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	<title>Terror Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Mon, 15 Sep 2025 16:05:22 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Terror Archives</title>
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		<title>Werden die Angeklagten im Fall Crocus City Hall ausgeliefert?</title>
		<link>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/werden-die-angeklagten-im-fall-crocus-city-hall-ausgeliefert/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Sep 2025 16:05:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Anschlag]]></category>
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		<category><![CDATA[Terror]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Personen, die des Terroranschlags vom M&#xE4;rz 2024 in Moskau beschuldigt werden, k&#xF6;nnen laut einer Erkl&#xE4;rung eines russischen Anwaltes an Russland ausgeliefert werden. Die Beschuldigten leben derzeit in der T&#xFC;rkei. Der Prozess begann am 4. August 2025. In einem Interview mit der russischen Nachrichtenagentur TASS k&#xFC;ndigt Rechtsanwalt Igor Trunow an, dass die t&#xFC;rkischen Beh&#xF6;rden die [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Personen, die des Terroranschlags vom März 2024 in Moskau beschuldigt werden, können laut einer Erklärung eines russischen Anwaltes an Russland ausgeliefert werden. Die Beschuldigten leben derzeit in der Türkei. Der Prozess begann am 4. August 2025.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In einem <a href="https://tass.ru/proisshestviya/24659773">Interview mit der russischen Nachrichtenagentur TASS</a> kündigt Rechtsanwalt Igor Trunow an, dass die türkischen Behörden die wegen des Anschlags auf die Crocus City Hall gesuchten Verdächtigen an Russland ausliefern könnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der tödliche Anschlag ereignete sich am 22. März 2024, als vier bewaffnete Männer vor Beginn des Konzerts der Rockband „Piknik” in einen Konzertsaal in der Nähe von Moskau stürmten. Die Angreifer eröffneten das Feuer auf die Zuschauenden und legten ein Feuer auf den vier Etagen sowie auf dem Dach des Gebäudes, bevor sie die Flucht ergriffen. Die traurige Bilanz <a href="https://fergana.ru/news/139187/">laut Fergana News</a>: 149 Tote, 609 Verletzte und eine vermisste Person, wobei die Schäden auf 6 Milliarden Rubel (63 Millionen Euro) geschätzt werden. Der Terroranschlag wurde im Nachhinein von der Gruppe „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Islamischer_Staat_%E2%80%93_Provinz_Khorasan">Islamischer Staat in Khorasan</a>” beansprucht.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Laut dem Anwalt, der 115 Opfer in diesem Fall vertritt, gehören zu diesen Personen der Bruder des direkten Täters, Muhammadsobir Faizow, und Umedschon Soliew, der zum Zeitpunkt der Tat für die Waffen verantwortlich war. Beide Männer sind von den russischen Behörden als Terroristen gelistet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trunow betonte, dass der Bruder von Faizow in der Türkei lebte, bevor er auf die Fahndungsliste gesetzt wurde. Einer Untersuchung zufolge lebte dieser – ein Mitglied der Terrormiliz Islamischer Staat – vor der Tat mit den beiden direkten Beteiligten des Anschlags, Saidakrami Ratschabalizoda und Schamsidin Fariduni, zusammen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Einige Angeklagte bereits in Tadschikistan verurteilt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Anwalt Trunow teilte mit, dass die tadschikischen Behörden neun Personen aus Tadschikistan und Kirgistan auf die Fahndungsliste gesetzt haben, darunter den Waffenhändler Zubaidullo Ismoilow. Dieser wurde in Tadschikistan bereits wegen öffentlicher Aufrufe zur Änderung der verfassungsmäßigen Ordnung verurteilt. Nach Umedschon Soliew seinerseits wird wegen Diebstahls ermittelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/die-bedingungen-fuer-migrantinnen-aus-zentralasien-verschaerfen-sich-weiter/">Die Bedingungen für Migrant:innen aus Zentralasien verschärfen sich weiter</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://qafqazinfo.az/news/detailru/-51692">Laut Qafqazinfo</a> tauscht die Türkei Informationen mit Russland über den Fall Crocus City Hall aus, jedoch ohne der Bekanntgabe von Details. Auf die Frage nach der Auslieferung der Angeklagten gab die türkische Quelle gegenüber Qafqazinfo keinen Kommentar ab.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Prozessbeginn und Festnahmen von Zentralasiaten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am 4. August wurde der Prozess zum Anschlag auf die Crocus City Hall eröffnet. In der Zwischenzeit <a href="https://tass.ru/proisshestviya/24661389">beschlagnahmten</a> die Ermittler eine Videoaufzeichnung der Verfolgung der Täter, die von einer Polizeistreife in der russischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Oblast_Brjansk">Region Brjansk</a> an der Grenze zu Weißrussland und der Ukraine gemacht wurde. Außerdem wurden Videos, die mit den Smartphones von Zuschauenden aufgenommen wurden, und eine Aufzeichnung einer Dashcam eines vorbeifahrenden Autos sichergestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Beweismittel ergänzen andere Sachbeweise wie Waffen, Kleidung und einen Renault, den die vier Männer bei ihrem Angriff benutzt hatten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fergana.media/news/139267/">Während der nichtöffentlichen Verhandlung</a> vor einem Militärgericht in Moskau bekannten sich die vier Hauptangeklagten, darunter Muhammadsobir Faizow, vollständig schuldig und entschuldigten sich bei den Opfern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach diesen Ereignissen wurden Bürger aus Zentralasien auf russischem Gebiet von FSB-Beamten unter dem Vorwurf des Terrorismus festgenommen, <a href="https://rus.azathabar.com/a/v-rossii-zaderzhan-urozhenets-tsentralnoy-azii-po-podozreniyu-v-podgotovke-terakta/33487598.html">berichtet Radio Free Europe</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Andererseits hat Russland seine Politik gegenüber zentralasiatischen Arbeitsmigranten verschärft, wodurch sich ihre Aufnahmebedingungen weiter verschlechtern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>William Onkur für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/societe-et-culture/un-avocat-evoque-la-possibilite-dune-extradition-des-accuses-dans-lattentat-du-crocus-city-hall/">Französischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Der Terroranschlag bei Moskau stellt Tadschikistan vor schwierige Entscheidungen</title>
		<link>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/der-terroranschlag-bei-moskau-stellt-tadschikistan-vor-schwierige-entscheidungen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[cabarasia]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Apr 2024 17:59:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsmigranten]]></category>
		<category><![CDATA[Crocus City Hall]]></category>
		<category><![CDATA[IS]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Terror]]></category>
		<category><![CDATA[Terrorismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Marat Mamadjschoew, Redakteur beim Institute for War and Peace Reporting (IWPR), diskutiert die Hintergr&#xFC;nde der j&#xFC;ngsten Ereignisse rund um den Terroranschlag in Moskau vom 22. M&#xE4;rz 2024. Er weist auf die Gefahr zunehmender nationalistischer Tendenzen in der russischen Gesellschaft sowie kollektiver Schuldzuweisungen hin und erkl&#xE4;rt die Dringlichkeit f&#xFC;r die tadschikische Regierung, Zivilgesellschaft und Arbeitsmigrant:innen, nach [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Marat Mamadjschoew, Redakteur beim Institute for War and Peace Reporting (IWPR), diskutiert die Hintergründe der jüngsten Ereignisse rund um den Terroranschlag in Moskau vom 22. März 2024. Er weist auf die Gefahr zunehmender nationalistischer Tendenzen in der russischen Gesellschaft sowie kollektiver Schuldzuweisungen hin und erklärt die Dringlichkeit für die tadschikische Regierung, Zivilgesellschaft und Arbeitsmigrant:innen, nach Alternativen zum russischen Arbeitsmarkt zu suchen. Auch in Tadschikistan selbst müsse im Bildungsbereich und in der psychologischen Arbeit angesetzt werden, um junge Menschen für den Umgang mit radikalen Ideologien zu sensibilisieren.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Tadschik:innen verlieren mit Russland einen Ort, der für viele von ihnen jahrelang ein Arbeitsplatz war. Schon in den vergangenen Jahren hat sich die Lage für die Migrant:innen zunehmend verschlechtert, der Terroranschlag bei Moskau hat diese Situation jedoch erheblich zugespitzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Moskauer Vorort [<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Krasnogorsk">Krasnogorsk</a>, Anm. d. Red.] ereignete sich am 22. März der größte Terroranschlag auf russischem Boden der letzten Jahre. Vor einem Konzert der Rockband „Picnic“, drangen am Abend mehrere bewaffnete Männer in das Unterhaltungszentrum „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Crocus_City_Hall">Crocus City Hall</a>“ ein und schossen auf die Besucher:innen. Im Anschluss legten die Täter ein Feuer. Medienberichten <a href="https://www.gazeta.ru/social/news/2024/03/24/22622971.shtml">zufolge</a> riefen sie während des Angriffs Drohungen in tadschikischer Sprache. Anschließend flüchteten die vier Angreifer ungehindert in einem weißen Renault vom Tatort.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daraufhin verhafteten russische Sicherheitskräfte <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Oblast_Brjansk">im Gebiet Brjansk</a> vier tadschikische Staatsangehörige in einem identischen Fahrzeug, unter dem Vorwurf, einen Terroranschlag verübt zu haben. Es ist unklar, wie die vier Männer fast 400 Kilometer durch zahlreiche Verkehrskontrollpunkte durch das ganze <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Oblast_Kaluga">Gebiet Kaluga</a> fliehen <a href="https://twitter.com/agents_media/status/1772341317961502987">konnten</a>. Quellen des [Wirtschaftsmediums] RBC <a href="https://www.rbc.ru/society/24/03/2024/65feb1cc9a794700bc1389f1">behaupten</a>, dass sie die ganze Zeit von Sondereinheiten verfolgt wurden – es sei wichtig gewesen, die Route der Terroristen zu verfolgen und die Initiant:innen des Anschlags zu identifizieren. Der Bericht lässt jedoch die Frage offen, warum die Verhaftung so schwerfällig <a href="https://iz.ru/1671663/2024-03-25/operupolnomochennyi-rasskazal-o-zaderzhanii-terroristov-iz-krokusa-pod-brianskom">verlief</a>, wo doch zwei Passagiere aus dem Auto in den Wald fliehen konnten.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Das Gericht verurteilte die Festgenommenen zu zwei Monaten Haft. Bis zum 30. März <a href="https://www.currenttime.tv/a/postradavshie-terakt-krokus/32884345.html">stieg</a> die Zahl der Todesopfer auf 144. Die meisten der Opfer verstarben durch das von den Tätern gelegte Feuer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bis zum 28. März wurden elf Personen im Zusammenhang mit dem Terroranschlag <a href="https://asiaplustj.info/news/tajikistan/laworder/20240328/v-tadzhikistane-vseh-rodstvennikov-fariduna-shamsiddina-zabrali-sestru-iz-rossii-deportirovali">verhaftet</a>. Im Laufe der Woche wurden in Tadschikistan neun Einwohner:innen von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wahdat">Wahdat</a> unter dem Verdacht <a href="https://rus.ozodi.org/a/32882774.html">festgenommen</a>, Verbindungen zu den Personen zu haben, die des Terroranschlags in Moskau beschuldigt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unmittelbar nach der Festnahme verbreiteten russische Sicherheitskräfte ein Video, das eine beispiellos brutale Folter zeigt. Einem der Verdächtigen wird ein Ohr abgeschnitten und er wird <a href="https://www.currenttime.tv/a/demonstratsiya-pytok-i-nochnye-aresty-kogo-obvinyayut-v-sovershenii-terakta-v-krokus-siti-holl/32875557.htm">gezwungen</a>, es zu essen. Auf einem anderen Video ist zu sehen, wie einem Verdächtigen ein Elektroschock verpasst wird, vermutlich <a href="https://novayagazeta.eu/articles/2024/03/22/v-podmoskovnom-kontsertnom-zale-krokus-siti-kholl-proizoshla-strelba-po-dannym-smi-est-pogibshie-i-ranenye">indem</a> ein Gerät an seine Genitalien angeschlossen wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/nach-terroranschlag-massive-anfeindungen-gegen-tadschikinnen-in-russland/"><strong>Nach Terroranschlag: Massive Anfeindungen gegen Tadschik:innen in Russland</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Seitdem sind zwei Wochen vergangen, ohne dass Maßnahmen gegen die Folterpraktiken der Ordnungskräfte ergriffen wurden. Dies, obwohl die Menschenrechtskommissarin <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tatjana_Nikolajewna_Moskalkowa">Tatjana Moskalkowa</a> von der Unzulässigkeit der Anwendung von Folter <a href="https://www.rbc.ru/politics/28/03/2024/66048ab69a79473116a4afed">gesprochen</a> hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Nacht des 24. März <a href="https://www.rbc.ru/politics/29/03/2024/6604580a9a7947d71c50a528">verbreiteten</a> Telegram-Kanäle, die mit der in Tadschikistan und anderen Ländern der Region verbotenen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Islamischer_Staat_(Terrororganisation)">Terrororganisation IS</a> in Verbindung stehen, ein Video, das <em>„aus der ersten Person“</em> gefilmt wurde. Es zeigt Terroristen mit unkenntlich gemachten Gesichtern, die im Foyer des Gebäudes auf Menschen schießen. Sie tragen die gleiche Kleidung wie die Schützen in der Konzerthalle. Anzumerken ist, dass der Bruder eines der Festgenommenen von Tadschikistan wegen des Verdachts der Zugehörigkeit zu IS zur Fahndung ausgeschrieben <a href="https://rus.ozodi.org/a/32881440.html">war</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>In wessen Auftrag wurde der Terroranschlag verübt?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Unmittelbar nach dem Terroranschlag in Russland wurde die Version verbreitet, die Ukraine habe den Terroranschlag organisiert. Diese Behauptung kann nicht ernst genommen werden, da die russische Seite bis heute keine glaubwürdigen Fakten vorgelegt hat. Zudem ist zu bezweifeln, dass die Ukraine, die auf internationale Hilfe angewiesen ist, einen derart brutalen Terrorakt begehen und damit ihre internationalen Beziehungen belasten würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Russische Propagandist:innen suchen nach einer <em>„ukrainischen Spur“</em> und fragen sich dabei,<em> „wer profitiert“</em> von diesem Anschlag. Ihre Spekulationen gehen oft zu weit. Legt man solche Hintergründe zugrunde, wäre nicht die Ukraine, sondern der russische Präsident Wladimir Putin der Hauptprofiteur der tragischen Ereignisse.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum einen sind Putins Popularitätswerte <a href="https://actualcomment.ru/sotsiologi-fiksiruyut-rekordnyy-reyting-putina-posle-vyborov-prezidenta-2403291127.html">sprunghaft</a> angestiegen. Auch wenn man die Ergebnisse von Meinungsumfragen in einer autoritären Diktatur mit einer gewissen Skepsis betrachten muss, so ist doch ein gewisser Anstieg der Umfragewerte nicht zu verkennen. Es wäre nicht das erste Mal, dass willkürliche Terroranschläge dazu <a href="https://novayagazeta.eu/articles/2024/03/25/25-let-sderzhannogo-molchaniia">beitragen</a>, Putins Popularität zu steigern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum anderen hat der Terroranschlag dazu geführt, dass für die Behörden unangenehme Themen auf der Nachrichtenagenda in den Hintergrund gerückt sind. Die jüngsten Präsidentschaftswahlen und Fragen der Legitimität Putins werden online nicht mehr diskutiert. Auch die vierzig Tage seit des Todes des Oppositionellen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Alexei_Anatoljewitsch_Nawalny">Alexej Nawalnys</a> haben nicht mehr die gleiche Resonanz hervorgerufen wie <a href="https://meduza.io/feature/2024/02/18/smert-navalnogo-potryasla-mir-posmotrite-kak-vyglyadyat-pervye-polosy-gazet-po-vsey-planete-i-ne-tolko-na-zapade">zuvor</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong> <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/bis-zum-bitteren-ende-wie-die-junge-familie-eines-tadschikischen-musikers-teil-des-is-ablegers-wilayat-chorasan-wurde/"><strong>Bis zum bitteren Ende: Wie die junge Familie eines tadschikischen Musikers Teil des IS-Ablegers Wilayat Chorasan wurde</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wohl zum ersten Mal seit Beginn der russischen Aggression in der Ukraine rufen die Neuigkeiten [des Terrorangriffs – Anm. d. Red.] aus der Russischen Föderation weltweit <a href="https://www.dw.com/ru/es-i-ssa-v-den-traura-skorbat-po-pogibsim-v-krokus-siti-holle/a-68655814">Anteilnahme</a> und Mitgefühl statt Wut und Fassungslosigkeit hervor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deshalb müssen die Fakten betrachtet werden, nicht die verschiedenen Vermutungen. Diese Fakten, die heute vorliegen, besagen, dass der Terroranschlag höchstwahrscheinlich von Anhängern des IS unter Duldung des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/FSB_(Geheimdienst)">russischen Innengeheimdienstes</a> und anderer russischer Sicherheitsbehörden verübt wurde, die es den Schützen ermöglichten, sich irgendwo Waffen zu besorgen, diese an den Ort der Versammlung zu bringen und dann vom Tatort zu fliehen. Für die Version des IS spricht vor allem die bereits erwähnte Videoaufnahme der Schützen am Tatort.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Leider haben die russischen Ermittlungsbehörden vorrangigen Zugang zu den Fakten. Dadurch wird das ohnehin geringe Vertrauen in das russische Strafverfolgungssystem noch weiter untergraben. Das Verfahren findet aus unbekannten Gründen unter Ausschluss der Öffentlichkeit <a href="https://www.kommersant.ru/doc/6593267">statt</a>, und die Ermittlungsbehörden äußern sich nicht zu den zahlreichen <a href="https://rus.ozodi.org/a/32882464.html">Widersprüchen</a> und <a href="https://meduza.io/feature/2024/03/26/10-voprosov-na-kotorye-spustya-tri-dnya-posle-terakta-v-krokuse-net-otvetov">Merkwürdigkeiten</a> in der offiziellen Version des Terroranschlags.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Geständnisse der Inhaftierten, die offensichtlich unter schwerer Folter zustande gekommen sind, können kaum ernst genommen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die russischen Behörden werden nun versuchen, aus dieser Situation den größtmöglichen Nutzen zu ziehen, um ihre Position weiter zu stärken. Kurzfristig dürften sie die Hauptprofiteure bleiben. Die Situation kann sich aber auch drastisch ändern.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Diaspora nach Terroranschlag unter Druck</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Lebensbedingungen der tadschikischen Migrant:innen in Russland haben sich in den letzten Jahren stetig verschlechtert, insbesondere nach dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine. Infolge des Terroranschlags hat sich der Druck auf die Migrant:innenen nochmals erhöht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wladimir Putin hat am 26. März die Generalstaatsanwaltschaft <a href="https://tass.ru/obschestvo/20360537">angewiesen</a>, an der Entwicklung präventiver Maßnahmen im Migrationsbereich zu arbeiten, berichtete die russische <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/TASS">Nachrichtenagentur TASS</a>. Laut Putin beunruhige die Situation in diesem Bereich Millionen russischer Bürger:innen und müsse unter Kontrolle gebracht werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am selben Tag beauftragte der Sprecher der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Duma">Staatsduma</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wjatscheslaw_Wiktorowitsch_Wolodin">Wyatscheslaw Wolodin</a>, eine interfraktionelle Arbeitsgruppe einzurichten, die die Gesetzgebung analysieren und sich vorrangig mit der Migrationspolitik befassen soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der vergangenen Wochen hat die Polizei in mehreren russischen Städten massenweise Wohnungsdurchsuchungen bei Migrant:innen durchgeführt. Allein in St. Petersburg ordneten Gerichte die Abschiebung von mehr als 400 Migrant:innen an.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/immer-mehr-zentralasiatische-staatsangehoerige-machen-sich-auf-in-die-vereinigten-staaten/"><strong>Immer mehr zentralasiatische Staatsangehörige machen sich auf in die Vereinigten Staaten</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Menschenrechtsaktivistin <a href="https://www.amnesty.de/mitmachen/erfolg/russland-valentina-chupik-usbekische-menschenrechtlerin-frei-2021-10-05">Walentina Tschupik</a>, die kostenlos in Russland arbeitende Migrant:innen berät, <a href="https://mediazona.ca/news/2024/03/25/migrant">berichtete</a> gegenüber Mediazona, dass sie in den ersten zwei Tagen nach dem Terroranschlag mehr als 2.500 Anrufe von in Russland lebenden ausländischen Staatsbürger:innen erhalten habe. Mehr als die Hälfte der Anrufe betrafen polizeiliche Durchsuchungen und rechtswidrige Festnahmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Terroranschlag berichteten Migrant:innen über die Zunahme von Übergriffen auf sie. Laut Medienberichten setzten Unbekannte in der Stadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Blagoweschtschensk">Blagoweschtschensk</a> im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Oblast_Amur">Gebiet Amur</a> einen Pavillon von Tadschik:innen in Brand. Gleichzeitig erklärte die Stadtverwaltung, der Vorfall sei offenbar <em>„aus nationalistischen Motiven“</em> geschehen. In <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kaluga">Kaluga</a> griff eine Gruppe nicht identifizierter Männer drei Migranten aus Tadschikistan an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Berichten zufolge weigern sich zahlreiche Personen in verschiedenen Regionen Russlands, ein Taxi zu besteigen, wenn sie erfahren, dass der Fahrer aus Tadschikistan stammt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Angesichts dieser Meldungen hat die Botschaft von Tadschikistan in Russland ihre Staatsangehörigen <a href="https://www.facebook.com/tajembassy.ru">aufgefordert</a>, wenn möglich für eine bestimmte Zeit nicht an öffentlichen Veranstaltungen teilzunehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das tadschikische Ministerium für Arbeit, Migration und Beschäftigungspolitik hat nach dem Terroranschlag einen Rückgang der Zahl der Arbeitsmigrant:innen aus Russland verzeichnet, sagte die stellvertretende Arbeitsministerin der Republik, <a href="https://old.asiaplustj.info/en/news/tajikistan/society/20240402/we-need-to-fight-terror-attack-masterminds-not-labor-migrants-says-tajik-official">Schachnoza Nodiri</a>, gegenüber <a href="https://tass.ru/obschestvo/20398153">TASS</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schachnoza Nodiri wies darauf hin, dass tadschikische Bürger:innen schikaniert würden und dass das Arbeitsministerium in Russland nach dem Terroranschlag Drohbriefe erhalten habe. Unter den tadschikischen Bürger:innen herrsche <em>„Panik, viele wollen das Land verlassen“,</em> und die Zahl der Ausreisenden übersteige die der Einreisenden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/tadschikistan-erst-ueber-bildung-und-arbeit-nachdenken-dann-ueber-dekolonisierung/"><strong>Tadschikistan: Erst über Bildung und Arbeit nachdenken, dann über Dekolonisierung</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ministerium geht aber davon aus, dass die Abwanderung nur vorübergehend ist und sich wieder einstellt. Die Bevölkerung wird angehalten, nicht auf provokative Botschaften im Internet zu reagieren, die darauf abzielen, Konflikte zwischen den Bevölkerungsgruppen zu schüren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus dem Bericht geht hervor, dass sich die Mehrheit der tadschikischen Migrant:innen, die im Ausland Arbeit suchen, für Russland entscheidet. Nach Angaben des tadschikischen Arbeitsministeriums gingen mehr als 627.000 der 652.000 Arbeitsmigrant:innen in die Russische Föderation.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vertreter von Fluggesellschaften in Duschanbe <a href="https://rus.ozodi.org/a/32880842.html">äußerten</a> gegenüber den Medien, dass die Zahl derer, die ein Ticket nach Russland kaufen wollten, in der vergangenen Woche deutlich zurückgegangen sei, während die Zahl derer, die von Russland nach Tadschikistan abgeschoben wurden, zugenommen habe. Auch die Zahl derjenigen, die auf dem Landweg nach Russland reisen wollen, sei zurückgegangen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zur Arbeit nach Russland? Oder in den Krieg?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der kollektiven Bestrafung der Migrant:innen für den Terroranschlag wollen die russischen Behörden vor allem bei den Neubürger:innen einen Schuldkomplex erzeugen und <a href="https://novayagazeta.eu/articles/2024/03/26/sprosili-pochemu-mne-ne-siditsia-v-moem-kishlake">verheimlichen</a> nicht, dass sie die Migrant:innen für ihre Interessen brauchen. Eine zweite Mobilisierungswelle in Russland ist fast <a href="https://www.bbc.com/russian/articles/c4nvxd54931o">unvermeidlich</a>. Die Migrant:innen sollen eine der wichtigsten Nachschubquellen für die russische Armee bei ihren blutigen Angriffen in der Ukraine sein. Und allem Anschein nach wird es Teile der russischen Gesellschaft nicht stören, wenn nicht sie, sondern die <a href="https://longreads.cabar.asia/mobilization_ru">neuen</a> Bürger:innen in den Krieg <a href="https://www.dw.com/ru/v-gosdume-predlozili-podnat-prizyvnoj-vozrast-dla-migrantov-grazdan-rf/a-68151924">ziehen</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Migrant:innen sind in Russland immer weniger erwünscht. Dies geht aus Äußerungen einflussreicher Akteure hervor. Spätestens seit der russische Generalstaatsanwalt <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Igor_Krasnov">Igor Krasnow</a>‚ am 26. März <a href="https://t.me/rian_ru/238254">erklärte</a>, dass die Zahl der von Migrant:innen in Russland begangenen Straftaten im Jahr 2023 um 75 Prozent gestiegen sei.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/russlands-armee-braucht-tadschikische-migranten-mehr-denn-je/"><strong>Russlands Armee braucht tadschikische Migranten mehr denn je</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das anklagende Pathos der russischen Behörden gegenüber Migrant:innen ist widersprüchlich, bevorzugt der russische Staat doch Kriminelle. So hat Russland in den letzten Jahren zahlreiche Mörder, Vergewaltiger und Pädophile in den Krieg <a href="https://www.currenttime.tv/a/osuzhdennyy-za-ubiystvo-uchastnik-svo-hodit-po-shkolam/32856979.html">entsandt</a>. Nach dem Terroranschlag wurden Mitglieder der für ihre Brutalität bekannten <a href="https://kuban.rbc.ru/krasnodar/freenews/6602fe1d9a79471751c64781">Zapkow-Bande</a> amnestiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für tadschikische Migrant:innen, die inzwischen russische Staatsbürger:innen geworden sind, wächst auf jeden Fall die Gefahr, in Putins Krieg in der Ukraine <a href="https://www.currenttime.tv/a/putin-ukraina-voyna/32379021.html">hineingezogen</a> zu werden, obwohl ihnen dieser Konflikt fremd ist. Diese Bedrohung gilt langfristig, da Putins Krieg mit der Ukraine auf unabsehbare Zeit andauern wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit dem Terroranschlag hat die Fremdenfeindlichkeit in der russischen Gesellschaft dramatisch zugenommen. Es kann von Rassismus gesprochen werden, da Menschen nicht-slawischen Aussehens zunehmend ins Visier genommen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mein erster Rat an die Zivilgesellschaft und die Behörden in Tadschikistan und anderen Ländern der Region lautet daher: Es ist notwendig, Migrant:innen stärker für die Gefahren des Krieges zu sensibilisieren, damit sie nicht im Krieg ihr Leben verlieren oder mit Verletzungen und Behinderungen zurückkehren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Propaganda des Kremls, die nichts mit [freiem &#8211; Anm. d. Red.] Journalismus zu tun hat, muss hinterfragt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diejenigen, die nach Russland gehen (wollen), sollten wissen, wie tückisch das Prinzip der Kollektivschuld ist. Eigentlich ist jede:r für sich selbst verantwortlich. [Aber bei der Kollektivschuld leiden die Menschen, die sich nicht erklären können. Diese Gefahr besteht für die Zentralasien:innen, die im Narrativ des russischen Nationalismus kollektiv für den Terroranschlag verurteilt werden &#8211; Anm. d. Red.].</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regierung, die Zivilgesellschaft und die Migrant:innen müssen alternative Möglichkeiten der Arbeitsmigration voranbringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu den weiteren notwendigen Maßnahmen gehören eine rigorose Liberalisierung der tadschikischen Wirtschaft und Reformen, die Investor:innen anziehen. Seitens der Behörden muss erkannt werden, dass ein großer Strom an Migrant:innen unvermeidlich aus Russland zurückkehren wird. Für sie müssen dringend Arbeitsplätze geschaffen werden. Andernfalls könnten soziale Spannungen bis hin zur Kriminalität zunehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.forbes.ru/biznes/506330-kommersant-uznal-o-snizenii-eksporta-benzina-na-cetvert-v-nacale-goda">Absehbar</a> ist auch ein deutlicher Rückgang der russischen Exporte nach Tadschikistan. Für diese russischen Waren muss Ersatz geschaffen werden. Und das eilt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/terroristischer-angriff-in-tadschikistan-die-regierung-versucht-den-angriff-fur-sich-zu-nutzen/"><strong>Terroristischer Angriff in Tadschikistan: „Die Regierung versucht, den Angriff für sich zu nutzen“</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Russlands Situation nach dem Einmarsch in die Ukraine zwingt Putin offensichtlich zu einem engeren Bündnis mit nationalistischen und kriminellen Gruppen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die russischen Behörden müssen sich neu aufstellen, auch auf internationaler Ebene. Dabei müssen unter Umständen alte Bündnisse geopfert werden, die ohnehin nur noch schlecht oder gar nicht mehr funktionieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Russland verliert auch seine Rolle als Sicherheitsgarant in Zentralasien, einschließlich der herrschenden Eliten. Aus dem Staat ist mittlerweile einer entstanden, in dem eine dubiose bewaffnete Gruppe aus Söldnern und Kriminellen Flugzeuge der Streitkräfte <a href="https://meduza.io/feature/2023/06/27/putin-vystupil-pered-voennymi-on-opyat-rasskazal-chto-siloviki-pobedili-prigozhina-a-narod-splotilsya-vokrug-vlasti">abschießen</a> kann und anschließend volle Amnestie genießt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Putin hat die Kontrolle über die Situation verloren, sein Staat das Gewaltmonopol. Das erklärt, warum die Sicherheitskräfte nicht einmal mehr versuchen, die mittelalterlichen Folterungen von Gefangenen zu vertuschen, geschweige denn für ihre Taten bestraft werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deshalb müssen die Länder der Region über ein kollektives Sicherheitskonzept nachdenken und ihre eigenen Armeen reformieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Chronik der Terroranschläge, bei denen tadschikische Staatsangehörige als Terroristen genannt werden</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In den letzten Jahren wurden tadschikische Staatsangehörige wiederholt von verschiedenen Ländern beschuldigt, terroristische Anschläge verübt zu haben. Häufig wurde dabei der IS als Initiator genannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben des Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Emomalij_Rahmon">Emomali Rahmon</a> hat das Land in den letzten zehn Jahren 6680 Straftaten extremistischer und terroristischer Art aufgedeckt und registriert, darunter 86 Terroranschläge und -versuche, und 11 Terroranschläge und -versuche verhindert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/terrorismusverdacht-in-deutschland-anklage-gegen-fuenf-tadschiken/"><strong>Terrorismusverdacht in Deutschland: Anklage gegen fünf Tadschiken</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch der aufsehenerregendste Terroranschlag der letzten Jahre in Tadschikistan selbst <a href="https://rus.ozodi.org/a/29422387.html">wurde</a> höchstwahrscheinlich vom IS in Auftrag gegeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es muss daher anerkannt werden, dass ein Teil der tadschikischen Jugend anfällig für extremistische Propaganda ist. Hier ist qualifizierte Expertenberatung, auch aus dem Bereich der Pädagogik und Psychologie, gefragt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Klar ist jedoch, dass die bestehende Ideologie nicht funktioniert. Sie wird von oben entwickelt und nach unten weitergegeben. Deshalb bleiben diese Narrative für viele Menschen unverständlich oder gar fremd, was den Ideologen des Radikalismus in gewisser Weise in die Hände spielt.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Marat Mamadschojew für CABAR</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://cabar.asia/ru/terakt-proizoshedshii-v-podmoskove-stavit-tadzhikistan-pered-tyazhelym-vyborom">Russischen</a> von Berenika Zeller</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/der-terroranschlag-bei-moskau-stellt-tadschikistan-vor-schwierige-entscheidungen/">Der Terroranschlag bei Moskau stellt Tadschikistan vor schwierige Entscheidungen</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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		<title>Nach Terroranschlag: Massive Anfeindungen gegen Tadschik:innen in Russland</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Mar 2024 22:09:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsmigranten]]></category>
		<category><![CDATA[Crocus City Hall]]></category>
		<category><![CDATA[Entschlüsselung]]></category>
		<category><![CDATA[IS-K]]></category>
		<category><![CDATA[Islamischer Staat]]></category>
		<category><![CDATA[Moskau]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Terror]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>ENTSCHL&#xDC;SSELUNG. Der t&#xF6;dliche Anschlag bei Moskau hat f&#xFC;r Schlagzeilen &#xFC;ber die Beteiligung von Tadschik:innen in internationalen Terrororganisationen wie dem sogenannten &#x201E;Islamischen Staat&#x201C; gesorgt. Dies hat unter anderem zu einem Anstieg der Fremdenfeindlichkeit in Russland gef&#xFC;hrt. Am Abend des 22. M&#xE4;rz haben bewaffnete M&#xE4;nner die Konzerthalle &#x201E;Crocus City Hall&#x201C; bei Moskau angegriffen und 140 Menschen get&#xF6;tet. [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>ENTSCHLÜSSELUNG. Der tödliche Anschlag bei Moskau hat für Schlagzeilen über die Beteiligung von Tadschik:innen in internationalen Terrororganisationen wie dem sogenannten „Islamischen Staat“ gesorgt. Dies hat unter anderem zu einem Anstieg der Fremdenfeindlichkeit in Russland geführt.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Abend des 22. März haben bewaffnete Männer die Konzerthalle „Crocus City Hall“ bei Moskau angegriffen und 140 Menschen getötet. Tags darauf wurden elf Personen festgenommen, berichtete die russische Nachrichtenagentur <a href="https://tass.ru/proisshestviya/20320557">TASS</a>. Die vier Männer, denen die Ausführung des Anschlags vorgeworfen wird, sind tadschikische Staatsangehörige.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch wenn vieles vorerst im Dunkeln bleibt und die Schuld der Angeklagten nicht bewiesen ist, wurde der Angriff vom <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/ISIS-K">Islamischen Staat &#8211; Khorasan (IS-K)</a> für sich beansprucht, einem IS-Ableger, dem sich viele Tadschik:innen angeschlossen haben. Wie das tadschikische Nachrichtenportal <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/power/20240310/emomali-rahmon-virazil-nedovolstvo-mnogokratnim-hadzhem-tadzhikistantsev">Asia-Plus</a> berichtete, hatte Tadschikistans Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Emomalij_Rahmon">Emomali Rahmon</a> nur zwei Wochen vor dem Anschlag erklärt: <em>„Laut verfügbaren Daten haben 24 unserer Mitbürger in den letzten drei Jahren in zehn Ländern Terroranschläge begangen.“</em></p>



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<p class="wp-block-paragraph">Der Angriff in Russland ist auf dessen Intervention in Syrien zurückzuführen, womit es sich in offener Gegnerschaft zum IS positionierte. Die wiederholte Beteiligung von Tadschik:innen bei Angriffen des IS-K wirft Fragen auf, nähert allerdings auch unbegründete Vorstellungen von Tadschikistans Rolle im globalen Terrorismus.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>In Russland rekrutiert</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://bush.tamu.edu/faculty/elemon/">Edward Lemon</a>, auf Zentralasien spezialisierter Forscher und Präsident der <a href="https://oxussociety.org/">Oxus Society</a>, <a href="https://twitter.com/EdwardLemon3/status/1771532009325633964">erklärt</a>, dass Tadschikistan im Verhältnis zur Einwohner:innen-Zahl den drittgrößten Anteil an Staatsangehörigen hat, die sich den Reihen des IS in Syrien angeschlossen haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die jüngsten tödlichen Angriffe des IS-K, die bisher hauptsächlich auf den Iran, Afghanistan und die Türkei abzielten, wurden von Tadschik:innen verübt, erläutert <a href="https://thediplomat.com/2024/01/unveiling-the-motivations-tajik-iskps-calculated-strikes-on-iran/">The Diplomat</a>. Dies gilt insbesondere für den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bombenanschläge_in_Kerman_2024">Anschlag im iranischen Kerman</a>, bei dem im Januar fast 100 Menschen ums Leben kamen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-islamistische-radikalisierung-der-zentralasiatischen-jugend-mythos-oder-realitaet/"><strong>Die islamistische Radikalisierung der zentralasiatischen Jugend – Mythos oder Realität?</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn Tadschikistan jedoch zunehmend als Brutstätte des islamistischen Radikalismus wahrgenommen wird, ist diese Darstellung verkürzt. So <a href="https://daviscenter.fas.harvard.edu/insights/terror-attack-russia-shines-spotlight-isis-k-recruiting-among-central-asians">zeigen Studien</a>, dass die Rekrutierung von Tadschik:innen durch den IS-K hauptsächlich in Russland erfolgt – beziehungsweise unter Menschen, die in Russland gelebt haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Allein im ersten Halbjahr 2023 wurden 1,28 Millionen Tadschik:innen von den russischen Migrationsbehörden registriert, darunter mehr als 963.000 in der Arbeitsmigration. Die Zahlen könnten aber tatsächlich höher sein, berichtet das russische Wirtschaftsmedium <a href="https://nsk.rbc.ru/nsk/24/08/2023/64e6c63a9a79471c6e4adea5">RBC</a>. Im Jahr 2022 stammten nach Angaben der <a href="https://blogs.worldbank.org/en/peoplemove/remittances-europe-and-central-asia-post-strong-growth">Weltbank</a> 51 Prozent des BIP von Arbeitsmigrant:innen, was Tadschikistan zum am stärksten von Überweisungen abhängigen Land der Welt macht.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Motivationen, die oft weit vom radikalen Islam entfernt sind</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Diese oft prekäre Situation macht sie jedoch anfällig für die Rekrutierung. <a href="https://www.wilsoncenter.org/person/melanie-sadozai">Mélanie Sadozaï</a>, eine auf die tadschikisch-afghanische Grenze spezialisierte Forscherin, erklärt gegenüber Novastan: <em>„Die Gründe, warum diese Personen rekrutiert werden, sind vielfältig: Suche nach einem besseren Leben, Ablehnung des Staates und seiner Institutionen, der Wunsch, den Islam ohne Diskriminierung zu praktizieren, attraktive finanzielle &nbsp;Angebote der Anwerber, Verurteilung des russischen Engagements in Syrien, wo sich der Kern des IS befindet und so weiter.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/warum-sich-so-viele-buerger-tadschikistans-dem-islamischen-staat-anschliessen/"><strong>Warum sich so viele Bürger Tadschikistans dem Islamischen Staat anschließen</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Für sie sind <em>„die Beweggründe also keineswegs mit einer uneingeschränkten Unterstützung des in der IS-Propaganda propagierten radikalen Islamismus verbunden.“</em> In Bezug auf den Anschlag bei Moskau weist Edward Lemon jedoch <a href="https://twitter.com/EdwardLemon3/status/1772797999204221251">darauf hin</a>, dass die mutmaßlichen Terroristen ein ähnliches Profil hätten: Sie seien kürzlich nach Russland ausgewandert und nicht besonders religiös gewesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf tadschikischem Boden gab es hingegen nur wenige IS-Angriffe, zuletzt einen <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/islamischer-staat-bekennt-sich-zur-attacke-die-zum-tod-von-4-rad-touristen-in-tadschikistan-fuhrte/">Anschlag auf ausländische Radfahrer:innen 2018</a> und einen <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/tadschikistan-der-islamische-staat-bekennt-sich-zu-aufstand-in-gefangnis/">Gefängnis-Aufstand in Chudschand 2019</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine vage Definition von Extremismus</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Beitritt zum IS kann jedoch auch als Reaktion auf die ultrasäkulare tadschikische Politik erfolgen. Extremismusvorwürfe in Tadschikistan richten sich weniger gegen den strengen Islam als gegen jede Form von Handlungen, die der Regierung missfallen: Nicht selten werden Aktivist:innen, Menschenrechtler:innen oder Journalist:innen <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/menschenrechte-in-tadschikistan-interview-mit-der-un-berichterstatterin/">wegen Extremismus verurteilt</a>. Religiöse Praxis wird als politische Opposition interpretiert und unterdrückt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Mélanie Sadozaï verschärfen die Behörden Tadschikistans <em>„die Beschränkungen und Sicherheitsmaßnahmen in Bezug auf religiöse Praktiken und potenzielle Rivalen oder Destabilisatoren des bestehenden Regimes, was nur Frustrationen schürt, die die Form von Terroranschlägen annehmen können.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Grenze zu Afghanistan ist weniger durchlässig, als es scheint</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Seitdem die Aufmerksamkeit auf Tadschikistan und den IS-K gerichtet ist, wird die gemeinsame Grenze mit Afghanistan, einer Hochburg des IS-K, als potenzieller Korridor für Dschihadist:innen erwähnt. Auch hier betont Mélanie Sadozaï, dass die Unsicherheit entlang der Grenze eine vorgefasste Meinung sei.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Im Gegensatz zu dem, was man denken könnte, überqueren keine Bürger Tadschikistans die Grenze in Richtung Afghanistan. Der fehlende Zusammenhang zwischen Terrorismus und dieser Grenze führt dazu, dass sie im September 2023 wieder für grenzüberschreitenden Handel geöffnet wurde“</em>, erklärt Mélanie Sadozaï.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/kazan-und-kebab-womit-an-der-tadschikisch-afghanischen-grenze-gehandelt-wird/"><strong>Kazan und Kebab – Womit an der tadschikisch-afghanischen Grenze gehandelt wird</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Einzelfälle sind nicht auszuschließen – und die Grenze kann auch in die entgegengesetzte Richtung durchlässig sein, insbesondere für <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/foerdert-der-drogenhandel-den-terrorismus-in-zentralasien/">den Drogenhandel</a>. Aber Tadschik:innen, die sich Terrororganisationen anschließen, tun dies in der Regel über Russland. Die Forscherin fasst zusammen: <em>„Der IS-K ist eine multinationale und keine grenzüberschreitende [im wahrsten Sinne des Wortes, Anm. d. Ü.] Terrorgruppe.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zusammenarbeit mit den Taliban</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus arbeitet Duschanbe in bestimmten Sicherheitsfragen mit Kabul zusammen. Afghanistan bleibt Tadschikistans feindseligster Nachbar, insbesondere aufgrund der Präsenz der Terrorgruppe Dschamaat Ansarullah, die aus ethnischen Tadschik:innen besteht, welche Feinde von Duschanbe sind und von den Taliban unterstützt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber auch andere Terrorgruppen erzwingen den Dialog. <em>„Der IS-K ist ein innenpolitisches Problem für Tadschikistan und für die Taliban, denn die von dieser Gruppe beanspruchten Anschläge untergraben die Glaubwürdigkeit dieser Regime in Bezug auf ihre Fähigkeit, die Sicherheit in ihren Ländern aufrechtzuerhalten“</em>, schließt Mélanie Sadozaï.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine Welle der Fremdenfeindlichkeit</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es muss daher klargestellt werden, dass die tadschikische Bevölkerung in ihrer überwiegenden Mehrheit den IS-K nicht unterstützt. Sowohl in Tadschikistan als auch in Russland würdigten Tadschik:innen die Opfer. In Duschanbe wurde die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nouruz">Noruz-Feier</a>, die am 24. März stattfinden sollte, <a href="https://www.asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/power/20240325/karnaval-navruza-proidet-segodnya-v-dushanbe">auf den nächsten Tag verschoben</a>. Der Grund wurde nicht offiziell kommuniziert, lokale Medien interpretierten die Geste jedoch als Reaktion auf die Ankündigung eines nationalen Trauertages in Russland.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Reaktionen reichten nicht aus, um ultranationalistische Strömungen in Russland zu beruhigen. Fake News und rassistische Verschwörungstheorien <a href="https://twitter.com/bahruz_samad/status/1772024022449950811">florieren</a> oder tauchen wieder auf – zum Beispiel die Behauptung eines Völkermords an Russ:innen während des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tadschikischer_Bürgerkrieg">Tadschikischen Bürgerkriegs</a> in den 1990er Jahren. Die Folgen ließen nicht lange auf sich warten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/die-schwierige-situation-tadschikischer-arbeitsmigranten-in-russland/"><strong>Die schwierige Situation tadschikischer Arbeitsmigranten in Russland</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie <a href="https://eurasianet.org/tajik-diaspora-in-russia-living-in-terror-following-crocus-city-massacre">Eurasianet</a> und <a href="https://rus.ozodi.org/a/32876078.html">Radio Ozodi</a> berichteten, haben fremdenfeindliche Taten in Russland in den letzten Tagen so stark zugenommen, dass viele Migrant:innen Angst davor haben, ihre Wohnungen zu verlassen, und manchmal sogar aufhören, zur Arbeit zu gehen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zunehmende Aggression</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die tadschikische Botschaft, die sich für gewöhnlich <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/zentralasiatische-arbeitende-nach-streik-in-russland-entlassen/?noredirect=de-DE">nicht für die Interessen ihrer Bürger:innen in Russland einsetzt</a>, hat ihren Staatsangehörigen empfohlen, ihre Häuser nicht zu verlassen. Usbekische Bürger:innen wurden außerdem <a href="https://www.centralasian.org/a/32879280.html">aufgefordert</a>, öffentliche Orte zu meiden, während die Kirgis:innen <a href="https://www.reuters.com/world/europe/kyrgyzstan-urges-citizens-limit-travel-russia-2024-03-27/">angehalten sind</a>, jegliche Reisen nach Russland zu meiden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In russischen Städten kam es bereits zuvor häufig zu Jagden auf Migrant:innen, doch der Anschlag löste eine weitere Welle aus. Nach Angaben der Menschenrechtlerin <a href="https://www.youtube.com/watch?v=ULePKWtMtfo">Valentina Tschupik</a> meldeten Zentralasiat:innen in den beiden darauf folgenden Tagen 2.500 Fälle von Aggression, darunter 30 Fälle von Folter. Angesichts von Bildern, auf denen FSB-Agenten die tadschikischen Verdächtigen foltern, scheint körperliche Gewalt gegen Zentralasiat:innen nun völlig legitim zu sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zusätzlich zu gewalttätigen Übergriffen an öffentlichen Orten kam es zu einem massiven Boykott gegen tadschikische Taxifahrer:innen. Andere Zentralasiat:innen sagen, sie seien aus ihren Wohnungen geworfen oder sogar entlassen worden, ohne ihr Gehalt zu erhalten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Langfristige Folgen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Somit wird die Beteiligung von Tadschiken an dem Anschlag vom 22. März – ob real oder nicht – auf längere Sicht katastrophale Folgen für das Leben der Tadschik:innen in Russland haben. Wie Valentina Tschupik erklärt, wird <em>„unkontrollierbare Migration“</em> dafür verantwortlich gemacht, während Politiker:innen bereits vorschlagen, ein <a href="https://www.kommersant.ru/doc/6593947">Visaregime für Tadschik:innen</a> einzuführen oder sie beim kleinsten Fehler auszuweisen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Russland braucht diese Arbeitskräfte und solche Maßnahmen sind unwahrscheinlich, aber Bedrohungen für die Sicherheit von Migrant:innen sind real in einem Kontext, in dem Fremdenfeindlichkeit und Gewalt öffentlich akzeptiert werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/der-moskauer-traum/"><strong>Der Moskauer Traum</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es besteht die Befürchtung, dass diese schlechte Presse auch Zentralasiat:innen in Europa betreffen wird. Während die Region in der breiten Öffentlichkeit wenig bekannt ist, gelangt Tadschikistan immer wieder als Brutstätte des religiösen Extremismus in die Presse.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zentralasiat:innen wird häufig ein Visum für Europa verweigert und bei Asylanträgen kommt es zu Ablehnungen, wobei fabrizierte Extremismusvorwürfe im Herkunftsland – wie <a href="https://novastan.org/fr/europe-et-asie-centrale/citoyen-ouzbek-expulse-france-risques-de-torture/">zuletzt bei einem Fall in Frankreich</a> – eine Rolle spielen. Es bleibt also zu hoffen, dass die Behörden der europäischen Länder nach den jüngsten Ereignissen in der Lage sein werden, den Kontext zu berücksichtigen und falsche Anschuldigungen von echten zu unterscheiden.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Judith Robert für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/decryptage/attentat-russie-tadjiks-face-a-xenophobie-massive/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/nach-terroranschlag-massive-anfeindungen-gegen-tadschikinnen-in-russland/">Nach Terroranschlag: Massive Anfeindungen gegen Tadschik:innen in Russland</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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			</item>
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		<title>25. Jahrestag der Tragödie: Was geschah bei den Terroranschlägen von Taschkent?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[podrobnouz]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 02 Mar 2024 16:21:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Islom Karimov]]></category>
		<category><![CDATA[Taschkent]]></category>
		<category><![CDATA[Terror]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>16 Menschen starben am 16. Februar 1999 bei Terroranschl&#xE4;gen in Usbekistans Hauptstadt Taschkent. Laut offizieller Version war der Anschlag das Werk von Terroristen. Doch es gibt auch andere Meinungen. Anl&#xE4;sslich des 25. Jahrestages stellt Podrobno.uz vier Versionen der Ereignisse kurz vor. Am Morgen des 16. Februar 1999, vor genau 25 Jahren, ereigneten sich in verschiedenen [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>16 Menschen starben am 16. Februar 1999 bei Terroranschlägen in Usbekistans Hauptstadt Taschkent. Laut offizieller Version war der Anschlag das Werk von Terroristen. Doch es gibt auch andere Meinungen. Anlässlich des 25. Jahrestages stellt Podrobno.uz vier Versionen der Ereignisse kurz vor.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Morgen des 16. Februar 1999, vor genau 25 Jahren, ereigneten sich in verschiedenen Teilen Taschkents <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bombenanschläge_in_Taschkent_1999">fünf gewaltige Explosionen</a>. Der offiziellen Version zufolge kostete der größte Terroranschlag in der Geschichte Usbekistans 16 Menschen das Leben. Annähernd 150 Personen wurden verletzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Angriff der Terroristen galt Regierungseinrichtungen: Mit Sprengstoff gefüllte Autos explodierten in der Nähe des Innenministeriums, neben dem Hochhaus der Nationalbank sowie in der Nähe einer der V-förmigen Stützen des Regierungsgebäudes am <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mustaqillik_Maydoni">Mustaqillik Maydoni</a> [Unabhängigkeitsplatz, Anm. d. Red.]. Dort sollte eine Sitzung des Ministerkabinetts beginnen, bei der auch [der damalige Präsident Usbekistans, Anm. d. Ü.] <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Islom_Karimov">Islom Karimov</a> anwesend sein sollte.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Am Abend des 16. Februar 1999 erklärte Karimov im nationalen Fernsehen, dass das Ziel des von religiösen Extremisten organisierten Terroranschlags er selbst sei, da eine der Explosionen in der Nähe des Gebäudes stattfand, wohin er gerade unterwegs war. Der erste Präsident Usbekistans machte radikale Islamisten für den Terroranschlag verantwortlich. Diese seien mit seinem Kurs hin zu einem säkularen Staat unzufrieden gewesen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Alternative Versionen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Allerdings tauchten auch andere Versionen auf, die von ausländischen Expert:innen und Medien vorgebracht wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine davon: Die Explosionen seien die Rache ehemaliger hochrangiger Beamter, die während Karimovs Kampf gegen die Korruption ihre „warmen“ Jobs verloren hatten. Doch die meisten dieser „Opfer“ wurden nie vor Gericht gestellt. Sie versteckten sich und hätten einen solchen Schritt nicht gewagt. Darüber hinaus kontrollierte Karimov die Lage im Land streng und die ehemaligen Beamten standen unter strenger Aufsicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Angesichts der Organisation des Anschlags, eindeutig von professioneller Hand, gab es auch eine Version, dass der Terroranschlag von Geheimdiensten organisiert worden sei. Aber wessen Geheimdienst führte die Explosionen herbei? Einige Analyst:innen sahen eine Spur nach Russland. Angeblich gefiel Russland Karimovs Rückzug aus dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinschaft_Unabhängiger_Staaten">GUS</a>-Vertrag über kollektive Sicherheit nicht. Andere deuteten auf die Türkei, da Karimov ihre Versuche, alle Turkvölker zu vereinen, torpedierte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/panorama/die-geschichte-von-jasliq-wofuer-eines-der-grausamsten-gefaengnisse-der-welt-beruechtigt-ist/"><strong>Die Geschichte von Jasliq: Wofür eines der grausamsten Gefängnisse der Welt berüchtigt ist</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wiederum andere Expert:innen verknüpften die Explosionen im Februar mit den darauffolgenden Batken-Ereignissen, die sich auf dem Territorium Tadschikistans ereigneten. Dabei kam es zu mehreren militärischen Zusammenstößen zwischen Regierungstruppen und Truppen von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Juma_Namangani">Juma Namangani</a>, dem Anführer der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Islamische_Bewegung_Usbekistan">Islamischen Bewegung Usbekistans</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun, den ermittelnden Behörden zufolge wurde der Terroranschlag von Islamisten organisiert. Dabei wurde auch festgestellt, dass einige von ihnen in Tschetschenien im Lager des Feldkommandanten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ibn_al-Chattab">Ibn al-Chattab</a> ausgebildet worden seien.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Im </em><a href="https://podrobno.uz/cat/obchestvo/chetvert-veka-posle-tragedii-versii-terakta-16-fevralya-1999-goda-v-tashkente/"><em>Originalbeitrag</em></a><em> befinden sich weitere Bilder.</em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Podrobno.uz</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Russischen von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Französischer IS-Anwärter in Tadschikistan festgenommen</title>
		<link>https://novastan.org/de/tadschikistan/franzosischer-is-anwarter-in-tadschikistan-festgenommen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 Dec 2017 19:24:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Frankreich]]></category>
		<category><![CDATA[IS]]></category>
		<category><![CDATA[Terror]]></category>
		<category><![CDATA[Urteil]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Gericht in Duschanbe hat einen franz&#xF6;sischen Staatsangeh&#xF6;rigen zu f&#xFC;nf Jahren Gef&#xE4;ngnis verurteilt. Ihm wird vorgeworfen, er habe die Grenze zu Afghanistan illegal &#xFC;berschreiten wollen. Ein Franzose, dessen Identit&#xE4;t noch nicht offiziell bekannt gegeben wurde, ist von einem Gericht in Duschanbe am 10. Dezember zu f&#xFC;nf Jahren Gef&#xE4;ngnis verurteilt worden. Laut der Nachrichtenagentur AKIpress, von [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Das Gericht in Duschanbe hat einen französischen Staatsangehörigen zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Ihm wird vorgeworfen, er habe die Grenze zu Afghanistan illegal überschreiten wollen. </strong></p>
<p style="text-align: justify">Ein Franzose, dessen Identität noch nicht offiziell bekannt gegeben wurde, ist von einem Gericht in Duschanbe am 10. Dezember zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Laut der Nachrichtenagentur <a href="https://akipress.com/news:599920/">AKIpress</a><u>,</u> von der die Information stammt, wollte sich der Angeklagte dem Islamischen Staat (IS) in Afghanistan anschließen.</p>
<p style="text-align: justify">Laut AKIPress wohnten Vertreter der französischen Botschaft dem Prozess in Tadschikistan bei. Auf Anfrage von Novastan, bestätigte das französische Außenministerium, der Sache nachzugehen, ohne weitere Details bekannt zu geben.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Seit Juli in Haft</strong></p>
<p style="text-align: justify">Wie die Agentur mitteilte saß der Mann bereits seit letztem Juli in der Region <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chatlon">Chatlon</a> im Süd-Osten des Landes in Haft. Er soll über Kirgistan mithilfe eines Touristenvisums ins Land gelangt sein.</p>
<p style="text-align: justify">In einer Meldung vom 10. Dezember lieferte die französische Presseagentur AFP Informationen über den augenscheinlich selben Mann, der „im Juli“ zu fünf Jahren Haft verurteilt wurde aufgrund „illegaler Grenzüberschreidung“ in Tadschikistan.</p>
<p style="text-align: justify">Der in Marseille gebürtige, 30 jährige Klempner hatte zugegeben, in Afghanistan dem IS beitreten zu wollen. „Zwei weitere Männer, die im mit ihm verhört wurden hatten gefälschte französische Pässe dabei“, so eine Quelle der AFP.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Keine Abschiebung</strong></p>
<p style="text-align: justify">Der Franzose sei muslimischen Glaubens und habe angegeben, in Kontakt mit einem gewissen „Mohamed aus Kirgistan“ zu stehen, berichtet AKIPress. Nach seiner Verurteilung verweigerte sich der Franzose einer Abschiebung und sprach sich dafür aus, seine Strafe in Tadschikistan abzusitzen.</p>
<p style="text-align: justify">Der Fall zeigt, dass Tadschikistan für Afghanische IS-Anhänger ein Rückzugsort ist, an dem sie sich neu gruppieren können. Am 10. Dezember berichtete die AFP über eine Gruppe von Franzosen, die dem IS in Afghanistan angehörten.</p>
<p style="text-align: justify">Laut der AFP vermuten mehrere europäische Nachrichtensender die Existenz „eines Daesch-Ablegers in Tadschikistan.“ Zum jetzigen Zeitpunkt können solche Aussagen noch nicht unabhängig geprüft werden.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/tadschikistan-militarischer-spielball-zwischen-weisem-haus-und-kreml/"><strong>Tadschikistan – militärischer Spielball zwischen Weißem Haus und Kreml</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Der einzige korrekte Hinweis stammt aus <a href="https://www.asiaplus.tj/ru/news/tajikistan/security/20171213/gknb-granitsa-s-afganistanom-otkrita">Asia-Plus:</a> Seit einigen Tagen ist die Grenze zu Afghanistan auf tadschikischer Seite geschlossen. Eine Möglichkeit für die tadschikische Regierung zu zeigen, dass sie solche Anschuldigungen nicht auf die leichte Schulter nimmt.</p>
<p style="text-align: right"><strong>aus dem Französischen von Julia Tappeiner</strong></p>
<p style="text-align: justify">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company-beta/5246815/">LinkedIn</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Kirgistan — konfrontiert mit einem Dilemma</title>
		<link>https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-konfrontiert-mit-einem-dilemma/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Luisa Podsadny]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Oct 2016 15:44:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Terror]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Botschaften der USA und Gro&#xDF;britanniens in Kirgistan ver&#xF6;ffentlichten Terrorwarnungen ohne R&#xFC;cksprache mit den kirgisischen Beh&#xF6;rden. Nun wollen beide Seiten die Zusammenarbeit verbessern. Kirgistan steht dabei vor der Herausforderung, terroristische Aktivit&#xE4;ten zu bek&#xE4;mpfen, ohne seine offene Verfasstheit aufs Spiel zu setzen. Eine Analyse von Daniyar Kosnazarov, Mitgr&#xFC;nder des Zentrums f&#xFC;r China- und Zentralasienstudien &#x201E;Synopsis&#x201C;. Die [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong><em>Die Botschaften der USA und Großbritanniens in Kirgistan veröffentlichten Terrorwarnungen ohne Rücksprache mit den kirgisischen Behörden. Nun wollen beide Seiten die Zusammenarbeit verbessern. Kirgistan steht dabei vor der Herausforderung, terroristische Aktivitäten zu bekämpfen, ohne seine offene Verfasstheit aufs Spiel zu setzen. Eine Analyse von Daniyar Kosnazarov, Mitgründer des Zentrums für China- und Zentralasienstudien &#8222;</em></strong><b><i>Synopsis&#8220;.</i></b></p>
<p style="text-align: justify">Die Ankündigungen der <a href="https://bishkek.usembassy.gov/sm_10082016_information_regarding_possible_terrorist_attacks_in_the_kyrgyz_republic.html">US-amerikanischen</a> und britischen Botschaften über mögliche Terroranschläge in Kirgistan versetzte Bischkek in Aufregung.</p>
<p style="text-align: justify">Das staatliche Komitee für nationale Sicherheit Kirgistans teilte mit, dass ihm keine Informationen über derlei Terrorangriffe vorlägen, hob allerdings sein Interesse an der Zusammenarbeit mit den diplomatischen Vertretungen anderer Länder und den Erhalt einschlägiger Informationen hervor.</p>
<p style="text-align: justify">Das kirgisische Außenministerium merkte an, dass die Mitteilungen der beiden Botschaften ohne Rücksprache mit dem Ministerium veröffentlicht wurde. Mit den Botschaftern der USA und Großbritanniens fand ein Treffen im Außenministerium statt, bei dem beide Seiten erklärten, welche Gründe zur Veröffentlichung einer derartig ersten Warnung vorlagen.</p>
<p style="text-align: justify">Unter Ausschluss der Öffentlichkeit diskutierten auch Abgeordnete des kirgisischen Parlaments, dem Dschogorku Kengesch, die Sicherheitslage im Land. Es erging der Beschluss, Regeln für das Verhalten der Bürger im Falle eines terroristischen Anschlags auszuarbeiten.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Chronik des Terrorismus</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Dynamik der Geschehnisse in den letzten zwei Jahre lässt erkennen, dass die Aktivität terroristischer Zellen gestiegen ist. Der Ausbruch zweier Gefangener aus einem Gefängnis im Juni 2015 ist Kirgistan noch in frischer Erinnerung. Einer von ihnen sprengte sich während der versuchten Festnahme in die Luft.</p>
<p style="text-align: justify">Im Juli letzten Jahren wurde ein Spezialeinsatz durchgeführt, bei dem vier Extremisten ums Leben kamen. Am 22. Oktober 2015 wurden Mitglieder einer terroristischen Organisation festgenommen, die eine Serie von Anschlägen in mehreren Regierungsgebäuden geplant hatten. Derartige Ereignisse gab es auch in diesem Jahr. So nahmen Mitarbeiter des GKNB zum Beispiel am 29. März 2016 sieben Terroristen fest.</p>
<p style="text-align: justify">Offiziellen Daten zufolge bereitete diese Gruppe verschiedene Anschläge im ganzen Land vor. Am 20. September konnten verdeckte Ermittler eine selbstgebaute Bombe unschädlich machen und forderten die Bewohner der Hauptstadt auf, besonders wachsam zu sein.</p>
<p style="text-align: justify">Diese Chronik des Terrors beweist sowohl den Bürgern Kirgistans als auch internationalen Partnern, dass an der Gewährleistung der Stabilität des Landes gearbeitet wird. Dennoch ist klar, dass die diplomatischen Vertretungen anderer Länder nach dem Anschlag auf die chinesische Botschaft in Bischkek noch stärker um die Sicherheit ihrer in Kirgistan weilenden Bürger besorgt sind.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Forderung nach besseren Information statt Panikmache</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Stimmung ist noch lange nicht panisch, doch westliche Länder, insbesondere die USA und Großbritannien, wollen von den kirgisischen Behörden verlässlichere Informationen über Terroristen und Antiterrormaßnahmen erhalten.</p>
<p style="text-align: justify">Ausländische Partner, die über derartige Informationen zur Sicherheitslage in Kirgistan verfügen, sind angehalten, auf Grundlage dieser begründet Alarm zu schlagen oder sie zurückzuhalten. In keinem Fall aber sollten Mitteilungen wie die der Botschaften der USA und Großbritanniens veröffentlicht werden. Wohl deshalb sind die kirgisischen Behörden und die Botschaften der beiden Länder zu dem Schluss gekommen, den gegenseitigen Informationsaustausch zu intensivieren.</p>
<p style="text-align: justify">Der Angriff auf das neue Gebäude der chinesischen Botschaft hätte genauso gegen die Botschaft der USA durchgeführt werden können &#8211; in Anbetracht der Tatsache, dass sich beide Gebäude nicht weit voneinander befinden. Experten hatten kurz nach den Anschlägen die Frage aufgeworfen, warum diese ausgerechnet gegen die chinesische Botschaft gerichtet waren, wo doch amerikanische Botschaften bedeutend öfter von terroristischen Attacken weltweit betroffen sind.</p>
<p style="text-align: justify">Zudem bedeutet der Anschlag auf die Botschaft der Volksrepublik nicht, dass Anschläge auf die Vertretungen anderer Länder ausbleiben werden. Bischkek steht jetzt also vor der Aufgabe, ausländische Partner nach verhinderten oder geschehen Anschlägen zu beruhigen und ausreichend zu informieren.</p>
<p style="text-align: justify">Die kirgisischen Geheimdienste dürfen nicht zu viele Informationen zurückhalten, was nur zur Entstehung von Gerüchten und Panik beitragen würde. Auch wiederholte Meldungen zu dem Thema sind der Situation nicht dienlich und vergrößern nur die Angst in der Bevölkerung &#8211; selbst dann, wenn potenzielle Attentäter neutralisiert wurden.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Das kirgisische Dilemma</strong></p>
<p style="text-align: justify">In diesem Dilemma des Umgangs terroristischer Gefährdung befinden sich auch andere Länder. Doch für Kirgistan könnte es sich um einiges komplizierter erweisen, da es, im Vergleich mit anderen Ländern Zentralasiens, noch immer vergleichsweise offen ist.</p>
<p style="text-align: justify">Bekanntermaßen führt der Kampf gegen den Terror vorrangig zu einer verstärkten staatlichen Kontrolle über staatliche und gesellschaftliche Prozesse im Land.</p>
<p style="text-align: justify">Die Frage ist nun, wie Kirgistan die Offenheit seines Landes wahren kann, während staatliche Organe zugleich effektiver im Kampf gegen Terrorismus und andere destruktive Einflüsse arbeiten müssen.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Daniyar Kosnazarov</strong></p>
<p style="text-align: right"><em><strong>Dieser Artikel ist ebenfalls auf Russisch bei <a href="https://vlast.kz/politika/19772-antiterroristiceskaa-dilemma-kyrgyzstana.html">vlast.kz</a> erschienen</strong></em></p>
<p style="text-align: right"><strong><em>Aus dem Russischen übersetzt von Luisa Podsadny</em></strong></p>
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