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	<title>Sklaverei Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Wed, 23 Oct 2024 17:37:33 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Sklaverei Archives</title>
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		<title>Menschenhandel in Tadschikistan: Mehr Opfer und weniger Ressourcen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Asia Plus]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Oct 2024 17:37:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenhandel]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Prostitution]]></category>
		<category><![CDATA[Sklaverei]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Auch wenn Tadschikistans Regierung verschiedene Ma&#xDF;nahmen im Kampf gegen den Menschenhandel ergriffen hat, greifen diese zu kurz. Zu diesem Schluss ist zumindest ein Bericht des US-Au&#xDF;enministeriums gekommen. Die tadschikische Regierung zeigt sich nicht gewillt, die Opfer zu sch&#xFC;tzen, und verweist sie an internationale Organisationen. Im Gegenzug werden die Organisationen der Zivilgesellschaft bedroht. Laut dem Bericht [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Auch wenn Tadschikistans Regierung verschiedene Maßnahmen im Kampf gegen den Menschenhandel ergriffen hat, greifen diese zu kurz. Zu diesem Schluss ist zumindest ein Bericht des US-Außenministeriums gekommen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die tadschikische Regierung zeigt sich nicht gewillt, die Opfer zu schützen, und verweist sie an internationale Organisationen. Im Gegenzug werden die Organisationen der Zivilgesellschaft bedroht. Laut dem <a href="https://www.state.gov/reports/2024-trafficking-in-persons-report/tajikistan/">Bericht</a> 2024 des US-Außenministeriums zur Bekämpfung des Menschenhandels erfüllt die tadschikische Regierung nicht einmal die Mindeststandards bei der Bekämpfung des Menschenhandels, obwohl sie Anstrengungen unternimmt, dies zu tun.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kaum Unterstützung der Opfer</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Obwohl die Regierung mehr Opfer identifizierte, überwies sie im Vergleich zum vorherigen Berichtszeitraum einen geringeren Anteil der Opfer an Schutzdienste und verließ sich weiterhin stark auf internationale Organisationen, um Hilfe zu leisten“</em>, heißt es in dem Bericht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinsichtlich der Arbeit der Strafverfolgungsbehörden wird festgestellt, dass in Tadschikistan die Artikel 130.1 und 167 des Strafgesetzbuchs gelten, die den Menschenhandel unter Strafe stellen. Artikel 130.1 deckt Fälle von Arbeitsausbeutung und sexueller Ausbeutung ab, während Artikel 167 den Handel mit Kindern, einschließlich der illegalen Adoption, behandelt. Diese Artikel sehen eine Freiheitsstrafe zwischen fünf und acht Jahren vor, welche den Strafen für andere schwere Straftaten, wie beispielsweise Vergewaltigung, entspricht.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Da es jedoch kein zentralisiertes Datensystem gibt, ist es schwierig, genaue Statistiken über Fälle von Menschenhandel zu erhalten. Dies hindert die Regierung daran, die nationalen Statistiken zum Menschenhandel im Detail zu analysieren. <em>„Im Jahr 2023 untersuchte die Regierung 60 Fälle von Menschenhandel, ein deutlicher Anstieg gegenüber 11 Fällen im Jahr 2022.“</em>&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Probleme bei der strafrechtlichen Verfolgung </strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regierung hat die Daten jedoch nicht nach der Art des Menschenhandels oder dem Artikel des Strafgesetzbuches unterschieden, so dass unklar ist, wie viele der Fälle speziell dem Menschenhandel zuzuordnen sind und wie viele andere Straftaten wie das Einschleusen von Migrant:innen oder die illegale Adoption ohne den Zweck der Ausbeutung darstellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„In der Zwischenzeit wurden zwei Personen wegen Menschenhandels verurteilt – eine gemäß Artikel 130.1 und eine gemäß Artikel 167. Medienberichten zufolge wurde einer der Täter zu mehr als acht Jahren Haft verurteilt, weil er Frauen aus Tadschikistan in der Türkei sexuell ausgebeutet hatte.“</em>&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/beduerftige-familien-werden-in-tadschikistan-opfer-von-menschenhandel/">Bedürftige Familien werden in Tadschikistan Opfer von Menschenhandel</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Student:innen und Schüler:innen werden unter dem Vorwand öffentlicher Arbeiten weiterhin zum Baumwollpflücken mobilisiert, obwohl diese Praxis vor einigen Jahren verboten wurde. Auch private Unternehmen haben die Tradition des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Subbotnik">Subbotniks</a> für ihre Angestellten ausgenutzt und sie gezwungen, ohne Überstundenvergütung zu arbeiten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Regierung reduziert Anstrengungen zum Schutz der Opfer</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die Behörden identifizierten im Jahr 2023 47 Opfer (42 sexuell ausgebeutete Frauen und fünf Opfer unbestimmter Art von Menschenhandel – drei Männer und zwei Frauen), verglichen mit 90 Opfern im vorherigen Berichtszeitraum.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">11 Opfer sexueller Ausbeutung (ein Mann und 10 Frauen) wurden an zivile Organisationen zur Unterstützung überwiesen, im Vergleich zu 16 Opfern im Vorjahr 2022. <em>„Alle von der Regierung überwiesenen Opfer erhielten Hilfe von zivilen Organisationen, ohne Unterstützung durch den Staat. Um das Risiko einer erneuten Traumatisierung zu minimieren, verweisen die Behörden die Opfer in den meisten Fällen an Nichtregierungsorganisationen zur Unterstützung. Eine zivilgesellschaftliche Organisation berichtete, dass sie acht Opfer (fünf sexuell ausgebeutete Frauen und drei Frauen, die Zwangsarbeit verrichten mussten) identifiziert und unterstützt hat“</em>, so die Autor:innen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Opfer haben kein Vertrauen in den Staat</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In ihrem Bericht konstatieren die Verfasser:innen, dass das Gesundheitsministerium im Jahr 2021 die Kontrolle über das Nationale Zentrum zur Bekämpfung des Menschenhandels übernommen hat. In der Folge avancierte das Zentrum zur einzigen spezialisierten Einrichtung für die Opfer des Menschenhandels im Land. Aufgrund von Misstrauen gegenüber staatlichen Institutionen und Diskriminierung suchen viele Opfer jedoch keine Hilfe auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2023 stellte die Regierung 926.905 Somoni (84.800 US-Dollar) für eine vom Gesundheitsministerium betriebene Unterkunft bereit, um die sozialen Dienste für die Opfer des Menschenhandels zu verbessern. Im Jahr 2022 wurden 824.400 Somoni (75.425 US-Dollar) für denselben Zweck bereitgestellt. Die Regierung stellte außerdem 527.362 Somoni (48.250 US-Dollar) für Nichtregierungsorganisationen bereit, die sich für die Bekämpfung des Menschenhandels und die Unterstützung der Opfer einsetzen. Darüber hinaus stellte die Regierung 2.1 Millionen Somoni (192.130 US-Dollar) für eine staatliche Einrichtung zur Verfügung, die Dienstleistungen für weibliche Opfer des Menschenhandels anbietet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/ohne-ausweis-das-schicksal-der-vergessenen-menschen-in-tadschikistan/">Ohne Ausweis: Das Schicksal der „vergessenen“ Menschen in Tadschikistan</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Allerdings fehlte es weiterhin an finanziellen Mitteln für Opferhilfsdienste und an einer unzureichenden Ausbildung des Personals in den Unterkünften. Auch außerhalb der Hauptstadt Duschanbe besteht in Tadschikistan ein Mangel an Unterkünften für die Opfer des Menschenhandels. Da der Staat keine Mittel für die Rückführung zur Verfügung stellt, sind die Opfer auch oft darauf angewiesen, dass Verwandte die Rückflüge (aus den Ländern, in denen sie versklavt wurden) bezahlen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kein Schutz für die Opfer</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch in Bezug auf juristische Dienstleistungen gibt es eine starke Abhängigkeit von internationalen Organisationen. Der fehlende Schutz für Zeug:innen und Anwält:innen der Opfer veranlasst viele dazu, bei der Zusammenarbeit mit den Strafverfolgungsbehörden während der Ermittlungen die Hilfe internationaler Organisationen in Anspruch zu nehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Frauen, die Opfer sexueller Ausbeutung sind, zögern aufgrund der Stigmatisierung oft, Hilfe zu suchen. Ein Gesetz aus dem Jahr 2014, das Sicherheitsmaßnahmen für Opfer vorsieht, garantierte nicht immer die Vertraulichkeit von Informationen. Die Gerichte forderten die Opfer auf, persönlich an den Gerichtsverhandlungen teilzunehmen, wobei die Anwesenheit der Menschenhändler:innen häufig eine obligatorische Voraussetzung darstellte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/menschenrechte-in-tadschikistan-interview-mit-der-un-berichterstatterin/">Menschenrechte in Tadschikistan: Interview mit der UN-Berichterstatterin</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ausländische Opfer, die sich bereit erklären, mit den Strafverfolgungsbehörden zusammenzuarbeiten, können eine befristete Aufenthaltsgenehmigung beantragen, doch die Regierung hat nicht berichtet, dass sie einen solchen Status gewährt. Gleichwohl führt die Einschüchterung und Bedrohung von Organisationen der Zivilgesellschaft zu einer Beeinträchtigung ihrer Kapazitäten, Schutz zu bieten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ausbeutung inner- und außerhalb des Landes</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In den vergangenen fünf Jahren war Tadschikistan mit einer signifikanten Zunahme des Phänomens des Menschenhandels konfrontiert, sowohl im Ausland als auch innerhalb des Landes. Die Wirtschaftsmigration ist für tadschikische Männer, Frauen und Kinder aufgrund der großen Armut mit Risiken verbunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am häufigsten beuten Menschenhändler:innen Tadschik:innen in den Bereichen Dienstleistungen, Landwirtschaft und Bauwesen aus, vor allem in Russland, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Kasachstan und Saudi-Arabien. Männer sind häufig Opfer von Ausbeutung auf Bauernhöfen, Baustellen und Märkten in Tadschikistan. In den meisten Fällen von Menschenhandel innerhalb des Landes handelt es sich um Frauen und Mädchen, die sexuell ausgebeutet oder in häuslicher Sklaverei gehalten werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/tadschikistans-kampf-gegen-prostitution-trifft-gewoehnliche-buergerinnen/">Tadschikistans Kampf gegen Prostitution trifft gewöhnliche Bürger:nnen</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Sie werden diskriminiert und haben nur begrenzten Zugang zu Bildung und Beschäftigung. Die meisten von ihnen arbeiten im informellen Sektor“</em>. Oft werden sie auch durch Arbeitsversprechen von Bekannten oder illegalen Arbeitsagenturen angeworben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Tadschikistan sind mehr als 10.000 Flüchtlinge und Asylbewerber:innen, vor allem aus Afghanistan, durch Korruption und Einschränkungen der Bewegungsfreiheit gefährdet. Das Verfahren zur Erlangung des Flüchtlingsstatus ist häufig mit Bestechung verbunden, was das Risiko, Opfer von Menschenhandel zu werden, erhöht. Selbst mit offiziellem Status droht vielen Flüchtlingen die Abschiebung.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Empfehlungen an Tadschikistan</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Liste mit Empfehlungen, die das US-Außenministerium an Tadschikistan richtet, umfasst folgende Punkte:</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8211; Einführung von Standardarbeitsanweisungen (SOPs) zur Identifizierung und Überweisung von Opfern des Menschenhandels zur Behandlung, einschließlich einer Schulung der Beteiligten und einer verstärkten Überprüfung der Opfer, insbesondere in den Bereichen Zwangsarbeit und sexuelle Ausbeutung innerhalb des Landes;</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8211; Aufstockung der Mittel und Einrichtung dauerhafter Mechanismen zur umfassenden Betreuung von Opfern des Menschenhandels durch spezialisierte Heime im ganzen Land;</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8211; energische Ermittlungen und strafrechtliche Verfolgung von mutmaßlichen Menschenhändler:innen, einschließlich Beamt:innen, und Gewährleistung angemessener Strafen für verurteilte Menschenhändler:innen;</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8211; Verbesserung der Datenerfassung und -analyse durch die Strafverfolgungsbehörden, einschließlich der Aufschlüsselung der Informationen nach der Art der Ausbeutung für eine wirksame Ermittlung und Strafverfolgung;</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8211; Gewährung von Zugang für unabhängige Beobachter:innen zur Überwachung des Baumwollanbaus und Stärkung der Aufsicht über die Anwerbung von Saisonarbeiter:innen, um Zwangsarbeit zu verhindern;</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8211; Sensibilisierung und Schulung von Regierungsbeamt:innen, einschließlich des diplomatischen Personals, zur Bekämpfung des Menschenhandels und zur Unterstützung der Opfer, einschließlich im Bereich des Rückführungsprozesses und der Überprüfung des Flüchtlingsstatus;</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8211; Einführung von Hilfsprogrammen für Opfer und Zeug:innen von Menschenhandelsdelikten;</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8211; Erhöhung der Zahl der Arbeitsaufsichtsbeamt:innen und deren Spezialausbildung zur Aufdeckung von Zwangsarbeit und zur Meldung möglicher Fälle von Menschenhandel an die Polizei;</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8211; Verstärkte Überwachung privater Arbeitsvermittlungsagenturen, um zu verhindern, dass von den Arbeitnehmer:innen illegale Vermittlungsgebühren verlangt werden;</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8211; Sensibilisierung der Arbeitsmigrant:innen für die verfügbaren Begleitdienste vor und nach der Ausreise sowie Erhebung und Analyse statistischer Daten zur Arbeitsmigration.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Nigina Aslonova für Asia-Plus</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/society/20240701/torgovlya-lyudmi-v-tadzhikistane-zhertv-stanovitsya-bolshe-a-deneg-na-reshenie-problemi-menshe">Russischen</a> von Irina Radu</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Bedürftige Familien werden in Tadschikistan Opfer von Menschenhandel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Berenika Zeller]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Feb 2023 17:52:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsmigranten]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsmigration]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenhandel]]></category>
		<category><![CDATA[Prostitution]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Menschen aus sozial schw&#xE4;cher gestellten und von Gewalt gepr&#xE4;gten Familien werden oftmals zu Opfern von sexuellem Menschenhandel und Zwangsarbeit. Gerade geschiedene Frauen oder Kinder erkrankter Eltern sehen sich gen&#xF6;tigt, nach Russland, in die Vereinigten Arabischen Emirate, in die T&#xFC;rkei oder in den Iran zu migrieren. Nicht selten erhoffen sie sich vor Ort eine anst&#xE4;ndige Arbeit [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Menschen aus sozial schwächer gestellten und von Gewalt geprägten Familien werden oftmals zu Opfern von sexuellem Menschenhandel und Zwangsarbeit. Gerade geschiedene Frauen oder Kinder erkrankter Eltern sehen sich genötigt, nach Russland, in die Vereinigten Arabischen Emirate, in die Türkei oder in den Iran zu migrieren. Nicht selten erhoffen sie sich vor Ort eine anständige Arbeit mit genug Gehalt. Vor Ort erwartet sie aber ein böses Erwachen. </strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Tadschikistans Behörden sind besorgt über den Menschenhandel. Menschenrechtsaktivist:innen gehen davon aus, dass es sich bei den Opfern meistens um Mitglieder gefährdeter Familien handelt, die nur über geringe Rechtskenntnisse verfügen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Mansura, eine 25-jährige Bewohnerin des Bezirks <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Shahrinav">Schahrinaw</a>, versuchte nach der Scheidung von ihrem Mann eine Arbeit zu finden. Über die Sozialen Medien lernte sie eine Frau kennen, die ihr einen Job als Reinigungskraft in Dubai zu einem Gehalt von bis zu 2.000 US-Dollar anbot (der <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/society/20220726/mintruda-srednyaya-zarplata-v-tadzhikistane-sostavlyaet-pochti-1650-somoni">Durchschnittslohn</a> in Tadschikistan beträgt etwa 160 Dollar. – Anm. d. Red. von CABAR). <em>„Das war für mich ein gutes Angebot und ich habe es angenommen. Sie haben für mich einen Pass und ein Visum ausstellen lassen und Tickets gekauft“,</em> erzählt Mansura gegenüber CABAR. </p>


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<p class="wp-block-paragraph">Als sie in den Vereinigten Arabischen Emiraten ankam, wurde sie in einem Haus untergebracht, in dem bereits vier junge Frauen aus Tadschikistan wohnten. Die ersten zehn Tage arbeitete Mansura wie vereinbart als Putzfrau, doch dann begann man, sie unter jedem erdenklichen Vorwand zu schikanieren. <em>„Sie sagten: ‚Du hast hier nicht gut geputzt, du hast diese Arbeit nicht ordentlich gemacht‘. Unter dieser Behauptung nahmen sie mir meine Papiere weg und zwangen mich zur Prostitution. Sie sagten, ich schulde ihnen Geld und müsse diese Schulden begleichen, weil sie mir einen Reisepass, Visa und Tickets gekauft hätten“,</em> so Mansura. Erst ein Jahr später, nach vielen Beschwerden und Hilfsersuchen, wurde ihr von einem Kunden geholfen, der alle ihre Schulden bezahlte und ihr half, in ihr Heimatland zurückzukehren. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/menschenhandel-die-situation-in-zentralasien-verschlechtert-sich/"><strong>Menschenhandel: Die Situation in Zentralasien verschlechtert sich</strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch migrierende Männer sind von Arbeitssklaverei betroffen. So auch Daler, ein 22-jähriger Mann aus dem Bezirk <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hissor_(Bezirk)">Hissor</a>. Nachdem sein Vater einen Schlaganfall erlitten hatte, sah er sich dazu gezwungen, nach <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Jekaterinburg">Jekaterinburg</a> in Russland auszuwandern. Er hatte von Verwandten, die in Russland leben und arbeiten, von einer möglichen Arbeitsstelle erfahren. <em>„Der Sohn des Onkels meiner Mutter hat den Job sehr gerühmt und gesagt, dass der Arbeitsplatz sehr gut ist und die meiste Arbeit dort von Maschinen erledigt wird“,</em> erzählt Daler. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Cousin bezahlte das Flugticket von Duschanbe nach Jekaterinburg und meinte, er würde den Schuldbetrag von Dalers Gehalt abziehen. Bei seiner Ankunft nahm der Cousin ihm seinen Pass unter dem Vorwand ab, dass er Formalitäten erledigen müsse. Am Arbeitsplatz erwartete Daler eine große Enttäuschung. <em>„Es stellte sich heraus, dass es überhaupt keine Maschinen gab. All die harte Arbeit wurde von Hand verrichtet. Wir trugen schwere Lasten verschiedene Stockwerke hoch. Mein Verwandter versprach mir ein Gehalt von 60.000 Rubel (rund 990 US-Dollar), aber auch dieses Versprechen wurde nicht eingehalten.“&nbsp;</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/die-schwierige-situation-tadschikischer-arbeitsmigranten-in-russland/"><strong>Die schwierige Situation tadschikischer Arbeitsmigranten in Russland</strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Aufgrund der schweren körperlichen Arbeit hat Daler einen Wirbelsäulenbruch erlitten, er wurde aber nicht ins Krankenhaus gebracht, da er keine Papiere hatte. Anfangs erhielt er 20.000 russische Rubel (etwa 330 US-Dollar) für seine Arbeit, doch dann wurde ihm Geld für die Unterbringung abgezogen und Daler erhielt kein Gehalt mehr. Daraufhin rief er einen anderen seiner Cousins namens Faridun an und schilderte seine Situation. <em>„Faridun rief den Verwandten meiner Mutter an, verlangte meinen Pass zurück. Er drohte ihnen, sie sonst bei den Behörden zu melden. Dieser bekam Angst vor der Drohung und gab mir meinen Pass zurück. So kehrte ich unter großen Schwierigkeiten nach Tadschikistan zurück und bin immer noch dabei, die Schulden abzuzahlen,“ </em>so Daler. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben des tadschikischen Innenministeriums wurden im vergangenen Halbjahr 53 Fälle von Menschenhandel registriert. Vierzehn Frauen und acht Männer wurden wegen Beteiligung an Menschenhandelsdelikten festgenommen. Nach Artikel 130 Absatz 1 des tadschikischen Strafgesetzbuchs wird die Beteiligung an einer solchen Straftat mit einer Freiheitsstrafe von acht bis zwölf Jahren geahndet. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Situation bezüglich Menschenhandel gibt weiterhin Anlass zur Sorge</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Strafverfolgungsbehörden betonen, dass sich die Situation in Tadschikistan im Vergleich zur Situation vor zehn Jahren verbessert habe, aber sie seien nach wie vor besorgt über das Problem des Menschenhandels. Dies erklärte Innenminister Ramason Rahimsoda auf einer Pressekonferenz im Juli 2022. <em>&nbsp;</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Der Handel von Menschen stellt für Tadschikistan und das tadschikische Volk in der Tat eine große Herausforderung dar. Es wird vieles in diesem Bereich unternommen, aber leider ist das Problem nicht vollständig gelöst</em>“, so der Minister. Er fügte hinzu, dass die Strafverfolgungsbehörden immer wieder Anführer transnationaler organisierter Verbrecherbanden, die Mädchen zur Prostitution nach Dubai und in andere Länder schicken, festnehmen und inhaftieren, dass es aber immer noch viele solcher Fälle gibt. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/die-tadschiken-aussatzige-in-russland/"><strong>Die Tadschiken, Aussätzige in Russland</strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Gemäß Goibnasar Dawlatbekow, Mitglied der Nichtregierungsorganisation „Femida“, die Opfern von Menschenhandel hilft, wird die NGO jährlich von bis zu 185 Opfern von Arbeitssklaverei um Hilfe gebeten. Die meisten von ihnen verfügen nicht über ausreichende Informationen, sind im In- oder Ausland und nehmen die ihnen empfohlene oder angebotene Stelle an, ohne über die möglichen Risiken nachzudenken. <em>„Die meisten Betroffenen geraten in diese Situation aufgrund ihrer geringen Rechtskenntnisse. Sie wissen nicht, was in Zukunft auf sie zukommen könnte“</em>, erklärt er gegenüber CABAR. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Dawlatbekow ist eines der Probleme der Mangel an Zufluchtsorten und sicheren Unterbringungen für Betroffene von Zwangsarbeit. Derzeit gibt es in Tadschikistan nur ein einziges Zentrum, und das genügt nicht. Bis ins Jahr 2019 gab es zwei Einrichtungen für Opfer von Menschenhandel. Das eine in Duschanbe und das andere in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chudschand">Chudschand</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/femagora-zentralasiatische-feminismen-werden-lauter/"><strong>FemAgora: Zentralasiatische Feminismen werden lauter</strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ab 2019 wurde die Finanzierung des Schutzraums in Duschanbe eingestellt, da das dazugehörige Projekt abgeschlossen war. Das Zentrum in Chudschand wurde dem Gesundheitsministerium zugewiesen. Im Jahr 2021 richtete Tadschikistan die staatliche Einrichtung „Zentrum für soziale Dienste“ zur Unterstützung der Opfer von Menschenhandel ein. Später änderte sich der Name der Organisation, und sie betreut inzwischen nicht nur Opfer von Zwangsarbeit, sondern auch Opfer häuslicher Gewalt. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Heute ist dies die einzige Einrichtung im Land, die Opfern von Menschenhandel hilft. Das reicht natürlich nicht aus, aber vielleicht wird die Regierung in Zukunft auch in anderen Regionen Notunterkünfte einrichten, um den Betroffenen zu helfen“</em>, meint Dawlatbekow. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Opfer kommen tendenziell aus sozial schwachen Familien</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">
Laut Munirachon Achmedowa, einer Anwältin der NGO „Karavan Nadjeschdy“, kommen Opfer von Menschenhandel eher aus sozial schwachen und von Gewalt geprägten Familien. Oft handelt es sich dabei um Frauen, die von ihrem Mann geschieden sind, sich in einer schwierigen Situation befinden und das annehmen müssen, was ihnen angeboten wird.

</p>


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<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die meisten glauben, dass sie mit einem guten Job im Ausland eine Menge Geld verdienen können. Auf der Suche nach einem besseren Leben werden diese Menschen zu Opfern von Menschenhandel“</em>, erklärt Achmedowa. Tadschikischen Menschenrechtsaktivist:innen zufolge findet die Ausbeutung von Arbeitskräften vor allem in Russland statt, aber Menschenhändler:innen bringen ihre Opfer auch in Länder wie die Vereinigten Arabischen Emirate, die Türkei und den Iran, um sie dort sexuell auszubeuten. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/tadschikistans-kampf-gegen-prostitution-trifft-gewoehnliche-buergerinnen/"><strong>Tadschikistans Kampf gegen Prostitution trifft gewöhnliche Bürger:innen</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Um die Zahl der Fälle von Zwangsarbeit und Menschenhandel weiter zu verringern, sollten die zuständigen Behörden Sensibilisierungsmaßnahmen, Unterricht an Schulen und an der Akademie des Innenministeriums sowie Seminare und Schulungen für die Bevölkerung durchführen“</em>, findet Achmedowa. </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Die Redaktion von CABAR </strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://cabar.asia/ru/zhertvami-torgovli-lyudmi-v-tadzhikistane-stanovyatsya-chleny-uyazvimyh-semej"><strong>Russischen</strong></a> <strong>von Berenika Zeller</strong> </p>



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