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	<title>Taliban Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
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	<title>Taliban Archives</title>
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		<title>Tödliche Angriffe auf chinesische Arbeiter an Tadschikistans südlicher Grenze</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Dec 2025 22:22:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Tod mehrerer chinesischer Staatsb&#xFC;rger in Tadschikistan verdeutlicht sowohl das Ausma&#xDF; der chinesischen Pr&#xE4;senz in der Region als auch die anhaltenden Spannungen, die dort seit der R&#xFC;ckkehr der Taliban im August 2021 herrschen. Innerhalb von vier Tagen wurden bei zwei Angriffen an der tadschikisch-afghanischen Grenze f&#xFC;nf chinesische Staatsb&#xFC;rger get&#xF6;tet und weitere verletzt. Der erste Angriff [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Tod mehrerer chinesischer Staatsbürger in Tadschikistan verdeutlicht sowohl das Ausmaß der chinesischen Präsenz in der Region als auch die anhaltenden Spannungen, die dort seit der Rückkehr der Taliban im August 2021 herrschen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Innerhalb von vier Tagen wurden bei zwei Angriffen an der tadschikisch-afghanischen Grenze fünf chinesische Staatsbürger getötet und weitere verletzt. Der erste Angriff am 26. November, der sich gegen Mitarbeiter des Goldminenunternehmens Shohin SM richtete, forderte drei Todesopfer und einen Verletzten. Beim zweiten Angriff am 30. November gegen die China Road and Bridge Corporation (CRBC) wurden laut der tadschikischen staatlichen Nachrichtenagentur <a href="https://khovar.tj/rus/2025/12/zayavlenie-press-tsentra-pogranichnyh-vojsk-gosudarstvennogo-komiteta-natsionalnoj-bezopasnosti-respubliki-tadzhikistan/?utm_source=substack&amp;utm_medium=email">Khovar</a> zwei Mitarbeiter getötet und zwei weitere verletzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Sicherheitsbehörden wurden die Angriffe aus Afghanistan mit Granaten bestückten Drohnen verübt. Die noch nicht identifizierten Täter hätten von der afghanischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Badachschan">Provinz Badachschan</a> aus agiert. China forderte eine zügige Untersuchung und <a href="https://www.globaltimes.cn/page/202512/1349466.shtml?utm_source=substack&amp;utm_medium=email">rief seine Bürger auf</a>, das Grenzgebiet umgehend zu verlassen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die chinesische Präsenz in Tadschikistan</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Angriffe verdeutlichen das Ausmaß der chinesischen Präsenz in der Region und die anhaltenden Spannungen seit der <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/zentralasien-bewahrt-angesichts-der-machtuebernahme-der-taliban-die-ruhe/">Rückkehr der Taliban im August 2021</a>. In Tadschikistan sind derzeit über 300 chinesische Unternehmen tätig, insbesondere im Bergbau. So auch Shohin SM, ein Unternehmen, das hauptsächlich Gold im Süden Tadschikistans abbaut und dessen drei Mitarbeiter bei dem ersten Angriff getötet wurden.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Im Rahmen der Initiative <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Neue_Seidenstraße">Neue Seidenstraße</a> hat China seine wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Duschanbe deutlich intensiviert. 2017 entfielen 4,9 Prozent der tadschikischen Exporte auf China; bis 2023 stieg dieser Anteil auf 24 Prozent. Die beiden Länder scheinen ihre Kooperation nicht nur im wirtschaftlichen sondern auch im militärischen Bereich zu verstärken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese enge Zusammenarbeit begann jedoch bereits vor dem Start der Seidenstraßen-Initiative. Peking finanzierte beispielsweise das gigantische Projekt einer Schnellstraße von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Duschanbe">Duschanbe</a> nach <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chudschand">Chudschand</a>. Diese wurde zwischen 2006 und 2012 von CRBC gebaut – jenem Unternehmen, dessen zwei Mitarbeiter vor wenigen Tagen getötet wurden.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Instabilität an der Grenze zu Afghanistan</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Sicherheitsrisiken an der Grenze zwischen Tadschikistan und Afghanistan gefährden zunehmend auch chinesische Staatsbürger, die hauptsächlich in Mega-Infrastrukturprojekten tätig sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tadschikistan war das einzige Land in Zentralasien, das seine Missbilligung der Rückkehr der Taliban öffentlich zum Ausdruck brachte. Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Emomalij_Rahmon">Emomali Rahmon</a> präsentiert sich als Verteidiger der tadschikischen Minderheit Afghanistans, die mehr als ein Drittel der Bevölkerung des Landes ausmacht. Er äußert regelmäßig seine Besorgnis um deren Sicherheit angesichts der paschtunischen Mehrheit, aus der die Taliban-Bewegung hervorgegangen ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus ist Duschanbe aufgrund der 1.357 Kilometer langen Grenze zu Afghanistan besorgt über die Präsenz zahlreicher dschihadistischer Gruppen auf afghanischem Gebiet, wie beispielsweise des Islamischen Staates in Khorasan (IS-K), einer der aktivsten Fraktionen des IS und in Opposition zur Taliban, die teilweise in Afghanistan Fuß gefasst hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/schuesse-an-mehreren-grenzen-ein-test-fuer-die-stabilitaet-der-region/"><strong>Schüsse an mehreren Grenzen – ein Test für die Stabilität der Region</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Einem Bericht von Reuters zufolge, der sich auf Quellen innerhalb der tadschikischen Sicherheitskräfte beruft, führt Tadschikistan Gespräche mit Russland und einer von Moskau geführten Regionalstreitmacht über die Möglichkeit, Truppen zur gemeinsamen Sicherung der unruhigen Grenze zu Afghanistan zu entsenden. Das tadschikische Außenministerium dementierte den Bericht jedoch umgehend, und Reuters <a href="https://www.rferl.org/a/tajikistan-china-worker-killed-russia-troops-mining-taliban/33611762.html">entfernte</a> die Meldung am 3. Dezember.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fest steht, dass es inzwischen Annäherungen zwischen Tadschikistan und der Taliban-Führung gibt. Wenige Tage vor dem Anschlag auf chinesische Staatsbürger hatte beispielsweise ein diplomatisches Treffen zwischen Vertretern beider Länder stattgefunden. Laut dem tadschikischen Nachrichtenportal <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/politics/20251115/smi-afganistana-soobtshili-o-vizite-tadzhikskoi-delegatsii-v-kabul">Asia-Plus</a> traf am 15. November eine Delegation aus dem Außenministerium, den Sicherheitskräften und anderen tadschikischen Behörden in Kabul ein, um mit der Taliban Sicherheitsfragen zu erörtern.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Nathan Bataille für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/tadjikistan/chinois-tues-au-tadjikistan-la-la-frontiere-afghane-relance-inquietudes-securitaires/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Was Chorasan für den „Islamischen Staat“ bedeutet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jean Monéger-Leclerc]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 May 2024 18:46:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Chorasan]]></category>
		<category><![CDATA[Crocus City Hall]]></category>
		<category><![CDATA[IS]]></category>
		<category><![CDATA[Islamischer Staat]]></category>
		<category><![CDATA[Islamismus]]></category>
		<category><![CDATA[Moskau]]></category>
		<category><![CDATA[Taliban]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit dem Anschlag auf die Crocus City Hall stellen einige Medien Zentralasien im Allgemeinen und vor allem Tadschikistan als Brutst&#xE4;tte f&#xFC;r Terrorismus dar. Dabei offenbart ein Blick auf die Geschichte und die Lebensbedingungen im Land, dass es insbesondere dem &#x201E;Islamischen Staat&#x201C; gelingt seinen politischen Diskurs in einer Weise anzupassen, dass er den Zielgruppen legitim erscheint. [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Seit dem Anschlag auf die Crocus City Hall stellen einige Medien Zentralasien im Allgemeinen und vor allem Tadschikistan als Brutstätte für Terrorismus dar. Dabei offenbart ein Blick auf die Geschichte und die Lebensbedingungen im Land, dass es insbesondere dem „Islamischen Staat“ gelingt seinen politischen Diskurs in einer Weise anzupassen, dass er den Zielgruppen legitim erscheint.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der sogenannte „Islamische Staat“ (IS) besteht fort. Zu dem <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/nach-terroranschlag-massive-anfeindungen-gegen-tadschikinnen-in-russland/">Terroranschlag</a> auf die Crocus City Hall bei Moskau am 22. März, bei dem <a href="https://rtvi.com/news/terakt-v-krokus-siti-holle-chto-izvestno-spustya-mesyacz/">145 Menschen ums Leben kamen</a>, bekannte sich der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/ISIS-K">Islamische Staat – Khorasan (IS-K)</a>. Vier Männer mit tadschikischer Staatsbürgerschaft wurden verhaftet, gefoltert und vor Gericht gestellt. Seit Ende März kam es zu mindestens acht weiteren Festnahmen. Die meisten Betroffenen sind ebenfalls Tadschiken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch nach 2017, als die Befreiung von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mossul">Mossul</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ar-Raqqa">Raqqa</a> das Ende des Kalifats einzuläuten schienen, bestand der IS fort. Während die Organisation im Westen vor allem wegen ihrer Präsenz im Nahen Osten bekannt ist, war sie bald auch in Afghanistan und dessen unmittelbarer Umgebung aktiv. Der IS nutzte Allianzen mit anderen islamistischen Gruppen und abtrünnigen Taliban und gründete im Januar 2015 seine „Provinz Chorasan“ – den IS-K.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Während Menschen aus Zentralasien seit dem Anschlag in Russland <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/nach-terroranschlag-massive-anfeindungen-gegen-tadschikinnen-in-russland/">Diskriminierung</a> und Gewalt zum Opfer fallen, müssen einige Nuancen berücksichtigt werden. Insbesondere Zentralasien kann nicht als <em>„neuer Brückenkopf“</em> (<a href="https://www.lemonde.fr/international/article/2024/03/24/attentat-de-moscou-l-asie-centrale-nouvelle-tete-de-pont-de-l-organisation-etat-islamique_6223938_3210.html">Le Monde</a>) oder <em>„Brutstätte“</em> (<a href="https://www.france24.com/fr/asie-pacifique/20240325-attentat-de-moscou-le-tadjikistan-maillon-faible-de-l-asie-centrale-face-aux-jihadistes-de-l-ei">France 24</a>) des IS bezeichnet werden: Im Gegenteil, die Staatsmacht kämpft in den Ländern der Region seit ihrer Unabhängigkeit gegen religiösen Eifer.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Anspruch auf Einzigartigkeit</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wie alle Extremisten profitiert auch der IS von Ungerechtigkeiten und Frustrationsgefühlen, die die Machthaber in der Bevölkerung hinterlassen. Es handelt sich um ein politisches Projekt, das darauf abzielt, Massen von Gläubigen anzuziehen – Mitglieder, die bereit sein müssen, für ihre Sache zu sterben. Dabei führt die Betrachtung der Herkunftsregionen der Terroristen dazu, die Frage aus einem falschen Blickwinkel zu analysieren, da dies impliziert, dass die Bewohner solcher „Brutstätten“ von Natur aus sensibel für die Ideologie des Islamischen Staates wären.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zentralasien ist nicht die einzige Region der ehemaligen Sowjetunion, in der der IS versucht, sich zu etablieren oder zu überleben. Der radikale Islam des (immer noch zu Russland gehörenden) Nordkaukasus weist nicht die gleichen Merkmale auf wie der des unabhängigen Zentralasiens. Daher ist es wichtig zu verstehen, dass der Islamische Staat als Organisation eine Ideologie vertritt, die den Anspruch erhebt, einzigartig zu sein.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Ideologie des IS: Vielfältige Ziele</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Um es mit den Worten der Forscherinnen Sara Harmouch und Amira Jadoon auszudrücken: Die Ideologie des IS-K ist der „Marke“ des Islamischen Staates treu. Sein Ziel ist die Etablierung des islamischen Rechts, der Scharia, in ihrer strengsten Auslegung. Daher gelten <em>„säkulare Regierungen sowie nicht-muslimische Zivilbevölkerungen, aber auch muslimische Gruppen und Einzelpersonen, die ihre Vision vom Islam nicht teilen“</em>, als legitime Ziele, präzisieren die beiden Wissenschaftlerinnen gegenüber <a href="https://theconversation.com/dans-le-viseur-de-letat-islamique-au-khorassan-la-russie-mais-aussi-lasie-centrale-et-leurope-226538">The Conversation France</a>. Die Vielfalt der Rekruten spiegelt die Vielfalt der Ziele wider.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Genauer gesagt zielt der IS darauf ab, die Gemeinschaft der Gläubigen zu dominieren. Er beansprucht dabei die Autorität über die Interpretation islamischer Texte. Die Organisation ist sunnitisch geprägt und bekennt sich zu einem extremen Anti-Schiismus. Obwohl Tadschikistan im Gegensatz zum übrigen türkischen Zentralasien mit der persischen Welt verbunden ist, ist der Islam dort, wie auch in den Nachbarländern, überwiegend sunnitisch.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/nach-terroranschlag-massive-anfeindungen-gegen-tadschikinnen-in-russland/"><strong>Nach Terroranschlag: Massive Anfeindungen gegen Tadschik:innen in Russland</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit ist Russland für den IS-K nur ein Ziel unter vielen: Bei einem <a href="https://thediplomat.com/2024/01/unveiling-the-motivations-tajik-iskps-calculated-strikes-on-iran/">Anschlag</a> im Januar 2024 tötete die Organisation im schiitischen Iran fast 100 Menschen. Wie <a href="https://www.lemonde.fr/en/international/article/2023/07/07/arrests-made-in-anti-terrorist-sting-in-germany-and-the-netherlands_6045249_4.html#">Le Monde</a> berichtete, wurde im Juli 2023 in Deutschland und den Niederlanden eine Zelle aufgelöst, deren Mitglieder aus drei zentralasiatischen Ländern kamen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben der Denkfabrik <a href="https://www.specialeurasia.com/2024/04/17/germany-switzerland-terrorism/">SpecialEurasia</a> wurden kurz nach dem Anschlag bei Moskau auch in Deutschland und der Schweiz Zellen aufgedeckt. Einige Mitglieder sollen Teenager sein und alle sind Angehörige europäischer Nationalitäten. Bevor sich das politische Projekt an solch unterschiedliche Bevölkerungsgruppen anpassen kann, muss es in seiner Einzigartigkeit bekräftigt werden. Ein Beispiel dafür ist die Wahl des Namens <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chorasan">Chorasan</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der Bezug auf Chorasan</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Sich auf Chorasan zu beziehen bedeutet, über die Geschichte einer Region zu sprechen, die im Laufe der Jahrhunderte Schauplatz zahlreicher Eroberungen war, deren Name aber auch einige Afghanen heute als die alte Bezeichnung ihres eigenen Landes betrachten. Das Gebiet entspricht einem Teil des alten persischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sassanidenreich">Sassanidenreiches</a>, das den heutigen Ost-Iran, ganz Afghanistan und das südliche Zentralasien umfasste.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Chorasan verweist auf eine reiche islamische Vergangenheit und ist daher auch kulturell ein Begriff, der die Afghanen anspricht. Es bietet auch einen interessanten territorialen Aspekt: ​​Der Iran – eingekeilt zwischen dem IS im Nahen Osten und in Chorasan – steht der territorialen Kontinuität des „Islamischen Staates“ im Weg. Somit trägt die Chorasan implizit die Forderung nach einer geografischen Expansion sowie nach einem Sieg über den Iran in sich.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/der-terroranschlag-bei-moskau-stellt-tadschikistan-vor-schwierige-entscheidungen/"><strong>Der Terroranschlag bei Moskau stellt Tadschikistan vor schwierige Entscheidungen</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Für den IS stellt Chorasan eine Möglichkeit dar, den Namen des Landes abzulehnen, um das die Russen, Briten und Amerikaner gekämpft haben. Es ist auch eine Möglichkeit, sich von den Taliban abzugrenzen: Letztere, hauptsächlich <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Paschtunen">Paschtunen</a>, behalten den Namen Afghanistan bei und sind geografisch auf dessen Territorium beschränkt. Auch der IS will territoriale Kohärenz, allerdings mit einem globalen Ziel. Die Bezugnahme auf eine Provinz innerhalb eines größeren Islamischen Staates ist eine Möglichkeit, eine alternative Identität zu behaupten und mehr Legitimität zu beanspruchen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>An Territorien gebundene politische Forderungen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Über rein geografische Überlegungen hinaus sind diese Prinzipien mit den politischen Zielen des Islamischen Staates verknüpft. Schon die Wahl des Begriffs „Staat“ ist aufschlussreich. Der IS will ein Kalifat errichten, dessen Provinz Chorasan sein soll. Im Kaukasus hingegen gab es eine <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Islamic_State_–_Caucasus_Province">eigene „Provinz“</a>: <a href="https://ria.ru/20240303/kto-1930816487.html">Berichten zufolge</a> habe Moskau am 3. März eine Zelle in der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Inguschetien">Republik Inguschetien</a> zerschlagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/warum-sich-so-viele-buerger-tadschikistans-dem-islamischen-staat-anschliessen/"><strong>Warum sich so viele Bürger Tadschikistans dem Islamischen Staat anschließen</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Taliban haben de facto einen – ebenfalls islam(ist)ischen – Staat gegründet. Diesen bezeichnen sie als Emirat, wobei ein <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Emir">Emir</a> einem Gouverneur entspricht. Dieser Begriff unterstreicht den Unterschied zwischen den beiden islamistischen Bewegungen, zwischen einem vom IS angestrebten potenziell globalen Kalifat und einem auf Afghanistan beschränkten Emirat der Taliban.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Territorium unterliegt somit politischen Überlegungen, die als solche auf den Aufbau von Legitimität abzielen. Dies basiert auf Diskursen, die geografische und historische Elemente, insbesondere in Bezug auf Staatsform und Regierungsführung, einbeziehen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kalif oder Emir?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Unterscheidung in den Begriffen führt somit zu einem politischen Unterschied. In der muslimischen Tradition und Geschichte sind in Bezug auf den Begriff Emir ganz unterschiedliche Realitäten entstanden, insbesondere im Hinblick auf die effektive Macht. Der Begriff ist vager als der eines <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kalif">Kalifen</a>, welcher eine größere Nähe zum Göttlichen und Spirituellen beansprucht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kalif zu sein, stellt im Islam einen größeren spirituellen und religiösen Anspruch dar, der die Legitimität einer (weltlichen) Macht schwächen kann. Im Fall des IS, dessen Ziel die Eroberung eines riesigen Territoriums ist, bedeutet dies die Vorherrschaft über verschiedene Bevölkerungsgruppen, aber auch eine fragilere Legitimität, die schwieriger aufzubauen und aufrechtzuerhalten ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-islamistische-radikalisierung-der-zentralasiatischen-jugend-mythos-oder-realitaet/"><strong>Die islamistische Radikalisierung der zentralasiatischen Jugend – Mythos oder Realität?</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Fall der zentralasiatischen Staatsangehörigen passt der Islamische Staat seinen Diskurs an Bevölkerungsgruppen an, die von großer Armut und unterschiedlichem Grad an Autoritarismus betroffen sind. Dies stellt ein wesentliches Mittel für seinen Selbsterhalt dar. Der IS selbst betrachtet Zentralasien nicht als fruchtbaren Boden für den Terrorismus: So wie er die Gebiete zur Unterstützung seiner Ansprüche nutzt, sieht er die zentralasiatische Bevölkerung nur als eine Variable, um seinem größten Projekt zu dienen.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Jean Monéger-Leclerc für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/tadjikistan/ce-que-le-khorassan-represente-pour-letat-islamique/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



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		<title>Tadschikistan: Vertreter der Taliban-Regierung im Konsulat in Chorugh ernannt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Indira Ramírez]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Dec 2023 13:14:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Chorugh]]></category>
		<category><![CDATA[Duschanbe]]></category>
		<category><![CDATA[Legitimität]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Repräsentation]]></category>
		<category><![CDATA[Taliban]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Konsulat in Chorugh, Tadschikistan, wurde von der Beh&#xF6;rde des Taliban-Regimes &#xFC;bernommen. Der afghanische Botschafter in der Hauptstadt Duschanbe, der von der fr&#xFC;heren Regierung ernannt wurde, ist allerdings der Auffassung, dass dieser Vertreter nicht legitim sei. Die tadschikistanische Regierung, die die Taliban nicht anerkennt, &#xE4;u&#xDF;erte sich nicht zu dieser Frage. In Tadschikistan gibt es nun [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das Konsulat in Chorugh, Tadschikistan, wurde von der Behörde des Taliban-Regimes übernommen. Der afghanische Botschafter in der Hauptstadt Duschanbe, der von der früheren Regierung ernannt wurde, ist allerdings der Auffassung, dass dieser Vertreter nicht legitim sei. Die tadschikistanische Regierung, die die Taliban nicht anerkennt, äußerte sich nicht zu dieser Frage.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In Tadschikistan gibt es nun zwei diplomatische Vertreter Afghanistans, die von zwei verschiedenen Regierungen kommen. Der eine in Duschanbe ist Botschafter <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Mohammad_Zahir_Aghbar">Mohammad Zahir Aghbar</a>, der die Regierung der Islamischen Republik Afghanistan unter dem im August 2021 gestürzten ehemaligen Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aschraf_Ghani">Aschraf Ghani</a> vertritt.Der andere ist Nakiboullo Dehkonzoda, der von den Behörden des Taliban-Regimes zum Leiter des afghanischen Konsulats in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chorugh">Chorugh</a> in der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Berg-Badachschan">autonomen Region Berg-Badachschan</a> ernannt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die beiden Vertreter streiten also um die Legitimität. Das letzte Wort hat die tadschikische Regierung, die sich noch nicht dazu geäußert hat.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zwei Vertreter, zwei Regierungen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am 7. November zerriss Botschafter Mohammad Zahir Aghbar öffentlich die Kopie eines Schreibens, der im Namen der Taliban an die Medien <a href="https://rus.ozodi.org/a/32674700.html">verteilt worden war</a>. Darin stand, dass einer ihrer Vertreter zum ersten Sekretär der Botschaft in Tadschikistan ernannt worden war. Der Botschafter dementierte dies und forderte die Bevölkerung auf, keine falschen Informationen zu verbreiten:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Unser Konsulat in Chorog ist in keiner Weise in den Händen der Taliban. Wir haben es aufgrund mangelnder wirtschaftlicher Möglichkeiten vorübergehend geschlossen, und unsere Kollegen arbeiten weiterhin hier [im Büro der afghanischen Botschaft in Tadschikistan]“</em>, sagte er laut dem <a href="http://asiatv.kg/2023/11/13/afganskoe-konsulstvo-v-tadzhikskom-horoge-pereshlo-pod-kontrol-talibana-predstavitel-talibov-v-konsulstve/">Sender AsiaTV</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch, <a href="https://rus.ozodi.org/a/32678983.html">so Radio Ozodi</a>, veröffentlichte der stellvertretende Sprecher des Außenministeriums der Taliban, Hafiz Zia Ahmad, am 9. November <a href="https://twitter.com/HafizZiaAhmad">auf X</a> (früher Twitter) ein Video, in dem er mit Nakibullo Dehkonzoda spricht und behauptet, mit der direkten Unterstützung und Aufsicht des Außenministeriums des Islamischen Emirats Afghanistan zu arbeiten.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Dekhkonzoda erklärt darin, dass er den tadschikistanischen Behörden für die Öffnung der Grenzposten und -märkte gedankt habe und dass sich die Taliban in den Bereichen Transport, Handel, Grenzfragen und Auslieferung von Gefangenen mit Tadschikistan koordinieren würden. Seinen Worten zufolge werden die Aktivitäten des Konsulats von nun an auf die Bereitstellung von Visa und Pässen für afghanische Bürger ausgeweitet.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zustimmendes Schweigen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die tadschikistanischen Behörden äußerten sich allerdings nicht zur Anwesenheit eines Vertreters der Taliban mit diplomatischen Funktionen in Chorugh, obwohl Tadschikistan das einzige Nachbarland Afghanistans ist, das keine diplomatischen Beziehungen zur Taliban-Regierung aufgenommen hat.Der tadschikistanische Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Emomalij_Rahmon">Emomalj Rahmon</a> hat die Taliban beschuldigt, Minderheitengruppen, insbesondere die Tadschiken, nicht in die Regierungsführung Afghanistans einzubeziehen, <a href="https://intellinews.com/pannier-curious-case-of-the-duelling-afghan-diplomats-301815/">berichtet Intellinews</a>. Tadschikinnen und Tadschiken sollen 27% der afghanischen Bevölkerung <a href="https://minorityrights.org/country/afghanistan/">ausmachen</a>. Als die Taliban in Afghanistan wieder an die Macht kamen, sorgten sie zudem für Spannungen mit der tadschikistanischen Regierung, indem sie bewaffnete Männer der mit den Taliban verbündeten <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Jamaat_Ansarullah">Jamaat Ansarullah</a> entlang der gemeinsamen Grenze stationierten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Reaktion darauf hat Tadschikistan seit 2021 seine Militärpräsenz im Grenzgebiet verstärkt und die Zahl der Militärposten auf über 100 erhöht, <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/security/20230807/tadzhikistan-uvelichil-do-100-kolichestvo-pogranpostov-na-granitse-s-afganistanom">berichtet Asia-Plus</a>. Die tadschikistanischen Behörden haben wiederholt vor Sicherheitsbedrohungen durch extremistische Gruppen aus Afghanistan gewarnt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: Tadschikistan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/jenseits-von-krieg-und-drogen-ein-anderer-blick-auf-afghanistan/">Jenseits von Krieg und Drogen, ein anderer Blick auf Afghanistan</a></strong><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt jedoch einen Präzedenzfall für die aktuelle Situation. Nachdem eine Lawine im März die Infrastruktur des Konsulats in Chorugh beschädigt hatte, reiste eine Gruppe von Vertretern der Taliban-Regierung an, um den Schaden zu begutachten, <a href="https://avesta.tj/2023/03/25/strong-delegatsiya-talibov-vpervye-posetila-tadzhikistan-strong/">berichtet Avesta</a>. Bei dieser Gelegenheit bestätigten die afghanischen Behörden die Anwesenheit dieser Gruppe, während die tadschikistanische Regierung die Situation weder klarstellte noch dementierte.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine wirtschaftlich pragmatische, politisch geschlossene Position</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiteres Indiz für eine mögliche Annäherung zwischen Tadschikistan und Afghanistan ist die Wiederaufnahme der gemeinsamen Handelsaktivitäten an der Grenze Anfang September. Die Maßnahme wurde laut der Stadtverwaltung von Chorog auf <em>„Anweisung des Präsidenten der Republik Tadschikistan, Emomali Rahmon“</em> ergriffen, <a href="https://rus.ozodi.org/a/32575770.html">so Radio Ozodi</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tadschikistan setzte auch unter dem Taliban-Regime den Handel mit Afghanistan fort. Im vergangenen Jahr waren beispielsweise die Exporte nach Afghanistan gestiegen, vor allem im Stromsektor, der die Hälfte des Umsatzes ausmacht. Außerdem bestand 97% des binationalen Handels aus Exporten nach Afghanistan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Handelsaustausch geht also weiter. &nbsp;Der Präsident des Landes hat sich zu dieser diplomatischen Intrige nicht geäußert. Doch der Direktor des Zentrums für strategische Studien Tadschikistans, Khaidriddin Usmonzoda, sagte <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/security/20230807/tadzhikistan-uvelichil-do-100-kolichestvo-pogranpostov-na-granitse-s-afganistanom">gegenüber Asia-Plus im August</a>: <em>„Angesichts unserer Nähe zu diesem Land werden wir die wirtschaftliche Zusammenarbeit nicht einstellen. Denn die Unterstützung Tadschikistans für das afghanische Volk hängt in erster Linie von einer verstärkten wirtschaftlichen Zusammenarbeit ab. Tadschikistan hat alle seine Transportkorridore den Nachbarländern und internationalen Organisationen zur Verfügung gestellt, die dem Land humanitäre Hilfe leisten könnten. Was jedoch die politischen Beziehungen betrifft, so ist die Haltung Tadschikistans gegenüber den Taliban unverändert und stabil.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Taliban-Regime kämpft aufgrund seiner menschenrechtswidrigen Politik immer noch um seine Legitimität in der internationalen Gemeinschaft. Die Haltung der tadschikistanischen Regierung erscheint daher paradox: &nbsp;Sie bemüht sich, zwischen dem Handelsaustausch zur Unterstützung des afghanischen Volkes, der politischen Unvereinbarkeit und der Sicherheit des tadschikischen Territoriums angesichts der in Afghanistan koexistierenden extremistischen Gruppen zu unterscheiden.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Indira Ramirez, Redakteurin für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/tadjikistan/representant-gouvernement-taliban-nomme-consulat-khorog/">Französischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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			</item>
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		<title>Usbekistan und Afghanistan verlängern Vertrag über Stromexport</title>
		<link>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/usbekistan-und-afghanistan-verlaengern-vertrag-ueber-stromexport/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Romane Haquette]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Mar 2023 18:26:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Elektroenergie]]></category>
		<category><![CDATA[Strom]]></category>
		<category><![CDATA[Stromexport]]></category>
		<category><![CDATA[Taliban]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zu Beginn des Jahres haben Usbekistan und Afghanistan ein neues Energieabkommen unterzeichnet. Doch technische Probleme an usbekischen Anlagen und eine unerwartete K&#xE4;ltewelle haben die Umsetzung der Zusammenarbeit verz&#xF6;gert. Dies veranlasste wiederum die Taliban-Regierung zur Reaktion. Es ist ein Abkommen zwischen zwei Nachbarl&#xE4;ndern, welches nur m&#xFC;hsam ins Rollen kommt. Am 1. Januar ist der Energieminister der [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zu Beginn des Jahres haben Usbekistan und Afghanistan ein neues Energieabkommen unterzeichnet. Doch technische Probleme an usbekischen Anlagen und eine unerwartete Kältewelle haben die Umsetzung der Zusammenarbeit verzögert. Dies veranlasste wiederum die Taliban-Regierung zur Reaktion. </strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist ein Abkommen zwischen zwei Nachbarländern, welches nur mühsam ins Rollen kommt. Am 1. Januar ist der Energieminister der Taliban-Regierung, <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Abdul_Latif_Mansur">Abdul Latif Mansur</a>, nach Taschkent gereist. Dort unterzeichnete er &nbsp;ein Abkommen im Wert von 35 Millionen US-Dollar (32 Millionen Euro) , <a href="https://twitter.com/DABS_Official/status/1609475173262004225">wie es in einer Mitteilung des Energieunternehmens DA Afghanistan Breshna Sherkat (Dabs) heißt</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Usbekistan verlängert seinen Stromexport nach Afghanistan um ein Jahr und hat sich verpflichtet, dem Land bis zum Winter 2023 450 Megawatt (MW) zu liefern. Dies berichtet <a href="https://rus.azattyq.org/a/32207088.html">Radio Azattyq</a>, der kasachstanische Dienst von Radio Free Europe. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/kaeltewelle-fuehrt-zu-energiekrise-in-usbekistan/"><strong>Kältewelle führt zu Energiekrise in Usbekistan</strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die beiden Nachbarn ist es nicht die erste Vereinbarung. Usbekistan ist der wichtigste Stromlieferant Afghanistans und das zentralasiatische Land, das sich seit August 2021 <a href="https://novastan.org/fr/ouzbekistan/louzbekistan-envisage-de-reprendre-les-relations-commerciales-avec-lafghanistan/">am kooperativsten gegenüber der Taliban-Regierung gezeigt hat</a>. Bereits im vergangenen Jahr hatte Taschkent einen Vertrag mit Kabul über 100 Millionen US-Dollar (92 Millionen Euro) unterzeichnet und sich dabei verpflichtet, Kabul mit 2,2 Milliarden Kilowattstunden (kWh) Strom zu versorgen. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Schulden in Höhe von 62 Millionen US-Dollar</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Wegen der Energiefrage kam es jedoch seit Oktober 2021 regelmäßig zu Spannungen. Laut der <a href="https://tass.ru/ekonomika/12575167">russischen Nachrichtenagentur Tass</a> schuldete Afghanistan für seine Stromimporte den Staaten Usbekistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Iran 62 Millionen US-Dollar (57,1 Millionen Euro). Die afghanischen Behörden hatten diese Schulden auf blockierte Finanztransfers aufgrund der Sanktionen der internationalen Staatengemeinschaft zurückgeführt, aber dies ist nicht zuletzt auch auf die schwierige wirtschaftliche Situation des Landes zurückzuführen, seit die Taliban die Regierungsspitze übernommen haben.

</p>


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<p class="wp-block-paragraph">

Um sich bei der Schuldenrückzahlung gegenüber seinen Nachbarn helfen zu lassen, soll das Unternehmen Dabs sogar die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Unterst%C3%BCtzungsmission_der_Vereinten_Nationen_in_Afghanistan">Hilfsmission der Vereinten Nationen in Afghanistan</a> um Unterstützung gebeten haben. Im Juli 2022 hatte Afghanistan seine Stromimporte aus dem Jahr 2021 vollständig zurückgezahlt, <a href="https://minenergy.uz/ru/news/view/2084">wie aus einer Mitteilung der usbekischen Regierung hervorgeht</a>. Mit dem neuen Abkommen vom 1. Januar schien die Zusammenarbeit dann wieder in Gang zu kommen. Doch dann verschlechterte sich die Situation wieder.
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Stärkste Kältewelle seit 50 Jahren</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://novastan.org/fr/ouzbekistan/louzbekistan-fait-difficilement-face-a-une-crise-energetique-majeure/">Usbekistan war mit der stärksten Kältewelle seit 50 Jahren konfrontiert</a>, wodurch viele Städte bei eisigen Temperaturen ohne Strom und Heizung blieben. Die Gründe dafür waren eine eingefrorene Infrastruktur und ein unvorhergesehener Stopp der Gasexporte aus Turkmenistan. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:&nbsp;</strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-kann-das-kambarata-projekt-die-energieprobleme-loesen/"><strong>Kirgistan: Kann das Kambarata-Projekt die Energieprobleme lösen?</strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Es war nicht das erste Mal, dass Usbekistan mit derartigen technischen Problemen zu kämpfen hatte. Im November 2022 war das Land bereits gezwungen, seine Stromexporte nach Afghanistan um die Hälfte zu reduzieren, <a href="https://www.ozodlik.org/a/o-zbekiston-afg-onistonga-elektr-energiyasi-eksportini-qisqartirdi/32146755.html">betont Radio Ozodlik</a>, der usbekische Dienst von Radio Free Europe. Technische Probleme in Kraftwerken an usbekischen Standorten führten in mehreren Regionen Afghanistans zu Stromausfällen. In der Hauptstadt wurde der Strom manchmal <em>„nur zwei Stunden am Tag geliefert“, </em>hatte ein Einwohner Kabuls gegenüber Radio Ozodlik erklärt. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Usbekistan pausiert seinen Stromexport</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Aufgrund dieser jüngsten Kältewelle hatte Usbekistan nach Angaben von <a href="https://rus.ozodlik.org/a/32236268.html">&nbsp;Radio Ozodlik</a> am 13. Januar die Stromlieferungen an Afghanistan eingestellt. Diese Unterbrechung war vom Außenminister der Taliban-Regierung, <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Amir_Khan_Muttaqi">Amir Khan Muttaqi</a>, schlecht aufgenommen worden. Er forderte die usbekischen Behörden dazu auf, ausreichend Strom zu den in dem Abkommen ausgehandelten Bedingungen zu liefern.

Die Einwohner:innen von Kabul hatten mit Stromausfällen zu kämpfen und konnten nicht ausreichend heizen. Die Kältewelle in Afghanistan verursachte den Tod von 16 Menschen und zwischen 2.000 und 4.000 Tieren, <a href="https://rus.ozodlik.org/a/32228663.html">wie Radio Ozodlik bekannt gab</a>.

</p>


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<p class="wp-block-paragraph">

Am 25. Januar hatte das usbekische Außenministerium laut dem afghanischen <a href="https://tolonews.com/business-181744">Medium Tolonews</a> angekündigt, in den nächsten 24 Stunden 250 MW Strom nach Kabul zu liefern. Doch am 27. Januar, als Usbekistan seinen Energieexport offiziell wieder aufnahm, wurden laut <a href="https://tolonews.com/business-181744">Tolonews</a> nur 100 MW geliefert. Dies veranlasste Hekmatullah Ahundsada, den Direktor von Dabs zur Reaktion. <em>„Leider hat Usbekistan trotz der Versprechungen das Abkommen nicht umgesetzt [&#8230;] und dieser Betrag löst das Problem nicht“</em>, sagte er gegenüber dem afghanischen Medium.
</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Romane Haquette, Redakteurin für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/ouzbekistan/louzbekistan-prolonge-dun-an-son-contrat-dexportation-delectricite-vers-lafghanistan/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Berenika Zeller</strong>
<p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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		<title>Tadschikistan: Schwierige Nachbarschaft mit den Taliban</title>
		<link>https://novastan.org/de/tadschikistan/tadschikistan-schwierige-nachbarschaft-mit-den-taliban/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[pmougeot]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Jun 2022 16:02:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheitspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Taliban]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Vereinigte Staaten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seitdem die Taliban in Afghanistan an die Macht gekommen sind, muss Tadschikistan seine Politik anpassen, obwohl die Spannungen zwischen beiden L&#xE4;ndern weiter zunehmen. Um seine Grenzen zu sch&#xFC;tzen, muss das Land mit ausl&#xE4;ndischen Streitkr&#xE4;ften zusammenarbeiten. Radio Azattyq, der kasachstanische Dienst von Radio Free Europe, hat am 19. Mai berichtet, dass die Taliban mehr als 200 [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Seitdem die Taliban in Afghanistan an die Macht gekommen sind, muss Tadschikistan seine Politik anpassen, obwohl die Spannungen zwischen beiden Ländern weiter zunehmen. Um seine Grenzen zu schützen, muss das Land mit ausländischen Streitkräften zusammenarbeiten.</strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Radio Azattyq, der kasachstanische Dienst von Radio Free Europe, hat am 19. Mai <a href="https://rus.azattyq.org/a/afghanistan-taliban-tajikistan-border-truck-seizures/31861163.html">berichtet</a>, dass die Taliban mehr als 200 tadschikische Lastwagen an der afghanischen Grenze aufgehalten haben. Laut Zeugenaussagen verbot die Polizei den Truckern weiterzufahren, aber auch ihre Fahrzeuge zu verlassen. Der Sprecher der Taliban, Sabiullah Mudschahid, erklärte, man werde <em>„die Beziehungen zu Tadschikistan normalisieren und die Grenze öffnen, sobald die Parteien eine formelle Einigung über eine Reihe von Themen erzielen“</em>. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Unterstützung für die Opposition erzeugt Spannungen</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Dieser Vorfall ereignete sich vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen zwischen den beiden Ländern. In mehreren Berichten wird behauptet, dass Tadschikistan einigen Anführern der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nationale_Widerstandsfront_von_Afghanistan">Nationalen Widerstandsfront</a> nahestehe. Diese Oppositionsgruppe besteht hauptsächlich aus Angehörigen der tadschikischen Minderheit in Afghanistan. Zwar hat Duschanbe solche Behauptungen stets bestritten, jedoch hatte Tadschikistans Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Emomalij_Rahmon">Emomali Rahmon</a> im September 2021 gefordert, dass die Taliban humanitäre Hilfe für <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pandschschir">Pandschir</a> zulassen – eine Provinz Afghanistans, die sich gegen die neuen Machthaber stellt.

</p>


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<p class="wp-block-paragraph"> Wie das tadschikische Nachrichtenportal <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/opinion/20220511/kto-obyavil-voinu-tadzhikistan-talibam-ili-talibi-tadzhikistanu">Asia-Plus</a> berichtete, erklärte der den Taliban nahestehende ehemalige afghanische Premierminister <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gulbuddin_Hekmatyār">Gulbuddin Hekmatyar</a> am 11. Mai, dass Tadschikistan, indem es <em>„der afghanischen Opposition Asyl gewährte, Afghanistan den Krieg erklärt“</em> habe. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Über die wahre Bedeutung seiner Äußerungen streiten sich jedoch die Expert:innen. Der im gleichen Artikel zitierte Politologe Amiri Samon argumentiert, es sei <em>„kein Geheimnis, dass Tadschikistan eine Art Rückzugsgebiet&#8220;</em> für Oppositionsgruppen sei. Hekmatyars Worte wären demnach eine Warnung, die direkt von der neuen Regierung kommt. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/die-taliban-fordern-gestohlene-luftfahrzeuge-von-tadschikistan-und-usbekistan-zurueck/"><strong>Die Taliban fordern „gestohlene“ Luftfahrzeuge von Tadschikistan und Usbekistan zurück </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Said Homidow, der ebenfalls in dem Artikel zitiert wird, sollten solche Bemerkungen nicht überinterpretiert werden. Hekmatyar mache wegen seiner persönlichen Erfahrung mit dem Land regelmäßig kritische Bemerkungen gegenüber Tadschikistan. Die Meinung des ehemaligen Premierministers, der mehrere Jahre keine offizielle Rolle mehr bekleidet hat, müsse nicht unbedingt jene der Taliban insgesamt sein. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Tadschikistan hält an Wehrpflicht fest </strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Die zahlreichen Vorfälle an der afghanischen Grenze haben die tadschikische Regierung ermutigt, die unbeliebte Wehrpflicht aufrechtzuerhalten. Hiervon sind alle männlichen Bürger zwischen 18 und 27 Jahren <a href="https://asiaplustj.info/news/tajikistan/society/20220506/chto-ozhidaet-prizivnikov-uklonyayutshihsya-ot-prohozhdeniya-voennoi-sluzhbi-v-tadzhikistane">betroffen</a>. Wird ein Betrugsversuch aufgedeckt, droht der Person eine hohe Geldstrafe oder bis zu fünf Jahre Gefängnis. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die tadschikische Armee befindet sich jedoch in einer tiefen Krise, da laut <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/security/20220510/armiya-bednih-nuzhno-li-tadzhikistanu-otkazatsya-ot-srochnoi-sluzhbi">Asia-Plus</a> viele junge Menschen zum Arbeiten ins Ausland gehen, um ihrem Militärdienst zu entgehen. Um dieses Defizit auszugleichen, wendet der Staat illegale Methoden an, indem er zum Beispiel Studenten zum Militärdienst zwingt oder „Razzien“ durchführt, bei denen junge Menschen gezwungen werden, sich zu melden. Ein solch ungleiches und repressives System lässt viele Menschen auf eine Reform des Militärapparats hoffen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/zentralasien-bewahrt-angesichts-der-machtuebernahme-der-taliban-die-ruhe/"><strong>Zentralasien bewahrt angesichts der Machtübernahme der Taliban die Ruhe </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Mahdi Sobir, einem in dem Artikel zitierten Militärexperten, ist die Mehrheit der Länder in der „kapitalistischen Welt“ zur Berufsarmee übergegangen. Der ebenfalls in dem Artikel zitierte Oberst der Reserve Bahtijor Rahmonow ist der Ansicht, dass eine solche Reform das Ansehen der Streitkräfte erhöhen könnte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Soldat hält den Übergang zu einer Berufsarmee aus finanziellen Gründen jedoch für unmöglich. Einen stabilen und menschenwürdigen Lohn zu garantieren, scheint für den ärmsten Staat Zentralasiens nicht machbar zu sein. Daher muss Tadschikistan mit anderen Mächten kooperieren, um effektiver kämpfen zu können. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Allianzen, um interne Schwächen auszugleichen</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Tadschikistan muss eine lange, durchlässige Grenze verteidigen und arbeitet daher mit mehreren Großmächten zusammen. Während einer am 10. Mai organisierten <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/security/20220511/ssha-i-rossiya-postroyat-pogranposti-na-tadzhiksko-afganskoi-granitse-za-millioni-dollarov">Pressekonferenz</a> erklärte <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/John_M._Pommersheim">John M. Pommersheim</a>, Botschafter der Vereinigten Staaten in Tadschikistan, dass Washington in den nächsten zwei Jahren 60 Millionen US-Dollar (56,7 Millionen Euro) für die Sicherheit des Landes bereitstellen werde. Zusätzlich zu dieser finanziellen Unterstützung wird die US-Regierung Puma-Drohnen zur Überwachung der Landesgrenzen zur Verfügung stellen.

</p>


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<p class="wp-block-paragraph"> Auch wenn der Botschafter vor möglichen Angriffen aus Nordafghanistan warnt, schließt Washington die Errichtung einer Militärbasis auf tadschikischem Territorium jedoch aus. In 30 Jahren wurden nach Angaben der Vereinigten Staaten mehr als 330 Millionen US-Dollar (312 Millionen Euro) an Hilfe für die Sicherheit des Landes geliefert. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Anders als die Vereinigten Staaten unterhält Russland seine 201. Militärbasis in Tadschikistan und signalisiert Bereitschaft, die Region vor der Bedrohung durch die Taliban zu schützen. Alexander Sternik, Beamter des russischen Außenministeriums, bekräftigte laut Angaben der russischen Nachrichtenagentur <a href="https://tass.com/defense/1350243?utm_source=novastan.org&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=novastan.org&amp;utm_referrer=novastan.org">TASS</a> am 15. Oktober 2021 Moskaus Wunsch, die Übungen mit Usbekistan und Tadschikistan fortzusetzen, <em>„solange es die alarmierende Situation [in Afghanistan] erfordert“</em>. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/russland-und-zentralasien-bauen-gemeinsame-luftverteidigung-aus/"><strong>Russland und Zentralasien bauen gemeinsame Luftverteidigung aus </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der Machtübernahme der Taliban hat Duschanbe Truppen und Ausrüstung entlang der Grenze zu Afghanistan verlegt. Wie <a href="https://www.rferl.org/a/russia-tajik-drills-afghanistan/31435014.html">Radio Free Europe</a> berichtet, haben Russland und Tadschikistan in der Folge immer wieder Militärübungen entlang der Grenze abgehalten. </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Paul Mougeot, Redakteur für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/tadjikistan/la-politique-du-tadjikistan-face-aux-talibans/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong> </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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		<title>Taliban hoffen, über Kirgistan auf den russischen Markt zu gelangen</title>
		<link>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/taliban-hoffen-ueber-kirgistan-auf-den-russischen-markt-zu-gelangen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[pmougeot]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Mar 2022 10:21:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Bilaterale Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Taliban]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bei einem Treffen in der T&#xFC;rkei haben die Au&#xDF;enminister von Kirgistan und Afghanistan ihre bilateralen Beziehungen und die Zukunft der Region besprochen. Zu den Pl&#xE4;nen Afghanistans geh&#xF6;rte auch der Zugang zum russischen Markt &#xFC;ber Kirgistan. Bedeutende Fortschritte bei den Verhandlungen sind jedoch nicht in Sichtweite. Am 12. M&#xE4;rz kamen der kirgisische Au&#xDF;enminister Ruslan Kasakbajew und [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Bei einem Treffen in der Türkei haben die Außenminister von Kirgistan und Afghanistan ihre bilateralen Beziehungen und die Zukunft der Region besprochen. Zu den Plänen Afghanistans gehörte auch der Zugang zum russischen Markt über Kirgistan. Bedeutende Fortschritte bei den Verhandlungen sind jedoch nicht in Sichtweite. </strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 12. März kamen der kirgisische Außenminister <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ruslan_Kasakbajew">Ruslan Kasakbajew</a> und sein afghanischer Amtskollege auf dem Diplomatischen Forum im türkischen Antalya zusammen. Laut einer <a href="https://mfa.gov.kg/ru/osnovnoe-menyu/press-sluzhba/novosti/kyrgyz-respublikasynyn-tyshky-ishter-ministri-ruslan-kazakbaevdin-afganistandyn-tyshky-ishter-ministrinin-mildetin-atkaruuchu-amir-han-mottaki-menen-zholugushuusu-bolup-tt">Erklärung des kirgisischen Außenministeriums</a> sprachen die beiden Männer über verschiedene Themen, darunter auch die bilateralen Beziehungen zwischen den beiden Ländern und die regionale Sicherheit. </p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">

Ein Verhandlungspunkt war der Transport afghanischer Waren richtung Norden. Eine vertiefte regionale Zusammenarbeit könnte dazu führen, dass „<em>das zwischen allen Ländern der Region bestehende Transit- und Transportpotenzial umfassender genutzt wird</em>“, so Kasakbajew. Afghanistan, das unter erheblichen Wirtschaftssanktionen leidet, möchte Handelsrouten nach Norden einrichten, und damit auch nach Russland und in die Länder der <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/eurasische-union-wiederbelebung-der-sowjetunion/">Eurasischen Wirtschaftsunion</a> (EAWU) exportieren.
</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Taliban bleiben in Russland verboten</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Die 2015 eingerichtete [<a href="https://novastan.org/fr/kazakhstan/le-kazakhstan-fondent-lunion-eurasiatique-avec-la-russie-et-la-bielorussie-2/">fr</a>] EAWU ist eine Zollunion, der Russland, Belarus, Armenien, Kasachstan und Kirgistan angehören. Erklärtes Ziel der Organistaion ist eine engere Integration zwischen den Ländern nach dem Vorbild der Europäischen Union. Durch den Zugang zum kirgisischen Markt könnten afghanische Produkte leichter in andere EAWU-Mitgliedsländer exportiert werden. Dieser Vorschlag kommt zu einer Zeit, in der Russland aufgrund des <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/der-krieg-in-der-ukraine-und-seine-folgen-fuer-zentralasien/">Krieges in der Ukraine</a> massiven Sanktionen unterliegt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein neuer Handelspartner könnte für Moskau schon allein als Absatzmarkt interessant sein. Allerdings bleibt Afghanistan seit der <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/zentralasien-bewahrt-angesichts-der-machtuebernahme-der-taliban-die-ruhe/?noredirect=de-DE">Machtübernahme der Taliban</a> im August 2021 von der internationalen Gemeinschaft ausgeschlossen. Die Bewegung gilt nach wie vor als terroristische Gruppe und ist in der Russischen Föderation offiziell verboten, wie das russische Medium <a href="https://fergana.agency/news/125444/">Fergana News</a> erläutert. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Das CASA-1000-Projekt wird erwähnt</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Die Vertreter Kirgistans und Afghanistans erinnerten auch an die kulturellen Affinitäten zwischen ihren beiden Ländern. Kasakbajew äußerte seinen Wunsch nach Wirtschaftswachstum und Stabilität in Afghanistan, und meinte, dass „<em>Fragen der Umsetzung des CASA-1000-Projekts zur Versorgung Afghanistans mit Strom</em> [&#8230;] <em>relevant werden</em>“. Das 2016 gestartete <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/casa-1000-eine-elektrische-verbindung-zwischen-pakistan-afghanistan-tadschikistan-und-kirgisistan/">Projekt CASA-1000</a> sieht mitunter eine Stromleitung zwischen dem Umspannwerk Datka-Kemin in Kirgistan und dem Umspannwerk Chudschand in Tadschikistan vor, um Strom nach Afghanistan und Pakistan zu liefern. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/energieprojekt-casa-1000-mehr-politik-als-wirtschaft/">Das Energieprojekt CASA-1000 – Mehr Politik als Wirtschaft</a> </strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Winter leiden die zentralasiatischen Länder zwar an Stromengpässen, haben aber im Sommer eine Überproduktion an Strom. Als 2015 erstmals ein Abkommen zwischen Kirgistan, Tadschikistan, Afghanistan und Pakistan unterzeichnet wurde, sah das Dokument die Lieferung von 1.300 Megawatt Strom pro Jahr vor. Allerdings kam es immer wieder zu Verzögerungen, die durch die Instabilität der Region und den <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekistan-aendert-seine-position-in-bezug-auf-das-energieprojekt-casa-1000/">langjährigen Widerstand</a> von Usbekistan verursacht wurden. Zwar hat Usbekistan seine Position seit 2018 geändert, doch auch andere Schwierigkeiten beeinträchtigen das Projekt, das bis 2023 abgeschlossen sein soll. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Humanitäre Unterstützung für Afghanistan</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">
Parallel dazu bedankte sich der afghanische Außenminister <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Amir_Khan_Muttaqi">Amir Khan Muttaki</a> bei Kirgistan für die humanitäre Hilfe, die Bischkek zwischen September und Oktober 2021 leistete. Muttaki schlug ein gemeinsames Entwicklungsprojekt in der Region <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Badachschan">Badachchan</a> vor, mit dem Krankenhäuser und Schulen gebaut werden sollen. In dieser Region im Norden Afghanistans befinden sich der <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Little_Pamir">Kleine</a> und der <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Great_Pamir">Große Pamir</a>, in denen kirgisische Gemeinden angesiedelt sind.

</p>


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<p class="wp-block-paragraph">

Die Hilfe wird jedoch vom Sekretär des kirgisischen Sicherheitsrats, Marat Imankulow, relativiert. In einem Interview mit der kirgisischen Nachrichtenagentur AKIPress vertrat der General die Ansicht, dass Kirgistan nur bescheidene Hilfe geleistet habe. „<em>Wir haben den ethnischen Kirgisen, die im kleinen und großen Pamir leben, geholfen. Wenn möglich, sind wir bereit, euch mehr zu helfen</em>“, sagte er am 15. März. „<em>Viele Afghanen stehen am Rande des Hungertods</em>“, fügte er hinzu.
</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Paul Mougeot</strong>
<strong>Für Novastan France</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Französischen von Florian Coppenrath</strong> </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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		<title>Die Taliban fordern  „gestohlene“ Luftfahrzeuge von Tadschikistan und Usbekistan zurück</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Benoît Giraudet]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Jan 2022 17:43:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Flugzeug]]></category>
		<category><![CDATA[Hubschrauber]]></category>
		<category><![CDATA[Luftfahrzeug]]></category>
		<category><![CDATA[Luftwaffe]]></category>
		<category><![CDATA[Militär]]></category>
		<category><![CDATA[Taliban]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Verteidigungsminister der afghanischen Taliban-Regierung hat Tadschikistan und Usbekistan aufgefordert, Flugzeuge zur&#xFC;ckzugeben, die w&#xE4;hrend des Machtwechsels in Afghanistan &#x201E;gestohlen&#x201C; wurden. Die Taliban haben eine klare Botschaft an Usbekistan und Tadschikistan gesendet. &#x201E;Unsere Flugzeuge, die sich in Tadschikistan oder Usbekistan befinden, m&#xFC;ssen zur&#xFC;ckgegeben werden. Wir werden nicht zulassen, dass diese Flugzeuge im Ausland bleiben oder von [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Verteidigungsminister der afghanischen Taliban-Regierung hat Tadschikistan und Usbekistan aufgefordert, Flugzeuge zurückzugeben, die während des Machtwechsels in Afghanistan „gestohlen“ wurden.</strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Taliban haben eine klare Botschaft an Usbekistan und Tadschikistan gesendet. <em>„Unsere Flugzeuge, die sich in Tadschikistan oder Usbekistan befinden, müssen zurückgegeben werden. Wir werden nicht zulassen, dass diese Flugzeuge im Ausland bleiben oder von diesen Ländern genutzt werden“</em>, sagte <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mullah_Yaqoob">Mohammad Yaqoob</a>, Verteidigungsminister der afghanischen Taliban-Regierung, am 11. Januar laut dem afghanischen Fernsehsender <a href="https://tolonews.com/afghanistan-176156">Tolonews</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben des Ministers, der auch der Sohn von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mohammed_Omar">Mullah Omar</a> ist, wurden 81 Militärflugzeuge und Hubschrauber der afghanischen Armee gestohlen und in verschiedene Länder, darunter Tadschikistan und Usbekistan, gebracht. Laut dem auf öffentlichen Quellen basierenden Portal <a href="https://www.wdmma.org/afghan-air-force.php">WDMMA</a> zählte die afghanischen Luftwaffe 271 Flugzeuge, bevor die Taliban <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/zentralasien-bewahrt-angesichts-der-machtuebernahme-der-taliban-die-ruhe/?noredirect=de-DE">am 15. August 2021 die Macht übernahmen</a>. </p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Länder, die die Flugzeuge nicht an Afghanistan zurückgeben, würden die Konsequenzen tragen, betonte der Minister. Diese Äußerungen richten sich insbesondere an Tadschikistan und Usbekistan, wohin laut Tolonews etwa vierzig Hubschrauber ausgeflogen wurden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie das tadschikische Nachrichtenportal <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/20220105/tadzhikistan-molchit-talibi-v-ocherednoi-raz-poprosili-vernut-afganskie-vertoleti">Asia-Plus</a> berichtete, sei ein entsprechender Aufruf bereits am 5. Januar gestartet worden. Die usbekische Onlinezeitung <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2021/08/16/borders-uzbekistan/">Gazeta.uz</a> berichteten unter Berufung auf die Generalstaatsanwaltschaft, dass Mitte August 22 Militärflugzeuge und 24 Hubschrauber (Embraer EMB 314 Super Tucano, UH-60 Black Hawk, MD-530, PC-12 und Mi-17) nach Usbekistan übergelaufen waren. Am 16. August <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2021/08/16/gp/">nannte</a> die Generalstaatsanwaltschaft diese Information jedoch <em>„nicht vollständig verifiziert&#8220;</em>. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Taschkent und Duschanbe schweigen</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Die Bemerkungen des Ministers erfolgten während einer Militärzeremonie, die den Taliban Gelegenheit bot, die Einsatzfähigkeit ihrer von der Vorgängerregierung <a href="https://www.youtube.com/watch?v=c_ulxVhujxU">übernommenen</a> Luftfahrzeuge zu demonstrieren. Der Verteidigungsminister lobte das Potenzial seiner Armee und <a href="https://tolonews.com/afghanistan-176270">erklärte</a>, dass Afghanistans <em>„zukünftige Luftwaffe von keinem Land abhängig sein wird“</em>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Weder Taschkent noch Duschanbe reagierten auf diese wiederholten Forderungen. Auch haben die tadschikischen und usbekischen Behörden haben keine Pressemitteilungen oder Kommentare in ihrer jeweiligen nationalen Presse veröffentlicht. Stattdessen meldeten sich die USA in der Angelegenheit zu Wort. Pentagon-Sprecher John Kirby <a href="https://www.centralasian.org/a/31660988.html">sagte</a> während eines regelmäßigen Briefings am 18. Januar als Antwort auf die Frage eines Reporters zum Schicksal der Hubschrauber, dass man immer noch an diesem Thema arbeite. <em>„Aber ich glaube nicht, dass sie nach Afghanistan geschickt werden, um von den Taliban eingesetzt zu werden“</em>, fügte er hinzu. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a class="mkd-pt-link" href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/zentralasien-bewahrt-angesichts-der-machtuebernahme-der-taliban-die-ruhe/" target="_self" rel="noopener noreferrer"><strong>Zentralasien bewahrt angesichts der Machtübernahme der Taliban die Ruhe</strong> </a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Den Forderungen der Taliban wurde jedoch schon am 14. Januar von deren Sprecher Suheil Schahin an Kraft genommen. Wie das usbekische Nachrichtenportal <a href="https://t.me/nigoh_01/1585">Nigoh</a> berichtete, sei er der Ansicht, dass die Beziehungen zwischen Afghanistan und Usbekistan nicht beeinträchtigt werden. <em>„Usbekistan hat dem afghanischen Volk wiederholt humanitäre Hilfe zukommen lassen, wofür wir dankbar sind. Wir sind beides muslimische Länder und wollen in Frieden und Brüderlichkeit zusammenleben. Und ich glaube, dass wir in der Lage sind, dieses und auch jedes andere Problem auf diplomatischem Wege zu lösen“</em>, erklärte Schahin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut <a href="http://eurasian-studies.tsu.ru/about/eksperty/ergashev-bakhtier-ismailovich/">Baxtiyor Ergashev</a>, Direktor des Taschkenter Zentrums für Forschungsinitiativen „Ma&#8217;no“, müsse eine schwierige Entscheidung getroffen werden, berichtet das usbekische Nachrichtenportal <a href="https://podrobno.uz/cat/obchestvo/khoroshikh-variantov-net-ekspert-nazval-tri-puti-resheniya-problemy-s-vozvrashcheniem-samoletov-i-ve/">Podrobno</a>. Bei Nichtübergabe der Ausrüstung könnte die Situation mit den Taliban eskalieren, während die Rückgabe der Luftfahrzeuge bedeutet, dass sie morgen für umstrittene Zwecke verwendet werden könnten und somit die Beziehungen zu den Weltmächten erschweren. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Ein unterschiedlicher diplomatischer Ansatz</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Seit der Machtübernahme der Taliban hat sich Usbekistan für eine neutrale Haltung gegenüber den neuen Machthabern entschieden. Ohne das neue Regime offiziell anzuerkennen, blieben usbekische Diplomaten in Afghanistan. Und wie das usbekische Nachrichtenportal <a href="https://kun.uz/uz/news/2021/10/02/ozbek-elchisi-tolibon-tashqi-ishlar-vaziri-bilan-uchrashdi">Kun.uz</a> berichtete, trafen sich am 7. Oktober die Außenminister beider Länder. Taschkent will keine afghanischen Geflüchteten aufnehmen, zeigt sich aber besorgt um die Sicherheit seiner Grenze.

</p>


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<p class="wp-block-paragraph">

Tadschikistan ist hingegen das einzige Land in Zentralasien, das den Dialog mit den Taliban ablehnt. Wie <a href="https://rus.ozodi.org/a/31465802.html">Radio Ozodi</a> im vergangenen September berichtete, erklärte Tadschikistans Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Emomalij_Rahmon">Emomali Rahmon</a>, dass die Taliban beabsichtigten, in Afghanistan eine Autokratie in Form eines <em>„islamischen Emirats auf der Grundlage der strengen mittelalterlichen Scharia“</em> zu errichten.
</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Benoît Giraudet, Redakteur für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/politique/les-talibans-veulent-recuperer-leurs-avions-et-helicopteres-au-tadjikistan-et-en-ouzbekistan/"><strong>Französischen</strong></a><strong> übersetzt und ergänzt von Robin Roth</strong> </p>



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		<title>Zentralasien bewahrt angesichts der Machtübernahme der Taliban die Ruhe</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Etienne Combier]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Sep 2021 18:43:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Turkmenistan, Usbekistan und Tadschikistan sehen sich nach der Macht&#xFC;bernahme der Taliban in Afghanistan mit einer neuen Realit&#xE4;t konfrontiert. Das neue afghanische Regime hat seinen Nachbarn versprochen, dass es weder Terrorgruppen beherbergen noch seinen Einfluss nach Norden ausdehnen werde. Die zentralasiatischen Staaten bewahren derweil die Ruhe. Wie gehen die einzelnen Staaten mit der neuen Situation um? [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Turkmenistan, Usbekistan und Tadschikistan sehen sich nach der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan mit einer neuen Realität konfrontiert. Das neue afghanische Regime hat seinen Nachbarn versprochen, dass es weder Terrorgruppen beherbergen noch seinen Einfluss nach Norden ausdehnen werde. Die zentralasiatischen Staaten bewahren derweil die Ruhe. Wie gehen die einzelnen Staaten mit der neuen Situation um? Unsere Kolleg:innen von Novastan France haben in ihrer kostenpflichtigen Rubrik </strong><a href="https://novastan.org/fr/decryptage/avec-les-talibans-au-pouvoir-lasie-centrale-ne-saffole-pas/"><strong>décryptage</strong></a><strong> (dt.: Entschlüsselung) eine Analyse vorgenommen, die wir mit freundlicher Genehmigung übersetzen</strong>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die rasche Machtübernahme der Taliban sorgte auch in den Nachbarländern Afghanistans für Aufsehen. Nachdem die radikalislamische Bewegung am 15. August Kabul eingenommen hatte, beobachteten die Staaten Zentralasiens die Ereignisse im Nachbarland umso aufmerksamer. Auch wenn US-Geheimdienste erwarteten, dass Kabul <a href="https://www.wsj.com/articles/afghan-government-could-collapse-six-months-after-u-s-withdrawal-new-intelligence-assessment-says-11624466743?st=wt75cs3qnagkbsb&amp;reflink=article_copyURL_share">innerhalb von sechs Monaten nach dem Rückzug der USA</a> fallen würde, geschah dies bereits einen Monat früher. </p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">

Wie <a href="https://www.voanews.com/south-central-asia/central-asia-wrestles-new-reality-afghanistan">Voice of America</a> berichtet, stehen die Länder der Region nun einer neuen Realität in Afghanistan gegenüber &#8211; einer Realität, die viel schneller eingetreten ist als erwartet. Auf diese neue Situation reagierten die zentralasiatischen Staaten unterschiedlich, ohne jedoch in Panik zu verfallen.
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>„Business as usual“ in Turkmenistan</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Der Machtantritt der Taliban scheint in Turkmenistan am besten aufgenommen worden zu sein. Das turkmenische Außenministerium <a href="https://www.mfa.gov.tm/ru/news/2751">informierte</a> am 18. August über ein Treffen zwischen dem turkmenischen Konsul und einem Taliban-Anführer in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Masar-e_Scharif">Masar-i-Scharif</a>. Das Treffen wurde als <em>„positiv und konstruktiv“</em> beschrieben, des Weiteren wurde auf die „<em>brüderlichen“</em> und <em>„gutnachbarschaftlichen“</em> Beziehungen zwischen den beiden Ländern hingewiesen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Allgemeinen scheint Aschgabat so zu tun, als ob sich beim Nachbarn nichts geändert hätte. Wie die unabhängige turkmenische Nachrichtenagentur <a href="https://telegra.ph/Turkmenistan-aktivno-postavlyaet-v-Afganistan-produkty-toplivo-i-gaz-Taliban-snizil-poshliny-08-26">Chronika Turkmenistana</a> berichtet, liefert Turkmenistan den Taliban Lebensmittel, Gas, Strom und Treibstoff. Dieselbe Agentur <a href="https://www.hronikatm.com/2021/09/afghan-border-2/">berichtete</a> jedoch am 1. September, dass sich turkmenische Spezialeinheiten nahe der Grenze formieren und dass entlang der 700 Kilometer langen Grenze mit Afghanistan zusätzliche Zäune errichtet werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/die-taliban-vor-den-toren-zentralasiens-was-sind-die-folgen/">Die Taliban vor den Toren Zentralasiens: Was sind die Folgen? </a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig weigerten sich die turkmenischen Behörden afghanische Flüchtende aufzunehmen und beriefen sich dabei auf eine drohende Ausbreitung von Covid-19. Dies teilte die offizielle turkmenische Nachrichtenagentur <a href="https://tdh.gov.tm/ru/post/28484/telefonnyj-razgovor-mezhdu-prezidentom-turkmenistana-i-predsedatelem-evropejskogo-soveta">TDH</a> am 29. August mit. Bisher hat Turkmenistan offiziell keine Infektionen vermeldet und <a href="https://tdh.gov.tm/ru/post/28441/rasshirennoe-zasedanie-kabineta-ministrov-turkmenistana-5">behauptet weiterhin</a>, dass das Coronavirus im Land nicht vorhanden sei. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Pragmatisch betrachtet könnte es sein, dass Aschgabat den Machtantritt der Taliban begrüßt, da es das Projekt der TAPI-Gaspipeline abschließen möchte. Die Pipeline soll von Turkmenistan über Afghanistan nach Pakistan und Indien verlaufen. <em>„Die turkmenischen Behörden hoffen, dass der Machtantritt der Taliban das Sicherheitsproblem für den Bau und die Einrichtung von TAPI lösen wird&#8220;</em>, erklärt Konstantin Kuryljew, Professor für internationale Beziehungen an der Universität für Völkerfreundschaft in Moskau, gegenüber Novastan. Bereits im Februar hatte eine Taliban-Delegation Turkmenistan <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/turkmenistan-empfaengt-die-taliban/?noredirect=de-DE">zugesagt</a>, dass TAPI ohne Probleme abgeschlossen werden könne. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/turkmenistan-empfaengt-die-taliban/?noredirect=de-DE">Turkmenistan empfängt die Taliban</a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl laut <a href="https://centralasia.news/6744-v-kabmine-turkmenistana-obsudili-hod-stroitelstva-gazoprovoda-tapi.html">CentralAsia.news</a> die Trasse auf turkmenischem Staatsgebiet seit Mai 2020 fertiggestellt ist, wurde der Bau der 1995 initiierten Gaspipeline immer noch nicht abgeschlossen. Die Pipeline soll es Turkmenistan ermöglichen, seinen Gasexport zu diversifizieren, wobei aber China der <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/neuer-aufschwung-fuer-turkmenistans-gasexporte/?noredirect=de-DE">mit Abstand größte Abnehmer</a> bleiben wird. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Usbekistan unterhält normale Beziehungen</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> In Usbekistan ist die Situation differenzierter. Nach Angaben von <a href="https://www.reuters.com/world/asia-pacific/afghan-military-jet-crashes-uzbekistan-report-2021-08-16/">Reuters</a> flohen mit dem Sturz der afghanischen Regierung mehr als 500 Soldaten der regulären Armee an Bord von 22 Flugzeugen und 24 Hubschraubern nach Usbekistan. Während die Taliban die Rückgabe dieser Männer und ihrer Ausrüstung fordern, habe Taschkent die Vereinigten Staaten öffentlich aufgefordert, ein Gastland für die Piloten und ihre Familien zu finden, teilte das <a href="https://www.wsj.com/articles/uzbekistan-warns-u-s-that-afghan-pilots-and-their-families-cant-stay-11630315800">Wall Street Journal</a> mit. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 17. August <a href="https://mfa.uz/ru/press/news/2021/zayavlenie-ministerstva-inostrannyh-del-respubliki-uzbekistan---30142">bestätigte</a> Taschkent, <em>„enge Kontakte“</em> zu den Taliban zu pflegen, insbesondere im Hinblick auf die Sicherheit der gemeinsamen Grenze. Auch die diplomatischen Vertretungen Usbekistans in Kabul und Masar-i-Scharif funktionieren normal. Gleichzeitig nahm Taschkent am 23. August an einer außerordentlichen Sitzung der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_des_Vertrags_über_kollektive_Sicherheit">Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS)</a> teil. Usbekistan ist kein Mitglied der von Moskau dominierten Militärorganisation, wolle aber <em>„die Maßnahmen der engsten Partnerländer und der unmittelbaren Nachbarn in der Region besser kennenlernen&#8220;</em>, wie die usbekischen Behörden laut <a href="https://kun.uz/ru/99682758">Kun.uz</a> mitteilen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/die-taliban-sind-auch-ein-teil-der-afghanischen-gesellschaft-ein-interview-mit-dem-afghanistan-beauftragten-des-usbekischen-praesidenten/">„Die Taliban sind auch ein Teil der afghanischen Gesellschaft“ – ein Interview mit dem Afghanistan-Beauftragten des usbekischen Präsidenten </a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Taschkent hält einen ständigen Dialog mit den Taliban aufrecht und bereitet sich gleichzeitig darauf vor, dass diese entgegen ihrem Versprechen den eigenen Einfluss über Afghanistan hinaus ausdehnen. Diese Politik wird <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/lasst-sich-taschkent-erneut-auf-das-afghanische-spiel-ein/">seit 2018</a> betrieben, als Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shavkat_Mirziyoyev">Shavkat Mirziyoyev</a> beschloss, mit den Taliban zu verhandeln. Usbekistan spielte auch eine zentrale Rolle beim <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/was-bedeutet-das-abkommen-zwischen-den-taliban-und-den-usa-fuer-zentralasien/">Abkommen von Doha</a>, das im Februar 2020 zwischen den USA und den Taliban unterzeichnetet wurde. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch im Umgang mit Flüchtenden spielt Usbekistan ein doppeltes Spiel. So hat das Land einerseits zugestimmt, <a href="https://www.bbc.com/news/world-asia-58283177">Geflüchtete vorübergehend aufzunehmen</a>, ohne aber seine Grenze <a href="https://t.me/mfaspokesperson/437">vollständig zu öffnen</a>. Andererseits wurden am 20. August mehr als 150 Geflüchtete zurück nach Afghanistan gebracht, wie die russische Nachrichtenagentur <a href="https://www.interfax.ru/world/785616">Interfax</a> berichtete. Gleichzeitig hat Usbekistan seinen Luftraum und seine Flughäfen für die Evakuierung von Flüchtlingen durch westliche Staaten wie <a href="https://www.dw.com/en/afghanistan-germany-secures-uzbekistans-help-with-evacuations/a-59027345">Deutschland</a> oder die <a href="https://www.swissinfo.ch/eng/swiss-evacuations-from-afghanistan-completed/46892444">Schweiz</a> zur Verfügung gestellt. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/afghanistankrise-bundesaussenminister-maas-zu-gast-in-usbekistan-und-tadschikistan/">Afghanistankrise: Bundesaußenminister Maas zu Gast in Usbekistan und Tadschikistan </a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Angesichts der Führungsambitionen Usbekistans in Zentralasien ist es wahrscheinlich, dass die Behörden erwarten, Beziehungen zu den Taliban aufzubauen und bestimmte Vorteile sowohl für die bilateralen Beziehungen als auch im Rahmen der Außenpolitik in Zentralasien zu erhalten&#8220;</em>, meint Konstantin Kuryljew. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Tadschikistan hegt Zweifel</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Tadschikistan ist unter den Ländern der Region am vorsichtigsten gegenüber den Taliban. Das Land, das wie Usbekistan und Turkmenistan an Afghanistan grenzt, begann am 23. August seine Grenze zu militarisieren. Wie <a href="https://www.rferl.org/a/russia-tajik-drills-afghanistan/31435014.html">Radio Free Europe</a> berichtete, begannen Russland und Tadschikistan am 30. August an der Grenze zu Afghanistan mit Militärübungen im Rahmen der OVKS. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Tadschikistans Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Emomalij_Rahmon">Emomali Rahmon</a> übte unter den zentralasiatischen Staatsoberhäuptern die lauteste politische Kritik an der Machtübernahme durch die Taliban. Laut <a href="https://asiaplustj.info/news/tajikistan/politics/20210825/emomali-rahmon-predlozhil-sozdat-v-afganistane-inklyuzivnoe-pravitelstvo-s-uchastiem-tadzhikov-etoi-strani">Asia-Plus</a> sagte Rahmon am 25. August während des <a href="https://gulfnews.com/world/asia/pakistan/pakistan-and-central-asia-agree-on-coordinated-approach-on-afghanistan-1.81825289">Besuchs</a> des pakistanischen Außenministers Shah Mahmood, die afghanische Regierung sollte &#8222;inklusiv&#8220; sein. Er erklärte, dass 46 Prozent der afghanischen Bevölkerung ethnisch tadschikisch seien. Eine Behauptung, die schwer zu überprüfen ist, denn wie <a href="https://thediplomat.com/2021/08/tajikistan-wont-recognize-a-taliban-only-afghan-government/">The Diplomat</a> berichtet, wird die letzte vollständige Volkszählung in Afghanistan auf 1979 datiert. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/tadschikistan-und-russland-planen-gemeinsame-luftverteidigung/">Tadschikistan und Russland planen gemeinsame Luftverteidigung </a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ziel einer afghanischen Regierung, in der alle Ethnien vertreten sind, wurde auch von anderen Ländern aufgegriffen. Am 27. August berichtete das katarische Medienunternehmen <a href="https://www.aljazeera.com/news/2021/8/27/exclusive-taliban-plans-inclusive-caretaker-govt-in-afghanistan">Al-Jazeera</a>, dass die Taliban tatsächlich eine solche Regierung bilden würden. Bisher ist aus dieser Behauptung allerdings keine Realität geworden. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die Aussage Tadschikistans spiegelt weitgehend die Besorgnis wider, die sich heute über all die tragischen Ereignisse in Afghanistan aufgebaut hat&#8220;</em>, sagte der tadschikische Politologe Parwis Mullodschanow in einer <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/opinion/20210828/mullodzhanov-tadzhikistan-okazalsya-pervim-kto-opredelyonno-oboznachil-svoyu-pozitsiyu-v-otnoshenii-proishodyatshego-v-afganistane?tg_rhash=dad9b8f651f186">Kolumne</a> für Asia-Plus. <a href="https://www.rferl.org/a/majlis-podcast-tajikistan-taliban/31433669.html">Radio Free Europe</a> stellt seinerseits fest, dass Tadschikistan das einzige an Afghanistan grenzende Land ist, das vor dem Sturz der Regierung von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aschraf_Ghani">Aschraf Ghani</a> keine Friedensverhandlungen mit den Taliban aufgenommen hat. </p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die Entstehung von Spannungen, sowohl außerhalb als auch innerhalb Tadschikistans, bedroht die Sicherheit des Landes und des bestehenden Regimes&#8220;</em>, meint Konstantin Kuryljew. Das ärmste Land Zentralasiens bleibt am verwundbarsten, wenn die Taliban ihr Versprechen brechen und nicht in Afghanistan bleiben.
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Kirgistan und Kasachstan wenig besorgt</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Unter den nicht direkt an Afghanistan grenzenden Ländern hat Kirgistan 500 „Studierenden“-Visa für Afghan:innen angeboten [<a href="https://novastan.org/fr/kirghizstan/avec-larrivee-des-talibans-le-kirghizstan-propose-des-visas-etudiant-aux-afghans/">fr</a>/<a href="https://kloop.kg/blog/2021/08/16/kyrgyzstan-gotov-vydat-vizy-dlya-afganskih-studentov-iz-za-situatsii-s-talibanom-glava-gknb/">ru</a>], ohne allerdings seine Grenze für Flüchtende zu öffnen. Kirgistans Verteidigungsminister Talaibek Omuralijew sagte in einem Interview mit <a href="https://russian.rt.com/ussr/news/899174-minoborony-kirgiziya-obstanovka-granicy">Russia Today</a>, dass Afghanistans Probleme <em>„innere Angelegenheiten“</em> seien. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig zeigte er Vertrauen in die Fähigkeiten der OVKS und der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shanghaier_Organisation_für_Zusammenarbeit">Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit</a>, für ausreichende Sicherheit in der Region zu sorgen. Auf Seiten Kasachstans hingegen stehen wirtschaftliche Probleme im Vordergrund. So wurden laut <a href="https://eurasianet.org/kazakhstan-wheat-redirected-away-from-afghanistan">Eurasianet</a> Weizen- und Mehlexporte nach Afghanistan eingestellt, obwohl im Jahr 2020 zwei Drittel der Mehlproduktion Kasachstans nach Afghanistan verkauft wurden. 700 kasachstanische Exporteure – die meisten von ihnen in der Lebensmittelindustrie – müssen andere Absatzmöglichkeiten für ihre Produkte finden, sagte Azamat Asqaruly, Generaldirektor von QazTrade, in einem Interview mit <a href="https://kapital.kz/economic/98258/tret-kazakhstanskogo-eksporta-v-afganistan-produkty-pitaniya.html">Kapital.kz</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/wie-zentralasiatische-produkte-afghanistan-erobern/"><strong>Wie zentralasiatische Produkte Afghanistan erobern </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Politisch habe sich Nur-Sultan auf neutrale Äußerungen beschränkt, gleichzeitig aber der vorübergehenden Verlegung von UN-Missionen aus Afghanistan nach Almaty zugestimmt, berichtet das kasachstanische Nachrichtenportal <a href="https://vlast.kz/novosti/46280-agentstva-oon-v-afganistane-vremenno-peredislociruut-v-almaty-mid.html">Vlast.kz</a>. Alles in allem reagiert Zentralasien ruhig und macht sich über den politischen Wandel im Nachbarland keine übermäßig großen Sorgen. Es bleibt abzuwarten, ob die Taliban ihre Versprechen halten und weder terroristischen Bewegungen einen Rückzugsort bieten noch ihren Kampf für ein größeres islamisches Emirat ausweiten. </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Etienne Combier, Chefredakteur von Novastan France</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/decryptage/avec-les-talibans-au-pouvoir-lasie-centrale-ne-saffole-pas/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong>
<p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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		<title>Afghanistankrise: Bundesaußenminister Maas zu Gast in Usbekistan und Tadschikistan</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Robin Roth]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Sep 2021 07:45:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien & Europa]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Angesichts der Macht&#xFC;bernahme der Taliban in Afghanistan ist Bundesau&#xDF;enminister Heiko Maas nach Usbekistan und Tadschikistan gereist, um die Zusammenarbeit in Bezug auf das s&#xFC;dliche Nachbarland zu koordinieren. W&#xE4;hrend bei den Gespr&#xE4;chen in Taschkent ein Schwerpunkt auf der deutschen Evakuierungsmission lag, standen in Duschanbe sicherheitspolitische Fragen im Fokus. Bundesau&#xDF;enminister Heiko Maas ist am 29. August zu [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Angesichts der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan ist Bundesaußenminister Heiko Maas nach Usbekistan und Tadschikistan gereist, um die Zusammenarbeit in Bezug auf das südliche Nachbarland zu koordinieren. Während bei den Gesprächen in Taschkent ein Schwerpunkt auf der deutschen Evakuierungsmission lag, standen in Duschanbe sicherheitspolitische Fragen im Fokus.</strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Bundesaußenminister Heiko Maas ist am 29. August zu einer dreitägigen Reise in die Türkei sowie nach Usbekistan, Tadschikistan, Pakistan und Katar aufgebrochen. Die Reise erfolgt vor dem Hintergrund der Machtübernahme durch die radikalislamischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Taliban">Taliban</a> im benachbarten Afghanistan. Diese hatten Mitte August die afghanische Hauptstadt Kabul eingenommen, westliche Staaten hatten daraufhin begonnen, eigene Staatsangehörige und afghanische Ortskräfte auszufliegen. </p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Einige der Staaten, in die ich heute reise, hatten erheblichen Anteil am Gelingen unserer Evakuierungsmission und daran, dass mehr als 5000 Menschen mit Flügen der Bundeswehr Afghanistan verlassen konnten. Ich möchte mich hierfür im Namen der Bundesregierung bedanken und darauf hinwirken, dass die internationale Zusammenarbeit auch in der kritischen Phase fortgeführt wird, die jetzt beginnt“</em>, erklärte Maas laut <a href="https://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/maas-zentralasien-pakistan/2478648">Auswärtigem Amt</a> vor seiner Abreise. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/die-taliban-vor-den-toren-zentralasiens-was-sind-die-folgen/"><strong>Die Taliban vor den Toren Zentralasiens: Was sind die Folgen? </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem die Evakuierungsflüge der Bundeswehr am 26. August eingestellt worden waren, befinden sich weiterhin deutsche Staatsangehörige, ehemalige Ortskräfte und andere schutzbedürftige Afghan:innen im Land. Das Ziel des Ministers sei es, über weitere Ausreisewege für diese Personengruppen sowie über die sicherheitspolitischen Folgen zu sprechen. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Zusammenarbeit mit Usbekistan&#8230;</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> In der usbekischen Hauptstadt Taschkent traf der Bundesaußenminister am 30. August seinen usbekischen Amtskollegen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Abdulaziz_Komilov">Abdulaziz Komilov</a>. Wie die usbekische Onlinezeitung <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2021/08/30/germany/">Gazeta.uz</a> mit Verweis auf das nationale Außenministerium berichtete, dankte Maas der usbekischen Seite für die Hilfe bei der Organisation der Evakuierung deutscher und anderer ausländischer Staatsbürger aus Afghanistan. Für die deutsche Evakuierungsmission war insbesondere der Flughafen von Taschkent ein essentieller Hub. Wie das usbekische Außenministerium <a href="https://mfa.uz/ru/press/news/2021/o-vstreche-s-glavoy-mid-frg---30213">mitteilte</a>, erklärten sich beide Seiten bereit, die enge Zusammenarbeit in Bezug auf Afghanistan fortzusetzen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Während sich Taschkent in Bezug auf die Ausgestaltung dieser Zusammenarbeit bedeckt hält, brachte Maas via <a href="https://twitter.com/HeikoMaas/status/1432232377208684544">Twitter</a><em>„Ausreisemöglichkeiten auf dem Luft- und Landweg für Deutsche und für afghanische Ortskräfte“</em> ins Spiel, wobei die Details noch ausverhandelt werden würden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zumindest auf dem Landweg scheint eine Ausreise aus Afghanistan aber nicht zur Debatte zu stehen. So hatte unter anderem <a href="https://www.reuters.com/world/asia-pacific/uzbekistan-ready-help-germany-with-afghanistan-evacuations-minister-says-2021-08-30/">Reuters</a> am Morgen des 30. August berichtet, dass Maas gegenüber Journalist:innen gesagt habe, Usbekistan sei bereit, die Grenzen für Flüchtende zu öffnen, wenn diese auf einer deutschen Evakuierungsliste stehen würden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Angaben wurden jedoch umgehend vom usbekischen Außenministerium dementiert. Wie das usbekische Nachrichtenportal <a href="https://kun.uz/ru/news/2021/08/30/v-mid-prokommentirovali-soobshcheniya-ob-otkrytii-granits-s-afganistanom">Kun.uz</a> berichtet, sei eine Öffnung des Grenzübergangs in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Termiz">Termiz</a> nicht geplant. Des Weiteren werde Usbekistan keine afghanischen Flüchtende aufnehmen, sondern nur Unterstützung beim Transit leisten. <em>„Jegliche Versuche, die Grenze zu überschreiten, unabhängig von ihren Gründen, werden gemäß den Rechtsvorschriften der Republik Usbekistan unterdrückt,“ </em>zitieren die Journalist:innen von Kun.uz aus einer Mitteilung des Ministeriums. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>… und Tadschikistan</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Im Anschluss an seinen Besuch in Taschkent flog Maas weiter in die tadschikische Hauptstadt Duschanbe. Wie das tadschikische Nachrichtenportal <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/politics/20210830/emomali-rahmon-prinyal-federalnogo-ministra-inostrannih-del-germanii-haiko-maasa">Asia-Plus</a> berichtet, stand beim Treffen mit Staatspräsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Emomalij_Rahmon">Emomali Rahmon</a> ebenfalls die Situation in Afghanistan im Zentrum der Gespräche. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Bei meinen Gesprächen in Tadschikistan haben wir eine enge politische Zusammenarbeit in der Afghanistan-Krise vereinbart. Wir werden die Länder der Region und die Menschen in Afghanistan unterstützen und stellen dafür 500 Mio. € an Soforthilfe bereit“</em>, <a href="https://twitter.com/HeikoMaas/status/1432327483836227586">twitterte</a> der Bundesaußenminister.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Beide Seiten nutzten das Gespräch, um auszuloten, wie mit den neusten Entwicklungen in Afghanistan umgegangen werden soll. Laut Asia-Plus betonte Tadschikistans Präsident, dass ein wichtiger Faktor zur Stabilisierung der Lage die Bildung einer inklusiven Regierung unter Beteiligung aller ethnischer Gruppen sei. Nach Angaben des amerikanischen Nachrichtenportals <a href="https://thediplomat.com/2021/08/tajikistan-wont-recognize-a-taliban-only-afghan-government/">The Diplomat</a> gelten Tadschik:innen mit rund 25 Prozent der Bevölkerung als zweitgrößte ethnische Gruppe Afghanistans nach den Paschtun:innen. </p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p>



<p class="wp-block-paragraph"> Darüber hinaus forderte Rahmon die aktive Beteiligung aller Weltmächte, um die Krise beizulegen. <em>„In dieser äußerst schwierigen Situation sollten die Weltmächte nicht abseitsstehen und alles daransetzen, die Lage im Nachbarland zu stabilisieren, sonst droht Afghanistan ein langwieriger Bürgerkrieg&#8220;</em>, erklärte das tadschikische Staatsoberhaupt laut Asia-Plus. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/tadschikistan-und-russland-planen-gemeinsame-luftverteidigung/"><strong>Tadschikistan und Russland planen gemeinsame Luftverteidigung </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bereitschaft dazu, durch Verhandlungen und die Bildung einer offenen Regierung zur Stabilisierung der Lage beitragen, sagte Maas zu. Von allen Gedankenspielen über die Zukunft Afghanistans abgesehen, dürften aber vor allem die sicherheitspolitischen Vereinbarungen für Tadschikistan von Bedeutung sein. So ging es in den Gesprächen auch um deutsche Hilfe dabei, die 1357 Kilometer lange tadschikisch-afghanischen Grenze gegen Terrorismus, Extremismus und grenzüberschreitende Kriminalität zu schützen. </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Robin Roth, Redakteur für Novastan</strong> </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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		<title>Die Taliban vor den Toren Zentralasiens: Was sind die Folgen?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Etienne Combier]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Jul 2021 12:53:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>W&#xE4;hrend die Taliban die Grenzgebiete zu Tadschikistan, Usbekistan und Turkmenistan kontrollieren, bleibt die Lage mit Afghanistan unklar. Gefechte zwischen den Taliban und afghanischen Regierungstruppen veranlassten letztere, nach Usbekistan und Tadschikistan zu fliehen, bevor sie von dort nach Hause geschickt wurden. Auf Seiten Washingtons geben einige Analyst:innen der afghanischen Regierung maximal sechs Monate, bis sie von [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Während die Taliban die Grenzgebiete zu Tadschikistan, Usbekistan und Turkmenistan kontrollieren, bleibt die Lage mit Afghanistan unklar. Gefechte zwischen den Taliban und afghanischen Regierungstruppen veranlassten letztere, nach Usbekistan und Tadschikistan zu fliehen, bevor sie von dort nach Hause geschickt wurden. Auf Seiten Washingtons geben einige Analyst:innen der afghanischen Regierung maximal sechs Monate, bis sie von den Taliban gestürzt wird. Kann ein instabiles Afghanistan ein Risiko für zentralasiatische Regierungen darstellen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Erneut rücken die Taliban in Afghanistan vor. Seit dem 4. Mai und dem Beginn des Abzugs der US-Truppen haben die Taliban laut <a href="https://www.reuters.com/world/asia-pacific/taliban-launches-huge-afghan-offensive-after-deadline-us-pullout-2021-05-04/">Reuters</a> mehrere lokale Offensiven gestartet. Nach und nach stärken die bewaffneten Islamisten ihre Position im Land. Nach Angaben des amerikanischen Fachportals <a href="https://www.longwarjournal.org/archives/2021/06/taliban-doubles-number-of-controlled-afghan-districts-since-may-1.php">The Long War</a> kontrollierten die Taliban am 29. Juni fast 40 Prozent der Bezirke im Land. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Beginn der Offensive steht im Zusammenhang mit dem im Februar 2020 in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Doha">Doha</a> unterzeichneten <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/was-bedeutet-das-abkommen-zwischen-den-taliban-und-den-usa-fuer-zentralasien/">Abkommen zwischen den USA und den Taliban</a>, das einen Rückzug von US-Truppen ab dem 1. Mai vorsah. Mit dem Amtsantritt von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Joe_Biden">Joe Biden</a> im Januar 2021 wurde der vollständige Rückzug auf den 11. September 2021 angesetzt. Wie das auf Zentralasien spezialisierte, russische Nachrichtenportal <a href="https://fergana.site/articles/122279/">Fergana News</a> berichtet, führen die Taliban einen Zermürbungskrieg mit zahlreichen Angriffen und lokalen Eroberungen. Gleichzeitig soll der Abzug der Amerikaner:innen bis Mitte des Sommers umgesetzt werden. Der 11. September ist nur symbolisch. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Tadschikistan ist isoliert</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Zu den von den Taliban eroberten Bezirken zählen insbesondere die Grenzgebiete zu Turkmenistan, Usbekistan und Tadschikistan. Am 21. Juni sind afghanische Truppen <a href="https://khovar.tj/rus/2021/06/o-situatsii-na-severe-afganistana-zayavlenie-press-tsentra-pogranichnyh-vojsk-gknb-respubliki-tadzhikistan/">nach Tadschikistans geflohen</a>, nachdem die Taliban den Grenzort <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schir_Chan_Bandar">Schir Khan Bandar</a> eingenommen hatten. 134 Soldaten wurden auf tadschikischem Territorium aufgenommen, bevor sie nach Afghanistan zurückgebracht wurden. Das <a href="https://mfa.uz/en/press/news/2021/statement-of-the-ministry-of-foreign-affairs-of-the-republic-of-uzbekistan---29903">usbekische Außenministerium</a> teilte am 24. Juni mit, dass tags zuvor 53 afghanische Soldaten versucht hatten, nach einem Angriff der Taliban die Grenze zu Usbekistan zu überschreiten. Sie wurden direkt nach Afghanistan zurückgeführt.

</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Tadschikistan ist die Situation auch aus wirtschaftlicher Sicht besorgniserregend. Wie das tadschikische Nachrichtenportal Asia-Plus berichtet, ist Schir Khan Bandar eine der wichtigsten Grenzübergänge, über den insbesondere Importe aus Südasien und dem Iran in das zentralasiatische Binnenland gelangen. Da <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-schliesst-seine-grenze-zu-tadschikistan/?noredirect=de-DE">die Grenze zu Kirgistan im Norden geschlossen</a> und jene zu Usbekistan und China schwer zu passieren ist, befindet sich Duschanbe vorübergehend in Isolation. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Kabuler Regierung in Gefahr</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Für Usbekistan und Turkmenistan besteht das Risiko vor allem in Bezug auf die Sicherheit. <em>„Die zentralasiatischen Republiken sind sich der Gefahr bewusst und bereiten sich darauf vor, dass die Taliban ihre Nachbarn im Süden werden“</em>, erläutert Konstantin Kuryljew, Professor für Internationale Beziehungen an der Universität der Volksfreundschaft in Moskau, gegenüber Novastan. Wie das <a href="https://www.wsj.com/articles/afghan-government-could-collapse-six-months-after-u-s-withdrawal-new-intelligence-assessment-says-11624466743?st=wt75cs3qnagkbsb&amp;reflink=article_copyURL_share">Wall Street Journal</a> berichtete, schätzen US-Geheimdienste, dass die Regierung von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aschraf_Ghani">Aschraf Ghani</a> sechs Monate nach dem Abzug der US-Truppen gestürzt werden könne. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/was-bedeutet-das-abkommen-zwischen-den-taliban-und-den-usa-fuer-zentralasien/">Was bedeutet das Abkommen zwischen den Taliban und den USA für Zentralasien? </a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Sicherheitslage hänge aber nicht nur mit der Kontrolle der Grenzen zusammen, meint Alexander Knjasjew. <em>„In den 1990er Jahren, bis 2001 wurde der größte Teil der Grenze von den Taliban kontrolliert. Und dies stellte keine Bedrohung für die Länder Zentralasiens dar“</em>, erklärt der russische Analyst gegenüber Novastan. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Objektiv gibt es für die zentralasiatischen Länder keinen Unterschied zwischen den Taliban, der Regierung oder lokalen Milizen, wenn es um die Grenzkontrolle geht. Es gibt kein einziges Beispiel für eine militärische Bedrohung durch die Taliban“</em>, fügt Knjasjew hinzu. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>„Eine Machtübernahme der Taliban ist unrealistisch“</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Eine der Unsicherheiten der aktuellen Lage besteht darin, ob die Taliban tatsächlich an die Macht kommen. <em>„Die Machtergreifung der Taliban ist unrealistisch, ihre Offensive geht bereits zu Ende. Die Taliban haben nicht die Ressourcen, um einen großen Teil des Territoriums zu erobern und zu kontrollieren“</em>, meint Alexander Knjasjew. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die Taliban-Führung versteht, dass eine Machtergreifung allein durch den militärischen Aspekt unrealistisch ist, was sie dazu veranlasst, an verschiedenen Verhandlungsformaten teilzunehmen“</em>, fügte der russische Analyst hinzu. So diskutieren die Taliban offiziell mit Usbekistan [<a href="https://novastan.org/fr/ouzbekistan/retour-sur-la-politique-etrangere-de-louzbekistan-en-2020/">fr</a>/<a href="https://hook.report/2021/01/mir-drujba-jvachka/">ru</a>] und <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/turkmenistan-empfaengt-die-taliban/?noredirect=de-DE">Turkmenistan</a> sowie mit der Regierung von Ashraf Ghani oder den USA. Laut Knjasjew soll die aktuelle Offensive die Taliban in eine gute Verhandlungsposition bringen. </p>


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<p class="wp-block-paragraph"><em>„Selbst für den Fall, dass die Regierung von Ashraf Ghani zusammenbricht, ist nicht zu erwarten, dass die Taliban den postsowjetischen Raum angreifen“</em>, meint Konstantin Kuryljew. <em>„Der Aufbau konstruktiver Beziehungen zu den Nachbarländern wird für die Taliban, die nach internationaler Anerkennung streben, eine Priorität sein“</em>, erklärt Alexander Knjasjew. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/turkmenistan-empfaengt-die-taliban/">Turkmenistan empfängt die Taliban </a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die Taliban wissen, wie man Diplomatie macht. Ein direkter Konflikt mit ihren zentralasiatischen Partnern wäre kontraproduktiv, da sie eine Verbindung mit der </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Turkmenistan-Afghanistan-Pakistan-Pipeline"><em>TAPI</em></a><em>-Pipeline, aber auch Hochspannungsleitungen zwischen Afghanistan und Usbekistan benötigen“</em>, erklärt Emmanuel Dupuy, Direktor des Think Tanks „Institut für Perspektiven und Sicherheit in Europa (IPSE)“, gegenüber Novastan. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Der Schlüssel zur Zusammenarbeit oder zum Dialog liegt in dem Versprechen, das die Taliban den Präsidenten Usbekistans und Turkmenistans gegeben haben, ihren Dschihad nicht über die afghanischen Grenzen hinaus zu exportieren“</em>, fügt der französische Beobachter hinzu. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Die zentralasiatischen Staaten warten ab</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Angesichts dieser Situation haben die zentralasiatischen Staaten eine abwartende Haltung eingenommen. Das gilt insbesondere für Usbekistan, das bei den Verhandlungen mit den Taliban an vorderster Front stand. <em>„Das Beste für Usbekistan wäre eine wohlwollende Neutralität gegenüber denen, die unweigerlich an die Macht kommen werden“</em>, meint Emmanuel Dupuy. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Es ist ein Bürgerkrieg. Jede aktive Unterstützungfür die Kabuler Regierung vonseiten der zentralasiatischen Länder könnte extremistische und terroristische Gruppen innerhalb der eigenen Grenzen provozieren. Das ist eine echte Bedrohung für ihre Sicherheit“</em>, erläutert Alexander Knjasjew. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/die-taliban-sind-auch-ein-teil-der-afghanischen-gesellschaft-ein-interview-mit-dem-afghanistan-beauftragten-des-usbekischen-praesidenten/">„Die Taliban sind auch ein Teil der afghanischen Gesellschaft“ – ein Interview mit dem Afghanistan-Beauftragten des usbekischen Präsidenten </a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Lage in Afghanistan wird daher von den zentralasiatischen Staaten aufmerksam beobachtet, ohne dass diese jedoch eingreifen. Derweil haben sich andere internationale Akteure diplomatisch in die Situation eingemischt. So übermittelte am 23. Juni die russische Nachrichtenagentur <a href="https://tass.com/politics/1306243">TASS</a> die Besorgnis des Kremls über die Lage an der tadschikisch-afghanischen Grenze. Bereits Anfang Mai war während des <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/bilaterale-gespraeche-und-siegesparade-tadschikistans-praesident-rahmon-zu-besuch-in-moskau/?noredirect=de-DE">Moskau-Besuchs</a> von Tadschikistans Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Emomalij_Rahmon">Emomali Rahmon</a> eine Ausweitung der russischen Militärpräsenz in dem zentralasiatischen Land in Aussicht gestellt worden. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Die SCO im Hintergrund</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Wie die <a href="https://www.nytimes.com/2021/04/15/us/politics/united-states-al-qaeda-afghanistan.html">New York Times</a> Mitte April bekanntgab, scheinen die USA nach wie vor an einem Stützpunkt in Zentralasien interessiert zu sein. Obwohl bisher keines der zentralasiatischen Länder die Bereitschaft dazu gezeigt hat, könnten Usbekistan oder Tadschikistan einen solchen Stützpunkt beherbergen. Bisher sind die Verhandlungen dazu jedoch gescheitert. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut einem Bericht der South China Morning Post hat sich die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shanghaier_Organisation_für_Zusammenarbeit">Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO)</a> unter der Führung von Beijing und Moskau positioniert, um nach dem Abzug der Amerikaner <em>„Afghanistan zu stabilisieren&#8220;</em>. Außer Turkmenistan sind alle zentralasiatischen Länder Mitglieder der SCO, was sie zu einem mächtigen Instrument machen könnte. <em>„Diese Führungsposition wäre realistisch, vor allem da China den Traum hegt, eine Militärbasis im </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wachandarja"><em>Wachan</em></a><em>-Tal zu errichten“</em>, fügt Emmanuel Dupuy hinzu. China verfügt bereits über eine <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/geheime-chinesische-militaerbasis-in-tadschikistan-entdeckt/">Basis in Tadschikistan</a>, wenn auch inoffiziell. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/geheime-chinesische-militaerbasis-in-tadschikistan-entdeckt/"><strong>Geheime chinesische Militärbasis in Tadschikistan entdeckt </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Konstantin Kuryljew sieht die Rolle der SCO weniger weitreichend. <em>„Die SCO-Staaten sind nicht bereit, sich in militärische Angelegenheiten einzumischen. Ihr Ziel ist es, dem afghanischen Volk zu helfen, Frieden zu stiften und wenn möglich Kooperationen aufzubauen, damit das Wirtschaftsleben möglichst bald wieder aufgenommen wird. Allerdings kann die anti-terroristische Struktur der SCO eine wichtige Rolle bei der regionalen Stabilisierung spielen“</em>, schließt der Experte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie das amerikanische Portal <a href="https://thediplomat.com/2021/06/chinas-afghanistan-challenge-and-the-central-asian-dilemma/">The Diplomat</a> feststellt, hat China bereits wichtige Beziehungen zu Afghanistan aufgebaut, ohne sich militärisch zu engagieren. Es bleibt abzuwarten, wie und wann die Verhandlungen zwischen den Taliban und der Regierung von Ashraf Ghani wieder aufgenommen werden. In der Zwischenzeit bleiben die Staaten Zentralasiens in Alarmbereitschaft. </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Etienne Combier, Chefredakteur von Novastan France</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/decryptage/les-talibans-de-nouveau-aux-portes-de-lasie-centrale-quelles-consequences/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong> </p>



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