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	<title>Skandal Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
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	<title>Skandal Archives</title>
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		<title>Kirgistan: Erneut Skandale um Kumtör-Mine</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Noé Lhomme]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Oct 2022 07:30:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Bergbau]]></category>
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		<category><![CDATA[Kumtor]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Verwaltung der Anfang 2021 verstaatlichten Kumt&#xF6;r-Mine in Kirgistan hat viel Kritik hervorgerufen. Eine Sonderkommission wurde eingesetzt, um die Goldexporte der Mine zu untersuchen. Es ist eine Reaktion auf eine Reihe von Skandalen, die die Kumt&#xF6;r-Mine ersch&#xFC;ttert haben. Wie Radio Azattyk, der kirgisische Dienst von Radio Free Europe berichtet, hat der Dschorgorku Kengesch, das nationale [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Verwaltung der Anfang 2021 verstaatlichten Kumtör-Mine in Kirgistan hat viel Kritik hervorgerufen. Eine Sonderkommission wurde eingesetzt, um die Goldexporte der Mine zu untersuchen.</strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist eine Reaktion auf eine Reihe von Skandalen, die die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kumtor-Mine">Kumtör-Mine</a> erschüttert haben. Wie <a href="https://rus.azattyk.org/a/32055994.html">Radio Azattyk</a>, der kirgisische Dienst von Radio Free Europe berichtet, hat der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dschogorku_Kengesch">Dschorgorku Kengesch</a>, das nationale Parlament Kirgistans, Ende September die Einsetzung einer Kommission zur Untersuchung von Goldexporten angekündigt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Untersuchung zielt darauf ab, Ungenauigkeiten in Bezug auf die exportierten Goldmengen zu beleuchten. Auf Nachfrage begründete die für Goldexporte zuständige Nationalbank diese Unschärfe mit dem Bedürfnis nach Vertraulichkeit. Sie leugnete jedoch nicht, Gold exportiert zu haben, da der Bedarf an Dollar-Liquidität im Jahr 2021 erheblich war. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Widersprüchliche Erklärungen</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Diese Antworten stehen im Widerspruch zu früheren Regierungserklärungen in Zusammenhang mit diesem Thema. Ende September 2021 hatte der Leiter des Komitees für Nationale Sicherheit, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kamtschibek_Taschijew">Kamtschybek Taschijew</a>, nach Angaben des kirgisischen Nachrichtenportals <a href="https://kaktus.media/doc/446679_kak_na_slovah_tashieva_o_dohode_s_kymtora_mojno_vychislit_snijenie_proizvodstva_zolota.html">Kaktus</a> erklärt, dass keine Unze Gold Kirgistan verlassen habe.

</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">

Ihm zufolge wurde das gesamte Gold aus der Kumtör-Mine der nationalen Wirtschaft zugeführt. Laut <a href="https://eurasianet.org/kyrgyzstan-kumtor-cloak-and-dagger">Eurasianet</a> zeigen die vom Nationalen Statistikkomitee veröffentlichten Daten jedoch, dass Kirgistan Rekordmengen an Gold exportiert hat, nämlich 24,8 Tonnen.

Auch beim Bestimmungsort des exportierten Goldes herrscht Unklarheit. Das Komitee spricht von einem <em>„unbestimmtes Land“</em>. Die <a href="https://www.bazg.admin.ch/bazg/en/home/themen/schweizerische-aussenhandelsstatistik/daten/waren/gold.spa.gold.app/gold_en.html">Schweizer Goldimportdaten für 2021</a> zeigen jedoch, dass ein Teil des kirgisischen Goldes von der Schweiz erworben wurde.
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Ehemaliger Manager wegen finanzieller Misswirtschaft verhaftet</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Wenige Tage vor der Gründung der Sonderkommission, am 13. September, wurde der ehemalige Übergangsmanager der Kumtör-Mine, Tengis Bolturuk, in Bischkek festgenommen. Laut <a href="https://www.rferl.org/a/kyrgyzstan-kumtor-gold-mine-boltoruk-arrest/32063341.html">Radio Free Europe</a> wird ihm finanzielles Missmanagement in seiner früheren Position vorgeworfen. Der ehemalige Manager, der dem kirgisischen Staat einen finanziellen Schaden in Höhe von fast einer Milliarde Som (rund 12.310.000 Euro) zugefügt haben soll, weist alle Vorwürfe zurück und legte Berufung gegen seine Inhaftierung ein. Diese wurde aber am 3. Oktober von der Staatsanwaltschaft Bischkek abgelehnt. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/kirgistan-junger-blogger-wegen-kritik-an-bergbauprojekt-in-u-haft/"><strong>Kirgistan: Junger Blogger wegen Kritik an Bergbauprojekt in U-Haft </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Bolturuk war ebenso wie zwei seiner Mitarbeiter im August nach einer Untersuchung des Komitees für Nationale Sicherheit zum Rücktritt gezwungen worden. Alle drei sollen dem schlechten Management der Mine mutmaßlich ein Gesicht geben, wobei das wahre Problem tiefer greift. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Ein irreparabel beschädigtes Bild</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz der wirtschaftlichen Bedeutung der Mine haben wiederholte Skandale ihr Image getrübt und Staatspräsident <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/sadyr-dschaparow-der-volksfluesterer/">Sadyr Dschaparow</a> mit der schlechten Verwaltung der Mine in Verbindung gebracht. So berichtete <a href="https://kaktus.media/doc/466621_dvymia_kadrami:_snimok_brata_sadyra_japarova_s_zolotom_byl_sdelan_ne_v_2017_gody.html">Kaktus</a>, dass ein Anfang September verbreitetes Foto den älteren Bruder des Präsidenten, Sabyr Dschaparow, mit einem Paar Goldbarren zeigt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Reaktionen der Regierung konnten die Kontroverse nicht beruhigen. Tatsächlich hat Sabyr Dschaparow keine offizielle Position inne, die ihm legalen Zugang zu solchen Goldmengen verschaffen würde. Der Kontext, in dem das Foto aufgenommen wurde, bleibt unklar. </p>


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<p class="wp-block-paragraph"> Nach der Wahl von Sadyr Dschaparow im Januar 2021 war die zuvor vom kanadischen Bergbauunternehmen <a href="https://www.centerragold.com/">Centerra Gold</a> verwaltete Kumtör-Mine <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/kirgistan-kumtoer-goldmine-verstaatlicht/">verstaatlicht</a> worden. Eine nationale Investmentgesellschaft, Great Nomads Heritage, <a href="https://24.kg/english/217090__New_holding_company_Heritage_of_Great_Nomads_established_in_Kyrgyzstan/">übernahm</a> dann im Dezember 2021 die Verwaltung der Mine. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Vorsitzender von Great Nomads Heritage und Manager der Mine wurde Tengis Bolturuk, der schon Vertreter des kirgisischen Staates im Vorstand von Kumtör war, als der Standort noch von Centerra Gold verwaltet wurde. Bolturuk, lange Zeit ein enger Vertrauter Dschaparows, war somit der wichtigste Mittelsmann, über den der Präsident die Mine verwaltete. </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Noé Lhomme, Redakteur für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/economie/kirghizstan-scandales-a-repetition-autour-de-la-mine-de-koumtor/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong> </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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		<title>Matraimows Millionen – Die Geschichte eines kirgisischen Korruptionsskandals</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Robin Roth]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Feb 2021 10:52:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Geldwäsche]]></category>
		<category><![CDATA[Korruption]]></category>
		<category><![CDATA[Raiymbek Matraimow]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Korruptionsskandal um Raimbek Matraimow hat in der gesamten kirgisischen Gesellschaft eine breite Resonanz erfahren und war Ausl&#xF6;ser anhaltender Proteste in Kirgistan. Ob der ehemalige Zollbeamte Matraimow aber jemals zur Verantwortung gezogen wird, ist noch unklar. Der folgende Artikel erschien im Original auf der englischsprachigen Version von Novastan. Der ehemalige stellvertretende Leiter des kirgisischen Zolldienstes [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Korruptionsskandal um Raimbek Matraimow hat in der gesamten kirgisischen Gesellschaft eine breite Resonanz erfahren und war Auslöser anhaltender Proteste in Kirgistan. Ob der ehemalige Zollbeamte Matraimow aber jemals zur Verantwortung gezogen wird, ist noch unklar.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>Der folgende Artikel erschien im Original auf der </em></strong><a href="https://novastan.org/en/kyrgyzstan/matraimovs-millions-the-story-of-a-kyrgyz-corruption-scandal/"><strong><em>englischsprachigen Version</em></strong></a><strong><em> von Novastan.</em></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der ehemalige stellvertretende Leiter des kirgisischen Zolldienstes Raimbek Matraimow wird zwei Monate in Untersuchungshaft verbringen. Dies <a href="https://rus.azattyk.org/a/31112778.html">entschied</a> ein Gericht in der Hauptstadt Bischkek, nachdem Matraimow am 18. Februar 2021 vom kirgisischen Geheimdienst GKBN (Staatskomitee für nationale Sicherheit) <a href="https://kaktus.media/doc/432277_matraimov_na_doprose_v_gknb_po_novomy_dely._ego_mogyt_arestovat.html">festgenommen</a> worden war.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Matraimow war bereits am 11. Februar in einem ersten Korruptionsprozess zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Am 14. Februar drückten Demonstrierende während des wöchentlichen Marsches gegen Korruption und Verfassungsänderungen ihre Empörung über das Urteil aus, das sie für zu nachsichtig hielten. Im staatliche Fernsehen wurde daraufhin in einem <a href="https://kloop.kg/blog/2021/02/19/telekanal-ala-too-24-udalil-novostnoj-syuzhet-s-kritikoj-marsha-protiv-korruptsii/">mittlerweile gelöschten</a> Segment behauptet, dass die Demonstrierenden Gesetzesbrecherinnen seien und das Land <a href="https://kloop.kg/blog/2021/02/15/sami-ne-znayut-zachem-prishli-kak-otrk-osvetil-mirnyj-marsh-protiv-korruptsii-14-fevralya/">destabilisieren</a> wollen würden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Raimbek Matraimow steht im Mittelpunkt eines Korruptionsskandals, nachdem JournalistInnen in den Jahren 2019 und 2020 seine Verwicklung in einem Geldwäschesystem aufgedeckt hatten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>0.00043 Prozent</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Raimbek Matraimow bekannte sich am 11. Februar in Bezug auf die Korruptionsvorwürfe schuldig. Doch anstatt einer jahrzehntelangen Haftstrafe, die bei Korruptionsvergehen möglich wäre, erhielt er eine Geldstrafe von 260.000 Som (2522 Euro), weil er bereits 2 Milliarden Som (19,4 Millionen Euro) an den Staat zurückgezahlt hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Zahl entspricht <a href="https://kloop.kg/blog/2021/02/14/live-voskresnyj-marsh-za-spravedlivost-i-protiv-korruptsii/">0,00043 Prozent</a> der ungefähr 700 Millionen US-Dollar (580 Millionen Euro), die Matraimows Netzwerk schätzungsweise illegal aus dem Land gebracht hat. Laut dem kirgisischen Nachrichtenportal <a href="https://kloop.kg/blog/2021/02/11/live-sud-po-delu-rajyma-matraimova/">Kloop</a> weigerten sich Matraimow und seine Anwältenach der Sitzung, das Verfahren und das Urteil zu kommentieren. Wie das kirgisische Nachrichtenportal <a href="https://24.kg/vlast/183474_samyiy_udachlivyiy_korruptsioner_pochemu_rayyimbek_matraimov_otdelalsya_tolko_shtrafom/">24.kg</a> berichtete, seien eingefrorene Bankkonten und beschlagnahmtes Eigentum ihm und seiner Familie zurückgegeben worden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/korruption-geldwaesche-und-ein-mord-schwerfaellige-ermittlungen-zu-skandal-in-kirgistan/"><strong>Korruption, Geldwäsche und ein Mord: schwerfällige Ermittlungen zu Skandal in Kirgistan</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Offen bleibt, warum Matraimow ursprünglich nur wegen Korruption und nicht auch wegen &#8222;illegaler Bereicherung&#8220; vor Gericht gestellt wurde. Die Luxusreisen seiner Frau Ulkan Turgunowa, ihre Vorliebe für Designer-Mode sowie zahlreiche Aufenthalte und <a href="https://www.occrp.org/en/plunder-and-patronage/the-dubai-partnership">Verbindungen</a> zu Immobilien in Dubai – all das <a href="https://www.occrp.org/en/the-matraimov-kingdom/the-beautiful-life-of-a-kyrgyz-customs-official">übersteigt</a> Matraimows während seiner Amtszeit angegebenes Einkommen von 1.000 US-Dollar (823 Euro) pro Monat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Asel Doolotkeldijewa forscht zu Wahlpolitik und der Soziologie von Protesten. Im Interview mit Novastan erklärt die Bischkeker Wissenschaftlerin, dass eine solche milde Geldstrafe eine <em>&#8222;Ohrfeige für das kirgisische Volk&#8220;</em> sei. Sie erinnert an zwei berüchtigte Fälle, in denen gewöhnliche Bürger wegen viel kleinerer Straftaten angeklagt und schwerer verurteilt wurden. So erhielt ein Bürger eine <a href="https://www.currenttime.tv/a/30043338.html">fünfjährige Gefängnisstrafe</a> wegen Medikamentendiebstahls, weil er sich keine medizinische Behandlung für seine Familie leisten konnte. Auch ein Mann, der ein Huhn stahl, weil er nichts zu essen hatte, wurde ins <a href="https://www.for.kg/news-535978-ru.html">Gefängnis</a> geschickt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doolotkeldijewa meint, dass das Urteil gegen Matraimow in diesem Licht <em>„skandalös&#8220; </em>sei und dass die Geschwindigkeit der Anhörung einen <em>„Mangel an ordnungsgemäßen Ermittlungen&#8220;</em> widerspiegele. Die Entscheidung selbst zeige, dass das <em>„Gerichtssystem nicht unabhängig ist und in der politischen Maschinerie der Herrschenden mitwirkt.”</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raim Million</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 9. Dezember 2020 wurde Matraimow wegen seiner Rolle beim Außerlandesschaffen von Hunderten Millionen US-Dollar <a href="https://thediplomat.com/2020/12/us-designates-raimbek-matraimov-under-global-magnitsky-act-for-corruption/">auf die Magnitsky-Sanktionsliste der USA gesetzt</a>. In den Jahren 2019 und 2020 hatten umfassende Untersuchungen von Radio Azattyk (dem kirgisischen Dienst von Radio Free Europe), Kloop, Bellingcat und dem Organized Crime and Corruption Reporting Project (OCCRP) Matraimows Geldwäschesystem aufgedeckt. Die Berichte skizzierten, wie Matraimow über einen Zeitraum von fünf Jahren (2011-2016) das Schmuggelimperium der uigurischen Familie Abdukadyr möglich gemacht und auch selbst davon profitiert hatte. Kloop, 24.kg und RFE/RL wurden anschließend im Januar 2020 von Matraimow wegen Verleumdung <a href="https://www.rferl.org/a/bishkek-court-opens-hearing-into-libel-lawsuit-against-rfe-rl-other-media/30387528.html">vor Gericht gestellt</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/wie-schwarzgeld-aus-kirgistan-in-deutschland-investiert-wird/">Wie Schwarzgeld aus Kirgistan in Deutschland investiert wird</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch das durchorganisierte und hochprofitable System der mysteriösen Abdukadyr-Familie wurden falsch oder gar nicht deklarierte Waren aus China über Kirgistan auf Märkte in Zentralasien und Russland gebracht. Den Ermittlungen zufolge war Matraimow für die Verteilung der Bestechungsgelder zuständig, um so sicherzustellen, dass die Waren die Grenzposten im Norden und Süden des Landes passieren würden. Seine Rolle in diesem Patronage- und Korruptionsnetzwerk und sein so generiertes Vermögen brachten ihm den Spitznamen &#8222;Raim Million&#8220; ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aierken Saimaiti, ein in China geborener uigurischer Geschäftsmann mit kasachstanischer Staatsbürgerschaft, der für die <a href="https://www.occrp.org/en/plunder-and-patronage/the-700-million-dollar-man">Abdukadyr-Familie</a> 700 Millionen US-Dollar aus Kirgistan schmuggelte, legte das System den JournalistInnen offen und stellte Unterlagen zur Verfügung. Er war 2017 nach Istanbul geflohen und wurde dort im Oktober 2019 in einem Internetcafé <a href="https://www.occrp.org/en/plunder-and-patronage/his-murder-is-necessary-man-who-exposed-kyrgyz-smuggling-scheme-was-hunted-by-contract-killers">ermordet</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Stand der Dinge</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Sowohl der milde Hausarrest, in dem sich Matraimow trotz<em> „großer Resonanz in der kirgisischen Gesellschaft angesichts des möglichen Schadens, den er dem kirgisischen Staat und der Wirtschaft zugefügt hat&#8220;</em> nach seiner ursprünglichen Verhaftung befand, als auch das milde Urteil zeigen das Ausmaß seines Einflusses auf die Justiz und das Regime, argumentiert Doolotkeldijewa.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tatsächlich zeigten die Untersuchungen des OCCRP, dass der Matraimow-Clan stark in die kirgisische Politik involviert war. So kandidierte Raimbeks Bruder Iskender Matraimow bei der <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/parlamentswahl-annulliert-anscheine-einer-dritten-revolution-in-kirgistan/">annullierten Parlamentswahl</a> im Oktober 2020 für die Partei „Mekenim Kyrgyzstan“. Obwohl Iskender Matraimow der Politiker ist<em>, &#8222;wird allgemein angenommen, dass er [Raimbek Matraimow, Anm. d. Ü.] hinter den Kulissen starken Einfluss ausübt&#8220;</em>, heißt es in dem Bericht. Die Familie nutzt aber auch den wirtschaftlichen, sozialen und politischen Einfluss der gemeinnützigen Ismail-Matraimow-Stiftung, um den Wahlkampf der Partei zu unterstützen.</p>


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<p class="wp-block-paragraph">Kirgistans <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-waehlt-sadyr-dschaparow-und-entscheidet-sich-fuer-eine-praesidialregierung/?noredirect=de-DE">kürzlich gewählter</a> Präsident <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/sadyr-dschaparow-der-volksfluesterer/">Sadyr Dschaparow</a> versprach zunächst, Matraimow einzusperren, <a href="https://24.kg/vlast/172758_sadyir_japarov_otkaz_otaresta_rayyimbeka_matraimova_eto_politicheskoe_reshenie/">verzichtete</a> jedoch später auf die Einlösung dieses Versprechen und argumentierte, dass eine solche Entscheidung für die Staatskasse weniger vorteilhaft wäre, als wenn Matraimow Schadenersatz zahlen müsste. Dschaparow <a href="https://24.kg/vlast/183376_sud_podelu_rayyimbeka_matraimova_prokommentiroval_sadyir_japarov/">kommentierte</a>, dass dies <em>&#8222;nur eine Episode&#8220;</em> sei und dass in Bezug auf die Aktivitäten, Bankkonten und das Eigentum des ehemaligen Beamten Anfragen an die Nachbarländer und nach Dubai gerichtet worden seien. Wenn die Informationen eingehen, würden die Ermittlungen fortgesetzt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doolotkeldijewa meint, dass <em>„die Art und Weise, wie bisher mit dem Fall umgegangen wurde, Zweifel lässt, ob er weiterbehandelt wird oder nicht&#8220;</em>. Sie fügt jedoch hinzu, dass die Ermittlungen möglicherweise aufgrund der noch nicht vollständig konsolidierten Macht Dschaparows, die durch <em>„Kritik und lautstarken Widerstand der Gesellschaft“</em> in Frage gestellt werden könnte, fortgesetzt würden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Fall Matraimow und die Verfassung</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Fall Matraimow und die Resonanz, die er in der kirgisischen Gesellschaft erfährt, ereignen sich zu einer Zeit, in der ein von Dschaparow initiiertes Projekt von <a href="https://www.hrw.org/news/2020/11/21/kyrgyzstan-bad-faith-efforts-overhaul-constitution">Verfassungsänderungen</a> die kirgisische Politik bestimmt. Kritiker wie die Bürgerrechtsorganisation <a href="https://kloop.kg/blog/2021/02/14/trebuet-sushhestvennoj-dorabotki-nelzya-dopuskat-v-parlament-yuristy-pravozashhitnoj-kliniki-adilet-razobrali-chto-ne-tak-s-novym-proektom-konstitutsii/">Adilet</a> argumentieren, dass die Reform das kirgisische Parlament erheblich schwächen wird, indem sie einen Volksrat einführt und die Macht beim Präsidenten konzentriert, die Checks and Balances untergräbt und damit die Stabilität, die Rechtsstaatlichkeit und den Schutz der Menschenrechte gefährdet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Des Weiteren hebt Adilet hervor, dass die im Verfassungsprojekt vorgeschlagen Maßnahme gegen Veröffentlichungen und öffentliche Veranstaltungen, die den <em>„allgemein anerkannten moralischen Werten des kirgisischen Volkes&#8220;</em> zuwiderlaufen, das Potenzial für Verstöße gegen das Recht auf freie Meinungsäußerung und freie Medien haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/sadyr-dschaparow-der-volksfluesterer/">Sadyr Dschaparow, der Volksflüsterer</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die Zivilgesellschaft wird diesen Fall weiter begleiten. Und hoffentlich wird sie stark und robust genug sein, um ständigen Druck auf die Behörden auszuüben&#8220;</em>, meint Doolotkeldijewa. Vielleicht ist es dieser Druck, der zu den Ereignissen vom 18. Februar führte, als Matraimow im Zusammenhang mit einer laufenden Untersuchung wegen Geldwäsche erneut festgenommen wurde. Dennoch zeigen <a href="https://kloop.kg/blog/2021/02/19/v-bishkeke-i-kara-suu-na-mitingi-vyshli-storonniki-eks-tamozhennika-matraimova-priznannogo-vinovnym-v-korruptsii/">Proteste zur Unterstützung Matraimows</a> sowohl in Bischkek als auch in seiner Heimatregion <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Karasuu">Kara-Suu</a>, dass sein Einfluss immer noch nicht zu vernachlässigen ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In welche Richtung sich der Fall weiter entwickeln wird, könnte ein Hinweis auf die Entwicklung der kirgisischen Politik unter Dschaparow sein.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Cameron Evans für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Englischen von Robin Roth</strong></p>


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		<title>Polygamie in Kirgistan: ehemaliger Mufti löst Polemik aus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Jan 2018 10:32:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Islam]]></category>
		<category><![CDATA[Mufti]]></category>
		<category><![CDATA[Polemik]]></category>
		<category><![CDATA[Polygamie]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Skandal]]></category>
		<category><![CDATA[Tschubak Dschalilow]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Strafgesetzbuch Kirgistans sieht eine Strafe von bis zu zwei Jahren Freiheitsentzug im Fall von Polygamie vor. Doch trotz ihrer Illegalit&#xE4;t ist Polygamie weit verbreitet und wird kaum verfolgt. Die j&#xFC;ngste Erkl&#xE4;rung zu diesem Thema des ehemaligen Mufti des Landes, Tschubak Dschalilow hat zu einer breiten Diskussion in der kirgisischen Gesellschaft gef&#xFC;hrt. Nach etwas mehr [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Das Strafgesetzbuch Kirgistans sieht eine Strafe von bis zu zwei Jahren Freiheitsentzug im Fall von Polygamie vor. Doch trotz ihrer Illegalität ist Polygamie weit verbreitet und wird kaum verfolgt. Die jüngste Erklärung zu diesem Thema des ehemaligen Mufti des Landes, Tschubak Dschalilow hat zu einer breiten Diskussion in der kirgisischen Gesellschaft geführt.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Nach etwas mehr als einer Woche war die Stimmung in der kirgisischen Gesellschaft kurz vor dem Siedepunkt. Am 26. November hatte Tschubak adschy Dschalilow, seit einigen Jahren bekannt für <a href="https://kaktus.media/doc/367109_chybak_ajy_jalilov._slishkom_mnogo_skandalov.html">Skandale</a> aufgrund seiner Positionen zu verschiedenen Themen, auf seinem Youtube-Kanal verkündet, dass er sich eine zweite Ehefrau genommen habe. In dem Video rief der Ex-Mufti von Kirgistan andere Männer auf seinem Beispiel zu folgen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Eine auf Youtube ausgelöste Polemik</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Als Ex-Mufti stellt <a href="https://ru.sputnik.kg/spravka/20171203/1036645176/zhalilov-chubak-azhy-tazhibaevich-biografiya.html">Tschubak Dschalilow</a> eine religiöse Autorität dar: Seine ehemalige Funktion als Islamgelehrter beinhaltete unter anderen die Interpretation der Gesetze des Islams sowie religiöse Rechtsauskünfte – besser bekannt unter dem Namen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Fatwa">Fatwa</a> – zu erteilen. Da er aufgrund seiner Meinung bekannt ist und respektiert wird, zählt Dschalilows Youtube-Kanal mehr als 158 000 AbonnentInnen.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>„Ja, ich habe erneut geheiratet und ich bin nicht geschieden. Die ältere meiner Frauen schien damit nicht einverstanden zu sein</em><em>, aber alles ist gut gelaufen. Ich hatte keinerlei Verlangen noch einmal zu heiraten. Ich wollte nur den Menschen ein Beispiel geben. Wer sollte es mir nachtun? All diejenigen, die die nötigen Mittel dazu haben. Ihren Frauen rate ich zu weinen, aber keinen Skandal zu machen. Das ist unsere Tradition. Ich habe eine gute Sache getan, indem ich noch einmal geheiratet habe“</em>,  verteidigte sich Dschalilow.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/das-leben-der-zweitfrauen/">Das Leben der Zweitfrauen in Tadschikistan</a></strong></p>
<p style="text-align: justify;"><em>„Ich kann auch Beamte und Abgeordnete aufzählen [, die ebenfalls mehrere Frauen haben], denn daran ist nichts schlimmes. Das sind Leute, die unsere Traditionen stützen. Wir sollten ihnen dankbar sein. Jeder von ihnen sollte eine Medaille erhalten“</em>, fügte der ehemalige Mufti hinzu.</p>
<p style="text-align: justify;">Seine Mitteilung provozierte einen Aufschrei der Empörung. In <a href="https://kaktus.media/doc/367324_glava_dymk_maksat_ajy_toktomyshev_prokommentiroval_zaiavleniia_chybak_ajy.html">einer späteren Erklärung</a> kommentierte der amtierende Mufti Maksat Toktomuschew, Dschalilow treffe „<em>keine Schuld vor dem Allmächtigen</em>“ und dass die entsprechenden Behörden die Lage untersuchen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Gespaltene Meinungen</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Verschiedene Personen haben die Initiative des Ex-Muftis unterstützt. <em>„Wir müssen verstehen, dass Allah uns solche Gesetze gegeben hat, da er unsere Natur kennt. All diese Gesetze entsprechen unserer Entwicklung. Also hat er alles eingeteilt, in das was gemäß der Religion erlaubt und das was verboten ist. Er hat dem Mann erlaubt mit mehreren Frauen gleichzeitig zu leben. Weil sein Körper das ermöglicht“</em>, erklärte <a href="https://rus.azattyk.org/a/27111670.html">Dschamila Dschapaschewa</a>, eine Vertreterin der Organisation muslimischer Frauen in Kirgistan „Mutkalim“.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Zivilgesellschaft hingegen kritisiert den Ehemaligen Mufti stark. <a href="https://rus.azattyk.org/a/28883222.html">Das Menschenrechtszentrum „Kylym Shymy“</a> forderte die Staatsanwaltschaft auf gegen Dschalilow zu ermitteln. Kylym Shamy wirft dem religiösen Würdenträger vor, andere Männer zum Gesetzesbruch zu ermutigen.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Polizei <a href="https://rus.azattyk.org/a/28897183.html">sagte Dschalilow</a> am 4. Dezember, seine zweite Frau sei eine Geliebte, mit der keine offizielle Hochzeit bestünde. Von Seiten der Partei des Präsidenten sprach sich die Abgeordnete <a href="https://kloop.kg/blog/2017/11/30/mnogozhenstvo-zhalilova-deputatka-surabaldieva-potrebovala-dat-pravovuyu-otsenku-ego-dejstviyam/">Elwira Surabaldijewa</a> in einer Parlamentssitzung gegen Polygamie aus. Sie appellierte auch an die Regierung die Familie Dschalilows aufgrund des Verdachts häuslicher Gewalt zu überwachen.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Appell des ehemaligen Muftis Polygamie zu praktizieren wurde aber auch von einer anderen Vertreterin der Organisation „Mutkalim“, <a href="http://www.gezitter.org/society/65738_chubak_ajyi_s_frontbek_kyizyi_uchilis_vmeste_mojet_togda_zataila_kakie-to_obidyi/">Dschamal Frontbek kyzy</a>, kritisiert. Sie erinnerte daran, dass allein das Gesetz gelte.</p>
<p style="text-align: justify;">Bereits im Jahr 2016 hatte der Abgeordnete der Partei <a href="http://www.kenesh.kg/ru/fraction/4/show/parlamentskaya-fraktsiya-onuguu-progress">Onuguu-Progress</a> <a href="http://www.kenesh.kg/ky/deputy/show/45/fraction/4">Kamtschybek Dscholdoschbajew</a> die Initiative ergriffen, um durch das Parlament Polygamie legalisieren zu lassen  war damit aber gescheitert. Aktuell wird die Legalisierung der Polygamie von 21,7 Prozent der BürgerInnen Kirgistans unterstützt.</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Jamil Orozov<br />
Novastan.org, Bischkek</strong></p>
<p style="text-align: right;"><strong>Aus dem Französischen von Robin Roth</strong></p>
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		<title>Football Leaks: Die Arifow-Familie, Kasachstan und internationale Korruption</title>
		<link>https://novastan.org/de/kasachstan/football-leaks-die-arifow-familie-kasachstan-und-internationale-korruption/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[akipchakova]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Jan 2017 08:28:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Doyen Sports]]></category>
		<category><![CDATA[Football Leaks]]></category>
		<category><![CDATA[Fussball]]></category>
		<category><![CDATA[Korruption]]></category>
		<category><![CDATA[Rustem Arif]]></category>
		<category><![CDATA[Skandal]]></category>
		<category><![CDATA[Tewfik Arif]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Enth&#xFC;llungen der Football Leaks haben seit Anfang Dezember 2016 gro&#xDF;e Auswirkungen auf die Fu&#xDF;ballwelt. 18,6 Millionen vertrauliche Dokumente wurden der Presse zug&#xE4;nglich gemacht und haben ein gro&#xDF;fl&#xE4;chiges Korruptions- und Steuerhinterziehungssystem offenbart. Die Arifow-Familie hat einen besonderen Platz unter den zahlreichen Personen und Organisationen, die mit den Football Leaks verbunden werden: Sie sollen die kasachische [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong><em>Die Enthüllungen der </em></strong><strong><em><a href="https://eic.network/projects/football-leaks">Football Leaks</a> haben seit Anfang Dezember 2016 große Auswirkungen auf die Fußballwelt. 18,6 Millionen vertrauliche Dokumente wurden der Presse zugänglich gemacht und haben ein großflächiges Korruptions- und Steuerhinterziehungssystem offenbart. Die Arifow-Familie hat einen besonderen Platz unter den zahlreichen Personen und Organisationen, die mit den Football Leaks verbunden werden: Sie sollen die kasachische Gesellschaft um 300 Millionen Euro gebracht haben. </em></strong></p>
<p style="text-align: justify">Die kasachisch-türkische Arif (früher Arifow) Familie hat seit dem Beginn der 1990er Jahre nicht weniger als 300 Millionen Euro entwendet. Sie kontrolliert die Chemiefrabrik ACCP in Aqtöbe, im Westen Kasachstans, über die das Geld transportiert wurde. Von den 300 Millionen wurden dann 75 Millionen in Doyen Sports, einen der größten Investmentfonds des europäischen Fußballs, investiert.</p>
<p style="text-align: justify">Dies zeigt die Recherche über internationale Korruption im Fußball, die von den Medien der <a href="https://eic.network/">European Investigative Collaborations</a> (EIC), darunter <a href="http://www.spiegel.de/thema/football_leaks/">Der Spiegel</a>, durchgeführt wurde.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Doyen Sports: Ein Fonds mit mafiösen Praktiken </strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Football Leaks sind die größte Enthüllung finanzieller Dokumente aus dem Sportgeschäft durch zwölf europäische Medien, die im Rahmen des EIC zusammenarbeiten. Durch die 18,6 Millionen vorliegenden Dokumente wurden unter anderem auch die mit Doyen Sports verbundene Geldwäsche, Steuerhinterziehung und Begünstigung von Prostitution offengelegt. Der Fonds betreut dutzende Profisportler, wie Marcelo Brozovic, Alvaro Morata und David Beckham.</p>
<p style="text-align: justify">Aufmerksam wurden die Journalisten durch die außergewöhnliche Geschwindigkeit, mit der Doyen Sports einen wichtigen Platz in der Fußballwelt erlangte. Der Fonds wurde erst 2011 gegründet und wurde nur fünf Jahre später auf mehrere dutzend Millionen Euro geschätzt. Die Football Leaks unterstreichen die Instransparenz der Mittel, mit denen Doyen Sports seine Ziele erreicht. Darunter geheime, über Dubai gezahlte Kommissionen, um den Transfer von Fußballspielern zu begünstigen oder auch der Einsatz  von Prostituierten, um den Präsidenten des Real Madrid zu einem Geschäft zu bewegen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Kasachstan in der ersten Linie</strong></p>
<p style="text-align: justify">Geschichten unlauterer persönlicher Bereicherungen sind nichts außergewöhnliches im postsowjetischen Zentralasien. Im Anschluss an die großen Privatisierungspläne, die in der ganzen ehemaligen UdSSR durchgeführt wurden, sind schon in den 1990ern große Vermögen entstanden. In den unklaren Zeiten des Übergangs zur Marktwirtschaft wurden Minen und Fabriken von opportunistischen Geschäftsmännern für wenig Geld erstanden, während der Industriesektor eine Krise durchlief.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/zentralasien-offshore/">Zentralasien offshore</a> </strong></p>
<p style="text-align: justify">Zu der Zeit, als die Produktionsraten im Industriesektor der Chemie und Petrochemie um 71 Prozent einbrachen, kam die Chemiefrabrik von Aqtöbe unter Kontrolle der Arif-Brüder, insbesondere von Rustem Arif. Heute ist diese Fabrik weltweit der zweitgrößte Produzent chromhaltiger Produkte. Von den 300 Millionen Euro Profit dieser Fabrik, die unterschlagen wurden, wurden 75 Millionen in Doyen Sports investiert.</p>
<p style="text-align: justify">Die Arif-Brüder unterhalten auch enge Beziehung zu der kasachischen Staatsführung, mit deren Hilfe sie ihre Geschäfte diversifizieren konnten. Neben der Chemieindustrie sind sie auch im Immobilien-, im Hotel- und im Baugeschäft tätig. Einer der Brüder, Refik Arif, kümmerte sich aus dem kasachischen Industrieministerium heraus darum, die ausländischen Investitionen im Metallsektor zu orientieren.</p>
<p style="text-align: justify">Ein weiterer Bruder, Tewfik Arif, ist zum Immobilien-Mogul geworden und dafür bekannt, viele Immobilienprojekte in den Vereinigten Staaten durchgeführt zu haben, insbesondere <a href="http://www.forbes.ru/novosti-photogallery/330921-vsya-prezidentskaya-rat-kto-stoit-za-donaldom-trampom">mit den Gesellschaften von Donald Trump</a> über <a href="http://www.the-american-interest.com/2016/12/19/the-curious-world-of-donald-trumps-private-russian-connections/">die Bayrock Group</a>, die er 2001 gründete. Der 63-jährige arbeitete 17 Jahre lang als stellvertretender Leiter der Abteilung für Hotel-Management des Wirtschafts- und Handelsministeriums der UdSSR. 2010 war er in einen <a href="http://www.nydailynews.com/news/world/trump-pal-busted-allegedly-running-hooker-ring-yacht-article-1.191136">Skandal um einen Prostitutionsring</a> zwischen Russland, der Ukraine und der Türkei verwickelt, zwei Jahre später jedoch diesbezüglich von der türkischen Justiz freigesprochen.</p>
<p style="text-align: justify">Die französische Zeitung <a href="https://www.mediapart.fr/journal/international/161216/doyen-sports-une-pieuvre-aux-connexions-mafieuses">Mediapart notiert</a>, dass die ACCP Fabrik in Aqtöbe offiziell nicht mehr den Arif-Brüdern gehört, sondern in Amsterdam registrierten Gesellschaften, die von Strohmännern geleitet werden. Die Arif-Brüder erhalten nur durch Zinsen Geld, das sie an verschiedenen Stellen verleihen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Die Korruption außer Kontrolle </strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Korruption geht in Kasachstan so weit, dass sie auch für den Präsidenten Nursultan Nasarbajew außer Kontrolle ist. Die Ironie besteht darin, dass dieser nun versucht, die Oligarchen davon zu überzeugen, durch Investitionen im Land <a href="http://tribunakz.com/today/338-oligarhi-ignoriruyut-prezidenta.html">ihren Reichtum zu legalisieren</a>.</p>
<p style="text-align: justify">Aber der Profit, den diese Oligarchen durch Investitionen in die kasachischen Böden oder Infrastrukturen erzielen könnten, scheint nicht auszureichen. Dass sie sich trotz der sich türmenden Enthüllungen gegen eine Form von Amnestie durch eine Kooperation mit dem Staat entscheiden, zeigt ein weiteres Mal das Ausmaß der Geschäfte der Oligarchen, deren Tätigkeit dem international organisierten Verbrechen zuzurechnen sind.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Assel Kipchakova<br />
Redakteurin für Novastan</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen übersetzt von Florian Coppenrath</strong></p>
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