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	<title>Stihia Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
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	<title>Stihia Archives</title>
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		<title>Die touristischen Perlen Karakalpakstans</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hook.report]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Jul 2024 14:29:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Panorama]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Anfang Juni trafen sich Enthusiasten elektronischer Musik in Karakalpakstan zum Musikfestival &#x201E;Stihia&#x201C;. Aber Mo&#x2BB;ynoq, Nukus und Umgebung sind nicht nur f&#xFC;r das dreit&#xE4;gigen Techno-Open-Air bekannt. Hook stellt vor, was die im Westen Usbekistans gelegene autonome Republik noch zu bieten hat. Der &#x201E;Louvre in der W&#xFC;ste&#x201C; &#x2013; das Sawitzki-Museum in Nukus Das 1966 von Igor Sawitzki [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Anfang Juni trafen sich Enthusiasten elektronischer Musik in Karakalpakstan zum Musikfestival „Stihia“. Aber Moʻynoq, Nukus und Umgebung sind nicht nur für das dreitägigen Techno-Open-Air bekannt. Hook stellt vor, was die im Westen Usbekistans gelegene autonome Republik noch zu bieten hat.</strong></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der „Louvre in der Wüste“ – das Sawitzki-Museum in Nukus</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das 1966 von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Igor_Witaljewitsch_Sawizki">Igor Sawitzki</a> gegründete <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kunstmuseum_Nukus">Museum</a> beherbergt eine der bedeutendsten Sammlungen russischer Avantgarde und zentralasiatischer Kunst. Die Sammlung des Museums umfasst mehr als 90.000 Exponate, darunter archäologische Funde aus dem antiken <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Choresmien">Choresm</a>, dekorative und angewandte Kunst aus Karakalpakstan und einzigartige Werke lokaler Künstler:innen. Neben berühmten Gemälden finden im Museum regelmäßig Ausstellungen lokaler Künstler:innen statt, in denen man die zeitgenössische Kunst der Region kennenlernen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/der-enthusiast-der-wueste-wie-in-nukus-eine-der-bedeutendsten-avantgarde-sammlungen-entstand/"><strong>Der Enthusiast der Wüste – Wie in Nukus eine der bedeutendsten Avantgarde-Sammlungen entstand</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Bis 1983 war die Atmosphäre im Museum unerträglich geworden. Sawitzki war ständig irritiert, er war so angewidert vom Leiten <em>[</em>des Museums<em>]</em>, dass er in seiner Haltung gegenüber den Mitarbeitern immer wilder wurde. Er erstickte sowohl an einer Lungenerkrankung als auch an der unerträglichen Belastung durch das enorme Arbeitsaufkommen des Museums. […] Er sagte oft, dass er es müde sei, Direktor zu sein, dass er nie einer werden wollte und klagte: „Warum habe ich mich auf das Museum eingelassen! […]“ Aber wie ein Besessener arbeitete er Tag und Nacht und führte das fort, was er einst liebte“</em>, erinnert sich Erkin Joldasov an den Gründer der wichtigsten Sehenswürdigkeit von Karakalpakstans Hauptstadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nukus">Nukus</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Antike Siedlungen in Karakalpakstan</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Karakalpakstan ist reich an antiken Siedlungen, von denen jede ihre eigene, einzigartige Geschichte erzählt. Einen der beeindruckendsten Orte, eine Autostunde von Nukus entfernt, bilden die Nekropole Mizdahkan und die Festung Gyaur-Kala.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Die Nekropole erhebt sich inmitten der Weiten Karakalpakstans unter der heißen Sonne und umgeben von Wüstenlandschaften. Legenden und Mythen über Mizdahkan werden von Generation zu Generation weitergegeben. Eine der Legenden ist mit Nazlymhan-sulu verbunden, der Tochter eines mächtigen Khans, die mit ihrer Schönheit die Herzen vieler junger Männer eroberte. Ihr Vater versprach, sie mit jemandem zu verheiraten, der etwas Ungewöhnliches und Erstaunliches bauen könne. Ein verliebter Jüngling errichtete ein majestätisches Mausoleum, um seine Liebe zu beweisen.</p>



<figure class="wp-block-image size-full is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="640" height="427" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/06/640px-Ancient_Complex_Mizdahkan_in_Karakalpakstan.jpg" alt="" class="wp-image-39708" style="width:737px;height:auto" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/06/640px-Ancient_Complex_Mizdahkan_in_Karakalpakstan.jpg 640w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/06/640px-Ancient_Complex_Mizdahkan_in_Karakalpakstan-300x200.jpg 300w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mizdahkan, Photo: Wikimedia Commons</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der Khan beschloss jedoch, die Liebe des jungen Baumeisters auf die Probe zu stellen. Er befahl ihm, von der Kuppel des Mausoleums zu springen, um seine Hingabe zu beweisen. Ohne zu zögern führte der junge Mann den Befehl aus und stürzte in den Tod. Als Nazlymhan-sulu davon erfuhr, konnte sie die Trauer nicht ertragen. Sie folgte dem Geliebten und sprang ebenfalls von der Kuppel.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zoroastrisches Erbe</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiterer Ort, der in Mizdahkan unbedingt einen Besuch wert ist, ist die „Uhr der Apokalypse“. Einer alten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zoroastrismus">zoroastrischen</a> Legende zufolge wurde die Mauer auf den Überresten des Grabes des ersten Menschen, Gayamard (Adam), errichtet. Jedes Jahr fällt ein Stein aus der Wand. Wenn der letzte ausfällt, wird die Apokalypse kommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/die-top-10-der-geheimsten-tourismus-ziele-usbekistans/"><strong>Usbekistan: Die Top-10 der unbekannten Tourismus-Ziele</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Pilger:innen und Anwohner:innen glauben fest daran, dass das Ende der Welt hinausgezögert werden kann. Dazu müsse man aus sieben herausgefallenen Ziegeln einen Turm bauen und um Erlösung beten. Dieser alte Brauch ist zu einem Symbol der Hoffnung und des spirituellen Kampfes gegen das Unvermeidliche geworden. Er bewahrt den Glauben der Menschen an ihre Stärke und an die Fähigkeit, ihr Schicksal zu verändern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gyaur-Kala, die geheimnisvolle Zitadelle neben Mizdahkan, wurde von den Arabern aufgrund ihrer zoroastrischen Vergangenheit als „Festung der Ungläubigen“ bezeichnet. Es wird angenommen, dass hier der Zoroastrismus geboren und das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Avesta">Avesta</a> geschrieben wurde.</p>



<figure class="wp-block-image size-full is-resized"><img decoding="async" width="640" height="427" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/06/Karakalpakstan_Chilpyk_Tower_of_Silence_dakhma_1st_cent_BCE-1st_cent_CE_Zoroastrian_4.jpg" alt="" class="wp-image-39707" style="width:737px;height:auto" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/06/Karakalpakstan_Chilpyk_Tower_of_Silence_dakhma_1st_cent_BCE-1st_cent_CE_Zoroastrian_4.jpg 640w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/06/Karakalpakstan_Chilpyk_Tower_of_Silence_dakhma_1st_cent_BCE-1st_cent_CE_Zoroastrian_4-300x200.jpg 300w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der Turm der Stille &#8222;Shylpyk&#8220;, Photo: Wikimedia Commons</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht weit von Nukus erhebt sich der geheimnisvolle zoroastrische Turm der Stille „Shylpyk“. Auf seiner Anhöhe hinterließen die Anhänger des Zoroastrismus die Körper der Verstorbenen, damit sich ihr Fleisch unter dem Einfluss von Sonne, Wind und Greifvögeln auflöste. Laut heiligen Legenden reinigt dieses Ritual die Seelen der Tote, vermeidet eine Schändung der Erde und bewahrt ihre Reinheit.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Und was gibt es in Moʻynoq?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Moʻynoq">Moʻynoq</a> ist ein ehemaliger wohlhabender Hafen am Ufer des Aralsees. Eine der Hauptattraktionen ist das Museum für Regionalstudien, das Exponate über die Geschichte und Kultur der Region enthält. Besucher können Fotos und Artefakte sehen, die sich auf das Leben der Anwohner und ihren Überlebenskampf nach einer Umweltkatastrophe beziehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einen Besuch wert ist auch die Konservenfabrik, eines der größten Unternehmen der Region während der Sowjetzeit. Heute lockt dieser Ort Tourist:innen mit dem Angebot, mehr über das Leben der Stadt in der Vergangenheit zu erfahren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/stihia-wie-stehen-die-einheimischen-zu-dem-elektrofestival-auf-dem-grund-des-aralsees/"><strong>‚Stihia‘ – Wie stehen die Einheimischen zu dem Elektrofestival auf dem Grund des Aralsees?</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Und natürlich… „Stihia“ kehrt [<a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/backtomuynak-warum-das-diesjaehrige-stihia-festival-nicht-in-karakalpakstan-stattfindet/">nach einjähriger Unterbrechung</a>, Anm. d. Red.] nach Moʻynoq zurück: Das Festival, das Tausende Musik- und Kulturliebhabende aus aller Welt anzieht. In diesem Jahr bot Stihia ein einzigartiges Programm mit musikalischen Darbietungen. Darüber hinaus kann man vom Festivalgelände aus zum Ufer des Aralsees fahren und sich den einst größten See der Region ansehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Im <a href="https://hook.report/2024/06/go-w-karakalpakstan/">Originalartikel</a> findet ihr weitere Bilder.</em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Hook</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://hook.report/2024/06/go-w-karakalpakstan/"><strong>Russischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>#BackToMuynak: Warum das diesjährige Stihia-Festival nicht in Karakalpakstan stattfindet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Robin Roth]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 25 Feb 2023 17:13:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Stihia, ein Elektro-Festival, dass in den letzten Jahren auf dem Grund des ausgetrockneten Aralsees stattfand, wird in diesem Jahr in die N&#xE4;he von Buchara verlegt. Sind die Juli-Ereignisse in Karakalpakstan daf&#xFC;r ausschlaggebend? Dar&#xFC;ber sprach Hook mit Organisator Otabek Suleimanov. Am 27. Januar gaben die Organisator:innen von Stihia die &#xC4;nderung von Ort und Datum der Veranstaltung [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Stihia, ein Elektro-Festival, dass in den letzten Jahren auf dem Grund des ausgetrockneten Aralsees stattfand, wird in diesem Jahr in die Nähe von Buchara verlegt. Sind die Juli-Ereignisse in Karakalpakstan dafür ausschlaggebend? Darüber sprach <a href="https://hook.report/2023/02/backtomuynak/">Hook</a> mit Organisator Otabek Suleimanov. </strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 27. Januar gaben <a href="https://www.instagram.com/p/Cn4Re3RNsDg/">die Organisator:innen</a> von Stihia die Änderung von Ort und Datum der Veranstaltung bekannt. In diesem Jahr findet das Festival für elektronische Musik am usbekischen Unabhängigkeitstag (31. August bis 2. September) in der Nähe von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Buxoro">Buchara</a> statt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In den Kommentaren zu dem Beitrag entbrannte eine Diskussion darüber, ob es angemessen sei, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Karakalpakistan">Karakalpakstan</a> das exklusive Recht zu entziehen, die Veranstaltung auszurichten, und ob die Verschiebung ein Versuch sei, die Anwohner:innen für die <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/verfassungsreform-in-usbekistan-karakalpakstan-protestiert-fuer-erhalt-der-autonomie/">Juli-Ereignisse</a> zu bestrafen. Der Hashtag #BackToMuynak wurde geboren. Hook sprach mit Otabek Suleimanov, dem Generalproduzenten des Festivals, und fragte außerdem Anwohner:innen und Fans von Stihia, wie sich der Ortswechsel auf das Image der Region auswirkt und was wir vom fünften Festival erwarten können. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Otabek Suleimanov</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Um ehrlich zu sein, als wir die Entscheidung trafen, Stihia in Buchara zu veranstalten, erwarteten wir, dass es eine Reaktion geben würde. Aber keiner von uns hätte sich vorstellen können, dass sie so ausfallen würde. Die endgültige Entscheidung, Stihia zu verschieben, liegt größtenteils bei mir. Das Team und ich haben lange diskutiert und gestritten, aber das entscheidende Votum blieb bei mir. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Festival in der gegenwärtigen Realität in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mo%CA%BBynoq">Moʻynoq</a> abzuhalten, ist unangemessen und unanständig. Die Ankündigung des Festivals sollte im Idealfall sechs Monate vor der eigentlichen Veranstaltung erfolgen, damit die Menschen die Möglichkeit haben, sich vorzubereiten. Damit wir unsererseits alles auf dem richtigen Niveau vorbereiten können. Stihia nur wenige Monate nach der Tragödie anzukündigen, wäre völlig unangebracht. Aber noch länger zu warten, ist aus Sicht der Organisation falsch. Wir hätten keine Zeit gehabt, alles vorzubereiten. </p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">

Wenn Stihia ein ruhiges Konzert wäre, dann hätten wir es vielleicht noch am selben Ort veranstaltet. Aber jetzt ist es ein echter Rave, wo es Schnaps gibt und aggressive Musik erklingt.

Es ist kein Geheimnis, dass Stihia in der Region einen gemischten Ruf hat. Jedes Jahr gibt es neue Geschichten, dass die Einheimischen mit der Art und Weise, wie Tourist:innen gekleidet und geschminkt sind, unzufrieden sind. Aus diesem Grund dachten wir auch, dass es mehr negative Einstellungen uns gegenüber gibt als positive. Also brauchen wir diese Pause voneinander. Dies ist eine Frage der Legitimität, Stihia in Karakalpakstan zu veranstalten. Ja, es wird viele Unzufriedene geben, aber wir werden damit umgehen.
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Warum kein Rebranding?</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Ich verstehe, dass der ständige „Wohnort“ von Stihia das Ufer des ausgetrockneten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aralsee">Aralsees</a> ist. Als alles anfing (gemeint sind die Juli-Proteste in Karakalpakstan, Anm. Hook), dachten wir sofort, dass man etwas mit dem Festival machen muss. Ich war an vielen Orten, habe fast ganz Usbekistan bereist, mit Ausnahme einiger Regionen. Und ich kam zu dem Schluss, dass es im Land keinen besseren Ort für Stihia gibt als Moʻynoq. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies ist der beste Ort nicht nur in Usbekistan, sondern in ganz Zentralasien, wo man eine Veranstaltung dieser Art und Größenordnung organisieren kann. Ja, wir hatten im Team eine Diskussion darüber, ein anderes Festival in Buchara zu organisieren. Vielleicht hätten wir wirklich eine Art &#8222;Rebranding&#8220; machen sollen. Aber die Entwicklung einer neuen Marke, die sich von Stihia unterscheidet, erfordert andere organisatorische Kosten, ein anderes Management und Konzept, viele Investitionen und Anstrengungen. Man kann sagen, dass dies gleichbedeutend mit der Eröffnung eines neuen Business ist. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/stihia-wie-stehen-die-einheimischen-zu-dem-elektrofestival-auf-dem-grund-des-aralsees/">‚Stihia‘ – Wie stehen die Einheimischen zu dem Elektrofestival auf dem Grund des Aralsees? </a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir haben mit Vertreter:innen des Tourismusministeriums gesprochen und kamen auf die Idee, das Festival neu zu organisieren. Es &#8222;schwebend&#8220; zu machen: ein Jahr in Moʻynoq und das nächste Jahr in einer anderen Stadt. Dies würde unserer Mission, den Tourismus zu entwickeln, helfen. Jetzt verstehe ich, dass wir diese Idee wahrscheinlich aufgeben werden. Wir werden zwei Festivals machen. Eines wird in Moʻynoq sein &#8211; unserem ständigen Wohnort (&#8222;Company of Uncertain Projects&#8220; &#8211; der Organisator des Festivals, ist offiziell in Moʻynoq registriert, Anm. Hook). Und es wird vielleicht zwei statt drei Tage dauern. Statt drei kleiner werden wir dort eine große Bühne installieren. Und im Allgemeinen werden wir es für alle offen machen. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Warum das Festival nicht im Frühling stattfindet</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Ganz einfach – die Verlegung steht in Zusammenhang mit den natürlichen Besonderheiten des neuen Standorts. Tatsächlich ist es ein sehr großes Ödland, das die meiste Zeit mit Wasser gefüllt ist. To‘dako‘l ist ein sumpfiges Gebiet, es gibt viel Grundwasser aus benachbarten Stauseen. Soweit wir wissen, gibt es nur drei Monate im Jahr einen harten, trockenen Untergrund, der für eine Veranstaltung geeignet ist. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn es all diese Besonderheiten nicht geben würde, hätte es natürlich im Mai stattgefunden. Der aktuelle Termin ist auch sehr praktisch, da in Usbekistan Feiertage sind. Viele verlassen die Stadt, fahren irgendwo hin. Dies ist sehr praktisch für die Entwicklung des Inlandstourismus. Und es ermöglicht uns auch, ausländische DJs ins Stihia zu holen und deren Anreise zu organisieren. Denn viele von ihnen kommen am Wochenende zum Spielen. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Hashtag #BackToMuynak</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Auf den Aralsee aufmerksam zu machen, ist eine etwas naive Mission. Auch ohne uns weiß jeder genau, was dort passiert und warum. Ich habe Angst, genau zu sagen, welche Ergebnisse wir erzielt haben. […] Ja, ausländische Medien, die sich mit elektronischer Musik befassen, schreiben über Moʻynoq, obwohl sie vorher noch nicht einmal von einer solchen Stadt gehört hatten. Das Erscheinen ihrer Artikel über Moʻynoq hat das Publikum, das über den Aralsee Bescheid weiß, leicht erweitert. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Hat sich deswegen etwas geändert? Wahrscheinlich nicht, um ehrlich zu sein. Und wenn sich was geändert hat, dann werden wir es kaum wissen. Als bedeutendstes Projekt kann ich StihiaGen nennen – ein zehntägiger Intensivkurs für Jugendliche und Schulkinder aus Moʻynoq. Letztes Jahr haben wir eine Schulung zum digitalen Design gemacht, dieses Jahr planen wir Programmieren und Designen, vergleichbar mit dem Bildungsprojekt <a href="https://kruzhok.io/">Kruschok</a>. Die teilnehmenden Kinder waren sehr zufrieden, die Schulleitungen auch. Und wir sind stolz auf dieses Projekt. Dies hat der Region praktische Vorteile gebracht. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/der-aralsee-gestern-heute-morgen/">Der Aralsee: gestern, heute, morgen </a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich spreche auch nicht vom wirtschaftlichen Nutzen für die Region: vom Gewinn für Taxifahrer oder Cafébesitzer. Wenn wir das Festival jeden Monat veranstalten würden, könnten wir über nachhaltige Wirtschaftsentwicklung sprechen. Jetzt baut zum Beispiel niemand ein Hotel nur wegen unseres Festivals. Ja, vielleicht haben wir dazu beigetragen, dass sie anfingen, über die Stadt zu sprechen. Aber auch ohne Stihia kann ich feststellen, wie sich die Stadt in den letzten fünf Jahren entwickelt hat. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Es wurden Straßen, Ampeln, neue Gebäude gebaut. Ich erinnere mich, wie sie auf einem der Foren sagten: „Wenn der Staat lernt, Probleme in einer so abgelegenen Region zu lösen, wird es viel einfacher sein, die Probleme anderer Städte zu lösen.“ </p>


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<p class="wp-block-paragraph">

Ich verstehe, dass wir in diesem Jahr viele Lektionen lernen werden. Das tun wir bereits. Aber gleichzeitig denke ich, dass diejenigen, die jetzt den Hashtag #BackToMuynak verwenden, uns auch verstehen sollten. […] Was wir tun, ist eine Menge an Arbeit und Investitionen, obwohl wir die Unterstützung der Regierung haben.

Gleichzeitig gab es keinen Druck vom Staat, als wir die Entscheidung zur Verlegung getroffen haben. Im Gegenteil, sie stellten uns dieselben Fragen, die Sie und die karakalpakischen Leser:innen jetzt stellen. Und ich möchte noch einmal betonen, dass es meine Entscheidung als Organisator des Festivals war.

Und der Hashtag #BackToMuynak ist großartig. Ich denke, ich werde ein T-Shirt mit ihm machen.
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Kommentare der Leser:innen</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Die Redaktion von Hook lässt Kommentare von Einwohner:innen Karakalpakstans und Fans des Festivals aus Sicherheitsgründen anonym. </p>



<p class="wp-block-paragraph">„Dies (die Verlegung des Festivals &#8211; Anm. Hook) ist ein doppelter Schlag für uns alle. Sie verlegen das Festival nach Buchara – dem Ort, an dem die Teilnehmenden der Juli-Ereignisse jetzt <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/juli-proteste-in-karakalpakstan-lange-haftstrafen-gegen-demonstrierende/">vor Gericht stehen</a>. Ich stimme Ihrem Argument nicht zu, dass das Veranstalten des Festivals in Moʻynoq unangebracht sei. Im Gegenteil, sie hätten mit der Veranstaltung von Stihia in Karakalpakstan gezeigt, dass in der Region alles in Ordnung ist. Ich würde deren Standpunkt verstehen, wenn sie ihn einen Monat später vertreten würden. Aber es ist fast ein Jahr her. (Ich habe, Anm . d. Red.) das Gefühl, dass das Management einfach Angst vor einer großen Menschenmenge hat.“ </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/unser-karakalpakstan/">Unser Karakalpakstan </a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">„Stihia wurde geschaffen, um die Probleme des Aralsees hervorzuheben. Es ist mit dem Aralsee verbunden, und es scheint mir falsch, es an einem anderen Ort durchzuführen. In Buchara wird es keine Stihia mehr sein. Ich denke, sie hätten dieses Jahr pausieren und 2024 nach Moʻynoq zurückkehren können. Nach dem, was passiert ist, ist die Durchführung solcher Veranstaltungen in unserem Land respektlos gegenüber den Toten.“ </p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich halte den Ortswechsel für einen Fehler. Ja, es gab tragische Ereignisse, die noch ausgewertet werden müssen. Doch statt Solidarität zu zeigen, verlegen die Organisatoren das Festival einfach an einen anderen Ort. Ich glaube, dass es notwendig ist, Unterstützung für das karakalpakische Volk zu zeigen, indem man die Aufmerksamkeit von Medien, Tourist:innen und Einwohner:innn anderer Regionen auf sie lenkt.“ </p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Hauptaufgabe von Stihia ist es, auf das Problem des Aralsees aufmerksam zu machen. Wo ist Buchara und wo ist der Aral? Das Festival ist mit dem Schiffsfriedhof verbunden, mit dem Sand.“ </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Die Redaktion von Hook</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://hook.report/2023/02/backtomuynak/">Russischen</a> von Robin Roth</strong> </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/backtomuynak-warum-das-diesjaehrige-stihia-festival-nicht-in-karakalpakstan-stattfindet/">#BackToMuynak: Warum das diesjährige Stihia-Festival nicht in Karakalpakstan stattfindet</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>&#8218;Stihia&#8216; – Wie stehen die Einheimischen zu dem Elektrofestival auf dem Grund des Aralsees?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hook.report]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 May 2022 20:01:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Aralkum]]></category>
		<category><![CDATA[Aralsee]]></category>
		<category><![CDATA[Elektromusik]]></category>
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		<category><![CDATA[Moynoq]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Stihia]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bereits zum vierten Mal hat Anfang Mai das &#x201A;Stihia&#x2018;, ein Festival f&#xFC;r elektronische Musik, auf dem Grund des ausgetrockneten Aralsees stattgefunden. Doch wie erleben die Anwohner:innen das Event? Reporterinnen von Hook haben sich in dem Ort Mo&#x2BB;ynoq umgeh&#xF6;rt. Wir &#xFC;bersetzen den Artikel mit freundlicher Genehmigung der Redaktion. Die Kleinstadt Mo&#x2BB;ynoq war nun zum vierten Mal [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Bereits zum vierten Mal hat Anfang Mai das &#8218;Stihia&#8216;, ein Festival für elektronische Musik, auf dem Grund des ausgetrockneten Aralsees stattgefunden. Doch wie erleben die Anwohner:innen das Event? Reporterinnen von </strong><a href="https://hook.report/2022/05/stihia-fest/"><strong>Hook</strong></a><strong> haben sich in dem Ort Moʻynoq umgehört. Wir übersetzen den Artikel mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.</strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kleinstadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Moʻynoq">Moʻynoq</a> war nun zum vierten Mal Austragungsort des Elektro-Festivals &#8218;Stihia&#8216; (russ.: Element, Urgewalt). Die Mission der Organisator:innen ist es, so viele Menschen wie möglich für das Problem des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aralsee">Aralsees</a> zu gewinnen und zur nachhaltigen Entwicklung von Moʻynoq beizutragen. In diesem Jahr hat das Festival vom 6. bis 8. Mai stattgefunden und mehr als 1.500 Gäste angezogen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">DJs aus Usbekistan (insbesondere aus <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Karakalpakistan">Karakalpakistan</a>), Kasachstan, Kirgistan, Georgien, Russland, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Indien sind aufgetreten. Neben Musik hat das Festival Vorträge zum Thema Ökologie, Workshops mit lokalen Künstler:innen sowie eine Ausstellung zeitgenössischer karakalpakischer Kunst angeboten. </p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">

Unsere Autorinnen aus <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nukus">Nukus</a> helfen zu verstehen, wie die Bewohner:innen Karakalpakstans das &#8218;Stihia&#8216; sehen und ob sie ein solches Festival überhaupt brauchen. Gulnara Zholdasbayeva spricht darüber, warum elektronische Musik den Karakalpak:innen nicht fremd ist, wie das Festival der Stadt hilft und warum einige Einheimische mit dieser Veranstaltung unzufrieden sind. Und Gulban Abatbayeva half dabei, die Meinungen der Einwohner:innen von Moʻynoq zum &#8218;Stihia&#8216; zu sammeln.
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Betrunkene und halbnackte Tourist:innen verärgern Einheimische</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Einige Anwohner:innen lehnen die Durchführung des Festivals kategorisch ab und erklären, es handele sich um eine fremde Kultur, die „nicht unserer Mentalität entspricht“. So wurde in einer karakalpakischen Facebook-Gruppe ein <a href="https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=pfbid0388xXPh7ya1iqmAdhZ5pYGfgWUhLLdS3jMx2fm9YtDzTY6Q4nRYoKjAAcoFAo46uPl&amp;id=100055741375655">Post</a> veröffentlicht, in dem es hieß, solche „Orgien-Discos“ seien eher eine Naturkatastrophe und sollten nicht an Wallfahrtsorten stattfinden. Der Schiffsfriedhof und die Stele „Gefallener Stern“ seien ein Ort der Trauer und der Erinnerung des karakalpakischen Volkes.

</p>



<figure class="wp-block-image"><img decoding="async" width="300" height="200" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_8220klein-300x200.jpg" alt="" class="wp-image-29756" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_8220klein-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_8220klein-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_8220klein-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_8220klein-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_8220klein-2048x1365.jpg 2048w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_8220klein-1300x867.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_8220klein-128x86.jpg 128w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"> Der Hauptgrund für die Unzufriedenheit der Einheimischen ist, dass sich letztes Jahr einige Tourist:innen nicht ganz ethisch verhalten haben sollen, was in der gesamten lokalen Öffentlichkeit diskutiert wurde. Kritiker:innen wollen, dass Regeln aufgestellt werden, um die Ordnung aufrechtzuerhalten. Für viele ist der Zweck des Festes nicht ganz klar: Wie soll dieses Ereignis die Tragödie des Aralsees lösen? <em>„Der Gebrauch verschiedener schädlicher Substanzen, freizügige Kleidung, uns fremd erscheinende Frisuren – all das ist unangenehm. Die Touristen betrinken sich und wüten. Sie verteilen ihren Müll überall, und deshalb verstehen unsere Leute das &#8218;Stihia&#8216; nicht“</em>, sagt einer der Einheimischen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/dokumentarfilm-waiting-for-the-sea-von-techno-und-tradition-in-usbekistan/"><strong>Dokumentarfilm „Waiting for the Sea“ – von Techno und Tradition in Usbekistan </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Allerdings ist der Alkoholkonsum nicht ausschließlich eine Sache ausländischer Gäste. In einem kleinen Restaurant neben dem Campingplatz treffen sich die Einheimische jeden Abend (und manchmal sogar am Tag) und entspannen sich bei Bier, Wodka und verschiedener Musik. Die in Usbekistan bekannte karakalpakische Wodka-Marke &#8218;Karatau&#8216; erfreut sich auch bei den Tourist:innen einiger Beliebheit. &#8218;Karatau&#8216; ist Gegenstand von faszinierenden Geschichten, zahlreichen Memes und Aufklebern geworden. In der &#8218;Stihia&#8216;-Telegrammgruppe suchen ausländische Besucher:innen jetzt aktiv nach Wodka-Lieferanten in ihren Städten und tauschen Tipps aus, wie man das Original von Selbstgebranntem unterscheidet. <em><img loading="lazy" decoding="async" width="656" height="437" class="alignnone wp-image-29755" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_8202klein-300x200.jpg" alt="" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_8202klein-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_8202klein-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_8202klein-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_8202klein-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_8202klein-2048x1365.jpg 2048w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_8202klein-1300x867.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_8202klein-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 656px) 100vw, 656px" />„Lebensmittelabfälle und Müll, den die Tourist:innen überall hinterlassen, belasten die Umwelt und stören das natürliche Gleichgewicht. Die ältere Generation von Moʻynoq steht dem Festival ablehnend gegenüber. Frisuren und Kleidung der Tourist:innen entsprechen nicht unserer Mentalität, und die Leute denken, dass dies die Spiritualität der jüngeren Generation negativ beeinflussen kann“</em>, sagt Temur Eshanov, ein junger Einwohner von Moʻynoq. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/der-aralsee-gestern-heute-morgen/"><strong>Der Aralsee: gestern, heute, morgen </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl die Organisator:innen des Festivals betonen, dass das Hauptziel die Entwicklung der Region sei und sie dazu <a href="https://stihia.org/ru/faq/#:~:text=%D0%9C%D1%8B%20%D0%BE%D0%B6%D0%B8%D0%B4%D0%B0%D0%B5%D0%BC%2C%20%D1%87%D1%82%D0%BE%20%D0%B2%D1%8B%20%D0%B1%D1%83%D0%B4%D0%B5%D1%82%D0%B5%20%D1%81%D0%BB%D0%B5%D0%B4%D0%BE%D0%B2%D0%B0%D1%82%D1%8C%20%D1%81%D0%BB%D0%B5%D0%B4%D1%83%D1%8E%D1%89%D0%B8%D0%BC%20%D0%BF%D1%80%D0%B8%D0%BD%D1%86%D0%B8%D0%BF%D0%B0%D0%BC%3A">aufrufen</a>, der Wüste mit Respekt zu begegnen und auf Müll zu verzichten, haben leider viele Menschen diesen Punkt unbeachtet gelassen. Während im Vorjahr das Projekt <a href="https://www.instagram.com/p/CPSdPbRJsAr/?utm_source=ig_web_copy_link">Hashar Week</a> im Rahmen des &#8218;Stihia&#8216; funktionierte, Müllsortierbehälter auf dem Gelände des Zeltlagers aufgestellt wurden und Freiwillige die Reinigung organisierten, war es dieses Jahr anders. Es gab zwar Gäste, die bewusst mit ihrem Müll umgingen und sogar fremden Müll einsammelten, aber zur gleichen Zeit wurden Flaschen, Tüten und Zigarettenstummel während des Festivals verstreut, und viele räumten nicht einmal ihr Plastikgeschirr weg. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Situation verschärfte sich besonders abends, als die Party begann. Im vergangenen Jahr wurde auch darauf aufmerksam gemacht, dass das &#8218;Stihia&#8216; trotz der Positionierung eher ein Treff für Ausländer:innen und Besucher:innen aus anderen Städten Usbekistans sei. Anwohner:innen standen hinter dem Zaun und durften weder in das Lager des Festivals noch zur Bühne. Aus diesem Grund gab es das Gefühl, dass die Einwohner:innen von Moʻynoq absichtlich von der Veranstaltung ferngehalten wurden. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/der-aralsee-bricht-alle-rekorde-aber-er-lebt-weiter-geo-forscher-im-experten-interview/"><strong>„Der Aralsee bricht alle Rekorde – aber er lebt weiter!“ – Geo-Forscher im Experten-Interview </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Tatsächlich war das Festival aber in den vergangenen Jahren kostenlos. Man musste sich nur auf der Website registrieren und erhielt dann einen QR-Code, mit dem man vor Ort ein Armband als Einlass erhielt. Jeder konnte sich anmelden. Allerdings wussten viele Anwohner:innen einfach nichts von dem bevorstehenden Festival &#8211; entweder informierten die Stadtverwaltung und die lokalen Medien unzureichend über das Festival, oder die Organisator:innen dachten nicht daran, Werbung in den populären karakalpakischen Medien zu schalten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl in diesem Jahr die Teilnahme am Festival nicht kostenlos war, war eine große Anzahl Karakalpak:innen anwesend. Und die Organisator:innen machten eine der Bühnen für die Bürger:innen zugänglich, die keine Armbänder hatten. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Wie das &#8218;Stihia&#8216; der Region hilft</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Für uns Einwohner:innen von Karakalpakstan ist die Aralsee-Tragödie ein Teil des Lebens geworden, und daher scheint es uns, dass der ausgetrocknete riesige See auf der ganzen Welt bekannt ist. Aber wir verstehen, dass dies nicht der Fall ist. Und dank des Festivals besuchen jedes Jahr mehr junge Menschen Moʻynoq und können aus eigener Erfahrung die Lebensbedingungen in der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aralkum">Aralkum</a> – der Wüste, die sich auf dem Grund des austrocknenden Aralsees bildet – erleben. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Menschen aus dem Ausland kommen, um den Aralsee zu sehen. Sie interessieren sich sehr für den aktuellen Zustand des Sees, der Wüste, der wirtschaftlichen Situation und der Lebensweise der hier lebenden Menschen. Am 7. und 8. Mai wurden Seminare organisiert, bei denen junge Erfinder:innen verschiedene Start-ups vorstellten, die darauf abzielen, die dringenden Probleme des Lebens in der Aralsee-Region zu lösen“</em>, erzählt Muldir Maratova aus Karakalpakstan. Ein ähnliches Programm mit Diskussionen, Workshops und Präsentationen von Startups fand bereits 2021 statt. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/unabhaengigkeit-wie-lebt-das-autonome-karakalpakistan/"><strong>(Un)abhängigkeit: Wie lebt das autonome Karakalpakistan? </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Andererseits tragen Tourist:innen, die Moʻynoq und andere Städte Karakalpakstans besuchen, zum wirtschaftlichen Wachstum in der Region bei. <em>„Tourist:innen aus verschiedenen Ländern der Welt, die zum &#8218;Stihia&#8216;-Festival kommen, leisten einen großen Beitrag zur Entwicklung des Tourismus in unserer Republik“</em>, sagt Temur Eshanov. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Zum Beispiel zahlten sie 100.000 bis 300.000 Som [circa 8,50 bis 25 Euro, Anm. d. Ü.] für die Übernachtung in den Häusern der Anwohner:innen. Sie kauften große Mengen in lokalen Geschäften ein, sie nutzten die Dienste von Taxifahrer:innen und Angestellten von Hotels und Herbergen. Dies verbessert natürlich die finanzielle Situation in Moʻynoq in gewissem Maße. Für die Tourist:innen blieb unser Regionalmuseum rund um die Uhr geöffnet. Das Festival ist nicht nur für Menschen aus dem Ausland, sondern auch für die lokale Bevölkerung zu einem guten Kultur-Urlaub geworden. Und moderne Musik aus dem Ausland wird von den jungen Leuten gemocht.“</em></p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="200" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_8060klein-300x200.jpg" alt="" class="wp-image-29754" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_8060klein-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_8060klein-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_8060klein-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_8060klein-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_8060klein-2048x1365.jpg 2048w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_8060klein-1300x867.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_8060klein-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"> Im Übrigen hat sich die elektronische Musik in Karakalpakstans Hauptstadt Nukus bereits vor dem &#8218;Stihia&#8216; gut entwickelt. Das Genre ist bei jungen Leuten sehr beliebt, und bei vielen Hochzeiten werden statt Sänger:innen lokale DJs gebucht. Zu den Top DJs aus Nukus zählen DJ Chars, Renatulin, T-Shunk, Shax. T-Shunk wirkt schon lange in Taschkent und trat dieses Jahr auch bei Stihia auf. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Eine weiterer Vorteil des &#8218;Stihia&#8216; ist, dass man die Besucher:innen mit den Bräuchen, der Kultur und der Kunst der Karakalpak:innen und Usbek:innen vertraut machen kann“</em>, meint Moldir Maratova. <em>„In diesem Jahr kamen zwei-dreimal mehr Tourist:innen als in der Vergangenheit. Dies ist ein Beweis dafür, dass das touristische Potenzial nicht nur in Moʻynoq, sondern in ganz Usbekistan wächst. Wir haben festgestellt, dass 70-80 Prozent der Ausländer:innen, die zum Festival kamen, Hüte und Kleidung mit nationalen karakalpakischen Mustern und usbekischem </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Satin"><em>Atlas</em></a><em> trugen. Ich denke, dies ist eine weitere gute Möglichkeit, unser Volk der Welt vorzustellen.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/mode-mit-sinn-eine-karakalpakische-junge-designerin-widmet-ihre-neue-kollektion-dem-aralsee/"><strong>Mode mit Sinn: Eine karakalpakische junge Designerin widmet ihre neue Kollektion dem Aralsee </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Odyl Muhamedov, einer der Organisator:innen des Festivals, sagt, dass die schwierigsten Momente der Organisation in der Gewährung der Sicherheit und in den Wetterbedingungen lagen. Am Eröffnungstag regnete es in Strömen, weshalb einige Auftritte verschoben und die Veranstaltung vorzeitig beendet werden musste, damit die Ausrüstung nicht nass wurde. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch trotz der schwierigen Bedingungen wollen die Organisator:innen die Tradition des Festivals in Moʻynoq fortsetzen. Sie sind erfreut zu sehen, wie sich die Stadt jedes Jahr verändert, und die Einheimischen bereiten sich auf das Ereignis vor. Odil bewundert insbesodere die starken karakalpakischen Frauen mit ihrem Unternehmerinnengeist. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nurjamal, der als Führer im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kunstmuseum_Nukus">Savitsky-Museum</a> arbeitet, glaubt auch, dass Stihia eine großartige Möglichkeit ist, den Tourismus in der Region zu entwickeln: <em>„Während das Savitsky-Museum der größte Tourist:innen-Magnet als Ort ist, so ist das Festival die beliebteste Veranstaltung geworden. Leider war Karakalpakstan seit Sowjetzeiten für Menschen aus dem Ausland gesperrt, und das Problem des Aralsees selbst war außerhalb Zentralasiens nicht bekannt.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/der-enthusiast-der-wueste-wie-in-nukus-eine-der-bedeutendsten-avantgarde-sammlungen-entstand/"><strong>Der Enthusiast der Wüste – Wie in Nukus eine der bedeutendsten Avantgarde-Sammlungen entstand </strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Ich denke, dass ein solches Festival eine gute Gelegenheit für die Menschen in Moʻynoq ist. Dank der Anziehungskraft für Tourist:innen aus aller Welt könnte es sogar zu einem zweiten Las Vegas werden. Die Entwicklung des Tourismus ist gut für das Geschäft und dementsprechend für das Wirtschaftswachstum. Deshalb denke ich, dass unsere Leute einfach toleranter gegenüber einer fremden Kultur sein sollten. Man kann sie besser kennenlernen, muss sie aber nicht annehmen. Bald werden sie sich daran gewöhnen und auf etwas Ungewöhnliches nicht mehr besonders reagieren. Von solchen Events muss es einfach mehr geben.<img loading="lazy" decoding="async" width="653" height="435" class="alignnone wp-image-29753" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_7910kleeeein-300x200.jpg" alt="" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_7910kleeeein-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_7910kleeeein-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_7910kleeeein-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_7910kleeeein-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_7910kleeeein-2048x1365.jpg 2048w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_7910kleeeein-1300x867.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/IMG_7910kleeeein-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 653px) 100vw, 653px" />Mir gefällt auch nicht alles. Um ehrlich zu sein, war ich sauer, dass sie den Leuchtturm bemalt haben. Und unter der lokalen Bevölkerung möchte ich keine halbnackten Menschen mit grünen Haaren sehen. Ansonsten unterstütze ich die Idee, Festivals und kreative Selbstdarstellung zu veranstalten.“</em> Die meisten Jugendlichen in Karakalpakstan und insbesondere in Moʻynoq sind begeistert von dem Festival. Sie schlagen vor, mehr solcher Veranstaltungen abzuhalten und die Geographie zu erweitern. Dank des Festivals ist Moʻynoq zu einem Ort geworden, an dem Menschen aus verschiedenen Ländern zusammenkommen und ihre Energie, Kultur und Positivität teilen. </p>


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<p class="wp-block-paragraph"><em>„Das &#8218;Stihia&#8216; wird benötigt. Es ist für uns nützlich, wenn Menschen aus dem Ausland kommen. Schließlich muss man sich entwickeln. Alle Überreste der Vergangenheit verschwinden, auch wenn wir es nicht wahrhaben wollen. Bei allem Gerede von Scham und Widersprüchlichkeit mit unserer Mentalität verschwindet nach und nach vieles. Ich denke, es ist nicht nötig, auf die alte Art und Weise zu denken“</em>, meint Alpamis Muratbayev, Student am Institut für Tourismus. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Alles in allem kann man sagen, dass das &#8218;Stihia&#8216; unter den Einwohner:innen von Karakalpakstan sowohl Fans als auch Gegner:innen hat. Doch trotz der Tatsache, dass die Veranstaltung für die lokale Bevölkerung ungewöhnlich bleibt, versucht die Mehrheit, davon zu profitieren. Und es wäre gut, wenn die lokale Bevölkerung stärker in das Festival eingebunden werden würde und ihre Kultur in einem Format präsentieren könnte, das für junge Menschen relevant und interessant ist. </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Gulnara Zholdasbayeva und Gulban Abatbayeva für </strong><a href="https://hook.report/2022/05/stihia-fest/"><strong>Hook</strong></a></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Russischen von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>mit Fotos von Jana Luisa Aufderheide</strong> </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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		<title>Dokumentarfilm &#8222;Waiting for the Sea&#8220; &#8211; von Techno und Tradition in Usbekistan</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Annkatrin Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Sep 2020 11:16:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Aralsee]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Karakalpakistan]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Moynaq]]></category>
		<category><![CDATA[Stihia]]></category>
		<category><![CDATA[Techno]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>George Itzhaks preisgekr&#xF6;nter Kurzdokumentarfilm &#x201E;Waiting for the Sea&#x201C; verbindet Einblicke in die elektronische Musikszene Usbekistans, traditionelle zentralasiatische Musik und das Schicksal der Austrocknung des Aralsees. Novastan zeigt den Film mit freundlicher Genehmigung des Regisseurs George Itzhak vom 21. September bis 12. Oktober 2020 mit deutschen Untertiteln und hat vorab ein Interview mit dem Regisseur gef&#xFC;hrt. [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>George Itzhaks preisgekrönter Kurzdokumentarfilm &#8222;Waiting for the Sea&#8220; verbindet Einblicke in die elektronische Musikszene Usbekistans, traditionelle zentralasiatische Musik und das Schicksal der Austrocknung des Aralsees. Novastan zeigt den Film mit freundlicher Genehmigung des Regisseurs George Itzhak vom 21. September bis 12. Oktober 2020 mit deutschen Untertiteln und hat vorab ein Interview mit dem Regisseur geführt.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Techno-Festival mitten in der Wüste <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aralkum">Aralkum</a>, mehr als tausend Kilometer von der usbekischen Hauptstadt Taschkent entfernt? Das ist die Idee von <a href="http://stihia.org/festivalen">Stihia</a>, einem Festival, das im September 2018 zum ersten Mal in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mo%CA%BBynoq">Mo’ynoq</a>, einer Kleinstadt in der autonomen Region <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Karakalpakistan">Karakalpakistan</a> im Westen Usbekistans, stattfand. Die Stadt ist vor allem für ihr tragisches Schicksal bekannt: Einst am Südufer des Aralsees gelegen und berühmt für ihre Fischereiindustrie, liegt die Stadt heute Dutzende von Kilometern vom austrocknenden Aralsee entfernt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.georgeitzhak.com/">George Itzhak</a>, 28 Jahre alt, war fasziniert von der Idee des Festivals, von der wachsenden elektronischen Musikszene in Taschkent und der Verbindung von Techno und traditioneller Musik. Der Regisseur wurde in Taschkent geboren, aber wuchs in New York City auf, wo er auch heute lebt. Er arbeitet als Dokumentarfilmer und Nachrichtenproduzent für eine der wichtigsten US-amerikanischen Nachrichtensendungen, die NBC Nightly News. Daneben dreht er eigene Filme. Im August 2019 reiste George Itzhak nach Usbekistan, um die zweite Ausgabe von Stihia zu begleiten, aber auch, um in die usbekische Kultur und die junge elektronische Musikszene der Hauptstadt Taschkent einzutauchen. Sein Dokumentarfilm “Waiting for the Sea” trägt seine persönliche Handschrift &#8211; die eines Usbeken, der nie in Usbekistan gelebt hat und die Verbindungen zwischen alten, bekannten Traditionen und futuristischer Bewegung zu verstehen versucht. Gleichzeitig bricht George Itzhak auf einfühlsame und ästhetische Weise mit Stereotypen und Klischees, die in der Darstellung Usbekistans, Karakalpakistans und der Region des Aralsees häufig verwendet werden. Novastan sprach mit dem Dokumentarfilmer über seine Beweggründe, einen Dokumentarfilm in seinem Herkunftsland zu drehen, die Ähnlichkeiten zwischen Techno- und traditioneller Musik und über den Einfluss, den elektronische Musik auf gesellschaftliche Veränderungen haben kann.</p>



<div style="padding:42.19% 0 0 0">[vimeo 402800275]</div><a href="https://player.vimeo.com/api/player.js">https://player.vimeo.com/api/player.js</a>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Novastan: Du wurdest in Usbekistan geboren, aber bist in New York aufgewachsen. Wie kam es, dass du nach Usbekistan zurückkehren wolltest, um dort einen Dokumentarfilm zu drehen?&nbsp;&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>George Itzhak:</strong> Ich wurde in Taschkent geboren, aber als ich etwa anderthalb Jahre alt war, wanderte meine gesamte Familie aus. Meine Familie gehörte der jüdischen Minderheit in Usbekistan an, den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bucharische_Juden">bucharischen Juden</a>. Die meisten bucharischen Juden begannen in den 1980er Jahren, Usbekistan zu verlassen &#8211; erst langsam, und nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion schneller. Sie fürchteten sich vor einem religiösen Backlash nach der Unabhängigkeit Usbekistans. Die USA und Israel öffneten uns die Türen, sodass Mitte der neunziger Jahre fast alle bucharischen Juden das Land verlassen hatten. Viele von ihnen ließen sich in New York nieder &#8211; in New York City leben etwa 50.000 bis 60.000 bucharische Juden. Wir haben dort also eine sehr große Diaspora.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="828" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/In-Production-in-Bukhara-1024x828.png" alt="" class="wp-image-23286" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/In-Production-in-Bukhara-1024x828.png 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/In-Production-in-Bukhara-300x243.png 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/In-Production-in-Bukhara-768x621.png 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/In-Production-in-Bukhara-1536x1242.png 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/In-Production-in-Bukhara-1300x1051.png 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/In-Production-in-Bukhara.png 1680w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Regisseur George Itzhak beim Dreh in Buchara, Usbekistan. © Neha Hirve</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wuchs in New York mit Russisch als Muttersprache auf, beobachtete all die Traditionen in meiner Familie und hörte von meinen Großeltern von Usbekistan, aber wir sind nie dorthin gefahren. Das stand einfach nie zur Debatte. Ich bin dann ein paar Mal nach Russland gereist, aber ich habe es nie nach Zentralasien geschafft. Als ich älter wurde, heiratete ich, ich bekam ein Kind, und plötzlich legte sich in mir ein Schalter um und ich wollte unbedingt zurückgehen, bevor ich diesen neuen Teil meines Lebens begann. Dann stieß ich auf die Geschichte von Stihia und der jungen elektronischen Musikszene in Usbekistan, war sofort fasziniert. Das schien mir eine gute Gelegenheit.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie hast du von Stihia gehört?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es begann alles mit einem Bild, das jemand auf Facebook geteilt hatte: Es war ein Poster von Stihia, darauf war das Bild einer karakalpakischen Frau in traditioneller Kleidung. Aber es war sehr stilisiert, im Stil eines Posters, wie man sie für Techno-Veranstaltungen kennt. Es war quasi wie ein magisches Bild: Es vereinte die traditionelle Kultur und die Art und Weise, wie ich Usbekistan kannte, mit dieser sehr jungen, futuristischen Ästhetik. Diese Kombination hat mich beeindruckt, ich klickte darauf und tauchte immer weiter in das Thema ein und fand all diese Geschichten über elektronische Musik in Usbekistan und das Festival Stihia, das 2018 zum ersten Mal stattgefunden hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe Stihia also erst während der Vorbereitungen für die zweite Ausgabe des Festivals entdeckt. Das erste Jahr ist total an mir vorbei gegangen. Aber von da an war ich fasziniert, ich begann zu telefonieren, setzte mich mit den Organisatoren des Festivals in Verbindung und überlegte, wie ich dieses Filmprojekt angehen könnte. Ich rief meine Koproduzentin Neha Hirve an, mit der ich in New York studiert hatte, und sagte zu ihr: &#8222;Hör mal, ich habe diese verrückte Idee, nicht viel Geld, aber ich kann dir versprechen, dass es ein Abenteuer&nbsp; wird.” Und sie war sofort dabei. Wir fingen an, zu recherchieren, Bilder auszutauschen und Referenzen im Bereich Film zu Zentralasien zu finden. Es ist zwar ein Dokumentarfilm, aber ich wollte nicht, dass es sich wie eine Reportage anfühlt. Ich hatte schon einige Geschichten über Stihia gesehen, aber ich wollte, dass diese etwas Anderes wird. Ich wollte selbst eintauchen und meine eigenen Erfahrungen zeigen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="432" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/WFS05-1024x432.jpg" alt="" class="wp-image-23287" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/WFS05-1024x432.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/WFS05-300x127.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/WFS05-768x324.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/WFS05-1536x648.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/WFS05-2048x864.jpg 2048w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/WFS05-1300x548.jpg 1300w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption><em>Standbild aus “Waiting for the Sea”: Ein Musiker vor der Kulisse eines rostigen Schiffswracks in Mo’ynoq, Usbekistan.&nbsp;</em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Es folgten etwa drei bis vier Monate Vorproduktion, Telefonate, Interviews. Ich versuchte, in die visuelle Welt Usbekistans einzutauchen und schaute mir Fotograf*innen aus Usbekistan an &#8211; so entdeckte ich auch Novastan. Mein Hauptziel war es, die Bildsprache Usbekistans zu verstehen. Ich finde, der westliche Blick auf Usbekistan ist sehr orientalistisch. Man sieht immer nur Frauen, die tanzen, Lepjoschka im Ofen machen und so etwas. Es fühlt sich manchmal fast so an, als würde man sich Tiere im Zoo ansehen. Ich habe das Gefühl, dass ich hier eine persönliche Verantwortung habe. Ich komme von dort, aber bin nicht wirklich von dort. Ich stehe mit einen Fuß in beiden Welten, und mir war klar, dass ich hier nicht einfach eine oberflächliche Arbeit machen konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie hast du die Techno-Szene in Usbekistan &#8211; und insbesondere in Taschkent &#8211; erlebt?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Geschichte besteht im Grunde zwei Teilen: Stihia und Mo&#8217;ynoq auf der einen Seite, und auf der anderen Seite Taschkent, wo wahnsinnig viel passiert. Mein Ziel war es, diese beiden Stränge zu verbinden. Ich hatte nie über Usbekistan im Zusammenhang mit elektronischer Musik nachgedacht. Ich glaube, deshalb haben mich die Bilder, auf die ich online gestoßen bin, so inspiriert. Sie haben mir teilweise meine eigene Ignoranz vorgeführt: Obwohl ich aus Usbekistan komme, erfuhr ich alles, was ich über Taschkent und Usbekistan wusste, lange nur durch die Linse meiner Großeltern. Ich hatte selbst einen archaischen Blick auf diesen Ort &#8211; eine Perspektive, die in der Vergangenheit stehen geblieben ist. Und als ich in diesem Kellerclub in Taschkent war, war es, als wäre ich in die Zukunft katapultiert worden. Es war tatsächlich sehr ähnlich zu New York! Ich glaube, das ist einfach die globale Kultur. Die Leute dort trugen T-Shirts, auf denen &#8222;Brooklyn&#8220; stand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hatte das Gefühl, dass die Mauern, die es in der Generation meiner Großeltern gegeben hatte, nicht mehr existierten. Ich war überrascht zu sehen, wie vielfältig die Stadt ist. Taschkent ist ein sehr multikultureller Ort. Ich glaube, die Menschen in Taschkent waren schon immer kosmopolitisch, aber es gab immer auch Grenzen zwischen verschiedenen Ethnien, zwischen usbekischen Juden und Russen beispielsweise. Es gab Mauern. Aber dort zu sein und diese Gruppe junger Menschen zu erleben, die junge Generation, hat mir&nbsp; gezeigt, dass viele der alten Grenzen, die hier zur Zeit meiner Eltern und Großeltern existierten, überwunden waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gibt es filmische Referenzen, die dich bei der Produktion von “Waiting for the Sea” inspiriert haben?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt einen Regisseur, der für mich sehr inspirierend war: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tony_Gatlif">Tony Gatlif</a>, ein französischer Filmemacher, dessen Mutter Roma war. Sein Werk ist stark von traditioneller Musik beeinflusst, und ich habe versucht zu verstehen, wie man Musik filmisch darstellen kann, wie man durch Musik erzählen und Emotionen zeigen kann. Er hat einen Film gedreht, &#8222;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Latcho_Drom">Latcho Drom</a>&#8222;. Er erzählt die Geschichte der Migration der Roma &#8211; ausschließlich durch ihre Musik. Technisch ist er ein Dokumentarfilm, aber er wirkt wie ein Spielfilm. Er mischt diese beiden Formen durch die Musik. Da habe ich das Potenzial gesehen, das auf Usbekistan zu übertragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>In deinem Dokumentarfilm beschäftigst du dich auch mit der Verbindung zwischen traditioneller und elektronischer Musik. Wie würdest du diese Verbindung beschreiben?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das war eigentlich der wichtigste Punkt, den ich untersuchen wollte. Die Art und Weise, wie ich mich fühlte, als ich traditionelle usbekische, karakalpakische, bucharische Musik hörte, war die gleiche, wie ich mich fühlte, als ich elektronische Musik hörte. Ich glaube, beide sind sich sehr ähnlich. Wenn man sie in einen Dialog miteinander bringt, bilden sie die perfekte Linse, durch die man Usbekistan, seine Vergangenheit und seine Zukunft betrachten kann. Es gibt ein großartiges Zitat von Jeff Mills, einem berühmten US-amerikanischen DJ, das während meines Interviews mit einem der Organisatoren des Festivals zur Sprache kam: „Techno wurde nicht als Tanzmusik entwickelt, sondern als futuristisches Statement.“ Es gibt also diese beiden Kräfte: Eine Kraft der Vergangenheit, um das Erbe zu bewahren und das zu respektieren, was vor uns war. Und es gibt diese andere Kraft, die in die Zukunft blickt und etwas Neues schafft. Ich wollte ein Gespräch zwischen diesen beiden schaffen. Und irgendwie ist es ganz natürlich passiert. Es passierte einfach, in Karakalpakistan, ich musste nichts dafür tun.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="432" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/WFS15-1024x432.jpg" alt="" class="wp-image-23288" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/WFS15-1024x432.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/WFS15-300x127.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/WFS15-768x324.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/WFS15-1536x648.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/WFS15-2048x864.jpg 2048w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/WFS15-1300x548.jpg 1300w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption><em>Standbild aus “Waiting for the Sea”: Menschen aus ganz Usbekistan, Zentralasien und der ganzen Welt kommen für das Festival “Stihia” in die Wüste Aralkum im Westen Usbekistans.&nbsp;</em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Ich finde auch, die Ästhetik von Stihia und Techno-Festivals allgemein hat etwas Schamanisches: Es gibt einen DJ im Zentrum, auf einer Bühne, er kreiert diese Mischung aus Klängen, bringt Tänzerinnen und Tänzern um sich herum zum Tanzen und kreiert dabei ein außergewöhnliches Maß an Ekstase. Das ist im Prinzip eine nahezu altertümliche Inszenierung. Techno und jahrhundertealte traditionelle Musik &#8211; beide sprechen auf gewisse Weise zu Gott. Ich weiß, es klingt verrückt, aber die DJs, mit denen ich gesprochen habe, haben gesagt, Stihia sei ihre Art, den Gott des Aralsees zu erreichen, um den Regen zu rufen. Und wenn man sich die Geschichte der traditionellen Musik in Zentralasien anschaut, haben sie dieselbe Wurzel: Es geht um eine Verbindung zu etwas in einer anderen Welt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>In deinem Film wird deutlich, dass nicht nur junge Menschen aus der ganzen Welt zu </strong><strong><em>Stihia </em></strong><strong>kamen, sondern auch Anwohner*innen aus Mo’ynoq, ältere Menschen und Kinder. Was war das für eine Atmosphäre?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich glaube, das ist ganz unerwartet passiert. Die Organisatoren des Festivals&nbsp; haben mir erklärt, sie seien sich nicht sicher, wie die Bewohner*innen von Mo’ynoq auf das Festival reagieren würden. Ich glaube, man darf nicht unterschätzen, wie abgelegen Mo&#8217;ynoq ist. Um dorthin zu kommen, muss man erst nach <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nukus">Nukus</a> fliegen, und selbst von Nukus, das man von Taschkent aus erreichen kann, muss man noch drei oder vier Stunden auf holprigen Wüstenstraßen fahren, nur um nach Mo&#8217;ynoq zu gelangen. Mo’ynoq ist wirklich abgelegen. Viele der Menschen dort, haben, bevor Stihia zum ersten Mal stattfand, diese Art von Musik noch nie gehört. Das muss für sie revolutionär gewesen sein. Dafür muss man Stihia loben &#8211; und dafür, dass sie sehr inklusiv sind. Sie haben nicht versucht, irgendwelche Mauern zu errichten. Die einzigen Vorschriften, die es gab, kamen von den Beamten, von der Polizei. Ich habe dort großartige Momente zwischenmenschlicher Interaktion erlebt. Zum Beispiel gab es ein australisches Paar, das jungen karakalpakischen Kindern gezeigt hat, wie man zu Techno tanzt. Das war ein toller Moment. Der Film macht deutlich, dass elektronische Musik universell ist. Es geht nicht um Sprache. Es geht nur um das Gefühl und diese Energie, die Tanzen erzeugen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hast du das Gefühl, das Festival hat Mo’ynoq verändert?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Physisch auf jeden Fall: Es wird viel gebaut. Viele Menschen, mit denen ich gesprochen habe, haben die Investitionen im Baugewerbe und den Bau von Wohnungen, neuen Geschäften und neuen Straßen erwähnt. Man sieht, dass die Regierung versucht, Mo’ynoq zu einem touristischen Ziel zu machen. Noch wichtiger ist aber, dass sich ein spiritueller Wandel vollzieht: Ich habe mit einem jungen Mädchen gesprochen, das dort lebt, und sie war so begeistert von all diesen Menschen der besonderen Atmosphäre. Ich glaube, das Festival hat den Menschen, die dort leben, gezeigt, dass sie in diesem Land etwas bedeuten. Sie verdienen Aufmerksamkeit, und die bekommen sie jetzt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="819" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/18_red083_08_tiny-1024x819.jpg" alt="" class="wp-image-23289" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/18_red083_08_tiny-1024x819.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/18_red083_08_tiny-300x240.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/18_red083_08_tiny-768x615.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/18_red083_08_tiny-1536x1229.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/18_red083_08_tiny-2048x1639.jpg 2048w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/18_red083_08_tiny-1300x1040.jpg 1300w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption><em>Alle Generationen waren beim Techno-Festival Stihia vertreten, das im August 2019 zum zweiten Mal in Mo’ynoq stattfand. © Neha Hirve</em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Plötzlich kommen Menschen aus der ganzen Welt zu ihnen, und es geht nicht mehr nur um die Katastrophe des Aralsees. Immer, wenn Menschen hierher kamen, ging es nur darum, wie schlimm dieser Ort ist. Jetzt gibt es auch einen positiven Grund, herzukommen. Das verändert so viel, wenn die Menschen positiv über diesen Ort sprechen und mit der Absicht kommen, eine gute Zeit zu haben, und nicht nur über gesundheitliche Probleme, wirtschaftliche Schwierigkeiten und die ökologische Katastrophe sprechen. Da verändert sich etwas.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hast du den Eindruck, ein Festival wie Stihia kann einen positiven Einfluss auf den Umgang mit der Austrocknung des Aralsees haben?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist schwer, von direkten Auswirkungen zu sprechen. In meinem Film geht es nicht um die ökologische Katastrophe des Aralsees – davon handeln schon so viele Dokumentarfilme. Das Festival ist mehr ein Statement an die Welt, es geht darum, eine Energie an diesem Ort zu schaffen, die Dinge anstoßen kann. Ich musste immer wieder über diese Vorstellung von einem Gott des Aralsees nachdenken. Ob sie wirklich daran glauben oder nicht, weiß ich nicht, aber die Leute sagten immer wieder: „Lasst uns um Regen beten! Lasst uns zum Gott des Aralsees beten!“ Das wollte ich in meinem Film herausstellen. Dieses Festival war im Grunde ein halb religiöser Akt. Diese Mischung aus schamanischer, religiöser und jugendlicher Punk-Energie ist etwas Besonderes.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Man könnte kritisieren, dass “Waiting for the Sea” ein idealistisches Bild von Usbekistan zeigt. Würdest du dem zustimmen?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, es ist ein idealistischer Blick auf Usbekistan! Das liegt wahrscheinlich an meiner eigenen, nostalgischen Perspektive. Deshalb habe ich zum Beispiel Szenen aus einem sowjetischen Film aus den 1980er Jahren über Taschkent eingefügt &#8211; das ist extrem idealisiert. Es geht darum, dass alle zusammen sind, und um diesen schönen, sonnigen Ort zum Leben. Auch mit den Farben habe ich versucht, der Szene in Taschkent einen goldenen, nostalgischen Ton gegeben &#8211; denn so habe ich es erlebt. Und auch was Mo’ynoq angeht: Wir wollten das übliche Bild von Mo’ynoq als einen staubigen, toten Ort nicht noch weiter verstärken. Deshalb haben wir uns bei den Farbkorrekturen dafür entschieden, die Farben gesättigter wirken zu lassen. Wir haben zum Beispiel dieses übertriebene Grün verwendet. Wir wollten nicht, dass es tot wirkt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also ja, es ist natürlich subjektiv. Ich habe meine eigene Perspektive hineingelegt. Mir ist aufgefallen, dass viele einheimische Filmemacher eine andere Perspektive haben, sie stehen vor vielen Herausforderungen. Aber ich nicht, und ich kann nicht so tun, als hätte ich mit denselben Herausforderungen zu kämpfen wie sie. Dieser Film ist also in hohem Maße die Perspektive eines gebürtigen Usbeken, der nie dort gelebt hat. Ich kann nicht so tun, als wäre ich jemand anders. Als ich den Film geschnitten habe, bekam ich oft Ratschläge wie: Du solltest diesen und jenen Aspekt untersuchen. Ich hätte mich auch mit all den anderen Aspekten von Mo&#8217;ynoq beschäftigen können, mit der Trockenheit, Krankheiten und so weiter. Aber das wäre dann ein anderer Film.   </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die diesjährige Ausgabe des Festivals wurde auf nächstes Jahr verschoben &#8211; hast du noch Interesse, Stihia und die usbekische Techno-Szene auch weiterhin zu verfolgen?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Was mich interessiert, ist zurückzugehen. Ob ich mich weiter mit elektronischer Musik befassen werde, kann ich nicht sagen. Aber es gibt noch so viele Geschichten, in die ich dort eintauchen könnte. Ich freue mich, dass mein Film in Usbekistan bisher so gut ankommt &#8211; dadurch habe ich das Gefühl, dass mir die Menschen in Usbekistan viel Vertrauen entgegenbringen, sodass ich zurückgehen und an weiteren Filmen arbeiten kann.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="432" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/WFS24-1024x432.jpg" alt="" class="wp-image-23290" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/WFS24-1024x432.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/WFS24-300x127.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/WFS24-768x324.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/WFS24-1536x648.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/WFS24-2048x864.jpg 2048w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/WFS24-1300x548.jpg 1300w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption><em>Standbild aus “Waiting for the Sea”: Ein Bewohner von Mo’ynoq am Aralsee, der heute Duzende von Kilomentern von der ehemaligen Hafenstadt entfernt liegt.&nbsp;</em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt noch so viel, womit ich mich beschäftigen möchte – Musik wird auf jeden Fall ein Teil meiner Arbeit sein, weil sie mich so inspiriert. Ich will mich auch gerne noch weiter mit traditioneller Musik auseinandersetzen. Traditionelle Musik ist in Usbekistan so relevant, da gibt es noch viel zu erforschen. Ich will aber nicht nur an dokumentarischen Projekten arbeiten, sondern auch an Spielfilmen. Ich würde gerne auch die lokale Spielfilmindustrie kennen lernen &#8211; es gibt einige großartige Künstler aus Usbekistan, beispielsweise <a href="https://www.imdb.com/name/nm3683786/">Saodat Ismailova</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hattest du bereits eine Möglichkeit, deinen Film in Usbekistan zu zeigen?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gab noch kein Screening, vor allem wegen des Coronavirus. Aber ich habe den Link verschickt und kann verfolgen, wo der Link geöffnet wird. So konnte ich sehen, dass die Menschen in Usbekistan den Film untereinander teilen. Ich habe den Link an etwa zwanzig Personen in Usbekistan geschickt, aber es gibt mittlerweile schon fast tausend Views dort, das ist großartig! Ich denke, das liegt daran, dass endlich jemand einen Dokumentarfilm dreht, der sich nicht nur auf die negativen Aspekte oder auf die Geschichte des Landes konzentriert. Der Film macht die Erfahrungen der Menschen dort auch in anderen Teilen der Welt erfahrbar: Wenn Ihre Erfahrung in einen Film umgesetzt wird, der auf der ganzen Welt zu sehen ist, dann macht das Ihre Erfahrung real. Ich denke, das ist sehr kraftvoll.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>“Waiting for the Sea” hat beim <a href="https://www.moscowshorts.com/2020/07/14/moscow-shorts-june-2020-awards/">Moscow Shorts International Film Festival</a> den Preis für den besten Dokumentarfilm erhalten und wurde beim Long Story Shorts International Film Festival als bester Dokumentarfilm und für die beste Cinematographie ausgezeichnet. Wie fühlen sich diese Auszeichnungen an?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe nichts davon erwartet &#8211; ich glaube, als Filmemacher versucht man, keine Erwartungen an zukünftige Erfolge zu knüpfen. Meine einzige Erwartung war, etwas zu machen, das ich zeigen und auf das ich stolz sein kann. Ich hoffe, den Film noch einem breiteren Publikum zeigen zu können. Ich hoffe, ihn in New York zeigen zu können, sobald es möglich ist. Ich möchte den Film in Räumen für zeitgenössische Kunst, in Galerien und auf weitere Festivals bringen, sobald wieder Zusammenkünfte ohne Sorge vor dem Coronavirus stattfinden können. Viele der Festivals, die in diesem Frühjahr stattfinden sollten, werden erst im nächsten Frühjahr stattfinden. Ich möchte den Film auch gerne in Europa zeigen &#8211; ich will ihn dort zeigen, wo es eine große Gemeinschaft von kreativen Menschen und Filmemachern gibt, und ihnen das Fenster zu Zentralasien öffnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hast du schon Pläne für Filmvorführungen von “Waiting for the Sea” in Usbekistan oder Zentralasien?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hatte geplant, den Film auf einem Festival in Kasachstan zu zeigen, wo die Filmindustrie weiter entwickelt ist als in Usbekistan. Aber ich möchte mich eigentlich darauf konzentrieren, eine Filmvorführung in Usbekistan zu organisieren. Das ist sehr wichtig. Aber ich möchte sichergehen, dass nicht nur die jungen Leute kommen, die auf Techno-Partys gehen, ich möchte ein breiteres Publikum haben. Ich denke, ich werde mit den Organisatoren des Festivals zusammenarbeiten und etwas organisieren. Und beim nächsten Stihia-Festival werden sie den Film hoffentlich auch zeigen. </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Interview und Übersetzung ins Deutsche: Annkatrin Müller <strong><br>Journalistin für Novastan</strong></strong></p>



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<p>The post <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/dokumentarfilm-waiting-for-the-sea-von-techno-und-tradition-in-usbekistan/">Dokumentarfilm &#8222;Waiting for the Sea&#8220; &#8211; von Techno und Tradition in Usbekistan</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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