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	<title>SOZ Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
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	<title>SOZ Archives</title>
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		<title>Die Afghanistanfrage beim SOZ-Gipfel 2026 in Bischkek: Wie umgehen mit den Taliban?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Niklas Birli]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Oct 2026 17:40:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Beim 25. Gipfel der Shanghaier Organisation f&#xFC;r Zusammenarbeit in Bischkek haben sich die Mitgliedsstaaten der Organisation auf die Bischkek-Erkl&#xE4;rung geeinigt, welche die Notwendigkeit einer inklusiven und stabilen Herrschaft in Afghanistan betont. Seit dem Russischen &#xDC;berfall auf die Ukraine im Jahr 2022 haben die zentralasiatischen L&#xE4;nder neues Interesse an ihrem Nachbarn und erhoffen sich wirtschaftliche und [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Beim 25. Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit in Bischkek haben sich die Mitgliedsstaaten der Organisation auf die Bischkek-Erklärung geeinigt, welche die Notwendigkeit einer inklusiven und stabilen Herrschaft in Afghanistan betont. Seit dem Russischen Überfall auf die Ukraine im Jahr 2022 haben die zentralasiatischen Länder neues Interesse an ihrem Nachbarn und erhoffen sich wirtschaftliche und sicherheitspolitische Zusammenarbeit. Dies kommt den Taliban, welche seit 2021 autokratisch über Afghanistan herrschen, durch die prekäre Wirtschaftslage im eigenen Land überaus gelegen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Selten hat ein Geburtstag so viele prominente Gäste: Zum 25jährigen Bestehen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shanghaier_Organisation_f%C3%BCr_Zusammenarbeit">der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit</a> (SOZ) erschienen zum <a href="https://www.handelsblatt.com/politik/international/soz-gipfel-der-iran-krieg-wird-zum-testfall-fuer-das-antiwestliche-buendnis/100249975.html">diesjährigen SOZ-Gipfel</a> in Bischkek neben dem russischen Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wladimir_Wladimirowitsch_Putin">Wladimir Putin</a> der chinesische Führer <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Xi_Jinping">Xi Jinping</a>, der indische Premierminister <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Narendra_Modi">Narendra Modi</a>, aber auch <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Massud_Peseschkian">Massud Peseschkian</a> aus dem Iran. Aus Zentralasien waren, neben dem Gastgeber Kirgistan, die Staatsoberhäupter der Gründungsmitglieder der Organisation, Kasachstan, Tadschikistan und Usbekistan anwesend, um sicherheits- und wirtschaftspolitische Fragen zu diskutieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan</strong>: <strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/warum-shanghaier-organisation-fuer-zusammenarbeit-soz-ihre-relevanz-verloren-hat/">Warum die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit ihre Relevanz verloren hat</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei waren sich die geopolitisch oft miteinander konkurrierenden Staaten in einem Punkt erstaunlich einig: Die Rolle des abwesenden Staats Afghanistan für das Sicherheitsgefüge der Region und die Notwendigkeit von Stabilität im Land seit der <a href="https://www.boell.de/de/afghanistan-rueckkehr-der-taliban">erneuten Machtübernahme der Taliban im August 2021</a>, welche <a href="https://iraf.ir/en/136456/note/bishkek-declaration-afghanistan-remains-at-the-center-of-sco-security-concerns/">nicht eingeladen</a> worden waren. Der stellvertretende SOZ-Generalsekretär Ahmad Saeed Moradzadeh betonte in einer <a href="https://thediplomaticinsight.com/sco-urges-inclusive-governance-in-afghanistan/">Rede</a> die Notwendigkeit internationaler Unterstützung und die Abfederung ausfallender Handelseinnahmen, um die humanitäre Katastrophe des Landes zu bekämpfen; die gemeinsame Position der Teilnehmerstaaten wurde in der sogenannten Bischkek-Erklärung festgehalten. Von der gewalttätigen Herrschaft der Taliban, welche von dem UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte in Afghanistan, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Bennett_(Menschenrechtsexperte)">Richard Bennett</a>, als <a href="https://www.tagesspiegel.de/internationales/systematische-unterdruckung-un-beobachter-wirft-taliban-apartheid-gegen-frauen-in-afghanistan-vor-10010383.html">Gender-Apartheid</a> aufgrund der systematischen und institutionalisierten Diskriminierung von Frauen bezeichnet wird, war dagegen keine Rede. Afghanistan, angrenzend an den Iran, Tadschikistan, Turkmenistan, Usbekistan, China sowie Pakistan, ist allein durch seine geografische Stellung ein verbindendes Sicherheitsrisiko. <a href="https://eurasianet.org/central-asias-afghan-reality-what-us-might-be-missing">Ein Jahr zuvor</a> hatten sich in Taschkent die zentralasiatischen Staaten erstmals im sogenannten <a href="https://eurasianet.org/central-asias-afghan-reality-what-us-might-be-missing">Termez-Dialog</a> getroffen, um ihr gemeinsames Vorgehen hinsichtlich Afghanistans abzustimmen, unter anderem bei den <a href="https://eurasianet.org/central-asias-afghan-reality-what-us-might-be-missing">Themen</a> politischer Dialog, Verkehr und Logistik, Klima sowie kulturell-humanitäre Zusammenarbeit. Taschkent versucht, wie <a href="https://eurasianet.org/central-asias-afghan-reality-what-us-might-be-missing">eurasianet berichtet</a>, Afghanistan nicht ausschließlich als Sicherheitsrisiko, sondern als Baustein einer möglichen regionalpolitischen Erschließung zu betrachten.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Denn die Ansätze der zentralasiatischen Länder, wie mit dem neuen Regime in unmittelbarer Nachbarschaft umzugehen ist, unterscheiden sich noch deutlich voneinander: Usbekistan, welches sich von den zentralasiatischen Staaten am aktivsten für eine regionale Integration Afghanistan einsetzt, ohne aber die Taliban anzuerkennen, hat sich für einen <a href="https://thediplomat.com/2026/06/central-asias-relations-with-taliban-ruled-afghanistan-continue-to-deepen/">pragmatischen Weg</a> entschieden, indem die begrenzten diplomatischen Kanäle für Sicherheits- und Handelsfragen genutzt werden. Tadschikistan, wahrscheinlich in Anbetracht seiner Erfahrungen im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tadschikischer_B%C3%BCrgerkrieg">Tadschikischen Bürgerkrieg 1992-1997</a>, in dem islamistische Akteure, <a href="https://library.fes.de/fulltext/aussenpolitik/00014006.htm">unterstützt</a> durch die Taliban, tadschikische Flüchtlinge für den Kampf gegen Duschanbe <a href="https://www.spiegel.de/politik/ausland/tadschikistan-zerbrechliches-gleichgewicht-a-160245.html">rekrutierten</a>, setzt <a href="https://thediplomat.com/2026/06/central-asias-relations-with-taliban-ruled-afghanistan-continue-to-deepen/">vermehrt auf Sicherheitsmaßnahmen</a>. Dies äußert sich vor allem im Ausbau der <a href="https://eurasianet.org/tajikistan-adapting-its-approach-on-afghanistan">Grenzanlagen</a> mit chinesischer Unterstützung an der tadschikisch-afghanischen Grenze. Es kommt primär zum Austausch, um Konflikte zu entschärfen, wie beim <a href="https://thediplomat.com/2025/12/5-chinese-workers-killed-in-2-attacks-in-tajikistan-along-afghan-border/">Beschuss chinesischer Arbeiter:innen</a> im Grenzgebiet von afghanischer Seite im vergangenen Jahr.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan</strong>: <strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/tadschikistan-schwierige-nachbarschaft-mit-den-taliban/">Tadschikistan: Schwierige Nachbarschaft mit den Taliban</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese beiden Pole offenbaren die Vielseitigkeit der zentralasiatisch-afghanischen Beziehungen. Afghanistan ist keineswegs erst jetzt auf die außenpolitische Agenda seiner Nachbarn gekommen: Schon in den 1990ern, kurz nach der eigenen Unabhängigkeit, <a href="https://collections.fes.de/publikationen/content/titleinfo/460285/full.pdf">intervenierten</a> Usbekistan und Tadschikistan im damaligen Bürgerkrieg, um afghanische Tadschik:innen und Usbek:innen gegen die Taliban zu unterstützen. <a href="https://www.osw.waw.pl/en/publikacje/analyses/2025-11-07/pragmatism-beyond-divides-central-asias-engagement-afghanistan">Seit dem Russischen Überfall auf die Ukraine 2022</a> hat das Thema allerdings neue Brisanz erfahren. Die Tendenz neigt zur wirtschaftlichen Integration Afghanistans, wie beispielhaft das Wirtschaftsprojekt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Turkmenistan-Afghanistan-Pakistan-Pipeline">TAPI</a> zeigt: Mit TAPI (Turkmenistan, Afghanistan, Pakistan und Indien), dessen afghanischer Bauabschnitt im <a href="https://thediplomat.com/2026/06/central-asias-relations-with-taliban-ruled-afghanistan-continue-to-deepen/">Oktober 2025 mit einer Eröffnungsfeier im afghanischen Herat in Anwesenheit von Turkmenistans ehemaligen Herrscher Gurbanguly Berdimuhamedov zelebriert wurde</a>, wird eine Erdgaspipeline geplant, um aus dem turkmenischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gasfeld_Galkynysch">Gasfeld Galkynysch</a> über <a href="https://www.adb.org/sites/default/files/project-documents/44463/44463-013-tcr-en.pdf">1800 Kilometer</a> eine Gasmenge von 33 Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr über Afghanistan und Pakistan bis nach Indien zu transportieren. Diese Pläne, welche bereits <a href="https://www.bundestag.de/resource/blob/405404/WD-1-037-08-pdf.pdf">seit den 1990ern</a> existieren, werden nun verstärkt verfolgt. So <a href="https://arzuw.news/de/turkmenistan-und-afghanistan-er-rterten-die-umsetzung-des-tapi-projekts">traf</a> sich dafür der stellvertretende Vorsitzende des Ministerkabinetts Afghanistans für Wirtschaftsfragen, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Abdul_Ghani_Baradar">Abdul Ghani Baradar</a>, mit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gurbanguly_Berdimuhamedow">&nbsp;Berdimuhamedow</a>, nun Vorsitzender des turkmenischen Volksrats, um Mechanismen zwischen den jeweiligen Behörden zum Vorantreiben des Projekts zu schaffen. Die Taliban wollen nach eigenen Angaben von den turkmenischen Erfahrungen in der Gasindustrie <a href="https://arzuw.news/de/turkmenistan-und-afghanistan-er-rterten-die-umsetzung-des-tapi-projekts">profitieren</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei bleibt es nicht nur bei einer Pipeline. Vielmehr steht TAPI symbolisch für eine <a href="https://thediplomat.com/2026/06/central-asias-relations-with-taliban-ruled-afghanistan-continue-to-deepen/">stärkere Integration</a> Afghanistans in der Region in den Bereichen Eisenbahn, Strom, aber auch Wirtschaftskooperation. Afghanistan, der „Inbetweener“ zwischen Süd- und Zentralasien, wird also zu einem Schlüsselgebiet der regionalen Wirtschaftserschließung. Auch hier zeigen Zentralasiens Regime außenpolitische Flexibilität. Nur so lässt sich erklären, weshalb islamistische Gruppen in den zentralasiatischen Ländern <a href="https://www.swp-berlin.org/publikation/central-asias-muslims-and-the-taliban">bekämpft</a> werden, gleichzeitig aber die Zusammenarbeit mit den Taliban akzeptiert wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan</strong>: <strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/turkmenistan-liefert-gas-durch-afghanisches-territorium-nach-pakistan/">Turkmenistan liefert Gas durch afghanisches Territorium nach Pakistan</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies kommt auch den neuen Herrschern Afghanistans entgegen: Die Taliban werden aller Wahrscheinlichkeit nach verstärkt die Nähe zu den zentralasiatischen Nachbarn suchen, da das Verhältnis zum südasiatischen Nachbarn Pakistan bis zuletzt von außenpolitischen und militärischen Spannungen geprägt ist. Im <a href="https://www.cfr.org/backgrounders/taliban-afghanistan">Februar 2026</a> kam es zum Zusammenbruch einer fragilen Waffenruhe und einer offenen Kriegserklärung Pakistans an die Taliban, da ihnen vorgeworfen wurde, terroristischen Gruppen Unterschlupf zu gewähren. Seit 2021 sind Wirtschaft und Handel im Land zusammengebrochen, die Taliban müssen sich durch <a href="https://www.cfr.org/backgrounders/taliban-afghanistan">Drogenhandel und Entführungen über Wasser halten</a>. Umso attraktiver erscheinen nun die Wirtschaftsprojekte und Visionen der zentralasiatischen Nachbarn, die Region besser zu erschließen und ein wirtschaftliches Gegengewicht zu Russland zu schaffen. Daher überrascht es nicht, dass es dieses Jahr am fünften April zum <a href="https://mfa.gov.af/en/48426">ersten afghanisch-zentralasiatischen konsultativen Dialog</a> in Kabul kam, bei dem die Taliban mit den zentralasiatischen Staaten Möglichkeiten der gemeinsamen Zusammenarbeit diskutierten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan</strong>: <strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/russlands-annaeherung-mit-den-taliban-vor-dem-hintergrund-der-beziehungen-mit-zentralasien/">Russlands Annäherung mit den Taliban vor dem Hintergrund der Beziehungen mit Zentralasien</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nur fünf Jahre nach der erneuten Machtübernahme steht bereits das Grundprinzip im Umgang mit den neuen Machthabern in Kabul fest: Integration statt Isolation. Dafür werden die Taliban, wie <a href="https://www.rferl.org/a/kyrgyzstan-afghanistan-taliban-terrorist-list/33109802.html">2024</a> in Kirgistan, auch nicht mehr als Terrororganisation eingeordnet. Mit der veränderten weltpolitischen Lage seit dem russischen Überfall auf die Ukraine wird Afghanistan vom reinen Sicherheitsrisiko zur Chance für Zentralasien. Unabhängigkeit von Russland, ohne in eine <a href="https://www.handelsblatt.com/politik/international/soz-gipfel-der-iran-krieg-wird-zum-testfall-fuer-das-antiwestliche-buendnis/100249975.html">neue Abhängigkeit</a> zu China zu geraten, ist schließlich die neue Devise der zentralasiatischen Länder. Wie und ob es den Afghan:innen hilft, dass das Regime in der Region ankommt, bleibt ungewiss. Und so ist insbesondere das Schicksal der Zivilbevölkerung und vor allem der Frauen in Afghanistan nur eine Nebenbemerkung beim 25. SOZ-Gipfel.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Niklas Birli für Novastan</strong></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Die Nomadenspiele in Kirgistan – ein Blick auf die Traditionen Zentralasiens</title>
		<link>https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/die-nomadenspiele-in-kirgistan-ein-blick-auf-die-traditionen-zentralasiens/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[La rédaction]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Sep 2026 19:44:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sport, Kultur und Diplomatie sind bei der sechsten Ausgabe der Nomadenspiele verschmolzen. Bei den Spielen handelt es sich um einen internationalen Wettkampf, bei dem Sportarten aus nomadischen Kulturen im Mittelpunkt stehen und der dieses Jahr Anfang September in Kirgistan stattfand. Eine Reportage. Bodenkampf, Reitkampf, Bogenschie&#xDF;en, Hunderennen&#x2026; Vom 31. August bis zum 6. September traten Athlet:innen [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Sport, Kultur und Diplomatie sind bei der sechsten Ausgabe der Nomadenspiele verschmolzen. Bei den Spielen handelt es sich um einen internationalen Wettkampf, bei dem Sportarten aus nomadischen Kulturen im Mittelpunkt stehen und der dieses Jahr Anfang September in Kirgistan stattfand. Eine Reportage.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bodenkampf, Reitkampf, Bogenschießen, Hunderennen… Vom 31. August bis zum 6. September traten Athlet:innen aus über 100 Ländern in 43 Disziplinen bei der sechsten Ausgabe der Nomadenspiele gegeneinander an, einem Wettkampf, der Sportarten und Spiele aus nomadischen Traditionen in den Vordergrund rückt. Die Spiele fanden in Kirgistan statt, dem Land, in dem die Spiele 2014 ins Leben gerufen wurden und das bereits vier der sechs bisherigen Ausgaben ausgerichtet hat.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">In Europa oft wenig bekannt, vereinen die Nomadenspiele Reitwettbewerbe, Kraftwettkämpfe, Ringkämpfe, Denkspiele sowie Adler- und Hunderennen. Nicht zu vergessen ist die bedeutende kulturelle Dimension dieser Ausgabe mit einem Ethno-Dorf, Konzerten, Ausstellungen und Vorträgen, und all dies vor einer postkartenreifen Kulisse am Ufer des Yssyk-Köl und in der Kyrtschyn-Schlucht. Dahinter steht der Wunsch, die Nomadenkultur Zentralasiens bekannt zu machen und den Tourismus zu fördern.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="762" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/World-Nomad-Games_2-1024x762.png" alt="" class="wp-image-45168" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/World-Nomad-Games_2-1024x762.png 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/World-Nomad-Games_2-300x223.png 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/World-Nomad-Games_2-768x571.png 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/World-Nomad-Games_2.png 1308w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Reitkampf bei den Nomadenspielen 2026 in Kirgistan. Foto: Julia Guinamard</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Nach Frankreich importierte Nomadenspiele</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Strategie, die offenbar Früchte trägt, wie die Entwicklung der französischen Nationalmannschaft für Denkspiele zeigt, die zum zweiten Mal an den Nomad Games teilnimmt. Bei der letzten Ausgabe in Kasachstan im Jahr 2024 waren drei Franzosen von den Veranstaltern angefragt worden. <em>„Sie sind auf der Suche nach neuen Teams“</em>, meint Clara Socota, eine 24-jährige französische Spielerin von Awale und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Togyz_kumalak">Toguz Korgool</a> – zwei Logikspielen, bei denen die Gegner, vereinfacht gesagt, versuchen, möglichst viele Kugeln zu erbeuten, die auf einem aus Schalen bestehenden Spielbrett verteilt sind.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="767" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/World-Nomad-Games_3-1024x767.png" alt="" class="wp-image-45169" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/World-Nomad-Games_3-1024x767.png 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/World-Nomad-Games_3-300x225.png 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/World-Nomad-Games_3-768x575.png 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/World-Nomad-Games_3.png 1303w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die 24-jährige Clara Socota bei einer Partie Toguz Korgool während der Nomadenspiele. Foto: Julia Guinamard</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Bei dieser sechsten Ausgabe besteht die französische <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mancala">Mancala</a>-Nationalmannschaft – so lautet die Bezeichnung für eine Spielfamilie sogenannter abstrakter kombinatorischer Strategiespiele, zu der insbesondere Awale und Toguz Korgool gehören – aus sieben Athletinnen und Athleten. Vor allem aber hat die französische Delegation seit ihrer ersten Teilnahme einige dieser traditionellen Logikspiele nach Frankreich eingeführt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„In Kasachstan haben wir Toguz Korgool und das türkische Mancala entdeckt. Seitdem haben wir einen Verein gegründet und entwickeln und fördern deren Ausübung in Frankreich. Bei den letzten beiden Ausgaben des Internationalen Spielefestivals in Cannes haben wir daher Turniere in Toguz Korgool und im türkischen Mancala ins Leben gerufen“</em>, erklärt Clara Socota. Hélène Mimenza fügt hinzu: <em>„Hier werden Logikspiele für den Mathematikunterricht genutzt. In unserem Team haben wir eine Grundschullehrerin, die das nun auch mit ihren Schülern macht.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Kök-Börü zu einer Sportart machen, die „so beliebt ist wie Fußball“</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auf dem Kök-Börü-Feld, dem Nationalsport Kirgistans und sicherlich der symbolträchtigsten Disziplin der Spiele, bei der Reiter um einen Ziegenkadaver kämpfen, trägt das US-amerikanische Team dazu bei, die Sportart außerhalb Zentralasiens bekannt zu machen. <em>„Wir nehmen seit 2016 an den Nomad Games teil“</em>, erklärt der US-amerikanische Spieler Brian Ewell, der bald fünfzig wird. Sein Teamkollege John Forsgren, ebenfalls in den Fünfzigern, fügt hinzu: <em>„Die Tradition der Cowboys ist der in Kirgistan recht ähnlich. Pferde sind ein fester Bestandteil unseres Lebens, die Verbindung zum Tier ist dieselbe.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch fügen die beiden Athleten aus Utah hinzu: <em>„Hier stehen die Pferde noch immer im Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens“</em>, und sie weisen auch auf einen Unterschied in der Aufzucht hin. <em>„Unsere Pferde werden nicht für den Kampf trainiert, sie sind ruhiger.“</em></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="758" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/World-Nomad-Games_4-1024x758.png" alt="" class="wp-image-45170" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/World-Nomad-Games_4-1024x758.png 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/World-Nomad-Games_4-300x222.png 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/World-Nomad-Games_4-768x568.png 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/World-Nomad-Games_4.png 1311w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Kök-Börü-Partie zwischen den Mannschaften Kirgistans und der USA. Foto: Julia Guinamard</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Dies macht einen wichtigen Unterschied im Kök-Börü, das als „Kriegersport“ gilt. <em>„Dieses Spiel wurde vom Militär als Kriegsvorbereitung ins Leben gerufen“</em>, erklärt Emal Omuralijew, ein begeisterter Anhänger der kirgisischen Mannschaft. Grob gesagt lässt sich dieser Reitsport mit Polo vergleichen. Doch statt Golf zu spielen, kämpfen die Reiter um einen Ziegenkadaver, den sie anschließend in ein Ziel werfen müssen, das einem mehrere Meter breiten Kessel ähnelt: in den Tar-Kazar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am ersten Spieltag des Kök-Börü traten die USA gegen Kirgistan an. Die amerikanische Nationalmannschaft träumt davon, sich international einen Namen zu machen. <em>„Unsere Mannschaft spielt fair gegen die USA. Unser Ziel ist es, dass sie wiederkommen und dass Kök-Börü so beliebt wird wie Fußball“</em>, erklärt Sejitbek Makeklejew, Sportjournalist bei dem Medienunternehmen <a href="http://sport.kg/">Sport.kg</a>.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="761" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/World-Nomad-Games_5-1024x761.png" alt="" class="wp-image-45171" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/World-Nomad-Games_5-1024x761.png 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/World-Nomad-Games_5-300x223.png 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/World-Nomad-Games_5-768x570.png 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/World-Nomad-Games_5.png 1306w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Kök-Börü in vollem Gange. Foto: Julia Guinamard</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Handwerk und Ethno-Dorf zur Bewahrung des Kulturerbes</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Über den Sport hinaus bot ein Ethno-Dorf einen Einblick in die Nomadenkultur Zentralasiens. Das Ethno-Dorf erstreckte sich über mehrere hundert Meter und umfasste Dutzende von Jurten sowie eine Art kleine traditionelle Stadt, die aus Lehm und Stroh erbaut wurde. Die Besucher tauchten dank Musik, Tanz, Kunsthandwerk und auch der Küche in die lokale Kultur ein. Fotos mit Frauen in traditionellen Trachten, Männern in Rüstungen, Kamelen oder Adlern schießen wie Pilze aus dem Boden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die Spiele bieten internationalen Besuchenden die Gelegenheit, die einzigartige Identität des kirgisischen Volkes zu entdecken und besser zu verstehen“</em>, erklärt Eduard Dschumkadyrovitsch Kubatow, Direktor der Nationalen Agentur für Tourismusentwicklung, bei einer Pressekonferenz. <em>„Die kirgisische Nomadenkultur wird nicht einfach als historisches Erbe präsentiert, sondern als lebendige und sich ständig weiterentwickelnde Kultur.“</em></p>



<figure class="wp-block-image size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="879" height="657" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/World-Nomad-Games_6.png" alt="" class="wp-image-45172" style="aspect-ratio:1.33790757961329;width:879px;height:auto" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/World-Nomad-Games_6.png 879w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/World-Nomad-Games_6-300x224.png 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/World-Nomad-Games_6-768x574.png 768w" sizes="auto, (max-width: 879px) 100vw, 879px" /><figcaption class="wp-element-caption">Gurmina webt im Ethno-Dorf traditionelle Wandteppiche und dekorative Textilien. Foto: Julia Guinamard</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Vor einer der Jurten fertigt Gurmina Seile aus Yakhaar an.<em> „Das habe ich von meiner Mutter gelernt. Man benutzt sie, um die Beine der Pferde festzubinden oder die Jurten aufzubauen.“</em> Wohnt sie in einer Jurte? Nach einem kurzen Lachen verneint die 70-Jährige. Heute sind die Jurten vor allem für Touristinnen und Touristen gedacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben Gurmina stickt eine Frau einen dekorativen Wandteppich. <em>„Darauf sind Schafshörner und Fischflossen zu sehen“</em>, erklärt sie und fährt fort: <em>„Zuerst zeichne ich die Motive auf den Stoff, bevor ich die Linien mit Garn nachsticke. Früher haben wir Schafwolle verwendet, die wir selbst gesponnen haben. Heute kaufen wir den Faden direkt in Läden.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Indem sie das Handwerk in den Vordergrund stellen, sollen die Nomad Games zur Erhaltung des kulturellen Erbes beitragen. Und das nicht nur zur Freude der Touristen. Die ehrenamtliche Übersetzerin Darja Kasygulowa erklärt: <em>„Die Spiele ermöglichen es uns, unsere Kultur wieder für uns zu entdecken. Diejenigen, die in der Stadt aufgewachsen sind, haben weniger Bezug zu den nomadischen Wurzeln. So können wir verstehen, woher wir kommen, und unsere Kultur und Geschichte besser begreifen.“</em></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="762" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/World-Nomad-Games_7-1024x762.png" alt="" class="wp-image-45173" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/World-Nomad-Games_7-1024x762.png 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/World-Nomad-Games_7-300x223.png 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/World-Nomad-Games_7-768x571.png 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/World-Nomad-Games_7.png 1303w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Frauen mit Eletschek, einer Kopfbedeckung, die sie als ältere verheiratete Frauen auszeichnet. Foto: Julia Guinamard</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Kirgistan bekannt machen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Darja Kasygulowa ist in Bischkek aufgewachsen und gehört zu jener Generation, die sich von der nomadischen Lebensweise entfernt hat. Sie gibt auch zu, bei den Nomadenspielen Sportarten entdeckt zu haben, die ihr bisher unbekannt waren. <em>„Ich wusste nicht, was Bogenschießen zu Pferd oder das Werfen von Tschükö [Schafsknöchel, Anm. d. Übers.] ist.“</em> Einige Jurten im Ethno-Dorf richten sich eher an die lokale Bevölkerung als an internationale Tourist:innen, wie beispielsweise die der University of Central Asia, die einen Campus in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Naryn">Naryn</a> unterhält, dem Verwaltungszentrum der gleichnamigen Provinz im bergigen Zentrum Kirgistans.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ajana S., eine Studentin dieser Universität, die Studiengänge anbietet, die vollständig auf Englisch unterrichtet werden, erklärt: <em>„Wir stellen unsere Hochschule vor, um neue Studierende zu gewinnen. Aber wir freuen uns auch, unsere Arbeit und unsere Kultur mit internationalen Touristen teilen zu können.“</em></p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="759" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/World-Nomad-Games_8-1024x759.png" alt="" class="wp-image-45175" style="aspect-ratio:1.3491507977354606;width:1024px;height:auto" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/World-Nomad-Games_8-1024x759.png 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/World-Nomad-Games_8-300x222.png 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/World-Nomad-Games_8-768x570.png 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/World-Nomad-Games_8.png 1300w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Spieler des traditionellen Pferdesports Kök-Börü aus den Mannschaften Usbekistans und Afghanistans ziehen nach ihrem Spiel auf der Pferderennbahn in der Region Yssyk-Köl vorbei. Foto: Julia Guinamard</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Übersetzerin Darja hofft ebenfalls, dass die Spiele dazu beitragen werden, dass möglichst viele Menschen Kirgistan endlich auf einer Landkarte einordnen können. <em>„Ich studiere in Kanada, und wenn ich mich vorstelle, wissen die Leute nie, wo Kirgistan liegt. Zentralasien ist nach wie vor wenig bekannt. Dabei gibt es doch gleich fünf Länder mitten auf dem Kontinent! Die Spiele sind eine gute Möglichkeit, die Menschen darauf aufmerksam zu machen, dass es uns gibt.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Gipfeltreffen der Shanghaier Organisation parallel zu den Nomad Games</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus wollen sich die Nomad Games nicht nur auf Sport und Kultur beschränken.<em> „Die Nomad Games bringen Vertreter verschiedener Länder zusammen und schaffen so Gelegenheiten für kulturellen Dialog, Freundschaft und gegenseitiges Verständnis“</em>, betonte Eduard Dschumkadyrovitsch Kubatow auf der Pressekonferenz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die sechste Ausgabe der Nomad Games begann übrigens zeitgleich mit dem 25. Gipfeltreffen der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shanghaier_Organisation_f%C3%BCr_Zusammenarbeit">Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ</a>). An der Eröffnungsfeier der Spiele nahmen mehrere Staatschefs dieses <em>„Clubs von Ländern, die eine von der Vorherrschaft des Westens geprägte Globalisierung ablehnen“</em>, teil, wie es Bayram Balci, Forscher am Nationalen Zentrum für wissenschaftliche Forschung (CNRS), formulierte.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="767" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/World-Nomad-Games_9-1024x767.png" alt="" class="wp-image-45176" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/World-Nomad-Games_9-1024x767.png 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/World-Nomad-Games_9-300x225.png 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/World-Nomad-Games_9-768x575.png 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/World-Nomad-Games_9.png 1291w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Armdrücken, eine der Disziplinen im Programm der Nomadenspiele, vor einer Jurte. Foto: Julia Guinamard</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Zu den politischen Persönlichkeiten, die bei der Eröffnungsfeier anwesend waren, gehörten unter anderem der iranische Präsident Massud Pezeschkian, der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan, der indische Premierminister Narendra Modi sowie der tadschikische Präsident Emomali Rahmon und der usbekische Präsident Shavkat Mirziyoyev. Der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif sowie Vertreter des Jemen und Vietnams nahmen ebenfalls daran teil.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als die rund hundert Athletinnen und Athleten der russischen Delegation die Bühne der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bischkek-Arena">Bishkek Arena</a> betreten, die anlässlich der Nomad Games eingeweiht wurde, grüßt Wladimir Putin die Menge. Der russische Staatschef wird dabei mit großem Jubel empfangen. <em>„Putin ist berühmt und beliebt. Und selbst wenn er es nicht wäre, ist es realistisch, ihn zu bejubeln“</em>, erklärt Herr Balci. Der Wissenschaftler untermauert seine Aussage mit dem Hinweis, dass <em>„ein bedeutender Teil des BIP Kirgistans von in Russland lebenden kirgisischen Arbeitskräften stammt“</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Diese Verbindung hat sich laut Herrn Balci mit den internationalen Sanktionen gegen Russland verstärkt“</em>, wobei er die Rolle des Landes als Plattform zur Umgehung der Sanktionen für Moskau hervorhebt. Der Gipfel und anschließend die Zeremonie der Nomad Games hätten somit eine <em>„sehr starke Botschaft“</em> an den Westen gesendet, so der Politologe: <em>„Das hat gezeigt, dass Russland nicht isoliert ist, wie man im Westen glaubt.“</em> Die siebte Ausgabe der Nomad Games wird übrigens 2028 in Russland, in Kasan, stattfinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Julia Guinamard für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/kirghizstan/les-jeux-nomades-un-coup-de-projecteur-sur-les-traditions-d-asie-centrale/">Französischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/die-nomadenspiele-in-kirgistan-ein-blick-auf-die-traditionen-zentralasiens/">Die Nomadenspiele in Kirgistan – ein Blick auf die Traditionen Zentralasiens</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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		<item>
		<title>Große Nachbarn, große Ambitionen: Russland, China und der Iran und ihr Einfluss in Zentralasien</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Jul 2026 18:47:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 28. April haben sich die Verteidigungsminister der Shanghaier Organisation f&#xFC;r Zusammenarbeit (SOZ) zu einem Gipfel in Bischkek getroffen. Dabei bot sich nicht nur f&#xFC;r die russischen und chinesischen Verteidigungsminister die Chance, ihren Anspruch auf Einfluss in Zentralasien zu best&#xE4;tigen, Auch der Iran nutzte die M&#xF6;glichkeit, sich als neuen sicherheitspolitischer Akteur in der Region zu [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Am 28. April haben sich die Verteidigungsminister der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) zu einem Gipfel in Bischkek getroffen. Dabei bot sich nicht nur für die russischen und chinesischen Verteidigungsminister die Chance, ihren Anspruch auf Einfluss in Zentralasien zu bestätigen, Auch der Iran nutzte die Möglichkeit, sich als neuen sicherheitspolitischer Akteur in der Region zu präsentieren.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Schlüsselregion sowohl für Russland als auch für China ist Zentralasien schon lange hin- und hergerissen zwischen äußeren Akteuren. Vor diesem Hintergrund fand im April in Bischkek der Gipfel der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shanghaier_Organisation_f%C3%BCr_Zusammenarbeit">Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ)</a> statt, der von Russland und China dominierten Sicherheitsorganisation mit inzwischen zehn Mitgliedsstaaten. Diese Gelegenheit haben der russische und der chinesische Verteidigungsminister genutzt, um ihren Ambitionen in die Region zu bekräftigen und dabei implizit den amerikanischen und europäischen Einfluss zu kritisieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Russlands und Chinas Militärdominanz</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Wir beobachten aufmerksam die Versuche auswärtiger Akteure, sich eine militärische und logistische Präsenz in Zentralasien zu sichern. Wir betrachten dies als inakzeptabel.&#8220;</em> <a href="https://ria.ru/20260428/rossija-2089373281.html?in=l">erklärte</a> der russische Verteidigungsminister Andrej Belousow trocken. Er bekräftigte damit, dass Russland jede militärische Partnerschaft zwischen einem Land, das nicht der SOZ angehört, und einem Land Zentralasiens ablehne. Die russische Regierung befürchtet bereits jetzt einen zu großen Einfluss des Auslands im Kaukasus und in Zentralasien.</p>



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<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Afghanistan bleibt weiter instabil. Das Land bleibt die wichtigste Quelle für transnationale Kriminalität und Terrorismus&#8220;</em>, fügte Belousow hinzu. Russland hatte bereits zuvor das von den Taliban regierte Land als größte Bedrohung für ein anderes Sicherheitsbündnis, die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_des_Vertrags_%C3%BCber_kollektive_Sicherheit">Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS)</a>, bezeichnet. Die OVKS, ein von Russland dominierter Zusammenschluss einiger Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion, kündigte an, <a href="https://novastan.org/fr/decryptage/lotsc-lance-un-programme-de-livraison-darmes-au-tadjikistan/">militärisches Material in Afghanistans Nachbarland Tadschikistan zu liefern</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/riskante-zusammenarbeit-mit-china/"><strong>Riskante Zusammenarbeit mit China</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Als Vorbild für den Multilateralismus muss die SOZ mit Vehemenz die internationale Ordnung und miteinander Fairness und Gerechtigkeit verteidigen. Es ihre Aufgabe, gemeinsam Sicherheitszusammenarbeit zu fördern, die Quellen von Chaos und Konflikten durch eine gemeinsame Entwicklung zu eliminieren, und zur „Stärke der SOZ“ für nachhaltigen Frieden beizutragen“,</em> <a href="https://english.news.cn/20260429/4feda14118b649278a996feae66233d1/c.html">erklärte</a> deutlich nüchterner der chinesische Verteidigungsminister. Über diese Worte hinaus hüteten sich chinesische Regierungsvertreter:innen – ganz im Einklang mit ihrer Doktrin der diplomatischen Neutralität – vor jeder weiteren Verschärfung im Dialog. Sie schlossen sich damit der russischen Position einer rein regional definierten Sicherheit und Verteidigung an.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der Iran als regionaler Sicherheitsakteur in Zentralasien?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch der Iran, selbst erst seit 2023 Mitglied der SOZ, zeigte sein Interesse, in Zentralasien eine stärkere Position zu entwickeln. <em>&#8222;Die Islamische Republik Iran ist bereit, ihre Fähigkeiten in den Bereichen Bewaffnung und Verteidigung mit unabhängigen Ländern zu teilen, insbesondere mit den Mitgliedsstaaten der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit&#8220;</em>, <a href="https://en.mehrnews.com/news/244046/SCO-symbol-of-desire-of-nations-to-pass-through-unipolarity">erklärte</a> der stellvertretende Verteidigungsminister <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Reza_Talaei-Nik">Reza Talaei-Nik</a>. <em>&#8222;Teheran ist bereit, seine Erfahrung aus der Konfrontation mit den Vereinigten Staaten mit den anderen Staaten der SOZ zu teilen&#8220;</em>, verdeutlichte er das Ziel des Irans.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Land versucht, Kapital aus seinem Widerstand im Krieg gegen die USA und Israel seit dem 28. Februar zu schlagen. In Zentralasien scheint das möglich, ist doch von den zentralasiatischen Staaten bislang nur Tadschikistan ein militärischer Partner des Irans. In dem Land soll sich seit 2022 angeblich eine <a href="https://www.rferl.org/a/iran-drones-tajikistan-afghanistan-kyrgyzstan/31865830.html">Fabrik für die Montage von iranischen Ababil-2 Dronen</a> befinden. Von dieser militärischen Infrastruktur findet sich jedoch, <a href="https://www.rferl.org/a/iran-tajikistan-drone-factory-mystery-/33719984.html">wie es Radio Free Europe im März berichtete</a>, bislang keine Spur.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/von-teheran-nach-duschanbe-tadschikistan-und-iran-verstaerken-bilaterale-zusammenarbeit/"><strong>Von Teheran nach Duschanbe: Tadschikistan und Iran verstärken bilaterale Zusammenarbeit</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Vorkriegssituation war für den Iran also wenig aussichtsreich für eine offizielle Annäherung mit den Staaten Zentralasiens. Mit seinen Erfahrungen in der Luftabwehr, den Angriffen mit unbemannten Dronen sowie der asymmetrische Seekriegsführung, die auf einer &#8222;Moskito-Flotte&#8220; aus Schnellbooten beruht, versucht der Iran dagegen nun bei den Ländern Zentralasiens zu profitieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wie weiter mit der multivektoriellen Außenpolitik?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Gipfel in Bischkek zeigt damit klar die Herausforderungen, denen die multivektorielle Außenpolitik der zentralasiatischen Staaten ausgesetzt ist, an der diese jedoch vehement festhalten. Trotz ihrer Bestrebungen um gute Beziehungen mit allen internationalen Organisationen gewinnt ihre Einbindung in von Russland und China dominierten Institutionen die Oberhand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Möglichkeiten der zentralasiatischen Länder sind beschränkt. Eine Annäherung mit dem Iran würde zu amerikanischen und israelischen Sanktionen führen und auch die Europäische Union sanktioniert den Iran. Zudem könnte jede Partnerschaft als Versuch gesehen werden, Russland, das weiter seinen Krieg gegen die Ukraine führt, mit zivilen oder militärischen Gütern zu beliefern. Das Risiko, dass die Europäische Union ihre zukünftigen Sanktionspakete erweitern und verschärfen könnte, ist in diesem Szenario nicht ausgeschlossen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/die-europaeische-union-ueberdenkt-ihre-zentralasien-strategie/"><strong>Die Europäische Union überdenkt ihre Zentralasien-Strategie</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Einstufung Afghanistans als vorrangige Bedrohung für die SOZ und die andauernde Krise im Nahen Osten verstärken also die sicherheitspolitische Abhängigkeit, während die Alternativen zunehmend schwinden.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Lenny Cabrol Noto für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/decryptage/russie-chine-iran-reaffirment-leurs-ambitions-sur-lasie-centrale-lors-dun-sommet-de-bichkek/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Simon Schulz</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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