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	<title>Poesie Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
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		<title>„Ermen Anti“: Legende des kasachischen Punkrock auf Europatournee</title>
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		<dc:creator><![CDATA[bstoeckl]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Jun 2026 16:03:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#x201E;Ermen Anti&#x201C; &#x2013; mit b&#xFC;rgerlichem Namen Ermen Erjanov &#x2013; ist die Gallionsfigur des kasachischen Punks. Mit seiner Band &#x201E;Adaptatsiya&#x201C;, die er 1992 in der westkasachischen Stadt Aqt&#xF6;be gr&#xFC;ndete, hat er bereits 15 Studioalben ver&#xF6;ffentlicht und zahlreiche Tours in Russland und Europa gespielt. Im Interview erz&#xE4;hlt er uns &#xFC;ber das neueste Album seines Soloprojekts, den Einfluss [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">„Ermen Anti“ &#8211; mit bürgerlichem Namen Ermen Erjanov &#8211; ist die Gallionsfigur des kasachischen Punks. Mit seiner Band „Adaptatsiya“, die er 1992 in der westkasachischen Stadt Aqtöbe gründete, hat er bereits 15 Studioalben veröffentlicht und zahlreiche Tours in Russland und Europa gespielt. Im Interview erzählt er uns über das neueste Album seines Soloprojekts, den Einfluss des Ukrainekrieges auf seine Tätigkeit als Musiker und wie sich die kasachische Punkszene in den letzten 30 Jahren entwickelt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Benedikt Stöckl für Novastan: Könnten Sie unseren Lesern kurz etwas über Sich und Ihre Kunst erzählen?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ermen Anti: Mein Name ist Ermen Erjanov. Ich wurde 1974 geboren. Mein Künstlername ist Ermen Anti. 1992, im Alter von 17 Jahren, gründete ich in der Stadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aqt%C3%B6be">Aqtöbe</a> – damals noch unter dem Namen „Aktjubinsk“ – die Punkband „Adaptatsiya“, die bis 2019 bestand. Ich bin durch die gesamte ehemalige Sowjetunion getourt und viel in Europa aufgetreten. Danach gab es eine Pause und einige Soloprojekte. Im Jahr 2024 habe ich die Band wieder ins Leben gerufen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben „Adaptatsiya“ habe ich noch viele andere Projekte, zum Beispiel im Bereich der Poesie. Meine Gedichte wurden (aus dem Russischen) ins Deutsche und Tschechische übersetzt und sind auch in Russland erschienen. Ich bin Autor mehrerer Bücher, darunter mein autobiografisches Buch „Nomad Punk“. Meinen Stil nenne ich „Nomad Poetry Punk“.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was verbirgt sich hinter der Bezeichnung „Nomad Poetry Punk“?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">„Nomad“ steht zum einen für meinen nomadischen Lebensstil. Ich bin ständig auf Tour und reise um die Welt. Das ist schon so eine Art Lebensweise. Man bleibt nicht an einem Ort. Zweitens ist es ein Verweis auf meine Wurzeln. „Poetry“ ist, im Gegensatz zu vielen Punkbands, die einfach nur expressiv sind oder so, bei uns sehr poetischer Punk. Wie bei „Patti Smith“, wo Punk und Poesie miteinander verschmelzen. Das sind nicht einfach irgendwelche Parolen wie <em>„Nieder mit der Bourgeoisie, nieder mit dem Kapitalismus“</em>, sondern das ist Poesie. Das ist echte Poesie.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was hat Sie dazu motiviert? Wann haben Sie diese Idee aufgegriffen und gesagt, dass Sie das umsetzen wollen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zunächst gab es eine Vorbereitungsphase, zwei bis drei Jahre, in denen wir Informationen sammelten, und dann wollten wir selbst etwas schaffen. Wir begannen zum Beispiel, den ersten Perestroika-Rock zu hören, den uns russische Bands nähergebracht hatten. Interpreten wie „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aquarium_(Band)">Aquarium</a>“ oder die Band „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kino_(russische_Band)">Kino</a>“. Und dann hat mich der Punkrock gepackt. Irgendwann im Alter von 15 oder 16 Jahren hörte ich, dass es bei uns in der Sowjetunion die berühmte Band „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Graschdanskaja_Oborona">Grazhdanskaya Oborona</a>“ gibt, dann erreichten uns Aufnahmen von den „Sex Pistols“ und „The Clash“, und diese Ästhetik des energiegeladenen Protest-Punks lag mir sehr nahe. So begann ich, in diese Richtung zu gehen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Welche Hindernisse gab es damals für jemanden, der im vor kurzem unabhängig gewordenen Kasachstan in einer Punkband spielen wollte?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Selbst 1992 bis 1993, als wir anfingen zu spielen, gab es bei uns gewisse Hindernisse; man ließ uns zum Beispiel nicht in offiziellen Veranstaltungsorten der mittleren Ebene auftreten. Damals gab es keine Clubs und wir spielten in irgendwelchen geschlossenen Sälen und organisierten selbst illegale Konzerte, weil man uns offiziell nirgendwo hineinließ. Der Grund dafür war, dass die Kultur und alle möglichen Kulturhäuser von Leuten sowjetischer Prägung geleitet wurden, für die Rock eine Art westliche Subversion war. Sie konnten vielleicht diesen ruhigen offiziellen Rock akzeptieren, der von Liebe singt, aber als wir kamen und Punk spielten, war das für sie ein Schock.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir waren eine der ersten Punkbands in Kasachstan, und deshalb löste diese Punk-Ästhetik bei vielen Normalbürgern und Führungskräften einfach nur Schock aus. Sie versuchten, sich davon zu distanzieren und es zu verbieten. Was die Behörden angeht, so gab es keinen direkten Druck, aber sie waren auf den Konzerten anwesend. Wir sahen, dass diese Leute entweder von der Polizei oder von den Geheimdiensten waren, die einfach nur dasaßen und zuschauten. Wir wurden damals noch kontrolliert von oben und standen unter Generalverdacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Welche Erinnerungen haben Sie an ihre ersten Konzerte?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Unser allererstes Konzert gaben wir in einer Mittelschule, in der Aula. Ich habe viele Erinnerungen daran. Vor einigen Jahren ist mein Buch „Nomad Punk“ erschienen, in dem der Zeitraum von 1992 bis 1997 sehr ausführlich beschrieben wird. Das macht wahrscheinlich fast die Hälfte des Buches aus, denn erstens erinnert man sich an die Zeit der Entstehung, in der Jugend, an alles viel lebhafter, und damals gab es nicht so viele Konzerte wie heute. Als die Band zum Beispiel schon bekannt war, gab es 5–6 Konzerte im Jahr, und jedes Konzert war ein Ereignis. Kurz darauf hatten wir auch ein Konzert im Kulturpalast der Eisenbahner, und ich erinnere mich daran, ich erinnere mich sehr gut daran, wie das alles ablief, was davor und danach war, das ist mir im Gedächtnis geblieben. Und dabei gibt es Dutzende von Konzerten in Städten in Russland oder irgendwo in Europa, die stattgefunden haben, aber an die du dich trotzdem erinnerst auf einer Tour. Du hast eine Tour mit 30 Konzerten, und an manche Konzerte erinnerst du dich nicht.&nbsp;&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wenn Sie heute mehr Konzerte geben – hat sich Ihre Einstellung zu Konzerten im Vergleich zu damals verändert?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das hat sich nicht geändert, wir haben immer versucht, aufrichtig und energiegeladen zu sein und unsere Botschaft zu vermitteln. Und was ich mit vielen Konzerten meine, das war vor 2022. Jetzt ist es leider nicht mehr so, wir spielen nicht mehr so viel, denn nach dem Kriegsausbruch in der Ukraine haben wir uns gegen den Krieg ausgesprochen, und ich habe auf Konzerte in Russland verzichtet – etwa 70 Prozent meiner Konzerte fanden vorher dort statt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sie sind gerade in Berlin, um gemeinsam mit Dr. Hoffman Ihr neues Album vorzustellen. Was können die Fans von diesem neuen Album erwarten? Gibt es einen bestimmten Grund, warum Sie es gerade in Berlin vorstellen?&nbsp;&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Grund dafür ist, dass die gesamte Musik auf diesem Album in Berlin aufgenommen wurde. Für die Musik war bei uns Dr. Hoffmann verantwortlich, er lebt hier [in Berlin, Anm. d. Red.]. Es handelt sich dabei um ein Internetprojekt, das ins Leben gerufen wurde. Die Musik wurde in Berlin aufgenommen, die Gesangsaufnahmen fanden im Oktober in Kasachstan statt. Abgemischt wurde das Ganze in Krasnojarsk. Die dazugehörige Video-Art entstand in Serbien. So kam das Projekt zustande. Deshalb bin ich hierhergekommen nach Berlin; ich bin gerade auf einer Akustik-Tournee durch Europa, und das Album ist direkt vor meiner Abreise erschienen. Wir hatten im Voraus geplant, zwei Präsentationen in Deutschland zu geben. Das war am 5. Juni in Berlin, in der Panda-Plattform, und am 6. Juni in Leipzig.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/die-scheisskerle-kommen-bischkeker-gruppe-vtoroi-ka-geht-auf-europatour/">Die Scheißkerle kommen: Bischkeker Gruppe Vtoroi Ka geht auf Europatour</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Was kann man von diesem Album erwarten? Es gab bereits eine erste Rezension von einem beliebten Telegram-Kanal in Russland. Es ist ein neuer Sound. Ein neuer Klang. Es ist kein Punk, es ist Reggae, es ist keine elektronische Musik, vielleicht eine Art Hip-Hop. Und die Songs, die darauf zu finden sind: Der früheste, der erste Song, wurde 1994 geschrieben, der späteste im Jahr 2023. Dabei vermittelt das Album eine gewisse Ganzheitlichkeit, es gibt also keine Unterteilung. Es ist kein „Greatest Hits“-Album, sondern ein echtes Album.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar sind dort alte Hits enthalten, aber wir haben bewusst darauf geachtet, dass es nicht „The Very Best of Greats Hits“ wird, sondern ein neues Album von Ermen Anti, Doktor Hoffman, „Radio Baikonur”. Das war das ganze Konzept.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sie hatten bereits Konzerte in Novi Sad und Belgrad, und vor kurzem waren Sie in Prag und Stuttgart. In Prag haben Sie zusammen mit Maksym Kabyr und Viktor Kulhanek das Buch „Trilobiti“ vorgestellt. Worum geht es in diesem Buch und wie sind diese Idee und dieses Projekt überhaupt entstanden?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2023 kam ich zum ersten Mal für ein Solokonzert nach Prag. Dort lernte ich Maksym und Denis kennen. Im selben Jahr erschien mein Buch in Tschechien. Die Gedichte waren dort zweisprachig abgedruckt: auf der einen Seite der Originaltext auf Russisch, auf der anderen Seite die tschechische Übersetzung. Dieses Buch war die erste Veröffentlichung eines kasachischen Dichters in tschechischer Sprache seit der Unabhängigkeit Kasachstans. Das Buch ist in vielen tschechischen Bibliotheken zu finden und es gibt auch Rezensionen dazu. Der tschechische Botschafter in Kasachstan besitzt sein eigenes Exemplar, wir haben es gut verbreitet. Wir fuhren für Konzerte nach Prag und freundeten uns an. Viktor Kulhanek kannte ich schon lange, als er noch in Moskau lebte. Er arbeitete dort bei Radio Svoboda.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und so kam es, dass wir beschlossen, zu dritt ein gemeinsames Gedichtband mit Werken von drei verschiedenen Autoren herauszugeben. Wir sind Vertreter derselben Generation. Ich komme aus Kasachstan. Viktor Kulhanek stammt aus Russland, lebt aber in Prag. Maksym Kobyr kommt aus der Ukraine und lebt ebenfalls in Prag. Wir haben einen solchen Gedichtband zusammengestellt, in dem jeder etwa 20 seiner Werke beigesteuert hat. Sie wurden alle in einem Band vereint. Das einzig Spezielle ist, dass meine Gedichte an erster Stelle stehen und ich eine Übersetzung ins Tschechische hinzugefügt habe. Denn ich möchte, dass die Tschechen meine Gedichte auf Tschechisch lesen können. Bei den anderen sind sie nur auf Russisch, bei mir auf Russisch und auf Tschechisch.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ich habe gehört, dass Sie das Gleiche mit Ihren Gedichten in Berlin gemacht haben, dass es eine russische und eine deutsche Fassung gibt. Haben Sie die deutsche Fassung selbst geschrieben?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nein, die deutsche Fassung wurde von den Verlegern Mario Aksher und Yuri herausgegeben. Sie haben sie übersetzt. Es handelt sich dabei nicht um zwei verschiedene Bücher. In einem Buch steht der Text auf Russisch und daneben, auf der anderen Seite, auf Deutsch. Es ist also einfach eine Übersetzung, sozusagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sie treten bereits seit 1992 mit „Adaptatsiya” auf. Das ist schon eine ziemlich lange Zeit. Wie hat sich die Punkszene in Kasachstan bzw. in Zentralasien seitdem verändert? Welche Veränderungen konnten Sie beobachten?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Punkszene war damals noch nicht besonders stark ausgeprägt; als wir in den 90er Jahren in Aktobe anfingen, gab es zwar einige Bands, vielleicht in Almaty, aber sie war noch nicht so weit entwickelt. Dann gab es eine Zeit, in der sich in Aktobe, abgesehen von „Adaptatsiya“, so etwas wie eine Clique bildete, um uns herum entstand eine ganze Clique, die wir „Aktobe-Punk-Club“ nannten. Er wurde 1993 gegründet und umfasste etwa 8 verschiedene Projekte. Das heißt, ich spielte Gitarre bei „Adaptatsiya&#8220; und spielte auch in einer anderen Band namens „Mucha“ Schlagzeug. Wir waren ungefähr zu sechst und spielten in sieben Bands.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zudem haben wir uns an allerlei verschiedenen Projekten ausprobiert. 1994 habe ich ein interessantes Projekt auf Kasachisch namens „Bischarabaldar“ [<em>„Arme Kinder“, Anm. d. Red.</em>] ins Leben gerufen. Ich habe einen Song geschrieben, weil ich mir wünschte, dass es auch auf Kasachisch Punk gäbe. Es gab Punks in Malaysia und auf den Philippinen, aber auf Kasachisch gab es so etwas quasi nicht. Und ich habe eine ganze Reihe solcher Songs geschrieben, aber es ist kein wirklich ernsthafter Punk, sondern eher sozialkritischer oder antireligiöser Punk, zum Beispiel der Song „Ich liebe Schweinefleisch“, der bei den allzu Religiösen eine Art Hysterie ausgelöst hat. Und dieses Projekt hatte einige Hits, 2004 haben wir in Frankreich ein ganzes Split-Album aufgenommen, auf dem die Hälfte „Adaptatsiya“ und die andere Hälfte „Bischarabaldar“ ist. Damit haben wir zementiert, dass es kasachischen Punk gibt. Jeder Punkfan auf der Welt kann jetzt „Bischarabaldar“ finden und Punk auf Kasachisch hören.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/duo-falak-wie-tadschikische-tradition-in-experimenteller-musik-neu-auflebt/">Duo Falak – Wie tadschikische Tradition in experimenteller Musik neu auflebt</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Später, als in Kasachstan Mitte der Nullerjahre mehr oder weniger eine Zeit des Wohlstands einsetzte, tauchte eine ganze Welle junger Punkbands auf, die Pop-Punk spielten und sich an der kalifornischen Szene orientierten. Äußerlich sah das nach Punk aus, inhaltlich sangen sie aber wie jede andere Pop-Band: über Mädchen, über Bier – es ging also überhaupt nicht um soziale Probleme. Sie sangen nicht einmal über die Probleme ihrer Generation, etwa innere Probleme – die Emos zum Beispiel sangen über die inneren Belange der Jugend –, sondern diese hier sangen einfach:<em> „Ich habe mich mit einem Mädchen gestritten, ich geh mich betrinken.“</em> Und das alles sozusagen im Rhythmus des Punkrocks.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe mich davon immer ferngehalten. Aber ich kann jetzt sagen, dass in den letzten Jahren, besonders in Almaty, eine Art Renaissance des Punkrocks zu beobachten ist. Es tauchen sehr viele verschiedene junge Punkbands auf, und zwar von so einem „Crossover-Punk“ – hart, Hardcore – bis hin zu eher traditionellem Punk. Dann entwickelte sich Fem-Punk, es entstanden Bands in Astana und Almaty, Mädchen, die Punk spielen, was es früher nicht gab. Also, ja, es gibt gerade so etwas wie eine dritte Welle des Punk. Wir spielen schon lange, und ich habe vieles davon miterlebt und sehe es – ich kann sagen, dass es gerade einen Aufschwung gibt.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Welche Rolle spielen Sie in diesem Ganzen? Würden Sie Sich für diese neueren Punkbands als eine Art Idol oder Wegbereiter bezeichnen?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich weiß nicht, welche Rolle ich spiele. Manche lieben uns, manche hassen uns zutiefst. Das ist nun mal so, wir sind in unserer Stadt auch nicht zu Popstars geworden. Wir sind dort sehr bekannt, und auch landesweit in dieser ganzen Szene. Aber wir hatten immer so eine Art, uns ein bisschen abseits zu halten, wir waren nicht im Mainstream, deshalb sind die Beziehungen unterschiedlich, von respektvoll bis hasserfüllt sozusagen. Das sind normale Gefühle, ich will ja nicht jedem gefallen, deshalb ist sogar Hass ein normales Gefühl. Man kann in dieser Szene natürlich nicht unumstritten sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was bedeutet es für Sie persönlich, in Kasachstan ein Punk zu sein? Unterscheidet sich diese Erfahrung etwa von der in anderen Teilen der Welt?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bin jetzt schon 52 Jahre alt. Ich sage nicht direkt, dass ich ein Punk bin. Ich sage, ich bin ein Nomaden-Punk. Oder ein Punk-Musiker. Das heißt, ich bin nicht mehr derjenige, der ich mit 17 oder 18 war, als ich mit einem Irokesenschnitt herumlief. Ich habe jetzt meine Familie und alles ist ein bisschen anders. Ich bin also kein Street-Punker mehr, der 20 oder 25 ist. Ich habe bereits einige Jahre auf dem Buckel, ein gewisses Verständnis, eine gewisse Verantwortung, deshalb drückt sich mein Punk im Grunde genommen in erster Linie in Ideen und in der Musik aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bin grundsätzlich immer der Meinung, dass Punk sozusagen eine Idee von Freiheit und Protest ist. Das heißt, wenn dich irgendetwas bedrückt, wie zum Beispiel derzeit der Ukrainekrieg. Ich sehe mich alsTeil dieses Prozesses. Das heißt, im Moment sehe ich es quasi als Aufgabe der Band, dazu beizutragen, dass dieser Krieg auf normale Weise endet, dass das Imperium verliert. Wir tun gerade alles, damit unsere Hörer – auch diejenigen, die in Russland verblieben sind – sehen, dass wir leben, dass wir arbeiten, dass wir etwas tun. Und wenn der richtige Moment kommt, werden sich diese Menschen angemessen verhalten. Das sind also nicht die Leute, die Putin und den Krieg unterstützen. Im Moment halte ich das für das Wichtigste.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/der-metal-boom-in-bischkek-ein-kirgisischer-musikpionier-im-portraet/">Der Metal-Boom in Bischkek: ein kirgisischer Musikpionier im Porträt</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber es gibt einige Punkbands, die Punk spielen, aber überhaupt nicht über soziale Themen singen. Ich zwinge niemanden, ich mache keine Propaganda. Das ist eine persönliche Entscheidung jedes Einzelnen, wie er es sieht. Aber das ist mein Blickwinkel auf die ganze Sache. Ich bin 52 Jahre alt, wie lange ich noch leben werde, weiß ich nicht. Wie lange dieser Krieg noch dauern wird, weiß ich nicht. Aber wenn Putin diesen Krieg gewinnt, dann wird es auch für Kasachstan schlecht ausgehen, den Ort, an dem ich lebe. Ich wohne 100 Kilometer von der russischen Grenze entfernt. Deshalb ist meine Haltung so: Solange dieser Krieg andauert, solange wir so arbeiten, werden wir so hart auf all das reagieren.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das zeigt sich nicht darin, dass wir dort irgendwelche politischen Slogans oder solche Sachen raushauen. Im Gegenteil, wir arbeiten ständig. Jedes Jahr bringen wir Alben heraus, sind aktiv und schreiben Songs. Aber genau diese Botschaft steckt in diesen Songs.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Inwiefern unterscheidet sich Ihre Poesie von der Musik?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt keinen großen Unterschied. Musik ist Musik, Poesie ist Poesie. Manchmal entstehen Songs einfach auf unterschiedliche Weise. Manchmal entsteht zuerst der Text, dann die Musik. Manchmal ist es umgekehrt, erst die Musik, dann der Text, und manchmal beides gleichzeitig. Ich mache da keine Unterscheidungen. Das bin ich. Das sind sozusagen meine Gedichte. Alles, was sozusagen von mir kommt, auch die Musik. Ich versuche, es so zu gestalten, dass diese Gedichte meiner Meinung nach mit dieser Begleitung angemessen klingen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Heißt das also, dass Sie für sich selbst keine klaren Grenzen zwischen Poesie und Musik ziehen?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich trete manchmal bei Dichterlesungen auf, wo ich einfach vorlese. Ich habe viele Texte, aus denen keine Lieder geworden sind. Es sind einfach Gedichte. Und das ist normal. Manchmal wird aus einem Gedicht ein Monat später ein tolles Lied.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mit Dr. Hoffman spielen Sie Ihre Lieder im Reggae-Stil. Was hat Sie zu diesem Projekt motiviert?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Reggae, ein bisschen Elektronik, so eine Art Old-School-Hip-Hop, könnte man sagen. Es war wie so oft eine Frage des Zufalls. Dr. Hoffman ist ein alter Bekannter von mir. Erstens ist er ein Landsmann von mir, er kommt aus Kasachstan. Ende der 90er Jahre ist er aus Almaty weggegangen.&nbsp; Er kam zu unseren Konzerten, er liebt &#8222;Adaptatsiya&#8220; sehr. Und vor einem Jahr hat er mir ein paar instrumentale Demoversionen geschickt. Er sagte: <em>„Ermin, schau mal, was ich da gemacht habe, hör mal rein.“</em> Es hat mir gefallen, darum sagte ich, lass uns ein Album machen. Und ein bisschen ohne Eile, ich war sehr beschäftigt, weil ich noch auf Tour war, irgendwelche Dinge zu erledigen hatte. Aber wir haben gearbeitet, er hat mir etwa 15 bis 17 Tracks geschickt, von denen ich nur 9 ausgewählt habe, mit denen wir dann weitergearbeitet haben. Denn manche Versionen haben nicht funktioniert, klangen nicht gut. Aber die 9, die wir ausgewählt haben, haben wir überarbeitet, ich habe die Gesangsparts aufgenommen, wir haben sie uns geschickt und abgemischt. Wir haben also lange daran gearbeitet, das Album ist buchstäblich gerade erst erschienen, ich habe es auf <a href="https://ermenanti.bandcamp.com/album/dr-hoffmann-2026">Bandcamp</a> veröffentlicht, etwa drei Stunden vor dem Abflug zur Tour. Es ist jetzt auf <a href="https://open.spotify.com/intl-de/album/75N0dG3Zxo0bgIhMTluUfn">Spotify</a>, <a href="https://music.apple.com/ge/album/%D1%80%D0%B0%D0%B4%D0%B8%D0%BE-%D0%B1%D0%B0%D0%B9%D0%BA%D0%BE%D0%BD%D1%83%D1%80/6773697624">Apple Music</a> und so weiter zu finden, man kann es eigentlich überall finden. Wir haben es auf unserer <a href="https://ermen.antimusic.ru/">Website</a> veröffentlicht, dort kann man es kostenlos herunterladen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Live-Präsentationen finden nur in Berlin und Leipzig statt, weil wir ja weit entfernt voneinander wohnen. Ich werde vielleicht Präsentationen in Kasachstan halten, aber das wird dann wohl ohne Dr. Hoffmann sein, nur mit Musik und Videokunst. Daher werden wir dort leider nicht komplett sein, aber ich denke, auch in Kasachstan werden die Leute von so einem Sound ein bisschen überrascht sein. Nicht jeder sieht mich ohne Gitarre, sondern nur mit einem Mikrofon.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sie haben auf Instagram einen Beitrag über Ihre Lieblingsspots in Berlin gepostet. Wie sind Sie überhaupt 2002 zum ersten Mal nach Berlin gekommen? Was halten Sie von dieser Stadt?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist meine Lieblingsstadt auf der ganzen Welt. Ich war schon sehr oft dort – seit dem ersten Mal versuche ich, hierherzukommen und mehr Zeit hier zu verbringen. Und 2002 war das überhaupt unsere erste Auslandsreise. Wir hatten damals Konzerte in Berlin und in Paris. Und als uns Berlin verzaubert hatte, verbrachten wir hier etwa zwei Wochen. Es war ein etwas anderes Berlin; mir ist klar, dass sich Städte verändern, aber damals erlebten wir noch das alte Kreuzberg, eine Art gegenkulturelles Zentrum. Jede Menge Leute, Ausstellungen, Säle. Wir sind überall hingegangen und haben uns alles angesehen. Für uns war das etwas ganz Neues. Dann hat uns die Multikulturalität der Stadt sehr beeindruckt. Also diese Vermischung verschiedener Kulturen, sogar auf der Ebene der Küche – das Essen dort ist sehr interessant. Und dann die Stadt selbst, ihr Rhythmus, die Architektur. Hier hängt alles zusammen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und meine zweitliebste Stadt ist Almaty. Sie ist einfach die Kulturhauptstadt Kasachstans – man nennt sie auch die kulturelle und die südliche Hauptstadt. Aber tatsächlich, ja, alle wichtigen kulturellen Ereignisse und Auftritte von Künstlern, Musikern und Theatern – all das findet in Almaty statt. Astana hinkt da weit hinterher, denn in Astana dreht sich fast alles nur um das Offizielle.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wenn Sie in Europa auftreten, wie wird Ihr Schaffen dort aufgenommen? Und wer besucht Ihre Konzerte?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Von Anfang an, als wir anfingen, hierher zu kommen, spielten wir natürlich vor einem Publikum, das in Berlin hauptsächlich aus Einwanderern aus der Sowjetunion bestand. Aus den ehemaligen Republiken der Sowjetunion. In Frankreich gab es das hingegen überhaupt nicht. Wir hatten einen Direktor, der selbst Anarchist war, und er hat uns extra auf die linke Szene geschickt, wir spielten Konzerte in anarcho-kommunistischen, linken Squats. Die Szene war damals sehr stark entwickelt, sie hatten ihre eigenen Clubs, ihre eigenen Bars, Squats, Labels, Radiosender. In Paris gab es <em><a href="https://radio-libertaire.org/accueil.php">Radio Libertaire</a></em>, einen sehr guten Rund-um-die-Uhr-Radiosender. Wir waren sehr oft dort auf Sendung, unsere Songs wurden gespielt. Das heißt, dort gab es keine Russen, wir spielten zusammen mit französischen Bands für die Franzosen. Sie waren begeistert, sie haben vielleicht die Texte nicht verstanden, aber sie haben die Energie gespürt.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich würde sagen, dass die Mehrheit, besonders jetzt, ein Großteil unseres Publikums [<em>aus Russland, Anm. d. Red.</em>] weggezogen ist. Etwa eine Million Menschen sind weggezogen, und die meisten von ihnen haben sich in Europa niedergelassen. Ich hätte also nie gedacht, dass ich einmal in Serbien spielen würde, dort, bei Akustikkonzerten. Und jetzt fahre ich dorthin, und dort gibt es Leute, die uns in Russland besucht haben, und jetzt kommen sie eben dorthin. Und zum Beispiel in Polen, in Warschau oder in Vilnius kommen hauptsächlich Belarussen zu den Konzerten. Das sind diejenigen, die gezwungen waren, aus Belarus zu fliehen, und die dort bis zu den Ereignissen des Jahres 2020 zu unseren Konzerten kamen. Dann hat die Hälfte von ihnen kurze Haftstrafen im Gefängnis verbüßt.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Werden Sie dort auch beim Festival „Zapatista Baltica“ in Riga auftreten?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, es ist ein <a href="https://www.instagram.com/p/DYpnTDMDIyS/?utm_source=ig_web_copy_link&amp;igsh=NTc4MTIwNjQ2YQ%3D%3D">kleines Festival</a> – Anarchisten veranstalten oft solche kleinen Akustikfestivals –, aber es ist interessant, weil dort – abgesehen davon, dass ich als Headliner aus Kasachstan dabei bin – auch jemand aus der Ukraine auftreten wird. Ich kenne ihn, wir sind 2007 bis 2008 einmal gemeinsam in Klaipėda aufgetreten. Und zwei Künstler aus Litauen und aus Lettland. Bei dem Festival versammeln wir uns trotz des Krieges als Vertreter dreier Länder und veranstalten gemeinsam ein Konzert. Es ist nicht so groß, aber für diejenigen, die daran Interesse haben, ist es sozusagen ein DIY-Festival.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die letzten Jahre hat gerade der Post-Punk aus dem postsowjetischen Raum an Beliebtheit gewonnen, vor allem dank Bands wie <strong>„</strong>Molchat Doma” aus Belarus und Playlists auf YouTube. Haben Sie dieses Phänomen auch wahrgenommen, und was denken Sie über die weltweite Popularisierung des post-sowjetischen Post-Punks?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Phänomen finde ich sehr interessant. <strong>„</strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Molchat_Doma">Molchat Doma</a>” hat vor allem in den letzten 2 bis 3 Jahren für Furore gesorgt. Es gibt auch die Band <strong>„</strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Motorama_(Band)">Motorama</a>” aus Rostow-am-Don, die in Lateinamerika beliebter ist als in Russland und Europa und dort massenweise Zuschauer anzieht. Sie wurde bereits vor über zehn Jahren gegründet und geht oft nach Lateinamerika auf Tour. <strong>„</strong>Molchat Doma” ist auf der ganzen Welt bekannt und spielt große Konzerte und auf Festivals, obwohl sie auf Russisch singen, was sehr interessant ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Grunde war das Hauptproblem immer die Sprache. Man sieht, dass sie [<em>Molchat Doma</em>, <em>Anm. d. Red.]</em>] ihren eigenen Stil kreiert haben und gleichzeitig sehr viele Einflüsse von traditionellen Vorreitern des Genres übernommen haben, wie z. B. The Cure, Joy Division oder Bauhaus. Man sollte sich freuen, dass es für sie so gut geklappt hat. Das gilt auch für die Nowosibirsker Band <strong>„</strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ploho">Ploho</a>”: Obwohl sie mittlerweile in Serbien wohnhaft sind, haben sie für sich mittlerweile den chinesischen Markt entdeckt. Sie reisen nach China, die Chinesen verstehen keine einziges Wort von dem, worüber sie singen, obwohl sie auch einen sehr poetischen Stil des Post-Punks verkörpern. Doch ihnen gefällt es trotzdem, wenn da ein paar russische Typen hinreisen und Post-Punk spielen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie erklären Sie sich den Erfolg dieser russischsprachigen Bands in Regionen, wo überhaupt kein Russisch gesprochen wird?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu 100 Prozent kann ich das auch nicht verstehen. Ich freue mich sehr für die Leute, aber Bands wie <strong>„</strong>Ploho” oder <strong>„</strong>Motorama” spielen jetzt keinen sehr innovativen Stil, den außer ihnen in z. B. den USA oder England niemand spielt. In England wurde der Musikstil schließlich auch erfunden und ist dort immer noch beliebt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den Perestroika-Jahren gab es ein paar Jahre die sogenannte <strong>„</strong>Gorbomania” <em>[benannt nach dem damaligen Generalsekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion Mikhail Gorbatschow, Anm. d. Red.]</em>. Damals ist in Europa und Amerika ein regelrechter Hype ausgebrochen um alles, was aus der damaligen Sowjetunion kam und mit dem politischen Prozess der Perestroika zu tun hatte. Es ging dabei um Schallplatten, um Fernsehsendungen, es wurden Festivals veranstaltet und Menschen reisten nach Russland. Doch danach ist dieser Hype wieder sehr schnell abgeflaut und kam aus der Mode. Schließlich verstanden die Menschen auch kein Wort Russisch, und das Interesse an der Perestroika fand mit dem Zusammenbruch der UdSSR ein jähes Ende.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich glaube allerdings, dass der jetzige Hype andere Gründe hat, da derzeit nichts wie die Perestroika stattfindet. Wahrscheinlich ist es das Internet, wo Menschen aus verschiedenen Teilen der Welt dank der Algorithmen mit russischsprachiger Musik in Kontakt kommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Am 17. Juni spielt Ermen Anti das letzte Konzert des deutschen Teils seiner Europatournee in Düsseldorf. Los geht&#8217;s im &#8222;Black &amp; Lemon</em>&#8220; <em>um 19 Uhr, der Eintritt beträgt 15 Euro. Am Samstag tritt Ermen schließlich auf dem &#8222;Zapatista Baltica&#8220; Festival in Riga auf.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Im Einklang der Dichter</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Jul 2025 03:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bild des Tages]]></category>
		<category><![CDATA[Architektur]]></category>
		<category><![CDATA[Denkmal]]></category>
		<category><![CDATA[hamid olimjon]]></category>
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		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
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		<category><![CDATA[zulfiya]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dieses Denkmal in der Geburtsstadt Jizzax in Usbekistan ehrt die ber&#xFC;hmten Dichter Hamid Olimjon und Zulfiya. Seite an Seite dargestellt, symbolisieren diese herausragenden Pers&#xF6;nlichkeiten der usbekischen Literatur die Verbindung von Poesie, Kultur und Liebe zum Wissen. Im Hintergrund bereichert traditionelle Architektur die Szenerie und verbindet Geschichte mit literarischem Erbe. Foto: Hubert-F&#xE9;lix&#xA0;Delattre (Frankreich)</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Dieses Denkmal in der Geburtsstadt <strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Jizzax">Jizzax</a></strong> in Usbekistan ehrt die berühmten Dichter <strong><a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Hamid_Olimjon">Hamid Olimjon</a></strong> und <strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zulfiya_(Dichterin)">Zulfiya</a></strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seite an Seite dargestellt, symbolisieren diese herausragenden Persönlichkeiten der usbekischen Literatur die Verbindung von Poesie, Kultur und Liebe zum Wissen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Hintergrund bereichert traditionelle Architektur die Szenerie und verbindet Geschichte mit literarischem Erbe.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Foto: <strong><a href="https://www.instagram.com/hubertfelix_8/">Hubert-Félix Delattre</a></strong></strong> (Frankreich)</p>


<p><a style="color: #f57d20; text-decoration: underline;" href="https://www.novastan.org/de/cat/bild-des-tages/">Hier</a> geht’s zu mehr Bildern des Tages. Sie können einige davon kaufen und zu Hause empfangen: <span style="color: #ff6600;"><a style="color: #ff6600;" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/du-kannst-das-bild-des-tages-von-novastan-auch-kaufen/">hier ist die Liste</a></span>! Wenn Sie Ihr Bild nicht in der Liste finden, schicken Sie uns eine E-Mail an <span style="text-decoration: underline;"><a href="mailto:photo@novastan.org">photo@novastan.org</a></span>.</p>
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		<title>Poesie und Ideologie</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Mar 2025 04:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bild des Tages]]></category>
		<category><![CDATA[Dushanbe]]></category>
		<category><![CDATA[Poesie]]></category>
		<category><![CDATA[Rudaki]]></category>
		<category><![CDATA[Rudaki-park]]></category>
		<category><![CDATA[Statue]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Vladimir Kozlov]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Rudaki-Park in Dushanbe steht eine Statue des gleichnamigen Poeten. 2007 ersetzte sie die Lenin-Statue. Sie wurde zu Ehren von Rudakis Geburtstag im Jahr 1150 angefertigt, der Dichter gilt als Vater der tadschikischen Poesie war. Sie wurde von Bildhauer Vladimir Kozlov aus Bronze gefertigt und ist eine exakte Kopie eines Denkmals, das zuvor im Petersburger [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Im <strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rudaki">Rudaki</a></strong>-Park in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Duschanbe"><strong>Dushanbe</strong> </a>steht eine Statue des gleichnamigen Poeten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">2007 ersetzte sie die Lenin-Statue. Sie wurde zu Ehren von Rudakis Geburtstag im Jahr 1150 angefertigt, der Dichter gilt als Vater der tadschikischen Poesie war. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie wurde von Bildhauer Vladimir Kozlov aus Bronze gefertigt und ist eine exakte Kopie eines Denkmals, das zuvor im Petersburger Smolny-Palast aufgestellt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><a href="https://www.instagram.com/fifiotos/">Photo: Fiona Smith</a></strong> (Deutschland)</p>


<p><a style="color: #f57d20; text-decoration: underline;" href="https://www.novastan.org/de/cat/bild-des-tages/">Hier</a> geht’s zu mehr Bildern des Tages. Sie können einige davon kaufen und zu Hause empfangen: <span style="color: #ff6600;"><a style="color: #ff6600;" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/du-kannst-das-bild-des-tages-von-novastan-auch-kaufen/">hier ist die Liste</a></span>! Wenn Sie Ihr Bild nicht in der Liste finden, schicken Sie uns eine E-Mail an <span style="text-decoration: underline;"><a href="mailto:photo@novastan.org">photo@novastan.org</a></span>.</p>
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		<title>Tod von Wjatscheslaw Schapowalow, Volksdichter Kirgistans</title>
		<link>https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/tod-von-viatcheslav-chapovalov-einem-volksdichter-kirgistans/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Chloé Renard]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 09 Oct 2022 00:02:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Dichter]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Poesie]]></category>
		<category><![CDATA[Schriftsteller]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wjatscheslaw Schapowalow ist im Alter von 74 Jahren verstorben. Ein R&#xFC;ckblick auf Leben und Werk des kirgistanischen Poeten. Dieser Artikel erschien zuerst am 28.08.2022 auf der franz&#xF6;sischen Website von Novastan. Am 23. Juli 2022 verstarb Wjatscheslaw Schapowalow. Verwandte und Kollegen haben die Nachricht publik gemacht. Ihnen zufolge war es zweifelsohne der Abschied des &#x201E;ohne zu [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/tod-von-viatcheslav-chapovalov-einem-volksdichter-kirgistans/">Tod von Wjatscheslaw Schapowalow, Volksdichter Kirgistans</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><b><span lang="DE">Wjatscheslaw Schapowalow ist im Alter von 74 Jahren verstorben. Ein Rückblick auf Leben und Werk des kirgistanischen Poeten. Dieser Artikel erschien zuerst am 28.08.2022 auf der <a href="https://novastan.org/fr/kirghizstan/deces-de-viatcheslav-chapovalov-poete-populaire-de-la-republique-kirghize/"><span style="color: windowtext; text-decoration: none;">französischen Website </span></a>von Novastan.
</span></b></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span lang="DE">Am 23. Juli 2022 verstarb <a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/Шаповалов,_Вячеслав_Иванович"><span style="color: windowtext; text-decoration: none;">Wjatscheslaw Schapowalow. </span></a>Verwandte und Kollegen haben die Nachricht <a href="https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=pfbid033BSzEeK3maPcb6bLDkvZTEernsm8wT2fiY1uvBiCCvVWSh7WgXd8bgBz8tCc2xPil&amp;id=100063586302772"><span style="color: windowtext; text-decoration: none;">publik gemacht</span></a>. Ihnen zufolge war es zweifelsohne der Abschied des „<i>ohne zu übertreiben größten Poeten des russischsprachigen Raums</i>“, so wird Wladimir Lidsky, Prosa-Schriftsteller, vom lokalen Ableger des russischen Mediums <a href="https://ru.sputnik.kg/20220725/vyacheslav-shapovalov-konchina-soboleznovaniya-vospominaniya-1066319083.html"><span style="color: windowtext; text-decoration: none;">Sputnik</span></a> zitiert. Gründe für seinen Tod sind nicht bekannt.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span lang="DE">Der Autor wurde am 28. Oktober 1947 in Frunse, heute Bischkek und Hauptstadt Kirgistans, geboren. In selbiger Stadt ist er nun im Alter von 74 Jahren verstorben.</span></p>



<h5 class="wp-block-heading"><b><span lang="DE">Sein</span></b><span lang="DE"> L</span><span lang="DE">eben</span></h5>



<p class="wp-block-paragraph"><span lang="DE">1966 schreibt sich Wjatscheslaw an der Staatlichen Kirgisischen Universität an der Fakultät für Russische Philologie ein und schließt sein Studium 1971 ab. Anschließend arbeitet er als Dozent und Direktor verschiedener Einrichtungen und Institute. „<i>Wjatscheslaw Iwanowitsch war ein sehr zugänglicher Mensch. Das unterschied ihn von anderen Dozenten. Seine Fächer erschienen auf den ersten Blick schwer, doch er unterrichtete sie mit einer erstaunlichen Leichtigkeit. Er war ein Akademiker im wahrsten Sinne des Wortes, denn er führte ein modernes Leben</i>“, erklärt <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Kanat_Sadykov">Kanat Sadykow</a>, Rektor der Nationalen Kirgisischen Universität (Zitat <a href="https://ru.sputnik.kg/20220725/vyacheslav-shapovalov-konchina-soboleznovaniya-vospominaniya-1066319083.html">Sputnik</a>).</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span lang="DE">			<div class="hp-newsletter col-span-3 lg:col-span-1 flex flex-col bg-primary-100 border-t-8 border-secondary-500 rounded-lg justify-center items-center lg:items-stretch px-6 py-6 gap-4 box-border">
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<p class="wp-block-paragraph"><span lang="DE">Zuletzt leitete er im Jahre 2017 das Wissenschaftliche Zentrum für Übersetzung der Kirgisisch-Russischen Slawischen Universität.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span lang="DE">Zudem nahm er aktiv am gesellschaftlichen und politischen Leben des Landes teil. Dies tat er unter anderem seit 1983 als Mitglied des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schriftstellerverband_der_UdSSR">Schriftstellerverbands der UdSSR</a> und als öffentlicher Berater des Präsidenten des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dschogorku_Kengesch">Dschogorku Kengesch</a>, dem kirgistanischen Parlament.
</span></p>



<h5 class="wp-block-heading"><span lang="DE">Werk und Übersetzungen</span></h5>



<p class="wp-block-paragraph"><span lang="DE">Neben seiner Tätigkeit als Lehrkraft und in der Politik war er vor allem eines: Poet. Autor von 15 Gedichtbänden, sechs Monografien, mehr als 30 Übersetzungen kirgisischer Gedichtbände und nicht zu vergessen die etwa 300 wissenschaftlichen Artikel, an denen er mitgearbeitet hat.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span lang="DE">Seine Gedichte und Übersetzungen erschienen weltweit bei einer Vielzahl von Verlagen. <i>Friendship of People, Arion </i>und<i> New Journal </i>wurden beispielsweise in Russland, Europa und Asien verlegt.</span></p>



<h5 class="wp-block-heading"><span lang="DE">Kirgistan, seine große Liebe</span></h5>



<p class="wp-block-paragraph"><span lang="DE">„<i>Er kannte die kirgisische Kultur sehr gut und sprach Kirgisisch. Als Übersetzer leistete er viel wissenschaftliche Arbeit. Schapowalows Liebe zur kirgisischen Kultur hebt das Gedicht „Die Geburt des Manastschy“ ganz besonders hervor. Hierbei hat er es verstanden, den Geist von Manas und die Weltanschauung des kirgisischen Volks zu vermitteln. Durch seine Übersetzung von </i><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Manas_(Epos)"><i><span style="color: windowtext; text-decoration: none;">Manas</span></i></a><i> hat er sich in die Geschichte im Bereich kirgisischer Literatur eingeschrieben</i>“, erklärt Bachtijar Kojtschujew, Doktor für wissenschaftliche Philologie, der über viele Jahre mit ihm zusammenarbeitete.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span lang="DE">Unter seinen Übersetzungen finden sich unter anderem das <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/manas-kulturelles-erbe-zwischen-china-und-kirgistan/">Manas-Epos</a> sowie die Enzyklopädie der alt-türkischen Dichtung von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mahm%C5%ABd_al-K%C4%81schghar%C4%AB">Mahmud al Kaschgari</a>. Zudem nahm sich Schapowalow die Übersetzung der Verse von kirgisischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Akyn">Akyns</a> vor (Volksdichter, die im Wettstreit mit instrumental begleitetem Sprechgesang gegeneinander antreten), wie beispielsweise <a href="https://ky.wikipedia.org/wiki/%D0%9A%D0%B0%D0%BB%D1%8B%D0%B3%D1%83%D0%BB_%D0%91%D0%B0%D0%B9_%D1%83%D1%83%D0%BB%D1%83">Kalygul Baj uulu</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Toktogul_Satylganow">Toktogul Satylganow</a> und weitere klassische Werke des 20. Jahrhunderts.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><span lang="DE">Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/koel-fest-ein-pionier-in-der-kirgisischen-festivallandschaft/">Köl-Fest: Ein Pionier in der kirgisischen Festivallandschaft</a></span></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span lang="DE">Die Mitwirkung in so vielen Bereichen brachte dem Dichter zahlreiche Preise ein. Für sein Schaffen im Dienste der Entwicklung der kirgisischen Dichterkultur kürte man ihn 27. Oktober 2006 zum Volksdichter der Kirgisischen Republik. Kurze Zeit später, am 4. Dezember 2007, überreichte man ihm die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dschogorku_Kengesch">Puschkin-Medaille</a> zum Dank für seine Übersetzungen. Diese haben zur Verbreitung und Erhaltung des Kulturerbes beigetragen.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span lang="DE">Vor wenigen Jahren, am 20. November 2017, verlieh man ihm für sein weitreichendes Wirken in der sozioökonomischen Entwicklung den <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Order_of_Manas">Manas-Orden</a>. Es werden nicht die letzten Auszeichnungen <a href="https://culture.akipress.org/news:1795023/?from=kgnews&amp;place=maincats"><span style="color: windowtext; text-decoration: none;">Schapowalows </span></a>bleiben, denn sein Einfluss auf die Entwicklung des Landes wird weiterbestehen.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span lang="DE"><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p></span></p>



<h5 class="wp-block-heading"><span lang="DE">Ehrungen</span></h5>



<p class="wp-block-paragraph"><span lang="DE">Die kirgisische Presseagentur <a href="https://culture.akipress.org/news:1795023/?from=kgnews&amp;place=maincats">AKIpress</a> äußerte sich in einem Schreiben zum Ableben des Dichters: „<i>Die Erinnerung an Wjatscheslaw Iwanowitsch Schapowalow wird in unseren Herzen weiterleben. Er trug mit seinem Schaffen maßgeblich zur Entwicklung der kirgisischen Gesellschaft bei. Wir möchten unser tief empfundenes Beileid mit Eltern und Freunden des Verstorbenen bekunden. Wir fühlen und trauern mit ihnen um diesen bitteren Verlust</i>.“</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span lang="DE">Eine letzte Ehrung ereignete sich am 27. Juli 2022 vor dem nach <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Abdylas_Maldybajew">Abdylas Maldybajew</a> benannten <a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%9A%D0%B8%D1%80%D0%B3%D0%B8%D0%B7%D1%81%D0%BA%D0%B8%D0%B9_%D1%82%D0%B5%D0%B0%D1%82%D1%80_%D0%BE%D0%BF%D0%B5%D1%80%D1%8B_%D0%B8_%D0%B1%D0%B0%D0%BB%D0%B5%D1%82%D0%B0_%D0%B8%D0%BC%D0%B5%D0%BD%D0%B8_%D0%90._%D0%9C%D0%B0%D0%BB%D0%B4%D1%8B%D0%B1%D0%B0%D0%B5%D0%B2%D0%B0">Theater für Oper und Ballett</a>. Darüber berichtete <a href="https://www.azattyk.org/a/kyrgyz-adabiyatyna-kyzmaty-toodoy-el-akyny-shapovalov-dueynoe-saldy/31958837.html">Radio Azattyk</a>, der kirgisische Zweig des amerikanischen Mediums Radio Free Europe.</span></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><b><span lang="DE">Chloé Renard</span></b></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><b><span lang="DE">Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/kirghizstan/deces-de-viatcheslav-chapovalov-poete-populaire-de-la-republique-kirghize/">Französischem</a> von Arthur Siavash Klischat</span></b></p>



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		<title>Schimengul Awut, uigurische Dichterin</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Florian Coppenrath]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Mar 2017 17:18:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uigurische Region]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Poesie]]></category>
		<category><![CDATA[Xinjiang]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Schimengul Awut ist eine der bedeutendsten uigurischen Dichterinnen unserer Zeit, ist im Westen aber kaum bekannt. Wir bieten einen Einblick in ihr Werk. Die Novastan-Redaktion lie&#xDF; sich von einem Artikel von Gulnare Awtowa, Forscherin am Sulejmenow Institut f&#xFC;r Orientalistik in Kasachstan, inspirieren. Er erschien zuerst in der dritten Ausgabe der franz&#xF6;sisch-uigurischen Zeitschrift &#x201E;Regard sur les [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><em><strong>Schimengul Awut ist eine der bedeutendsten uigurischen Dichterinnen unserer Zeit, ist im Westen aber kaum bekannt. Wir bieten einen Einblick in ihr Werk. Die Novastan-Redaktion ließ sich von einem Artikel von Gulnare Awtowa, Forscherin am Sulejmenow Institut für Orientalistik in Kasachstan, inspirieren. Er erschien zuerst in der dritten Ausgabe der französisch-uigurischen Zeitschrift „<a href="http://www.oghouz.org/">Regard sur les Ouïghour.e.s</a>“ (Blick auf UigurInnen).</strong></em></p>
<p style="text-align: justify">Schimengul Awut gilt als aufstrebender Stern der modernen uigurischen Poesie. Sie wurde im Jahr 1973 in Kaschgar geboren und veröffentlichte ihre ersten Gedichtbänder „<em>Knospe des Grolls</em>“ und „<em>Steinernes Blütenblatt</em>“ nach ihrem Literaturstudium.</p>
<p style="text-align: justify">Im Jahr 2004 wurde sie auf dem ersten „Kolloquium zur weiblichen Literatur“ der uigurischen Region zu einer der zehn größten weiblichen Autorinnen erklärt. In dieser Zeit erhielt ihr Buch „Der Weg ohne Zurück“ den Tulpar-Literaturpreis, eine der wichtigsten Auszeichnungen der uigurischen Literatur.</p>
<p style="text-align: justify">Ihre Werke werden in China und in allen turksprachigen Ländern Zentralasiens veröffentlicht. Awut vertritt im Xinjiang (offizieller chinesischer Name der uigurischen Region, Anm. d. Red.) die modernistische Bewegung. Die jungen uigurischen SchrifstellerInnen und DichterInnen haben sich diese westliche Bewegung, die sich für eine neue, vom Akademismus befreite poetische Kunst einsetzt, schnell zu eigen gemacht.</p>
<p style="text-align: justify">Der Modernismus ist im späten 19. Jahrhundert als hispano-amerikanische Literaturbewegung entstanden. Er inspiriert sich vom den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Parnassiens">Parnassiens</a> und den Symbolisten und steht für eine Befreiung vom Pathos und der Nüchternheit in der poetischen Esthetik. Konkret bedeutet das freie Versmaße, die einer natürlicheren Sprache entsprechen sollen und der Rückgriff auf viele Metaphern und reiche Wortfelder, um neue poetische Rhythmen und Formen zu erschaffen.</p>
<p style="text-align: justify">Ein halbes Jahrhundert später hat diese Bewegung auch die uigurische Region erreicht, zuerst über Muchemmed Baghrasch, <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Memtimin_Hoshur">Memtimin Hoshur</a> und Tohti Ajup, die zu <a href="https://www.uigurkultur.com/kunst-und-wissenschaft/literatur/">den bekanntesten uigurischen Schriftstellern</a> des 20. Jahrhunderts zählen. Diese junge Generation wurde zuerst von den Anhängern klassischer Literatur verrufen, erfuhren aber viel Unterstützung durch ihre Leserschaft.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Gedichte zu uigurischen Heldinnen</strong></p>
<p style="text-align: justify">Einen großen Teil ihrer Motive zieht Awut aus der uigurischen Tradition und Geschichte. Sie wendet sich an bekannter uigurische Frauen aus verschiedenen Orten und Epochen. So zum Beispiel an „Nusugum“ und „Riswangul“</p>
<p style="text-align: justify">Nusugum ist eine historische uigurische Heldin aus Kaschgar. Sie verweigerte die Hochzeit mit einem chinesischen Beamten, der daraufhin versuchte, sich an ihr zu vergreifen. Als sie floh, schickte er seine Soldaten auf ihre Suche. Ein Soldat holte sie ein und sie verteidigte sich mit ihrem Dolch, den sie zum Schluss gegen sich selbst wendete.</p>
<p style="text-align: justify">Für viele Uiguren ist <a href="http://www.jstor.org/stable/pdf/23357434.pdf?seq=1#page_scan_tab_contents">Nusugum</a> ein Symbol für Mut und Integrität. Ihr ungeschundener Körper wurde zu einem Symbol für den Todeskampf zur eigenen Rettung und zum Schutz der Zukunft des ganzen Volkes. Die folgenden Ausschnitte stammen alle aus dem 2011 in Almaty erschienenen Gedichtband „Das uigurische Meer“.</p>
<p style="text-align: center"><em>Nusugum !</em><em><br />
Als ich deinen Namen schrie<br />
Schauderte der Schilf,<br />
Die Stachel sägten meine Füße,<br />
Du kamst zu mir,<br />
Vertrautest mir deinen Dolch,<br />
Unsere entfesselten Haare,<br />
Unsere zerrissenen Kleider,<br />
Lumpen im Wind,<br />
Die Zukunft fest in unseren Blicken.</em></p>
<p style="text-align: justify">Eine andere wichtige Figur in der uigurischen Geschichte ist Riswalgul. Sie war eine Krankenschwester in der uigurischen Armee. Sie erlag einem Kopfschuss, während sie auf einem Schmachtfeld einen verletzten Soldaten behandelte. Sie steht für Tapferkeit und Loyalität:</p>
<p style="text-align: center"><em>Riswalgul,<br />
Wie Du durch das Blut gingst,<br />
Gehe ich durch das Leben.<br />
Hieltest Du die Flagge<br />
Ich halte meinen Tränen tief im Hals.</em></p>
<p style="text-align: justify">Awut lässt Raum zwischen den Teilen des Gedichts, um der Fantasie ihrer Leserinnen und Leser freien Lauf zu lassen. Sie mischt verschiedene Formen von Realität. In „Liebe“ stehen Gedanken, Träume und Leben feinsinnig Seite an Seite:</p>
<p style="text-align: center"><em>Die Flamme des Rauschs brennt intensiv<br />
Die Gerechtigkeit sticht in mein Herz<br />
Während die Geduld schon wervelkt<br />
Erscheint in der Ferne die weinende Liebe.</em></p>
<p style="text-align: justify">Eine weitere Inspirationsquelle von Awut sind die <em>Dastans</em>, ein sehr wichtiges Genre in der uigurischen Literatur. <em>Dastans</em> sind Volksmythen, die mündlich von Generation zu Generation weitergegeben werden. Sie Beschreiben die Taten von Kriegshelden und –heldinnen, Revolutionen oder klassische Liebesgeschichten. Alle kennen sie.</p>
<p style="text-align: justify">Die <em>Dastans</em> bestehen in ihren erzählerischen Teilen aus Prosa und ihre Dialoge und Monologe sind in Versen. Einer von ihnen, „Auf der anderen Flussseite“ hat den Chantengri Literaturpreis gewonnen, den wichtigsten Preis der uigurischen Literatur. Awut macht sich die Figuren traditioneller <em>Dastans</em> zu Eigen. Diese stehen meist für bedingungslose Liebe, wie in der Geschichte von Perhat-Scherin, ein Paar, das durch die Machenschaften eines in Scherin verliebten mächtigen Königs für immer getrennt wurde.</p>
<p style="text-align: center"><em>In meinem Traum betrat ich vorsichtig den Garten,<br />
Perhat führte das Wasser durch die Berge.<br />
Ich konnte dennoch mein Leid verdecken,<br />
Gherip versteht nicht, was Tahir fühlte.</em></p>
<p style="text-align: justify">(Gherip und Tahir sind Charaktere aus zwei verschiedenen uigurischen Versionen von Romeo und Julia, Anm. d. Red.)</p>
<p style="text-align: justify">Awuts Kraft liegt in ihrer Fähigkeit, mit Gegensätzen zu spielen: Sie mischt Poesie und Prosa, verflechtet verschiedene Standpunkte und verbindet Vergangenheit und Gegenwart. Ihre Überlagerungen spiegeln die Seelenzustände einer Dichterin, die zwischen dem Kummer um vergangene Fehler und dem Streben nach Glück geteilt sind. Momente des Glücks und des Leids, der Zusammenkunft und Trennung wechseln sich über die Verse ab. Auf diese Weise schrieb sie auch „Schimenistan“, das dem deutschen Wort &#8222;Paradies&#8220; am meisten entspricht:</p>
<p style="text-align: center"><em>Der lange Fluss fließt arrogant vor meinen Augen<br />
Ich überschreite ihn wie ich die Hoffnung überschreite.<br />
Mehtumsula ist da, versunken,<br />
Ihre Haare lang und schwarz wie die Geschichte. </em></p>
<p style="text-align: justify">Mehtumsula ist eine mystische Figur. Sie wohnte bei ihrem großen Bruder, Schin Tomur Batur, der für seine Kraft und seine Jagdkunst bekannt war. Wenn er für mehrere Tage auf die Jagd ging, war Mehtumsula angewiesen, nicht das Haus zu verlassen. Doch eines Tages ging sie alleine an den Fluss, um ihr Haar herzurichten. Ihre langen Haare tanzten auf den Wogen bis zum Königshof, wo sie sich um die Hand des Prinzen wickelten. Dieser war von der Schönheit der Haare verblüfft, lief den Fluss entlang und versuchte Mehtumsula zu entführen. Zu dem Zeitpunkt kehrte Schin Tomur Batur zurück und tötete den Prinzen und seine Krieger im Kampf.</p>
<p style="text-align: justify">Awuts Kunst umfasst nicht nur Poesie und D<em>astans</em>. Diese Akrobatin von Ton und Bildern hat auch in der Musik und der Filmkunst mitgewirkt. Sie hat den Text für das Lied „Der Regen“ geschrieben, das von Isset Ilijas gesungen wurde und den Preis des modernen Lieds in Xinjiang gewonnen hat. Außerdem war sie an der Produktion des im März 2010 erschienenen Films « Die Schicksale der Liebe“ beteiligt.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Gulhumar Haitiwaji<br />
<a href="http://www.oghouz.org/"><em>Regard sur les ouïghour.e.s</em></a>, 3. Ausgabe</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen übersetzt von Florian Coppenrath</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Turkmenische Poesie</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 May 2016 13:25:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fact]]></category>
		<category><![CDATA[CAFacts2]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Poesie]]></category>
		<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein kleines vorsowjetisches Volksgedicht</p>
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