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	<title>Paläontologie Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
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		<title>Über 2 Millionen Jahre alte Knochen in Tadschikistan gefunden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[abaldauf]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Mar 2022 19:43:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Russische und tadschikische Forscher sind im Norden von Tadschikistan auf 2,2 bis 2,5 Millionen Jahre alte Wirbeltierknochen gesto&#xDF;en. Diese Entdeckungen werden die Kenntnisse der Forscher &#xFC;ber die Fauna die historischen und zivilisatorischen Entwicklungen der Vorfahren der jetzigen Bewohner Zentralasiens, die Wiege einer gro&#xDF;en Anzahl von Kulturen und Gesellschaften, weiter pr&#xE4;zisieren und vervollst&#xE4;ndigen. Es war eine [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Russische und tadschikische Forscher sind im Norden von Tadschikistan auf 2,2 bis 2,5 Millionen Jahre alte Wirbeltierknochen gestoßen. Diese Entdeckungen werden die Kenntnisse der Forscher über die Fauna die historischen und zivilisatorischen Entwicklungen der Vorfahren der jetzigen Bewohner Zentralasiens, die Wiege einer großen Anzahl von Kulturen und Gesellschaften, weiter präzisieren und vervollständigen.

</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">

Es war eine völlig unerwartete Entdeckung. Am 10. Dezember letzten Jahres verkündete die <a href="https://urfu.ru/ru/news/39216/">Uralische Föderale Universität</a>, dass ein Team von russischen und tadschikischen Forschern Knochen von Wirbeltieren im Alter von mehr als 2 Millionen Jahren identifiziert habe. Die Fundstätte befindet sich in den Distrikten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Löss-Paläolithikum_am_Obi-Mazar">Lachuti</a> und Kuruksai, im Flussbecken des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kysylsuu_(Wachsch)">Kysylsuu</a> im Norden Tadschikistans. Auch an vier weiteren Grabungsstätten, ehemals bewohnt von alten Zivilisationen, deren Funde als etwas jünger datiert werden, wurden die Archäologen fündig.

Die Forschungsstelle für naturwissenschaftliche Methoden in der humanwissenschaftlichen Forschung der Föderalen Uraluniversität erklärt, dass es sich bei den Knochen um eine Vielzahl an Wirbeltierknochen aus dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pleistozän">Pleistozän</a> handele. Diese geologische Epoche geht auf 2,6 Millionen Jahre zurück und endete 11.700 Jahre vor unserer Zeit. Die damalige Tierwelt bestand aus großen Säugetieren wie etwa Mammuts, Rhinozerossen, Pferden, Hyänen und Geparden. Eine sehr vielfältige Fauna, die sich allerdings, aufgrund der besonders eifrigen Jagd des Menschen auf jene Zeitgenossen, im Niedergang befand.

Unter den bei den Ausgrabungen gefundenen Proben sind unter anderem auch Skelette des &#8218;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hyänen">Pliocrocutas</a>&#8218;, einer heute ausgestorbenen Hyänenart, Einhufer der Art &#8218;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pferde">Equus stenonis</a>&#8218;, Schötensack-Bisons, sehr ähnlich den europäischen Bisons, sowie einige Artverwandte der Hirsche und Rhinozerosse. All diese Tierarten haben vor 2,5 bis 2,2 Millionen Jahren vor unserer Zeit gelebt.
</p>



<h5 class="wp-block-heading">Eine sehr aufschlussreiche Region für die archäologische ForschungGe</h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Dimitri Gimranov, Forscher an der Uralischen Föderalen Universität, erklärt, dass die Grabungen in den Jahren 1960 und 1980 begonnen haben, allerdings nach einiger Zeit unterbrochen wurden. „Wir befürchteten, dass im Laufe der letzten dreißig Jahre die Sedimente dieser Gebirgsregion Tadschikistans aufgrund der geologischen Prozesse, der Schlammlawinen und Wasserläufe, zerstört wurden. Glücklicherweise blieb die sedimentäre Schicht zugänglich für die Untersuchungen und reich an Wirbeltierknochenresten“, beschreibt der Archäologe.

<strong>Lest auch auf Novastan:</strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/langar-steinzeitliche-petroglyphen-im-pamir/">Langar – steinzeitliche Petroglyphen im Pamie</a>

„Das ist gut, denn die Orte sind irrsinnig interessant für die Forschung. Dort finden wir die Fauna des Pleistozän vor 2,5 bis 2,2 Millionen Jahren vor. Sie entsprechen fast genau den Sedimentperioden der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Taurida-Höhle">Taurida-Höhle</a> (Halbinsel Krim), in der derzeit Grabungen stattfinden“, fügt er hinzu. Die große Mehrheit der Grabungsfunde wurde in das Regionalhistorische Museum der Stadt Baldschuwon gebracht. Es ist vorgesehen, dass die bei den Grabungen gefundenen Objekte im Winter 2022 analysiert und restauriert werden. Eine gewisse Anzahl von Pferdezähnen wird im Laufe des Jahres 2022 von Wissenschaftlern der Föderalen Uraluniversität in Jekaterinburg erforscht. Des weiteren haben die Archäologen vor, die Grabungen in den Regionen Lokhouti und Kourouksai fortzuführen.
</p>



<h5 class="wp-block-heading">Weitere Funde aus der Frühgeschichte</h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Zusätzlich zu den großen Säugetieren entdeckten die Archäologen vier weitere Grabungsorte, die damals von Menschen bewohnt wurden, fügt die Föderale Uraluniversität hinzu. An erster Stelle steht hierbei die Kolonie von<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sarasm"> Sarasm</a>, eine proto-urbane bronzezeitliche Siedlung, die vor 5.500 Jahren gegründet wurde und seit 2010 in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen ist. Ebenfalls wurde der Friedhof von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Farkhor">Farkhor</a>, der auf die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Frühe_Bronzezeit">frühe Bronze-Zeit</a>, also zirka 2000 Jahre vor unserer Zeit datiert werden kann, besucht. Die hellenistische Festung <a href="#Soli-Sard">Soli-Sard</a>, die im dritten Jahrhundert vor Christus, zur Zeit der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Griechisch-Baktrisches_Königreich">gräko-baktrischen Königreiche</a>, erbaut wurde, gehörte ebenso zu den Besichtigungsstätten wie die mittelalterliche Kolonie Mustafotepe.

Durch die Vielfalt der historischen Epochen, die diese Stätten präsentieren, schenken diese vier Orte den Forschern ein aufschlussreiches Panorama der Zivilisationen, die diese Regionen in früheren Zeiten bewohnten. Sie erlauben es, die Verbindungen zwischen nomadischen und sesshaften Kulturen und die Beziehungen dieser Völker an Kreuzungspunkten unterschiedlichster Einflüsse zu verstehen: Die zentralasiatischen Kulturen waren in Kontakt mit jenen, der sibirischen Steppen, kannten das Joch der griechischen Königreiche und wurden auch von Einflüssen aus dem Iran, der syro-mesopotamischen Reiche und sogar von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Belutschistan">Belutschistan</a> geprägt.

</p>


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<p class="wp-block-paragraph"><a name="_GoBack1"></a>Unter den gefundenen Objekten, befinden sich Skelette von Tieropfern. Anton Kochnev, Forscher des naturwissenschaftlichen Laboratoriums in der Forschungsstelle für Humanwissenschaften der föderalen Uraluniversität, erklärt dass „alle Knochenreste von Nutztieren stammen“. Die Bestandsaufnahme der ausgegrabenen Objekte wird wichtige Aufschlüsse in Bezug auf die Sesshaftwerdung und die Viehhaltung vergangener Völker in diesem Teil Zentralasiens leisten.
</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Annah Tiprez</strong>
<strong>Redakteurin von Novastan France </strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Französischen von Andrea Baldauf</strong></p>



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		<title>Usbekistan: Neue Dinosaurierart entdeckt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joanna Blain]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Mar 2021 06:26:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Dinosaurier]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Februar hat ein Forscherteam in Usbekistan das Fossil einer bisher unbekannten Dinosaurierart entdeckt. Das Fossil belegt erstmals die Existenz von Dinosauriern aus der Familie der Rebbachisauridae in Asien. Am 24. Februar haben die Forscher Hans-Dieter Sues und Alexander Awerianow in der Fachzeitschrift PLOS One berichtet, dass sie einen Sauropoden-Wirbel entdeckt haben. Das Tier geh&#xF6;rt [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Im Februar hat ein Forscherteam in Usbekistan das Fossil einer bisher unbekannten Dinosaurierart entdeckt. Das Fossil belegt erstmals die Existenz von Dinosauriern aus der Familie der Rebbachisauridae in Asien.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 24. Februar haben die Forscher <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Dieter_Sues">Hans-Dieter Sues</a> und <a href="https://www.researchgate.net/profile/Alexander-Averianov">Alexander Awerianow</a> in der Fachzeitschrift <a href="https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0246620">PLOS One</a> berichtet, dass sie einen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sauropoden">Sauropoden</a>-Wirbel entdeckt haben. Das Tier gehört zur gleichen Familie wie die Gattung <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Diplodocus">Diplodocus</a>. Der Dinosaurier, der im Westen Usbekistans in der Wüste <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kysylkum">Kysylkum</a> gefunden wurde, erhielt den Namen <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Dzharatitanis">Dzharatitanis kingi</a>. Der Name stellt einerseits einen Bezug zum Fundort her [Jaraquduq oder auch <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Bissekty_Formation">Bissekty-Formation</a>, Anm. d. Ü.], ist aber andererseits auch eine Hommage an den inzwischen verstorbenen Forscher <a href="https://www.theguardian.com/science/2015/mar/29/christopher-king-obituary">Christopher King</a>, der an den Arbeiten beteiligt war.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut dem russischen Auslandsmedium <a href="https://uz.sputniknews.ru/20210225/Ostanki-neizvestnogo-nauke-dinozavra-obnaruzhili-v-Uzbekistane-16077187.html">Sputnik</a> soll Dzharatitanis kingi vor hundert Millionen Jahren in der Kreidezeit auf einer Küstenebene in der Nähe des urzeitlichen Ozeans <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tethys_(Ozean)">Tethys</a> gelebt haben. Der Pflanzenfresser erreichte eine Länge von fast 20 Metern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong> <strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/langar-steinzeitliche-petroglyphen-im-pamir/">Langar – steinzeitliche Petroglyphen im Pamir</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zuvor waren Überreste von Dinosauriern aus der Familie der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rebbachisauridae">Rebbachisauridae</a>, zu der Dzharatitanis kingi gehört, ausschließlich in Nordafrika, Nordamerika und Europa gefunden worden. Die Entdeckung dieses Fossils in Zentralasien stützt somit die Theorie, dass die Kontinente sich in der frühen Kreidezeit neu gruppiert haben. Während eines großen Teils der Kreidezeit wurden Asien und Europa durch die <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Turgai_Sea">Turgai-See</a> getrennt. Wie Sputnik berichtet, existierte nach Ansicht der Wissenschaftler aber eine Landverbindung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wichtige Forschungsarbeit in Usbekistan und Kasachstan</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Paläontologe Hans-Dieter Sues, Mitglied der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Smithsonian_Institution">Smithsonian Institution</a> in Washington und Co-Autor des Artikels, erklärte gegenüber Novastan, dass die Entdeckung das Ergebnis einer bis in die 1970er Jahre zurückreichenden Forschungsarbeit sei. Sues wies darauf hin, dass die Forschungsarbeiten, die zur Entdeckung des Fossils geführt haben, von der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Akademie_der_Wissenschaften_der_Republik_Usbekistan">usbekischen Akademie der Wissenschaften</a> geleitet wurden. Darüber hinaus hob er die entscheidende Rolle des russischen Paläontologen <a href="https://www.wikidata.org/wiki/Q15410778">Lew Nessow</a> (1947-1995) hervor. <em>„Bis in die 1970er Jahre war zwar bekannt, dass es in Usbekistan und Kasachstan Dinosaurierfossilien gab, aber erst dann suchte ein Wissenschaftler aus St. Petersburg, Lew A. Nessow, nach ihnen“</em>, sagte Sues.</p>


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<p class="wp-block-paragraph">Der amerikanische Paläontologe weist auch darauf hin, dass sich westliche Forscher erst nach der Unabhängigkeit Usbekistans im Jahr 1991 der Forschung Nessows angeschlossen haben. Das Forscherteam besteht nun aus usbekischen, russischen, britischen und amerikanischen Forschern. Nach Nessows Tod im Jahr 1995 übernahm dessen ehemaliger Schüler Alexander Awerianow vom Russischen Institut für Zoologie die Rolle des Co-Leiters bei den Expeditionen. Die Entdeckung von Dzharatitanis kingi ist jedoch nur der Auftakt einer langen Forschungsarbeit in der Region. <em>„Zentralasien hat noch viel Potenzial für Fossilienfunde“</em>, so Sues abschließend.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Joanna Blain, Redakteurin für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/ouzbekistan/une-nouvelle-espece-de-diplodocus-a-ete-decouverte-en-ouzbekistan/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>


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