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	<title>Politik Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
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	<title>Politik Archives</title>
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		<title>Wahlen in Ungarn: Was bedeutet das Ende der Ära Orbán für Zentralasien?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[bstoeckl]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Apr 2026 16:45:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
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		<category><![CDATA[Zentralasien & Europa]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#xDC;ber Jahre hat Ungarns Premierminister Viktor Orb&#xE1;n die Beziehungen zu asiatischen Staaten ausgebaut, darunter auch zu den L&#xE4;ndern Zentralasiens. Nach seiner Niederlage bei den ungarischen Parlamentswahlen stellt sich nun die Frage: Welche Folgen wird der Machtwechsel in Budapest f&#xFC;r Ungarns Verh&#xE4;ltnis zu Zentralasien haben? Am Ende lief es &#xFC;berraschend glimpflich ab: Statt mit einer Operation [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Über Jahre hat Ungarns Premierminister Viktor Orbán die Beziehungen zu asiatischen Staaten ausgebaut, darunter auch zu den Ländern Zentralasiens. Nach seiner Niederlage bei den ungarischen Parlamentswahlen stellt sich nun die Frage: Welche Folgen wird der Machtwechsel in Budapest für Ungarns Verhältnis zu Zentralasien haben?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Ende lief es überraschend glimpflich ab: Statt mit einer <a href="https://www.fr.de/politik/anschlag-inszenierung-vor-ungarn-wahl-orba-opposition-wittert-panikmache-stimmung-spitzt-sich-zu-zr-94250172.html">Operation unter falscher Flagge</a> oder einer Anfechtung der Resultate endeten die ungarischen Parlamentswahlen am 12. April mit einem einfachen Anruf des amtierenden Premierministers <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Viktor_Orb%C3%A1n">Viktor Orbán</a>, der seinem Amtsnachfolger in spe, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/P%C3%A9ter_Magyar">Péter Magyar</a>, zum Wahlsieg gratulierte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem Erdrutschsieg Magyars und seiner Tisza-Partei, die erst vor 2 Jahren auf die breitere politische Bühne trat und nun über eine Zweidrittelmehrheit im ungarischen Parlament verfügt, kam Orbáns 16 Jahre dauernde Herrschaft über das mitteleuropäische Land zu einem krachenden Ende.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Magyar hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Beziehungen des Landes zur EU wiederherzustellen: Unter Orbán hatte sich Ungarn nämlich aufgrund zahlreicher Verstöße gegen das Rechtsstaatlichkeitsprinzip und enger Zusammenarbeit mit autokratischen Herrschern in den letzten Jahren zu einem Paria-Staat innerhalb des Bündnisses verwandelt. Die Zukunft von Ungarns Beziehungen zu den Ländern Zentralasiens, mit denen Magyars Vorgänger während seiner Amtszeit enge Bande geknüpft hatte, ist hingegen ungewiss.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Annäherung und Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ungarns Annäherung an Zentralasien hing eng mit Orbáns Außenhandelspolitik zusammen, die seit 2012 unter der Losung “Öffnung nach Osten” den Handel mit asiatischen Märkten ankurbeln sollte. Neben Ländern wie China und Russland spielten hierbei auch die Türkei und die zentralasiatischen Turkstaaten eine übergeordnete Rolle, die in den Jahren zuvor durch die Gründung der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_der_Turkstaaten">Organisation der Turkstaaten (OTS)</a> ihre Zusammenarbeit vertieft hatten. Orbán hatte dabei vor allem die dortigen Energieressourcen im Visier, mithilfe derer er die Abhängigkeit des Landes von russischen Energieträgern verringern wollte. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/magyaren-fluchten-vor-der-krise/">Kasachstan – Ungarn: Bruderliebe aus Kalkül? (1/2)</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">2014 <a href="https://timesca.com/hungarys-political-shift-puts-central-asia-partnerships-under-scrutiny/">unterzeichnete Ungarn</a> &#8211; als erstes mitteleuropäisches Land &#8211; eine strategische Partnerschaft mit Kasachstan. Der bilaterale Handel zwischen den zwei Staaten erreichte 2024 ein Volumen von knapp 200 Millionen Euro, und Ungarn investiert stark in verschiedene Sektoren der kasachstanischen Wirtschaft, darunter Landwirtschaft, Industrie und Logistik. In Usbekistan erwarb die ungarische OTP-Bank einen Anteil von 73,71Prozent an der Ipoteka-Bank, dem fünftgrößten Geldinstitut des bevölkerungsreichsten Landes Zentralasiens.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der Erlangung des Beobachterstatus in der OTS im Jahr 2018 eröffnete sich für Ungarn eine gemeinsame Plattform, auf der die Handelsbeziehungen zu Zentralasien vorangetrieben werden konnten. Ein Jahr später wurde in Budapest ein Vertretungsbüro eröffnet, das als inoffizieller europäischer Außenposten der Organisation dienen sollte.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ungarisch-zentralasiatische Beziehungen nach den Wahlen: Quo vadis, Magyar?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wie es mit den ungarisch-zentralasiatischen Beziehungen weitergeht, ist derzeit noch unklar. Das Verhältnis zwischen Orbán und den zentralasiatischen Staatsoberhäuptern war sehr stark von persönlichen Kontakten und gegenseitigem Vertrauen geprägt. Letztere stehen nun vor der Aufgabe, mit Orbáns Nachfolger auf Tuchfühlung zu gehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Reaktion auf Ungarns Machtwechsel fiel dementsprechend vorsichtig aus. Erst am 15. April &#8211; drei ganze Tage nach der Verkündung der Ergebnisse &#8211; <a href="https://timesca.com/tokayev-congratulates-peter-magyar-on-victory-in-hungarys-parliamentary-elections/">gratulierte</a> Kasachstans Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Qasym-Jomart Toqaev</a> Magyar als erstes zentralasiatisches Staatsoberhaupt zum Wahlsieg. Zum Vergleich: Vor vier Jahren erhielt Orbán bereits am Tag nach den Wahlen ein Telegramm vom kasachstanischen Präsidenten. Es wird zuerst abgewartet und geschaut, welche außenpolitische Richtung die neue Regierung in Budapest einschlägt.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Experten sind allerdings vorsichtig optimistisch, dass die fruchtvollen Beziehungen zwischen Ungarn und Zentralasien auch unter der Regierung Magyar Bestand haben könnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die Führung Kasachstans unter Präsident Qasym-Jomart Toqaev ist in der Lage, professionell, diplomatisch und pragmatisch Beziehungen zu den offiziellen Behörden jedes Staates aufzubauen. Für uns spielt es keine Rolle, welche Kräfte ein bestimmter ausländischer Politiker vertritt. Entscheidend ist, dass er legitim ist und vom Volk gewählt wurde“</em>, sagte der kasachstanische Politologe Urazgali Selteev gegenüber dem kasachstanischen Portal <a href="https://cmn.kz/v-vengrii-menyaetsya-vlast-skazhetsya-li-eto-na-eyo-otnosheniyah-s-kazahstanom-034573/">CMN</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>“Magyar ist ein Vertreter der Gegenelite, der aus der etablierten politischen Klasse hervorgegangen ist. Und solche Politiker kennen die Regeln und die Funktionsweise des Systems der internationalen Beziehungen sehr gut. Deshalb wird es keine abrupten und radikalen Schritte geben“</em>, fügte er hinzu.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-ungarn-bruderliebe-aus-kalkul-22/">Kasachstan – Ungarn: Bruderliebe aus Kalkül? (2/2)</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Statt eines Abebbens der Beziehungen könnte es eher zu einem Umbruch in der Herangehensweise beider Seiten kommen, so der Politologe Anuar Bahithanov. <em>“[D]ie Zusammenarbeit zwischen Kasachstan und Ungarn geht schon seit langem über die reine persönliche Diplomatie hinaus. Sie stützt sich auf zwischenstaatliche Mechanismen, Wirtschaftsprojekte und das Interesse Budapests an Zentralasien. Daher dürfte es selbst bei einem Führungswechsel eher zu einem Übergang zu einem pragmatischeren und institutionelleren Modell der Zusammenarbeit kommen, ohne abrupte politische Schwankungen,”</em> <a href="https://cmn.kz/v-vengrii-menyaetsya-vlast-skazhetsya-li-eto-na-eyo-otnosheniyah-s-kazahstanom-034573/">meint</a> Bahithanov.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Mittlerer Korridor: EU und Ungarn mit gemeinsamen Zielen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiterer Grund, der für eine Fortführung der Beziehungen spricht, ist das gemeinsame Interesse Ungarns und der EU, die Handelsrouten zwischen Europa und China auszubauen und weiterzuentwickeln. Seit dem Ausbruch des Ukrainekriegs im Jahr 2022 hat der sogenannte <em>“Mittlere Korridor”</em>, der China auf dem Landweg mit Europa verbindet, immens an Bedeutung gewonnen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Angesichts geopolitischer Risiken in Osteuropa und im Nahen Osten soll der Mittlere Korridor Europas Zugang zu den asiatischen Volkswirtschaften garantieren. Hierbei spielen vor allem die OTS-Mitgliedstaaten &#8211; Aserbaidschan, Kasachstan, Kirgistan, die Türkei und Usbekistan &#8211; <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/eu-zentralasien-gipfel-europa-buhlt-in-samarkand-um-rohstoffe/">eine wichtige Rolle</a> als logistische Transitländer.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem Ungarns außenpolitischer Vorstoß in die türkische Welt unter Orbán als Abkehr von der EU gedacht war, könnten die institutionellen Verbindungen, die die letzten 15 Jahre kultiviert wurden, Budapest nun dabei helfen, die logistische und energiepolitische Zusammenarbeit zwischen beiden Seiten voranzutreiben. Da Magyar es sich zum Ziel gesetzt hat, die Wogen mit Brüssel zu glätten, könnte er den zentralasiatischen Vektor der ungarischen Außenpolitik dafür nutzen, Ungarn in der EU wieder in einem besseren Licht dastehen zu lassen.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Benedikt Stöckl für Novastan</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Ins Leere gelaufen: Ist das gemeinsame turksprachige Alphabet daran gescheitert, den türkischen Einfluss in Zentralasien zu stärken?</title>
		<link>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/ins-leere-gelaufen-ist-das-gemeinsame-turksprachige-alphabet-daran-gescheitert-den-tuerkischen-einfluss-in-zentralasien-zu-staerken/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Jan 2026 13:00:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
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		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Sprachpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Türkei]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Jahr ist vergangen, seitdem die Organisation der Turkstaaten die Einf&#xFC;hrung eines gemeinsamen turksprachigen Alphabets beschlossen hat, das in allen Mitgliedstaaten verwendet werden sollte. Unter dem Vorwand der St&#xE4;rkung der turksprachigen Einheit hat Ankara die Initiative vorangetrieben, um die zentralasiatischen Staaten st&#xE4;rker in seinen politischen Einflussbereich zu ziehen. Aufgrund begrenzter finanzieller Mittel, fehlender politischer Anreize [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Ein Jahr ist vergangen, seitdem die Organisation der Turkstaaten die Einführung eines gemeinsamen turksprachigen Alphabets beschlossen hat, das in allen Mitgliedstaaten verwendet werden sollte. Unter dem Vorwand der Stärkung der turksprachigen Einheit hat Ankara die Initiative vorangetrieben, um die zentralasiatischen Staaten stärker in seinen politischen Einflussbereich zu ziehen. Aufgrund begrenzter finanzieller Mittel, fehlender politischer Anreize und bestehender Sprachpolitik haben die zentralasiatischen Staaten das gemeinsame Alphabet jedoch weitgehend ignoriert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im September 2024 gab die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_der_Turkstaaten">Organisation der Turkstaaten</a> (OTS) der Weltöffentlichkeit die Schaffung eines gemeinsamen <a href="https://astanatimes.com/2024/09/turkic-states-revive-latin-based-alphabet-to-preserve-linguistic-heritage/">turksprachigen Alphabets mit 34 Buchstaben</a> bekannt, das auf dem lateinischen Alphabet basiert und von allen Mitgliedstaaten schriftlich bestätigt wurde. Die von der Türkei angeführte Initiative ist seit der Auflösung der Sowjetunion im Jahr 1991 in Arbeit. Ein Jahr nach der Ankündigung des gemeinsamen Alphabets ist die erhoffte Resonanz im zentralasiatischen Raum jedoch bislang ausgeblieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das vorgeschlagene Alphabet ist Teil einer größeren regionalen Debatte über die politische Zukunft der zentralasiatischen Sprachen. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion begannen viele der neuen unabhängigen Republiken mit der Umstellung ihrer Sprachen von der kyrillischen auf die lateinische Schrift. In Zentralasien ist die Entscheidung für die Umstellung auf die lateinische Schrift jedoch auch drei Jahrzehnte später noch immer Gegenstand heftiger Debatten.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Die Türkei hat unter der expansionistischen Außenpolitik von Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Recep_Tayyip_Erdoğan">Recep Tayyip Erdoğan</a> eine führende Rolle bei der OTS-Initiative zur Entwicklung eines turksprachigen Alphabets übernommen. Die Türkei führte 1928 im Rahmen ihrer Modernisierungsreformen in der frühen Unabhängigkeitsphase <a href="https://www.theguardian.com/world/2023/oct/25/turkey-switches-from-arabic-script-to-latin-alphabet-1928">erstmals die lateinische Schrift ein</a>. Indem sie die zentralasiatischen Staaten zu einem vergleichbaren Prozess ermutigt, verfolgt sie zugleich das Ziel, ihre Position als dominantes Zentrum der turksprachigen Welt zu festigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bislang hat Erdoğans Plan nicht viele starke Verbündete in der politischen Elite Zentralasiens gefunden. Die meisten Staaten der Region sind nach wie vor in nationale Debatten über die postsowjetische Zukunft ihrer Amtssprachen verstrickt, weshalb die zentralasiatischen Regierungen kaum Bereitschaft zeigen, einen so tiefgreifenden sprachpolitischen Wandel auf internationaler Ebene mitzutragen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Konkurrenz um den Status als „Mittelmacht“</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Seit der Ankündigung der OTS zeigen sich die regionalen Schwergewichte Kasachstan und Usbekistan weiterhin zurückhaltend gegenüber der Einführung des gemeinsamen turksprachigen Alphabets innerhalb ihrer Landesgrenzen. Laut Nargiza Muratalieva, einer in Bischkek ansässigen Politikwissenschaftlerin, „<em>ist Kasachstan nicht bereit, seine Führungsrolle in Zentralasien zu teilen, da es versucht, sich als Mittelmacht zu profilieren</em>“. Kasachstan hat die Jahrzehnte nach dem Ende der Sowjetunion damit verbracht, die politische Macht in Zentralasien innerhalb seiner eigenen Grenzen zu zentralisieren, um sich sowohl in der Region als auch in der internationalen Gemeinschaft einen angesehenen <a href="https://rsaa.org.uk/blog/kazakhstans-new-middle-power-myth/">Status als „Mittelmacht“</a> zu sichern. Usbekistan, das bevölkerungsreichste Land Zentralasiens und dem BIP nach das zweitgrößte, <a href="https://timesca.com/how-kazakhstan-and-uzbekistan-anchor-a-strategic-middle-power-hub-in-central-asia/">verfolgt vergleichbare Ziele</a>. Beide Länder deuten das von Ankara vorangetriebene OTS-Alphabet als Machtinstrument und als Gefahr für ihre eigenen nationalen Zielsetzungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/gemeinsames-lateinisches-alphabet-fuer-alle-turksprachen/">Gemeinsames lateinisches Alphabet für alle Turksprachen?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Kasachstan und Usbekistan haben zwar bisher das gemeinsame Alphabet nicht übernommen, setzen jedoch jeweils <a href="https://journals.sagepub.com/doi/full/10.1177/21582440221138820">eigene nationale Pläne</a> um, um die Schriften ihrer Amtssprachen von Kyrillisch auf Latein umzustellen. In beiden Fällen hat die politische Führung die Schwierigkeit dieser Aufgabe unterschätzt, da die Initiativen viel mehr Zeit in Anspruch nehmen als ursprünglich erwartet. Derzeit befinden sich beide Staaten in einer Übergangsphase, in der beide Schriften nebeneinander verwendet werden. Kritiker:innen bemängeln, dass dieser Zustand sprachpolitischer Stagnation sowohl die Bevölkerung verunsichert als auch die staatliche Verwaltung erheblich belastet. <a href="https://thediplomat.com/2024/09/the-latinization-of-kazakhstan-language-modernization-and-geopolitics/">The Diplomat berichtet</a>, dass der Haushaltsplan für Kasachstans Lateinisierungsprogramm 2018 auf 664 Millionen US-Dollar veranschlagt wurde, was etwa 39 Prozent des kasachischen BIP für dieses Jahr entspricht. Die Schwierigkeiten, mit denen Kasachstan und Usbekistan bei der Einführung der lateinischen Schrift konfrontiert waren, haben dazu geführt, dass keine der beiden Regierungen bereit scheint, in das OTS-Alphabet als drittes System zu investieren. Selbst Turkmenistan, der Staat, der die Verwendung des Kyrillischen in den 1990er Jahren <a href="https://jordanrussiacenter.org/blog/evolution-of-latinization-movement-among-turkic-states-from-sovietization-to-nationalization">erfolgreich abgeschafft</a> hat, sträubt sich weiterhin gegen den OTS-Plan. Weitgehend von der Außenwelt abgeschottet und ausländischen Einflüssen gegenüber abgeneigt, bietet das OTS-Alphabet Aschgabat nur wenige Vorteile.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kirgistan: Die kyrillische Ausnahme</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der feierlichen Enthüllung des neuen turksprachigen Alphabets richteten sich alle Blicke auf Kirgistan. Anlässlich der Einführung des Alphabets<a href="https://www.trtworld.com/article/785e2a4cd17b"> überreichte Erdoğan</a> jeder vertretenen Nation ein Exemplar zweier in das neue Alphabet übersetzter Bücher. Eines der Bücher war ein Roman von <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Chinghiz_Aitmatov">Tschingis Aitmatow</a>, einem regional bekannten Autor aus Kirgistan. Erdoğans Wahl war kaum zufällig. Kirgistan ist bis heute der <a href="https://www.rferl.org/a/common-turkic-alphabet-kyrgyz-kazakh-uzbek-turkmen-latin-cyrillic/33137392.html">einzige turksprachige Staat</a>, der nicht einmal versucht hat, seine nationale Schrift von Kyrillisch auf eine andere umzustellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="Diskussion um Latinisierung des Alphabets">Kirgistan: Diskussion um Latinisierung des Alphabets</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Westliche Analyst:innen führen die fortgesetzte Verwendung des kyrillischen Alphabets in Kirgistan auf die <a href="https://www.rferl.org/a/common-turkic-alphabet-kyrgyz-kazakh-uzbek-turkmen-latin-cyrillic/33137392.html">engen Beziehungen</a> zu Russland zurück, die das Land seit seiner Unabhängigkeit nach dem Ende der Sowjetunion unterhält. Russland betrachtet den zunehmenden Einfluss der Türkei in Zentralasien weitgehend als Bedrohung für seine Stellung in der Region und unternimmt Schritte, um die Macht des Landes in Staaten wie Kirgistan, in denen es noch immer beträchtlichen Einfluss hat, zu schwächen. Muratalieva sieht die Zurückhaltung Kirgisistans, das OTS-Alphabet einzuführen, vor allem in pragmatischen, nicht in politischen Überlegungen begründet. <em>„Die einfachste Erklärung ist der Mangel an finanziellen Mitteln, um dieses Alphabet auf nationaler Ebene einzuführen</em>“, erklärt sie. Obwohl die Türkei die Alphabetinitiative formell vorangetrieben hat, zeigt sie sich bislang zurückhaltend bei der Bereitstellung finanzieller Mittel für OTS-Mitgliedstaaten, die an einer nationalen Umstellung interessiert sind. Der Mangel an verfügbaren Mitteln schränkt die Möglichkeiten finanzschwacher Staaten wie Kirgistan, der kleinsten Volkswirtschaft des OTS-Blocks, erheblich ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sadyr_Dschaparow">Sadyr Dschaparow</a>, der Präsident Kirgistans, nach seiner Meinung zur sprachlichen Zukunft der kirgisischen Sprache gefragt wurde, erklärte er laut <a href="https://www.rferl.org/a/common-turkic-alphabet-kyrgyz-kazakh-uzbek-turkmen-latin-cyrillic/33137392.html">RadioFreeEurope/RadioLiberty</a>, <em>es sei „zu früh, über die Umstellung der kirgisischen Sprache auf das lateinische Alphabet zu sprechen“. </em>Muratalieva vermutet, dass Japarovs Strategie darin besteht, abzuwarten, wie sich die größeren Nachbarländer Kasachstan und Usbekistan bei ihren jeweiligen Umstellungen auf eine lateinbasierte Schrift entwickeln. <em>„Wenn eines von ihnen Erfolg hat, wird Kirgistan folgen“, </em>vermutet sie.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Aserbaidschan als potenzielles Modell</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht alle Hoffnung für die türkische Macht in Zentralasien ist verloren. Aserbaidschan, dient den postsowjetischen turksprachigen Staaten, die einer Zusammenarbeit mit der Türkei offen gegenüberstehen, als Vorbild und zeigt, wie eine Partnerschaft mit dem türkischen Staat zu einer erfolgreichen Entwicklung führen kann. Die Türkei und Aserbaidschan sind seit der Unabhängigkeit des Landes von der Sowjetunion im Jahr 1991 <a href="https://www.mfa.gov.tr/relations-between-turkiye-and-azerbaijan.en.mfa">enge Verbündete</a>. Diese strategische Partnerschaft hat es Aserbaidschan ermöglicht, weitgehend seinen eigenen Weg zu gehen und sich wirtschaftlich wie politisch <a href="https://www.middleeasteye.net/news/why-azerbaijan-russia-relations-are-breaking-point">von Russland abzugrenzen</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine der ersten Maßnahmen Aserbaidschans nach der Unabhängigkeit war die <a href="https://jordanrussiacenter.org/blog/evolution-of-latinization-movement-among-turkic-states-from-sovietization-to-nationalization">vollständige Umstellung der Landessprache</a> von Kyrillisch auf Latein, ein Ziel, das um die Jahrhundertwende erreicht wurde. Die aserbaidschanische Schrift ist in ihrer heutigen Form eng mit der türkischen Standardschrift und dem neu vorgeschlagenen OTS-Alphabet verwandt. Diese sprachliche Integration zwischen den beiden Nationen hat viele neue Möglichkeiten für <a href="https://turksam.manas.edu.kg/index.php/en/azerbaijan/9597-azerbai-jan-and-turkey-agree-on-key-areas-of-cooperati-on#:~:text=AZERBAİJAN%20AND%20TURKEY%20AGREE%20ON%20KEY%20AREAS%20OF%20COOPERATİON,-10%20September%202025&amp;text=The%20minister%20emphasized%20that%20for,participation%20of%20leading%20energy%20companies.">transnationale Partnerschaften</a> eröffnet, deren Erfolge von den zentralasiatischen Staaten aufmerksam verfolgt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong> <strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/kasachstans-langsamer-aber-bestimmter-weg-zum-lateinischen-alphabet/">Kasachstans langsamer, aber bestimmter Weg zum lateinischen Alphabet</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine sind die zentralasiatischen Staaten <a href="https://dgap.org/en/research/publications/central-asias-shifting-regional-dynamics">zunehmend zurückhaltend gegenüber einer engen Partnerschaft mit Russland</a>. Die regionale Führung befürchtet, dass Russlands geografische Nähe zu ihren Grenzen zu künftigen militärischen Konflikten führen könnte. Die Türkei, die eine Alternative zur russischen Partnerschaft bieten möchte, vermarktet ihre geografische Distanz zu Zentralasien als überzeugende Sicherheitsgarantie. Obwohl die Türkei territoriale Distanz zu potenziellen zentralasiatischen Partnern wahrt, profitiert sie zugleich von der <a href="https://armenianweekly.com/2024/12/31/turkeys-golden-era-in-central-asia-and-the-future-of-the-organization-of-turkic-states/">kulturellen und religiösen Nähe</a> zum gemeinsamen turksprachigen Erbe der Region. Das gemeinsame turksprachige Alphabet ist nur ein Weg, auf dem die Türkei über das gemeinsame turksprachige Erbe Einfluss in Zentralasien gewinnen will. Die türkische Soft Power in Zentralasien ist zwar derzeit noch gering, gewinnt aber stetig an Bedeutung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Türkei hat deutlich gemacht, dass sie bereit ist, <a href="https://www.duvarenglish.com/turkey-ready-to-add-5-new-letters-to-alphabet-erdogan-says-news-65214">administrative und wirtschaftliche Opfer für die Einführung des neuen Alphabets</a> im eigenen Land zu bringen, zögert aber weiterhin, die finanziellen Belastungen für die Einführung der Schrift in den zentralasiatischen Turkstaaten zu tragen. Da die Türkei nicht bereit ist, sich in die bestehenden sprachpolitischen Konflikte Zentralasiens einzumischen oder Russlands anhaltendem kulturellem Einfluss in der Region direkt entgegenzutreten, stellt sich die Frage: Ist das OTS-Alphabetprojekt gescheitert? Wahrscheinlich ja.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Joseph Fisher für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/en/politics/dead-in-the-water-has-the-common-turkic-alphabet-failed-to-boost-turkish-influence-in-central-asia/">Englischen</a> von Elisa Berste</strong></p>



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<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Bis zum Horizont</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Jan 2026 04:30:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Emomali Rahmon]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#x201E;Tadschikistan ist ein Land voller Sch&#xE4;tze, aber sein gr&#xF6;&#xDF;ter Reichtum sind seine Kinder, sein Adel und seine Kultur.&#x201C; Diese Worte von Pr&#xE4;sident Emomali Rahmon, die auf einer der beeindruckenden verzierten Decken des Kohi Nowruz in Duschanbe zu lesen sind, kommentieren die dekorative Pracht. Die Feinheiten des tadschikischen Handwerks k&#xF6;nnen den Betrachter nur bewegen. Gipsmalereien und [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Tadschikistan ist ein Land voller Schätze, aber sein größter Reichtum sind seine Kinder, sein Adel und seine Kultur.“ Diese Worte von Präsident <strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Emomalij_Rahmon">Emomali Rahmon</a></strong>, die auf einer der beeindruckenden verzierten Decken des Kohi Nowruz in Duschanbe zu lesen sind, kommentieren die dekorative Pracht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Feinheiten des tadschikischen Handwerks können den Betrachter nur bewegen. Gipsmalereien und Holzskulpturen sind in den rund 12 Empfangssälen des Gebäudes zu sehen. Der Nowruz-Palast, ein kolossales Bauprojekt, das in nur vier Jahren fertiggestellt wurde, erhebt sich seit 2014 mit einer Höhe von 50 Metern zum Ruhm der tadschikischen Kultur. Er steht in direkter Verbindung zu den kolossalen Architekturprojekten, die vom ehemaligen sowjetischen Machthaber ins Leben gerufen wurden, der seit 1997 eifersüchtig an der Macht festhält.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Palast ist ein 40.000 Quadratmeter großer architektonischer Komplex, der ursprünglich als Teestube im modernen nationalen Stil konzipiert war. Er wurde  erweitert und beherbergt heute Restaurants, Billard, Bowling, Kino … Die gigantische Größe des Ortes macht ihn zu einem beliebten Veranstaltungsort. Bei seiner Eröffnung beherbergte er den Gipfel der <strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shanghaier_Organisation_f%C3%BCr_Zusammenarbeit">Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ)</a></strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Schaufenster der nationalen Kultur stellt der Nowruz-Palast das wenige Straßen weiter gelegene Teehaus Rohat in den Schatten. Als historischer Ort der tadschikischen Kultur und Symbol ihrer Hauptstadt versammelte das Teehaus seit seiner Eröffnung im Jahr 1958 ebenfalls tadschikische Handwerksprodukte. Der unter der Leitung des sowjetischen Architekten K.N. Terletsky erbaute, bei den Bewohnern des Viertels beliebte Ort wurde im Frühjahr 2025 abgerissen. <strong><a href="https://www.asiaplustj.info/en/news/tajikistan/society/20250303/rohat-teahouse-set-for-demolition-despite-public-opposition">Trotz der Proteste der Anwohner wurde das Gebäude </a></strong>vor dem Abriss mit hohen grünen Zäunen umgeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht gibt es nur Platz für ein einziges nationales Symbol.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Foto : Mathieu Lemoine</strong> (Frankreich)</p>


<p><a style="color: #f57d20; text-decoration: underline;" href="https://www.novastan.org/de/cat/bild-des-tages/">Hier</a> geht’s zu mehr Bildern des Tages. Sie können einige davon kaufen und zu Hause empfangen: <span style="color: #ff6600;"><a style="color: #ff6600;" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/du-kannst-das-bild-des-tages-von-novastan-auch-kaufen/">hier ist die Liste</a></span>! Wenn Sie Ihr Bild nicht in der Liste finden, schicken Sie uns eine E-Mail an <span style="text-decoration: underline;"><a href="mailto:photo@novastan.org">photo@novastan.org</a></span>.</p>



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		<title>Wer entscheidet in Zentralasien, wie Frauen auszusehen haben?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Jan 2026 23:36:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>F&#xFC;r &#x201E;Sch&#xF6;nheitsspritzen&#x201C; m&#xFC;sse man im Jenseits Rechenschaft ablegen, erkl&#xE4;rte k&#xFC;rzlich ein tadschikischer Geistlicher. Im benachbarten Turkmenistan droht f&#xFC;r Sch&#xF6;nheitsoperationen keine himmlische Strafe, sondern eine ganz irdische: Passagierinnen mit vergr&#xF6;&#xDF;erten Lippen und verl&#xE4;ngerten Wimpern werden Berichten zufolge nicht auf internationale Fl&#xFC;ge zugelassen. Warum versuchen Geistliche und weltliche Machthaber in den L&#xE4;ndern Zentralasiens, das Aussehen von Frauen [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Für <em>„Schönheitsspritzen“</em> müsse man im Jenseits Rechenschaft ablegen, erklärte kürzlich ein tadschikischer Geistlicher. Im benachbarten Turkmenistan droht für Schönheitsoperationen keine himmlische Strafe, sondern eine ganz irdische: Passagierinnen mit vergrößerten Lippen und verlängerten Wimpern werden Berichten zufolge nicht auf internationale Flüge zugelassen. Warum versuchen Geistliche und weltliche Machthaber in den Ländern Zentralasiens, das Aussehen von Frauen zu kontrollieren?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Nein zu Botox und eng anliegender Kleidung, Ja zu Kleid mit weiten Hosen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Vorsitzende des Rates der Ulemas [muslimischer Rat, Anm. d. Übers.], <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mufti">Mufti</a> Sajdmukarram Abdulqodirsoda von Tadschikistan, äußerte sich während seiner jüngsten Freitagspredigt scharf über die <em>„Mode“</em> von Botox, Fillern und plastischen Operationen bei Frauen. Das Video seiner Rede, das auf dem YouTube-Kanal des Islamischen Zentrums veröffentlicht wurde, wurde zehntausende Male angesehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Mufti bezeichnete kosmetische Eingriffe als <em>„haram”</em> (im Islam verboten) und forderte die Gläubigen auf, <em>„ihr Verhalten zu verbessern, nicht ihr Aussehen”</em>. Er verurteilte die Begeisterung für<em> „Schönheitsspritzen“ </em>und plastische Operationen und erklärte, dass <em>„der Körper ein von Gott anvertrautes Gut“</em> sei und man für solche Handlungen <em>„im Jenseits Rechenschaft ablegen muss“</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Rhetorik steht im Einklang mit umfassenderen staatlichen Beschränkungen: Vor anderthalb Jahren verschärfte Tadschikistan seine Politik in Bezug auf Frauenkleidung. Im Frühjahr 2024 <a href="https://rus.azattyq.org/a/33003844.html">unterzeichnete</a> Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Emomalij_Rahmon">Emomalij Rahmon</a> Änderungen zum Gesetz <em>„Über die Regulierung von Traditionen, Feierlichkeiten und Ritualen“</em> und verbot damit de facto <em>„die Einfuhr, Werbung und den Verkauf von Kleidung, die nicht der nationalen Kultur entspricht“</em>. Bei Verstößen drohen Geldstrafen von 7.920 bis 57.600 Somoni (ca. 730 bis 5.300 Euro).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Arten von Kleidungsstücken werden im Gesetzestext nicht aufgeführt, aber nach Meinung von Expert:innen fällt unter diese vage Formulierung vor allem Kleidung, die den islamischen Kanonen des Nahen Ostens entspricht. In Tadschikistan ist sogar ein spezieller Begriff für <em>„fremde Kleidung”</em> entstanden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Medien berichteten über Fälle, in denen Frauen mit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hidsch%C4%81b">Hidschabs</a> nicht in medizinische Einrichtungen gelassen wurden, solange sie ihr Kopftuch nicht <em>„auf tadschikische Art” </em>mit einem Knoten nach hinten gebunden hatten. Manchmal werden auch kurze Röcke und enge Oberteile als <em>„nicht der nationalen Kultur entsprechend”</em> angesehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Juli 2024 nahmen Polizeibeamte zwei junge Frauen wegen Veröffentlichungen auf Instagram fest, auf denen sie in kurzen Kleidern posierten, mit der Begründung, dies <em>„verletze die Ehre“</em> tadschikischer Frauen und Mütter. Nach einem <em>„präventiven”</em> Gespräch wurden die Frauen freigelassen, aber ihre Fotos wurden auf der offiziellen Seite der Strafverfolgungsbehörden in den sozialen Netzwerken veröffentlicht, wobei ihre Gesichter und persönlichen Daten sichtbar blieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Etwa zur gleichen Zeit veröffentlichte der Rat der Ulemas eine <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Fatwa">Fatwa</a> gegen <em>„schwarze, eng anliegende und durchsichtige”</em> Kleidung und behauptete, diese sei <em>„unvereinbar mit der nationalen Kultur der Tadschiken”</em>. <em>„Tadschikische Frauen trugen jahrhundertelang Kleidung, die den Anforderungen der Scharia entsprach und lokale Bräuche und Ornamente sowie klimatische Besonderheiten berücksichtigte”</em>, hieß es in der Fatwa. Sogar die religiösen Führer schrieben Frauen also vor, die Nationaltracht zu tragen – ein Kleid mit Hosen und einem Kopftuch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Später veröffentlichte das Kulturministerium Beispiele für traditionelle Nationaltrachten, die Frauen und Mädchen <em>„empfohlen“</em> werden, und stellte sogar Muster zur Verfügung, wie sie sich <em>„altersgerecht“</em> und den Umständen entsprechend kleiden sollten – sei es im Alltag, bei der Arbeit, bei Festen oder kulturellen Veranstaltungen. Dabei ging es um die <em>„Erhaltung der Kultur”</em>, doch tatsächlich lenken solche Initiativen die Aufmerksamkeit der Gesellschaft von den wirklichen Problemen ab – Armut, Arbeitslosigkeit und Inflation.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Wenn der Lebensstandard niedrig ist und die sozialen Probleme zunehmen, wird die Betonung der ‚moralischen Erscheinung‘ zu einem bequemen Instrument für die Machthaber“</em>, argumentiert ein Soziologe aus Duschanbe, der darum gebeten hat, seinen Namen nicht zu nennen. <em>„Es handelt sich um eine Form der sozialen Kontrolle, die unter dem Deckmantel der Sorge um die Moral getarnt ist. Dabei wird die Frage des Aussehens von Frauen zu einem Instrument der ideologischen Einflussnahme, ebenso wie der Kampf gegen <em>‚</em>fremde<em>‘</em> Kleidung.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Strafen und Entlassungen wegen Verstössen gegen die „Ustosy Türkmençilik“</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Turkmenistan unterliegt das äußere Erscheinungsbild von Frauen staatlichen Vorschriften. Und die Kontrollen sind viel strenger geworden: Nach dem Amtsantritt von Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Serdar_Berdimuhamedow">Serdar Berdimuhamedow</a> im Jahr 2022 (er löste seinen Vater <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gurbanguly_Berdimuhamedow">Gurbanguly Berdimuhamedow</a> ab) wurden Frauen auffälliges Make-up, helles Färben der Haare, Wimpern- und Nagelverlängerungen sowie Botox-Injektionen verboten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2023 nahm die Polizei in der turkmenischen Stadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mary_(Turkmenistan)">Mary</a> zwei Frauen fest und beschuldigte sie, <em>„für Turkmeninnen unangemessene Kleidung” </em>getragen zu haben. Sie wurden zur Polizeistation gebracht und nach mehreren Stunden Verhör wieder freigelassen, <a href="https://rus.azattyq.org/a/32425166.html">berichtete die turkmenische Redaktion von Radio Free Europe/Radio Liberty, Azatlyk</a>. <em>„Sie sind für Turkmeninnen unangemessen gekleidet. Sehen Sie sich ihre Kleider an, ihre Brüste sind zur Schau gestellt“</em>, zitierten Zeug:innen des Vorfalls die Worte der Polizisten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im selben Jahr <a href="https://rus.azattyq.org/a/32145480.html">berichtete Azatlyk</a>, dass Frauen wegen ihrer vergrößerten Lippen und verlängerten Wimpern nicht zu internationalen Flügen zugelassen wurden. Mitarbeitende der Flughäfen behaupteten, dass Gesichtserkennungsprogramme sie aufgrund ihres <em>„verzerrten Aussehens nicht erkennen“</em> würden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Reaktion auf die internationale Kritik an dem faktischen Verbot kosmetischer Eingriffe erklärte der Abgeordnete Serdar Arazow, dass die Verbote <em>„auf hygienischen Normen beruhen“ </em>und <em>„in keiner Weise mit einer Einschränkung der Rechte von Frauen zusammenhängen“</em>. <em>„Ich glaube, Sie wurden falsch über das Aussehen von Frauen informiert. Wir haben diese Frage unter medizinischen Gesichtspunkten betrachtet. Es wurde eine umfassende Analyse durchgeführt, bei der Aspekte wie mangelnde Hygiene und illegale Arbeit im Bereich der Kosmetik festgestellt wurden“</em>, erklärte Arazow damals.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unterdessen führen Polizisten Kontrollen auf den Straßen durch und kontrollieren Frauen mit <em>„übermäßigem Make-up”</em> und <em>„unangemessener Kleidung”</em>. Verstöße gegen die <em>„Grundsätze des Türkme</em>n<em>çilik“</em> (eine nicht offiziell definierte Verhaltensnorm, mit deren Hilfe die Behörden Turkmenistans das Aussehen, den Lebensstil und sogar die privaten Gewohnheiten der Bürger:innen kontrollieren und dies mit dem Schutz der<em> „nationalen Identität und Moral“</em> rechtfertigen) werden mit Geldstrafen und dem Verlust des Arbeitsplatzes geahndet. Berichten zufolge haben Dutzende von Frauen ihren Arbeitsplatz bei der nationalen Fluggesellschaft und den Eisenbahnbehörden verloren, angeblich weil sie sich die Lippen vergrößern oder Brustimplantate einsetzen ließen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gesetzgebung Turkmenistans enthält keine Liste von Kleidung, die für turkmenische Frauen <em>„angemessen” </em>oder <em>„unangemessen” </em>ist und es gibt auch keine bestimmten Regeln für ihr Verhalten in der Öffentlichkeit. Trotzdem verschärfen die Behörden unter dem Vorwand der Aufrechterhaltung der sogenannten <em>„Türkmençilik”</em> von Zeit zu Zeit die bereits jetzt restriktiven Maßnahmen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><em>„Wie man Frauen unter dem Deckmantel der moralischen Sorge kontrolliert“</em></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Rhetorik der Behörden sowohl in Tadschikistan als auch in Turkmenistan verweist auf den Schutz von Traditionen und Moral, aber dient im Wesentlichen dazu, Frauen zu kontrollieren und die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit abzulenken.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Wenn die Regierung oder religiöse Führer über Botox und Kleidung diskutieren, weichen sie Gesprächen über Arbeitslosigkeit, Korruption und Inflation aus. Das ist eine bewährte Taktik“</em>, meint Anora Sadyqowa, Soziologin aus Duschanbe. <em>„Unter dem Vorwand, die Kultur des Staates zu schützen, konstruieren sie die <em>‚</em>ideale Frau&#8216; – gehorsam, bescheiden und ohne Mitspracherecht.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine ähnliche Meinung vertritt eine Gender-Aktivistin aus Duschanbe, die anonym bleiben möchte. Ihrer Meinung nach wird in einer Gesellschaft, in der reale sozioökonomische Probleme ungelöst bleiben, die Kontrolle über das Verhalten und das Aussehen von Frauen zu einem bequemen Instrument, um von den tatsächlichen Problemen abzulenken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus werfe diese gängige Praxis Fragen zu Doppelmoral und Ungleichheit zwischen Männern und Frauen in Bezug auf das Aussehen auf: <em>„Warum richtet sich die Aufmerksamkeit immer nur auf Frauen?“</em>, fragt sie. <em>„Gewisse Männer, darunter gerade jene, die in staatlichen Behörden arbeiten, pflegen sich ebenfalls: Sie lassen sich die Nägel machen, färben graue Haare, bekämpfen Haarausfall und lassen sich Haare transplantieren. Aber niemand verurteilt sie dafür. Warum wird ihnen nicht empfohlen, traditionsgemäß <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tschapan">Tschapan</a> und Turban zu tragen? Das ist doch auch Teil der nationalen Kultur! Nein, sie tragen Anzüge mit Krawatten, die den Tadschiken  ‚fremd&#8216; sind. Und wenn es um das Aussehen von Frauen geht, fallen sofort Begriffe wie  ‚Sünde&#8216;,  ‚Schande&#8216; oder  ‚fremde Kultur&#8216;. Das ist eine Möglichkeit, Frauen unter dem Deckmantel der Sittenwahrung zu kontrollieren.&#8220;</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Verteidigung von „Traditionen“ als regionaler Trend</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Elemente einer solchen Kontrolle lassen sich auch in anderen Ländern Zentralasiens beobachten. In Kasachstan, Kirgistan und Usbekistan wird keine offene Kritik an kosmetischen Eingriffen geäußert, aber unter dem Vorwand der Bewahrung von <em>„Traditionen“</em> werden zunehmend Beschränkungen hinsichtlich der Kleidung und des Aussehens von Frauen eingeführt. Aus Angst vor einem zunehmenden Einfluss des Islam nutzen säkulare Regierungen häufig das Thema des Aussehens der Bürgerinnen als Instrument der sozialen und ideologischen Kontrolle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im August 2025 wurde in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Namangan">Namangan</a> im Osten Usbekistans den Ehefrauen islamischer Geistlicher vorgeschrieben, <a href="https://rus.azattyq.org/a/zhyonam-uzbekskih-imamov-veleli-snyat-hidzhaby-i-nosit-platki-po-mestnym-traditsiyam/33510996.html">Kopftücher nach lokaler Sitte zu tragen</a> – sie hinter dem Kopf zu verknoten und nicht nach arabischem Vorbild. Das Verbot des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Niqab">Niqab</a> (ein langes muslimisches Gewand, das den Körper, die Haare und das Gesicht bedeckt, nur die Augen bleiben frei) wurde in Usbekistan bereits 2023 eingeführt: Die Maßnahme wurde mit der Notwendigkeit begründet, die öffentliche Ordnung und die Arbeit des Videoüberwachungssystems zu gewährleisten. Bei Verstößen droht eine Geldstrafe von 350 bis 700 Euro.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Sommer 2025 <a href="https://rus.azattyq.org/a/v-kazahstane-zapretili-zakryvayuschuyu-litso-odezhdu-s-chem-svyazano-tabu-i-ne-narushaet-li-ono-svobodu-religii-/33461827.html">unterzeichnete</a> der Präsident Kasachstans <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Qasym-Jomart Toqaev</a> ein Gesetz, das das Tragen von Kleidung, die das Gesicht bedeckt, in der Öffentlichkeit verbietet. Damit wurde der Niqab verboten. Auf dem nationalen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kurultai">Kurultaı</a> in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Atyrau">Atyrau</a> im März betonte er: <em>„Anstatt sich in schwarze Gewänder zu hüllen, die das Gesicht verhüllen, ist es viel besser, Kleidung im nationalen Stil zu tragen. Sie ist harmonisch und sieht besonders bei Frauen schön aus.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im benachbarten Kirgistan trat das Niqab-Verbot im Januar 2025 <a href="https://rus.azattyq.org/a/v-kyrgyzstane-zapreschayut-parandzhu-kritiki-preduprezhdayut-chto-eto-mozhet-privesti-k-otchuzhdeniyu-nekotoryh-zhenschin/33295488.html">in Kraft</a>. Ausnahmen gelten nur für Kleidung, die mit der Arbeit oder medizinischen Indikationen zusammenhängt. Zuwiderhandlungen werden mit einer Geldstrafe von ca. 200 Euro geahndet. Die Abgeordneten des Parlaments <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dschogorku_Kengesch">Dschogorku Kengesch</a> begründeten das Verbot mit Sicherheitsaspekten, damit die Gesichter der Menschen zur Identifizierung sichtbar seien. Kritiker:innen wiesen jedoch darauf hin, dass dies die Freiheit der Kleiderwahl <a href="https://rus.azattyq.org/a/v-kyrgyzstane-zapreschayut-parandzhu-kritiki-preduprezhdayut-chto-eto-mozhet-privesti-k-otchuzhdeniyu-nekotoryh-zhenschin/33295488.html">einschränkt</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kirgistan ist damit das einzige Land in der Region, in dem das Tragen des Hidschabs in Schulen und Büros erlaubt ist. In Kasachstan, Tadschikistan und Usbekistan hingegen ist der Hidschab in Bildungseinrichtungen, staatlichen Einrichtungen und Regierungsgebäuden verboten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Berichten der internationalen Organisationen <a href="https://www.hrw.org/ru/world-report/2025/country-chapters/tajikistan?utm_source=chatgpt.com">Human Rights Watch</a>, <a href="https://www.amnesty.org/en/location/europe-and-central-asia/eastern-europe-and-central-asia/turkmenistan/report-turkmenistan/?utm_source=chatgpt.com">Amnesty International</a> und der <a href="//www.uscirf.gov/sites/default/files/Tajikistan.pdf?utm_source=chatgpt.com">US-Kommission für internationale Religionsfreiheit (USCIRF)</a> wird schließlich festgehalten, dass die Behörden Zentralasiens unter dem Vorwand der Bekämpfung des Extremismus die Kontrolle über das Aussehen, das Verhalten und die religiösen Praktiken der Bürger:innen verstärken.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Radio Azattyq</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://rus.azattyq.org/a/greh-styd-chuzhdaya-kultura-kto-i-pochemu-v-tsentralnoy-azii-reshaet-kak-nuzhno-vyglyadet-zhenschinam/33582084.html">Russischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>
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		<title>Wie der Kokaral-Damm in Kasachstan den Aralsee wiederbeleben will</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Dec 2025 09:32:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Norden des Aralsees versucht Kasachstan eine Rettungsaktion. Dank der Renovierung des Kokaral-Damms gewinnt das &#x201E;Kleine Meer&#x201C; nach Jahrzehnten des R&#xFC;ckgangs wieder an Boden. Doch hinter dem offiziellen Optimismus warnen Expert:innen und Einwohner:innen: Die R&#xFC;ckkehr des Wassers ist nach wie vor fragil und bei weitem nicht abgeschlossen. Im September 2025 freut sich Nurjan Nurjigitov, kasachstanischer [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Im Norden des Aralsees versucht Kasachstan eine Rettungsaktion. Dank der Renovierung des Kokaral-Damms gewinnt das „Kleine Meer“ nach Jahrzehnten des Rückgangs wieder an Boden. Doch hinter dem offiziellen Optimismus warnen Expert:innen und Einwohner:innen: Die Rückkehr des Wassers ist nach wie vor fragil und bei weitem nicht abgeschlossen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im September 2025 freut sich <a>Nurjan Nurjigitov</a>, kasachstanischer Minister für Wasserressourcen und Bewässerung, in der kasachstanischen Zeitung <a href="https://astanatimes.com/2025/09/northern-aral-sea-water-volume-growth-exceeds-targets/">Astana Times</a>: Der Kleine Aralsee hat 24 Milliarden Kubikmeter oder 42 Meter Höhe überschritten, vier Jahre früher als geplant. Das ist seit dem Rückgang des Aralsees beispiellos.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Austrocknung begann in den 1960er Jahren, als die Sowjetunion massiv Wasser aus den beiden Zuflüssen – dem Syrdarja im Norden und dem Amudarja im Süden – umleitete, um ihre Baumwollkulturen zu bewässern. Das Meer schrumpfte mit herausragender Geschwindigkeit, bis Moskau 1990 einräumte, einen „ökologischen Unfall” begangen zu haben. Ein Jahr zuvor hatte sich der Aralsee in zwei Teile geteilt: einen größeren südlichen Teil, der heute fast verschwunden ist, und ein nördliches Becken, das Kasachstan zu retten versucht.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Strasse-durch-Aralsk-1024x682.jpeg" alt="" class="wp-image-43625" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Strasse-durch-Aralsk-1024x682.jpeg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Strasse-durch-Aralsk-300x200.jpeg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Strasse-durch-Aralsk-768x512.jpeg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Strasse-durch-Aralsk.jpeg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Straße von Aralsk in die Wüste Aralkum führt am Kleinen Meer entlang.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Das kleine Aralmeer lebt wieder auf</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Unterstützung der Weltbank baute Kasachstan 2006 den Kokaral-Damm. Dieser zwölf Kilometer lange Damm aus Erde und Beton verschließt die Berg-Meerenge und verhindert, dass das Wasser des Syrdarja in den ausgetrockneten Süden abfließt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit Beginn der ersten Phase der Wiederherstellung des Sees im Jahr 2008 hat sich sein Volumen um 42 Prozent erhöht, wie der Minister für Wasserressourcen und Bewässerung im Januar gegenüber der kasachstanischen Medienagentur Tengri News <a href="https://tengrinews.kz/kazakhstan_news/obyem-vodyi-uvelichilsya-v-aralskom-more-559501/">erklärte.</a> Der Salzgehalt hat sich halbiert und der See ist wieder bewohnbar für Fische geworden.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="682" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Fisch-in-Aralsk-1024x682.jpeg" alt="" class="wp-image-43626" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Fisch-in-Aralsk-1024x682.jpeg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Fisch-in-Aralsk-300x200.jpeg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Fisch-in-Aralsk-768x512.jpeg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Fisch-in-Aralsk.jpeg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">In Aralsk sind wieder Fische auf den Marktständen zu finden.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Um <a href="https://daz.asia/blog/hoffnung-in-aralsk/">Aralsk,</a> einer ehemaligen Küstenstadt am Kleinen Meer – wie das kasachstanische Becken genannt wird – herum, wird wieder gefischt und die Verarbeitungsbetriebe nehmen ihren Betrieb wieder auf. Novastan hat Zauresh Alimbetova, Direktorin des Vereins Aral Oasis und gebürtige Aralskerin, gefragt, wie sich die Region seit dem Bau des Staudamms verändert hat. <em>„Die wirtschaftliche Lage der Einwohner hat sich verbessert, die Fischer kehren zurück“,</em> stellt sie fest. Auf dem Basar der Stadt sind Barsch und Karpfen aus dem Aralsee wieder in den Auslagen zu finden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kasachstan will es dabei nicht belassen: Das Land hat die „Phase 2” seines Sanierungsprogramms eingeleitet. Im Mai 2025 gab Nurzhan Nurzhigitov laut der Nachrichtenagentur Kazinform <a href="https://qazinform.com/news/kazakhstan-starts-implementing-2nd-phase-of-north-aral-sea-conservation-project-7c5c48">bekannt, </a>dass die Arbeiten zur Erhöhung des Kokaral-Staudamms in die Endphase eingetreten seien. Nach Fertigstellung soll das Meer eine Höhe von 44 Metern erreichen und das Wasser sich der ehemaligen, ausgetrockneten Küstenstadt nähern.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der Rest verwandelt sich in eine Wüste</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Aber diese Wiederbelebung erfolgt nur partiell. Laut einer 2025 in Europe-Asia Studies <a href="https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09668136.2024.2441711?scroll=top&amp;needAccess=true">veröffentlichten Studie</a> macht das wiederhergestellte Gebiet kaum 5 Prozent des Meeres aus den 1960er Jahren aus. Der Rest hat sich in Aralkum verwandelt, eine Wüste aus Salz und giftigen Partikeln, die aus der sowjetischen Landwirtschaft und dem Bergbau stammen. Durch den Wind werden diese Partikel über Tausende von Kilometern transportiert und beeinträchtigen die Gesundheit der Bewohner:innen der Region, <a href="https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09668136.2024.2441711?scroll=top&amp;needAccess=true">berichtet</a> das usbekische Medienunternehmen Kun.uz. Die Forscher:innen derselben Studie warnen: Mit dem Damm werden die Feuchtgebiete im südlichen Teil weiter austrocknen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Selbst das Kleine Meer bleibt fragil. Wie das kasachstanische Wasserministerium der Agentur Kazinform im Jahr 2024 <a href="https://qazinform.com/news/aral-syrdarya-basin-declined-by-38-ministry-of-water-resources-1af042">bestätigte,</a> nimmt die Durchflussmenge des Syrdarja ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/der-schriftsteller-und-geograf-cedric-gras-auf-den-strassen-des-durstes/"><strong>Der Schriftsteller und Geograf Cédric Gras auf den Straßen des Durstes</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Marat Narbaev, Generaldirektor des Internationalen Fonds zur Rettung des Aralsees (IFAS) – einer 1993 von den fünf zentralasiatischen Ländern gegründeten Regierungsorganisation –, trifft sich mit Novastan und zieht eine bittere Bilanz: Auf einem „Vorher-Nachher”-Foto der Ufer des Syrdarja zeigt er die Spuren, die das Wasser vor einigen Jahren hinterlassen hat. Für ihn sind die beiden Schuldigen für die Austrocknung die globale Erwärmung und das Bevölkerungswachstum. <em>„Es gibt fünfzig Millionen Einwohner im Becken, bald werden es siebzig sein”,</em> sagt er leise.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="684" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Wueste-1024x684.jpeg" alt="" class="wp-image-43627" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Wueste-1024x684.jpeg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Wueste-300x200.jpeg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Wueste-768x513.jpeg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Wueste.jpeg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der Rest des Beckens verwandelt sich in eine Wüste</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wachsender Druck</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der demografische Druck hat nämlich zu einer Ausweitung der Anbauflächen und einem Anstieg des Wasserverbrauchs geführt. In der Region <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qysylorda_(Gebiet)">Kyzylorda</a> werden 90 Prozent des gesamten verfügbaren Wassers für die Reisbewässerung verwendet, wie Forscher:innen im Jahr 2021 <a href="https://sdpz.rs/images/casopis/2021/zib_70_1_82.pdf">berechnet</a> haben. Da die in der Sowjetzeit gebauten Bewässerungskanäle undicht sind, erreicht fast die Hälfte des gepumpten Wassers nie die Felder, erklärte der kasachstanische Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Kassym-Schomart Tokaev</a> in <a href="https://www.akorda.kz/en/president-kassym-jomart-tokayevs-state-of-the-nation-address-181857">einer Rede</a> im Jahr 2022. Das verschwendete Wasser verdunstet oder versickert im Boden.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Auf regionaler Ebene waren die Spannungen um Wasser noch nie so groß wie heute. Jeder der zentralasiatischen Staaten hat seine eigenen Prioritäten: Kirgistan setzt auf Wasserkraft, während Usbekistan und Turkmenistan Wasser aus dem Amudarja pumpen, um ihre Baumwollkulturen zu bewässern. <em>„Taschkent und Aschgabat müssten ihr Wirtschaftsmodell ändern, aber sie wollen weiterhin Baumwolle anbauen“,</em> sagt Marat Narbaev. Diese widersprüchlichen Zeitpläne erschweren jede koordinierte Bewirtschaftung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/warum-der-aralsee-nicht-das-einzige-umweltproblem-usbekistans-ist/"><strong>Warum der Aralsee nicht das einzige Umweltproblem Usbekistans ist</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein neues Projekt trübt das Bild zusätzlich: Seit 2022 <a href="https://novastan.org/fr/decryptage/le-fleuve-amou-daria-exploite-par-lafghanistan-quelles-consequences-pour-les-pays-dasie-centrale/">baut</a> Afghanistan den Kusch-Tepa-Kanal. Dieser 285 Kilometer lange Kanal soll <a href="https://qazinform.com/news/what-afghanistans-qosh-tepa-canal-could-mean-for-central-asia">laut der</a> kasachstanischen Nachrichtenagentur Kazinform ab 2028 in Betrieb genommen werden und bis zu 30 Prozent der Wassermenge des Amudarja umleiten. Für das südliche Meer und die Feuchtgebiete Usbekistans bedeutet dies ein fast endgültiges Aus. Für den Norden hat dies einen Dominoeffekt: Mit weniger Wasser in der Region wird der Druck auf den Syrdarja größer.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Alternativen zur Erhöhung des Damms</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Um die Austrocknung des Aralsees zu verlangsamen, suchen Kasachstan und Usbekistan nach Lösungen. Die erste wäre, einen Teil des Flusses Essil, der von der kasachstanischen Steppe nach Russland fließt, umzuleiten, um den Aralsee indirekt über <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Turgai-Plateau">das Turgai-Tal</a> im Nordwesten des Landes wieder zu speisen. Das Projekt, das 2022 und 2024 erneut in mehreren Parlamentsdebatten zur Sprache kam, <a href="https://icaber.kz/index.php/en/about-us-2/">wird von</a> Zhanbolat Nadyrov, dem Gründer des Internationalen Fonds für die Wiederherstellung der Ökosysteme des Kaspischen Meeres und des Aralsees und für den Hochwasserschutz, vorangetrieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/wie-haushalten-die-zentralasiatischen-laender-mit-ihren-wasserressourcen/"><strong>Wie haushalten die zentralasiatischen Länder mit ihren Wasserressourcen?</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Andere Initiativen orientieren sich an Ländern, die mit Wasserknappheit zu kämpfen haben. Usbekistan eifert den Vereinigten Arabischen Emiraten und ihrem Programm zur Wolkenimpfung nach. Die Technik besteht darin, Salz in bestimmte Wolken zu streuen, um den Niederschlag zu erhöhen, wie das usbekische Medienunternehmen Daryo <a href="https://daryo.uz/en/category/uzbekistan/aaadflryd0jn">berichtet.</a> Eine Methode, die kasachstanische Aktivist:innen wie Altay Ainabek, genannt „Rain Man“, inspiriert, der verspricht, mit diesen Techniken „den Aralsee zurückzubringen“. Im Jahr 2024 behauptet der Aktivist, diese Technologie eingesetzt zu haben und für einen Anstieg der Niederschläge in diesem Jahr verantwortlich zu sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Behauptung, die von den Klimatolog:innen der nationalen Wetterbehörde Kazhydromet mit einer Handbewegung abgetan wird. <a href="https://centralasiaclimateportal.org/did-rain-man-raise-the-water-level-in-the-aral-sea-kazhydromet-conclusion/">Das Umweltinstitut</a> CAREC zitiert sie und erinnert daran, dass die Region zu trocken ist und dass die Aussaat die natürlichen Niederschläge nur um „maximal 10 bis 15 %“ erhöhen könnte. Ein zu geringer Anstieg, um in das Projekt zu investieren, urteilt die Institution.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zurück in Aralsk hofft Ainur Rysbaeva, Direktorin des Umweltverbands Aral Tenizi, dass das Land seine Meinung ändern wird: „<em>Es ist eine sehr wirksame Methode, die in den Emiraten Früchte getragen hat“, e</em>rklärt sie gegenüber Novastan. Sie setzt sich dafür ein, dass die vom IFAS erhaltenen Mittel für andere Projekte als die derzeit im Portfolio dominierenden verwendet werden: <em>„Seit fünf Jahren sind die vom IFAS finanzierten Umweltprojekte nicht optimal.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Insbesondere die Aufforstungsprojekte am ausgetrockneten Meeresbett sorgen für Enttäuschung. Durch die Anpflanzung von Saxaul, einem Wüstenbaum, der extremen klimatischen Bedingungen standhalten soll, hoffen die kasachstanischen und usbekischen Behörden, die Bodenerosion zu bremsen, den Salzgehalt zu reduzieren und Vegetation anzulocken. <em>„Kasachstan wird bis 2027 mehr als eine Million Hektar damit bepflanzen“,</em> sagt Marat Narbaev.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ergebnisse sind jedoch gemischt: Die jungen Pflanzen sind in den salzhaltigsten Gebieten wenig widerstandsfähig und nur auf wenigen Parzellen übersteigt die Überlebensrate der gepflanzten Bäume 50 Prozent, wie eine 2021 <a href="https://water-ca.org/article/state-of-saxaul-plantations#:~:text=The%20findings%20of%202020%20revealed,ha%20in%20the%20Aralkum%20village">veröffentlichte Studie</a> berichtet. <em>„Diese Projekte können eine Reform der Wassernutzung nicht ersetzen“,</em> warnt Aynur Rysbaeva. Auch wenn der Aralsee in Teilen zurückkehrt, bleibt seine Zukunft ungewiss und hängt von den Entscheidungen der Menschen ab.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Manon Madec für Novastan aus Aralsk und Aralkum (Kasachstan)</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Französischen von Margaret Bullich</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Ein brandneues Parlament</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Oct 2025 04:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bild des Tages]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Stadtzentrum von Duschanbe, der Hauptstadt Tadschikistans, zeichnet sich durch seine modernen Wolkenkratzer, die hin- und herfahrenden gelben und gr&#xFC;nen Taxis und seine breiten, von B&#xE4;umen ges&#xE4;umten Stra&#xDF;en aus. Das sich im Umbruch befindende Zentrum bietet chinesischen Immobilieninvestitionen einen gro&#xDF;en Spielraum und ver&#xE4;ndert das Stadtbild in rasantem Tempo. Das ganz in Wei&#xDF; gehaltene neue Parlament [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Das Stadtzentrum von <strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Duschanbe">Duschanbe</a></strong>, der Hauptstadt Tadschikistans, zeichnet sich durch seine modernen Wolkenkratzer, die hin- und herfahrenden gelben und grünen Taxis und seine breiten, von Bäumen gesäumten Straßen aus. Das sich im Umbruch befindende Zentrum bietet chinesischen Immobilieninvestitionen einen großen Spielraum und verändert das Stadtbild in rasantem Tempo. Das ganz in Weiß gehaltene neue <strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/tadschikisches-parlament-nimmt-nach-umstrittenen-wahlen-seine-arbeit-auf/">Parlament ist dank chinesischer Finanzmittel seit März 2025</a></strong> in Betrieb.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Foto : Pierre-Armand Dussex</strong> (Schweizer, https://nomadsland.travel/fr/before-you-go/blog/mon-beau-jailoo)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><p><a style="color: #f57d20; text-decoration: underline;" href="https://www.novastan.org/de/cat/bild-des-tages/">Hier</a> geht’s zu mehr Bildern des Tages. Sie können einige davon kaufen und zu Hause empfangen: <span style="color: #ff6600;"><a style="color: #ff6600;" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/du-kannst-das-bild-des-tages-von-novastan-auch-kaufen/">hier ist die Liste</a></span>! Wenn Sie Ihr Bild nicht in der Liste finden, schicken Sie uns eine E-Mail an <span style="text-decoration: underline;"><a href="mailto:photo@novastan.org">photo@novastan.org</a></span>.</p></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Fernes Persien ?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Oct 2025 03:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bild des Tages]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Tadschikistan ist das einzige persischsprachige Land Zentralasiens in einer Region, in der t&#xFC;rkische Sprachen und Kulturen vorherrschen. In Chorugh, der Hauptstadt der unabh&#xE4;ngigen Region Berg-Badachschan oder Pamir, die unter starker Unterdr&#xFC;ckung leidet, erinnert ein Transparent an diese historische und sprachliche N&#xE4;he. Foto : Novastan.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Tadschikistan ist das einzige persischsprachige Land Zentralasiens in einer Region, in der türkische Sprachen und Kulturen vorherrschen. In <strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chorugh">Chorugh</a></strong>, der Hauptstadt der unabhängigen Region <strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Berg-Badachschan">Berg-Badachschan</a></strong> oder <strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pamir_(Gebirge)">Pamir</a></strong>, die unter <strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/tadschikistan-ein-jahr-seit-den-tragischen-ereignissen-im-pamir/?noredirect=de-DE">starker Unterdrückung leidet</a></strong>, erinnert ein Transparent an diese historische und sprachliche Nähe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Foto : Novastan. </p>


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<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Kirgistan: Neues Gesetz stärkt die Rolle des Kirgisischen in den Medien</title>
		<link>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/kirgistan-neues-gesetz-staerkt-die-rolle-des-kirgisischen-in-den-medien/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[bstoeckl]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Jul 2025 18:44:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgisisch]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Russisch]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachpolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Kirgistan sollen laut einem neuen Gesetz mindestens 60 Prozent der Fernseh- und Radiobeitr&#xE4;ge in der Nationalsprache Kirgisisch ausgestrahlt werden &#x2013; zum Nachteil des Russischen, das in dem Land ebenfalls einen offiziellen Status genie&#xDF;t.&#xA0; Das Gesetz zur St&#xE4;rkung der kirgisischen Sprache wurde am Mittwoch (25. Juni) vom Parlament angenommen. &#x201E;Wenn wir [weiterhin] so gleichg&#xFC;ltig gegen&#xFC;ber [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>In Kirgistan sollen laut einem neuen Gesetz mindestens 60 Prozent der Fernseh- und Radiobeiträge in der Nationalsprache Kirgisisch ausgestrahlt werden &#8211; zum Nachteil des Russischen, das in dem Land ebenfalls einen offiziellen Status genießt.&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Gesetz zur Stärkung der kirgisischen Sprache wurde am Mittwoch (25. Juni) vom Parlament angenommen. &#8222;Wenn wir [weiterhin] so gleichgültig gegenüber der kirgisischen Sprache sind, werden wir in den kommenden Jahren aufhören, eine Nation zu sein&#8220;, zitierte die Nachrichtenagentur AFP den Parlamentssprecher Nurlanbek Turgunbek uulu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben dem Schwellenwert von 60 Prozent für Inhalte in kirgisischer Sprache soll auch die Nennung von Ortsnamen auf Kirgisisch erfolgen. Zudem sollen bei Werbung in kirgisischer Sprache größere Buchstaben als bei russischsprachiger Werbung benutzt werden, <a href="https://www.dw.com/ru/v-kyrgyzstane-povysaut-status-kyrgyzskogo-azyka-po-otnoseniu-k-russkomu/a-73044139">berichtet die Deutsche Welle</a>.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Im zentralasiatischen Binnenstaat genießen sowohl die kirgisische als auch die russische Sprache offiziellen Status, wobei letztere von knapp 80 Prozent der Bevölkerung beherrscht und täglich genutzt wird, so AFP.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zentralasiens linguistischer Russ-exit?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Gesetz spiegelt einen tiefergehenden Prestigeverlust der russischen Sprache in Zentralasien wider.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Kasachstan, wo Russisch ebenfalls den Status einer Amtssprache innehat, kommt es seit dem Ausbruch des Ukrainekriegs immer öfter zu Konflikten zwischen kasachstanischen und russischen Beamt:innen und Aktivist:innen bezüglich der zunehmenden Erstarkung der kasachischen Sprache. So würden <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/souveraenitaet-angesichts-des-kriegs-die-ungewisse-zukunft-der-russischen-sprache-in-kasachstan/">laut dem russischen Staatsfernsehen</a> in Kasachstan angeblich die “gleichen Nazi-Entwicklungen” wie in der Ukraine stattfinden und das Land zunehmend “russophob” werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst vor kurzem sorgte die Entlassung eines Kuriers der Einzelhandelskette Magnum, der einen Kunden aufforderte, mit ihm auf Kasachisch zu kommunizieren, im Internet für heftige Kritik.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/souveraenitaet-angesichts-des-kriegs-die-ungewisse-zukunft-der-russischen-sprache-in-kasachstan/">Souveränität angesichts des Kriegs: Die ungewisse Zukunft der russischen Sprache in Kasachstan</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch auf überregionaler Ebene werden Initiativen ergriffen, um den Einfluss des Russischen und des kyrillischen Alphabets einzudämmen. So wurde im September 2024 während der dritten Sitzung der “Kommission für das Gemeinsame Türkische Weltalphabet” unter der Ägide der Organisation der Turkstaaten (OTS) vereinbart, ein gemeinsames Alphabet bestehend aus 34 Buchstaben <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/gemeinsames-lateinisches-alphabet-fuer-alle-turksprachen/">einzuführen</a>. Allerdings sieht sich die Initiative <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/gemeinsames-lateinisches-alphabet-fuer-alle-turksprachen/">gerade in Kasachstan und Kirgistan</a> sowohl finanziellen Engpässen als auch russischer Opposition ausgesetzt, weswegen ihre Umsetzung derzeit noch stockt.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Gegenwind aus Russland</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Seit dem Ausbruch des Ukrainekriegs haben in Kirgistan die Bemühungen, den Status und die Benutzung der Nationalsprache auszubauen, zugenommen. Im Juli 2023 unterschrieb Präsident Sadyr Dschaparow eine Grundgesetzänderung, infolge derer Kirgisisch zur Arbeitssprache für staatliche Behörden, lokale Regierungen und staatliche Unternehmen erklärt wurde. Für bestimmte Berufsgruppen wie Staatsanwält:innen, Richter:innen, Abgeordnete, Pädagog:innen und Ärzt:innen wurde die Beherrschung der kirgisischen Sprache ebenfalls verpflichtend.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/loest-sich-zentralasien-von-russland/">Löst sich Zentralasien von Russland?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Reaktion des Kremls ließ nicht lange auf sich warten: Im Rahmen einer Pressekonferenz kritisierte der russische Außenminister Sergej Lawrow das Gesetz aufs Schärfste:</p>



<p class="wp-block-paragraph">“Es ist nicht ganz demokratisch [&#8230;] alle Staatsbediensteten dazu zu verpflichten, Kirgisisch zu beherrschen und [in der Sprache] zu arbeiten,” <a href="https://www.youtube.com/watch?v=TvfC6oM0aNA">sagte Lawrow</a>. “Wir haben [die kirgisischen Behörden] mehrmals gewarnt, aber es nahm eine andere Linie überhand.&#8220; [&#8230;] Wir werden weiter [daran] arbeiten,” fügte er hinzu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, <a href="https://www.mid.ru/ru/foreign_policy/news/1873741/">warnte</a>, dass das Gesetz das Leben derjenigen erschweren würde, die des Kirgisischen nicht mächtig sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Gesetz über die Nutzung der kirgisischen Sprache in den Medien liegt zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels noch keine Reaktion der russischen Behörden vor.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Benedikt Stöckl für Novasten</strong></p>



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		<title>Zentralasien im Fluss: Das neue Themenheft der Zeitschrift „Osteuropa“</title>
		<link>https://novastan.org/de/kasachstan/zentralasien-im-fluss-das-neue-themenheft-der-zeitschrift-osteuropa/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[arthur]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Jan 2025 13:18:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitschrift Osteuropa]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Ende 2024 erschienene Themenheft der Zeitschrift &#x201E;Osteuropa&#x201C; zu Politik und Gesellschaft in Zentralasien zeichnet ein vielschichtiges Bild der neuen Dynamik, die sich seit einigen Jahren in der Region entwickelt. Eine Rezension. 24 Beitr&#xE4;ge sezieren die soziopolitische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Lage und schlagen dabei wertvolle B&#xF6;gen, die dem Leser vor Augen f&#xFC;hren, wie tief ins [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Das Ende 2024 erschienene Themenheft der Zeitschrift „Osteuropa“ zu Politik und Gesellschaft in Zentralasien zeichnet ein vielschichtiges Bild der neuen Dynamik, die sich seit einigen Jahren in der Region entwickelt. Eine Rezension.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://zeitschrift-osteuropa.de/hefte/2024/8-10/">24 Beiträge</a> sezieren die soziopolitische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Lage und schlagen dabei wertvolle Bögen, die dem Leser vor Augen führen, wie tief ins geschichtliche Mark manch hochaktuelle Problematik hineinreicht. Akribisch recherchierte Steckbriefe, sachbezogene Tabellen und übersichtliche Karten unterfüttern die empirischen Analysen und sind ein wertvolles Werkzeug, um die geographische sowie geopolitische Dimension der Sachverhalte in vollem Umfang zu erfassen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein unerforschter, heterogener Raum</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Den Einstieg bietet eine bereits 2007 veröffentlichte, detaillierte <a href="https://zeitschrift-osteuropa.de/hefte/2024/8-10/hochkulturen-und-steppenreiche/">geschichtliche Synthese</a>. Sie beleuchtet die teilweise seit 2000 Jahren anhaltende oder immer wieder aufflammende Bedeutung der naturgeographischen Gegebenheiten der Region und erläutert sprachliche Einflüsse von den ostiranischen Sprachen bis zu den altaischen. Der Text rückt religiöse Verflechtungen genauso ins Bewusstsein wie das fürs tiefere Verständnis unabdingbare Kapitel über die Mongolen, die Nachwirkungen der russischen Kolonisierung und des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/The_Great_Game"><em>Great Game</em></a> des 19. Jahrhunderts. Zuletzt geht er auch darauf ein, wie stark ethnische und tribale Identitäten das kollektive Bewusstsein seit Jahrhunderten prägen und wie fatal eurozentristische Auffassungen kultureller, ethnischer und sprachlicher Zugehörigkeit für ein umfassendes Verständnis Zentralasiens sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Text legt das Fundament und macht klar: Die Gemeinsamkeiten der fünf Länder wiegen die regionalen Unterschiede nicht auf, sei es in wirtschaftlichen, politischen oder identitären Fragen. Darüber hinaus hinkt die Zentralasienforschung hinterher, wie <a href="https://zeitschrift-osteuropa.de/hefte/2024/8-10/zentralasien-globaler-sueden/">Shairbek Dzhuraev in „Zentralasien – Globaler Süden?“</a> herausarbeitet. In Europa steckt diese Disziplin noch in den Kinderschuhen, in Russland in den ausgelatschten Schuhen des Kolonialismus. Selbst die postkolonialistische Forschung lässt Zentralasien weitestgehend außer Acht. Ist dieses Unvermögen, die Region wissenschaftlich einzuordnen, eventuell Ausdruck der insgesamt halbherzigen politischen Annäherungsversuche seit der Jahrtausendwende?</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Auch für Zentralasien eine Zäsur</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der 24. Februar 2022 war hier jedenfalls ein Weckruf und kann als Katalysator der Diversifizierung der Beziehungen in ganz Zentralasien aufgefasst werden, wenngleich dies schon seit einigen Jahren zu beobachten ist, spätestens seit dem Amtsantritt des aktuellen usbekischen Präsidenten Mirziyoyev im Jahr 2016. Im Rahmen dieser „multivektoralen“ Außenpolitik mehren sich die Gipfeltreffen im Format 5+1. China, die USA, die <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/die-europaeische-union-ueberdenkt-ihre-zentralasien-strategie/">EU</a>, aber auch die Golfstaaten und die Türkei wittern ihre Chance, während die zentralasiatischen Staaten „Moskaus Einfluss ausbalancieren“. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/migration-wirtschaft-z51-bundeskanzler-scholz-in-zentralasien/">Migration, Wirtschaft, Z5+1 – Bundeskanzler Scholz in Zentralasien</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders beherzt treten dabei Kasachstan und Usbekistan auf, und zwar auf allen Ebenen, wie aus vielen Beiträgen hervorgeht. Den zentralasiatischen Staaten kommt durch das gemeinsame kulturelle wie sprachliche Sowjeterbe und die mannigfaltigen Verschränkungen auf politischer wie infrastruktureller Ebene also eine Sonderrolle zu.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der Einfluss dreier Großmächte</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Usbekistan scheint in China seinen großen Mentor gefunden zu haben. Nicht nur schaut sich der usbekische Präsident politische Strategien bei der Bekämpfung der Armut ab, er hat im Laufe der Pandemie auch seine Kontakte zum chinesischen Nachbarn intensiviert. Dieser hat sich inzwischen zum wichtigsten Investor entwickelt, kooperiert auf Ebenen von Militär und Strafverfolgungsbehörden und hat mit der Einrichtung eines Konfuzius-Instituts und eines Doppelmasters sogar einen Fuß in den usbekischen Bildungssektor gesetzt. Temur Umarov erinnert in <a href="https://zeitschrift-osteuropa.de/hefte/2024/8-10/usbekistans-neue-chinapolitik/">„Usbekistans neue Chinapolitik“</a> jedoch eindringlich daran, wie jung diese Annäherung ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alterprobt sind dagegen, das gilt nicht nur für Usbekistan, die Beziehungen zu Russland und der Türkei. Augenfällig wird dies in der nimmermüden Frage der Arbeitsmigration, handelt es sich bei Zentralasien doch um eine Auswanderungsregion. China stellt hier aufgrund der Sprachbarriere in keiner Weise eine Ausweichlösung für Russland und die Türkei dar, die auf diesem Feld die unangefochtenen Protagonisten bleiben. Der soziologisch tiefenscharfe Artikel <a href="https://zeitschrift-osteuropa.de/hefte/2024/8-10/legal-illegal-digital/">„Legal, illegal, digital“</a>  geht dieser dringlichen Frage auf den Grund und beleuchtet das Zusammenleben usbekischer Arbeitsmigranten in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mahalla_(Stadtviertel)"><em>Mahallas</em></a> aus einer überaus spannenden soziologischen Perspektive. Moskau wird dabei als <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/fremdenfeindlichkeit-gegenueber-tadschikinnen-in-russland-ein-interview-mit-natalija-zotowa/">xenophob</a> und <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/tadschikistan-und-kirgistan-mit-unterschiedlichen-reaktionen-auf-verschaerfte-lage-von-arbeitsmigrantinnen-in-russland/">migrationspolitisch seit 2010 immer rigider</a> portraitiert, das papierlose Arbeitsmigranten <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/wie-russland-zentralasiatische-buerger-fuer-den-krieg-in-der-ukraine-anwirbt/">schamlos und unverhohlen in die Armee zu zerren</a> versucht.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Ankara dagegen zieht Aufmerksamkeit mit einer freundlichen Migrationspolitik auf sich, doch aufgrund der hohen Inflation vermag es wirtschaftlich nicht zu imponieren. Dabei genießt die Türkei seit den 90ern <em>a priori</em> einen <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/die-tuerkei-bietet-vermittlung-im-grenzkonflikt-zwischen-kirgistan-und-tadschikistan-an/">hervorragenden Ruf</a> in Zentralasien, sei es durch Entwicklungsförderung, Textil-, Lebensmittel- oder Militärerzeugnisse. Eleonora Tafuro Ambrosetti beschreibt in ihrem <a href="https://zeitschrift-osteuropa.de/hefte/2024/8-10/die-tuerkei-in-zentralasien/">Beitrag</a> umfassend die türkische Soft- und Hard-Power und legt differenziert dar, welche Chancen die Türkei zukünftig in der Kooperation mit Zentralasien erwarten. Ein Vergleich mit China wäre aktuell jedoch unverhältnismäßig: Chinesische Firmen <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/ein-fliessender-datenaustausch-bis-2027-ist-sehr-ambitioniert-aber-realisierbar/">bauen in Zentralasien eifrig das Handelsnetz aus</a>, chinesische sicherheitspolitische Kooperationen wie die mit Usbekistan, aber auch Kasachstan gehen in die Breite und Tadschikistan zeigt sich <a href="https://zeitschrift-osteuropa.de/hefte/2024/8-10/repressionen-gegen-pamiri/">ideologisch angetan von der chinesischen Weltsicht</a></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Auf vielen Ebenen verknotet</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Unbestritten ist auch der anhaltende Einfluss Moskaus auf das politische Geschehen in Zentralasien. Kooperierende Geheimdienste, die zentralasiatische Staatsbürger auf russischem Boden ausliefern, die Einmischung in innere Konflikte wie die im Blutigen Januar 2022 in Kasachstan sowie in die Gesetzgebung zeugen alle von russischer Präsenz. Zudem ist die Frequenz nach Moskau bestehender Kontakte auf höchster Ebene enorm, wie <a href="https://zeitschrift-osteuropa.de/hefte/2024/8-10/gesteigertes-interesse/">Vladimir Ryžkov</a> analysiert und herausstellt,  wie verwundbar die zentralasiatischen Staaten durch ihre Mitgliedschaft in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinschaft_Unabh%C3%A4ngiger_Staaten">GUS</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_des_Vertrags_%C3%BCber_kollektive_Sicherheit">OVKS </a>und weiteren Organisationen sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/russlands-einfluss-in-kasachstan-die-illusion-der-schwaechung/">Russlands Einfluss in Kasachstan: Die Illusion der Schwächung</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dagegen ist das wachsende Misstrauen gegenüber Russland in einigen zentralasiatischen Staaten nur ein kleiner Stich, hält die bestehende Abhängigkeit sie doch davon ab, „Moskaus Vorgehen zu kritisieren“, wie Nurseit Niyazbekov in <a href="https://zeitschrift-osteuropa.de/hefte/2024/8-10/balanceakt/">„Kasachstans Balanceakt“</a> konstatiert. Es entsteht der Eindruck, zentralasiatische Selbstbestimmung äußere sich bis dato überwiegend in verbalen und gesellschaftspolitischen Auseinandersetzungen. So etwa, wenn Präsident Toqaev in Sankt Petersburg in aller Öffentlichkeit klare Kante bezüglich der Krim-Annexion und der Unabhängigkeit Südossetiens und Abchasiens zeigt oder in Butscha humanitäre Hilfsjurten „der Unbesiegbarkeit“ als Symbol ukrainisch-kasachischer Freundschaft errichtet. So beherzt Zentralasiens Auftreten, in diesem Beispiel Kasachstan, auch ist, es vermag nicht über die wirtschaftliche und militärische Verflechtung hinwegzutäuschen, wie Niyazbekov in seinem Beitrag herauskristallisiert.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Vom Austricksen und Austricksenlassen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die EU hat ihre Rechnung augenscheinlich ohne diese engen zentralasiatischen Beziehungen zu Moskau gemacht, als sie 2022 die Sanktionen verhängte. Dass sich Zentralasien (neben China, der Türkei und weiteren) in der Konsequenz dieser zum Sanktionsschlupfloch entwickelt, wäre vorhersehbar gewesen, hat sich nun jedoch aufgrund des mehr als bemerkenswerten Ausmaßes zum Skandal entwickelt. Russland profitiert von seinen zentralasiatischen Handlangern, um die Nachfrage nach Kfz-Teilen, Elektrogeräten, Belade- und Fördertechnik und weiteren Waren zu decken. Eine Zweckentfremdung für die Militärindustrie liegt nahe. Wie exorbitant der Exportzuwachs in mancher Warengruppe seit dem Frühjahr 2022 zugenommen hat, deckt Felix Eick in <a href="https://zeitschrift-osteuropa.de/hefte/2024/8-10/drehkreuz-zentralasien/">„Drehkreuz Zentralasien“</a> auf. Die beigefügten Tabellen schockieren und schaffen Klarheit um diesen Eklat, dem sich in den deutschen Medien im ersten Kriegsjahr besonders die FAZ annahm. Doch die Daten von Osteuropa verraten noch etwas ganz anderes: Auch Deutschland muss als Exporteur gehörig vor der eigenen Haustüre kehren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Sanktionsstreich erregte ein Aufsehen, von denen die <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/deutschland-verhandelt-ueber-die-abschiebung-afghanischer-asylsuchender-via-usbekistan/">Menschenrechtsfragen</a> bei den Treffen europäischer Politiker in Zentralasien, wie der von Olaf Scholz 2024, nur träumen können. Das noch bis vor wenigen Jahren laute Werben um Demokratisierung der EU ist verstummt, stattdessen buhlt sie um zentralasiatische Rohstoffe, wie aus zahlreichen Beiträgen hervorgeht.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Von der Spielfigur großer Mächte zur Spielfigur des Klimawandels</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Während sich die Region durch politische Diversifizierung allmählich aus mancher Klaue der russischen Großmacht zu befreien versucht, wartet eine andere bereits vor der Haustür: der Klimawandel. Die unheimliche Prognose eines fulminanten Temperaturanstiegs von 2,5 auf 6,5°C bis zum Jahr 2100 schreit förmlich nach einem Strukturwandel in der Energiewirtschaft. Noch lauter wird der Schrei, wenn Farkhod Aminjonov in <a href="https://zeitschrift-osteuropa.de/hefte/2024/8-10/energiewende-gegen-die-energiekrise/">„Energiewende gegen die Energiekrise“</a> die <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/steigende-strompreise-und-vermehrte-stromausfaelle-in-tadschikistan/">massenhaften Zusammenbrüche</a> in der Strom- und Wärmeversorgung aufzählt, von denen <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/kaeltewelle-fuehrt-zu-energiekrise-in-usbekistan/">während der letzten Winter</a> alle fünf zentralasiatischen Ländern regelmäßig betroffen waren. Es sind Folgen der zu zentralisierten Energieversorgung, die obendrein über eine rekordverdächtig obsolete Infrastruktur verfügt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer Energie sagt, kann von <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/entwicklung-erneuerbarer-energien-in-kasachstan-ein-interview-mit-ainur-sospanova/">Öl, Gas und Kohle</a> nicht schweigen. Eine Loslösung von diesen konventionellen Energieträgern ist nicht in Sicht, denn außer Turkmenistan planen alle Länder die Errichtung neuer Kohlekraftwerke. Kohle ist billig, weil im Überfluss vorhanden. In Kasachstan ist von Reserven für die nächsten 300 Jahre die Rede. Der Kohle den Rücken zuzudrehen, würde zudem viele in diesem Industriezweig tätigen Kasachstaner in eine prekäre Situation hineinstürzen, zeigen Tatiana Lanshina und Yana Zabanova in <a href="https://zeitschrift-osteuropa.de/hefte/2024/8-10/energiewende-in-kasachstan/">„Energiewende in Kasachstan“</a> auf.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Unbestimmte Zukunft</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Klimaziele? Zuvorderst steht das Ziel, heimische Energieengpässe zu überwinden und die Versorgung zu dezentralisieren. Ein verständliches wie undankbares Ziel, das mit dem Pariser Klimaschutz-Abkommen jedoch erstaunlich kompatibel zu sein scheint, wie Aminjonov analysiert. In Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan kommt auch die Erdöl- und Gasförderung nicht zu kurz. Sie boomt und lockt Großkunden wie die USA, China, Russland und auch die Golfstaaten an. Gleichzeitig bergen die Geschäfte die Gefahr, <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/zentralasiens-ressourcen-ein-neuer-raum-fuer-den-wettbewerb-der-grossmaechte/">neue Abhängigkeiten</a> zu erzeugen. Roland Götz stellt in <a href="https://zeitschrift-osteuropa.de/hefte/2024/8-10/vorerst-unverzichtbar/">„Vorerst unverzichtbar“</a> die Schwierigkeiten im Gasgeschäft und die Absichten der jeweiligen Parteien in ihrer ganzen Breite vor und ergänzt seine Darstellung um substanzielle Karten und Diagramme.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/zentralasiens-ressourcen-ein-neuer-raum-fuer-den-wettbewerb-der-grossmaechte/">Zentralasiens Ressourcen: Ein neuer Raum für den Wettbewerb der Großmächte?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass die Energiewende in Zentralasien nur mit umfassender internationaler Kooperation und Unterstützung auf allen Ebenen eine Chance hat, zeigen Lanshina und Zabanova besonders am <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/anpassung-hat-prioritaet-klimawandel-in-kasachstan/">paradoxen Beispiel Kasachstans</a>. Das Land sticht als einziges der fünf mit ernstzunehmenden Bestrebungen gegen den Klimawandel hervor und hat doch im Oktober 2024 erst ein mehrere Milliarden schweres <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/kasachstan-stimmt-fuer-atomkraft/">Atomkraftwerkprojekt</a> abgenickt. Ähnliches plant Usbekistan bereits seit 2020. Wie wird sich die Errichtung der Kraftwerke auf diese beiden gigantischen Uranproduzenten auswirken? Der zentralasiatische Tatbestand in puncto Klimaschutz diskreditiert die EU ein weiteres Mal, wird diese doch nicht müde, die Region als potenziellen Lieferanten „grüner“ Energie zu propagieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wasser, wir brauchen Wasser</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Den Gebirgsstaaten Kirgistan und Tadschikistan blüht mit fortschreitender Erderwärmung auch der Rückgang der <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kuenstliche-gletscher-zur-anpassung-an-den-klimawandel/">Gletscher</a>, der ab 2030 noch rapider voranschreiten wird. Das stellt auf den ersten Blick „nur“ die für beide Länder essenzielle Energieversorgung durch die Wasserkraftwerke auf die Probe. Auf den zweiten wird deutlich, dass ein beachtlicher Teil der zentralasiatischen Landwirtschaft, allen voran die <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/was-wissen-jugendliche-in-usbekistan-ueber-die-wasserknappheit/">usbekische</a>, auf diese <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/wie-haushalten-die-zentralasiatischen-laender-mit-ihren-wasserressourcen/">Ressource</a> angewiesen ist. Hinter der landwirtschaftlichen Versorgung versteckt sich der Rattenschwanz von biologischer Vielfalt, Ernährungssicherheit und nicht zuletzt Armutsbekämpfung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/was-wissen-jugendliche-in-usbekistan-ueber-die-wasserknappheit/">Was wissen Jugendliche in Usbekistan über die Wasserknappheit?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Hat die viel bekräftigte „Politik der guten Nachbarschaft“ in Zeiten des <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/wassermangel-in-kirgistan-ein-wettlauf-gegen-die-zeit/">Wassermangels</a> bis dato gute Dienste geleistet, „selbst in Zeiten zwischenstaatlicher Konflikte“, so läuten seit kurzem zwei Großprojekte eine neue Phase der Wasserpolitik ein, geht aus der aufschlussreichen und <a href="https://zeitschrift-osteuropa.de/hefte/2024/8-10/wasserpolitik-in-zentralasien/">multiperspektivischen Analyse</a> von Jennifer Sehring und Timur Dadabaev hervor. Konkret handelt es sich um das afghanische Megaprojekt rund um den 285 Kilometer langen Kusch-Tepa-Kanal und den tadschikischen Rogun-Staudamm, dessen erste Pläne vor knapp 50 Jahren entstanden waren. Der usbekische Präsident Mirziyoyev hat sich in dieser konfliktbergenden Ausgangslage zum Vermittler auserkoren. Ein Lackmustest, nicht zuletzt für die Beziehungen zu Afghanistan, und eine große Herausforderung für die „brüderlichen“ Nachbarschaftsbeziehungen, stellen Dadabaev und Sehring fest.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong><strong>Ein weißer Fleck im deutschen Journalismus</strong></strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die neue Osteuropa-Ausgabe glänzt darüber hinaus mit geschichtlich tiefgreifenden Analysen über die Konfliktherde in den Autonomen Gebieten <a href="https://zeitschrift-osteuropa.de/hefte/2024/8-10/repressionen-gegen-pamiri/">Berg-Badachschan</a> und <a href="https://zeitschrift-osteuropa.de/hefte/2024/8-10/berg-badachschan-und-karakalpakstan/">Karakalpakstan</a>. Auch innenpolitische Entwicklungen kommen nicht zu kurz: Andrea Schmitz‘ Artikel über die Gräben zwischen der säkularisierenden Religionspolitik des usbekischen Präsidenten und der fortschreitenden Islamisierung der jungen Gesellschaft beleuchtet die <a href="https://zeitschrift-osteuropa.de/hefte/2024/8-10/islam-und-saekularer-staat-in-usbekistan/">Dynamiken eines Landes im Umbruch</a>; in <a href="https://zeitschrift-osteuropa.de/hefte/2024/8-10/das-volk-und-der-starke-staat/">„Das Volk und der starke Staat“</a> stellt Asel Doolotkeldieva das Image Kirgistans als „Insel der Demokratie“ auf den Prüfstand. Sie beleuchtet die gespaltenen Oppositionsbewegungen und den absurderweise demokratisch gewählten Weg „in Richtung Entwicklungsdiktatur“ unter Dschaparow. Rafael Aguirre Unceta knüpft mit <a href="https://zeitschrift-osteuropa.de/hefte/2024/8-10/ressourcenfluch/">Blick auf den Bergbau in Kirgistan</a> an diese Sichtweise an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Band ist nicht zuletzt ein superbes Zeugnis aktueller Ereignisse einer Region, die in der journalistischen Landschaft Deutschlands allzu oft die Rolle einer inhaltstrockenen Wüste einnimmt. „Sind in Zentralasien eingesetzte Auslandskorrespondenten eventuell schlicht Mangelware?“ Nicht einmal das, sie sind völlig inexistent, weder freie noch akkreditierte Journalisten der wichtigsten deutschen Medien haben einen Fuß in diesem Berichtsgebiet. Die Folge: Die Berichterstattung orientalisiert die Region, reproduziert die immergleichen Stereotypen und macht erst recht keinerlei Anstalten, über den politischen und wirtschaftlichen Horizont hinaus zu berichten. Dabei gäbe es allerlei Materie, von der Erinnerungskultur, die sich mitten im Wandel befindet, hinüber zu sprachkulturellen Fragen und den Einfluss des gesellschaftlichen Wandels auf Popkultur, sei es in der Musik-, Film- oder Stand-Up-Szene. Gemma Pörzgens Analyse <a href="https://zeitschrift-osteuropa.de/hefte/2024/8-10/ein-weisser-fleck/">„Ein weißer Fleck“</a> geht der Frage auf den Grund, worin diese kümmerliche mediale Ausbeute wurzelt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein roter Fleck in Kasachstans Erinnerungskultur</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">An dieser Stelle zeigt „Osteuropa“, wie es besser geht, indem es die brandaktuellen gesellschaftlichen Debatten Kasachstans auf den Plan holt. „Dekolonisierung“ ist die Losung kasachstanischer Intellektueller und Wissenschaftler der ersten Stunde. Robert Kindler, Experte für die Hungersnot in den 30er Jahren, dessen Werk <a href="https://daz.asia/ein-buch-ueber-kasachstan-und-die-kasachen-auf-kasachisch/">„Stalins Nomaden“</a> seit Kurzem sogar in kasachischer Übersetzung vorliegt, greift diesen Begriff in seinem Beitrag über <a href="https://zeitschrift-osteuropa.de/hefte/2024/8-10/erinnerung-und-tabuisierung/">„Erinnerung und Tabuisierung“</a> auf, und zeigt auf, inwiefern das Omertà um die Hungersnot, auf Kasachisch Aşarşylyq, der Angst vor einem geschichtspolitischen Alleingang, will heißen „ohne Moskau“, entspringt. Die Regierung agiert verklemmt, hält die Bildungseinrichtungen an der kurzen Leine und flüchtet sich in fadenscheinige Symbolpolitik.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Jammer, denn nicht nur Journalisten, auch Künstler, allen voran Filmemacher, hinterfragen die Narrative um die Hungersnot immer mehr und möchten ihrer komplexen Geschichte größeren Raum einräumen. Kindler prophezeit, dass das duckmäuserische Verhalten der Regierung auf lange Sicht scheitern wird, doch legt er dabei wenig Optimismus an den Tag. Viel mehr argumentiert er, Kasachstan werde vorerst in dieser erinnerungspolitischen Sprach- und Ratlosigkeit verharren. Kindler legt nicht nur den Finger auf das bisher duckmäuserische Verhalten der Regierung, er geht auch der Frage nach, ob Kasachstan sich in Zukunft aus seiner erinnerungspolitischen Sprach- und Ratlosigkeit befreien wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Fazit</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit diesem Heft ist es „Osteuropa“ äußerst gut gelungen, die aktuelle Lage in den zentralasiatischen Ländern multiperspektivisch unter die Lupe zu nehmen. Es wird deutlich, in welch rapidem und teils schwer vorhersehbarem Wandel sich die Gesellschaften der jeweiligen Staaten befinden und dass diese Dynamiken auch in Europa mehr Aufmerksamkeit verdienen. Die Beiträge liefern einmaliges empirisches Material, knüpfen aneinander an und bereiten die teils hochkomplexen Sachverhalte ausnahmslos in einer sehr angenehm lesbaren Sprache auf. Tabellen, Karten und weitere Verständnisstützen kommen zielorientiert zum Einsatz. Einzig und allein künstlerische und kulturelle Aspekte kamen etwas zu kurz, immerhin sind Autoren, aber auch Film-, Musik- und <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/wie-russische-propaganda-kasachischsprachige-medien-beeinflusst">Medienschaffende</a> in den letzten Jahren, besonders seit dem Krieg in der Ukraine, ganz besonders produktiv und experimentell zugange. Doch in einem so dichten und aufeinander aufbauenden Band ist auch nicht alles unterzubringen. Der „weiße Fleck“ Zentralasien erscheint nach dieser Lektüre sehr viel farbiger. Wir freuen uns auf weitere Beiträge über diese Region.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Arthur Siavash Klischat für Novastan</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Qasym-Jomart Toqaev stärkt bei seinem Besuch in Paris die bilateralen Beziehungen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Nov 2024 09:18:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien & Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Bilaterale Beziehungen]]></category>
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		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Frankreichs Pr&#xE4;sident Emmanuel Macron empfing seinen kasachstanischen Amtskollegen Qasym-Jomart Toqaev im Elys&#xE9;e-Palast. Die beiden Staatschefs sprachen &#xFC;ber die strategische Partnerschaft zwischen Frankreich und Kasachstan, insbesondere &#xFC;ber die engere Zusammenarbeit in den Bereichen Kultur, Wirtschaft und Energie. Toqaev st&#xE4;rkt bei seinem Besuch in Paris die bilateralen Beziehungen Nach seinem offiziellen Besuch in Frankreich im November 2022 [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Frankreichs Präsident Emmanuel Macron empfing seinen kasachstanischen Amtskollegen Qasym-Jomart Toqaev im Elysée-Palast. Die beiden Staatschefs sprachen über die strategische Partnerschaft zwischen Frankreich und Kasachstan, insbesondere über die engere Zusammenarbeit in den Bereichen Kultur, Wirtschaft und Energie.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Toqaev stärkt bei seinem Besuch in Paris die bilateralen Beziehungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nach seinem offiziellen Besuch in Frankreich im November 2022 reiste Toqaev am 4. und 5. November erneut nach Paris, diesmal zu einem Staatsbesuch. Dieser zielte auf die Stärkung der bilateralen Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Kasachstan ab. Ein besonderer Fokus lag auf dem kulturellen Bereich. Zudem führten die Staatschefs Gespräche über Handel und Energie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beim Empfang am 5. November im Elysée-Palast konnte Qasym-Jomart Toqaev die beiden <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mittelasiatischer_Tazi">kasachischen Tazi-Windhunde</a> wiedersehen, die er seinem französischen Amtskollegen bei dessen Besuch im November 2023 in Astana geschenkt hatte .</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Staatsbesuch bot Toqaev die Gelegenheit, verschiedene in Kasachstan tätige französische Wirtschaftsakteure wie Alstom, Orano oder EDF zu treffen und mehrere Kultur-, Wirtschafts- und Handelsabkommen zu schließen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine Ausstellung als Ergebnis der französisch-kasachstanischen Zusammenarbeit</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Museum_Guimet">Musée Guimet</a>, dem Nationalen Museum für asiatische Kunst, besuchten die beiden Staatsoberhäupter eine aktuelle <a href="https://daz.asia/blog/die-schaetze-der-grossen-steppe-in-paris/">Ausstellung</a> über Kasachstan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ausstellung mit dem Titel <em>Kasachstan.</em> Die S<em>chätze der großen Steppe </em>sei <em>„das Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen dem Guimet-Museum und dem Nationalmuseum der Republik Kasachstan“,</em> erklärte die französische Botschaft in Kasachstan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ausstellung führt die Besucher anhand verschiedener Objekte durch die wichtigsten Epochen der kasachischen Geschichte. Sie bietet einen Überblick über die Geschichte von der Jungsteinzeit mit der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Botai-Kultur">Botai-Kultur</a> über die ersten politischen Gruppierungen der <a href="https://fr.wikipedia.org/wiki/Sakas">Sakas</a> und die Gründung des kasachischen <a href="https://fr.wikipedia.org/wiki/Khanat_kazakh">Chanats</a> bis hin zu den Anfängen des modernen Kasachstans, so <a href="https://www.akorda.kz/ru/prezidenty-kazahstana-i-francii-posetili-muzey-aziatskih-iskusstv-gime-5105620">der Pressedienst</a> des kasachischen Präsidenten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In dem Pariser Museum werden 35 seltene Objekte ausgestellt, die von kasachischen Museen ausgeliehen wurden und die Geschichte des Landes veranschaulichen sollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&nbsp;Darunter befindet sich auch die Kopfbedeckung des <a href="https://daz.asia/blog/der-goldene-mensch-von-jessik/">Goldenen Mannes</a>. Diese bezeichnete die Präsidentin des Musée Guimet, Yannick Lintz, als eine der <em>„fünf</em> <a href="https://www.gov.kz/memleket/entities/mam/press/news/details/877028?lang=ru"><em>kasachischen</em></a> <em>Mona Lisas“</em>, die in die Ausstellung aufgenommen werden, wie das <a href="https://www.gov.kz/memleket/entities/mam/press/news/details/877028?lang=ru">kasachische Kulturministerium</a> berichtet. Die Leihgaben dieser seltenen Ausstellungsstücke stärken die kulturellen Beziehungen zwischen den beiden Ländern.</p>



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<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kulturellen Austausch stärken</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am 5. November unterzeichneten die französische Ministerin für Kultur <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rachida_Dati">Rachida Dati</a> und ihre kasachische Amtskollegin <a href="/Users/schro/Downloads/Aïda%20Balaïeva">Aida Balajeva</a> neue bilaterale Abkommen in Astana.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Abkommen betreffen insbesondere <em>die „Zusammenarbeit im Bereich der Museen und des kulturellen Erbes“</em>, teilt die <a href="https://kz.ambafrance.org/Visite-d-Etat-du-President-Tokaiev-a-Paris-La-cooperation-culturelle-entre-la">französische Botschaft in Astana</a> mit. Daher sollen zukünftig das Nationale Institut für Archäologische Forschung (INRAP), das Musée Guimet oder auch das Französische Institut mit kasachischen Kultureinrichtungen zusammenarbeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aida Balajeva traf außerdem die Direktorin des Louvres <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Laurence_des_Cars">Laurence des Cars</a>, mit der sie über mögliche zukünftige gemeinsame Projekte sprach, berichtet das kasachische Ministerium für Kultur. Die zu erwartenden Kooperationen im wissenschaftlichen und kulturellen Bereich sind ein Zeichen für die Dynamik der französisch-kasachischen Partnerschaft.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Blühende Wirtschafts- und Handelsbeziehungen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben der kulturellen Komponente bot der Besuch des kasachischen Präsidenten auch die Gelegenheit, die wirtschaftliche Zusammenarbeit zu überprüfen und deren Entwicklungsschwerpunkte festzulegen. Kassym-Jomart Toqaev begrüßte bei den Gesprächen über die Investitionen, dass das bilaterale Handelsvolumen bis 2024 um 45% steigen werde, so <a href="https://www.akorda.kz/ru/glava-gosudarstva-prinyal-uchastie-v-rabote-investicionnogo-kruglogo-stola-5103546">der Pressedienst von Akorda</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr als 200 französische Unternehmen sind in Kasachstan ansässig. Allein sieben dieser Unternehmen, haben insgesamt 19,5 Milliarden US-Dollar (rund 18,3 Milliarden Euro) investiert, darunter Total Énergies, Alstom, Orano und Danone, berichtete <a href="https://www.akorda.kz/ru/kasym-zhomart-tokaev-i-emmanyuel-makron-proveli-brifing-dlya-predstaviteley-smi-510524">der kasachstanische Präsident</a>. Dieser wies auch darauf hin, dass das Gesamtvolumen des bilateralen Handels aus dem Vorjahr in Höhe von 4,2 Milliarden US-Dollar (3,9 Milliarden Euro) im Jahr 2024 in nur neun Monaten erreicht wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die französisch-kasachische Wirtschaftskooperation befindet sich weiterhin auf einem guten Weg. Bei dieser Gelegenheit haben sich der Schienenfahrzeugkonzern <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Alstom">Alstom</a> und die französische Bank <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Soci%C3%A9t%C3%A9_G%C3%A9n%C3%A9rale">Société Générale</a> mit kasachischen Partnern zusammengeschlossen. Kassym-Jomart Toqaev sprach mit dem Marseillaiser Schifffahrtsunternehmen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/CMA_CGM">CMA CGM</a>, dem Pariser Nukleartechnikkonzern <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Orano">Orano</a> und der Elektrizitätsgesellschaft <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%89lectricit%C3%A9_de_France">EDF</a> über die Perspektiven einer Zusammenarbeit im Transportwesen, aber auch im Energiesektor. Sie istsowohl für Kasachstan als auch für Frankreich von strategischer Bedeutung.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine strategische Partnerschaft</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Austausch zwischen Qasym-Jomart Toqaev und Emmanuel Macron war Gegenstand <a href="https://www.elysee.fr/emmanuel-macron/2024/11/05/declaration-conjointe-du-president-de-la-republique-francaise-et-du-president-de-la-republique-du-kazakhstan-sur-le-renforcement-du-partenariat-strategique-entre-la-france-et-le-kazakhstan">einer gemeinsamen Erklärung</a>. Darin bekräftigen sie den <a href="https://www.legifrance.gouv.fr/jorf/id/JORFTEXT000022740551">Vertrag über eine strategische Partnerschaft</a> zwischen Frankreich und Kasachstan und äußerten die Absicht, diese zu vertiefen. Dies gilt insbesondere für die Stärkung der Zusammenarbeit <em>„im Bereich der Energie, einschließlich der Kernenergie, [und] der kritischen Rohstoffe“</em>, heißt es in der Erklärung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben der <a href="https://world-nuclear.org/information-library/nuclear-fuel-cycle/mining-of-uranium/world-uranium-mining-production">World Nuclear Association</a> lieferte Kasachstan im Jahr 2022 für mehr als 40% des weltweit gehandelten Urans. Im selben Jahr konnte Frankreich dank der engen Beziehungen zwischen Paris und Astana Kasachstan zu seiner wichtigsten Quelle für Uranimporte machen, so <a href="https://www.lemonde.fr/les-decodeurs/article/2023/08/03/a-quel-point-la-france-est-elle-dependante-de-l-uranium-nigerien_6184374_4355770.html">Le Monde</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/kasachstan-ein-referendum-ueber-die-nutzung-ziviler-atomkraft/">Referendum</a> in Kasachstan vom 6. Oktober wurde nun in Paris die Aussicht auf ein künftiges Atomkraftwerk zwischen den beiden Präsidenten und Vertretern der Elektrizitätsgesellschaft EDF besprochen. Astana hatte bereits 2023 erwogen, dass sich das französische Unternehmen an dessen Bau beteiligen könnte. In der gemeinsamen Erklärung befürwortete Emmanuel Macron dieses Projekt und bot sogleich Frankreichs Expertise und Unterstützung an. Es wurden jedoch keine wichtigen Rechtsakte unterzeichnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Anbetracht des kasachischen Bestrebens, sich durch eine Diversifizierung der Beziehungen von der russischen Abhängigkeit zu lösen, sieht Toqaev keine Lösung in der Schaffung eines Monopols, sondern viel eher in Zusammenschlüssen.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Claude Foucaud</strong>, <strong>Redakteur für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/europe-et-asie-centrale/tokaiev-visite-detat-paris-cooperation-franco-kazakhe/">Französischen </a>von Arthur Siavash Klischat</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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