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	<title>Strom Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Thu, 19 Jun 2025 18:36:52 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Strom Archives</title>
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		<title>Projekt CASA-1000: Überleben dank internationaler Hilfe</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Jun 2025 18:36:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Energieprojekt CASA-1000, das Zentral- und S&#xFC;dasien durch ein ausgedehntes Stromverbundnetz verbinden soll, ist ein seltenes Beispiel regionaler Zusammenarbeit zwischen Kirgistan und Tadschikistan. Seinen Erfolg verdankt es einer strukturierten internationalen Governance. Es ist ein Meilenstein, der die Umsetzung des CASA-1000 (Central Asia &#x2013; South Asia Electricity Transmission and Trade Project) n&#xE4;herbringt: Bei einem Regierungstreffen in [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das Energieprojekt CASA-1000, das Zentral- und Südasien durch ein ausgedehntes Stromverbundnetz verbinden soll, ist ein seltenes Beispiel regionaler Zusammenarbeit zwischen Kirgistan und Tadschikistan. Seinen Erfolg verdankt es einer strukturierten internationalen Governance.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist ein Meilenstein, der die Umsetzung des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/CASA-1000">CASA-1000</a> (Central Asia – South Asia Electricity Transmission and Trade Project) näherbringt: Bei einem <a href="https://asiaplustj.info/en/node/348956">Regierungstreffen</a> in Duschanbe haben am 16. Mai Minister der vier am Projekt beteiligten Länder Tadschikistan, Kirgistan, Afghanistan und Pakistan mehrere wichtige Dokumente unterzeichnet, die den für 2027 geplanten kommerziellen Start des Projekts einläuten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">CASA-1000 soll es Tadschikistan und Kirgistan ermöglichen, überschüssigen Strom an die südasiatischen Nachbarn zu exportieren. Das Projekt, dessen bisherigen Kosten auf über eine Milliarde US-Dollar (über 875 Millionen Euro) geschätzt werden, hat über ein Jahrzehnt lang politische und technische Herausforderungen bewältigt. Sein Fortschritt beruht vor allem auf kontinuierlicher internationaler Unterstützung und einer verstärkten Koordination zwischen multilateralen Akteuren. Da Kirgistan und Tadschikistan selten an Initiativen dieser Größenordnung teilnehmen, stellt das Projekt einen wichtigen Schritt für ihre regionale Integration dar.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>CASA-1000: Ambitionen und Realitäten</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.casa-1000.org/about-casa-1000/#about2">Das Projekt</a> zielt darauf ab, 1.300 Megawatt überschüssigen Wasserstrom aus Kirgistan und Tadschikistan nach Afghanistan und Pakistan zu exportieren. Die Gesamtlänge der Leitungen beträgt 1.387 Kilometer, die Gesamtkosten belaufen sich auf über 1,6 Milliarden US-Dollar (51,4 Milliarden Euro), finanziert von mehreren internationalen Institutionen.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Kirgistan hat 456 Kilometer Stromleitungen gebaut und das Umspannwerk Datka modernisiert, Tadschikistan 170 Kilometer. Die Arbeiten seien in beiden Ländern abgeschlossen, <a href="https://www.mewr.tj/?p=4905">erklärte</a> Tadschikistans Energieminister Daler Dschumha. Der afghanische Teil des Projekts sei zu 70 Prozent fertiggestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Diskussionen zu dem Projekt begannen im Jahr 2006. CASA-1000 wurde 2014 von der Weltbank <a href="https://www.fergananews.com/news/22005">genehmigt</a> und 2016 offiziell <a href="https://www.mewr.tj/?p=199">gestartet</a>. Es handelt sich um die erste praktische Umsetzung der 2011 gestarteten Initiative „Central Asia South Asia Regional Electricity Market“ (<a href="https://www.casa-1000.org/Docs/4.%20Bishkek%20MoU%20ENG%20%28Signed%20Sep%2020%2C%202011%29.pdf">CASAREM</a>).</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Interne Spannungen…</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kirgistan und Tadschikistan halten sich traditionell von großen Infrastrukturprojekten fern. Neben CASA-1000 gibt es das Regionale Straßenrekonstruktionsprojekt (CAREC) sowie den Bau der Wasserkraftwerke <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kambar-Ata-Talsperre">Kambarata-1 und 2</a> in Kirgistan und des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rogun-Staudamm">Rogun-Staudamms</a> in Tadschikistan. Beide geraten immer wieder aufgrund politischer oder ökologischer Streitigkeiten <a href="https://www.fergananews.com/news.php?id=16481">mit dem Nachbarn Usbekistan</a> ins Stocken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Warum sind solche Projekte in Tadschikistan und Kirgistan selten? Beide Länder stehen vor komplexen institutionellen Herausforderungen: Kirgistan hatte in den letzten zehn Jahren vier aufeinanderfolgende Präsident:innen, was die Stabilität und Kontinuität der öffentlichen Politik untergraben hat. Tadschikistan seinerseits arbeitet daran, die Transparenz und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Governance">Governance</a> seiner Institutionen zu stärken, doch die Fortschritte bleiben schleppend. Beide Staaten haben zudem mit einem geringen Staatshaushalt zu kämpfen, der ihre Investitionsmöglichkeiten in Infrastrukturprojekte einschränkt und sie stark von internationaler Hilfe abhängig macht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/der-ferganatal-gipfel-von-chudschand-eine-historische-premiere/"><strong>Der „Ferganatal-Gipfel“ von Chudschand: eine historische Premiere</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommen Spannungen um die gemeinsame Grenze, die die Beziehungen lange belastet haben. Erst im März 2025 wurde ein <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/grenzen-wieder-offen-kirgistan-und-tadschikistan-besiegeln-historisches-abkommen/">Grenzabkommen</a> zwischen Kirgistan und Tadschikistan unterzeichnet – ein wichtiger Schritt zur Normalisierung der Beziehungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schließlich muss die umfangreiche, aus der Sowjetzeit übernommene Infrastruktur modernisiert und verbessert werden, um den aktuellen technischen und ökologischen Standards zu entsprechen. Trotz des vielversprechenden Wasserkraftpotenzials bestehen weiterhin Herausforderungen bei der Bewirtschaftung der Reservoirs, bei der Logistik und durch saisonale Schwankungen, die die Stabilität der Energieproduktion beeinträchtigen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>… und externe Faktoren</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Projekte in Zentralasien werden zunehmend von der regionalen Geopolitik beeinflusst. CASA-1000 erlebte Phasen der Stagnation, nicht nur aufgrund interner Herausforderungen der beteiligten Länder, sondern auch aufgrund der Positionen und Interessen der Nachbarstaaten. Insbesondere Usbekistan stand dem Projekt während der Herrschaft seines isolationistischen Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Islom_Karimov">Islom Karimov</a> lange Zeit ablehnend gegenüber. Tadschikistan plant den Export erheblicher Strommengen aus dem gigantischen Rogun-Wasserkraftwerk, das sich derzeit im Bau befindet und am <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wachsch">Wachsch</a> – einem Quellfluss des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Amudarja">Amudarja</a> – liegt. Taschkent befürchtet jedoch, dass der Staudamm nach seiner Inbetriebnahme den Wasserstand des größten Flusses Zentralasiens drastisch senken wird, was für die Landwirtschaft von entscheidender Bedeutung wäre.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekistan-aendert-seine-position-in-bezug-auf-das-energieprojekt-casa-1000/"><strong>Usbekistan ändert seine Position in Bezug auf das Energieprojekt CASA-1000</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Turkmenistan hingegen zeigte kein Interesse an regionalen Projekten und konzentrierte sich auf die Entwicklung seines Gassektors, während es politisch neutral blieb. Die Machtübernahme der Taliban in Afghanistan im Jahr 2021 führte zu zusätzlichen Unsicherheiten, insbesondere im Hinblick auf CASA-1000, und in der Folge zu einer <a href="https://rus.azattyk.org/a/32856510.html">vorübergehenden Aussetzung</a> der Finanzierung durch die Weltbank. Dank eines konstruktiven Dialogs zwischen den Beteiligten und der Einrichtung geeigneter Überwachungsmechanismen konnte die Finanzierung 2024 wieder aufgenommen und das Projekt fortgesetzt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Internationale Institutionen und Programme mit Fokus auf nachhaltiger Entwicklung haben maßgeblich zur Weiterentwicklung von CASA-1000 beigetragen. Internationale Finanzinstitutionen wie die Weltbank, die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Islamische_Entwicklungsbank">Islamische Entwicklungsbank</a> und die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Europäische_Bank_für_Wiederaufbau_und_Entwicklung">EBWE</a> stellen die Finanzierung und überwachen die Umsetzung des Projekts. Somit stellen sie sicher, dass diese internationalen Standards entspricht.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Lokale Strukturen stärken</strong> </h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auf lokaler Ebene wurden Unterstützungsprogramme für die örtlichen Gemeinden entwickelt, um die positive Wirkung des Projekts zu maximieren. In Kirgistan spielte die Agentur für Gemeindeentwicklung und -investitionen (ARIS) eine zentrale Rolle bei der Umsetzung des <a href="https://www.aris.kg/projects/proektyprogrammy-aris/proekt-podderzhki-mestnyh-soobschestv-ppms-casa-1000-i-dopolnitelnoe-finansirovanie-dlya-ppms?lang=ru">Community Support Project (CSP)</a> im Rahmen von CASA-1000. CSP stellt ein ergänzendes Programm zum Aufbau lokaler Kapazitäten und zur Verbesserung der sozialen Infrastruktur dar. Das Programm umfasste 77 Orte im Süden des Landes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tadschikistan wiederum verfolgt einen <a href="https://asiaplustj.info/en/news/tajikistan/society/20200415/tajikistan-ratifies-agreements-on-supporting-families-living-in-casa-1000-project-area">ähnlichen Ansatz</a>: Ein vom nationalen Energieunternehmen Barqi Tojik koordiniertes und mit Unterstützung des Nationalen Sozialinvestitionsfonds umgesetztes Projekt zielt auf rund 60 Dörfer entlang der Route ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/energieprojekt-casa-1000-mehr-politik-als-wirtschaft/"><strong>Energieprojekt CASA-1000 – mehr Politik als Wirtschaft</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Beispiele zeigen, dass der Erfolg großer Infrastrukturprojekte nicht nur von der internationalen Zusammenarbeit abhängt, sondern auch von der Fähigkeit nationaler Institutionen, ein inklusives, dezentrales und sozial verantwortliches Management sicherzustellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">CASA-1000 ist mehr als nur ein Energieprojekt. Es zeigt auch, wie Kirgistan und Tadschikistan Instabilität bewältigen und sich aktiv für eine nachhaltige regionale Zusammenarbeit engagieren können. Dank der Unterstützung der internationalen Gemeinschaft und gezielter institutioneller Hilfe setzt dieses Projekt neue Maßstäbe für die Beteiligung kleiner zentralasiatischer Staaten an groß angelegten grenzüberschreitenden Initiativen. Nun gilt es, Lehren zu ziehen und Chancen zu nutzen.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Olga Vishnevskaia für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/decryptage/casa-1000-un-projet-qui-survit-grace-a-laide-internationale/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Potenzial der Solarenergie in Tadschikistan</title>
		<link>https://novastan.org/de/tadschikistan/potenzial-der-solarenergie-in-tadschikistan/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[cabarasia]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Jun 2024 21:45:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Energie]]></category>
		<category><![CDATA[Erneuerbare Energien]]></category>
		<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>
		<category><![CDATA[Solar]]></category>
		<category><![CDATA[Strom]]></category>
		<category><![CDATA[Stromnetz]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserkraft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Rahmenbedingungen in Tadschikistan sind derzeit nicht geeignet f&#xFC;r eine breite Nutzung der Solarenergie. Es gibt keine Anreize f&#xFC;r Investitionen in diesem Sektor. Dies geschieht vor dem Hintergrund st&#xE4;ndiger Energieknappheit und Krisen im Stromnetz des Landes. Tadschikistan geh&#xF6;rt zu den L&#xE4;ndern, die am st&#xE4;rksten vom Klimawandel betroffen sind. Die steigenden Temperaturen haben zum Abschmelzen der [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Rahmenbedingungen in Tadschikistan sind derzeit nicht geeignet für eine breite Nutzung der Solarenergie. Es gibt keine Anreize für Investitionen in diesem Sektor. Dies geschieht vor dem Hintergrund ständiger Energieknappheit und Krisen im Stromnetz des Landes.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Tadschikistan gehört zu den Ländern, die am stärksten vom Klimawandel betroffen sind. Die steigenden Temperaturen haben zum Abschmelzen der Gletscher und zu Veränderungen der Niederschlagsmuster geführt. Dies stellt ein akutes Problem für das Wasserkraftsystem des Landes dar, welches mehr als 95 Prozent der Elektrizität des Landes erzeugt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2023 hat Tadschikistan eine Strommenge von über 21,8 Mrd. kWh erzeugt. Dennoch ist die ländliche Bevölkerung des Landes seit vielen Jahren im Winter lediglich zwischen 8 und 10 Stunden pro Tag mit Strom versorgt.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Gemäß Berichten der zuständigen Behörden führt der geringere Wasserdurchfluss im Winter in den Flüssen jedes Jahr zu einer reduzierten Stromerzeugung. Infolgedessen sehen sich ländliche Gebiete, in denen nach offiziellen Angaben 70 Prozent der Bevölkerung des Landes leben, gezwungen, Strombegrenzungen einzuführen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 1. März kam es zu einem großflächigen <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/economic/20240311/polnii-kollaps-chto-sluchilos-1-marta-i-kakie-vivodi-vlasti-tadzhikistana-dolzhni-sdelat">Stromausfall</a>, der nahezu das gesamte Land betraf. Gemäß Angaben der zuständigen Behörden war die Ursache für den Stromausfall in der Hauptstadt sowie den meisten Regionen Tadschikistans ein Unfall an den wichtigsten Hochspannungsleitungen des Landes.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/ein-franzosisches-unternehmen-baut-solaranlagen-in-kasachstan/" data-type="link" data-id="https://novastan.org/de/kasachstan/ein-franzosisches-unternehmen-baut-solaranlagen-in-kasachstan/">Ein französisches Unternehmen baut Solaranlagen in Kasachstan</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Stromproduktion des Landes basiert zu 95 Prozent auf Wasserkraftwerken. Um die kontinuierliche Stromversorgung der Bevölkerung zu gewährleisten, empfehlen Expert:innen den verstärkten Einsatz alternativer Stromerzeugungsmethoden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tadschikistan hat nach Angaben des Wetterdienstes 260 bis 300 Sonnentage im Jahr und verfügt über ein enormes Potenzial für Solarenergie. Das jährliche Potenzial zur Nutzung der Sonnenenergie wird vom Energieministerium auf 3.103 Mrd. kWh <a href="https://cabar.asia/ru/vozobnovlyaemye-istochniki-energii-tadzhikistana-pochemu-eto-vazhno-dlya-strany-no-ne-v-prioritete">geschätzt</a>. Wenn die vorhandenen Möglichkeiten genutzt werden, kann ein Teil der Bevölkerung in den Regionen des Landes mit Strom versorgt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sochibnazar Murodov</strong>, ein Viehzüchter aus <a href="https://cabar.asia/en/dangerous-road-to-sari-hosor">Sari Hosor</a>, einem Dorf in Tadschikistan, das 200 Kilometer südöstlich von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Duschanbe">Duschanbe</a> in der Provinz <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chatlon">Chatlon</a> liegt, hat bereits seit einem Jahr Sonnenkollektoren auf seiner Sommerweide installiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Im Rahmen eines Projekts wurde uns das System vor einem Jahr zur Verfügung gestellt. Die Installation erfolgt dort, wo keine Stromversorgung gewährleistet ist“</em>, erklärte er im Gespräch mit CABAR.asia.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er betonte, dass der von den Solarzellen erzeugte Strom auf den Weiden gut genutzt wird. <em>„Wir verbringen den Sommer auf der Weide. </em>[&#8230;]<em> Strom brauchen wir nur nachts für die Beleuchtung und zum Aufladen der Handys”,</em> erklärt Murodov.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Welche Maßnahmen werden von den Behörden in diesem Zusammenhang ergriffen?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In seiner <a href="http://prezident.tj/ru/node/32195">Jahresbotschaft</a> sagte der tadschikische Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Emomalij_Rahmon">Emomalij Rahmon</a>: <em>„Um die Ziele der Entwicklungsstrategie für eine grüne Wirtschaft zu erreichen, müssen praktische Maßnahmen ergriffen werden, um Wasserkraftwerke mit Hilfe erneuerbarer Energiequellen zu bauen und die Produktionskapazität für alternative grüne Energie bis 2030 auf mindestens 1.000 Megawatt zu erhöhen, d.h. durch die Nutzung von Solar- und Windressourcen“.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf einer <a href="https://www.mewr.tj/?p=2841&amp;lang=tj">Pressekonferenz</a> des tadschikischen Ministeriums für Energie und Wasserressourcen am 1. Februar 2024 wurde bekannt gegeben, dass im Jahr 2023 ein von USAID finanziertes 600 kW Solarkraftwerk im Gebiet Murghab in Betrieb genommen wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/nisour-solar-zur-hilfe-von-dorfern-des-parmir/" data-type="link" data-id="https://novastan.org/de/tadschikistan/nisour-solar-zur-hilfe-von-dorfern-des-parmir/">Nisour: Solar zur Hilfe von Dörfern des Parmir?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus wurde im Rahmen des Weltbank-Projekts <em>„Bau eines privaten Solarkraftwerks in der Region <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sughd">Sughd</a>“</em> mit einer Leistung von 200 MW am 17. Februar 2023 ein Vertrag mit einem Konsortium aus JURU Energy Limited (Großbritannien) und Rina Consulting (Italien) über die Erstellung einer Durchführbarkeitsstudie für das Projekt abgeschlossen und unterzeichnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die Arbeiten zur Erstellung der Durchführbarkeitsstudie begannen am 17. und 18. März 2023“,</em> hieß es auf der Pressekonferenz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zuvor hatte das Ministerium für Energie und Wasserressourcen <a href="https://www.mewr.tj/?p=2687&amp;lang=tj">mitgeteilt</a>, dass mit der Global Renewable Alliance über den Bau von Wind- und Solarkraftwerken mit einer Kapazität von 700 MW bis 2030 diskutiert werde.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wie erfolgt die Finanzierung der Energieprojekte?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) hat <a href="https://ebrdgeff.com/tajikistan-agri/ru/ebrd-pledges-new-resources-for-green-investment-in-tajikistan/">neue Mittel</a> in Höhe von 50 Millionen US-Dollar bereitgestellt, um Unternehmen und Haushalte in Tadschikistan bei der Umstellung auf umweltfreundliche Technologien und bei der Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Des Weiteren haben die EBWE und der Grüne Klimafonds (GCF) den <a href="https://ebrdgeff.com/tajikistan-commercial/">Fond</a> „Green Economy Finance Facility in Tajikistan II” (GEFF Tajikistan II) initiiert. Zielsetzung ist die Steigerung der Standards für Energie- und Ressourceneffizienz sowie die Förderung des Übergangs des Landes zu einer grünen Wirtschaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/lehre-der-sauberen-energiewende-abylaikhan-soltanayev-im-interview/" data-type="link" data-id="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/lehre-der-sauberen-energiewende-abylaikhan-soltanayev-im-interview/">Lehre der sauberen Energiewende – Abylaikhan Soltanayev im Interview</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Und im Jahr 2022 hat die Asiatische Entwicklungsbank einen Zuschuss in Höhe von 30 Millionen US-Dollar bereitgestellt, um das Katastrophenrisikomanagement in Tadschikistan zu stärken und wirtschaftliche Verluste durch Klimawandel und Naturkatastrophen zu verringern.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Expert:innen: „Die Chancen werden nicht genutzt“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Timur Idrissow</strong>, Umweltforscher und Experte für den Klimawandel, gibt an, dass Wasserkraftwerke zwar rund 90 Prozent des Stroms in Tadschikistan erzeugen, ihr Anteil am <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Endenergieverbrauch">Endenergieverbrauch</a> jedoch weniger als 60 Prozent beträgt. Der Rest entfällt auf fossile Energieträger. Solar- und Windenergie machen dagegen weniger als ein Prozent des gesamten Energiemixes aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch den Klimawandel schmelzen die Gletscher und die Schneedecke nimmt ab. Die Niederschläge werden stärker schwanken. All dies wird sich auf das Abflusssystem der Flüsse und deren Wasserkreislauf auswirken, von dem die Wasserkraftwerke abhängen. Die Zuverlässigkeit und Kapazität sowohl der Wasserkraftwerke als auch der Verteilernetze werden abnehmen, so der Experte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„In einer Zeit wachsender Ungewissheit ist es wichtig, die Energiequellen zu diversifizieren, den Schwerpunkt auf erneuerbare Energien zu legen und aktiv Programme zur Energieeinsparung und Energieeffizienz zu verfolgen. Mit dem richtigen Ansatz kann die Solarenergie nach der Wasserkraft zu einer der wichtigsten Energiequellen in Tadschikistan werden&#8220;,</em> sagte Idrissow gegenüber CABAR.asia.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Idrissow hat Tadschikistan, das im Sonnengürtel der Erde liegt, ein großes Potenzial für die Entwicklung der Solarenergie, da die Sonneneinstrahlung in den meisten Regionen der Republik 1 kW/m<sup>2</sup> erreicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/wie-ein-tadschikisches-dorf-ohne-elektrizitaet-auskommt/" data-type="link" data-id="https://novastan.org/de/tadschikistan/wie-ein-tadschikisches-dorf-ohne-elektrizitaet-auskommt/">Wie ein tadschikisches Dorf ohne Elektrizität auskommt</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Das riesige Potenzial der Solarenergie bleibt jedoch praktisch ungenutzt, obwohl Tadschikistan laut Schätzungen bis zu 25 Prozent seines Energiebedarfs durch Sonnenenergie decken könnte“</em>, sagt der Experte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Entwicklung der Solarenergie im Land wird durch eine Reihe von Problemen behindert. <em>„Wir sprechen über das Fehlen klarer und präziser Regeln, übermäßige Bürokratie, Monopole auf dem Energiemarkt und niedrige Tarife, Mangel an Erfahrung und lokalem Know-how, veraltete Infrastruktur und so weiter. Um es einfach auszudrücken: Tadschikistan hat noch keine attraktiven Bedingungen für die breite Nutzung von Solarenergie und die Anziehung von Investitionen in diesen Sektor geschaffen“</em>, so Idrissow.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wie sieht es mit den nationalen Programmen für erneuerbare Energien aus?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regierung Tadschikistans hat eine Reihe von staatlichen Programmen zur Förderung der Nutzung erneuerbarer Ressourcen initiiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2010 wurde in Tadschikistan ein <a href="https://faolex.fao.org/docs/pdf/taj110776.pdf">Gesetz</a> über die Nutzung erneuerbarer Energiequellen verabschiedet. In der Nationalen Entwicklungsstrategie der Republik Tadschikistan bis 2030 sowie der Strategie zur Entwicklung einer grünen Wirtschaft für die Jahre 2023 und 2037 wird der Energiesektor als einer der wichtigsten Sektoren des Landes anerkannt. Gleichzeitig ist es eines der strategischen Ziele der tadschikischen Regierung, die Energieunabhängigkeit zu erreichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eines der Ziele der Strategie zur Entwicklung einer grünen Wirtschaft für den Zeitraum 2023-2037 ist es, die Kapazität zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen (Solar-, Wind- und Bioenergie) um 10 Prozent zu erhöhen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekischer-praesident-genehmigt-total-eren-investitionen-im-land/" data-type="link" data-id="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekischer-praesident-genehmigt-total-eren-investitionen-im-land/">Usbekischer Präsident genehmigt ‚Total Eren‘ Investitionen im Land</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Timur Idrissow haben die bisher durchgeführten Programme keine nennenswerte Wirkung gezeigt. In Tadschikistan wurde bereits 2007 ein Programm zur umfassenden Nutzung erneuerbarer Energiequellen für den Zeitraum 2007-2015 verabschiedet, das jedoch nie wirklich umgesetzt wurde. Im Jahr 2010 wurde das Gesetz über die Nutzung erneuerbarer Energiequellen verabschiedet, gefolgt von einer Reihe von Verordnungen und Vorschriften über die Installation, den Anschluss und den Betrieb von Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energiequellen (EE-Anlagen).</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Aber auch diese hatten keinen großen Einfluss auf die Entwicklung der Solarenergie in der Republik“</em>,sagt Idrissow.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl die Diversifizierung der Energiequellen und die Entwicklung alternativer Energiequellen als wichtige Aspekte anerkannt worden sein, hätten Wasserkraft und Kohlekraftwerke die Hauptrolle gespielt, so Idrissow.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Es ist wichtig, sich die Erfahrungen anderer Länder zunutze zu machen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In vielen Ländern gibt es bereits Beispiele für eine erfolgreiche Entwicklung der Solarenergie. Timur Idrissow betont, dass die Branche klare Spielregeln, ein Entmonopolisieren des Marktes sowie finanzielle und wirtschaftliche Anreize benötigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Usbekistan sind Erzeugende erneuerbarer Energien (EE) für 10 Jahre von der Grundsteuer befreit und Privatpersonen haben Anspruch auf eine staatliche Rückerstattung in Höhe von 30 Prozent, wenn sie Photovoltaikanlagen oder Warmwasserbereiter installieren. In Kirgistan gibt es eine tilgungsfreie Zeit für Solarkraftwerke. Sie beträgt 25 Jahre.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-rolle-erneuerbarer-energien-in-zentralasien/" data-type="link" data-id="https://novastan.org/de/kirgistan/die-rolle-erneuerbarer-energien-in-zentralasien/">Die Rolle erneuerbarer Energien in Zentralasien</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In Kasachstan sind Investor:innen in EE-Projekte unter anderem von Zöllen, der Einfuhrumsatzsteuer und einigen anderen Steuerarten befreit. Das Land verfügt über ein Auktionssystem für EE-Projekte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Wir sollten diese Erfahrungen analysieren und diejenigen auswählen und anpassen, die unter den Bedingungen in Tadschikistan am besten funktionieren“</em>, schlägt Timur Idrissow vor.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Welche Vorteile bringt die Solarenergie für Tadschikistan?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zwei Jahre zuvor hatte die Ökologin Natalia Idrissowa gegenüber CABAR.asia <a href="https://cabar.asia/ru/vozobnovlyaemye-istochniki-energii-tadzhikistana-pochemu-eto-vazhno-dlya-strany-no-ne-v-prioritete">erklärt</a>, dass nach alternativen Energiequellen gesucht werden müsse, da es gefährlich sei, sich nur auf eine Quelle zu verlassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Ja, Wasser ist eine erneuerbare Energiequelle und wir haben viel davon. Allerdings besteht die Gefahr, dass die Wassermenge im Laufe der Jahre unter dem Einfluss des Klimawandels abnimmt, da die Gletscher schneller schmelzen. Es muss also eine Alternative geben und dafür sind staatliche Unterstützung und Subventionen erforderlich, die bisher nicht vorhanden sind. Die Regierung hat eine allgemeine Vision, sagt jedoch nicht, wie diese Vision konkret umgesetzt werden kann.“</em>, sagte sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/was-bremst-die-entwicklung-der-grunen-energie-in-kasachstan/" data-type="link" data-id="https://novastan.org/de/kasachstan/was-bremst-die-entwicklung-der-grunen-energie-in-kasachstan/">Was bremst die Entwicklung der „grünen“ Energie in Kasachstan?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Angesichts der gebirgigen Landschaft Tadschikistans und der verstreuten und abgelegenen Natur vieler Gemeinden, in denen es keinen oder nur einen sehr begrenzten Zugang zu zentralen Stromnetzen gibt, könnte der Einsatz kostengünstiger Solarsysteme das Leben der lokalen Haushalte erheblich verbessern und den Druck auf die natürlichen Ressourcen verringern, so Idrissow. Mit der Entwicklung des Marktes für erneuerbare Energien und der Technologie selbst werden Solarsysteme für diejenigen, die sie nutzen wollen, immer erschwinglicher.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Um den Energiebedarf der Bevölkerung zu decken, die Abhängigkeit von Erdölexporten zu verringern, die Verpflichtungen zur Begrenzung der Treibhausgasemissionen einzuhalten, die Umwelt zu schützen und eine Reihe sozioökonomischer Probleme zu lösen, müssen wir alternative Energiequellen, einschließlich der Solarenergie, aktiv nutzen“</em>, schloss der Experte.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Redaktion von <a href="https://cabar.asia/ru/tadzhikistan-solnechnaya-energetika-v-pomoshh-ges">CABAR.asia</a></strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Russischen von Usmon Rakhmonov</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Steigende Strompreise und vermehrte Stromausfälle in Tadschikistan</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Eléonore Darasse]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Feb 2024 09:34:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Barki Todschik]]></category>
		<category><![CDATA[Bochtar]]></category>
		<category><![CDATA[Infrastruktur]]></category>
		<category><![CDATA[Infrastrukturprojekte]]></category>
		<category><![CDATA[Nurek-Staudamm]]></category>
		<category><![CDATA[Preissteigerung]]></category>
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		<category><![CDATA[Strom]]></category>
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		<category><![CDATA[Wasserkraft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dank zahlreicher Wasserkraftwerke geh&#xF6;rt die Stromversorgung in Tadschikistan zu den g&#xFC;nstigsten der Welt. Allerdings geh&#xF6;ren auch die L&#xF6;hne zu den niedrigsten. Die j&#xFC;ngste Entscheidung der Regierung, den Preis pro Kilowattstunde zu erh&#xF6;hen, verunsichert die Bev&#xF6;lkerung. W&#xE4;hrend diese regelm&#xE4;&#xDF;ig unter Stromausf&#xE4;llen leidet, unterzeichnet die tadschikische Regierung neue Exportabkommen. Bis 2016 wurden die Strompreise nur in geraden [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dank zahlreicher Wasserkraftwerke gehört die Stromversorgung in Tadschikistan zu den günstigsten der Welt. Allerdings gehören auch die Löhne zu den niedrigsten. Die jüngste Entscheidung der Regierung, den Preis pro Kilowattstunde zu erhöhen, verunsichert die Bevölkerung. Während diese regelmäßig unter Stromausfällen leidet, unterzeichnet die tadschikische Regierung neue Exportabkommen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bis 2016 wurden die Strompreise nur in geraden Jahren erhöht. Seither erfolgt die Erhöhung jährlich, mit Ausnahme der Jahre 2020 und 2021, in denen aufgrund der Coronavirus-Pandemie keine Strompreiserhöhung erfolgte. Seit dem 1. Oktober 2022, als die letzte Preiserhöhung in Kraft trat, sind die Strompreise nicht mehr gestiegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ankündigung der Strompreiserhöhung um 16 Prozent erfolgte jedoch am 29. November durch einen Regierungsbeschluss, wie Asia-Plus berichtete. Ab dem 1. Januar 2024 müssen Haushalte in Tadschikistan mehr für Strom bezahlen. Zahlten sie bisher 26,51 Diram (weniger als 2 Cent) für eine Kilowattstunde (kWh) Strom, werden es künftig 30,75 Diram (rund 2 Cent) sein.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Orifdschon Tolibow, Vertreter der Stromverteilungsnetze, erklärte, die Erhöhung der Strompreise sei auf Empfehlungen der <a href="https://www.banquemondiale.org/fr/home">Weltbank</a> <a href="https://rus.ozodi.org/a/32731654.html">zurückzuführen</a>:. <em>„Die Weltbank investiert seit mehreren Jahren in den Energiesektor des Landes und eine der Forderungen der Bank ist eine jährliche Erhöhung der Strompreise in Tadschikistan.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Angekündigte Preissteigerungen bis 2025</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Weltbank hat Tadschikistan einen Zuschuss in Höhe von 134 Millionen US-Dollar (rund 122 Millionen Euro) gewährt, um die finanzielle Situation des staatlichen Stromversorgers <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Barqi_Tojik">Barki Todschik</a> zu verbessern, der mit mehreren Millionen Somoni verschuldet ist. Im Bericht der Finanzinstitution heißt es, dass <em>„Barki Todschik ohne eine Erhöhung der Stromtarife langfristig finanziell nicht lebensfähig sein“</em> und <em>„die Regierung Tadschikistans die Stromtarife bis 2025 erhöhen wird.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Wirtschaftsjournalist Abdullo Aschurow bestätigt, dass die tadschikistanische Regierung tatsächlich plant, die Stromtarife bis 2025 schrittweise zu erhöhen. <em>„Die tadschikistanische Elektrizitätsgesellschaft ist bankrott. Wie sollen wir den </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rogun-Staudamm"><em>Rogun-Staudamm</em></a><em> (ein Staudamm am Fluss </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wachsch"><em>Wachsch</em></a><em>, Anm. d. Red.) bauen? Mit der Zeit werden wir, ob wir wollen oder nicht, die Strompreise anheben“</em>, kündigte Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Emomalij_Rahmon">Emomali Rahmon</a> am 28. Dezember in seiner Botschaft an das Parlament an, wie Radio Ozodi <a href="https://rus.ozodi.org/a/32750439.html">berichtet</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Verärgerte Bevölkerung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Als im Dezember letzten Jahres die Bevölkerung Duschanbes von Radio Ozodi befragt wurde, äußerten sich die Bürger:innen verärgert. Jemand resümierte: <em>„Es wurden viele Kraftwerke gebaut, aber außerhalb der Stadt gibt es keinen Strom. Es gibt keinen Strom, aber die Strompreise steigen.“</em>&nbsp; Stromausfälle und Sparmaßnahmen sind in Tadschikistan <a href="https://novastan.org/fr/economie/pannes-de-courant-au-tadjikistan-comment-le-pays-economise-lelectricite-depuis-pres-de-15-ans/">schon seit Jahren</a> ein Dauerzustand, vor allem in den ländlichen Gebieten, in denen <a href="https://donnees.banquemondiale.org/indicator/SP.URB.TOTL.IN.ZS?locations=TJ">über 70 Prozent der Bevölkerung</a> leben. Gerade im Winter, wenn die Temperaturen nachts auf bis zu -15°C fallen können, leiden viele Menschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/wie-tadschikistan-seit-15-jahren-strom-spart-die-geschichte-der-landesweiten-stromausfaelle/?noredirect=de-DE">Wie Tadschikistan seit 15 Jahren Strom „spart“ – die Geschichte der landesweiten Stromausfälle</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Barki Todschik gibt es zwei Gründe für die Stromausfälle: Zum einen die Modernisierungsarbeiten an der Produktions- und Transportinfrastruktur. Zum anderen der sinkende Wasserstand in den Stauseen während der Wintermonate. Einige Anlagen stammen noch aus der Sowjetzeit und wurden seither nie gewartet. Sie sind bei steigender Nachfrage nicht mehr tragfähig.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Allein in </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bochtar"><em>Bochtar</em></a><em>, der viertgrößten Stadt des Landes, ist der tägliche Strombedarf um fast das Vierfache gestiegen“,</em> teilt Radschabali Bojakow, Chefingenieur für Energienetze in der Region Bochtar <a href="https://www.asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/society/20230124/vopreki-ukazu-prezidenta-v-tadzhikistane-vnov-ogranichivayut-podachu-elektroenergii">Asia-Plus mit</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>20 Prozent unbezahlte Rechnungsbeträge</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Charakteristisch für das hydrologische System des Gebietes ist die Schneeschmelze im Frühjahr und die Eisschmelze im Sommer. Dies garantiert Hochwasser in den Sommermonaten, aber der Wasserstand nimmt im Winter drastisch ab. Der Fluss Wachsch beispielsweise, an dem sich der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nurek-Staudamm">Nurek-Staudamm</a>, das größte Wasserkraftwerk Zentralasiens, befindet, führt im Sommer 2‘000 bis 2‘200 Kubikmeter pro Sekunde, während er im Winter auf 150 bis 200 Kubikmeter pro Sekunde <a href="https://asiaplustj.info/en/news/tajikistan/economic/20221013/we-do-not-want-to-leave-the-population-without-electricity-but-we-are-forced-says-tajik-power-utility-company">sinkt</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Asia-Plus <a href="https://asiaplustj.info/news/tajikistan/society/20231212/v-tadzhikistane-esli-za-svet-ne-platit-20-naseleniya-otklyuchayut-ves-naselennii-punkt">meldete</a> im Dezember letzten Jahres aus der Region <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chatlon">Kulob</a>, dass der Strom für ein Viertel oder ein ganzes Dorf abgeschaltet wurde, sobald manche der Haushalte, in diesem Fall 20 Prozent, mit ihren Zahlungen in Verzug gerieten. Der Strom wurde somit auch für die Bewohner:innen abgeschaltet, die ihre Rechnungen pünktlich bezahlt hatten. Die Anweisung kam nach Angaben von Asia-Plus vom Direktor des Stromversorgungsunternehmens der Stadt Kulob.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Stromexport bringt über 100 Millionen US-Dollar ein</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Stromexport ist eine nicht zu unterschätzende Einnahmequelle für Tadschikistan, das bisher vor allem Gold, Aluminium und Baumwolle exportiert hat. Bis 2023 liegen Stromlieferverträge mit Usbekistan und Afghanistan vor, wie Asia-Plus <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/economic/20231219/tadzhikistan-za-mesyats-prodal-afganistanu-elektrichestvo-pochti-na-2-milliona-dollarov">schreibt</a>. Diese Verträge dürften bis 2023 bis zu 108 Millionen US-Dollar (ca. 98 Millionen Euro) eingebracht haben, davon allein im November fast 2 Millionen US-Dollar (rund 1,8 Millionen Euro). Zeitgleich hatten die Menschen in einigen ländlichen Gebieten Tadschikistans nur fünf bis sechs Stunden Strom am Tag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um die steigende Nachfrage zu decken und Versorgungsengpässe zu verringern, werden immer mehr Bau- und Sanierungsprojekte durchgeführt, die viele ausländische Investoren anziehen. Das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rogun-Staudamm">Megaprojekt Rogun</a>, der höchste Staudamm der Welt, soll seit Baubeginn 2008 bereits mehr als 35 Milliarden Somoni (2,94 Milliarden Euro) gekostet haben. Die <a href="https://www.aiib.org/en/index.html">Asian Infrastructure Investment Bank</a> hat einen Kredit in Höhe von 500 Millionen US-Dollar (456 Millionen Euro) zugesagt, die <a href="https://www.isdb.org/fr">Islamische Entwicklungsbank</a> für bis zu 250 Millionen US-Dollar (230 Millionen Euro). Saudi-Arabien hat <a href="https://www.asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/economic/20231205/saudovskaya-araviya-dast-100-millionov-dollarov-dlya-dostroiki-rogunskoi-ges">nach Angaben von Asia-Plus</a> kürzlich beschlossen, 100 Millionen US-Dollar (91 Millionen Euro) zu investieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/usbekistan-und-afghanistan-verlaengern-vertrag-ueber-stromexport/">Usbekistan und Afghanistan verlängern Vertrag über Stromexport</a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutschland investiert in Partnerschaft mit der Europäischen Union insgesamt 35,6 Millionen Euro in den Bau des <a href="https://www.eeas.europa.eu/delegations/tajikistan/sebzor-hydropower-plant-improving-energy-supply-province-gorno-badakhshan_en?s=228">Kraftwerks in Sebzor</a>. Im Dezember letzten Jahres unterzeichnete Berlin ein Finanzierungsabkommen über weitere 10 Millionen Euro. Das Kraftwerk Sebzor liegt am Fluss <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schachdara">Schachdara</a> im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pamir_(Gebirge)">Pamir-Gebirge</a> und soll mehr als 600‘000 Menschen in der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Berg-Badachschan">Autonomen Region Berg-Badachschan</a> und den angrenzenden afghanischen Regionen mit Strom <a href="https://www.asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/economic/20231213/germaniya-dast-dlya-stroitelstva-ges-sebzor-na-pamire-10-millionov-evro">versorgen</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Immer mehr Elektrofahrzeuge</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die maximale Wasserkraftkapazität Tadschikistans wird von Asia-Plus auf 527 Milliarden kWh pro Jahr <a href="https://asiaplustj.info/en/news/tajikistan/economic/20230329/tajik-authorities-order-to-speed-up-the-process-of-production-of-electric-vehicles">geschätzt</a>, die derzeitige Produktion liegt jedoch bei 317 Milliarden kWh pro Jahr. Nach Angaben des Ministeriums für Energie und Wasserressourcen soll die Gesamtkapazität der Kraftwerke von 1‘100 Megawatt (MW) im Jahr 2015 auf 6‘000 MW im Jahr 2020 steigen und bis 2030 10‘000 MW erreichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies würde es dem Land ermöglichen, seinen Plan für die Entwicklung von Elektrofahrzeugen bis 2027 umzusetzen. Gleichzeitig könnten damit zwei Ziele erreicht werden: die Abhängigkeit vom Erdöl zu verringern und die Luftverschmutzung zu reduzieren, die in Zentralasien besonders <a href="https://novastan.org/fr/decryptage/la-pollution-de-lair-toujours-aussi-forte-en-asie-centrale/">hoch</a> ist. Radio Ozodi <a href="https://rus.ozodi.org/a/32527915.html">bestätigt</a>, dass die Zahl der Elektrofahrzeuge in Tadschikistan stetig zunimmt.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Eléonore Darasse, Redakteurin für Novastan</strong><strong></strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/tadjikistan/prix-de-lelectricite-et-coupures-augmentent/">Französischen</a><strong> von Berenika Zeller</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Usbekistan und Afghanistan verlängern Vertrag über Stromexport</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Romane Haquette]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Mar 2023 18:26:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Elektroenergie]]></category>
		<category><![CDATA[Strom]]></category>
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		<category><![CDATA[Taliban]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zu Beginn des Jahres haben Usbekistan und Afghanistan ein neues Energieabkommen unterzeichnet. Doch technische Probleme an usbekischen Anlagen und eine unerwartete K&#xE4;ltewelle haben die Umsetzung der Zusammenarbeit verz&#xF6;gert. Dies veranlasste wiederum die Taliban-Regierung zur Reaktion. Es ist ein Abkommen zwischen zwei Nachbarl&#xE4;ndern, welches nur m&#xFC;hsam ins Rollen kommt. Am 1. Januar ist der Energieminister der [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zu Beginn des Jahres haben Usbekistan und Afghanistan ein neues Energieabkommen unterzeichnet. Doch technische Probleme an usbekischen Anlagen und eine unerwartete Kältewelle haben die Umsetzung der Zusammenarbeit verzögert. Dies veranlasste wiederum die Taliban-Regierung zur Reaktion. </strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist ein Abkommen zwischen zwei Nachbarländern, welches nur mühsam ins Rollen kommt. Am 1. Januar ist der Energieminister der Taliban-Regierung, <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Abdul_Latif_Mansur">Abdul Latif Mansur</a>, nach Taschkent gereist. Dort unterzeichnete er &nbsp;ein Abkommen im Wert von 35 Millionen US-Dollar (32 Millionen Euro) , <a href="https://twitter.com/DABS_Official/status/1609475173262004225">wie es in einer Mitteilung des Energieunternehmens DA Afghanistan Breshna Sherkat (Dabs) heißt</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Usbekistan verlängert seinen Stromexport nach Afghanistan um ein Jahr und hat sich verpflichtet, dem Land bis zum Winter 2023 450 Megawatt (MW) zu liefern. Dies berichtet <a href="https://rus.azattyq.org/a/32207088.html">Radio Azattyq</a>, der kasachstanische Dienst von Radio Free Europe. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/kaeltewelle-fuehrt-zu-energiekrise-in-usbekistan/"><strong>Kältewelle führt zu Energiekrise in Usbekistan</strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die beiden Nachbarn ist es nicht die erste Vereinbarung. Usbekistan ist der wichtigste Stromlieferant Afghanistans und das zentralasiatische Land, das sich seit August 2021 <a href="https://novastan.org/fr/ouzbekistan/louzbekistan-envisage-de-reprendre-les-relations-commerciales-avec-lafghanistan/">am kooperativsten gegenüber der Taliban-Regierung gezeigt hat</a>. Bereits im vergangenen Jahr hatte Taschkent einen Vertrag mit Kabul über 100 Millionen US-Dollar (92 Millionen Euro) unterzeichnet und sich dabei verpflichtet, Kabul mit 2,2 Milliarden Kilowattstunden (kWh) Strom zu versorgen. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Schulden in Höhe von 62 Millionen US-Dollar</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Wegen der Energiefrage kam es jedoch seit Oktober 2021 regelmäßig zu Spannungen. Laut der <a href="https://tass.ru/ekonomika/12575167">russischen Nachrichtenagentur Tass</a> schuldete Afghanistan für seine Stromimporte den Staaten Usbekistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Iran 62 Millionen US-Dollar (57,1 Millionen Euro). Die afghanischen Behörden hatten diese Schulden auf blockierte Finanztransfers aufgrund der Sanktionen der internationalen Staatengemeinschaft zurückgeführt, aber dies ist nicht zuletzt auch auf die schwierige wirtschaftliche Situation des Landes zurückzuführen, seit die Taliban die Regierungsspitze übernommen haben.

</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">

Um sich bei der Schuldenrückzahlung gegenüber seinen Nachbarn helfen zu lassen, soll das Unternehmen Dabs sogar die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Unterst%C3%BCtzungsmission_der_Vereinten_Nationen_in_Afghanistan">Hilfsmission der Vereinten Nationen in Afghanistan</a> um Unterstützung gebeten haben. Im Juli 2022 hatte Afghanistan seine Stromimporte aus dem Jahr 2021 vollständig zurückgezahlt, <a href="https://minenergy.uz/ru/news/view/2084">wie aus einer Mitteilung der usbekischen Regierung hervorgeht</a>. Mit dem neuen Abkommen vom 1. Januar schien die Zusammenarbeit dann wieder in Gang zu kommen. Doch dann verschlechterte sich die Situation wieder.
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Stärkste Kältewelle seit 50 Jahren</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://novastan.org/fr/ouzbekistan/louzbekistan-fait-difficilement-face-a-une-crise-energetique-majeure/">Usbekistan war mit der stärksten Kältewelle seit 50 Jahren konfrontiert</a>, wodurch viele Städte bei eisigen Temperaturen ohne Strom und Heizung blieben. Die Gründe dafür waren eine eingefrorene Infrastruktur und ein unvorhergesehener Stopp der Gasexporte aus Turkmenistan. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:&nbsp;</strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-kann-das-kambarata-projekt-die-energieprobleme-loesen/"><strong>Kirgistan: Kann das Kambarata-Projekt die Energieprobleme lösen?</strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Es war nicht das erste Mal, dass Usbekistan mit derartigen technischen Problemen zu kämpfen hatte. Im November 2022 war das Land bereits gezwungen, seine Stromexporte nach Afghanistan um die Hälfte zu reduzieren, <a href="https://www.ozodlik.org/a/o-zbekiston-afg-onistonga-elektr-energiyasi-eksportini-qisqartirdi/32146755.html">betont Radio Ozodlik</a>, der usbekische Dienst von Radio Free Europe. Technische Probleme in Kraftwerken an usbekischen Standorten führten in mehreren Regionen Afghanistans zu Stromausfällen. In der Hauptstadt wurde der Strom manchmal <em>„nur zwei Stunden am Tag geliefert“, </em>hatte ein Einwohner Kabuls gegenüber Radio Ozodlik erklärt. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Usbekistan pausiert seinen Stromexport</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Aufgrund dieser jüngsten Kältewelle hatte Usbekistan nach Angaben von <a href="https://rus.ozodlik.org/a/32236268.html">&nbsp;Radio Ozodlik</a> am 13. Januar die Stromlieferungen an Afghanistan eingestellt. Diese Unterbrechung war vom Außenminister der Taliban-Regierung, <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Amir_Khan_Muttaqi">Amir Khan Muttaqi</a>, schlecht aufgenommen worden. Er forderte die usbekischen Behörden dazu auf, ausreichend Strom zu den in dem Abkommen ausgehandelten Bedingungen zu liefern.

Die Einwohner:innen von Kabul hatten mit Stromausfällen zu kämpfen und konnten nicht ausreichend heizen. Die Kältewelle in Afghanistan verursachte den Tod von 16 Menschen und zwischen 2.000 und 4.000 Tieren, <a href="https://rus.ozodlik.org/a/32228663.html">wie Radio Ozodlik bekannt gab</a>.

</p>


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<p class="wp-block-paragraph">

Am 25. Januar hatte das usbekische Außenministerium laut dem afghanischen <a href="https://tolonews.com/business-181744">Medium Tolonews</a> angekündigt, in den nächsten 24 Stunden 250 MW Strom nach Kabul zu liefern. Doch am 27. Januar, als Usbekistan seinen Energieexport offiziell wieder aufnahm, wurden laut <a href="https://tolonews.com/business-181744">Tolonews</a> nur 100 MW geliefert. Dies veranlasste Hekmatullah Ahundsada, den Direktor von Dabs zur Reaktion. <em>„Leider hat Usbekistan trotz der Versprechungen das Abkommen nicht umgesetzt [&#8230;] und dieser Betrag löst das Problem nicht“</em>, sagte er gegenüber dem afghanischen Medium.
</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Romane Haquette, Redakteurin für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/ouzbekistan/louzbekistan-prolonge-dun-an-son-contrat-dexportation-delectricite-vers-lafghanistan/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Berenika Zeller</strong>
<p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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		<title>Wird Zentralasien einen Winter ohne Energie erleben?</title>
		<link>https://novastan.org/de/kasachstan/wird-zentralasien-einen-winter-ohne-energie-erleben/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Emma Collet]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Dec 2022 18:52:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
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		<category><![CDATA[Energie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>ENTSCHL&#xDC;SSELUNG. Alternde Infrastruktur, korrupte Unternehmen und wachsender Energiebedarf: Zentralasien steht vor der Herausforderung eines Energiedefizits. Bereits im vergangenen Winter sa&#xDF;en drei zentralasiatische L&#xE4;nder im Dunkeln. Wird es dieses Jahr anders sein? Eine Analyse der gro&#xDF;en Energiefragen in Zentralasien. &#x2013; 30&#xB0; Celsius Au&#xDF;entemperatur ohne die M&#xF6;glichkeit sich Zuhause aufw&#xE4;rmen zu k&#xF6;nnen: Die Einwohner:innen von Ekibastuz im [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>ENTSCHLÜSSELUNG. Alternde Infrastruktur, korrupte Unternehmen und wachsender Energiebedarf: Zentralasien steht vor der Herausforderung eines Energiedefizits. Bereits im vergangenen Winter saßen drei zentralasiatische Länder im Dunkeln. Wird es dieses Jahr anders sein? Eine Analyse der großen Energiefragen in Zentralasien.</strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">– 30° Celsius Außentemperatur ohne die Möglichkeit sich Zuhause aufwärmen zu können: Die Einwohner:innen von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ekibastus">Ekibastuz</a> im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pawlodar_(Gebiet)">Gebiet Pavlodar</a> haben es erlebt und überlebt. Vom 27. November an befand sich die 300 Kilometer östlich von <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstans-hauptstadt-wird-in-astana-rueckbenannt/">Astana</a> gelegene Stadt für zehn Tage lang im Ausnahmezustand. Geschuldet war dies einem Ausfall des regionalen Wärmekraftwerks, wie das kasachstanische Nachrichtenportal <a href="https://vlast.kz/fotoreportazh/52921-ekibastuz-10-dnej-posle-katastrofy.html">Vlast</a> vor Ort berichtet. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Episode könnte anekdotisch sein, tatsächlich aber durchleben jeden Winter Millionen von Zentralasiat:innen Energiedefizite. Bereits im vergangenen Jahr tauchte ein Panne Zentralasien in Dunkelheit und verursachte einen allgemeinen Stromausfall in drei der größten Städte: Taschkent, Bischkek und Almaty. Die abgelegenen Regionen Zentralasiens erleben diese Art von Störungen jeden Winter, wenn die Temperaturen sinken. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Alle Länder betroffen</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
In Usbekistan stellte das Energieministerium am 10. Dezember Unterbrechungen bei der Lieferung von Erdgas in den Provinzen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Provinz_Taschkent">Taschkent</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Provinz_Fargʻona">Fargʻona</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Provinz_Andijon">Andijon</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Provinz_Namangan">Namangan</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Provinz_Samarqand">Samarkand</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Provinz_Surxondaryo">Surxondaryo</a> fest. Der stellvertretende usbekische Energieminister Sherzod Hojayev <a href="https://1prime.ru/gas/20221116/838840809.html">kündigte</a><em>„aufgrund des Anstiegs des Inlandsverbrauchs in der kommenden Kälte&#8220; </em>sogar einen Stopp der Gasexporte ab dem 16. November an.

</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">

Ähnliche Probleme vermelden auch Tadschikistan und Kirgistan: In einigen Bezirken der Hauptstädte und in anderen Großstädten wie <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Osch">Osch</a> fiel zu bestimmten Zeiten der Strom aus, berichtet das kirgisische Nachrichtenportal <a href="https://kaktus.media/doc/470375_v_bishkeke_jalyutsia_na_problemy_s_elektrichestvom._spisok_rayonov_obnovliaetsia.html">Kaktus</a>.

Auch der turkmenische Nachbar ist trotz seiner großen Gasreserven nicht vor Problemen bei der Energieversorgung gefeit. Am 13. Dezember berichtete <a href="https://www.azathabar.com/a/32172906.html">Radio Azatlyk</a>, der turkmenische Dienst von Radio Free Europe, dass mehrere Wohngebiete von Aschgabat bei extrem kalten Temperaturen ohne Wasser oder Heizung seien.
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Veraltete und korrupte Systeme</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Diese Ereignisse verdeutlichen das Energiedefizit in den Ländern Zentralasiens, welchem verschiedene Ursachen zugrunde liegen. Eine davon ist der schlechte Zustand der Stromnetze: Die Infrastruktur Zentralasiens stammt aus Zeiten der Sowjetunion und ihr Betrieb führt dazu, dass bei jeder Übertragung Strom verloren geht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Kasachstan gehen laut Radio Free Europe beispielsweise zwischen 15 und 16 Prozent der Kapazität verloren, obwohl Modernisierungsarbeiten durchgeführt wurden. Die in die Modernisierung dieser Infrastruktur investierten Gelder sowie die erzielten Ergebnisse lassen jedoch auf eine erhebliche Korruption im Energiesektor schließen. Beispielsweise wurden in Usbekistan ab Januar die Steuern für Gasförderunternehmen (mit Ausnahme von Uzbekneftegaz) von 30 auf 10 Prozent gesenkt, erklärt das usbekische Nachrichtenportal <a href="https://daryo.uz/2022/12/05/kimdir-javob-berishi-kimdir-qusishi-kerak-faollar-gaz-va-elektr-muammosi-sababchilariga-jazo-soramoqda/">Daryo</a>. Dennoch nehme die Gasproduktion sogar ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph"> <strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-erhebliche-stromknappheit-erwartet/">Kirgistan: Erhebliche Stromknappheit erwartet </a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Und auch die Katastrophe von Ekibastuz, erklärt Saıan Ahmetjanov, Direktor der kasachstanischen Antikorruptionsbehörde <a href="https://www.gov.kz/memleket/entities/anticorruption?lang=ru">Antikor</a>, in einem Interview mit dem kasachischen Nachrichtenportal <a href="https://tengrinews.kz/kazakhstan_news/v-antikore-svyazali-avariyu-v-ekibastuze-s-korruptsiey-485424/">Tengrinews,</a> sei mit <em>„systemischer Korruption in der Branche“</em> in Verbindung zu bringen. In Tadschikistan und Kirgistan liegt das Problem vor allem in großen Dürren. Die Energieversorgung beider Länder basiert zu 90 bis 98 Prozent <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-erhebliche-stromknappheit-erwartet/?noredirect=de-DE">auf Wasserkraft</a>. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Das Risiko eines neuen Blackouts </strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Droht also ein Winter ohne Energie? <em>„Ja, es gibt ein Risiko, das mit dem steigendem Energiebedarf Jahr für Jahr wächst und mit dem Bevölkerungswachstum in Zentralasien korreliert&#8220;</em>, meint <a href="https://www.fpri.org/contributor/maximilian-hess/">Maximilian Hess</a>, Zentralasienforscher am Foreign Policy Research Institute. 1991 lebten in der Region etwa 50 Millionen Menschen, während die Bevölkerung heute bei über 75 Millionen liegt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Um nicht erneut im Dunkeln sitzen zu müssen, investierten die zentralasiatischen Länder in andere Ressourcen. Kasachstan hat die Solar- und Windenergie gefördert und hofft <a href="https://www.gov.kz/memleket/entities/energo/press/news/details/468727?lang=en">bis 2030</a> 15 Prozent seines Energiebedarfs daraus zu decken. Usbekistan hat mit Investitionen aus Russland in den Bau von zwei Kernreaktoren <a href="https://energycentral.com/news/agreement-between-uzbekistan-and-russia-cooperation-construction-nuclear-power-plant-enters">den nuklearen Weg</a> eingeschlagen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/wie-tadschikistan-seit-15-jahren-strom-spart-die-geschichte-der-landesweiten-stromausfaelle/">Wie Tadschikistan seit 15 Jahren Strom „spart“ – die Geschichte der landesweiten Stromausfälle </a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Hess sind diese Bemühungen natürlich wichtig, aber kurzfristig nicht sehr effektiv. Außerdem erfordern sie noch mehr Investitionen. <em>„Was das gemeinsame zentralasiatische Netz betrifft, so befindet es sich in einem toten Zustand. Ich sehe keine Anzeichen dafür, dass die zentralasiatischen Länder sich um dessen Ausbau bemühen“</em>, erklärt er. <em>„Gefordert ist eine Energiekooperation nach europäischem Vorbild.“</em></p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Moskaus opportunistische Ansichten</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Angesichts der Energiekrise versucht Russland, seine Karte auszuspielen. Wie <a href="https://www.interfax.ru/world/874551">Interfax</a> berichtet, schlug Wladimir Putin während des Moskau-Besuchs von Kasachstans Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Qasym-Jomart Toqaev</a> vor, eine „Gasunion“ zwischen Russland, Usbekistan und Kasachstan zu gründen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei einer solchen Union <em>„haben wir nichts zu gewinnen und alles zu verlieren&#8220;</em>, erklärte der usbekische Ökonom Abdulla Abdukadirov gegenüber <a href="https://www.voanews.com/a/russian-gas-swap-scheme-gets-cold-shoulder-in-central-asia/6867304.html">Voice of America</a>. Seiner Meinung nach könnte dies ein strategischer politischer Hebel für Russland, um Usbekistan und Kasachstan dank des Gasköders noch mehr in sein Lager zu rücken. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-ist-es-leid-russland-staendig-nachzulaufen-politologe-temur-umarov-im-interview/">Kasachstan ist es leid, Russland ständig nachzulaufen – Politologe Temur Umarov im Interview </a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Usbekistans Energieminister Jurabek Mirzamahmudov erklärte jedoch gegenüber <a href="https://kun.uz/ru/news/2022/12/08/my-ne-pozvolim-navyazyvat-kakiye-libo-politicheskiye-usloviya-ministr-energetiki-o-vozmojnoy-torgovle-gazom-s-rossiyey">Kun.uz</a>, er werde keine <em>„politischen Bedingungen“</em>, sondern nur Handelsabkommen akzeptieren, falls es zu einer sogenannten Gasunion kommen sollte. Auch Kasachstans Regierung zeigt nicht mehr Interesse. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Unzufriedenheit in der Bevölkerung</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Für die Bevölkerung werden die wiederkehrenden Stromausfälle im Winter immer lästiger. In Almaty <a href="https://vlast.kz/novosti/52880-aktivistki-oyan-qazaqstan-vysli-na-piket-v-podderzku-zitelej-ekibastuza.html">erschienen</a> zwei Aktivistinnen der militanten Gruppe „Oyan Qazaqstan!“ leicht bekleidet auf der Straße, um gegen die Regierung zu protestieren und die Bevölkerung von Ekibastuz zu unterstützen.

In Usbekistan fanden landesweit Demonstrationen statt, heißt es in einem Bericht von <a href="https://rus.ozodlik.org/a/32168653.html">Current Time</a>. Ein Fabrikarbeiter aus der Provinz Fargʻona schrie verzweifelt in die Kamera: <em>„Was tun? Kein Gas, kein Strom mehr! […] Die Behörden sollen das Problem lösen, sonst bringen wir uns am Ende um.“</em></p>


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<p class="wp-block-paragraph">

Angesichts der Verärgerung der Bevölkerung bleiben die Behörden hinsichtlich der Erhöhung der Energiepreise vorsichtig. Im Januar 2022 führte beispielsweise der Anstieg der Benzinpreise zu <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/massenproteste-in-kasachstan-regierung-entlassen/?noredirect=de-DE">Aufständen in ganz Kasachstan</a>. Und auch die usbekische Regierung ist durch die <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/proteste-in-karakalpakstan-taschkent-schafft-ordnung-durch-gewalt/?noredirect=de-DE">Proteste in Karakalpakistan</a> im Juli in Alarmbereitschaft versetzt worden.
</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Emma Collet, Redakteurin für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/decryptage/lasie-centrale-va-t-elle-revivre-un-hiver-sans-energie/">Französischen</a> von Robin Roth</strong> </p>



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		<title>Wie ein tadschikisches Dorf ohne Elektrizität auskommt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Asia Plus]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 13 Feb 2021 11:30:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Dorf]]></category>
		<category><![CDATA[Infrastruktur]]></category>
		<category><![CDATA[Strom]]></category>
		<category><![CDATA[Trinkwasser]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zwei Kilometer entfernt von der Stadt Chudschand, im Siedlungsgebiet Wodnik im Rajon Ghafurow, liegt das Dorf Obschoron. Im Jahr 2010 wurde hier Land verteilt, und die Menschen wurden Eigent&#xFC;mer von 500m&#xB2;-600m&#xB2;. Allerdings brachte die N&#xE4;he zur Stadt den BewohnerInnen keine besonderen Vorteile: Seit fast 10 Jahren hat das Dorf weder Strom noch Trinkwasser. Wir &#xFC;bersetzen [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zwei Kilometer entfernt von der Stadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chudschand">Chudschand</a>, im Siedlungsgebiet Wodnik im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rajon">Rajon</a> Ghafurow, liegt das Dorf Obschoron. Im Jahr 2010 wurde hier Land verteilt, und die Menschen wurden Eigentümer von 500m²-600m². Allerdings brachte die Nähe zur Stadt den BewohnerInnen keine besonderen Vorteile: Seit fast 10 Jahren hat das Dorf weder Strom noch Trinkwasser. Wir übersetzen den Artikel von Alija Chamidullina für <a href="https://asiaplustj.info/ru">Asia Plus</a> mit freundlicher Genehmigung der Redaktion. Weitere Fotos finden sich auf der Seite des <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/society/20210119/do-lampochki-kak-vizhivaet-tadzhikskoe-selo-bez-elektrichestva?tg_rhash=4ad06923c19fc6">Originalartikels</a>.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Man kann nirgendwo hin</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist bereits das zehnte Jahr, dass in einem Dorf in der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sughd">Provinz Sughd</a> Taschenlampen genutzt und Telefone auf der Arbeit geladen werden. Außerdem gibt es kein Wasser. Man kann sich kaum vorstellen, dass die Menschen nur 15 Minuten entfernt von der modernen Stadt Chudschand von elementaren Dingen, wie der Benutzung eines Kühlschranks oder Fernsehers, träumen. In dem Dorf leben 50 Familien mit Kindern, die nirgendwo anders hingehen können. Auf dem ganzen Gebiet sieht man den beginnenden Hausbau.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Menschen haben ein vom Staat zugeteiltes Stück Land mit einem Fundament eingezäunt, aber sie haben es nicht eilig, mit dem Bau zu beginnen. <em>„Hätten wir nicht das Problem mit der Elektrizität, dann wäre das Dorf innerhalb eines Jahres gebaut wurden“</em>, sagt der Bewohner Tochir. <em>„Viele Familien, die hier ein Haus haben, müssen notgedrungen eine Wohnung in der Stadt mieten. Ist es etwa das, wovon sie träumten, als sie glücklich das Land erhielten? Gebt uns Licht und die Menschen werden alle in ihre Häuser zurückkehren.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber die BewohnerInnen scheinen nicht gehört zu werden. Müde von den ständigen Versprechungen der örtlichen Behörden bleibt ihnen nichts anderes übrig, als traurig auf die hellen Lichter der nächtlichen Stadt Chudschand zu schauen.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Tochir ist Taxifahrer mit großer Erfahrung. Sein altes Auto nennt er liebevoll „Arbeitspferd“. Mit Stolz erzählt er, dass er das Haus mit ehrlich erarbeitetem Geld gebaut hat. <em>„Hier wird die Hauptstraße sein</em>“, zeigt Tochir. <em>„Laut Projektplan soll in unserem Dorf eine Schule, ein Kindergarten und ein Krankenhaus gebaut werden. Aber wer wird diese Infrastruktur für 50 Familien bauen? Solange es hier keine Elektrizität gibt, wird niemand hierher zurückkommen. Das ist das Paradoxe an der Situation.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir halten am ersten Wohngebäude ohne Außenfassade. In Obschoron hat kein einziges Haus eine gestaltete Fassade. Im einzigen größeren Raum leben die Eltern mit ihren drei Kindern. Es erscheint sinnlos, den Wohnraum zu vergrößern, solange die grundlegenden Lebensbedingungen nicht gegeben sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Eltern sind nicht zu Hause. Sie sind zu einer Totenwache zu Verwandten gefahren. Auf meine Frage hin, ob den Kindern nicht kalt sei ohne Licht, schütteln die Mädchen mit dem Kopf. Für diese Kinder, die ihr ganzes Leben ohne elektrisches Licht über dem Kopf gelebt haben, scheint dieses Leben ganz normal zu sein. Sie wachsen ohne großen Komfort auf: Um beispielsweise zur Schule zu kommen, müssen sie eine beträchtliche Entfernung zurücklegen: zu Fuß bis zur Hauptverkehrsstraße und von dort weiter mit der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Marschrutka">Marschrutka</a>. Wegen der geringen Einwohnerzahl, die sich zur Hälfte aus Kindern zusammensetzt, fahren keine öffentlichen Verkehrsmittel in das Dorf.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Leben im 19. Jahrhundert</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Stück weiter wohnt eine usbekische Familie. An der Hausfassade hängen Kabel. Der Besitzer erzählt, dass vor vier Monaten ein Bewohner einer benachbarten Kolchose seine elektrische Leitung geteilt hat. Er hatte Mitleid, denn die Familie hat drei kleine Kinder. Auf eigene Kosten errichtete die Familie Stützen und zog ein mehr als ein Kilometer langes Kabel. Aber die Spannung reicht gerade einmal für eine Glühbirne.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Wir zahlen laut Strommesser, aber selbst dieses Licht ist für uns nur vorübergehend“</em>, sagt der Hausbesitzer. <em>„Wenn sie wollen, werden sie die Linie abschneiden. Die ständige Nutzung des Generators ist mir zu teuer.“ </em>„<em>Ich habe einen Gasmotor gekauft“</em>, nimmt Tochir das Gespräch auf. <em>„Er läuft bis zu neun Stunden ohne Unterbrechung. Für zwei Tage zahle ich 20 tadschikische <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Somoni">Somoni</a>. Aber ihr könnt euch vorstellen, was für ein Lärm das ist! Es hat für mich keinen Sinn, eine elektrische Leitung von einer benachbarten Kolchose zu ziehen. Mein Haus ist am weitesten entfernt, die Spannung reicht nicht einmal für eine Glühbirne.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Ich lebe jetzt schon sechs Jahre mit Taschenlampe“</em>, lacht Todshiddin, ein Bewohner des Dorfes, unter Tränen. <em>„Ich erzähle allen, dass ich im 19. Jahrhundert lebe. Warum sind wir, die wir nicht weit entfernt sind von Chudschand, gezwungen ohne Strom zu leben, und im benachbarten Saichun, wo es keine festen EinwohnerInnen gibt, ist der Strom konstant vorhanden? Für wen gibt es ihn dort?“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz der Fülle an Land gibt es im Dorf fast keine Bäume und Pflanzen. Im Gegensatz zum Namen des Dorfes, der übersetzt „ein Ort reich an Quellen“ bedeutet, gibt es im Ortsinneren keine einzige Quelle. Die Einheimischen berichten darüber, dass sie Trinkwasser kaufen müssen. Für ein volles Auto zahlt man 80-100 tadschikische Somoni, und die Wassermenge reicht nicht einmal für einen Monat. In der Nähe jedes Hauses wurde ein Becken zum Speichern von Wasser gegraben. Das Becken ist fest mit einem Metalldeckel verschlossen, da es wichtig ist, das Wasser frisch und sauber zu halten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Man braucht nicht viel, um glücklich zu sein</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Tochir lädt mich in sein Haus ein. Seine Frau und sein Sohn begrüßen mich, einen solch seltenen Gast, freundlich. Das Wichtigste im Haus ist der Ofen, ein Kanonenofen. Dank des Ofens ist der Raum warm genug. Das äußerste Zimmer ist das Badezimmer, in dem sich ebenfalls ein Ofen befindet. Über der Badewanne an der Decke hängt ein Plastikeimer, der als Duschkopf dient. <em>„Ich heize den Ofen mit gebrauchtem Öl. Es entflammt so stark, dass es so heiß wird wie in einer Sauna“</em>, rühmt sich der Mann. <em>„Die ganze Familie betet fünf Mal am Tag, deshalb hat die Waschung Priorität.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/moschee-schrein-und-wacholder-was-wird-aus-chudschands-einzigartigem-stadtteil-hasrati-bobo/">Moschee, Schrein und Wacholder – was wird aus Chudschands einzigartigem Stadtteil Hasrati Bobo?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Anscheinend haben die Gebete dazu beigetragen, Tochirs Haus vor der Zerstörung durch eine Schlammflut zu retten, die kürzlich von den Bergen herabkam. Der gewaltige steinige Dreck teilte sich wie durch ein Wunder in zwei Ströme, der Tochirs Haus wie eine unberührte Insel in der Mitte zurückließ. Der Mann zeigt, wie der Schlamm die Betonfassade des Hauses eines Nachbarn zerstörte und Müll von der Müllkippe der Stadt zurückließ. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„In der Sowjetzeit wurde hier ein Damm gegraben, der die Schlammflut stoppte“</em>, sagt der Mann und zeigt die Richtung des Erddamms. <em>„Nachdem begonnen wurde, hier das Land zu verteilen, wurde dieser Damm dem Erdboden gleichgemacht, und Schlammfluten wurden für uns zu einem großen Problem. Nach dem letzten Vorfall habe ich einen breiten Graben ausgehoben, um die Wucht der Flut abzuschwächen.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Abend wirft der Mann seinen Generator an, um Fernsehen zu schauen. Oft lädt er Nachbarn mit Kindern zu sich ein, denn solch ein Luxus kommt nicht jedem zu Teil. <em>„Manchmal, wenn ein Konzert gezeigt wird, fangen die Kinder an zu tanzen. Ich möchte nicht leugnen, dass ich dann auch mit ihnen tanze. Denn wenn man die ganze Zeit über das Schlechte nachdenkt, dann wird man verrückt. Ich brauche nicht viel, um glücklich zu sein. Möge der Kühlschrank funktionieren, damit ich Fleisch, Milch und Kefir für meine Frau und meinen Sohn aufbewahren kann.“</em> Im Sommer ist es ohne Kühlschrank sehr schwer. Zu allem Übel kommen dann die Fliegen, die es durch die Nähe zur städtischen Müllkippe in großer Zahl gibt. Von dort kommen auch unangenehme Gerüche.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Mein Sohn wird auf jeden Fall Arzt. Ich träume davon ihm einen Computer zu kaufen. Gibt Gott mir Gesundheit, dann erwerbe ich in diesem Jahr ein Solarmodul. Man sagt, dass sie in Duschanbe viel günstiger sind.“ </em>Außerdem träumt der Mann davon einen Garten anzulegen. Er hat sich schon ein System zur Tropfbewässerung überlegt. Sein Gefühl sagt ihm, dass dieser Traum bald wahr werden könnte. <em>„Und wenn dann endlich das Problem mit der Elektrizität gelöst ist, dann werde ich einen ganzen Monat lang tanzen und aus Freude kostenlos alle unsere Dorfkinder zur Schule fahren,“ </em>sagt Tochir ohne zu zögern.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Alija Chamidullina</strong><br><strong>Asia Plus</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Russischen von Katharina Nordhaus</strong></p>


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<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Wie Tadschikistan seit 15 Jahren Strom „spart“ – die Geschichte der landesweiten Stromausfälle</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Asia Plus]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Nov 2020 16:33:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Blackout]]></category>
		<category><![CDATA[Elektroenergie]]></category>
		<category><![CDATA[Energie]]></category>
		<category><![CDATA[Strom]]></category>
		<category><![CDATA[Stromausfall]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Tadschikistan wird immer wieder der Strom abgestellt. Aus Anlass des Internationalen Energiespartages ver&#xF6;ffentlichte Asia-Plus am 11. November 2020 den folgenden Artikel. Wir &#xFC;bersetzen ihn mit freundlicher Genehmigung der Redaktion. Tadschikistans Regierung ruft seit langem dazu auf, im Privathaushalt und in der Industrie sparsam mit dem Stromverbrauch umzugehen. Allerdings muss sie die Bev&#xF6;lkerung gar nicht [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>In Tadschikistan wird immer wieder der Strom abgestellt. Aus Anlass des Internationalen Energiespartages veröffentlichte </strong><a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/society/20201111/kak-v-tadzhikistane-beregut-elektroenergiyu-vot-uzhe-15-let-istoriya-blekautov?tg_rhash=59df260525b319"><strong>Asia-Plus</strong></a><strong> am 11. November</strong><strong> 2020 den</strong><strong> folgenden</strong><strong> Artikel</strong><strong>. Wir übersetzen ihn mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Tadschikistans Regierung ruft seit langem dazu auf, im Privathaushalt und in der Industrie sparsam mit dem Stromverbrauch umzugehen. Allerdings muss sie die Bevölkerung gar nicht bitten, sondern beschließt einfach eine Verbrauchsgrenze, so wie es nach wie vor immer wieder der Fall war.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie alles begann</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Winter 2007 wurde erstmals eine Höchstgrenze für den Stromverbrauch eingeführt. Es wurde mitgeteilt, dass der Strom zwischen 23 Uhr und 5 Uhr des Folgetages abgeschaltet werde.  <a href="http://www.barqitojik.tj/en/">Barqi Tojik</a> (Das staatliche Energieunternehmen, Anm. d. Ü.) erklärte, dass der Grund für die Einschränkungen der niedrige Wasserstand im Fluss <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wachsch">Wachsch</a> und damit einhergehend auch im Stausee des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nurek-Staudamm">Nurek-Wasserkraftwerks</a> sei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um den Mangel an Strom auszugleichen, vereinbarte Barqi Tojik mit  Uzbekenergo (dem usbekischen staatlichen Energieunternehmen, Anm. d. Ü.) den Import von 600 Millionen Kilowattstunden Strom aus Usbekistan. Als Bedingung wurde aber auferlegt, dass Tadschikistan im Sommer mindestens 900 Millionen Kilowattstunden zurückgibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das schwerste Jahr</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das schwerste Jahr war 2008. Die Energiekrise betraf fast alle Länder Zentralasiens. Sie stand im Zusammenhang mit dem kältesten Winter seit 1969, und hohen Preisen für Lebensmittel und Kraftstoff. Die Vereinten Nationen, das Rote Kreuz und der Rote Halbmond riefen die internationale Gemeinschaft auf, circa 25 Millionen US-Dollar an Hilfe für die zentralasiatischen Regierungen zu sammeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit dem 13. Januar 2007 war die Landbevölkerung komplett von der Stromversorgung abgeschnitten, in Duschanbe gab es täglich nur zwischen ein und drei Stunden Licht. Ende Januar wurde in der Hauptstadt nun auch der Strom für Kleinunternehmen abgestellt. Bis in den Frühling konnten sie nicht arbeiten und erlitten große Verluste.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/trotz-energieknappheit-tadschikistan-nimmt-77-millionen-dollar-durch-stromexporte-ein/">Trotz Energieknappheit: Tadschikistan nimmt 77 Millionen Dollar durch Stromexporte ein</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Einschränkungen galten bis zum 10. Februar, wurden später aber bis zum <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nouruz">Nawrus</a>-Fest Ende März verlängert. Es gab nur wenige Ausnahmen, zu denen Regierungsinstitutionen, Krankenhäuser und <a href="http://www.talco.com.tj/en/">Talco</a> (ein Aluminiumunternehmen, Anm. d. Ü.) gehörten. Wegen der nicht funktionierenden Zentralheizung in den Städten und aufgrund des abgestellten Stroms heizte man in den Wohnungen mit kleinen Öfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während der Stromsperre gab es in den Medien zahlreiche Berichte über Todesfälle von Kindern in Entbindungsstationen und PatientInnen in Krankenhäusern. Im Nachhinein erklärten UN-ExpertInnen, dass fast ein Drittel der EinwohnerInnen Tadschikistans in der Zeit der strikten Strombegrenzung an Unterernährung litt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der große Stromausfall von 2009</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu einem fast vollständigen Stromausfall kam es im Jahr 2009. Im November jenes Jahres blieben aufgrund eines Zwischenfalls an der Hochspannungsleitung Nurek – <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tursunsoda">Tursunsoda</a> 70 Prozent des tadschikischen Staatsgebiets ohne Strom. Die Aufregung im Zusammenhang mit der Einschränkung der Stromversorgung beeinflusste die Preise für  Grundnahrungsmittel, die in der Folge um 20 Prozent anstiegen.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus wurde in jenem Jahr in Tadschikistan 11 Prozent weniger Strom produziert als im Vorjahr. Es wurde erlassen, dass in den Jahren 2009-2011 die verantwortlichen Ministerien und Behörden den Aufbau zweier Unternehmen zur Produktion von Energiesparlampen und die Einhaltung der stromsparender Standards sicherstellen sollten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regierung des Landes wurde beauftragt unter der Beteiligung von Investoren die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um innerhalb von drei Jahren den nationalen Bedarf an Gas und innerhalb von vier Jahren den Bedarf an Strom aus inländischen Ressourcen zu decken.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Leere Versprechen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Von nun an gab es jedes Jahr von November bis April eine Begrenzung des Energieverbrauchs. Barqi Tojik versicherte, dass die Einschränkungen 12 Stunden pro Tag nicht überschreiten werde und Duschanbe und einige andere Industriestädte nicht tangieren würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Angesichts des Volumens der Wasserkraftreserven des Landes werden in einigen Bezirken der Republik Beschränkungen in der Stromversorgung eingeführt“</em>, teilte das Unternehmen jedes Jahr mit. <em>„Es werden weder lebenswichtige Einrichtungen noch Verwaltungsgebäude betroffen sein.“</em> Vor allem im ländlichen Raum wurde dieses Versprechen jedoch nicht immer eingehalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>„Prävenzion“ anstatt „Begrenzung“</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ab 2018 begann man das „Begrenzung“ durch das Wort „Prävention“ zu ersetzen. Im Herbst und Winter gab es fortan in ländlichen Gebieten von 5 bis 8 Uhr morgens und von 17 bis 24 Uhr abends Strom. ExpertInnen von Barqi Tojik erklärten, dass es sich nicht um einen Engpass, sondern nur um Präventionsmassnahme handele. Vor Ort sagten die ExpertInnen des Wasserkraftwerks, dass am Nurek Wasser gespart werde: Es gebe einen sehr niedrigen Zufluss, weil das Wasser des Flusses Wachsch bereits für das Füllen des neuen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rogun-Staudamm">Rogun-Stausees</a> abgezweigt werde.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/tadschikistan-die-zweite-turbine-des-rogun-wasserkraftwerks-geht-ans-netz/">Tadschikistan: Die zweite Turbine des Rogun-Wasserkraftwerks geht ans Netz</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Den Behörden zufolge werde Tadschikistans Bevölkerung seit 2017 rund um die Uhr mit Strom versorgt. Der jüngste Landesweite Stromausfall wurde dadurch erklärt, dass im Herbst und Winter 2019-2020 im Quellgebiet der Flüsse Wachsch und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pandsch">Pandsch</a> zu wenig Schnee fiel. In den vergangenen Jahren habe er 50 Prozent der Abflussmenge ausgemacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Zusammenhang wandte sich die Regierung sogar an die Bevölkerung des Landes und bat um Verständnis für die von Barqi Tojik eingeführten Beschränkungen. Sie dienten einzig dem Ziel, die Reserven des Nurek-Stausees zu erhöhen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Notwendige Investitionen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die in Tadschikistan existierenden Wasserkraftwerke sind schon mehr als 30 Jahre am Netz. Ihre technischen Möglichkeiten sind ausgereizt. Mehr als 50 Prozent der Ausrüstung, Verteilungsnetze und Umspannwerke müsste inzwischen generalüberholt werden.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Energieverlust der Anlagen beträgt 14,1 Prozent, obwohl er in der Regel 8 bis 10 Prozent betragen sollte. Es ist überaus notwendig, den Zustand der Übertragungs- und Verteilungsnetze zu verbessern. Es wird geschätzt, dass die tadschikischen Energienetze über ein Effizienzpotenzial von 4 bis 6 Prozent verfüge.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus seien die bestehenden Heizungsnetze veraltet und befinden sich aufgrund ihrer mangelhaften Wartung in einem schlechten Zustand. Sie müssen zusammen mit den Wärmekraftwerken modernisiert werden. Die regelmäßig auftretenden Massenstromausfälle verschärfen diese Probleme nur und können nicht als Maßnahme zur Energieeinsparung herangezogen werden.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Saifuddin Karajew für </strong><a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/society/20201111/kak-v-tadzhikistane-beregut-elektroenergiyu-vot-uzhe-15-let-istoriya-blekautov?tg_rhash=59df260525b319"><strong>Asia-Plus</strong></a></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Russischen von Robin Roth</strong></p>


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		<title>Usbekistan hat einen seiner Forschungsreaktoren aus der Sowjetzeit abgebaut</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Héloïse Dross]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Jun 2020 00:38:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Energie]]></category>
		<category><![CDATA[Kernforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Kernforschungskraftwerk]]></category>
		<category><![CDATA[Strom]]></category>
		<category><![CDATA[Uran]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Usbekistan hat einen seiner beiden Kernforschungsreaktoren abgebaut. Dies war ein besonders heikler Vorgang, der mehrere Jahre Arbeit erforderte. Es ist auch das Zeichen eines &#xDC;bergangs in der usbekischen Nuklearpolitik: Das Land kehrt den Anlagen aus dem Kalten Krieg den R&#xFC;cken und stellt ein neues ziviles Kernkraftwerk in den Mittelpunkt seiner Entwicklungspl&#xE4;ne. F&#xFC;r die usbekische Atomkraft [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Usbekistan hat einen seiner beiden Kernforschungsreaktoren abgebaut. Dies war ein besonders heikler Vorgang, der mehrere Jahre Arbeit erforderte. Es ist auch das Zeichen eines Übergangs in der usbekischen Nuklearpolitik: Das Land kehrt den Anlagen aus dem Kalten Krieg den Rücken und stellt ein neues ziviles Kernkraftwerk in den Mittelpunkt seiner Entwicklungspläne.</strong></p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p></p>
<p style="text-align: justify;">Für die usbekische Atomkraft wird ein neues Kapitel aufgeschlagen. Am 9. April gab die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Internationale_Atomenergie-Organisation">Internationale Atomenergie-Organisation</a> (IAEO) <a href="https://www.iaea.org/newscenter/news/decommissioning-uzbekistans-first-research-reactor">bekannt</a>, dass einer der beiden Forschungsreaktoren in Usbekistan abgebaut worden sei. Diese Operation dauerte mehr als vier Jahre (2015 bis 2019), und wurde mit Unterstützung der IAEO realisiert.</p>
<p style="text-align: justify;">Im Jahr 2013 wurde der Reaktor bereits stillgelegt, blieb aber in Betrieb, da Nuklearanlagen ständig überwacht werden müssen. Der <a href="http://www-naweb.iaea.org/napc/physics/research_reactors/database/RR%20Data%20Base/datasets/report/Uzbekistan,%20Republic%20of%20%20Research%20Reactor%20Details%20-%20IIN-3M%20FOTON.htm">Unterhalt</a> war äußerst teuer: etwa 70.000 Dollar (64.800 Euro) pro Jahr in den 2010ern. Darüber hinaus stand der Reaktor inmitten der usbekischen Hauptstadt Taschkent, und barg somit ein bedeutendes Risiko.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/semipalatinsker-testgelaende-das-atomare-erbe-der-sowjetunion-in-kasachstan/">Semipalatinsker Testgeländer: Das atomare Erbe der Sowjetunion in Kasachstan</a></strong></p>
<p style="text-align: justify;">Im <a href="https://www.iaea.org/newscenter/news/decommissioning-uzbekistans-first-research-reactor">Bericht der IAEO</a> erklärt Faxrulla Kungurov, Laborleiter am <a href="http://www.inp.uz/">Institut für Kernphysik der usbekischen Akademie der Wissenschaften</a>: „<em>die Entscheidung, den IIN-3M-Reaktor abzubauen, wurde getroffen, weil er in den letzten Jahren kaum genutzt worden war, die Anlage veraltet war und sich in der Nähe eines Flughafens befand, dessen Ausbau die Behörden in Erwägung zogen</em>“.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Die Spuren der sowjetischen Atomkraft &#8211; ein schweres Erbe in Zentralasien</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Dieser Forschungsreaktor wurde 1975 gebaut, als Usbekistan Teilrepublik der Sowjetunion war. Er wurde entwickelt, um Atomspaltungen zu verursachen, die zu einer Kettenreaktion führen. Im Gegensatz zu einem Kernkraftwerk diente der Reaktor nicht der Erzeugung von Elektrizität, sondern wurde für Experimente genutzt, einschließlich Experimenten zum Verhalten verschiedener Materialien unter radioaktiver Strahlung.</p>
<p style="text-align: justify;">Allerdings sind nicht alle Experimente, die dort in der Sowjetzeit durchgeführt wurden, detailliert aufgeführt. Ursprünglich wurde der Reaktor mit <a href="https://www.nti.org/learn/countries/uzbekistan/">hochangereichertem Uran</a> betrieben. Ein wichtiges Detail: jenseits einer 20-prozentigen Anreicherung kann Uran auch für militärische Zwecke genutzt werden. Hier betrug die Anreicherung bis zu 90 Prozent. Der Reaktor wurde schrittweise auf den Betrieb mit weniger angereichertem Uran umgerüstet und fiel 2008 schließlich unter die 20-Prozent-Grenze. Ein Teil des hochradioaktiven Brennstoffs wurde diskret zur Aufbereitung <a href="https://www.nti.org/analysis/articles/secret-mission-remove-uranium/">nach Russland geschickt</a>.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/unter-der-usbekischen-sonne-wie-usbekistan-versucht-alternative-energiequellen-zu-entwickeln/">Unter der usbekischen Sonne: Wie Usbekistan versucht, alternative Energiequellen zu entwickeln</a></strong></p>
<p>Usbekistan ist nicht das einzige Land, das sich mit dem nuklearen Erbe der Sowjetunion auseinandersetzen muss. Während der Sowjetzeit befanden sich unterschiedliche Einrichtungen in Zentralasien. Neben Forschungsstandorten gibt es in verschiedenen Ländern der Region auch Deponien für radioaktive Abfälle. Der <a href="https://www.nti.org/learn/countries/kyrgyzstan/">Nuclear Threat Initiative</a> zufolge wurden diese Standorte während der Sowjetzeit nicht immer den Behörden gemeldet, und die Forschung zu ihrer genauen Lokalisierung ist noch im Gange. Kasachstan ist besonders betroffen: Das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Atomwaffentestgel%C3%A4nde_Semipalatinsk">Atomwaffentestgelände Semipalatinsk</a> im Nordosten des Landes war Schauplatz Hunderter Atomtests. In Kirgistan stellt sich mitunter auch die Frage des Umgangs radioaktiver Abfälle aus dem Uranbergbau, wie in der ehemals geschlossenen Stadt <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/min-kush-ville-oubliee/">Ming Küsch</a>.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Der Rückbau eines Atomkraftwerks: Eine technische und logistische Herausforderung</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Der Rückbau eines Atomkraftwerks ist immer heikel. Dies gilt umso mehr für Einrichtungen aus der Sowjetzeit. Heute werden bereits beim Bau von Atomkraftwerken Stilllegungspläne miteinbezogen, was vor fünfzig Jahren noch nicht der Fall war. „<em>Als die ersten Forschungsreaktoren gebaut wurden, herrschte die allgemeine Überzeugung, dass die Stilllegung mit wenig Planung und Ressourcen leicht zu bewerkstelligen sei. Aber das ist eindeutig nicht der Fall</em>“, <a href="https://www.iaea.org/newscenter/news/decommissioning-uzbekistans-first-research-reactor">erklärt</a> Kungurov. „<em>Infolgedessen hatten wir keine Pläne für den Abbau und keine Informationen darüber, wie die Ausrüstung entfernt oder deinstalliert werden kann. Hier war die Hilfe der IAEO entscheidend</em>&#8222;, beschreibt der Wissenschaftler.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekistans-erstes-atomkraftwerk-soll-zwei-zusaetzliche-reaktoren-bekommen/">Usbekistans erstes Atomkraftwerk soll zwei zusätzliche Reaktoren bekommen</a></strong></p>
<p>Es war also auch eine logistische Herausforderung: Die usbekischen Ingenieurteams <a href="https://www.iaea.org/newscenter/news/decommissioning-uzbekistans-first-research-reactor">arbeiteten</a> mit der IAEO, aber auch mit den Vereinigten Staaten und mit Russland zusammen. Radioaktive Brennstoffe wurden, wie schon <a href="https://www.nti.org/analysis/articles/secret-mission-remove-uranium/">zuvor</a>, <a href="https://conferences.iaea.org/event/83/contributions/11193/contribution.pdf">nach Russland</a> geschickt. Usbekistan verfügt über kein hochangereichertes Uran mehr, das besonders gefährlich ist und hoch radioaktive Abfälle produziert. Experten zufolge ist der Standort des Forschungskraftwerks nicht mehr radioaktiv ist, ein neues Kapitel kann dort also beginnen.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Usbekistan setzt auf Atomstrom</strong></p>
<p style="text-align: justify;">In den letzten Jahren hat Usbekistan vermehrt in die nukleare Stromerzeugung investiert. Da die Stromnachfrage im Land bis 2030 voraussichtlich <a href="https://www.world-nuclear.org/information-library/country-profiles/countries-t-z/uzbekistan.aspx">verdoppeln</a> wird und das Land derzeit Strom von seinem <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/economic/20180903/tadzhikistan-rezko-povisil-postavki-elektroenergii-v-uzbekistan">Nachbarn Tadschikistan</a> kauft, erscheint der Ausbau der Kernenergie strategisch wichtig. Dies umso mehr, als Usbekistan über <a href="https://www.ngmk.uz/ru/pressa/1179-ngmk-budet-eksportirovat-uran-v-yaponiyu-do-2030-goda">reiche Uranreserven</a> verfügt.</p>
<p style="text-align: justify;">Während die Regierung den Forschungseinrichtungen aus der Sowjetzeit den Rücken kehrt, entwickelt es die zivile Kernenergie. Das erste zentralasiatische Atomkraftwerk ist somit <a href="https://novastan.org/fr/ouzbekistan/louzbekistan-veut-construire-la-premiere-centrale-nucleaire-en-asie-centrale/">im Bau</a> und 2018 schuf Präsident <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/wer-ist-der-neue-praesident-usbekistans/?noredirect=de_DE">Shavkat Mirziyoyev</a> per Dekret <a href="https://uzatom.uz/about-the-agency/">Uzatom</a>, eine staatliche Agentur für die Entwicklung der Kernenergie in Usbekistan.</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Héloïse Dross<br />
Autorin für</strong><strong> Novastan</strong></p>
<p style="text-align: right;"><strong>Aus <a href="https://novastan.org/fr/ouzbekistan/louzbekistan-a-demantele-lun-de-ses-reacteurs-de-recherche-datant-de-lere-sovietique/">dem Französischen</a> von Florian Coppenrath</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<item>
		<title>Trotz Energieknappheit: Tadschikistan nimmt 77 Millionen Dollar durch Stromexporte ein</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Asia Plus]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Feb 2019 06:45:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Energie]]></category>
		<category><![CDATA[Energieexport]]></category>
		<category><![CDATA[Export]]></category>
		<category><![CDATA[Strom]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Obwohl es an Strom f&#xFC;r die eigene Bev&#xF6;lkerung mangelt, hat Tadschikistan im Jahr 2018 ungef&#xE4;hr 77 Millionen US-Dollar durch Energieexporte in seine Nachbarl&#xE4;nder eingenommen. Der folgende Artikel erschien im russischsprachigen Original auf Asia-Plus. Wir &#xFC;bernehmen ihn mit freundlicher Genehmigung der Redaktion. Der Export von Elektroenergie ist f&#xFC;r Tadschikistan zu einer veritablen Einnahmequelle geworden. Im Jahr [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/trotz-energieknappheit-tadschikistan-nimmt-77-millionen-dollar-durch-stromexporte-ein/">Trotz Energieknappheit: Tadschikistan nimmt 77 Millionen Dollar durch Stromexporte ein</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Obwohl es an Strom für die eigene Bevölkerung mangelt, hat Tadschikistan im Jahr 2018 ungefähr 77 Millionen US-Dollar durch Energieexporte in seine Nachbarländer eingenommen. </strong><strong>Der folgende Artikel erschien im russischsprachigen Original auf </strong><a href="https://news.tj/ru/news/tajikistan/economic/20190201/tadzhikistan-viruchil-za-schet-eksporta-elektroenergii-77-mln"><strong>Asia-Plus</strong></a><strong>. Wir übernehmen ihn mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Der Export von Elektroenergie ist für Tadschikistan zu einer veritablen Einnahmequelle geworden. Im Jahr 2018 betrugen die Einnahmen durch Stromexporte in benachbarte Staaten ungefähr 77 Millionen US-Dollar. Dies stellt einen Anstieg um 44 Prozent im Vergleich zum Vorjahr dar, als das Land Strom im Wert von 53,4 Millionen US-Dollar exportierte.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/trotz-energieknappheit-im-eigenen-land-tadschikistan-verkauft-weiter-seinen-strom/"><strong>Trotz Energieknappheit im eigenen Land: Tadschikistan verkauft weiter seinen Strom</strong></a></p>
<p style="text-align: justify;">Laut Daten des tadschikischen Ministeriums für Energie und Wasserressourcen verkaufte das Land 2018 mehr als 2,4 Milliarden Kilowattstunden Elektroenergie ins Ausland, was einen Anstieg um 1,1 Milliarden Kilowattstunden gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Damit exportiert Tadschikistan mittlerweile 12,1 Prozent des im Land gewonnenen Stroms (19,7 Milliarden Kilowattstunden im Jahr 2018).</p>
<p style="text-align: justify;">Insgesamt hat der staatliche Energiekonzern <a href="http://www.barqitojik.tj/">Barqi Tojik</a> 2018 mehr als 2,1 Milliarden Somoni (222 Millionen US-Dollar) durch Stromerzeugung eingenommen. Das Unternehmen verkündete, dass diese Mittel für laufende Kosten bei der Energieverwendung, aber auch zur Tilgung von Schulden eingesetzt werden.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Export auf Kosten der Bevölkerung</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Der Anstieg der Exporte im Vergleich zum Vorjahr wurde durch Energieexporte nach Usbekistan ermöglicht. Diese waren nach mehrjähriger Unterbrechung im April letzten Jahres wiederaufgenommen worden. Zu den Abnehmerländern gehören auch Kirgistan und Afghanistan, wenn auch in deutlich geringerem Umfang.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/zwischen-tadschikistan-und-usbekistan-boomt-der-energiehandel/"><strong>Zwischen Tadschikistan und Usbekistan boomt der Energiehandel</strong></a></p>
<p style="text-align: justify;">Während der Strom exportiert wird, fehlt er aber an anderer Stelle. Immer wieder wird der Bevölkerung außerhalb der Hauptstadt Duschanbe zeitweise der Strom abgestellt &#8211; auch im Winter. Das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rogun-Staudamm">Rogun</a>-Wasserkraftwerk, dessen erste Aggregate 2018 ans Netzt gingen, führt nicht zu Entspannung, sondern zu einer Überbelastung des Netzes.</p>
<p style="text-align: justify;">Des Weiteren werden 40 Prozent der gesamten Stromproduktion von einem einzigen Abnehmer verbraucht: einem Aluminiumwerk. Dieses produziert einzig und allein für den Export.</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Pajraw Tschorschanbajew für </strong><a href="https://news.tj/ru/news/tajikistan/economic/20190201/tadzhikistan-viruchil-za-schet-eksporta-elektroenergii-77-mln"><strong>Asia-Plus</strong></a></p>
<p style="text-align: right;"><strong>Aus dem Russischen von Robin Roth</strong></p>
<p><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Zwischen Tadschikistan und Usbekistan boomt der Energiehandel</title>
		<link>https://novastan.org/de/usbekistan/zwischen-tadschikistan-und-usbekistan-boomt-der-energiehandel/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Asia Plus]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Nov 2018 08:03:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Elektroenergie]]></category>
		<category><![CDATA[Erdgas]]></category>
		<category><![CDATA[Export]]></category>
		<category><![CDATA[Gas]]></category>
		<category><![CDATA[Import]]></category>
		<category><![CDATA[Strom]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach mehrj&#xE4;hriger Unterbrechung haben Tadschikistan und Usbekistan im April den Handel mit Erdgas beziehungsweise Elektroenergie wieder aufgenommen. Nicht nur deswegen hat sich das Handelsvolumen zwischen den beiden L&#xE4;ndern mehr als verdoppelt. Die Meldung erschien im russischsprachigen Original auf AsiaPlus. Laut einem Bericht des tadschikischen Ministeriums f&#xFC;r Wirtschaftliche Entwicklung und Handel hat das Land bis zum [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Nach mehrjähriger Unterbrechung haben Tadschikistan und Usbekistan im April den Handel mit Erdgas beziehungsweise Elektroenergie wieder aufgenommen. Nicht nur deswegen hat sich das Handelsvolumen zwischen den beiden Ländern mehr als verdoppelt. Die Meldung erschien im russischsprachigen Original auf </strong><a href="https://news.tj/ru/news/tajikistan/economic/20180925/tadzhikistan-poluchil-okolo-75-mln-kubometrov-prirodnogo-gaza-iz-uzbekistana"><strong>AsiaPlus</strong></a><strong>.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Laut einem Bericht des tadschikischen Ministeriums für Wirtschaftliche Entwicklung und Handel hat das Land bis zum 1. Oktober 10 Millionen Kubikmeter usbekisches Erdgas gekauft. Die Kosten des seit März importierten Gases belaufen sich dabei auf eine Million US-Dollar.</p>
<p style="text-align: justify;">Dass Tadschikistan überhaupt wieder Gas aus Usbekistan importiert, ist ein Ergebnis des Treffens der beiden Staatspräsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shavkat_Mirziyoyev">Schawkat Mirsijojew</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Emomalij_Rahmon">Emomali Rahmon</a> im Dezember vergangenen Jahres.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Wohin geht das usbekische Gas?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Der größte Abnehmer des importierten Gases ist bis dato der Aluminiumhersteller <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Tajik_Aluminium_Company">Talco</a>, der laut Daten des staatlichen tadschikischen Gasunternehmens <a href="http://www.tajik-gateway.org/wp/promyshlennost/neftegazodobyvayushhaya-otrasl/ooo-tadzhiktransgaz/">Tadschiktransgas</a> 80 Prozent der Gaslieferungen verbraucht. Des Weiteren sollen mehr als zehn kleinere Unternehmen &#8211; unter anderem Ziegelfabriken &#8211; Anteile des aus Usbekistan importieren Gases erhalten.</p>
<p style="text-align: justify;">Tadschiktransgas teilte im September mit, dass man prüfe, ab Beginn der Heizsaison das Gas auch zur Wärmeversorgung von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Duschanbe">Duschanbe</a> zu verwenden. Es würde ebenfalls geprüft werden, die Gasimporte auch zur Versorgung der Bevölkerung zu verwenden. Allerdings wären diesbezüglich noch Fragen im Bezug auf die Leistungsfähigkeit der Infrastruktur zu klären, was noch einige Zeit in Anspruch nehmen würde.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Elektrizität als Ausgleich</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Tadschikistan hat seinerseits 1,1 Milliarden Kilowattstunden Elektroenergie für eine Summe von 22 Millionen US-Dollar nach Usbekistan exportiert. Der Energieexport nach Usbekistan wurde, so wie die Gasimporte im Frühling, nach mehrjähriger Unterbrechung wieder aufgenommen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/trotz-energieknappheit-im-eigenen-land-tadschikistan-verkauft-weiter-seinen-strom/"><strong>Trotz Energieknappheit im eigenen Land – Tadschikistan verkauft weiter seinen Strom</strong></a></p>
<p style="text-align: justify;">Es wird erwartet, dass Tadschikistan bis Jahresende mindestens 1,5 Milliarden Kilowattstunden nach Usbekistan exportiert. Usbekistan hat sich hingegen vertraglich verpflichtet, im laufenden Jahr ungefähr 126 Millionen Kubikmeter Erdgas für 15,1 Millionen US-Dollar an Tadschikistan zu liefern. Dies entspricht einem Preis von 120 US-Dollar pro 1000 Kubikmeter. Tatsächlich wurde das Gas aber zu einem günstigeren Preis von 100 US-Dollar pro 1000 Kubikmeter an Tadschikistan verkauft.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Wachsendes Handelsvolumen</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Auch das gesamte Handelsvolumen zwischen den beiden Nachbarn wächst weiter. In den ersten zwei Dritteln des Jahres wurden Waren in Wert von 175 Millionen US-Dollar zwischen Tadschikistan und Usbekistan gehandelt. Dies ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Anstieg um das Zwei- bis Dreifache.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekistan-und-tadschikistan-der-handel-boomt-dank-offener-grenzen/"><strong>Tadschikistan und Usbekistan – Der Handel boomt dank offener Grenzen</strong></a></p>
<p style="text-align: justify;">Dabei wurde Usbekistan neben der Republik Moldau zum zweiten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinschaft_Unabh%C3%A4ngiger_Staaten">GUS</a>-Land, mit dem Tadschikistan eine positive Handelsbilanz hat. Der Import usbekischer Waren beläuft sich auf 77 Millionen US-Dollar, während der Export in das Nachbarland Waren im Wert von 96 Millionen US-Dollar umfasst. Seit seiner Unabhängigkeit hatte Tadschikistan stets mehr aus Usbekistan importiert als dorthin exportiert.</p>
<p style="text-align: justify;">Die wichtigsten tadschikischen Exportgüter sind Aluminium, Elektroenergie, Baumwollfasern, Erze, Zement, unverarbeitetes Leder, Rohseide, verschiedene Textilien, alkoholische Getränke und Teppiche. Aus Usbekistan werden hingegen Textilien, Mineraldünger, Kunststoff, Schuhe, Keramik, Buntmetalle und mechanische Geräte importiert.</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Pajraw Tschorschanbijew auf </strong><a href="https://news.tj/ru/news/tajikistan/economic/20180925/tadzhikistan-poluchil-okolo-75-mln-kubometrov-prirodnogo-gaza-iz-uzbekistana"><strong>AsiaPlus</strong></a></p>
<p style="text-align: right;"><strong>Aus dem Russischen von Robin Roth</strong></p>
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