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	<title>Regionale Integration Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
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	<title>Regionale Integration Archives</title>
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		<title>&#8218;Digital CASA&#8216; in Tadschikistan: Wann wird ein besseres Internet verfügbar sein?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Asia Plus]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Feb 2021 14:39:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Digital CASA]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>F&#xFC;r diejenigen, die zu faul sind den ganzen Text zu lesen, sagen wir es vorab: Nicht bald. Tadschikistan z&#xE4;hlt zu den L&#xE4;ndern mit dem teuersten und langsamsten Internet der Welt. Experten wittern eine L&#xF6;sung des Problems in der raschen Umsetzung des Projektes &#x201A;Digital CASA&#x2018;. Dieser Artikel erschien am 6. August 2020 im&#xA0;russischsprachigen Original bei Asia-Plus. [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Für diejenigen, die zu faul sind den ganzen Text zu lesen, sagen wir es vorab: Nicht bald. Tadschikistan zählt zu den Ländern mit dem teuersten und langsamsten Internet der Welt. Experten wittern eine Lösung des Problems in der raschen Umsetzung des Projektes ‚<a href="https://www.gtai.de/gtai-de/trade/entwicklungsprojekte/tadschikistan/digital-casa-130814">Digital CASA</a>‘. Dieser Artikel erschien am 6. August 2020 im <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/society/20200806/digital-casa-i-tadzhikistan-kogda-zhdat-skorostnogo-i-deshyovogo-interneta?tg_rhash=4ad06923c19fc6">russischsprachigen Original bei Asia-Plus</a>. Wir übersetzen ihn mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.</strong></p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach aktuellen Angaben der Weltbank haben 3,18 Millionen Tadschiken einen permanenten Zugang zum Internet. Doch die Kosten eines Basistarifs gehören zu den weltweit höchsten. Die Netzbetreiber haben kürzlich bekannt gegeben, dass die Senkung der Preise für das Internet nicht möglich sei, da diese von den Transitkosten abhängen.&nbsp;<em>„Solange wir von diesem Faktor abhängig sind, ist können wir die Preise nicht senken und niedriger als die Selbsterhaltungskosten setzen. Eine Kostensenkung ist erst dann realisierbar, wenn wir ‚Digital CASA‘ durchführen“</em>, so Projektleiter Ilhomdschon Atojew.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wann wird Zentralasien ans Glasfasernetz angeschlossen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2016 wurde den zentral- und südasiatischen Ländern ein einzigartiges Projekt mit dem Namen ‚Digital CASA‘ vorgestellt, welches in Zukunft die Schlüsselrolle in der digitalen Vernetzung der Länder spielen wird. ‚Digital CASA‘ ist das Pendant zum Energieprojekt ‚<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/CASA-1000">CASA-1000</a>‘ und genauso ambitioniert. Das Projekt ‚CASA-1000‘, ein Infrastrukturprojekt aus dem Jahre 2013, beschäftigte sich mit dem Bau einer Hochspannungsleitung zwischen den Staaten Zentral- und Südasiens. Das von der Weltbank initiierte Programm ‚Digital CASA‘ hat nun zum Ziel, die selben zwei Regionen mit einer Glasfaserleitung zu verbinden. Angestrebt wird, den Bewohnern des ehemaligen sowjetischen Südens Zugang zu günstigem Internet und alternativen Netzen zu ermöglichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Tadschikistan als Vorreiter des regionalen Projekts ‚Digital CASA‘&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Umsetzung stellte die Weltbank 92 Millionen US-Dollar (ca. 207 Mio. Euro) zur Verfügung. Zu Beginn unterstützen nur Kirgistan und Afghanistan das Projekt aktiv. Experten waren besorgt, dass der Einbezug Tadschikistans auch Partnerschaften mit anderen Nachbarländern erfordern und die Sache verkomplizieren würde. In einem solchen Fall könnte Tadschikistan ernsthafte wirtschaftliche Dividenden versäumen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:&nbsp;<a href="https://novastan.org/de/kirgistan/wie-das-internet-in-zentralasien-blockiert-wird/">Wie das Internet in Zentralasien blockiert wird</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die ersten Alarmglocken schellten in Dushanbe Ende Mai 2017. Bei einem internationalen Treffen zum Projekt ‚Digital CASA‘ gaben Vertreter des afghanischen Ministeriums für Informationstechnologie und Kommunikation bekannt, dass sie ein Memorandum mit China über die Verlegung eines Glasfaserkanals durch den&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wachankorridor">Wachan-Korridor</a>unterzeichnet haben. Kabul verlangte daraufhin eine Stellungnahme von den tadschikischen Behörden über die Teilnahme an dem Projekt. Im Juni 2017 erfolgte dann eine offizielle Vorstellung des Projektes ‚Digital CASA‘. Im März 2018 genehmigte die Direktion der Weltbank die Projektumsetzung in Afghanistan und Kirgistan. Schon kurze Zeit später bekundeten auch Usbekistan und Kasachstan ihr Interesse an einer Teilnahme.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Tadschikische Behörden unterstützen ‚Digital CASA‘</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Oktober&nbsp;2019 trafen sich der Leiter der Weltbank, Jan-Peter Olters mit Dschamoliddin Nuralijew, dem ersten stellvertretenden Gouverneur der tadschikischen Nationalbank in Duschanbe. Der Anlass dieses Treffens war die Besprechung des Projekts und die Bereitschaft Tadschikistans, es zu fördern. Bei einem weiteren Treff im Februar 2020 brachte Nuralijew erneut seine Bereitschaft und sein Interesse an einer Zusammenarbeit zum Ausdruck. Aufgrund der weltweiten Coronavirus-Pandemie steht das Projekt jedoch bis auf weiteres auf Eis.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:&nbsp;<a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/tadschikistan-zum-hub-fuer-kuenstliche-intelligenz-machen/">„Tadschikistan zum Hub für künstliche Intelligenz machen“</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben von Experten wird die erste Etappe der Projektrealisierung 2 bis 3 Jahre in Anspruch nehmen. Für die Verlegung der Glasfaserleitungen werden wird 5 bis 6 Jahre geschätzt. Erste Ergebnisse sind wohl erst in frühestens 5 Jahren zu erwarten. Obwohl die Wartezeit keine kurze ist, sind die Experten sich sicher, dass die Erwartungen erfüllt werden. Das Projekt wird eine hochwertige Glasfaserkommunikation, günstiges Internet und schnelles wirtschaftliches Wachstum in der Region ermöglichen. Die Hauptsache ist, dass die zentralasiatischen Länder nicht mehr abhängig von Ihren Nachbarstaaten sein werden. Dies führt wiederum dazu, dass sie in der Lage sein werden, den IT-Sektor aktiv selbst zu gestalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>…wenn die Nebenerscheinungen beseitigt sind</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Expertenangaben gab es eine Mehrzahl von Gründen, die zur Stagnation des Internetausbaus geführt haben.&nbsp;<em>„Erstens fehlt es in diesem Bereich an Konkurrenz“</em>, so der IT-Fachmann Firdarws Muhiddinow. „<em>Die Unternehmen kaufen ihren Traffic seit fünf Jahren zum Festpreis bei einem staatlichen Provider. Ein weiterer Grund sind die hohen Steuern, die den Mobilfunkbetreibern auferlegt werden, sowie die Telekommunikationssteuer, Mehrwertsteuer, Verbrauchssteuer, Lizenzgebühren und Umsatzsteuer. Unter einer solchen Belastung können die Unternehmen sich nicht entwickeln“</em>, fügt er hinzu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Muhiddinow zufolge haben die Stagnation des Marktes und die hohen Breitbandpreise bereits die Entwicklung des gesamten Landes beeinträchtigt. Die digitale Wirtschaft entwickelt sich nicht mehr weiter, die Mehrheit der Menschen haben keinen freien Zugang zum Internet und somit keine Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Werfen Sie einen Blick auf das Verhältnis des Einkaufspreises zum Verkaufspreis für einen Gigabyte Traffic. Diese Strukturen können es sich einfach nicht leisten, ihre Einnahmen zu reduzieren und ich denke, die Arbeit an diesem Projekt wird sich noch lange verzögern“</em>, meint der Experte.&nbsp;<em>„Vielleicht wird die Umsetzung des Projekts ‚Digital CASA‘ die Situation zum Besseren verändern, aber die oben genannten Probleme lösen, kann es auch nicht.“</em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Haidar Schodijew für&nbsp;<a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/society/20200806/digital-casa-i-tadzhikistan-kogda-zhdat-skorostnogo-i-deshyovogo-interneta?tg_rhash=4ad06923c19fc6">Asia-Plus</a></strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Russischen von Vlada Brelenko</strong></p>


<p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p>
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		<title>Zentralasien unter genauer Beobachtung Chinas: Rezension des „Gelben Buches über Zentralasien 2020“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[caanetwork]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Jan 2021 14:30:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im April wurde in China das &#x201E;Gelbe Buch &#xFC;ber Zentralasien 2020&#x201C; (&#x4E2D;&#x4E9A;&#x9EC4;&#x76AE;&#x4E66;&#xA0;/ Yellow book of Central Asia) ver&#xF6;ffentlicht. Als regierungsnahes Dokument behandelt es aktuelle Trends der chinesischen Au&#xDF;enpolitik. Folgende Rezension des Sinologen Ruslan Isimov erschien am 15. Juni 2020 auf&#xA0;CAAN (Central Asian Analytical Network). Wir &#xFC;bersetzen den Artikel mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.&#xA0; Das &#x201E;Gelbe [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>Im April wurde in China das „Gelbe Buch über Zentralasien 2020“ (中亚黄皮书&nbsp;/ Yellow book of Central Asia) veröffentlicht. Als regierungsnahes Dokument behandelt es aktuelle Trends der chinesischen Außenpolitik. Folgende Rezension des Sinologen Ruslan Isimov erschien am 15. Juni 2020 auf&nbsp;<a href="https://caa-network.org/archives/19962">CAAN (Central Asian Analytical Network)</a>. Wir übersetzen den Artikel mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.&nbsp;</em></strong></p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das „Gelbe Buch über Zentralasien 2020“ wurde von einem Kollektiv chinesischer Experten zusammengestellt, die auf Zentralasien spezialisiert sind. Die Autoren entstammen größtenteils&nbsp;&nbsp;zwei Forschungsstellen der Akademie für Sozialwissenschaften Chinas: Dem Institut Russland, Osteuropa und Zentralasien, sowie dem Forschungszentrum&nbsp;der&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shanghaier_Organisation_f%C3%BCr_Zusammenarbeit">Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit</a>. Einzelne Passagen des Buches wurden auch von Experten aus anderen Denkfabriken der Volksrepublik China verfasst.&nbsp; Die Monografie ist von besonderer Bedeutung für Forscher zu Themen der chinesisch-zentralasiatischen Beziehungen und auch allgemein für die derzeitigen außenpolitischen Strategien Chinas. Das hängt mit mehreren Faktoren zusammen:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erstens: China besitzt, im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern der Welt, kein gesondertes Dokument in Form einer Konzeption über die Außenpolitik des Landes. Dieser Umstand erschwert die Analyse der außenpolitischen Strategie Chinas, der Mechanismen der Entscheidungsfindung, der Methoden der Bewertung der derzeitigen Situation der Welt erheblich.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/warum-china-den-zentralasiatischen-laendern-riesige-kredite-gewaehrt-ein-expertengespraech-mit-temur-umarov/">Warum China den zentralasiatischen Ländern riesige Kredite gewährt</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zweitens: Die Einzigartigkeit des politischen Systems Chinas erlaubt es chinesischen Experten bisher noch nicht in freier Form ihre Meinung zu äußern, ihre Einschätzungen zu teilen und Prognosen abzugeben.&nbsp;Die seltenen Fälle, in denen sich chinesische Experten erlauben, Schätzungen und Vorhersagen ganz offen vorzunehmen, sind vorher abgesprochene Aktionen – oder aber sie riskieren, ihren Job zu verlieren.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Drittens: In den letzten Jahren hat sich das System der politischen Entscheidungsfindung in China stark verändert.&nbsp;Der chinesische Präsident&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Xi_Jinping">Xi Jinping</a>&nbsp;hat ein hyperzentralisiertes Machtsystem errichtet, unter anderem durch die Schaffung und Neuordnung völlig neuer staatlicher Organe. Diese Veränderungen betrafen auch die&nbsp;&nbsp;Außenpolitik in Bezug auf Zentralasien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Kontext bietet das turnusmäßige ‚Gelbe Buch‘ die Möglichkeit, die akuellen Trends der außenpolitischen Strategie Chinas zu untersuchen.&nbsp;In der aktuellen Ausgabe wird das Verhältnis Chinas zu Zentralasien ausführlich beschrieben. Der Wert dieser Veröffentlichung erhöht sich aufgrund der Tatsache, dass Zentralasien als eine der Schlüsselregionen für die Entwicklung des chinesischen Projekts&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/One_Belt,_One_Road">Belt and Road</a>, auch ‚neue Seidenstraße‘ genannt, angesehen wird. Auf dieser Grundlage ist es auch möglich, eine Vielzahl von Schätzungen und Prognosen chinesischer Experten zur Weiterentwicklung dieser Initiative zu erhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><br><strong>Entstehungsgeschichte der ‚Gelben Bücher‘</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei den sogenannten ‚Gelben Büchern‘ handelt es sich um analytische Berichte, die von Kollektiven der kompetentesten Analysten eines Sachverhalts angefertigt wird. Die Analyse von bisherigen Publikationen des ‚Gelben Buches‘ zeigt, dass die chinesische Führung mit Hilfe des Buches&nbsp;der Weltgemeinschaft die wichtigsten Entwicklungen ihrer Politik mitteilt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der erste Bericht dieser Serie stammt aus dem Jahr 2005 und widmete sich der Analyse der Lage in Russland und der Außenpolitik des Landes. In dieser Zeit wurden die Berichte noch nicht ‚Gelbes Buch‘ genannt. Die ‚Gelben Bücher‘ werden in China jährlich veröffentlicht. Sie beschäftigen sich nicht jedes Jahr mit Zentralasien. In den letzten Jahren wurden einzelne ‚Gelbe Bücher‘ den Russland, der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit und nun Zentralasien herausgegeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:<a href="https://novastan.org/de/kasachstan/der-oekologische-fussabdruck-der-neuen-seidenstrasse-ignoriert-und-vergessen/"> Der ökologische Fußabdruck der neuen Seidenstraße</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Seite ‚<a href="https://www.pishu.com.cn/skwx_ps/database?SiteID=14">Pishu</a>‘ spezialisiert sich auf die Daten der ‚Gelben Bücher‘ und erstellte im Jahr 2012 einen ersten vollwertigen Bericht über Zentralasien. Bis zu diesem Zeitpunkt beschäftigten sich die Berichte mit breiteren Sachlagen. Seit 2012 gibt die Akademie für Sozialwissenschaften jährlich ein separates ‚Gelbes Buch‘ über Zentralasien heraus und veröffentlicht jedes Jahr eine genaue Analyse und Einschätzungen der Situation in den fünf zentralasiatischen Ländern.&nbsp;Es ist jedoch zu beachten, dass der vollständige Text aufgrund von Download-Einschränkungen nicht abgerufen werden kann.&nbsp;Das aktuell erschienene „Gelbe Buch über Zentralasien 2020“ verdient eine sorgfältige Betrachtung:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kurzer Überblick</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Jahr besteht das Buch aus sechs Abschnitten:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Allgemeiner Bericht zum Thema „Zentralasien: Auf der Suche nach einer neuen treibenden Kraft für Innovation und Zusammenarbeit“</li><li>Regionale Situation</li><li>Spezielle Themen der Region</li><li>Zentralasien und die Weltgemeinschaft</li><li>China und Zentralasien</li><li>Länderprofile</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph">Insgesamt besteht der Bericht aus 23 Artikeln, einschließlich des Leitartikels. Das Spezialthema „Zentralasien: Auf der Suche nach einer neuen treibenden Kraft für Innovation und Zusammenarbeit“ behandelt einige Besonderheiten. Es spiegelt große Veränderungen wider, die sich sowohl in den Ländern Zentralasiens selbst, als auch in der Politik der globalen und regionalen Mächte in Bezug auf die Beziehung zu Zentralasien vollzogen haben. Darunter ist folgendes anzumerken:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Es seien neue Formen der Machtübergabe entstanden, ebenso neue Probleme im Prozess des politischen Machtwechsels.</li><li>Die vierte industrielle Revolution und ihre digitale Wirtschaft seien zu einer neuen treibenden Kraft der Entwicklung in den Ländern Zentralasien geworden.</li><li>Die Weltmächte investierten weiterhin strategische Ressourcen in Zentralasien. In diesem Zusammenhang widmet der Bericht besondere Aufmerksamkeit der Politik Russlands, der Vereinigten Staaten, der EU, Japans und Indiens in Zentralasien.&nbsp;</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bericht fordert auch eine Steigerung der akademischen Forschung zum Thema Zentralasien, da diese Forschung fast all jene Bereiche abdecken könne und die Disziplin der zentralasiatischen Studien in China bildet. Zu guter Letzt bemühen sich die Autoren regionale Besonderheiten hervorzuheben. So hätten&nbsp;die zentralasiatischen Staaten bei ihrer aktiven Integration in das internationale System gleichzeitig viele einzigartige regionale Symbole geschaffen. Diese zeichneten sich aus durch:&nbsp;</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Verschiedene Formen der Machtstruktur</li><li>Die kulturelle und politische Bedeutung des Feiertages&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nouruz">Nawrus</a></li><li>Die Fragmentierung, Diversifizierung und die&nbsp;Transnationalisierung von Sicherheitsbedrohungen</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Regionale Stabilität</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Autoren merken an, dass es den Ländern Zentralasiens 2019 gelungen sei, ihre stabilen Entwicklungstendenzen zu sichern. Gleichzeitig bleibe ein Teil der Probleme charakteristisch für die Regierungen der Region.&nbsp;Unter dem Einfluss des allgemeinen Trends einer Verlangsamung der Weltwirtschaft hätten die wirtschaftlichen Risiken in den Staaten der Region zugenommen. In diesem Zusammenhang ergriffen die Behörden der zentralasiatischen Länder rechtzeitig Vorkehrungen zur Entwicklung krisenbekämpfender Maßnahmen. Unterdessen&nbsp;wirken sich die&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Krieg_in_Afghanistan_seit_2001">Probleme in Afghanistan</a> weiterhin auf die Sicherheitslage in Zentralasien aus.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong> <strong><a href="https://novastan.org/de/uigurische-region/verletzt-china-die-rechte-turkstammiger-muslime/">Verletzt China die Rechte turkstämmiger Muslime?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinsichtlich der unkonventionellen Sicherheitsbedrohungen schreibt&nbsp;Xu Tao (Experte des&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/China_Institutes_of_Contemporary_International_Relations">CICIR</a>), dass die Sicherheitslage in der Region 2019 im Vergleich zu 2018 stabil geblieben sei. Aber der negative Effekt von solch nicht-traditionellen Sicherheitsfaktoren wie Demografie, Ökonomie, Wasserressourcen und Lebensmittelversorgung vergrößere sich langsam.&nbsp;Schließlich verschärfe sich das Spiel der Großmächte in Zentralasien, während die USA weiterhin eine bedeutende Kraft in der Region seien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Staaten der Region treten laut Experten im Jahr 2020 in ein Jahr des Wandels ein, und stünden möglicherweise vor einem Test der politischen Stabilität.&nbsp;<a href="https://www.state.gov/c51-fact-sheet/#:~:text=C5+1 is a format for dialogue and a,where regional approaches may provide a comparative advantage.">Der C5+1-Mechanismus</a>&nbsp;wird eines der wichtigsten Instrumente sein, um die Beziehungen zwischen den Global Playern auszugleichen.&nbsp;&nbsp;Hinsichtlich der regionalen Integration zweifeln die chinesischen Experten daran, dass die Länder Zentralasiens zu einem Durchbruch gelangen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kasachstan</strong> <strong>im besonderen Fokus</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Abschnitt zu regionalen Themen widmen sich die Autoren des ‚Gelben Buches‘ gleich zwei mal Kasachstan. Im Artikel „Die&nbsp;Toqaev‘sche Konzeption der Regierungsführung: Kontinuität und Neuregulierung“ verweist der Experte des Forschungszentrums des Staatsrats darauf, dass Kasachstan auf dem Weg in eine historische Periode sei. Es werde viel von der Fähigkeit des Präsidenten&nbsp;<a href="https://novastan.org/de/kasachstan/toqaevs-erstes-schweres-jahr/">Qasym-Jomart Toqaev</a>&nbsp;abhängen, einen politischen Kurs zu errichten, der sich nach und nach transformiert, angepasst&nbsp;an die heutigen Realitäten und unter Beibehaltung der Kontinuität der Politik des ersten Präsidenten von Kasachstan,&nbsp;<a href="https://novastan.org/de/kasachstan/praesident-nursultan-nasarbajew-tritt-zurueck/">Nursultan Nazarbaev</a>.&nbsp;</p>


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<p class="wp-block-paragraph">Der Redakteur der chinesischen Nachrichtenagentur&nbsp;China News Service&nbsp;Wen Lonjie schreibt, dass&nbsp;Toqaev nach der Wahl zum Präsidenten nur ein symbolisches Zepter erhalten hätte, während sich die reale Macht immer noch in den Händen des ersten Präsidenten Nazarbaev befände. Aber diese Machtformel habe zu Problemen geführt. Die Meinungen des ersten und zweiten Präsidenten hätten haben sich in kardinalen Fragen zu unterscheiden begonnen. Der Experte bemerkt, dass eine solche Situation nur gelöst werden könne, in dem das Zepter der Macht und die reale Macht in einer Person vereinigt würden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/sechs-gruende-fuer-die-antichinesische-stimmung-in-kasachstan/">Sechs Gründe für die antichinesische Stimmung in Kasachstan</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Allgemeinen hat sich der Inhalt des Gelben Buches über Zentralasien qualitativ verbessert, was größtenteils dank einer detaillierteren Untersuchung Zentralasiens durch chinesische Denkfabriken und einer freieren Meinungsäußerung durch die chinesischen Experten selbst realisiert wurde. Die aktuelle Ausgabe des Gelben Buches demonstriert einmal mehr den Kenntnisstand und die Tiefe des Wissens der chinesischen Expertengemeinschaft und der politischen Führung über die Situation in Zentralasien.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Ruslan Isimov für&nbsp;<a href="https://caa-network.org/archives/19962">CAAN (Central Asian Analytical Network)</a></strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Russischen von Julia Schulz</strong></p>


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