielle Militarisierung vermischen.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Evan Chaisson für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Französischen von Michèle Häfliger</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Werden die Angeklagten im Fall Crocus City Hall ausgeliefert?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Sep 2025 16:05:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Anschlag]]></category>
		<category><![CDATA[Anwalt]]></category>
		<category><![CDATA[Islamischer Staat]]></category>
		<category><![CDATA[Khorasan]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
		<category><![CDATA[Moskau]]></category>
		<category><![CDATA[Prozess]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Terror]]></category>
		<category><![CDATA[Türkei]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Personen, die des Terroranschlags vom M&#xE4;rz 2024 in Moskau beschuldigt werden, k&#xF6;nnen laut einer Erkl&#xE4;rung eines russischen Anwaltes an Russland ausgeliefert werden. Die Beschuldigten leben derzeit in der T&#xFC;rkei. Der Prozess begann am 4. August 2025. In einem Interview mit der russischen Nachrichtenagentur TASS k&#xFC;ndigt Rechtsanwalt Igor Trunow an, dass die t&#xFC;rkischen Beh&#xF6;rden die [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Personen, die des Terroranschlags vom März 2024 in Moskau beschuldigt werden, können laut einer Erklärung eines russischen Anwaltes an Russland ausgeliefert werden. Die Beschuldigten leben derzeit in der Türkei. Der Prozess begann am 4. August 2025.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In einem <a href="https://tass.ru/proisshestviya/24659773">Interview mit der russischen Nachrichtenagentur TASS</a> kündigt Rechtsanwalt Igor Trunow an, dass die türkischen Behörden die wegen des Anschlags auf die Crocus City Hall gesuchten Verdächtigen an Russland ausliefern könnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der tödliche Anschlag ereignete sich am 22. März 2024, als vier bewaffnete Männer vor Beginn des Konzerts der Rockband „Piknik” in einen Konzertsaal in der Nähe von Moskau stürmten. Die Angreifer eröffneten das Feuer auf die Zuschauenden und legten ein Feuer auf den vier Etagen sowie auf dem Dach des Gebäudes, bevor sie die Flucht ergriffen. Die traurige Bilanz <a href="https://fergana.ru/news/139187/">laut Fergana News</a>: 149 Tote, 609 Verletzte und eine vermisste Person, wobei die Schäden auf 6 Milliarden Rubel (63 Millionen Euro) geschätzt werden. Der Terroranschlag wurde im Nachhinein von der Gruppe „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Islamischer_Staat_%E2%80%93_Provinz_Khorasan">Islamischer Staat in Khorasan</a>” beansprucht.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Laut dem Anwalt, der 115 Opfer in diesem Fall vertritt, gehören zu diesen Personen der Bruder des direkten Täters, Muhammadsobir Faizow, und Umedschon Soliew, der zum Zeitpunkt der Tat für die Waffen verantwortlich war. Beide Männer sind von den russischen Behörden als Terroristen gelistet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trunow betonte, dass der Bruder von Faizow in der Türkei lebte, bevor er auf die Fahndungsliste gesetzt wurde. Einer Untersuchung zufolge lebte dieser – ein Mitglied der Terrormiliz Islamischer Staat – vor der Tat mit den beiden direkten Beteiligten des Anschlags, Saidakrami Ratschabalizoda und Schamsidin Fariduni, zusammen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Einige Angeklagte bereits in Tadschikistan verurteilt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Anwalt Trunow teilte mit, dass die tadschikischen Behörden neun Personen aus Tadschikistan und Kirgistan auf die Fahndungsliste gesetzt haben, darunter den Waffenhändler Zubaidullo Ismoilow. Dieser wurde in Tadschikistan bereits wegen öffentlicher Aufrufe zur Änderung der verfassungsmäßigen Ordnung verurteilt. Nach Umedschon Soliew seinerseits wird wegen Diebstahls ermittelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/die-bedingungen-fuer-migrantinnen-aus-zentralasien-verschaerfen-sich-weiter/">Die Bedingungen für Migrant:innen aus Zentralasien verschärfen sich weiter</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://qafqazinfo.az/news/detailru/-51692">Laut Qafqazinfo</a> tauscht die Türkei Informationen mit Russland über den Fall Crocus City Hall aus, jedoch ohne der Bekanntgabe von Details. Auf die Frage nach der Auslieferung der Angeklagten gab die türkische Quelle gegenüber Qafqazinfo keinen Kommentar ab.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Prozessbeginn und Festnahmen von Zentralasiaten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am 4. August wurde der Prozess zum Anschlag auf die Crocus City Hall eröffnet. In der Zwischenzeit <a href="https://tass.ru/proisshestviya/24661389">beschlagnahmten</a> die Ermittler eine Videoaufzeichnung der Verfolgung der Täter, die von einer Polizeistreife in der russischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Oblast_Brjansk">Region Brjansk</a> an der Grenze zu Weißrussland und der Ukraine gemacht wurde. Außerdem wurden Videos, die mit den Smartphones von Zuschauenden aufgenommen wurden, und eine Aufzeichnung einer Dashcam eines vorbeifahrenden Autos sichergestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Beweismittel ergänzen andere Sachbeweise wie Waffen, Kleidung und einen Renault, den die vier Männer bei ihrem Angriff benutzt hatten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fergana.media/news/139267/">Während der nichtöffentlichen Verhandlung</a> vor einem Militärgericht in Moskau bekannten sich die vier Hauptangeklagten, darunter Muhammadsobir Faizow, vollständig schuldig und entschuldigten sich bei den Opfern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach diesen Ereignissen wurden Bürger aus Zentralasien auf russischem Gebiet von FSB-Beamten unter dem Vorwurf des Terrorismus festgenommen, <a href="https://rus.azathabar.com/a/v-rossii-zaderzhan-urozhenets-tsentralnoy-azii-po-podozreniyu-v-podgotovke-terakta/33487598.html">berichtet Radio Free Europe</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Andererseits hat Russland seine Politik gegenüber zentralasiatischen Arbeitsmigranten verschärft, wodurch sich ihre Aufnahmebedingungen weiter verschlechtern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>William Onkur für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/societe-et-culture/un-avocat-evoque-la-possibilite-dune-extradition-des-accuses-dans-lattentat-du-crocus-city-hall/">Französischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Zwischen Ost und West: Spannungen in der Organisation der Turkstaaten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[bstoeckl]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 30 May 2025 19:35:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
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		<category><![CDATA[Infrastruktur]]></category>
		<category><![CDATA[Organisation der Turkstaaten]]></category>
		<category><![CDATA[Türkei]]></category>
		<category><![CDATA[Zypern]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der informelle Gipfel der Organisation der Turkstaaten (OTS) am 21. Mai in Budapest wurde von Spannungen zwischen der T&#xFC;rkei und mehreren zentralasiatischen Staaten &#xFC;ber deren Ausbau diplomatischer Beziehungen mit Zypern &#xFC;berschattet. Mit Beobachterstaat Ungarn als Gastgeber sorgte er jedoch auch f&#xFC;r ein Novum. Das informelle Treffen, auf dem die Staatsoberh&#xE4;upter der f&#xFC;nf Mitgliedsstaaten &#x2013; Aserbaidschan, [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der informelle Gipfel der Organisation der Turkstaaten (OTS) am 21. Mai in Budapest wurde von Spannungen zwischen der Türkei und mehreren zentralasiatischen Staaten über deren Ausbau diplomatischer Beziehungen mit Zypern überschattet. Mit Beobachterstaat Ungarn als Gastgeber sorgte er jedoch auch für ein Novum.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das informelle Treffen, auf dem die Staatsoberhäupter der fünf Mitgliedsstaaten – Aserbaidschan, Kasachstan, Kirgistan, Türkei und Usbekistan – sowie der Beobachterstaaten Turkmenistan und Ungarn anwesend waren, fand etwas mehr als einen Monat nach dem EU-Zentralasien-Gipfel statt, auf dem die zentralasiatischen Staaten in einer gemeinsamen Erklärung ihre <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/zentralasiatische-staaten-erkennen-nordzypern-an-rueckschlag-fuer-die-tuerkei/">Unterstützung der UN-Resolutionen 541 und 550</a> betont hatten, in denen es um die territoriale Unversehrtheit Zyperns geht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schon in den Wochen und Monaten vor dem Treffen hatten mehrere zentralasiatische Staaten ihre Bereitschaft zu engeren Beziehungen mit dem Mittelmeerstaat signalisiert: So kündigte Kasachstan im Januar die Eröffnung einer eigenen Botschaft in Nicosia an, während Usbekistan und Turkmenistan mitteilten, dass ihre diplomatischen Vertretungen in Italien in Zukunft auch für Zypern zuständig sein würden.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Diese Annäherung ist ein Dorn im Auge des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, der zuvor stets auf eine engere Zusammenarbeit seiner zentralasiatischen Verbündeten mit dem nicht anerkannten Nordzypern gepocht hatte, das unter starkem türkischem Einfluss steht. Vorherige Versuche, die Separatistenrepublik näher an das pantürkische Staatenbündnis heranzuführen, scheiterten jedoch kläglich: Erdogans unilaterale Entscheidung, Nordzypern auf dem OTS-Gipfel 2022 in Samarkand zum Beobachterstaat zu küren, wurde von den zentralasiatischen Bündnispartnern <a href="https://tashkenttimes.uz/national/9983-giving-northern-cyprus-observer-status-was-not-even-discussed-at-turkic-summit">vehement zurückgewiesen</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Druckprobe für Erdogans Panturkismus?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ikboljon Qoraboyev, Professor für internationale Beziehungen an der Universität Astana, bezeichnete den informellen Gipfel <a href="https://hagueresearch.org/understanding-central-asias-position-on-northern-cyprus-between-principles-pressures-and-pragmatism/">als eine Art Druckprobe</a> für die Organisation, die deren interne Kohäsion und Widerstandsfähigkeit testen würde. Dementsprechend betonte der türkische Präsident in seiner Ansprache die Wichtigkeit der gegenseitigen Solidarität zwischen den Bündnispartnern, wobei er auch auf vergangene Konflikte Bezug nahm.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Tragödien, die sich in der Vergangenheit in Zypern, Karabach, Bosnien-Herzegowina und heute in Gaza ereignet haben, erinnern uns daran, dass wir auch über unsere Grenzen hinaus denken müssen&#8220;, sagte Erdogan.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/zentralasiatische-staaten-erkennen-nordzypern-an-rueckschlag-fuer-die-tuerkei/">Zentralasiatische Staaten erkennen Zypern an – Rückschlag für die Türkei</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir müssen als Prinzip unserer Brüderlichkeit füreinander einstehen und unsere Solidarität stärker sichtbar machen. [&#8230;] Wir glauben, dass ein Familienfoto der türkischen Welt ohne die [Türkische Republik Nordzypern] immer unvollständig sein wird&#8220;, fügte er hinzu.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Infrastruktur mit höchster Priorität</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Währenddessen fokussierten sich die zentralasiatischen Vertreter vor allem auf die wirtschaftliche Zusammenarbeit innerhalb des Bündnisses und betonten, dass die Entwicklung gemeinsamer Infrastrukturprojekte höchste Priorität genießen sollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kirgistans Präsident Sadyr Dschaparow hob den Ausbau des Schienennetzes zwischen Kirgistan, Usbekistan und China hervor, während sein kasachisches Pendant Kassym-Dschomart Tokajew dazu aufrief, den Mittleren Korridor, der Europa über den Landweg mit China verbinden soll, als strategisches Projekt und Transportbrücke voranzutreiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/10-gipfeltreffen-der-organisation-der-turkstaaten-neue-wege-der-zusammenarbeit-sind-gefragt/">10. Gipfeltreffen der Organisation der Turkstaaten: Neue Wege der Zusammenarbeit sind gefragt</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf das Thema Nordzypern ging keines der vier anwesenden zentralasiatischen Länder ein, wohl in der Hoffnung, weitere Reibereien vermeiden zu können. Im Abschlusskommuniqué des Gipfels, das von allen fünf Staatsoberhäuptern der vollwertigen OTS-Mitgliedsstaaten unterzeichnet wurde, wird Nordzypern allerdings als Beobachterstaat und „inseparabler Teil” der türkischen Welt bezeichnet.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ungarn als „Brücke zum Westen”?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Gipfel stellte insofern ein Novum dar, als dass er der erste war, der in einem der Beobachterstaaten der Organisation stattfand. Obwohl Ungarns Status als Beobachter auf den ersten Blick verwunderlich erscheinen mag, gehört das politische Engagement Viktor Orbáns innerhalb des Staatenbündnisses zu einem der Grundpfeiler der „Öffnung gen Osten”, mit der seine Regierung seit knapp 15 Jahren als außenpolitisches Mantra hantiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Passenderweise fand der Gipfel daher auch unter dem Motto „Meeting Point of East and West” statt. In seiner Rede betonte Orban, dass er selbst nicht gedacht hätte, dass die Organisation irgendwann einen solchen Stellenwert einnehmen würde, als Ungarn 2018 als Beobachterstaat hinzustieß. Seine Teilnahme am Bündnis begründet Ungarn mit der pseudohistorischen Strömung des „Turanismus”, der besagt, dass die Turkvölker und Finno-Ugrier (zu denen Ungarn gehört) einen gemeinsamen Ursprung haben.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Verdopplung des Handels</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Vor dem Hintergrund der sich stets verschlechternden Beziehungen zur EU versucht Ungarn seit geraumer Zeit, seine Handelsbeziehungen mit eurasischen Ländern auszubauen. Hierbei spielt vor allem China eine übergeordnete Rolle: <a href="https://hipa.hu/news/Hungary-investment-promotion-2024-results-HIPA/">Laut der Hungarian Investment Promotion Agency (HIPA)</a>, einer Regierungsbehörde zur Förderung von ausländischen Direktinvestitionen, war China 2024 mit Gesamtinvestitionen in Höhe von 5,2 Milliarden Euro für 51 Prozent von Ungarns Gesamtzufluss an ausländischen Direktinvestitionen verantwortlich. Dabei stechen der Bau von zwei Fabriken des chinesischen Elektroautoherstellers BYD und einer Niederlassung des Lithium-Ionen-Batterieherstellers CATL heraus.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/das-grosse-turkestan-mythos-oder-perspektive/">„Das große Turkestan“ – Mythos oder Perspektive?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch der ungarische Handel mit den Ländern Zentralasiens floriert. Laut Außenminister Peter Szijjarto hat sich das <a href="https://www.budapesttimes.hu/diplomacy/fm-hungary-is-prepared-for-extensive-strategic-cooperation-with-the-turkic-states/">Handelsvolumen mit den Turkstaaten</a> seit 2018 – als Ungarn seine Beobachterrolle in der OTS aufnahm – verdoppelt und beträgt mittlerweile 5 Milliarden Euro. Der Handel mit Kasachstan war im ersten Quartal dieses Jahres <a href="https://en.trend.az/business/4046424.html">um 37 Prozent gewachsen</a>, und am Rande des informellen Gipfels einigte sich das Land mit Usbekistan auf neue gemeinsame Projekte in Höhe von 1,5 Milliarden Euro. Gerade in den Bereichen Energie und Transport sieht Ungarn in seiner Partnerschaft mit Zentralasien großes Potenzial, sowohl um seine Energieabhängigkeit von Russland zu lindern, als auch um den Ausbau des Mittleren Korridors voranzutreiben und damit vom Handel zwischen Europa und China zu profitieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die OTS sieht in Ungarn derweil einen Türöffner zur EU, weswegen das „europäische Repräsentanzbüro” der Organisation <a href="https://www.dailysabah.com/politics/diplomacy/good-co-op-between-hungary-and-turkic-states-ots-europe-director">in Budapest angesiedelt wurde</a>, ungeachtet der nicht vollwertigen Mitgliedschaft des Landes im Bündnis. Angesichts der wachsenden Beziehungen der EU zu den zentralasiatischen Ländern, die im 12-Milliarden-Euro schweren Investitionspaket vom April ihren bisherigen Höhepunkt erreichten, sieht Ungarn seine Chance, als „Brückenbauer” zwischen Ost und West zu fungieren und so seinen Einfluss innerhalb der EU zu vergrößern.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Benedikt Stöckl für Novastan</strong></p>



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		<title>Die Türkei bietet Vermittlung im Grenzkonflikt zwischen Kirgistan und Tadschikistan an</title>
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		<dc:creator><![CDATA[mtoustou]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Mar 2024 20:24:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Grenzkonflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Mediator]]></category>
		<category><![CDATA[Türkei]]></category>
		<category><![CDATA[Vermittlung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die T&#xFC;rkei hat die Initiative zur L&#xF6;sung der Grenzstreitigkeiten zwischen Kirgistan und Tadschikistan ergriffen. Diese Intervention wirft Fragen hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf das regionale Gleichgewicht sowie die dortigen geopolitischen Dynamiken hervor &#x2013; nicht zuletzt, weil Russland traditionell &#xFC;ber einen gro&#xDF;en Einfluss in Zentralasien verf&#xFC;gt. Der t&#xFC;rkische Au&#xDF;enminister Hakan Fidan hat signifikante Fortschritte der Verhandlungen zwischen [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Türkei hat die Initiative zur Lösung der Grenzstreitigkeiten zwischen Kirgistan und Tadschikistan ergriffen. Diese Intervention wirft Fragen hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf das regionale Gleichgewicht sowie die dortigen geopolitischen Dynamiken hervor – nicht zuletzt, weil Russland traditionell über einen großen Einfluss in Zentralasien verfügt.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der türkische Außenminister <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hakan_Fidan">Hakan Fidan</a> hat signifikante Fortschritte der Verhandlungen zwischen Duschanbe und Bischkek verkündet. Nach Angaben von <a href="https://rus.ozodi.org/a/32774794.html">Radio Ozodi</a>, dem tadschikischen Dienst von Radio Free Europe, deutete er für den März die Unterzeichnung eines detaillierten Abkommens über den umstrittenen Grenzverlauf an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Schritt erfolgt in einer Situation, in der der Grenzkonflikt zwischen Kirgistan und Tadschikistan weiterhin eine Quelle für Spannungen bleibt. Seit den <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/warum-es-tadschikistan-und-kirgistan-schwer-faellt-den-grenzkonflikt-zu-beenden/">Auseinandersetzungen im September 2022</a> mit dem Einsatz schwerer Waffen, Dutzenden Toten und Tausenden von Vertriebenen nahmen die Konfliktparteien die Festlegung der gemeinsamen Grenze in kleinen Schritten wieder auf.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Die Türkei sucht die Rolle als Mediator, allerdings offenbart sich bei diesen diplomatischen Bemühungen eine Präferenz für die kirgisische Seite. Wichtige Fragen zu den Implikationen des türkischen Engagements in der Region, konkreten Mechanismen zur Lösung des Grenzstreits und zur Reaktion der involvierten Parteien bleiben bestehen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine scheinbar neutrale Position</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Umut Acar, der türkische Botschafter in Tadschikistan, erklärte, sein Land nehme eine neutrale Position in der Grenzfrage ein. Zudem plädierte er <em>„für die Lösung der Streitigkeiten“</em> zwischen den Nationen. Außenminister Fidan hatte Anfang Januar Bischkek und später Duschanbe besucht, wo er Kooperationspläne der Länder mit der Türkei ankündigte, wie die türkische Nachrichtenagentur <a href="https://www.aa.com.tr/ru/%D0%BF%D0%BE%D0%BB%D0%B8%D1%82%D0%B8%D0%BA%D0%B0/%D1%82%D1%83%D1%80%D1%86%D0%B8%D1%8F-%D0%B8-%D1%82%D0%B0%D0%B4%D0%B6%D0%B8%D0%BA%D0%B8%D1%81%D1%82%D0%B0%D0%BD-%D0%BD%D0%B0%D1%86%D0%B5%D0%BB%D0%B5%D0%BD%D1%8B-%D0%BD%D0%B0-%D1%80%D0%B0%D1%81%D1%88%D0%B8%D1%80%D0%B5%D0%BD%D0%B8%D0%B5-%D1%81%D0%BE%D1%82%D1%80%D1%83%D0%B4%D0%BD%D0%B8%D1%87%D0%B5%D1%81%D1%82%D0%B2%D0%B0-/3104838">Anadolu</a> berichtete.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch schwebt ein Schatten über den türkischen Vermittlungsbemühungen. <a href="un%20rapport%20de%20Human%20Rights%20Watch">Human Rights Watch</a> sagt Kirgistan nach, bei den Gefechten im September 2022 türkische Drohnen des Typs <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bayraktar_TB2">Bayraktar</a> eingesetzt zu haben. Der türkische Botschafter bestreitet diese Anschuldigungen und unterstreicht, die Drohnen würden lediglich befreundeten Staaten zum Kampf gegen den Terrorismus verkauft.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Herausforderungen der türkischen Diplomatie in Zentralasien</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://rus.ozodi.org/a/32771883.html">Radio Ozodi</a> beziffert die Gesamtlänge der kirgisisch-tadschikischen Grenze auf 972 Kilometer. Hiervon sind einige Abschnitte umstritten, was sich teils in sporadischen Konflikten äußert. Zu Beginn des Jahres 2024 behaupteten die Parteien, dass mittlerweile mehr als 90 Prozent der gemeinsamen Grenze festgelegt worden seien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im breiteren geopolitischen Kontext fällt der Besuch des türkischen Außenministers in eine Zeit, in der Russland mit der Führung seines Krieges gegen die Ukraine beschäftigt ist. Scheinbar versucht die Türkei, ihren ökonomischen und diplomatischen Einfluss in Zentralasien auszuweiten. Zentral sind dabei insbesondere bilaterale Kontakte sowie die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_der_Turkstaaten">Organisation der Turkstaaten</a>, in welcher Kirgistan Mitglied ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/10-gipfeltreffen-der-organisation-der-turkstaaten-neue-wege-der-zusammenarbeit-sind-gefragt/">10. Gipfeltreffen der Organisation der Turkstaaten: Neue Wege der Zusammenarbeit sind gefragt</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei seinem Besuch in Bischkek begrüßte Fidan die wachsende kirgisisch-türkische Kooperation, wie das türkische Medium <a href="https://www.dailysabah.com/politics/diplomacy/turkiye-kyrgyzstan-seek-to-boost-ties-as-top-diplomat-fidan-visits">Daily Sabah</a> berichtet. Diese Kooperation zeichnet sich in erster Linie durch Entwicklungsprogramme im Rahmen des Abkommens über ewige Freundschaft und Zusammenarbeit aus. Aber auch der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%BCrkisches_Pr%C3%A4sidium_f%C3%BCr_Internationale_Kooperation_und_Koordination">Türkischen Agentur für Internationale Zusammenarbeit und Koordination (TIKA)</a> fällt eine große Bedeutung zu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fidan berichtete zudem von der Unterzeichnung eines Kooperationsprogramms mit der kirgisischen Seite für den Zeitraum 2024-2026, wobei die Länder gemeinsame Projekte durchführen und ökonomische Entwicklungspfade diskutieren. Ein Ziel ist die Verbesserung des Handels, außerdem soll reisepassloses Reisen zwischen den Ländern ermöglicht werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Internationale Bedenken und die Hürden für die Mediation</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die türkische Vermittlung im kirgisisch-tadschikischen Grenzkonflikt ruft Bedenken hinsichtlich der Neutralität der Türkei vis-à-vis Tadschikistan und Kirgistan hervor. Sie ist charakteristisch für den wachsenden türkischen Einflusses in Zentralasien, kann aber auch auf den Mangel alternativer Mediatoren zurückgeführt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der russischen Presseagentur <a href="https://ru.sputnik.kg/20231211/sadyr-zhaparov-granica-tadzhikistan-1081169816.html">Sputnik</a> zufolge drückte der kirgisische Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sadyr_Dschaparow">Sadyr Dschaparow</a> bereits im Dezember des Vorjahres seine Intention aus, ein Abkommen zum Grenzverlauf bereits im Frühling 2024 zu erreichen. Der türkische Außenminister beschreibt diese Hoffnung nach Angaben von <a href="https://rus.azattyk.org/a/32771260.html">Radio Azattyk</a>, dem kirgisischen Dienst von Radio Free Europe, als <em>„eine wichtige Etappe, um regionale Sicherheit zu garantieren“</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/sicherheitspolitik-die-tuerkei-weitet-ihren-einfluss-in-zentralasien-aus/">Sicherheitspolitik: Die Türkei weitet ihren Einfluss in Zentralasien aus</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Herausforderungen der türkischen Vermittlung in dieser Angelegenheit und ihr relativer Erfolg werden im Lichte der fortwährenden kirgisisch-tadschikischen Spannungen zunehmend sichtbar. Wenngleich das Engagement sich seit September 2022 nicht mehr unmittelbar um bewaffnete Auseinandersetzungen dreht, bestehen die Konfliktursachen hinsichtlich des Grenzverlaufs, Bewässerung, Schmuggel und illegalen Grenzübertritten fort.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Macha Toustou für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/politique/turquie-mediation-probleme-frontalier-kirghizstan-tadjikistan/">Französischen</a> von Silvan Ergican</strong></p>



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		<title>10. Gipfeltreffen der Organisation der Turkstaaten: Neue Wege der Zusammenarbeit sind gefragt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[cabarasia]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Nov 2023 08:09:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
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		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[OTS]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 3. November hat in Astana der 10. Gipfel der Organisation der Turkstaaten (OTS) unter dem Motto &#x201E;Turk Time&#x201C; stattgefunden. Die Neuausrichtung der T&#xFC;rkei auf eine vorrangige Zusammenarbeit mit China und Russland k&#xF6;nnte die Interaktion der zentralasiatischen L&#xE4;nder mit der Europ&#xE4;ischen Union erschweren, meint Eldaniz Huseinov, Spezialist f&#xFC;r europ&#xE4;ische und internationale Studien am Heartland Centre [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/10-gipfeltreffen-der-organisation-der-turkstaaten-neue-wege-der-zusammenarbeit-sind-gefragt/">10. Gipfeltreffen der Organisation der Turkstaaten: Neue Wege der Zusammenarbeit sind gefragt</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Am 3. November hat in Astana der 10. Gipfel der Organisation der Turkstaaten (OTS) unter dem Motto „Turk Time“ stattgefunden. Die Neuausrichtung der Türkei auf eine vorrangige Zusammenarbeit mit China und Russland könnte die Interaktion der zentralasiatischen Länder mit der Europäischen Union erschweren, meint Eldaniz Huseinov, Spezialist für europäische und internationale Studien am Heartland Centre for Expertise and Analysis, in einem im Vorfeld veröffentlichten Beitrag für das Central Asian Bureau for Analytical Reporting (CABAR). Im Hinblick auf die Perspektiven der Organisation der Turkstaaten (OTS) schlägt Huseinov vor, dass die OTS nach neuen Nischen für eine Zusammenarbeit suchen sollte.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben den Themen, die in der Abkürzung des Slogans „Turk Time“ genannt werden (Tradition, Vereinigung, Reformen, Wissen, Vertrauen, Investitionen, Mediation, Energie), seien die Auswirkungen der globalen Krisen auf die Aktivitäten der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_der_Turkstaaten">OTS</a>, die Interaktion mit Nordzypern und die Zusammenarbeit mit der EU die wichtigsten Themen, mit denen sich die Organisation derzeit beschäftigt. Von Interesse ist auch die Frage eines möglichen Beitritts Turkmenistans.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der historische Gipfel von Samarkand und die Krux mit dem Korridor durch Armenien</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Nachwirkungen des russischen Angriffs auf die Ukraine haben die Zusammenarbeit innerhalb der Organisation erheblich beeinträchtigt. Auch das Wiederaufflammen des Konflikts zwischen Israel und Palästina wird sich auf die OTS auswirken, insbesondere auf ihre Zusammenarbeit mit der EU. Die Erleichterung des Güterverkehrs auf der transkaspischen internationalen Transportroute (auch bekannt als „Mittlerer Korridor“) war daher eines der Hauptthemen der Zusammenarbeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der 9. OTS-Gipfel in Samarkand <a href="https://www.aa.com.tr/ru/%D0%BC%D0%B8%D1%80/%D1%81%D0%B0%D0%BC%D0%BC%D0%B8%D1%82-%D0%B2-%D1%81%D0%B0%D0%BC%D0%B0%D1%80%D0%BA%D0%B0%D0%BD%D0%B4%D0%B5-%D0%BD%D0%BE%D0%B2%D0%B0%D1%8F-%D1%81%D1%82%D1%80%D0%B0%D0%BD%D0%B8%D1%86%D0%B0-%D0%B2-%D1%81%D0%BE%D1%82%D1%80%D1%83%D0%B4%D0%BD%D0%B8%D1%87%D0%B5%D1%81%D1%82%D0%B2%D0%B5-%D1%82%D1%8E%D1%80%D0%BA%D1%81%D0%BA%D0%B8%D1%85-%D0%B3%D0%BE%D1%81%D1%83%D0%B4%D0%B0%D1%80%D1%81%D1%82%D0%B2/2734383">unter dem Motto</a> <em>„Eine neue Ära der türkischen Zivilisation: Auf dem Weg zu gemeinsamer Entwicklung und Wohlstand“</em> war von großer Bedeutung. Im Rahmen des Gipfels wurden verschiedene Abkommen geschlossen, wobei der Schwerpunkt auf den Bereichen Verkehr und Zoll lag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es scheint, dass die technischen Besonderheiten der OTS der Kompromissfindung im Wege stehen. Immerhin haben einige Mitglieder ähnliche Abkommen im Rahmen der Eurasischen Wirtschaftsunion (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Eurasische_Wirtschaftsunion">EAWU</a>), der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinschaft_Unabh%C3%A4ngiger_Staaten">GUS</a> oder separat mit der EU unterzeichnet. Die Existenz ähnlicher Abkommen kann die vollständige Umsetzung der geplanten Abkommen im Rahmen der OTS behindern. Andererseits sind andere wichtige Länder, wie Turkmenistan und insbesondere Georgien, nicht an diesen Abkommen beteiligt. Ihre Umsetzung ist nur möglich, wenn es einen Korridor durch armenisches Territorium gibt, das der Gerichtsbarkeit eines OTS-Mitglieds unterliegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/sicherheitspolitik-die-tuerkei-weitet-ihren-einfluss-in-zentralasien-aus/">Sicherheitspolitik: Die Türkei weitet ihren Einfluss in Zentralasien aus</a></strong><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Korridor, der auch als „Zangezur-Korridor“ bezeichnet wird, soll durch das Gebiet der armenischen Provinz <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sjunik">Syunik</a> verlaufen und gilt als mögliche Transportverbindung zwischen den westlichen Teilen Aserbaidschans und seiner Exklave, der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Autonome_Republik_Nachitschewan">Autonomen Republik Nachitschewan</a>, sowie in weiterer Folge mit der Türkei. Die Streitigkeiten um diesen Korridor sind noch nicht beigelegt. Es gab zwar Erklärungen, dass dieser Korridor nach der Eröffnung der Verkehrsverbindung zwischen Aserbaidschan und Nachitschewan über den Iran <a href="https://www.reuters.com/world/asia-pacific/armenia-says-pashinyan-aliyev-talks-cancelled-after-baku-pulled-out-tass-2023-10-25/">nicht mehr so interessant</a> sei. Allerdings haben sowohl die Türkei als auch Aserbaidschan <a href="https://rus.azatutyun.am/a/32631272.html">kürzlich erklärt</a>, dass der Korridor für die Unterzeichnung eines Friedensabkommens zwischen Aserbaidschan und Armenien geöffnet werden soll. Solange jedoch nicht klar ist, ob der Korridor in Betrieb genommen wird, bleibt die Umsetzung der Samarkand-Abkommen unvollständig.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zusammenarbeit mit der Europäischen Union: Logistik und Nordzypern</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Potenzial für eine Zusammenarbeit zwischen der EU und der OTS wird derzeit auf verschiedenen Expertenplattformen aktiv diskutiert. In einem wichtigen Ziel bezüglich Zentralasien sind sich beide Organisationen einig: der besseren Vernetzung der Länder entlang des „Mittleren Korridors“. Allerdings gibt es diesbezüglich keine offene Kommunikation zwischen den beiden Organisationen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im <a href="https://www.consilium.europa.eu/en/press/press-releases/2023/10/23/joint-communique-of-the-19th-european-union-central-asia-ministerial-meeting-23-october-2023-luxembourg/?utm_source=dsms-auto&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=Joint%20Communiqu%25u00e9%20of%20the%2019th%20European%20Union-Central%20Asia%20Ministerial%20Meeting%2C%2023%20October%202023%2C%20Luxembourg">gemeinsamen Communiqué</a> des 19. Ministertreffens EU-Zentralasien vom 23. Oktober 2023 wird beispielsweise auf ein Konsultationstreffen der zentralasiatischen Staats- und Regierungschefs verwiesen. Die OTS wird dabei nicht erwähnt. Ähnlich verhält es sich in der <a href="https://www.bundesregierung.de/resource/blob/975226/2226662/63a570a73d143bdf5f781a7685fe2173/2023-09-29-z5-erklaerung-data.pdf%3Fdownload%3D1&amp;sa=U&amp;ved=2ahUKEwjOso3ZnqCCAxUDVfEDHSYwAHQQFnoECAkQAg&amp;usg=AOvVaw0wf2SYIsmxPRU9x57D4IJa">gemeinsamen Erklärung</a> der deutschen Bundeskanzlerin und der zentralasiatischen Staats- und Regierungschefs nach dem Deutschland-Zentralasien-Gipfel sowie in weiteren Erklärungen und Dokumenten. Demgegenüber bestehen seit 2015 <a href="https://turkicstates.org/en/haberler/official-contacts-between-the-turkic-council-and-the-eu-have-been-launched_351">offizielle Kontakte</a> zwischen den beiden Organisationen und auch das Potenzial für eine gemeinsame Zusammenarbeit ist groß.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/der-gipfel-zentralasien-usa-ein-geopolitisch-bedeutsames-treffen/">Der Gipfel Zentralasien – USA, ein geopolitisch bedeutsames Treffen</a></strong><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Problem für die Entwicklung der Beziehungen wird wahrscheinlich eine gewisse Präsenz Nordzyperns in der OTS sein. Die Türkei behauptet, dass auf dem Gipfel in Samarkand alle Mitglieder der OTS <a href="https://www.mfa.gov.tr/no_-340_-ab-nin-kktc-nin-turk-devletleri-teskilati-na-gozlemci-uyeligine-dair-aciklamasi-hk.ru.mfa">einstimmig</a> für die Aufnahme Nordzyperns als Beobachter in die Organisation gestimmt hätten. Am Tag des Gipfels, dem 12. November 2022, gab der Auswärtige Dienst der EU eine <a href="https://www.eeas.europa.eu/eeas/cyprus-statement-spokesperson-observer-status-turkish-cypriot-secessionist-entity-organisation_en">Erklärung</a> ab, in der er die Anträge der Türkei, Nordzypern als Beobachter in die Organisation aufzunehmen, ablehnte. Ob Nordzypern tatsächlich als Beobachter in die OTS aufgenommen wurde, ist bislang unklar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mitgliedschaft Nordzyperns als Beobachter wurde innerhalb der OTS nicht eindeutig abgelehnt, aber die Situation Nordzyperns kann zu Konflikten in den Beziehungen zwischen der EU und der OTS führen, da die Republik Zypern Mitglied der EU ist und ein Vetorecht bei allen Entscheidungen hat, die die Zusammenarbeit der EU mit den Ländern der OTS betreffen, wie zum Beispiel die Ratifizierung der erweiterten Partnerschafts- und Kooperationsabkommen der EU mit Usbekistan und Kirgistan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Vertreter des international nicht anerkannten Nordzyperns nahm zusammen mit anderen OTS-Führern am Sondergipfel in Ankara am 16. März 2023 teil. Betrachtet man jedoch andere Treffen innerhalb der Organisation, so lässt sich die Tendenz erkennen, dass Nordzypern nur bei Veranstaltungen in Aserbaidschan und der Türkei präsent ist, nicht aber in den zentralasiatischen Ländern. Auch am OTS-Gipfel in Astana am 3. November 2023 nahm der Vertreter Nordzyperns nicht teil. Es bleibt abzuwarten, ob die zentralasiatischen Länder unter diesen Umständen bereit sind, Nordzypern einen Beobachterstatus einzuräumen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Beabsichtigt Turkmenistan, Vollmitglied der OTS zu werden?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In den Medien wird derzeit heftig diskutiert, ob Turkmenistan Vollmitglied der OTS werden wird. Auslöser war die <a href="https://rus.azathabar.com/a/32323365.html">Erklärung</a> des Vorsitzenden des <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/People%27s_Council_of_Turkmenistan">Halk Maslahaty</a> Turkmenistans, des ehemaligen Präsidenten des Landes, <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Gurbanguly_Berdimuhamedow">Gurbanguly Berdimuhamedow</a>: Er hoffe, <em>„Sie alle [Präsidenten der OTS-Staaten, Anm. d. Red.] in Turkmenistan nicht im Status eines Beobachterlandes, sondern bereits als Vollmitglied der Organisation der Turkstaaten zu treffen.“ </em>Die Diskussionen über eine Vollmitgliedschaft Turkmenistans wurden jedoch durch den offiziellen Besuch des turkmenistanischen Präsidenten <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Serdar_Berdimuhamedow">Serdar Berdimuhamedow</a> in der Türkei Ende Oktober 2023 angeheizt, bei dem <a href="https://ru.apa.az/foreign-policy/erdogan-trexstoronnee-sotrudnicestvo-s-azerbaidzanom-vazno-dlya-eksporta-turkmenskogo-gaza-na-mirovye-rynki-539132">Erdogan sagte</a>: <em>„Ich betone, dass wir wollen, dass Turkmenistan, das in der OTS einen Beobachterstatus hat, ein Vollmitglied unserer Familie wird.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachrichten über eine Vollmitgliedschaft des Landes gab es schon früher. So sagte der ehemalige türkische Außenminister <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mevl%C3%BCt_%C3%87avu%C5%9Fo%C4%9Flu">Mevlüt Çavuşoğlu</a> vor dem OTS-Gipfel 2022 in Samarkand, dass Turkmenistan während des Gipfels Vollmitglied der OTS werden würde – was jedoch <a href="https://rus.azattyq.org/a/32129727.html">nicht geschah</a>. Auch beim Gipfel in Astana erhielt das Land diesen Status nicht. Dafür gibt es mehrere Gründe.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Erstens konzentriert sich Turkmenistan derzeit darauf, die europäischen Märkte mit Erdgas über Aserbaidschan und die Türkei zu versorgen. Aufgrund der schleppenden Verhandlungen der OTS mit der EU hat Turkmenistan in dieser Hinsicht keinen wirklichen Nutzen von einer Mitgliedschaft. Zweitens ist Turkmenistan zwar außenpolitisch aktiver geworden, zum Beispiel durch die <a href="https://cabar.asia/ru/vliyanie-palestino-izrailskogo-konflikta-na-strany-tsentralnoj-azii">Interaktion</a> mit der Gemeinschaft Unanhängiger Staaten (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinschaft_Unabh%C3%A4ngiger_Staaten">GUS</a>) und der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shanghaier_Organisation_f%C3%BCr_Zusammenarbeit">SOZ</a>), ist aber kein Vollmitglied dieser Organisationen geworden. Aufgrund der Verschärfung der Konflikte in Eurasien misst Turkmenistan Sicherheitsfragen großen Bedeutung bei. Dies gilt derzeit nicht für die OTS.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schließlich schränkt das 1995 verabschiedete <a href="http://www.untuk.org/publications/legislation/hr/tm_hr/003.htm">Gesetz über die ständige Neutralität</a> Turkmenistans die Beteiligung des Landes an militärischen Blöcken und Bündnissen sowie an <em>„zwischenstaatlichen Vereinigungen mit strengen Verpflichtungen oder mit kollektiver Verantwortung der Teilnehmer“</em> ein. Angesichts des Wunsches einiger Großmächte, ihre internationale Agenda in der OTS voranzutreiben, ist Turkmenistan aufgrund seines Neutralitätsstatus nicht daran interessiert. Turkmenistan könnte sich an „Peer-to-Peer“-Vereinbarungen beteiligen, zum Beispiel über eine <a href="https://cabar.asia/ru/mesto-konsultativnyh-vstrech-stran-tsentralnoj-azii-v-kontekste-kristallizatsii-integratsionnyh-protsessov-v-bolshoj-evrazii">Kommission</a> zur Stärkung der Landesverkehrsverbindungen in Zentralasien, da das Land an einer Ausweitung des Transits durch sein Territorium und seine Seehäfen interessiert ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zukunftsvision für die Organisation: Risiken und Chancen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die OTS wird weiterhin die Verbindung zwischen den zentralasiatischen Ländern und Europa stärken, aber ihr Potenzial wird vom Ende der Kriegshandlungen in der Ukraine abhängen. Derzeit ist es sehr schwierig, die Türkei bei der Entwicklung des „Mittleren Korridors“ zur Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Zentralasien und der EU zu umgehen. Da sich die Kämpfe in der Ukraine auf das Schwarze Meer verlagern, wird der Seeweg von Georgien nach Rumänien oder Bulgarien immer unsicherer. Die Türkei versucht jedoch aktiv, ihre strategische Bedeutung zur Durchsetzung ihrer außenpolitischen Interessen zu nutzen; der NATO-Beitritt Schwedens und Finnlands ist ein Beispiel dafür. Die Frage muss also lauten: Kann die Türkei den zunehmenden Warentransit von Zentralasien nach Europa durch ihr Territorium für eigene Zwecke nutzen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, das kann sie. Ein Beispiel ist die zurückhaltende Haltung der EU gegenüber einer Beobachtermitgliedschaft Nordzyperns in der OTS. Die Forderung, dass ihre Interessen in den Beziehungen der Türkei zur EU zu berücksichtigen, muss nicht unbedingt ein Konflikt sein, kann aber den Eindruck erwecken, dass sich die Türkei dann stärker auf eine Zusammenarbeit mit China und Russland zubewegt, was auch das Engagement der zentralasiatischen Länder in der EU erschweren könnte. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, dass China, die EU und die zentralasiatischen Länder nach dem Ende des Krieges in der Ukraine wieder den Weg über Russland bevorzugen, so dass die OTS nach neuen Nischen für die interne Zusammenarbeit suchen müsste.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/zwischen-den-golfstaaten-und-zentralasien-bildet-sich-eine-institutionalisierte-kooperation-heraus/">Zwischen den Golfstaaten und Zentralasien bildet sich eine institutionalisierte Kooperation heraus</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine solche Nische ist die Zusammenarbeit im Energiebereich und Energielieferungen aus Zentralasien über Aserbaidschan und die Türkei. Dies wird jedoch auch davon abhängen, ob die EU angesichts der Agenda für erneuerbare Energien weiterhin an Energielieferungen interessiert ist. Die OTS sollte jedoch nicht nur durch das Prisma Europa-China betrachtet werden, da die zentralasiatischen Länder an der Entwicklung anderer Transportrouten, etwa durch Afghanistan, interessiert sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Fall könnten die oben beschriebenen Abkommen die Kommunikation der Türkei mit Afghanistan und Pakistan erleichtern. Die wirtschaftliche Zusammenarbeit wird sich weiter entwickeln, insbesondere vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrisen in einer Reihe von OTS-Ländern. In diesem Fall sind Projekte zur Eröffnung von Handelszentren und Sonderwirtschaftszonen von großem Interesse.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein letzter wichtiger Aspekt ist die politische Zusammenarbeit, d. h. die gemeinsame Reaktion der OTS-Länder auf globale Krisen durch gemeinsame Erklärungen. Dies kann dazu beitragen, dass die Länder gemeinsame Maßnahmen ergreifen müssen, um zu verhindern, dass externe Krisen die Situation innerhalb der Mitgliedsländer der Organisation verschlechtern. Dies kann auch dazu beitragen, neue Nischen der Zusammenarbeit zu finden.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Eldaniz Gusseinov für CABAR</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://cabar.asia/ru/h-sammit-organizatsii-tyurkskih-gosudarstv-nuzhny-novye-nishi-dlya-sotrudnichestva">Russischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/10-gipfeltreffen-der-organisation-der-turkstaaten-neue-wege-der-zusammenarbeit-sind-gefragt/">10. Gipfeltreffen der Organisation der Turkstaaten: Neue Wege der Zusammenarbeit sind gefragt</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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			</item>
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		<title>Turkmenische Migrierte in der Türkei suchen nach Lösungen</title>
		<link>https://novastan.org/de/turkmenistan/turkmenische-migrierte-in-der-tuerkei-suchen-nach-loesungen/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/turkmenistan/turkmenische-migrierte-in-der-tuerkei-suchen-nach-loesungen/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Oct 2023 20:42:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsmigration]]></category>
		<category><![CDATA[Reisepass]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Serdar Berdimuhamedow]]></category>
		<category><![CDATA[Türkei]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>W&#xE4;hrend sich die Situation f&#xFC;r turkmenische Migrierte in der T&#xFC;rkei weiter verschlechtert, versuchen die meisten, eine R&#xFC;ckkehr nach Turkmenistan zu vermeiden. Seit September letzten Jahres versuchen die t&#xFC;rkischen Beh&#xF6;rden verst&#xE4;rkt, illegale turkmenische Arbeitskr&#xE4;fte aufzusp&#xFC;ren, berichtet Radio Azattyk. Angesichts der extremen Schwierigkeiten, eine Arbeitserlaubnis zu erhalten, arbeiten viele Turkmen:innen illegal in der T&#xFC;rkei. Um nicht nach [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Während sich die Situation für turkmenische Migrierte in der Türkei weiter verschlechtert, versuchen die meisten, eine Rückkehr nach Turkmenistan zu vermeiden. Seit September letzten Jahres versuchen die türkischen Behörden verstärkt, illegale turkmenische Arbeitskräfte aufzuspüren, <a href="https://rus.azattyk.org/a/turkmen-leave-turkey-pressure-russia/32632685.html">berichtet Radio Azattyk</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Angesichts der extremen Schwierigkeiten, eine Arbeitserlaubnis zu erhalten, arbeiten viele Turkmen:innen illegal in der Türkei. Um nicht nach Turkmenistan zurückkehren zu müssen, versuchen einige von ihnen, nach Russland zu gelangen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Verlängerung des Reisepasses: ein Hindernislauf für Migrierte</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eine der größten Sorgen turkmenischer Migrierter ist die Gültigkeit des Passes. Die turkmenischen Botschaften verfolgen eine strikte Politik und weigern sich, abgelaufene oder im Ausland verlorene Pässe zu verlängern oder zu ersetzen. Stattdessen fordern sie die Migrierten auf, in ihr Heimatland zurückzukehren, um diese Formalitäten zu erledigen. Zu diesem Zweck bot die Regierung in Aschgabat ihren gestrandeten Bürgerinnen und Bürgern Flugtickets an.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Die Situation hat sich jedoch geändert und die Kosten für die Flugtickets müssen nun von den Migrierten selbst getragen werden. Diese zögern jedoch, in ihr Heimatland zurückzukehren. Sie befürchten, dass die Behörden sie an einer erneuten Ausreise hindern könnten, wie <a href="https://www.rferl.org/a/turkmenistan-students-banned-leaving-population-decline-/32127844.html">Radio Azatlyk berichtet</a>. Diese Angst ist zum Teil auf die <a href="https://www.rferl.org/a/majlis-podcast-pannier-central-asia-turkey-represssion/32546047.html">zunehmende Einschränkung der Bewegungsfreiheit</a> der Bürgerinnen und Bürger zurückzuführen, aber auch auf die Lebensqualität in der Heimat.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/in-turkmenistan-nimmt-die-brotkrise-kein-ende/">In Turkmenistan nimmt die Brotkrise kein Ende</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Turkmenische Migrierte befinden sich in einer Sackgasse: Sie suchen nach Möglichkeiten, ihren Aufenthaltsstatus in der Türkei zu legalisieren, fürchten aber gleichzeitig die möglichen Konsequenzen einer Rückkehr in ihre Heimat. Die Einschränkungen der Bewegungsfreiheit nehmen zu, während Turkmenistan mit einem stetigen Bevölkerungsrückgang konfrontiert ist. Das Problem ist struktureller Natur und zeigt sich in der mangelnden Transparenz der Regierung in Bezug auf die Bevölkerungszahlen. Während <a href="https://www.worldometers.info/world-population/turkmenistan-population/">offizielle Angaben</a> für das Jahr 2022 eine Bevölkerung von 6,4 Millionen Turkmeninnen und Turkmenen im Land ausgehen, deuten zahlreiche Umfragen darauf hin, dass diese Zahl eher bei 2,7 bis 2,8 Millionen liegen dürfte.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Druck zur vorzeitigen Rückkehr</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In den letzten Monaten wurden rund 2.500 Turkmen:innen, die in Abschiebezentren in der Türkei inhaftiert waren, in ihr Heimatland zurückgeschickt. Dies war eine Reaktion auf die verstärkte Repression gegen ausländische Arbeitskräfte, die im Juli in der Türkei begann. Die Herausforderungen der Migration liegen jedoch tiefer. Im September 2022 beendete die Türkei als Reaktion auf eine Anfrage aus Aschgabat die 30-tägige Visumsfreiheit für turkmenische Staatsbürger:innen, <a href="https://www.rferl.org/a/turkey-cancels-visa-free-travel-turkmen-citizens/32033622.html">berichtete damals Radio Azatlyk</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/turkmenistan-wie-die-bevoelkerung-auch-ohne-freie-medien-an-informationen-gelangt/">Turkmenistan: Wie die Bevölkerung auch ohne freie Medien an Informationen gelangt</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Maßnahme hatte den gewünschten Effekt: Nach Angaben des türkischen Migrationsdienstes lebten im September 2023 rund 198.000 turkmenische Staatsbürger:innen legal in der Türkei, im Vergleich zu 230.000 im September 2022. Das <a href="https://data.tuik.gov.tr/Bulten/Index?p=International-Migration-Statistics-2022-49457">Turkish Statistical Institute</a> gibt an, dass Turkmen:innen im Jahr 2022 4,8% der in die Türkei Migrierten ausmachten und damit die fünftgrößte Nationalität darstellten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die russische Alternative</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Angesichts dieser Herausforderungen in der Türkei erwägen viele Turkmen:innen, die das Land verlassen müssen, sich in Russland niederzulassen. Gleichzeitig florieren die Beziehungen zwischen Russland und Turkmenistan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So betonte der russische Premierminister <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Michail_Wladimirowitsch_Mischustin">Michail Mishustin</a> <a href="https://tass.ru/politika/18814483">laut der russischen Nachrichtenagentur TASS</a> anlässlich des Geburtstags des turkmenischen Präsidenten <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/serdar-berdimuhamedow-turkmenistans-diskreter-praesident/">Serdar Berdimuhamedow</a> die guten Beziehungen. Mishustin gratulierte Berdimuhamedow mit den Worten: „Ich möchte insbesondere Ihren persönlichen Beitrag zur Entwicklung der Freundschaft und der strategischen Partnerschaft zwischen Russland und Turkmenistan hervorheben.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/wie-sich-russlands-beziehung-zu-zentralasien-im-jahre-2022-entwickelt-hat/">Wie sich Russlands Beziehung zu Zentralasien im Jahre 2022 entwickelt hat</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Suche nach einem Zufluchtsort für Migrierte nach Russland ist nicht einfach. Diese Frage stellt sich in zunehmendem Maße, seit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gurbanguly_Berdimuhamedow">Gurbanguly Berdimuhamedov</a> im März 2022 das Präsidentenamt an seinen Sohn Serdar übergeben hat. <a href="https://www.rferl.org/a/majlis-podcast-pannier-central-asia-turkey-represssion/32546047.html">Nach Ansicht des Wissenschaftlers und Journalisten Bruce Pannier</a> wird die turkmenische Regierung immer autoritärer, je mehr sich die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Bedingungen verschlechtern. Seiner Meinung nach „ist Turkmenistan, was es immer war, vielleicht sogar schlimmer.“</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Bülent Alhas, Redakteur für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/turkmenistan/migrants-turkmenes-turquie-en-quete-de-solutions/">Französischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Die Diaspora der Ahiska-Türk:innen in Kirgistan</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Paulinon Vanackère]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 25 Mar 2023 10:49:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Ahiska]]></category>
		<category><![CDATA[Meschet:innen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Ahiska-T&#xFC;rk:innen, die w&#xE4;hrend der Sowjetzeit aus Georgien deportiert wurden, sind heute ein fester Bestandteil der Bev&#xF6;lkerung Zentralasiens. Die relativ kleine Diaspora in Kirgistan unterh&#xE4;lt enge Beziehungen zur T&#xFC;rkei. Die komplexe Identit&#xE4;t der Ahiska-T&#xFC;rk:innen wirft sogar in der Diaspora selbst Fragen auf: Einige nennen sich turksprachige Georgier:innen (ihre Sprache ist dem Aserbaidschanischen sehr &#xE4;hnlich), w&#xE4;hrend [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Ahiska-Türk:innen, die während der Sowjetzeit aus Georgien deportiert wurden, sind heute ein fester Bestandteil der Bevölkerung Zentralasiens. Die relativ kleine Diaspora in Kirgistan unterhält enge Beziehungen zur Türkei.</strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die komplexe Identität der Ahiska-Türk:innen wirft sogar in der Diaspora selbst Fragen auf: Einige nennen sich turksprachige Georgier:innen (ihre Sprache ist dem Aserbaidschanischen sehr ähnlich), während andere behaupten, ein eigenständiges <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Turkvölker">Turkvolk</a> zu sein, dessen historisches Land im heutigen Georgien liege. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Die Deportation</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Wie andere ethnische Minderheiten in Kirgistan, darunter Koreaner:innen und Deutsche, kamen die Ahiska-Türk:innen während der Sowjetzeit nach Zentralasien. Aufgrund der kulturellen Nähe zur Türkei bezweifelte <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Stalin">Josef Stalin</a> die Loyalität der Ashiska-Türk:innen. Wie die Forscherin Sophie Tournon <a href="https://www.persee.fr/doc/cemot_0764-9878_2004_num_37_1_1721">darlegt</a>, beschloss er 1944, während der Zweite Weltkrieg tobte, die Ahiska-Türk:innen nach Zentralasien zu deportieren. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/schwierige-vergangenheit-die-gedenkstaette-karlag-und-die-menschen-dahinter/"><strong>„Schwierige Vergangenheit“: Die Gedenkstätte Karlag und die Menschen dahinter</strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu dieser Zeit waren die meisten Männer an der Front. So war ein großer Teil der Deportierten Kinder und Alte, viele starben unterwegs. Die meisten Überlebenden ließen sich in Usbekistan nieder, einige kamen aber auch nach Kasachstan und Kirgistan. Erst 1956 während der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tauwetter-Periode">Tauwetterperiode</a> wurde ihr Status als „bestrafte Menschen“ teilweise aufgehoben, aber sie erhielten kein Recht, in ihr Land zurückzukehren. Eine zweite Migrationswelle nach Kirgistan fand infolge der <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/um-einen-teller-erdbeeren-pogrom-in-fargona-1989/">Pogrome von 1989</a> statt, bei denen in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Fargʻona">Fargʻona</a> ethnische Spannungen zwischen Usbek:innen und Ahiska-Türk:innen ausbrachen. Mitglieder der Diaspora flohen daraufhin in andere zentralasiatische Länder, sowie nach Russland und Aserbaidschan. </p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Relative Ruhe in Kirgistan</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Die Situation der Diaspora in Kirgistan ist also im Vergleich zu den Nachbarländern durchaus beneidenswert. In Russland, wo die Minderheit vor allem in der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Region_Krasnodar">Region Krasnodar</a> lebt, ist der frühere Status eines unterdrückten Volkes seit langem <a href="https://assembly.coe.int/nw/xml/XRef/X2H-Xref-ViewHTML.asp?FileID=10779">ein Problem</a>. Er verhinderte nach dem Zerfall der Sowjetunion die Erlangung der russischen Staatsangehörigkeit und ließ Tausende Menschen staatenlos und aller Rechte beraubt. Dieses Problem bestand jedoch in geringerem Maße auch in Kirgistan. 2005 wurde die Zahl der staatenlosen Ahiska-Türk:innen im Land noch auf <a href="https://www.thenewhumanitarian.org/feature/2005/06/09/focus-mesketian-turks">2.000 Menschen</a> geschätzt. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/um-einen-teller-erdbeeren-pogrom-in-fargona-1989/"><strong>„Um einen Teller Erdbeeren“: Das Pogrom in Farg‘ona 1989</strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus kommt es auch immer wieder zu ethnischen Spannungen: <a href="https://eurasianet.org/kyrgyzstan-meskhetian-turks-cling-to-traditions-to-cope-with-uncertainty">Pogrome</a> fanden 2010 während der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Regierungswechsel_in_Kirgisistan_2010">Revolution</a> statt, die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kurmanbek_Bakijew">Kurmanbek Bakijew</a> stürzte. Die türkische Gemeinde im Dorf Majewka, unweit von Bischkek, wurde wegen ihres relativen Wohlstands gezielt angegriffen. Mindestens fünf Menschen starben und Dutzende Häuser wurden niedergebrannt. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Rückkehr unerwünscht</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Die Mehrheit der Angehörigen der Diaspora betrachtet Kirgistan als Heimatland und will es nicht verlassen. Die Idee der Rückkehr der Ahiska-Türk:innen in ihr Herkunftsland hat in Kirgistan nur wenige Anhänger:innen. Tatsächlich waren die von Georgien in den 1990er und 2000er Jahren unter internationalem Druck ergriffenen <a href="https://www.trend.az/casia/kyrgyzstan/1579141.html">Maßnahmen</a> zur Rückkehr zu restriktiv. Kaum jemand in Kirgistan wollte von diesem Rückführungsprogramm profitieren, weil es von der Diaspora es als diskriminierend empfunden wurde und sie sich als ethnisch georgisch präsentieren sollte.

</p>



<p class="wp-block-paragraph">

Somit fand keine massenhafte Rückkehr statt. Einer der Gründe für die Zurückhaltung des georgischen Staates, liegt darin, dass das Land der Ahiska-Türk:innen jetzt von Georgier:innen und Armenier:innen bewohnt wird und sich ein Zusammenleben als schwierig erweisen könnte.

Andererseits wurden in den 2010er Jahren Besuche von überlebenden Deportierten organisiert, die sich in Kirgistan niedergelassen hatten: Im Dezember 2013 kehrten 24 Männer zurück, um ihre Geburtsorte zu besuchen, gefolgt von 25 Frauen im Jahr 2014.
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Enge Beziehungen zur Türkei</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Die Rückkehr nach Georgien ist daher nicht die bevorzugte Option für junge Ahiska-Türk:innen aus Kirgistan. Auswanderungswillige entscheiden sich am häufigsten für die Türkei. Einige ließen sich dort dauerhaft nieder und erhielten die türkische Staatsangehörigkeit.

<strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/das-grosse-turkestan-mythos-oder-perspektive/"><strong>„Das große Turkestan“ – Mythos oder Perspektive? </strong></a>

Der Aspekt der „türkischen Verwandtschaft“ wird von <a href="https://www.youtube.com/watch?v=jNttG55NSmQ">Atamscha Dursunow</a>, dem Vorsitzenden der Vereinigung der Türken Kirgistans, weithin vorgebracht. Wie er betont, ermöglicht die Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern guten Studierenden ein Studium in der Türkei. Ihr Wissen können sie dann in den Dienst jenes Landes stellen, in dem sie geboren wurden.

Der Verein arbeitet mit der Türkei zusammen, um verschiedene humanitäre und Bildungsprojekte in ganz Kirgistan, aber insbesondere im Gebiet Batken, durchzuführen. Mit Unterstützung der Türkei hat er beispielsweise während der Pandemie bestimmte Dörfer mit fließendem Wasser versorgt, Schulen renoviert oder sogar Medikamente verteilt.

</p>



<p class="wp-block-paragraph">

All diese Projekte profitieren von der Unterstützung des Türkischen Präsidiums für Internationale Kooperation und Koordination (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Türkisches_Präsidium_für_Internationale_Kooperation_und_Koordination">TIKA</a>), das in wichtige Projekte in Kirgistan investiert, beispielsweise in den Bau des Atatürk-Parks im Süden Bischkeks oder sogar in die Renovierung des <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/das-historische-museum-in-bischkek-nach-fuenf-jahren-wieder-geoeffnet/?noredirect=de-DE">Nationalmuseums</a>.
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Die kleine Gemeinde von Bischkek</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Die Vereinigung der Ahiska-Türk:innen von Bischkek wurde nicht nur gegründet, damit die Diaspora eine aktive Gemeinschaft haben kann, die ihre Traditionen aufrechterhält. Sie ermöglicht es auch, an der Versammlung der Völker Kirgistans teilzunehmen. Dies dient der guten Verständigung zwischen den verschiedenen Volksgruppen im Land.

</p>


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<p class="wp-block-paragraph">

Darüber hinaus ermöglicht sie, gemeinsame kulturelle Aktionen durchzuführen, zum Beispiel mit einer kaukasischen Tanzgruppe, die verschiedene ethnische Gruppen zusammenbringt. Was die Bewahrung von Traditionen anbelangt, halten junge Menschen daran fest. Die neue Generation ist sich aber der Traditionen weniger bewusst und muss sich vor allem bei Hochzeiten auf die Älteren berufen, damit die Bräuche nicht in Vergessenheit geraten.

Die Gemeinde feiert hauptsächlich die offiziellen Feiertage, die allen Kirgistaner:innen gemein sind. Ein Datum tragen sich allerdings allein die Ahiska-Türk:innen in ihren Kalender ein: Den 14. November, den Tag, an dem sich ihre Deportation jährt.
</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Paulinon Vanackère, Redakteurin für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/kirghizstan/la-discrete-diaspora-des-turcs-ahiska-au-kirghizstan/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong> </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Zentralasien in Aufruhr nach dem Erdbeben im Nahen Osten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Emma Collet]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Mar 2023 13:01:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Erdbeben, das den S&#xFC;den der T&#xFC;rkei und den Norden Syriens ersch&#xFC;tterte, lie&#xDF; die zentralasiatischen Regierungen und ihre Bev&#xF6;lkerungen nicht kalt. Rasch wurden Netzwerke zur Unterst&#xFC;tzung der betroffenen Gebiete organisiert, insbesondere f&#xFC;r die T&#xFC;rkei, die nahe der meisten zentralasiatischen Staaten gelegen ist. Im Zuge der humanit&#xE4;ren Katastrophe wurde die diplomatische Ann&#xE4;herung zwischen den zentralasiatischen Staaten [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das Erdbeben, das den Süden der Türkei und den Norden Syriens erschütterte, ließ die zentralasiatischen Regierungen und ihre Bevölkerungen nicht kalt. Rasch wurden Netzwerke zur Unterstützung der betroffenen Gebiete organisiert, insbesondere für die Türkei, die nahe der meisten zentralasiatischen Staaten gelegen ist. Im Zuge der humanitären Katastrophe wurde die diplomatische Annäherung zwischen den zentralasiatischen Staaten und der türkischen Regierung gestärkt. </strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 14. Februar belief sich die Zahl der Todesopfer der Erdbebenkatastrophe vom 6. Februar in der Türkei und Syrien auf über 37.000, <a href="https://www.reuters.com/world/middle-east/survivors-ever-fewer-earthquake-rubble-turkey-syria-2023-02-12/">wie Reuters berichtet</a>. Das Erdbeben in Ostanatolien mit einer Stärke von 7,7 löste Bodeneinbrüche sowie den Einsturz zahlreicher Gebäude aus und bewegte die ganze Welt. Zentralasien zeigt sich solidarisch mit den Opfern, vor allem mit der Türkei. Die starke Unterstützung durch die zentralasiatischen Staaten liegt u.a. darin begründet, dass sie gemeinsam mit der Türkei in der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_der_Turkstaaten">Organisation der Turkstaaten</a> sind, zu der neben Aserbaidschan auch Kasachstan, Usbekistan, Kirgistan und Turkmenistan gehören. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Jeder zentralasiatische Präsident reiste in den Tagen nach der Katastrophe persönlich nach Istanbul, um der türkischen Bevölkerung sein Beileid auszusprechen, wie die <a href="https://kg.akipress.org/news:1864294?from=bilim&amp;place=nowread">kirgisische Agentur AkiPress berichtet</a>. Obwohl auch für Syrien humanitäre Hilfe bereitgestellt wurde, insbesondere von Kasachstan, das 50 Tonnen umfassende Hilfsgüter an die syrische Regierung <a href="https://primeminister.kz/ru/news/kazakhstan-napravit-50-tonn-gumanitarnoy-pomoshchi-postradavshey-ot-zemletryaseniya-sirii-pravitelstvo-rk-22991">schicken wird</a>, war die Solidarität mit der Türkei größer, da die Beziehungen zwischen ihr und den zentralasiatischen Republiken sehr eng sind. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Humanitäre Hilfe sofort bereitgestellt</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Angesichts der humanitären Notlage, in der sich die Region <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kahramanmara%C5%9F">Kahramanmaraş</a> befindet, hat die kasachstanische Regierung in Istanbul 1 Million US-Dollar (929.336 Euro) <a href="https://primeminister.kz/ru/news/million-dollarov-na-gumanitarnuyu-pomoshch-turtsii-postanovlenie-pravitelstva-22979">bereitgestellt</a>. Auch humanitäre Hilfe in Form von Freiwilligen wird von der kasachischen Botschaft in der Türkei organisiert, <a href="https://tengrinews.kz/kazakhstan_news/kak-peredat-gumanitarnuyu-pomoschturtsii-v-kazahstane-490668/">berichtet TengriNews</a>. Kirgistan kündigte seinerseits an, eine Gruppe von 60 Ärzt:innen in die Türkei zu senden, um Verletzte zu versorgen, wie <a href="https://24.kg/obschestvo/258191_kyirgyizskie_vrachi_poedut_vturtsiyu_dlya_okazaniya_meditsinskoy_pomoschi/">24.kg berichtet</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Derzeit werden zwei Flugzeuge vorbereitet, die in die Türkei geschickt werden sollen, um den Erdbebenopfern Hilfe zu leisten. Darüber hinaus werden von kirgisischer Seite gemäß dem Pressedienst der Präsidialverwaltung 100 Jurten, etwa 20 isolierte Militärzelte und ein mobiles Krankenhauszelt verschickt. </p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch aus Usbekistan wurden 170 Tonnen Hilfsgüter in die Türkei geschickt, sowohl von der Regierung als auch von Usbekistaner:innen selbst, wie die türkische Nachrichtenagentur <a href="https://www.aa.com.tr/ru/%D0%BC%D0%B8%D1%80/%D1%83%D0%B7%D0%B1%D0%B5%D0%BA%D0%B8%D1%81%D1%82%D0%B0%D0%BD-%D0%BD%D0%B0%D0%BF%D1%80%D0%B0%D0%B2%D0%B8%D0%BB-%D0%B2-%D0%B7%D0%BE%D0%BD%D1%83-%D0%B1%D0%B5%D0%B4%D1%81%D1%82%D0%B2%D0%B8%D1%8F-%D0%B2-%D1%82%D1%83%D1%80%D1%86%D0%B8%D1%8E-170-%D1%82%D0%BE%D0%BD%D0%BD-%D0%B3%D1%83%D0%BC%D0%BF%D0%BE%D0%BC%D0%BE%D1%89%D0%B8-/2818778">Anadolu berichtete</a>. 100 Helfer:innen und Ärzt:innen seien bereits in die türkische Katastrophenregion entsandt worden, erklärte <a href="https://rus.ozodlik.org/a/32271586.html">Radio Ozodlik</a>. Turkmenistan seinerseits schickte ein Flugzeug mit einem Rettungsteam, darunter zehn Ärzt:innen. Selbst Tadschikistan, das nicht zur Organisation der Turkstaaten gehört und weniger starke Verbindungen zur Türkei hat, schickte rund 50 Rettungskräfte ins Land – das erste Mal seit seiner Unabhängigkeit, wie <a href="https://www.aa.com.tr/ru/%D0%BC%D0%B8%D1%80/%D0%B2-%D1%82%D1%83%D1%80%D1%86%D0%B8%D1%8E-%D0%BF%D1%80%D0%B8%D0%B1%D1%8B%D0%BB%D0%B8-50-%D1%81%D0%BF%D0%B0%D1%81%D0%B0%D1%82%D0%B5%D0%BB%D0%B5%D0%B9-%D0%B8%D0%B7-%D1%82%D0%B0%D0%B4%D0%B6%D0%B8%D0%BA%D0%B8%D1%81%D1%82%D0%B0%D0%BD%D0%B0/2812439">Anadolu berichtet</a>. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Menschen zentralasiatischer Herkunft als wichtige Gemeinschaft in der Türkei</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Einer der Gründe für die rege Unterstützung der Türkei ist, dass viele Zentralasiat:innen in der Türkei leben und arbeiten. Bisher ist <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2023/02/07/citizens/">laut Gazeta.uz</a> eine usbekistanische Staatsbürgerin bei dem Erdbeben ums Leben gekommen, ebenso zwei Bürger aus Kasachstan, während mehrere noch vermisst werden, <a href="https://tengrinews.kz/kazakhstan_news/tela-dvuh-pogibshih-turtsii-kazahstantsev-dostavyat-rodinu-490860/">erklärte TengriNews</a>. Das kasachstanische Notstandsministerium evakuierte auch 22 Kirgistaner:innen aus der Türkei, schreibt <a href="https://www.currenttime.tv/a/32263673.html">Current Time</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Dissidentenmedium <a href="https://turkmen.news/tela-pogibshih-pri-zemletryasenii-v-turcii-turkmenov-otpravili-na-rodinu/">Turkmen News</a> berichtete, dass in der Türkei 4 turkmenische Staatsbürger unter den Trümmern eingestürzter Gebäude ums Leben gekommen seien. Am 9. Februar gab der Vorsitzende des <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/People%27s_Council_of_Turkmenistan">Halk Maslakhaty</a>, ehemaliger Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gurbanguly_Berdimuhamedow">Gurbanguly Berdimuhamedow</a>, zu, dass sich unter den Opfern auch Bürger:innen Turkmenistans befänden, ohne jedoch die Anzahl der Opfer zu nennen. Bürger:innen aus Zentralasien leben schon seit vielen Jahren in der Türkei. Gemäß dem <a href="https://data.tuik.gov.tr/Bulten/Index?p=Adrese-Dayali-Nufus-Kayit-Sistemi-Sonuclari-2021-45500">Statistikinstitut der Türkei</a> lebten im Jahr 2020 91.218 turkmenistanische, 36.510 usbekistanische, 23.645 kasachstanische und 18.017 kirgistanische Staatsbürger:innen in der Türkei. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Sorge um Projekte mit der Türkei</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Die Katastrophe für die zentralasiatischen Partnerländer hat sich in die Köpfe der Menschen eingebrannt. Seit dem Krieg in der Ukraine bietet sich die Türkei als Alternative an, zur Diversifizierung wirtschaftlicher und diplomatischer Partner Zentralasiens, erklärte <a href="https://thediplomat.com/2022/10/turkeys-growing-influence-in-central-asia/">The Diplomat</a> im Oktober letzten Jahres. Obwohl die Türkei keine gemeinsamen Grenzen mit den Ländern der Region hat, entwickelt sie sich zu einem der wichtigsten Handelspartner, stellt ein analytischer Artikel von <a href="https://cabar.asia/ru/stanet-li-otg-vedushhej-platformoj-v-tsentralnoj-azii">Cabar Asia</a> fest. Der Handel mit der Türkei ist auch für Zentralasien von Vorteil, da ihr Markt wächst. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/sicherheitspolitik-die-tuerkei-weitet-ihren-einfluss-in-zentralasien-aus/">Sicherheitspolitik: Die Türkei weitet ihren Einfluss in Zentralasien aus</a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Erdbeben in der Türkei verursachte schwere Schäden an der Schienen- und Straßeninfrastruktur sowie an den Start- und Landebahnen des Flughafens. Da sich die Schäden jedoch im Süden des Landes befanden, dürften die Straßen und Versorgungsketten für Zentralasien nicht betroffen sein, stellte das <a href="https://www.spot.uz/ru/2023/02/10/logistics/">usbekistanische Medium Spot</a> fest. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Die Wohnungsbaupolitik in Zentralasien wird deutlich hinterfragt</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Die seismologischen Institute der zentralasiatischen Länder haben wiederholt betont, dass Gebäude in Zentralasien so gebaut werden, dass sie Erdbeben bis zur Stärke 9, im Fall von Almaty sogar bis zur Stärke 10, standhalten würden, <a href="https://www.rferl.org/a/central-asia-earthquake-urgent-questions-construction-turkey-syria/32266646.html">erklärt Radio Free Europe</a>.

Zu Sowjetzeiten wurden Gebäude vor dem Bau getestet, um den in der Region häufig vorkommenden seismischen Schocks standhalten zu können. Im Jahr 1887 in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Almaty">Almaty</a>, damals Vernij, und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Erdbeben_von_Taschkent_1966">1966 in Taschkent</a> zerstörten heftige Erdbeben die beiden Städte fast vollständig.

</p>


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<p class="wp-block-paragraph"> Kirgistan und Tadschikistan weisen ebenfalls Gebiete mit hoher seismischer Aktivität auf und Turkmenistan soll am 6. Februar von einem Erdbeben betroffen gewesen sein, ohne dass die turkmenischen Behörden weitere Informationen herausgegeben hätten, <a href="https://turkmen.news/tela-pogibshih-pri-zemletryasenii-v-turcii-turkmenov-otpravili-na-rodinu/">berichtet Turkmen News</a>. Angesichts dieser Risiken zeigen sich die Behörden Usbekistans allmählich besorgt. Ohne das Erdbeben auf der anatolischen Platte zu erwähnen, kündigte der Präsident Usbekistans <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shavkat_Mirziyoyev">Shavkat Mirziyoyev</a> am 8. Februar einen <a href="https://novastan.org/fr/ouzbekistan/qui-est-le-nouveau-president-de-louzbekistan/">Baustopp in Taschkent an</a>, bis ein neuer Bebauungsplan bestehe. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Tat stellt sich in der Hauptstadt Usbekistans auch ohne Erdbeben die Frage nach der Gebäudesicherheit. Ein Beispiel dafür ist ein Gebäude in Taschkent, das sich in zwei Teile spaltete, wie <a href="https://kun.uz/en/news/2023/02/11/a-new-building-wall-cracks-in-tashkent-ministry-of-construction-starts-checking">Kun.uz</a> am 11. Februar berichtete. Die Erdbeben in der Türkei und in Syrien klingen daher wie eine Warnung für die Politiker in Zentralasien. </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Emma Collet, Redakteurin für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/decryptage/lasie-centrale-sur-le-qui-vive-apres-le-tremblement-de-terre-au-moyen-orient/">Französischen</a> von Michèle Häfliger</strong> </p>



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