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	<title>Osch Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Tue, 07 Oct 2025 21:29:58 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Osch Archives</title>
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		<title>Altstadt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Oct 2025 04:25:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bild des Tages]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Osch]]></category>
		<category><![CDATA[UNESCO]]></category>
		<category><![CDATA[Weltkulturerbe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Blick auf die Mahalla, das n&#xF6;rdliche Stadtviertel von Osch, vom Suleiman-Too, dem heiligen Berg der Stadt, der zum UNESCO-Weltkulturerbe geh&#xF6;rt. Foto: Simone Bergonzi (Italien, @simobergz)</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Blick auf die <strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mahalla_(Stadtviertel)">Mahalla</a></strong>, das nördliche Stadtviertel von <strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Osch">Osch</a></strong>, vom <strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Suleiman-Too">Suleiman-Too</a></strong>, dem heiligen Berg der Stadt, der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Foto: Simone Bergonzi </strong>(Italien, <strong><a href="http://instagram.com/simobergz">@simobergz</a></strong>)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><p><a style="color: #f57d20; text-decoration: underline;" href="https://www.novastan.org/de/cat/bild-des-tages/">Hier</a> geht’s zu mehr Bildern des Tages. Sie können einige davon kaufen und zu Hause empfangen: <span style="color: #ff6600;"><a style="color: #ff6600;" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/du-kannst-das-bild-des-tages-von-novastan-auch-kaufen/">hier ist die Liste</a></span>! Wenn Sie Ihr Bild nicht in der Liste finden, schicken Sie uns eine E-Mail an <span style="text-decoration: underline;"><a href="mailto:photo@novastan.org">photo@novastan.org</a></span>.</p></p>
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		<title>Blutroter Juni – 15 Jahre seit dem interethnischen Konflikt im Süden Kirgistans</title>
		<link>https://novastan.org/de/panorama/blutroter-juni-15-jahre-seit-dem-interethnischen-konflikt-im-sueden-kirgistans/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Fergana News]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Jun 2025 22:21:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[Dschalal-Abad]]></category>
		<category><![CDATA[ethnischer Konflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Ferganatal]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Osch]]></category>
		<category><![CDATA[Unruhen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist eine der dunkelsten Seiten der modernen Geschichte des Landes: Ethnische Massenkonflikte forderten Hunderte von Menschenleben, zerst&#xF6;rten Tausende von H&#xE4;usern und f&#xFC;hrten zu einer massenhaften Flucht. Anl&#xE4;sslich des 15. Jahrestages erinnert Fergana News an den blutroten Juni. In der Nacht vom 10. auf den 11. Juni 2010 kam es in Osch zu Zusammenst&#xF6;&#xDF;en zwischen [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Es ist eine der dunkelsten Seiten der modernen Geschichte des Landes: Ethnische Massenkonflikte forderten Hunderte von Menschenleben, zerstörten Tausende von Häusern und führten zu einer massenhaften Flucht. Anlässlich des 15. Jahrestages erinnert Fergana News an den blutroten Juni.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Nacht vom 10. auf den 11. Juni 2010 kam es in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Osch">Osch</a> zu Zusammenstößen zwischen der kirgisischen und der usbekischen Bevölkerung. Bald griff die Gewalt auf das benachbarte <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dschalal-Abad">Dschalal-Abad</a> über. Den Behörden gelang es nicht, die Lage schnell unter Kontrolle zu bringen. Gerüchte und Provokationen, darunter Berichte über eine Vergewaltigung in einem Frauenwohnheim, verstärkten die Aggression. Bewaffnete Gruppen griffen usbekische Viertel an, und es kam zu massenhaften Brandstiftungen, Plünderungen und Morden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Konflikt entfaltete sich vor dem Hintergrund einer tiefen politischen Krise im Land. Nach dem Sturz von Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kurmanbek_Bakijew">Kurmanbek Bakijew</a> am 7. April 2010 ging die Macht an die Übergangsregierung unter <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rosa_Otunbajewa">Rosa Otunbajewa</a> über, die kaum Kontrolle über den Süden des Landes hatte. Die Spannungen in der Region wuchsen, angeheizt durch einen Kampf zwischen Anhänger:innen des vorherigen Regimes und den neuen Behörden sowie durch den Aktivismus usbekischer Politiker:innen, die eine größere politische Rolle für ihre Gemeinschaft anstrebten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/affaere-bakijew-kirgistans-zweiter-praesident-und-das-geld/"><strong>Affäre Bakijew: Kirgistans zweiter Präsident und das Geld</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Lage verschärfte sich, nachdem eine Reihe von Vorfällen – darunter die Besetzung von Stadtverwaltungen durch Bakijew-Anhänger:innen, das Niederbrennen von Wohnhäusern und Universitäten sowie die Ermordung des Gangsterbosses Aibek Mirsidikow –&nbsp; eine Atmosphäre des Misstrauens, der Angst und der Gewalt geschaffen hatten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Reaktion auf die Eskalation der Lage verhängte die Übergangsregierung den Ausnahmezustand und eine Ausgangssperre. Die Unruhen gingen jedoch weiter. Zehntausende Menschen, hauptsächlich Usbek:innen, mussten ihre Häuser verlassen. Bereits am 11. Juni öffnete Usbekistan die Grenze und nahm über 110.000 Geflüchtete auf, hauptsächlich Frauen und Kinder, für die Lager eingerichtet wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 12. Juni erreichte der Konflikt in Südkirgistan seinen Höhepunkt: Usbek:innen begannen, zum Schutz Barrikaden zu bauen, und die Welle der Gewalt griff auf Dschalal-Abad über. Erst am 15. Juni gelang es den Behörden, die Lage unter Kontrolle zu bringen. In beiden Städten begannen Verhandlungen zwischen den Anführern der kirgisischen und usbekischen Gemeinschaft.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Abweichende Opferzahlen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Angaben zur Zahl der Opfer des Konflikts variieren. Offiziell meldeten die Behörden zwischen 414 und 446 Todesopfer, einer internationalen Kommission zufolge starben rund 470 Menschen, davon 74 Prozent ethnische Usbek:innen. Mehr als 1.900 Menschen wurden verletzt. Die usbekischen Behörden berichteten von 2.800 Verletzten unter den Geflüchteten. Menschenrechtler:innen sprechen von mehr als 1.700 zerstörten und niedergebrannten Häusern.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben des UN-Satellitenzentrums <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/UNOSAT">UNOSAT</a> wurden rund 3.000 Gebäude beschädigt. Der materielle Schaden wird nach offiziellen Angaben auf 4 Milliarden Som (195,6 Millionen US-Dollar zum Wechselkurs von Juni 2010) und nach Angaben von Nichtregierungsorganisationen auf 9 Milliarden Som (87 Millionen US-Dollar) geschätzt. Die Behörden eröffneten mehr als 5.000 Strafverfahren. Doch nur etwa 300 Menschen, die meisten von ihnen Usbek:innen, wurden tatsächlich zu Gefängnisstrafen verurteilt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach den Ereignissen verließen viele ethnische Usbek:innen Kirgistan, usbekischsprachige Schulen wurden geschlossen. Hunderte Menschen, darunter der bekannte Menschenrechtsaktivist <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Asimdschan_Askarow">Asimdschon Askarow</a>, wurden wegen der Organisation von Unruhen und anderer Verbrechen verurteilt. Internationale Organisationen und Menschenrechtler:innen gehen davon aus, dass die Anklagen gegen viele von ihnen fingiert und Geständnisse unter Folter erpresst wurden. Askarow starb 2020 in Haft, obwohl die UN seine Freilassung gefordert hatte.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Schleppende Aufarbeitung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">2011 kam eine internationale unabhängige Kommission unter der Leitung von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kimmo_Kiljunen">Kimmo Kiljunen</a>, an den sich Rosa Otunbajewa mit der Bitte um Unterstützung gewandt hatte, zu dem Schluss, dass die Tragödie hätte verhindert werden können. Die provisorische Regierung habe die ethnischen Spannungen unterschätzt und den Schutz der Bevölkerung nicht gewährleistet. Die Kommission stufte die Angriffe auf usbekische Viertel als Verbrechen gegen die Menschlichkeit ein, erkannte die Ereignisse jedoch nicht als Völkermord oder Kriegsverbrechen an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die kirgisischen Behörden lehnten die Ergebnisse der Kommission ab und erklärten ihren Leiter zur unerwünschten Person. Internationale Partner, darunter die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_des_Vertrags_über_kollektive_Sicherheit">Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS)</a>, griffen nicht ein und erklärten, es handele sich um eine interne Angelegenheit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im selben Jahr führte eine nationale Kommission ihre eigene Untersuchung durch. Sie kam zu dem Schluss, die Schuldigen des Konflikts seien <em>„separatistische Kräfte“</em> unter Führung von Kadyrdschon Batyrow, einem Anführer der usbekischen Gemeinschaft in Kirgistan und Anhänger des flüchtigen Präsidenten Bakijew, sowie <em>„externe Kräfte, die an einer Destabilisierung der Lage interessiert waren“</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/autoritarismus-politische-morde-und-vetternwirtschaft-die-praesidentschaft-kurmanbek-bakijews/"><strong>Autoritarismus, politische Morde und Vetternwirtschaft: Die Präsidentschaft Kurmanbek Bakijews</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Oktober 2011 verurteilte das Stadtgericht Dschalal-Abad Kadyrdschon Batyrow und Inom Abdurasulow, einen weiteren Anführer der usbekischen Gemeinschaft, in Abwesenheit zu lebenslanger Haft. Sie wurden der Organisation von Massenunruhen und der Teilnahme an separatistischen Aktivitäten für schuldig befunden. Vier weitere Angeklagte erhielten Haftstrafen zwischen sechs und zwanzig Jahren. Beide verließen Kirgistan nach den Ausschreitungen und wurden international gesucht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Oktober 2014 verurteilte das Stadtgericht Osch Batyrow und Abdurasulow in Abwesenheit zu lebenslanger Haft und bestätigte damit ihre Rolle als Organisatoren der Unruhen. Die ehemalige Vorsitzende des regionalen Zweigs des Frauenkongresses Kirgistans in Osch, Karamat Abdullajewa, wurde <a href="https://fergana.media/news/131134/">zu 16 Jahren Haft verurteilt</a>. Im Dezember 2018 wurde berichtet, dass Kadyrdschon Batyrow im Alter von 62 Jahren in Odessa <a href="https://fergana.media/news/103258/">verstorben sei</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ermittlungen zu den Unruhen wurden im April 2021 auf Anordnung des amtierenden Präsidenten Kirgistans, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sadyr_Dschaparow">Sadyr Dschaparow</a>, wieder aufgenommen. Gegen fünf ehemalige Mitglieder der Übergangsregierung wurde Anklage wegen Amtsmissbrauchs erhoben, darunter gegen den ehemaligen Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Almasbek_Atambajew">Almasbek Atambajew</a>, der 2010 stellvertretender Premierminister im Übergangskabinett war. Auch gegen den damaligen Verteidigungsminister Ismail Isakow, Innenminister Bakytbek Alymbekow, den ehemaligen Gouverneur des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Oblus_Dschalal-Abad">Gebiets Dschalal-Abad</a>, Bektur Asanow, und den ehemaligen Leiter des Staatlichen Komitees für Nationale Sicherheit Kirgistans, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kengeschbek_Duischöbajew">Kengeschbek Duischeböjew</a>, wurde Anklage wegen Amtsmissbrauchs erhoben. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Keine Ansprache zum Jahrestag</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es sei darauf hingewiesen, dass Präsident Sadyr Dschaparow im Jahr 2025 auf die traditionelle Ansprache an das Volk zum Jahrestag der Unruhen verzichtete. Zuvor hatte er, wie seine Vorgänger, wiederholt über die Tragödie gesprochen und zur Einheit aufgerufen sowie dazu, von bösen Absichten abzusehen, die zu interethnischen Konflikten führen könnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Tragödie hinterließ tiefe Spuren in der kirgisischen Gesellschaft und offenbarte ungelöste interethnische und politische Probleme sowie die Verletzlichkeit staatlicher Institutionen angesichts der Krise. Fragen der Gerechtigkeit, der Rehabilitierung der Opfer und der Suche nach Wegen zu dauerhaftem Frieden sind für das Land bis heute aktuell.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Fergana News</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://fergana.news/articles/138365/"><strong>Russischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



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		<title>Lada Richtung Horizont</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Veronika Haluch]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Nov 2023 03:07:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bild des Tages]]></category>
		<category><![CDATA[Bischkek]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Osch]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kein seltenes Bild: ein Lada in Richtung der Berge im Horizont auf der Route zwischen Osh und Bischkek, Kirgistan. Foto: Davide Pilloni</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Kein seltenes Bild: ein Lada in Richtung der Berge im Horizont auf der Route zwischen Osh und Bischkek, Kirgistan.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Foto: Davide Pilloni</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><p><a style="color: #f57d20; text-decoration: underline;" href="https://www.novastan.org/de/cat/bild-des-tages/">Hier</a> geht’s zu mehr Bildern des Tages. Sie können einige davon kaufen und zu Hause empfangen: <span style="color: #ff6600;"><a style="color: #ff6600;" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/du-kannst-das-bild-des-tages-von-novastan-auch-kaufen/">hier ist die Liste</a></span>! Wenn Sie Ihr Bild nicht in der Liste finden, schicken Sie uns eine E-Mail an <span style="text-decoration: underline;"><a href="mailto:photo@novastan.org">photo@novastan.org</a></span>.</p></p>
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		<title>Abendlicher Snack</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Jul 2023 23:44:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bild des Tages]]></category>
		<category><![CDATA[Abend]]></category>
		<category><![CDATA[Essen]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Osch]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>An einem schw&#xFC;len Sommerabend in Osch bereitet der Gro&#xDF;vater das Abendessen f&#xFC;r seine Enkel im Hinterhof zu. Eine kleine Sommerk&#xFC;che mitsamt Tapchan (einem gro&#xDF;en Sitzpodest) im Freien geh&#xF6;rt f&#xFC;r viele Haushalte in Kirgistan zum Haus dazu. Fotograf: Lucas Fita</p>
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<p class="wp-block-paragraph">An einem schwülen Sommerabend in Osch bereitet der Großvater das Abendessen für seine Enkel im Hinterhof zu. Eine kleine Sommerküche mitsamt Tapchan (einem großen Sitzpodest) im Freien gehört für viele Haushalte in Kirgistan zum Haus dazu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fotograf: Lucas Fita</p>
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		<title>Theatergeschichte</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 21 Jan 2023 03:06:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bild des Tages]]></category>
		<category><![CDATA[Architektur]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Osch]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das seit 1997 nach dem einstigen kirgisischen Regierungschef Sultan Ibraimow benannte nationale Dramatheater im s&#xFC;dkirgisischen Osch wurde 1972 zusammenberufen. Zwei Jahre sp&#xE4;ter wurde das Geb&#xE4;ude mit fertiggestellt, in dem das Theater sich bis heute befindet. Die Theatergeschichte der Stadt reicht jedoch viel weiter. Erstmals wurde 1914 in Osch ein Theaterkreis gegr&#xFC;ndet, der 1919 die Grundlage [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das seit 1997 nach dem einstigen kirgisischen Regierungschef Sultan Ibraimow benannte nationale Dramatheater im südkirgisischen Osch wurde 1972 <a href="https://incredibleosh.kg/2019/02/04/%D0%B8%D0%B3%D1%80%D0%B0-%D1%8D%D1%82%D0%BE-%D0%B8%D1%85-%D0%B6%D0%B8%D0%B7%D0%BD%D1%8C-%D1%82%D0%B5%D0%B0%D1%82%D1%80-%D1%8D%D1%82%D0%BE-%D0%BD%D0%B0%D0%B2%D1%81%D0%B5%D0%B3%D0%B4%D0%B0/">zusammenberufen</a>. Zwei Jahre später wurde das Gebäude mit fertiggestellt, in dem das Theater sich bis heute befindet. Die Theatergeschichte der Stadt reicht jedoch viel weiter. Erstmals wurde 1914 in Osch ein Theaterkreis gegründet, der 1919 die Grundlage für die Gründung des Staatlichen Akademischen Usbekischen Musik- und Dramatheaters bot. Auch <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Oscher_Akademisches_Theater">dieses</a> existiert bis heute, als &#8222;Oscher Staatliches Akademisches Usbekisches Musikalisch-Dramatisches Theater Babur&#8220;. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Foto: Davide Pilloni</strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph"><p><a style="color: #f57d20; text-decoration: underline;" href="https://www.novastan.org/de/cat/bild-des-tages/">Hier</a> geht’s zu mehr Bildern des Tages. Sie können einige davon kaufen und zu Hause empfangen: <span style="color: #ff6600;"><a style="color: #ff6600;" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/du-kannst-das-bild-des-tages-von-novastan-auch-kaufen/">hier ist die Liste</a></span>! Wenn Sie Ihr Bild nicht in der Liste finden, schicken Sie uns eine E-Mail an <span style="text-decoration: underline;"><a href="mailto:photo@novastan.org">photo@novastan.org</a></span>.</p></p>
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		<item>
		<title>Kirgistan: Präsident leitet Ermittlungen zu Unruhen von Osch 2010 ein</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Chloé Pagliccia]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 24 Apr 2021 11:00:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[ethnischer Konflikt]]></category>
		<category><![CDATA[interethnischer Konflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Osch]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kirgistans Pr&#xE4;sident hat eine Untersuchung zur Beteiligung von Regierungsbeamten an jenem interethnischen Konflikt eingeleitet, der sich im Juni 2010 in Osch ereignete. Eine hochpolitische Entscheidung.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kirgistans Präsident hat eine Untersuchung zur Beteiligung von Regierungsbeamten an jenem interethnischen Konflikt eingeleitet, der sich im Juni 2010 in Osch ereignete. Eine hochpolitische Entscheidung.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Entscheidung ist so brisant, wie die Untersuchung selbst. Wie das kirgisische Nachrichtenportal <a href="https://kaktus.media/doc/436128_vozobnovili_sledstvie_po_iunskim_sobytiiam_2010_goda_v_otnoshenii_vremennogo_pravitelstva.html">Kaktus</a> berichtet, hat Kirgistans Präsident<a href="https://novastan.org/de/kirgistan/sadyr-dschaparow-der-volksfluesterer/"> <u>Sadyr Dschaparow</u></a> am 15. April den Inlandsgeheimdienst GKNB (Staatskomitee für nationale Sicherheit) aufgefordert, die Ereignisse zu untersuchen, die im Juni 2010 in Osch stattgefunden hatten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese sind in Kirgistan noch <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/nach-zehn-jahren-neun-fragen-zu-den-unruhen-in-osch/">in frischer Erinnerung</a>. Zwei Monate nach der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Regierungswechsel_in_Kirgisistan_2010">zweiten kirgisischen Revolution</a> seit der Unabhängigkeit kam es vom 10. bis zum 14. Juni 2010 in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Osch">Osch</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dschalalabat">Dschalalabad</a> im Süden des Landes zu Unruhen. Im Zentrum der Gewalt stand ein Konflikt zwischen kirgisischen und usbekischen Bevölkerungsgruppen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/nach-zehn-jahren-neun-fragen-zu-den-unruhen-in-osch/"><strong>Nach zehn Jahren – neun Fragen zu den Unruhen in Osch</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zahl der Todesopfer ist bis heute umstritten. Laut dem <a href="https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/Full_Report_490.pdf">Bericht</a> der internationalen und unabhängigen Untersuchungskommission, die im Auftrag der kirgisischen Übergangsregierung die Ereignisse beleuchten sollte, wurden 470 Menschen getötet. Der Kirgistan-Korrespondent der russischen Tageszeitung <a href="https://www.kp.ru/daily/24505/657680/">Komsomolskaja Prawda</a> ging seinerseits von über 1000 Todesopfern aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Menschenrechtsorganisation <a href="https://www.hrw.org/ru/report/2010/08/16/256110">Human Rights Watch</a> berichtete, dass einige von kirgisischer Seite an den Pogromen beteiligten Personen Waffen und Uniformen der kirgisischen Armee trugen. Dies wirft die Frage auf, inwieweit diese Bewaffneten unter Kontrolle der Armee beziehungsweise der Regierung standen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Rosa Otunbajewa im Schussfeld</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dieser internen Untersuchung mehr als zehn Jahre nach den Ereignissen von Osch möchte der durch das <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-knapp-80-prozent-der-stimmen-fuer-eine-neue-verfassung/?noredirect=de-DE">Verfassungsreferendum</a> gestärkte Präsident die Beteiligung von Beamten der Übergangsregierung <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rosa_Otunbajewa">Rosa Otunbajewas</a> (2010-2011) überprüfen. Letztere kam im April 2010 an die Macht, nachdem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kurmanbek_Bakijew">Kurmanbek Bakijew</a> (2005-2010) mit seinen AnhängerInnen außer Landes geflohen war.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Juni 2020 hatte Otunbajewa selbst anlässlich des zehnjährigen Gedenkens an die Ereignisse erklärt, dass eine neue Untersuchung erforderlich sei. <em>&#8222;Diese großen Ereignisse werden in Zukunft untersucht und erforscht werden. Wenn nicht wir, dann werden andere an der Erforschung interessiert sein&#8220;</em>, sagte sie gegenüber <a href="https://www.azattyk.org/a/30662551.html">Radio Azattyk</a>, dem kirgisischen Dienst von Radio Free Europe (russische Übersetzung auf <a href="https://kloop.kg/blog/2020/06/11/genotsida-ne-bylo-konflikt-podstroili-i-ego-nuzhno-eshhe-raz-rassledovat-chto-rasskazala-otunbaeva-o-mezhetnicheskom-konflikte-2010-goda/">Kloop</a>).</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Eine politisch motiviere Untersuchung</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der GKNB wird sich bei seiner Untersuchung insbesondere auf <a href="http://cbd.minjust.gov.kg/act/view/ky-kg/568?cl=ky-kg#st_304">Artikel 304 Absatz 4 des kirgisischen Strafgesetzbuchs</a> konzentrieren. Dieser betrifft den Machtmissbrauch durch Beamte, sei es um Vorteile für sich selbst, andere oder kriminelle Gruppen zu erlangen oder aber wenn ihre Handlungen erheblichen Schaden anrichten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die vom Präsidenten selbst eingeleitete Untersuchung steht dabei in einem bestimmten Kontext. Wie die kirgisische Nachrichtenagentur <a href="https://24.kg/vlast/188670_oshskaya_tragediya_sadyir_japarov_poruchil_izuchit_vse_materialyi_posobyitiyam_iyunya_/">24.kg</a> berichtete, hatte Dschaparow bereits am 3. April den GKNB gebeten, Dokumente zu den Ereignissen in Osch zu überprüfen.</p>


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<p class="wp-block-paragraph">Laut einem Bericht von <a href="https://kyrgyztoday.org/archives/364439">KyrgyzToday</a> hatte Dschaparow im November 2020 in einem Interview mit einem kirgisischen Fernsehsender gesagt, dass Otunbajewa sowie der damalige Generalstaatsanwalt Bajtemir Ibrajew für die Unruhen zur Verantwortung gezogen werden sollten. &nbsp;Dschaparow, der zum Zeitpunkt des Interviews noch Interimspräsident war, erklärte, dass der GKNB <em>„jeden Tag vor einem Blutbad in Osch gewarnt&#8220;</em> hätte und dass die Präsidentin und die Staatsanwaltschaft keine Maßnahmen ergriffen hätten, um die Spannungen abzubauen.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Chloé Pagliccia, Redakteurin für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/politique/le-president-kirghiz-lance-une-enquete-sur-les-emeutes-a-och-de-2010/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>


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		<title>Auf dem Hochplateau</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 05 Sep 2020 03:36:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bild des Tages]]></category>
		<category><![CDATA[Alabel-Pass]]></category>
		<category><![CDATA[Bischkek]]></category>
		<category><![CDATA[Gebirge]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Osch]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Alabel-Pass verbindet die beiden gr&#xF6;&#xDF;ten St&#xE4;dte Kirgistans &#x2013; Bischkek und Osch. Etwa 16 Stunden ist man mit dem Auto oder der Marschrutka unterwegs. Das Flugzeug ben&#xF6;tigt &#xFC;ber das Gebirge, das die beiden St&#xE4;dte trennt, weniger als eine Stunde. Foto: Julius Bauer&#xA0;(Deutschland) Hier&#xA0;geht&#x2019;s zu mehr Bildern des Tages.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Alabel-Pass">Alabel-Pass</a> verbindet die beiden größten Städte Kirgistans – Bischkek und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Osch">Osch</a>. Etwa 16 Stunden ist man mit dem Auto oder der Marschrutka unterwegs. Das Flugzeug benötigt über das Gebirge, das die beiden Städte trennt, weniger als eine Stunde.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Foto: Julius Bauer</strong>&nbsp;(Deutschland)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://novastan.org/de/cat/bild-des-tages/">Hier</a>&nbsp;geht’s zu mehr Bildern des Tages.</p>
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		<title>Gebet am Arbeitsplatz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Jul 2020 03:35:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bild des Tages]]></category>
		<category><![CDATA[Danil Usmanov]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Mutakalim]]></category>
		<category><![CDATA[Osch]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Akylai, ein Mitglied der Organisation Mutakalim, betet an ihrem Arbeitsplatz, dem Markt Kara-Suu in der Region Osch im Westen Kirgistans. Foto:&#xA0;Danil Usmanov&#xA0;(Kirgistan) Dieses Foto ist Teil unserer Reihe&#xA0;&#x201E;Zentralasien durch die Linse von&#x2026;&#x201C;. Um mehr &#xFC;ber Danil Usmanov und seine Arbeit zu erfahren, klicke&#xA0;hier. Hier&#xA0;geht&#x2019;s zu mehr Bildern des Tages.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Akylai, ein Mitglied der Organisation Mutakalim, betet an ihrem Arbeitsplatz, dem Markt Kara-Suu in der Region <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Osch">Osch</a> im Westen Kirgistans.</p>
<p><strong>Foto: <a href="http://danilusmanov.com/">Danil Usmanov</a> </strong>(Kirgistan)</p>
<p>Dieses Foto ist Teil unserer Reihe <a href="https://novastan.org/de/tag/zentralasien-durch-die-linse-von/">„Zentralasien durch die Linse von…“</a>. Um mehr über Danil Usmanov und seine Arbeit zu erfahren, klicke <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/zentralasien-durch-die-linse-von-danil-usmanov/?noredirect=de_DE">hier</a>.</p>
<p><a href="https://novastan.org/de/cat/bild-des-tages/">Hier</a> geht’s zu mehr Bildern des Tages.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Nach zehn Jahren &#8211; neun Fragen zu den Unruhen in Osch</title>
		<link>https://novastan.org/de/kirgistan/nach-zehn-jahren-neun-fragen-zu-den-unruhen-in-osch/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/kirgistan/nach-zehn-jahren-neun-fragen-zu-den-unruhen-in-osch/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Quentin Couvreur]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Jun 2020 09:14:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[2010]]></category>
		<category><![CDATA[Dschalal-Abad]]></category>
		<category><![CDATA[Kurmanbek Bakijew]]></category>
		<category><![CDATA[Osch]]></category>
		<category><![CDATA[Unruhen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 10. Juni 2010 gab es in Osch, im S&#xFC;den Kirgistans, gewaltt&#xE4;tige Ausschreitungen. Nach dem Sturz von Pr&#xE4;sident Kurmanbek Bakijew im April jenes Jahres eskalierten gesellschaftliche Spannungen und fanden ihren H&#xF6;hepunkt in wahren &#x201E;Pogromen&#x201C; gegen die usbekische Minderheit. Zehn Jahre nach den Ereignissen zieht Novastan eine Bilanz dessen, was wir wissen. Vom 10. bis zum [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Am 10. Juni 2010 gab es in Osch, im Süden Kirgistans, gewalttätige Ausschreitungen. Nach dem Sturz von Präsident Kurmanbek Bakijew im April jenes Jahres eskalierten gesellschaftliche Spannungen und fanden ihren Höhepunkt in wahren „Pogromen“ gegen die usbekische Minderheit. Zehn Jahre nach den Ereignissen zieht Novastan eine Bilanz dessen, was wir wissen.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Vom 10. bis zum 14. Juni 2010 war die im Südwesten Kirgistans gelegene Stadt <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-grenzstadt-osch/">Osch</a> Schauplatz gewalttätiger Zusammenstöße zwischen Angehörigen der kirgisischen und usbekischen Gemeinschaften. „Kirgisisch“ und „Usbekisch“ bezieht sich hier auf die Volksgruppen, da alle Beteiligten Staatsbürger Kirgistans waren, entsprechend der zu Sowjetzeiten etablierten Unterscheidung zwischen „Nationalität“ und Staatsbürgerschaft.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p></p>
<p style="text-align: justify">Das genaue Ausmaß der Gewalt ist nach wie vor unklar. Insgesamt aber forderten die Ereignisse mindestens mehrere Hundert Tote und zehntausende Vertriebene, vor allem Usbeken. Die Sicherheitskräfte &#8211; ob überfordert oder mitschuldig &#8211; brauchten mehrere Tage, um wieder Ordnung herzustellen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>1 Was geschah im Juni 2010 im Süden Kirgistans?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Gewalt scheint ihren unmittelbaren Ursprung in einem Streit zwischen Kirgisen und Usbeken gehabt zu haben, der am Abend des 10. Juni in Osch in der Nähe eines Kasinos ausgebrochen war. Laut einem <a href="https://www.crisisgroup.org/europe-central-asia/central-asia/kyrgyzstan/pogroms-kyrgyzstan">Bericht der NGO International Crisis Group</a> verbreiteten sich am frühen Morgen des 11. Juni unter der kirgisischen Bevölkerung Gerüchte über Vergewaltigungen und Morde an kirgisischen Studentinnen durch usbekische Männer.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-grenzstadt-osch/">Die Grenzstadt Osch</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Der Vorfall, der allerdings wahrscheinlich nie stattgefunden hat, mobilisierte viele kirgisische Jugendliche in der Stadt und aus den umliegenden Dörfern gegen die Usbeken. „<em>Diese heftigen Gerüchte, denen viele Kirgisen glaubten, ermutigten sie zur Mobilisierung, vor allem in ländlichen- und Bergregionen</em>“, erklärt der kirgisische Politikwissenschaftler Dscholdon Kutmanalijew im Gespräch mit Novastan.</p>
<p style="text-align: justify">Dies war der Beginn von vier Tagen großflächiger Zusammenstöße in Osch und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dschalalabat">Dschalal-Abad</a>, eineinhalb Autostunden weiter nördlich. Usbeken errichteten Barrikaden am Eingang ihrer Stadtviertel, bevor der kirgisische Mob, unterstützt von mehreren gepanzerten Mannschaftstransportern der kirgisischen Armee, eindringen konnte. Es folgten tagelange Plünderungen, Zerstörungen und Morde.</p>
<p style="text-align: justify">Die Zahl der Todesopfer ist bis heute umstritten. Nach dem <a href="https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/Full_Report_490.pdf">Bericht der unabhängigen internationalen Untersuchungskommission</a>, die von der kirgisischen Übergangsregierung eingesetzt wurde, wurden 470 Menschen getötet. Der Kirgisistan-Korrespondent der russischen Zeitung <a href="https://www.kp.ru/daily/24505/657680/">Komsomolskaja Prawda</a> berichtete aber von mehr als 1000 Todesopfern.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>2 Dürfen wir von inter-ethnischer Gewalt oder anti-usbekischen „Pogromen“ sprechen?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Bilanz der Opfer und Zerstörungen zeigt, dass die anfänglich inter-ethnische Gewalt schnell zu anti-usbekischen, „ethnischen Pogromen“ wurde, wie der französische Anthropologe Boris Petric <a href="https://www.cairn.info/revue-herodote-2010-3-page-58.htm">feststellte</a>. Tatsächlich gehörte laut einem <a href="https://www.hrw.org/reports/kyrgyzstan0810_brochure_low.pdf">Bericht der amerikanischen NGO Human Rights Watch</a> (HRW) die „große Mehrheit“ der 2000 zerstörten Gebäude in Osch usbekischen Mitbürgern. Darüber hinaus waren unter den 470 Todesopfern, die die Untersuchungskommission registriert hat, 74 Prozent Usbeken und 25 Prozent Kirgisen.</p>
<p style="text-align: justify">Der Verlauf der Ereignisse zeigt auch, dass diese sehr unausgeglichene Bilanz kein Zufall ist. Nach Angaben von HRW wurden usbekische Viertel und Häuser gezielt angegriffen. Einige Gebäude wurden als kirgisische oder russische Gebäude gekennzeichnet und blieben verschont. Auch nach Angaben der International Crisis Group wählten Plünderer die Geschäfte nicht nach dem Wert der zu stehlenden Waren aus, sondern nach ethnischen Kriterien.</p>
<p><figure id="attachment_22137" aria-describedby="caption-attachment-22137" style="width: 2081px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-full wp-image-22137" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/06/41-2.jpg" alt="Osch Kirgise Tor" width="2081" height="1337" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/06/41-2.jpg 2081w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/06/41-2-300x193.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/06/41-2-768x493.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/06/41-2-1024x658.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/06/41-2-1300x835.jpg 1300w" sizes="(max-width: 2081px) 100vw, 2081px" /><figcaption id="caption-attachment-22137" class="wp-caption-text">Spuren eines Schriftzugs &#8222;Kirgise&#8220; an einem Tor in Osch im Frühling 2016</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Schließlich weisen mehrere Berichte auf einen organisierten Charakter der Gewalt hin. „<em>Den Angreifern wurden in regelmäßigen Abständen Vorräte gebracht &#8211; Trinkwasser, Wodka, brennbare Flüssigkeiten [&#8230;]. Schusswaffen wurden auf dem Rücksitz eines BMW 735 ohne Nummernschild ausgehändigt</em>“, stellt <a href="https://www.crisisgroup.org/europe-central-asia/central-asia/kyrgyzstan/pogroms-kyrgyzstan">International Crisis Group</a> fest. Wer hinter solchen Lieferungen stand, konnte jedoch nie eindeutig geklärt werden.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>3 Was genau provozierte den Gewaltausbruch im Juni 2010?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Ereignisse in Osch geschahen vor dem Hintergrund einer nach <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Regierungswechsel_in_Kirgisistan_2010">dem Sturz</a> des Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kurmanbek_Bakijew">Kurmanbek Bakijew</a> am 7. April 2010 geschwächten Staatsgewalt. Der Staat war in der Hand einer von <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/rosa-otunbajewa-eine-ausnahmefrau/">Rosa Otunbajewa</a> geführten Interimsregierung, die Schwierigkeiten hatte, ihre Autorität im ganzen Land durchzusetzen. Der ehemalige Präsident stammte selbst aus der Region Dschalal-Abad und hatte im Süden weiterhin viele Anhänger, auch unter den Sicherheitskräften. Nach Angaben von International Crisis Group dominierte seine Familie zu dieser Zeit die lokale Wirtschaft, einschließlich des Drogenhandels.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/rosa-otunbajewa-eine-ausnahmefrau/">Rosa Otunbajewa, eine Ausnahmefrau</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Um die Kontrolle über die südlichen Region zu sichern, wandte sich die Übergangsregierung an die bedeutende usbekische Minderheit. Der wohlhabende Geschäftsmann und Politiker <a href="https://simple.wikipedia.org/wiki/Kadyrzhan_Batyrov">Kadyrdschan Batyrow</a> mobilisierte seine Anhänger zur Unterstützung der neuen Regierung und forderte eine größere politische Teilhabe. Lokale Fernsehkanäle und Medien berichteten über politische Forderungen, die von der kirgisischen Gemeinschaft zunehmend als Bedrohung empfunden wurde. „<em>Die Kirgisen glaubten, dass Kadirdschan Batirow die Macht ergreifen wollte&#8220;, </em>so Kutmanalijew.<em> &#8222;Dies führte zu einer verstärkten ethnischen Mobilisierung und zu Spannungen zwischen zwei Gruppen, die sich gegenseitig nicht trauten. In der Tat kannten die Kirgisen eine solche politische Mobilisierung seitens der Usbeken nicht.&#8220;</em></p>
<p style="text-align: justify">Diese <a href="https://www.nzz.ch/neue_unruhen_in_kirgistan-1.5757980">ersten Spannungen</a> gipfelten am 16. Mai im Dorf Teyit in der Nähe der Stadt Dschalal-Abad, wo die Häuser der Familie Bakijew niedergebrannt wurden. Anhänger des ehemaligen Präsidenten werfen Batirow vor, für die Zerstörung verantwortlich zu sein, was dieser stets bestritten hat. Nach Angaben eines hochrangigen kirgisischen Regierungsbeamten, der von der <a href="https://www.crisisgroup.org/europe-central-asia/central-asia/kyrgyzstan/pogroms-kyrgyzstan">International Crisis Group</a> zitiert wird, hat sich der Vorfall zu einem „Rubikon“ entwickelt. Demnach schien eine Verschärfung der Spannungen, die im Juni ihren finsteren Höhepunkt erreichten, unausweichlich.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>4 Welchen Platz nahmen Usbeken vor April 2010 in der kirgisischen Gesellschaft ein? </strong></p>
<p style="text-align: justify">Nach Angaben des <a href="http://www.stat.kg/en/statistics/naselenie/">kirgisischen Statistikkomitees</a> lebten 2011 786.000 Kirgistaner usbekischer Nationalität im Land. Usbeken, die etwa 20 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen, leben hauptsächlich im Süden Kirgistans, insbesondere in den Regionen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gebiet_Osch">Osch</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gebiet_Dschalalabat">Dschalalal-Abad</a>. So machten Usbeken im Jahr 2011  immerhin 49 Prozent der Bevölkerung von Osch aus.</p>
<p style="text-align: justify">Die Ausschreitungen im Juni 2010 sind zum Teil das Ergebnis von drei Jahrzehnten Nationenbildung in Kirgistan, wobei die usbekische Minderheit nie politisch integriert wurde. Schon zu Sowjetzeiten führte der wirtschaftliche Erfolg einiger usbekischer Stadtbewohner zu Ressentiments bei der überwiegend ländlichen kirgisischen Bevölkerung. Im Juni 1990 brachen vor dem Hintergrund von Spannungen über den Zugang zu Ressourcen in Osch und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sg%C3%B6n">Ösgön</a> <a href="https://journals.openedition.org/asiecentrale/3350">gewalttätige Ausschreitungen</a> aus. Die Zusammenstöße forderten mehrere hundert Tote und wurden erst durch den Eingriff der Sowjetischen Armee beendet.</p>
<p style="text-align: justify">Nach der Unabhängigkeit Kirgistans im August 1991 blieben die Beziehungen zwischen den Gemeinschaften ein äußerst heikles Thema. Der erste Präsident, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Askar_Akajew">Askar Akajew</a> (1991-2005), verfolgte nach den Worten des Anthropologen Boris Petric eine ethno-nationalistische Politik der „Kirgisisierung“ der Gesellschaft. Die politische Macht konzentrierte sich in den Händen der kirgisischen Elite aus dem Norden. Um seine Macht im Süden zu etablieren, nahm Akajew jedoch enge Beziehungen zu bestimmten Vertretern der usbekischen Gemeinschaft auf.</p>
<p style="text-align: justify">Auf die Weise entwickelt sich zwischen den kirgisischen Politikern und ihren usbekischen Unterstützer eine Form des Klientelismus. „<em>Usbekische Geschäftsleute hatten enge Verbindungen zu der politischen Macht, die von den Kirgisen gehalten wurde. Die Usbeken erhielten Zugangskanäle [zur Macht], die Kirgisen sicherten sich die Loyalität des Südens. Die Beziehung war für beide Seiten zufriedenstellend</em>“, erläutert Kutmanalijew. Bakijew änderte dieses System jedoch zugunsten seines eigenen Umfelds, zum großen Missfallen einiger Usbeken. „<em>2010 wollten diese Usbeken ihre Verluste ausgleichen, indem sie die an die Anhänger des Bakijew-Regimes verlorene wirtschaftliche Macht zurückgewinnen</em>&#8222;, fügt Kutmanalijew hinzu.</p>
<p style="text-align: justify">So trugen mehrere langfristige Faktoren zum Anstieg der Spannungen im Süden Kirgistans bei. Auf der einen Seite haben einige Usbeken versucht, ihre Vormachtstellung im wirtschaftlichen Bereich zurückzugewinnen und ihre politische Vertretung auf nationaler Ebene zu verstärken. Auf der anderen Seite gab es unter Kirgisen starke Ressentiments gegenüber dem vermeintlichen wirtschaftlichen Erfolg der Usbeken. Tatsächlich ergab eine Studie der Weltbank aus dem Jahr 2007, die im Bericht von <a href="https://www.crisisgroup.org/europe-central-asia/central-asia/kyrgyzstan/pogroms-kyrgyzstan">International Crisis Group</a> zitiert wird, dass in der Provinz Osch 47 Prozent der kirgisischen Haushalte als arm galten, im Vergleich zu 55 Prozent der usbekischen Haushalte.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>5 Welche Rolle spielten Sicherheitskräfte?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Frage nach der Rolle der Sicherheitskräfte bei den Gewalttaten vom Juni 2010 steht im Mittelpunkt einer heftigen Kontroverse, die nie vollständig gelöst wurde. „<em>Die Rolle des Militärs ist zweideutig“</em>, resümiert Kutmanalijew vorsichtig. Tatsächlich wurde das Militär der direkten Verwicklung in die Angriffe auf usbekische Viertel beschuldigt, wie auch der vorsätzlichen Bereitstellung von Truppentransportfahrzeugen und Waffen für den kirgisischen Mob. Für den Politikwissenschaftler sind diese Vorwürfe nicht ganz fundiert. „<em>Die kirgisische Armee hat nicht offen Waffen verteilt, obwohl sie einige Arsenale dem Mob überlassen hat. Die Sicherheitskräfte waren demoralisiert, die Soldaten hatten Angst</em>“, sagt er.</p>
<p style="text-align: justify">Sicher ist, dass mehrere gepanzerte Fahrzeuge in die Hände  kirgisischer Angreifer gelangt sind. Mehrere im <a href="https://www.hrw.org/report/2010/08/16/where-justice/interethnic-violence-southern-kyrgyzstan-and-its-aftermath">Bericht von HRW</a> zitierte Zeugen sagen, sie seien von Männern in Militäruniform gefahren worden. Das reicht aber nicht aus, um die Beteiligung der Armee zu beweisen. Die Fahrzeuge wurden hauptsächlich zur Zerstörung der Barrikaden eingesetzt, die am Eingang zu usbekischen Stadtvierteln errichtet worden waren, um den Angreifern das Vorankommen zu erleichtern. „<em>Die kirgisische Armee zerstörte in unverantwortlicher Weise die Barrikaden und versäumte es, die usbekische Minderheit zu schützen</em>“, sagt Kutmanalijew.</p>
<p><figure id="attachment_22138" aria-describedby="caption-attachment-22138" style="width: 1732px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-full wp-image-22138" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/06/20160507_183427.jpg" alt="Osch Panorama" width="1732" height="988" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/06/20160507_183427.jpg 1732w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/06/20160507_183427-300x171.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/06/20160507_183427-768x438.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/06/20160507_183427-1024x584.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/06/20160507_183427-1300x742.jpg 1300w" sizes="(max-width: 1732px) 100vw, 1732px" /><figcaption id="caption-attachment-22138" class="wp-caption-text">Osch, Blick nach Osten vom Sulejman-Too Berg aus</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Außerdem ließen die Sicherheitskräfte in den ersten Tagen der Gewalt die Straßen der Stadt weitgehend frei und damit den Weg für kampfbereite kirgisische Jugendbanden offen. „<em>Die Armee beobachtete die Gewalt und griff nicht ein</em>“, heißt es im Bericht der unabhängigen Untersuchungskommission. „<em>Die Rolle der Sicherheitskräfte bei den Ereignissen ist wichtig [&#8230;]. Wären diese Truppen ordnungsgemäß eingesetzt worden, hätte die Gewalt verhindern verhindert und den aus ländlichen Gebieten zugezogenen Angreifern der Zugang zur Stadt Osch versperrt werden können</em>“, schloss die Kommission.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>6 Welche Rolle spielten der ehemalige Präsident Bakijew und seine Anhänger?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Wie die französische Tageszeitung <a href="https://www.lemonde.fr/international/article/2010/06/13/pourquoi-le-sud-du-kirghizistan-s-embrase_1372103_3210.html">Le Monde</a> im Juni 2010 kommentierte, glaubten mehrere Beobachter, die Gewalt sei vom ehemaligen Präsidenten und seinem Umfeld orchestriert worden. Diese These wurde auch wiederholt von der kirgisischen Übergangsregierung verbreitet. Demnach seien die Unruhen Teil eines Versuchs, die Macht wiederzuerlangen. Allerdings haben weder NGOs noch die unabhängige Untersuchungskommission Beweise für eine Beteiligung des ehemaligen Präsidenten gefunden. „<em>Es gibt keine schlüssigen Beweise für die Beteiligung der Bakijews bei der konkreten Planung der Ereignisse im Juni</em>“, heißt es im Bericht der Kommission. Für International Crisis Group scheint es sogar wahrscheinlich, dass „<em>die Regierung das Ausmaß der Bakijew-Verschwörung übertrieben hat, um ihre eigene Ohnmacht angesichts der Tragödie zu rechtfertigen</em>“.</p>
<p style="text-align: justify">Eine direkte Beteiligung Bakijews erscheint zwar unwahrscheinlich, die kriminellen und mafiösen Netzwerke, die vom politischen Schutz des ehemaligen Präsidenten profitierten, werden jedoch ebenfalls beschuldigt. Tatsächlich hatten diese Netzwerke, die den sehr lukrativen Drogenhandel kontrollierten, viel zu verlieren. „<em>Der Abgang von Präsident Bakijew hat zu einer Reihe von wirtschaftlichen und politischen Marginalisierungen geführt, die sowohl Usbeken als auch Kirgisen betreffen. Die mit der Bakijew-Familie verbundenen Polit-Mafia-Gruppen akzeptierten ihre Marginalisierung nicht und verfolgten eine selbstmörderische und mörderische Logik, indem sie Gewalt auslösten, die in eine inter-ethnische Konfrontation mündete</em>“, schreibt der Anthropologe Boris Petric in seiner <a href="https://www.cairn.info/revue-herodote-2010-3-page-58.htm">Studie über die Ereignisse in Osch.</a></p>
<p style="text-align: justify"><strong>7 Waren die Vereinigten Staaten und Russland an den Ereignissen beteiligt?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Im Westen wurden die Ereignisse des Jahres 2010 manchmal als ein Destabilisierungsversuch seitens Russlands dargestellt, da sich dieses zu sehr den Vereinigten Staaten genähert habe. Tatsächlich errichteten die USA 2001 im Rahmen des Krieges in Afghanistan eine Militärbasis in <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Transit_Center_at_Manas">Manas</a>, nur wenige Kilometer von Kirgistans Hauptstadt Bischkek entfernt. Brennstofflieferungen rund um den Stützpunkt standen auch im Mittelpunkt mehrerer Korruptionsskandale, in die die Familie Bakijew verwickelt war und die zu ihrer Unbeliebtheit in der Bevölkerung beigetragen haben. Das Prisma des amerikanisch-russischen Kalten Krieges scheint jedoch nicht die geeignetste Lesart für die Ereignisse im Juni 2010 zu sein. &#8222;<em>Dies sind nur Spekulationen. Es gibt keinen direkten Beweis für eine Beteiligung Russlands</em>&#8222;, so Kutmanalijew.</p>
<p style="text-align: justify">In Wirklichkeit hat vor allem die Passivität der beiden Großmächte gegenüber der Ereignisse überrascht. Als die amtierende kirgisische Präsidentin Otunbajewa am 12. Juni 2010 zugab, dass die Situation in Osch außer Kontrolle geraten war, weigerte sich Russland einzugreifen. Auch die USA lehnten ab, als die kirgisische Regierung um ein Darlehen für gepanzerte Fahrzeuge bat. Zur Erklärung argumentiert der Bericht von <a href="https://www.crisisgroup.org/europe-central-asia/central-asia/kyrgyzstan/pogroms-kyrgyzstan">International Crisis Group</a>, dass „<em>Russland nur wenige starke politische oder wirtschaftliche Interessen in Kirgistan hat, dem es an dem Öl, Gas und anderen Ressourcen mangelt, die seine Nachbarn besitzen</em>“. Auch die Vereinigten Staaten hatten keine langfristigen Interessen in dem Land: Der Militärstützpunkt Manas wurde 2014 <a href="https://novastan.org/fr/kirghizstan/la-fin-dune-ere-pour-lengagement-americain-en-asie-centrale/">geschlossen</a>.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>8 Unter welchen Bedingungen kehrten die Flüchtlinge zurück?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Nach Angaben der Vereinten Nationen, zitiert von der britischen Zeitung <a href="https://www.theguardian.com/world/2010/jun/17/kyrgyzstan-ethnic-violence-refugees-united-nations">The Guardian</a>, wurden durch die Gewalt im Juni 2010 mindestens 400.000 Menschen vertrieben. Etwa 100.000 von ihnen haben in Usbekistan, das an die Regionen Osch und Dschalal-Abad grenzt, Zuflucht gefunden. Die überwältigende Mehrheit davon waren Frauen und Kinder, die in Lagern in der Region <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Provinz_Andijon">Andijon</a> in Usbekistan untergebracht wurden. Nach Angaben von International Crisis Group durften die Flüchtlinge die Lager, in denen sich die meisten etwa zwei Wochen aufhielten, nicht verlassen. Die meisten der 300.000 Binnenvertriebenen in Kirgistan flohen nach Angaben des <a href="https://www.unhcr.org/news/latest/2010/6/4c1a2f669/crisis-kyrgyzstan-leaves-300000-internally-displaced.html">UN-Hochkommissars für Flüchtlinge</a> (UNHCR) in den Norden in die Hauptstadt Bischkek.</p>
<p style="text-align: justify">Die Flüchtlinge in Usbekistan standen schnell unter starkem Druck der usbekischen und kirgisischen Behörden, nach Osch und Dschalalal-Abad zurückzukehren. Am 23. Juni 2010 brachte UNHCR seine Besorgnis über die Situation zum Ausdruck. „<em>Rückführungen müssen geordnet, freiwillig und unter Bedingungen der Sicherheit und Würde durchgeführt werden. Wir fordern die Behörden auf, nicht gegen den Willen von Flüchtlingen und anderen Vertriebenen die Rückkehr zu fordern</em>“, sagte die Organisation. Trotz dieses Appells kehrte die Mehrheit der Flüchtlinge noch im selben Monat nach Kirgistan zurück. Viele wurden dann in Zelten untergebracht, die von Hilfsorganisationen in der Nähe ihrer zerstörten Häuser und Geschäfte zur Verfügung gestellt wurden.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>9 Wer wurde verhaftet und verurteilt?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Nachdem am 20. Juni alle Barrikaden in der Stadt beseitigt waren, führten die kirgisischen Sicherheitskräfte sofort mehrere Operationen durch, um mutmaßliche Gewalttäter festzunehmen. Laut einem <a href="https://www.hrw.org/report/2011/06/08/distorted-justice/kyrgyzstans-flawed-investigations-and-trials-2010-violence">vernichtenden Bericht von HRW</a>, der im Juni 2011 veröffentlicht wurde, war die überwältigende Mehrheit der Verhafteten usbekischer Herkunft. „<em>Es gibt Grund zu der Annahme, dass die kirgisischen Behörden unverhältnismäßig gezielt gegen Usbeken vorgingen und vergleichsweise nachlässig dabei waren, kirgisische Verdächtige vor Gericht zu bringen</em>“, schrieb die NGO. Tatsächlich waren am 10. Dezember 2010 230 der 271 festgenommenen Verdächtigen Usbeken, also rund 85 Prozent. Auch 115 der 124 für Mord angeklagten Personen waren Usbeken.</p>
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<p style="text-align: justify">Die kirgisischen Behörden haben daher sicherlich nur einen Bruchteil derer verhaftet, die für die Tötungen und Zerstörungen verantwortlich waren. Es wurde auch nie eine ernsthafte Untersuchung durchgeführt, um die wahren Täter und Provokateure zu identifizieren. Andererseits sind usbekische Verdächtige Opfer einer beträchtlichen Anzahl von Missbrauchsfällen geworden, die HRW dokumentiert hat. Nach Angaben der NGO haben die Fälle von willkürlichen Verhaftungen, Misshandlungen und Folter von Gefangenen durch Sicherheitskräfte nach Juni 2010 zugenommen. Das Justizsystem hat die Täter dieser zum Teil völkerrechtswidrigen Verbrechen nie strafrechtlich verfolgt.</p>
<p style="text-align: justify">Der Fall <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-lebenslange-freiheitsstrafe-fuer-menschenrechtler-askarow-bestaetigt/">Asimdschon Askarow</a> ist bezeichnend für die Unfähigkeit der kirgisischen Behörden, sich der Vergangenheit zu stellen und auch nachträglich für Gerechtigkeit zu sorgen. Der kirgistanische usbekische Journalist und Menschenrechtsaktivist, der die Beteiligung von Strafverfolgungsbeamten an der Gewalt dokumentierte, wurde am 15. Juni 2010 verhaftet. Nach einer Anklage wegen Anstiftung zum interethnischen Hass und Beihilfe zum Mord wurde er im September 2010 zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Prozess war durch zahlreiche Verletzungen der Rechte der Verteidigung gekennzeichnet, während Askarow die Sicherheitskräfte der Folter beschuldigte. <a href="https://www.amnesty.de/urgent-action/ua-135-2010-5/lebenlange-haft">Amnesty International</a> hat Askarow als „politischen Gefangenen“ bezeichnet. Nach zahlreichen gerichtlichen Wendungen <a href="https://www.azattyk.org/a/azimjan-askarov-sot-okum/30610350.html">bestätigte</a> der Oberste Gerichtshof Kirgisistans jedoch am 13. Mai dieses Jahres seine lebenslange Haftstrafe. Im Alter von 69 Jahren ist dieser gebrechliche alte Mann weißem Bart zum Symbol einer Vergangenheit geworden, die Kirgistan immer noch heimsucht.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Quentin Couvreur<br />
Journalist für Novastan</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen von der Redaktion</strong></p>
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		<title>Koranverse</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 May 2020 19:00:27 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Im B&#xFC;ro der Organisation Mutakalim in Osch lernen kirgisische Frauen, Koranverse auf Arabisch zu lesen. Foto:&#xA0;Danil Usmanov&#xA0;(Kirgistan) Dieses Foto ist Teil unserer Reihe&#xA0;&#x201E;Zentralasien durch die Linse von&#x2026;&#x201C;. Um mehr &#xFC;ber Danil Usmanov und seine Arbeit zu erfahren, klicke&#xA0;hier. Hier&#xA0;geht&#x2019;s zu mehr Bildern des Tages.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Im Büro der Organisation Mutakalim in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Osch">Osch</a> lernen kirgisische Frauen, Koranverse auf Arabisch zu lesen.</p>
<p><strong>Foto: <a href="http://danilusmanov.com/">Danil Usmanov</a> </strong>(Kirgistan)</p>
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