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	<title>Schule Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Mon, 08 Jun 2026 08:00:50 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Schule Archives</title>
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		<title>Zwischen Großfamilie und persönlichen Grenzen: Wie sich Elternsein in Kasachstan verändert</title>
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		<dc:creator><![CDATA[hjakunin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Jun 2026 19:23:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jedes Jahr am 1. Juni feiert Kasachstan den Internationalen Kindertag. In vielen Städten wird er mit Konzerten, Theateraufführungen und kostenlosen Angeboten für Kinder begangen. Für Familien ist es ein Festtag. Zugleich stellt sich eine größere Frage: Was bedeutet es heute, ein Kind zu schützen? Nur für Sicherheit, Bildung und Gesundheit zu sorgen, oder auch seine Gefühle, Grenzen und eigene Stimme ernst zu nehmen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer über Elternsein in Kasachstan spricht, stößt schnell auf Widersprüche. Kinder wachsen oft in einem starken familiären Netz auf, umgeben von Großeltern, Tanten, Onkeln und älteren Geschwistern. Gleichzeitig stehen sie unter hohem Erwartungsdruck: Sie sollen gut in der Schule sein, mehrere Sprachen beherrschen, selbstständig sein und in einer globalen Welt bestehen. Neben die traditionelle Vorstellung von Gehorsam und Respekt tritt allmählich eine neue Sprache: die der emotionalen Nähe, der persönlichen Grenzen und des Dialogs.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Elternsein in Kasachstan bewegt sich damit zwischen mehreren Welten: der kasachischen Großfamilie, sowjetisch geprägten Bildungsidealen, urbanem Leistungsdruck, globalen Zukunftsängsten und einer wachsenden psychologischen Sensibilität für Kinder.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beobachtungen von Expert:innen zeigen: In Kasachstan verändert sich nicht die Liebe zu Kindern. Was sich verändert, ist die Sprache dieser Liebe. Früher zeigte sich Fürsorge vor allem in Taten – ein Kind ernähren, kleiden, ausbilden, ihm später vielleicht beim Wohnen helfen. Heute kommt zunehmend eine andere Frage hinzu: Was fühlt das Kind selbst?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Familie als Schutzraum – und als Quelle von Druck</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eines der beständigsten Merkmale kasachischer Erziehung ist die große Rolle der erweiterten Familie. Ein Kind wächst oft nicht nur mit Mutter und Vater auf, sondern inmitten eines breiten Kreises von Verwandten. Manchmal gehören auch Nachbarn, Freunde der Familie oder Menschen aus dem Hof dazu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anar Kakimova, Mutter von vier Kindern, Gründerin der Elterngemeinschaft „Parentsclub“ und des Kinderclubs „Readkids“, beschreibt eine solche Familie als „ganzheitlichen Organismus“. In diesem Modell lernt ein Kind früh: Hinter ihm steht nicht nur ein Erwachsener, sondern ein ganzes Netzwerk. In der kasachischen Gesellschaft, sagt sie, haben viele oft das Gefühl, dass sie in dieser Welt nicht allein sind. Ayana Tokeyeva, Psychologin, Dozentin und Mutter von drei Kindern mit 15 Jahren Praxis in Schule und Vorschulbildung, sieht eine zentrale Stärke kasachischer Erziehung in der Kontinuität der Generationen. Werte würden weniger durch direkte Belehrung vermittelt als durch Vorbild, Atmosphäre und Beziehungen zwischen den Generationen.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Der Satz, es brauche ein ganzes Dorf, um ein Kind großzuziehen, klingt im kasachischen Kontext deshalb fast wörtlich. Doch Maiya Li, Kunsttherapeutin und psychologische Beraterin mit internationaler Erfahrung, weist auf eine Veränderung hin: In den Städten gibt es dieses „Dorf“ nicht mehr immer in seiner früheren Form. Junge Familien leben oft weit entfernt von den Großeltern, ein Elternteil arbeitet viel, und Mütter bleiben mit kleinen Kindern nicht selten fast allein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Großfamilie hat jedoch auch eine andere Seite. Sie kann Halt geben, aber auch Druck ausüben. Kinder wachsen in einem dichten Netz von Erwartungen auf: wie sie sich verhalten sollen, wen sie respektieren sollen, wie sie lernen sollen, welchen Beruf sie wählen sollen, was einen „guten Sohn“ oder eine „gute Tochter“ ausmacht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Tradition und moderne Psychologie</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In der kasachischen Kultur gibt es einen bekannten Grundsatz: Bis zum fünften Lebensjahr gilt ein Kind als Khan, von fünf bis fünfzehn wird es erzogen, und ab fünfzehn soll man es wie einen Erwachsenen respektieren. Ayana Tokeyeva sieht darin nicht nur Tradition, sondern auch eine Nähe zur modernen Psychologie. In den ersten Lebensjahren brauche ein Kind vor allem Liebe, Annahme, Sanftheit und emotionale Sicherheit. Genau daraus entstehe ein grundlegendes Vertrauen in die Welt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Gedanke zeigt, dass ein sanfter Umgang mit Kindern nicht einfach ein westlicher Import ist. In kasachischen Erziehungsvorstellungen gab es schon lange die Idee, dass kleine Kinder Schutz, Nähe und Akzeptanz brauchen. Erst später werden sie Schritt für Schritt an Verantwortung und Selbstständigkeit herangeführt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/sich-feministin-zu-nennen-ist-schon-protest-frauen-punkbands-in-kasachstan/">„Sich Feministin zu nennen, ist schon Protest“ – Frauen-Punkbands in Kasachstan</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Geschlechterrollen werden neu verhandelt. Während Jungen traditionell stärker als künftige Stützen der Familie und Mädchen als Hüterinnen von Wärme und Geborgenheit gesehen wurden, fragen jüngere Eltern heute häufiger, wie sich Fürsorge mit Bildung, Berufswahl und Selbstverwirklichung verbinden lässt. Maiya Li macht darauf aufmerksam, dass in manchen Familien weiterhin die Erwartung besteht, der zentrale Lebensweg eines Mädchens müsse vor allem über Ehe und Mutterschaft führen. Für Kasachstan ist diese Frage sensibel: Das Land modernisiert sich, Frauen erhalten mehr Bildungs- und Berufschancen, doch traditionelle Rollenerwartungen wirken weiter.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Vom Gehorsam zum Dialog</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Lange zeigte sich elterliche Fürsorge in Kasachstan vor allem praktisch. Eltern investierten in Ausbildung, halfen beim Studium, unterstützten finanziell und blieben oft auch im Erwachsenenleben ihrer Kinder stark eingebunden. Liebe zeigte sich weniger in Worten als in Verantwortung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Beobachtungen von Anar Kakimova dreht sich die Kommunikation mit Kindern in vielen Familien jedoch noch immer stark um Alltag und Schule: Sind die Hausaufgaben gemacht? Hat das Kind gegessen? Warum hat es diese Note bekommen? Was wurde aufgegeben? Eltern tun viel für ihre Kinder, wissen aber nicht immer, was in ihnen vorgeht: wovor sie Angst haben, was sie mögen, wovon sie träumen, was sie belastet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während ihres Lebens in den USA fiel Kakimova auf, wie selbstverständlich viele Eltern dort mit Kindern über Gefühle, Eindrücke und Wünsche sprechen – und wie sichtbar Väter im Alltag beteiligt sind. In Kasachstan wird die Rolle der Väter zwar ebenfalls stärker diskutiert, doch die tägliche Verantwortung für Schule, Essen, Kleidung, Freizeit und emotionale Atmosphäre liegt häufig weiterhin bei den Müttern.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/06/Kunsttherapie-mit-Vorschulkindern_Foto-Maiya-Li-1024x768.jpeg" alt="" class="wp-image-44823" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/06/Kunsttherapie-mit-Vorschulkindern_Foto-Maiya-Li-1024x768.jpeg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/06/Kunsttherapie-mit-Vorschulkindern_Foto-Maiya-Li-300x225.jpeg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/06/Kunsttherapie-mit-Vorschulkindern_Foto-Maiya-Li-768x576.jpeg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/06/Kunsttherapie-mit-Vorschulkindern_Foto-Maiya-Li.jpeg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Kunsttherapie mit Vorschulkindern. Foto: Maiya Li</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Maiya Li beschreibt den Wandel mit dem Begriff bewusste Elternschaft, im englischsprachigen Raum oft „gentle parenting“ genannt. Immer mehr Eltern in Kasachstan lösen sich demnach von einem streng autoritären Modell, in dem das Wort des Erwachsenen nicht hinterfragt wird. Dabei geht es nicht darum, das Kind zum Zentrum der Familie zu machen. Eltern setzen weiterhin Grenzen. Doch sie versuchen, Bedürfnisse, Gefühle und Alter des Kindes stärker zu berücksichtigen und Regeln zu erklären, statt nur Gehorsam zu verlangen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Wandel verläuft nicht gleichmäßig. In manchen Familien bleiben körperliche Strafen, psychischer Druck oder Erziehung durch Angst Teil des Alltags. Gleichzeitig beobachtet Ayana Tokeyeva eine Veränderung: Eltern nehmen die Folgen von Druck häufiger wahr und wenden sich öfter an Kinderpsychologen – besonders in Phasen hoher schulischer Belastung, vor Abschlussprüfungen oder beim Übergang in neue Bildungsstufen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong> <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/wie-ein-schueler-versucht-tadschikische-mosaike-zu-retten/">Wie ein Schüler versucht, tadschikische Mosaike zu retten</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Neue Erziehungskultur beginnt damit nicht beim Kind, sondern beim Erwachsenen: bei der Bereitschaft, eigene Erfahrungen zu hinterfragen, alte Muster nicht automatisch zu wiederholen und mit Kindern anders zu sprechen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Bildung als Sprungbrett für sozialen Aufstieg</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In den großen Städten Kasachstans, vor allem in Astana und Almaty, ist Elternsein zunehmend mit Bildungsinvestitionen verbunden. Englischkurse, Privatschulen, Förderzentren, Sport, Musik, Programmieren, kreative Angebote, internationale Prüfungen und die Vorbereitung auf ein Studium im Ausland gehören für viele Familien zur neuen Strategie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Englisch ist dabei nicht mehr nur ein Schulfach. Es steht für Mobilität, Zukunft und Zugang zu einer größeren Welt. Rufina Adeleva, Mutter von zwei Kindern und Masterstudentin der Pädagogik und Psychologie, verbindet dieses Interesse mit Globalisierung: Die digitale Welt habe Entfernungen kleiner gemacht, Kinder kämen früher mit Menschen und Möglichkeiten außerhalb Kasachstans in Berührung, und Fremdsprachen erweiterten Bildungs- und Lebenswege.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Maiya Li ergänzt, dass Mehrsprachigkeit heute Teil der Wettbewerbsfähigkeit geworden ist — nicht nur international, sondern auch im eigenen Land. Neben Englisch, Chinesisch, Koreanisch oder anderen Sprachen gewinnt auch Kasachisch für Familien an Bedeutung, die die Zukunft ihrer Kinder in Kasachstan sehen. Mehrsprachigkeit ist damit nicht nur ein Weg ins Ausland, sondern ein Schlüssel zur Teilhabe innerhalb des Landes.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="680" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/06/Readkids-Englischer-Sprach-und-Buchclub-fuer-Kinder_Foto-Anar-Kakimova-1024x680.jpeg" alt="" class="wp-image-44821" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/06/Readkids-Englischer-Sprach-und-Buchclub-fuer-Kinder_Foto-Anar-Kakimova-1024x680.jpeg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/06/Readkids-Englischer-Sprach-und-Buchclub-fuer-Kinder_Foto-Anar-Kakimova-300x200.jpeg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/06/Readkids-Englischer-Sprach-und-Buchclub-fuer-Kinder_Foto-Anar-Kakimova-768x510.jpeg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/06/Readkids-Englischer-Sprach-und-Buchclub-fuer-Kinder_Foto-Anar-Kakimova-1536x1020.jpeg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/06/Readkids-Englischer-Sprach-und-Buchclub-fuer-Kinder_Foto-Anar-Kakimova.jpeg 1600w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">“Readkids” &#8211; Englischer Sprach- und Buchclub für Kinder. Foto: Anar Kakimova</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Ayana Tokeyeva betont, dass Bildung in Kasachstan schon lange als zentraler Wert gilt. Neu sei jedoch die Anspannung, mit der Eltern heute darauf blicken. Künstliche Intelligenz, technologische Umbrüche und das Verschwinden vertrauter Berufe verstärken die Sorge, das Kind könne in der Zukunft nicht mithalten. Der Wunsch, ihm „das Beste“ zu geben, entsteht daher nicht nur aus Ehrgeiz, sondern auch aus Angst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anar Kakimovas Erfahrung als Mentorin im Projekt „iQanat“ [ein soziales Bildungsprojekt, das von kasachstanischen Unternehmern ins Leben gerufen wurde, um ländliche Schulkinder zu unterstützen, Anm. der Autorin] zeigt, wie ungleich diese Chancen verteilt sind. Für Jugendliche aus ländlichen Regionen bedeuten internationale Prüfungen, Berufsorientierung oder ein mögliches Studium im Ausland nicht nur Motivation, sondern auch finanzielle, organisatorische und informative Hürden. Für ein Kind aus der Stadt kann ein Englischkurs Teil des Wochenplans sein. Für Jugendliche aus ländlichen Regionen kann dieselbe Sprache eine seltene Chance sein, den vorgezeichneten Weg zu verlassen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wenn Zukunftsdruck die Kindheit verdrängt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Bild des erfolgreichen Kindes ist in Kasachstan weiterhin oft klar umrissen: gute Noten, ein Stipendium, ein angesehener Beruf, ein sicherer Arbeitsplatz, später vielleicht Auto, Wohnung und sozialer Status. Der Erfolg des Kindes bestätigt nicht selten auch den Erfolg der Eltern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute wird dieses Bild noch anspruchsvoller. Nach Maiya Lis Beobachtung soll ein modernes erfolgreiches Kind nicht nur gut in der Schule sein. Es besucht mehrere Kurse, lernt Fremdsprachen, treibt Sport oder macht Musik, nimmt an Wettbewerben teil, hat langfristige Ziele, denkt über ein Studium im Ausland nach, bewegt sich sicher in der digitalen Welt und bewahrt zugleich Respekt gegenüber Familie, Gesellschaft und Land.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong> <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/wie-frauen-in-kasachstan-die-kultur-des-schweigens-herausfordern/">Wie Frauen in Kasachstan die Kultur des Schweigens herausfordern</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Druck liegt damit nicht nur auf den Kindern, sondern auch auf den Eltern. Viele Eltern wollen nichts falsch machen und gerade dadurch zu viel kontrollieren. Die zentrale Frage moderner Erziehung lautet daher: Wie gibt man einem Kind Zukunft, ohne ihm die Kindheit zu nehmen?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Stadt und Land, Freiheit und Aufsicht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Unterschied zwischen Stadt und Land bleibt in Kasachstan deutlich. In Städten können Eltern die Kindheit stark strukturieren: Der Wochenplan eines Kindes kann fast so voll sein wie der Arbeitskalender eines Erwachsenen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In ländlichen Regionen gibt es weniger solcher Angebote. Rufina Adeleva, die selbst auf dem Land aufgewachsen ist, beschreibt den Unterschied so: In der Stadt steht häufiger intellektuelle und kulturelle Förderung im Vordergrund, auf dem Land eher Arbeits- und Alltagskompetenz.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="691" height="1024" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/06/Kunsttherapie-mit-Teenagern_Foto-Maiya-Li-691x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-44822" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/06/Kunsttherapie-mit-Teenagern_Foto-Maiya-Li-691x1024.jpeg 691w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/06/Kunsttherapie-mit-Teenagern_Foto-Maiya-Li-203x300.jpeg 203w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/06/Kunsttherapie-mit-Teenagern_Foto-Maiya-Li-768x1138.jpeg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/06/Kunsttherapie-mit-Teenagern_Foto-Maiya-Li-1037x1536.jpeg 1037w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/06/Kunsttherapie-mit-Teenagern_Foto-Maiya-Li.jpeg 1080w" sizes="(max-width: 691px) 100vw, 691px" /><figcaption class="wp-element-caption">Kunsttherapie mit Teenagern. Foto: Maiya Li</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Anar Kakimova beobachtet zudem, dass Jugendliche aus ländlichen Regionen oft genauer wissen, welchen Wert Geld, Zeit und Chancen haben. Sie seien vorsichtiger, bescheidener und gingen sorgsamer mit Möglichkeiten um. Gleichzeitig fehlt Familien auf dem Land oft der Zugang zu Informationen über Stipendien, internationale Programme, Berufsberatung und Bildungswege.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine weitere Besonderheit ist die frühe Selbstständigkeit vieler Kinder. In Kasachstan gehen Grundschulkinder nicht selten allein zur Schule, spielen im Hof, gehen in kleine Geschäfte oder bleiben zeitweise ohne ständige Aufsicht zu Hause. Für viele Familien gilt das als normal: Ein Kind soll Schritt für Schritt selbstständig werden. Doch die Grenze zwischen Freiheit und fehlender Aufsicht ist schmal.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Digitale Medien als neue Grenze der Erziehung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In den vergangenen 10 bis 15 Jahren hat sich Elternsein auch in Kasachstan durch digitale Medien verändert. Smartphones, soziale Netzwerke, Online-Spiele, Cybermobbing und Cybersicherheit gehören heute zu den alltäglichen Sorgen von Familien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ayana Tokeyeva bestätigt, dass viele aktuelle Anfragen von Eltern mit digitalen Medien verbunden sind. Übermäßige Bildschirmnutzung könne mit Unruhe, Aggression, emotionalem Rückzug, Wutausbrüchen, Schulverweigerung oder allgemeinem Energiemangel einhergehen. Dabei seien nicht immer die Geräte allein das Problem. Oft zeigten sich darin auch familiäre Spannungen, Kommunikationsprobleme, Schwierigkeiten mit Gleichaltrigen oder innere Belastungen des Kindes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hier tritt der zentrale Konflikt zutage: Technologien verändern den Alltag schneller, als Familien ihre Erziehungsmodelle anpassen können.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eine neue Formel des Elternseins</h2>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Modernes Elternsein in Kasachstan ist weder vollständig traditionell noch einfach westlich. Vielleicht liegt genau darin die neue Formel des Elternseins in Kasachstan: die Stärke der Familie zu bewahren, ohne ihren Druck zu vergrößern; Kindern Bildung zu ermöglichen, ohne ihnen die Kindheit zu nehmen; Selbstständigkeit zu fördern, ohne sie allein zu lassen; Traditionen zu respektieren, ohne die Stimme des Kindes zu überhören.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Nurgul Adambayeva für Novastan</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



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		<title>Erinnerung in Uniform</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Apr 2025 03:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bild des Tages]]></category>
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		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
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		<category><![CDATA[Tag des Sieges]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Schulklasse &#252;bt f&#252;r die Parade zum Tag des Sieges am Lenin-Denkmal in Bischkek. Foto: Balzhan &#38; Axel Monse (@infoshymkent, Deutschland)</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Eine Schulklasse übt für die Parade zum Tag des Sieges am Lenin-Denkmal in <strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bischkek">Bischkek</a></strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Foto: Balzhan &amp; Axel Monse (<a href="https://www.instagram.com/infoshymkent" target="_blank" rel="noreferrer noopener">@infoshymkent</a></strong>, Deutschland)</p>


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		<title>Aus der blauen Steppe kommen wir – Ein Schulexperiment im kasachischen Hinterland</title>
		<link>https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/aus-der-blauen-steppe-kommen-wir-ein-schulexperiment-im-kasachischen-hinterland/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[thevillage]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Feb 2025 10:58:26 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Der Regisseur Hanzat Kenes hat Anfang Februar den Dokumentarfilm &#x201E;EXPERIMENT: Ergebnisse&#x201C; ver&#xF6;ffentlicht. Bekannt f&#xFC;r seine starke Fokussierung auf die akuten sozialen Themen der Gesellschaft, hat er sich diesmal dem Thema der Landflucht und seinen Auswirkungen auf das Bildungssystem angenommen. Dabei begleitete er Lehrer, die im Rahmen eines bildungspolitischen Projekts ihre Zivilcourage und ihren Altruismus unter [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Regisseur Hanzat Kenes hat Anfang Februar den Dokumentarfilm „EXPERIMENT: Ergebnisse&#8220; veröffentlicht. Bekannt für seine starke Fokussierung auf die akuten sozialen Themen der Gesellschaft, hat er sich diesmal dem Thema der Landflucht und seinen Auswirkungen auf das Bildungssystem angenommen. Dabei begleitete er Lehrer, die im Rahmen eines bildungspolitischen Projekts ihre Zivilcourage und ihren Altruismus unter Beweis stellen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Immer mehr Menschen verlassen die Kleinstädte und Dörfer Kasachstans. Teile der einzigartigen Kultur sterben aus, viele Häuser stehen leer und die Natur macht sich langsam die Straßen zu eigen. Einer der Gründe für die Abwanderung aus den ländlichen Gebieten ist der Wunsch nach einer besseren Bildung für die Kinder. Doch nicht alle akzeptieren diesen Zustand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Rahmen eines bildungspolitischen Experiments verließen vier junge Lehrer und ihre Familien die komfortablen Großstädte und gingen in das Dorf Kulynjon. Ihr Ziel: eine Veränderung des Bildungssystems herbei- und ein fortschrittliches Unterrichtsmodell einzuführen. Der Regisseur Hanzat Kenes hat einen inspirierenden Film mit dem Titel „EXPERIMENT: Die Ergebnisse“ gedreht, der zeigt, welche Früchte das nun dreijährige Projekt bislang trägt. Der Film gibt Einblicke in das Bildungswesen Kasachstans und bietet Inspirationspotenzial.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Hinein ins Dorfleben</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Während die einen vom Land in die Stadt ziehen, träumen die Städter von einem bescheideneren Leben auf dem Land. Die einen lockt die Natur, die anderen die aufrichtige und freundliche Art der Menschen. Der Film gibt einen Einblick in das Leben fernab der Großstädte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Regisseur Hanzat Kenes beschreibt seine Reise an dieses abgelegene Fleckchen seines Heimatlandes folgend:<em> „Ich bin ganz alleine losgezogen, habe Flugtickets gekauft und fand schließlich ein Taxi nach <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96skemen">Öskemen</a> (im Nord-Osten des Landes; Anm. d. Ü.) Von meiner Ankunft wusste nur der Schulleiter, die Lehrer waren nicht eingeweiht. Ich habe alles selbst gefilmt. Dazu brauchte ich nichts weiter als eine Kamera, ein Objektiv und ein Ansteckmikrofon. Fünf Tage verbrachte ich dort und kam in einem Wohnheim unter, das das Team von Aralbek Beriquly zusammen mit anderen Lehrern gebaut hatte.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lesen Sie auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/wollen-denn-alle-schlauen-koepfe-kasachstan-verlassen/">Wollen denn alle schlauen Köpfe Kasachstan verlassen?</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Drei Jahre lang führten die Protagonisten in Kulynjon Bildungsexperimente durch, variierten Methoden und unterstützten die einheimischen Kinder dabei, an die besten Universitäten in Kasachstan und im Ausland zu kommen. Wie ungewöhnlich und nicht weniger inspirierend diese Erfahrung ist, zeigt auch der Film selbst:</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Ich hatte genügend Zeit, um über diesen Dokumentarfilm nachzudenken und das Projekt selbst objektiv unter die Lupe zu nehmen, um ihm den letzten Schliff zu geben.&#8220;</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Alles stehen und liegen lassen, um auf dem Dorf zu unterrichten</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die jungen Lehrer erwartete eine glänzende Zukunft in den kasachischen Großstädten. Der Mathematiker Aralbek Beriquly zum Beispiel hätte Direktor der renommierten <a href="https://de.wiki7.org/wiki/%D0%A0%D0%B5%D1%81%D0%BF%D1%83%D0%B1%D0%BB%D0%B8%D0%BA%D0%B0%D0%BD%D1%81%D0%BA%D0%B0%D1%8F_%D1%84%D0%B8%D0%B7%D0%B8%D0%BA%D0%BE-%D0%BC%D0%B0%D1%82%D0%B5%D0%BC%D0%B0%D1%82%D0%B8%D1%87%D0%B5%D1%81%D0%BA%D0%B0%D1%8F_%D1%88%D0%BA%D0%BE%D0%BB%D0%B0">Republikanischen Schule für Physik und Mathematik</a> in Astana werden können. Doch ihm lag mehr an der Bildung in seinem Heimatland als an schnellem Erfolg und Prestige:</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Mit dem Bildungswesen in den ländlichen Gebieten geht es steil bergab. Bis zum Point of no Return ist es nicht mehr weit&#8220;, </em>zeigt sich Aralbek besorgt.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Als sie in Kulynjon ankamen, verstanden die jungen Lehrer, dass das Dorf ihre Hilfe brauchte. Einige Neuntklässler kannten nicht einmal das Einmaleins und stammelten mit Ach und Krach einen Satz auf Englisch daher. Ein ganzer Berg an Arbeit tat sich vor ihnen auf. Ergebnisse? Die könnten auf sich warten lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">AralbekBeriqulyerklärteseine Teilnahme an dem Experiment so<em>: </em>„<em>Wir sind bereit, das Fundament zu bilden, auf dem wir nun ein Haus bauen. Selbst wenn das Fundament niemals ein Dach kriegt.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Reaktion der Einheimischen auf die Revoluzzer</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Veränderung stößt oft auf Misstrauen, auch bei Stadtbewohnern. Doch das ist nicht zu vergleichen mit der Situation im Hinterland: Im etwa 200 Kilometer von der nächsten Großstadt entfernt gelegenen Öskemen haben sich noch viele Bräuche aus dem letzten Jahrhundert gehalten. Die Protagonisten des Films sind daher bei ihrer Ankunft vor dem Misstrauen, Argwohn und den Vorurteilen der Einheimischen keinesfalls gefeit. Doch darunter mischt sich Hoffnung, überschattete bei vielen Eltern doch die Sorge um die Zukunft ihrer Kinder alle sonstigen Ängste.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Die sind doch nicht von hier, das sind Fremde&#8220;,</em> sagte eine Englischlehrerin aus dem Dorf Samarskoe, die ihre Tochter in eine der Experiment-Schulen schickte. Trotz der anfänglichen misstrauischen Haltung beschlossen viele Einheimische, das Risiko einzugehen und sich auf das Projekt einzulassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lesen Sie auch auf Novastan:</strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/das-lexikon-der-kasachischen-dekolonialisierung/">Dekolonialisierung in Kasachstan</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereuten die mutigen und neugierigen Lehrer ihre Entscheidung oder waren sie, im Gegenteil, davon überzeugt, dass sie ihren Kindern eine bessere Zukunft ermöglicht hatten? Das erfahren Sie im Film. Mit Kasachisch- und/oder Russischkenntnissen ist der Film dank der professionellen Untertitel für Sprecher beider Sprachen komplett verständlich. Für Zuschauer ohne Sprachkenntnisse stellt die stellenweise einwandfreie, stellenweise allerdings auch kuriose automatische Übersetzung der Untertitel auf Youtube eine Option dar. Wer die Kuriositäten getrost wegzulächeln vermag, dem sei der halbstündige Film ans Herz gelegt, da er zwar <em>a priori</em> durch die Redebeiträge, vor allem aber auch durch die Bilder einen tiefen Einblick in das Dorfleben und den dortigen Schulunterricht gibt (Anm. d. Ü.).</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wie es weitergeht</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ursprünglich war das Experiment auf zweieinhalb Jahre ausgelegt. Einige von ihnen hatten Verwandte, die zu Hause auf sie warteten, andere kamen mit ihren Familien, die nun fernab der Zivilisation in Langeweile schmachten. Diesen Umständen zum Trotz beschlossen die Protagonisten, ihren Aufenthalt zu verlängern &#8211; zum Zeitpunkt des Films waren sie bereits seit drei Jahren in Kulynjon. Auch AralbekBeriquly plant, länger zu bleiben. Seine Pläne haben bereits Form angenommen- Details werden folgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Film „EXPERIMENT: Ergebnisse&#8220; zieht keinen Schlussstrich, vielmehr skizziert er eine weitere Facette der aktuellen sozialen Entwicklungen, regt zu Veränderungen an und zeigt Kasachstan unter einem Blickwinkel, den die meisten Stadtbewohner nur selten einnehmen. Auf dem <a href="https://www.youtube.com/@khanzat">YouTube-Kanal des Regisseurs</a> finden sich noch weitere Filme, die sich sozialen Themen widmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kulturredaktion von The Village</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Aus dem&nbsp;<a href="https://www.the-village-kz.com/village/city/experiment/39287-kak-idet-eksperiment-uchiteley-v-selskoy-shkole#comments">Russischen</a> von Arthur Siavash Klischat</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>„Friedensclubs“ bei Jugendlichen in Kirgistan immer beliebter</title>
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		<dc:creator><![CDATA[sherzodbabakulov]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Nov 2023 18:16:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Friedensclub]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die in Kirgistan ans&#xE4;ssige Nichtregierungsorganisation &#x201E;Institute for Peace and Development&#x201C; formt eine neue Generation von Friedensstiftenden durch &#x201E;Friedensclubs&#x201C; in &#xFC;ber 150 Schulen und tr&#xE4;gt so zur pers&#xF6;nlichen Entwicklung von Sch&#xFC;lerinnen und Sch&#xFC;lern, zur Friedenskonsolidierung und zur Verwirklichung des Konzepts &#x201E;Kyrgyz Dscharany&#x201C; f&#xFC;r ein friedliches Zusammenleben der verschiedenen ethnischen Gruppen bei. Mehr als 5000 junge Menschen [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die in Kirgistan ansässige Nichtregierungsorganisation „Institute for Peace and Development“ formt eine neue Generation von Friedensstiftenden durch „Friedensclubs“ in über 150 Schulen und trägt so zur persönlichen Entwicklung von Schülerinnen und Schülern, zur Friedenskonsolidierung und zur Verwirklichung des Konzepts „Kyrgyz Dscharany“ für ein friedliches Zusammenleben der verschiedenen ethnischen Gruppen bei.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr als 5000 junge Menschen aus Kirgistan hatten die Möglichkeit, sich für den Frieden einzusetzen und ihr Potenzial in den öffentlichen Aktivitäten des Landes zu entdecken. Einem der Projektteilnehmer zufolge zielen die Aktivitäten der „Friedensclubs“ darauf ab, die intellektuelle Entwicklung der Schüler zu fördern, Jugendkriminalität zu verhindern und das Konzept der Regierung, „Kyrgyz Dscharany“, umzusetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<a href="https://www.undp.org/kyrgyzstan/press-releases/concept-kyrgyz-jarany-kyrgyz-citizen-was-discussed-journalists-osh-regions">Kyrgyz Dscharany</a>“ ist ein Konzept zur Entwicklung der nationalen Identität, das von der Regierung offiziell gefördert wird. Das Projekt vereint alle ethnischen Gemeinschaften in Kirgistan unter Wahrung ihrer ethnischen und kulturellen Identitäten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das „Institute for Peace and Development“ (IPD) ermöglicht Schülerinnen und Schülern, durch experimentelle Trainingseinheiten Empathie, Verhandlungsgeschick und Konfliktlösungsmethoden zu entwickeln. Darüber hinaus ermöglicht das IPD den Kindern, ihre eigenen Projekte durchzuführen, in denen sie ihre Ideen zum Thema Frieden einbringen können. Die wichtigste Aufgabe der „Friedensclubs“ ist die Förderung von Vielfalt, Toleranz und Inklusion unter jungen Menschen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>„Friedensclubs“ werden auch unter Frauen immer populärer</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nurdschamal Alibajewa, eine der Koordinatorinnen des „Friedensclubs“, erklärte gegenüber Novastan.org, wie das IPD-Projekt zur Verbesserung der Führungsqualitäten und der persönlichen Entwicklung der Kinder beiträgt. Vor allem ihr Verhalten hat sich deutlich verändert. Nurdschamal betont: <em>„Wenn ich sehe, dass sie sich tolerant und zurückhaltend verhalten und persönliche Grenzen respektieren, macht mich das sehr glücklich. Ich glaube, dass dieses Verhalten mit diesem Projekt begonnen hat.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Projekt formt nicht nur tolerante und aufgeschlossene Menschen, sondern vermittelt auch praktische Erfahrungen und Fähigkeiten, die im späteren Leben nützlich sein werden. Nurdschamal erklärt: <em>„Alle Teilnehmenden haben ihre Aufgaben, und wenn ich sehe, wie sie diese verantwortungsvoll erfüllen, kann ich mit Sicherheit sagen, dass sie davon profitieren werden, egal wo sie eines Tages arbeiten werden.“</em></p>



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<p class="wp-block-paragraph">Die „Friedensclubs“ haben den Kindern nicht nur intern geholfen, sondern sie auch außerhalb des Klassenzimmers zusammengebracht: <em>„Wir haben angefangen, nach der Schule mehr Zeit mit den Schülerinnen und Schülern zu verbringen. Sie fragen mich oft: Worum geht es in dem Seminar? Was werden wir tun? Wohin gehen wir? Ich sehe darin ein großes Interesse der Kinder an der Zusammenarbeit im Club.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nurdschamal erzählt weiter, dass die Teilnehmenden des Projekts sehr unterschiedlich waren: <em>„Bei diesem Projekt habe ich mit Kindern unterschiedlicher Hintergründe und verschiedenen Alters zusammengearbeitet.“</em> Einige konnten ihre Gedanken frei äußern, während es für andere eine Herausforderung war. Trotzdem fanden sie eine gemeinsame Basis und bauten Barrieren ab, angefangen mit dem Selbstvertrauen, ihre Meinungen und Ideen zu äußern.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Jede Schülerin, jeder Schüler ist individuell</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ulanbek Umetow ist nicht nur Koordinator des Projekts „Friedensclubs“ im Bezirk <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Nooken_District">Nooken</a> im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gebiet_Dschalalabat">Gebiet Dschalal-Abad</a>, sondern auch Lehrer an einer örtlichen Schule. Er arbeitet seit 2019 an dem Projekt, und mit jedem neuen Tag unterrichtet er nicht nur andere, sondern lernt auch selbst ständig dazu. Seine Lehrmethode basiert auf dem Glauben an die Einzigartigkeit jedes Kindes und einem individuellen Ansatz für jeden von ihnen, was die „Friedensclubs“ bei den Jugendlichen vor Ort sehr beliebt macht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ganz gleich, welche Schule in Nooken er besucht, die Schülerinnen und Schüler interessieren sich für das Projekt und wollen an den „Friedensclubs“ teilnehmen: <em>“Gab es früher nur einen Club in Nooken, so sind es heute rund 30. Stellen Sie sich vor, wie attraktiv das Projekt nicht nur für die Schulkinder, sondern auch für die Lehrpersonen in den Schulen ist. Ich bin sicher, das liegt daran, dass wir Toleranz lehren und erklären, was Frieden ist und welche positiven Eigenschaften ein Mensch haben sollte.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/panorama/rugby-in-kirgistan-ein-hoffnungsvoller-aufschwung/">Rugby in Kirgistan: ein hoffnungsvoller Aufschwung</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ulanbek weiß, dass der Schlüssel zu einer erfolgreichen Arbeit mit den Kindern in der Liebe zum Detail liegt: „<em>Ich führe bei jeder Schülerin und jedem Schüler eine Diagnostik durch und untersuche, wie sie den Begriff „Frieden“ verstehen und welche Werte sie damit verbinden.&#8220;</em> Vor kurzem habe der Lehrer aus Nooken seine Schulkinder gebeten, darüber zu sprechen, was der Begriff „Frieden“ für sie bedeutet. Es stellte sich heraus, dass jede und jeder von ihnen dieses Wort anders auffasste. Daraufhin erteilte Ulanbek ihnen eine Hausaufgabe: Sie sollten einen Plan erstellen, der ihnen helfen würde, zur Schaffung von Frieden in der Gesellschaft beizutragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ulanbek unterrichtet in „Friedensclubs“ in kirgisischer Sprache, um Kinder aus verschiedenen abgelegenen Regionen Kirgistans zusammenzubringen: <em>“Das Projekt wird für alle Beteiligten zu einer Quelle der Inspiration und des Lernens. Wir bringen den Kindern wertvolle Lektionen darüber bei, was Frieden ist und welche positiven Eigenschaften ein Mensch haben sollte.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Nicht „einfach noch eine NGO“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Den Gründenden des IPD zufolge will die Organisation mehr sein als nur eine weitere internationale NGO in Kirgistan, sondern ein Katalysator für positive Veränderungen in einer Region, die häufig mit konfliktbezogenen Problemen zu kämpfen hat. Zu den Plänen des IPD gehören die Gründung von 1000 „Friedensclubs“ bis 2030 und die finanzielle Unterstützung von 120 Friedensinitiativen in ganz Kirgistan noch in diesem Jahr.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Das 2019 in Kirgistan gegründete „Institute for Peace and Development“ konzentriert sich auf die Förderung des Friedens in Zentralasien. Die Aktivitäten des IPD zielen darauf ab, junge Menschen in Konfliktlösungsfähigkeiten auszubilden und Friedensprojekte durchzuführen. In den vergangenen fünf Jahren wurden über 5000 junge Menschen ausgebildet.</em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Sherzod Babakulov für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/en/kyrgyzstan/peace-clubs-are-gaining-popularity-among-kyrgyz-youth/">Englischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Teamgeist</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Dec 2022 06:20:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bild des Tages]]></category>
		<category><![CDATA[Fussball]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Team]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Foto der Studierenden der Yangiobod Schule in Usbekistan.Foto: Ashley und Quentin (Frankreich)</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><span data-sheets-value="{&quot;1&quot;:2,&quot;2&quot;:&quot;Ein Photo der Studierenden der Yangiobod Schule in Usbekistan.&quot;}" data-sheets-userformat="{&quot;2&quot;:899,&quot;3&quot;:{&quot;1&quot;:0},&quot;4&quot;:{&quot;1&quot;:2,&quot;2&quot;:16448250},&quot;10&quot;:1,&quot;11&quot;:4,&quot;12&quot;:0}">Ein Foto der Studierenden der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Jangiabad" target="_blank" rel="noopener">Yangiobod</a> Schule in Usbekistan.</span><strong>Foto: <a href="https://www.enselle.voyage" target="_blank" rel="noopener">Ashley und Quentin</a></strong> (Frankreich)

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		<title>Zurück zur Schule in Kirgistan</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Antoine Béguier]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Nov 2021 03:00:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bild des Tages]]></category>
		<category><![CDATA[Ak Shirak]]></category>
		<category><![CDATA[Antoine Béguier]]></category>
		<category><![CDATA[Covid-19]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Grundschullehrerin unterrichtet ihre Sch&#xFC;ler zu Beginn des neuen Schuljahres in dem abgelegenen Dorf Ak Shirak in Kirgistan. Obwohl der Beginn des Schuljahres wegen der Gesundheitskrise um 15 Tage verschoben wurde, sind die Schulb&#xE4;nke immer noch sp&#xE4;rlich besetzt. Die Kinder der Nomaden sind noch nicht f&#xFC;r den Winter in ihre D&#xF6;rfer zur&#xFC;ckgekehrt. Foto: Antoine B&#xE9;guier [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Eine Grundschullehrerin unterrichtet ihre Schüler zu Beginn des neuen Schuljahres in dem abgelegenen Dorf Ak Shirak in Kirgistan. Obwohl der Beginn des Schuljahres wegen der Gesundheitskrise um 15 Tage verschoben wurde, sind die Schulbänke immer noch spärlich besetzt. Die Kinder der Nomaden sind noch nicht für den Winter in ihre Dörfer zurückgekehrt.

<strong><a href="https://antoinebeguier.com">Foto: Antoine Béguier</a> (Frankreich)</strong>

Mehr Bilder aus der Reihe findet ihr <a href="https://www.novastan.org/de/author/abeguier/">hier</a>.

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		<title>Zurück zur Schule in Kirgistan</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Oct 2021 02:00:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bild des Tages]]></category>
		<category><![CDATA[Antoine Béguier]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Polizei]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>An ihrem ersten Schultag h&#xE4;lt die Polizei den Sch&#xFC;lern eine lange, scheinheilige Rede dar&#xFC;ber, wie wichtig es ist, das Gesetz und die Regeln zu respektieren. Anschlie&#xDF;end h&#xE4;lt sie eine Ode an den Patriotismus. Foto: Antoine B&#xE9;guier (Frankreich)&#xA0;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">An ihrem ersten Schultag hält die Polizei den Schülern eine lange, scheinheilige Rede darüber, wie wichtig es ist, das Gesetz und die Regeln zu respektieren. Anschließend hält sie eine Ode an den Patriotismus.

<strong>Foto: <a href="https://www.instagram.com/antoine.beguier/">Antoine Béguier</a> (Frankreich)</strong><span style="font-weight: 400">&nbsp;<p><a style="color: #f57d20; text-decoration: underline;" href="https://www.novastan.org/de/cat/bild-des-tages/">Hier</a> geht’s zu mehr Bildern des Tages. Sie können einige davon kaufen und zu Hause empfangen: <span style="color: #ff6600;"><a style="color: #ff6600;" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/du-kannst-das-bild-des-tages-von-novastan-auch-kaufen/">hier ist die Liste</a></span>! Wenn Sie Ihr Bild nicht in der Liste finden, schicken Sie uns eine E-Mail an <span style="text-decoration: underline;"><a href="mailto:photo@novastan.org">photo@novastan.org</a></span>.</p></span></p>
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		<title>Die Geschichte der Geschichte: Wie die Vergangenheit aus usbekischen Lehrbüchern verschwindet</title>
		<link>https://novastan.org/de/usbekistan/die-geschichte-der-geschichte-wie-die-vergangenheit-aus-usbekischen-lehrbuechern-verschwindet/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[hriedler]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Mar 2020 09:51:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Lehre]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit der Unabh&#xE4;ngigkeit hat sich der Geschichtslehrplan in Usbekistan stark ver&#xE4;ndert, meist zugunsten trockener Daten und Fakten. Folgender Artikel erschien im russischen Original bei Hook, wir &#xFC;bersetzen ihn mit freundlicher Genehmigung der Redaktion. Geschichte scheint nichts zu sein, was sich &#xE4;ndern kann. In Usbekistan hat sich aber seit der Unabh&#xE4;ngigkeit nicht nur der Geschichtslehrplan dramatisch [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Seit</strong><strong> der Unabhängigkeit hat sich der Geschichtslehrplan in Usbekistan stark verändert, meist zugunsten trockener Daten und Fakten. Folgender Artikel erschien im russischen Original bei</strong> <a href="https://hook.report/2020/02/istoriya-istoriyi/"><strong>Hook</strong></a><strong>, wir übersetzen ihn mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Geschichte scheint nichts zu sein, was sich ändern kann. In Usbekistan hat sich aber seit der Unabhängigkeit nicht nur der Geschichtslehrplan dramatisch verändert, sondern auch die Unterrichtsmethodik und die Prufüngskriterien.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p></p>
<p style="text-align: justify">Im sowjetischen Bildungsmodell lag der Schwerpunkt auf der Parteiideologie, nach der Bildungsreform 1997 wurden vor allem die „nationale“ Geschichte und ihre Helden gelehrt.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Vor und nach der Unabhängigkeit</strong></p>
<p style="text-align: justify">Wie in anderen postsowjetischen Ländern wurde der Geschichtslehrplan in Usbekistans Schulen nach der Unabhängigkeit vollständig überarbeitet. Die einheitliche sowjetische Geschichtserzählung, die weitgehend auf der Verherrlichung von Sowjetmacht und -revolution und der scharfen Kritik am zaristischen Regime aufbaute, wurde in zwei Zweige aufgeteilt: die Weltgeschichte und die Geschichte Usbekistans.</p>
<p style="text-align: justify">Die Autoren der ersten Lehrbücher zur Nationalgeschichte, die bereits 1992 und 1995 veröffentlicht wurden, bezogen sich eher verhalten und objektiv auf die „koloniale Vergangenheit“ und betrachteten diese Zeit nicht nur als eine blutige Zeit der Volksaufstände, Befreiungsbewegungen und Unterdrückung der einheimischen Bevölkerung, sondern auch als eine Zeit der rasanten Industrialisierung und der Modernisierung.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-sowjetische-geschichte-zentralasiens-12/"><strong>Die sowjetische Geschichte Zentralasiens (1/2)</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Um die Jahrtausendwende erschien jedoch Raximovs skandalöses Lehrbuch „Die Geschichte Usbekistans (zweite Hälfte des 19. &#8211; Anfang des 20. Jahrhunderts)“, das die Politik des russischen Reiches und der UdSSR gegenüber <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Autonome_Sozialistische_Sowjetrepublik_Turkestan">Turkestan</a> (administrative Bezeichnung von Teilen Zentralasiens zwischen 1918 und 1924, Anm. d. Ü.) scharf kritisierte. Das Werk stoß auf eine weite gesellschaftliche Resonanz, wurde schnell zurückgezogen und 2003 in einer Neuausgabe neu veröffentlicht.</p>
<p><figure id="attachment_7182" aria-describedby="caption-attachment-7182" style="width: 800px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-7182 size-full" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/01/16070870920_5ca0748fc1_c.jpg" alt="Amir Timur Statue in Taschkent Usbekistan" width="800" height="600" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/01/16070870920_5ca0748fc1_c.jpg 800w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/01/16070870920_5ca0748fc1_c-300x225.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/01/16070870920_5ca0748fc1_c-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption id="caption-attachment-7182" class="wp-caption-text">Die Amir Timur Statue im Herzen Taschkents. Amir Timur, Gründer der Dynastie der Timuriden, ist ein wichtiger Teil der staatlichen Ideologie im unabhängigen Usbekistan.</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Die Geschichtsbücher in Usbekistan werden weiterhin alle paar Jahre neu veröffentlicht, da die Geschichte buchstäblich vor unseren Augen passiert: Neue Daten erscheinen, Alte werden genauer erläutert. Ein fester Bestandteil des neuen Bildungsprogramms ist die Wiederherstellung der historischen Vergangenheit von Nationalhelden verschiedener Epochen: von der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Timuriden">Dynastie der Timuriden</a> (1370-1507) bis zum langjährigen Parteichef der usbekischen Kommunistischen Partei <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Scharaf_Raschidow">Sharof Rashidov</a> (1917-1983). Diese Helden schließen sowohl wissenschaftliche und kulturelle Persönlichkeiten als auch Staatsmänner ein. Erwähnenswert sind auch die Veränderungen im Lehrprogramm der Literatur, das neben russischen und westlichen Klassikern auch das obligatorische Studium usbekischer Schriftsteller umfasst.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/zehn-erfindungen-aus-zentralasien/"><strong>Zehn Erfindungen aus Zentralasien</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Mit der Weltgeschichte verhält es sich anders. Nach der Unabhängigkeit geschriebene Schulbücher zu diesem Thema schrumpfen mit jeder neuen Veröffentlichung. Wie auch bei Lehrbüchern usbekischer Geschichte verbleiben nur noch trockene Fakten und Daten, die einen Mittelschüler kaum interessieren können.</p>
<p style="text-align: justify">Die Lehrerinnen und Lehrer erinnern sich mit warmem Herzen an ihre Schulzeit, in der jedem einzelnen Thema die nötige Zeit und Aufmerksamkeit gewidmet wurde. Nun sind für das Thema „Afrika“ buchstäblich ein paar Stunden vorgesehen und „Mythen des antiken Griechenlands“ umfasst als Unterthema eine halbe Seite. Früher konnten die Schüler jedes Land des Kontinents und jeden einzelnen Mythos im Detail erforschen. Manch einer mag darin eine Zeit- und Ressourcenverschwendung sehen, denn „in Prüfungen findet man solche Aufgaben nicht“, aber darin liegt auch das Hauptproblem des Geschichtsunterrichts unserer Tage.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Was die Veränderungen bewirken</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die meisten Geisteswissenschaftslehrer sind zwar der Meinung, dass Geschichte mündlich oder schriftlich, aber auf keinen Fall als Test geprüft werden sollte, dennoch wurde 1992 fast unmittelbar nach der Unabhängigkeit eine Universitätszulassung auf Testbasis erteilt. Zwei  Jahre später wurde ein einheitliches und noch immer bestehendes staatliches Testzentrum gegründet. Dieses ist einerseits tatsächlich standardisierter, transparenter und objektiver. Andererseits verlieren die Schülerinnen und Schüler nicht nur die Fähigkeit über vergangene Ereignisse Bescheid zu wissen, sondern vor allem auch auf der Grundlage verschiedener Quellen zu analysieren. Die geforderten kurzen Antworten auf bestimmte Fragen findet sie stattdessen in einem einzigen Lehrbuch oder einer einzelnen Wikipedia-Seite.</p>
<p style="text-align: justify">Ein weiterer Schlag für das Fach Geschichte in den Sekundar- und Berufsschulen war die Bildungsreform im Schuljahr 2017/2018. Das fängt damit an, dass Lehrplan und Lehrbücher gar nicht an die neue elfjährige Schulpflicht angepasst waren.</p>
<p style="text-align: justify">Die akademischen Lyzeen (meist Universitäten zugeordneten Oberstufen, Anm. d. Ü.), die bereits einen eigenen fortgeschrittenen Geschichtslehrplan besaßen, wurden den Schulen gleichgestellt, und die Studienzeit wurde von drei auf zwei Jahre verkürzt. Auf die Weise unterscheidet sich der gekürzte Lehrplan fast nicht mehr vom allgemeinen, nicht fortgeschrittenen Schullehrplan.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/in-erwartung-der-folgen-pressefreiheit-in-usbekistan/"><strong>In Erwartung der Folgen – Pressefreiheit in Usbekistan</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Wahrscheinlich sollen dadurch die Chancen von Schul- und Lyzeumsabsolventen in den universitären Aufnahmeprüfungen ausgeglichen werden. So geht aber auch der ganze Sinn einer Struktur wie das akademische Lyzeum verloren. Sechs Monate nach den Reformen wurden weiter einheitliche Schulbücher für die zehnte und elfte Klasse veröffentlicht, die aber augenscheinlich in aller Eile geschrieben und übersetzt wurden.</p>
<p style="text-align: justify">Darüber hinaus wurde beschlossen, ab 2020 das Fach Geschichte Usbekistans zusammen mit Usbekisch und Mathematik in die Liste der Pflichtfächer für die staatliche Universitätszulassung aufzunehmen. Die Reaktionen waren zweideutig: Natürlich sollte jeder die Geschichte seines Landes kennen, aber besonders für die Anwärter technischer Studiengänge, die in Schulzeit humanitäre Themen vernachlässigt haben, war die Nachricht ein Schock.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Die Zukunft der Geschichtswissenschaft in Usbekistan</strong></p>
<p style="text-align: justify">So oder so spielt die Geschichtskenntnis eine wichtige Rolle bei der Gestaltung des Weltbildes eines jeden Menschen. Dabei geht es weniger um die Kenntnis von Namen, Daten und Ereignissen, als um die Fähigkeit, sich eine eigene Meinung zu bilden und einige Schlussfolgerungen zu ziehen.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p></p>
<p style="text-align: justify">Leider paukt die Mehrheit der Studierenden und Bewerber Geschichte, um die Prüfung oder die Zulassung zur Philologischen oder Juristischen Fakultät zu bestehen (wo sie im Übrigen gezwungen sind, das Geschichtscurriculum von Anfang an erneut zu durchlaufen). Nur wenige streben ein Geschichtsstudium und Lehre oder Forschung in diesem Bereich an. Dabei braucht es radikale Veränderungen in der Herangehensweise an das Studium und die Prüfung dieses Faches, um seine Autorität wiederherzustellen und die Zahl der qualifizierten Geschichtslehrer und des wissenschaftlichen Personals zu erhöhen.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Ekaterina Bondarenko für </strong><a href="https://hook.report/2020/02/istoriya-istoriyi/"><strong>Hook</strong></a></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Russischen von Hannah Riedler</strong></p>
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		<title>Hat Kasachstan eine Zivilgesellschaft?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christina Spitzmüller]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Nov 2018 09:12:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Engagement]]></category>
		<category><![CDATA[Inklusion]]></category>
		<category><![CDATA[Pädagogik]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Zivilgesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wie muss sich die Hochschulbildung &#xE4;ndern, damit in Kasachstan eine Zivilgesellschaft heranw&#xE4;chst? Marat Paimchanow, Experte f&#xFC;r Bildung im Ausland, sagt, dass vor allem die veraltete P&#xE4;dagogik abgeschafft werden muss. Folgender Kommentar erschien im russischen Original bei The Steppe. Wir &#xFC;bersetzen ihn mit freundlicher Genehmigung der Redaktion Was ist das eigentlich &#x2013; Zivilgesellschaft? Sie ist definiert [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong><span lang="DE">Wie muss sich die Hochschulbildung ändern, damit in Kasachstan eine Zivilgesellschaft heranwächst? Marat Paimchanow, Experte für Bildung im Ausland, sagt, dass vor allem die veraltete Pädagogik abgeschafft werden muss. Folgender Kommentar erschien im russischen Original bei </span></strong><span class="Internetverknpfung"><b><span lang="DE"><a href="https://the-steppe.com/news/mneniya/2018-08-06/est-li-v-kazahstane-grazhdanskoe-obshchestvo">The Steppe</a></span></b></span><strong><span lang="DE">. Wir übersetzen ihn mit freundlicher Genehmigung der Redaktion</span></strong></p>
<p class="news-text-fixed" style="text-align: justify"><span lang="DE">Was ist das eigentlich – Zivilgesellschaft? Sie ist definiert als eine freie, demokratische und rechtsstaatliche Gesellschaft, die auf das Individuum ausgerichtet ist. In einer Zivilgesellschaft werden rechtliche Traditionen und Gesetze geachtet, freie künstlerische und unternehmerische Tätigkeiten ermöglicht sowie Menschen- und Bürgerrechte garantiert.</span></p>
<p><strong>Bildung macht Zivilgesellschaft</strong></p>
<p class="news-text-fixed" style="text-align: justify"><span lang="DE">Im Index für die Entwicklung der Zivilgesellschaft von <span class="Internetverknpfung"><a href="https://www.transparency.de/themen/zivilgesellschaft/">Transparency International </a></span>erreichte Kasachstan im Jahr 2017 50,9 von 100 Punkten und befand sich damit im Mittelfeld. Laut Angaben von <span class="Internetverknpfung"><a href="https://monitor.civicus.org/country/kazakhstan/">CIVICUS State of Civil Society Report 2018 </a></span>zählt Kasachstan zu den Ländern mit einer eingeschränkten Zivilgesellschaft.</span></p>
<p class="news-text-fixed" style="text-align: justify"><span lang="DE">Laut dem amerikanischen Professor und ehemaligen Präsidenten der Yale University Bartlett Giamatti ist eine liberale Bildung die Grundlage einer Zivilgesellschaft<i>.</i>Gebildete, frei denkende BürgerInnen spielen die wichtigste Rolle in einer dynamischen Demokratie.</span></p>
<p class="news-text-fixed" style="text-align: justify"><b><span lang="DE">Orte des bürgerlichen Denkens schaffen</span></b></p>
<p class="news-text-fixed" style="text-align: justify"><span lang="DE">Im Juli erhielten Hochschulen in Kasachstan erweiterte akademische und verwaltungstechnische Selbstständigkeit. Jetzt können Hochschulen selbst entscheiden, wie viele Studierende sie aufnehmen wollen und das zahlenmäßige Verhältnis zwischen Studierenden und Lehrenden sein soll. Außerdem können die Hochschulen nun selbst über Struktur und Inhalt ihrer Lehrpläne bestimmen. Für kasachische Bildungseinrichtungen ist das eine Chance, sowohl ihre Curricula zukunftsgerichtet umzugestalten, als auch ihrer sozialen Aufgabe gerecht zu werden: dabei zu helfen, die Studierenden zu bewussten, interessierten und selbstständigen BürgerInnen zu erziehen, die sich aktiv in die Gesellschaft einbringen.</span></p>
<p><b><span lang="DE">Lest auch auf Novastan: <span class="Internetverknpfung"><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/hochschulen-in-kasachstan/">Studieren in Kasachstan – Wofür das ganze Geld?</a></span></span></b></p>
<p class="news-text-fixed" style="text-align: justify"><span lang="DE">Was kann den Universitäten nun also ganz praktisch helfen, ein <i>Ort des bürgerlichen Denkens </i>zu werden? Zunächst sollten sie nicht an der veralteten Form der <i>industriellen Pädagogik</i>festhalten. Dabei stehen der Lehrende und die durch ihn vermittelten Fähigkeiten, die die Produktivität des Landes sichern sollen, im Mittelpunkt. Stattdessen sollten die Hochschulen zu einer Pädagogik der <i>informierten Gesellschaft</i>übergehen. Hierbei fokussiert sich alles auf die Studierenden, ihre Kompetenzen und ihre Persönlichkeitsentwicklung. Dafür müssen die Prinzipien der akademischen Freiheit befolgt werden. </span></p>
<p><figure id="attachment_1287" aria-describedby="caption-attachment-1287" style="width: 300px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-1287" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/old/342-300x200.jpeg" alt="Schule N°34" width="300" height="200" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/old/342-300x200.jpeg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/old/342.jpeg 600w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/old/342-128x86.jpeg 128w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-1287" class="wp-caption-text">Inklusion bietet allen Schülern denselben Zugang zu Bildung. Und lehrt, mit unterschiedlichen Menschen umzugehen</figcaption></figure></p>
<p class="news-text-fixed" style="text-align: justify"><span lang="DE">Außerdem kann solch eine neue Pädagogik durch die Einführung neuer Fächer erreicht werden, die auf das Verinnerlichen von gesellschaftlichen Werten sowie die Entwicklung eines bürgerlichen Selbstverständnisses ausgerichtet sind. Diese können Qualitäten wie zum Beispiel Führungsstärke, Zeitmanagement, Logik, Entscheidungsfindungsprozesse, Grundlagen der Demokratie und Menschenrechte vermitteln.</span></p>
<p class="news-text-fixed" style="text-align: justify"><span lang="DE">Eine der Bedingungen für das Entstehen einer Zivilgesellschaft ist eine Gesellschaft von wirtschaftlich selbstständigen BürgerInnen. Dazu müssen die BürgerInnen lernen, mit ihrem Geld umzugehen: Sie müssen die Grundlagen von Geldanlage, Finanzplanung und Sparen verstehen.</span></p>
<p class="news-text-fixed" style="text-align: justify"><b><span lang="DE">Mehr Engagement</span></b></p>
<p class="news-text-fixed" style="text-align: justify"><span lang="DE">Als Zweites muss studentisches Engagement gestärkt werden. An vielen Schulen und Hochschulen spielen studentische Initiativen und Vereinigungen eine große Rolle für die Studierenden, zum Beispiel Debattier-Clubs, Interessensgruppen, ehrenamtliche Projekte oder Umweltinitiativen. Diese Bewegungen müssen systematisiert werden. Wer an Veranstaltungen außerhalb des Lehrplans teilnimmt, kann das theoretisch Erlernte in der Praxis anwenden und etwas über die Gesellschaft lernen, in der er lebt – ob das nun Veranstaltungen zu Toleranz und Gender-Studies oder landesweite Umweltprojekte sind. </span></p>
<p class="news-text-fixed" style="text-align: justify"><span lang="DE">Auch der internationale Studierendenaustausch – einschließlich der Programme der akademischen Mobilität – hilft den Studierenden, Auslandserfahrung zu sammeln und danach etwas davon in die kasachische Gesellschaft einzubringen. Durch die enge Zusammenarbeit mit internationalen und kasachischen NGOs bekommen die Hochschulen ständig Informationen über aktuelle soziale Prozesse in der Gesellschaft. Dadurch können sie die Lehre an die Lebensrealität des Landes anpassen.</span></p>
<p class="news-text-fixed" style="text-align: justify"><b><span lang="DE">Inklusion ist der Schlüssel</span></b></p>
<p class="news-text-fixed" style="text-align: justify"><span lang="DE">Als Drittes muss Bildung inklusiv werden. Inklusion bedeutet die gemeinsame Ausbildung von Studierenden mit und ohne gesundheitlichen Einschränkungen. Inklusive Bildung ist ein Prozess, der allen Studierenden denselben Zugang zu Bildung gewährleistet und dabei sowohl die besonderen Anforderungen der jeweiligen Ausbildung als auch die individuellen Möglichkeiten der Studierenden berücksichtigt. </span></p>
<p class="news-text-fixed"><b><span lang="DE">Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/autismus-bei-kindern-in-kirgistan-fehlt-es-an-fachkrften/">Autismus bei Kindern- in Kirgistan fehlt es an Fachkräften</a></span></b></p>
<p class="news-text-fixed" style="text-align: justify"><span lang="DE">In Großbritannien zum Beispiel bauen Kinder schon in jungem Alter positive Beziehungen zu Menschen mit Behinderung auf. Vorschulkinder spielen mit Puppen, die eine offensichtliche Behinderung haben. Ein inklusives Herangehen zeigt den Studierenden, dass jeder Mensch an sich einen Wert hat, unabhängig von seinen Möglichkeiten und Einschränkungen – und, dass produktive zwischenmenschliche Beziehungen auf gegenseitiger Achtung, Verständnis und Annehmen gegründet sein müssen.</span></p>
<p style="text-align: right" align="right"><span class="Internetverknpfung"><b><span lang="DE"><a href="https://the-steppe.com/authors/1816">Marat Paimchanow</a></span></b></span><strong><span lang="DE">, </span></strong><span class="Internetverknpfung"><b><span lang="DE"><a href="https://the-steppe.com/news/mneniya/2018-08-06/est-li-v-kazahstane-grazhdanskoe-obshchestvo">The Steppe</a></span></b></span></p>
<p style="text-align: right" align="right"><strong><span lang="DE">Aus dem Russischen von Christina Spitzmüller</span></strong></p>
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		<title>Tradition und Moderne &#8211; ein Widerspruch? Bericht von einem Journalismus-Workshop mit Schülerinnen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 15 Sep 2018 08:36:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Lehrer]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Schüler]]></category>
		<category><![CDATA[Workshop]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gemeinsam mit Sch&#xFC;lerinnen und Lehrerinnen kirgisischer Schulen hat Novastan im Rahmen eines Journalismus-Workshops einen Beitrag erarbeitet, der sich mit der Frage nach der Vereinbarkeit von Tradition und Moderne besch&#xE4;ftigt. Der Workshop fand am 07.09. und 08.09.2018 in Tossor am Issikk&#xF6;lsee statt, gearbeitet wurde traditionsgem&#xE4;&#xDF; in einer Jurte. Jeweils eine Sch&#xFC;lerin und eine Lehrerin tauschten sich [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Gemeinsam mit Schülerinnen und Lehrerinnen kirgisischer Schulen hat Novastan im Rahmen eines Journalismus-Workshops einen Beitrag erarbeitet, der sich mit der Frage nach der Vereinbarkeit von Tradition und Moderne beschäftigt. Der Workshop fand am 07.09. und 08.09.2018 in Tossor am Issikkölsee statt, gearbeitet wurde traditionsgemäß in einer Jurte.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Jeweils eine Schülerin und eine Lehrerin tauschten sich über ihr Verständnis von Moderne und dem nomadischen Erbe Kirgistans aus. Da das Thema der Workshopreihe auf dem Sprach-Camp der <a href="https://bischkek.diplo.de/kg-de/themen/kultur/zfa/1252528">Zentralstelle für Auslandsschulwesen (ZfA)</a> “Konflikt” lautete, empfanden wir dieses Format für gut geeignet, um auch nach möglichen Konfliktlinien zwischen den Generationen zu fragen. Im Zuge der Zusammenarbeit wurden jedoch durchaus viele Gemeinsamkeiten sichtbar. Alle drei Gruppen, bestehend aus jeweils einer Schülerin und einer Lehrerin, wählten individuell unterschiedliche Schwerpunkte, ausgehend von einer einheitlichen Fragestellung. &#8211; Die Ergebnisse stellen wir Ihnen in den folgenden drei Texten vor:</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><figure id="attachment_14882" aria-describedby="caption-attachment-14882" style="width: 1700px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-14882" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/09/3.jpg" alt="" width="1700" height="1133" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/09/3.jpg 1700w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/09/3-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/09/3-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/09/3-1024x682.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/09/3-1300x866.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/09/3-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 1700px) 100vw, 1700px" /><figcaption id="caption-attachment-14882" class="wp-caption-text">Asel, 15, aus Karakol<br />Raisa, 59, aus Talas</figcaption></figure></p>
<p><strong>Nowruz, brauchen wir diesen Feiertag wirklich noch?</strong></p>
<p style="text-align: justify">&#8222;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nouruz">Nowruz </a>ist das Fest des kommenden Frühlings. Es wurde in den vergangenen Jahren zu einem der beliebtesten Feiertage des kirgisischen Volkes. Zu diesem Anlass werden die Straßen und Plätze der Städte feierlich geschmückt. Auf dem Stadtplatz werden mehrere Jurten aufgebaut, die mit traditionellen, handgemachten Teppichen wie &#8222;Schyrdak&#8220; oder &#8222;Kyiys&#8220; verziert werden. Dabei kann man verschiedene Nationalgerichte kosten und tolle Rezepte bekommen. Die Leute tragen schöne Trachten, überall kann man Lieder hören und Volkstänze sehen. Kleine Kinder spielen Spiele aus einer fernen Vergangenheit, wie Toguz Korgol, Ordo, Top Tasch, und viele mehr. Im Stadion der Stadt finden nationale Sportarten wie Kyskuumay, Kürösch oder Kök-Börü statt. In unserem Kalender gibt es genügend Feiertage. Brauchen wir diesen Feiertag wirklich noch? Natürlich schon! Durch dieses Fest lernt die junge Generation die Geschichte, die Traditionen, die Sitten und Bräuche unseres Volkes kennen. Obwohl wir heute in einer modernen Welt leben, dürfen wir unsere Wurzeln nicht vergessen.&#8220;</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/nouruz-das-kirgisische-neujahrsfest/">Nouruz – das zweite Neujahrsfest</a></strong></p>
<p><figure id="attachment_14883" aria-describedby="caption-attachment-14883" style="width: 1700px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-14883" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/09/1.jpg" alt="" width="1700" height="1133" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/09/1.jpg 1700w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/09/1-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/09/1-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/09/1-1024x682.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/09/1-1300x866.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/09/1-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 1700px) 100vw, 1700px" /><figcaption id="caption-attachment-14883" class="wp-caption-text">Djibek, 16, aus Talas und<br />Tschinara, 44, aus Bishkek</figcaption></figure></p>
<p><strong>Gibt es eine Gegenwart ohne Vergangenheit?</strong></p>
<p style="text-align: justify">&#8222;Heutzutage fragen sich viele, ob wir Traditionen in der modernen Welt brauchen. Aber Veranstaltungen wie zum Beispiel die <a href="http://worldnomadgames.com/en/">Nomadenspiele</a> zeigen, dass auch der moderne Mensch die alte Zeit erleben, eigene Wurzeln untersuchen und die Nähe zur Natur spüren möchte. Viele Leute sehnen sich auch heute nach dieser Verbundenheit. Durch die Vermarktung traditioneller Produkte kann man heute jedoch auch viel Geld verdienen. Die Sachen, die heute die alte Zeit widerspiegeln, sind immer gefragter geworden. Allen gefällt, dass sie aus natürlichen Stoffen, aus echtem Material gemacht worden sind. Heute kann man sich bei vielen Sachen nicht sicher sein, ob sie chemische Bestandteile oder Chemikalien enthalten. Das ist problematisch für die Gesundheit, da viele Leute Allergien haben, oder aber auch durch einen modernen Lebensstil Krankheiten wie zum Beispiel Rückenschmerzen bekommen. Heutzutage ist es auch populär geworden, dass Menschen, die mit ihrer Wirbelsäule Probleme haben, sich durch das Reiten auf dem Pferd heilen lassen. Das heißt, dass der moderne Mensch in der Welt der Technik nicht auf traditionelle Mittel verzichten sollte. Es ist sehr erfreulich, dass eine Person gleichzeitig neue Technologien und alte Lebensweisen kombinieren kann. Es gibt keine Gegenwart ohne Vergangenheit.&#8220;</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/world-nomad-games-2018-wir-haben-es-im-blut/">World Nomad Games 2018: “Wir haben es im Blut”</a></strong></p>
<p><figure id="attachment_14881" aria-describedby="caption-attachment-14881" style="width: 1700px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-14881" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/09/2.jpg" alt="" width="1700" height="1133" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/09/2.jpg 1700w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/09/2-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/09/2-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/09/2-1024x682.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/09/2-1300x866.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/09/2-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 1700px) 100vw, 1700px" /><figcaption id="caption-attachment-14881" class="wp-caption-text">Meerim, 15, aus Osch<br />Schairgul, 61, aus Karakol</figcaption></figure></p>
<p><strong>&#8222;Ironie des Schicksals&#8220;</strong></p>
<p style="text-align: justify">&#8222;In der modernen Welt ist Folgendes charakteristisch: Erstens sind die Häuser, die Wohnungen, Möbel, Teppiche einander zum Verwechseln ähnlich. Im sowjetischen Film “<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ironie_des_Schicksals">Ironie des Schicksals</a> (<span lang="ru-Cyrl">Ирония судьбы или С лёгким паром)</span>” wird eine kuriose Situation dargestellt: Einige Freunde, sie waren schon im Erwachsenenalter, hatten die Tradition, sich in der Banja ihrer Heimatstadt Moskau zu waschen. Dann unterhielten sie sich und tranken Bier und Wodka. Sie waren ein wenig alkoholisiert, weswegen ihnen ein Ungeschick passierte. Durch eine Verwechslung der Flugtickets flog einer dieser Freunde versehentlich nach Leningrad. Er war Arzt, und nachdem er in seiner Straße angekommen zu einem Haus lief, das exakt aussah wie seines, schloss er mit seinem Schlüssel eine Wohnungstür auf und schlief. Dann kam die echte Besitzerin dieser Wohnung und war sehr erschrocken, ihn in ihrer Wohnung anzutreffen. Zwischen den beiden ereignete sich ein kleiner Konflikt und am Ende des Films verliebten sie sich ineinander. Am Anfang haben wir gesagt, wie ähnlich sich die Wohnhäuser sind. Das darf eigentlich nicht sein &#8211; diese Wohnungen wurden vom Staat gebaut. Technik macht den Alltag effizienter, aber jeder Mensch sollte sich individuell entfalten können. Der kasachische Botschafter besuchte kürzlich Kirgistan und in der Zeitung erschien ein Artikel, in welchem er erzählt hatte, dass in der neuen Hauptstadt Astana Moderne und Tradition nicht nur nebeneinander existieren, sondern sich ergänzen. Die nationale Tradition und die moderne Technologie, diese Mischung gibt den Gästen einen besonderen Eindruck.&#8220;</p>
<p style="text-align: right"><strong>Arnaud Enderlin</strong><br />
<strong>Chefredakteur von Novastan in Bischkek</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Maximilian Kathan</strong><br />
<strong>Redakteur für Novastan in Bischkek</strong></p>
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