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	<title>Schweiz Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
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	<title>Schweiz Archives</title>
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		<title>Usbekistan weist Kritik der UN an Verhaftung von Gulnora Karimova zurück</title>
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		<dc:creator><![CDATA[vlprzybylinski]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Jul 2025 16:46:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Belgien]]></category>
		<category><![CDATA[Islom Karimov]]></category>
		<category><![CDATA[Korruption]]></category>
		<category><![CDATA[Küchenprozess]]></category>
		<category><![CDATA[Präsidententochter]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Vereinte Nationen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Arbeitsgruppe der Vereinten Nationen hat die Verhaftung von Gulnora Karimova, Tochter des ehemaligen Pr&#xE4;sidenten, als illegal und willk&#xFC;rlich bezeichnet. Als Reaktion darauf hat Usbekistan ein offizielles Statement abgegeben, in dem die positiven Auswirkungen der R&#xFC;ckgabe der von Karimova gestohlenen Gelder an den Staat hervorgehoben werden. Am 8. Juli 2025 hat eine Arbeitsgruppe der Vereinten [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Eine Arbeitsgruppe der Vereinten Nationen hat die Verhaftung von Gulnora Karimova, Tochter des ehemaligen Präsidenten, als illegal und willkürlich bezeichnet. Als Reaktion darauf hat Usbekistan ein offizielles Statement abgegeben, in dem die positiven Auswirkungen der Rückgabe der von Karimova gestohlenen Gelder an den Staat hervorgehoben werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 8. Juli 2025 hat eine <a href="http://chrome-extension://efaidnbmnnnibpcajpcglclefindmkaj/https://www.ohchr.org/sites/default/files/documents/issues/detention-wg/opinions/session102/a-hrc-wgad-2025-17-aev.pdf?utm_source=in_materials">Arbeitsgruppe der Vereinten Nationen</a> einen Bericht über die Inhaftierung <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gulnora_Karimova">Gulnora Karimovas</a> veröffentlicht, in dem ihre Festnahme und Inhaftierung als illegal und willkürlich bezeichnet wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gulnora Karimova ist die älteste Tochter des ehemaligen usbekischen Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Islom_Karimov">Islom Karimov</a>. Sie galt lange Zeit als einflussreiche Frau in Usbekistan und war Diplomatin, Geschäftsfrau, Modedesignerin und Sängerin. Zudem war sie in mehrere internationale Korruptionsskandale verwickelt, insbesondere in Bestechungsfälle im Zusammenhang mit Telekommunikationsunternehmen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Fall Karimova, eine juristische Seifenoper</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Verhaftung Karimovas am 14. Februar 2014 erfolgte ohne Haftbefehl und ohne vorherige gerichtliche Zustimmung. Nach dieser Verhaftung wurde die Tochter des damaligen Präsidenten gezwungen, 18 Monate lang in ihrem Haus eingesperrt zu bleiben, obwohl ihre noch minderjährige Tochter während dieser Zeit keinen Zugang zur Schule hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im August 2015 fand in den usbekischen Medien der sogenannte „Küchenprozess” statt: Karimova wurde in ihrer Küche verurteilt, ohne sich verteidigen zu können oder von einem Anwalt vertreten zu werden. Sie wurde zu fünf Jahren Hausarrest verurteilt.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2017 fand ein zweiter Prozess gegen die Tochter des inzwischen verstorbenen, ehemaligen Präsidenten statt. Sie soll ein umfangreiches kriminelles Netzwerk geleitet haben, das mehr als eine Milliarde US-Dollar veruntreut hatte. Indem sie ihre Position als Tochter des Präsidenten ausgenutzt haben soll, soll sie insbesondere von großen ausländischen Unternehmen Bestechungsgelder erhalten haben, die Zugang zum usbekischen Markt (etwa im Telekommunikationssektor) erhalten wollten. Der Prozess fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit vor dem Regionalgericht in Taschkent statt, wo Karimova zu zehn Jahren Haft verurteilt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im September 2019 wurde sie schließlich in einem dritten Strafverfahren wegen krimineller Machenschaften, Betrug und Geldwäsche zu dreizehn Jahren und vier Monaten Haft verurteilt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Bericht der UN-Arbeitsgruppe</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bericht der UN-Arbeitsgruppe vom 8. Juli alarmiert über die Bedingungen der Prozesse und verschiedenen Verurteilungen gegen Gulnora Karimova, die aus Sicht des internationalen Menschenrechts, der <a href="http://chrome-extension://efaidnbmnnnibpcajpcglclefindmkaj/https://www.un.org/depts/german/menschenrechte/aemr.pdf">Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte</a> und des <a href="https://www.ohchr.org/en/instruments-mechanisms/instruments/international-covenant-civil-and-political-rights">Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte</a> erhebliche Rechtsverstöße darstellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Infolgedessen forderte die UN-Arbeitsgruppe die Regierung Usbekistans auf, Karimova eine Entschädigung zu zahlen, eine völlig unparteiische Untersuchung ihres Falles einzuleiten und die für ihre Verhaftung Verantwortlichen vor Gericht zu stellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die UN-Arbeitsgruppe verfügt jedoch trotz ihrer Medienpräsenz über keine verbindliche Rechtskompetenz und hat lediglich beratende Funktion.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Offizielle Antwort der Regierung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der Veröffentlichung dieses Berichts veröffentlichte die Regierung eine <a href="http://nhrc.uz/uz/news/m15969">offizielle Antwort</a> zum Fall Gulnora Karimova, in der sie dessen Schlussfolgerungen vehement bestritt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Ansicht der Regierung sind zahlreiche Elemente dieses Berichts fragwürdig, allen voran die Befangenheit der Arbeitsgruppe. Taschkent erklärte, die Gruppe habe ausschließlich auf der Grundlage der Darstellung der Tochter des ehemaligen Präsidenten gearbeitet und ihre Argumentation darauf gestützt, wobei sie die offizielle Version Usbekistans aufgrund von Verfahrensfristen bewusst außer Acht gelassen habe.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/elf-freunde-muesst-ihr-sein-freunde-des-geheimdienstchefs-was-hinter-der-barca-akademie-in-bischkek-steckt/">Elf Freunde müsst ihr sein – Freunde des Geheimdienstchefs! Was hinter der Barça-Akademie in Bischkek steckt</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Taschkent bekräftigt außerdem, dass alle Strafverfahren unter Einhaltung des usbekistanischen Rechts und im Einklang mit den internationalen Verpflichtungen des Landes zur Achtung der Menschenrechte durchgeführt wurden, und versichert, dass Karimova Zugang zu Anwälten ihrer Wahl hatte. Sie habe auch die Möglichkeit gehabt, gegen die Urteile Berufung einzulegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schließlich gab es laut der offiziellen Erklärung keine politischen Motive und die einzige Absicht der Regierung war es, Gerechtigkeit für die zahlreichen Verbrechen zu üben, die Gulnora Karimova vorgeworfen wurden – darunter Steuerhinterziehung, Korruption, Geldwäsche und massive Veruntreuung öffentlicher Gelder.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Usbekistan verhandelt mit europäischen Staaten über Rückgabe eingefrorener Vermögenswerte</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wie <a href="https://rus.azattyq.org/a/arest-bez-ordera-sud-na-kuhne-rabochaya-gruppa-oon-opublikovala-zaklyuchenie-o-dele-gulnary-karimovoy/33467365.html">Radio Ozodlik</a> berichtet, wird Karimova verdächtigt, mehrere hundert Millionen Dollar veruntreut und in ausländische Banken investiert zu haben. Diese befänden sich insbesondere in Europa, wie beispielsweise in der Schweiz oder in Belgien. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Schätzungen zufolge wurden in der Schweiz rund 840 Millionen US-Dollar (720 Millionen Euro) eingefroren. In Belgien belaufen sich die Zahlen auf schätzungsweise 216 Millionen US-Dollar (185 Millionen Euro). Die genauen Summen, die Karimova veruntreut haben soll, bleiben jedoch unklar und sind schwer zu ermitteln.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/aus-kohle-mach-kohle-bluehen-tadschikistan-bald-millionengewinne-durch-kohlenstoffprojekten/">Aus Kohle mach Kohle: Tadschikistan hofft auf Millionengewinne durch Kohlenstoffprojekte</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus schätzt die Generalstaatsanwaltschaft Usbekistans, dass sich der Gesamtbetrag des Schadens, den Karimova den <em>„Interessen des Staates und der Bürger”</em> zugefügt hat, auf über 1.2 Milliarden Usbekische Sum, über 1.6 Milliarden US-Dollar und über 26,1 Millionen Euro beläuft.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Karimova, Symbol der Unterdrückung oder des Kampfes gegen Korruption</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Summen stellen für die Wirtschaft Usbekistans kolossale Beträge dar. Das Land hat bereits begonnen, Gelder aus den beschlagnahmten Vermögenswerten einzuziehen. <a href="https://rus.ozodlik.org/a/uzbekistan-vpervye-otchitalsya-na-chto-tratit-denjgi-guljnary-karimovoy-vozvraschyonnye-iz-shveytsarii/33399251.html">Laut Radio Ozodlik</a> legte Karimova kürzlich Rechenschaft über die Verwendung dieser Gelder ab, indem sie bedeutende Investitionen im Medizin- und Bildungssektor tätigte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regierung gab bekannt, dass mehrere Tausend medizinische Geräte gekauft, mehr als 11.000 Gesundheitsfachkräfte ausgebildet, über 230 Entbindungsstationen modernisiert, medizinische Protokolle aktualisiert und rund 40 Millionen Euro in verschiedene Bildungs- und Sanierungsprojekte für Schulen investiert worden waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Taschkent bemüht sich um eine gewisse Transparenz bei der Rückgabe der veruntreuten Gelder an den Staat. Dadurch soll der Bruch mit dem alten Regime von Islom Karimov bekräftigt und gleichzeitig die innere und äußere Legitimität der aktuellen Regierung gefestigt werden.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Vladimir Przybylinski für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/ouzbekistan/en-ouzbekistan-lonu-condamne-la-detention-de-goulnara-karimova-tachkent-rejette-les-accusations/">Französischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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			</item>
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		<title>Schweiz stellt 5 Millionen Franken für die Verbesserung des kirgisischen Gesundheitssystems bereit</title>
		<link>https://novastan.org/de/kirgistan/schweiz-stellt-5-mio-chf-fuer-die-verbesserung-des-kirgisischen-gesundheitssystems-bereit/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Chloé Renard]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Aug 2022 20:16:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien & Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitswesen]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Rahmen eines Projekts zur Entwicklung des Gesundheitssystems stellt die Schweiz Kirgistan &#xFC;ber f&#xFC;nf Millionen Schweizer Franken (in Euro fast die gleiche Summe) zur Verf&#xFC;gung. Kirgistan hat mit erheblichen M&#xE4;ngeln im Gesundheitssektor zu k&#xE4;mpfen, was vor allem zu einer hohen Rate an nicht &#xFC;bertragbaren Krankheiten f&#xFC;hrt. Das aktuelle Projekt zielt auf die Pr&#xE4;vention nicht &#xFC;bertragbarer [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Im Rahmen eines Projekts zur Entwicklung des Gesundheitssystems stellt die Schweiz Kirgistan über fünf Millionen Schweizer Franken (in Euro fast die gleiche Summe) zur Verfügung. Kirgistan hat mit erheblichen Mängeln im Gesundheitssektor zu kämpfen, was vor allem zu einer hohen Rate an nicht übertragbaren Krankheiten führt.</strong>

Das aktuelle Projekt zielt auf die Prävention <a href="https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/noncommunicable-diseases">nicht übertragbarer Krankheiten</a> ab. Für die Schweizerische Eidgenossenschaft besteht das übergeordnete Ziel des Projekts darin, dass <em>„der Gesundheitszustand und das Wohlbefinden der kirgisischen Bevölkerung in den Zielgebieten durch eine bessere Kontrolle und ein besseres Management von nicht übertragbaren Krankheiten auf der Ebene der primären Gesundheitsversorgung verbessert werden.“</em>

Die Finanzierungsvereinbarung wurde vom amtierenden Gesundheitsminister Dscharkynbek Kasymbekow und Olivier Bangerter, dem Schweizer Botschafter in der Kirgisischen Republik, am 19. Juli 2022 unterzeichnet.

</p>


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<p class="wp-block-paragraph">

Dank dieser Finanzierung kann die Arbeit nicht nur im Raum Bischkek, sondern &nbsp;auch im Süden des Landes fortgesetzt werden. Diese Herausforderung ist umso größer, als dass in dieser Region über zwei Drittel der kirgisischen Bevölkerung leben.

Das Programm und die damit verbundene Arbeit werden von einer Reihe von Organisationen beaufsichtigt, darunter <a href="https://www.healthyfuturesfoundation.com/">Healthy Future NGO</a>, <a href="https://www.gfa-group.de/">GFA Consulting Group GmbH</a> und <a href="https://www.ehg.dk/">Euro Health Group</a>.
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Übermäßig hohe Rate an nicht übertragbaren Krankheiten</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.eda.admin.ch/countries/kyrgyzstan/de/home/internationale-zusammenarbeit/projekte.filterResults.html/content/dezaprojects/SDC/en/2017/7F09476/phase2">Gemäß der Pressestelle des Projekts</a> sind nicht übertragbare Krankheiten Hauptursache für Invalidität, Krankheiten und vorzeitige Todesfälle (davon 83 Prozent durch nicht übertragbare Krankheiten).

Im Jahr 2020 waren Herz-Kreislauf-Erkrankungen die häufigste Todesursache und machten 52 Prozent aller Todesfälle im Land aus, gefolgt von Krebs (10,8 Prozent) und Atemwegserkrankungen (6,9 Prozent), wie das kirgisische Gesundheitsministerium berichtet.
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Prävention zur besseren Kontrolle dringend erforderlich</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Die hohe Verbreitung nicht übertragbarer Krankheiten wird durch zahlreiche Risikofaktoren wie Unterernährung, Rauchen, Alkoholmissbrauch sowie Bewegungsmangel verschärft, wie das Projekt gezeigt hat. Der weit verbreitete, ungesunde Lebensstil ist ein Hinweis auf die ungenügende Aufklärung der kirgisischen Bevölkerung in Bezug auf nicht übertragbare Krankheiten.

Zudem macht sich das Versagen im Präventionsprozess auf einer anderen Ebene bemerkbar: Das kirgisische Gesundheitssystem ist nicht in der Lage, Frühdiagnosen für nicht übertragbare Krankheiten zu stellen oder eine stationäre Behandlung bereits frühzeitig einzuleiten. Darüber hinaus besteht ein Mangel an qualifiziertem Gesundheitspersonal.
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Erste Projektphase sehr erfolgreich</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Angesichts der Dringlichkeit der Lage ist sich das Gesundheitsministerium des Handlungsbedarfs bewusst. Seit 2017 in Kraft, hat die <a href="https://www.eda.admin.ch/deza/de/home/projekte-fokus/projekte.html/content/dezaprojects/SDC/de/2017/7F09476/phase1">erste Projektphase</a> bis 30. Juni 2022 die meisten ihrer Ziele erreicht. Die medizinische Grundversorgung wurde in den vier nördlichen Regionen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gebiet_Tsch%C3%BCi">Tschüi</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Naryn">Naryn</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gebiet_Talas">Talas</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gebiet_Yssykk%C3%B6l">Yssyk-Köl</a> erheblich ausgebaut.

</p>


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<p class="wp-block-paragraph">

Im Rahmen des Projekts wurden Ärzte und Pflegepersonal zunächst mit nötiger Computerausrüstung ausgestattet. <em>„Das ist ein sehr großer Beitrag zur Digitalisierung des Gesundheitssektors. Sämtliche Aktivitäten sind gut in das System integriert und es besteht keine Gefahr, dass sie nach Projektende eingestellt werden. Im Süden des Landes werden dieselben Ergebnisse wie in dieser ersten Projektphase erwartet“</em>, verkündete Gesundheitsminister Kasymbekow.

Außerdem wurde viel Arbeit in die Patientenüberweisung zu Spezialist:innen investiert und neu wird das <a href="https://www.who.int/publications/i/item/who-package-of-essential-noncommunicable-(pen)-disease-interventions-for-primary-health-care">Protokoll der WHO zu „wesentlichen nicht übertragbaren Krankheiten für die primäre Gesundheitsversorgung“</a> angewandt.

<strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/warum-es-in-kirgistan-ueblich-ist-ueber-selbstmord-zu-schweigen/" target="_blank" rel="noopener">Warum es in Kirgistan üblich ist, über Selbstmord zu schweigen</a></strong>

Ein ähnliches Vorgehen fand auch in den Bereichen Prävention und Förderung eines gesunden Lebensstils statt. Dazu wurden Informationsveranstaltungen und Gesundheitserziehung eingeführt, 70 Prozent der ländlichen Bevölkerung in den nördlichen Regionen nahmen an solchen Aufklärungsveranstaltungen teil. Als Folge davon stellt die Schweizerische Eidgenossenschaft einen Anstieg der ärztlichen Konsultationen bei Männern um 13 Prozent fest.
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Ähnliche Ergebnisse in den südlichen Provinzen angestrebt, allerdings mit größeren Herausforderungen </strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Die deutlichen Verbesserungen im Norden des Landes geben dem Gesundheitsministerium Anlass zur Hoffnung. Tatsächlich werden für die südlichen Provinzen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gebiet_Osch">Osch</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gebiet_Dschalalabat">Dschalal-Abad</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gebiet_Batken">Batken</a> die gleichen Ziele angestrebt.

Am Ende des Aktionsplans im Jahr 2026 ist ein besserer Umgang mit nicht übertragbaren Krankheiten durch die Einführung entsprechender Protokolle und Sensibilisierungskampagnen vorgesehen, wodurch ein effektives und erschwingliches primäres Gesundheitssystem gewährleistet werden soll. Darüber hinaus soll eine gerechte Gesundheitsversorgung, insbesondere auf dem Land, sichergestellt werden. Lassen sich Hausärzte und -ärztinnen in ländlichen Gebieten nieder, entlasten sie die städtischen Krankenhäuser. Diese sind aufgrund des Mangels an Fachleuten für Allgemeinmedizin bereits überlastet.

<strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/es-mangelt-an-allem-amir-talipow-zum-gesundheitswesen-in-kirgistan/" target="_blank" rel="noopener">„Es mangelt an allem“ – Amir Talipow zum Gesundheitswesen in Kirgistan</a></strong>

Dennoch wird es in den südlichen Gebieten schwieriger, ähnlich gute Ergebnisse zu erzielen: 70 Prozent (2,6 Millionen) der kirgisischen Bevölkerung konzentrieren sich auf diese drei südlichen Provinzen. Es ist also eine große Herausforderung, im gleichen Zeitraum dieselben Effekte wie in den nördlichen Regionen zu erzielen.
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Geografische Gebiete und Zielgruppen</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Um die Zahl nicht übertragbarer Krankheiten im Land deutlich zu senken, möchte die schweizerische Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (<a href="https://www.eda.admin.ch/deza/de/home/deza/portraet/textportraet.html">DEZA</a>) auch das System der primären Gesundheitsversorgung in den Städten Osch und Bischkek stärken.

Darüber hinaus konzentrieren sich die Bemühungen auf die Bevölkerung ländlicher Gebiete, die als die wichtigsten Endbegünstigten gelten, sowie auf die Beschäftigten in der primären Gesundheitsversorgung. De facto können 1.560 Hausärzte und -ärztinnen sowie 4.180 Pflegende von den Maßnahmen des Projekts profitieren. Auf nationaler Ebene schließlich erhalten das Gesundheitsministerium und die staatliche Krankenkasse die entsprechenden Zuschüsse. Somit soll das System der primären Gesundheitsversorgung in der Lage sein, eine qualitativ hochwertige Versorgung auf dem Land zu gewährleisten und das Leben der noch isolierten Landbevölkerung zu verbessern.
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Weitere finanzielle Unterstützung ebenfalls Teil des Programms</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Neben der technischen Unterstützung zur Stärkung des Gesundheitsmanagements leistet das Projekt auch finanzielle Hilfeleistung, da die Verbesserung des primären Gesundheitssystems zu einem großen Teil von finanziellen Ressourcen abhängt. <a href="https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/noncommunicable-diseases">Laut WHO</a> sind Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen besonders stark von nicht übertragbaren Krankheiten betroffen, so auch Kirgistan. Aufgrund der dringend benötigten finanziellen Unterstützung des primären Gesundheitssystems hat die Schweiz Unterstützung angeboten.

<strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/teenage-schwangerschaften-in-kirgistan/" target="_blank" rel="noopener">Teenage-Schwangerschaften in Kirgistan</a></strong>

In Kirgistan hatte der Bund für die erste Phase von 2017 bis 2022 bereits rund 4,9 Milliarden Schweizer Franken bereitgestellt. Für das Ende des Aktionsplans im Jahr 2026 plant die Schweiz, weitere zwölf Millionen Franken zu vergeben, einschließlich der von den Partnerorganisationen investierten Beträge.
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Zukunftsaussichten: Schweiz weiterhin zur Unterstützung bereit</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Die Situation im Gesundheitsbereich hat sich bereits enorm verbessert – wenn auch erst in jüngster Zeit. So ist etwa die Sterblichkeit von Kindern unter fünf Jahren drastisch gesunken. Darüber hinaus bestehen weiterhin schwerwiegende Probleme: Der Zugang zu einer qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung ist noch nicht überall im Land gewährleistet und es gibt immer noch viel zu wenig Ärztinnen und Ärzte für Allgemeinmedizin, wie das kirgisische Medium <a href="https://kaktus.media/doc/401812_kyrgyzstany_neobhodimo_v_3_raza_bolshe_vrachey._i_tak_bydet_eshe_20_let_infografika.html">kaktus.media</a> berichtet.

Um das Gesundheitssystem zu stärken und zu erhalten, hat die kirgisische Regierung eine neue Gesundheitsstrategie verabschiedet, die bis 2030 umgesetzt werden soll. Die Schweiz will ihre Entwicklungszusammenarbeit fortsetzen, um Kirgistan bei der erfolgreichen Umsetzung der geplanten Reformen zu unterstützen.
</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Chloé Renard</strong>, <strong>Redakteurin für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/kirghizstan/la-suisse-alloue-cinq-millions-de-francs-suisses-pour-ameliorer-le-systeme-de-sante-kirghiz/" target="_blank" rel="noopener">Französischen</a> von Michèle Häfliger (gekürzte Fassung)</strong> <p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Der Fall Gulnora Karimova vor den Vereinten Nationen</title>
		<link>https://novastan.org/de/usbekistan/der-fall-gulnora-karimova-vor-den-vereinten-nationen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Flavia]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 06 Nov 2021 07:22:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Gulnara Karimova]]></category>
		<category><![CDATA[Gulnora Karimova]]></category>
		<category><![CDATA[Korruption]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Vereinte Nationen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Schweizer Anw&#xE4;lte von Gulnora Karimova haben sich mit einer Beschwerde an eine Arbeitsgruppe der Vereinten Nationen gewandt. Sie stellen die Rechtm&#xE4;&#xDF;igkeit der Haftbedingungen ihrer Mandantin infrage. &#xA0;Die Tochter des ehemaligen usbekischen Staa&#xAD;&#xAD;tschefs befindet sich seit 2014 in Haft. Am 4. Juni 2021 haben die Schweizer Anw&#xE4;lte von Gulnora Karimova &#x2013; Tochter des ehemaligen usbekischen [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Schweizer Anwälte von Gulnora Karimova haben sich mit einer Beschwerde an eine Arbeitsgruppe der Vereinten Nationen gewandt<em>.</em> Sie stellen die Rechtmäßigkeit der Haftbedingungen ihrer Mandantin infrage. &nbsp;Die Tochter des ehemaligen usbekischen Staa­­tschefs befindet sich seit 2014 in Haft.</strong>

Am 4. Juni 2021 haben die Schweizer Anwälte von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gulnora_Karimova">Gulnora Karimova</a> – Tochter des ehemaligen usbekischen Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Islom_Karimov">Islom Karimov</a> (1989-2016) – entschieden, eine Beschwerde gegen die Haftbedingungen ihrer Mandantin einzureichen. Gulnora Karimova ist im Zuge der 2000er Jahre besonders für ihr <em>Jetset-Leben </em>in europäischen Großstädten berühmt geworden und wurde im Jahr 2013 aufgrund von Vorwürfen der Geldwäsche und Veruntreuung angeklagt und verhaftet.

</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">

In einer Pressemitteilung geben die Anwälte der Angeklagten an, eine Beschwerde inklusive Stellungnahme zu der nach ihrer Ansicht willkürlichen Inhaftierung bei einer UN-Arbeitsgruppe eingereicht zu haben. Seit 2014 ist ihre Mandantin permanent entweder im Gefängnis oder auf Bewährung.

<strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/die-schweiz-vs-gulnara-karimova-neue-entwicklungen-in-der-geldwaesche-affaere/">Die Schweiz vs. Gulnara Karimova – neue Entwicklungen in der Geldwäsche-Affäre </a></strong>

Karimova soll in den frühen 2010er Jahren<a href="https://novastan.org/de/usbekistan/die-schweiz-vs-gulnara-karimova-neue-entwicklungen-in-der-geldwaesche-affaere/?noredirect=de-DE"> mehr als 650 Millionen Euro</a> veruntreut haben. Im Juni 2020 hat Frankreich daraufhin erstmals 10 Millionen Euro Korruptionszahlungen an Usbekistan <a href="https://novastan.org/fr/ouzbekistan/biens-mal-acquis-louzbekistan-decrit-lutilisation-des-ex-fonds-de-goulnara-karimova/">zurückgegeben [fr]</a>.
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Systematische Rechtsverletzungen</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Das Ziel der Beschwerde ist es, die Rechtswidrigkeit der Inhaftierung, der sich Karimova unterzieht, bestätigen zu lassen. Die Anwälte fordern die usbekischen Behörden dazu auf, <em>„Gulnora Karimova unverzüglich und bedingungslos in Anlehnung an die internationalen Vereinbarungen freizulassen“. </em>In der Stellungnahme wird außerdem konstatiert, dass die Rechte Karimovas <em>„systematisch verletzt“</em> worden seien.

<strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/saida-mirziyoyeva-und-gulnara-karimova-zwei-praesidententoechter-in-der-politik/">Saida Mirziyoyeva und Gulnora Karimova: Zwei Präsidententöchter in der Politik </a></strong>

Die Genfer Anwälte berichten von einem „Scheinverfahren“, bei dem die ehemalige usbekische Geschäftsfrau weder mit ihren Anwälten sprechen konnte noch diese ihr Recht auf Akteneinsicht wahrnehmen durften. Sie berichten, es sei „das erste Mal, dass wir es mit einer Angeklagten zu tun haben, die von bewaffneten Männern in ihrer Küche verhört wird“. Die Anwälte fordern die UN-Arbeitsgruppe schließlich auch noch dazu auf, das Verhalten der westlichen Justiz zu untersuchen, der sie vorwerfen <em>„Unrecht zu verschleiern“</em>.

</p>


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<p class="wp-block-paragraph">

In der Beschwerde wird daran erinnert, dass Usbekistan regelmäßig von Nichtregierungsorganisationen wegen Verstößen gegen die Menschenrechte, Verwehrung des Rechts auf Verteidigung und die <a href="https://www.amnesty.de/2014/8/12/folter-usbekistan">Anwendung von Folter</a> [fr] öffentlich kritisiert wird.
</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Elliot Obadia, Redakteur für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><strong><a href="https://novastan.org/fr/ouzbekistan/laffaire-goulnara-karimova-portee-devant-les-nations-unies/">Französischen</a></strong><strong> von Flavia Gerner</strong>
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			</item>
		<item>
		<title>Wie die Architektin Saikal Dschunuschowa ökoeffiziente Häuser in Kirgistan baut</title>
		<link>https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/wie-die-architektin-saikal-dschunuschowa-oekoeffiziente-haeuser-in-kirgistan-baut/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Florian Coppenrath]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Oct 2021 14:03:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Architektur]]></category>
		<category><![CDATA[Bau]]></category>
		<category><![CDATA[Energieeffizienz]]></category>
		<category><![CDATA[Ökologie]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Architektin Saikal Dschunuschowa setzt sich in Kirgistan f&#xFC;r &#xF6;koeffizienten Bau ein. Nach zw&#xF6;lf Jahren Ausbildung und Arbeit in der Schweiz baut sie derzeit ein Energieneutrales Haus f&#xFC;r ihre Eltern. Folgender Artikel erschien im russischen Original am 16. September im Rahmen des Projektes &#x201E;Junge Frauen in der Wissenschaft&#x201C; des &#x201E;Zentrums f&#xFC;r Kinderschutz&#x201C; und UNICEF bei [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/wie-die-architektin-saikal-dschunuschowa-oekoeffiziente-haeuser-in-kirgistan-baut/">Wie die Architektin Saikal Dschunuschowa ökoeffiziente Häuser in Kirgistan baut</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Architektin Saikal Dschunuschowa setzt sich in Kirgistan für ökoeffizienten Bau ein. Nach zwölf Jahren Ausbildung und Arbeit in der Schweiz baut sie derzeit ein Energieneutrales Haus für ihre Eltern. Folgender Artikel erschien im russischen Original am 16. September im Rahmen des Projektes „Junge Frauen in der Wissenschaft“ des „Zentrums für Kinderschutz“ und <a href="https://www.unicef.org/kyrgyzstan/">UNICEF</a> bei der kirgisischen <a href="https://kloop.kg/blog/2021/09/16/obyasnyaesh-chto-ty-ne-prosto-zhenshhina-a-spetsialist-kak-arhitektorka-sajkal-stroit-ekologichnye-doma/">Onlinezeitung Kloop.kg</a>.   </strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem Ende des Sommers beginnt in Bischkek bald die kalte Jahreszeit und damit auch die Heizperiode. Schon kurz vor dem Winter wird die Hauptstadt <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/der-nebel-ueber-der-stadt-der-smog-in-der-oeffentlichen-debatte-in-bischkek/">in Smog gehüllt sein</a> und grauer Dunst wird aus den Schornsteinen der Wohnhäuser aufsteigen. Saikal Dschunuschowa ist Architektin und baut seit sechs Monaten ein ökoeffizientes Haus für ihre Familie. Saikal geht in einem weißen Kleid und Ballerinas um das zweistöckige Gebäude herum und zeigt stolz die Konstruktionsdetails. Dieses Haus hat keine Batterien oder einen Heizkessel – es wird von der Sonne beheizt. </p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">

„<em>Ein energieeffizientes Haus ist ein Haus, das keine Ressourcen verbraucht. Das gilt besonders für den Betrieb des Hauses, also die Energie, die zum Heizen und Kühlen verbraucht wird</em>“, sagt Saikal. „<em>Es gibt hier keine Standard-Wandheizungen, keine Heizkörper. Die ursprüngliche Idee war, dieses Haus nur mit Solarwärme zu heizen</em>.“
</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Inspiration aus der Schweiz</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Im Haus hat Saikal alles getan, um die Sonne optimal zu nutzen &#8211; auf allen drei Etagen gibt es Panoramafenster auf der Südseite. Wenn die Sonne im Winter tief steht, dringt sie vollständig in das Haus ein. Im Sommer wird die Sonne hoch stehen &#8211; dank des angepassten Winkels des Vordachs und der weißen Balkone wird sich das Haus nicht aufheizen. https://www.youtube.com/watch?v=mt1zSL7FpXE&amp;t=17s Auf dem Dach befinden sich drei Sonnenkollektoren, die das Wasser erhitzen und die Fußböden im Haus erwärmen. Die Idee, ein solches Haus zu bauen, <a href="https://www.swiss-architects.com/de/architecture-news/gefunden/saikal-zhunushova-ich-war-die-junge-frau-mit-dem-lowtech-ansatz-der-man-wenig-zutraute-doch-meine-argumente-haben-uberzeugt">kam Saikal in der Schweiz</a>, wo sie 12 Jahre lang studiert und gearbeitet hat. Nach Angaben der Architektin nutzt das Land häufig die Sonne zur Beheizung von Wohnhäusern, was umweltfreundlicher und wirtschaftlicher ist. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekistan-nimmt-erstmals-an-architekturbiennale-von-venedig-teil/">Usbekistan nimmt erstmals an Architekturbiennale von Venedig teil</a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Saikal ist jedoch in Sachen Nachhaltigkeit noch einen Schritt weiter gegangen und hat ein System zur Wiederverwertung von Lebensmittelabfällen im Haus installiert. So kann ihre Familie aus Kartoffelschalen oder Wassermelonenschalen Kompost herstellen. Der Traum, Häuser zu entwerfen, kam Saikal, als sie als Kind im Dorf Winogradnoje lebte, circa 40 Kilometer nördlich von Bischkek. Wie sich die Architektin erinnert, war es in ihrem kleinen Haus immer sehr kalt und ungemütlich &#8211; selbst im Sommer musste sie sich warm anziehen. „<em>Wohnungsprobleme haben mich schon immer interessiert. Ich habe mich gefragt, was man tun kann, um solche Probleme zu vermeiden. Mein Vater war auch Architekt, aber er starb früh. Und all seine Zeitschriften, die Literatur, die ich später entdeckte, haben mich inspiriert. Ich konnte auch gut zeichnen; es war klar, dass ich Architektin oder Designerin werden würde</em>“, sagt Saikal. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Entgegen Genderstereotypen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Saikal ging 2009 zum Studium in die Schweiz, eröffnete dort <a href="https://www.oekofacta.com/">das Architekturbüro Oekofacta</a> und baute private und gewerbliche Gebäude. In Kirgistan gibt sie Kurse für zukünftige Architekt:innen und spricht mit ihnen über nachhaltiges und bewusstes Bauen. Trotz aller Erfahrung ist Saikal mit Stereotypen über ihre Rolle in diesem Beruf konfrontiert. Ihr zufolge muss sie auf der Baustelle oft ihre Professionalität unter Beweis stellen und sich auch mit sogenanntem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mansplaining">Mansplaining</a> auseinandersetzen. Aufgrund von Stereotypen und geschlechtsspezifischer Ungleichheit entscheiden sich Frauen in Kirgistan seltener für technische Berufszweige – im Jahr 2020 waren 79 Prozent Männer unter den Architekturstudent:innen. Als Ergebnis wird das Berufsfeld überwiegend von Männern besetzt. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/eine-reise-durch-die-architekturgeschichte-der-kirgisischen-hauptstadt/">Eine Reise durch die Architekturgeschichte der kirgisischen Hauptstadt</a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Am Anfang musst Du erklären, dass Du nicht nur eine Frau bist, sondern eine Expertin, dass Du die Leiterin dieses Projekts bist und alles aus einem bestimmten Grund tust. Und dass Du nicht nur kommst, um zuzuschauen, sondern um bestimmte Details zu besprechen. Das gilt für die Anfangszeit eines Projekts, und wenn sie deine starken Argumente und deine Stärken sehen, können sie nicht mehr auf dich verzichten</em>“, erläutert Saikal. </p>


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<p class="wp-block-paragraph">

Die Architektin ist der Ansicht, dass man mit energieeffizienten Häusern einen erheblichen Beitrag zur Lösung der Luftprobleme in Kirgistan leisten kann. Saikal will sich nicht nur in der Schweiz, sondern auch in Kirgistan für den Bau umweltfreundlicherer Gebäude einsetzen.

„<em>Die Umwelt in Kirgistan</em> [verschlechtert sich]. <em>Jedes Jahr verliert Bischkek Grünflächen, verliert Bäume. [&#8230;] Da wir in Kirgistan sehr viel Sonne haben, haben wir selbst im Winter, wenn es kalt ist und Schnee liegt, immer Sonne. Und hier ist diese Idee&#8230; Warum nutzen wir unseren Vorteil nicht aus?</em>“, schlussfolgert Saikal.
</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aizirek Imanalijewa
<a href="https://kloop.kg/blog/2021/09/16/obyasnyaesh-chto-ty-ne-prosto-zhenshhina-a-spetsialist-kak-arhitektorka-sajkal-stroit-ekologichnye-doma/">Kloop.kg</a></strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Russischen von Florian Coppenrath</strong></p>


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		<item>
		<title>Die Schweiz vs. Gulnara Karimova – neue Entwicklungen in der Geldwäsche-Affäre</title>
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		<dc:creator><![CDATA[mrau]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Mar 2021 19:58:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien & Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Geldwäsche]]></category>
		<category><![CDATA[Gulnara Karimova]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalität]]></category>
		<category><![CDATA[Prozess]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gulnara Karimova, die Tochter des ehemaligen usbekischen Pr&#xE4;sidenten Islom Karimov, ist seit 2013 in einen Korruptions- und Geldw&#xE4;scheskandal in der Schweiz verstrickt. Es geht um insgesamt mehr als 660 Millionen Euro und die Frage, wem das eingefrorene Verm&#xF6;gen rechtm&#xE4;&#xDF;ig geh&#xF6;rt: Karimova, die seit 2014 in ihrer Heimat inhaftiert ist, oder der usbekischen Bev&#xF6;lkerung, die die [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gulnara Karimova, die Tochter des ehemaligen usbekischen Präsidenten Islom Karimov, ist seit 2013 in einen Korruptions- und Geldwäscheskandal in der Schweiz verstrickt. Es geht um insgesamt mehr als 660 Millionen Euro und die Frage, wem das eingefrorene Vermögen rechtmäßig gehört: Karimova, die seit 2014 in ihrer Heimat inhaftiert ist, oder der usbekischen Bevölkerung, die die Gelder als Wiedergutmachung erhalten soll? Im Herbst 2020 kam es zu entscheidenden Entwicklungen im langjährigen Prozess.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Korruptionsskandal in Millionenhöhe, Tarnfirmen auf der ganzen Welt, Geldwäsche auf Schweizer Bankkonten und Hausdurchsuchungen in Genfer Hotels und Villen: Die Tochter des 2016 verstorbenen ersten Präsidenten von Usbekistan <a href="https://www.novastan.org/de/usbekistan/islam-karimow-vom-waisenkind-zum-vater-der-nation/">Islom Karimov</a> ist seit 2013 in einen Gerichtsprozess in der Schweiz verwickelt. Die Anklage? Korruption und Geldwäsche im Zusammenhang mit dem Verkauf von Telekommunikationslizenzen für den usbekischen Markt. Es geht um mehr als 660 Millionen Euro, die von der Schweizer Bundesanwaltschaft eingefroren wurden.</p>


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<p class="wp-block-paragraph">Karimova fordert ihr Vermögen zurück, denn sie benötigt es dringend: Im Jahr 2014 fiel sie in ihrem Heimatland in Ungnade, wurde dort festgenommen und zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt. Mit den Geldern erhofft sie sich, ihre Haft vorzeitig beenden zu können, wie das US-Medium Radio Free Europe/Radio Liberty (RFE) <a href="https://www.rferl.org/a/jailed-gulnara-karimova-offers-686-million-frozen-in-swiss-bank-for-freedom/30455680.html">berichtete</a>. Verschiedene usbekische und internationale NGOs argumentieren jedoch, dass das Vermögen rechtmäßig den EinwohnerInnen Usbekistans gehöre und drängen auf eine schnelle Rückführung nach Usbekistan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Herbst 2020 konnte Karimova in einem wichtigen Etappensieg erwirken, dass die bisherigen Gerichtsurteile im Prozess um die eingefrorenen Gelder noch einmal neu verhandelt werden müssen. Das Schweizer Bundesstrafgericht muss nun überprüfen, ob die frühere Verurteilung von zwei engen Mitarbeitenden von Karimova rechtens ist. Deren Geständnisse sollen nämlich, so Karimovas Pflichtverteidiger Grégoire Mangeat, unter Druck von usbekischen Behörden erfolgt sein und seien daher nicht rechtskräftig.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/islam-karimow-vom-waisenkind-zum-vater-der-nation/"><strong>Islom Karimov – Vom Waisenkind zum Vater der Nation</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nahezu zeitgleich hat die Schweiz ein Abkommen mit Usbekistan unterzeichnet, das den Transfer der veruntreuten Gelder nach Usbekistan regeln soll. Denn die Eidgenossenschaft setzt sich vehement für die schnelle Rückgabe solcher <a href="https://www.eda.admin.ch/dam/eda/de/documents/aussenpolitik/voelkerrecht/edas-broschuere-no-dirty-money_DE.pdf">„illegaler Potentatengelder“</a> ein, um den Missbrauch des Schweizer Finanzplatzes zu verhindern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch wie kam es überhaupt zum größten Geldwäsche-Fall in der Geschichte der Schweiz?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Millionen in der Keksdose&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Juni 2012 spielte sich in der Genfer Filiale der Schweizer Bank Lombard Odier ein merkwürdiges Schauspiel ab, wie ein ursprünglich in der Schweizer Handelszeitung <a href="https://www.blick.ch/wirtschaft/die-schweizer-banker-der-prinzessin-id15495658.html">veröffentlichter Bericht</a> schildert. Eine Frau aus Usbekistan verlangt den Zugriff auf ein Konto einer Briefkastenfirma aus Gibraltar. Ihr Ansuchen bleibt erfolglos, da sie nicht auf der Liste der Zugriffsberechtigten steht. Hauptinhaber des Kontos ist Rustam Madumarov, ein usbekischer <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Dado_(band)">Popstar</a> und Ex-Lebensgefährte von Karimova.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nur drei Tage später wiederholt sich die Szene, dieses Mal wollen Manager von Coca-Cola Usbekistan Zugriff auf das Konto haben. Die mittlerweile misstrauisch gewordenen Mitarbeitenden kontaktieren daraufhin die Schweizer Meldestelle für Geldwäscherei (<a href="https://www.fedpol.admin.ch/fedpol/en/home/kriminalitaet/geldwaescherei.html">MROS</a>). Es stellt sich heraus, dass nach Madumarov bereits international gefahndet wird, die Schweizer Bundesanwaltschaft sperrt seine Konten bei Lombard Odier und weiteren Schweizer Banken. Der Verdacht: Schwere Geldwäsche.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Etwa zur selben Zeit werden die bereits erwähnten usbekischen Coca-Cola Manager in einem Hotelzimmer in Genf von der Schweizer Polizei verhaftet und den usbekischen Behörden überstellt. <a href="https://www.admin.ch/gov/de/start/dokumentation/medienmitteilungen.msg-id-52278.html">Von der Polizei sichergestellte Beweise</a> zeigen, dass nicht Madumarov, sondern in Wirklichkeit Karimova hinter der Geldwäsche steckt.</p>


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<p class="wp-block-paragraph">Als Ständige Vertreterin Usbekistans bei den Vereinten Nationen und anderen Organisationen in Genf genießt sie zunächst jedoch diplomatische Immunität. Die Bundesanwaltschaft (BA) entscheidet sich daraufhin, ihre Immunität aufzuheben und stellt sie im September 2013 unter Untersuchung. „<em>Als mögliche Vortat zur Geldwäscherei gelten mutmasslich unrechtmässige Vorgänge im usbekischen Telekommunikationsmarkt. Anknüpfungspunkt für die Untersuchung der BA sind damit zusammenhängende Vermögenswerte in der Schweiz</em>“, heißt es in der <a href="https://www.admin.ch/gov/de/start/dokumentation/medienmitteilungen.msg-id-52278.html">Presseerklärung</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Fall entwickelt sich zu einem der spektakulärsten Geldwäsche-Skandale der Schweiz: Über 800 Schweizer Franken (660 Millionen Euro) werden eingefroren, die Bundesanwaltschaft konfisziert Wertgegenstände und Immobilien aus dem näheren Umfeld Karimovas und in einem ihrer Bankschließfächer findet die Polizei umgerechnet 2,8 Millionen Euro sowie Schmuck im Wert von 6,5 Millionen Euro – gelagert in Keksdosen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Schweizer Bundesanwälte konnten daraufhin bestätigen, dass die sichergestellten Gelder aus unrechtmäßigen Verträgen zwischen Karimova und schwedischen sowie niederländischen Telekommunikationsfirmen stammen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Schmutzige Deals mit Telekommunikationslizenzen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Zuge der rasanten Entwicklung von Mobilfunknetzen und der steigenden Nutzung von Smartphones ist es in Ländern wie Usbekistan eine gängige Praxis <a href="http://www.itu.int/ITU-D/treg/Documentation/Infodev_handbook/2_Licensing.pdf">Telekommunkations-Lizenzen</a> an ausländische Investoren zu vergeben, um auf diese Weise die Kommunikationsinfrastruktur zu modernisieren. Normalerweise sollten diese Lizenzen durch ein transparentes Ausschreibungsverfahren von einer unabhängigen Telekomaufsicht vergeben werden. Der usbekische Telekommunikationssektor befand sich jedoch <a href="http://statecrime.org/data/2017/08/Full-Report-with-Executive-Summary.pdf">bereits seit 2003 fest in Karimovas Hand</a>, so ein <a href="http://statecrime.org/data/2017/08/Full-Report-with-Executive-Summary.pdf">Bericht der International State Crime Initiative</a>. Sie hatte einen direkten Einfluss auf das Lizenzgeschäft und konnte eigenständig entscheiden, welche Unternehmen den Zuschlag für die lukrativen Lizenzen erhielten. Wer ihr kein Bestechungsgeld bezahlte, ging leer aus oder verlor seine bereits erworbenen Lizenzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/diktatoren-ohne-grenzen/"><strong>Diktatoren ohne Grenzen</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Verschiedene Unternehmen, darunter die halbstaatliche schwedische Teliasonera und die niederländische VimpelCom, erwarben so wettbewerbslos und ohne größeren finanziellen Aufwand usbekische Lizenzen. Sie zahlten Gelder an eine in Gibraltar gemeldete Briefkastenfirma namens Takilant Ltd, deren Eigentümerin Gayane Avakyan eine enge Mitarbeiterin von Karimova war. Die damaligen führenden Köpfe von Teliasonera sind bis heute straffrei geblieben, ein schwedisches Gericht hat das Urteil <a href="https://thediplomat.com/2021/02/off-the-hook-acquittals-of-swedish-telecom-officials-linked-to-uzbek-bribery-scandal-upheld/">noch im Februar 2021 bestätigt</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um die von den Telekommunikationsunternehmen gezahlten Bestechungsgelder zu waschen, entwickelt Karimova ein ausgeklügeltes System: Ihre usbekische Firma L’Office koordinierte die Gründung eines ganzen Netzwerks von Subunternehmen, die ihren Sitz hauptsächlich in der Schweiz hatten. Takilant Ltd. und die Schweizer Firmen verschoben untereinander Millionenbeträge, als Vorwand für die Transaktionen nannten sie Beraterverträge. „<em>Es ist wichtig, die Vermögen durch ein komplexes Firmennetz zu schleusen, mit Firmen, die nur zur Verschleierung dienen</em>“, heißt es in <a href="https://www.blick.ch/wirtschaft/die-schweizer-banker-der-prinzessin-id15495658.html">sichergestellten Strategiepapieren von L’Office</a>. Nachdem die die Gelder mit dieser Methode gewaschen wurde, kauften die Subunternehmen Immobilien, Schmuck und Modeartikel. Alles mit dem Ziel, Karimovas Privatvermögen und ihren Einfluss zu steigern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Fall von der Macht</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Geschehnisse in der Schweiz hatten auch Auswirkungen auf Karimovas Stellung in ihrer Heimat. Während sie für lange Zeit als potentielle Nachfolgerin ihres Vaters für das Präsidentenamt gehandelt wurde, geriet sie nun unter Beschuss durch rivalisierende Interessengruppen und <a href="http://statecrime.org/data/2017/08/Full-Report-with-Executive-Summary.pdf">wurde zunehmend politisch isoliert</a>. Nachdem sich dann auch ihr eigener Vater von ihr distanzierte, nutzten ihre Rivalen, darunter der damalige Chef der des usbekischen Nationalen Sicherheitsdiensts (SNB), <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rustam_Inoyatov">Rustam Inoyatov</a>, der aktuelle Präsident Shavkat Mirziyoyev (damals Premierminister), und der damalige Finanzminister Rustam Azimov, diese Gelegenheit, um Karimova zu entmachten: Im <a href="https://www.nzz.ch/nzzas/nzz-am-sonntag/usbekische-praesidententochter-die-prinzessin-lebt-ld.139851">Februar 2014 wurde sie vom SNB unter Hausarrest gestellt</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kristian Lasslet, Co-Direktor der Initiative <a href="https://uzinvestigations.org/about/">UzInvestigations</a> <a href="http://statecrime.org/data/2017/08/Full-Report-with-Executive-Summary.pdf">begründet Karimovas Fall folgendermaßen</a>: „<em>Schlussendlich überschätzte sich Karimova, als sie damit begann, wirtschaftliche und politische Macht zu ergreifen, ohne in der Lage zu sein ihre Position langfristig gegenüber ihren Rivalen abzusichern.</em>“ Avakyan, Madumarov sowie weitere Mitarbeitende Karimovas wurden anschließend ebenfalls festgenommen und zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Karimova selbst wird etwa ein Jahr nach ihrer Festnahme, im August 2015, zu fünf Jahren Haft verurteilt. Wie ihre Tochter Iman Karimova gegenüber dem <a href="https://www.theguardian.com/world/2019/mar/12/gulnara-karimova-new-details-emerge-in-story-of-uzbekistans-first-daughter">Guardian</a> erklärte, habe der Gerichtsprozess in der Küche des Hauses stattgefunden, in dem sie sich seit ihrer Festnahme befand. Details zu Karimovas Verurteilung kamen jedoch erst im Dezember 2016 ans Licht, als sie aufgrund des noch laufenden Geldwäscherei-Prozesses von Staatsanwälten aus der Schweiz vernommen wurde. Dies war das erste Mal seit ihrer Festnahme im Jahr 2014, dass <a href="https://www.wsj.com/articles/uzbekistans-gulnara-karimova-questioned-by-swiss-prosecutors-over-money-laundering-allegations-1484478684">unabhängige Quellen über Karimovas Verbleib berichten konnten</a>. Als sie nicht einmal bei der Beerdigung ihres im August 2016 <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekistans-prsident-islam-karimow-ist-tot/">verstorbenen Vaters</a> anwesend war, wurde zwischenzeitlich sogar darüber spekuliert, ob sie überhaupt noch am Leben sei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch in den Jahren darauf gab es kaum ein Lebenszeichen von der Präsidententochter: Im Dezember 2017 wurde sie <a href="https://thediplomat.com/2020/03/another-13-years-on-corruption-charges-for-gulnara-karimova/">laut dem Online-Nachrichtenmagazin The Diplomat</a> zu einer weiteren zehnjährigen Haftstrafe verurteilt, die nur kurze Zeit später in einen fünfjährigen Hausarrest umgewandelt wurde. Im April 2018 konnte sich sie erstmals seit über einem Jahr mit ihrem Schweizer Pflichtverteidiger Mangeat treffen, <a href="https://www.rferl.org/a/uzbekistan-gulnara-karimova-defense-lawyer-concessions-corruption-mirziyoev/29316295.html">berichtete RFE</a>. In einem zitierten Interview mit der Neuen Zürcher Zeitung betonte er, dass seine Klientin bereit sei, „Zugeständnisse einzugehen“, um zu einer „vernünftigen Lösung“ zu kommen. Bevor es dazu kommen konnte, wurde Karimovas Hausarrest <a href="https://www.rferl.org/a/uzbekistan-gulnara-karimova-prison/29805872.html">im März 2019 jedoch vorzeitig beendet</a> und sie wurde erneut ins Gefängnis überstellt. Als Grund wurde angeführt, sie hätte das Haus ihrer Tochter, in dem sie sich seit 2018 aufhielt, unerlaubterweise verlassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut einer weiteren <a href="https://www.rferl.org/a/jailed-gulnara-karimova-offers-686-million-frozen-in-swiss-bank-for-freedom/30455680.html">Meldung von RFE</a> wandte sich Karimova im Februar 2020 über Instagram an den aktuellen usbekischen Präsidenten Mirziyoyev, und versprach ihm die in der Schweiz eingefrorenen Gelder als Austausch für eine umgehende Freilassung, was jedoch ohne Folgen blieb. Nur einen Monat später, im März 2020, wurde Karimova in einem dritten Prozess zu weiteren 13 Jahren Haft verurteilt. Der Grund hierfür sei <a href="https://thediplomat.com/2020/03/another-13-years-on-corruption-charges-for-gulnara-karimova/">The Diplomat zufolge</a> unter anderem Erpressung und Geldwäsche.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Währenddessen in der Schweiz</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Schweizer Bundesanwaltschaft war zwischenzeitlich ebenfalls nicht untätig: Im Mai 2018 sprach sie zunächst zwei Urteile gegen Madumarov und Avakyan aus. Beide saßen zu dieser Zeit ihre Haftstrafen in Usbekistan ab und hatten Geständnisse abgelegt. Das in der Schweiz eingefrorene Vermögen sollte nun möglichst schnell an Usbekistan zurückerstattet werden. Mangeat kritisierte diese Schritte jedoch, denn <em>„“[d]ie Strafbefehle sind eine schwere Verletzung des Rechts auf einen fairen Prozess und des Rechts von Gulnara Karimova auf Gleichbehandlung</em>“, so der Anwalt in einem <a href="https://nzzas.nzz.ch/wirtschaft/geldwaesche-millionen-fuer-usbekistan-karimowa-ld.1395429">Interview mit der NZZ am Sonntag im Juni 2018</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem seien die Geständnisse auf Druck der usbekischen Behörden erfolgt und daher nicht rechtskräftig. Mangeat verweist auf einen Report von Amnesty International, wonach die usbekischen Behörden regelmäßig <a href="https://www.amnesty.org/download/Documents/EUR6211192015GERMAN.PDF">Folter einsetzen, um Geständnisse zu erhalten</a>. „An der Freiwilligkeit der Geständnisse bestehen große Zweifel“, gibt er im <a href="https://nzzas.nzz.ch/wirtschaft/geldwaesche-millionen-fuer-usbekistan-karimowa-ld.1395429">selben Interview mit der NZZ</a> zu bedenken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nur einen Monat später, im Juni 2018, fordert die am Verfahren beteiligte Takilant Ltd., dass die Urteile noch einmal neu überprüft und entschieden werden sollen. Im April 2019 kommt es dann zum <a href="https://www.luzernerzeitung.ch/wirtschaft/rueckschlag-fuer-bundesanwaltschaft-im-fall-karimowa-ld.1109309">ersten Rückschlag für die Schweizer Justiz</a>: Der Verfahrensleiter der Bundesanwaltschaft Patrick Lamon wird für befangen erklärt, da er sich im September 2018 mit der usbekischen Staatsanwaltschaft traf, und wird vom Fall Karimova abgezogen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Oktober 2020 folgt ein <a href="https://www.nzz.ch/schweiz/schweiz-zahlt-korruptionsgelder-an-usbekistan-zurueck-genf-und-zuerich-verzichten-auf-ihre-ansprueche-ld.1585306">weiterer Rückschlag</a>: Die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts in Bellinzona gibt einem Rekurs statt, wonach nicht Mangeat, sondern Karimova selbst berechtigt sei Takilant Ltd. vor Gericht zu vertreten. Laut Bundesstrafgericht bedeute dies, dass dem Einspruch der Takilant Ltd. aus dem Jahr 2018 stattgegeben werden muss. Die Urteilssprüche gegen Avakyan und Madumarov müssen nun noch einmal neu überprüft werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Parallel dazu veröffentlichen die Schweiz und Usbekistan im Herbst 2020 <a href="https://www.eda.admin.ch/eda/de/home/das-eda/aktuell/news.html/content/eda/de/meta/news/2020/9/11/80393">eine bilaterale Absichtserklärung im Zusammenhang mit den eingefrorenen Geldern</a>. Im Text heißt es, dass das Vermögen komplett an Usbekistan zurückerstattet werden solle, da es auf illegale Weise in die Schweiz gelangt ist und allen UsbekInnen zustehe. Noch ausstehend sind jedoch die Modalitäten der Rückführung: Wie kann sichergestellt werden, dass die Gelder auch der Bevölkerung zugutekommen? Laut Absichtserklärung gelte es, Transparenz, Rechenschaft und Überwachung des Rückerstattungsprozesses zu garantieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Für das Wohl der usbekischen Bevölkerung?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits im Jahr 2017 argumentierte Kristian Lasslet in <a href="http://statecrime.org/data/2017/08/Full-Report-with-Executive-Summary.pdf">seinem Bericht</a>, dass das Vermögen von Karimova rechtmäßig der Bevölkerung Usbekistans gehöre. Eine Rückführung sei jedoch einzig durch die Gründung einer unabhängigen Stiftung gewährleistet, welche die Gelder in einem demokratisch gesteuerten Prozess verwaltet. Aufgrund der noch immer vorherrschenden Korruption in Gesellschaft und Politik Usbekistans seien dortige Institutionen derzeit noch nicht in der Lage, diese Aufgabe zu bewältigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/human-rights-watch-kritisiert-annaeherung-zwischen-der-eu-und-usbekistan/"><strong>Human Rights Watch kritisiert Annäherung zwischen der EU und Usbekistan</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Ansicht teilt auch das Uzbek Asset Return Network (UARN), eine Koalition verschiedener usbekischer und internationaler NGOs. In einer <a href="https://www.uzbekforum.org/call-for-transparency-and-accountability-in-the-return-of-gulnara-karimova-stolen-assets-to-uzbekistan/">Absichtserklärung vom März 2020</a> forderte das UARN die Schweizerische Eidgenossenschaft auf in ihren Verhandlungen mit Usbekistan im Zuge des Rückerstattungsprozesses absolute Transparenz und Rechenschaft einzuhalten und warnte, dass die Gelder nicht an Karimova zurückgehen dürfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die bilaterale Erklärung zwischen der Schweiz und Usbekistan im Herbst 2020 wurde daher von VertreterInnen des UARN genauestens analysiert. Sie betonten, dass die Schweiz nicht auf frühere vermeintliche Erfolge anknüpfen dürfe. Konkret erwähnten sie ein Übereinkommen zwischen Kasachstan und der Schweiz aus dem Jahr 2012, das von Schweizer PolitikerInnen gerne als <a href="https://www.eda.admin.ch/dam/eda/en/documents/aussenpolitik/voelkerrecht/edas-broschuere-no-dirty-money_EN.pdf">positives Beispiel einer Rückführung von veruntreuten Geldern hervorgehoben wird</a>. Das UARN sieht dieses Abkommen als gescheitert an, denn es hatte sich herausgestellt, dass die NGOs, welche mit der Betreuung der Gelder beauftragt wurden, der regierenden <em>Nur Otan</em> Partei nahestanden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um dies zu verhindern, müsse im Fall von Usbekistan ein unparteiisches Aufsichtsorgan beauftragt werden, um die rückgeführten Gelder zu verwalten. Unabhängige NGOs und Pressemedien seien gefragt, dieses Aufsichtsorgan streng zu beobachten und stetige Transparenz zu verlangen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ob die usbekische Bevölkerung am Ende tatsächlich die Millionen aus der Keksdose erhält oder ob sich die Ereignisse in Kasachstan wiederholen, wird sich zeigen. Karimova selbst hat ebenfalls noch nicht aufgegeben und wird ihr Vermögen weiterhin gerichtlich zurückfordern.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Maximilian Rau</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Journalist für Novastan.org</strong></p>


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		<title>Der Schweizer Bundespräsident auf Staatsbesuch in Kasachstan</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Robin Roth]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 Nov 2019 06:13:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Bilaterale Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Schweizer Bundespr&#xE4;sident Ueli Maurer ist am 22. November zu einem eint&#xE4;gigen Staatsbesuch nach Kasachstan geflogen. Er traf den amtierenden Pr&#xE4;sidenten Tokajew, dessen Amtsvorg&#xE4;nger Nasarbajew und Premierminister Mamin. Das Staatsoberhaupt der Schweiz, Bundespr&#xE4;sident Ueli Maurer, ist am 22. November zu mehreren Arbeitsgespr&#xE4;chen in der kasachstanischen Hauptstadt Nur-Sultan eingetroffen. Auf der Tagesordnung standen die Vertiefung der [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Der Schweizer Bundespräsident Ueli Maurer ist am 22. November zu einem eintägigen Staatsbesuch nach Kasachstan geflogen. Er traf den amtierenden Präsidenten Tokajew, dessen Amtsvorgänger Nasarbajew und Premierminister Mamin.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Das Staatsoberhaupt der Schweiz, Bundespräsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ueli_Maurer">Ueli Maurer</a>, ist am 22. November zu mehreren Arbeitsgesprächen in der kasachstanischen Hauptstadt Nur-Sultan eingetroffen. Auf der Tagesordnung standen die Vertiefung der bilateralen Beziehungen und die Zusammenarbeit auf internationaler Ebene. Darüber hinaus wurde Maurer von einer Wirtschaftsdelegation begleitet.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p></p>
<p style="text-align: justify">Maurer wurde am morgen mit allen Ehren im Präsidentenpalast von Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Kassym-Dschomart Tokajew</a> empfangen, bevor sich beide Staatsoberhäupter zu Gesprächen im kleinen Kreis zurückzogen. In den anschließenden erweiterten Runde hob Tokajew die hohe Bedeutung der bilateralen Beziehungen zwischen Kasachstan und der Schweiz hervor. <em>„Ich bin zuversichtlich, dass Ihr Besuch ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung der Zusammenarbeit zwischen unseren Staaten ist. Diese Zusammenarbeit nimmt zu und wir werden weiterhin alles tun, um die Dynamik gegenseitig vorteilhafter Kontakte im politischen und wirtschaftlichen Bereich zu erhalten“</em>, <a href="http://www.akorda.kz/en/events/akorda_news/meetings_and_receptions/the-presidents-of-kazakhstan-and-switzerland-held-talks-in-an-expanded-format">sagte</a> Kassym-Dschomart Tokajew.</p>
<p style="text-align: justify">Ueli Maurer betonte hingegen die Rolle Kasachstans als regionale Wirtschaftsmacht. <em>„Kasachstan ist für uns eine Brücke zwischen Asien und Europa in verschiedenen Aspekten, sowohl aus politischer als auch wirtschaftlicher Sicht. Ihr Land wird eine wachsende Rolle in der Welt spielen, in der internationalen Gemeinschaft. Wir sind sehr froh, dass wir einen Partner wie Kasachstan haben, mit dem wir die Beziehungen zwischen Asien und Europa aufrichtig und offen diskutieren und einen gemeinsamen Beitrag zur gegenseitigen Verständigung leisten können“</em>, sagte das Schweizer Staatsoberhaupt.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Wirtschaft im Fokus</strong></p>
<p style="text-align: justify">Insbesondere die wirtschaftlichen Beziehungen beider Länder dürften der Grund dafür sein, dass Tokajew die Schweiz als einen der wichtigsten Partner auf dem europäischen Kontinent hervorhob. <em>„Wir haben eine Tradition der guten Zusammenarbeit in allen Bereichen und vor allem in der Wirtschaft. Die Schweiz ist einer der wichtigsten Handelspartner und Investoren für die kasachstanische Wirtschaft“</em>, zitiert das Nachrichtenportal <a href="https://informburo.kz/novosti/kasym-zhomart-tokaev-provyol-peregovory-s-prezidentom-shveycarii-uli-maurerom-v-akorde-98697.html">Informburo.kz</a> den Präsidenten Kasachstans.</p>
<p style="text-align: justify">Mehr als 40 Schweizer Unternehmen sind bereits in Kasachstan tätig. Die Schweiz ist dabei der drittgrößte Investor in dem zentralasiatischen Land. Laut <a href="https://primeminister.kz/ru/news/premer-ministr-a-mamin-provel-peregovory-s-federalnym-prezidentom-shveycarii-u-maurerom">Angaben</a> der kasachstanischen Regierung belief sich der Warenverkehr zwischen beiden Ländern im Jahr 2018 auf 3,1 Milliarden US-Dollar und in der ersten Jahreshälfte 2019 stiegt er im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 40 Prozent an. Seit 2005 hat die Schweiz mehr als 24 Milliarden US-Dollar in die kasachstanische Wirtschaft investiert. Schweizer Unternehmen sind unter anderem in der Landwirtschaft, im Transport- und Finanzsektor, im Bergbau und in der verarbeitenden Industrie sowie im Groß- und Einzelhandel aktiv.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/die-schweiz-ist-der-groste-markt-fur-usbekische-exporte/"><strong>Die Schweiz ist der größte Markt für usbekische Exporte</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Folgerichtig standen bei den Gesprächen mit Premierminister <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Asqar_Mamin">Askar Mamin</a> und dem <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/praesident-nursultan-nasarbajew-tritt-zurueck/">im März zurückgetretenen</a> Ersten Präsidenten Kasachstans <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nursultan_Nasarbajew">Nursultan Nasarbajew</a> ebenfalls wirtschaftliche Themen im Mittelpunkt. Mit Mamin sprach der Schweizer Bundespräsident über die Aussichten für die Zusammenarbeit in einem breiten Spektrum von Bereichen — unter anderem Handel, Wirtschaft, Investitionen, Transitverkehr, Landwirtschaft, Kommunikation, Tourismus, Gesundheit und Bildung und Wasserwirtschaft.</p>
<p style="text-align: justify">Auch Nasarbajew hob die wirtschaftlichen Beziehungen hervor. <em>„Ich freue mich über Ihren Besuch in Kasachstan. Ich habe Ihr Land mehrmals besucht. Die Schweiz ist einer der großen und wichtigen Handelspartner Kasachstans. Ihr Land hat uns immer unterstützt. Kasachstan muss die etablierte Zusammenarbeit fortsetzen. Wir haben viele Projekte, die das Schweizer Geschäft interessieren könnten“</em>, sagte der Erste Präsident Kasachstans laut einem Bericht des Nachrichtenportals <a href="https://tengrinews.kz/kazakhstan_news/nazarbaev-vstretilsya-s-prezidentom-shveytsarii-384743/">Tengri-News</a>.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Direkte Flugverbindung geplant</strong></p>
<p style="text-align: justify">Wie aus einer <a href="https://www.efd.admin.ch/efd/de/home/dokumentation/nsb-news_list.msg-id-77190.html">Pressemitteilung</a> des Eidgenössischen Finanzdepartments hervorgeht, sei einer der Gesprächsgegenstände die Initiave <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/One_Belt,_One_Road">One belt, One Road</a> gewesen, die als Brücke zwischen Asien und Europa gewürdigt worden sei. Bereits im Frühling dieses Jahres war in Peking zwischen der Schweiz und China eine Absichtserklärung unterzeichnet worden, welche die Kooperation zwischen der Schweiz, China und Drittstaaten erleichtern soll.</p>
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<p style="text-align: justify">In diesem Zusammenhang hob Ueli Maurer auch die wichtige geostrategische Lage Kasachstans und seine Rolle als Brückenkopf zwischen Europa und Asien hervor. Diese Rolle unterstrich er außerdem, indem er eine die Einrichtung einer direkten Flugverbindung zwischen der kasachstanischen Hauptstadt und dem schweizerischen Wirtschaftszentrum vorschlug.  <em>„Wir müssen einen direkten Flugverkehr zwischen Zürich und Nur-Sultan einrichten, weil dies die Annäherung der Menschen und ihre Vertrautheit miteinander fördern wird. Und das ist der Grundgedanke unserer Zusammenarbeit“</em>, <a href="https://tengrinews.kz/kazakhstan_news/otkryit-reys-nur-sultan-tsyurih-predlojil-prezident-384727/">sagte</a> der Schweizer Bundespräsident.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Robin Roth, </strong><strong>Redakteur bei Novastan</strong></p>
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		<title>Die Schweiz ist der größte Markt für usbekische Exporte</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Florian Coppenrath]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Oct 2018 16:55:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Export]]></category>
		<category><![CDATA[Gold]]></category>
		<category><![CDATA[Handel]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit Beginn des Jahres hat Usbekistan mehr in die Schweiz exportiert, als in alle asiatischen&#xA0; L&#xE4;nder zusammen. Laut einem Bericht der usbekischen Zentralbank ist die Schweiz somit bei weitem der wichtigste Handelspartner f&#xFC;r usbekische Exporte. Die Meldung erschien im russischen Original bei Spot.uz. &#xA0;&#xA0; 31 Prozent aller usbekischen Exporte der ersten Jahresh&#xE4;lfte 2018 gingen in [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Seit Beginn des Jahres hat Usbekistan mehr in die Schweiz exportiert, als in alle asiatischen  Länder zusammen. Laut einem Bericht der usbekischen Zentralbank ist die Schweiz somit bei weitem der wichtigste Handelspartner für usbekische Exporte. Die Meldung erschien im russischen Original bei </strong><a href="https://www.spot.uz/ru/2018/09/20/switzerland/?utm_source=push&amp;utm_medium=telegram"><strong>Spot.uz</strong></a><strong>.   </strong></p>
<p style="text-align: justify">31 Prozent aller usbekischen Exporte der ersten Jahreshälfte 2018 gingen in die Schweiz, gegen 18 Prozent nach Russiand und 16 Prozent nach China.</p>
<p style="text-align: justify">Die Schweiz kaufte Usbekistan wahren im Wert von 1,5 Milliarden US-Dollar, also mehr als alle asiatischen Länder zusammen (1,3 Milliarden) und fast so viel, wie alle GUS-Länder (1,7 Milliarden).</p>
<p style="text-align: justify">Usbekistans wichtgste Exportgüter, nicht nur in die Schweiz, sind Edelmetalle, insbesondere Gold. Diese machen 30 Prozent des usbekischen Exports aus. „Die Goldverkäufe, berechnet nach Durchschnittspreisen, betrugen 30 Tonnen im ersten Quartal und 6,6 Tonnen im zweiten Quartal“, so der Bericht der Zentralbank.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/das-chatkal-tal-ein-kirgisisches-klondike-uber-bergbau-isolation-und-korruption/">Das Chatkal-Tal &#8211; ein „kirgisisches Klondike“: über Bergbau, Isolation und Korruption</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Der Weltpreis für Gold ist zwischen dem ersten und dem zweiten Quartal um 1,8 Prozent zurückgegangen,  dementsprechend betrug der Anteil von Gold an den Gesamtexporten Usbekistans im ersten Quartal 44 Prozent und im zweiten nur 12,3 Prozent.</p>
<p style="text-align: justify">Trotz Rückgang im zweiten Quartal sind Edelmetalle im ersten Halbjahr 2018 Usbekistans wichtigstes Exportgut, mit insgesamt 1,5 Milliarden US-Dollar. Also ebensoviel, wie die Exporte in die Schweiz.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Spot.uz</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem russischen von Florian Coppenrath</strong></p>
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<p><strong> </strong></p>
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		<title>Schweizer Käse und der Kampf tadschikischer Frauen gegen Russlands Krise</title>
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		<dc:creator><![CDATA[alinkor]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jan 2016 11:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Käse]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Projekt]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Tadschikistan f&#xFC;hrt die russische Krise zu sinkenden R&#xFC;ckzahlungen der Arbeitsmigranten. Eine Initiative von UN Women will tadschikischen Frauen helfen, eigene Gesch&#xE4;ftsmodelle zu verwirklichen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><em><strong>Die Wirtschaftskrise in Russland hat Auswirkungen bis nach Tadschikistan, wo immer weniger Rückzahlungen ankommen. Die Frauen im Land sind nur selten erwerbstätig. Ein Austausch mit Schweizer Käserinnen soll nun zur Emanzipation und wirtschaftlichen Unabhängigkeit der Frauen beitragen. </strong></em></p>
<p style="text-align: justify">Anfang Dezember besuchten vier Schweizer Käserinnen Tadschikistan. Im Rahmen des von UN Women geförderten Projekts „Stärkung von verlassenen Frauen aus Migrantenfamilien in Tadschikistan“ besuchten sie die Gebiete Sughd, das Rascht-Tal und die Hauptstadt Duschanbe.</p>
<p style="text-align: justify">„Das Projekt ist ein Austausch von vier Tadschikinnen und vier Schweizerinnen, die mit der Milchverarbeitung Geld verdienen und ihr Fachwissen teilen wollen,“ sagt die Projektkoordinatorin Martina Schlapbach von UN Women Tajikistan.</p>
<p style="text-align: justify">In einem ersten Teil haben die Käserinnen zusammen die Milchverarbeitungskooperativen „Asamat“ und „Guncha“ besucht, jeweils in <u><a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Jirgatol_District">Jirgatol</a></u> (im Nordosten) und in <u><a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Ghonchi">Gontschi</a></u> (im Norden). Im Februar findet der zweite Teil des Austauschs in der Schweiz statt.</p>
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="height: 399px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/1090/td_kse4.jpeg" alt="Käse Schweiz Tadschikistan" /></p>
<p style="text-align: justify">Die Frauen treffen sich, um etwas über die Käseverarbeitung in Tadschikistan und der Schweiz zu lernen. Dabei stehen sie selbst, nicht der Käse, im Zentrum. Wie Michela Esposto, Landwirtin aus Glarus, erzählt: „Wir durften die Familienhäuser besuchen, ihr Privatleben sehen. Ich habe die Zeit sehr genossen. Die Frauen wohnen hier mit ihren Familien in Mehrgenerationenhäusern und können zusammen praktisch alles machen!“</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Frauenkooperativen in Tadschikistan</strong></p>
<p style="text-align: justify">In den ländlichen Gebieten Tadschikistans sind die meisten Männer nach Russland emigriert oder arbeitslos. Manche Frauen haben sich daher in Frauenkooperativen zusammengeschlossen. Für sie ist dies ein Weg, eigenes Geld zu verdienen, da ihre Männer wegen der russischen Krise nicht genug Geld zuschicken können oder als illegale Einwanderer <u><a href="http://jahonnamo.tj/en/politics/20684-over-30-000-illegal-migrants-deported-from-csto-member-states-csto-secretary-general.html">ausgewiesen wurden. </a></u></p>
<p style="text-align: justify">Tadschikistan ist das Land, in dem Rückzahlungen weltweit den größten Teil des BIP ausmachen – 2014 noch ca. 41 Prozent. Nicht nur der Staatshaushalt, sondern auch die Frauen sind damit stark von ihren Männern abhängig. Die Kooperativen sollen bei niedrigem Rubelkurs und stark sinkenden Rückzahlungen ihr wirtschaftliches Überleben sichern.</p>
<p style="text-align: justify">„Natürlich war es schwierig. Wir haben Gruppen aus Migrantenfamilien gegründet und eine Kasse gestiftet. Am Ende waren wir 30 Frauen. Jede von uns hatte 2-3 Kühe. Dann haben wir uns entschieden, eine gemeinsame Milchhalle zu schaffen. Die Koordinatorin der Frauenkooperative Mamlakat Abdusamatova stellt uns dafür kostenlos ein Gebäude zur Verfügung. Jede Frau hat 1.000 TJS (ca. 130 EUR) in die Kasse getan, um diese ehemalige Scheune zu renovieren. Die Organisation <u><a href="http://www.cesvi.org/projects/tajikistan-eng">CESVI</a></u>, Cooperazione e Sviluppo (Kooperation und Entwicklung), hat uns Geräte gespendet. So haben wir begonnen,“ erzählt Rukhsora Usmonova, Leiterin der Milchverarbeitungskooperative „Guncha“ in Gontschi (Sughd).</p>
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="height: 399px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/1090/td_kse2.jpeg" alt="Käse Gontschi Tadschikistan" /></p>
<p style="text-align: justify">Frauen haben meist eine sehr traditionelle Rolle in Tadschikistan: viele Hochzeiten sind arrangiert und sie dürfen nicht arbeiten, müssen sich um Familie, Kinder und Haushalt kümmern. Die Arbeitslosigkeit ist im Land problematisch, es fehlt aber an genauen Zahlen: während die tadschikischen Behörden von wenigen Prozent ausgehen, sind es laut <a href="http://www.tj.undp.org/content/tajikistan/en/home/countryinfo.html">UNDP 33 Prozent</a>, der höchste Wert in Zentralasien.</p>
<p style="text-align: justify">Ein Ziel von UN Women ist die wirtschaftliche Förderung der Frauen. Zusätzlich zur häuslichen Arbeit müssen Frauen aus Migrantenfamilien Geld verdienen. Meist lassen sie sich auf einen schlecht bezahlten Job in der Landwirtschaft ein. Die höhere Belastung bringt aber keine Verbesserung des sozialen Status mit sich. In Abwesenheit des Ehemanns wird der Haushalt in der Regel von einem anderen Mann in der Familie oder von der ältesten Frau geleitet.</p>
<p style="text-align: justify">Wie der <u><a href="http://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/D0BE91603F325FCA492575CB00217D1F-Full_Report.pdf">UN-Rapporteur zu Gewalt gegen Frauen Yakin Ertürk</a></u> in seinem Bericht vom 29. April 2009 anmerkt, führt das zu immer stärkerer Belastung, starker Subordination, Missbrauch und großen Schwierigkeiten für die betroffenen Frauen. Emanzipierte Frauen werden von der Gesellschaft nicht positiv aufgenommen. Laut <u><a href="http://reports.weforum.org/global-gender-gap-report-2014/economies/#economy=TJK">Global Gender Gap Index</a></u> stand Tadschikistan 2014 in Sachen Gleichberechtigung bei 142 Ländern auf dem 102. Platz.</p>
<p style="text-align: justify">Für die teilnehmenden Migrantenfrauen soll der Schweizer Käse das nun ändern. Die Produktion und Einführung dieses neuen Guts auf dem lokalen Markt soll als eine direkte Investition in die tadschikische Wirtschaft gegen die Folgen der Russlandkrise wirken.</p>
<p style="text-align: justify">„Mein Mann wurde aus Russland deportiert und arbeitet jetzt mit uns. Er verteilt die Produkte in die Geschäfte. Wir hoffen, dass bald alle unsere Männer aus Russland zurückkehren. Hier werden sie sicherlich ein Job kriegen,“ erzählt Mavchuda.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Die Besonderheiten des tadschikischen Käses</strong></p>
<p style="text-align: justify">Und der tadschikische Schweizer Käse hat durchaus Potential. Auf dem Programm des Austauschs mit den Schweizer Käse-Expertinnen stand ein fünftägiges Training zur Milchverarbeitung. Bei den Feldbesuchen von Molkereien, Sennereien und landwirtschaftlichen Betrieben haben die Schweizerinnen tadschikische Milchprodukte und Produktionsmethoden kennengelernt.</p>
<p style="text-align: justify">Die Käseverkäuferin und Theaterpädagogin Jelena Moser aus Zürich inspirierten ihre Besuche: „Der Käse wird ganz anders gemacht als in der Schweiz. Es ist alles anders: Die Milchqualität, die Technologien, die Hygiene. Ich fand es sehr spannend, dass man diese Herausforderungen kreativ lösen kann. Ich würde gerne die Rezepte mitnehmen, wie das von Qurut (saure Kugeln aus getrocknetem Joghurt, Anm. D. Red.), sie in der Schweiz mal ausprobieren und schauen, wie die Reaktionen sind.“</p>
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="height: 399px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/1090/td_kse3.jpeg" alt="Käse Schweiz Tadschikistan" /></p>
<p style="text-align: justify">Die Käserinnen aus Tadschikistan haben zwar keine offizielle Qualifikation, sind aber schon lange bereit für eigenständige, gut bezahlte Arbeit. „Ich war überrascht, was sie schon alles mit der Milch machen können. Die Milchtradition gibt es in unseren beiden Ländern. Man hat schnell bemerkt, dass die Kolleginnen Ahnung haben, wie man mit der Milch umgeht,“ so Simone Burki, Älplerin, Sennerin und Umweltingenieurin für Graubünden.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Zukunftsperspektiven</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Frauenkooperative in Tadschikistan beliefern heute lokale Geschäfte im Sughd-Gebiet und im Gebiet Jirgatol mit ihren Produkten: Milch, Kefir, Butter, Sauerrahm, Qurut und teilweise Eis. „Jetzt wollen wir lernen, eigenen Hartkäse herzustellen,“ erklärt Rukhsora.</p>
<p style="text-align: justify">Mavchuda Ablokulova erzählt, dass sie dank des Projekts schon drei Rezepte für Käse kennen: Feta, Robiola und Mutschli. „Bald werden wir noch eine weitere spezielle Schweizer Käsesorte von unseren Schweizer Kolleginnen lernen: Ziger. Sie haben uns Geräte dagelassen, um Käse zu schmieren und auch einen speziellen Schrank für die Aufbewahrung gebaut,“ erklärt sie. Im Februar findet der zweite Teil des Austauschs in der Schweiz statt.</p>
<p style="text-align: justify">Rukhsora wünscht allen tadschikischen Frauen aus Migrantenfamilien, nicht die Hoffnung zu verlieren: „Man braucht einen Leader und eine kleine Kasse mit 3-5 TJS (40-60 Cent) pro Person. So kann man schon viel bewegen.“</p>
<p style="text-align: justify">
<p style="text-align: right"><strong>Alin Kor<br />
Journalistin für Novastan.org</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Redaktion: Florian Coppenrath</strong></p>
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