<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Techno Archives</title>
	<atom:link href="https://novastan.org/de/tag/techno/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://novastan.org/de/tag/techno/</link>
	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Mon, 15 Dec 2025 18:23:17 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.0.2</generator>

<image>
	<url>https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/08/cropped-Logo_2_2000-1700-300DPI-32x32.png</url>
	<title>Techno Archives</title>
	<link>https://novastan.org/de/tag/techno/</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>„Wer Angst hat, macht mit Angst weiter“ &#8211; Wie Bischkeks Techno-Szene staatliche Repressionen überlebt</title>
		<link>https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/wer-angst-hat-macht-mit-angst-weiter-wie-bischkeks-techno-szene-staatliche-repressionen-ueberlebt/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/wer-angst-hat-macht-mit-angst-weiter-wie-bischkeks-techno-szene-staatliche-repressionen-ueberlebt/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Dec 2025 18:23:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Ailan Bar]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Razzia]]></category>
		<category><![CDATA[Techno]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=43637</guid>

					<description><![CDATA[<p>Im April letzten Jahres f&#xFC;hrten Spezialeinheiten Razzien in zwei der beliebtesten Elektro-Bars Bischkeks durch. Doch statt auf einen Drogenumschlagplatz oder ein Zentrum illegaler Aktivit&#xE4;ten stie&#xDF;en die Beamten auf eine junge, vielf&#xE4;ltige Szene, die sich einen der wenigen verbliebenen sicheren Orte f&#xFC;r Selbstverwirklichung in Bischkek geschaffen hatte. Nach einem Jahr, das von zunehmender Repression und schwindenden [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/wer-angst-hat-macht-mit-angst-weiter-wie-bischkeks-techno-szene-staatliche-repressionen-ueberlebt/">„Wer Angst hat, macht mit Angst weiter“ &#8211; Wie Bischkeks Techno-Szene staatliche Repressionen überlebt</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Im April letzten Jahres führten Spezialeinheiten Razzien in zwei der beliebtesten Elektro-Bars Bischkeks durch. Doch statt auf einen Drogenumschlagplatz oder ein Zentrum illegaler Aktivitäten stießen die Beamten auf eine junge, vielfältige Szene, die sich einen der wenigen verbliebenen sicheren Orte für Selbstverwirklichung in Bischkek geschaffen hatte. Nach einem Jahr, das von zunehmender Repression und schwindenden Bürgerrechten in Zentralasiens „Insel der Demokratie“ geprägt war, sprach Novastan mit zwei Vertretern der betroffenen Lokale darüber, wie ihre Gemeinschaften in Kirgistans zunehmend autoritärem Klima überleben.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Kirgistan galt außerhalb Zentralasiens lange Zeit als eine der wenigen Bastionen demokratischer Werte in einer Region, die vom postsowjetischen Autoritarismus geprägt ist. Als der amtierende Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sadyr_Dschaparow">Sadyr Dschaparow</a> nach der kirgisischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Proteste_in_Kirgisistan_2020">Revolution von 2020</a> überraschend an die Macht kam, <a href="https://www.bbc.com/news/world-asia-55613552">schwor</a> er dem Volk vom ersten Tag an, die so hoch geschätzte Freiheit zu schützen. Vier Jahre später hat sich der Präsident selbst zur größten Bedrohung für die ohnehin schon fragile Demokratie Kirgistans entwickelt.</p>



<div class="flex flex-col md:flex-row justify-evenly items-center bg-yellow-100 my-20 p-10 space-y-10 subscribe">
	<div class="container flex flex-col lg:flex-row justify-between">
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-3/5 pb-4">
			<h2 class="text-3xl text-secondary font-bold mb-4 text-[#749D02]">
								Unterstützt Novastan &#8211; das europäische Zentralasien-Magazin 
			</h2>
				Als vereinsgetragene, unabhängige Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#8211; und von eurer Unterstützung! 
						</div>
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-2/5 justify-items-center justify-center pb-4">
			<div class="rounded-md bg-accent-500 px-10 py-5 text-center w-72 mx-auto">
											<a class="block rounded bg-white p-2 mt-4 font-bold" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Novastan unterstützen</a>
							</div>
		</div>
	</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Dschaparows Regierungsstil führte bereits in den ersten beiden Jahren seiner Herrschaft dazu, dass Kirgistan im <a href="https://freedomhouse.org/country/kyrgyzstan/nations-transit/2022">Freedom House Index 2022</a> als <em>„gefestigtes autoritäres Regime“</em> geführt wurde. 2024 landete Kirgistan auf der Beobachtungsliste des <a href="https://monitor.civicus.org/globalfindings_2024/">CIVICUS Monitors</a> für Länder mit einem rapiden Rückgang der bürgerlichen Freiheiten. Kernstück von Dschaparows Machtkonsolidierung ist die <a href="https://www.americanbar.org/groups/human_rights/reports/kyrgyzstan-media-crackdown-continues-may2024/">systematische Aushöhlung</a> der ohnehin schon schwachen Meinungsfreiheit in Kirgistan. Dschaparow <a href="https://www.straitstimes.com/asia/Kyrgyzstan-bans-top-independent-media-as-extremist-in-pre-election-crackdown">nutzte seine Macht</a> über staatliche Institutionen wiederholt, um abweichende Meinungen im politischen und zivilgesellschaftlichen Bereich zu unterdrücken. Ein unerwartetes Opfer dieser Repressionen war die aufstrebende Techno-Szene in der Hauptstadt Bischkek.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Dschaparows Techno-Razzien</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In der Nacht des 14. April 2024 führten kirgisische Spezialeinheiten in Zusammenarbeit mit der örtlichen Polizei <a href="https://www.rferl.org/a/kyrgyzstan-police-raids-creative-subculture/32908117.html">eine Razzia in der Ailan Bar</a> durch, um den Konsum illegaler Substanzen bei Veranstaltungen elektronischer Musik aufzudecken. Neben umfangreichen Waffenkontrollen und Drogentests war auch ein professionelles Kamerateam vor Ort, um die Razzia für die sozialen Medien zu dokumentieren. In der darauffolgenden Nacht wurde <a href="https://kaktus.media/doc/499472_v_bishkeke_v_nochnyh_klybah_aylan_i_plur_siloviki_proveli_obyski.html">eine ähnliche Razzia</a> im PLUR, einer weiteren Institution der Bischkeker Techno-Szene, durchgeführt. Beide Bars sind zentraler Bestandteil der elektronischen Musikszene Bischkeks und in der ganzen Stadt dafür bekannt, allen Partygästen – unabhängig von ihrem Background – einen sicheren Ort zu bieten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In beiden Fällen zogen die Beamten ihre Waffen und zwangen die Anwesenden, sich mit auf dem Rücken gefesselten Händen auf den Boden zu legen, während sie die Lokale durchsuchten. Laut <a href="https://www.rferl.org/a/kyrgyzstan-police-raids-creative-subculture/32908117.html">RFE/RL</a> griff die Polizei in der Ailan Bar mehrere Personen an und verletzte eine Person am Bein und eine andere am Bauch.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/razzien-in-bischkek-wenn-die-polizei-zur-party-kommt/"><strong>Razzien in Bischkek: Wenn die Polizei zur Party kommt</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei beiden Razzien zeigten sich die Beamten sichtlich überrascht über die geringe Menge an illegalen Substanzen, die sie aufspüren konnten. In der Ailan Bar eröffneten die Beamten die Razzia mit einem Vortrag über <em>„unverantwortlichen Drogenkonsum“</em>, der jedoch wirkungslos verpuffte, da nur drei der Dutzenden Anwesenden positiv auf Cannabis getestet wurden. Im <a href="https://svodka.akipress.org/news:2090979/?telegram">Polizeibericht</a> zu dieser Nacht heißt es, man habe lediglich eine <em>„fertige Zigarette mit Betäubungsmitteln“</em> und eine Packung eines legalen Antiepileptikums gefunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Fehlen nennenswerter Mengen an Drogen überraschte Tschyngys, einen der Teilhaber der Ailan Bar, nicht. <em>„Unsere Szene ist in dieser Hinsicht recht gesund“</em>, betonte er. Tschyngys erklärte, dass wie er selbst die große Mehrheit der Techno-Fans in Bischkek auf ihren Partys keine illegalen Substanzen konsumiert. <em>„Ich denke, wer elektronische Musik wirklich liebt, braucht keine Drogen.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie sich später herausgestellte, waren – im Gegensatz zu den meisten Besucher:innen der Bischkeker Techno-Clubs – einige der an der Razzia beteiligten Polizisten selbst in illegale Aktivitäten verwickelt. <em>„Im Herbst las ich in den Nachrichten, dass einer der Ermittler, der bei der Razzia anwesend war, wegen Korruption angeklagt wurde“</em>, erklärt Tschyngys.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine neue Welle des kirgisischen Populismus</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für Gäste und Personal gleichermaßen waren die Razzien ein beispielloser Schock. Bis dahin hatten beide Bars mit der örtlichen Polizei kooperiert und waren nie zuvor in Schwierigkeiten geraten. Sowohl das harte Vorgehen der Polizei als auch die anschließende Kommunikation deuten darauf hin, dass die Operationen von höchster Regierungsebene angeordnet worden waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Razzien passten perfekt zu Dschaparows aufkommender populistischer Agenda, traditionelle kirgisische Werte durchzusetzen. <em>„In den Augen der Regierung müssen junge Menschen studieren und eine Familie gründen. Für Alkohol und Tanzen ist da kein Platz“</em>, erklärt Tschyngys.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/so-ueber-lebt-der-underground-in-almaty/"><strong>So (über-)lebt der Underground in Almaty</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben der Sensationsberichterstattung über Drogenmissbrauch in der elektronischen Musikszene stilisieren die Behörden die Techno-Szene Bischkeks zunehmend als Kanal für LGBTQ+-Einflüsse und stellen sie aufgrund der inklusiven Politik der Bars als Gefahr für die kirgisische Jugend dar. LGBTQ+-Jugendliche in Kirgistan sind bereits schwerer staatlicher und sozialer Repression ausgesetzt, und für viele sind die Partys mit elektronischer Musik in Bischkek der einzige Ort, an dem sie sich vollkommen frei entfalten können. Für die Betreiber der Techno-Institutionen in Bischkek ist dies eine rote Linie, von der sie nicht abrücken werden. <em>„Unsere Hauptverantwortung liegt darin, für ein sicheres Umfeld für alle zu sorgen“</em>, betont Tschyngys entschieden.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Repression macht Anpassung notwendig</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der Razzia passte die Bar PLUR ihre Strategien an die neue Welle staatlicher Repression an. Aufgrund begrenzter Ressourcen und unter staatlicher Beobachtung weigerten sich die Betreiber der Bar nachzugeben. <em>„Wir hatten noch nicht viel erreicht. Wir hatten noch nicht allen gezeigt, was wir wirklich schaffen wollen“</em>, sagt Innokentii, der Kreativdirektor von PLUR. <em>„Bisher hat uns noch niemand einen Strich durch die Rechnung gemacht.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Ailan Bar hielt in den Monaten nach der Razzia an ihrer Vision fest, ihrer Community Sicherheit und einen geschützten Raum zu bieten. Ihr offenes Engagement für die LGBTQ+-Community musste jedoch im neuen repressiven Klima in verdeckte Aktionen übergehen, um fortbestehen zu können. Vor den Razzien veranstaltete Tschyngys regelmäßig „Queere Abende“ in der Ailan Bar. Er möchte diese Veranstaltungen unbedingt fortführen, weiß aber, dass die öffentliche Werbung der Ailan Bar nun strategischer erfolgen muss. <em>„Es geht darum, diskret zu sein. Queere Menschen müssen wissen, dass sie hier willkommen sind, aber gleichzeitig dürfen die falschen Leute nicht wissen, dass queere Menschen willkommen sind.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit der Razzia hat die Ailan Bar ihren festen Standort geschlossen und ist zu einem Modell übergegangen, bei dem die Organisation für einmalige Veranstaltungen in ganz Kirgistan auftritt. Die Organisatoren der Bar geben an, sich in den abgelegeneren Regionen Kirgistans, fernab der staatlichen Überwachung, sicherer zu fühlen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-queeres-leben-unter-druck/"><strong>Kirgistan: Queeres Leben unter Druck</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">PLUR firmiert nun unter dem neuen Namen QQ Bar und ist in kleinere Räumlichkeiten näher am Stadtzentrum umgezogen. Innokentii sieht den Umzug als Chance, aus Fehlern der Vergangenheit zu lernen. „<em>Ich möchte das Ganze so stabil gestalten, dass es auch ohne mich weitergeführt werden kann, falls ich das Land verlasse. Ich bin nicht von hier – ich will hier nicht sterben“</em>, sagt er. Wie viele andere aus Bischkeks Techno-Szene kam Innokentii aus Russland nach Kirgistan, um der Einberufung zum Kriegsdienst zu entgehen. Die Mitwirkung an der Schaffung von Räumen für elektronische Musik in Bischkek gibt ihm das Gefühl, der Subkultur in seiner Heimat nahe zu sein – einer Subkultur, die ihn weiterhin maßgeblich inspiriert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um das Überleben ihrer Subkultur zu sichern, hat Tschyngys innerhalb des Ailan Collective eine DJ-Schule gegründet, um die nächste Generation der rebellischen elektronischen Musikszene von Bischkek auszubilden und zu unterrichten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Zukunft des Bischkeker Techno</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl die gezielte Vorgehensweise der Behörden gegen Jugendkulturen in Kirgistan nichts Neues ist, bemerken Mitglieder der Bischkeker Techno-Szene, dass sich die aktuelle Repressionswelle anders anfühlt als die vorherigen. „<em>Unter der vorherigen Regierung kann man das, was wir hatten, nicht als ‚Freiheit‘ bezeichnen. Wir wurden vernachlässigt. Wir konnten nur frei existieren, weil sich die Regierung nicht um uns scherte“</em>, erklärt Tschyngys. <em>„Jetzt drücken die Machthaber nicht mehr die Augen zu – sie haben einen Plan und setzen ihn um. Sie sind Populisten, und Populisten müssen Ergebnisse vorweisen, um das Volk zufriedenzustellen.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach den Razzien gingen die Zahl der Besucher:innen in beiden Bars deutlich zurück. Da die Bars jedoch neue Strategien zur Vermeidung von Auseinandersetzungen mit der Polizei eingeführt haben, konnten sie weitere Angriffe der Regierung weitgehend abwehren. Gut anderthalb Jahren nach den Razzien ist das Publikum größtenteils zurückgekehrt. Die QQ Bar verzeichnet selbst in ihren kleineren Räumlichkeiten bei ihren beliebtesten Veranstaltungen mittlerweile über zweihundert Besucher:innen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Techno-Szene in Bischkek ist ebenso vielfältig wie eng verbunden. Tschyngys merkt an, dass es ihm immer schwerfällt, die Zusammensetzung seiner Szene zu beschreiben, da sie sich über alle Altersgruppen, Berufe und Gesellschaftsschichten erstreckt. Innokentii hingegen betont, dass es ein gemeinsames Merkmal gibt: <em>„Anders als in der Techno-Szene größerer Städte ist in Bischkek jeder, der kommt, ein Unikat.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Da die Techno-Institutionen Bischkeks überlebt haben, dienen die Veranstaltungsorte heute als kultureller Treffpunkt für andere unterdrückte kreative Gemeinschaften der Stadt. Innokentii merkt an, dass es in der QQ Bar keine Seltenheit ist, Menschen aus der Kunstszene, der Barszene, der Rockszene und der Underground-Rapszene Bischkeks sich ungezwungen miteinander mischen zu sehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/sex-drugs-and-postpunk-das-neue-album-des-bischkeker-duos-wtoroj-ka/"><strong>Sex, Drugs and Postpunk: Das neue Album des Bischkeker Duos Wtoroj Ka</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Avantgarde der elektronischen Musikszene Bischkeks sieht die Kreativität und Widerstandsfähigkeit ihrer Szene mittlerweile als mehr als nur eine lokale Erfolgsgeschichte. Sie haben etwas Einzigartiges geschaffen, das sie mit der Welt teilen möchten. Trotz anhaltender Herausforderungen im Inland scheint kaum jemand in der Techno-Szene Bischkeks bereit zu sein, aufzugeben. <em>„Wer Angst hat, macht mit Angst weiter. Also machen wir mit Angst weiter“</em>, so Tschyngys.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tschyngys ist überzeugt, dass die Fähigkeit der Techno-Szene, sich immer neuen Herausforderungen anzupassen und unterschiedliche Gemeinschaften zu vereinen, nicht nur ihr Überleben in Bischkek gesichert hat, sondern auch das Wesen dieser Community offenbart. <em>„Techno hat die Kraft, völlig unterschiedliche Menschen mit völlig unterschiedlichem Hintergrund zusammenzubringen – Menschen, die vielleicht nicht einmal dieselbe Sprache sprechen. Aber sie lieben Techno und genießen den Raum, den er bietet. Aus dem Nichts entsteht eine gemeinsame Basis.“</em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Joseph Fisher für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/en/culture-sports/bishkek-techno-repression/"><strong>Englischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/wer-angst-hat-macht-mit-angst-weiter-wie-bischkeks-techno-szene-staatliche-repressionen-ueberlebt/">„Wer Angst hat, macht mit Angst weiter“ &#8211; Wie Bischkeks Techno-Szene staatliche Repressionen überlebt</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/wer-angst-hat-macht-mit-angst-weiter-wie-bischkeks-techno-szene-staatliche-repressionen-ueberlebt/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>So (über-)lebt der Underground in Almaty</title>
		<link>https://novastan.org/de/kasachstan/so-ueber-lebt-der-underground-in-almaty/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/kasachstan/so-ueber-lebt-der-underground-in-almaty/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[thevillage]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Nov 2023 18:02:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Almaty]]></category>
		<category><![CDATA[Hip-Hop]]></category>
		<category><![CDATA[Jugendkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Rock]]></category>
		<category><![CDATA[Subkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Techno]]></category>
		<category><![CDATA[Underground]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=37357</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Begriff &#x201E;Underground&#x201C; wird &#xFC;blicherweise f&#xFC;r wenig bekannte, unabh&#xE4;ngige Musik und die dazugeh&#xF6;rige Kultur verwendet. In Kasachstan konzentriert sich die Szene vor allem auf die ehemalige Hauptstadt Almaty. Der folgende Artikel, erschienen bei The Village Kasachstan, beleuchtet die Urspr&#xFC;nge des kasachischen Undergrounds. Die Autorin sprach mit den Musikerinnen und Mitbegr&#xFC;nderinnen des Underground-Kollektivs Pink Noise, Lena, [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/so-ueber-lebt-der-underground-in-almaty/">So (über-)lebt der Underground in Almaty</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Der Begriff &#8222;Underground&#8220; wird üblicherweise für wenig bekannte, unabhängige Musik und die dazugehörige Kultur verwendet. In Kasachstan konzentriert sich die Szene vor allem auf die ehemalige Hauptstadt Almaty. Der folgende Artikel, erschienen bei <a href="https://www.the-village-kz.com/">The Village Kasachstan</a>, beleuchtet die Ursprünge des kasachischen Undergrounds. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Autorin sprach mit den Musikerinnen und Mitbegründerinnen des Underground-Kollektivs <a href="https://www.instagram.com/pink.noise.ca/">Pink Noise</a>, Lena, Lika und Laura, mit Artjom Wwedenskij, Besitzer der Konzertbar &#8222;<a href="https://www.instagram.com/enclave_bar/">Anclav</a>&#8222;, Veranstalter des Festivals <a href="https://www.instagram.com/shabashfest/">&#8222;Shabash&#8220;</a> und Mitglied der Band <a href="https://www.instagram.com/p.i.g.z/?img_index=1">P.I.G.Z</a>, und mit Pessa Katzenelenbogen, Mitglied der Bands <a href="https://www.instagram.com/redstockings_band/?next=%2F">&#8222;Krasnychulki&#8220;</a> und <a href="https://www.instagram.com/antivsemusic/?next=%2F">&#8222;ANTIVSYO&#8220;</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Anfänge</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Lena, Mitbegründerin von Pink Noise, Mitglied der Band Secret Radio</em>: Das Projekt Pink Noise wurde Ende 2022, vor etwa einem Jahr, gegründet. Zusammen mit Lika und Laura haben wir beschlossen, eine Community zu gründen, die die lokale Szene hervorhebt und über lokale Musiker:innen spricht, um mehr Aufmerksamkeit zu bekommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Lika, Mitbegründerin von Pink Noise, Gründungsmitglied von The Ravenmockers: </em>Ich habe immer daran geglaubt, dass man mit Musik Geld verdienen kann. Die Band hilft dabei, in den Bereich der Kunst einzudringen, sie von allen Seiten zu erforschen und sie mit der Wissenschaft zu verbinden. Als die Idee geboren wurde, ergaben sich auch die entsprechenden Möglichkeiten: Vor acht Jahren habe ich Ivan (Gitarrist von The Ravenmockers &#8211; Anm. d. Red.) und Sasha (Bassist von The Ravenmockers &#8211; Anm. d. Red.) kennengelernt, die mich unglaublich inspiriert haben und dies immer noch tun. Neben der Musik forsche ich in der Neurobiologie, schreibe und halte Vorträge über die Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wie geht es der lokalen Szene?</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Lena:</em> Nach Covid sind in Kasachstan viele neue Bands entstanden, die vom Genre her weder in den Mainstream noch in die damals existierenden Labels passten. Mittlerweile hat sich die Situation stabilisiert, aber wenn man die lokale Szene nicht unterstützt, kann es mit ihr bergab gehen. Das ist in Almaty schon passiert: Neue Bands sind aufgetaucht, Clubs mit Live-Musik wurden eröffnet, aber mit der Zeit haben sie aufgehört, auf die Bedürfnisse des Publikums einzugehen, und wurden geschlossen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/einen-sound-fuer-bischkek-erschaffen-den-zawisimosti-vom-bischkeker-musikerduo-wtoroj-ka/">„Einen Sound für Bischkek erschaffen“ – „Den‘ Zawisimosti“ vom Bischkeker Musikerduo Wtoroj Ka</a> </strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der gesamte Underground in Kasachstan konzentriert sich hier in Almaty. Hier gibt es eine große Genrevielfalt, die Leute sind offen für Neues und Experimentelles. Darin unterscheidet sich unsere Szene beispielsweise sehr von der russischen Szene. Dort geht alles in Richtung Vereinfachung der Musik, Post-Punk ist dominant. Unsere Leute spielen Noise, Grunge, Psychedelic. Sie wollen musikalisch mit dem Rest der Welt gleichziehen, während die russischen Musiker:innen innerhalb ihrer eigenen Szene arbeiten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gefangen im Untergrund</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Artjom Wwedenskij, Besitzer des Konzertlokals &#8222;Anclav&#8220;, Veranstaltungsorganisator &#8222;Shabash&#8220;, Mitglied der Band P.I.G.Z.</em>: Die meisten Bands bleiben im Untergrund, weil es ihnen an Unterstützung durch die Zuhörer:innen mangelt. Zum Konzert einer neuen Band kommt eine kleine Anzahl von Freund:innen, aber die breite Masse ist nicht interessiert. Sie würden lieber ein Konzert bekannter Künstler:innen besuchen, als dem lokalen Underground zuzuhören. In Europa gehen die Leute gerne zu einem Konzert einer &#8222;No-Name&#8220;-Band, um etwas Neues zu erfahren. In unserem Land ist es leider genau umgekehrt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Lika:</em> Das größte Problem ist das völlige Fehlen von Kultur und Berufsethik. Wir haben nicht einmal Verträge. Niemand will Verantwortung übernehmen. Aber selbst im Untergrund braucht man Vorschriften und Regeln. Wenn es keine Ethik gibt, gibt es eine Menge interner und externer Konflikte. Ich habe festgestellt, dass viele Leute von Generation zu Generation einfach desillusioniert sind: Entweder haben sie keine Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln, oder das Projekt basiert rein auf ihrem Enthusiasmus. Viele Leute vergessen, dass die Musikindustrie ein Geschäft ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Lena:</em> Es ist einfach eine Frage der Ressourcen. Wir haben nicht so viele Profis, die Songs aufnehmen und abmischen können. Und die, die es können, verstehen die Feinheiten der Genres nicht und können nur mit bestimmter Musik arbeiten. Viele Musiker:innen sind noch dabei zu lernen, und nicht alle schaffen es, konkurrenzfähiges Material zu schreiben. Die Unterstützung für Anfänger:innen in der Gemeinschaft ist schwach, ebenso wie die Infrastruktur: Es gibt nur wenige Auftrittsorte und Proberäume. </p>



<div class="flex flex-col md:flex-row justify-evenly items-center bg-yellow-100 my-20 p-10 space-y-10 subscribe">
	<div class="container flex flex-col lg:flex-row justify-between">
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-3/5 pb-4">
			<h2 class="text-3xl text-secondary font-bold mb-4 text-[#749D02]">
								Unterstützt Novastan &#8211; das europäische Zentralasien-Magazin 
			</h2>
				Als vereinsgetragene, unabhängige Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#8211; und von eurer Unterstützung! 
						</div>
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-2/5 justify-items-center justify-center pb-4">
			<div class="rounded-md bg-accent-500 px-10 py-5 text-center w-72 mx-auto">
											<a class="block rounded bg-white p-2 mt-4 font-bold" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Novastan unterstützen</a>
							</div>
		</div>
	</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem denken viele Musiker:innen, wenn sie einen Song aufnehmen und ihn veröffentlichen, wird er sofort gehört werden. Aber so einfach ist es nicht, man muss die Hörer:innen auf die Veröffentlichung vorbereiten, Ankündigungen machen, weitere Analysen durchführen. Wenn die Veröffentlichung nicht geklappt hat, sollte man nach den Gründen suchen und überlegen, was man verbessern kann. Es ist wichtig, über die eigene Kreativität nachzudenken.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Laura, Mitbegründerin von Pink Noise, Solokünstlerin Laura Casper</em>: Auch die Persönlichkeit von Musiker:innen kann der Entwicklung im Wege stehen. Oft teilen Anfänger:innen ihre Arbeit nicht, aus Angst, kritisiert zu werden. Aber konstruktive Kritik ist notwendig, um sich weiterzuentwickeln. Es ist wichtig, Kommentare angemessen aufnehmen zu können und Kritik und Hass zu trennen. Leider laden die Organisator:innen bereits lokal bekannte Künstler:innen mit einer großen Zahl von Abonnent:innen ein und ignorieren dabei fast die Anfänger:innen. Das führt dazu, dass die Beliebten noch beliebter werden und die Neuen unbekannt bleiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Pessa Katzenelenbogen, Mitglied der Bands &#8220; krasnyjetschulki&#8220; und &#8222;ANTIVSYO&#8220;</em>:<em> </em>Unsere Szene fängt gerade erst an, sich zu entwickeln, vor allem in den Punk-Genres. Die Szene wird von einigen etablierten Bands getragen, die im Vergleich zum Underground populär sind. Sie treten bei allen großen Veranstaltungen auf, während andere an eine unsichtbare Wand stoßen. Um in der Musikbranche zu wachsen, braucht man entweder Beziehungen oder die Mittel, um seine eigenen Festivals und Veranstaltungsorte zu organisieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Musikunterricht in Kasachstan</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Lika</em>: Wir können die Kenner:innen der Szene an unseren Fingern abzählen. Die Menschen in Kasachstan werden sich nicht von sich aus für die Entwicklung unabhängiger Musik interessieren, wenn nicht jemand mit brennenden Augen sie inspiriert, ihr Interesse weckt. Wir brauchen Leute, die regelmäßig das Feuer entfachen in den kreativen Einheiten und bei denen, die sie unterstützen. Wie man das macht? Kontinuierliche Manifestation! Für einen Menschen, der etwas unbedingt will, ist nichts unmöglich. Wenn man mit Leidenschaft bei der Sache ist, wird man auch andere Menschen dafür begeistern können.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Lena</em>: Die Musikausbildung wird von vielen Faktoren beeinflusst, vor allem von der Wirtschaft. Unsere Szene ist dort konzentriert, wo es Ressourcen und Geld gibt &#8211; in Almaty. Der Rest der Bevölkerung hat keine Möglichkeit, etwas über die Underground-Szene zu erfahren. Aber wir können einen positiven Trend feststellen: Es gibt in Kasachstan ein wachsendes Bedürfnis nach Selbstidentifikation und Selbstreflexion, und es erscheint viel populäre Musik in kasachischer Sprache. Das ist gut, denn wenn es einen Mainstream gibt, wird es früher oder später auch einen Underground geben, in dem kasachischsprachige Künstler:innen mit weniger populären Tendenzen repräsentiert werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Es mangelt an Förderung</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Artjom</em>: Alles hängt mit dem Geld zusammen. Musiker:innen brauchen Geld, um Konzerte zu veranstalten, aber die Leute wollen nicht viel Geld für Musik bezahlen. Es gibt kein Verständnis dafür, dass man für Kreativität bezahlen muss, wie für jede andere Dienstleistung auch. Wir haben versucht, Konzerte so einfach und preiswert wie möglich zu organisieren, aber es war nie möglich, damit als Musiker:in oder Veranstalter:in viel Geld zu verdienen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Pessa</em>: Es gibt finanzielle Schwierigkeiten. Wir Musiker:innen haben kein festes Einkommen, brauchen aber immer Geld für die Proben. Für diesen Fall habe ich nur für die Musik bestimmte Sparkonten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/der-zentralasiatische-rap-in-10-tracks/">Der zentralasiatische Rap in 10 Tracks</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Lena</em>: Die Algorithmen, die Musik auf Streaming-Diensten bewerben, sind nicht ausgereift genug, um Tracks richtig in Playlists zu sortieren. Wenn du Musik schreibst, die sich sehr von dem unterscheidet, was in deiner Gegend beliebt ist, dauert es eine Weile, bis die Algorithmen erkennen, wer du bist und welche Art von Musik du spielst. Es kann sein, dass sie eine Playlist mit Titeln zusammenstellen, die sich vom Genre her unterscheiden, aber geografisch zueinander passen. Daher besteht die Gefahr, dass dein Titel überhaupt nicht zu den Songs passt, mit denen er zusammengebracht wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ist es möglich, mit unabhängiger Musik Geld zu verdienen?</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Laura</em>: Nein. In der lokalen Szene investiert man nur, ohne etwas zu verdienen. Ich persönlich habe keinen einzigen Cent verdient, obwohl ich seit 2018 mindestens eine Million Tenge in das Projekt investiert habe (etwa 2000 €, Stand 21.11.23, Anm. der Redaktion). Die Arbeit unabhängiger Künstler:innen wird nicht gewürdigt. Die einzige Bezahlung, die du für deine Musik bekommst, ist, wenn du deine Stammhörer:innen, diese fünf bis zehn Leute, bei Konzerten siehst, und sie dich ermutigen, weiter in deine Kreativität zu investieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Lika</em>: Ich denke, es ist möglich. Es ist bewiesen, und je mehr harte Arbeit und Intelligenz du hinein steckst, desto mehr wirst du verdienen. Es gibt eine Reihe von Tipps, wie man Kreativität zu Geld machen kann. Das ist natürlich experimentell, besonders in Kasachstan.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Underground-Erfolge: Strategien für Aufmerksamkeit und Bekanntheit</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Lena</em>: Wie wird man populärer? Am Material arbeiten, Werbung machen und das eigene Publikum finden. Ich denke, wenn eine:r der Underground-Musiker:innen in der Lage ist, 500 Leute zu einem Solo-Auftritt zu versammeln, kann man mit Sicherheit sagen, dass er/sie erfolgreich war. In Zukunft können solche Musiker:innen selbst große Konzerte organisieren und Anfänger:innen in ihr Line-Up aufnehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Artjom</em>: Um in aller Munde zu sein, solltest du dein Zielpublikum wählen und dafür arbeiten. Nimm Tracks auf, damit mehr Menschen nicht nur live, sondern auch auf digitalen Plattformen von dir hören können. Setze ein starkes Zeichen für dich selbst, spiele auf großen Festivals. Bereite dich gut auf Konzerte vor, vermeide Alkohol und Faulheit. Viele angehende Musiker:innen haben den Eindruck, dass man für eine Aufnahme ins Studio rennen und viel Geld bezahlen muss. Dem ist aber nicht so, wir haben unsere Tracks immer zu Hause &#8222;auf dem Fußboden&#8220; aufgenommen und das gewünschte Ergebnis erzielt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Unterstützung für die lokale Szene</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Lena</em>: Das Pink Noise Team und ich haben eine riesige genreübergreifende Playlist mit lokalen Musiker:innen zusammengestellt, die <a href="https://music.yandex.ru/users/nphne-3ayc2lel/playlists/1000?from=iframe&amp;play=1">hier</a> gefunden werden kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Artjom: Ich möchte ich ein paar Bands empfehlen, die versuchen, die lokale Szene zu verbessern: <a href="https://www.instagram.com/secretradioband/?hl=de">Secret Radio</a>,  <a href="https://www.instagram.com/keplersthreelaws/?hl=de">&#8222;krasnyjetschulki&#8220;</a>, <a href="https://www.instagram.com/keplersthreelaws/?hl=de">Kepler&#8217;s Three Laws</a> und <a href="https://www.instagram.com/jurskiipark/?next=https%3A%2F%2Fwww.instagram.com%2Fp%2Flc9jbih2x1%2Fc%2F17845656220023475%2F%3F__coig_login%3D1">&#8222;Jurskij Park&#8220;</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Julija Petrova für The Village Kasachstan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Russischen von Ramona Bleimhofer</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/so-ueber-lebt-der-underground-in-almaty/">So (über-)lebt der Underground in Almaty</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/kasachstan/so-ueber-lebt-der-underground-in-almaty/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Dokumentarfilm &#8222;Waiting for the Sea&#8220; &#8211; von Techno und Tradition in Usbekistan</title>
		<link>https://novastan.org/de/usbekistan/dokumentarfilm-waiting-for-the-sea-von-techno-und-tradition-in-usbekistan/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/usbekistan/dokumentarfilm-waiting-for-the-sea-von-techno-und-tradition-in-usbekistan/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Annkatrin Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Sep 2020 11:16:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Aralsee]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Karakalpakistan]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Moynaq]]></category>
		<category><![CDATA[Stihia]]></category>
		<category><![CDATA[Techno]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=23243</guid>

					<description><![CDATA[<p>George Itzhaks preisgekr&#xF6;nter Kurzdokumentarfilm &#x201E;Waiting for the Sea&#x201C; verbindet Einblicke in die elektronische Musikszene Usbekistans, traditionelle zentralasiatische Musik und das Schicksal der Austrocknung des Aralsees. Novastan zeigt den Film mit freundlicher Genehmigung des Regisseurs George Itzhak vom 21. September bis 12. Oktober 2020 mit deutschen Untertiteln und hat vorab ein Interview mit dem Regisseur gef&#xFC;hrt. [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/dokumentarfilm-waiting-for-the-sea-von-techno-und-tradition-in-usbekistan/">Dokumentarfilm &#8222;Waiting for the Sea&#8220; &#8211; von Techno und Tradition in Usbekistan</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>George Itzhaks preisgekrönter Kurzdokumentarfilm &#8222;Waiting for the Sea&#8220; verbindet Einblicke in die elektronische Musikszene Usbekistans, traditionelle zentralasiatische Musik und das Schicksal der Austrocknung des Aralsees. Novastan zeigt den Film mit freundlicher Genehmigung des Regisseurs George Itzhak vom 21. September bis 12. Oktober 2020 mit deutschen Untertiteln und hat vorab ein Interview mit dem Regisseur geführt.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Techno-Festival mitten in der Wüste <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aralkum">Aralkum</a>, mehr als tausend Kilometer von der usbekischen Hauptstadt Taschkent entfernt? Das ist die Idee von <a href="http://stihia.org/festivalen">Stihia</a>, einem Festival, das im September 2018 zum ersten Mal in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mo%CA%BBynoq">Mo’ynoq</a>, einer Kleinstadt in der autonomen Region <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Karakalpakistan">Karakalpakistan</a> im Westen Usbekistans, stattfand. Die Stadt ist vor allem für ihr tragisches Schicksal bekannt: Einst am Südufer des Aralsees gelegen und berühmt für ihre Fischereiindustrie, liegt die Stadt heute Dutzende von Kilometern vom austrocknenden Aralsee entfernt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.georgeitzhak.com/">George Itzhak</a>, 28 Jahre alt, war fasziniert von der Idee des Festivals, von der wachsenden elektronischen Musikszene in Taschkent und der Verbindung von Techno und traditioneller Musik. Der Regisseur wurde in Taschkent geboren, aber wuchs in New York City auf, wo er auch heute lebt. Er arbeitet als Dokumentarfilmer und Nachrichtenproduzent für eine der wichtigsten US-amerikanischen Nachrichtensendungen, die NBC Nightly News. Daneben dreht er eigene Filme. Im August 2019 reiste George Itzhak nach Usbekistan, um die zweite Ausgabe von Stihia zu begleiten, aber auch, um in die usbekische Kultur und die junge elektronische Musikszene der Hauptstadt Taschkent einzutauchen. Sein Dokumentarfilm “Waiting for the Sea” trägt seine persönliche Handschrift &#8211; die eines Usbeken, der nie in Usbekistan gelebt hat und die Verbindungen zwischen alten, bekannten Traditionen und futuristischer Bewegung zu verstehen versucht. Gleichzeitig bricht George Itzhak auf einfühlsame und ästhetische Weise mit Stereotypen und Klischees, die in der Darstellung Usbekistans, Karakalpakistans und der Region des Aralsees häufig verwendet werden. Novastan sprach mit dem Dokumentarfilmer über seine Beweggründe, einen Dokumentarfilm in seinem Herkunftsland zu drehen, die Ähnlichkeiten zwischen Techno- und traditioneller Musik und über den Einfluss, den elektronische Musik auf gesellschaftliche Veränderungen haben kann.</p>



<div style="padding:42.19% 0 0 0">[vimeo 402800275]</div><a href="https://player.vimeo.com/api/player.js">https://player.vimeo.com/api/player.js</a>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Novastan: Du wurdest in Usbekistan geboren, aber bist in New York aufgewachsen. Wie kam es, dass du nach Usbekistan zurückkehren wolltest, um dort einen Dokumentarfilm zu drehen?&nbsp;&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>George Itzhak:</strong> Ich wurde in Taschkent geboren, aber als ich etwa anderthalb Jahre alt war, wanderte meine gesamte Familie aus. Meine Familie gehörte der jüdischen Minderheit in Usbekistan an, den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bucharische_Juden">bucharischen Juden</a>. Die meisten bucharischen Juden begannen in den 1980er Jahren, Usbekistan zu verlassen &#8211; erst langsam, und nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion schneller. Sie fürchteten sich vor einem religiösen Backlash nach der Unabhängigkeit Usbekistans. Die USA und Israel öffneten uns die Türen, sodass Mitte der neunziger Jahre fast alle bucharischen Juden das Land verlassen hatten. Viele von ihnen ließen sich in New York nieder &#8211; in New York City leben etwa 50.000 bis 60.000 bucharische Juden. Wir haben dort also eine sehr große Diaspora.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="828" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/In-Production-in-Bukhara-1024x828.png" alt="" class="wp-image-23286" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/In-Production-in-Bukhara-1024x828.png 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/In-Production-in-Bukhara-300x243.png 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/In-Production-in-Bukhara-768x621.png 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/In-Production-in-Bukhara-1536x1242.png 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/In-Production-in-Bukhara-1300x1051.png 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/In-Production-in-Bukhara.png 1680w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Regisseur George Itzhak beim Dreh in Buchara, Usbekistan. © Neha Hirve</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wuchs in New York mit Russisch als Muttersprache auf, beobachtete all die Traditionen in meiner Familie und hörte von meinen Großeltern von Usbekistan, aber wir sind nie dorthin gefahren. Das stand einfach nie zur Debatte. Ich bin dann ein paar Mal nach Russland gereist, aber ich habe es nie nach Zentralasien geschafft. Als ich älter wurde, heiratete ich, ich bekam ein Kind, und plötzlich legte sich in mir ein Schalter um und ich wollte unbedingt zurückgehen, bevor ich diesen neuen Teil meines Lebens begann. Dann stieß ich auf die Geschichte von Stihia und der jungen elektronischen Musikszene in Usbekistan, war sofort fasziniert. Das schien mir eine gute Gelegenheit.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie hast du von Stihia gehört?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es begann alles mit einem Bild, das jemand auf Facebook geteilt hatte: Es war ein Poster von Stihia, darauf war das Bild einer karakalpakischen Frau in traditioneller Kleidung. Aber es war sehr stilisiert, im Stil eines Posters, wie man sie für Techno-Veranstaltungen kennt. Es war quasi wie ein magisches Bild: Es vereinte die traditionelle Kultur und die Art und Weise, wie ich Usbekistan kannte, mit dieser sehr jungen, futuristischen Ästhetik. Diese Kombination hat mich beeindruckt, ich klickte darauf und tauchte immer weiter in das Thema ein und fand all diese Geschichten über elektronische Musik in Usbekistan und das Festival Stihia, das 2018 zum ersten Mal stattgefunden hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe Stihia also erst während der Vorbereitungen für die zweite Ausgabe des Festivals entdeckt. Das erste Jahr ist total an mir vorbei gegangen. Aber von da an war ich fasziniert, ich begann zu telefonieren, setzte mich mit den Organisatoren des Festivals in Verbindung und überlegte, wie ich dieses Filmprojekt angehen könnte. Ich rief meine Koproduzentin Neha Hirve an, mit der ich in New York studiert hatte, und sagte zu ihr: &#8222;Hör mal, ich habe diese verrückte Idee, nicht viel Geld, aber ich kann dir versprechen, dass es ein Abenteuer&nbsp; wird.” Und sie war sofort dabei. Wir fingen an, zu recherchieren, Bilder auszutauschen und Referenzen im Bereich Film zu Zentralasien zu finden. Es ist zwar ein Dokumentarfilm, aber ich wollte nicht, dass es sich wie eine Reportage anfühlt. Ich hatte schon einige Geschichten über Stihia gesehen, aber ich wollte, dass diese etwas Anderes wird. Ich wollte selbst eintauchen und meine eigenen Erfahrungen zeigen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="432" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/WFS05-1024x432.jpg" alt="" class="wp-image-23287" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/WFS05-1024x432.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/WFS05-300x127.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/WFS05-768x324.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/WFS05-1536x648.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/WFS05-2048x864.jpg 2048w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/WFS05-1300x548.jpg 1300w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption><em>Standbild aus “Waiting for the Sea”: Ein Musiker vor der Kulisse eines rostigen Schiffswracks in Mo’ynoq, Usbekistan.&nbsp;</em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Es folgten etwa drei bis vier Monate Vorproduktion, Telefonate, Interviews. Ich versuchte, in die visuelle Welt Usbekistans einzutauchen und schaute mir Fotograf*innen aus Usbekistan an &#8211; so entdeckte ich auch Novastan. Mein Hauptziel war es, die Bildsprache Usbekistans zu verstehen. Ich finde, der westliche Blick auf Usbekistan ist sehr orientalistisch. Man sieht immer nur Frauen, die tanzen, Lepjoschka im Ofen machen und so etwas. Es fühlt sich manchmal fast so an, als würde man sich Tiere im Zoo ansehen. Ich habe das Gefühl, dass ich hier eine persönliche Verantwortung habe. Ich komme von dort, aber bin nicht wirklich von dort. Ich stehe mit einen Fuß in beiden Welten, und mir war klar, dass ich hier nicht einfach eine oberflächliche Arbeit machen konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie hast du die Techno-Szene in Usbekistan &#8211; und insbesondere in Taschkent &#8211; erlebt?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Geschichte besteht im Grunde zwei Teilen: Stihia und Mo&#8217;ynoq auf der einen Seite, und auf der anderen Seite Taschkent, wo wahnsinnig viel passiert. Mein Ziel war es, diese beiden Stränge zu verbinden. Ich hatte nie über Usbekistan im Zusammenhang mit elektronischer Musik nachgedacht. Ich glaube, deshalb haben mich die Bilder, auf die ich online gestoßen bin, so inspiriert. Sie haben mir teilweise meine eigene Ignoranz vorgeführt: Obwohl ich aus Usbekistan komme, erfuhr ich alles, was ich über Taschkent und Usbekistan wusste, lange nur durch die Linse meiner Großeltern. Ich hatte selbst einen archaischen Blick auf diesen Ort &#8211; eine Perspektive, die in der Vergangenheit stehen geblieben ist. Und als ich in diesem Kellerclub in Taschkent war, war es, als wäre ich in die Zukunft katapultiert worden. Es war tatsächlich sehr ähnlich zu New York! Ich glaube, das ist einfach die globale Kultur. Die Leute dort trugen T-Shirts, auf denen &#8222;Brooklyn&#8220; stand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hatte das Gefühl, dass die Mauern, die es in der Generation meiner Großeltern gegeben hatte, nicht mehr existierten. Ich war überrascht zu sehen, wie vielfältig die Stadt ist. Taschkent ist ein sehr multikultureller Ort. Ich glaube, die Menschen in Taschkent waren schon immer kosmopolitisch, aber es gab immer auch Grenzen zwischen verschiedenen Ethnien, zwischen usbekischen Juden und Russen beispielsweise. Es gab Mauern. Aber dort zu sein und diese Gruppe junger Menschen zu erleben, die junge Generation, hat mir&nbsp; gezeigt, dass viele der alten Grenzen, die hier zur Zeit meiner Eltern und Großeltern existierten, überwunden waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gibt es filmische Referenzen, die dich bei der Produktion von “Waiting for the Sea” inspiriert haben?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt einen Regisseur, der für mich sehr inspirierend war: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tony_Gatlif">Tony Gatlif</a>, ein französischer Filmemacher, dessen Mutter Roma war. Sein Werk ist stark von traditioneller Musik beeinflusst, und ich habe versucht zu verstehen, wie man Musik filmisch darstellen kann, wie man durch Musik erzählen und Emotionen zeigen kann. Er hat einen Film gedreht, &#8222;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Latcho_Drom">Latcho Drom</a>&#8222;. Er erzählt die Geschichte der Migration der Roma &#8211; ausschließlich durch ihre Musik. Technisch ist er ein Dokumentarfilm, aber er wirkt wie ein Spielfilm. Er mischt diese beiden Formen durch die Musik. Da habe ich das Potenzial gesehen, das auf Usbekistan zu übertragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>In deinem Dokumentarfilm beschäftigst du dich auch mit der Verbindung zwischen traditioneller und elektronischer Musik. Wie würdest du diese Verbindung beschreiben?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das war eigentlich der wichtigste Punkt, den ich untersuchen wollte. Die Art und Weise, wie ich mich fühlte, als ich traditionelle usbekische, karakalpakische, bucharische Musik hörte, war die gleiche, wie ich mich fühlte, als ich elektronische Musik hörte. Ich glaube, beide sind sich sehr ähnlich. Wenn man sie in einen Dialog miteinander bringt, bilden sie die perfekte Linse, durch die man Usbekistan, seine Vergangenheit und seine Zukunft betrachten kann. Es gibt ein großartiges Zitat von Jeff Mills, einem berühmten US-amerikanischen DJ, das während meines Interviews mit einem der Organisatoren des Festivals zur Sprache kam: „Techno wurde nicht als Tanzmusik entwickelt, sondern als futuristisches Statement.“ Es gibt also diese beiden Kräfte: Eine Kraft der Vergangenheit, um das Erbe zu bewahren und das zu respektieren, was vor uns war. Und es gibt diese andere Kraft, die in die Zukunft blickt und etwas Neues schafft. Ich wollte ein Gespräch zwischen diesen beiden schaffen. Und irgendwie ist es ganz natürlich passiert. Es passierte einfach, in Karakalpakistan, ich musste nichts dafür tun.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="432" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/WFS15-1024x432.jpg" alt="" class="wp-image-23288" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/WFS15-1024x432.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/WFS15-300x127.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/WFS15-768x324.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/WFS15-1536x648.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/WFS15-2048x864.jpg 2048w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/WFS15-1300x548.jpg 1300w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption><em>Standbild aus “Waiting for the Sea”: Menschen aus ganz Usbekistan, Zentralasien und der ganzen Welt kommen für das Festival “Stihia” in die Wüste Aralkum im Westen Usbekistans.&nbsp;</em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Ich finde auch, die Ästhetik von Stihia und Techno-Festivals allgemein hat etwas Schamanisches: Es gibt einen DJ im Zentrum, auf einer Bühne, er kreiert diese Mischung aus Klängen, bringt Tänzerinnen und Tänzern um sich herum zum Tanzen und kreiert dabei ein außergewöhnliches Maß an Ekstase. Das ist im Prinzip eine nahezu altertümliche Inszenierung. Techno und jahrhundertealte traditionelle Musik &#8211; beide sprechen auf gewisse Weise zu Gott. Ich weiß, es klingt verrückt, aber die DJs, mit denen ich gesprochen habe, haben gesagt, Stihia sei ihre Art, den Gott des Aralsees zu erreichen, um den Regen zu rufen. Und wenn man sich die Geschichte der traditionellen Musik in Zentralasien anschaut, haben sie dieselbe Wurzel: Es geht um eine Verbindung zu etwas in einer anderen Welt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>In deinem Film wird deutlich, dass nicht nur junge Menschen aus der ganzen Welt zu </strong><strong><em>Stihia </em></strong><strong>kamen, sondern auch Anwohner*innen aus Mo’ynoq, ältere Menschen und Kinder. Was war das für eine Atmosphäre?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich glaube, das ist ganz unerwartet passiert. Die Organisatoren des Festivals&nbsp; haben mir erklärt, sie seien sich nicht sicher, wie die Bewohner*innen von Mo’ynoq auf das Festival reagieren würden. Ich glaube, man darf nicht unterschätzen, wie abgelegen Mo&#8217;ynoq ist. Um dorthin zu kommen, muss man erst nach <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nukus">Nukus</a> fliegen, und selbst von Nukus, das man von Taschkent aus erreichen kann, muss man noch drei oder vier Stunden auf holprigen Wüstenstraßen fahren, nur um nach Mo&#8217;ynoq zu gelangen. Mo’ynoq ist wirklich abgelegen. Viele der Menschen dort, haben, bevor Stihia zum ersten Mal stattfand, diese Art von Musik noch nie gehört. Das muss für sie revolutionär gewesen sein. Dafür muss man Stihia loben &#8211; und dafür, dass sie sehr inklusiv sind. Sie haben nicht versucht, irgendwelche Mauern zu errichten. Die einzigen Vorschriften, die es gab, kamen von den Beamten, von der Polizei. Ich habe dort großartige Momente zwischenmenschlicher Interaktion erlebt. Zum Beispiel gab es ein australisches Paar, das jungen karakalpakischen Kindern gezeigt hat, wie man zu Techno tanzt. Das war ein toller Moment. Der Film macht deutlich, dass elektronische Musik universell ist. Es geht nicht um Sprache. Es geht nur um das Gefühl und diese Energie, die Tanzen erzeugen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hast du das Gefühl, das Festival hat Mo’ynoq verändert?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Physisch auf jeden Fall: Es wird viel gebaut. Viele Menschen, mit denen ich gesprochen habe, haben die Investitionen im Baugewerbe und den Bau von Wohnungen, neuen Geschäften und neuen Straßen erwähnt. Man sieht, dass die Regierung versucht, Mo’ynoq zu einem touristischen Ziel zu machen. Noch wichtiger ist aber, dass sich ein spiritueller Wandel vollzieht: Ich habe mit einem jungen Mädchen gesprochen, das dort lebt, und sie war so begeistert von all diesen Menschen der besonderen Atmosphäre. Ich glaube, das Festival hat den Menschen, die dort leben, gezeigt, dass sie in diesem Land etwas bedeuten. Sie verdienen Aufmerksamkeit, und die bekommen sie jetzt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="819" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/18_red083_08_tiny-1024x819.jpg" alt="" class="wp-image-23289" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/18_red083_08_tiny-1024x819.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/18_red083_08_tiny-300x240.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/18_red083_08_tiny-768x615.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/18_red083_08_tiny-1536x1229.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/18_red083_08_tiny-2048x1639.jpg 2048w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/18_red083_08_tiny-1300x1040.jpg 1300w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption><em>Alle Generationen waren beim Techno-Festival Stihia vertreten, das im August 2019 zum zweiten Mal in Mo’ynoq stattfand. © Neha Hirve</em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Plötzlich kommen Menschen aus der ganzen Welt zu ihnen, und es geht nicht mehr nur um die Katastrophe des Aralsees. Immer, wenn Menschen hierher kamen, ging es nur darum, wie schlimm dieser Ort ist. Jetzt gibt es auch einen positiven Grund, herzukommen. Das verändert so viel, wenn die Menschen positiv über diesen Ort sprechen und mit der Absicht kommen, eine gute Zeit zu haben, und nicht nur über gesundheitliche Probleme, wirtschaftliche Schwierigkeiten und die ökologische Katastrophe sprechen. Da verändert sich etwas.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hast du den Eindruck, ein Festival wie Stihia kann einen positiven Einfluss auf den Umgang mit der Austrocknung des Aralsees haben?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist schwer, von direkten Auswirkungen zu sprechen. In meinem Film geht es nicht um die ökologische Katastrophe des Aralsees – davon handeln schon so viele Dokumentarfilme. Das Festival ist mehr ein Statement an die Welt, es geht darum, eine Energie an diesem Ort zu schaffen, die Dinge anstoßen kann. Ich musste immer wieder über diese Vorstellung von einem Gott des Aralsees nachdenken. Ob sie wirklich daran glauben oder nicht, weiß ich nicht, aber die Leute sagten immer wieder: „Lasst uns um Regen beten! Lasst uns zum Gott des Aralsees beten!“ Das wollte ich in meinem Film herausstellen. Dieses Festival war im Grunde ein halb religiöser Akt. Diese Mischung aus schamanischer, religiöser und jugendlicher Punk-Energie ist etwas Besonderes.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Man könnte kritisieren, dass “Waiting for the Sea” ein idealistisches Bild von Usbekistan zeigt. Würdest du dem zustimmen?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, es ist ein idealistischer Blick auf Usbekistan! Das liegt wahrscheinlich an meiner eigenen, nostalgischen Perspektive. Deshalb habe ich zum Beispiel Szenen aus einem sowjetischen Film aus den 1980er Jahren über Taschkent eingefügt &#8211; das ist extrem idealisiert. Es geht darum, dass alle zusammen sind, und um diesen schönen, sonnigen Ort zum Leben. Auch mit den Farben habe ich versucht, der Szene in Taschkent einen goldenen, nostalgischen Ton gegeben &#8211; denn so habe ich es erlebt. Und auch was Mo’ynoq angeht: Wir wollten das übliche Bild von Mo’ynoq als einen staubigen, toten Ort nicht noch weiter verstärken. Deshalb haben wir uns bei den Farbkorrekturen dafür entschieden, die Farben gesättigter wirken zu lassen. Wir haben zum Beispiel dieses übertriebene Grün verwendet. Wir wollten nicht, dass es tot wirkt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also ja, es ist natürlich subjektiv. Ich habe meine eigene Perspektive hineingelegt. Mir ist aufgefallen, dass viele einheimische Filmemacher eine andere Perspektive haben, sie stehen vor vielen Herausforderungen. Aber ich nicht, und ich kann nicht so tun, als hätte ich mit denselben Herausforderungen zu kämpfen wie sie. Dieser Film ist also in hohem Maße die Perspektive eines gebürtigen Usbeken, der nie dort gelebt hat. Ich kann nicht so tun, als wäre ich jemand anders. Als ich den Film geschnitten habe, bekam ich oft Ratschläge wie: Du solltest diesen und jenen Aspekt untersuchen. Ich hätte mich auch mit all den anderen Aspekten von Mo&#8217;ynoq beschäftigen können, mit der Trockenheit, Krankheiten und so weiter. Aber das wäre dann ein anderer Film.   </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die diesjährige Ausgabe des Festivals wurde auf nächstes Jahr verschoben &#8211; hast du noch Interesse, Stihia und die usbekische Techno-Szene auch weiterhin zu verfolgen?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Was mich interessiert, ist zurückzugehen. Ob ich mich weiter mit elektronischer Musik befassen werde, kann ich nicht sagen. Aber es gibt noch so viele Geschichten, in die ich dort eintauchen könnte. Ich freue mich, dass mein Film in Usbekistan bisher so gut ankommt &#8211; dadurch habe ich das Gefühl, dass mir die Menschen in Usbekistan viel Vertrauen entgegenbringen, sodass ich zurückgehen und an weiteren Filmen arbeiten kann.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="432" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/WFS24-1024x432.jpg" alt="" class="wp-image-23290" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/WFS24-1024x432.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/WFS24-300x127.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/WFS24-768x324.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/WFS24-1536x648.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/WFS24-2048x864.jpg 2048w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/WFS24-1300x548.jpg 1300w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption><em>Standbild aus “Waiting for the Sea”: Ein Bewohner von Mo’ynoq am Aralsee, der heute Duzende von Kilomentern von der ehemaligen Hafenstadt entfernt liegt.&nbsp;</em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt noch so viel, womit ich mich beschäftigen möchte – Musik wird auf jeden Fall ein Teil meiner Arbeit sein, weil sie mich so inspiriert. Ich will mich auch gerne noch weiter mit traditioneller Musik auseinandersetzen. Traditionelle Musik ist in Usbekistan so relevant, da gibt es noch viel zu erforschen. Ich will aber nicht nur an dokumentarischen Projekten arbeiten, sondern auch an Spielfilmen. Ich würde gerne auch die lokale Spielfilmindustrie kennen lernen &#8211; es gibt einige großartige Künstler aus Usbekistan, beispielsweise <a href="https://www.imdb.com/name/nm3683786/">Saodat Ismailova</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hattest du bereits eine Möglichkeit, deinen Film in Usbekistan zu zeigen?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gab noch kein Screening, vor allem wegen des Coronavirus. Aber ich habe den Link verschickt und kann verfolgen, wo der Link geöffnet wird. So konnte ich sehen, dass die Menschen in Usbekistan den Film untereinander teilen. Ich habe den Link an etwa zwanzig Personen in Usbekistan geschickt, aber es gibt mittlerweile schon fast tausend Views dort, das ist großartig! Ich denke, das liegt daran, dass endlich jemand einen Dokumentarfilm dreht, der sich nicht nur auf die negativen Aspekte oder auf die Geschichte des Landes konzentriert. Der Film macht die Erfahrungen der Menschen dort auch in anderen Teilen der Welt erfahrbar: Wenn Ihre Erfahrung in einen Film umgesetzt wird, der auf der ganzen Welt zu sehen ist, dann macht das Ihre Erfahrung real. Ich denke, das ist sehr kraftvoll.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>“Waiting for the Sea” hat beim <a href="https://www.moscowshorts.com/2020/07/14/moscow-shorts-june-2020-awards/">Moscow Shorts International Film Festival</a> den Preis für den besten Dokumentarfilm erhalten und wurde beim Long Story Shorts International Film Festival als bester Dokumentarfilm und für die beste Cinematographie ausgezeichnet. Wie fühlen sich diese Auszeichnungen an?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe nichts davon erwartet &#8211; ich glaube, als Filmemacher versucht man, keine Erwartungen an zukünftige Erfolge zu knüpfen. Meine einzige Erwartung war, etwas zu machen, das ich zeigen und auf das ich stolz sein kann. Ich hoffe, den Film noch einem breiteren Publikum zeigen zu können. Ich hoffe, ihn in New York zeigen zu können, sobald es möglich ist. Ich möchte den Film in Räumen für zeitgenössische Kunst, in Galerien und auf weitere Festivals bringen, sobald wieder Zusammenkünfte ohne Sorge vor dem Coronavirus stattfinden können. Viele der Festivals, die in diesem Frühjahr stattfinden sollten, werden erst im nächsten Frühjahr stattfinden. Ich möchte den Film auch gerne in Europa zeigen &#8211; ich will ihn dort zeigen, wo es eine große Gemeinschaft von kreativen Menschen und Filmemachern gibt, und ihnen das Fenster zu Zentralasien öffnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hast du schon Pläne für Filmvorführungen von “Waiting for the Sea” in Usbekistan oder Zentralasien?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hatte geplant, den Film auf einem Festival in Kasachstan zu zeigen, wo die Filmindustrie weiter entwickelt ist als in Usbekistan. Aber ich möchte mich eigentlich darauf konzentrieren, eine Filmvorführung in Usbekistan zu organisieren. Das ist sehr wichtig. Aber ich möchte sichergehen, dass nicht nur die jungen Leute kommen, die auf Techno-Partys gehen, ich möchte ein breiteres Publikum haben. Ich denke, ich werde mit den Organisatoren des Festivals zusammenarbeiten und etwas organisieren. Und beim nächsten Stihia-Festival werden sie den Film hoffentlich auch zeigen. </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Interview und Übersetzung ins Deutsche: Annkatrin Müller <strong><br>Journalistin für Novastan</strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/dokumentarfilm-waiting-for-the-sea-von-techno-und-tradition-in-usbekistan/">Dokumentarfilm &#8222;Waiting for the Sea&#8220; &#8211; von Techno und Tradition in Usbekistan</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/usbekistan/dokumentarfilm-waiting-for-the-sea-von-techno-und-tradition-in-usbekistan/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
