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	<title>Ressourcen Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Mon, 10 Nov 2025 22:40:43 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Ressourcen Archives</title>
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	<item>
		<title>Zentralasien indirekt von ukrainischen Drohnenangriffen in Russland betroffen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Nov 2025 22:40:42 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Ukrainische Drohnen, die eine russische Verarbeitungsanlage ins Visier genommen hatten, haben Kasachstan zur Drosselung der &#xD6;lf&#xF6;rderung aus einem seiner wichtigsten &#xD6;lfelder gezwungen. In anderen zentralasiatischen L&#xE4;ndern ist mit einem Anstieg der Benzinpreise zu rechnen, sollten russische Raffinerien weiterhin von Kiew angegriffen werden. Am 19. Oktober musste die Gasaufbereitungsanlage Orenburg, der weltweit gr&#xF6;&#xDF;te Chemie- und Gaskomplex [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Ukrainische Drohnen, die eine russische Verarbeitungsanlage ins Visier genommen hatten, haben Kasachstan zur Drosselung der Ölförderung aus einem seiner wichtigsten Ölfelder gezwungen. In anderen zentralasiatischen Ländern ist mit einem Anstieg der Benzinpreise zu rechnen, sollten russische Raffinerien weiterhin von Kiew angegriffen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 19. Oktober musste die Gasaufbereitungsanlage <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Orenburg">Orenburg</a>, der weltweit größte Chemie- und Gaskomplex im Süden Russlands, nach einem Drohnenangriff der Ukraine vorübergehend ihre Gaslieferungen aus Kasachstan einstellen, wie das kasachstanische Energieministerium <a href="https://www.dw.com/ru/bpla-vsu-atakovali-rad-syrevyh-predpriatij-v-rf/a-74415037">mitteilte</a>. Der Vorfall löste im Land, das für die Verarbeitung seines Gases und Öls von Russland abhängig ist, sowie bei seinen zentralasiatischen Nachbarn Alarmstimmung aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ukraine bestätigte, dass die Anlage, die etwa 1.700 Kilometer östlich der russisch-ukrainischen Grenze liegt, sowie eine Ölraffinerie in der Region Samara angegriffen wurde, <a href="https://www.reuters.com/world/europe/ukrainian-drones-cause-fire-russian-gas-plant-governor-says-2025-10-19/">berichtet die Nachrichtenagentur Reuters</a>. Laut dem Gouverneur von Orenburg, <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Yevgeny_Solntsev">Jevgenij Solntsew</a>, löste der Angriff einen Brand in einer der Werkstätten aus, worauf die Feuerwehr und die örtlichen Rettungsdienste alarmiert wurden. Es wurden keine Opfer gemeldet und für die umliegende Bevölkerung bestand keine Gefahr. Satellitenbilder der NASA haben außerdem ein Feuer in der Nähe einer Anlage zur Trennung von Flüssiggas (LPG) entdeckt.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Die Anlage produziert insbesondere Propan, Butan und Naturbenzin, die von Gazprom verwendet oder exportiert werden. <a href="https://www.kommersant.ru/doc/8138146">Laut der russischen Zeitung Kommersant</a> beträgt ihre Verarbeitungskapazität 37,5 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr. Nach dem Vorfall wurden kurzzeitig Flugbeschränkungen verhängt, bevor der Notfallplan aufgehoben und der Flughafen von Orenburg wieder geöffnet wurde, <a href="https://www.dw.com/ru/bpla-vsu-atakovali-rad-syrevyh-predpriatij-v-rf/a-74415037">wie die Deutsche Welle berichtet</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ukrainische Angriffe richten sich zunehmend gegen die russische Energieversorgung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Angriff ist Teil einer ukrainischen Kampagne zur Intensivierung der Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur. Seit August vermehrt Kiew die Drohnenangriffe auf russische Raffinerien, Gasaufbereitungsanlagen und Pumpstationen: Innerhalb von zwei Monaten soll jede dritte Raffinerie angegriffen worden sein. Im September trafen die Angriffe die Raffinerie in Nowokusjibtschesk, die Gasaufbereitungsanlage in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Astrachan">Astrachan</a> (Gazprom) und die Raffinerie in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rjasan">Rjasan</a> (Rosneft), eine der größten des Landes und Hauptlieferant für die Region Moskau. Fünf weitere Raffinerien wurden in der ersten Oktoberwoche getroffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht darin einen Beweis für die <em>„Intensivierung und Präzision“</em> der ukrainischen Operationen, die als <em>„langfristige Sanktionen gegen Russland“</em> dargestellt werden, <a href="https://www.rferl.org/a/kazakh-gas-production-ukrainian-drone-attack-russian-plant/33564896.html">berichtet Radio Free Europe Kasachstan</a>. <em>„Praktisch jeden Tag oder alle zwei Tage werden russische Raffinerien getroffen. Und das trägt dazu bei, Russland in die Realität zurückzuholen“</em>, erklärte er.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Rückgang der Ölproduktion in Kasachstan</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Durch die Störung der Kraftstoffversorgung und die Verringerung der Energieeinnahmen Moskaus haben diese Angriffe auch Auswirkungen auf die Länder Zentralasiens. Die Produktion des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gasfeld_Karatschaganak">Gasfeldes Karatschaganak</a> im Nordwesten Kasachstans ging laut mehreren Branchenquellen am 27. Oktober um 25 bis 30 Prozent zurück. Am 22. Oktober gab das kasachstanische Energieministerium bekannt, dass die Gaslieferungen an die Verarbeitungsanlage in Orenburg wieder aufgenommen wurden und die Produktion in Karatschaganak wieder angelaufen ist, <a href="https://tengrinews.kz/kazakhstan_news/orenburgskiy-gpz-vozobnovil-prim-kazahstanskogo-gaza-583808/">wie Tengrinews schreibt</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/an-der-front-in-der-ukraine-sterben-weiterhin-zentralasiaten/">An der Front in der Ukraine sterben weiterhin Zentralasiaten</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In Karatschaganak ist die Öl- und Gasförderung eng verknüpft: Ein Rückgang der Gasverarbeitung schränkt automatisch die Ölförderung ein. Das Gas wird nicht nur für die Verarbeitung in Orenburg verwendet, sondern auch zur Reinjektion, um den Druck im Reservoir aufrechtzuerhalten, sowie zur lokalen Stromerzeugung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2024 wurden laut Reuters 263.000 Barrel Öl pro Tag aus Karatschaganak gefördert, das von einem Konsortium aus Chevron (18 Prozent), Shell und Eni (jeweils 29,25 Prozent), Lukoil (13,5 Prozent) und KazMunayGaz (10 Prozent) <a href="https://www.reuters.com/business/energy/ukraine-drone-attack-russian-gas-plant-hits-kazakh-output-sources-say-2025-10-20/">betrieben wird</a>. Das Öl wird hauptsächlich über das <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Caspian_Pipeline_Consortium">Caspian Pipeline Consortium</a> exportiert, das das Öl zum <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Port_of_Novorossiysk">Hafen von Noworossijsk</a> im Süden Russlands am Schwarzen Meer transportiert, von wo aus es hauptsächlich über die russische <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Erd%C3%B6lleitung_Freundschaft">Druschba-Pipeline</a> nach Deutschland weitergeleitet wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Anstieg der Benzinpreise in Kirgistan und Tadschikistan erwartet</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Tadschikistan sind die Preise für Erdölprodukte, die größtenteils aus Russland importiert werden, nach dem Angriff vorübergehend <a href="https://www.reuters.com/business/energy/ukrainian-strikes-russian-refineries-drive-fuel-price-rise-tajikistan-sources-2025-10-24/">gestiegen</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/kasachstanische-russinnen-eine-bevoelkerung-die-im-zuge-des-krieges-in-der-ukraine-fluktuiert/">Kasachstanische Russ:innen: eine Bevölkerung, die im Zuge des Krieges in der Ukraine fluktuiert</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In Kirgistan befürchten Experten <a href="https://www.currenttime.tv/a/v-kyrgyzstane-opasayutsya-defitsita-topliva-tseny-na-benzin-i-dizel-mogut-uvelichitsya-na-15-/33568782.html">laut Current Time</a> ebenfalls einen Anstieg der Benzinpreise um bis zu 15 Prozent nach dem Angriff ukrainischer Drohnen. Bereits Anfang September 2025 hatte der Verband der Ölhändler Kirgistans angesichts der Angriffe der Kiewer Luftwaffe auf russische Ölraffinerien vor einer möglichen Kraftstoffknappheit und einem Preisanstieg gewarnt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Energieabhängigkeit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Vorfall erinnert daran, wie anfällig die Energieinfrastruktur und -versorgung der Region seit Beginn des Krieges in der Ukraine ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Kasachstan hatten Wartungsarbeiten im Werk Orenburg im September bereits zu einem Rückgang der Produktion des Feldes um 24 Prozent (im Vergleich zum August desselben Jahres) geführt. Astana hatte seinen westlichen Aktionären bereits die Idee eines Projekts zum Bau einer neuen Gasaufbereitungsanlage direkt am Feld mit einer Kapazität von 4 Milliarden Kubikmetern pro Jahr vorgelegt, um die Versorgung des Binnenmarktes zu erhöhen; doch das ursprünglich für 2028 geplante Projekt wurde ausgesetzt. Die Regierung sucht nun nach neuen Investoren, insbesondere aus Kasachstan, um dieses Projekt zu verwirklichen, <a href="https://forbes.kz/articles/na-karachaganake-otlozhili-zapusk-proekta-po-obratnoy-zakachke-gaza-4210d0">berichtet Forbes Kasachstan</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Zoé Toulouse für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/decryptage/asie-centrale-souffre-des-attaques-de-drones-ukrainiens-sur-la-russie/">Französischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"></p>



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<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Neues Gasfeld in 6.500 Meter Tiefe in Usbekistan entdeckt</title>
		<link>https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/neues-gasfeld-in-6500-meter-tiefe-in-usbekistan-entdeckt/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 31 Oct 2025 16:02:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Aserbaidschan]]></category>
		<category><![CDATA[Energie]]></category>
		<category><![CDATA[Erdgas]]></category>
		<category><![CDATA[Industrie]]></category>
		<category><![CDATA[Karakalpakstan]]></category>
		<category><![CDATA[Ressourcen]]></category>
		<category><![CDATA[Ustyurt]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Mitte September vom usbekischen Pr&#xE4;sidenten Shavkat Mirziyoyev verk&#xFC;ndete Entdeckung eines neuen Gasfelds stellt einen Wendepunkt f&#xFC;r den Energiesektor des Landes dar. Neben der Er&#xF6;ffnung neuer Perspektiven kommen mit dem Fund jedoch auch neue Herausforderungen. Unterhalb des Ustyurt-Plateaus in der westlichsten usbekischen Region Karakalpakstan haben Geologen historische Gasvorkommen in einer Tiefe von 6.500 Metern entdeckt. [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Mitte September vom usbekischen Präsidenten Shavkat Mirziyoyev verkündete Entdeckung eines neuen Gasfelds stellt einen Wendepunkt für den Energiesektor des Landes dar. Neben der Eröffnung neuer Perspektiven kommen mit dem Fund jedoch auch neue Herausforderungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unterhalb des <a href="https://fr.wikipedia.org/wiki/Plateau_d%27Oust-Ourt">Ustyurt-Plateaus</a> in der westlichsten usbekischen Region <a href="https://fr.wikipedia.org/wiki/Karakalpakstan">Karakalpakstan</a> haben Geologen historische Gasvorkommen in einer Tiefe von 6.500 Metern <a href="https://t.me/Press_Secretary_Uz/6256">entdeckt</a>. Diese Tiefe liegt weit jenseits der zuvor anvisierten Tiefe von 2.500 bis 3.000 Metern.</p>



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<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fergana.media/news/140229/">Wie die Presseagentur Fergana berichtet</a>, ist es die erste derartige Bohrung in der industriellen Geschichte des Landes, bei der ein Gasvorkommen in solch eingestufter Größe gefunden wurde. Präsident Shavkat Mirziyoyev deutete an, dass diese Entdeckung die Explorationsstandards des Landes verändern könnte.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine Partnerschaft zwischen Taschkent und Baku?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Entdeckung erfolgt mitten in einer Zeit eines moderaten Rückgangs der inländischen Gasproduktion. Laut dem usbekischen Portal Kursiv produzierte Usbekistan in den ersten sieben Monaten des Jahres <a href="https://uz.kursiv.media/en/2025-08-21/uzbekistan-reports-drop-in-gas-production-but-38-growth-in-exports-by-july-2025/">rund 25,3 Milliarden Kubikmeter</a> Gas, was einen Rückgang von 3,4 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode darstellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/einigung-zwischen-aserbaidschan-und-turkmenistan-bereitet-weg-fuer-transkaspische-pipeline/?noredirect=de-DE">Einigung zwischen Aserbaidschan und Turkmenistan bereitet Weg für Transkaspische Pipeline</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Taschkent könnte die Erschließung dieses neuen Feldes nicht nur den Rückgang ausgleichen, sondern auch die Extraktionsgebiete diversifizieren, Investitionen anziehen und die lokale Technologie weiter in Richtung Tiefbohrungen entwickeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Berichten zufolge ist seit Juli eine Partnerschaft zwischen dem aserbaidschanischen Staatskonzern State Oil Company of Azerbaijan Republic (Socar) und usbekischen Firmen bereits für mehrere Projekte in Ustyurt <a href="https://www.uzdaily.uz/en/uzbekistan-and-socar-sign-production-sharing-agreement-in-ustyurt-region/">in Vorbereitung</a>. Die Kollaboration wurde durch die Unterzeichnung eines Produktionsbeteiligungsabkommens zwischen den beiden Seiten formalisiert. Erste Schätzungen deuten auf die Möglichkeit hin, durch seismische Tiefenuntersuchungen beachtliche Reserven von Kohlenwasserstoffen (Gas und Öl) zu erschließen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Vorteile werden für morgen da sein</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz des Optimismus bestehen einige Herausforderungen fort. Wissenschaftlich betrachtet erfordern Bohrungen in derartigen Tiefen Spezialausrüstung und sind mit beträchtlichen Kosten und Risiken verbunden. Je größer die Tiefe, desto schwieriger wird die Kontrolle des Drucks und der Temperatur. Technisch muss die Förderbarkeit des Gases bestätigt werden. Zudem lassen die Mengenschätzungen nicht immer Rückschlüsse auf die Rentabilität oder auf den Zugriffs- und Nutzungsbeginn zu.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekistan-oelverschmutztes-grundwasser-in-der-region-ferghana/?noredirect=de-DE">Usbekistan: Ölverschmutztes Grundwasser in der Region Ferghana</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommen gleichermaßen Fragen hinsichtlich der Umweltwirkung, insbesondere auf Emissionen, Grundwasservorkommen sowie die Sicherheit des Betriebs. Aus geopolitischer Perspektive wird Usbekistan außerdem die interne Gasnutzung, Gasexporte sowie Partnerschaften gegeneinander abwägen müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenngleich die Entdeckung in einem Moment geschieht, in dem Zentralasien zunehmend seine Bodenressourcen erforscht, garantiert sie keinen sofortigen Umbruch für die usbekische Wirtschaft. Dies liegt vor allem am fortwährenden Bedarf stabiler Investitionen in die Infrastruktur zur Extraktion und Verarbeitung, um den neuen Reichtum nutzen zu können.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Evan Chaisson für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Korrektur gelesen und korrigiert von Anaïs Boulard</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/ouzbekistan/decouverte-dun-gisement-de-gaz-a-6-500-metres-de-profondeur-en-ouzbekistan/">Französischen</a> von Silvan Ergican</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Zentralasiens Ressourcen: Ein neuer Raum für den Wettbewerb der Großmächte?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[cabarasia]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Jun 2024 14:02:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
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		<category><![CDATA[Konkurrenz]]></category>
		<category><![CDATA[Ressourcen]]></category>
		<category><![CDATA[Seltene Erden]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die L&#xE4;nder Zentralasiens verf&#xFC;gen &#xFC;ber nicht unwesentliche Reserven an seltenen Erden und anderen strategischen Ressourcen. Inwieweit der Westen und China um diese Bodensch&#xE4;tze konkurrieren k&#xF6;nnten, legen die Experten Eldaniz Huseynov und Abakhon Sultonazarov in einer Analyse f&#xFC;r CABAR dar. &#x201E;Die aktuelle Dynamik der Entwicklung der Beziehungen zwischen den zentralasiatischen L&#xE4;ndern und westlichen L&#xE4;ndern sowie China [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Länder Zentralasiens verfügen über nicht unwesentliche Reserven an seltenen Erden und anderen strategischen Ressourcen. Inwieweit der Westen und China um diese Bodenschätze konkurrieren könnten, legen die Experten Eldaniz Huseynov und Abakhon Sultonazarov in einer Analyse für CABAR dar.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die aktuelle Dynamik der Entwicklung der Beziehungen zwischen den zentralasiatischen Ländern und westlichen Ländern sowie China deutet auf den Beginn eines Wettbewerbs um kritische Ressourcen hin“</em>, erklärten Eldaniz Huseynov, Experte am Heydar-Aliyev-Zentrum für Eurasische Studien an der Ibn-Khaldun-Universität, und Abakhon Sultonazarov, Regionaldirektor Institute for War &amp; Peace Reporting für Zentralasien.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Seit dem Ausbruch der Feindseligkeiten (sic!) in der Ukraine und der Fragmentierung der alten Weltordnung sind westliche Länder zunehmend daran interessiert, alternative Lieferanten von <a>Seltenerdmetallen</a> zu finden, um ihre Abhängigkeit von Russland und China zu verringern. Während westliche Länder versuchen, ihre Abhängigkeit von Öl und Gas aus Russland durch die Entwicklung erneuerbarer Energiequellen zu verringern, stehen sie vor einem neuen Problem: dem Risiko einer zunehmenden Abhängigkeit von China, dem größten Akteur auf diesem Markt. Vor diesem Hintergrund werden die Länder Zentralasiens dank des Vorhandenseins riesiger Mineralreserven zu bedeutenden Akteuren auf dem Markt für Seltenerdmetalle. Dies ist auf die Tatsache zurückzuführen, dass noch nicht alle Vorkommen kritischer Ressourcen in den Ländern Zentralasiens erkundet sind und die Aufmerksamkeit für die Seltenerdmetalle der Region erst seit kurzem begonnen wird.“</em></p>



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<p class="wp-block-paragraph">Den verfügbaren Daten <a href="https://www.academia.edu/94863578/Central_Asia_is_a_missing_link_in_analyses_of_critical_materials_for_the_global_clean_energy_transition?uc-sb-sw=50126783">zufolge</a> enthält Zentralasien 38,6 Prozent der weltweiten Reserven an Manganerz, 30,07 Prozent an Chrom, 20 Prozent an Blei, 12,6 Pozent an Zink, 8,7 Prozent an Titan und bedeutende Reserven an anderen Materialien. Expert:innen <a href="https://asiatimes.com/2024/03/enter-kazkhstan-in-the-rare-earth-race/">glauben</a>, dass Kasachstan das Potenzial hat, mit China zu konkurrieren, das die Produktion seltener Erdelemente (70 Prozent der Weltproduktion) dominiert, und zwar bei der Gewinnung von Metallen wie Scandium, Yttrium und 15 Lanthaniden. Diese Elemente werden häufig bei der Herstellung von Computern, Turbinen und Automobilen verwendet. Die Vereinigten Staaten und die Europäische Union sind daran interessiert, in große Bergbauprojekte in Kasachstan zu investieren, um nach alternativen Lieferquellen zu suchen. Derzeit sind die Vereinigten Staaten stark von chinesischen Importen von Yttrium und Scandium <a href="https://ecfr.eu/article/critical-mass-raw-materials-economic-coercion-and-transatlantic-cooperation/">abhängig</a>, während die Europäische Union 98 Prozent der benötigten seltenen Metalle aus China importiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kritische Ressourcen sind natürliche Ressourcen, die aufgrund ihrer Schlüsselrolle bei der Herstellung einer breiten Palette von High-Tech-Produkten als wichtig für die wirtschaftliche und technologische Entwicklung von Ländern gelten. Diese Ressourcen zeichnen sich durch Knappheit, die Komplexität ihrer Gewinnung und Verarbeitung sowie die geografische Konzentration ihrer Vorkommen aus. Zu diesen Ressourcen zählen insbesondere seltene Erden, strategische Metalle und andere Mineralien.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Konkurrenz um Zentralasiens Ressourcen?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die USA und China konkurrieren bereits um wichtige Ressourcen in Zentralasien. Dies zeigt sich in der veränderten Herangehensweise der USA an die Interaktion mit den Ländern Zentralasiens. Die Vereinigten Staaten haben begonnen, größeren Wert auf kritische Ressourcen zu legen – einen Bereich, in dem Russland und China weniger stark vertreten sind. Im September 2022 <a href="https://www.state.gov/economic-resilience-in-central-asia-initiative/">startete</a> die Biden-Regierung die <a href="https://www.state.gov/economic-resilience-in-central-asia-initiative/">Economic Resilience in Central Asia Initiative</a>. Es war geplant, im Jahr 2022 25 Millionen US-Dollar zu investieren, um die Handelsrouten zu diversifizieren und die Investitionen in der Region auszuweiten. Am 18. und 19. Mai 2023 <a href="http://russian.people.com.cn/n3/2023/0520/c31521-20021216.html">sagte</a> der chinesische Präsident Xi Jinping auf dem China-Zentralasien-Gipfel, dass China den Ländern in der Region 4 Milliarden US-Dollar in Form von finanzieller und unentgeltlicher Hilfe zur Verfügung stellen werde. In dieser Zeit haben die Vereinigten Staaten und die Europäische Union wahrscheinlich erkannt, dass die Intensivierung der Interaktionen mit den Ländern Zentralasiens etwas verspätet war und der Wettbewerb mit der Russischen Föderation und China in Bereichen wie Sicherheit und Wirtschaft wenig Erfolg haben würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anschließend wurde beschlossen, den USA-Zentralasien-Gipfel am 20. September 2023 abzuhalten, obwohl ein Jahr zuvor der Präsident Kasachstans am Rande der 77. UN-Generalversammlung mit der Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen, mit dem österreichischen Präsidenten Alexander van der Bellen, mit Chefs der größten amerikanischen Konzerne und globalen Finanzinstitutionen zusammentraf – aber nicht mit Joe Biden. Die Analyse der US-Maßnahmen nach dem Gipfel zeigt, dass das Streben nach Zugang zu Seltenerdmetallen in Zentralasien ein zentrales Ziel war. Die gemeinsame <a href="https://www.whitehouse.gov/briefing-room/statements-releases/2023/09/21/c51-leaders-joint-statement/">C5+1-Erklärung</a> im Rahmen des Gipfels konzentrierte sich insbesondere auf die Schaffung vielfältiger, nachhaltiger und zuverlässiger Lieferketten für kritische Mineralien, die Entwicklung neuer Technologien für den Abbau und die Verarbeitung von Rohstoffen sowie die Schaffung von Mehrwert durch regionale Industriekooperationen zur Reduzierung strategischer Abhängigkeit. Es ist erwähnenswert, dass kritische Mineralien in anderen strategischen Dokumenten der USA mit Bezug zu Zentralasien nicht erwähnt wurden: weder in der US-Strategie für Zentralasien <a href="https://uz.usembassy.gov/ru/united-states-strategy-for-central-asia-2019-2025-advancing-sovereignty-and-economic-prosperity-ru/">2019–2025</a> noch in den <a href="https://www.state.gov/integrated-country-strategies/#sca">umfassenden Strategien</a> für jede einzelne Republik der Region, die im Jahr 2022 vom US-Außenministerium veröffentlicht wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/chinas-wachsende-integration-in-kirgistans-energiesektor/">Chinas wachsende Integration in Kirgistans Energiesektor</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Exploration, Produktion und Verarbeitung kritischer Ressourcen wird zu einem Bereich, in dem die Vereinigten Staaten den Einfluss Russlands und Chinas herausfordern können. Am 8. Februar 2024 fand im US-Außenministerium das erste Treffen des <a href="https://www.state.gov/inaugural-c51-critical-minerals-dialogue-among-the-united-states-and-kazakhstan-the-kyrgyz-republic-tajikistan-turkmenistan-and-uzbekistan/">C5+1 Critical Minerals Dialogue</a> unter Beteiligung hochrangiger Beamt:innen aus allen fünf zentralasiatischen Ländern statt. Vertreter:innen aller Parteien bekundeten Interesse daran, Möglichkeiten für amerikanische Investitionen in die Gewinnung und Verarbeitung dieser wichtigen Mineralien in der Region zu erkunden. Darüber hinaus <a href="https://kz.usembassy.gov/secretary-blinkens-meeting-with-kazakhstans-deputy-prime-minister-foreign-minister-nurtleu/">diskutierten</a> US-Außenminister Antony Blinken und der kasachstanische Außenminister Murat Nurtleu am 26. März 2024 über Investitionen in die Bodenschätze Kasachstans.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist erwähnenswert, dass es im jährlichen Bedrohungsbewertungsbericht der US-Geheimdienste <a href="https://www.odni.gov/index.php/newsroom/reports-publications/reports-publications-2024/3787-2024-annual-threat-assessment-of-the-u-s-intelligence-community">heißt</a>: <em>„China betrachtet Washingtons Wettbewerbsmaßnahmen gegenüber Peking als Teil umfassenderer diplomatischer, wirtschaftlicher, militärischer und technologischer Bemühungen der USA, seinen Aufstieg einzudämmen, die Herrschaft der KPCh zu untergraben und Chinas regionale und globale Machtambitionen zu vereiteln.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Was könnte die Entwicklung Chinas hemmen?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die wirtschaftliche Entwicklung – die mehr Ressourcen erfordert, insbesondere für die Entwicklung der Hochtechnologie – ist die treibende Kraft in China. Am 5. März 2024 <a href="https://www.reuters.com/world/china/china-targets-2024-gdp-growth-around-5-government-work-report-2024-03-05/">sagte</a> der chinesische Premierminister Li Qiang auf der Jahrestagung des Nationalen Volkskongresses, dass die Regierung daran arbeite, das Entwicklungsmodell des Landes zu verändern. Unter anderem wird die Regierung des Landes weiterhin Ressourcen in technologische Innovation und fortschrittliche Fertigung investieren, entsprechend dem Wunsch von Präsident Xi Jinping.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Anwendung von Innovationen betrifft auch die Herstellung von Mikrochips und die Entwicklung von Verteidigungstechnologien. Beide Bereiche erfordern kritische Ressourcen und beide sind derzeit für China von entscheidender Bedeutung. Daher könnte die Strategie der USA darin bestehen, die Abhängigkeit von Lieferungen kritischer Ressourcen aus China zu verringern und die Fähigkeit chinesischer Unternehmen zu verringern, ihre Quellen für diese Ressourcen zu erweitern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/wie-china-seinen-kulturellen-einfluss-in-zentralasien-verstaerkt/">Wie China seinen kulturellen Einfluss in Zentralasien verstärkt</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">China ist der unangefochtene <a href="https://www.nationaldefensemagazine.org/articles/2023/2/10/us-begins-forging-rare-earth-supply-chain">Marktführer</a> in der Lieferkette für kritische Mineralien und kontrolliert fast 60 Prozent des Abbaus seltener Erden und mehr als 85 Prozent der weltweiten Raffineriekapazität. Wenn es will, kann China sein nahezu Monopol auf kritische Mineralien nutzen, um die High-Tech-Industrie und die militärisch-industriellen Fähigkeiten der Vereinigten Staaten zu schädigen, <a href="https://www.caspianpolicy.org/research/central-asia/the-c51-critical-mineral-dialogue-what-it-means-and-how-we-got-here">stellt</a> das Caspian Policy Center fest. Beispielsweise <a href="https://www.csis.org/analysis/what-chinas-ban-rare-earths-processing-technology-exports-means#:~:text=What%20China's%20Ban%20on%20Rare%20Earths%20Processing%20Technology%20Exports%20Means,-Photo%3A%20Dilok%2FAdobe&amp;text=China%20announced%20a%20ban%20of,economic%2C%20and%20rare%20earth%20security.">kündigte</a> Peking im Dezember 2023 Beschränkungen für die Ausfuhr einer Reihe von Mineralien sowie für deren Abbau- und Verarbeitungstechnologien an. Gleichzeitig <a href="https://timesca.com/kazakhstans-potential-to-overtake-china-in-production-of-rare-earth-metals/">glauben</a> einige Expert:innen, dass die zentralasiatischen Länder bei der Produktion von Seltenerdmetallen mit China konkurrieren können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Chinas Priorität besteht darin, seine strategische Position aufrechtzuerhalten und, der Logik des Großmachtwettbewerbs folgend, die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten daran zu hindern, neue Quellen kritischer Ressourcen zu entdecken und auszubeuten. Bemerkenswert ist, dass der Minister für Bergbau und Geologie Bobir Islamov nach dem Besuch des französischen Präsidenten Emmanuel Macron in Kasachstan und Usbekistan am 1. und 2. November <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2023/11/06/uranium-orano/">bekannt gab</a>, dass Usbekistan und das französische Unternehmen Oranozuvor ein strategisches Partnerschaftsabkommen unterzeichnet hätten. Er fügte außerdem hinzu, dass Orano plant, bis zu 500 Millionen US-Dollar in den Uranabbau und die Uranverarbeitung in Usbekistan zu investieren. Gleichzeitig unterzeichneten das usbekische Staatsunternehmen Navoyiuranund das chinesische Unternehmen China National Nuclear Corporation am 7. November ein <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2023/11/07/cnnc/">Memorandum</a> über die strategische Zusammenarbeit in der Uranindustrie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine der wichtigsten Nischen im Wettbewerb zwischen den westlichen Ländern und China im Bereich der kritischen Ressourcen wird die Fähigkeit zur Gewinnung und Verarbeitung von Rohstoffen sein. US-Expert:innen <a href="https://www.voanews.com/a/central-asia-seen-as-key-to-breaking-china-s-rare-earth-monopoly/7457583.html">betonen</a>, dass Zentralasien die Möglichkeit hat, den Abbau von Seltenen Erden auszuweiten, ohne vollständig von China abhängig zu sein. Da jedoch noch nicht alle Vorkommen in der Region erkundet wurden, ist bekannt, dass chinesische Unternehmen die Mehrheit der Lizenzen für den Abbau kritischer Mineralien in Tadschikistan und Kirgisistan <a href="https://thehill.com/opinion/4434965-central-asia-could-help-the-west-break-its-dependence-on-chinas-critical-minerals/">besitzen</a>. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, die strategischen Vorteile Chinas und der USA im Wettbewerb um die kritischen Ressourcen der zentralasiatischen Länder zu analysieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Strategische Vorteile Chinas und der USA</strong></h2>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>China:</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">1. Geografische Nähe: China grenzt an mehrere zentralasiatische Länder, was den Zugang erleichtert und die Transportkosten für die Ressourcengewinnung senkt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">2. Investitionspotenzial: China verfügt über erhebliche finanzielle Ressourcen, um in groß angelegte Bergbau- und Infrastrukturentwicklungsprojekte zu investieren, und bietet zentralasiatischen Ländern im Rahmen seiner Außenpolitik und Strategie zur Ausweitung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit häufig Kredite und Investitionen an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">3. Langfristige Beziehungen: China pflegt durch Diplomatie und Wirtschaftspartnerschaft aktiv langfristige Beziehungen zu zentralasiatischen Ländern und schafft so günstige Bedingungen für den Betrieb seiner Unternehmen.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>USA:</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">1. Positionierung als Alternative zu China: Die Vereinigten Staaten können ein Narrativ artikulieren und verbreiten, das ihre Stärken in den Bereichen Innovation, demokratische Werte und Engagement für ethische Standards bei Technologie und Ressourcengewinnung hervorhebt. Dieses Narrativ sollte die USA auch als Alternative zu einem dominanten China darstellen, um die Abhängigkeit von China zu verringern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">2. Globaler Einfluss und Partnerschaften: Die Vereinigten Staaten verfügen über ein breites Netzwerk globaler Allianzen und Partnerschaften, die zur Aushandlung von Ressourcenabkommen und zum Aufbau von Koalitionen für Investitionen in Zentralasien genutzt werden können. Ein Beispiel ist die <a href="https://www.state.gov/minerals-security-partnership/">Minerals Security Partnership</a>. Australien, Kanada, Estland, Finnland, Frankreich, Deutschland, Indien, Italien, Japan, Norwegen, die Republik Korea, Schweden, das Vereinigte Königreich, die Vereinigten Staaten und die Europäische Union (vertreten durch die Europäische Kommission) sind dieser Partnerschaft beigetreten. Die Partnerschaft <a href="https://mpra.ub.uni-muenchen.de/119858/">lud</a> mineralreiche afrikanische Länder ein, die chinesische Dominanz herauszufordern. Dazu gehörten ressourcenreiche Länder wie Südafrika, Botswana, Angola, Mosambik, Namibia, Tansania, Sambia, Uganda und die Demokratische Republik Kongo.</p>



<p class="wp-block-paragraph">3. Soft Power und Diplomatie: Durch ihre Soft Power, einschließlich Bildungs-, Kultur- und Entwicklungshilfe, können die Vereinigten Staaten Beziehungen fördern, die Verhandlungen und Transaktionen in Zentralasien erleichtern und gleichzeitig demokratische Werte und Unternehmensverantwortung betonen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Chancen und Risiken</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Wettbewerb zwischen Großmächten um den Zugang zu kritischen Ressourcen in Zentralasien birgt eine Kombination aus Risiken und Chancen für die Länder in der Region. Mit riesigen Reserven an wichtigen Mineralien und Seltenerdmetallen können zentralasiatische Länder eine Schlüsselrolle bei der weltweiten Förderung des technologischen Fortschritts und der Energiewende spielen. Dieses Szenario spielt sich in einem breiteren geopolitischen Kontext ab, in dem diese Länder zwischen den Interessen von Großmächten wie China, den Vereinigten Staaten und in geringerem Maße Russland und der Europäischen Union positioniert sind.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Chancen für zentralasiatische Länder:</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">1. Wirtschaftliche Entwicklung und Diversifizierung: Die Nachfrage nach kritischen Ressourcen bietet den zentralasiatischen Ländern erhebliche Chancen, ihre Volkswirtschaften über traditionelle Sektoren wie Landwirtschaft und Energie hinaus zu entwickeln und zu diversifizieren. Investitionen in Bergbau- und Verarbeitungsanlagen können die Schaffung von Arbeitsplätzen, die Entwicklung der Infrastruktur und den Technologietransfer fördern und so die allgemeine wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit verbessern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">2. Strategische Partnerschaften und ausländische Investitionen: Das wachsende Interesse der USA, Chinas und der EU könnte zu einem Anstieg ausländischer Direktinvestitionen in der Region führen. Dieser Zufluss von Kapital und Fachwissen kann zur Entwicklung anderer Wirtschaftszweige, zur Verbesserung der Infrastruktur und zum Aufbau von Humankapital durch von ausländischen Partner:innen gesponserte Bildungs- und Ausbildungsprogramme genutzt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">3. Verbesserte globale Position: Indem die zentralasiatischen Länder eine wichtigere Rolle in der globalen Lieferkette für kritische Mineralien spielen, können sie ihre strategische Bedeutung auf der Weltbühne erhöhen und ihnen einen größeren Einfluss in der internationalen Diplomatie und bei Handelsverhandlungen verschaffen.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Risiken für zentralasiatische Länder:</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">1. Abhängigkeit von externen Akteur:innen: Bei ihren Bemühungen, ihren Bodenschätze zu entwickeln, könnten zentralasiatische Länder in Bezug auf ihre wirtschaftliche Stabilität übermäßig von einer oder mehreren externen Mächten abhängig werden. Eine solche Abhängigkeit kann ihre außenpolitische Autonomie einschränken und sie anfällig für wirtschaftlichen oder politischen Druck machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">2. Umweltzerstörung: Der Abbau und die Verarbeitung von Seltenerdmetallen und kritischen Mineralien können erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt haben, einschließlich Wasserverschmutzung, Bodendegradation und Zerstörung von Lebensräumen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">3. Sozioökonomische Ungleichheiten: Der Zustrom ausländischer Investitionen und die Konzentration auf den Bergbau können sozioökonomische Ungleichheiten in zentralasiatischen Ländern verschärfen. Regionen, die reich an Bodenschätzen sind, können eine erhebliche Entwicklung verzeichnen, während andere zurückbleiben, was zu internen Spannungen und sozialen Unruhen führen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">4. Geopolitische Rivalität: Der intensive Wettbewerb zwischen Großmächten um den Zugang zu kritischen Ressourcen kann zu geopolitischen Manipulationen in zentralasiatischen Ländern führen. Somit kann ein Teil der Ressourcen, die sich auf dem Territorium der Länder der Region befinden, für die Militärindustrie genutzt werden, was den konkurrierenden Parteien möglicherweise nicht behagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">5. Preisveränderungen auf den Märkten: Die Preise für Seltenerdmetalle sind, so Metal Miner, seit Anfang 2024 stark gesunken. Während die schwache Nachfrage nach der Verarbeitung seltener Erden (hauptsächlich in China, was ein indirekter Indikator für die Stagnation in der Mikroelektronikindustrie des Landes ist) ein Grund für den Preisverfall sein könnte, ist ein weiterer potenzieller Faktor der Anstieg der weltweiten Produktion und die Suche nach Reserven seltener Erdelemente außerhalb Chinas. Mit dem Eintritt zentralasiatischer Länder in den Markt für seltene Erden könnten die Preise für diese Ressourcen sinken, weshalb auch Länder in der Region möglicherweise einen Teil ihrer potenziellen Gewinne verlieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der Platz Zentralasiens in der Geopolitik der Seltenerdmetalle</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Länder Zentralasiens rücken nach und nach an die Spitze der geopolitischen Arena im Zusammenhang mit der Gewinnung und Verteilung von Seltenerdmetallen und versuchen entsprechend zu reagieren. So <a href="https://tengrinews.kz/kazakhstan_news/nekotoryih-investorov-osvobodyat-uplatyi-nalogov-kazahstane-509165/">forderte</a> der Präsident Kasachstans, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Qasym-Jomart Toqaev</a>, in seiner jährlichen Ansprache an die Bevölkerung Kasachstans die Sicherstellung des vorrangigen Rechts auf Bodennutzung für Investor:innen, die auf eigene Kosten geologische Erkundungen durchführen, und fügte hinzu: <em>„Eine der vorrangigen Aufgaben sollte die Erschließung von Vorkommen seltener und seltener Erdmetalle sein, die im Wesentlichen zu ‚neuem Öl‘ geworden sind. Länder, die ihr Potenzial in diesem Bereich ausschöpfen können, werden den Vektor des technologischen Fortschritts auf der ganzen Welt bestimmen.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/panorama/china-in-zentralasien-factchecking-um-mit-mythen-aufzuraeumen/">China in Zentralasien – Factchecking, um mit Mythen aufzuräumen</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2012 <a href="https://catalog.data.gov/dataset/rare-earth-element-occurrence-database-of-the-tien-shan-region-central-asia">begann</a> die U.S. Geological Survey mit der Bewertung des Potenzials an Seltenerdmineralien in Zentralasien und schloss 2016 mit einer Liste von 384 Lagerstätten ab. Dazu gehörten Standorte in Kasachstan (160), Kirgisistan (75), Tadschikistan (60), Turkmenistan (2) und Usbekistan (87). Die Regionen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tian_Shan">Tien Shan</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pamir_(Gebirge)">Pamir</a> haben aufgrund ihrer bedeutenden unerschlossenen Ressourcen ebenfalls Aufmerksamkeit für die Exploration erregt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Derzeit ist bekannt, dass Monazit, Zirkon, Apatit, Xenotim, Pyrochlor, Allanit und Columbit zu den häufigsten seltenen Metallen und Mineralien in Zentralasien gehören. Diese Metalle kommen in erheblichen Mengen vor, insbesondere in Gebieten wie der <a href="https://dic.academic.ru/dic.nsf/ruwiki/1511658">kasachischen Steppe</a>, dem Tien Shan und dem Pamir-Gebirge. Nach <a href="https://www.iea.org/reports/the-role-of-critical-minerals-in-clean-energy-transitions">Angaben</a> des Berichts der International Energy Agency beträgt der Anteil von Mineralien und Metallen am Gesamtvolumen der Exporte von Produkten aus Kirgisistan bereits jetzt mehr als 50 Prozent, für Usbekistan und Tadschikistan über 30 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/eu-zentralasien-gipfel-in-kirgistan-zusammenarbeit-auf-der-tagesordnung/">EU-Zentralasien-Gipfel in Kirgistan: Zusammenarbeit auf der Tagesordnung</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Jedes dieser Mineralien spielt eine entscheidende Rolle in der modernen Technologie und Industrie, von Elektronik und Energie bis hin zu Luft- und Raumfahrt und Landwirtschaft. Es war nicht möglich, genaue Daten über den Anteil der in Zentralasien vorkommenden Seltenerdmetalle an der Welt zu finden, aber durch die Analyse von Daten über den Export von Erzen, Metallen, Edel- und Nicht-Geldsteinen konnte ein ungefähres Verständnis gewonnen werden. Solche Daten für die Länder Zentralasiens werden von der Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung (UNCTAD) bereitgestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Export von Erzen, Metallen und Edelsteinen konzentriert sich zusammenfassend nicht nur auf einen der möglichen Akteure wie China, sondern ist unausgewogen zwischen zwei großen Verbrauchern, obwohl der Anteil Asiens allmählich zunimmt. <a href="https://www.voanews.com/a/central-asia-seen-as-key-to-breaking-china-s-rare-earth-monopoly/7457583.html">Laut</a> Wesley Hill, Leiter des Programms für internationale Energie, Wachstum und Sicherheit am International Tax and Investment Centre, kontrolliert China noch nicht den Abbau seltener Erden in Zentralasien, obwohl es in der Region aktiv ist und diese Ressourcen in großem Umfang abbaut und verarbeitet.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Abschluss</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der zunehmende Wettbewerb um kritische Ressourcen in Zentralasien, an dem vor allem die USA und China beteiligt sind, unterstreicht die wachsende strategische Bedeutung der Region in der globalen Lieferkette für seltene Erden und lebenswichtige Mineralien. Aufgrund seiner enormen Reserven an diesen Ressourcen stellt Zentralasien ein potenzielles Gegengewicht zu Chinas derzeitiger Dominanz bei der Produktion und Verarbeitung von Seltenerdelementen dar, die für die Hochtechnologie-, erneuerbare Energie-, Verteidigungs- und Automobilindustrie benötigt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Vereinigten Staaten legen verstärkten Wert auf die Diversifizierung ihrer Quellen kritischer Mineralien, um die Abhängigkeit von China zu verringern, wie Initiativen wie die Economic Resilience in Central Asia Initiative und der C5+1 Critical Minerals Dialogue belegen. Diese Bemühungen zielen darauf ab, nachhaltige und zuverlässige Lieferketten zu schaffen, die regionale industrielle Zusammenarbeit zu fördern und die Exploration, den Abbau und die Verarbeitung kritischer Mineralien in Zentralasien zu fördern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/der-gipfel-zentralasien-usa-ein-geopolitisch-bedeutsames-treffen/">Der Gipfel Zentralasien – USA, ein geopolitisch bedeutsames Treffen</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Andererseits ist China bestrebt, seine strategische Position aufrechtzuerhalten und die USA und ihre Verbündeten daran zu hindern, Zugang zu neuen Quellen kritischer Ressourcen zu erhalten, was sich in seinem wirtschaftlichen Einfluss in der Region und in strategischen Partnerschaften, z. B. mit Usbekistan im Uranabbau, zeigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Länder Zentralasiens haben die Chance, ihren Bodenschatz für die wirtschaftliche Entwicklung zu nutzen, ausländische Investitionen anzuziehen und ihre Position in der Welt zu verbessern. Möglicherweise müssen sie jedoch Herausforderungen im Zusammenhang mit geopolitischen Rivalitäten, Umweltzerstörung, wirtschaftlicher Ungleichheit und Marktinstabilität bewältigen. Der Wettbewerb zwischen den Großmächten in der Region unterstreicht die Notwendigkeit für die zentralasiatischen Länder, eine sorgfältige Strategie zu entwickeln, um die Vorteile zu maximieren und gleichzeitig die Risiken zu verringern, eine nachhaltige Entwicklung zu gewährleisten und die Autonomie über ihre natürlichen Ressourcen zu bewahren.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Eldaniz Huseinov und Abakhon Sultonazarov für CABAR</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://cabar.asia/ru/critical-raw-materials-central-asia">Russischen</a> von Irina Radu</strong></p>



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		<title>Große Investition in Usbekistans Öl- und Gasförderung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julius Bauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 09 Dec 2017 16:31:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
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		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Durch ein Joint Venture zwischen der usbekischen Firma &#x201E;Usbekneftegas&#x201C; und dem russischen &#xD6;lkonzern Gazprom plant Usbekistan, seine &#xD6;l- und Gasf&#xF6;rderung zu erh&#xF6;hen, wie Anhor.uz berichtete. Wir &#xFC;bersetzen die Meldung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion. Die Usbekneftegas AG und das Joint Venture NaturalGas-Stream (dem neben Usbekneftegas auch eine Tochtergesellschaft von Gazprom angeh&#xF6;rt) setzten von 2017 bis [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Durch ein Joint Venture zwischen der usbekischen Firma &#8222;Usbekneftegas&#8220; und dem russischen Ölkonzern Gazprom plant Usbekistan, seine Öl- und Gasförderung zu erhöhen, wie </strong><strong><a href="https://anhor.uz/news/okolo-2-mlrd.-potratyat-na-uvelichenie-dobichi-nefti-i-gaza-v-uzbekistane">Anhor.uz berichtete.</a> Wir übersetzen die Meldung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.<br />
</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die <a href="http://www.ung.uz/en">Usbekneftegas AG</a> und das Joint Venture NaturalGas-Stream (dem neben Usbekneftegas auch eine Tochtergesellschaft von Gazprom angehört) setzten von 2017 bis 2019 ein Programm zum Ausbau der Förderung von Öl und Gas in Usbekistan um. Die Kosten belaufen sich auf über 2 Milliarden US-Dollar.  Die entsprechende Mitteilung von Präsident Schawkat Mirsijojew wurde Anfang November veröffentlicht.</p>
<p style="text-align: justify">Aus den Dokumenten geht hervor, dass – sofern die wichtigsten Kriterien die Einhaltung des Planung erlauben – die erste Etappe des Programms ab 2017 bis 2021 durchgeführt wird.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Zahlen und Fakten</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die erste Etappe des Projekts soll die Gasförderung um 6,36 Milliarden Kubikmeter erhöhen, von denen 3,45 Milliarden den Plänen nach exportiert werden sollen – davon 114.700 Tonnen als Gaskondensate und 75.500 Tonnen als Öl.</p>
<p style="text-align: justify">Im Rahmen des Projekts ist der Bau von 248 Gas- und 48 Ölförderanlagen geplant. Außerdem sollen 328 Förderanlagen der Usneftegasdobischa, einer Tochtergesellschaft der Usbekneftegasa AG, instand gesetzt werden.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Die beteiligten Unternehmen</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Generalunternehmer des Projekts sind die Konsortien Eriell Oilfield Services Average Est DMCC der Vereinigten Arabischen Emirate und die österreichische &#8222;<a href="https://www.eriell.com/en/">Eriell GmbH</a>&#8220; sowie die von der Gazprombank-Gruppe kontrollierte &#8222;Enter Engineering Pte Ltd&#8220;. Sie werden das Projekt &#8222;Schlüsselfertig&#8220; übergeben.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/wer-fordert-ol-in-kirgistan/">Wer fördert Öl in Kirgistan?</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Laut der Dokumente, beteiligt sich “NaturalGas-Stream“ an dem Projekt als Kommissionär, Kreditnehmer und auch beim Export eines Teils der Produktion.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Die Finanzierung</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Finanzierung des Projekts wird gestützt durch einem Auslandskredit in Höhe von 1,49 Milliarden Dollar und eigene Geldern von “Usbekneftegas“, die sich auf 503 Millionen Dollar belaufen.</p>
<p style="text-align: justify">Das Joint Venture “NaturalGas-Stream“ wurde ende 2016 gegründet, um Explorationsarbeiten und die Erfassung von Gasfeldern in der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ustjurt-Plateau">Region Ustjurt</a> (Nordwest-Usbekistan) durchzuführen. Nach Informationen des Investitionsprogramms von “Usbekneftegas“, sorgt das Projekt im Verlauf der 10 Jährigen Bauzeit für eine Produktionskapazität von 1,5 Milliarden Kubikmeter Gas und 76.000 Tonnen Kondensat.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/russland-und-china-der-lhebel-zentralasiens/">Russland und China. Der Ölhebel Zentralasiens</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Höhe der Investitionen könnte auf bis zu 700 Millionen Dollar steigen. Die Kapazitäten von “Usbekneftegas“ erlauben im Moment eine Fördermenge von 70 Milliarden Kubikmeter Gas und 8 Millionen Tonnen flüssige Kohlenwasserstoffe im Jahr.</p>
<p style="text-align: right"><strong><a href="https://anhor.uz/news/okolo-2-mlrd.-potratyat-na-uvelichenie-dobichi-nefti-i-gaza-v-uzbekistane">Anhor.uz</a><br />
Julius Bauer</strong></p>
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		<title>Turkmenisches Gas</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Feb 2017 06:09:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fact]]></category>
		<category><![CDATA[CAFacts3]]></category>
		<category><![CDATA[Erdgas]]></category>
		<category><![CDATA[Export]]></category>
		<category><![CDATA[Ressourcen]]></category>
		<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Turkmenistan ist einer der gr&#xF6;&#xDF;ten Gasexporteure weltweit, dies bewahrt das Land aber nicht vor der Wirtschaftkrise, die es aktuell durchl&#xE4;uft. Besonders leidet die Staatskasse unter Absprachen unter der Konkurrenz auf dem internationalen Gasmarkt und sehr g&#xFC;nstigen Exporten nach China. Quelle: BP Statistical Review of World Energy, Juni 2015</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Turkmenistan ist einer der größten Gasexporteure weltweit, dies bewahrt das Land aber nicht vor <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/retards-de-salaires-et-problemes-bancaires-au-turkmenistan/">der Wirtschaftkrise</a>, die es aktuell durchläuft. Besonders leidet die Staatskasse unter <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/turkmenistan-von-iran-russland-und-aserbaidschan-isoliert/">Absprachen unter der Konkurrenz</a> auf dem internationalen Gasmarkt und sehr <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/le-turkmenistan-vend-son-gaz-a-la-chine-a-tres-bas-prix/">günstigen Exporten nach China</a>.</p>
<p><span style="text-decoration: underline"><strong>Quelle</strong></span><strong>:</strong> <a href="http://www.bp.com/content/dam/bp/pdf/energy-economics/statistical-review-2015/bp-statistical-review-of-world-energy-2015-full-report.pdf">BP Statistical Review of World Energy, Juni 2015</a></p>
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		<title>Wer fördert Öl in Kirgistan?</title>
		<link>https://novastan.org/de/kirgistan/wer-fordert-ol-in-kirgistan/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Florian Coppenrath]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Feb 2017 08:00:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Erdgas]]></category>
		<category><![CDATA[Erdöl]]></category>
		<category><![CDATA[Ressourcen]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kirgistan ist nicht gerade f&#xFC;r seinen Erd&#xF6;lreichtum bekannt. Die Vorkommen des Landes werden auf 100 Millionen Tonnen, gegen 3,9 Milliarden im benachbahrten Kasachstan. Nichtsdestoweniger teilen sich mehrere Firmen das kirgisiche &#x201E;schwarze Gold&#x201C;. Eldijar Arykbajew und Sajkal Toktogulowa von Kloop.kg liefern einen &#xDC;berblick &#xFC;ber den kirgisischen Erd&#xF6;lmarkt. Wir &#xFC;bersetzen ihn mit der freundlichen Genehmigung der Redaktion. [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><em><strong>Kirgistan ist nicht gerade für seinen Erdölreichtum bekannt. Die Vorkommen des Landes werden auf 100 Millionen Tonnen, gegen 3,9 Milliarden im benachbahrten Kasachstan. Nichtsdestoweniger teilen sich mehrere Firmen das kirgisiche „schwarze Gold“. <a href="http://kloop.kg/blog/author/eldiyararykbaev/">Eldijar Arykbajew</a> und Sajkal Toktogulowa von Kloop.kg <a href="http://kloop.kg/blog/2016/02/04/kto-dobyvaet-neft-v-kyrgyzstane/">liefern einen Überblick</a> über den kirgisischen Erdölmarkt. Wir übersetzen ihn mit der freundlichen Genehmigung der Redaktion.</strong></em></p>
<p style="text-align: justify">Die Erdölvorkommen in Kirgistan befinden sich vor allem im Süden des Landes: Im Süden der Dschalalabat-Region und  im Norden der Batken-Region. Insgesamt wird an 17 Stellen Erdöl gewonnen, davon in sechs auch Erdgas.</p>
<p style="text-align: justify">Fast alle Öl- und Gasvorkommen gelten als klein, umfassen also weniger als fünf Millionen Tonnen oder 36 Millionen Barrel. Nur eines, das „<a href="http://www.gazprom.com/about/production/projects/deposits/kyrgyzstan/">Majlisu IV – Ost Isbaskent</a>“-Vorkommen im Süden der Dschalalabat-Region gilt als mittelgroß, mit bis zu 30 Millionen Tonnen Erdöl.</p>
<p style="text-align: justify"><em><strong>Lest auch bei Novastan.org: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/russland-und-china-der-lhebel-zentralasiens/">Russland und China. Der Ölhebel Zentralasiens.</a> </strong></em></p>
<p style="text-align: justify">Laut der staatlichen Agentur für Geologie und Mineralressourcen umfassten Ende 2014 die erforschten Erdölreserven Kirgistans 100 Millionen Tonnen. Im benachbarten Kasachstan, das zu den 20 größten Erdölproduzenten weltweit gehört, sind es über 3,9 Milliarden Tonnen. Fünf Gesellschaften arbeiten an der Ölförderung in Kirgistan. Davon gehören drei zu chinesischen Firmen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>OAO „Kyrgyzneftegas“</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die offene Aktiengesellschaft (OAO) <a href="http://www.bloomberg.com/research/stocks/private/snapshot.asp?privcapId=54074038">„Kyrgyzneftegas“</a> ist das größte Öl- und Gasunternehmen in Kirgistan. Es fördert jährlich zwischen 75 und 80 000 Tonnen Erdöl. Über 85 Prozent der Anteile am Unternehmen gehören der kirgisischen Regierung. Die restlichen Aktien gehören über 2000 verschiedenen Aktionären, fast alle juristische Personen, also Privatgesellschaften.</p>
<p style="text-align: justify">„Kyrgyzneftegas“ besitzt die Lizensen zur Ölgewinnung an elf Vorkommen und drei Lizensen, die es zu Explorationsarbeiten befugt. Die meisten seiner Ölvorkommen befinden sich im Lejlek-Bezirk der Region Batken und im Nookensk-Bezirk der Region Dschalalabat. Es bohrt nach weiteren Ölquellen im Suusamyr-Tal (Region Tschüj) und im Toktogul-Tal (Region Dschalalabat), weiter im Norden des Landes.</p>
<p style="text-align: justify">Im Herbst 2012 bemerkten die kirgisischen Behörden, dass „Kyrgyzneftegas“ seinen Ertrag seit 2009 stark ehöht hatte: Von 18 auf 330 Millionen Tonnen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>ZAO „Textonik“</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die geschlossene Aktiengesellschaft (ZAO) „<a href="https://professionali.ru/Enterprise/zao-tekstonik/">Textonik</a>“ ist seit 2001 im Bereich der Erdölförderung in Kirgistan tätig. Das Unternehmen gewinnt Öl und Gas aus Teilen der zentralen und östlichen Vorkommen Majlisu-II und aus Teilen des Tscharwak-Tschangyrtasch Vorkommens im Süden der Region Dschalalabat. Diese beiden Vorkommen sind zusammen 927 ha groß, also circa 9 km². Das Ausmaß ihrer Reserven ist unbekannt.</p>
<p style="text-align: justify">Die ZAO „Textonik“ gehört seit 2012 der chinesischen „San‘ Shan‘ Juan‘“ GmbH, nachdem sie der kanadischen „<a href="http://www.bloomberg.com/research/stocks/private/snapshot.asp?privcapid=217751484">Textonic Consulting Ltd</a>“ abgekauft wurde. Der Hauptsitz der Firma befindet sich in Kotschkor-Ata, in der Region Dschalalabat und wird von einem Chinesen, Tschschan Zse geleitet.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>„Juschnyj Derrik“ GmbH </strong></p>
<p style="text-align: justify">Die « Juschnyj Derrik » GmbH produziert seit 2010 Öl und Gas. Sie besitzt nur die Lizens für ein Vorkommen: Majlisu-III, das sich über 851 ha oder 8,51 km² erstreckt.</p>
<p style="text-align: justify">Juschnyj Derrik wird ebenfalls von der „San‘ Shan‘ Juan‘“ GmbH kontrolliert, nachdem diese nach einer Vereinbarung mit der australischen „<a href="http://www.bloomberg.com/research/stocks/private/snapshot.asp?privcapId=26630399">Derrick Pty Ltd</a>“ im Jahr 2012 70 Prozent der Aktion gekauft hat. Der restliche Anteil der Firma gehört „Kyrgyzneftegas“. <em>„Juschnyj Derrik“ teilt sich den Hauptsitz und den Direktor mit „Textonik“</em>.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>OAO „Batkenneftegas“</strong></p>
<p style="text-align: justify">„<a href="http://www.bloomberg.com/research/stocks/private/snapshot.asp?privcapId=39351283">Batkenneftegas</a>“ ist seit 2008 in Kirgistan tätig. Das Unternehmen hält bis 2028 die Lizens zur Öl und Gasförderung aus drei Vorkommen des Kadamdschaj-Bezirks (Region Batken): Nord- und Südrischtan (Öl und Gas), Sarykamysch-Sarytok (Gas) und Tschaur-Jarkutan (Öl). Zusammen umfassen die drei Vorkommen 6200 ha oder 62 km².</p>
<p style="text-align: justify">„Batkenneftegas“ war früher Staatseigentum, nun gehört das Unternehmen der chinesischen „Tschschunnen Öl und Gas“ GmbH. Ihr Hauptsitz befindet sich in der Stadt Kadamdschaj in der Region Batken und wird von Lju Wenjin geleitet.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>ZAO „Glawneftegas“  </strong></p>
<p style="text-align: justify">„Glawneftegas“ fördert seit 2012 Öl und Gas. Die Verteilung der Aktien der Firma ist nicht bekannt. „Glawneftegas“ besitzt die Lizens für zwei Vorkommen im Kadamdschaj Bezirk:  Tschongara-Galjtscha und nördlicher-Soch. Ersteres ist fast ausgeschöpft. Beide Vorkommen erstrecken sich über 5354 ha oder 53,5 km². Die Lizensen des Unternehmens sind bis 2032 gültig. Vor 2012 wurden die Vorkommen von der usbekischen Staatsfirma „<a href="http://www.uzneftegaz.uz/">Usbekneftegas</a>“ betrieben.</p>
<p style="text-align: right"><strong>El’dijar Arykbajew und Sajkal Toktogulowa</strong><br />
<strong> Kloop.kg</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Russischen übersetzt von Florian Coppenrath</strong></p>
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			</item>
		<item>
		<title>„Blutige Tränen“ oder das Lal’sche Geheimnis des Pamirs</title>
		<link>https://novastan.org/de/tadschikistan/blutige-traenen-oder-das-lalsche-geheimnis-des-pamirs/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Asia Plus]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Jan 2017 05:54:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Berg-Badachschan]]></category>
		<category><![CDATA[Edelstein]]></category>
		<category><![CDATA[Pamir]]></category>
		<category><![CDATA[Pandsch]]></category>
		<category><![CDATA[Ressourcen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Historiker Mirsobek Chajrullo erz&#xE4;hlte der tadschikischen Internetzeitung &#x201E;Asia Plus&#x201C;, wie der erste Lal (auch: Lall oder Lalik) aus dem in Zentralasien gelegenen Hochgebirge Pamir gewonnen worden ist und welcher Aberglaube diesem nachgesagt wurde. Wir &#xFC;bersetzen den Artikel mit der freundlichen Genehmigung der Redaktion. Der Schl&#xFC;ssel zu den Geheimnissen des in Zentralasien gelegenen Pamirs befindet [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Historiker Mirsobek Chajrullo erzählte der tadschikischen Internetzeitung „Asia Plus“, wie der erste Lal (auch: Lall oder Lalik) aus dem in Zentralasien gelegenen Hochgebirge Pamir gewonnen worden ist und welcher Aberglaube diesem nachgesagt wurde. Wir <a href="https://news.tj/ru/news/tajikistan/society/20170105/krovavie-slezi-ili-lalovie-taini-pamira">übersetzen den Artikel</a> mit der freundlichen Genehmigung der Redaktion. </strong></p>
<p>Der Schlüssel zu den Geheimnissen des in Zentralasien gelegenen Pamirs befindet sich in seinem Namen. Nur wenige wissen, was das Wort „Badachschan“ bedeutet. Der tatsächliche Name dieser Orte heißt „Lal-Roschkanda“, was so viel wie „die Blume des Lals“ heißt. Badachschan bedeutet hingegen „das Land der Lals“.</p>
<p><strong>Edelsteine aus den Bergfelsen</strong></p>
<p>Über seine Reise im Badachschan erzählend, schrieb Marco Polo in einem seiner Werke: „<em>In dieser Region gibt es Edelsteine, die ‚Balasch‘ genannt werden. Sie sind rot und wertvoll. Und sie entstehen in den Bergfelsen</em>“. Dementsprechend ist der Lal kein Rubin, mit dem ihn Einheimische oft verwechselten, sondern sozusagen sein farbgleicher Zwilling, der edle Spinell, der genauso kostbar und teuer ist wie andere Edelsteine – z. B. Diamanten, Saphire, Rubine, Smaragde und Alexandrite.</p>
<p>Wie sein farbgleicher Zwilling der Rubin, galt auch der Lal als einer der meist verehrtesten Edelsteine im muslimischen Osten. Dort galt er lange Zeit als Synonym für Schönheit und Vollkommenheit.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/zentralasien-historisches-herz-der-muslimischen-welt/">Zentralasien – historisches Herz der muslimischen Welt</a></strong></p>
<p>„Lal und Badachschon“ – so lautete der metaphorische Name eines roten Sektes, den so manch einer mit den süßen und schönen Lippen einer Geliebten verglich. Der Lal des Badachschan erinnert an das Königsbuch „Schahnameh“. Der persische Dichter Firdausi verfasste es im 10. Jahrhundert nach Chr. und schreibt darin: „<em>Und die Krone auf seinem Haupt ist durch die Lals scharlachrot!</em>“</p>
<p>Selbst der russische Zar Ivan IV., der auch als „der Schreckliche“ bekannt ist, vergötterte den Spinell. „<em>Hier ist der rote Rubin</em>“, sprach er zu dem englischen Diplomaten und Politiker Jerome Horsey und verwies dabei auf diesen seinen ganzen Schatz, „<em>Er hat eine heilende Wirkung auf das Herz und den Kopf sowie die Kraft und das Gedächtnis des Menschen.</em>“</p>
<p>Auf die erste Erwähnung der östlichen Saphire stößt man im Werk des im 10. Jahrhundert n. Chr. lebenden arabischen Historikers Al‘-Mukadasi: „<em>Hier [in Badachschan] gibt es Minen voller Edelstein, der aussieht wie Rubin. Solche Minen sind nirgends sonst zu finden.</em>“</p>
<p>Eine detailliertere Beschreibung des Entstehungsortes der Lals erwähnt der im 10. Jahrhundert n. Chr. lebende Mineraloge und Historiker Abu &#8218;r-Rajchan al-Biruni: „<em>Die Lal-Minen befinden sich in einem Gebiet, in dem das Dorf Warsa-Fandsch gelegen ist. Dieses ist drei Tagesreisen von Badakhshan entfernt, dessen Hauptstadt <a href="https://novastan.org/de/bild-des-tages/pamir-photo-du-jour-21102013/">Ishkoshim</a> (heutiges Tajikistan) sich in der Nähe der Minen befindet. Der Weg dorthin ist aber von Badakhshan aus bei Weitem angenehmer als von Ishkoshim aus.</em>“</p>
<p><em>Seht auch unsere Videoreportage „<a href="https://novastan.org/de/usbekistan/uber-den-fluss-pandsch/">Über den Fluss Pandsch</a>“ (Deutsche Untertitel per Einstellungen aktivieren): </em></p>
<p><iframe title="A travers la rivière Piandj" width="500" height="281" src="https://www.youtube.com/embed/C4HCa26UtPk?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></p>
<p><strong>Altertümlicher Aberglaube</strong></p>
<p>Die Methode, Lal zu gewinnen, hat sich seit den Zeiten Birunis bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts kaum merklich verändert. Die unterirdischen Schächte durchquerend, bedienten sich die Bergarbeiter schon vor über 1000 Jahren der „Feuermethode“ und verrichteten alle Arbeiten mit den bloßen Händen – und zwar sowohl sitzend, hockend als auch liegend.</p>
<p>In jeder Mine arbeiteten zwei oder drei Personen, denen aber unterschiedliche Aufgabenbereiche zugeteilt waren. Die einen bearbeiteten die Felsen, die anderen schaufelten die sich dabei herauslösenden Steine beiseite und wieder andere beförderten diese Steine ans Tageslicht. Da es an metallenem Arbeitsmaterial mangelte, bedienten sich die Bergarbeiter Argalihörnern und Holzkeilen, welche sie in die Felsspalten schlugen.</p>
<p>Die so gewonnenen Steine wurden nahe des Tunnelausganges aufbereitet. Dort wurden sie mit Hilfe von Meißeln und Brechstangen soweit bearbeitet, dass der wertvolle Edelstein mit der bloßen Hand aus dem ihn umschlingenden Stein herausgelöst werden konnten. Denjenigen, die die Edelsteine aus den Steinen herausschlugen, gelang es jedoch nicht immer, alle unversehrt zu gewinnen. So musste der ein oder andere Edelstein leiden.</p>
<p>Aber nicht nur dieser hatte es nicht immer leicht – Unter den Bergleuten und -wachen sprach sich herum, dass der Lal in der Regel paarweise auftritt. In der Realität geschah dies aber selten. Dennoch wurde den Bergarbeitern seitens der Bergwachen häufig unterstellt, einen Teil der Edelsteine zu verstecken. Viele Bergarbeiter sahen sich in einer schwierigen Situation und hatten oft keine andere Wahl, als die herausgeschlagenen Steine zu spalten. Denn auf diese Weise gelang es ihnen, ungerechtfertigte Strafen seitens der Bergwachen zu umgehen.</p>
<p><strong>„Blutige Tränen“</strong></p>
<p>Der Kuchilal ist der legendäre Berg der Lals, an dem Tal des durch Zentralasien verlaufenden Flusses Pandsch beheimatet. Wie hier die ersten Edelsteine gefunden worden sein sollen, erzählen viele Legenden aus der Region:</p>
<p>„Es war einmal ein starkes Erdbeben am Kuchilal. Das Erdbeben war so stark, dass sich der gesamte Berg entzweite und aus seinen Tiefen Tränen frei ließ. Diese Tränen waren rot wie Blut und ihre Tropfen blieben an den Steinen haften. Aus diesen Tropfen bildete sich später der Lal. Einige Frauen, die unweit des Berges lebten, sahen diese blutroten Tränen und beschlossen sogleich sie als Farbe zu nutzen, um ihre Tücher zu färben. Aber alle ihre Bemühungen waren vergebens. Aus dem Lal ließ sich keine Farbe gewinnen. Kurze Zeit später fielen die Edelsteine in die Hände von Händlern, die sie an Juweliere weiterreichten. Seitdem gibt es auf der Welt den berühmten Lal Badachschans.“</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-large" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2016/11/2016-04-20.jpg" alt="" width="940" height="788" /></p>
<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="CtIgauNX3y"><p><a href="https://novastan.org/de/fact/die-alten-griechen-bezeichneten-den-grosten-teil-zentralasiens-als-transoxanien-also-hinter-dem-oxus-nach-der-damaligen-bezeichnung-des-amudarya/">Der Pandsch</a></p></blockquote>
<p><iframe class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Der Pandsch&#8220; &#8212; Novastan Deutsch" src="https://novastan.org/de/fact/die-alten-griechen-bezeichneten-den-grosten-teil-zentralasiens-als-transoxanien-also-hinter-dem-oxus-nach-der-damaligen-bezeichnung-des-amudarya/embed/#?secret=ji0hSz0rwI#?secret=CtIgauNX3y" data-secret="CtIgauNX3y" width="500" height="282" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe></p>
<p>Der Kuchilal ist aber nicht der einzige Ort auf der Welt, an dem der edle Spinell beheimatet ist. Auch an anderen Orten in Badachschan ist er zu Hause. Ein altes Sprichwort aus der Gegend besagt: „<em>Der Kopf der Lals ist in Jamgin – sein Herz ist in Sumdschine – seine Beine sind in Kuchilal.</em>“</p>
<p>„Das Dach der Welt“, wie der Pamir genannt wird, bewahrt viele Geheimnisse dieser Erde. Und wir haben das Glück, dass sie bis in unsere heutige Zeit unberührt überliefert worden sind.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Mirsobek Chajrullo</strong><br />
<strong>Historiker</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Russischen übersetzt von Olga Zoll</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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