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	<title>OTS Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Tue, 27 Jan 2026 14:12:06 +0000</lastBuildDate>
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	<title>OTS Archives</title>
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	<item>
		<title>Ins Leere gelaufen: Ist das gemeinsame turksprachige Alphabet daran gescheitert, den türkischen Einfluss in Zentralasien zu stärken?</title>
		<link>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/ins-leere-gelaufen-ist-das-gemeinsame-turksprachige-alphabet-daran-gescheitert-den-tuerkischen-einfluss-in-zentralasien-zu-staerken/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Jan 2026 13:00:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Jahr ist vergangen, seitdem die Organisation der Turkstaaten die Einf&#xFC;hrung eines gemeinsamen turksprachigen Alphabets beschlossen hat, das in allen Mitgliedstaaten verwendet werden sollte. Unter dem Vorwand der St&#xE4;rkung der turksprachigen Einheit hat Ankara die Initiative vorangetrieben, um die zentralasiatischen Staaten st&#xE4;rker in seinen politischen Einflussbereich zu ziehen. Aufgrund begrenzter finanzieller Mittel, fehlender politischer Anreize [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Ein Jahr ist vergangen, seitdem die Organisation der Turkstaaten die Einführung eines gemeinsamen turksprachigen Alphabets beschlossen hat, das in allen Mitgliedstaaten verwendet werden sollte. Unter dem Vorwand der Stärkung der turksprachigen Einheit hat Ankara die Initiative vorangetrieben, um die zentralasiatischen Staaten stärker in seinen politischen Einflussbereich zu ziehen. Aufgrund begrenzter finanzieller Mittel, fehlender politischer Anreize und bestehender Sprachpolitik haben die zentralasiatischen Staaten das gemeinsame Alphabet jedoch weitgehend ignoriert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im September 2024 gab die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_der_Turkstaaten">Organisation der Turkstaaten</a> (OTS) der Weltöffentlichkeit die Schaffung eines gemeinsamen <a href="https://astanatimes.com/2024/09/turkic-states-revive-latin-based-alphabet-to-preserve-linguistic-heritage/">turksprachigen Alphabets mit 34 Buchstaben</a> bekannt, das auf dem lateinischen Alphabet basiert und von allen Mitgliedstaaten schriftlich bestätigt wurde. Die von der Türkei angeführte Initiative ist seit der Auflösung der Sowjetunion im Jahr 1991 in Arbeit. Ein Jahr nach der Ankündigung des gemeinsamen Alphabets ist die erhoffte Resonanz im zentralasiatischen Raum jedoch bislang ausgeblieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das vorgeschlagene Alphabet ist Teil einer größeren regionalen Debatte über die politische Zukunft der zentralasiatischen Sprachen. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion begannen viele der neuen unabhängigen Republiken mit der Umstellung ihrer Sprachen von der kyrillischen auf die lateinische Schrift. In Zentralasien ist die Entscheidung für die Umstellung auf die lateinische Schrift jedoch auch drei Jahrzehnte später noch immer Gegenstand heftiger Debatten.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Die Türkei hat unter der expansionistischen Außenpolitik von Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Recep_Tayyip_Erdoğan">Recep Tayyip Erdoğan</a> eine führende Rolle bei der OTS-Initiative zur Entwicklung eines turksprachigen Alphabets übernommen. Die Türkei führte 1928 im Rahmen ihrer Modernisierungsreformen in der frühen Unabhängigkeitsphase <a href="https://www.theguardian.com/world/2023/oct/25/turkey-switches-from-arabic-script-to-latin-alphabet-1928">erstmals die lateinische Schrift ein</a>. Indem sie die zentralasiatischen Staaten zu einem vergleichbaren Prozess ermutigt, verfolgt sie zugleich das Ziel, ihre Position als dominantes Zentrum der turksprachigen Welt zu festigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bislang hat Erdoğans Plan nicht viele starke Verbündete in der politischen Elite Zentralasiens gefunden. Die meisten Staaten der Region sind nach wie vor in nationale Debatten über die postsowjetische Zukunft ihrer Amtssprachen verstrickt, weshalb die zentralasiatischen Regierungen kaum Bereitschaft zeigen, einen so tiefgreifenden sprachpolitischen Wandel auf internationaler Ebene mitzutragen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Konkurrenz um den Status als „Mittelmacht“</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Seit der Ankündigung der OTS zeigen sich die regionalen Schwergewichte Kasachstan und Usbekistan weiterhin zurückhaltend gegenüber der Einführung des gemeinsamen turksprachigen Alphabets innerhalb ihrer Landesgrenzen. Laut Nargiza Muratalieva, einer in Bischkek ansässigen Politikwissenschaftlerin, „<em>ist Kasachstan nicht bereit, seine Führungsrolle in Zentralasien zu teilen, da es versucht, sich als Mittelmacht zu profilieren</em>“. Kasachstan hat die Jahrzehnte nach dem Ende der Sowjetunion damit verbracht, die politische Macht in Zentralasien innerhalb seiner eigenen Grenzen zu zentralisieren, um sich sowohl in der Region als auch in der internationalen Gemeinschaft einen angesehenen <a href="https://rsaa.org.uk/blog/kazakhstans-new-middle-power-myth/">Status als „Mittelmacht“</a> zu sichern. Usbekistan, das bevölkerungsreichste Land Zentralasiens und dem BIP nach das zweitgrößte, <a href="https://timesca.com/how-kazakhstan-and-uzbekistan-anchor-a-strategic-middle-power-hub-in-central-asia/">verfolgt vergleichbare Ziele</a>. Beide Länder deuten das von Ankara vorangetriebene OTS-Alphabet als Machtinstrument und als Gefahr für ihre eigenen nationalen Zielsetzungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/gemeinsames-lateinisches-alphabet-fuer-alle-turksprachen/">Gemeinsames lateinisches Alphabet für alle Turksprachen?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Kasachstan und Usbekistan haben zwar bisher das gemeinsame Alphabet nicht übernommen, setzen jedoch jeweils <a href="https://journals.sagepub.com/doi/full/10.1177/21582440221138820">eigene nationale Pläne</a> um, um die Schriften ihrer Amtssprachen von Kyrillisch auf Latein umzustellen. In beiden Fällen hat die politische Führung die Schwierigkeit dieser Aufgabe unterschätzt, da die Initiativen viel mehr Zeit in Anspruch nehmen als ursprünglich erwartet. Derzeit befinden sich beide Staaten in einer Übergangsphase, in der beide Schriften nebeneinander verwendet werden. Kritiker:innen bemängeln, dass dieser Zustand sprachpolitischer Stagnation sowohl die Bevölkerung verunsichert als auch die staatliche Verwaltung erheblich belastet. <a href="https://thediplomat.com/2024/09/the-latinization-of-kazakhstan-language-modernization-and-geopolitics/">The Diplomat berichtet</a>, dass der Haushaltsplan für Kasachstans Lateinisierungsprogramm 2018 auf 664 Millionen US-Dollar veranschlagt wurde, was etwa 39 Prozent des kasachischen BIP für dieses Jahr entspricht. Die Schwierigkeiten, mit denen Kasachstan und Usbekistan bei der Einführung der lateinischen Schrift konfrontiert waren, haben dazu geführt, dass keine der beiden Regierungen bereit scheint, in das OTS-Alphabet als drittes System zu investieren. Selbst Turkmenistan, der Staat, der die Verwendung des Kyrillischen in den 1990er Jahren <a href="https://jordanrussiacenter.org/blog/evolution-of-latinization-movement-among-turkic-states-from-sovietization-to-nationalization">erfolgreich abgeschafft</a> hat, sträubt sich weiterhin gegen den OTS-Plan. Weitgehend von der Außenwelt abgeschottet und ausländischen Einflüssen gegenüber abgeneigt, bietet das OTS-Alphabet Aschgabat nur wenige Vorteile.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kirgistan: Die kyrillische Ausnahme</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der feierlichen Enthüllung des neuen turksprachigen Alphabets richteten sich alle Blicke auf Kirgistan. Anlässlich der Einführung des Alphabets<a href="https://www.trtworld.com/article/785e2a4cd17b"> überreichte Erdoğan</a> jeder vertretenen Nation ein Exemplar zweier in das neue Alphabet übersetzter Bücher. Eines der Bücher war ein Roman von <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Chinghiz_Aitmatov">Tschingis Aitmatow</a>, einem regional bekannten Autor aus Kirgistan. Erdoğans Wahl war kaum zufällig. Kirgistan ist bis heute der <a href="https://www.rferl.org/a/common-turkic-alphabet-kyrgyz-kazakh-uzbek-turkmen-latin-cyrillic/33137392.html">einzige turksprachige Staat</a>, der nicht einmal versucht hat, seine nationale Schrift von Kyrillisch auf eine andere umzustellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="Diskussion um Latinisierung des Alphabets">Kirgistan: Diskussion um Latinisierung des Alphabets</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Westliche Analyst:innen führen die fortgesetzte Verwendung des kyrillischen Alphabets in Kirgistan auf die <a href="https://www.rferl.org/a/common-turkic-alphabet-kyrgyz-kazakh-uzbek-turkmen-latin-cyrillic/33137392.html">engen Beziehungen</a> zu Russland zurück, die das Land seit seiner Unabhängigkeit nach dem Ende der Sowjetunion unterhält. Russland betrachtet den zunehmenden Einfluss der Türkei in Zentralasien weitgehend als Bedrohung für seine Stellung in der Region und unternimmt Schritte, um die Macht des Landes in Staaten wie Kirgistan, in denen es noch immer beträchtlichen Einfluss hat, zu schwächen. Muratalieva sieht die Zurückhaltung Kirgisistans, das OTS-Alphabet einzuführen, vor allem in pragmatischen, nicht in politischen Überlegungen begründet. <em>„Die einfachste Erklärung ist der Mangel an finanziellen Mitteln, um dieses Alphabet auf nationaler Ebene einzuführen</em>“, erklärt sie. Obwohl die Türkei die Alphabetinitiative formell vorangetrieben hat, zeigt sie sich bislang zurückhaltend bei der Bereitstellung finanzieller Mittel für OTS-Mitgliedstaaten, die an einer nationalen Umstellung interessiert sind. Der Mangel an verfügbaren Mitteln schränkt die Möglichkeiten finanzschwacher Staaten wie Kirgistan, der kleinsten Volkswirtschaft des OTS-Blocks, erheblich ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sadyr_Dschaparow">Sadyr Dschaparow</a>, der Präsident Kirgistans, nach seiner Meinung zur sprachlichen Zukunft der kirgisischen Sprache gefragt wurde, erklärte er laut <a href="https://www.rferl.org/a/common-turkic-alphabet-kyrgyz-kazakh-uzbek-turkmen-latin-cyrillic/33137392.html">RadioFreeEurope/RadioLiberty</a>, <em>es sei „zu früh, über die Umstellung der kirgisischen Sprache auf das lateinische Alphabet zu sprechen“. </em>Muratalieva vermutet, dass Japarovs Strategie darin besteht, abzuwarten, wie sich die größeren Nachbarländer Kasachstan und Usbekistan bei ihren jeweiligen Umstellungen auf eine lateinbasierte Schrift entwickeln. <em>„Wenn eines von ihnen Erfolg hat, wird Kirgistan folgen“, </em>vermutet sie.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Aserbaidschan als potenzielles Modell</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht alle Hoffnung für die türkische Macht in Zentralasien ist verloren. Aserbaidschan, dient den postsowjetischen turksprachigen Staaten, die einer Zusammenarbeit mit der Türkei offen gegenüberstehen, als Vorbild und zeigt, wie eine Partnerschaft mit dem türkischen Staat zu einer erfolgreichen Entwicklung führen kann. Die Türkei und Aserbaidschan sind seit der Unabhängigkeit des Landes von der Sowjetunion im Jahr 1991 <a href="https://www.mfa.gov.tr/relations-between-turkiye-and-azerbaijan.en.mfa">enge Verbündete</a>. Diese strategische Partnerschaft hat es Aserbaidschan ermöglicht, weitgehend seinen eigenen Weg zu gehen und sich wirtschaftlich wie politisch <a href="https://www.middleeasteye.net/news/why-azerbaijan-russia-relations-are-breaking-point">von Russland abzugrenzen</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine der ersten Maßnahmen Aserbaidschans nach der Unabhängigkeit war die <a href="https://jordanrussiacenter.org/blog/evolution-of-latinization-movement-among-turkic-states-from-sovietization-to-nationalization">vollständige Umstellung der Landessprache</a> von Kyrillisch auf Latein, ein Ziel, das um die Jahrhundertwende erreicht wurde. Die aserbaidschanische Schrift ist in ihrer heutigen Form eng mit der türkischen Standardschrift und dem neu vorgeschlagenen OTS-Alphabet verwandt. Diese sprachliche Integration zwischen den beiden Nationen hat viele neue Möglichkeiten für <a href="https://turksam.manas.edu.kg/index.php/en/azerbaijan/9597-azerbai-jan-and-turkey-agree-on-key-areas-of-cooperati-on#:~:text=AZERBAİJAN%20AND%20TURKEY%20AGREE%20ON%20KEY%20AREAS%20OF%20COOPERATİON,-10%20September%202025&amp;text=The%20minister%20emphasized%20that%20for,participation%20of%20leading%20energy%20companies.">transnationale Partnerschaften</a> eröffnet, deren Erfolge von den zentralasiatischen Staaten aufmerksam verfolgt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong> <strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/kasachstans-langsamer-aber-bestimmter-weg-zum-lateinischen-alphabet/">Kasachstans langsamer, aber bestimmter Weg zum lateinischen Alphabet</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine sind die zentralasiatischen Staaten <a href="https://dgap.org/en/research/publications/central-asias-shifting-regional-dynamics">zunehmend zurückhaltend gegenüber einer engen Partnerschaft mit Russland</a>. Die regionale Führung befürchtet, dass Russlands geografische Nähe zu ihren Grenzen zu künftigen militärischen Konflikten führen könnte. Die Türkei, die eine Alternative zur russischen Partnerschaft bieten möchte, vermarktet ihre geografische Distanz zu Zentralasien als überzeugende Sicherheitsgarantie. Obwohl die Türkei territoriale Distanz zu potenziellen zentralasiatischen Partnern wahrt, profitiert sie zugleich von der <a href="https://armenianweekly.com/2024/12/31/turkeys-golden-era-in-central-asia-and-the-future-of-the-organization-of-turkic-states/">kulturellen und religiösen Nähe</a> zum gemeinsamen turksprachigen Erbe der Region. Das gemeinsame turksprachige Alphabet ist nur ein Weg, auf dem die Türkei über das gemeinsame turksprachige Erbe Einfluss in Zentralasien gewinnen will. Die türkische Soft Power in Zentralasien ist zwar derzeit noch gering, gewinnt aber stetig an Bedeutung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Türkei hat deutlich gemacht, dass sie bereit ist, <a href="https://www.duvarenglish.com/turkey-ready-to-add-5-new-letters-to-alphabet-erdogan-says-news-65214">administrative und wirtschaftliche Opfer für die Einführung des neuen Alphabets</a> im eigenen Land zu bringen, zögert aber weiterhin, die finanziellen Belastungen für die Einführung der Schrift in den zentralasiatischen Turkstaaten zu tragen. Da die Türkei nicht bereit ist, sich in die bestehenden sprachpolitischen Konflikte Zentralasiens einzumischen oder Russlands anhaltendem kulturellem Einfluss in der Region direkt entgegenzutreten, stellt sich die Frage: Ist das OTS-Alphabetprojekt gescheitert? Wahrscheinlich ja.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Joseph Fisher für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/en/politics/dead-in-the-water-has-the-common-turkic-alphabet-failed-to-boost-turkish-influence-in-central-asia/">Englischen</a> von Elisa Berste</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Gemeinsames lateinisches Alphabet für alle Turksprachen?</title>
		<link>https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/gemeinsames-lateinisches-alphabet-fuer-alle-turksprachen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Fergana News]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Dec 2024 05:19:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>K&#xF6;nnten alle turksprachigen Staaten Zentralasiens zusammen mit der T&#xFC;rkei bald dasselbe Alphabet benutzen? Geht es nach dem t&#xFC;rkischen Pr&#xE4;sidenten Recep Tayyip Erdogan schon. Die &#xDC;berlegungen dazu werden immer konkreter, allerdings stellt die Umstellung auf lateinische Buchstaben einige zentralasiatische Staaten vor gro&#xDF;e Herausforderungen. Als Anfang November 2024 der elfte Gipfel der Organisation der Turkstaaten (OTS) tagte, [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Könnten alle turksprachigen Staaten Zentralasiens zusammen mit der Türkei bald dasselbe Alphabet benutzen? Geht es nach dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan schon. Die Überlegungen dazu werden immer konkreter, allerdings stellt die Umstellung auf lateinische Buchstaben einige zentralasiatische Staaten vor große Herausforderungen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Anfang November 2024 der elfte Gipfel der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_der_Turkstaaten">Organisation der Turkstaaten (OTS)</a> tagte, unterstrich der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, er wolle in eine „gemeinsame Zukunft blicken“. Für diese sei es dringend nötig, den Wechsel zu einem gemeinsamen Alphabet auf Basis der lateinischen Schrift zu wagen. Zusammen mit Aserbaidschan sei die Türkei dafür schon bereit. Der türkische Präsident animiert zudem&nbsp;die Länder Usbekistan, Kasachstan, Kirgistan und Turkmenistan, die Initiative zu unterstützen. Doch welchen Herausforderungen begegnen die ehemaligen Sowjetrepubliken bei dieser globalen Sprachreform und was wären ihre Folgen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Idee eines gemeinsamen Alphabets aller&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Turksprachen">turksprachigen</a> Staaten kam 1991 auf, anlässlich des Zusammenbruchs der Sowjetunion. Die Initiative dazu kam vonseiten der Türkei – und das noch weit vor der Gründung der OTS im Jahr 2009. In den 90ern hatte die Türkei in der Region eine bedeutende Rolle inne, sowohl auf politischer, wirtschaftlicher als auch kultureller Ebene: In Usbekistan eröffneten gemeinsame Bildungseinrichtungen, in denen die türkische Sprache intensiv gelehrt wurde.&nbsp;In Taschkent fassten bis dahin unbekannte türkische Supermarktketten Fuß und Fernsehserien, die am Bosporus spielten, erlangten große Popularität.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kommission der OTS stimmt in Baku über gemeinsames Alphabet ab</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Vor einigen Jahren flammte schließlich der Wille, ein gemeinsames Alphabet zu kreieren, erneut auf. Eine Sonderkommission mit je zwei Vertretern der Mitgliedsländer der OTS nahm sich dieser Frage an. Im September dieses Jahres fand in Baku die dritte Sitzung der Kommission statt, auf der die Experten verkündeten, dass alle interessierten Parteien dem Projekt zugestimmt haben.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Es wurde sich auf ein gemeinsames türkisches Alphabet geeinigt, das 34 Buchstaben enthalten soll, wobei jeder einzelne für ein eigenes, in den&nbsp;Turksprachen&nbsp;vorkommendes Phonem steht“, heißt es in der offiziellen Pressemitteilung.&nbsp;&nbsp;Spezialisten fügten hinzu, dass die Buchstaben das sprachliche Erbe der verschiedenen Sprachen wahren und widerspiegeln sollen. Die altbekannten Buchstaben sollen ebenso um eine Reihe diakritischer Zeichen erweitert werden, so zum Beispiel bei den Buchstaben „Ň“&nbsp;und „Ŭ“.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Türkei dazu bereit, eigenes Alphabet anzupassen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bisher besteht das türkische Alphabet aus 29 Buchstaben, bei einer Angleichung würden also fünf dazu kommen. Dafür würde auch die Türkei &#8222;Opfer&#8220; in Kauf nehmen. So müsste auch Ankara Lehrpläne, administrative Dokumente oder Beschilderungen anpassen.&nbsp;Eine ähnlich tiefgreifende Anpassung stünde im Falle der Reform dem aserbaidschanischen Alphabet bevor, das aktuell 32 Buchstaben vorweist. Den Wechsel von kyrillischen zu lateinischen Lettern vollzog Baku im Jahr 1991. Die OTS-Staaten Kasachstan, Kirgistan und Usbekistan, in denen bislang noch das kyrillische Alphabet Standard ist, stehen allerdings vor noch größeren Herausforderungen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kirgistan: bedeutende Rolle der russischen Sprache erschwert Reform</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/kirgistan-diskussion-um-latinisierung-des-alphabets/">Die schwierigste Ausgangssituation hat dabei Kirgistan.</a> Das kirgisische Alphabet besteht aus 36 Buchstaben – die 33 Buchstaben des russischen kyrillischen Alphabets sind dabei um drei weitere Laute ergänzt. Ein Wechsel des Alphabets bringt dreierlei Hürden mit sich:&nbsp;Erstens ist die Idee dort gänzlich neu und der gesellschaftliche wie politische Diskurs noch in den Kinderschuhen. Zweitens ist da die kirgisische Verfassung: Diese definiert das Kirgisische zwar als Staatssprache, das Russische hat daneben als offizielle Sprache jedoch eine bedeutende Rolle inne. Staatliche Dokumente weisen darum größtenteils ein russisches Duplikat auf.&nbsp;Hierin äußert sich der Einfluss Russlands, den der Kreml wohl kaum aufgeben möchte.&nbsp;Drittens kannte die kirgisische Staatskasse schon bessere Zeiten. Nach der Modifizierung der Nationalflagge im Dezember 2023 würde eine Reform des Alphabets das nächste teure Projekt in kurzer Zeit bedeuten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="Diskussion um Latinisierung des Alphabets">Kirgistan: Diskussion um Latinisierung des Alphabets</a></strong></p>



<h2 class="wp-block-heading">Kasachstan: Umstellung auf lateinische Schrift läuft in Etappen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das kasachische Alphabet besteht seit 1940 aus 42 kyrillischen Buchstaben. Den Übergang zum lateinischen Alphabet hatte <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nursultan_Nasarbajew">Nürsültan Nazarbaev</a>, der erste Präsident des Landes nach der Unabhängigkeit, allerdings bereits in den Nullerjahren auf den politischen Plan geholt.&nbsp;&nbsp;Ziel war und ist, sich vom russischen Nachbarn unabhängiger zu machen. 2017 präsentierte das Staatsoberhaupt sogar eine neue Version des Alphabets, das von nun an 31 Buchstaben enthalten sollte. Doch schon kurz darauf zerschlug er die Hoffnung auf einen baldigen Wechsel – dieser ist zeitintensiv und darum etappenweise bis 2025 geplant. Nazarbaevs Nachfolger <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Qasym-Jomart Toqaev</a> verschob die Frist um weitere sechs Jahre auf das Jahr 2031: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/kasachstans-langsamer-aber-bestimmter-weg-zum-lateinischen-alphabet/">Er appellierte daran</a>, das Projekt nicht zu überstürzen, um gravierende Fehltritte zu vermeiden. Ob sich Kasachstan von dem türkischen Tatendrang anstecken lässt? Wohl kaum.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/kasachstans-langsamer-aber-bestimmter-weg-zum-lateinischen-alphabet/">Kasachstans langsamer, aber bestimmter Weg zum lateinischen Alphabet</a></strong></p>



<h2 class="wp-block-heading">Usbekistan: kyrillisches und lateinisches Alphabet werden parallel benutzt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In der besten Ausgangslage für Erdogans Vorhaben befindet sich wahrscheinlich Usbekistan. Die usbekische Sprache wird dort wahlweise mit kyrillischen oder lateinischen Buchstaben verschriftlicht. Letztere kamen 1993 auf Befehl des ersten Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Islom_Karimov">Islom Karimovs</a> dazu. Allerdings herrschte von Anfang an <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/der-wechsel-auf-die-lateinische-schrift-wirkt-bis-heute-nach-eine-autorin-und-eine-verlegerin-ueber-den-usbekischen-literaturbetrieb/">Uneinigkeit darüber</a>, wie genau die usbekische Sprache mit lateinischen Buchstaben verschriftlicht werden soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anfangs orientierte man sich am Türkischen. Mit der Zeit verschlechterten sich allerdings die Beziehungen zur Türkei. Grund dafür waren die Beschwerden türkischer Unternehmen, die die teils überfallartigen, staatlich geförderten Praktiken usbekischer Firmen und Behörden bemängelten und dadurch das eigene Geschäft in Gefahr sahen.&nbsp;Diese Abkühlung der Beziehungen hatte zur Folge, dass sich das usbekische Alphabet mehr am Englischen orientierte. Zum Beispiel wurden die&nbsp;kyrillischen Buchstaben „Ч“ [tsch] und „Ш“ [sch] ähnlich wie in der englischen Umschrift als „ch“ und „sh“&nbsp;wiedergegeben.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor kurzem hat zudem der aktuelle Präsident Usbekistans&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shavkat_Mirziyoyev">Shavkat Mirziyoyev</a> beschlossen, das Alphabet doch wieder dem türkischen Alphabet anzugleichen. So sollen die Buchstaben&nbsp;„Ч“ und „Ш“ wie „ç“ und „ş“ im Türkischen geschrieben werden. Diese Sprachexperimente sind der Grund, weshalb sich die&nbsp;lateinische Schrift in Usbekistan nicht vollumfänglich durchgesetzt hat – trotz staatlicher Unterstützung.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Alphabet-Reform Mirziyoyevs wird bereits seit Jahren diskutiert und spaltet das Land.&nbsp;Junge Menschen unter 35 Jahren bevorzugen das lateinische Alphabet, während die Menschen der älteren Generation nicht auf das vertraute kyrillische Alphabet verzichten wollen. &nbsp;Alles in allem würde eine Umstellung des Alphabets auf eine einzige türkische Vorlage in Usbekistan aber vergleichsweise schmerzlos verlaufen. Vor allem dann, wenn die doppelte Schreibweise wie bisher beibehalten würde.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Alphabetwechsel ist nicht gleich Alphabetwechsel</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Alphabetwechsel sind in Zentralasien historisch betrachtet durchaus keine Seltenheit. Bis zur Revolution 1917 war die arabische Schrift Standard. Per Verordnung gingen die Turksprachen in den 1920er Jahren allesamt zur lateinischen Schrift über. In der Praxis zog sich dieser Prozess bis 1930. Doch keine zehn Jahre später machte die Sowjetregierung diese Entwicklung zunichte, indem sie ein universelles kyrillisches Alphabet einführte, das für alle Sowjetstaaten galt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Umwälzungen gingen damals mehr oder weniger schmerzlos vonstatten:&nbsp;Die Bevölkerung bestand größtenteils aus Analphabeten, welche die neue Schrift von Grund auf neu erlernen mussten. In den heutigen beinahe komplett alphabetisierten Gesellschaften zieht ein so abrupter Übergang darum mehr Konsequenzen nach sich. Nicht selten finden sich etwa Usbekisch-Muttersprachler in der absurden Situation wieder, auf Usbekisch verfasste Sätze aufgrund der lateinischen Buchstaben nicht entziffern zu können.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Folgen im In- und Ausland</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Käme es zur Umsetzung des universellen türkischen Alphabets, würden sich solche Fälle nicht nur häufen, es kämen auch schwer zu stemmende Kosten auf die postsowjetischen Staaten zu: Schulbücher, Bildungspläne, Autobahnschilder und viele weitere administrative Dokumente müssten überarbeitet werden.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tiefgreifende Folgen hätte ein universelles türkisches Alphabet auch auf das Leben von zentralasiatischen Arbeitsmigranten in Russland. Dort erfüllen sie schon jetzt nur selten die sprachlichen Anforderungen, ganz besonders die jüngeren. Ein Alphabetwechsel würde dieses Problem nur verstärken, immerhin befinden sich mehrere Millionen Migranten aus ganz Zentralasien für die Arbeit in Russland. Auf ein anderes Land auszuweichen, ist undenkbar.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Erstmal nur eine Utopie</h2>



<p class="wp-block-paragraph">2007, als die Debatte bereits aufgeflammt war, bezeichnete der Geschichtsprofessor Goga Hidoyatov den Vorschlag als eine „bescheuerte Idee der Pantürkisten“ und führte aus: „Eine pantürkische Sprache ist völlig undenkbar. Die Aserbaidschaner, die Usbeken, die Kasachen – alle haben sie ihre eigenen Autoren, ihre Traditionen, wie sollen wir die alle miteinander verbinden? Das ist genauso utopisch, als würden wir morgen mit der Idee einer panslawischen Sprache um die Ecke kommen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar haben die OTS-Staaten beim letzten Gipfel in Bischkek ein Memorandum unterzeichnet, das von ihrem Vorhaben eines universellen türkischen Alphabets zeugt. Doch von einer Idee bis zu ihrer Umsetzung ist es ein langer Weg, insbesondere, wenn sie etwas so Elementares wie Sprache betrifft. Bis dahin steht Erdogan noch viel Überzeugungsarbeit bevor.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Die Redaktion von <a href="https://fergana.media/articles/135544/">Fergana News</a></strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Russischen von: Arthur Siavash Klischat</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Übersetzer für Novastan</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>10. Gipfeltreffen der Organisation der Turkstaaten: Neue Wege der Zusammenarbeit sind gefragt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[cabarasia]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Nov 2023 08:09:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
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		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 3. November hat in Astana der 10. Gipfel der Organisation der Turkstaaten (OTS) unter dem Motto &#x201E;Turk Time&#x201C; stattgefunden. Die Neuausrichtung der T&#xFC;rkei auf eine vorrangige Zusammenarbeit mit China und Russland k&#xF6;nnte die Interaktion der zentralasiatischen L&#xE4;nder mit der Europ&#xE4;ischen Union erschweren, meint Eldaniz Huseinov, Spezialist f&#xFC;r europ&#xE4;ische und internationale Studien am Heartland Centre [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Am 3. November hat in Astana der 10. Gipfel der Organisation der Turkstaaten (OTS) unter dem Motto „Turk Time“ stattgefunden. Die Neuausrichtung der Türkei auf eine vorrangige Zusammenarbeit mit China und Russland könnte die Interaktion der zentralasiatischen Länder mit der Europäischen Union erschweren, meint Eldaniz Huseinov, Spezialist für europäische und internationale Studien am Heartland Centre for Expertise and Analysis, in einem im Vorfeld veröffentlichten Beitrag für das Central Asian Bureau for Analytical Reporting (CABAR). Im Hinblick auf die Perspektiven der Organisation der Turkstaaten (OTS) schlägt Huseinov vor, dass die OTS nach neuen Nischen für eine Zusammenarbeit suchen sollte.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben den Themen, die in der Abkürzung des Slogans „Turk Time“ genannt werden (Tradition, Vereinigung, Reformen, Wissen, Vertrauen, Investitionen, Mediation, Energie), seien die Auswirkungen der globalen Krisen auf die Aktivitäten der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_der_Turkstaaten">OTS</a>, die Interaktion mit Nordzypern und die Zusammenarbeit mit der EU die wichtigsten Themen, mit denen sich die Organisation derzeit beschäftigt. Von Interesse ist auch die Frage eines möglichen Beitritts Turkmenistans.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der historische Gipfel von Samarkand und die Krux mit dem Korridor durch Armenien</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Nachwirkungen des russischen Angriffs auf die Ukraine haben die Zusammenarbeit innerhalb der Organisation erheblich beeinträchtigt. Auch das Wiederaufflammen des Konflikts zwischen Israel und Palästina wird sich auf die OTS auswirken, insbesondere auf ihre Zusammenarbeit mit der EU. Die Erleichterung des Güterverkehrs auf der transkaspischen internationalen Transportroute (auch bekannt als „Mittlerer Korridor“) war daher eines der Hauptthemen der Zusammenarbeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der 9. OTS-Gipfel in Samarkand <a href="https://www.aa.com.tr/ru/%D0%BC%D0%B8%D1%80/%D1%81%D0%B0%D0%BC%D0%BC%D0%B8%D1%82-%D0%B2-%D1%81%D0%B0%D0%BC%D0%B0%D1%80%D0%BA%D0%B0%D0%BD%D0%B4%D0%B5-%D0%BD%D0%BE%D0%B2%D0%B0%D1%8F-%D1%81%D1%82%D1%80%D0%B0%D0%BD%D0%B8%D1%86%D0%B0-%D0%B2-%D1%81%D0%BE%D1%82%D1%80%D1%83%D0%B4%D0%BD%D0%B8%D1%87%D0%B5%D1%81%D1%82%D0%B2%D0%B5-%D1%82%D1%8E%D1%80%D0%BA%D1%81%D0%BA%D0%B8%D1%85-%D0%B3%D0%BE%D1%81%D1%83%D0%B4%D0%B0%D1%80%D1%81%D1%82%D0%B2/2734383">unter dem Motto</a> <em>„Eine neue Ära der türkischen Zivilisation: Auf dem Weg zu gemeinsamer Entwicklung und Wohlstand“</em> war von großer Bedeutung. Im Rahmen des Gipfels wurden verschiedene Abkommen geschlossen, wobei der Schwerpunkt auf den Bereichen Verkehr und Zoll lag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es scheint, dass die technischen Besonderheiten der OTS der Kompromissfindung im Wege stehen. Immerhin haben einige Mitglieder ähnliche Abkommen im Rahmen der Eurasischen Wirtschaftsunion (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Eurasische_Wirtschaftsunion">EAWU</a>), der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinschaft_Unabh%C3%A4ngiger_Staaten">GUS</a> oder separat mit der EU unterzeichnet. Die Existenz ähnlicher Abkommen kann die vollständige Umsetzung der geplanten Abkommen im Rahmen der OTS behindern. Andererseits sind andere wichtige Länder, wie Turkmenistan und insbesondere Georgien, nicht an diesen Abkommen beteiligt. Ihre Umsetzung ist nur möglich, wenn es einen Korridor durch armenisches Territorium gibt, das der Gerichtsbarkeit eines OTS-Mitglieds unterliegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/sicherheitspolitik-die-tuerkei-weitet-ihren-einfluss-in-zentralasien-aus/">Sicherheitspolitik: Die Türkei weitet ihren Einfluss in Zentralasien aus</a></strong><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Korridor, der auch als „Zangezur-Korridor“ bezeichnet wird, soll durch das Gebiet der armenischen Provinz <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sjunik">Syunik</a> verlaufen und gilt als mögliche Transportverbindung zwischen den westlichen Teilen Aserbaidschans und seiner Exklave, der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Autonome_Republik_Nachitschewan">Autonomen Republik Nachitschewan</a>, sowie in weiterer Folge mit der Türkei. Die Streitigkeiten um diesen Korridor sind noch nicht beigelegt. Es gab zwar Erklärungen, dass dieser Korridor nach der Eröffnung der Verkehrsverbindung zwischen Aserbaidschan und Nachitschewan über den Iran <a href="https://www.reuters.com/world/asia-pacific/armenia-says-pashinyan-aliyev-talks-cancelled-after-baku-pulled-out-tass-2023-10-25/">nicht mehr so interessant</a> sei. Allerdings haben sowohl die Türkei als auch Aserbaidschan <a href="https://rus.azatutyun.am/a/32631272.html">kürzlich erklärt</a>, dass der Korridor für die Unterzeichnung eines Friedensabkommens zwischen Aserbaidschan und Armenien geöffnet werden soll. Solange jedoch nicht klar ist, ob der Korridor in Betrieb genommen wird, bleibt die Umsetzung der Samarkand-Abkommen unvollständig.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zusammenarbeit mit der Europäischen Union: Logistik und Nordzypern</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Potenzial für eine Zusammenarbeit zwischen der EU und der OTS wird derzeit auf verschiedenen Expertenplattformen aktiv diskutiert. In einem wichtigen Ziel bezüglich Zentralasien sind sich beide Organisationen einig: der besseren Vernetzung der Länder entlang des „Mittleren Korridors“. Allerdings gibt es diesbezüglich keine offene Kommunikation zwischen den beiden Organisationen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im <a href="https://www.consilium.europa.eu/en/press/press-releases/2023/10/23/joint-communique-of-the-19th-european-union-central-asia-ministerial-meeting-23-october-2023-luxembourg/?utm_source=dsms-auto&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=Joint%20Communiqu%25u00e9%20of%20the%2019th%20European%20Union-Central%20Asia%20Ministerial%20Meeting%2C%2023%20October%202023%2C%20Luxembourg">gemeinsamen Communiqué</a> des 19. Ministertreffens EU-Zentralasien vom 23. Oktober 2023 wird beispielsweise auf ein Konsultationstreffen der zentralasiatischen Staats- und Regierungschefs verwiesen. Die OTS wird dabei nicht erwähnt. Ähnlich verhält es sich in der <a href="https://www.bundesregierung.de/resource/blob/975226/2226662/63a570a73d143bdf5f781a7685fe2173/2023-09-29-z5-erklaerung-data.pdf%3Fdownload%3D1&amp;sa=U&amp;ved=2ahUKEwjOso3ZnqCCAxUDVfEDHSYwAHQQFnoECAkQAg&amp;usg=AOvVaw0wf2SYIsmxPRU9x57D4IJa">gemeinsamen Erklärung</a> der deutschen Bundeskanzlerin und der zentralasiatischen Staats- und Regierungschefs nach dem Deutschland-Zentralasien-Gipfel sowie in weiteren Erklärungen und Dokumenten. Demgegenüber bestehen seit 2015 <a href="https://turkicstates.org/en/haberler/official-contacts-between-the-turkic-council-and-the-eu-have-been-launched_351">offizielle Kontakte</a> zwischen den beiden Organisationen und auch das Potenzial für eine gemeinsame Zusammenarbeit ist groß.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/der-gipfel-zentralasien-usa-ein-geopolitisch-bedeutsames-treffen/">Der Gipfel Zentralasien – USA, ein geopolitisch bedeutsames Treffen</a></strong><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Problem für die Entwicklung der Beziehungen wird wahrscheinlich eine gewisse Präsenz Nordzyperns in der OTS sein. Die Türkei behauptet, dass auf dem Gipfel in Samarkand alle Mitglieder der OTS <a href="https://www.mfa.gov.tr/no_-340_-ab-nin-kktc-nin-turk-devletleri-teskilati-na-gozlemci-uyeligine-dair-aciklamasi-hk.ru.mfa">einstimmig</a> für die Aufnahme Nordzyperns als Beobachter in die Organisation gestimmt hätten. Am Tag des Gipfels, dem 12. November 2022, gab der Auswärtige Dienst der EU eine <a href="https://www.eeas.europa.eu/eeas/cyprus-statement-spokesperson-observer-status-turkish-cypriot-secessionist-entity-organisation_en">Erklärung</a> ab, in der er die Anträge der Türkei, Nordzypern als Beobachter in die Organisation aufzunehmen, ablehnte. Ob Nordzypern tatsächlich als Beobachter in die OTS aufgenommen wurde, ist bislang unklar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mitgliedschaft Nordzyperns als Beobachter wurde innerhalb der OTS nicht eindeutig abgelehnt, aber die Situation Nordzyperns kann zu Konflikten in den Beziehungen zwischen der EU und der OTS führen, da die Republik Zypern Mitglied der EU ist und ein Vetorecht bei allen Entscheidungen hat, die die Zusammenarbeit der EU mit den Ländern der OTS betreffen, wie zum Beispiel die Ratifizierung der erweiterten Partnerschafts- und Kooperationsabkommen der EU mit Usbekistan und Kirgistan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Vertreter des international nicht anerkannten Nordzyperns nahm zusammen mit anderen OTS-Führern am Sondergipfel in Ankara am 16. März 2023 teil. Betrachtet man jedoch andere Treffen innerhalb der Organisation, so lässt sich die Tendenz erkennen, dass Nordzypern nur bei Veranstaltungen in Aserbaidschan und der Türkei präsent ist, nicht aber in den zentralasiatischen Ländern. Auch am OTS-Gipfel in Astana am 3. November 2023 nahm der Vertreter Nordzyperns nicht teil. Es bleibt abzuwarten, ob die zentralasiatischen Länder unter diesen Umständen bereit sind, Nordzypern einen Beobachterstatus einzuräumen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Beabsichtigt Turkmenistan, Vollmitglied der OTS zu werden?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In den Medien wird derzeit heftig diskutiert, ob Turkmenistan Vollmitglied der OTS werden wird. Auslöser war die <a href="https://rus.azathabar.com/a/32323365.html">Erklärung</a> des Vorsitzenden des <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/People%27s_Council_of_Turkmenistan">Halk Maslahaty</a> Turkmenistans, des ehemaligen Präsidenten des Landes, <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Gurbanguly_Berdimuhamedow">Gurbanguly Berdimuhamedow</a>: Er hoffe, <em>„Sie alle [Präsidenten der OTS-Staaten, Anm. d. Red.] in Turkmenistan nicht im Status eines Beobachterlandes, sondern bereits als Vollmitglied der Organisation der Turkstaaten zu treffen.“ </em>Die Diskussionen über eine Vollmitgliedschaft Turkmenistans wurden jedoch durch den offiziellen Besuch des turkmenistanischen Präsidenten <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Serdar_Berdimuhamedow">Serdar Berdimuhamedow</a> in der Türkei Ende Oktober 2023 angeheizt, bei dem <a href="https://ru.apa.az/foreign-policy/erdogan-trexstoronnee-sotrudnicestvo-s-azerbaidzanom-vazno-dlya-eksporta-turkmenskogo-gaza-na-mirovye-rynki-539132">Erdogan sagte</a>: <em>„Ich betone, dass wir wollen, dass Turkmenistan, das in der OTS einen Beobachterstatus hat, ein Vollmitglied unserer Familie wird.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachrichten über eine Vollmitgliedschaft des Landes gab es schon früher. So sagte der ehemalige türkische Außenminister <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mevl%C3%BCt_%C3%87avu%C5%9Fo%C4%9Flu">Mevlüt Çavuşoğlu</a> vor dem OTS-Gipfel 2022 in Samarkand, dass Turkmenistan während des Gipfels Vollmitglied der OTS werden würde – was jedoch <a href="https://rus.azattyq.org/a/32129727.html">nicht geschah</a>. Auch beim Gipfel in Astana erhielt das Land diesen Status nicht. Dafür gibt es mehrere Gründe.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Erstens konzentriert sich Turkmenistan derzeit darauf, die europäischen Märkte mit Erdgas über Aserbaidschan und die Türkei zu versorgen. Aufgrund der schleppenden Verhandlungen der OTS mit der EU hat Turkmenistan in dieser Hinsicht keinen wirklichen Nutzen von einer Mitgliedschaft. Zweitens ist Turkmenistan zwar außenpolitisch aktiver geworden, zum Beispiel durch die <a href="https://cabar.asia/ru/vliyanie-palestino-izrailskogo-konflikta-na-strany-tsentralnoj-azii">Interaktion</a> mit der Gemeinschaft Unanhängiger Staaten (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinschaft_Unabh%C3%A4ngiger_Staaten">GUS</a>) und der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shanghaier_Organisation_f%C3%BCr_Zusammenarbeit">SOZ</a>), ist aber kein Vollmitglied dieser Organisationen geworden. Aufgrund der Verschärfung der Konflikte in Eurasien misst Turkmenistan Sicherheitsfragen großen Bedeutung bei. Dies gilt derzeit nicht für die OTS.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schließlich schränkt das 1995 verabschiedete <a href="http://www.untuk.org/publications/legislation/hr/tm_hr/003.htm">Gesetz über die ständige Neutralität</a> Turkmenistans die Beteiligung des Landes an militärischen Blöcken und Bündnissen sowie an <em>„zwischenstaatlichen Vereinigungen mit strengen Verpflichtungen oder mit kollektiver Verantwortung der Teilnehmer“</em> ein. Angesichts des Wunsches einiger Großmächte, ihre internationale Agenda in der OTS voranzutreiben, ist Turkmenistan aufgrund seines Neutralitätsstatus nicht daran interessiert. Turkmenistan könnte sich an „Peer-to-Peer“-Vereinbarungen beteiligen, zum Beispiel über eine <a href="https://cabar.asia/ru/mesto-konsultativnyh-vstrech-stran-tsentralnoj-azii-v-kontekste-kristallizatsii-integratsionnyh-protsessov-v-bolshoj-evrazii">Kommission</a> zur Stärkung der Landesverkehrsverbindungen in Zentralasien, da das Land an einer Ausweitung des Transits durch sein Territorium und seine Seehäfen interessiert ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zukunftsvision für die Organisation: Risiken und Chancen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die OTS wird weiterhin die Verbindung zwischen den zentralasiatischen Ländern und Europa stärken, aber ihr Potenzial wird vom Ende der Kriegshandlungen in der Ukraine abhängen. Derzeit ist es sehr schwierig, die Türkei bei der Entwicklung des „Mittleren Korridors“ zur Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Zentralasien und der EU zu umgehen. Da sich die Kämpfe in der Ukraine auf das Schwarze Meer verlagern, wird der Seeweg von Georgien nach Rumänien oder Bulgarien immer unsicherer. Die Türkei versucht jedoch aktiv, ihre strategische Bedeutung zur Durchsetzung ihrer außenpolitischen Interessen zu nutzen; der NATO-Beitritt Schwedens und Finnlands ist ein Beispiel dafür. Die Frage muss also lauten: Kann die Türkei den zunehmenden Warentransit von Zentralasien nach Europa durch ihr Territorium für eigene Zwecke nutzen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, das kann sie. Ein Beispiel ist die zurückhaltende Haltung der EU gegenüber einer Beobachtermitgliedschaft Nordzyperns in der OTS. Die Forderung, dass ihre Interessen in den Beziehungen der Türkei zur EU zu berücksichtigen, muss nicht unbedingt ein Konflikt sein, kann aber den Eindruck erwecken, dass sich die Türkei dann stärker auf eine Zusammenarbeit mit China und Russland zubewegt, was auch das Engagement der zentralasiatischen Länder in der EU erschweren könnte. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, dass China, die EU und die zentralasiatischen Länder nach dem Ende des Krieges in der Ukraine wieder den Weg über Russland bevorzugen, so dass die OTS nach neuen Nischen für die interne Zusammenarbeit suchen müsste.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/zwischen-den-golfstaaten-und-zentralasien-bildet-sich-eine-institutionalisierte-kooperation-heraus/">Zwischen den Golfstaaten und Zentralasien bildet sich eine institutionalisierte Kooperation heraus</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine solche Nische ist die Zusammenarbeit im Energiebereich und Energielieferungen aus Zentralasien über Aserbaidschan und die Türkei. Dies wird jedoch auch davon abhängen, ob die EU angesichts der Agenda für erneuerbare Energien weiterhin an Energielieferungen interessiert ist. Die OTS sollte jedoch nicht nur durch das Prisma Europa-China betrachtet werden, da die zentralasiatischen Länder an der Entwicklung anderer Transportrouten, etwa durch Afghanistan, interessiert sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Fall könnten die oben beschriebenen Abkommen die Kommunikation der Türkei mit Afghanistan und Pakistan erleichtern. Die wirtschaftliche Zusammenarbeit wird sich weiter entwickeln, insbesondere vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrisen in einer Reihe von OTS-Ländern. In diesem Fall sind Projekte zur Eröffnung von Handelszentren und Sonderwirtschaftszonen von großem Interesse.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein letzter wichtiger Aspekt ist die politische Zusammenarbeit, d. h. die gemeinsame Reaktion der OTS-Länder auf globale Krisen durch gemeinsame Erklärungen. Dies kann dazu beitragen, dass die Länder gemeinsame Maßnahmen ergreifen müssen, um zu verhindern, dass externe Krisen die Situation innerhalb der Mitgliedsländer der Organisation verschlechtern. Dies kann auch dazu beitragen, neue Nischen der Zusammenarbeit zu finden.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Eldaniz Gusseinov für CABAR</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://cabar.asia/ru/h-sammit-organizatsii-tyurkskih-gosudarstv-nuzhny-novye-nishi-dlya-sotrudnichestva">Russischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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