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	<title>Pischpek Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Thu, 31 Aug 2023 17:05:11 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Pischpek Archives</title>
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		<title>Pischpek. Frunse. Bischkek. Kirgistans Hauptstadt feiert 140. Geburtstag</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anastasiia Shevtsova]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 May 2018 06:00:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Bischkek]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Pischpek]]></category>
		<category><![CDATA[Russisches Reich]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 29. April feierte die kirgisische Hauptstadt Bischkek ihren 140. Geburtstag. Der Stadtrat organisierte&#xA0;Kulturveranstaltungen und eine Parade und verzierte Stra&#xDF;en und Pl&#xE4;tze. Allerdings ist die Stadt eigentlich &#xE4;lter als 140 Jahre. Was genau wurde also an diesem Tag gefeiert? Anl&#xE4;sslich des 140. Geburtstags von Bischkek gab es Konzerte mit klassischer und Jazzmusik, internationale Jugendtanzgruppen traten [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Am 29. April feierte die kirgisische Hauptstadt Bischkek ihren 140. Geburtstag. Der Stadtrat organisierte Kulturveranstaltungen und eine Parade und verzierte Straßen und Plätze. Allerdings ist die Stadt eigentlich älter als 140 Jahre. Was genau wurde also an diesem Tag gefeiert?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Anlässlich des 140. Geburtstags von Bischkek gab es Konzerte mit klassischer und Jazzmusik, internationale Jugendtanzgruppen traten auf. Die Fotoausstellung &#8222;Pischpek &#8211; <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Frunse">Frunse</a> &#8211; Bischkek&#8220; erinnerte an die Geschichte der Stadt, die seit ihrer Gründung diese drei Namen getragen hat. Bürger besuchten Kunstaustellungen und eine vom Gemeindeunternehmen &#8222;Bishkekselenchoz&#8220; ausgerichtete Gartenschau.</p>
<figure id="attachment_13662" aria-describedby="caption-attachment-13662" style="width: 960px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-full wp-image-13662" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/31946607_10215512461142797_927348671169691648_n.jpg" alt="Festival" width="960" height="640" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/31946607_10215512461142797_927348671169691648_n.jpg 960w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/31946607_10215512461142797_927348671169691648_n-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/31946607_10215512461142797_927348671169691648_n-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/31946607_10215512461142797_927348671169691648_n-128x86.jpg 128w" sizes="(max-width: 960px) 100vw, 960px" /><figcaption id="caption-attachment-13662" class="wp-caption-text">Gartenschau in Bischkek am 29. April 2018.</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">Abends zog eine Parade von internationalen Tanzgruppen, einer Zirkustruppe und dem Orchester der Nationalphilharmonie zum zentralen Ala-Too-Platz. Danach fand dort ein Konzert mit kirgisischen Popmusikern und einer Tanzeinlage von Teilnehmern des internationalen Festivals “Nariste” statt.</p>
<figure id="attachment_13663" aria-describedby="caption-attachment-13663" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-large wp-image-13663" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/31944076_10215512461302801_203996644318904320_o-1024x683.jpg" alt="Bischkek, Parade" width="1024" height="683" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/31944076_10215512461302801_203996644318904320_o-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/31944076_10215512461302801_203996644318904320_o-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/31944076_10215512461302801_203996644318904320_o-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/31944076_10215512461302801_203996644318904320_o-1300x866.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/31944076_10215512461302801_203996644318904320_o-128x86.jpg 128w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/31944076_10215512461302801_203996644318904320_o.jpg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-13663" class="wp-caption-text">Eine Zirkusgruppe läuft auf einer Parade anlässlich des 140. Geburtstags von Bischkek mit.</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">Mit diesen Veranstaltungen wurde an den 29. April 1878 erinnert. Wer sich mit der Geschichte von Bischkek auskennt, weiß jedoch, dass die Stadt schon älter ist und dieser Tag also nicht ihr Geburtstag sein kann. An welches Ereignis wurde dann erinnert? Um diese Frage zu beantworten sollte man sich anzuschauen, wie die Stadt entstanden ist.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/eine-reise-durch-die-architekturgeschichte-der-kirgisischen-hauptstadt/">Eine Reise durch die Architekturgeschichte der kirgisischen Hauptstadt</a></strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Festung zur Kontrolle der Nomaden</strong><br />
Das Gebiet um das heutige Bischkek ist eines der fruchtbarsten der Region, weil hier die Flüsse Ala-Artscha und Alamedin in den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tsch%C3%BCi_(Fluss)">Tschüi </a>münden, heute der Grenzfluss zwischen Kirgistan und Kasachstan. Die Gegend war daher schon vor über 20.000 Jahren besiedelt. Im 10. bis 12. Jahrhundert gab es im Tschüi-Tal mehrere Städte, die unter anderem als Stationen der Seidenstraßen fungierten. Ungefähr an der Stelle des heutigen Bischkek lag die Stadt Dschul. Im 13. Jahrhundert zerstörten jedoch die Mongolen alle diese Siedlungen  und erst im 19. Jahrhundert wurden Menschen hier wieder seßhaft.</p>
<p style="text-align: justify">1825 ließ ein Armeeanführer des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Khanat_Kokand">Khanats von Kokand</a>, einer Stadt im Ferganatal, namens Ljaschkor Kumbeli im Stadtgebiet des heutigen Bischkek eine Festung aus Lehmziegel errichten. Der damalige Khan Muhammad Ali (Madali Khan) wollte damit die Bewegungen von Nomaden und Reisenden kontrollieren und Steuern von vorbeiziehenden Karawanen eintreiben. Die Mauern der Festung waren zehn Meter dick und fünf Meter hoch. In der Nähe entwickelte sich schnell eine Siedlung, in der Mitte des 19. Jahrhunderts bereits etwa Tausend Menschen lebten. Die Kokander nannten die Festung „Pischpek“, nach einem Quirl für die Herstellung von Kymys, vergorener Stutenmilch.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Aufstand unter Baitik Baatyr</strong><br />
1860 lehnte sich ein lokaler kirgisischer Stamm gegen die Kokandische Herrschaft auf und eroberte mit Hilfe russischer Truppen die Festung, die Kokander konnte diese jedoch wenig später zurückerobern. 1862 kam es zu einem weiteren Aufstand unter Führung von Baitik Kanai uluu (Baitik Baatyr). Er bat wiederum russische Truppen aus dem nahegelegenen Werny (heute Almaty in Kasachstan) um Hilfe. Daraufhin kam eine Einheit mit 1400 Soldaten und Artillerie unter General <a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%9A%D0%BE%D0%BB%D0%BF%D0%B0%D0%BA%D0%BE%D0%B2%D1%81%D0%BA%D0%B8%D0%B9,_%D0%93%D0%B5%D1%80%D0%B0%D1%81%D0%B8%D0%BC_%D0%90%D0%BB%D0%B5%D0%BA%D1%81%D0%B5%D0%B5%D0%B2%D0%B8%D1%87">Gerassim Kolpakowski</a> nach Pischpek und belagerte die Festung. Am 24. Oktober ergaben sich die Kokander und die kirgisischen Aufständischen zerstörten aus Rache die Festung.</p>
<p style="text-align: justify">Noch heute kann man nördlich des Stadtzentrums an der Straße Kusnetschnaja Krepost (Schmiedefestung) Reste der alten Festung besuchen.</p>
<figure id="attachment_13665" aria-describedby="caption-attachment-13665" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-large wp-image-13665" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/31957828_10215512467902966_506733882398212096_o-1024x768.jpg" alt="Geschichte, Bischkek, Ruinen" width="1024" height="768" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/31957828_10215512467902966_506733882398212096_o-1024x768.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/31957828_10215512467902966_506733882398212096_o-300x225.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/31957828_10215512467902966_506733882398212096_o-768x576.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/31957828_10215512467902966_506733882398212096_o-800x600.jpg 800w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/31957828_10215512467902966_506733882398212096_o-1300x975.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/05/31957828_10215512467902966_506733882398212096_o.jpg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-13665" class="wp-caption-text">Reste der Festung Pischpek nördlich des Bischkeker Stadtzentrums.</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-festung-pischpek-spaziergang-in-die-vergangenheit-bischkeks/">Die Festung Pischpek: Spaziergang in die Vergangenheit Bischkeks</a></strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Pischpek wird Bezirkshauptstadt</strong><br />
Die russischen Soldaten blieben im Tschüi-Tal und errichteten 1864 einen Militärstützpunkt in der Nähe der zerstörten Festung. Die Region wurde nun Teil des Oblasts <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Siebenstromland">Semiretschje</a> (Siebenstromland) mit Hauptstadt in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Almaty">Werny</a> und gehörte zum Bezirk von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tokmok">Tokmok</a>, 60 Kilometer östlich. Tokmok war eine weitere ehemalige Kokandische Festung, die von russischen Truppen erobert und zerstört worden war.</p>
<p style="text-align: justify">Tokmok wurde mehrmals von durch Schneeschmelze verursachten Überschwemmungen des Tschüi beschädigt. Daher plante die Verwaltung des Oblasts, die Administration für das Gebiet zwischen Tschüi und Tian Schan Gebirge nach <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Balyktschy">Balyktschy</a> am Westufer des Issikköl-Sees zu verlegen. Nachdem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Generalgouvernement_Turkestan">Gouverneur-General</a> <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Konstantin_Petrowitsch_von_Kaufmann">Konstantin von Kaufman</a> die Region 1870 besucht hatte, beschloss er aber, stattdessen Pischpek zur Bezirkshauptstadt zu machen. Alle Institutionen und Verwaltungsbeamten zogen daraufhin an den Ort an den Ufern von Ala-Artscha und Alamedin.</p>
<p style="text-align: justify">Der Ort begann sich schnell zu entwickeln. 1871 entwickelten Planer des russischen Militärs einen Stadtplan, der bereits das rechtwinklige Straßenraster vorsah, welches noch heute das Zentrum prägt. Viele dieser Straßen trugen die Namen ihrer wichtigsten Gebäude, so gab es die Straßen „Kaserne“, „Krankenhaus“, „Kirche“, „Friedhof“. Andere wurden nach den Nationalitäten oder Berufen ihrer Bewohner benannt, zum Beispiel die Straßen „Tatar“, „Dungane“, „Bürger“ oder „Kaufmann“ genannt. Wieder andere nach den Orten, zu denen sie führten, zum Beispiel gab es die Straßen „Taschkent“, „Werny“ und „Sokuluk“. Nach der Revolution 1917 und der kirgisischen Unabhängigkeit 1991 wurden die meisten dieser Straßen umbenannt. Diese <a href="http://mapping.ikit.kg/index.html">Webseite </a>zeigt historische Fotografien aus der Geschichte der Stadt.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/fotoreportage-wie-kirgistan-sowjetisch-wurde/">Fotoreportage: Wie Kirgistan sowjetisch wurde</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Obwohl die Verwaltung nun in Pischpek saß, nannte man den Bezirk immer noch &#8222;Tokmok&#8220;. Erst am 29. April 1878 verlieh Gerassim Kolpakowski, mittlerweile zum Militärgouverneur des Oblasts Semiretschje aufgestiegen, Pischpek offiziell den Status einer Bezirkshauptstadt. Dieser Beschluss markierte den Beginn der Entwicklung des Ortes zur ersten Stadt europäischer Art auf dem Gebiet der heutigen Republik Kirgistan und wird heute als der &#8222;Geburtstag&#8220; der Stadt gefeiert.</p>
<p><strong>Mit Informationen von <a href="http://www.meria.kg/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=62&amp;Itemid=333&amp;lang=kg">meria.kg</a>, <a href="http://tourkg.com/2013/04/istoriya-bishkeka-4.html/">tourkg.com</a> und <a href="http://cda.kg/en/news/63-istorichieskaia-karta-ghoroda-bishkiek/">cda.kg</a> sowie aus dem <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/eine-reise-durch-die-architekturgeschichte-der-kirgisischen-hauptstadt/">Architekturführer</a> Bischkek von Henning Hraban Ramm und Benedikt Viertelhaus.</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Anastasia Shevtsova</strong><br />
<strong>Journalistin für Novastan.org</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Folke Eikmeier</strong><br />
<strong>Chefredakteur in Bischkek</strong></p>
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		<title>Fotoreportage: Wie Kirgistan sowjetisch wurde</title>
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		<pubDate>Wed, 06 Dec 2017 13:15:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
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		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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		<category><![CDATA[Sowjetunion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vor einem Jahrhundert ersch&#xFC;tterte die Oktoberrevolution das Russische Reich. Wenige Monate&#xA0; sp&#xE4;ter wurden auch auf dem Gebiet des heutigen Kirgistans R&#xE4;te, sogenannte Sowjets, gegr&#xFC;ndet, die die Macht von der zaristischen Administration &#xFC;bernahmen. Die Reportage auf der Nachrichtenseite Kloop.kg zeigt Archivfotos und -bilder, die von dieser Zeit erz&#xE4;hlen. Novastan &#xFC;bernimmt das Material mit freundlicher Genehmigung der [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Vor einem Jahrhundert erschütterte die Oktoberrevolution das Russische Reich. Wenige Monate  später wurden auch auf dem Gebiet des heutigen Kirgistans Räte, sogenannte Sowjets, gegründet, die die Macht von der zaristischen Administration übernahmen. Die <a href="https://kloop.kg/blog/2017/11/08/sto-let-oktyabryu-prihod-sovetskoj-vlasti-v-kyrgyzstan-v-arhivnyh-snimkah/">Reportage auf der Nachrichtenseite Kloop.kg</a> zeigt Archivfotos und -bilder, die von dieser Zeit erzählen. Novastan übernimmt das Material mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.</strong></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-11741 size-large" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/arch_main-1024x576.jpg" alt="Soldaten Arbeiter Sowjet Krigistan Oktoberrevolution" width="1024" height="576" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/arch_main-1024x576.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/arch_main-300x169.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/arch_main-768x432.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/arch_main-1300x731.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/arch_main.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></p>
<p>Die ersten Bolschewiki-Rotgardisten in den Jahren 1918-1919. In den zentralasiatischen Regionen des Russischen Reiches waren in den revolutionären Räten nur wenige Einheimische vertreten.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-11732" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/0-27848-1024x724.jpg" alt="Pischkek Bischkek Treffen Meeting Kundgebung Provisorische Regierung Oktoberrevolution" width="1024" height="724" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/0-27848-1024x724.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/0-27848-300x212.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/0-27848-768x543.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/0-27848-1300x919.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/0-27848.jpg 1527w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></p>
<p>Auf einer Kundgebung in Pischpek (heute Bischkek), äußert ein Sprecher Misstrauen gegenüber der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Provisorische_Regierung_(Russland)">Provisorischen Regierung</a>. Diese war nach der Abdankung des Zaren im Frühjahr 1917 in der damaligen Hauptstadt Petrograd (heute St. Petersburg) geformt worden.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-sowjetische-geschichte-zentralasiens-12/">Die sowjetische Geschichte Zentralasiens (1/2)</a></strong></p>
<figure id="attachment_11735" aria-describedby="caption-attachment-11735" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-11735" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/0-51098-1024x780.jpg" alt="Kundgebung Eichenpark Bischkek" width="1024" height="780" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/0-51098-1024x780.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/0-51098-300x228.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/0-51098-768x585.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/0-51098-1300x990.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/0-51098.jpg 1418w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-11735" class="wp-caption-text">Reproduktion: K. Kerimbekow / Staatsarchiv der Kirgisischen Republik</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">Kundgebung im Eichenpark in Pischpek (heute Bischkek) am 31. Dezember 1917. Die Stadt hatte zu diesem Zeitpunkt etwa 20.000 Einwohner, hauptsächlich Russen, Dunganen, Tataren und Usbeken.</p>
<p><strong>Aufstand gegen die Neue Ordnung</strong></p>
<figure id="attachment_11733" aria-describedby="caption-attachment-11733" style="width: 1000px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-11733" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/0-35194.jpg" alt="Kongress Nomadenstamm Alai-Tal Kirgistan Sowjetisierung" width="1000" height="622" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/0-35194.jpg 1000w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/0-35194-300x187.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/0-35194-768x478.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption id="caption-attachment-11733" class="wp-caption-text">Foto: Staatsarchiv der Kirgisischen Republik</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">Erster Kongress eines Nomadenstammes im Alai-Tal im Jahr 1923. In den ersten Jahren nach der Oktoberrevolution widersetzten sich wie in ganz Zentralasien im heutigen Kirgistan Aufständische, die sogenannten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Basmatschi">Basmatschi</a>, gegen die neue politische Ordnung.</p>
<figure id="attachment_11734" aria-describedby="caption-attachment-11734" style="width: 768px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-11734" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/0-40093-768x1024.jpg" alt="Kommandant Rote Armee Rotgardist Pischkek Bischkek Jakow Logwinenko" width="768" height="1024" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/0-40093-768x1024.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/0-40093-225x300.jpg 225w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/0-40093-600x800.jpg 600w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/0-40093.jpg 1080w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption id="caption-attachment-11734" class="wp-caption-text">Foto: Staatsarchiv der Kirgisischen Republik</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">Der Kommandant des ersten Regiments von Pischkek (heute Bischkek), Jakow Logwinenko,  mit seiner Familie.</p>
<figure id="attachment_11739" aria-describedby="caption-attachment-11739" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-11739" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/7-1972-1024x580.jpg" alt="Kavallerie Basmatschi Russischer Bürgerkrieg Aufstand Kirgistan" width="1024" height="580" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/7-1972-1024x580.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/7-1972-300x170.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/7-1972-768x435.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/7-1972-1300x736.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/7-1972.jpg 1907w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-11739" class="wp-caption-text">Foto: Staatsarchiv der Kirgisischen Republik</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">Eine 1920 vom kirgisischen Revolutionär <a href="https://ky.wikipedia.org/wiki/%D0%9E%D1%81%D0%BC%D0%BE%D0%BD%D0%B1%D0%B5%D0%BA%D0%BE%D0%B2,_%D0%90%D1%80%D1%81%D1%82%D0%B0%D0%BD%D0%B0%D0%BB%D1%8B">Arstanaly Osmonbekow</a> (1885-1945) zum Kampf gegen die Basmatschi in Südkirgistan gegründete Kavallerieeinheit. Osmonbekow wurde im Dorf Tegene in der Region Aksy in Südkirgistan geboren, diente 1916-1917 als Arbeitssoldat in Belarus und nahm als Rotgardist am russischen Bürgerkrieg teil. Nach der Niederschlagung der Basmatschi-Bewegung leitete er eine Kolchose in seiner Hei­mat­re­gi­on.</p>
<p><strong>Enteignung der Bais</strong></p>
<figure id="attachment_11738" aria-describedby="caption-attachment-11738" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-11738" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/2-3461-1024x533.jpg" alt="Eigentum Bai Beschlagnahmung Sowjetisierung" width="1024" height="533" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/2-3461-1024x533.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/2-3461-300x156.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/2-3461-768x400.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/2-3461-1300x677.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/2-3461.jpg 1337w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-11738" class="wp-caption-text">Foto: Staatsarchiv der Kirgisischen Republik</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">Das Eigentum der <a href="https://en.wiktionary.org/wiki/%D0%B1%D0%B0%D0%B9">Bais</a> wird beschlagnahmt. Als Bai bezeichnete man in Zentralasien einen reichen Mann oder lokalen politischen Führer. Die Bolschewiki gewannen die Unterstützung der Landbevölkerung im heutigen Kirgistan indem sie den Besitz wohlhabender Landwirte, russischer Kolonisten und Kosaken umverteilten.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/das-sowjetische-zentralasien/">Das sowjetische Zentralasien (1/2)</a></strong></p>
<figure id="attachment_11740" aria-describedby="caption-attachment-11740" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-11740" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/12-2573-1024x685.jpg" alt="Basmatschi Bewegung Rote Armee Russischer Bürgerkrieg" width="1024" height="685" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/12-2573-1024x685.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/12-2573-300x201.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/12-2573-768x514.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/12-2573-1300x870.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/12-2573-128x86.jpg 128w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/12-2573.jpg 1614w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-11740" class="wp-caption-text">Foto: Maijar / Staatsarchiv der Kirgisischen Republik</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">Verurteilte Basmatschi an einem Bahnhof im Jahr 1932. Die Basmatschi-Bewegung entstand 1916 aus einem Aufstand gegen die allgemeine Mobilmachung im Ersten Weltkrieg. Nach der Oktoberrevolution kämpften die Aufständischen sowohl gegen die pro-zaristische Weiße Armee als auch gegen die Bolschewiki.</p>
<p><strong>Niederschlagung der Basmatschi-Bewegung</strong></p>
<figure id="attachment_11736" aria-describedby="caption-attachment-11736" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-11736" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/1-9434-1024x769.jpg" alt="Altkommunisten Kommunisten Basmatschi Sowjetunion" width="1024" height="769" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/1-9434-1024x769.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/1-9434-300x225.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/1-9434-768x577.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/1-9434-800x600.jpg 800w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/1-9434-1300x976.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/1-9434.jpg 1438w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-11736" class="wp-caption-text">Foto: Staatsarchiv der Kirgisischen Republik</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">Die ältesten Kommunisten des Dorfes Aral im Gebiet Toguz-Toro in Südkirgistan im Jahr 1968. In den Anfangsjahren der Sowjetunion kämpften sie gegen die Basmatschi. Gegen Ende des russischen Bürgerkrieges wurden Einheiten der Roten Armee nach Zentralasien verlegt und die Basmatschi-Bewegung zerschlagen. Einige Kämpfer flohen in schwer zugängliche Bergregionen in Afghanistan und China und setzen ihren Kampf von dort aus bis in die 1930er Jahre fort.</p>
<figure id="attachment_11737" aria-describedby="caption-attachment-11737" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-11737" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/2-3327-1024x784.jpg" alt="Bolschewiki Rotgardisten Pischkek Bischkek Oktoberrevolution" width="1024" height="784" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/2-3327-1024x784.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/2-3327-300x230.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/2-3327-768x588.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/12/2-3327.jpg 1256w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-11737" class="wp-caption-text">Foto: Staatsarchiv der Kirgisischen Republik</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">Die ersten Bolschewiki: Sie organisierten die Sowjetmacht und die Roten Garden in Pischpek (heute Bischkek) in den Jahren 1918-1919. Erst Ende der 1920er Jahre nahm der Anteil einheimischer Kirgisen in kommunistischer Partei und Verwaltung in Kirgistan zu, in Folge der sowjetischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Korenisazija">Korenisazija-Politik</a> (wörtlich &#8222;Einwurzelung&#8220;). 1926 wurde mit Abdulkadyr Urazbekow erstmals ein Kirgise Vorsitzender der Kirgischen Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik.</p>
<p style="text-align: right"><strong><a href="https://kloop.kg/blog/author/alexandratitova/">Aleksandra Titova</a>, <a href="https://kloop.kg/blog/2017/11/08/sto-let-oktyabryu-prihod-sovetskoj-vlasti-v-kyrgyzstan-v-arhivnyh-snimkah/">Kloop.kg</a></strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Russischen von Olga Zoll</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Zusätzlicher Text von Folke Eikmeier</strong></p>
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		<title>Die Festung Pischpek: Spaziergang in die Vergangenheit Bischkeks</title>
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		<dc:creator><![CDATA[julienb]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Jul 2017 20:55:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Bischkek]]></category>
		<category><![CDATA[Festung]]></category>
		<category><![CDATA[Kokand]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bischkek war schon eine Pflichtstation auf der Seidenstra&#xDF;e, bevor die Festung Pischpek 1825 erbaut wurde und anschlie&#xDF;end in die H&#xE4;nde des Zaristischen Russlands fiel. Eine Reise in die Vergangenheit eines der &#xE4;ltesten Orte der Hauptstadt Kirgistans. Was ist aus der Festung Pischpek geworden? Was ist von den ersten Kapiteln der Geschichte Bischkeks geblieben? Trotz der [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Bischkek war schon eine Pflichtstation auf der Seidenstraße, bevor die Festung Pischpek 1825 erbaut wurde und anschließend in die Hände des Zaristischen Russlands fiel. Eine Reise in die Vergangenheit eines der ältesten Orte der Hauptstadt Kirgistans.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Was ist aus der Festung Pischpek geworden? Was ist von den ersten Kapiteln der Geschichte Bischkeks geblieben?</p>
<p style="text-align: justify">Trotz der rasanten Urbanisierung der kirgisischen Hauptstadt ist es immer noch möglich, Spuren des ehemaligen Geländes der Festung Pischpek zu finden. Das Gelände ist heute bekannt unter dem Namen <a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%9A%D1%83%D0%B7%D0%BD%D0%B5%D1%87%D0%BD%D0%B0%D1%8F_%D0%BA%D1%80%D0%B5%D0%BF%D0%BE%D1%81%D1%82%D1%8C_(%D0%91%D0%B8%D1%88%D0%BA%D0%B5%D0%BA)"><u>Kutsnetshnaia Krepost</u></a>, was wortwörtlich „die Festung des Schmieds“ bedeutet.</p>
<p style="text-align: justify">Um es zu finden, ist eine Wegbeschreibung hilfreich: Man folgt der Sultan Ibraimov- Straße nach Norden, kommt am Platz des Sieges vorbei, sowie an dem alten Restaurant Naryn, das <a href="https://ru.sputnik.kg/society/20170523/1033488338/zdanie-restorana-naryn-snesut.html">kurz vor dem Abriss</a> steht, und kreuzt schließlich die Verkehrsader Jibek Jolou mit ihrem unaufhörlichen Fluss von Autos und Fußgängern. Die Strasse Ibraimov ändert ihr Bild allmählich und wird zum Sträßchen, das sich zwischen die Häuser schlängelt.</p>
<p style="text-align: justify">Der Straße Kutsnetshnaia Krepost, die nur noch aus gestampfter Erde besteht, folgt man einige hundert Meter bis zu einem kahlen Hügel. Dieser Hügel, mit seiner ovalen Form und seinen 100 bis 150 Metern Höhe, ist das historische Herz Bischkeks. Heute ist es ein abgelegener und verlassener Ort, der als verruchte Gegend bekannt ist.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-9782" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/07/2.jpg" alt="" width="2560" height="1536" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/07/2.jpg 2560w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/07/2-300x180.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/07/2-768x461.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/07/2-1024x614.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/07/2-1300x780.jpg 1300w" sizes="auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Eine bewegte Geschichte<br />
</strong></p>
<p style="text-align: justify">Der Hügel liegt unweit der Mündungen der Flüsse <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tsch%C3%BCi_(Fluss)">Tschüi </a>(heutzutage fließt er in einem Kanal) und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Alam%C3%BCd%C3%BCn">Alamüdün</a>.</p>
<p style="text-align: justify">Einige Archäologen vermuten, dass die “Festung des Schmieds” auf eine sogdische Stadt im 7. Jahrhundert namens Djoul zurückgeht (die Sogdier waren ein historisches iranisches Volk in Zentralasien, Anm. d. Red.), die in den Reiseberichten arabischer Reisender zu jener Zeit erwähnt wurde. Obwohl es Zweifel bezüglich der Lage jener Stadt gibt, haben mehrere Ausgrabungen zwischen 1926 und 1950 auf dem Gelände der Festung eine Anzahl an Artefakten zu Tage gebracht, die die Kontinuität der Besiedelung über mehrere historische Epochen hinweg belegen.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-9783" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/07/3.jpg" alt="" width="2560" height="1536" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/07/3.jpg 2560w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/07/3-300x180.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/07/3-768x461.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/07/3-1024x614.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/07/3-1300x780.jpg 1300w" sizes="auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /></p>
<p style="text-align: justify">Aller Wahrscheinlichkeit nach wurde der Ort durch die Invasion der Mongolen im 13. Jahrhundert zerstört. Er bestand unter schwierigen Umständen noch ungefähr zwei Jahrhunderte weiter, bevor er ganz in Vergessenheit geriet.</p>
<p style="text-align: justify">Es dauerte bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts und der Expansion des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Khanat_Kokand">Khanats von Kokand</a>, bis der Ort seine strategische Bedeutung wiedererlangte. Im Jahr 1825 ließ Muhammad Alikhan (1821-1842) dort eine Festung bauen: Pischpek. Sie war Teil einer umfangreichen Verteidigungslinie an der Nordgrenze des Khanats, so wurde die Festung Tokmok zur gleichen Zeit erbaut.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Ort mit strategischer Bedeutung</strong></p>
<p style="text-align: justify">Mehrere wichtige Routen der Region kreuzen die Festung Pischpek, was ihr in dreifacher Hinsicht eine wichtige Rolle zukommen lässt. Zu allererst eine militärische: Die Verteidigungslinie war besonders in Anbetracht der russischen Präsenz im heutigen Kasachstan wichtig, um die Präsenz und Stärke des Khanats zu demonstrieren. Zweitens war die Lage der Festung dazu geeignet, Wanderungsbewegungen und die Mobilität der Bevölkerung zu kontrollieren. Lag sie doch auf dem Weg der kirgisischen Nomaden zu und von ihren Weideflächen im Sommer und Winter. Schließlich ermöglichte sie das Einheben von Steuern von der lokalen Bevölkerung, sowie den Handelskarawanen auf dem Weg vom Issyk-Kul ins Siebenstromland (russischer Oblast Semiretschje).</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-9784" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/07/4-1.jpg" alt="" width="1536" height="2560" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/07/4-1.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/07/4-1-180x300.jpg 180w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/07/4-1-768x1280.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/07/4-1-614x1024.jpg 614w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/07/4-1-1300x2167.jpg 1300w" sizes="auto, (max-width: 1536px) 100vw, 1536px" /></p>
<p style="text-align: justify">Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wuchs der Druck des Zaristischen Russlands auf das heutige Kirgistan mehr und mehr an. Eine russische Militärexpedition unter der Führung von Oberst Zimmermann eroberte 1860 die Festung Tokmok, 1861 die Festung Pischpek. Nach dem Rückzug der russischen Truppen gewann das Khanat von Kokand jedoch wieder die Oberhand in der Region und konnte Pischpek zurückerobern.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Pischpek, russischer Vorposten in Kirgistan</strong></p>
<p style="text-align: justify">Erst 1862 konnten russische Truppen mit Hilfe von kirgisischen Einheiten unter dem Kommando von Baitik Baatyr (1823-1886) die Festung einnehmen und zerstören. Aus dieser Zeit stammt auch der heutige Name des Hügels: man sagt, dass sich nach dem Niedergang des Khanats von Kokand zahlreiche tatarische Hufschmiede in der Region angesiedelt hatten.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/eine-reise-durch-die-architekturgeschichte-der-kirgisischen-hauptstadt/">Eine Reise durch die Architekturgeschichte der kirgisischen Hauptstadt</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Während die Festung ihre militärische Bedeutung verlor, manifestierten sich 1868 die urbanen Entwicklungen, die sich um ihre Ruinen herum abspielten: das Dorf Alamudun wurde gegründet. Mit den fortwachsenden Bautätigkeiten siedelten sich Russen und Ukrainer an, die Landwirtschaft betrieben.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-9785" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/07/5.jpg" alt="" width="1075" height="1792" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/07/5.jpg 1075w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/07/5-180x300.jpg 180w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/07/5-768x1280.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/07/5-614x1024.jpg 614w" sizes="auto, (max-width: 1075px) 100vw, 1075px" /></p>
<p style="text-align: justify">1878 wurde der Name Pischpek offiziell dem Stadtgebiet verliehen, das sich dort entwickelt hatte. 1924 zum Verwaltungszentrum des Kara-Kirgisischen Autonomen Gebiet ernannt, kam es 1926 zur Namensänderung: bis zum Ende der Sowjetunion sollte die Stadt Frunse heißen, benannt nach einem der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Michail_Wassiljewitsch_Frunse">berühmtesten Söhne</a> der Stadt. Seit 1991 erhielt sie wieder einen kirgisischen Namen in der Form von Bischkek.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Kurze Geschichte jüngerer Tage<br />
</strong></p>
<p style="text-align: justify">Mit der Zeit entwickelte sich die Umgebung der Festung. Häuser entstanden auf dem Hügel, einem ehemaligen Wall der Festung. Erst gegen Ende der 1970er- Jahre wurden diese Bauten beseitigt und die Bewohner der Häuser auf Gemeindebeschluss hin in einen anderen Mikrorajon (Bezeichnung einer Siedlung außerhalb einer Kernstadt in der ehemaligen UdSSR) umgesiedelt. Bei einem einfachen Spaziergang kann man heute noch die Fundamente der Gebäude erahnen. Obwohl das Projekt, den Hügel unter Denkmalschutz zu stellen, schon seit langer Zeit im Raum steht, wurde dies nie umgesetzt.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-9786" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/07/6.jpg" alt="" width="1792" height="1075" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/07/6.jpg 1792w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/07/6-300x180.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/07/6-768x461.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/07/6-1024x614.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/07/6-1300x780.jpg 1300w" sizes="auto, (max-width: 1792px) 100vw, 1792px" /></p>
<p style="text-align: justify">Heute wachsen auf diesem Hügel Weizen und hohe Gräser. Die Landschaft ist durchzogen von breiteren Wegen und schmäleren Pfaden, gesprenkelt mit vereinzelten gläsernen Bierflaschen und anderem Unrat. Von dem Hügel aus sind in der Ferne andere, weitere Festungen zu erkennen (das Gebäude des zentralen Fernsehens, die neue Moschee, sowjetische und zeitgenössische Bauten), wie unzählige weitere Kapitel der Geschichte Bischkeks.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Julien Bruley<br />
Doktorand der Anthropologie, Université de Lille<br />
</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen von Lukas Dünser</strong></p>
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