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	<title>Perestroika Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Thu, 11 Jul 2024 10:38:41 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Perestroika Archives</title>
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		<title>Die Geschichte des zentralasiatischen Jazz: Hamdam Zakirov über das Fergana Jazz Festival</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Jul 2024 10:38:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
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		<category><![CDATA[Perestroika]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Hamdam Zakirov ist ein in Fergana geborener Dichter, DJ und Kenner zentralasiatischer Pop- und Jazzmusik. Er spricht &#xFC;ber das Jazzensemble &#x201E;Sato&#x201C;, den Kult-Avantgardek&#xFC;nstler Sergej Kurjochin und die ber&#xFC;hmteste Vertreterin des Roma-Volkes in der UdSSR, die S&#xE4;ngerin Walentina Ponomarjowa &#x2013; und &#xFC;ber ihre Verbindung mit dem Fergana Jazz Festival, das eine wichtige Rolle bei der Entwicklung [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hamdam Zakirov ist ein in Fergana geborener Dichter, DJ und Kenner zentralasiatischer Pop- und Jazzmusik. Er spricht über das Jazzensemble „Sato“, den Kult-Avantgardekünstler Sergej Kurjochin und die berühmteste Vertreterin des Roma-Volkes in der UdSSR, die Sängerin Walentina Ponomarjowa – und über ihre Verbindung mit dem Fergana Jazz Festival, das eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der lokalen Szene sowie der sowjetischen Musik spielte.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Januar 1988, nachdem ich die Militärschule in Leningrad abgebrochen und meine Zeit in der Nordflotte abgeleistet hatte, kehrte ich in meine Heimatstadt Fergana [heute <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Fargʻona">Fargʻona</a>, Anm. d. Ü.] zurück. Das Leben begann sich sofort zu drehen: verschiedene Geschwindigkeiten, Farben, Gerüche. Es schien, dass alles möglich war und alles vor uns lag – <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Perestroika">Perestroika</a>, Demokratisierung, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Glasnost">Glasnost</a> …</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bekam einen Job als Kurier für eine Regionalzeitung, schrieb mich in die Journalistische Fakultät der Universität Taschkent ein, beschäftigte mich mit Poesie, las, schaute und hörte viel. Geschäftiges Leben! Und das alles dank redaktioneller Aufträge, die ich zum Teil selbst erfunden habe, und dank dem kulturellen Umfeld, in dem ich mich unerwartet wiederfand. Ich traf großartige Künstler, Dichter, Kunstkritiker, Schauspieler und Musiker, die in unserer Stadt lebten, und gewann neues und sehr vielfältiges kulturelles Gepäck. Und – zu meiner Überraschung – entdeckte ich meine Heimatstadt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Perestroika in Fergana</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es stellte sich heraus, dass es im Kino „Kosmos“ einen „Klub der Kino-Freunde“ gab, in dem wir anfingen, Meisterwerke des Weltkinos anzusehen. Natürlich diejenigen, die damals noch im sowjetischen Filmverleih waren. Es gab einen Bardenclub, in dem ich auch regelmäßig auftrat. Vor allem, weil einer meiner neuen Freunde die Lieder meiner Lieblingsbands <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aquarium_(Band)">Aquarium</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kino_(russische_Band)">Kino</a> kannte und sang. Wie sich herausstellte, gab es in der Stadt auch einen Jazzclub. Und während all das obengenannte eine Idee der Perestroika war, gab es den Jazzclub schon seit mehr als zehn Jahren!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Herbst 1988 organisierten meine Freunde und ich auf Initiative von Rustam Juraev, dem Direktor des Kinos „Kosmos“, eine zweitägige Show-Präsentation von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sergei_Alexandrowitsch_Solowjow_(Regisseur)">Sergej Solowjows</a> Film <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Assa_(Film)">Assa</a>. In Ermangelung von Postern mit Rockmotiven wurden Plattenhüllen an die Wände gehängt. Man malte Graffiti an die Wände in der Lobby und im Kinosaal. Es scheint, dass dies auch den Zuschauern gestattet wurde – einer der ersten Schritte auf dem Weg vom „Straßenrowdytum“ zur „zeitgenössischen Kunst“.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/igla-mit-viktor-tsoi-durchs-kasachstan-der-perestroika/"><strong>Igla – mit Viktor Tsoi durchs Kasachstan der Perestroika</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Foyer gab es unter anderem eine Tafel, in die jeder mit einem in der Nähe liegenden Hammer seinen „Nagel des Programms“ einschlagen konnte. Ganz echt, brandneu, glänzend, scharf. Generell haben wir unserer Fantasie freien Lauf gelassen. An der Show nahmen sowohl Profis als auch Amateure – Barden und Rocker – teil. Und sogar Schulkinder, die übrigens eine (für damalige Verhältnisse) hochmoderne Semi-Punk-Modenschau inszenierten. Wir hatten sogar unser eigenes „Bananenmädchen“ [Anspielung auf den Film „Assa“, Anm. d. Ü.]! Auch die Gruppe „Sato“ trat bei unserer Show auf.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Das Jazzensemble „Sato“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ehrlich gesagt war ich damals kein Fan von Jazz. Meine Generation hatte gewisse Vorurteile gegenüber Blasinstrumenten. Der Grund dafür waren vielleicht die zahlreichen sowjetischen VIAs [„Vokalisch-instrumentales Ensemble“, die sowjetische Version von „Band“, Anm. d. Ü.] oder die Tatsache, dass wir Rock leidenschaftlich liebten, welcher damals in unserem Land verboten war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und wir waren misstrauisch gegenüber Gruppen mit mehr als vier oder fünf Mitgliedern. Maximum &#8211; Schlagzeug, Gitarre und Bass. Nun, der Solist. Na ja, vielleicht auch Synthesizer. Aber keine Blechbläser! Den Blechbläsern gegenüber waren wir gnadenlos. Rock war in jenen Jahren – oder wurde zumindest von uns jungen Leuten als solcher wahrgenommen – ein Sprachrohr des Protests. Und Jazz schien ziemlich konformistische Musik zu sein. Darüber hinaus spielten verschiedene Jazzgruppen größtenteils etwas völlig Konventionelles, das nicht über die allgemein anerkannten Jazzstandards hinausging. Damals kam es mir so vor, als ob Rock&#8217;n&#8217;Roll noch nicht tot sei und Jazzmusiker halt irgendwo seien [Anspielung auf die Lieder „Рок-н-ролл мертв“ und „Немое кино“ von Aquarium].</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Und so lernte ich das Jazzensemble von Fergana kennen. Mein erster Gedanke: Nun, natürlich ist das Team in irgendeinem Kulturzentrum in unserem provinziellem <a>Fergana</a> wahrscheinlich amateurhaft. Doch beim Kennenlernen stellt sich heraus, dass dieses Ensemble im Vorjahr, 1987, seine zweite Platte auf [dem größten sowjetischen Plattenlabel, Anm. d. Ü.] <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Melodija">Melodija</a> veröffentlicht hatte. Natürlich gehe ich in Geschäfte, kaufe Sato-Platten und höre mir die Musik an. Und dann lerne ich die Musiker kennen, sehe und höre sie live auf der Kinobühne bei der Premiere von „Assa“ und ich bin beeindruckt von ihrer Professionalität. Wenn ich mich recht erinnere, spielte das Ensemble am ersten Tag vollständig und am zweiten Tag trat Enver Izmailov solo auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jahre später, bei meiner nächsten Reise nach Fergana, als ich die erhaltenen Platten aus dem Haus meiner Mutter mitnahm, entdeckte ich „Sato“ wieder. Jetzt stand meine jugendliche Fixierung auf Rockmusik nicht mehr im Weg – ich hörte Fusion, Acid Jazz, Elektronik, Funk. Endlich „hörte“ ich, wie […] alle Mitglieder der Band brillant spielten. Das sieht man deutlich an den Soli – Gitarre, Keyboards, Flöte … Ich habe gehört, wie leicht und elegant die Arrangements sind, die die Musik über die Grenzen bekannter Genres hinausführen. Ich bin mir sicher, dass das jeder Zuhörer spüren wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Das Fergana Jazz Festival</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ensemble „Sato“ wurde 1974 von Leonid Atabekow gegründet. 1977 initiierten Mitglieder der Gruppe die Eröffnung des Fergana-Jazzclubs und organisierten das erste Jazzfestival der Stadt! Zuvor fand 1969 in Taschkent das einzige derartige Festival in Zentralasien statt. Außer den Fergana-Festivals kenne ich nur das Jazzfestival, das 1988 in Alma-Ata [heute <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/warum-almaty-und-nicht-alma-ata/">Almaty</a>, Anm. d. Ü.] stattfand. In den 90er Jahren und bereits im 21. Jahrhundert fanden und finden in Kasachstan und Usbekistan Festivals statt, die jedoch nur eine lokale Bedeutung haben, obwohl an ihnen manchmal sowohl regionale Künstler als auch Gäste aus dem Ausland beteiligt sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/eine-musikalische-anthologie-von-almaty-die-geschichte-von-bumerang-avantgardisten-des-jazz-in-kasachstan/"><strong>Eine musikalische Anthologie von Almaty: Die Geschichte von „Bumerang“ – Avantgardisten des Jazz in Kasachstan</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Insgesamt fanden damals in Fergana drei Festivals statt – 1977, 1978 und 1984. Das vierte sollte im Dezember 1988 stattfinden. Aber leider wurde es aufgrund des schrecklichen Erdbebens in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Xankəndi">Stepanakert</a> und der im Land ausgerufenen Trauer unterbrochen – unmittelbar nach dem Eröffnungskonzert, an dem meine Freunde und ich teilnehmen konnten. Aber selbst drei Festivals und die Künstler, die auf ihnen auftraten [&#8230;], reichten aus, um zu sagen, dass es sich um ein bedeutendes Phänomen auf Unionsebene handelte, wie man damals sagte. Ich denke, ein paar Namen werden ausreichen, um dies zu bestätigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In seinem Buch „Gespräche über Jazz“ erinnert sich der berühmte Kontrabassist und damalige Präsident des Taschkenter Jazzclubs Sergej Gilew an das zweite Fergana-Festival im Jahr 1978: <em>„Das Festival wurde mit Gästen aus Leningrad geschmückt, dem Quartett von </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Anatoli_Petrowitsch_Wapirow"><em>Anatolij Wapirow</em></a><em>, bestehend aus: A. Wapirow (Saxophon, Klarinette), </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sergei_Anatoljewitsch_Kurjochin"><em>S. Kurjochin</em></a><em> (Klavier), S. Gretschkin (Schlagzeug), V. Greschtschenko (Bassgitarre, Schlagzeug). Wapirow war bekannt sowohl als großartiger Interpret als auch als außergewöhnlicher Komponist. Der Pianist des Ensembles, S. Kurjochin, tritt häufig bei Konzerten mit Soloprogramm auf und stellt verschiedene Ensembles für einmalige Auftritte zusammen. Er ist einer der ernstzunehmenden Vertreter des Free Jazz.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Walentina Ponomarjowa</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiterer nicht minder interessanter Gast in Fergana – ein „Stern von einem ganz anderen Horizont“ – war die Moskauerin Walentina Ponomarjowa. Ponomarjowa begann ihre Karriere als Jazzmusikerin Ende der 60er Jahre und verbrachte fast die gesamten 70er Jahre damit, Romanzen und „Zigeunerlieder“, wie man sie damals nannte, als Solistin des Romen-Theaters und später des gleichnamigen Trios zu singen. Doch Ende der 70er Jahre manifestierte sich ihr Interesse am Jazz immer mehr: 1979 verließ sie das Theater und begann mit der Solo-Jazzarbeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer weiß, vielleicht war Fergana nicht nur eine der ersten Plattformen, sondern auch der Ausgangspunkt auf ihrem Weg zurück zum Jazz. Ich war 1978 erst 12 Jahre alt und habe Ponomarjowas Auftritt natürlich nicht besucht. Allerdings habe ich erst vor relativ kurzer Zeit von dieser Seite ihrer Arbeit erfahren, als eine der Jazzplatten der Sängerin in meine Sammlung kam. Im Gegensatz zu den Alben aus der Zeit des Romen-Trios entpuppte sich dies als eine ganz, ganz andere Welt, ein anderer Planet!</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/murat-sadykow-gunes-geschichte-ethno-jazz-turkmenistan/"><strong>Murat Sadykow und seine „Güneş“: Aus der Geschichte des Ethno-Jazz in Turkmenistan</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich weiß nicht, welches Repertoire Walentina Ponomarjowa 1978 beim Konzert des zweiten Festivaltages aufführte, aber es ist mit Sicherheit bekannt, dass fast alle Roma von Fergana dorthin kamen. Dies war wahrscheinlich das am schnellsten ausverkaufte Festivalkonzert aller Zeiten. Leonid erinnert sich, dass das Publikum die Sängerin mit Zetteln bombardierte. Man kann nur davon ausgehen, dass diejenigen, die kamen, um <em>„die berühmteste Zigeunerin der Sowjetunion“</em> zu sehen und zu hören, die avantgardistischen Sketche vor dem Hintergrund von Free-Jazz-Experimenten nicht ganz verstanden und sie in ihren Notizen gebeten haben, etwas mehr Erwartbares zu singen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damals – auf einem Festival in Fergana im Jahr 1978 – lernten sich Walentina Ponomarjowa und Sergej Kurjochin kennen. Dieses Treffen markierte den Beginn von Ponomarjowas langjähriger Freundschaft und kreativer Zusammenarbeit mit Kurjochin, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Boris_Borissowitsch_Grebenschtschikow">Boris Grebenschtschikow</a> und vielen anderen St. Petersburger Jazz- und Rockmusikern. Anschließend nahm Ponomarjowa wiederholt als geladener Gast an Konzerten und Aufnahmen von <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Pop-Mechanics">Pop-Mechanics</a>, Aquarium und Anatolij Wapirow teil. Man kann also mit Sicherheit sagen, dass diese Bekanntschaft in Fergana von historischer Bedeutung für die Entwicklung der russischen Avantgarde-, Jazz- und sogar Rockszene war.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Sergej Kurjochin und Pop-Mechanics</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Leonid Atabekow erinnerte sich in einem Telefongespräch mit mir daran, dass Sergej Kurjochin ein zweites Mal nach Fergana kam – zum Festival 1984, diesmal jedoch mit seinem Ensemble. Leonid konnte sich nicht an den Namen erinnern, aber es kam mir nie in den Sinn, dass es „Pop Mechanics“ sein könnte. Doch als ich es erwähnte und sagte, dass Kurjochin später ein solches Projekt haben würde, bestätigte Leonid: Ja, das stimmt: „Popular Mechanics“. Das heißt, die von Kurjochin im selben Jahr 1984 gegründete und später berühmt gewordene Gruppe hatte einen ihrer ersten Auftritte auf der Bühne des III. Fergana Jazz Festivals!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Leonid erinnerte sich, wie irgendwann während ihres Auftritts, während des Solos des Cellisten, die übrigen „Pop Mechanics“-Musiker begannen, über die Bühne zu kriechen und, als sie den mit Blumen geschmückten Rand erreichten, begannen, diese zu essen! Und am nächsten Tag litten fast alle unter Magenschmerzen. Eine lustige, aber auch erstaunliche Geschichte! Schockierender Free Jazz – mit einem Wort: Fleisch gewordene Transzendenz. Wir können sagen, dass die Vergangenheit in diesem Moment, ohne sich dessen völlig bewusst zu sein, die Zukunft kennenlernte. Nun, es ist schön, dass Fergana nicht enttäuscht hat, und ein solcher Skandal wie bei einem ähnlich schockierenden Auftritt von „Aquarium“ beim <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Tbilisi_Rock_Festival_(1980)">Tbilissi Rock Festival 1980</a> einige Jahre zuvor gab es in meiner Heimatstadt nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Weitere Bilder findet ihr im <a href="https://easteast.world/ru/posts/310">Originalartikel</a>.</em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Hamdan Zakirov für EastEast</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://easteast.world/ru/posts/310"><strong>Russischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



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		<title>Igla – mit Viktor Tsoi durchs Kasachstan der Perestroika</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Apr 2020 10:27:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Cinestan]]></category>
		<category><![CDATA[Kino]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Perestroika]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>CINESTAN. &#x201E;Igla&#x201C;, auf Deutsch Nadel, ist eine Anspielung auf das Drogenproblem im sowjetischen Zentralasien Ende der 1980er Jahre. Vor allem aber spielt Viktor Tsoi, die Legende des sowjetischen Rock, die Hauptrolle und macht mit seiner Musik und seinem Geist der Revolte &#x201E;Igla&#x201C; zu einem der wichtigsten Filme seiner Zeit. &#x201E;Cinestan&#x201C; ist eine Artikelreihe, in der [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>CINESTAN. „Igla“, auf Deutsch Nadel, ist eine Anspielung auf das Drogenproblem im sowjetischen Zentralasien Ende der 1980er Jahre. Vor allem aber spielt Viktor Tsoi, die Legende des sowjetischen Rock, die Hauptrolle und macht mit seiner Musik und seinem Geist der Revolte „Igla“ zu einem der wichtigsten Filme seiner Zeit.</strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong><em>„Cinestan“</em></strong><em> ist eine Artikelreihe, in der verschiedene Mitglieder oder LeserInnen von Novastan ihre besten filmischen Momente über Zentralasien teilen. Jeder Artikel dieser <a href="https://novastan.org/de/tag/cinestan/">Serie</a> beschreibt einen Film, der in Zentralasien produziert oder gedreht wurde und online verfügbar ist.</em></p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p></p>
<p style="text-align: justify">Igla (Die Nadel) ist ein Kultfilm im gesamten postsowjetischen Raum, was er vor allem seinem Soundtrack und Hauptdarsteller &#8211; dem Sänger und Bandleader der legendären russischen Rockgruppe <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kino_(russische_Band)">Kino</a> <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wiktor_Robertowitsch_Zoi">Viktor Tsoi</a> &#8211; zu verdanken hat. Der Film mag zwar manchmal seltsam erscheinen, ist aber repräsentativ für die intensive künstlerische Tätigkeit der späten 1980er Jahre, in der Viktor Tsoi und seine Gefährten eine wichtige Rolle spielten. Der Film spielt in Almaty, der damaligen Hauptstadt der Kasachischen SSR, mit Szenen, die an den Ufern des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aralsee">Aralsees</a> gedreht wurden, wo die Boote bereits auf dem Wüstensand lagen, den die ökologische Katastrophe hinterlassen hatte.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p></p>
<p style="text-align: justify">Der Film dreht sich um das Problem der Drogenabhängigkeit, das zur Zeit des sowjetischen Krieges in Afghanistan (der Film wurde 1988 veröffentlicht) in der gesamten UdSSR und vor allem in Zentralasien Verwüstungen anrichtete. Es handelt sich also um einen Film, der von den gesellschaftlichen und politischen Debatten jener Zeit zeugt und neben einem sowjetischen Kultfilm auch Teil der zentralasiatischen Kultur- und Kunstgeschichte ist. Ein Film, den man daher sehen sollte.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>„Igla“ ist in ganzer Länge auf <a href="https://www.youtube.com/watch?v=z91WYOewHG4&amp;t=129s">Youtube</a> auf Russisch mit englischen Untertiteln verfügbar:</strong></p>
<p><iframe title="Igla/игла  - The Needle  - İğne (1988) TR &amp; ENG" width="500" height="375" src="https://www.youtube.com/embed/z91WYOewHG4?start=129&#038;feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></p>
<p style="text-align: justify"><em>Möchtet ihr auf diesen Artikel reagieren, etwas zu diesem Film hinzufügen (ein Link mit oder ohne Untertitel) oder einen weiteren zentralasiatischen Film mit Novastan und seinen LeserInnen teilen? Sendet uns eure Filmkritik (in einem ähnlichen Format wie bei diesem Artikel) an info@novastan.org. Vielen Dank!</em></p>
<p style="text-align: right"><strong>Die Redaktion</strong></p>
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		<title>Perestroika auf Usbekisch: Der Politologe Farchod Tolipow über die Reformen des neuen Präsidenten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[podrobnouz]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Apr 2018 18:15:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Perestroika]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Reformen]]></category>
		<category><![CDATA[Shavkat Mirziyoyev]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Reformen des neuen Pr&#xE4;sidenten Usbekistans Schawkat Mirsijojew umfassen schrittweise alle Bereiche der Gesellschaft. Das Wichtigste sei den richtigen strategischen Kurs zu w&#xE4;hlen und beizubehalten, meint der Politologe Farchod Tolipow. &#x201E;Es gab nie Reformen ohne Probleme. Trotz einiger Fehler finde ich den neuen Kurs richtig. Und er wird beibehalten&#x201C;, sagte Tolipow im Interview mit der [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Die Reformen des neuen Präsidenten Usbekistans </strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shavkat_Mirziyoyev"><strong>Schawkat Mirsijojew</strong></a><strong> umfassen schrittweise alle Bereiche der Gesellschaft. Das Wichtigste sei den richtigen strategischen Kurs zu wählen und beizubehalten, meint der Politologe Farchod Tolipow. „<em>Es gab nie Reformen ohne Probleme. Trotz einiger Fehler finde ich den neuen Kurs </em></strong><strong><em>richtig. Und er wird beibehalten</em></strong><strong>“, sagte Tolipow im Interview mit der Nachrichtenagentur </strong><a href="http://podrobno.uz/cat/politic/tolipov-v-uzbekistane-poyavyatsya-alternativnye-politicheskie-sily-nado-podozhdat-/"><strong>Podrobno.uz</strong></a><strong>. Wir übersetzen den Artikel mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Laut Tolipow führen weitreichende Reformen stets zum Erwachen von Gesellschaftsschichten, die sich bis dahin in einem relativen Schlaf befunden haben<em>. „Es gibt immer verschiedene politische Kräfte mit eigenen Interessen. Wachen die progressiven Kreise auf, so tun dies auch die reaktionären. Ich will nicht direkte Parallelen ziehen, aber das Schicksal der </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Perestroika"><em>Perestroika</em></a><em> in der Sowjetunion unter </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Michail_Sergejewitsch_Gorbatschow"><em>Gorbatschow</em></a><em> stellt ein anschauliches Beispiel für uns dar“</em>, merkt der Politologe an. <em>„Wie hinlänglich bekannt ist, fiel Gorbatschow den eigenen Reformen zum Opfer.“</em></p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekistan-ein-regionaler-katalysator-fur-wandel-und-wirtschaftliche-entwicklung/">Usbekistan: Ein regionaler Katalysator für Wandel und wirtschaftliche Entwicklung?</a></strong></p>
<p style="text-align: justify;">Das geschah nicht, weil die Reformen schlecht oder fehlerhaft waren. Gorbatschow befand sich laut Meinung des Experten unter doppeltem Beschuss. Auf der einen Seite standen die Reformer, Demokraten und Liberale, die ihn für seine Langsamkeit kritisieren. Der konservative Flügel, das Politbüro, behauptete hingegen mit seiner alten Weltsicht, dass das Land nicht bereit für Reformen sei und man mit der Demokratie nichts überstützen solle, und hielt ihn zurück. Unter diesen Umständen befand sich Gorbatschow zwischen zwei Extremen und versuchte einen ausbalancierten Kurs zu halten.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>„Ich hoffe, dass es bei uns solche Extreme und Kataklysmen nicht geben wird. Es ist klar, dass die Reformen früher oder später verschiedene Kräfte in der Gesellschaft wecken werden, die dann die Ereignisse unterschiedlich bewerten und interpretieren. Unter solchen Umständen ist es unumgänglich, dass die Führung den strategischen Kurs hält“</em>, merkt Tolipow an.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Einen Weg zurück gibt es nicht<br />
</strong>Der Experte merkt an, dass derzeit <em>„ein wirklich ausbalancierter, gemächlicher, schrittweiser Prozess, der den Großteil der Gesellschaft zufriedenstelle“</em>, vonstatten geht<em>. „Wichtig ist, dass diese Reformen, die bei genauer Betrachtung schrittweise von einem Bereich in den anderen übergehen, letzten Endes sich als harmonisch erweisen“</em>, hebt er hervor.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekistans-offnung-und-ihre-roten-linien/">Usbekistans Öffnung und ihre „roten Linien“</a></strong></p>
<p style="text-align: justify;">Übrigens ist bekannt, dass die ersten Schritte mit Personaländerungen begannen, was sich auf die administrative Reform auswirkte. Als nächstes ist die Wirtschaft dran, wo sich eine Menge Probleme angehäuft haben. Auch über die Steuerpolitik wird geredet.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>„Hier darf man nicht zurückgehen. Erste Schritte im Bereich politischer Reformen wurden gegangen. Es werden immer mehr alternative politische Sichtweisen zu hören sein und alternative politische Kräfte und Parteien auftauchen</em><em>. Der Reformprozess wird im Bereich der Politik förmlich aufleben, aber erst in der Zukunft. Auf diese Art und Weise gehen die Reformen von einem Bereich in den anderen über“</em>, ist sich Tolipow sicher.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>„Gott gebe, dass wir alles in allem ein Makrobild erkennen. Es ist sehr wenig Zeit vergangen. Solch ein Ungetüm in kurzer Zeit zu reformieren kann niemandem gelingen. Deswegen wird man noch einige Zeit warten müssen“</em>, fügt er hinzu.</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Mit Tolipow sprach Chamid Berdiew, <a href="http://podrobno.uz/cat/politic/tolipov-v-uzbekistane-poyavyatsya-alternativnye-politicheskie-sily-nado-podozhdat-/">Podrobno.uz</a></strong></p>
<p style="text-align: right;"><strong>Aus dem Russischen von Robin Roth</strong></p>
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