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	<title>Schwarzmarkt Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
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	<title>Schwarzmarkt Archives</title>
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		<title>Die verrückte Geschichte des usbekischen Schwarzmarktes</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Florian Coppenrath]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Mar 2018 15:17:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Schwarzmarkt]]></category>
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		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Den usbekischen W&#xE4;hrungsschwarzmarkt gibt es praktisch seit der Unabh&#xE4;ngigkeit des Landes. Nach der Krise von 2008 wuchs er besonders an, bevor es im September 2017 pl&#xF6;tzlich zur Wende kam. Folgenden Beitrag &#xFC;bersetzen und &#xFC;bernehmen wir vom k&#xFC;rzlich entstandenen usbekischen Webmedium Citizen. Der usbekische Pr&#xE4;sident Schawkat Mirsijojew sprach kurz nach seiner Wahl im Dezember 2016 erstmals [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Den usbekischen Währungsschwarzmarkt gibt es praktisch seit der Unabhängigkeit des Landes. Nach der Krise von 2008 wuchs er besonders an, bevor es im September 2017 plötzlich zur Wende kam. Folgenden Beitrag übersetzen und übernehmen wir vom kürzlich entstandenen usbekischen Webmedium </strong><a href="https://ctzn.uz/article/eto-potomu-chto-on-cherniy"><strong>Citizen</strong></a><strong>. </strong></p>
<p style="text-align: justify">Der usbekische Präsident <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/wer-ist-der-neue-praesident-usbekistans/">Schawkat Mirsijojew</a> sprach kurz nach seiner Wahl im Dezember 2016 erstmals von einer anstehenden Finanzreform. Die Bevölkerung interessierte dabei besonders, wann der Währungsmarkt liberalisiert würde, was eine Abwertung die Landeswährung Sum bis zum Schwarzmarktkurs bedeuten würde.</p>
<p style="text-align: justify">Der Schwarzmarkt für Geldwechsel war schon seit langem für alle Usbeken eine tägliche Realität. Es gab immer mindestens zwei Kurse: Einen offiziellen Kurs, von der Zentralbank definiert, und einen inoffiziellen Kurs, zu dem man auf dem Schwarzmarkt seine Fremdwährungen wechseln konnte. Auf dem Schwarzmarkt konnte man gut doppelt so viel Sum für seine Dollar bekommen, da der offizielle Kurs von der Regierung <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/islam-karimow-vom-waisenkind-zum-vater-der-nation/">Islam Karimows</a> künstlich niedrig gehalten wurde.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/was-islam-karimow-am-heutigen-usbekistan-nicht-gefallen-wurde/">Was Islam Karimow am heutigen Usbekistan nicht gefallen würde</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Im Januar 2017 war schließlich die Rede davon, den Währungskurs dem Markt anzupassen. Im September wurde der Schritt in einer ausführlichen Währungsreform unternommen. Eine Gelegenheit für einen Rückblick auf die Geschichte des Schwarzmarktes seit dem Ende der Sowjetunion.</p>
<h4 style="text-align: justify"><strong>Die Vorgeschichte</strong></h4>
<p style="text-align: justify">Schwarzmärkte, ob für Waren, Dienstleistungen oder Währungen, entstehen immer aus demselben Grund: Der Versuch von Seiten einer Regierung, Preise künstlich zu regulieren.</p>
<p style="text-align: justify">Wenn ein Kilo Fleisch auf dem Markt 30.000 Sum (etwa 3 Euro) kostet, die Regierung es aber verbietet, es teurer als 22 000 zu verkaufen, entsteht ein Schwarzmarkt. Verkäufer können das Fleisch nicht unter Wert verkaufen, obwohl das für die Käufer natürlich von Vorteil ist. Als Ergebnis entsteht eine große Nachfrage und ein kleines Angebot, das der Nachfrage nicht nachkommen kann. So entsteht ein inoffizieller Markt, auf dem die Preise langsam wachsen. Genauso verhielt es sich mit dem Sum.</p>
<p style="text-align: justify">Schwarzmärkte existieren in vielen Ländern, aber meist ist der Unterschied zwischen offiziellem und schwarzem Kurs minimal (wenige Prozent). Der inoffizielle Kurs hat meist mit den Steuern zu tun, die Bankkommissionen in die Höhe treiben. Wer weniger bezahlen will, tauscht dann abseits der Banken.</p>
<h4 style="text-align: justify"><strong>1991-1996: Eine relativ freie Wirtschaft</strong></h4>
<p style="text-align: justify">Schon in der Sowjetunion gab es einen Schwarzmarkt. In der ganzen Sowjetzeit, ob unter <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Stalin">Stalin</a> oder <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nikita_Sergejewitsch_Chruschtschow">Chruschtschjow</a>, galten Tauschgeschäfte als besonders schweres Verbrechen. Die sowjetische Wirtschaft war geschlossen und nur die Regierung konnte Geschäfte mit dem Ausland machten. Dementsprechend kamen jegliche Versuche, Geld zu wechseln, Hochverrat gleich. Im Jahr 1960 wurde sogar die <a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%A1%D1%82%D0%B0%D1%82%D1%8C%D1%8F_88_%D0%A3%D0%B3%D0%BE%D0%BB%D0%BE%D0%B2%D0%BD%D0%BE%D0%B3%D0%BE_%D0%BA%D0%BE%D0%B4%D0%B5%D0%BA%D1%81%D0%B0_%D0%A0%D0%A1%D0%A4%D0%A1%D0%A0">Todesstrafe für Geldwechsel</a> eingeführt. Solche Geschäfte waren also bis zum Ende der Sowjetunion einen gefährliche Angelegenheit.</p>
<figure id="attachment_11603" aria-describedby="caption-attachment-11603" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-full wp-image-11603" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/11/TASHKENT-3-Charlotte.jpg" alt="Taschkent Markt Mirabad Usbekistan" width="1024" height="768" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/11/TASHKENT-3-Charlotte.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/11/TASHKENT-3-Charlotte-300x225.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/11/TASHKENT-3-Charlotte-768x576.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/11/TASHKENT-3-Charlotte-800x600.jpg 800w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-11603" class="wp-caption-text">Der Mirabad-Basar im Zentrum von Taschkent</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">Im Jahr 1991 wurde Usbekistan schließlich unabhängig und der Sum ersetzte nach und nach den Rubel. Interessanterweise war die Wirtschaft des Landes bis 1996 relativ offen. Unternehmer, die Waren importierten, konnten frei Währungen kaufen. Die Zentralbank varkaufte sie an Geschäftsbanken, die sie wiederum an Unternehmer und Händler weitergab. Es gab zwar einen Schwarzmarkt für Währungen, die Kurse unterschieden sich aber unwesentlich. So war es auch in anderen postsowjetischen Ländern: Es gab einen Schwarzmarkt und einen offiziellen Kurs, die stetig zusammenwuchsen.</p>
<p style="text-align: justify">Im Jahr 1996 setzte die usbekische Regierung den Akzent auf eine beschleunigte Industrialisierung, also die gezielte Entwicklung einzelner Industriesektoren. Eine solche Maßnahme ist nichts ungewöhnliches für ein Entwicklungsland. Die Industrialisierung sah große Investitionen in die Produktionsmittel vor. Aber in Usbekistan konnte zu der Zeit niemand investieren, da der Privatsektor kaum entwickelt war.</p>
<p><strong>Starke Staatsinvestitionen</strong></p>
<p style="text-align: justify">Zudem gab es eine hohe Inflation und Eigentumsrechte wurden nur schwach geschützt, sodass usbekische Unternehmer sich eher auf kurzfristige Spekulation als auf langfristige Geldanlagen verlegten. Auch ausländische Investoren stürtzten sich nicht auf den Markt, trotz der gebotenen Vergünstigungen, denn das Investitionsklima war ihnen zu schlecht: Die Spielregeln waren intransparent und änderten sich oft und es gab keine Garantien für den Schutz von Eigentum.</p>
<figure id="attachment_13207" aria-describedby="caption-attachment-13207" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-full wp-image-13207" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/6136941747_4a47482f3c_b.jpg" alt="Tschorsu Basar Taschkent Usbekistan" width="1024" height="767" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/6136941747_4a47482f3c_b.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/6136941747_4a47482f3c_b-300x225.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/6136941747_4a47482f3c_b-768x575.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/6136941747_4a47482f3c_b-800x600.jpg 800w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-13207" class="wp-caption-text">Auf dem Tschorsu-Basar in Taschkent</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">Ein Ausweg wurde gefunden. Die usbekische Regierung entschied, selbst zu investieren und zu günstigen Krediten für den Kauf von Maschinen und anderen Produktionsmitteln zu ermutigen. Zweitens wurden einzelnen Unternehmern und Investoren enorme Vergünstigungen zugesprochen. Dabei verhinderten die Einmischung der Regierung und die gewährten Sonderbedingungen eine gute Entwicklung der Privatwirtschaft und der Konkurrenz.</p>
<p style="text-align: justify">Mit staatlicher Unterstützung konnten Menschen, die auf einem freien Markt nicht Unternehmer geworden wären, nicht-wettbewerbsfähige Produkte herstellen und dabei durch ihre Privilegien gut daran verdienen. Selbst gute Geschäftsleute, die Qualitätsware anboten, arbeiteten mit der Zeit schlechter, da ihnen die Konkurrenz und die Wachstumsimpulse fehlten.</p>
<h4 style="text-align: justify"><strong>1996-2003 : Beschleunigte Industrialisierung in Usbekistan</strong></h4>
<p style="text-align: justify">Um das Problem der Investitionen zu lösen, nutzten die Behörden verschiedene Hebel, darunter auch Währungseinschränkungen.</p>
<p style="text-align: justify">Nehmen wir an, ein Unternehmer wollte in Usbekistan eine Firma gründen. Dafür braucht er Ausstattung, die er importieren muss, da es sie in Usbekistan nicht gibt. Um den Kauf zu erleichtern, dekretiert die Regierung einen günstigen Dollar, sodass der Unternehmer statt 8.000 nur 3.700 Sum für einen Dollar zahlen muss. So ist der Kauf in Sum halb so teuer. Derartige Maßnahmen waren ein zentraler Teil der Industrialisierungepolitik.</p>
<p style="text-align: justify">Ein günstiger Dollar (zum Beispiel zu 3.700 statt 8.000 Sum/ Dollar) begünstigt den Import, wobei es eine riesige Nachfrage danach gab. Dementsprechend ungünstig war es für den Export: Die im Ausland verdienten Dollar waren statt 8.000 Sum nur 3.700 wert. Dementsprechend hoch war die Nachfrage nach Dollar nach offiziellem Kurs,  während das Angebot begrenzt blieb.</p>
<p><strong>Ein instabiles System</strong></p>
<p style="text-align: justify">Es ist klar, dass es zu diesen Bedingungen nicht ausreichend Dollar vorhanden waren. Deshalb führte die Regierung Einschränkungen für den Export ein. Nicht alle Unternehmer erhielten Zugriff auf den billigen Dollar, sondern nur die, die Produktionsmittel importierten. Wem genau dieses Privileg zuteil wurde, entschied sich zudem auf chaotische Weise durch eine Regierungskommission.</p>
<p style="text-align: justify">Um Investitionen zu unterstützten, bot die Regierung neben dem günstigen Wechselkurs eine Reihe weiterer Vorteile. Zum Beispiel wurden Unternehmer von Steuern befreit und sie konnten Rohmaterial, wie Baumwolle, zu sehr günstigen Preisen einkaufen. Banken waren verpflichtet, Kredite mit ungünstig niedrigen Zinsen anzubieten. Aber statt die Industrie zu fördern verschärften die meisten Vergünstigungen die Lage.</p>
<p><strong>Illegale Absprachen</strong></p>
<p style="text-align: justify">Aus diesem System entstanden und entstehen viele illegale Absprachen. Ein Beispiel ist der Profit aus den unterschiedlichen Währungskursen. Ein Unternehmer erstellt eine Strohfirma im Ausland und kauft billige Maschinen, die auf dem Papier modern und notwendig erscheint. Diese mag etwa 10.000 US-Dollar kosten, in den Dokumenten aber zu einer Million angegeben sein. Der Antrag auf Geldwechsel nach offiziellem Kurs wird bewilligt, ohne das die Qualität der Ware überprüft werden kann. Der Unternehmer erhält so eine Million Dollar weit unter Wert und kann seiner Strohfirma eine entsprechend größere Menge an Produktionsmitteln kaufen. Auf diese Weise macht er einen Gewinn, für den er unter Wettbewerbsbedingungen Jahrzehnte gearbeitet hätte.</p>
<p style="text-align: justify">Die 1996 in Usbekistan gestartete beschleunigte Industrialisierung beruht auf der Strategie der Importssubstitution. Die Grundidee besteht darin, nichts für Fremdwährung im Ausland zu kaufen, was auch im Inland produziert werden kann. Heute gilt diese eine Strategie als schlechte Idee. Moderne, wettbewerbsfähige Wirtschaften setzen auf internationale Arbeitsteilung, bei der man nicht alles selbst produzieren muss. Ein Land muss sich auf bestimmte Produkte spezialisieren, denn solange es alles produziert, wird dieses „alles“ von relativ schlechter Qualität und teuer sein. Unter diesen Bedingungen findet ein Land seinen komparativen Vorteil und nutzt ihn.</p>
<figure id="attachment_13208" aria-describedby="caption-attachment-13208" style="width: 1200px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-full wp-image-13208" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/3968794750_974ae1af48_o.jpg" alt="Sum Scheine Usbekistan" width="1200" height="900" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/3968794750_974ae1af48_o.jpg 1200w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/3968794750_974ae1af48_o-300x225.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/3968794750_974ae1af48_o-768x576.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/3968794750_974ae1af48_o-1024x768.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/3968794750_974ae1af48_o-800x600.jpg 800w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption id="caption-attachment-13208" class="wp-caption-text">Der Sum hatte jahrelang zwei sehr unterschiedliche Kurse</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">Usbekistan könnte sich auf eine Bandbreite an Produkten und Dienstleistungen spezialisieren. Dafür muss es sich aber an der internationalen Arbeitsteilung beteiligen. Erst muss das Land geöffnet werden, dann zeigt die Konkurrenz, wo die Stärken des Landes liegen. Solch ein Ansatz nennt sich Exportorientierung und wird von vielen erfolgreich entwickelten Ländern wie Südkorea und China angewandt.</p>
<p style="text-align: justify">Im Rahmen des Modells der Importsubstitution wird der Sum künstlich teuer gehalten und der Dollar unter Wert gehandelt. Exporteure müssen ihre verdiente Fremdwährung zum offiziellen Kurs verkaufen, wobei die dadurch gewonnenen Dollar eigentlich der Industrialisierung dienen sollen (durch den Verkauf billiger Währung an Importeure).</p>
<p style="text-align: justify">Der Schwarzmarkt wuchs durch die Einmischung der Regierung in die Wirtschaft und den unfreien Geldtausch. Der Schwarzmarktkurs war zwei bis sechs mal höher als der offizielle. Es wurden viel Geld in die Industrialisierung investiert, was aber keine Ergebnisse brachte. Allmählich merkte auch die Staatsspitze, das etwas nicht stimmte: Zahlreiche Projekte scheiterten, das Land verlor Geld und allein durch den geschlossenen Tauschmarkt sank das Bruttoinlandsprodukt laut der Weltbank um 20 Prozent.</p>
<p style="text-align: justify">Im Jahr 2002 entschied sich die Regierung, den offiziellen Sum-Kurs abzuwerten.</p>
<h4 style="text-align: justify"><strong>2002-2008 : Erfolgreiches Wachstum</strong></h4>
<p style="text-align: justify">Die Regierung entschied dazu, weniger in den Markt einzugreifen und der offizielle Dollar-Kurs konnte sich frei entwickeln. So waren der offizielle und der Schwarzmarktkurs im Jahr 2004 fast gleich. Der Schwarzmarkt existierte weiter zwischen 2004 und 2008, aber auch der offizielle Währungstausch unterlag nur geringen Einschränkungen.</p>
<p style="text-align: justify">Die Situation brachte Aufschwung in die usbekische Wirtschaft. Neben der Liberalisierung des Marktes wurde es leichter, Unternehmen zu gründen, Lizenzen konnten einfacher erhalten werden oder wurden ganz abgeschafft und die Regulierung der Banken wurde vereinfacht. Auch die Steuern wurden stark gesenkt.</p>
<figure id="attachment_13209" aria-describedby="caption-attachment-13209" style="width: 2048px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-13209" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/18055735224_83ab5b4ee5_k.jpg" alt="Bei dem Tchorsu Basar in Taschkent" width="2048" height="1425" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/18055735224_83ab5b4ee5_k.jpg 2048w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/18055735224_83ab5b4ee5_k-300x209.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/18055735224_83ab5b4ee5_k-768x534.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/18055735224_83ab5b4ee5_k-1024x713.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/18055735224_83ab5b4ee5_k-1300x905.jpg 1300w" sizes="auto, (max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /><figcaption id="caption-attachment-13209" class="wp-caption-text">Nach der Währungskrise 2008 it der usbekische Schwarzmarkt stark gewachsen</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">Somit entwickelten sich weitere Unternehmen, die die Wirtschaft vorantrieben. Das Investitionsvolumen in der Industrie ging zurück, aber die Investitionen brachten deutlich mehr Ertrag. Der Export vervielfachte sich. Eben zu der Zeit stiegen auch die Wohnungspreise, ein Indikator für wirtschaftliche Aktivität.</p>
<p style="text-align: justify">Es hätte vielleicht auch weiter so günstig vorangehen können, aber 2008 kam die Finanzkrise.</p>
<h4 style="text-align: justify"><strong>2008-2016: Zurück zur alten Politik</strong></h4>
<p style="text-align: justify">Während der Wirtschaftskrise brach die Weltwirtschaft zusammen und damit auch die Nachfrage nach usbekischen Exportprodukten. Dadurch, sowie durch die sinkenden Rückzahlungen der Arbeitsmigranten, gelangten weniger Währungen ins Land.</p>
<p style="text-align: justify">In freien Marktwirtschaften verliert die staatliche Währung in solch einer Situation meist an Wert, und wird auch kaum daran gehindert. Im Anschluss werden Fremdwährungen teurer, sind weniger gefragt und der Währungsmarkt findet ein neues Gleichgewicht.</p>
<p><strong>Ein fester Dollar-Kurs</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die usbekische Regierung entschied sich jedoch für eine Rückkehr zur alten Politik. Der offizielle Dollar-Kurs wurde festgenagelt und der Währungstausch eingeschränkt.</p>
<p style="text-align: justify">Der Schwarzmarkt lebte wieder auf und der Unterschied zwischen den offiziellen und inoffiziellen Kursen wuchs erneut. Die Lage verschärfte sich dadurch, dass die Regierung (im Gegensatz zum Zeitraum 1996-2002) auch den Schwarzmarktkurs regulierte und seinen Wachstum einschränkte.</p>
<p style="text-align: justify">Es ist nicht einfach einen illegalen Markt zu beeinflussen, aber es gibt Instrumente, um solche Märkte zu regulieren. Schwarzmärkte funktionieren allein mit Bargeld; es ist nicht möglich, dort Dollar von einer Karte oder einem Konto zu tauschen. Somit kann die Verfügbarkeit von Bargeld eingegrenzt werden, um den Schwarzmarkt indirekt zu regulieren.</p>
<p><strong>Maßnahmen gegen den Schwarzmarkt</strong></p>
<p style="text-align: justify">Eine sanfte Variante besteht darin, Autos für Sum statt für Dollar zu verkaufen. Danach müssen Menschen, die Autos kaufen wollen, ihre Dollar in Sum tauschen, wodurch der Dollar günstiger und der Sum teurer wird. Aber die Bevölkerung kann nicht allzu viele Autos kaufen und auch die lokale Automobilindustrie einer hohen Nachfrage kaum nachkommen. Deshalb wurde eine härtere Maßnahme gewählt: den Zugriff zu Bargeld insgesamt einzuschränken. Geld wurde nun zwangsläufig auf EC-Karten übertragen und man konnte praktisch kein Geld abheben.</p>
<figure id="attachment_13210" aria-describedby="caption-attachment-13210" style="width: 2048px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-13210" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/39023936402_cf3a2073a5_k.jpg" alt="Taschkent bei Nacht" width="2048" height="1365" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/39023936402_cf3a2073a5_k.jpg 2048w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/39023936402_cf3a2073a5_k-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/39023936402_cf3a2073a5_k-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/39023936402_cf3a2073a5_k-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/39023936402_cf3a2073a5_k-1300x866.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/39023936402_cf3a2073a5_k-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /><figcaption id="caption-attachment-13210" class="wp-caption-text">Ein Weg, den Schwarzmarkt zu beeinflussen ist es, Autos nur für Nationalwährung zu verkaufen</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">Diese Maßnahme gegen den Schwarzmarkt hatte zeitweise Erfolg. Der Unterschied zwischen offiziellem und inoffiziellem Kurs hielt sich lange in Grenzen. Aber es war schwer, den Schwarzmarkt permanent zu regulieren und besonders nach dem Wertverlust des Rubels im Jahr 2014 wurde die Spanne zwischen den Kursen immer größer.</p>
<h4 style="text-align: justify"><strong>2017 : Die Liberalisierung des Währungsmarktes</strong></h4>
<p style="text-align: justify">Nach dem Machtantritt Schawkat Mirsijojews, früher Premierministe Usbekistans, hat sich die Lage schnell geändert. Die Liberalisierung des Währungsmarktes wurde in die Regierungsstrategie 2017-21 aufgenommen.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekistan-liberalisiert-seine-wahrung-und-offnet-sich-dem-internationalen-kapitalmarkt/">Usbekistan liberalisiert seinen Währungskurs</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Schließlich wurde der Sum nach einem Sommer voller Gerüchte am 5. September 2017 abgewertet und möglichst nah an den Schwarzmarktkurs angepasst. Durch den uneingeschränkten Kauf von Fremdwährungen per Überweisung und die Abwertung des offiziellen Kurses sind die Kurse praktisch identisch.</p>
<p style="text-align: justify">Der Kauf von Fremdwährungen in Bar ist weiterhin verboten, aber womöglich nur vorübergehend. Auch der Schwarzmarkt besteht weiter, aber in deutlich kleinerem Umfang, da er kaum einen besseren Kurs als die Banken bieten kann.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Darina Solod</strong><strong><br />
</strong><strong><a href="https://ctzn.uz/article/eto-potomu-chto-on-cherniy">Citizen</a></strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Russischen von Florian Coppenrath</strong></p>
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<p>&nbsp;</p>
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		<title>Usbekistan liberalisiert seine Währung und öffnet sich dem internationalen Kapitalmarkt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Sep 2017 17:50:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Reform]]></category>
		<category><![CDATA[Schwarzmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Shavkat Mirziyoyev]]></category>
		<category><![CDATA[Sum]]></category>
		<category><![CDATA[Währungspolitik]]></category>
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		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Erstmals seit 1996 k&#xF6;nnen die B&#xFC;rger Usbekistans die usbekische W&#xE4;hrung, den Sum, frei in Banken umtauschen. Die W&#xE4;hrungsreform ist die bis dato gewagteste Reform des zweiten usbekischen Pr&#xE4;sidenten Mirsijojew. Die Liberalisierung des W&#xE4;hrungskurses des usbekischen Sum wurde seit der Wahl des Pr&#xE4;sidenten Schawkat Mirsijojew vergangenen September lange angek&#xFC;ndigt. Nun ist sie eine Realit&#xE4;t. Nachdem am [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Erstmals seit 1996 können die Bürger Usbekistans die usbekische Währung, den Sum, frei in Banken umtauschen. Die Währungsreform ist die bis dato gewagteste Reform des zweiten usbekischen Präsidenten Mirsijojew. </strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Liberalisierung des Währungskurses des usbekischen Sum wurde seit <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekische-praesidentschaftswahlen-mirsijojew-mit-8861-der-stimmen-gewaehlt/">der Wahl</a> des Präsidenten Schawkat Mirsijojew vergangenen September lange angekündigt. Nun ist sie eine Realität. Nachdem am 3. September der Erlass zur „<a href="http://www.norma.uz/uz/raznoe/o_pervoocherednyh_merah_po_liberalizacii_valyutnoy_politiki">Liberalisierung der Währungspolitik</a>“ Usbekistans unterschrieben wurde, wurde der offizielle Kurs des Sum stark abgewertet.</p>
<p style="text-align: justify">Für einen Dollar erhielt man in der Bank zuvor 4200 Sum, <a href="http://www.cbu.uz/ru/press-tsentr/novosti/2017/09/92925/">seit dem 5. September sind es 8100</a>. Diese lang erwartete Reform ist ein starkes Signal zur Öffnung des Landes gegenüber ausländischen Investoren.</p>
<p style="text-align: justify">Von nun an können Privatpersonen und Firmen ihre Sum und ihre Dollar offiziell unbegrenzt in den Banken tauschen. Der Sum-Kurs wird wie zuvor <a href="http://uznews.uz/article/6789">wöchentlich</a> auf Grundlage des Interbankenmarktkurses definiert. Diese Reform wurde seit den ersten Tagen der Präsidentschaft Mirsijojews <a href="https://www.azernews.az/region/105769.html">vorbereitet</a>. Ihr Ziel ist es, die Investoren und die Bevölkerung davon zu überzeugen, dass die usbekische Währungspolitik nach 26 Jahren Flaute es schafft, einen neuen Aufwind zu bekommen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Starker Bruch mit der Währungspolitik unter Karimow</strong></p>
<p style="text-align: justify">Ein Jahr nach der <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekistans-prsident-islam-karimow-ist-tot/">Verkündigung</a> des Todes des ehemaligen Präsidenten <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/islam-karimow-vom-waisenkind-zum-vater-der-nation/">Islam Karimow</a> führt Mirsijojew die bisher stärkste, aber auch riskanteste Reform seiner Amtszeit durch. Die Karimow Ära war von einer <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Economy_of_Uzbekistan">Hyperinflation</a> in den 1990ern geprägt, gefolgt von einer sehr strikten Kontrolle des offiziellen Sum-Wechselkurses.</p>
<p style="text-align: justify">Somit konnten ausschließlich Dollar, Euro, Yen und Pfund zu regulierten wöchentlichen Kursen in den Banken getauscht werden. Die Inflation wurde damit nur auf dem Papier gestoppt und es entstand ein Währungs-Schwarzmarkt, in dem ausländische Währungen für deutlich höhere Beträge gehandelt wurden.</p>
<p style="text-align: justify">Dieser doppelte Wechselkurs stellte ausländische Investoren vor eine Reihe an Problemen, denn sie mussten ihre Dollar nach offiziellem Kurs wechseln, während das Preisniveau in Usbekistan sich nach dem Schwarzmarktkurs richtete. Somit war das Land für Investoren aus dem Ausland doppelt so teuer, wie für Inländer. So konnte man zum Beispiel für 1000 Dollar 420.000 Sum erhalten, deren realer Wert im Alltag aber nur ca. 500 Dollar betrag.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Schlangen vor den usbekischen Banken </strong></p>
<p style="text-align: justify">Privatpersonen haben indes ihr Geld so gut wie nie in den Banken gewechselt. Das hat sich nun geändert. Wie <a href="http://www.eurasianet.org/node/84981">Eurasianet</a> berichtet, hatten sich schon am 5. September lange Schlangen von Kunden vor den Banken gebildet, die schnell ihre Euro und Tenge (die kasachische Währung) in Sum tauschen wollten.</p>
<figure id="attachment_10536" aria-describedby="caption-attachment-10536" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-10536" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/photo_2017-09-05_08-43-07-1024x683.jpg" alt="50000 Sum Scheine Währung Usbekistan " width="1024" height="683" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/photo_2017-09-05_08-43-07-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/photo_2017-09-05_08-43-07-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/photo_2017-09-05_08-43-07-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/photo_2017-09-05_08-43-07-128x86.jpg 128w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/photo_2017-09-05_08-43-07.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-10536" class="wp-caption-text">Die neuen 50.000-Sum Scheine sind seit kurzem im Umlauf</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">Sie erhielten auch erstmals 50.000 Sum Scheine, die am 22. August eingeführt wurden. Auf diese ca. fünf Euro teuren Devisen sollten bald auch 100.000-Sum Scheine folgen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Das Problem mit der Inflation und dem Schwarzmarkt </strong></p>
<p style="text-align: justify">Im selben Präsidialerlass des 3. Septembers wird auch die Dollar-Indizierung der Bezahlung von Gütern und Dienstleistungen auf usbekischem Territorium beendet. Bis zum 5. September waren die Preise von <a href="http://uznews.uz/article/6778">Mobiltelefon-Abos</a>, von <a href="http://uznews.uz/article/6793">Autos</a> und sogar <a href="http://uznews.uz/article/6791">Studiengebühren</a> in Dollar angegeben. Von nun an sind alle Preise in Sum geführt, jedoch dem alten Kurs angepasst, um die Inflation nicht voranzutreiben.</p>
<p style="text-align: justify">Denn der Wertverfall des Sum ist infolge der Liberalisierung des Währungskurses die größte Sorge der Behörden. Eine weitere Inflation könnte den Dollar-Schwarzmarkt wieder fördern, dessen Ende eines der Ziele der Reform ist.</p>
<p style="text-align: justify">Es ist zu bemerken, dass <a href="http://uznews.uz/article/6776">der Erlass</a> auch die Sicherheitsbehörden dazu aufruft, ihren Kampf gegen den Schwarzmarkt zu verstärken. Die usbekische Zentralbank ist indes bereit, auf dem Währungsmarkt <a href="http://podrobno.uz/cat/economic/tsentrobanku-porucheno-provodit-interventsii-v-sluchae-vysokikh-skachkov-kursa-natsvalyuty-/">einzugreifen</a>, um die Sum-Kurse stabil zu halten. Bei der starken Dollarisierung der usbekischen Wirtschaft gibt es jedoch viele Zweifel daran, dass dies ausreichen wird, zumal der Schwarzmarkt unter Duldung der Behörden von einflussreichen Geschäftsmännern kontrolliert wurde.</p>
<p style="text-align: justify">Um zu sehen, ob die Reform greift, bleibt nur noch zu beobachten, ob der Schwarzmarktkurz dem offiziellen Kurs folgt. Dann wäre der offizielle Kurs ein realer Marktkurs. Dafür muss die Inflation in Grenzen gehalten werden, die Bevölkerung an den offiziellen Sum-Kurs glauben und das Währungssystem an Glaubhaftigkeit gewinnen. Die Antwort wird in wenigen Monaten folgen.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Die Redaktion von Novastan.org</strong></p>
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		<title>Kasachstan: Saiga-Hörner auf dem Schwarzmarkt weiter begehrt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Jun 2017 13:00:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Bedrohte Arten]]></category>
		<category><![CDATA[Saiga]]></category>
		<category><![CDATA[Schwarzmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Wilderei]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Schon 2002 nahm die Internationale Union zum Schutz der Natur (IUCN) die Saiga-Antilope in die Kategorie jener Arten auf, die sich in einem kritischen Zustand befinden. Die gr&#xF6;&#xDF;te Population dieser gef&#xE4;hrdeten Art lebt in Kasachstan, aber in den letzten Jahren hat sich die Zahl der Saigas aufgrund von infekti&#xF6;sen Krankheiten und illegaler Jagd weiter dezimiert. [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong><em>Schon 2002 nahm die Internationale Union zum Schutz der Natur (IUCN) die Saiga-Antilope in die Kategorie jener Arten auf, die sich in einem <a href="http://www.iucnredlist.org/details/19832/0">kritischen Zustand</a> befinden. Die größte Population dieser gefährdeten Art lebt in Kasachstan, aber in den letzten Jahren hat sich die Zahl der Saigas aufgrund von infektiösen Krankheiten und illegaler Jagd weiter dezimiert. Wir übersetzen folgenden Artikel von <a href="http://livingasia.online/2017/04/11/roga_saigakov/">Living Asia</a> mit der freundlichen Genehmigung der Redaktion.</em></strong></p>
<p style="text-align: justify;">Aufgrund der starken Nachfrage nach dem Horn der Tiere, ist die Jagd auf diese gefährdete Art ein lukratives Geschäft. Dem Pulver aus zermahlenem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Saiga">Saiga</a>-Horn wird eine besondere Heilkraft zugeschrieben. Das Präparat – so wird es in der nichttraditionellen Medizin angenommen – soll bei Herzinfarkt, Leber- und Magenkrankheiten helfen und sogar dazu beitragen Menschen aus dem Koma zurückzuholen.</p>
<p style="text-align: justify;">Einige Wilderer*innen erschießen Saigas des Fleisches wegen, aber in den meisten Fällen ist das Horn das hauptsächliche Ziel. Auch kommt es vor, dass man bei Büger*innen zu Hause Gegenstände aus Saiga-Horn – etwa Souvenirs – finden kann; war doch bis in die 2000er Jahre hinein die Saiga-Antilope eine zur gewerblichen Jagd freigegebene Art.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Ein riskantes Geschäft</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Der Hauptabnehmer für Saiga-Horn ist China, wo Heilpräparate mit besagtem Pulver verkauft werden.</p>
<p style="text-align: justify;">In Kasachstan läuft das Geschäft mit dem Horn gut. Anzeigen zum Verkauf von Saiga-Horn werden offen in Lokalzeitungen und auf Internetseiten publiziert. Dabei sind die Strafen für den Verkauf von Saiga-Horn empfindlich. Hohe Bußgelder oder bis zu drei Jahre Freiheitsentzug und Konfiszierung des Vermögens können veranschlagt werden.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Geldstrafen belaufen sich auf umgerechnet circa 1500 US-Dollar für ein Männchen, 1100 für ein Weibchen und 550 pro ungeborenes Kalb, wenn das Weibchen schwanger war.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kaufe und verkaufe Saiga-Horn</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Die Kasachstanische Assoziation zum Schutz der Biologischen Vielfalt (<a href="http://www.acbk.kz/">ASBK</a>) hat über die Dauer von drei Monaten eine Untersuchung durchgeführt, die mit Hilfe verschiedener Quellen die Fakten über den illegalen Handel mit dem Horn ans Licht brachte.</p>
<p style="text-align: justify;">In Kasachstan – so scheint es – existiert ein Schwarzmarkt für den Verkauf von Saiga-Horn. Dabei findet der Handel damit in der Öffentlichkeit statt.</p>
<p style="text-align: justify;">Straßenaushänge mit dem Angebot Saiga-Horn zu kaufen wurden in sieben Gebieten des Landes gesichtet: in den Gebieten Almaty, Akmolinsk, Aktöbe, Westkasachstan, Karaganda, Pawlodar und Mangistau.</p>
<p style="text-align: justify;">Insgesamt wurden 214 Aushänge gesammelt. Die Auswertung ergab die Zahl von 21 Ankäufer*innen.</p>
<p style="text-align: justify;"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-9424" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/06/1111-1024x683.jpg" alt="Verkauf Saiga Antilopen Kasachstan" width="1024" height="683" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/06/1111-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/06/1111-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/06/1111-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/06/1111-128x86.jpg 128w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/06/1111.jpg 1170w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Auf dem Bild: Verteilung der Verkaufsanzeigen von Saiga Hörnern nach Städten: Aktau, 48%, Karagandy, 20%, Almaty, 12%, Aktjube, 11%, Pawlodar, 4%, Astana, 2%, Jeskasgan, 1%, Balchach, 1% und Uralsk, 1%</em></p>
<p style="text-align: justify;">Im Internet wurden 24 Anzeigen auf 11 Seiten aufgespürt. Sieben dieser Anzeigen boten Horn zum Verkauf, die anderen 17 stammten von potentiellen Käufer*innen. Die Eigentümer*innen der Webseiten wurden informiert, dass derartige Tätigkeiten illegal sind. Die Administrator*innen aller Seiten reagierten sofort und löschten die Anzeigen.</p>
<p style="text-align: justify;"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-9425" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/06/2222-1024x683.jpg" alt="Kauf Saiga Antilopen Hörner Kasachstan" width="1024" height="683" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/06/2222-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/06/2222-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/06/2222-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/06/2222-128x86.jpg 128w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/06/2222.jpg 1170w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></p>
<p style="text-align: justify;"><em>(Auf dem Bild: Anzahl der Hehler*innen von Saigahörnern in Kasachstan nach Städten: Karagandy, 6, Almaty, 4, Aktjube, 3, Astana, 2, Pawlodar, 2, Aktau, 1, Jeskasgan, 1, Balchach, 1 und Uralsk, 1. Insgesamt wurden 21 Hehler*innen ermittelt).</em></p>
<p style="text-align: justify;">Alle gesammelten Daten über den illegalen Handel mit Saiga-Horn wurden der zuständigen Dienstelle der Polizei übergeben. Bis zum heutigen Tag führt das Innenministerium Ermittlungen gegen die Urheber*innen jener Anzeigen durch, die im Rahmen der Kampagne gefunden wurden.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kein Geschäft mit den Toten</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Die ASBK schließt aus, dass auf dem Schwarzmarkt das Horn von Saigas auftauchte, die 2015 (aufgrund einer infektiösen Krankheit, Anm. d. Red.) gestorben sind. Laut den Daten der Organisation starben im Wesentlichen (90 Prozent) Weibchen und Junge, die keine Hörner haben. Außerdem arbeiteten vor Ort staatliche Behörden und die toten Saigas wurden vergraben. Die Polizei vermerkt einen Fall, in dem es gelang Leute festzunehmen, die versuchten toten Saigas das Horn anzusägen. Aber dies ist der einzige bekannte Fall.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-mysterise-tierseuche-bedroht-saiga-antilopen/">Kasachstan &#8211; Mysteriöse Tierseuche bedroht Saiga-Antilopen</a></strong></p>
<p style="text-align: justify;">Das Massensterben 2015 kostete 134.000 Saigas auf dem Territorium dreier Regionen des Landes (Kostanaier, Aktöbinsker und Akmolinsker Gebiet) das Leben.</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Aidana Toktarkysy<br />
<a href="http://livingasia.online/2017/04/11/roga_saigakov/">LivingAsia</a></strong></p>
<p style="text-align: right;"><strong>Aus dem Russischen von Robin Roth</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company-beta/5246815/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p>
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		<title>Illegale Goldminen</title>
		<link>https://novastan.org/de/fact/die-goldproduktion-kirgistans-macht-meist-nur-uber-kumtor-die-groste-goldmine-des-landes-schlagzeilen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 17 Oct 2015 11:59:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fact]]></category>
		<category><![CDATA[CAFacts1]]></category>
		<category><![CDATA[Gold]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Schwarzmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Goldproduktion Kirgistans macht meist nur &#xFC;ber Kumtor, die gr&#xF6;&#xDF;te Goldmine des Landes, Schlagzeilen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Goldproduktion Kirgistans macht meist nur über Kumtor, die größte Goldmine des Landes, Schlagzeilen.</p>
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