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	<title>Temirtau Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Sun, 18 Feb 2024 17:28:08 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Temirtau Archives</title>
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		<title>Sterben für „Mittal“ – Grubenunglück in Kasachstan fordert erneut Leben</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Fergana News]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Aug 2023 17:18:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[ArcelorMittal]]></category>
		<category><![CDATA[Bergbau]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bei einem Brand in einem Schacht sind in Kasachstan f&#xFC;nf Bergleute ums Leben gekommen. Nach wiederholten Ungl&#xFC;cken in seinen Minen steht der indische Konzern &#x201E;ArcelorMittal&#x201C; wegen nicht eingehaltener Sicherheitsvorschriften am Pranger. Selbst Pr&#xE4;sident Toqaev drohte mit Konsequenzen. Fergana News zeichnet die Ereignisse nach. Am 17. August um 10:05 Uhr Ortszeit brach in der Mine &#x201E;Kasachstanskaja&#x201C; [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Bei einem Brand in einem Schacht sind in Kasachstan fünf Bergleute ums Leben gekommen. Nach wiederholten Unglücken in seinen Minen steht der indische Konzern „ArcelorMittal“ wegen nicht eingehaltener Sicherheitsvorschriften am Pranger. Selbst Präsident Toqaev drohte mit Konsequenzen. Fergana News zeichnet die Ereignisse nach.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 17. August um 10:05 Uhr Ortszeit brach in der Mine „Kasachstanskaja“ in der Stadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schachtinsk">Shahtinsk</a> im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qaraghandy_(Gebiet)">Gebiet Qaraģandy</a> ein Feuer aus, als mindestens 227 Bergleute unter Tage arbeiteten. 222 Personen wurden erfolgreich evakuiert. Von fünf Bergleuten konnten nur noch die Leichen geborgen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Vorfall erregte den Zorn von Kasachstans Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Qasym-Jomart Toqaev</a>, der dem Eigentümer der Anlage – „ArcelorMittal Temirtaý“ (AMT) – mit „Konsequenzen“ <a href="https://fergana.media/news/131050/">drohte</a>. Das Staatsoberhaupt hob hervor, dass es in den Betrieben dieses ausländischen Unternehmens häufig zu Unfällen komme. Allerdings fühlt sich der Konzern des indischen Geschäftsmanns <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Lakshmi_Mittal">Lakshmi Mittal</a> in Kasachstan wohl. Haben die Behörden nun nach dem jüngsten Zwischenfall die Geduld verloren?</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Mittals Aufstieg in Kasachstan</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Lakshmi Mittal, der 2008 den vierten Platz in der Forbes-Weltliste belegte und nun mit einem Vermögen von etwas mehr als 16 Milliarden US-Dollar unter den Top 200 der Liste steht, fing Mitte der 90er Jahre an, sich für die Wirtschaft Kasachstans zu interessieren. Die Expansion begann mit dem Kauf eines der größten Unternehmen des Landes – des „Karagandinsker Metallurgie-Kombinats“. Mittal kaufte es im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung und es ist nicht bekannt, wie viel ihn die Transaktion gekostet hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Zweckmäßigkeit des Kaufs spricht jedoch die folgende Tatsache: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rachat_Älijew">Rahat Áliev</a>, ehemaliger Schwiegersohn von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nursultan_Nasarbajew">Nursultan Nazarbaev</a>, schrieb in seinen Memoiren, dass der indische Oligarch dem damaligen Präsidenten Kasachstans 50 Prozent der Aktien des Unternehmens und 50 Millionen US-Dollar zur Kontrolle gegeben habe. Natürlich wurden diese Informationen nicht offiziell bestätigt.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Danach übernahmen Mittal und sein Team praktisch die gesamte Industrie im Gebiet Qaraģandy. Laut der Website von „ArcelorMittal Temirtaý“ umfasst der Konzern heute Abteilungen für Stahl, Kohle und Eisenerz, denen Dutzende von Unternehmen und Niederlassungen zugeordnet sind, darunter zugehörige Einrichtungen wie Hotels, Freizeitzentren und eigene medizinische Einrichtungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf der Website von AMT heißt es außerdem, dass <em>„das Unternehmen für die Einhaltung des Qualitätsmanagementsystems auf Basis von MS ISO 9001, des Umweltmanagements ISO 14001 und der Arbeitssicherheit OHSAS 18001 zertifiziert ist“</em>. Aber gerade bei Letzterer gibt es immer wieder Probleme.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Schwere Grubenunglücke</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im September 2006 kam es in der Lenin-Mine in Shahtinsk zu einem Unfall. Damals starben 41 Menschen und sieben weitere wurden verletzt. Wie sich später herausstellte, waren technische Störungen und menschliche Faktoren die Unfallursache. Im Gebäude wurde der örtliche Lüftungsventilator wegen geplanter Wartungsarbeiten gestoppt, was dazu führte, dass der Gasgehalt in Teilen der Anlage die Norm überstieg. Die Ingenieure versorgten diesen Abschnitt jedoch nicht mit Strom. Das Gerät entzündete sich und es kam zu einer Explosion.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch eine Variante mit plötzlicher Methanfreisetzung wurde in Betracht gezogen, da diese Mine als eine der gefährlichsten in der Region gilt. So oder so erstattete die Polizei Anzeige wegen Verstoßes gegen Sicherheitsvorschriften, mehr als 20 Personen wurden angeklagt, darunter auch die Geschäftsführung des ausländischen Unternehmens. Aber keiner der Top-Manager wurde strafrechtlich verfolgt. Stattdessen wurden Mechaniker, Ingenieure und Schichtleiter bestraft – nur sechs Leute, von denen die meisten für zwei oder drei Jahre ins Gefängnis mussten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/wie-auslaendische-investitionen-die-entwicklung-der-regionen-kasachstans-erschweren/"><strong>Wie ausländische Investitionen die Entwicklung der Regionen Kasachstans erschweren</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Januar 2008 kam es in der Mine „Abajskaja“ in der Stadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Abai_(Kasachstan)">Abaı</a> zu einer Explosion. Trotz der Tatsache, dass die Bergleute das Management vor dem hohen Gasgehalt gewarnt hatten, hatte niemand es eilig, dieses Problem zu lösen. Als 191 Bergleute unter Tage waren, ertönte ein lauter Knall. Bei der Tragödie kamen 30 Menschen ums Leben, weitere 14 wurden verletzt. Den Rettungskräften gelang es, die Leichen von sieben Opfern an die Oberfläche zu bringen, der Rest verbrannte spurlos in der kochenden Lava, die sich für sie in ein „Brudergrab“ verwandelte. Der Abschnitt der Mine wurde nach dem Zwischenfall hermetisch abgeriegelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Ein Vertreter der Abteilung sagte, dass es unmöglich sei, in die Lava einzudringen und die Leichen zu bergen. Sie gingen den Weg des geringsten Widerstands: Die Jungs brannten nieder und alle Türen wurden geschlossen“</em>, sagte Olga Kinal, Witwe eines der Opfer, über diese Entscheidung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bezüglich des Strafverfahrens hat die regionale Staatsanwaltschaft mehrere Bände zusammengetragen. Als Hauptgrund für die Explosion wurde ein technischer Verstoß genannt. Im Zuge der Ermittlungen wurden zwei für Arbeitssicherheit zuständige Beamte entlassen. Nach einiger Zeit wurde der Fall jedoch abgeschlossen. Die letzte Nachricht lautete, dass ATM allen Verpflichtungen gegenüber den Angehörigen des Verstorbenen nachgekommen sei. Die Frage der Suche nach den Schuldigen stellte sich nicht.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Probleme dauern an</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn Sie denken, dass zwei schwere Unfälle „ArcelorMittal Temirtau“ gezwungen haben, die Einstellung zur Sicherheitstechnik zu überprüfen oder eine Prüfung anderer Industrieanlagen durchzuführen, irren Sie sich. Zwischenfälle mit Todesopfern dauerten an. Beispielsweise starben <a href="https://fergana.media/news/123742/">im Jahr 2021</a> sechs Bergleute ebenfalls in der Mine „Abajskaja“. Der Grund war eine plötzliche Freisetzung von Methan, die eine Explosion auslöste.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und im vergangenen Jahr wurden gleich zwei Vorfälle gemeldet. Im Juni bestätigten die Behörden den Tod von fünf Mittal-Mitarbeitern innerhalb einer Woche. Erst stürzte im Metallurgie-Kombinat in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Temirtau">Temirtaý</a> während der Demontage des feuerfesten Mauerwerksofens das Dach der Schmiedewerkstatt ein. Unter den Trümmern befanden sich <a href="https://kaztag.kz/ru/news/pyatero-okazalis-pod-zavalami-obrushivsheysya-pechi-na-zavode-arselormittal-temirtau">fünf Arbeiter</a>, von denen nur einer überlebte. Einige Tage später starb eine Person an einem Kessel eines Heizkraftwerks, das ebenfalls zu AMT gehört.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im November geriet wieder die Lenin-Mine in den Fokus der Öffentlichkeit, und zwar wiederum auf negative Weise. Bei Bohrungen kam es zu einer plötzlichen <a href="https://fergana.media/news/128207/">Gasfreisetzung</a>. Fünf Bergleute starben, vier weitere wurden mit der Diagnose „Methanvergiftung“ ins Krankenhaus eingeliefert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/kasachstans-industriestaedte-leiden-unter-ausserordentlicher-luftverschmutzung/"><strong>Kasachstans Industriestädte leiden unter außerordentlicher Luftverschmutzung</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Und jetzt das Feuer in der Mine „Kasachstanskaja“. Der Tod von fünf Menschen wurde bestätigt. Weitere 13 Personen werden in Krankenhäusern medizinisch versorgt. In diesem Zusammenhang erklärte AMT-Generaldirektor Vladimir Yablonsky den 20. August zum Trauertag im Unternehmen. Später wurde berichtet, dass 672 Mitarbeiter aus „Kasachstanskaja“ in andere Objekte der Kohleabteilung von ArcelorMittal versetzt wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Übrigen sind in „Kasachstanskaja“ allein im vergangenen Jahr 168 Verstöße aufgedeckt worden. Die Arbeit von drei Anlagen ist per Gerichtsbeschluss eingestellt worden. Wie das Ministerium für Katastrophenschutz jedoch klarstellte, hat der Eigentümer des Objekts die festgestellten Mängel nur teilweise behoben. Darüber hinaus erklärte das Ministerium, dass das Förderband, das Feuer fing und den Unfall verursachte, neu war – es wurde am Tag vor der Tragödie in Betrieb genommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Experten müssen nun herausfinden, ob bei der Installation des Geräts technische Fehler aufgetreten sind. Die Ermittler werden ihnen dabei helfen, da bereits ein Verfahren gemäß Artikel 277 Absatz 3 („Verstoß gegen Sicherheitsvorschriften bei Bergbau- oder Bauarbeiten“) des kasachstanischen Strafgesetzbuchs eröffnet wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach offiziellen Angaben war das Gebiet Qaraģandy in den letzten 20 Jahren hinsichtlich der Zahl der am Arbeitsplatz getöteten Menschen führend im Land. Betrachtet man allein die letzten fünf Jahre, so kamen 2018 insgesamt 37 Personen ums Leben und auch in den folgenden Jahren lag dieser Wert mit 33 (2019), 36 (2020), 32 (2021) und 33 (2022) Toten nur unwesentlich darunter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2022 wurden in der Region weitere 460 Arbeiter gezählt, die bei Unfällen verletzt wurden. Was die Unternehmen betrifft, führen zwei Giganten, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/KAZ_Minerals">Qazaqmys</a> und ArcelorMittal, diese traurige Statistik an. Betrachtet man AMT separat, dann ist auch das ein trauriger Ausblick. Laut dem kasachstanischen Nachrichtenportal <a href="https://orda.kz/uploads/posts/2023-08/1692285423_snimok.jpg">Orda</a> starben von 2004 bis 2022 insgesamt 137 Mitarbeiter in Unternehmen der Mittal-Gruppe.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Am Siedepunkt</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es scheint, dass die Situation mit Unfällen in den Anlagen von ArcelorMittal einen Siedepunkt erreicht hat. Präsident Toqaev drückt normalerweise sein Beileid gegenüber den Hinterbliebenen aus und beschränkt sich auf Standardanweisungen an Regierung und Gebietsverwaltung, in denen er fordert, die Ursachen zu ermitteln. Doch diesmal fand er härtere Worte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Anhaltende Unfälle in Unternehmen, die einer ausländischen Gruppe gehören, deuten auf einen schwerwiegenden Verstoß ihrerseits gegen Investitions- und sonstige Verpflichtungen hin, mit entsprechenden Konsequenzen für ihre weitere Präsenz auf dem kasachstanischen Markt“</em>, heißt es in einer <a href="https://akorda.kz/ru/prezident-dal-ryad-porucheniy-v-svyazi-s-avariey-na-shahte-v-karagandinskoy-oblasti-177497">Meldung</a> auf der Website der Präsidialverwaltung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig wies das Staatsoberhaupt die Regierung an, Gespräche mit Unternehmern über <em>„strenge Sicherheit des Personals“</em> zu führen. Ministerpräsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%84lichan_Smajylow">Álihan Smaıylov</a> forderte daraufhin, dass das Ministerium für Katastrophenschutz und das Umweltministerium umgehend Überprüfungen bei ArcelorMittal abschließen, um eine <em>„angemessene Entscheidung</em>“ zu treffen. Außerdem solle die Qualität der Arbeit der Kommission zur Untersuchung der Unfallursachen in der Mine „Kasachstanskaja“ sichergestellt und den Familien der verletzten Bergleute Hilfe geleistet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während Experten vor Ort arbeiten, scheint der Gewerkschaftsbund Kasachstans den Schuldigen bereits gefunden zu haben. <em>„Die Tatsache, dass es in den Betrieben von ArcelorMittal Temirtaý immer wieder zu Tragödien kommt, die Menschenleben fordern, löst bei den Gewerkschaften große Besorgnis aus. Einer der Hauptgründe ist die Missachtung der Arbeitsschutzanforderungen durch den ausländischen Investor“</em>, <a href="https://kasipodaq.kz/2023/08/18/%d0%b7%d0%b0%d1%8f%d0%b2%d0%bb%d0%b5%d0%bd%d0%b8%d0%b5-%d1%84%d0%b5%d0%b4%d0%b5%d1%80%d0%b0%d1%86%d0%b8%d0%b8-%d0%bf%d1%80%d0%be%d1%84%d1%81%d0%be%d1%8e%d0%b7%d0%be%d0%b2-%d1%80%d0%b5%d1%81%d0%bf-2/">erklärte</a> die Organisation.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/das-ist-temirtau-baby-23/"><strong>Das ist Temirtau, Baby!</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Verband äußerte Unverständnis darüber, warum sich die Untersuchung der vorangegangenen Vorfälle verzögerte und niemand aus der Unternehmensleitung strafrechtlich zur Verantwortung gezogen wurde. Darüber hinaus betont er, dass die Gesellschaft zu Recht die Frage nach der Zweckmäßigkeit eines Eigentümerwechsels von AMT aufwerfe – einem Unternehmen, das nicht versuche, die kasachstanischen Gesetze und Verpflichtungen einzuhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vertreter des Májilis (Unterhaus des Parlaments) sind kategorischer. Die Abgeordneten der Fraktion von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Amanat_(Partei)">Amanat</a> Eerlan Saırov und Qudaıbergen Beksultanov <a href="https://www.facebook.com/e.sairov/posts/pfbid02ZHq51rAzr1yx6Bm7PyTCqZQwaywzxDFmV6t8qiVeJRRtGNyiVp8wTf1SZUgn6gnwl">meinen</a>, dass die Tragödie eine direkte Folge des Zustands der Ausrüstung in den Kohlebergwerken sowie der gedankenlosen Reduzierung des Produktionspersonals sei. In dieser Hinsicht sollte das ausländische Top-Management von AMT zur Rechenschaft gezogen werden und nicht Ingenieure und Techniker.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Trotz wiederholter Warnungen versucht Herr Mittal […] nicht einmal, Anstrengungen zu demonstrieren, um Unfälle, Verletzungen und Todesfälle unserer Mitbürger zu verhindern. Wir appellieren an die Regierung: Die Stunde der Abrechnung ist gekommen – […] es ist Zeit, sich von ihm zu verabschieden!“</em>, erklärten die Parlamentarier.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Nettogewinn des gesamten transnationalen Konzerns Mittal belief sich im Jahr 2022 auf 9,3 Milliarden US-Dollar. Es ist nicht bekannt, wie hoch der Anteil der kasachstanischen Vermögenswerte ist, aber sicher ist, dass der indische Unternehmer in mehr als 20 Jahren nicht nur seine Investitionen amortisiert, sondern auch ein „solides Plus“ erzielt hat. Und es ist unwahrscheinlich, dass er AMT so einfach abgeben wird. Allerdings lässt die Stimmung der kasachstanischen Öffentlichkeit und insbesondere des politischen Establishments die Frage eines weiteren Verbleib Mittals in dem zentralasiatischen Land offen.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Fergana News</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://fergana.news/articles/131052/"><strong>Russischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Kasachstans Industriestädte leiden unter außerordentlicher Luftverschmutzung</title>
		<link>https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/kasachstans-industriestaedte-leiden-unter-ausserordentlicher-luftverschmutzung/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Emma Collet]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 23 Apr 2023 13:36:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Atyrau]]></category>
		<category><![CDATA[Atyraý]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Industriest&#xE4;dten wie Atyra&#xFD; oder Temirta&#xFD; leidet die Bev&#xF6;lkerung unter der Luftverschmutzung. Das Thema nimmt zunehmend Raum in der &#xF6;ffentlichen Debatte ein. Atyra&#xFD; &#xFC;berschreitet die Grenzwerte um ein Vielfaches. In der im Westen Kasachstans gelegenen Stadt haben die Beh&#xF6;rden zwischen dem 6. und 7. April einen zu hohen Gehalt an Schwefelwasserstoff festgestellt, berichtet die Agentur [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>In Industriestädten wie Atyraý oder Temirtaý leidet die Bevölkerung unter der Luftverschmutzung. Das Thema nimmt zunehmend Raum in der öffentlichen Debatte ein.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Atyrau">Atyraý</a> überschreitet die Grenzwerte um ein Vielfaches. In der im Westen Kasachstans gelegenen Stadt haben die Behörden zwischen dem 6. und 7. April einen zu hohen Gehalt an Schwefelwasserstoff festgestellt, berichtet die Agentur <a href="https://www.inform.kz/ru/vysokoe-soderzhanie-v-vozduhe-oksida-ugleroda-dioksida-azota-i-sery-zafiksirovano-v-atyrau_a4054750">Kazinform</a>. Der Schadstoffwert war mehr als 20-mal höher als der übliche Schwefelwasserstoffgehalt in der Luft – und das in mehreren Stadtteilen.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Smog ist während der Heizperiode im Winter <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/bischkek-und-taeglich-gruesst-der-smog/">für die größeren Städte Zentralasiens prägend</a>. Dass der Smog im April nach Atyraý zurückkehrte, erklärten die Behörden zunächst damit, dass dies auf Schilfbrände an der Küste des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kaspisches_Meer">Kaspischen Meeres</a> zurückzuführen sei. Aber wie <a href="https://rus.azattyq.org/a/32362392.html">Radio Azattyq</a>, der kasachstanische Dienst von Radio Free Europe, mit Verweis auf das Umweltministerium berichtet, stehe die kritische Situation in Atyraý aber auch im Zusammenhang mit Industrieunternehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das kasachstanische Nachrichtenportal <a href="https://vlast.kz/novosti/54753-temirtau-lidiruet-v-spiske-samyh-zagraznennyh-gorodov-kazahstana.html">Vlast</a> berichtet, dass laut einem vom Minister für Ökologie und natürliche Ressourcen vorgelegten Umweltüberwachungsbericht sieben weitere Städte <em>„mit einem hohen Maß an Luftverschmutzung“</em> identifiziert wurden.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Last der Industriestädte</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Tatsächlich sind <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstans-hauptstadt-wird-in-astana-rueckbenannt/">Astana</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Almaty">Almaty</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qaraghandy">Qaraģandy</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Temirtau">Temirtaý</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aqtöbe">Aqtóbe</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Balqasch">Balqash</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Öskemen">Óskemen</a> Stammgäste im Ranking der giftigsten Städte, allerdings nicht aus denselben Gründen. In Astana und Almaty sind Autoverkehr und Heizkraftwerke die Hauptverursacher, erklärt <a href="https://fergana.agency/news/129816/">Fergana News</a>. Das Volumen der Emissionen belief sich 2022 auf 54.000 Tonnen in Astana und 37.000 Tonnen in Almaty. In Kasachstans südlicher Metropole sind 97 Prozent davon auf Heizkraftwerke zurückzuführen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/50-shades-of-smog-luftverschmutzung-in-zentralasien/"><strong>50 Shades of Smog – Luftverschmutzung in Zentralasien</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">In Städten, die auf Bergbau und industrielle Produktion ausgerichtet sind, stammt der Großteil der Emissionen von Industrieunternehmen. In Temirtaý, im vergangenen Jahr mit 231.000 Tonnen Spitzenreiter in Bezug auf atmosphärische Emissionen, stammen 87 Prozent aus dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/ArcelorMittal">ArcelorMittal</a>-Werk in der Stadt, der Rest von anderen metallurgischen Unternehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Óskemen ist die am zweitstärksten verschmutzte Stadt mit 44.000 Tonnen Emissionen. Diese stammen im Wesentlichen von der Titanfabrik, dem Hüttenkomplex und dem Wärmekraftwerk.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ölhauptstadt Atyraý</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Atyrau_(Gebiet)">Gebiet Atyraý</a> ist die wichtigste kohlenwasserstoffproduzierende Region des Landes. Aus ihr stammen mehr als die Hälfte des 2021 im Land geförderten Rohöls und fast die Hälfte des Erdgases. Aufgrund ihrer intensiven Ölförderung erhielt die Stadt, die seit Jahren für ihre Umweltprobleme bekannt ist, den <a href="https://vlast.kz/regiony/54763-atyrau-mozet-stat-zonoj-ekologiceskogo-bedstvia.html">Beinamen „Ölhauptstadt“</a>. Neben Emissionen und dem Rauch von Bränden gehört vor allem auch die Verschmutzung des Flusses <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ural_(Fluss)">Ural</a> zu den Hauptproblemen. Zudem mangelt es in der Stadt und in der gesamten Region an Trinkwasser und Infrastruktur.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/frueher-war-hier-mal-ein-fluss-wie-die-austrocknung-des-urals-das-leben-der-menschen-an-seinem-ufer-veraendert/"><strong>Früher war hier mal ein Fluss – Wie die Austrocknung des Urals das Leben der Menschen an seinem Ufer verändert</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Probleme treten auch in anderen Industriestädten Kasachstans auf. Im Jahr 2022 wurden acht Fälle von starker Schwefelwasserstoffbelastung registriert, deren Ursachen nach Angaben des Umweltministeriums Kanalnetze, Kläranlagen, Pumpwerke und Schlamm waren.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>„Das Recht auf saubere Luft“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Industrielle Umweltverschmutzung nimmt in der öffentlichen Debatte eine immer wichtigere Rolle ein. Die alarmierende Situation löste eine stärkere Reaktion der Zivilgesellschaft aus. Am 9. April wurde im Stadtzentrum von Atyraý ein Marsch organisiert, berichtetet das kasachstanische Nachrichtenportal <a href="https://twitter.com/Ordakazakhstan_/status/1644969670452101121">Orda</a>.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Die Demonstrierenden forderten von der Regierung mehr Initiativen zur Verbesserung der Ökologie. Arman Haırullin, Umwelt-Aktivist und Organisator der Demonstration, erklärte gegenüber der lokalen Nachrichtenseite <a href="https://azh.kz/ru/news/view/90421">Ak Jaıyq</a>: <em>„Wir fordern unser Recht – das Recht auf saubere Luft.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Emma Collet, Redakteurin für Novastan</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/kazakhstan/au-kazakhstan-les-villes-industrielles-souffrent-de-la-pollution-atmospherique/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>


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		<title>Leben in der Monostadt</title>
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		<pubDate>Sun, 08 May 2022 16:50:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Begriff &#x201E;Monostadt&#x201C; weckt immer die Assoziation mit etwas Depressivem. Tats&#xE4;chlich sind Monost&#xE4;dte aber multidimensionale und heterogene Organismen, die derzeit in den postsowjetischen L&#xE4;ndern einen sozialen und wirtschaftlichen Wandel durchmachen. Die Anthropologin Zarina Adambussinova untersucht seit mehreren Jahren Monost&#xE4;dte in Kasachstan und Kirgistan. Sie erz&#xE4;hlt davon, wie die einst k&#xFC;nstlich geschaffenen Projektst&#xE4;dte heute versuchen, sich [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Begriff „Monostadt“ weckt immer die Assoziation mit etwas Depressivem. Tatsächlich sind Monostädte aber multidimensionale und heterogene Organismen, die derzeit in den postsowjetischen Ländern einen sozialen und wirtschaftlichen Wandel durchmachen. Die Anthropologin Zarina Adambussinova untersucht seit mehreren Jahren Monostädte in Kasachstan und Kirgistan. Sie erzählt davon, wie die einst künstlich geschaffenen Projektstädte heute versuchen, sich an neue Realitäten anzupassen. Der folgende Artikel erschien am 26. April auf </strong><a href="https://vlast.kz/obsshestvo/49710-zit-v-mnogorode.html?fbclid=IwAR19TpK2UqyD5GvXrBu_HCEDuusG0RGhv6mDcsYH8fbzBYmsnUynyljVQBk"><strong>Vlast.</strong></a><strong> Wir übersetzen ihn mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.</strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Monostadt ist eine Siedlung – ein Dorf oder eine Stadt –, die um ein Unternehmen oder eine Gruppe von in einer Produktionskette verbundenen Unternehmen herum gebildet wird. Der Begriff wird heute im öffentlichen und akademischen Diskurs in Kasachstan und Russland verwendet. In Kirgistan wird das bekanntere „PGT&#8220; (russisches Akronym für „Siedlung städtischen Typs“) verwendet – eine „kleine Stadt&#8220;, in der die Einwohner:innenzahl als Hauptkriterium für die Kategorisierung gilt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In Russland, woher der Begriff „Monostadt“ stammt, ist das grundlegende Kennzeichen, dass mindestens 25 Prozent der Bevölkerung in Unternehmen des gleichen Produktionszyklus arbeiten, in denen mindestens die Hälfte aller Produkte der Monostadt hergestellt werden. </p>


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<p class="wp-block-paragraph"> Im internationalen Kontext werden solche Siedlungen meist als „company town“ – also Firmenstadt – bezeichnet. Meistens werden sie von Unternehmen gebaut. In den USA, Lateinamerika, China und Europa gibt es eine Vielzahl von Firmenstädten, wie das Ruhrgebiet und ehemalige monoindustrielle Städte in den ostdeutschen Bundesländern. In den meisten Fällen sind solche „Projektstädte“ aus Arbeiter- und Geologensiedlungen, die aus mehreren Zelten oder Unterständen bestanden, zu Industriesiedlungen und Industriezentren gewachsen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Kasachstans staatlichem Programm für die Entwicklung von Monostädten (2012-2020) sind unter den 87 Städten des Landes, in denen heute 1,5 Millionen Menschen leben, 27 ehemalige und bestehende Monostädte. Die größte ist <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Temirtau">Temirtaý</a> mit einer Bevölkerung von 185.409 Einwohner:innen (2021), die kleinsten – mit einer ständig abnehmenden Bevölkerung – <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Serebrjansk">Serebrıansk</a> (8.429 Einwohner:innen) und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kurtschatow_(Kasachstan)">Kurchatov</a> (7.310). </p>



<p class="wp-block-paragraph">In Kirgistan sind Umfang und Anzahl der Monostädte viel geringer als in Kasachstan. Darüber hinaus werden solche Siedlungen auf dem Land häufiger als kleine Städte oder Siedlungen städtischen Typs mit einer Bevölkerung von weniger als 30.000 Einwohner:innen klassifiziert. In den meisten Fällen wurde die Produktion an solchen Orten mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion vollständig eingestellt. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Delikatessen für die Peripherie</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Die Geschichte der Entstehung von Monostädten ist mit den Industrialisierungs- und Urbanisierungsprozessen in der Sowjetunion der 1950er und 1960er Jahren verbunden. Zu dieser Zeit war es bei der Erschließung bestimmter Lagerstätten notwendig, eine große Menge an Arbeitskräften einzusetzen. So entstanden Arbeiter:innensiedlungen für die Erschließung und den Betreib der verschiedenen Minerallagerstätten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Später wurde eine räumliche Trennung in Produktionsstätten und separate Wohngebiete vorgenommen. In vielen Fällen wurden die ersten Industrieanlagen von Kriegsgefangenen und Häftlingen gebaut. Später stieg die Bevölkerungszahl der Monostädte aufgrund groß angelegter Bauprojekte des Komsomol künstlich weiter. Zum Beispiel wurde nach diesem Schema 1964 <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schangatas">Jańatas</a> in Kasachstan gebaut (erhielt 1969 den Status einer Stadt). </p>



<p class="wp-block-paragraph">Andere Industrieansiedlungen entstanden in der Vorkriegszeit und wurden während des Krieges entwickelt. Grundsätzlich sprechen wir über Gebiete, die mit dem Uranabbau und dementsprechend mit speziellen militärstrategischen Projekten verbunden waren. Beispiele für solche geschlossenen Städte sind <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Kajy-Say">Kadschi-Saj</a>, <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Ming-Kush">Min-Kusch</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mailuusuu">Mailuusuu</a> in Kirgistan, Kurchatov und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Stepnogor">Stepnogor</a> in Kasachstan. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/was-aus-der-geschlossenen-stadt-zelinograd-25-wurde/">Was aus der geschlossenen Stadt Zelinograd-25 wurde </a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Meistens wurden Monostädte in der verkehrstechnischen und geografischen Peripherie einer bestimmten Sowjetrepublik gebaut. Heute verschärft diese Tatsache die sozioökonomische Situation einiger Monostädte weiter. Damals glaubte man, dass der Bau einer neuen Stadt billiger sei als die Verlagerung der Produktion in bestehende Industriezentren. Darüber hinaus entsprach es den ideologischen Leitlinien des Sowjetstaates, den Raum durch den Bau städtischer Siedlungen und die Entwicklung der Industrie zu entwickeln. So sollte am Aufbau des Sozialismus teilgenommen und eine starke sowjetische Identität in der städtischen Bevölkerung geformt werden. </p>



<figure class="wp-block-image aligncenter wp-image-29615"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="300" height="225" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/2f4ea0b18dc9bd293b6616195297dd77_900xauto-300x225.jpg" alt="" class="wp-image-29615" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/2f4ea0b18dc9bd293b6616195297dd77_900xauto-300x225.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/2f4ea0b18dc9bd293b6616195297dd77_900xauto-768x576.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/2f4ea0b18dc9bd293b6616195297dd77_900xauto-800x600.jpg 800w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/2f4ea0b18dc9bd293b6616195297dd77_900xauto.jpg 900w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Abraumhalden in Arqalyq, Oktober 2021</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"> In den modernen Monostädten Kasachstans und Kirgistans ist bei der erwachsenen Bevölkerung oft das Phänomen der postsowjetischen Nostalgie oder der „backward-looking nostalgia“ (so der Begriff des Anthropologen <a href="https://www.lse.ac.uk/anthropology/people/mathijs-pelkmans">Mathijs Pelkmans</a>) zu beobachten, wenn sich die Menschen mit einem Lächeln im Gesicht an die „besten Zeiten“ im Leben der Stadt erinnern und sie „Inseln des Paradieses und des Überflusses“ nennen. Die Bürger:innen vergleichen damals mit heute, wo sie mit Besorgnis und Sorge in die Zukunft blicken müssen. Dies gilt insbesondere für junge Menschen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/motanja-die-hauptsehenswuerdigkeit-von-stepnogor/">„Motanja“ – die Hauptsehenswürdigkeit von Stepnogor </a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist bemerkenswert, dass fast alle sowjetischen Monostädte in das zentralisierte Wirtschaftsplanungssystem einbezogen waren und direkt von Moskau unterstützt wurden. Laut den Einwohner:innen konnte man hier immer die seltensten Delikatessen und Waren finden. Die Städte waren vollständig mit der neuesten technischen, kommunalen und sozialen Infrastruktur ausgestattet, darunter Bildungs- und Kultureinrichtungen, Sanatorien und Pionierlager. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu den wichtigsten Vorteilen des Lebens in einer Monostadt gehörten die Möglichkeiten auf eine eigene neue Wohnung, schneller Zugang zur für eine bestimmte Industrie erforderlichen Berufsqualifizierung sowie erhebliche Lohnerhöhungen. In Monostädten wurden in der Regel Fortbildungszentren und wissenschaftliche Labors errichtet. So übernahm der allgegenwärtige Sowjetstaat, geführt von der Partei, die Verantwortung für alle Bereiche des täglichen Lebens. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In den sowjetischen Monostädten war diese Abhängigkeit am deutlichsten spürbar. In einigen Fällen wurden sowjetische Monostädte zu regionalen Industrieclustern zusammengefasst. Dieses Phänomen ist am häufigsten in Russland zu finden, in Kasachstan sind ein markantes Beispiel die Monostädte im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ostkasachstan">Gebiet Ostkasachstan</a>, die sich auf die Gewinnung und Verarbeitung von Buntmetallen (Blei, Zink, Kupfer, Silber) konzentrieren. In Kirgistan gibt es eine konventionellere Unterteilung in nördliche (Buntmetalle, Gold) und südliche Regionen (Kohle, Quecksilber, Uran, Öl). </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Postsowjetische Monostädte</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Die moderne Monostadt im postsowjetischen Kontext ist ein komplexes und vielseitiges Phänomen. Von den frühen 1990er bis in die 2000er Jahre machten neoliberale Wirtschaftsreformen in den postsowjetischen Republiken einige der Monostädte zu wirtschaftlich und sozial vollkommen marginalisierten Gebieten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In einer Marktwirtschaft zeigen sich die besondere Anfälligkeit und mangelnde Widerstandsfähigkeit gegenüber verschiedenen Faktoren und externen Schocks der postsowjetischen Monostädte besonders deutlich. Die totale Abhängigkeit der Stadt und ihrer Einwohner:innen vom stadtbildenden Unternehmen führt zu einer Verschlechterung der sozioökonomischen Situation in der Monostadt und belastet so auch die Mehrheit ihrer Bevölkerung erheblich. Leider hat sich im postsowjetischen Raum bereits eine stabile öffentliche Meinung über Monostädte als Geisterstädte mit ihren eigenen Horrorgeschichten und Legenden gebildet. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses Bild entstand in den 2000er Jahren als Folge einer Zeit völliger Stagnation und der Schließung und Privatisierung stadtbildender Unternehmen in den 90er Jahren. In anderen Regionen der Welt ist das Problem stagnierender Firmenstädte in der geografischen Peripherie durch ein postindustrielles Phänomen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gekennzeichnet, das als schrumpfende Stadt („Shrinking Cities“) bezeichnet wird. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/das-ist-termirtau-baby-13/">Das ist Termirtau, Baby (1/3) </a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute funktionieren solche Städte bereits voll und ganz als Objekte des Tourismussektors. Anders als in den meisten nordamerikanischen Geisterstädten, in denen Natur und materielle Dinge bereits vollständig herrschen, leben in den meisten aufgegebenen postsowjetischen Monostädten weiterhin Menschen oder besser gesagt: sie überleben. Einige Blogger:innen und Journalist:innen besuchen immer noch Städte mit einer einzigen Industrie auf der Suche nach einer ungewöhnlichen oder mystischen Geschichte. In vielen Fällen werden solche Orte mit völlig stereotypen und oberflächlichen Beschreibungen des Stadtlebens präsentiert, zugehörige Fotografien von verlassenen Wohnungen und ehemaligen Industriegebäuden tragen dazu bei, das postapokalyptische Bild dieser Orte aufrechtzuerhalten. </p>



<figure class="wp-block-image aligncenter wp-image-29616"><img decoding="async" width="300" height="225" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/46db7221d1cb20f06e1f956290873fdc_900xauto-300x225.jpg" alt="" class="wp-image-29616" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/46db7221d1cb20f06e1f956290873fdc_900xauto-300x225.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/46db7221d1cb20f06e1f956290873fdc_900xauto-768x576.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/46db7221d1cb20f06e1f956290873fdc_900xauto-800x600.jpg 800w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/46db7221d1cb20f06e1f956290873fdc_900xauto.jpg 900w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Industrieruine in Tasch-Kömür, Mai 2021</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"> Aber Monostädte in Kasachstan oder Kirgistan sind nicht immer deprimierende Orte. Üblicherweise können sie in drei Typen unterteilt werden. Die erste sind Kasachstans Monostädte mit einem relativ günstigen und komfortablen Umfeld zum Leben, in denen das stadtbildende Unternehmen weiterhin tätig ist. Solche Orte zeichnen sich durch eine teilweise entwickelte städtische Infrastruktur aus, und die Mehrheit der Bevölkerung verfügt über ein stabiles Einkommen. Zu dieser Gruppe zählen einige Monostädte in den Gebieten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qaraghandy_(Gebiet)">Qaraģandy</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qostanai_(Gebiet)">Qostanaı</a> und Ostkasachstan: Temirtaý, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Altai_(Kasachstan)">Altaı</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ridder">Ridder</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rudny">Rudny</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/das-ist-temirtau-baby-23/">Das ist Temirtau, Baby! (2/3) </a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">In den 1990er Jahren befanden sich die Einwohner:innen aller Monostädte ständig in einem permanenten „Überlebensmodus“. Doch dort, wo die Produktion erhalten geblieben ist, hat sich auch ihr tägliches Leben verbessert. Einige Monostädte in Kasachstan und Kirgistan blicken auf einzigartige Erfolgsgeschichten, die erzählt werden müssen, um so das negative Image dieser Orte zu verändern. Zum Beispiel ein Café mit indischer Küche [in Temirtaý, Anm. d. Red.], die Marslandschaften der Industriehalden in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Arqalyq">Arqalyq</a>, die Aktivitäten von Jugendhilfeorganisation, der Charme des Südufers des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Yssykköl">Yssyköl</a> in Kadschi-Saj, eine Bar in einer ehemaligen Mine und ein Park, der in <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Tash-Kömür">Tasch-Kömür</a> mit Geldern von Wanderarbeitern renoviert wurde. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das zweite Szenario ist eine Situation, in der ein Staatsunternehmen mehrmals privatisiert wurde und den Eigentümer wechselte. Hier wurde erst kürzlich damit begonnen, ein angenehmes Umfeld für die Bürger zu schaffen (zum Beispiel Jańatas in Kasachstan oder <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Orlowka_(Gebiet_Tschüi)">Orlowka</a> in Kirgistan). </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/das-ist-temirtau-baby-von-kalkutta-nach-kasachstan-33/"><strong>Das ist Temirtau, Baby! – Von Kalkutta nach Kasachstan (3/3) </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die dritte Variante ist, wenn das stadtbildende Unternehmen vollständig aufgehört hat zu existieren. An solchen Orten blieben die Einwohner:innen ohne Löhne und das städtische Budget ohne Geld: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qaratau">Qarataý</a> und Arqalyq ​​in Kasachstan, <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Ak-Tüz">Ak-Tüs</a>, Kadschi-Saj und Tasch-Kömür in Kirgistan. Die Bevölkerung geht solcher Orte geht dann vor allem zur Arbeitsmigration oder Schichtarbeit [auf Gas- und Ölfeldern, Anm. d. Red.] über: Kasachstaner:innen gehen in die westlichen Ölregionen (hauptsächlich nach <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aqtau">Aqtaý</a>), in benachbarte Monostädte (zum Beispiel die Einwohner:innen von Arqalyq nach Rudny und jene von Altaı nach Ridder) oder in die Hauptstädte. Kirgis:innen gehen auch in die Hauptstadt oder andere große Städte (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Osch">Osch</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tokmok">Tokmok</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dschalalabat">Dschalalabad</a>), aber am häufigsten nach Russland – nach Moskau und Sankt Petersburg. </p>



<figure class="wp-block-image aligncenter wp-image-29617"><img decoding="async" width="300" height="200" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/7792b4ff0c4ae3bed4cc550d60499beb_900xauto-300x200.jpg" alt="" class="wp-image-29617" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/7792b4ff0c4ae3bed4cc550d60499beb_900xauto-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/7792b4ff0c4ae3bed4cc550d60499beb_900xauto-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/7792b4ff0c4ae3bed4cc550d60499beb_900xauto-128x86.jpg 128w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/7792b4ff0c4ae3bed4cc550d60499beb_900xauto.jpg 900w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption">Industrieanlage in Ak-Tüs, Januar 2022</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">

Die meisten der verbleibenden Einwohner:innen praktizieren weiterhin informelle, oft illegale Wirtschaftspraktiken oder andere kollektiv entwickelte Mechanismen zur Bewältigung und gegenseitigen Unterstützung, die seit den 1990er Jahren existieren. Die Einwohner:innen von Monostädten leben in dichten Gemeinschaften und&nbsp; haben sich bereits daran gewöhnt, sich nur auf sich selbst und ihre individuellen oder kollektiven Verbindungen zu verlassen.
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Deindustrialisierung und Arbeitslosigkeit </strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Aufgrund der geografischen Isolation, der Besonderheiten der Stadtstruktur und ihres physischen Raums sind postsowjetische Monostädte, in denen die Produktion teilweise oder vollständig eingestellt wurde, durch eine Reihe von Problemen gekennzeichnet. Hierzu zählen unter anderem Deindustrialisierung und Arbeitslosigkeit. In allen von mir untersuchten Monostädten ist die Arbeitslosigkeit dauerhaft und stagnierend. In modernen Monostädten in Kasachstan und Kirgistan arbeitet die Bevölkerung nicht mehr im stadtbildenden Unternehmen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">An Orten, an denen ein Staatsunternehmen weiterhin tätig ist, ist das Produktionsvolumen in der Regel unbedeutend, sodass es nicht in der Lage ist, die gesamte arbeitsfähige Bevölkerung mit Arbeit und entsprechendem Einkommen zu versorgen. Darüber hinaus wird heute der Produktionsprozess automatisiert und modernisiert, was zusätzliche Barrieren bei der Beschäftigung schafft. Anhaltende Arbeitslosigkeit in Monostädten kann die Marginalisierung der lokalen Bevölkerung erheblich verstärken und die Kriminalität erhöhen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/uberreste-der-sowjetischen-industrie-in-zentralasien/">Überreste der sowjetischen Industrie in Zentralasien </a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">In Monostädten, in denen die Produktion eingestellt wurde, sind für die verbliebenen Bürger:innen neben dem Staatsdienst die wesentlichen Verdienstmöglichkeiten das Kleingewerbe und der Handel. Handel war und ist die zweitbeliebteste Überlebensstrategie der lokalen Bevölkerung (nach der Migration). Er bringt heute jedoch kein stabiles Einkommen. Darüber hinaus sind die Möglichkeiten für Unternehmen in Monostädten meist begrenzt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielen Einwohner:innen fehlen nicht nur die Fähigkeiten und Kompetenzen, um langfristige Geschäftspläne zu entwickeln und Förderanträge zu schreiben, sondern es fehlt ihnen auch an Informationen über solche Möglichkeiten. Für die junge, erwerbsfähige Bevölkerung von Kasachstans Monostädten (zum Beispiel Jańatas und Arqalyq) wurde während einer Haushaltsbefragung eine große Anzahl junger Familien mit vielen Kindern identifiziert, deren Haupteinnahmequelle staatliche Zuschüsse sind. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Migration</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Wie bereits erwähnt, ist die (Arbeits-)Migration – sowohl im In- als auch ins Ausland – nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion zur wichtigsten Überlebensstrategie der Bevölkerung von Monostädten geworden. In Kasachstan und Kirgistan waren die 1990er Jahre durch eine unkontrollierte und verbreitete Migration aus den Monostädten heraus gekennzeichnet, vor allem von Menschen, die über den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Komsomol" target="_blank" rel="noopener">Komsomol</a> oder das unionsweite Verteilungssystem dorthin gelangt waren. In Zeiten politischer und wirtschaftlicher Instabilität kehrten die Menschen in ihre historische Heimat zurück. So lebten beispielsweise 1989 in Jańatas 53.401 Menschen, während es 2016 noch 21.444 waren. Eine solche Dynamik kann in fast allen Monostädten in beiden Ländern beobachtet werden.

</p>


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<p class="wp-block-paragraph">

Heute nimmt die Bevölkerung von Monostädten in Kasachstan und Kirgistan jedoch wieder zu. Dies geschieht infolge der Binnenmigration – insbesondere der jungen Bevölkerung, die aus benachbarten Dörfern in die Städte zieht.

Dies weist darauf hin, dass Lebensqualität, Beschäftigungsmöglichkeiten und informelles Einkommen in Monostädten etwas höher sind als in den ländlichen Gebieten beider Länder. Außerdem ist für die arbeitsfähige Bevölkerung Kirgistans Arbeitsmigration sehr typisch und Männer arbeiten in [mehrwöchigen, Anm. d. Red.] Schichten. In vielen Fällen besteht die Bevölkerung von Monostädten aus Rentner:innen, Staatsangestellten und Kindern.
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Deurbanisierung</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Der Prozess der Deurbanisierung steht in direktem Zusammenhang mit den beiden vorangegangenen Prozessen – Deindustrialisierung und Migration. Viele ehemalige Industrie- und Wohngebäude sind bis heute herrenlos. In Kasachstan wurden im Rahmen des staatlichen Programms die meisten dieser Gebäude abgerissen, zunächst verlassene Wohngebiete, die in den 1980er Jahren in separaten Mikrobezirken gebaut worden waren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In den 2000er Jahren wurden in einigen Monostädten beider Länder leerstehende Gebäude von den Einwohner:innen selbst abgerissen, um das Baumaterial sekundär zu nutzen: für den Verkauf von Metall und Ziegeln, den Bau von Datschen oder Ställen für Vieh und Geflügel. In vielen Städten beider Länder findet man noch leere Gebäude und verschlissene Technik- und Kommunikationsnetze, aber nur sehr selten gepflegte öffentliche Plätze oder hochwertige Spielplätze. Außerdem gibt es in allen von mir untersuchten Monostädten nicht genügend Orte der Erholung, Unterhaltung und Kommunikation für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:<a href="https://novastan.org/de/kasachstan/janatas-eine-reportage-ueber-eine-kleine-stadt-im-sueden-kasachstans-und-seine-einwohnerinnen/">Jańatas – eine Reportage über eine kleine Stadt im Süden Kasachstans und seine EinwohnerInnen </a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Insbesondere in Kasachstan sind in den meisten Fällen Toı [große Feiern wie Hochzeiten, Anm. d. Red.] und zu Hause ausgerichtete <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Beschbarmak">Beshbarmaq</a>&#8211; oder Schlachtfeste die einzige Option für lokale Freizeitaktivitäten. Wie einer der älteren Bewohner von Jańatas treffend feststellte, ist heute in der Monostadt das Toıhana [Lokal für Toı, Anm. d. Red.] beliebter geworden als das Oıhana – „oı“ bedeutet auf Kasachisch „Gedanke“. An solchen Orten werden Feiern zu verschiedenen Anlässen organisiert. Im Herbst finden sie in der Regel jede Woche unter Beteiligung sowohl der älteren als auch der jüngeren Bevölkerung statt. Das Durchführen von Toı ist nicht nur ein funktionierendes und ertragreiches Geschäft […], sondern es geht auch um Sozialisierung, Kommunikation und Vernetzung. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Probleme für Gesundheit und Umwelt</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Bei der Durchführung von Sozialerhebungen in 150 Haushalten in Arqalyq, Jańatas und Tasch-Kömür stießen wir häufig auf die gleichen Beschwerden und Symptome bei den Bürger:innen. Ein weiteres Problem ist die Ignoranz und passive Haltung gegenüber der eigenen Gesundheit. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/das-erbe-von-taboschar-ueber-den-uranabbau-in-tadschikistan-und-seine-folgen/">Das Erbe von Taboschar – Über den Uranabbau in Tadschikistan und seine Folgen </a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Einwohner:innen von Monostädten denken oft nicht die Schädigung der Gesundheit, die durch die Produktion, die Sicherheitsbedingungen im Unternehmen, die  Gefahren des handwerklichen Bergbaus („artisanal mining“ – zum Beispiel illegaler Kohle- und Goldabbau in Kirgistan) oder die Nähe von radioaktiven Abraumhalden und anderen Industrieabfällen verursacht wird. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>„Uns braucht niemand“</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Die moderne Monostadt in Kasachstan und Kirgistan befindet sich in einem langwierigen Wandel: von einem Symbol der sowjetischen Moderne im 20. Jahrhundert zu einer modernen Stadt mit einer beeindruckenden Liste an Potenzialen und aktuellen Herausforderungen. Solche Orte erfordern heute die Aufmerksamkeit verschiedener Stakeholder – derjenigen, die das Recht haben, Einfluss zu nehmen und wichtige Entscheidungen zu treffen. „Sie haben uns vergessen“, „Uns braucht niemand“ – im Grunde fasst dies die Einstellung der Einwohner:innen zu sich selbst und zur Staatsmacht zusammen.

</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="200" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/16509482249oywv_1600x900-300x200.jpg" alt="" class="wp-image-29618" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/16509482249oywv_1600x900-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/16509482249oywv_1600x900-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/16509482249oywv_1600x900-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/16509482249oywv_1600x900-128x86.jpg 128w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/16509482249oywv_1600x900.jpg 1152w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"> Leben in der Monostadt – das bedeutet heute zu leben und „den Moment nicht zu verpassen“. Dazu drängt die totale Abhängigkeit vom Staatshaushalt, dem stadtbildenden Betrieb, dem Oberzentrum und dem Wetter. Leben in der Monostadt – das bedeutet Schulden aufzunehmen und Lebensmittel und Kleidung „anschreiben“ zu lassen. Leben in der Monostadt – das bedeutet Schicht- und Saisonarbeit, Toı am Wochenende und mehrstündige Fahrten mit dem Sammeltaxi der Bahn zu Einkaufszentren in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Taras_(Kasachstan)">Taras</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schymkent">Shymkent</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qostanai">Qostanaı</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Öskemen">Óskemen</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qaraghandy">Qaraģandy</a> und anderen Großstädten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Leben in der Monostadt – das bedeutet mehr oder weniger überleben und so gut wie nie eine entwickelte Infrastruktur benutzen. Leben in der Monostadt – das bedeutet, sich nicht sicher zu fühlen und nicht zu wissen, was gute Straßen und Verkehrsmittel, kleine architektonische Formen, gepflegte Rasenflächen, Bänke oder schöne Bürgersteige sind. Leben in der Monostadt – dabei geht es nicht nur um das Leben in den Regionen, sondern auch darum, wie die junge Generation unter solchen Bedingungen lebt und sich entwickelt. Und darum, wie morgen die Jugend von heute aus der Monostadt in die Haupt- oder Großstadt kommt. <em>Weitere Bilder findet ihr im <a href="https://vlast.kz/obsshestvo/49710-zit-v-mnogorode.html?fbclid=IwAR19TpK2UqyD5GvXrBu_HCEDuusG0RGhv6mDcsYH8fbzBYmsnUynyljVQBk">Originalartikel</a>.</em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Zarina Adambussinova für Vlast</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://vlast.kz/obsshestvo/49710-zit-v-mnogorode.html?fbclid=IwAR19TpK2UqyD5GvXrBu_HCEDuusG0RGhv6mDcsYH8fbzBYmsnUynyljVQBk"><strong>Russiscrobihen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong> </p>



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		<title>Für das Stahl</title>
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		<dc:creator><![CDATA[ejvmaarseveen]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Apr 2018 03:00:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bild des Tages]]></category>
		<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Stahl]]></category>
		<category><![CDATA[Temirtau]]></category>
		<category><![CDATA[UdSSR]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sowjetisches Wandgem&#xE4;lde an der Seite des Kulturpalasts f&#xFC;r Stahlarbeiter in der Industriestadt Temirtau im zentralen Flachland Kasachstans.&#xA0; Foto: Erik-Jan van Maarseveen Hier&#xA0;findet ihr unsere Bilder des Tages.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span data-sheets-value="{&quot;1&quot;:2,&quot;2&quot;:&quot;Sowjetisches Wandgemälde an der Seite des Kulturpalasts für Stahlarbeiter in der Industriestadt Temirtau im zentralen Flachland Kasachstans&quot;}" data-sheets-userformat="{&quot;2&quot;:769,&quot;3&quot;:[null,0],&quot;11&quot;:4,&quot;12&quot;:0}">Sowjetisches Wandgemälde an der Seite des Kulturpalasts für Stahlarbeiter in der Industriestadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Temirtau">Temirtau</a> im zentralen Flachland Kasachstans. </span></p>
<p><strong>Foto: <a href="https://www.flickr.com/photos/50719091@N07/31217620585/in/album-72157683313233166/">Erik-Jan van Maarseveen</a></strong></p>
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		<title>Kasachstan: Gericht stoppt Streik der Minenarbeiter von Temirtau</title>
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		<dc:creator><![CDATA[ktoleuliyeva]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Dec 2017 08:18:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Arcellor Mittal]]></category>
		<category><![CDATA[Gehalt]]></category>
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		<category><![CDATA[Temirtau]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein paar hundert Minenarbeiter sind in Temirtau mehrere Tage unter Tage geblieben um f&#xFC;r eine Erh&#xF6;hung des Gehalts zu streiken. Am Ende des vierten Tages wurden sie gezwungen die Arbeit wieder aufzunehmen. Streiks sind extrem selten in Kasachstan. Nachdem bereits Ende November die Kupferbergleute in der Stadt Scheskasgan in den Streik getreten waren, legten am [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Ein paar hundert Minenarbeiter sind in Temirtau mehrere Tage unter Tage geblieben um für eine Erhöhung des Gehalts zu streiken. Am Ende des vierten Tages wurden sie gezwungen die Arbeit wieder aufzunehmen.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Streiks sind extrem selten in Kasachstan. Nachdem bereits Ende November die Kupferbergleute in der Stadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schesqasghan">Scheskasgan</a> in den Streik <a href="http://www.laender-analysen.de/zentralasien/pdf/ZentralasienAnalysen120.pdf">getreten waren</a>, legten am 11. Dezember mehrere hundert Arbeiter in den zum  Konzern <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/ArcelorMittal">Arcelor Mittal</a> gehörenden Kohlebergwerke rund um <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Temirtau">Temirtau</a> die Arbeit nieder. Nach dem Ende des Arbeitstages waren aus vier Minen des Konzerns circa 200 Kumpel aus der Nachschicht nicht an die Erdoberfläche zurückgekehrt.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/das-ist-termirtau-baby-13/">Das ist Temirtau, Baby (1/3)</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Am 12. Dezember haben sich acht Minen den Protesten angeschlossen. Laut dem Arbeitsministerium haben 700 Personen daran teilgenommen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Forderung nach Gehaltserhöhungen</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Minenarbeiter haben eine ganze Reihe von Forderungen formuliert: eine Lohnerhöhung um 100 Prozent, Senkung des Renteneintrittsalters auf 50 Jahre, ein 13. Monatsgehalt, eine Anpassung der Löhne an die Inflation, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und Verbesserungen bei der Rente. Sie weigerten sich die Minen zu verlassen bis der Arbeitsgeber diese Bedingungen akzeptiert. Diese Unzufriedenheit von Minenarbeitern ist bekannt und keinesfalls ein neues Phänomen.</p>
<p style="text-align: justify">Laut Marat Mirgajasow, dem Vorsitzenden der Kohlenbergbaugewerkschaft „Korgau“, ist die wichtigste Forderung die nach der Gehaltserhöhung. Die meisten anderen Forderungen seien in einem im Oktober geschlossenen Vertrag inkludiert, sagte er dem Nachrichtenportal <a href="https://forbes.kz/process/skolko_zarabatyivayut_bastuyuschie_v_karagande_shahetryi">Forbes.kz</a>.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Eine angespannte Situation</strong></p>
<p style="text-align: justify">Zuletzt wurde das Gehalt der Minenarbeiter im Jahr 2015 um 10 Prozent erhöht. Zeitgleich fand eine <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-ndert-seinen-whrungskurs/">Abwertung der Nationalwährung Tenge</a> statt. Laut dem Gewerkschaftler verdienen die Mienenarbeiter aktuell zwischen 310 000 und 320 000 Tenge, was 780 bis 806 Euro entsprechen. Auch Arbeitsministerin Tamara Duissenowa nennt ähnliche Zahlen, indem sie das maximale Gehalt auf 326 000 Tenge (821 Euro) beziffert.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-ndert-seinen-whrungskurs/">Kasachstan ändert seinen Währungskurs</a></strong></p>
<p style="text-align: justify"><em>„Vor kurzem hat ein Personalchef die Entscheidung der kasachstanischen Justiz ignoriert und illegale Entlassungen durchgeführt. Dies hat noch mehr Öl ins Feuer gegossen. Die Arbeiter haben lange genug Ungerechtigkeiten ertragen“</em>, erklärt Dscherbol Ismailow, der Leiter des „Zentrums für soziale Teilhabe und Kommunikation“ gegenüber <a href="http://www.the-village.kz/village/city/react/845-politologi-o-zabastovke-shahterov">The Village Kasachstan</a>.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Minimale Kommunikation</strong></p>
<p style="text-align: justify">In der Nacht vom 12. Auf den 13. Dezember fuhr Jerlan Koschanow, der Gouverneur des Gebietes <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qaraghandy_(Gebiet)">Karagandy</a>, in die Bergwerke Schachtinskaja, Tentek, Lenin und Kasachstanskaja ein. Laut Quellen aus der Gebietsverwaltung kehrten als Folge der Gespräche am 13. Dezember um 8 Uhr morgens 154 Bergleute an die Erdoberfläche zurück.</p>
<p style="text-align: justify">Während des Streiks veröffentlichte die Presseabteilung von Arcelor Mittal lediglich <a href="https://www.arcelormittal.kz/index.php?id=10&amp;pr=108">eine Mitteilung</a>, dass alle Beteiligten &#8211; also Delegierte der Minenarbeiter, die Gewerkschaften, die Gebietsverwaltung und der Arbeitgeber &#8211; sich in ständigen Gesprächen befänden.</p>
<p style="text-align: justify">Abgesehen vom Arbeitsministerium gab es keine Kommentare von staatlicher Seite. Der Mangel an Informationen führte zu einer viralen Diskussion in den sozialen Netzwerken und ließ Platz für Gerüchte und Irritationen. Unter dem Hashtag #шахтерымысвами (Minenarbeiter, wir sind mit euch) wurde Unterstützung für die Streikenden ausgedrückt und gefordert, dass sich höhere Autoritäten einschalten, allen voran Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nursultan_Nasarbajew">Nursultan Nasarbajew</a>, der in seiner Jugend selbst in Temirtau gearbeitet hat und für ihre Situation sensibilisiert sein sollte.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Arcelor Mittal zieht vor Gericht</strong></p>
<p style="text-align: justify">Entgegen der Erwartungen der Angestellten und der Bevölkerung hat der Streik den Konflikt mit Arcelor Mittal verschärft. Am 14. Dezember reichte das Unternehmen bei verschiedenen Gerichten Klagen gegen die Gewerkschaften „Korgau“ und „Dschhaktau“ sowie gegen die Arbeiter, die den Streik initiierten, ein.</p>
<p style="text-align: justify">Ein administrativer Prozess sei eingeleitet worden, <em>„um die Demonstrationen und die Handlungen der Gewerkschaften und Arbeiter als illegal anerkennen zu lassen“</em>, erklärt <a href="http://ratel.kz/scandal/arselormittal_temirtau_prosit_priznat_zabastovku_nezakonnoj">Ratel.kz</a>. Am Abend des 14. Dezember  ist das Gericht der Stadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schachtinsk">Schachtinsk</a> der Forderung von Arcelor Mittal nachgekommen. In der Nacht auf dem 15. Dezember haben die Minenarbeiter dann begonnen den Streik zu beenden.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Kaum erfüllte Forderungen</strong></p>
<p style="text-align: justify">Nach vier Tagen Streik bot der Arbeitgeber eine Gehaltserhöhung um 30 Prozent an.  Des Weiteren habe Acelor Mittal eine Prämie von einem zusätzlichen Monatsgehalt gewährt, wie <a href="http://ratel.kz/scandal/bastujuschie_gornjaki_podnjalis_na_poverhnost">Ratel.kz</a> erklärt. Parallel dazu wurde ein von der Staatsanwaltschaft Schachtinsk unterzeichneter Brief unter den Minenarbeitern verbreitet, in dem garantiert wird von Strafverfolgung in Bezug auf den Streik abzusehen.</p>
<p style="text-align: justify">Alles in allem scheint die Lösung dieses Streiks nichts als Fassade zu sein. Die Demonstrationen haben andere Probleme wie die Gräben zwischen der Führungsebene und den Angestellten der großen Unternehmen des Landes, aber auch die mangelhafte Kommunikation der Staatsorgane in Krisensituationen gezeigt.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Der Schatten von Schanaösen</strong></p>
<p style="text-align: justify">Diese Art von Geschehnis ruft in Kasachstan eine bestimmte Erinnerung hervor, fast auf den Tag genau sechs Jahre nach den Ereignissen von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schanga%C3%B6sen">Schanaösen</a>. Am 16. Dezember 2011 eröffnete die Polizei in der westksachstanischen Stadt das Feuer auf Raffineriearbeiter, die sich seit Mai im Streik befanden. Offiziell wurden mindestens 14 Personen getötet. Die Erinnerung an diese Ereignisse ist auch heute noch in Kasachstan recht präsent.</p>
<p style="text-align: justify"><em>„Die Autoritäten des Gebiets Karagandy und die Leitung von Arcelor Mittal scheinen nicht ihre Lektion aus Schanaösen gelernt zu haben, wo der Streik auch friedlich begann und von legitimen Forderungen begleitet wurde. Jedes Jahr im Dezember scheint es unmöglich sich nicht daran zu erinnern“,</em> behauptet der Politologe Dosym Satpajew gegenüber <a href="http://www.the-village.kz/village/city/react/845-politologi-o-zabastovke-shahterov">The Village Kasachstan</a>.</p>
<p style="text-align: justify"><em>„Nach all den Jahren der Unabhängigkeit hat die intendierte Schwächung der Gewerkschaftsbewegung in Kasachstan die Möglichkeit einer soliden Verteidigung in Arbeitskämpfen gesenkt“,</em> bedauert der Experte.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Kamshat Toleuliyeva und Camille Calandre</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen von Robin Roth</strong></p>
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		<title>Das ist Temirtau, Baby! &#8211; Von Kalkutta nach Kasachstan (3/3)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[katharinakluge]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Apr 2017 06:48:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Fotoreportage]]></category>
		<category><![CDATA[Gastronomie]]></category>
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		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Temirtau, 180 Kilometer s&#xFC;dlich von der kasachischen Hauptstadt Astana, ist vor allem f&#xFC;r eines bekannt: die Fabrik &#x201E;Arselor Mittal Temirtau&#x201C;. Was bewegt die Bewohner einer Stadt, die von ihren Hoch&#xF6;fen abh&#xE4;ngt? Tengrinews.kz portr&#xE4;tiert die Stadt und ihre Bewohner in einer dreiteiligen Fotoreportage, die Novastan mit freundlicher Genehmigung der Redaktion &#xFC;bersetzt. Den dritten Teil der Reportage [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><em><strong>Temirtau, 180 Kilometer südlich von der kasachischen Hauptstadt Astana, ist vor allem für eines bekannt: die Fabrik „Arselor Mittal Temirtau“. Was bewegt die Bewohner einer Stadt, die von ihren Hochöfen abhängt? <a href="https://tengrinews.kz/fotoarchive/928/">Tengrinews.kz</a> porträtiert die Stadt und ihre Bewohner in einer dreiteiligen Fotoreportage, die Novastan mit freundlicher Genehmigung der Redaktion übersetzt.</strong></em></p>
<p style="text-align: justify">Den dritten Teil der Reportage über Temirtau widmen die Korrespondenten von Tengrinews.kz Renat Taschkinbaew und Turar Kasangapow den kulinarischen Besonderheiten dieser Monostadt – und erfahren zudem von der glücklichen Liebesgeschichte zweier Mitarbeiter des Metallurgiekombinats: Des Inders Dschajanta und der Kasachin Anastasija.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Hier geht&#8217;s zu <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/das-ist-termirtau-baby-13/">Teil 1</a> und <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/das-ist-temirtau-baby-23/">Teil 2</a> der Serie.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Seit das Metallurgiekombinat Temirtau zu einer Korporation gehört, die von einem Inder geleitet wird, ist es für die Einwohner offensichtlich schon Alltag geworden, in der Stadt Spezialisten aus Indien zu sehen. Es gibt sogar ein Hotel, welches vollkommen auf die ausländischen Gäste ausgerichtet ist. Das zeigt sich vor allem auf der Speisekarte: Das Hotel besitzt ein eigenes Menü mit indischer Küche. Die vielfältig gewürzten Gerichte, die von speziell angelernten örtlichen Köchen zubereitet werden, erfreuen sich großer Beliebtheit bei den Ankömmlingen aus Indien, besonders bei denen, die außer ihrer eigenen Küche quasi nichts anderes essen können.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8448" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_1.jpg" alt="temirtau kasachstan" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_1.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_1-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_1-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify">In Temirtau ist Jahrmarkt. Die Bewohner werden eingeladen, Wurst, Trockenobst, Fisch und Honig zu kaufen.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8449" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_2.jpg" alt="temirtau kasachstan" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_2.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_2-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_2-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8450" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_3.jpg" alt="temirtau kasachstan" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_3.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_3-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_3-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8451" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_4.jpg" alt="temirtau kasachstan" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_4.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_4-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_4-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify">Die Städter kaufen nichts sofort. Zuerst wird das Sortiment gewissenhaft studiert und im Wert geschätzt.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8452" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_5.jpg" alt="temirtau kasachstan" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_5.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_5-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_5-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify">Die Verkäufer preisen die Ware an. Leute sehen sich mit Interesse einen riesigen Fisch an. „Das ist ein Thunfisch“, erklären die Händler.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8453" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_6.jpg" alt="temirtau kasachstan" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_6.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_6-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_6-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /> <img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8454" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_7.jpg" alt="Temirtau Kasachstan" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_7.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_7-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_7-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify">Zur selben Zeit unweit des Hauptbetriebs von Temirtau – des Metallurgiekombinats – werden im Hotel, in dem häufig die ausländischen Gäste absteigen, exotische Gerichte zubereitet.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8455" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_8.jpg" alt="temirtau kasachstan" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_8.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_8-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_8-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify">In der Hotelküche liegt der reiche Geruch der Gewürze in der Luft.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8456" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_9.jpg" alt="temirtau kasachstan" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_9.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_9-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_9-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify">Die Köchin Elena Petrusewa hat die Bestellung eines traditionellen indischen Mittagessens angenommen.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8458" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_10.jpg" alt="temirtau kasachstan" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_10.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_10-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_10-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify">Die Frau ist auf die indische Küche spezialisiert. Ihre Fertigkeiten hat sie bei einem indischen Chefkoch erlernt.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8459" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_11.jpg" alt="temirtau kasachstan" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_11.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_11-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_11-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify">Dal – das ist ein Mix aus gebratenem Gemüse, Curry-Huhn und Linsensauce – wird hier jeden Tag zubereitet. Dieses Gericht ist unter den Indern sehr gefragt, die im Kombinat auf Honorarbasis arbeiten (und die, wie man uns bei Arselor sagt, im Vergleich zur Gesamtzahl der Mitarbeiter nicht viele sind).</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8460" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_12.jpg" alt="temirtau kasachstan" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_12.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_12-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_12-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify">Meistens können sich die hier ankommenden Inder nicht sofort an die örtliche Küche gewöhnen, deshalb bevorzugen sie die ihnen bekannten Gerichte.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8461" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_13.jpg" alt="temirtau kasachstan" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_13.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_13-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_13-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8462" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_14.jpg" alt="temirtau kasachstan" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_14.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_14-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_14-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify">Um die Zubereitung des indischen Menüs zu erlernen, brauchte Elena einen Monat. Die Bezeichnung der Gerichte hingegen stellte eine größere Herausforderung dar – um sie sich zu merken, brauchte es mehr Zeit. Elena bereitet die von den Bewohnern des Hotels geliebten Süßwaren zu – Chapatibrot und Paratha.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8463" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_15.jpg" alt="temirtau kasachstan" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_15.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_15-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_15-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify">„<em>Unter den Indern, die zu uns kommen, gibt es Vegetarianer und Fleischesser. Im Allgemeinen bevorzugen die Fleischesser Hühnchen</em>“, sagt Elena. Sie gibt zu, auch selbst einige indischen Gerichte lieben gelernt zu haben, nur ihre Familie bevorzugt nach wie vor die gewohnte kasachische Küche.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8464" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_16.jpg" alt="temirtau kasachstan" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_16.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_16-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_16-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify">Im Übrigen hat das großzügig gewürzte Essen auch bei den Einheimischen Temirtaus Anklang gefunden. Die hiesigen Köche haben auch Stammkunden aus der Stadt.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8465" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_17.jpg" alt="temirtau kasachstan" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_17.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_17-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_17-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify">Auf die Frage, ob die Indern denn viel äßen, antwortet Elena: „<em>Wenn man sich zum Vergleich ansieht, wie unsere Männer essen, dann essen die Inder natürlich wenig</em>“.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8466" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_18.jpg" alt="temirtau kasachstan" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_18.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_18-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_18-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify">Ein Großteil der Lebensmittel für die Gerichte wird aus Indien importiert, darunter Gewürze, Öl, Mehl, Reis und Linsen.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8467" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_19.jpg" alt="temirtau kasachstan" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_19.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_19-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_19-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8468" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_20.jpg" alt="temirtau kasachstan" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_20.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_20-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_20-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify">Ein besonderes Augenmerk wird auf den Reis gelegt. Die Inder bevorzugen den ihnen bekannten Reis. Wie Elena betont, ist für sie der Reis, was für Kasachstaner das Brot ist.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8469" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_21.jpg" alt="temirtau kasachstan" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_21.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_21-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_21-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /> <img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8470" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_22.jpg" alt="temirtau kasachstan" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_22.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_22-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_22-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify">&#8222;<em>Für die Inder hier ist es ungewohnt, dass es bei uns nicht so eine große Auswahl an Gemüse gibt, wie bei ihnen. Sie vermissen das, vor allem die Vegetarier</em>&#8222;, sagt die Köchin.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8471" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_23.jpg" alt="temirtau kasachstan" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_23.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_23-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_23-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /> <img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8472" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_24.jpg" alt="temirtau kasachstan" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_24.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_24-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_24-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify">Der letzte Feinstrich, dann kann das Essen auf dem Teller angerichtet werden.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8473" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_25.jpg" alt="temirtau kasachstan" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_25.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_25-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_25-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /> <img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8474" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_26.jpg" alt="temirtau kasachstan" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_26.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_26-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_26-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify">Während der Arbeit erzählt uns Elena von den geschmacklichen Vorlieben einiger Inder. &#8222;<em>Einmal sind Jugendliche aus Indien zu uns gekommen. Es war sehr interessant, zu sehen, wie sie Wassermelone essen: Sie würzten sie mit Paprika und Pfeffer. Für uns ist das eher ungewöhnlich</em>&#8222;.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8447" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_27.jpg" alt="temirtau kasachstan" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_27.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_27-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_27-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify">Die Bestellung ist fertig und kann ins Café gebracht werden.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8475" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_28.jpg" alt="temirtau kasachstan" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_28.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_28-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_28-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify">Das Hotelpersonal ist an ausländische Gäste gewöhnt. &#8222;<em>Es kommen ganz verschiedene Gäste. Manche sind sehr nett, nicht wählerisch, manche sehr ernst. Aber im allgemeinen sind alle freundlich</em>&#8222;, sagt Walerija Brodskaja (auf dem Foto rechts).</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8476" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_29.jpg" alt="temirtau kasachstan" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_29.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_29-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_29-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify">Die Hotelgäste essen die angebotenen Speisen mit großem Genuss.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8477" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_30.jpg" alt="temirtau kasachstan" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_30.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_30-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_30-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /> <img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8478" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_31.jpg" alt="temirtau kasachstan" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_31.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_31-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_31-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify">Das ist Nurmalendu Biswas, ein Mitarbeiter bei ArselorMittal Temirtau. Er kam vor einem Monat nach Kasachstan. Es gefällt ihm alles gut, besonders, dass das Essen wie zu Hause ist.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8479" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_32.jpg" alt="temirtau kasachstan" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_32.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_32-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_32-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /> <img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8480" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_33.jpg" alt="temirtau kasachstan" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_33.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_33-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_33-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify">Wie die Einheimischen erzählen, kommen jedes Jahr nicht nur Mitarbeiter,  sondern auch indische Metallurgiestudenten für ein Praktikum nach Temirtau. Sie laufen durch die Stadt, besuchen das Zentrum für Kinder und Jugendliche des Kombinats und studieren sogar Lieder ein.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8481" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_34.jpg" alt="temirtau kasachstan" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_34.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_34-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_34-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify">Im Übrigen haben einige Inder hier auch nichts gegen die örtliche Küche.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8483" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_36.jpg" alt="temirtau kasachstan" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_36.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_36-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_36-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify">So konnte uns zum Beispiel Mintu Tschetterdschi ein gutes Café empfehlen, wo ausgezeichnetes kasachisches Essen serviert wird. Er fügt jedoch hinzu, dass die Auswahl im benachbarten Karaganda um einiges größer ist.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8484" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_37.jpg" alt="temirtau kasachstan" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_37.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_37-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_37-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify">&#8222;<em>Das hier ist</em> <em>ein tolles Land und sehr freundliche Menschen</em>&#8222;, sagt Mintu.</p>
<p style="text-align: justify">Im Durchschnitt beträgt eine Rechnung für zwei hier übrigens 3500 Tenge (ca. 10 Euro, Anm. d. Red.). Zum Vergleich: In Astana (der Hauptstadt Kasachstans, Anm. d. Red.) kosten die selben Gerichte in einem indischen Cafè zweimal so viel.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8485" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_38.jpg" alt="temirtau kasachstan" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_38.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_38-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_38-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify">Die enge Beziehung zu Indien wird nicht nur aus dem Menü ersichtlich, sondern auch in der Einrichtung.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8488" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_41.jpg" alt="temirtau kasachstan" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_41.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_41-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_41-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify">Solche Bilder schmücken die Wände des Hotels. Offensichtlich wurde das gemacht, damit die Inder, die für einen langen Zeitraum hierher kommen, sich nicht allzu fremd fühlen.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8487" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_40.jpg" alt="temirtau kasachstan" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_40.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_40-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_40-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify">&#8222;<em>Man muss sehr aufmerksam den Gästen gegenüber sein. Wir bemühen uns, alle unsere Kunden zufrieden zu stellen</em>&#8222;, sagt die Hotelmitarbeiterin Alena Wantschurina.</p>
<p style="text-align: justify">Uns interessiert: Gibt es Inder, die beschlossen haben, ihr Schicksal mit Kasachstan zu verknüpfen, und hier eine Familie gegründet haben? Und tatsächlich, wir finden ein solches Paar.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8489" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_42.jpg" alt="temirtau kasachstan" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_42.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_42-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_42-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /> <img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8490" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_43.jpg" alt="temirtau kasachstan" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_43.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_43-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_43-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify">Dschajanta und Anastasija arbeiten im Metallurgiekombinat und sind schon 14 Jahre verheiratet. Wie Anastasija erzählt, gab es von außen verschiedene Reaktionen, als sie mit ihrem Partner über eine Hochzeit nachdachte. &#8222;<em>Mein Mann hat das damals philosophisch betrachtet. Er sagte, dass die Zeit es zeigen wird. Und so ist es auch gekommen: Die Zeit hat alles an seinen Platz gebracht</em>&#8222;, sagt Anastasija.</p>
<p style="text-align: justify">Anastasija und Dschajanta haben schon zwei Kinder. Sie beschlossen,  den Mädchen universelle Vornamen zu geben: Sonja (zu Ehren der indischen Politikerin Sonia Ghandi) und Nelli.</p>
<p style="text-align: justify">Auf die Frage, was ihm in Kasachstan am meisten gefalle, antwortet Dschajanta, Temirtau mit Indien vergleichend &#8211; die Stille, das ruhige Leben, dass auf der Straße nicht so viele Menschen und Autos sind. Und auf die Frage,  was er hier am meisten vermisst, antwortet er kurz: die Mutter. Im Übrigen, sagt Anastasija, hat sich ihr Ehemann bereits vollkommen an das Leben in Kasachstan angepasst und isst sogar Fleisch. Dschajanta hat übrigens einen berühmten Nachnamen: Tschakraborti (wie ein berühmter indischer Filmschauspieler,  Anm. d. Red.).</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8491" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_44.jpg" alt="temirtau kasachstan" width="761" height="514" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_44.jpg 761w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_44-300x203.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/Temirtau_3_44-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></p>
<p style="text-align: justify">In der Heimat Dschajantas, in Kalkutta, steigen die Temperaturen in diesen Tagen bis auf +30. Währenddessen herrscht in Temirtau weiter der Winter.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Die Redaktion von <a href="https://tengrinews.kz/fotoarchive/929/">Tengrinews.kz</a></strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Russischen übersetzt von Katharina Kluge</strong></p>
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