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	<title>Serdar Berdimuhamedow Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
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	<title>Serdar Berdimuhamedow Archives</title>
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		<title>Was ist die Bilanz des Treffens der Staatschefs Zentralasiens in Taschkent?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Nov 2025 18:00:52 +0000</pubDate>
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<p class="wp-block-paragraph">Bei ihrem Treffen am 16. November 2025 in Taschkent begrüßten die Staats- und Regierungschefs Zentralasiens Aserbaidschan als Vollmitglied der siebten Konsultativsitzung der Staatschefs Zentralasiens. Das Treffen, bei dem über Wasserversorgungssicherheit, wirtschaftliche Entwicklung und Kulturdiplomatie diskutiert wurde, stand unter dem Stern der wachsenden regionalen Zusammenarbeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es waren nicht fünf, sondern sechs Teilnehmer beim siebten Konsultativtreffen der Staatschefs Zentralasiens in Taschkent. Unter Beteiligung von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/%C4%B0lham_%C6%8Fliyev">Ilham Alijew</a> als Vertreter Aserbaidschans kamen am 16. November 2025 die Präsidenten Kasachstans, Kirgistans, Usbekistans, Tadschikistans und Turkmenistans zusammen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit der ersten Ausgabe im Jahr 2018 in Astana hat sich das Ziel der Konsultativtreffen der Staatschefs Zentralasiens deutlich weiterentwickelt. Während zu Beginn die <a href="https://timesca.com/central-asia-countries-rebuilding-regional-integration/">politische Aussöhnung</a> im Vordergrund stand, gehören nun die wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit innerhalb der Region zu den wichtigsten Themen. In diesem Jahr standen Fragen der Wasserversorgungssicherheit, der wirtschaftlichen Entwicklung und der Kulturdiplomatie im Mittelpunkt der Debatten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zentralasien, eine Region im Aufschwung?</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://president.uz/en/lists/view/8674">In seiner Eröffnungsrede</a> begrüßte der Präsident Usbekistans, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shavkat_Mirziyoyev">Shavkat Mirziyoyev</a>, Aserbaidschan als vollwertiges Mitglied des Treffens der Staatschefs Zentralasiens. Obwohl das Land im Kaukasus bereits seit zwei Jahren regelmäßig an den Treffen teilnimmt, begründete Mirziyoyev die endgültige Aufnahme mit der <em>„gemeinsamen Geschichte, den familiären Bindungen und der geistigen und kulturellen Verbundenheit”</em> der zentralasiatischen und aserbaidschanischen Völker.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aserbaidschans Präsident Alijew pflichtete ihm bei. Er <a href="https://menafn.com/1110351829/Central-Asia-Azerbaijan-Have-Become-Unified-Geopolitical-And-Geoeconomic-Region-Of-Growing-Significance-President-Ilham-Aliyev-FULL-SPEECH">erklärte</a>, dass <em>„Zentralasien und Aserbaidschan heute eine einzigartige geopolitische und geoökonomische Region bilden, deren Bedeutung in der Welt stetig wächst.“ </em>Er betonte auch die strategische Bedeutung des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sangesur-Korridor">Sangesur-Korridors</a>, einer Straße, die durch den Süden Armeniens verläuft und Aserbaidschan mit der Türkei verbindet. Dieser Korridor, der von Baku als zukünftige Hauptverkehrsachse zwischen dem Kaspischen Meer und Anatolien präsentiert wird, steht jedoch im Zentrum starker Spannungen mit Armenien und stößt bei den Gegnern des <a href="http://chrome-extension://efaidnbmnnnibpcajpcglclefindmkaj/https://d-nb.info/1061111512/34">Panturkismus</a> auf heftige Kritik.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/riskante-zusammenarbeit-mit-china/">Riskante Zusammenarbeit mit China</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach China im September 2025 und den Vereinigten Staaten Anfang November sorgt die Annäherung der zentralasiatischen Länder an Aserbaidschan für Uneinigkeit. Die Integration Aserbaidschans ist zwar eine Chance für die regionale Zusammenarbeit in „Groß-Zentralasien”, könnte aber auch die Identität der Region verzerren. Während der Präsident Usbekistans vorgeschlagen hat, dieses jährliche Konsultationstreffen in eine „<a href="https://www.reuters.com/world/asia-pacific/uzbek-president-proposes-setting-up-bloc-central-asian-states-2025-11-16/">Zentralasiatische Gemeinschaft</a>” umzuwandeln, übt der türkische Einfluss zusätzlichen Druck von außen auf eine Region aus, die ohnehin schon zwischen Russland, China und den Vereinigten Staaten hin- und hergerissen ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">&#8222;Die Zeit der geschlossenen Grenzen und der Isolation liegt hinter uns&#8220;</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Rahmen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit möchten die zentralasiatischen Länder zu einem Transitknotenpunkt Eurasiens werden. Zur Öffnung neuer Grenzen und zum Ausbau der Eisenbahnlinien kommt der Vorschlag eines „digitalen Transitkorridors” durch die Schaffung eines <a href="https://24.kz/ru/news/policy/740394-tokaev-predlozhil-sozdat-strategiyu-razvitiya-transportnoj-sistemy-tsa">einheitlichen elektronischen Systems zur Verfolgung von Waren</a> hinzu. Laut dem Präsidenten Kasachstans, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Qasym-Jomart Toqaev</a> könnte diese Maßnahme zu einer Verdopplung des intraregionalen Handelsvolumens auf 20 Milliarden Dollar pro Jahr führen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch auf kirgistanischer Seite wird derzeit eine neue Transportlinie gebaut. <em>„Der Bau der strategischen Eisenbahnlinie China-Kirgistan-Usbekistan wird nicht nur eine Verbindung herstellen, sondern auch die Logistik neu gestalten. Sie wird unseren Ländern den kürzesten Weg zu den größten Märkten Asiens und Europas eröffnen”</em>, <a href="https://24.kg/vlast/351097_sadyir_japarov_priglasil_prezidentov_stran_regiona_navsemirnyie_igryi_kochevnikov/">erklärte</a> der Präsident Kirgistans, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sadyr_Dschaparow">Sadyr Dschaparow</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/great-deals-kasachstan-und-usbekistan-schliessen-wirtschaftsabkommen-in-new-york/">„Great Deals“: Kasachstan und Usbekistan schließen Wirtschaftsabkommen in New-York</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl die Konflikte an der pakistanisch-afghanischen Grenze den Fortschritt der transafghanischen Eisenbahn verzögern, hob Usbekistan ebenfalls die Fortschritte dieses Logistikprojekts hervor, das ihm den Zugang zu pakistanischen Häfen ermöglichen würde. Im Juni 2025 hatten Usbekistan, Afghanistan und Pakistan <a href="https://astanatimes.com/2025/07/uzbekistan-pakistan-and-afghanistan-sign-agreement-on-trans-afghan-railway/">vereinbart</a>, den Bau der Strecke zwischen der afghanischen Hauptstadt Kabul und den pakistanischen Städten Torkham und Peshawar zu beschleunigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Turkmenistan lässt sich ebenfalls nicht lumpen: Im Februar 2025 schloss das Land mit Aserbaidschan, Georgien und Rumänien ein zwischenstaatliches Abkommen über die Schaffung und den Betrieb der internationalen Transportroute Kaspisches Meer – Schwarzes Meer, wie die <a href="https://timesca.com/turkmenistan-azerbaijan-georgia-and-romania-advance-caspian-sea-black-sea-transport-corridor/">Times of Central Asia berichtet</a>. <em>„Die Zeit der geschlossenen Grenzen und der Isolation liegt hinter uns“</em>, schlussfolgerte Toqaev.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Sicherheit, Wassermanagement und Tourismus: Harmonisierung der zentralasiatischen Politik</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Da Kirgistan und Tadschikistan derzeit aufgrund erheblicher Wasserknappheit mit einer <a href="https://www.stern.de/news/sinkende-pegel-an-wasserkraftwerken--tadschikistan-und-kirgistan-droht-energiekrise-36346868.html">Energiekrise</a> konfrontiert sind, stand das Wasserressourcenmanagement ebenfalls im Mittelpunkt der Debatten. Der Bau von Wasserkraftwerken und die Einrichtung eines regionalen Kompetenzzentrums für Wassermanagement in Taschkent zeugen von der Besorgnis Zentralasiens hinsichtlich der Wasserwirtschaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/was-sind-die-ergebnisse-des-usa-zentralasien-gipfels-in-washington/">Was sind die Ergebnisse des USA-Zentralasien-Gipfels in Washington?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch hier könnte die regionale Zusammenarbeit die Lösung sein: Präsident Toqaev forderte eine Harmonisierung der Wasserbewirtschaftungsstrategien, während sein Amtskollege aus Usbekistan eine gemeinsame Nutzung des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Amudarja">Amudarja-Beckens</a> in Afghanistan vorschlug. Zudem sollen die Jahre 2025 bis 2036 Mirziyoyev zufolge zum <a href="https://timesca.com/central-asian-leaders-welcome-azerbaijans-accession-at-tashkent-summit/">„Jahrzehnt praktischer Maßnahmen für eine rationelle Wassernutzung in Zentralasien”</a> erklärt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was die Sicherheit der zentralasiatischen Staaten angeht, waren „Bekämpfung“ und „Prävention“ die Schlüsselbegriffe. Um gegen Terrorismus, Extremismus und Kriminalität vorzugehen, wurden <a href="https://24.kz/ru/news/policy/740393-tsa-usilivaet-bezopasnost-i-rasshiryaet-regionalnyj-format">laut 24.kz</a> das „Konzept für regionale Sicherheit und nachhaltige Entwicklung in Zentralasien“ sowie der „Katalog der Risiken mit Maßnahmen zu ihrer Prävention für 2026 bis 2028“ verabschiedet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Besuch des neuen Zentrums für islamische Zivilisation in Taschkent bot Gelegenheit, die Strategie der regionalen Kulturdiplomatie zu erörtern. Mit einem Projekt zur <a href="https://24.kz/ru/news/policy/740410-tokaev-tsentralnaya-aziya-prokhodit-period-masshtabnoj-transformatsii">Entwicklung gemeinsamer touristischer Routen</a> entlang der Seidenstraße möchte Zentralasien auch sein kulturelles Erbe, insbesondere im Bereich des Kinos, bekannt machen. Dschaparow lud die Teilnehmer schließlich zu den nächsten <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/World_Nomad_Games">World Nomad Games</a> ein, die im September 2026 in Kirgistan stattfinden werden.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Salomé Aldeguer-Roure für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/decryptage/quel-bilan-a-la-septieme-reunion-consultative-des-chefs-detats-dasie-centrale/">Französischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>
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		<title>Photoshop für den Präsidenten: Wie Zentralasiens Staatschefs jünger, größer und glücklicher werden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[rferl]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Oct 2025 18:51:38 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Auf offiziellen Bildern wirken Zentralasiens Pr&#xE4;sidenten oft makellos: perfekte Haltung, strahlend wei&#xDF;es L&#xE4;cheln, glattes Gesicht und &#xFC;ppiges graues Haar. Ein Abgleich mit internationalen Nachrichten zeigt jedoch: Die Portr&#xE4;ts sind das Ergebnis intensiver digitaler Nachbearbeitung &#x2013; nicht der Realit&#xE4;t. Offizielle Fotos der zentralasiatischen Pr&#xE4;sidenten sorgen oft f&#xFC;r Diskussionen &#x2013; und das nicht nur wegen der Ereignisse, [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Auf offiziellen Bildern wirken Zentralasiens Präsidenten oft makellos: perfekte Haltung, strahlend weißes Lächeln, glattes Gesicht und üppiges graues Haar. Ein Abgleich mit internationalen Nachrichten zeigt jedoch: Die Porträts sind das Ergebnis intensiver digitaler Nachbearbeitung – nicht der Realität.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Offizielle Fotos der zentralasiatischen Präsidenten sorgen oft für Diskussionen – und das nicht nur wegen der Ereignisse, die sie zeigen. Fast immer werden die Fotos aufwendig retuschiert: Falten werden geglättet, Haare gefärbt, Zähne gebleicht, der Staatschef kann „wachsen“ und nicht selten wird ein Lächeln auf sein Gesicht „geklebt“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manchmal sind diese Änderungen so auffällig, dass die retuschierten Präsidenten in den sozialen Medien zum Thema von Witzen und Memes werden.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="958" height="688" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-125.png" alt="" class="wp-image-43083" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-125.png 958w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-125-300x215.png 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-125-768x552.png 768w" sizes="(max-width: 958px) 100vw, 958px" /><figcaption class="wp-element-caption">Wirkt manchmal etwas wächsern: Kasachstans Präsident Qasym-Jomart Toqaev (rechts)</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Turkmenistan: Lächeln um jeden Preis</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Turkmenistan, wo der Personenkult um die Führer beinahe sakralen Charakter hat, werden Präsidentenfotos besonders sorgfältig bearbeitet. Der frühere Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gurbanguly_Berdimuhamedow">Gurbanguly Berdimuhamedow</a>, der offiziell die Macht an seinen Sohn <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Serdar_Berdimuhamedow">Serdar</a> übergeben hat, lässt sich die Falten korrigieren und die Haare färben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Verglichen mit Fotos, die beispielsweise Fotografen von Kreml oder Aqorda [Präsidialverwaltung Kasachstans, Anm. d. Ü.] aufgenommen haben, ist deutlich zu erkennen, wie alt und faltig Gurbanguly Berdimuhamedows Haut ist, insbesondere an seinem Hals. Die turkmenischen Zensoren bleichen und glätten alles sorgfältig, was zu einem unnatürlichen, mit Photoshop bearbeiteten Aussehen führt“</em>, sagt Ruslan Myatiyew, Chefredakteur des unabhängigen Mediums <a href="https://turkmen.news/">Turkmen.news</a>.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Im Fall von Serdar Berdymuhamedow, der seinem Vater im Präsidentenamt nachfolgte, wurden sogar größere Bildelemente ersetzt. Auf einem Foto, das ihn mit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rustam_Nurgalijewitsch_Minnichanow">Rustam Minnihanow</a>, Oberhaupt der Republik Tatarstan, zeigt, wirkte Serdar Berdymuhamedow zu streng. Die Retuscheure tauschten kurzerhand den Kopf des Präsidenten, um seinen Gesichtsausdruck zu verändern.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="952" height="642" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-122.png" alt="" class="wp-image-43082" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-122.png 952w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-122-300x202.png 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-122-768x518.png 768w" sizes="(max-width: 952px) 100vw, 952px" /><figcaption class="wp-element-caption">Vorher&#8230;</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Fotografen aus Serdar Berdimuhamedows Team bearbeiten die Bilder direkt während der offiziellen Treffen.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="958" height="636" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-121.png" alt="" class="wp-image-43081" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-121.png 958w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-121-300x200.png 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-121-768x510.png 768w" sizes="(max-width: 958px) 100vw, 958px" /><figcaption class="wp-element-caption">&#8230; und nachher</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Toktosun Schambetow, Journalist beim kirgisischen Dienst von RFE/RL, erinnert sich, diesen Vorgang einmal miterlebt zu haben. <em>„Die turkmenischen Journalisten und Kameraleute, die vor mir saßen, verbrachten etwa eine Stunde damit, die Fotos zu bearbeiten. Sie schnitten einen Kopf aus und fügten ein lächelndes Gesicht ein. Wenn die Größe nicht stimmte, klebten sie eine andere Person von anderen Fotos ein“</em>, so Schambetow.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/turkmenistans-praesident-berdymuchamedow-seine-groessten-hits/"><strong>Turkmenistans Präsident Berdymuchamedow: Seine „größten Hits“</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Bruce Pannier, Journalist und Zentralasien-Experte, kam es bei Manipulationen der Fotos immer wieder zu Fauxpas. <em>„Beispielsweise fehlt Berdimuhamedow Senior auf den Fotos möglicherweise ein Finger“</em>, erklärt Pannier.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Usbekistan: Über Nacht gewachsen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Usbekistans erster Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Islom_Karimov">Islom Karomov</a> wurde oft retuschiert. Nicht nur sein Gesicht wurde geglättet, auch sein Körper wurde künstlich vergrößert. Im wirklichen Leben war Karimov etwa 170 cm groß, doch auf bearbeiteten Fotos wuchs er um bis zu 20 cm.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders aufschlussreich ist ein Foto von einem Treffen mit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wiktor_Janukowytsch">Viktor Janukowitsch</a>, dem damaligen Präsidenten der Ukraine: Auf dem offiziellen Foto ist Karimow fast so groß wie Janukowitsch, der 190 cm misst.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/saida-mirziyoyeva-und-gulnara-karimova-zwei-praesidententoechter-in-der-politik/"><strong>Saida Mirziyoyeva und Gulnora Karimova: Zwei Präsidententöchter in der Politik</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Aufnahmen des amtierenden usbekischen Präsident, der 68-jährige <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shavkat_Mirziyoyev">Shavkat Mirziyoyev</a>, werden bearbeitet, allerdings subtiler. Dennoch sind auf den von staatlichen Quellen veröffentlichten Fotos leichte Retuschen zu erkennen, im Gegensatz zu den unveränderten Fotos internationaler Fotojournalisten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kasachstan: Der Filter als Jungbrunnen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiteres Beispiel für aktive Bildmanipulation sind Fotos von Kasachstans 72-jährigen Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Qasym-Jomart Toqaev</a>. Ziel scheint es vor allem, die Zeichen des Alterns zu kaschieren. Toqaevs Gesicht wirkt auf den Fotos unnatürlich glatt, seine Zähne übermäßig weiß.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="957" height="538" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-120.png" alt="" class="wp-image-43079" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-120.png 957w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-120-300x169.png 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-120-768x432.png 768w" sizes="auto, (max-width: 957px) 100vw, 957px" /><figcaption class="wp-element-caption">Qasym-Jomart Toqaev unbearbeitet (links) und künstlich verjüngt (rechts), Photo: RFE/RL Graphics</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Während die Bildbearbeitung früher manuell erfolgte, kommt heute zunehmend künstliche Intelligenz zum Einsatz: Algorithmen glätten nicht nur die Gesichtszüge des Präsidenten, sondern auch die seiner Umgebung. So wirken beispielsweise auf einem Foto mit chinesischen Schulkindern sowohl die Kinder als auch Toqaev gleichermaßen „geschliffen“.</p>



<figure class="wp-block-image size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="969" height="626" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-119.png" alt="" class="wp-image-43080" style="width:755px;height:auto" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-119.png 969w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-119-300x194.png 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-119-768x496.png 768w" sizes="auto, (max-width: 969px) 100vw, 969px" /><figcaption class="wp-element-caption">Qasym-Jomart Toqev trifft am 2. Septenber 2025 chinesische Schulkinder, Photo: akorda.kz</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Pannier vermutet, dass die Fotos von Zentralasiens Staatsschefs häufig zu Propagandazwecken manipuliert werden. <em>„Es ist hauptsächlich Eitelkeit, aber es dient einem Zweck. Diese Präsidenten wollen sich als jung und dynamisch präsentieren. Und voller Energie, um ihre Länder zu führen“</em>, sagt Pannier.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kirgistan: Präsidiale Selfies</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Vergleich zu seinen benachbarten Amtskollegen wirkt Kirgistans Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sadyr_Dschaparow">Sadyr Dschaparow</a> vollkommen natürlich. Seine Fotos werden selten bearbeitet, und sein Pressedienst veröffentlicht gelegentlich Fotos, die mit Smartphones aufgenommen wurden.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="962" height="541" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-118.png" alt="" class="wp-image-43078" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-118.png 962w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-118-300x169.png 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Screenshot-118-768x432.png 768w" sizes="auto, (max-width: 962px) 100vw, 962px" /><figcaption class="wp-element-caption">Macht gerne mal einen Selfie: Sadyr Dschaparow, Photo: Instagram</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Laut dem Journalisten Toktosun Schambetow ist es in Kirgistan (noch) nicht üblich, schlecht aufgenommene Fotos des Präsidenten zu verstecken. <em>„Bisher werden Fotos nicht bearbeitet, wenn der Präsident nicht gut aussieht. Die Staatsführung selbst nutzt aktiv soziale Medien und veröffentlicht Selfies, auch wenn sie nicht gut aussehen“</em>, sagt Schambetow.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Tadschikistan: Alt und mürrisch</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am entspanntesten geht es im Pressedienst des tadschikischen Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Emomalij_Rahmon">Emomali Rahmon</a> zu, der seit über 30 Jahren an der Macht ist. Seine Fotos sind selten retuschiert, manchmal ist nicht mal der Bildausschnitt gut gewählt. Auf den offiziellen Aufnahmen sieht man sowohl Rahmon selbst als auch andere Politiker in Momenten, die in den „Hochglanz“-Fotoarchiven der Nachbarländer niemals auftauchen würden.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/54826523306_e9e1f65bc0_b.jpg" alt="" class="wp-image-43077" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/54826523306_e9e1f65bc0_b.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/54826523306_e9e1f65bc0_b-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/54826523306_e9e1f65bc0_b-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Nicht immer fotogen, aber authentisch: Emomali Rahmon, Photo: president.tj</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Pannier schadet dieses Vorgehen tatsächlich dem Image des tadschikischen Staatschefs. <em>„Rahmon wirkt oft alt und mürrisch, und es ist nicht verwunderlich, dass weiterhin Gerüchte über seine Gesundheitsprobleme kursieren“</em>, sagt der Experte und bezieht sich dabei auf Berichte, denen zufolge Tadschikistan einen dynastischen Machtwechsel vorbereitet – die Übertragung des Präsidentenamtes von Rahmon auf seinen Sohn <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rustam_Emomalij">Rustam Emomali</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Weitere Fotos findet ihr im <a href="https://rus.azattyq.org/a/kak-v-tsentralnoy-azii-praviteley-delayut-molozhe-vyshe-i-schastlivee/33531953.html">Originalartikel</a>.</em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Radio Azattyq</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://rus.azattyq.org/a/kak-v-tsentralnoy-azii-praviteley-delayut-molozhe-vyshe-i-schastlivee/33531953.html"><strong>Russischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



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		<title>Turkmenistan plant Einführung von E-Visa</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 04 May 2025 19:33:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
		<category><![CDATA[Isolation]]></category>
		<category><![CDATA[Serdar Berdimuhamedow]]></category>
		<category><![CDATA[Visa]]></category>
		<category><![CDATA[Visum]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach Jahren der Isolation unternimmt Turkmenistan einen ersten Schritt, um sich gegen&#xFC;ber dem Rest der Welt zu &#xF6;ffnen. Das Land plant elektronische Visa einzuf&#xFC;hren und so Ausl&#xE4;nder:innen die Einreise zu erleichtern. Am 18. April hat Turkmenistan per Dekret offiziell ein elektronisches Visaverfahren eingef&#xFC;hrt. Dies berichtet das turkmenische Nachrichtenportal Orient.tm. Durch die Reform w&#xFC;rden die Einreiseformalit&#xE4;ten [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Nach Jahren der Isolation unternimmt Turkmenistan einen ersten Schritt, um sich gegenüber dem Rest der Welt zu öffnen. Das Land plant elektronische Visa einzuführen und so Ausländer:innen die Einreise zu erleichtern.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 18. April hat Turkmenistan per Dekret offiziell ein elektronisches Visaverfahren eingeführt. Dies berichtet das turkmenische Nachrichtenportal <a href="https://orient.tm/ru/post/84164/turkmenistan-vvodit-elektronnye-vizy">Orient.tm</a>. Durch die Reform würden die Einreiseformalitäten für ausländische Staatsangehörige erheblich vereinfacht werden. Seit der Unabhängigkeit im Jahr 1991 gelten für diese in Turkmenistan strenge Einreisevorschriften.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ende des strengen und langen Verfahrens</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Durch die Einführung des E-Visums erhoffen sich ausländische Reisende und Investor:innen einen leichteren Zugang zum international isolierten Turkmenistan. Derzeit gilt ein komplexes und langwieriges Verfahren zur Visabeantragung, das zwingend die Einholung eines offiziellen „Einladungsschreibens“ erfordert. Dieses muss von einem zugelassenen Reisebüro ausgestellt und von der staatlichen turkmenischen Einwanderungsbehörde bestätigt werden. Ein langwieriger Prozess, der mehrere Wochen dauern kann &#8211; und öfters auch abrupt mit einer Absage ohne Begründung endet.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Obwohl das Gesetz bereits verabschiedet wurde, wird Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Serdar_Berdimuhamedow">Serdar Berdimuhamedow</a> erst später über Einzelheiten zu den Visaarten, ihrer Gültigkeitsdauer und dem Ausstellungsverfahren entscheiden, berichtet <a href="https://apnews.com/article/turkmenistan-law-visas-tourism-visitors-8f53a73e38e51e0c944e79282080b665">Associated Press</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ausbruch aus der Isolation?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Einführung dieses Systems markiert einen Wendepunkt in der Politik des Landes, das als eines der abgeschottetsten der Welt gilt. Dies deute auf den Wunsch hin, den Zugang zum Land zu erleichtern und so schrittweise aus der Isolation auszubrechen, berichtet <a href="https://eurasianet.org/turkmenistan-to-introduce-simplified-procedures-for-obtaining-visas">Eurasianet</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/turkmenische-journalistin-soltan-acilowa-an-ausreise-fuer-entgegennahme-eines-preises-gehindert/"><strong>Turkmenische Journalistin Soltan Açilowa an Ausreise für Entgegennahme eines Preises gehindert</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">In den letzten Wochen hatte Ex- Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gurbanguly_Berdimuhamedow">Gurbanguly Berdimuhamedow</a>, Vater des amtierenden Staatsoberhaupts, eine diplomatische Reise durch mehrere zentralasiatische Länder unternommen. Obwohl offiziell im Ruhestand, hat er immer noch <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/turkmenistan-ex-praesident-gurbanguly-berdimuhamedow-aendert-gesetzgebungsverfahren-zu-seinen-gunsten/?noredirect=de-DE">erheblichen Einfluss auf die Angelegenheiten des Landes</a>. Seine jüngsten Treffen mit regionalen Staatsoberhäuptern zielen laut <a href="https://apnews.com/article/turkmenistan-law-visas-tourism-visitors-8f53a73e38e51e0c944e79282080b665">Associated Press</a> darauf ab, die regionalen Beziehungen zu stärken und auf der internationalen Bühne das Bild eines engagierteren Turkmenistans zu vermitteln, das sich allmählich von seiner Isolation löst.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aleyna Aydiner für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/turkmenistan/lentree-au-turkmenistan-bientot-accessible-par-e-visa/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



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		<title>Gipfeltreffen in Astana: Aufschwung für die regionale Zusammenarbeit?</title>
		<link>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/gipfeltreffen-in-astana-aufschwung-fuer-die-regionale-zusammenarbeit/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[SLS]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Sep 2024 12:08:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Astana]]></category>
		<category><![CDATA[Emomali Rahmon]]></category>
		<category><![CDATA[Gipfel]]></category>
		<category><![CDATA[Gipfeltreffen]]></category>
		<category><![CDATA[Konsultativtreffen]]></category>
		<category><![CDATA[Qasym-Jomart Toqaev]]></category>
		<category><![CDATA[Sadyr Dschaparow]]></category>
		<category><![CDATA[Serdar Berdimuhamedow]]></category>
		<category><![CDATA[Shavkat Mirziyoyev]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Anfang August fand in Astana das 6. Konsultativtreffen der zentralasiatischen Staatschefs statt. Ziel des Treffens war, die Zusammenarbeit in der Region zu vertiefen. Zentralasiatisches Gipfeltreffen in Astana: Am 9. August sind die Pr&#xE4;sidenten Kasachstans, Kirgistans, Tadschikistans, Turkmenistans und Usbekistans sowie, als Ehreng&#xE4;ste, Aserbaidschans Pr&#xE4;sident Ilham Aliyev und der Sonderbeauftragte des UN-Generalsekret&#xE4;rs, Kaha Imnadse, zu ihrem [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Anfang August fand in Astana das 6. Konsultativtreffen der zentralasiatischen Staatschefs statt. Ziel des Treffens war, die Zusammenarbeit in der Region zu vertiefen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zentralasiatisches Gipfeltreffen in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Astana">Astana</a>: Am 9. August sind die Präsidenten Kasachstans, Kirgistans, Tadschikistans, Turkmenistans und Usbekistans sowie, als Ehrengäste, Aserbaidschans Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/İlham_Əliyev">Ilham Aliyev</a> und der Sonderbeauftragte des UN-Generalsekretärs, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kacha_Imnadse">Kaha Imnadse</a>, zu ihrem 6. Konsultativtreffen zusammengekommen. Das Treffen war geprägt von intensiven Diskussionen zu einem breiten Themenspektrum, das von der wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Zusammenarbeit bis hin zur kulturellen und humanitären Integration reichte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die versammelten Staatsoberhäupter betonten, wie wichtig es sei, die regionale wirtschaftliche Zusammenarbeit zu stärken, berichtet <a href="https://thediplomat.com/2024/08/continuity-and-change-in-the-new-cycle-of-central-asian-consultative-meetings/">The Diplomat</a>. Kasachstans Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Qasym-Jomart Toqaev</a> hob die Fortschritte in verschiedenen Bereichen <a href="https://akorda.kz/ru/pod-predsedatelstvom-kasym-zhomarta-tokaeva-sostoyalas-vi-konsultativnaya-vstrecha-glav-gosudarstv-centralnoy-azii-971327">hervor</a>, darunter die Modernisierung der Grenzkontrollpunkte, den Ausbau der Verkehrsverbindungen und die Eröffnung neuer Handelsrouten.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Tadschikistans Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Emomalij_Rahmon">Emomali Rahmon</a> <a href="https://www.president.tj/event/news/46800">betonte</a> seinerseits die Bedeutung einer effizienten Nutzung der Wasserkraftressourcen und der Entwicklung gemeinsamer Infrastruktur- und Verkehrsprojekte. Er schlug vor, ein erstes Treffen der Industrieminister der zentralasiatischen Länder in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Duschanbe">Duschanbe</a> zu organisieren und eine jährliche Ausstellung einzurichten, um den Industrie- und Handelsaustausch zu stärken. Diese Initiativen zielen darauf ab, den intraregionalen Handelsumsatz auf 20 Milliarden US-Dollar (17,98 Milliarden Euro) zu steigern – ein erreichbares Ziel angesichts des jüngsten Handelswachstums in der Region um mehr als 80 Prozent.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Hin zu einer stärkeren kulturellen und humanitären Integration</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Über die wirtschaftlichen Aspekte hinaus wurde in den Diskussionen auch die Bedeutung der kulturellen und humanitären Integration hervorgehoben. Präsident Toqaev bestand auf der Einrichtung regelmäßiger Ereignisse wie interkultureller Tage, Ausstellungen im Bereich Kunsthandwerk und anderer kultureller Veranstaltungen. Generell betonten die Präsidenten die Bedeutung der Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Wissenschaft, Kultur und Entwicklung von Humankapital.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein bemerkenswerter Vorschlag im Rahmen des Treffens war die Einrichtung eines regionalen Fernsehsenders oder Online-Nachrichtenportals, um das gegenseitige Verständnis zu stärken und Freundschaft und Solidarität zwischen den Menschen in der Region zu fördern. Dies ist Teil umfassender Bemühungen zur Schaffung gemeinsamer Medienprodukte, einschließlich der Verfilmung gemeinsamer historischer Ereignisse.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Sicherheit und Ressourcenmanagement</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die regionale Sicherheit und ein effektives Ressourcenmanagement standen im Fokus der Gespräche. Die Staatschefs sehen eine Notwendigkeit, die Kooperation zu stärken, um so wachsenden globalen Herausforderungen und Bedrohungen zu begegnen. Präsident Rahmon schlug vor, neue Formen der Sicherheitskooperation zu entwickeln und Mechanismen für eine enge Zusammenarbeit zwischen den Strafverfolgungsbehörden der zentralasiatischen Länder zu schaffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Hinblick auf das Ressourcenmanagement, insbesondere im Bereich Wasser und Energie, betonte Kasachstans Präsident Toqaev die Notwendigkeit, eine konsolidierte Wasserpolitik zu entwickeln, die auf einer fairen und gleichberechtigten Nutzung der Ressourcen basiert. Er schlug außerdem die Gründung eines Wasser- und Energiekonsortiums vor, um gemeinsam Wasserkraftanlagen zu verwalten und die Digitalisierung der Wasserverteilung und unter Einsatz räumlicher Überwachungstechnologien voranzutreiben.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Zukunftsaussichten für die regionalen Herausforderungen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ergebnisse des 6. Konsultationstreffens zeigen ein deutliches Engagement für eine stärker integrierte und systematische regionale Zusammenarbeit. Die Staatsoberhäupter genehmigten mehrere wichtige Dokumente, darunter das „Konzept für die Entwicklung der regionalen Zusammenarbeit Zentralasien – 2040“ und eine Roadmap für die Entwicklung der regionalen Zusammenarbeit für die Jahre 2025–2027.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Initiativen zielen darauf ab, die zwischenstaatliche Koordinierung zu verbessern, die Umsetzung regionaler Initiativen besser zu überwachen und Schlüsselprojekte wie den <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/global-gateway-die-eu-investiert-in-den-transkaspischen-korridor/?noredirect=de-DE">Transkaspischen Transportkorridor</a> und die <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/transafghanische-eisenbahn-neuer-schwung-und-alte-problem/?noredirect=de-DE">Transafghanische Eisenbahn</a> zu entwickeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/warum-shanghaier-organisation-fuer-zusammenarbeit-soz-ihre-relevanz-verloren-hat/"><strong>Warum die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit ihre Relevanz verloren hat</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Herausforderungen bleiben also zahlreich. Die Präsidenten der Region müssen sich in einem komplexen geopolitischen Umfeld mit unterschiedlichen und manchmal widersprüchlichen Interessen der Großmächte zurechtfinden. Kasachstans Staatschef erinnerte daran, dass die Wahrung von Frieden und Stabilität in der Region von der Fähigkeit abhänge, den politischen Dialog und Maßnahmen für gegenseitiges Vertrauen zu stärken. Darüber hinaus betonte er, wie wichtig es sei, externe Partnerschaften im Rahmen der regionalen Zusammenarbeit zu diversifizieren, um eine übermäßige Abhängigkeit von einigen wenigen Partnern zu vermeiden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Gipfeltreffen von Astana markiert einen bedeutenden Schritt hin zu einer stärkeren regionalen Integration. Die bei diesem Treffen getroffenen Entscheidungen und eingeleiteten Initiativen verdeutlichen den Wunsch, die Zusammenarbeit zu vertiefen. Selbst wenn weiterhin Herausforderungen bestehen, insbesondere in den Bereichen Sicherheit und Ressourcenmanagement, zeigen die Fortschritte der letzten Jahre, dass Zentralasien ein gewisses Potenzial für die Zukunft als integrierte und international einflussreiche Region hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle angekündigten Maßnahmen und Vorschläge befinden sich jedoch noch im Deklarationsstadium. Den Staatschefs und ihren Kabinetten liegt offenbar großes Interesse daran, dass ihre jeweiligen Vorschläge mediale Wirkung entfalten.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Roman Selosse für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/politique/reunion-des-chefs-detat-centrasiatiques/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



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		<title>Wachsender Autoritarismus und Machtkrise in Zentralasien</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Jan 2024 19:56:29 +0000</pubDate>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>In den vergangenen Jahren waren die zentralasiatischen Staaten wiederholt von politischen und wirtschaftlichen Erschütterungen betroffen. Unter den Bewohner:innen der Region wachsen Ungleichheit und Armut, da sich ihre Regierungen nicht um eine gerechtere Verteilung ökonomischer Vorteile kümmern. Als Reaktion darauf kommt es zu großen Protesten, welche die Machthabenden gewaltsam unterdrücken und als Lösung des Problems lediglich oberflächliche Maßnahmen anbieten. All dies führt zu einer Legitimitätskrise der politischen Regime und verstärkt den Autoritarismus. Expert:innen gehen davon aus, dass es in der Region zu weiteren sozialen Konflikten kommen wird.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Der folgende Artikel von Almas Kaysar und Dimitri Mazurenko<a> </a>erschien erstmals am 23. Juni 2023 auf </em><a href="https://vlast.kz/politika/55659-centralnaa-azia-krepnusij-avtoritarizm-i-krizis-vlasti.html"><em>Vlast.kz</em></a><em>. Wir übersetzen ihn mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Häufig werden die Pandemie und der Krieg in der Ukraine als Hauptgründe für die Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation in Zentralasien genannt. Franco Galdini, Post-Doc an der Universität Manchester, forscht zur politökonomischen Transformation der Region seit 1991. Er sagt, dass die Vulnerabilität der Bewohner:innen durch den Aufbau der Wirtschaft dieser Länder bedingt wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Demnach stützt sich die Wirtschaft auf den Erhalt ausländischer Devisen durch den Export von Rohstoffen, was erlaubt, Staat und Gesellschaft am Laufen zu halten. Dieses System verwehrt den Ländern der Region aber auch die Möglichkeit, industrielle Produktionsketten aufzubauen, um breite Teile der Bevölkerung mit einem ausreichenden Einkommen sowie Arbeitsplätzen zu versorgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Die industrielle Produktion stützt sich vor allem auf die Einnahmen aus dem Rohstoffverkauf, welche steigen, wenn die Rohstoffpreise hoch sind, aber auch genauso sinken, wenn diese Preise fallen. Die Einnahmen aus dem Rohstoffverkauf werden durch die staatliche Bürokratie ausgeschüttet, oft auf Einzelfallbasis, was zu einem hohen Korruptionsniveau führt</em>“, erläutert Galdini.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/wie-auslaendische-investitionen-die-entwicklung-der-regionen-kasachstans-erschweren/"><strong>Wie ausländische Investitionen die Entwicklung der Regionen Kasachstans erschweren</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://research.kent.ac.uk/conflict-analysis/person/elmira-satybaldieva/">Elmira Satybaldieva</a>, Senior Research Fellow am Forschungszentrum für Konfliktanalyse der Universität Kent, konstatiert, dass die zentralasiatischen Staaten über 30 Jahre hinweg ihre wirtschaftliche Abhängigkeit von Rohstoffen nicht überwinden konnten. Diesem Ziel nahe kam nur Kirgistan, dies jedoch auch vor allem bedingt durch die Erschöpfung der der Goldreserven am größten Vorkommen der Region, in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kumtor-Mine">Kumtör</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Den Ländern der Region fällt es sehr schwer, ausländische Investitionen in den Produktionssektor anzuziehen, mit Ausnahme von Kasachstan und Usbekistan, die hierfür ihre eigenen Ressourcen haben</em>“, stellt Satybaldieva klar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ungeachtet der schwierigen wirtschaftlichen Situation bleiben die Bevölkerungen der zentralasiatischen Staaten weitgehend entpolitisiert. Der Grund hierfür liegt in der neoliberalen Politik westlicher Länder, welche den Blick auf die Staaten der Region verengt und diese lediglich als Quellen von Bodenschätzen und Einnahmen aus deren Verkauf erscheinen lässt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Man muss verstehen, dass die Weltgemeinschaft von Beginn an kein Bestreben hatte, die Demokratie in der Region zu fördern. Allein der Zugang zu billigen Rohstoffen erschien wichtig. In dieser Hinsicht sind neoliberale Politik und Demokratie nicht besonders kompatibel und widersprechen sich sogar</em>“, fügt Satybaldieva hinzu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei demokratischen Herrschaftsverhältnissen würde es den zentralasiatischen Staaten nicht gelingen, die für eine Mehrheit der Bevölkerung so schmerzhafte Privatisierung, Deregulierung der Finanzmärkte und Kürzung der Sozialausgaben durchzusetzen. Nach Meinung der Forscherin führt die Durchführung von neoliberalen Reformen nach einigen Jahren nur zu einem Ergebnis: zur Ergreifung der Macht im Land durch einen Teil der Elite und der Konzentration des Kapitals in den Händen einiger weniger. Darauf folgt eine gigantische soziale Spaltung, die die Legitimität der herrschenden Schicht untergräbt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Von Protesten und ihrer Unterdrückung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz der weit verbreiteten Entpolitisierung der zentralasiatischen Gesellschaften, stießen die wirtschaftliche Benachteiligung und die Legitimitätskrise der Machthabenden die Menschen dennoch zu Massenprotesten an. Im Jahr 2022 breiteten diese sich über fast die ganz Region aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Proteste in Kasachstan <a href="https://www.opendemocracy.net/ru/kazachstan-ot-protesta-k-smute-mazorenko-kaisar/">begannen</a> nach einem drastischen Preisanstieg auf Flüssiggas. Die Proteste in Usbekistan wurden <a href="https://vlast.kz/politika/50699-karakalpakstan-v-borbe-za-suverenitet.html">angestachelt</a> durch den Versuch, die in der Verfassung verankerte Souveränität <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Karakalpakistan">Karakalpakstans</a> anzutasten. Bewohner:innen und Aktivist:innen Kirgistans <a href="https://rus.azattyq.org/a/32100033.html">versammelten sich</a> zu Protestaktionen, um gegen die Übergabe des Kempir-Abad-Staussees an Usbekistan und gegen politische Repressionen zu demonstrieren. Und Bewohner:innen der Region <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Berg-Badachschan">Berg-Badachschan</a> in Tadschikistan &nbsp;<a href="https://vlast.kz/politika/49981-protesty-v-gornom-badahsane-glavnoe.html">gingen auf die Straßen</a>, da die Behörden des Landes nach einer Reihe von Morden und Verhaftungen von Zivilst:innen nichts unternahmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: Unser Archiv zu den </strong><a href="https://novastan.org/de/tag/proteste-in-kasachstan-2022/"><strong>Protesten in Kasachstan 2022</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesen Ländern gewannen die Proteste schnell einen sozialen Charakter. Die Menschen brachten ihre Unzufriedenheit über die Ungleichheit und die politische Willkür der Elite zum Ausdruck. In Kasachstan, Usbekistan und Tadschikistan führte dies zu gewaltsamen Zusammenstößen mit der Polizei und einer Welle von Morden an einfachen Bürger:innen. In keinem dieser Länder kam es darauf zu einer internationalen und transparenten Untersuchung der Ereignisse.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Anschluss an die Proteste brach in allen Staaten der Region eine neue Welle an Repression los. In Kasachstan wuchs der Druck auf <a href="https://vlast.kz/politika/52266-dobitsa-tihih-vyborov.html">politische Aktivist:innen</a> und <a href="https://vlast.kz/obsshestvo/53594-nasilie-protiv-zurnalistov-bez-granic.html">Journalist:innen</a>. In Karakalpakstan wurde die Zivilgesellschaft unterdrückt. Die tadschikischen Behörden versuchten, die Selbstorganisation der Menschen einzudämmen, indem sie Ansammlungen zum Gebet in Privathäusern in Berg-Badachschan <a href="https://vlast.kz/obsshestvo/55165-poslednij-ismailitskij-halif-v-vysokogorah-tadzikistana.html">verboten</a> und nur noch in offiziellen islamischen Zentren erlauben – von diesen gibt es jedoch lediglich zwei im ganzen Land. In Kirgistan wurde die <a href="https://rus.azattyk.org/a/32118784.html">Redefreiheit eingeschränkt</a> sowie Journalist:innen und Aktivist:innen verfolgt. Dabei wird eine große Gruppe von Journalist:innen und Aktivist:innen von den Machthabenden verhaftet und beschuldigt, einen Staatsstreich vorbereitet zu haben.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Steigende Preise, Krieg und Armut</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Hauptproblem der letzten Jahre war für die zentralasiatischen Länder die Inflation, welche in den meisten Staaten bis heute anhält. Der sprunghafte Anstieg ist auf Unterbrechungen der Lieferketten, höhere Kraftstoffpreise und steigende Lebensmittelkosten zurückzuführen. Darüber hinaus wirkt sich eine Krise der Energieinfrastruktur negativ auf die Volkswirtschaften der Region aus, welche mit abendlichen Stromausfällen einhergeht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Aufwertung des Rubels ließ die Löhne von Arbeitsmigrant:innen aus Tadschikistan, Kirgistan und Usbekistan ansteigen, wobei das BIP dieser Länder erheblich von diesen Geldtransfers aus Russland abhängt. Dieser Faktor, zusammen mit dem Re-Export von Waren nach Russland und dem Geldzufluss von Russ:innen, die vor der Mobilisierung in die zentralasiatischen Staaten fliehen, haben die wirtschaftliche Lage in diesen Ländern wieder beruhigt. Auf die Volkswirtschaften Turkmenistans und Kasachstans wirkten sich die steigenden Energiepreise positiv aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/die-arbeitsgenehmigungen-fuer-migrantinnen-in-russland-koennten-bald-deutlich-teurer-werden/"><strong>Die Arbeitsgenehmigungen für Migrant:innen in Russland könnten bald deutlich teurer werden</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nichtsdestotrotz löste dies nicht das strukturelle Problem der „Arbeitsarmut“ in den zentralasiatischen Staaten. In Kasachstan sind rund 2,1 Mio. Menschen selbstständig: 81,4 Prozent von ihnen verdienen dabei im Monat weniger als 443 US-Dollar, dem nationalen Mediangehalt. Zusätzlich arbeiten 1,1 Millionen Menschen inoffiziell. Rund eine Millionen Bürger:innen Kirgistans arbeiten im Ausland. Grund dafür ist der Mangel an sicheren Arbeitsplätzen in der Heimat. Dies entspricht fast der Hälfte der arbeitenden Bevölkerung. Die Anzahl an Arbeitsmigrant:innen aus Tadschikistan beläuft sich auf circa 700 Tausend (ungefähr 30 Prozent der arbeitenden Bevölkerung). Aus Usbekistan reisten <a href="https://kun.uz/ru/news/2022/12/14/soobshcheno-o-kolichestve-migrantov-iz-uzbekistana-naxodyashchixsya-za-rubejom">mehr als 2,3 Millionen Menschen</a> auf der Suche nach Arbeit aus und fast die Hälfte der Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter ist <a href="https://cabar.asia/ru/chto-ne-tak-s-politikoj-uzbekistana-v-sfere-neformalnosti-na-rynke-truda">im informellen Sektor tätig</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Mit Ausnahme der Industriearbeiter:innen und Angestellter einiger Sektoren, wie etwa dem Finanzsektor, stagniert oder sinkt der Lebensstandard für die überwiegende Mehrheit der Menschen</em>“, stellt Galdini fest.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Führungen der zentralasiatischen Staaten reagieren unterschiedlich auf die sich verschlechternde wirtschaftliche Lage der Bevölkerung. Als gemeinsame Antwort kann jedoch eine Politik des „Gürtel-enger-Schnallens“ gesehen werden. In einigen Ländern wurden die Gehälter von Angestellten des öffentlichen Sektors erhöht, sowie teils auch die Sozialausgaben. Die Wirkung dieser Maßnahmen wurde jedoch durch steigende Preise für Waren und Dienstleistungen, insbesondere für Lebensmittel, die 40 bis 50 Prozent aller Haushaltsausgaben ausmachen, wieder zunichte gemacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/in-turkmenistan-nimmt-die-brotkrise-kein-ende/"><strong>In Turkmenistan nimmt die Brotkrise kein Ende</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Antwort auf die Energiekrise entschlossen sich die Staatsführungen der zentralasiatischen Länder, die Gebühren für kommunale Dienstleistungen und Elektrizität anzuheben, in Usbekistan wurden gar energieintensive Betriebe privatisiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus haben die rohstoffexportierenden Länder Kasachstan und Usbekistan begonnen, den rhetorischen Fokus mehr auf Importsubstitution und den Ausbau eigener Produktionsstätten zu legen. Bedeutende Schritte für eine Umsetzung in diese Richtung wurden jedoch noch nicht unternommen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine sich fortsetzende Legitimitätskrise</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die kürzlichen wirtschaftlichen Erschütterungen verschärfen noch die ohnehin schon greifbare Legitimitätskrise der herrschenden Elite. Die zentralasiatischen Staaten befinden sich dabei in verschiedenen Phasen, diese zu überwinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Kasachstan, Kirgistan und Usbekistan hat die politische Führung bereits gewechselt und es geht um eine Festigung der Ordnung, während in Tadschikistan und Turkmenistan ein Wechsel kurz bevorsteht. Der Austausch herrschender Personen und der mit ihnen verbundenen Elitengruppen führt jedoch zu keinen tatsächlichen Veränderungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Die Ereignisse um „Qandy Qantar“ </em>[Anm. d. Red.: „Blutiger Januar“] <em>in Kasachstan zeigten die Fragilität der zentralasiatischen Regime, die den Forderungen nach politischem Wandel keine Beachtung schenken und die wirtschaftliche Unzufriedenheit der Bevölkerung ignorieren. In diesem Fall sind Repressionen die einzige langfristige Lösung, um Stabilität zu gewährleisten</em>“, konstatiert <a href="https://www.gla.ac.uk/schools/socialpolitical/staff/lucaanceschi/">Luca Anceschi</a>, Professor für Eurasische Studien an der Universität Glasgow.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Nach den Ereignissen im Januar 2022 verkündete <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Qasym-Jomart Toqaev</a> den <a href="https://vlast.kz/obsshestvo/53408-pocti-nicego-ne-izmenilos-v-kazahstane-spusta-god-posle-krovavogo-anvara.html">Aufbau</a> eines „<em>neuen und gerechten Kasachstans</em>“, führte im Land ein Referendum über Verfassungsänderungen und hielt vorgezogene Präsidentschafts- und Parlamentswahlen ab. Vertreter:innen der Zivilgesellschaft wurden dabei in ihrer Beteiligung eingeschränkt und es kam zu massenweiser <a href="https://vlast.kz/politika/54400-kazahstan-oboselsa-na-vyborah-bez-demokratii.html">Falsifikation</a> von Stimmen. Trotz der Verlautbarung des Präsidenten über die „<em>Unzulässigkeit sozialer Ungleichheit</em>“, <a href="https://vlast.kz/jekonomika/55168-bogatye-bogateut-bednye-bedneut.html">steigt</a> das Gesamtvermögen der reichsten Menschen Kasachstans und das Regime verhält sich weiterhin feindlich gegenüber zivilen Protesten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach den Demonstrationen in Berg-Badachschan setzten sich die Repressionen in Tadschikistan fort. Dies geschah vor dem Hintergrund des Übergangs der Macht von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Emomalij_Rahmon">Emomali Rahmon</a>, der das Land seit 1994 regiert, zu seinem Sohn <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rustam_Emomalij">Rustam Emomali</a>, der bereits <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/tadschikistan-der-sohn-des-praesidenten-wird-nummer-2-im-staat/">Führungspositionen innehat</a>. Im vergangenen Jahr nahmen die Behörden des Landes nicht weniger als acht Journalist:innen fest und schlossen ein unabhängiges Menschenrechtszentrum. Gleichzeitig werden weiterhin tadschikische Aktivist:innen, die nach Russland geflohen sind, entführt und ihre Angehörigen verhaftet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/tadschikistan-ein-jahr-seit-den-tragischen-ereignissen-im-pamir/"><strong>Tadschikistan: Ein Jahr seit den tragischen Ereignissen im Pamir</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz der Annullierung der Verfassungsänderungen, durch die Karakalpakstan seine Autonomie verloren hätte, setzt der usbekische Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shavkat_Mirziyoyev">Shavkat Mirziyoyev</a> durch die Anwendung von Gewalt die autoritären Praktiken seines Vorgängers <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Islom_Karimov">Islom Karimov</a> fort. Im gleichen Atemzug in dem im Land eine Politik des „Neuen Usbekistans“ mit einem Fokus auf ökonomische Liberalisierung und Amnestien für einen Teil der „politische Gefangenen“ angekündigt werden, führt Mirziyoyev ein Verfassungsreferendum durch, welches ihm die Möglichkeit gibt, für zwei weitere Amtszeiten anzutreten. Dies geschah vor dem Hintergrund von Festnahmen karakalpakstanischer Aktivist:innen und einer totalen Abwesenheit von politischen Konkurrent:innen. Die nächsten, vorgezogenen Wahlen fanden am 9. Juni 2023 statt [Anm. d. Red.: Mirziyoyev ging aus diesen <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/shavkat-mirziyoyev-siegt-bei-vorgezogener-praesidentschaftswahl-in-usbekistan/">als deutlicher Sieger</a> hervor].</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1023" height="575" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/01/458757c20153c38f0fb35a133e5bfb65.jpg" alt="" class="wp-image-37918" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/01/458757c20153c38f0fb35a133e5bfb65.jpg 1023w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/01/458757c20153c38f0fb35a133e5bfb65-300x169.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/01/458757c20153c38f0fb35a133e5bfb65-768x432.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1023px) 100vw, 1023px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">In Kirgisistan arbeitet Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sadyr_Dschaparow">Sadyr Dschaparow</a>, der nach einer weiteren „Revolution“ im Oktober 2020 an die Macht gab, nun beständig daran, seine Macht zu konsolidieren, unter anderem durch eine weitere Verfassungsänderung. Die Übernahme der Macht durch Dschaparow kann als Reaktion auf die Forderungen der Menschen nach einem charismatischen Landesführer gesehen werden, einer starken Hand, die in der Lage ist, sich über den bisherigen Eliten zu erheben, um die wirtschaftlichen Probleme einer Mehrheit der Bevölkerung zu lösen. Von diesen Erwartungen profitierend, kehren Dschaparow und sein Umfeld das Land in eine Regierungsform mit starker Position des Präsidenten um und beschlagnahmen gleichzeitig große Vermögenswerte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>In Turkmenistan ist die Situation genauso wie immer. Möglicherweise ein bisschen schlechter</em>“, konstatiert der Forscher und Journalist <a href="https://daviscenter.fas.harvard.edu/about/people/bruce-pannier">Bruce Pannier</a>. Er berichtet außerdem davon, wie sich das Land verändert, nachdem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gurbanguly_Berdimuhamedow">Gurbanguly Berdimuhamedow</a> die Präsidentschaft an seinen Sohn <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Serdar_Berdimuhamedow">Serdar</a> übergeben hat. In den Medien verbreiteten sich demnach aktiv Gerüchte über Unstimmigkeiten zwischen Vater und Sohn, nachdem Serdar begonnen hatte, Verwandte und Personen aus dem Umkreis seines Vaters zu attackieren. „<em>Allerdings wurde in diesem Jahr auch eine Reform eingeführt, die das Oberhaus des Parlaments, die Halk Maslahaty, zum obersten Organ macht. Dessen Vorsitz hat Berdimuhamedow Senior, sodass der Ex-Präsident bei allen wichtigen politischen Entscheidungen nicht umgangen werden kann.</em>“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese politischen Prozesse entwickeln sich vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine und den sich dadurch verstärkenden Gegensätzen zwischen den größten geopolitischen Einflusskräften.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Oberhäupter der zentralasiatischen Staaten stehen dieser Situation ambivalent gegenüber, da sich daraus sowohl Gewinne als auch Gefahren ergeben. Der Profit besteht darin, dass die Marginalisierung Russlands durch den Westen ihnen mehr Möglichkeiten bietet, ihre Forderungen an Russland als größte Volkswirtschaft im postsowjetischen Raum heranzutragen. Andererseits hängt die Legitimität vieler der zentralasiatischen Staatsoberhäupter vom russischen Sicherheitsapparat ab, um die in den Ländern immer wieder aufkommende Massenunzufriedenheit im Schach zu halten (wie bei den Januar-Unruhen in Kasachstan).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig baut die Legitimität der zentralasiatischen Staatsführungen – der neuen, wie der alten – zunehmend auf der Annahme auf, dass allein diese in der Lage seien, ihre Länder in Zeiten wachsender wirtschaftlicher und/oder geopolitischer Probleme zu beschützen. Sie versprechen, Maßnahmen zu ergreifen, um das gesellschaftliche System umzustrukturieren und irgendwie auf die Forderungen nach sozialer Gerechtigkeit und außenpolitischer Stabilität zu reagieren. Dies bietet ihnen die Möglichkeit, als alleinige politische Vertreter des Volkes aufzutreten und damit gerade diese anderen politischen Institutionen und oppositionelle Kräfte zu verdrängen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Welche Zukunft erwartet die zentralasiatischen Staaten?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>In Zentralasien sind die vom Regime verordneten Fortschrittsideen in einer Illusion des Neuen – „Neues Kasachstan“ oder „Neues Usbekistan“ &#8211; verwurzelt, die von Toqaev und Mirziyoyev gefördert wird. Obwohl ich einen Unterschied sehe zwischen der Politik Karimovs und den aktuellen autoritären Modernisierungstendenzen in Usbekistan unter Mirziyoyev (welche darüber hinaus an Geschwindigkeit verlieren), fällt es mir schwer zu verstehen, was es „Neues“ im Kasachstan nach der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nursultan_Nasarbajew">Nazarbaev</a>-Ära gibt</em>“, sagt Luca Anceschi.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://carnegieendowment.org/experts/1738">Temur Umarov</a>, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Russland und Eurasien Programm des Carnegie Center in Berlin, sagt, dass keiner der neuen Präsidenten in Kasachstan, Usbekistan und Kirgistan strukturelle Reformen durchführt und dies auch in der Zukunft nicht zu erwarten ist. Die Machthabenden in Tadschikistan und Turkmenistan seien genau wie früher auf den Stabilitätserhalt ausgerichtet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Aber die Regime werden dennoch anpassungsfähiger – sie hören zu und erkennen einige Probleme, weil sie in einer veränderten, stärker technologisierten Welt mit einer jüngeren und aktiveren Bevölkerung leben. Einige Veränderungen finden dort natürlich statt</em>“, konstatiert Umarov.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die alte politische Elite sieht die Forderungen nach Populismus und passt sich diesen an, so Elmira Satybaldieva. Aber tatsächliche Veränderungen verspräche die Elite nicht. Ihrer Meinung nach resultiere dies alles in der Gründung dekorativer politischer Einrichtungen sowie einem Anschein von Korruptionsbekämpfung, wobei die Präsidenten bestimmte Mitglieder der Elite ins Visier nehmen und diese zwingen, „freiwillig“ Kapital ins Land zurückzuführen. „<em>Aber niemand beschäftigt sich damit oder versucht zu verstehen, wie die Umverteilung der Ressourcen geschieht und an wen die Ressourcen gehen</em>“, so Satybaldieva.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Folge dessen, dass die politische Elite der zentralasiatischen Länder keine Alternativen anbieten, bleiben die Bedingungen für wiederholte soziale Unruhen bestehen. Sie werden auch durch die Struktur ihrer Volkswirtschaften begünstigt. Früher oder später werden ihre Ressourcen erschöpft sein, woran sich eine Haushaltskrise anschließt, resümiert Satybaldieva. Franco Galdini fügt hinzu, dass die Priorisierung des Rohstoffexports vor der lokalen Industrialisierung schon lange zu einer hohen Zahl von arbeitslosen oder unterbeschäftigten Bürger:innen beiträgt. Und ohne zunehmend stärkere Repressionen, wird es nicht möglich sein, sie von Massendemonstrationen abzuhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Umarov unterstreicht, dass neben der Ungleichheit und der sich verschlechternden wirtschaftlichen Situation auch eine Spaltung der Eliten ein nicht unerhebliches Risiko für die zentralasiatischen Regime darstellt. Zu diesen könnte es bei einem der zukünftigen Machtwechsel kommen. „<em>Toqaev, Mirziyoyev und Rahmon sind nicht mehr jung. Früher oder später müssen sie darüber nachdenken, wie sie die Lebensdauer ihres politischen Regimes verlängern können. Das ist ein fragiler Prozess, bei dem vieles schief laufen kann</em>“, so Umarov.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Almas Kaysar und Dimitri Mazurenko für Vlast</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://vlast.kz/politika/55659-centralnaa-azia-krepnusij-avtoritarizm-i-krizis-vlasti.html">Russischen</a> von Marie Schliesser</strong></p>



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		<title>Turkmenische Migrierte in der Türkei suchen nach Lösungen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Oct 2023 20:42:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsmigration]]></category>
		<category><![CDATA[Reisepass]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Serdar Berdimuhamedow]]></category>
		<category><![CDATA[Türkei]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>W&#xE4;hrend sich die Situation f&#xFC;r turkmenische Migrierte in der T&#xFC;rkei weiter verschlechtert, versuchen die meisten, eine R&#xFC;ckkehr nach Turkmenistan zu vermeiden. Seit September letzten Jahres versuchen die t&#xFC;rkischen Beh&#xF6;rden verst&#xE4;rkt, illegale turkmenische Arbeitskr&#xE4;fte aufzusp&#xFC;ren, berichtet Radio Azattyk. Angesichts der extremen Schwierigkeiten, eine Arbeitserlaubnis zu erhalten, arbeiten viele Turkmen:innen illegal in der T&#xFC;rkei. Um nicht nach [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Während sich die Situation für turkmenische Migrierte in der Türkei weiter verschlechtert, versuchen die meisten, eine Rückkehr nach Turkmenistan zu vermeiden. Seit September letzten Jahres versuchen die türkischen Behörden verstärkt, illegale turkmenische Arbeitskräfte aufzuspüren, <a href="https://rus.azattyk.org/a/turkmen-leave-turkey-pressure-russia/32632685.html">berichtet Radio Azattyk</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Angesichts der extremen Schwierigkeiten, eine Arbeitserlaubnis zu erhalten, arbeiten viele Turkmen:innen illegal in der Türkei. Um nicht nach Turkmenistan zurückkehren zu müssen, versuchen einige von ihnen, nach Russland zu gelangen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Verlängerung des Reisepasses: ein Hindernislauf für Migrierte</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eine der größten Sorgen turkmenischer Migrierter ist die Gültigkeit des Passes. Die turkmenischen Botschaften verfolgen eine strikte Politik und weigern sich, abgelaufene oder im Ausland verlorene Pässe zu verlängern oder zu ersetzen. Stattdessen fordern sie die Migrierten auf, in ihr Heimatland zurückzukehren, um diese Formalitäten zu erledigen. Zu diesem Zweck bot die Regierung in Aschgabat ihren gestrandeten Bürgerinnen und Bürgern Flugtickets an.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Die Situation hat sich jedoch geändert und die Kosten für die Flugtickets müssen nun von den Migrierten selbst getragen werden. Diese zögern jedoch, in ihr Heimatland zurückzukehren. Sie befürchten, dass die Behörden sie an einer erneuten Ausreise hindern könnten, wie <a href="https://www.rferl.org/a/turkmenistan-students-banned-leaving-population-decline-/32127844.html">Radio Azatlyk berichtet</a>. Diese Angst ist zum Teil auf die <a href="https://www.rferl.org/a/majlis-podcast-pannier-central-asia-turkey-represssion/32546047.html">zunehmende Einschränkung der Bewegungsfreiheit</a> der Bürgerinnen und Bürger zurückzuführen, aber auch auf die Lebensqualität in der Heimat.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/in-turkmenistan-nimmt-die-brotkrise-kein-ende/">In Turkmenistan nimmt die Brotkrise kein Ende</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Turkmenische Migrierte befinden sich in einer Sackgasse: Sie suchen nach Möglichkeiten, ihren Aufenthaltsstatus in der Türkei zu legalisieren, fürchten aber gleichzeitig die möglichen Konsequenzen einer Rückkehr in ihre Heimat. Die Einschränkungen der Bewegungsfreiheit nehmen zu, während Turkmenistan mit einem stetigen Bevölkerungsrückgang konfrontiert ist. Das Problem ist struktureller Natur und zeigt sich in der mangelnden Transparenz der Regierung in Bezug auf die Bevölkerungszahlen. Während <a href="https://www.worldometers.info/world-population/turkmenistan-population/">offizielle Angaben</a> für das Jahr 2022 eine Bevölkerung von 6,4 Millionen Turkmeninnen und Turkmenen im Land ausgehen, deuten zahlreiche Umfragen darauf hin, dass diese Zahl eher bei 2,7 bis 2,8 Millionen liegen dürfte.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Druck zur vorzeitigen Rückkehr</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In den letzten Monaten wurden rund 2.500 Turkmen:innen, die in Abschiebezentren in der Türkei inhaftiert waren, in ihr Heimatland zurückgeschickt. Dies war eine Reaktion auf die verstärkte Repression gegen ausländische Arbeitskräfte, die im Juli in der Türkei begann. Die Herausforderungen der Migration liegen jedoch tiefer. Im September 2022 beendete die Türkei als Reaktion auf eine Anfrage aus Aschgabat die 30-tägige Visumsfreiheit für turkmenische Staatsbürger:innen, <a href="https://www.rferl.org/a/turkey-cancels-visa-free-travel-turkmen-citizens/32033622.html">berichtete damals Radio Azatlyk</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/turkmenistan-wie-die-bevoelkerung-auch-ohne-freie-medien-an-informationen-gelangt/">Turkmenistan: Wie die Bevölkerung auch ohne freie Medien an Informationen gelangt</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Maßnahme hatte den gewünschten Effekt: Nach Angaben des türkischen Migrationsdienstes lebten im September 2023 rund 198.000 turkmenische Staatsbürger:innen legal in der Türkei, im Vergleich zu 230.000 im September 2022. Das <a href="https://data.tuik.gov.tr/Bulten/Index?p=International-Migration-Statistics-2022-49457">Turkish Statistical Institute</a> gibt an, dass Turkmen:innen im Jahr 2022 4,8% der in die Türkei Migrierten ausmachten und damit die fünftgrößte Nationalität darstellten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die russische Alternative</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Angesichts dieser Herausforderungen in der Türkei erwägen viele Turkmen:innen, die das Land verlassen müssen, sich in Russland niederzulassen. Gleichzeitig florieren die Beziehungen zwischen Russland und Turkmenistan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So betonte der russische Premierminister <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Michail_Wladimirowitsch_Mischustin">Michail Mishustin</a> <a href="https://tass.ru/politika/18814483">laut der russischen Nachrichtenagentur TASS</a> anlässlich des Geburtstags des turkmenischen Präsidenten <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/serdar-berdimuhamedow-turkmenistans-diskreter-praesident/">Serdar Berdimuhamedow</a> die guten Beziehungen. Mishustin gratulierte Berdimuhamedow mit den Worten: „Ich möchte insbesondere Ihren persönlichen Beitrag zur Entwicklung der Freundschaft und der strategischen Partnerschaft zwischen Russland und Turkmenistan hervorheben.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/wie-sich-russlands-beziehung-zu-zentralasien-im-jahre-2022-entwickelt-hat/">Wie sich Russlands Beziehung zu Zentralasien im Jahre 2022 entwickelt hat</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Suche nach einem Zufluchtsort für Migrierte nach Russland ist nicht einfach. Diese Frage stellt sich in zunehmendem Maße, seit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gurbanguly_Berdimuhamedow">Gurbanguly Berdimuhamedov</a> im März 2022 das Präsidentenamt an seinen Sohn Serdar übergeben hat. <a href="https://www.rferl.org/a/majlis-podcast-pannier-central-asia-turkey-represssion/32546047.html">Nach Ansicht des Wissenschaftlers und Journalisten Bruce Pannier</a> wird die turkmenische Regierung immer autoritärer, je mehr sich die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Bedingungen verschlechtern. Seiner Meinung nach „ist Turkmenistan, was es immer war, vielleicht sogar schlimmer.“</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Bülent Alhas, Redakteur für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/turkmenistan/migrants-turkmenes-turquie-en-quete-de-solutions/">Französischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>In Turkmenistan ist die Arkadag-Manie in vollem Gange</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Emma Collet]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 09 Apr 2023 17:27:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
		<category><![CDATA[Arkadag]]></category>
		<category><![CDATA[Gurbanguly Berdimuhamedow]]></category>
		<category><![CDATA[Personenkult]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Serdar Berdimuhamedow]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Demn&#xE4;cht werden eine Stadt, ein Fernsehsender, eine Zeitung und ein Fu&#xDF;ballverein nach &#x201E;Arkadag&#x201C;, dem Titel des ehemaligen turkmenischen Pr&#xE4;sidenten Gurbanguly Berdimuhamedov benannt. Ein Zeichen f&#xFC;r einen weiter gepflegten Personenkult. F&#xFC;nf Milliarden US-Dollar (ca. 4,6 Mlrd. Euro) soll in Turkmenistan eine neue Stadt namens Arkadag kosten. Dies berichtete der franz&#xF6;sische Sender France24 nach den Angaben eines [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Demnächt werden eine Stadt, ein Fernsehsender, eine Zeitung und ein Fußballverein nach „Arkadag“, dem Titel des ehemaligen turkmenischen Präsidenten Gurbanguly Berdimuhamedov benannt. Ein Zeichen für einen weiter gepflegten Personenkult. </strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Fünf Milliarden US-Dollar (ca. 4,6 Mlrd. Euro) soll in Turkmenistan eine neue Stadt namens <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Arkadag">Arkadag</a> kosten. Dies berichtete der französische Sender <a href="https://www.france24.com/en/live-news/20230329-new-city-honouring-turkmenistan-s-leader-to-cost-5-billion">France24</a> nach den Angaben eines Verantwortlichen des staatlichen Kommitees, das mit dem Bau beauftragt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Summe entspricht etwa einem Zehntel des Bruttoinlandsprodukts Turkmenistans, dabei sind große Teile der turkmenischen Bevölkerung von <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/korruption-in-turkmenistan-die-familie-des-praesidenten-profitiert-vom-hunger-der-bevoelkerung/">extremer Armut</a> betroffen. Auch der Infrastruktur und den öffentlichen Dienstleistungen fehlt es an Finanzmitteln, so <a href="https://rus.azattyq.org/a/stealing-shoes-in-mosques-amid-crisis-theft-is-on-rise-in-turkmenistan/32221964.html">eine Reportage</a> des US-Mediums Radio Free Europe.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die neu zu gründende Stadt soll 30 Kilometer von der turkmenischen Hauptstadt Aschgabat entfernt entstehen. Arkadag, turkmenisch für „Beschützer“, ist der Ehrentitel, den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gurbanguly_Berdimuhamedow">Gurbanguly Berdimuhamedov</a>, der ehemalige turkmenische Präsident, der nun das Einkammerparlament leitet, beibehalten hat. Eine Stadt ganze Stadt mit dem Namen symbolisiert einen neuen Höhepunkt des Kults um seine Person. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/serdar-berdimuhamedow-turkmenistans-diskreter-praesident/">Serdar Berdimuhamedow &#8211; Turkmenistans diskreter Präsident</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Während Berdimuhamedows Sohn, der im März 2022 das Amt des Präsidenten <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/serdar-berdimuhamedow-turkmenistans-diskreter-praesident/">übernahm</a>, als „Arkadagli Serdar“ (schützender Serdar) geehrt wird, wird Gurbanguly Berdimuhamedov aufgrund seines neuen Amtes als Gesetzesgeber auch als „Arkadag Held“ bezeichnet, <a href="https://rus.azathabar.com/a/32188814.html">so Radio Azatlyq</a>, der turkmenische Dienst von Radio Free Europe.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein Mega-Projekt, das seit 2019 im Bau ist</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die neue Stadt mit dem Namen des <em>„nationalen Führers“ </em>wird in seiner Heimatregion, der <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Ahal_Region">Provinz Ahal</a> liegen. Sie wurde bereits zum Verwaltungszentrum der Region und einer Stadt &#8222;<em>von nationaler Bedeutung</em>&#8220; ernannt, ein Status, den nicht einmal die Hauptstadt Aschgabat besitzt. Die Stadt wird sich über eine Fläche von 950 Hektar erstrecken, Platz für 73.000 Einwohner bieten und verfügt bereits über &#8222;<em>336 Gebäude&#8220;</em>, wie die turkmenische Exilzeitung Chronika Turkmenistana <a href="https://www.hronikatm.com/2023/03/arkadag-youth-city/?ysclid=lfuukgip1l464568121">berichtete</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bau der Stadt ist seit 2019 im Gange. Im Februar 2020 wurde berichtet, dass 1,5 Milliarden US-Dollar in das Bauprojekt fließen würden, so Radio Azatlyq. Doch das Megaprojekt, das ursprünglich im Dezember 2022 fertiggestellt werden sollte, hat sich verzögert und ist mit mehreren Skandalen behaftet, wie etwa unbezahlten Arbeitern oder einem Todesfall auf der Baustelle, nachdem Sicherheitsstandards nicht eingehalten wurden. Bisher wurde noch kein Datum für die Fertigstellung der Stadt bekannt gegeben.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine Stadt aus 100 Prozent Arkadag</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Arkadag“ hält noch mehr Überraschungen zu Ehren des ehemaligen Präsidenten bereit. Mehrere Orte werden nach Gurbanguly Berdimuhamedov benannt werden, wie ein Freizeit- und Rehabilitationszentrum für Kinder oder ein Denkmal im zentralen Park.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine der zentralen Straßen in der neuen Stadt wird Ak Khan Allee genannt, nach dem <a href="https://orf.at/stories/3267418/">Pferd</a> des ehemaligen Präsidenten, das 2018 ins Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen wurde, weil es auf seinen Hinterhufen 10 Meter in 4,19 Sekunden lief, <a href="https://turkmenportal.com/en/blog/47458/monument-to-akhan--horse-of-gurbanguly-berdimuhamedov-to-be-erected-in-turkmenistan#:~:text=Akhan%20is%20a%20legendary%20horse,the%20Guinness%20Book%20of%20Records.">berichtete TurkmenPortal</a>. Auch ein Denkmal zu Ehren des Pferdes soll errichtet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Stadt wird eine eigene Fußballmannschaft mit dem Namen Arkadag haben, so die turkmenische Nachrichtenseite <a href="https://orient.tm/ru/old/post/50261/v-turkmenistane-poyavilsya-novyj-futbolnyj-klub-arkadag">Orient</a>.tm, sowie eine <a href="https://orient.tm/ru/old/post/50264/v-turkmenistane-uchredili-novuyu-gazetu-arkadag">wöchentliche Zeitung</a> in turkmenischer Sprache, die unter demselben Namen veröffentlicht wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein &#8222;neuer Blickwinkel&#8220; auf den Personenkult</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das neue Arkadag ist ein Gegenstück zur Stadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%BCrkmenba%C5%9Fy_(Stadt)">Türkmenbaşy</a>, die zu Ehren des ersten Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Saparmyrat_Ny%C3%BDazow">Saparmyrat Nyýazow</a> (1940-2006), dem &#8222;<em>Führer der Turkmenen</em>&#8222;, umbenannt wurde. Diesmal geht der turkmenische Staat sogar noch einen Schritt weiter und gründet einen landesweit ausgestrahlten Fernsehsender mit dem Namen Arkadag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl Arkadag seit über einem Jahr nicht mehr an der Macht ist, „<em>werden die Huldigungen an Arkadag weitergehen. Wenn die Turkmenen zum Beispiel für </em><a href="https://novastan.org/fr/turkmenistan/serdar-berdimouhamedov-discret-president-du-turkmenistan/"><em>Serdar Berdimuhamedow</em></a> <em>singen, singen sie ‚Ruhm für Serdar mit Arkadag‘</em>“, erzählt die amerikanische Turkmenistan-Expertin <a href="https://www.wilsoncenter.org/person/victoria-clement">Victoria Clement</a> gegenüber Novastan.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/turkmenistan-vor-dynastischem-machtwechsel/">Turkmenistan vor dynastischem Machtwechsel</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">So besteht ein langjähriger Personenkults um den Präsidenten fort. Clement erklärt, dass Gurbanguly Berdimuhamedov „<em>seit 2007 einen Personenkult mit Statuen, Büchern, Liedern, Ehrungen usw. geschaffen </em>hat“. Laut der Expertin ist es zwar ungenau, von einer Beschleunigung des Personenkults um den ehemaligen Präsidenten zu sprechen, „<em>man kann jedoch eine neue Herangehensweise bei den ihm verliehenen Auszeichnungen feststellen“.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine Vorherrschaft des Vaters über den Sohn</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2022 hatte Gurbanguly Berdimuhamedow nach 16 Jahren als Staatsoberhaupt die Macht an seinen Sohn Serdar Berdimuhamedow übergeben, ein bisher in Zentralasien einmaliger dynastischer Machtwechsel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es muss jedoch festgestellt werden, dass der ehemalige Präsident hinter den Kulissen weiterhin die Kontrolle behält. Seit einer von ihm angestoßenen <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/turkmenistan-ex-praesident-gurbanguly-berdimuhamedow-aendert-gesetzgebungsverfahren-zu-seinen-gunsten/">Gesetzesreform </a>im Februar dieses Jahres ist das Parlament ein Einkammerparlament und wird von Gurbanguly Berdimuhamedov geleitet. Auf diese Weise sicherte er sich einen beträchtlichen Machthebel und ließ seinem Sohn einen geringeren Spielraum für die Verwaltung des Landes.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Serdar Berdimuhamedov scheint die Ehrungen seines Vaters buchstabengetreu auszuführen, <a href="https://eurasianet.org/turkmenistan-going-to-the-arkadags">stellt das US-amerikanische Medium Eurasianet fest</a>: „<em>Seine Aufgabe ist es, die lästigen Verwaltungsaufgaben zu erledigen. Am 3. April genehmigte er ein Dekret, das einen Chefredakteur für Arkadag (die Zeitung), einen Leiter für Arkadag (den Fernsehsender) und einen Hokim für den Bezirk Gorjav in Arkadag (der Stadt) ernannte</em>&#8222;.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Clement stellt fest, dass all diese Entscheidungen eher nach einem „<em>Familienkult</em>“ als nach einem einfachen Personenkult getroffen werden. <em>„Auch wenn Arkadag die Hauptrolle des Anführers innehat, hat Serdar Berdimuhamedov immer noch eine Funktion</em>“. Dieser hat beispielsweise Staatsbesuche <a href="https://tdh.gov.tm/ru/post/35203/gosudarstvennyj-vizit-prezidenta-serdara-berdymuhamedova-v-gosudarstvo-katar">in Katar</a> und <a href="https://www.mfa.gov.tm/ru/news/3556">China</a> absolviert und soll demnächst nach Tadschikistan <a href="https://www.hronikatm.com/2023/03/tj-april-visit/">reisen</a><em>.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Der Arkadag trifft zwar die Entscheidungen, aber der Präsident wird weiterhin seine eigenen Aufgaben haben, solange es möglich ist, ein Gleichgewicht zu finden, das seinem Vater entgegenkommt</em>“, so die Expertin abschließend. &nbsp;</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Emma Collet<br>Redakteurin für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/turkmenistan/au-turkmenistan-la-arakadag-mania-bat-son-plein/">Französischen </a>von Florian Coppenrath</strong></p>


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		<title>Turkmenistan: Ex-Präsident Gurbanguly Berdimuhamedow ändert Gesetzgebungsverfahren zu seinen Gunsten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Emma Collet]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Jan 2023 12:28:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
		<category><![CDATA[Gurbanguly Berdimuhamedow]]></category>
		<category><![CDATA[Halk Maslahaty]]></category>
		<category><![CDATA[Parlamentswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Serdar Berdimuhamedow]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Turkmenistan kehrt zu einem Einkammerparlament zur&#xFC;ck. Die &#xC4;nderung st&#xE4;rkt die Position von Ex-Pr&#xE4;sident Gurbanguly Berdimuhamedow, der auch nach der Wahl seines Sohnes ins Pr&#xE4;sidentenamt an seiner Macht festh&#xE4;lt. Turkmenistan steht vor der R&#xFC;ckkehr zum Einkammerparlament. Dies hat Ex-Pr&#xE4;sident Gurbanguly Berdimuhamedow am 11. Januar w&#xE4;hrend der Sitzung des Halk Maslahaty (Volksrat) vorgeschlagen. Das Oberhaus des turkmenischen [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Turkmenistan kehrt zu einem Einkammerparlament zurück. Die Änderung stärkt die Position von Ex-Präsident Gurbanguly Berdimuhamedow, der auch nach der Wahl seines Sohnes ins Präsidentenamt an seiner Macht festhält. </strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Turkmenistan steht vor der Rückkehr zum Einkammerparlament. Dies hat Ex-Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gurbanguly_Berdimuhamedow">Gurbanguly Berdimuhamedow</a> am 11. Januar während der Sitzung des Halk Maslahaty (Volksrat) <a href="https://turkmenistan.gov.tm/ru/post/69144/rassmotreny-vazhnye-zadachi-sovershenstvovaniya-struktury-zakonodatelnoj-vlasti-turkmenistana">vorgeschlagen</a>. Das Oberhaus des turkmenischen Parlaments steht unter Vorsitz des ehemaligen Präsidenten. Bereits vor der <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/erweitertes-parlament-und-klare-nachfolge-turkmenistan-setzt-seine-verfassungsreform-um/">Verfassungsreform von 2020</a> hatte das Parlament des Landes aus lediglich einer Kammer bestanden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Gemäß dem Vorschlag wird der Halk Maslahaty nicht mehr zum Parlament gehören und zum wichtigsten unabhängigen Gremium des Landes werden. Der Vater des derzeitigen Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Serdar_Berdimuhamedow">Serdar Berdimuhamedow</a> begründete diesen Vorschlag mit <em>„der Notwendigkeit, die Gesetzgebung entsprechend den tatsächlichen Bedürfnissen der Zeit zu verbessern“.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/serdar-berdimuhamedow-turkmenistans-diskreter-praesident/">Serdar Berdimuhamedow – Turkmenistans diskreter Präsident </a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 21. Januar wurde diese Änderung im turkmenischen Gesetzgebungssystem während einer gemeinsamen Sitzung der beiden Parlamentskammern, des Mejlis (Unterhaus) und des Halk Maslahaty, <a href="https://turkmenistan.gov.tm/ru/post/69346/sozdan-vysshij-predstavitelnyj-organ-narodnoj-vlasti-halk-maslahaty-turkmenistana">bestätigt</a>. Wie die Nachrichtenagentur <a href="https://fergana.news/news/128864/">Fergana News</a> berichtet, wurden bereits im Vorfeld dieser Entscheidung, am 13. Januar, Neuwahlen für den 26. März angekündigt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Halk Maslahaty wurde 1992 geschaffen und hatte bereits während der Regierungszeit des ersten Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Saparmyrat_Nyýazow">Saparmyrat Nyýazow</a> den Status des höchsten Repräsentationsorgans. Vor allem aber war er ein Machtinstrument des Diktators, denn durch dieses Gremium wurde Nyýazow zum Präsidenten auf Lebenszeit ernannt. </p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">

Als Gurbanguly Berdymuhamedow 2007 nach Nyýazows Tod die Präsidentschaft übernahm, benannte er den Halk Maslahaty in Yachulylar Maslahaty (Ältestenrat) um und entzog ihm jegliche Gesetzgebungsbefugnis. 2020 wurde das Gremium dann <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/erweitertes-parlament-und-klare-nachfolge-turkmenistan-setzt-seine-verfassungsreform-um/">zum Oberhaus des Parlaments</a>. Dieses hatte zuvor ausschließlich aus dem Mejlis bestanden, in dem 125, alle fünf Jahre gewählt, Abgeordnete sitzen. Das Parlament wurde somit zu einem Zweikammersystem.
</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Absolute Macht</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Durch das „Herauslösen“ aus dem Parlament wird der Halk Maslahaty wieder ein unabhängiges Gremium mit erheblichen Befugnissen. Insbesondere bekommt er die Befugnis, die Verfassung zu ändern, aber auch die Außen- und Innenpolitik Turkmenistans zu bestimmen. Dem Rat werden alle Vorsitzenden der höchsten staatlichen Behörden sowie die 125 Abgeordneten und bestimmte Minister angehören. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Halk Maslahaty wird dabei weiterhin dem ehemaligen Präsidenten unterstehen, der damit die vollständige Kontrolle über den turkmenischen Verwaltungsapparat sicherstellt. Laut Quellen von <a href="https://www.azattyk.org/a/32221733.html">Radio Azattyk</a>, dem turkmenischen Dienst von Radio Free Europe, hatte Gurbanguly Berdimuhamedow bereits im Sommer 2022 begonnen, über diese Reform nachzudenken, um so die <em>„absolute Macht&#8220;</em> zurückzugewinnen und nicht offiziell am Rande der Machthierarchie zu bleiben. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Manöver zum Machterhalt</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">
Denn inoffiziell hält der Ex-Präsident auch nach der Wahl seines Sohnes ins Präsidentenamt an seiner Macht fest. Der Arkadag (Beschützer, so der Ehrentitel des Ex-Präsidenten) nimmt weiterhin an Regierungssitzungen teil und <a href="https://rus.azattyq.org/a/turkmenistans-former-president-plays-role-of-leader-despite-stepping-down/32191885.html">macht offizielle Besuche</a> in den verschiedenen Regionen des Landes. Im September vertrat er offiziell die turkmenische Seite beim Gipfeltreffen der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shanghaier_Organisation_für_Zusammenarbeit">Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit</a> in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Samarqand">Samarkand</a>. Im Dezember begrüßte er den aserbaidschanischen und türkischen Präsidenten im Badeort <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Awaza">Awaza</a> vor einem trilateralen Gipfeltreffen.

</p>


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<p class="wp-block-paragraph">

Die turkmenische Politologin Kumush Bayrieva erklärte gegenüber Radio Azattyk, dass sie keinen Zweifel daran habe, dass die Aufwertung des Halk Maslahaty <em>„nur wegen des hypertrophierten Stolzes von Gurbanguly Berdimuhamedow“</em> erfolge. <em>„[Er] möchte die Rolle des spirituellen „Führers der Nation“ spielen, während alle anderen Machtzweige durch ihre Rechenschaftspflicht streng vom geplanten Halk Maslahaty kontrolliert werden“</em>, meint Bayrieva.

Mit der Umwandlung des Halk Maslahaty kann der Ex-Präsident seine hierarchische Überlegenheit formalisieren und sicherstellen, dass er weiterhin alle wichtigen politischen Entscheidungen treffen kann.
</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Emma Collet, Redakteurin für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/turkmenistan/lex-president-turkmene-gourbangouly-berdimouhamedov-change-le-systeme-legislatif-a-son-avantage/"><strong>Französischen</strong></a><strong> und aktualisiert von Robin Roth</strong> </p>



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		<title>Turkmenistan tritt Organisation der Turkstaaten bei</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Emma Collet]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 23 Oct 2022 18:17:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
		<category><![CDATA[Organisation der Turkstaaten]]></category>
		<category><![CDATA[Panturkismus]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Serdar Berdimuhamedow]]></category>
		<category><![CDATA[Türkei]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>ENTSCHL&#xDC;SSELUNG. Ende September gab die T&#xFC;rkei den Beitritt Turkmenistans zur Organisation der Turkstaaten bekannt. W&#xE4;hrend die vier anderen zentralasiatischen Staaten bereits der Organisation angeh&#xF6;ren, ist dies f&#xFC;r Turkmenistan eine Premiere: Bisher war das Land in keiner internationalen Organisation vertreten. Aschgabat betreibt eine offene Ann&#xE4;herung an die T&#xFC;rkei, zum Nachteil Moskaus. Analyse eines Wendepunktes in der [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>ENTSCHLÜSSELUNG. Ende September gab die Türkei den Beitritt Turkmenistans zur Organisation der Turkstaaten bekannt. Während die vier anderen zentralasiatischen Staaten bereits der Organisation angehören, ist dies für Turkmenistan eine Premiere: Bisher war das Land in keiner internationalen Organisation vertreten. Aschgabat betreibt eine offene Annäherung an die Türkei, zum Nachteil Moskaus. Analyse eines Wendepunktes in der turkmenischen Politik.</strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Anmerkung der Redaktion, 30.05.2025: Der im Vorfeld des OTS-Gipfels 2022 angekündigte Beitritt Turkmenistans wurde bis heute nicht vollzogen. Das Land hat nach wie vor den Status eines Beobachters.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das isolierteste Land Zentralasiens beginnt sich zu öffnen. Turkmenistan, das seit 2021 beobachtendes Mitglied der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_der_Turkstaaten">Organisation der Turkstaaten</a> war, wird am nächsten Gipfel der Organisation am 11. November in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Samarqand">Samarkand</a> als Vollmitglied teilnehmen. Dies kündigte der türkische Außenminister <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mevlüt_Çavuşoğlu">Mevlüt Çavuşoğlu</a> der Nachrichtenagentur <a href="https://www.aa.com.tr/tr/gundem/disisleri-bakani-cavusoglu-kibris-turkunu-korumak-icin-oraya-daha-fazla-guc-gonderecegiz/2698269">Anadolu</a> zufolge am 29. September an. Bereits am 5. September hatte sich Turkmenistans Präsident <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/serdar-berdimuhamedow-turkmenistans-diskreter-praesident/">Serdar Berdimuhamedow</a> mit dem Generalsekretär der Organisation der Turkstaaten getroffen. Das <a href="https://www.mfa.gov.tm/en/news/3305">turkmenische Außenministerium</a> kündigte in diesem Zusammenhang eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Turkmenistan und den Turkstaaten an. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/turkmenistan-vor-dynastischem-machtwechsel/"><strong>Turkmenistan vor dynastischem Machtwechsel </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der turkmenische Präsident wird sich daher den Staats- und Regierungschefs der Türkei, Kasachstans, Kirgistans, Tadschikistans, Usbekistans und Aserbaidschans anschließen, um die Beziehungen zwischen den Ländern zu erörtern. Obwohl die Organisation der Turkstaaten im Moment nur symbolisch ist und kein Militärbündnis oder eine Wirtschaftsunion impliziert, nehme sie <em>„einen immer wichtigeren Platz auf der internationalen Bühne ein&#8220;</em>, meint <a href="https://www.sciencespo.fr/ceri/fr/cerispire-user/20192/0">Bayram Balci</a>, Direktor des französischen Instituts für Anatolistik in Istanbul und Forscher an der Sciences Po Paris. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Ende der Neutralität</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Der Beitritt Turkmenistans zur Organisation der Turkstaaten verändert die besondere Stellung des Landes in der internationalen Ordnung. 1995 verlieh ihm die UNO den Status eines <a href="https://digitallibrary.un.org/record/284240">ständig neutralen Staates</a> – eine Position, die Turkmenistan verbietet, einer internationalen Organisation beizutreten und sich in eine Position zu begeben, die Frieden, Sicherheit und Gerechtigkeit bedroht oder Vereinbarungen über nukleare Abrüstung beinhaltet.

</p>


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<p class="wp-block-paragraph">

Das Erfordernis der Neutralität ist auch in Artikel 2 der turkmenischen Verfassung verankert, der es als <em>„Grundlage seiner nationalen und äußeren Politik&#8220;</em> festlegt, erklärt <a href="https://www.rferl.org/a/turkmenistan-neutrality-25-years-no-benefits-qishloq-ovozi/30995903.html">Radio Liberty</a>. Diese Besonderheit wird jedes Jahr am 12. Dezember in Turkmenistan als Tag der Neutralität gefeiert.

Hatte Turkmenistans erster Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Saparmyrat_Nyýazow">Saparmyrat Nyýazow</a> anfangs eine <em>„positive Neutralität“</em> im friedlichen Sinne vor Augen, diente der neutrale Status in der Folge vor allem dazu, Turkmenistan auf der internationalen Bühne zu isolieren und damit die Kontrolle über die Bevölkerung zu stärken.
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Russlands Abwesenheit als Chance </strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Im Prinzip verliert Turkmenistan durch den Beitritt zur Organisation der Turkstaaten automatisch seinen Neutralitätsstatus. Dieser überraschende Kurswechsel in der turkmenischen Außenpolitik hängt wahrscheinlich mit dem internationalen geopolitischen Kontext und dem Krieg in der Ukraine zusammen. Laut Bayram Balci ist es wichtig anzumerken, dass Turkmenistan einer internationalen Organisation beitritt, der Russland nicht angehört. Der Forscher erklärt: <em>„Es ist ein Zeichen dafür, dass sich die Länder Zentralasiens leisten können, was sie sich vorher nicht leisten konnten oder zu leisten wagten.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstans-schrittweise-entfernung-von-russland/"><strong>Kasachstans schrittweise Entfernung von Russland </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Tatsächlich hat Russland seit Beginn des Krieges in der Ukraine den politischen Veränderungen in Zentralasien und im Kaukasus viel weniger Aufmerksamkeit geschenkt. Angesichts der Wiederaufnahme der Grenzkonflikte zwischen Aserbaidschan und Armenien sowie <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgisisch-tadschikischer-grenzkonflikt-verschaerft-sich/?noredirect=de-DE">zwischen Tadschikistan und Kirgistan</a> geht das amerikanische Fachjournal <a href="https://foreignpolicy.com/2022/10/12/russia-backyard-conflict-armenia-azerbaijan-kyrgyzstan-tajikistan/">Foreign Policy</a> davon aus, dass die zentralasiatische Region von der kriegsbedingten Abwesenheit Russlands profitiert und so eine eigene Außenpolitik betreibt. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Verhandlungen hinter den Kulissen</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Auch wenn der Krieg in der Ukraine wahrscheinlich den Beitritt Turkmenistans zur Organisation der Turkstaaten befördert hat, müssen noch andere Faktoren berücksichtigt werden. Im September hatte Aschgabat erwirkt, dass die Türkei die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis von mehr als 30 Tagen für turkmenische Staatsangehörige einstellt. Auch eine verschärfte Unterdrückung turkmenischer Regierungsgegner:innen, die sich in der Türkei aufhalten, wurde erreicht. Laut <a href="https://rus.azathabar.com/a/31497196.html">Radio Azatlyk</a>, dem turkmenischen Dienst von Radio Free Europe, leben schätzungsweise 230.000 Turkmen:innen in der Türkei, darunter viele Gegner:innen des Regimes. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/china-profitiert-in-zentralasien-von-der-isolation-russlands/"><strong>China profitiert in Zentralasien von der Isolation Russlands</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://eurasianet.org/turkmenistan-the-turkish-gambit">Eurasianet</a> geht davon aus, dass das Zugeständnis der Türkei <em>„Voraussetzung für die Zustimmung Turkmenistans, sich dem ehrgeizigen türkischen Projekt anzuschließen“</em> gewesen sei. Turkmenistan hätte demnach geschickt bekommen können, was es wollte, indem es den aktuellen geopolitischen Kontext und die Ambitionen der Türkei ausgenutzt hätte. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Ein Erfolg für die Türkei</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Alles deutet darauf hin, dass Ankara seine Wette gewonnen hat. Seit dem Fall der UdSSR wollte sich die Türkei Zentralasien zuwenden, obwohl die Zusammenarbeit mit den Ländern der Region den Ambitionen nie gerecht wurde. <em>„Am Anfang hat es nicht funktioniert, weil alles zu schnell ging und die Staaten nicht stark genug und in ihrer ethnischen Identität gestärkt waren, um sich in eine </em>solche Organisation vollständig zu integrieren“, erklärt Bayram Balci. „Wir stehen noch nicht am<em> Vorabend einer mit der Europäischen Union vergleichbaren Union. Aber es gibt Hoffnung auf mehr Zusammenarbeit und ich denke, dass es für die Türkei ein Sieg ist.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/sicherheitspolitik-die-tuerkei-weitet-ihren-einfluss-in-zentralasien-aus/"><strong>Sicherheitspolitik: Die Türkei weitet ihren Einfluss in Zentralasien aus </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei ist die Organisation der Turkstaaten der breiten Öffentlichkeit eher unbekannt. 1992 informell durch die Einrichtung des Türkischen Rates initiiert, wurde sie 2009 offiziell gegründet. 2018 nahm sie während des Istanbuler Gipfels ihren heutigen Namen an. Der Beitritt Usbekistans im Jahr 2019, der das Land aus einer langen Phase des vom ehemaligen Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Islom_Karimov">Islom Karimov</a> initiierten Isolationismus herausführte, war für die Türkei bereits ein großer Schritt nach vorne. <em>„Jetzt sind alle unabhängigen Turkstaaten Teil dieser Organisation, und dies ist für die Türkei ein Erfolg auf symbolischer Ebene&#8220;</em>, präzisiert Balci. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Wiederauflebende Ambitionen</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Die Mitgliedschaft der fünf zentralasiatischen Länder in der Organisation öffnet den Weg für eine stärkere Integration und deutet auf eine stärkere politische und infolgedessen wirtschaftliche Zusammenarbeit hin. Auch wenn Balci den Begriff übertrieben findet, bekomme der „pantürkische Traum“ von Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Recep_Tayyip_Erdoğan">Recep Tayyip Erdogan</a> somit neuen Schwung.

</p>


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<p class="wp-block-paragraph">

Denn Fortschritt ist unbestreitbar zu beobachten. Durch die gewonnene Glaubwürdigkeit sei die Organisation inzwischen vergleichbar mit der Eurasischen Wirtschaftsunion oder gar der Frankophonie, analysiert der Forscher, obwohl <em>„Staaten lange Zeit nicht Teil einer Organisation sein wollten, die ihre Souveränität bedrohen und ihre Außenpolitik bestimmen wollen würde.“</em>

Man darf also davon ausgehen, dass die Türkei die intelligente Strategie des Abwartens genutzt hat, damit die in ihrer Identität gestärkten Staaten Zentralasiens endlich unisono zustimmen, Teil einer türkischen Union zu sein.
</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Emma Collet, Redakteurin für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/decryptage/le-turkmenistan-fait-son-entree-dans-lorganisation-des-etats-turciques/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong> </p>



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		<title>Serdar Berdimuhamedow &#8211; Turkmenistans diskreter Präsident</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Elise Hallet]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Mar 2022 17:25:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Serdar Berdimuhamedow ist am 12. M&#xE4;rz mit 72,97 Prozent der Stimmen zum Pr&#xE4;sidenten von Turkmenistan gew&#xE4;hlt worden. Er tritt die Nachfolge seines Vaters Gurbanguly Berdimuhamedow an, der das zentralasiatische Land 15 Jahre lang gef&#xFC;hrt hatte. Ein Portr&#xE4;t eines diskreten Mannes, der dazu bestimmt zu sein scheint, die Politik seines Vaters fortzusetzen. Das Ergebnis war keine [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Serdar Berdimuhamedow ist am 12. März mit 72,97 Prozent der Stimmen zum Präsidenten von Turkmenistan gewählt worden. Er tritt die Nachfolge seines Vaters Gurbanguly Berdimuhamedow an, der das zentralasiatische Land 15 Jahre lang geführt hatte. Ein Porträt eines diskreten Mannes, der dazu bestimmt zu sein scheint, die Politik seines Vaters fortzusetzen.</strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ergebnis war keine Überraschung. Am 12. März ist <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Serdar_Berdimuhamedow">Serdar Berdimuhamedow</a> mit 72,97 Prozent der Stimmen zum dritten Präsidenten Turkmenistans seit der Unabhängigkeit des Landes <a href="https://turkmenistan.gov.tm/ru/post/61561/itogi-prezidentskih-vyborov">gewählt worden</a>. Er tritt die Nachfolge seines Vaters <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gurbanguly_Berdimuhamedow">Gurbanguly Berdimuhamedow</a> an, der seit 2007 das Präsidentenamt innehatte. Wie das offizielle Staatsmedium <a href="https://turkmenistan.gov.tm/ru/post/61561/itogi-prezidentskih-vyborov">Altyn Asyr</a> berichtet, fand die Wahl <em>„in festlicher Atmosphäre&#8220;</em> statt. <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/turkmenistan-vor-dynastischem-machtwechsel/?noredirect=de-DE">Acht Kandidaten</a> standen offiziell im Wettbewerb, obwohl keiner der sieben „Gegner&#8220; von Serdar Berdimuhamedow die aktuelle Politik Turkmenistans kritisierte. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/turkmenistan-vor-dynastischem-machtwechsel/?noredirect=de-DE"><strong>Turkmenistan vor dynamischem Machtwechsel</strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">In seiner Antrittsrede am 19. März, die von der offiziellen Nachrichtenagentur <a href="https://tdh.gov.tm/ru/post/30759/rech-prezidenta-turkmenistana-serdara-berdymuhamedova-na-torzhestvennoj-ceremonii-inauguracii">TDH</a> übermittelt wurde, lobte Berdimuhamedow die Arbeit seines Vaters, der offiziell als Arkadag – Vater der Nation – betitelt wurde. <em>„Unser Held, der Arkadag, hat im Namen der Stärkung der Macht und der Steigerung des internationalen Ansehens des turkmenischen Staates hervorragende Arbeit geleistet“</em>, behauptete er. Der neue turkmenische Präsident bekräftigte wiederholt, dass Turkmenistan die von seinem Vorgänger eingeleitete Politik uneingeschränkt fortsetzen werde. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein schneller Aufstieg</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">
Serdar Berdimuhamedow tritt mit dieser Wahl das oberste Amt in Turkmenistan an, ohne dass viel über seine Persönlichkeit bekannt wäre. Er wurde am 22. September 1981 in Turkmenistans Hauptstadt Aschgabat geboren. Sein Vorname bedeutet „Häuptling“.

Im Jahr 2001 erwarb er einen Abschluss als Ingenieur an der Turkmenischen Landwirtschaftsuniversität, die nach dem ersten turkmenischen Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Saparmyrat_Nyýazow">Saparmyrat Niyýazow</a> (1991-2006) benannt wurde. Dies ermöglichte ihm laut Angaben der russischen Nachrichtenagentur <a href="https://tass.ru/info/14071001?utm_source=yandex.ru&amp;utm_medium=organic&amp;utm_campaign=yandex.ru&amp;utm_referrer=yandex.ru">TASS</a>, für ein paar Monate die Position des Chefspezialisten in der Abteilung für Außenwirtschaftsbeziehungen des Staatlichen Verbandes der Lebensmittelindustrie Turkmenistans einzunehmen.

</p>


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<p class="wp-block-paragraph">

Zwischen 2001 und 2003 leistete er seinen Wehrdienst. Anschließend kehrte er zu derselben Abteilung zurück, als Chefspezialist der Abteilung für Obst- und Gemüseindustrie, später für Bier und alkoholfreien Wein.

Serdars politische Karriere begann 2008, nachdem sein Vater an die Macht gekommen war. Er wurde <a href="https://ria.ru/20220315/berdymukhamedov-1777440198.html">als Berater</a> an die turkmenische Botschaft in Russland in Moskau geschickt. Ohne diplomatische Ausbildung oder bedeutende Erfahrung machte er ein Diplom in internationalen Beziehungen an der Diplomatischen Akademie des russischen Außenministeriums.

Anschließend wurde er 2011 zum Berater der Ständigen Vertretung Turkmenistans bei den Vereinten Nationen in Genf ernannt. Parallel dazu studierte er am Zentrum für Sicherheitspolitik und erhielt einen Master in „Europäische und internationale Sicherheit“.
</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Aufstieg zur Macht</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Nach seiner Rückkehr nach Turkmenistan im Jahr 2013 beschleunigte sich die Karriere von Serdar Berdimuhamedow. Wie <a href="https://tass.ru/info/14071001?utm_source=yandex.ru&amp;utm_medium=organic&amp;utm_campaign=yandex.ru&amp;utm_referrer=yandex.ru">TASS</a> und <a href="https://ria.ru/20220315/berdymukhamedov-1777440198.html">Ria Novosti</a> jeweils in ihren Biografien darlegen, bekleidete er im Laufe der Jahre verschiedenen Regierungsposten. Zunächst war er sechs Monate lang Leiter der Europa-Abteilung des Außenministeriums und wurde dann bis 2016 stellvertretender Direktor der staatlichen Agentur für die Verwaltung und Nutzung von Kohlenwasserstoffressourcen. In nur einem Jahr erwarb er einen Doktortitel in Naturwissenschaften und Technologie. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie das turkmenische Oppositionsmedium <a href="https://www.hronikatm.com/2015/11/berdyimuhamedov-mladshiy-stal-doktorom-nauk/">Hronika Turkmenistana</a> darlegt, mit ungewöhnlichem Ablauf: Eigentlich muss der Kandidat eine bestimmte Anzahl von Artikeln und Büchern veröffentlicht haben, um seine Verteidigung bestehen und seinen Doktor erhalten zu können. Bei Serdar Berdimuhamedow war dies offenbar nicht der Fall. Von 2016 bis 2017 leitete Serdar die Abteilung für internationale Information im Außenministerium und <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/turkmenistan-prasident-zeichnet-sohn-mit-nach-seinem-vater-benannten-medaille-aus/">erhielt im selben Jahr</a> den Rang eines Oberstleutnants sowie die nach seinem Großvater Myalikguly Berdimuhamedow benannte Medaille für Verteidiger des Vaterlandes. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/korruption-in-turkmenistan-die-familie-des-praesidenten-profitiert-vom-hunger-der-bevoelkerung/"><strong>Korruption in Turkmenistan: Die Familie des Präsidenten profitiert vom Hunger der Bevölkerung</strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Im November 2016 wurde er bei den Nachwahlen der Demokratischen Partei Turkmenistans zum Mitglied des turkmenischen Parlaments gewählt, das damals nur eine Kammer hatte. 2017 war er Vorsitzender des parlamentarischen Ausschusses für Gesetzgebung und Normen. 2018 wurde er erneut ins Parlament gewählt und kehrte gleichzeitig als stellvertretender Minister in das Außenministerium zurück. Dieses Amt gab er im Januar 2019 auf, um zum stellvertretenden Gouverneur der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ahal_welaýaty">Provinz Ahal</a><a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/der-sohn-des-turkmenischen-praesidenten-macht-weiter-politische-karriere/">ernannt zu werden</a>. Im Juni desselben Jahres wurde er Gouverneur von Ahal – seine erste Position mit Verantwortung. Wie <a href="https://fergana.agency/news/109372/">Fergana News</a> schilderte, legte er als Gouverneur unangenehme Umgangsformen und Managementmethoden an den Tag, sowohl gegenüber den Einwohner:innen als auch den Untergebenen. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Das Privatleben bleibt geheim</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Im Februar 2020 wurde Serdar Berdimuhamedow zum <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/der-sohn-des-turkmenischen-praesidenten-wird-bau-und-industrieminister/">Bau- und Industrieminister</a> ernannt, bis er im Februar 2021 das Amt des <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/turkmenistans-praesident-ernennt-seinen-sohn-zum-vize-premierminister/">stellvertretender Ministerpräsidenten</a> mit Zuständigkeit für Wirtschaft, Banken und internationale Finanzorganisationen übernahm. Diese letzte Position erwies sich als der letzte Schritt vor dem Präsidentenamt, denn nun stand er direkt unter seinem Vater, der diese Position auch 2006 <a href="https://ia-centr.ru/publications/chto-izvestno-o-serdare-berdymukhamedove/">bekleidet hatte</a>, bevor er Präsident wurde. Außerhalb der Politik ist Serdar Berdimuhamedow seit Mai 2020 Direktor der Internationalen Züchter:innen-Vereinigung für <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Achal-Tekkiner">Achal-Tekkiner</a>,  der emblematischen Pferderasse Turkmenistans. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem leitet er den Internationalen Verband „Turkmen Alabai“, der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zentralasiatischer_Owtscharka">Hunde dieser Rasse</a> züchtet. Serdar Berdimuhamedow spricht nach offiziellen Angaben aufgrund seines Studiums und seiner Auslandseinsätze neben Turkmenisch auch Englisch und Russisch. Er ist verheiratet, hat einen Sohn und drei Töchter. Sein Privatleben wird geheim gehalten. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein schneller Machttransit</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Obwohl seit Serdars Auftreten auf der öffentlichen Bühne immer wieder ein Machttransit prognostiziert worden war, ging dieser überraschend schnell vonstatten. Der Beschluss zur Durchführung der Präsidentschaftswahl wurde am 12. Februar vom <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Versammlung_von_Turkmenistan">Mejlis</a>, dem Unterhaus des turkmenischen Parlaments, <a href="https://turkmenistan.gov.tm/en/post/60831/resolution-mejlis-milli-gengesh-turkmenistan-2">getroffen</a>. Am Vortag hatte Gurbanguly Berdimuhamedow das Oberhaus des Parlaments, Halk Malsahaty, einberufen, um ein <a href="https://turkmenistan.gov.tm/en/post/60812/halk-maslakhaty-turkmenistan-adopted-historical-decision-upcoming-30-years">sozioökonomisches Entwicklungsprogramm vorzustellen</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Ende dieses Treffens dankte der Präsident der Öffentlichkeit für das Vertrauen, das ihm während seiner 15-jährigen Amtszeit entgegengebracht wurde. Er erklärte darüber hinaus, dass er sich nun auf seine Arbeit als Präsident des Halk Malsahaty konzentrieren wolle. Außerdem betonte er, dass die Jugend die Zukunft des Landes sei, der man Raum lassen müsse. </p>


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<p class="wp-block-paragraph">

Als stellvertretender Premierminister erhielt Serdar Berdimuhamedow die Aufgabe, das neue sozioökonomische Programm mit einer Gruppe von Spezialisten vorzubereiten. Das vom Halk Malsahaty als offizielle Staatsdoktrin <a href="https://turkmenistan.gov.tm/en/post/60832/resolution-halk-maslakhaty-milli-gengesh-turkmenistan">gebilligte Programm</a> entspricht damit dem Wahlprogramm von Serdar Berdimuhamedow.

Als neuer Präsident muss Serdar Berdimuhamedow nun seinen eigenen Kurs bestimmen und sich dabei auf die sehr öffentliche Meinung seines Vaters verlassen, der Präsident von Halk Malsahaty bleibt &#8211; eine Institution, die er selbst mit der <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/erweitertes-parlament-und-klare-nachfolge-turkmenistan-setzt-seine-verfassungsreform-um/">Verfassungsreform 2020</a> wieder eingesetzt hat.
</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Elise Hallet, Redakteurin für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/turkmenistan/serdar-berdimouhamedov-discret-president-du-turkmenistan/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong> </p>



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