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	<title>Öl Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Fri, 24 Apr 2026 06:40:41 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Öl Archives</title>
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		<title>„Wir sind Ölarbeiter und schämen uns, über unser Gehalt zu sprechen“</title>
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		<pubDate>Fri, 24 Apr 2026 06:40:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Aqtöbe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In den &#xD6;lfeldern des im Nordwesten Kasachstans gelegenen Gebiets Aqt&#xF6;be liegen reiche Vorkommen. Die Arbeiter der F&#xF6;rderanlagen m&#xFC;ssen dennoch f&#xFC;r eine faire Bezahlung k&#xE4;mpfen. Unser Partnermedium Vlast hat mit einigen von ihnen gesprochen. Das Gebiet Aqt&#xF6;be produziert zwar nur 5 Prozent des gesamten kasachstanischen &#xD6;ls, doch die Erd&#xF6;lf&#xF6;rderung ist nach wie vor ein wichtiger Wirtschaftszweig. [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>In den Ölfeldern des im Nordwesten Kasachstans gelegenen Gebiets Aqtöbe liegen reiche Vorkommen. Die Arbeiter der Förderanlagen müssen dennoch für eine faire Bezahlung kämpfen. Unser Partnermedium Vlast hat mit einigen von ihnen gesprochen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aqt%C3%B6be_(Gebiet)">Gebiet Aqtöbe</a> produziert zwar nur 5 Prozent des gesamten kasachstanischen Öls, doch die Erdölförderung ist nach wie vor ein wichtiger Wirtschaftszweig. Für viele Menschen, die in der Nähe von Erdöl- und Erdgasfeldern leben, ist die Arbeit in der Ölindustrie die einzige Möglichkeit, den Lebensunterhalt für sich und ihre Familien zu sichern. Dies gilt auch für die Bewohner:innen des Bezirks Temir, wo die Erdöl- und Erdgasförderung rund um das Sand-Massiv Kökjide stattfindet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch diese Branche ist nach wie vor stark abgeschottet, geprägt von häufigen Arbeitskämpfen und Gewerkschaften, die unter Druck stehen und sich nur schwer etablieren können.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Streiks</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das größte Ölunternehmen der Region ist <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/CNPC-AktobeMunaiGas">CNPC-AktobeMunaiGas</a>, eine Tochtergesellschaft der China National Petroleum Corporation (CNPC). Es beschäftigt im Gebiet Aqtöbe 5.400 Mitarbeiter:innen, ohne die Angestellten von Dienstleistern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die häufigsten Streiks im Bezirk Temir gab es bisher jedoch bei KMK Munai, einem Unternehmen, das ebenfalls mehrheitlich im Besitz von CNPC ist. KMK Munai beschäftigt rund 275 Mitarbeiter:innen, ohne die Angestellten von Dienstlerstern. Die jährliche Ölproduktion beträgt 56.000 Tonnen auf den drei Feldern Qümsaı, Mortyq und Kökjide – das entspricht 0,05 Prozent der jährlichen Ölproduktion Kasachstans.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Im Januar 2021 begann eine Streikwelle im Unternehmen, als sich Ölarbeiter nach ihrem regulären Schichtwechsel weigerten, nach Hause zu gehen. Sie versammelten sich an der Produktionsstätte und forderten eine Lohnerhöhung von 100 Prozent. Laut Quellen von <a href="https://www.azattyq.org/a/kazakhstan-aktobe-region-oil-workers-on-strike-to-demand-higher-pay/31069687.html">Radio Azattyq</a>, erhielt ein Arbeiter der vierten Gehaltsgruppe zu diesem Zeitpunkt 155.000 Tenge (damals umgerechnet etwa 370 US-Dollar).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Arbeiter beklagten sich auch über die Arbeitsbedingungen. <em>„Wir haben Satellitenschüsseln und Fernseher für die Wohnwagen [in denen Schichtarbeiter untergebracht waren, die in den Schlafsälen keinen Platz mehr gefunden hatten] selbst gekauft; manche haben sich sogar ihre eigenen Waschmaschinen gekauft. Nur 100 bis 200 Meter von hier entfernt befinden sich Ölquellen. Selbst wenn es hier Fünf-Sterne-Hotels gäbe, wäre es unmöglich, hier zu leben. Wir ersticken fast im Geruch von Schwefel und Gas. Den Jungs fallen schon die Haare und Zähne aus“</em>, erklärte einer der Arbeiter unter der Bedingung der Anonymität gegenüber <a href="https://www.azattyq.org/a/31074210.html">Radio Azattyq</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unterdessen traten 60 Arbeiter des Dienstleisters AMK Munai, der für die Firma Ada Oil auf dem Feld Bäşenköl tätig ist, <a href="https://www.azattyqasia.org/a/31075994.html">in den Streik</a>. Sie forderten ebenfalls eine Lohnerhöhung von 100 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/koekjide-oel-steppe-was-hat-das-erdoel-den-doerfern-in-der-region-aqtoebe-gebracht/"><strong>Kökjide. Öl-Steppe – Was hat das Erdöl den Dörfern in der Region Aqtöbe gebracht?</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die Maschinenführer unseres Unternehmens verdienen 67.000 Tenge, was nicht ausreicht, um eine Familie zu ernähren, die Nebenkosten zu bezahlen und Lebensmittel zu kaufen… Arbeit an Feiertagen und Nachtschichten wird nicht angemessen vergütet. Wir fordern eine Lohnerhöhung. Das ist unsere einzige Forderung“</em>, <a href="https://www.instagram.com/p/CKn43_zgwzj/?utm_source=ig_embed&amp;utm_campaign=embed_video_watch_again">wandte sich</a> einer der Streikenden an den Präsidenten. Später beendeten die Arbeiter den Streik und erklärten, sie hätten eine Einigung erzielt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Derartige Streiks sind in Kasachstans Öl- und Gassektor typisch. Die Arbeiter beklagen sich häufig darüber, dass das Management Vereinbarungen nicht einhält und sie an der Gründung einer unabhängigen Gewerkschaft hindert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Am Tag, an dem der Gewerkschaftsvorsitzende gewählt werden sollte, brachte der Arbeitgeber 50 Leute aus dem Büro in </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aqt%C3%B6be"><em>Aqtöbe</em></a><em> zum Ölfeld. Ihnen schlossen sich Ingenieure vom [Ölfeld] Kökjide an, sodass sie insgesamt über 100 waren. Wir traten in einen zweiten Streik, weil wir wussten, dass es keine faire Wahl geben würde“</em>, sagte einer der streikenden Arbeiter gegenüber <a href="https://www.centralasian.org/a/31170621.html">Radio Azattyq</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den Arbeitern gelang es daraufhin, ihren eigenen Gewerkschaftspräsidenten zu wählen. Dieser behauptet jedoch später, er sei vom Unternehmen unter Druck gesetzt und aufgrund seiner Gewerkschaftstätigkeit entlassen worden.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Gewerkschaft</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wir treffen Erjan Elamanov, den ehemaligen Gewerkschaftsführer bei KMK Munai, in einem Park in Aqtöbe. Derzeit arbeitslos, sucht er verzweifelt nach Möglichkeiten, seine Familie zu ernähren. Zuvor arbeitete er als Anlagenführer bei dem Ölkonzern und setzte sich für Arbeitnehmerrechte ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Ich habe zehn Jahre lang als Maschinenführer bei KMK Munai gearbeitet und wurde zum Gewerkschaftsvorsitzenden gewählt, weil man mit der Arbeit des vorherigen Vorsitzenden unzufrieden war“</em>, sagt Elamanov. <em>„Wir waren 180 Leute. Einige Leute mit Verbindungen zur Firmenzentrale traten sofort aus der Gewerkschaft aus. Und dann habe ich meine Arbeit aufgenommen. Und ich muss sagen, die Geschäftsleitung war davon nicht begeistert.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Elamanovs wichtigste Kritikpunkte betrafen die Löhne. <em>„Als ich 2015 anfing, verdiente ich 70.000 Rubel. Das ist eine Schande. Ich war Ölarbeiter. Nach dem Streik haben sie mein Gehalt auf 220.000 bis 260.000 Rubel angehoben. Aber denken Sie mal darüber nach: Wir sind Ölarbeiter und schämen uns, über unser Gehalt zu sprechen“</em>, räumt er ein. <em>„Die Firma hat mich wegen Beleidigung ihrer Ehre und Würde verklagt. Weil ich in einem Brief an den Premierminister geschrieben hatte, dass wir unter den Ölarbeitern die niedrigsten Gehälter in der Region haben. Und ich habe es vor Gericht bewiesen.“</em></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/5e78388a75ccd933ec9226cc825d13f5_1440xauto-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-44538" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/5e78388a75ccd933ec9226cc825d13f5_1440xauto-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/5e78388a75ccd933ec9226cc825d13f5_1440xauto-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/5e78388a75ccd933ec9226cc825d13f5_1440xauto-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/5e78388a75ccd933ec9226cc825d13f5_1440xauto.jpg 1440w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Erjan Elamanov</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Nach den Januar-Ereignissen, als die Ölarbeiter aus Solidarität mit den Einwohner:innen von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schanga%C3%B6sen">Janaözen</a> die Arbeit niederlegten [in Janaözen begannen die Januar-Proteste 2022, Anm. d. Ü.], ging er zusammen mit anderen Aktivisten aus den umliegenden Dörfern zum Akim [Verwaltungschef, Anm. d. Ü.] des Gebiets Aqtöbe. <em>„Am 7. Januar gingen wir zu [Ondasyn] Orazalin, jeder mit seinen eigenen Forderungen. Ich sagte, dass Fremde in unser Unternehmen kommen und dass sie uns durch Leute von Firmen wie „Asia Munai Service“ ersetzen. Die Geschäftsleitung hat ihnen gesagt, sie sollen nicht streiken, wenn wir es tun“</em>, so Elamanov.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Asia Munai Service“ bietet Outsourcing-Dienstleistungen für Ölkonzerne an. Das von Ge Yuding gegründete Unternehmen wird derzeit von Shan Yuntao geleitet. Die Beauftragung solcher Firmen ist eine gängige Taktik großer Ölkonzerne, um Kosten zu sparen und Verantwortung abzuwälzen. Viele Branchenveterane aus den in der Nähe der Ölförderanlagen gelegenen Dörfern <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/koekjide-oel-steppe-was-hat-das-erdoel-den-doerfern-in-der-region-aqtoebe-gebracht/">Kenqiıaq und Şubarşi</a> beschweren sich ebenfalls über das Outsourcing zahlreicher Abteilungen. Sie berichteten außerdem, dass sich die Arbeitsbedingungen seit der Übernahme durch einen chinesischen Investor verschlechtert hätten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/landproteste-janaoezen-qantar-die-geschichte-der-proteste-kasachstans/"><strong>Landproteste, Jañaözen, Qañtar – Die Geschichte der Proteste Kasachstans</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Wissen Sie, meine Gewerkschaftstätigkeit hatte auch Auswirkungen auf andere Unternehmen. Obwohl ich niemandem persönlich böse war, wollte ich einfach nur, dass alles gesetzeskonform abläuft“</em>, seufzt Elamanov. <em>„Letztendlich wurde ich entlassen. Innerhalb eines Tages erhielt ich eine Verwarnung, eine strenge Verwarnung und die Kündigung meines Arbeitsvertrags.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe lange gekämpft, aber danach befand ich mich in einer schwierigen finanziellen Lage. Ich habe Frau und Kinder. Ich habe eine Einigung mit ihnen erzielt, meinen Job gekündigt und sie haben mir die unfreiwillige Abwesenheit bezahlt“, fügt er hinzu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus wurden fünf Strafverfahren gegen ihn eingeleitet. Er sagt, er habe alle gewonnen. <em>„Eines davon beispielsweise betraf Betrug [ein Vorgehen, das <a href="https://www.hrw.org/ru/news/2017/07/26/307171">häufig</a> gegen unabhängige Gewerkschaftsaktivisten angewendet wird, Anm. von Vlast]. Ich ging mit meinem Gewerkschaftsausweis hin und legte alle Unterlagen vor. Daraufhin wurde das Verfahren eingestellt“</em>, sagt er.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Positionierung der Unternehmen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zu den Streiks und Forderungen der Arbeiter erklärte Samat Berdenov, Erster Vizepräsident von KMK Munai, dass seine Ressourcen stark eingeschränkt seien. <em>„Andere Unternehmen, die große Öl- oder Gasfelder wie </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tengiz"><em>Tengiz</em></a><em>, </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kaschagan"><em>Qaşağan</em></a><em> oder </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gasfeld_Karatschaganak"><em>Qaraşyğanaq</em></a><em> erschließen, haben Zugang zum </em><a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Caspian_Pipeline_Consortium"><em>Caspian Pipeline Consortium (CPC) </em></a><em>und zum Weltmarkt. Wir im Gebiet Aqtöbe sind vertraglich gebunden – wir haben einen Festpreis für den Inlandsmarkt und einen Festpreis für den internationalen Markt. Selbst ein Preis von 150 Dollar pro Barrel hat keinen Einfluss auf die Finanzen unseres Unternehmens“</em>, betont er.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="900" height="600" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/a2f2c273ffa2d10ffd4af0912186f3ec_900xauto.jpg" alt="" class="wp-image-44537" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/a2f2c273ffa2d10ffd4af0912186f3ec_900xauto.jpg 900w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/a2f2c273ffa2d10ffd4af0912186f3ec_900xauto-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/a2f2c273ffa2d10ffd4af0912186f3ec_900xauto-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 900px) 100vw, 900px" /><figcaption class="wp-element-caption">Samat Berdenov</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem merkt er an, dass sein Unternehmen <em>„hochviskoses Öl“</em> produziere, das <em>„enorme“</em> Mengen an Strom und Erdgas verbrauche<em>. „Die Erdgaspreise haben sich innerhalb von zwei Jahren verfünffacht, die Strompreise haben sich verdoppelt. Von den Steuern ganz zu schweigen. Da stellt sich die Frage: Womit soll ich denn noch die Gehälter erhöhen?“</em>, fragt Berdenov und fügt hinzu, dass das Unternehmen die Gehälter dennoch an die Inflation anpasst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">CNPC – AktobeMunaiGas gibt an, die Gehälter regelmäßig zu erhöhen und dass die Mitarbeitenden einem Tarifvertrag unterliegen. Allerdings hat das Unternehmen weder die Gehaltshöhen noch die Einkommensunterschiede zwischen Arbeitern und Führungskräften offengelegt. Ada Oil beantwortete keine Fragen zu Arbeitsbedingungen und Gehältern, während Kazakhoil Aqtöbe und Urikhtau Operating, die ebenfalls in der Region tätig sind, die Anfrage von Vlast unbeantwortet ließen.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Almas Kaysar, Paolo Sorbello (Text) und Daniyar Musirov (Fotos) für Vlast</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://vlast.kz/obsshestvo/68208-my-neftaniki-i-nam-stydno-govorit-o-svoej-zarplate.html">Russischen</a> von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Kökjide. Öl-Steppe – Was hat das Erdöl den Dörfern in der Region Aqtöbe gebracht?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Vlast]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Apr 2026 06:21:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Aqtöbe]]></category>
		<category><![CDATA[Gas]]></category>
		<category><![CDATA[Kökjide]]></category>
		<category><![CDATA[Öl]]></category>
		<category><![CDATA[Reportage]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Unter dem Sandmassiv K&#xF6;kjide in dem im Westen Kasachstans gelegenen Gebiet Aqt&#xF6;be liegen betr&#xE4;chtliche &#xD6;lvorkommen. Doch von dem Reichtum unter der Erde kommt in den D&#xF6;rfern rund um das K&#xF6;kjide wenig an. Eine Reportage von unserem Partnermedium Vlast. &#x201E;Lasst uns nicht einreden, dass wir ohne &#xD6;l zugrunde gehen. Unsere Vorfahren lebten auch ohne &#xD6;l, h&#xFC;teten [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Unter dem Sandmassiv Kökjide in dem im Westen Kasachstans gelegenen Gebiet Aqtöbe liegen beträchtliche Ölvorkommen. Doch von dem Reichtum unter der Erde kommt in den Dörfern rund um das Kökjide wenig an. Eine Reportage von unserem Partnermedium Vlast.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Lasst uns nicht einreden, dass wir ohne Öl zugrunde gehen. Unsere Vorfahren lebten auch ohne Öl, hüteten ihr Vieh und bestellten das Land“</em>, sagt Ardak Kubaş, eine Aktivistin aus dem kleinen Dorf Kenqiıaq im Gebiet <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aqt%C3%B6be_(Gebiet)">Gebiet Aqtöbe</a>. Sie hebt die Hand und zeigt auf das Sand-Massiv Kökjide, das auf den ersten Blick an typische Szenen aus dem Westen Kasachstan erinnert: Dünen, gleißende Sonne und verstreute, verwitterte Ölpumpen. Einige von ihnen, mit Staub und Rost bedeckt, stehen still, andere fördern weiterhin Öl. Direkt dahinter lodern Flammen auf – Ölfackeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Einheimischen sagen, unter ihnen verberge sich ein „Meer“. Dabei handelt es sich um Grundwasser unter dem Sand – bis zu eineinhalb Milliarden Kubikmeter Wasser, möglicherweise sogar trinkbar.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Im Bezirk Temir liegen rund um diese Sandvorkommen vier Ölarbeiter-Siedlungen: Kenqiıaq, Şubarşi, Saryköl und Bäşenköl. Sie stehen seit Langem vor der Wahl: Entweder sie schützen ihre größte Grundwasserquelle vor Kontamination und riskieren damit wirtschaftliche Einbußen. Oder sie erhalten die Produktion aufrecht und ermöglichen so die weitere Entwicklung der Siedlungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Einwohner:innen sind sich jedoch einig, dass ihre Dörfer im Laufe der Jahre nie einen wirklichen Nutzen aus der Ölförderung gezogen haben, sondern lediglich gesundheitliche Probleme und mögliche Wasserverschmutzung.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kenqiıaq</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Gebiet Aqtöbe ist die größte Region Kasachstans – mit einer Fläche in etwa so groß wie Polen oder Italien. Die weitläufige Steppe ist jedoch dünn besiedelt: Die Bevölkerungsdichte beträgt nur 3,16 Einwohner pro Quadratkilometer – die zweitniedrigste im ganzen Land. Insgesamt leben in der Region 950.000 Menschen, mehr als 60 Prozent davon – 585.000 – in der Gebietshauptstadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aqt%C3%B6be">Aqtöbe</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um Kenqiıaq, einen der wichtigsten Ölumschlagplätze der Region, zu erreichen, fahren wir von Aqtöbe mehr als zwei Stunden Richtung Süden. Das Dorf ist Endpunkt von Ölpipelines, die Öl aus dem Gebiet Aqtöbe nach <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Atyrau">Atyrau</a> oder ins <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qysylorda_(Gebiet)">Gebiet Qyzylorda</a> und von dort weiter nach China transportieren können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kenqiıaq ist nicht nur ein Zentrum der Ölindustrie (was sich auch im Stadtlogo widerspiegelt), sondern mit weniger als 8.000 Einwohnern auch das größte der drei benachbarten Dörfer. Şubarşi und Saryköl mit zusammen rund 6.000 Einwohnern sind nur wenige Autominuten entfernt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was diese Siedlungen von vielen anderen unterscheidet, ist eine engagierte Gruppe von Bürgerrechtsaktivist:innen. Eine von ihnen ist Ardak Kubaş. <em>„Eigentlich sollten die Menschen nicht in Kenqiıaq leben. Es sollte nur eine einfache, temporäre Arbeitersiedlung sein. Vielleicht sollten alle dort wegziehen“</em>, sagt sie.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/973b36a66e3082ff09871a80cb4c5e97-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-44447" style="aspect-ratio:1.4992828635569968;width:751px;height:auto" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/973b36a66e3082ff09871a80cb4c5e97-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/973b36a66e3082ff09871a80cb4c5e97-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/973b36a66e3082ff09871a80cb4c5e97-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/973b36a66e3082ff09871a80cb4c5e97-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/973b36a66e3082ff09871a80cb4c5e97.jpg 1800w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ardak Kubaş</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Wir fahren mit ihr nach Kenqiıaq, das sich kaum von typischen kasachstanischen Dörfern unterscheidet: Einzelhäuser, ältere Menschen, die auf Bänken entspannen, Menschen, die zur Arbeit eilen, Sand und der Wind, der ihn verweht. Noch sind keine Ölförderanlagen zu sehen, obwohl sich im südlichen Teil des Dorfes bereits Anlagen der Ölgesellschaft befinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der neue Sportkomplex und der vor einigen Jahren verlegte Asphalt fallen hier besonders auf. Er weist bereits Risse und Schlaglöcher auf, ist aber immer noch gut befahrbar. Dennoch könne man das Dorf kaum als „Ölsiedlung“ bezeichnen, meint Kubaş.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Na gut, sollen sie uns doch vergiften, aber dafür bekommen wir nichts zurück“</em>, beklagt sie sich. <em>„Als die Firmen [hier] noch staatlich waren, stellten sie vier Kindergärten. Als der chinesische Investor kam, hat er sie abgeschafft. (&#8230;) Wir haben viele Kinder mit Behinderungen. Sie könnten auf Firmenkosten ein Rehabilitationszentrum für sie bauen. Das Gemeindezentrum befindet sich in der ehemaligen Kantine der Ölarbeiter. In all den Jahren ist nichts passiert; das ist eine Schande. Sie könnten uns wenigstens 50 statt 20 Prozent für die Umweltschäden zahlen.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Hauptbetreiber der lokalen Ölförderung ist <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/CNPC-AktobeMunaiGas">CNPC-AktobeMunaiGas</a>, eine Tochtergesellschaft des führenden chinesischen Ölkonzerns CNPC. CNPC-AktobeMunaiGas hält außerdem 51 Prozent der Anteile an KMK Munai, einem weiteren Ölunternehmen, das im Kökjide tätig ist. Drei weitere private Unternehmen sind ebenfalls in der Region aktiv: Kazakhoil Aqtöbe, Oriktau Operating und <a href="https://adaoil.kz/en/">Ada Oil</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„In Kenqiıaq und Şubarşi ist die Luft schlecht. Manchmal stoßen die Fabriken Abgase aus, und all diese giftigen Gase sind unerträglich“</em>, sagt Kubaş. Die Häuser in den umliegenden Dörfern, mit Ausnahme von Başenköl, sind vollständig mit Gas belastet.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/9505d35485c482f0894c21329fed994b-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-44448" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/9505d35485c482f0894c21329fed994b-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/9505d35485c482f0894c21329fed994b-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/9505d35485c482f0894c21329fed994b-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/9505d35485c482f0894c21329fed994b-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/9505d35485c482f0894c21329fed994b.jpg 1800w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Moschee von Kenqiıaq befindet sich in einem ehemaligen Fabrikgebäude</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Ihre größte Sorge gilt aber der Wasserversorgung. Kubaş sagt, früher sei es <em>„wie unter Belagerung“</em> gewesen. Stundenlang mussten sie an der Pumpe anstehen, um Wasser zu bekommen. Jetzt gibt es zwar Wasser, aber es ist <em>„schwarz wie Cola“</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die Ölkonzerne hielten einst Anhörungen ab. Und zwar nicht hier, sondern in einem anderen Dorf im Bezirk Mugaljar, wohin sie Arbeiter ihrer Werke gebracht hatten. Wir erfuhren davon und eilten dorthin. Dann stellten wir ihnen das schwarze Wasser […] direkt vor die Nase. Sie nahmen es entgegen, aber was ist dabei herausgekommen? Nichts“</em>, sagt Kubaş.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Abend herrscht im Dorf reges Treiben: Die Menschen drängen sich um die Läden, die Arbeiter der Ölgesellschaft suchen Zimmer in den örtlichen kleinen Hotels, die eher Hostels gleichen, alle kehren von der Arbeit zurück.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Saryköl und Şubarşi</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die benachbarten Dörfer Saryköl und Şurbarşi unterscheiden sich kaum von Kenqiıaq. &nbsp;Sie liegen beiderseits einer Landstraße, von der die Zufahrtsrampen zu den Anlagen und Lagertanks der Ölgesellschaften abgehen. Die Ruinen ehemaliger Anlagen des staatlichen Ölkonzerns sind überall sichtbar. Heute sind es größtenteils leere Grundstücke, umgeben von einem alten Zaun.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Einwohner:innen befürchten, dass die Ölkonzerne planen, ihre Aktivitäten einzuschränken und an einen anderen Standort zu verlegen. <em>„Sie stellen niemanden ein“</em>, sagt der 60-jährige Erkebulan (Name auf Wunsch durch Vlast geändert), der in Şubarşi geboren wurde. <em>„Und außer ihnen, den Chinesen, gibt es sonst niemanden. Nur Viehzucht. Uns Alte stellen sie ganz bestimmt nicht ein. Auch für die Jungen ist es schwer. Am meisten ärgern uns die Preise. Die Gaspreise steigen jeden Monat, und sie fördern es direkt hier, nur einen Steinwurf entfernt. Wir schlucken dieses Gift und zahlen wie alle anderen.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die meisten Einwohner:innen der drei Dörfer bitten darum, dass sie nicht fotografiert und ihre Klarnamen nicht verwendet werden. Sie alle sind in irgendeiner Weise mit den Ölkonzernen verbunden, die sie kritisieren.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/d0a475ed01dcd7a8d29ea5369d03321d-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-44449" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/d0a475ed01dcd7a8d29ea5369d03321d-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/d0a475ed01dcd7a8d29ea5369d03321d-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/d0a475ed01dcd7a8d29ea5369d03321d-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/d0a475ed01dcd7a8d29ea5369d03321d-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/d0a475ed01dcd7a8d29ea5369d03321d.jpg 1800w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Einer von ihnen, der 60-jährige Temirlan, arbeitet sein ganzes Leben lang in der Ölindustrie der Region. <em>„Ich war im Transportwesen tätig, als das Unternehmen noch staatlich war. Nachdem ein Investor kam und die Privatisierung stattfand, wurde alles schlimmer. […] Die Bedingungen sind schlechter und die Löhne niedriger“</em>, sagt der Mann und blickt sich um. <em>„Sieht man überhaupt, dass hier Öl und Gas gefördert werden? Unsere Dörfer sind denen völlig egal.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Temirlan bestätigt die Umweltprobleme. <em>„Ich habe früher an einer Bohranlage gearbeitet. Zur Aufbereitung werden 350 Tonnen Säure in den Boden gepumpt. Aber wohin damit? Sie tritt an die Oberfläche. Sehen Sie sich dieses Land an. Früher haben wir hier Fußball gespielt, es war grün. Aber jetzt ist alles weg. Jedes Haus hatte eine Pumpe, und wir haben von dort Wasser geholt. Jetzt ist das unmöglich. Ich glaube, man kann sich mit diesem Wasser nicht einmal mehr waschen“</em>, sagt er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Nähe eilt der 58-jährige Qaısar (Name durch Vlast geändert) zum Laden. Er schnappt sich Lebensmittel, schwingt sich aufs Fahrrad und fährt schnell ins Dorfzentrum, wo sich ältere Männer versammeln. <em>„Das Öl zerstört alles“</em>, sagt Qaısar. <em>„Wenn sie das Gas aufdrehen, erstickt das ganze Dorf. Sie hören erst auf, wenn wir Lärm machen. Was für eine Schande! Ölland!“</em></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/29e39db790304796bdc5cfaf44143e93-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-44450" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/29e39db790304796bdc5cfaf44143e93-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/29e39db790304796bdc5cfaf44143e93-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/29e39db790304796bdc5cfaf44143e93-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/29e39db790304796bdc5cfaf44143e93-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/29e39db790304796bdc5cfaf44143e93.jpg 1800w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Einwoher Saryköls</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Er kommt am örtlichen Verwaltungsgebäude an, gegenüber der Bushaltestelle. Dort haben sich etwa ein Dutzend Männer versammelt, die meisten von ihnen Rentner. <em>„Es gibt Arbeit für jeden, der sucht. Es gibt viele private Aufträge; ja, alles ist privatisiert worden“</em>, sagt einer von ihnen, der früher auch in der Ölbranche gearbeitet hat. Auf die Frage, ob das gut sei, antwortet er: „Was ist denn daran gut?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein anderer Mann fügt hinzu, dass alles <em>„von Öl und Gas verrottet“</em> sei: <em>„Die Leute werden krank. Jeder hier ist krank. Das Wasser ist widerlich, aber was soll man machen? Man muss es trinken.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Firmengelände</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zwanzig Kilometer von den Dörfern entfernt liegt Bäşenköl, das dem Kökjide am nächsten liegt. Von Kenqiıaq und Şubarşi gibt es keine Wegweiser nach Bäşenköl, obwohl mehrere Straßen dorthin führen. Ein Versuch, die Straße entlang des Geländes der Ölgesellschaften zu nehmen, scheiterte jedoch. Sicherheitskräfte halten uns an und erklären uns, dass dies verboten sei. Man müsse eine andere Straße nehmen. Laut einer Stellungnahme der Regionalverwaltung des Gebiets Aqtöbe sei das Firmengelände jedoch nicht eingezäunt, und die Einwohner:innen der umliegenden Siedlungen hätten ungehinderten Zugang.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Fahrt nach Bäşenköl dauert aufgrund der unebenen Straße, die das Auto ständig durchschüttelt, etwa eine halbe Stunde. Geschwindigkeiten über 40 km/h sind in einem Pkw gefährlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während der gesamten Fahrt begegneten wir nur wenigen Autos, weidendem Vieh und keinerlei Hinweisschildern. Unweit des Dorfes befinden sich die Anlagen der Ölgesellschaft Ada Oil, dahinter eine Anhöhe und eine große Schranke. Wir geben an, dass wir nach Bäşenköl fahren, woraufhin die Straße für uns freigegeben wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die letzten zwölf Familien</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Erst kurz vor dem Dorf taucht das rostende grüne Schild „Bäşenköl“ auf, neben einem Strommast – das einzige Zeichen der Moderne. Aus der Ferne könnte man meinen, es handele sich nur um ein paar vereinzelte Datschen. Doch es ist ein Dorf mit lediglich zwölf Familien.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/e02e60f9448436246ee13b401fe6f01d_autox1200-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-44451" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/e02e60f9448436246ee13b401fe6f01d_autox1200-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/e02e60f9448436246ee13b401fe6f01d_autox1200-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/e02e60f9448436246ee13b401fe6f01d_autox1200-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/e02e60f9448436246ee13b401fe6f01d_autox1200-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/e02e60f9448436246ee13b401fe6f01d_autox1200.jpg 1800w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Hier gibt es keine Straßen; man kann sich nur anhand der Autospuren im Sand fortbewegen. Überall liegen Ruinen, Überreste von Häusern, Kühen und Pferden. In der Nähe beladen zwei junge Männer einen Anhänger. Ihr Vater, Arman, schaut ihnen zu und hält ein kleines Mädchen im Pikachu-Kostüm auf dem Arm.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Sie sehen den Zustand des Dorfes. Wir brauchen hier Gas. Ada Oil fördert hier Gas. Es gibt zwar eine ständige Wasserversorgung, aber sie sollten eine Straße nach Kenqiıaq bauen. Es gibt keine Schule. Wenn wir Kinder haben, schicken wir sie nach Saryköl oder Kenkiyak. Es gibt keine Busse dorthin. Strom ist alles, was wir hier haben. Deshalb zieht niemand hierher; sie wollen ihre Häuser nicht mit dem Ofen heizen müssen“</em>, sagt er und blinzelt gegen den kalten Wind.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/f82c75c95ac63ba93acca0114c79be02_autox1200-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-44452" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/f82c75c95ac63ba93acca0114c79be02_autox1200-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/f82c75c95ac63ba93acca0114c79be02_autox1200-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/f82c75c95ac63ba93acca0114c79be02_autox1200-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/f82c75c95ac63ba93acca0114c79be02_autox1200-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/f82c75c95ac63ba93acca0114c79be02_autox1200.jpg 1800w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Arman wohnte in der Nähe und zog vor zwei Jahren hierher, um sein Vieh weiden zu lassen. Er besitzt nun sechs Kühe. <em>„Früher war es ein wunderschönes Dorf. Doch als die Wirtschaftskrise begann, sind alle weggezogen. Wenn sie jetzt alles gut herrichten, werden die Leute zurückkommen“</em>, glaubt er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf die Ölförderung angesprochen, erklärt er, dass sie an die örtlichen Gegebenheiten gewöhnt seien und dass Ada Oil die Anwohner:innen nach Kräften unterstütze. „<em>Sie stellen Leute ein. Sie liefern uns drei Tonnen Kohle pro Jahr. Wer Geräte oder einen Traktor für seinen Hof braucht, kann sich einen besorgen. Bei den Überschwemmungen halfen sie uns mit ihren Geräten, das Dorf am Laufen zu halten“</em>, sagt er.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/88c0361be29994efaa2899abb94f08d3-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-44453" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/88c0361be29994efaa2899abb94f08d3-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/88c0361be29994efaa2899abb94f08d3-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/88c0361be29994efaa2899abb94f08d3-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/88c0361be29994efaa2899abb94f08d3-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/88c0361be29994efaa2899abb94f08d3.jpg 1800w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Dann nähert sich aus der Ferne der 65-jährige Edilhan, der hier geboren wurde und schwerfällig von einem Fuß auf den anderen tritt. Er trägt Arbeitskleidung der Ölgesellschaft. <em>„Ich habe mein ganzes Leben lang mit Vieh gearbeitet. Sehen Sie, hier ist alles leer, es gibt nichts. Im Frühling und Herbst kann man unmöglich laufen, überall ist Matsch, und im Winter gibt es Schneestürme. Wenn man krank wird, kommt kein Krankenwagen. Man geht zu Ada Oil, die helfen einem“</em>, sagt Edilhan lächelnd. <em>„Das ist meine Heimat. Alle meine Nachkommen leben in Saryköl. Aber ich kann nicht weg. Das ist meine Heimat.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Akim des Volkes</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Makar Utegenov ist wohl die bekannteste Persönlichkeit in den Dörfern. Er war Akim (Bürgermeister, Anm. d. Ü.) von Kenqiıaq, heute ist er Landwirt und engagiert sich in der lokalen Zivilgesellschaft. Fast jeder Einwohner der Dörfer spricht über ihn und möchte lokale Angelegenheiten mit ihm besprechen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir fahren zu seinem Hof, der zehn Minuten von Kenqiıaq entfernt mitten in der kargen Steppe liegt. Lastwagen und die Landarbeiter selbst stehen vor dem kleinen Haus, in dem sie wohnen. Einer von ihnen, ein älterer Mann in Arbeitskleidung, verabschiedet sich von Utegenov, da er <em>„dringend zum Dienst“</em> müsse. Der ehemalige Akim winkt ihm freundlich zum Abschied.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der 62-jährige Utegenov führt uns ins Wohnzimmer, wo er auf einem Sofa Platz nimmt, hinter dem ein großes, gesticktes Porträt seiner Eltern hängt. <em>„Mein Vater hat sich nach seiner Pensionierung 1997 um den Hof gekümmert. Er starb fünf Jahre später, und ich habe nichts aufgegeben. Ich habe alles weiterentwickelt. Wir haben hier Kamele, Kühe, Widder, Schafe und Pferde. Alle möglichen Tiere“, </em>sagt Utegenov, der fast sein ganzes Leben in der Öl- und Gasindustrie gearbeitet hat.<em> „Jetzt ist es nur noch der Hof. Er reicht für die Familie. Ansonsten habe ich momentan keine Arbeit. Ich wurde aus dem Staatsdienst entlassen. Anscheinend fehlen mir die nötigen Qualifikationen für diesen Job.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Utegenov wurde 2019 in einer Direktwahl zum Akim von Kenqiıaq gewählt. Anschließend veranlasste er die Asphaltierung der Straßen, die Sanierung baufälliger Gebäude, verabschiedete einen Flächennutzungsplan für das Dorf und legte neun Entwicklungsprogramme den Gebiets- und der Bezirksverwaltung vor. Diese fanden jedoch keine Unterstützung. 2023 wurde er seines Amtes enthoben.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/b97820d837575d6065de19d7ff91d93f_1440xauto-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-44454" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/b97820d837575d6065de19d7ff91d93f_1440xauto-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/b97820d837575d6065de19d7ff91d93f_1440xauto-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/b97820d837575d6065de19d7ff91d93f_1440xauto-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/b97820d837575d6065de19d7ff91d93f_1440xauto.jpg 1440w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Marat Utegenov</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">In den sozialen Medien, insbesondere auf dem Kanal <a href="https://www.youtube.com/watch?v=e8hX3tiFsY4&amp;t=283s">Prosto Jurnalistika</a> („Einfach Journalismus“), kursiert eine Aufzeichnung von Utegenovs Bürgerversammlung, in der er die Anwesenden darüber informiert, dass die Bezirksverwaltung seine Initiativen nicht unterstützt. Die Menge war zu groß für das Gebäude, spendete aber dennoch Beifall. Salamat Amanbaev, der Akim des Bezirks Temir, saß in der Nähe und schüttelte nervös den Kopf.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die Einheimischen baten mich zu kandidieren, weil das Dorf völlig vernachlässigt worden war. Wäre ich einer von ihnen [den Verwaltungsbeamten, Anm. d. Ü.] gewesen und hätte einfach ihr Lied gesungen, hätten sie mich wohl kaum gefeuert“</em>, sagt er, hält inne und blickt sich um. <em>„Wissen Sie, ich hätte nie gedacht, dass unser öffentlicher Dienst so versagt. Korruption und Lügen sind allgegenwärtig. Es gibt keine Programme, gar nichts. Sie warten nur auf Befehle von oben. Niemand tut etwas.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der ehemalige Akim ist empört darüber, dass es im Dorf kein voll funktionsfähiges Krankenhaus gibt und dass das bestehende Krankenhaus aufgrund von Entlassungen zu einer <em>„einfachen Sanitätsstation“</em> verkommen ist. <em>„Alles konzentriert sich im Bezirkszentrum. Jeder soll dort behandelt werden, und wir müssen 125 Kilometer dorthin fahren (nach </em><a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Shubarkuduk"><em>Şübarqüdyq</em></a><em>, dem Zentrum des Bezirks Temir, zu dem auch Kenqiıaq gehört). Wir fahren hin, und dann heißt es: ‚Kommen Sie morgen wieder, es ist kein Arzt da.‘ So leben wir. Die Leute haben sich daran gewöhnt; es ist schon kaputt“</em>, gibt er zu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Utegenov spricht auch über den Wiederaufbau der Wasserversorgung des Dorfes, der unter seiner Leitung begann. Er sagt, er habe in jeder Phase kämpfen müssen, um sicherzustellen, dass die Arbeiten vorschriftsmäßig und nach modernsten Standards durchgeführt wurden. <em>„Und wie sich herausstellte, war ich der Einzige, der all diese Fehlentscheidungen beanstandete“</em>, fügt er hinzu.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/leben-in-der-monostadt/">Leben in der Monostadt</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Unzufriedenheit mit dem Lebensstandard und den Investitionen in der Region hat wiederholt zu Protesten geführt. Die größten dieser Proteste fanden zur Zeit der <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/kasachstan-die-unklare-bilanz-der-januar-unruhen/">Januar-Ereignisse</a> statt, als Arbeiter eines Ölkonzerns die Arbeit niederlegten und die Anwohner:innen auf die Straße gingen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Situation wurde von Utegenov, damals noch Akim des Dorfes, stabilisiert. Er sammelte die Forderungen der Demonstrierenden und legte sie zusammen mit anderen Aktivist:innen, darunter Ardak Kubaş, dem regionalen Akim Ondasyn Orazalin vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Utegenov äußert auch seine Bedenken hinsichtlich des Grundwassers im Kökjide. Er sagt, die Anwohner:innen hätten Vorschläge an den Akim des Gebiets Aqtöbe unterbreitet und Briefe an das nationale Unternehmen KazMunayGas geschrieben, aber <em>„seit 35 Jahren hat niemand etwas unternommen“</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/janatas-eine-reportage-ueber-eine-kleine-stadt-im-sueden-kasachstans-und-seine-einwohnerinnen/">Jańatas – eine Reportage über eine kleine Stadt im Süden Kasachstans und seine EinwohnerInnen</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Können Sie sich das vorstellen? Sie wenden Säure-Fracking an und injizieren über tausend Tonnen verschiedener Lösungsmittel. Die Leitung ist mit schwarzem Wasser gefüllt. Was bedeutet das? Wir haben die Quelle verseucht. Und das hier war eine der saubersten Quellen der Region. Dieses Wasser lastet nun auf unserem Gewissen“</em>, sagt Utegenov.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Wissen Sie, ich bin der letzte Ölarbeiter in meiner Familie. Mein Vater war Ölarbeiter, ging in Rente und starb. Er arbeitete in einer Anlage, wo es Schwefelwasserstoff gibt – ein sehr gefährliches Gas ist. Es baut sich nicht ab, es verlässt den Körper nicht. Selbst wenn wir sterben, werden wir wahrscheinlich nicht verwesen. Wir werden nicht faulen, weil wir vollgestopft sind mit diesem Schwefelwasserstoff“</em>, lacht der Aktivist. <em>„Und testet irgendjemand unsere Gesundheit? Nein. Wozu auch? Chinesische Firmen kommen und machen, was sie wollen, weil sie die Erlaubnis von oben haben.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Utegenov wirft einen Blick aus dem alten Fenster, wo das gelbe Gras, das sich bis zum Horizont erstreckt, im starken Steppenwind wiegt. <em>„Es ist, als lebten wir in einem fremden Land. Niemand hört uns zu. Alle wollen weg. Aber wohin? Außer </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nursultan_Nasarbajew"><em>Nazarbaev</em></a><em>. Der tritt zurück und lebt. Ihm ist es egal. Obwohl ich mich mit 80 nicht mehr so </em><em>​​verstecken wollen w</em><em>ürde. Das ist doch dumm</em><em>“</em>, fügt er hinzu.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Luftverschmutzung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Umweltamt des Gebiets Aqtöbe hat Luftverschmutzung und Schwefelwasserstoff-Emissionen in den Dörfern bestätigt. Laut dem stellvertretenden Direktor Talap Usnadin ist die Quelle aufgrund der Vielzahl an Betrieben jedoch schwer zu ermitteln. <em>„Bei unseren Besuchen können wir den genauen Ursprung der Emissionen nicht bestimmen, da sich die Atmosphäre ständig verändert“</em>, erklärt Usnadin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch, fügt er hinzu, hätten die Unternehmen Abkommen mit der Gebietsverwaltung unterzeichnet, die sie verpflichten, Grünstreifen um die Dörfer anzulegen und ihre Gruben zu sanieren. <em>„Denn die Emissionen stammen aus diesen Gruben, und wir haben uns eine Frist bis 2025/26 gesetzt, bis zu der das alles in den Gruben verbrannt werden soll“</em>, so Usnadin.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/die-luft-die-kasachstan-atmet/">Die Luft, die Kasachstan atmet</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Unternehmen selbst bestreiten jedoch, die Normen zur Reinhaltung der Luft verletzt zu haben. CNPC-AktobeMunaiGas erklärt, die tatsächlichen Emissionen in der Anlage „Kenkiyakneft“ würden aufgrund von <em>„Maßnahmen zur Minimierung der Auswirkungen der Produktionsaktivitäten auf die Atmosphäre“</em> zurückgehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Kenkiyakneft führt regelmäßige Umweltmonitorings durch und spezialisierte Organisationen führen jährliche und vierteljährliche Messungen an den Grenzen von Wohngebieten in den Dörfern Kenqiıaq, Saryköl, Şubarşi und Qümsaı durch. Laut diesen Messungen überschreiten die Schadstoffwerte die zulässigen Höchstgrenzen nicht“</em>, erklärt das Unternehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dasselbe berichtet Ada Oil. Das Unternehmen fügt hinzu: <em>„Kenqiıaq und Şubarşi liegen etwa 18 Kilometer von den Produktionsanlagen des Unternehmens entfernt und befinden sich nicht in dessen Einflussbereich.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Position der Unternehmen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ölkonzerne, die in der Nähe des Kökjide-Sandmassivs tätig sind, glauben ausreichend für die Entwicklung der Region zu tun. „<em>Es ist wichtig, ein objektives Bild der Rolle der Unternehmen zu fördern – nicht als Bedrohung, sondern als Partner des Staates und der lokalen Gemeinschaften, die die territoriale Entwicklung und die Nachhaltigkeit der sozialen Infrastruktur gewährleisten“,</em> erklärt Joshi Deep Chandra, CEO von Ada Oil, auf Anfrage von Vlast.</p>



<p class="wp-block-paragraph">CNPC-AktobeMunaiGas gibt an, dass der Steuerbeitrag des Unternehmens in der Region 58 Prozent erreicht habe und dass von 2020 bis 2024 9,9 Milliarden Tenge (circa 17,8 Millionen Euro) an den Haushalt des Bezirks Temir überwiesen worden seien. Im Rahmen seiner sozialen Verantwortung habe man im Laufe der Geschäftstätigkeit 44,7 Millionen US-Dollar gespendet und verfolge zudem eine Wohltätigkeitspolitik.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die Aktivitäten der Unternehmen zielen nicht nur auf die Entwicklung der Öl- und Gasindustrie ab, sondern auch auf die Aufrechterhaltung der sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Nachhaltigkeit der Region“</em>, betont Ada Oil.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/was-laeuft-falsch-mit-der-oekologie-in-kasachstan/">Was läuft falsch mit der Ökologie in Kasachstan?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Unternehmen fügt hinzu, dass es in der Region einen Kindergarten gebaut, umfangreiche Renovierungen an Bildungseinrichtungen durchgeführt, Wasserentnahmeanlagen wiederhergestellt, die Telekommunikationsinfrastruktur ausgebaut und auch Dörfer mit Kohle und Beleuchtung versorgt habe.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Wenn die Unternehmen massenhaft ihre Aktivitäten einstellen, drohen der Region Arbeitsplatzverluste, geringere Staatseinnahmen und eine Verschlechterung der Infrastruktur“</em>, heißt es weiter seitens des Unternehmens.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Samat Berdenov, Vizepräsident von KMK Munai, berichtete außerdem, dass rund 30 Prozent der Mitarbeiter des Unternehmens aus dem Bezirk Temir stammen. Das Unternehmen beschäftige etwa 275 Mitarbeiter, ohne die Angestellten externer Dienstleister. Die jährliche Ölproduktion betrage 56.000 Tonnen und werde in den drei Feldern Qümsaı, Mortyq und Kökjide gefördert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Im Rahmen unseres Vertrags überweisen wir Gelder an den lokalen Haushalt für die soziale Entwicklung der Region. Darüber hinaus leisten wir individuelle Hilfe: Auf Anfrage stellen wir Ausrüstung bereit; während der Überschwemmungen halfen wir beim Bau von Dämmen. Wir verteilen Neujahrsgeschenke und helfen Schulkindern aus benachteiligten Familien. Dies alles geschieht zusätzlich zu individuellen Spenden und Patenschaften“</em>, so Berdenov.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vlast hat Anfragen an alle Unternehmen gesendet, aber von Urikhtau Operating keine Antwort erhalten. KazakhOil Aktobe lehnte es ab, die Fragen zu beantworten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Weitere Bilder im </em><a href="https://vlast.kz/regiony/68136-kokzide-neftanaa-step.html"><em>Originalartikel</em></a><em>.</em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Almas Kaysar, Paolo Sorbello (Text) und Daniyar Musirov (Fotos) für Vlast</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Russischen von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Zentralasien indirekt von ukrainischen Drohnenangriffen in Russland betroffen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Nov 2025 22:40:42 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
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		<category><![CDATA[Krieg in der Ukraine]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ukrainische Drohnen, die eine russische Verarbeitungsanlage ins Visier genommen hatten, haben Kasachstan zur Drosselung der &#xD6;lf&#xF6;rderung aus einem seiner wichtigsten &#xD6;lfelder gezwungen. In anderen zentralasiatischen L&#xE4;ndern ist mit einem Anstieg der Benzinpreise zu rechnen, sollten russische Raffinerien weiterhin von Kiew angegriffen werden. Am 19. Oktober musste die Gasaufbereitungsanlage Orenburg, der weltweit gr&#xF6;&#xDF;te Chemie- und Gaskomplex [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Ukrainische Drohnen, die eine russische Verarbeitungsanlage ins Visier genommen hatten, haben Kasachstan zur Drosselung der Ölförderung aus einem seiner wichtigsten Ölfelder gezwungen. In anderen zentralasiatischen Ländern ist mit einem Anstieg der Benzinpreise zu rechnen, sollten russische Raffinerien weiterhin von Kiew angegriffen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 19. Oktober musste die Gasaufbereitungsanlage <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Orenburg">Orenburg</a>, der weltweit größte Chemie- und Gaskomplex im Süden Russlands, nach einem Drohnenangriff der Ukraine vorübergehend ihre Gaslieferungen aus Kasachstan einstellen, wie das kasachstanische Energieministerium <a href="https://www.dw.com/ru/bpla-vsu-atakovali-rad-syrevyh-predpriatij-v-rf/a-74415037">mitteilte</a>. Der Vorfall löste im Land, das für die Verarbeitung seines Gases und Öls von Russland abhängig ist, sowie bei seinen zentralasiatischen Nachbarn Alarmstimmung aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ukraine bestätigte, dass die Anlage, die etwa 1.700 Kilometer östlich der russisch-ukrainischen Grenze liegt, sowie eine Ölraffinerie in der Region Samara angegriffen wurde, <a href="https://www.reuters.com/world/europe/ukrainian-drones-cause-fire-russian-gas-plant-governor-says-2025-10-19/">berichtet die Nachrichtenagentur Reuters</a>. Laut dem Gouverneur von Orenburg, <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Yevgeny_Solntsev">Jevgenij Solntsew</a>, löste der Angriff einen Brand in einer der Werkstätten aus, worauf die Feuerwehr und die örtlichen Rettungsdienste alarmiert wurden. Es wurden keine Opfer gemeldet und für die umliegende Bevölkerung bestand keine Gefahr. Satellitenbilder der NASA haben außerdem ein Feuer in der Nähe einer Anlage zur Trennung von Flüssiggas (LPG) entdeckt.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Die Anlage produziert insbesondere Propan, Butan und Naturbenzin, die von Gazprom verwendet oder exportiert werden. <a href="https://www.kommersant.ru/doc/8138146">Laut der russischen Zeitung Kommersant</a> beträgt ihre Verarbeitungskapazität 37,5 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr. Nach dem Vorfall wurden kurzzeitig Flugbeschränkungen verhängt, bevor der Notfallplan aufgehoben und der Flughafen von Orenburg wieder geöffnet wurde, <a href="https://www.dw.com/ru/bpla-vsu-atakovali-rad-syrevyh-predpriatij-v-rf/a-74415037">wie die Deutsche Welle berichtet</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ukrainische Angriffe richten sich zunehmend gegen die russische Energieversorgung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Angriff ist Teil einer ukrainischen Kampagne zur Intensivierung der Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur. Seit August vermehrt Kiew die Drohnenangriffe auf russische Raffinerien, Gasaufbereitungsanlagen und Pumpstationen: Innerhalb von zwei Monaten soll jede dritte Raffinerie angegriffen worden sein. Im September trafen die Angriffe die Raffinerie in Nowokusjibtschesk, die Gasaufbereitungsanlage in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Astrachan">Astrachan</a> (Gazprom) und die Raffinerie in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rjasan">Rjasan</a> (Rosneft), eine der größten des Landes und Hauptlieferant für die Region Moskau. Fünf weitere Raffinerien wurden in der ersten Oktoberwoche getroffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht darin einen Beweis für die <em>„Intensivierung und Präzision“</em> der ukrainischen Operationen, die als <em>„langfristige Sanktionen gegen Russland“</em> dargestellt werden, <a href="https://www.rferl.org/a/kazakh-gas-production-ukrainian-drone-attack-russian-plant/33564896.html">berichtet Radio Free Europe Kasachstan</a>. <em>„Praktisch jeden Tag oder alle zwei Tage werden russische Raffinerien getroffen. Und das trägt dazu bei, Russland in die Realität zurückzuholen“</em>, erklärte er.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Rückgang der Ölproduktion in Kasachstan</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Durch die Störung der Kraftstoffversorgung und die Verringerung der Energieeinnahmen Moskaus haben diese Angriffe auch Auswirkungen auf die Länder Zentralasiens. Die Produktion des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gasfeld_Karatschaganak">Gasfeldes Karatschaganak</a> im Nordwesten Kasachstans ging laut mehreren Branchenquellen am 27. Oktober um 25 bis 30 Prozent zurück. Am 22. Oktober gab das kasachstanische Energieministerium bekannt, dass die Gaslieferungen an die Verarbeitungsanlage in Orenburg wieder aufgenommen wurden und die Produktion in Karatschaganak wieder angelaufen ist, <a href="https://tengrinews.kz/kazakhstan_news/orenburgskiy-gpz-vozobnovil-prim-kazahstanskogo-gaza-583808/">wie Tengrinews schreibt</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/an-der-front-in-der-ukraine-sterben-weiterhin-zentralasiaten/">An der Front in der Ukraine sterben weiterhin Zentralasiaten</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In Karatschaganak ist die Öl- und Gasförderung eng verknüpft: Ein Rückgang der Gasverarbeitung schränkt automatisch die Ölförderung ein. Das Gas wird nicht nur für die Verarbeitung in Orenburg verwendet, sondern auch zur Reinjektion, um den Druck im Reservoir aufrechtzuerhalten, sowie zur lokalen Stromerzeugung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2024 wurden laut Reuters 263.000 Barrel Öl pro Tag aus Karatschaganak gefördert, das von einem Konsortium aus Chevron (18 Prozent), Shell und Eni (jeweils 29,25 Prozent), Lukoil (13,5 Prozent) und KazMunayGaz (10 Prozent) <a href="https://www.reuters.com/business/energy/ukraine-drone-attack-russian-gas-plant-hits-kazakh-output-sources-say-2025-10-20/">betrieben wird</a>. Das Öl wird hauptsächlich über das <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Caspian_Pipeline_Consortium">Caspian Pipeline Consortium</a> exportiert, das das Öl zum <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Port_of_Novorossiysk">Hafen von Noworossijsk</a> im Süden Russlands am Schwarzen Meer transportiert, von wo aus es hauptsächlich über die russische <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Erd%C3%B6lleitung_Freundschaft">Druschba-Pipeline</a> nach Deutschland weitergeleitet wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Anstieg der Benzinpreise in Kirgistan und Tadschikistan erwartet</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Tadschikistan sind die Preise für Erdölprodukte, die größtenteils aus Russland importiert werden, nach dem Angriff vorübergehend <a href="https://www.reuters.com/business/energy/ukrainian-strikes-russian-refineries-drive-fuel-price-rise-tajikistan-sources-2025-10-24/">gestiegen</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/kasachstanische-russinnen-eine-bevoelkerung-die-im-zuge-des-krieges-in-der-ukraine-fluktuiert/">Kasachstanische Russ:innen: eine Bevölkerung, die im Zuge des Krieges in der Ukraine fluktuiert</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In Kirgistan befürchten Experten <a href="https://www.currenttime.tv/a/v-kyrgyzstane-opasayutsya-defitsita-topliva-tseny-na-benzin-i-dizel-mogut-uvelichitsya-na-15-/33568782.html">laut Current Time</a> ebenfalls einen Anstieg der Benzinpreise um bis zu 15 Prozent nach dem Angriff ukrainischer Drohnen. Bereits Anfang September 2025 hatte der Verband der Ölhändler Kirgistans angesichts der Angriffe der Kiewer Luftwaffe auf russische Ölraffinerien vor einer möglichen Kraftstoffknappheit und einem Preisanstieg gewarnt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Energieabhängigkeit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Vorfall erinnert daran, wie anfällig die Energieinfrastruktur und -versorgung der Region seit Beginn des Krieges in der Ukraine ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Kasachstan hatten Wartungsarbeiten im Werk Orenburg im September bereits zu einem Rückgang der Produktion des Feldes um 24 Prozent (im Vergleich zum August desselben Jahres) geführt. Astana hatte seinen westlichen Aktionären bereits die Idee eines Projekts zum Bau einer neuen Gasaufbereitungsanlage direkt am Feld mit einer Kapazität von 4 Milliarden Kubikmetern pro Jahr vorgelegt, um die Versorgung des Binnenmarktes zu erhöhen; doch das ursprünglich für 2028 geplante Projekt wurde ausgesetzt. Die Regierung sucht nun nach neuen Investoren, insbesondere aus Kasachstan, um dieses Projekt zu verwirklichen, <a href="https://forbes.kz/articles/na-karachaganake-otlozhili-zapusk-proekta-po-obratnoy-zakachke-gaza-4210d0">berichtet Forbes Kasachstan</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Zoé Toulouse für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/decryptage/asie-centrale-souffre-des-attaques-de-drones-ukrainiens-sur-la-russie/">Französischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Pulverfass Jańaózen: Kasachstans Ölarbeiter protestieren erneut</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Emma Collet]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Apr 2023 17:45:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ja&#x144;a&#xF3;zen, eine Stadt im Westen Kasachstans, steht erneut im Mittelpunkt von Protesten, denen politische und wirtschaftliche Forderungen zugrunde liegen. Dutzende Besch&#xE4;ftigte einer &#xD6;lfirma forderten eine Wiedereinstellung nach ihrer Entlassung sowie bessere Arbeitsbedingungen. Die Proteste fanden auch in anderen St&#xE4;dten Kasachstans Anklang und k&#xF6;nnten sich im ganzen Land ausbreiten. Eine Nacht vor dem Energieministerium. In Astana [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/pulverfass-janaozen-kasachstans-oelarbeiter-protestieren-erneut/">Pulverfass Jańaózen: Kasachstans Ölarbeiter protestieren erneut</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jańaózen, eine Stadt im Westen Kasachstans, steht erneut im Mittelpunkt von Protesten, denen politische und wirtschaftliche Forderungen zugrunde liegen. Dutzende Beschäftigte einer Ölfirma forderten eine Wiedereinstellung nach ihrer Entlassung sowie bessere Arbeitsbedingungen. Die Proteste fanden auch in anderen Städten Kasachstans Anklang und könnten sich im ganzen Land ausbreiten.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Nacht vor dem Energieministerium. In <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Astana">Astana</a> harrten vom 11. auf den 12. April rund 50 Arbeitende des Ölunternehmens <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/KazMunayGas">KazMunaıGaz</a> bei -1 Grad vor dem hohen Turm des Ministeriums aus. Sie waren in Arbeitskleidung direkt aus der Stadt <a></a><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schanga%C3%B6sen">Jańaózen</a><a></a> im <a></a><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mangghystau_(Gebiet)">Gebiet Mańǵystaý</a> gekommen, wie <a href="https://rus.azattyq.org/a/32357640.html">Radio Azattyq berichtet</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit dem 1. April sind diese ehemaligen Ölarbeitenden arbeitslos, da das private Unternehmen eine Ausschreibung verloren hat. Sie hatten zunächst einen Streikposten vor dem Büro von <a href="https://www.ozen.kz/rus/">ÓzenMunaıGaz</a> aufgestellt, einer in Jańaózen ansässigen Tochtergesellschaft von KazMuna<a>ı</a>Gaz, für die die Firma „Berali Region Mańǵystaý“ Unteraufträge ausgeführt hatte. Nachdem sie ihre Forderungen nicht durchsetzen konnten, machten sie sich auf den Weg in die Hauptstadt Astana, um ihren Stimmen dort Gehör zu verschaffen, <a href="https://vlast.kz/obsshestvo/54721-zanaozen-vnov-protestuet-glavnoe.html">so das kasachstanische Nachrichtenportal Vlast</a>.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem die im Moment Arbeitslosen mehrere Stunden vor dem Ministerium verbracht hatten, wurden sie am Abend des 11. April von vermummten Männern des Sicherheitsdienstes auf die Polizeistation gebracht. Etwa 20 Demonstrierende wurden festgenommen, wie ein Reporter von Radio Azattyq <a href="https://t.me/RadioAzattyq/12141">schreibt</a>. Die meisten von ihnen wurden anschließend nach Mańǵystaý zurückgeschickt, während eine Handvoll aufgefordert wurde, für noch andauernde Verhandlungen in Astana zu <a href="https://twitter.com/Vlastkz/status/1645995564071264258">bleiben</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Verhandlungen laufen noch</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das staatliche Unternehmen KazMunaıGaz, dessen Tochtergesellschaft ÓzenMunaıGaz in Jańaózen tätig ist, erklärte laut Vlast, dass den Ölarbeitenden angeboten worden sei, zu anderen Unternehmen zu wechseln. Dieses Angebot hätten sie jedoch abgelehnt und erklärt, dass es sich wieder nur um eine befristete Beschäftigung handeln würde. Sie sprachen auch von sozialer Ungerechtigkeit und machten darauf aufmerksam, dass sie bei ÓzenMunaıGaz für eine ähnliche Arbeit besser bezahlt werden würden als bei den Subunternehmern, die auch kein Sozialpaket anbieten würden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daraufhin wurde am 11. April in Astana eine Kommission zur Aufnahme des sozialen Dialogs <a href="https://twitter.com/Vlastkz/status/1645995564071264258">eingesetzt</a>. Sie setzt sich aus Vertretenden des Energieministeriums, des Ministeriums für Arbeit und Sozialschutz, des <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Samruk-Kazyna">Samuryq-Qazyna-Fonds</a> sowie des staatlichen Unternehmens KazMunaıGaz zusammen, um mit einer Gruppe entlassener Jańaózen-Beschäftigter zu verhandeln. Doch die Gespräche kommen für den Geschmack des Gewerkschaftsführers Jolmurat Ulyhpan zu langsam voran, <a href="https://vlast.kz/novosti/54756-progressa-v-peregovorah-mezdu-uvolennymi-rabocimi-iz-zanaozena-i-vlastami-poka-net.html">berichtet Vlast</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/kasachstan-die-unklare-bilanz-der-januar-unruhen/">Kasachstan: Die unklare Bilanz der Januar-Unruhen</a></strong><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Entschlossenheit der Arbeiter von Jańaózen führt dazu, dass der Konflikt zwischen den sozialen Körperschaften ernst werden könnte. Am 13. April <a href="https://twitter.com/tilkespekjoq/status/1646536512383721473">strahlte Radio Azattyq ein Video aus</a>, das die Arbeitenden in einer der Stationen auf dem Rückweg nach Mańǵystaý aufgenommen hatten und in dem sie erklärten, sie seien bereit, in die Hauptstadt zurückzukehren, wenn ihre Forderungen nicht erfüllt würden und die Verhandlungen scheiterten. Am nächsten Tag erschien eine <a href="https://twitter.com/maqpal/status/1646759650983915520">weitere Videobotschaft</a> in den sozialen Netzwerken, in der Beschäftigte von Jańaózen versprachen, im Büro von ÓzenMunaıGaz zu verharren, bis eine Entscheidung über ihre Forderungen getroffen worden sei.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wut breitet sich im Westen Kasachstans aus</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr als 2000 Kilometer von der Hauptstadt entfernt, in Jańaózen, stieg die Spannung, als ein Video von in Polizeiwagen verfrachteten Arbeitenden in den sozialen Netzwerken geteilt wurde. <a href="https://vlast.kz/novosti/54706-ziteli-zanaozena-vysli-k-akimatu-trebua-osvobodit-zaderzannyh-v-astane-neftanikov.html">Zwischen 1000 und 2000 Menschen versammelten sich</a> vor dem Rathaus, einige begannen zu marschieren und skandierten Forderungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/vom-aussenposten-zu-nur-sultan-die-hauptstadt-kasachstans-im-wandel-der-zeit/">Vom Außenposten zu Nur-Sultan: Die Hauptstadt Kasachstans im Wandel der Zeit</a></strong><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wut über die Verhaftung der Arbeitenden breitete sich schnell auf andere Städte in der Region Mańǵystaý aus. Die Beschäftigten mehrerer Ölgesellschaften riefen Streiks aus; in der Stadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aqtau">Aqta</a>ý fanden spontane Märsche statt, <a href="https://eurasianet.org/kazakhstan-police-disperse-oil-worker-demo-while-officials-plead-for-calm">berichtet Eurasianet</a>, während einige Tage später ein <a href="https://twitter.com/Torokul/status/1645878118018871296">Unterstützungsvideo</a> aus der Stadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Oral_(Stadt)">Oral</a> ausgestrahlt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch in anderen Wirtschaftszweigen wurden Lohnforderungen laut, wie im Kernkraftwerk Mańǵystaý, wo Angestellte in einem offenen Brief an Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Qasym-Jomart Toqaev</a> bessere Arbeitsbedingungen forderten, <a href="https://kaztag.kz/ru/news/rabochie-mangistauskogo-atomnogo-energeticheskogo-kombinata-obratilis-k-tokaevu-za-pomoshchyu">berichtete die Nachrichtenagentur KazTag</a>. Am Vortag hatten im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schambyl_(Gebiet)">Gebiet Jambyl</a> die Beschäftigten des Unternehmens Kazphosphate die Arbeit niedergelegt und veranstalteten eine <a href="https://twitter.com/tilkespekjoq/status/1646713772990513152">friedliche Kundgebung</a>.</p>


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<p class="wp-block-paragraph">Ab dem 12. April organisierte sich eine von der oppositionellen politischen Bewegung „Oyan, Qazaqstan!“ angeführte Unterstützungskampagne in sozialen Netzwerken, um die Arbeitenden in Jańaózen zu unterstützen, <a href="https://rus.azattyq.org/a/32361801.html">berichtet Radio Azattyq</a>. Dutzende öffentliche Persönlichkeiten sowie Anonyme posteten auf Instagram oder Twitter ein Foto mit #SupportZhanaozen (#ZhanaozendiQolda).</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Droht ein zukünftiger Flächenbrand im Land?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Aktivist:innen machen vor allem darauf aufmerksam, dass die Probleme der Bevölkerung dieser Industriestadt, die durch ihre Bodenschätze reich geworden ist, von Jahr zu Jahr größer werden. Die Entwicklung der Stadt ist schwach und sie ist nach wie vor stark verschmutzt. Die Ölarbeitenden, von denen die Stadt lebt, erhielten bisher keine Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen, wie eine <a href="https://vlast.kz/regiony/51344-sum-v-tisine-zanaozena.html">Reportage von Vlast</a> zeigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Der Westen des Landes war schon immer in einer besonderen Position“</em>, erklärt der Politologe Dosym Sátbaev in einem <a href="https://rus.azattyq.org/a/kazakhstan-zhanaozen-oil-workers-protest-interview-dosym-satpayev/32361118.html">Interview mit Radio Azattyq</a>. <em>„Diese Region ist einer der größten Geldgeber für den Haushalt der Republik, aber andererseits hat sie traditionell, auch in Jańaózen, ernste Probleme mit der Lebensqualität, Arbeitslosigkeit und Wasserknappheit. Viele Jahre lang haben die Behörden diesen Problemen keine Aufmerksamkeit geschenkt.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auch Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/zwei-busse-voll-leichen-zeuginnen-berichten-ueber-die-ereignisse-von-janaozen/">„Zwei Busse voll Leichen“ – Zeuginnen berichten über die Ereignisse von Jańaózen</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Nacht des 11. April waren die Internet- und Telefonsignale in Jańaózen gestört, was ein Zeichen dafür ist, dass die Behörden befürchten, dass die Proteste eskalieren und sich ausweiten könnten. Ein mögliches Szenario, meint Sátbaev, für den <em>„die kasachstanischen Behörden seit 30 Jahren die Gewerkschaftsbewegungen zerstören.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits im Dezember 2011 waren ähnliche Demonstrationen in Jańaózen von den Behörden hart <a href="https://www.hrw.org/report/2012/09/10/striking-oil-striking-workers/violations-labor-rights-kazakhstans-oil-sector">niedergeschlagen worden</a>. Dabei starben 17 Menschen und NGOs wie Human Rights Watch hatten auf ein autoritäres Abdriften der kasachstanischen Machthabenden <a href="https://www.hrw.org/report/2012/09/10/striking-oil-striking-workers/violations-labor-rights-kazakhstans-oil-sector">hingewiesen</a>. Mehr als zehn Jahre später, während des <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/kasachstan-die-unklare-bilanz-der-januar-unruhen/">blutigen Januars im Jahr 2022</a>, hatten die spontanen Demonstrationen im ganzen Land ebenfalls in Jańaózen begonnen, nachdem die Benzinpreise gestiegen waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Emma Collet, Redakteurin für Novastan</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/kazakhstan/les-ouvriers-petroliers-de-janaozen-manifestent-au-kazakhstan-les-revendications-setendent-dans-tout-le-pays/">Französischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>


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		<title>Kasachstan: Zunehmende Streiks gegen Leiharbeit im Ölsektor</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Florian Coppenrath]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Oct 2021 18:07:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Öl]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Arbeitsmarkt in Kasachstan weist viele strukturelle Probleme auf, die sich auch in der wachsenden Anzahl von Streiks widerspiegeln. Eins davon ist die Einstellung von Arbeitnehmern &#xFC;ber Vermittlungsfirmen, wodurch Unternehmen niedrigere L&#xF6;hne zahlen und die Personalverantwortung &#x201A;outsourcen&#x2018;. Von Seiten der Beh&#xF6;rden sind kaum Gegenma&#xDF;nahmen in Sicht. Folgender Artikel erschien in voller L&#xE4;nge am 1. Oktober [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Arbeitsmarkt in Kasachstan weist viele strukturelle Probleme auf, die sich auch in der wachsenden Anzahl von Streiks widerspiegeln. Eins davon ist die Einstellung von Arbeitnehmern über Vermittlungsfirmen, wodurch Unternehmen niedrigere Löhne zahlen und die Personalverantwortung ‚outsourcen‘. Von Seiten der Behörden sind kaum Gegenmaßnahmen in Sicht. Folgender Artikel erschien in voller Länge am 1. Oktober 2021 bei </strong><a href="https://vlast.kz/jekonomika/46889-optimizirua-trud.html"><strong>Vlast.kz</strong></a><strong>.  </strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Streiks im Ölsektor in Kasachstan haben sich in letzter Zeit gehäuft. Bei den Aktionen sieht man vor allem viele Arbeitnehmer, die von Outsourcing-Unternehmen und Personalvermittlungsagenturen eingestellt wurden. Im April dieses Jahres streikten zum Beispiel die Beschäftigten der <a href="https://www.nesfircroft.com/about">Fircroft Engineering Group</a>, einer von der Ölbohrfirma <a href="http://burgylau.kz/">Burǵylaý</a> beauftragten Personalvermittlungsagentur. Die Beschäftigten von <a href="https://wos.kz/kontakty/">West Oil Software</a>, einem Outsourcing-Unternehmen, das mit <a href="https://www.mmg.kz/page.php?lang=1">Mańǵistaýmunaıgas</a> und anderen großen Unternehmen zusammenarbeitet, haben Ende August gestreikt. </p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">

Motiviert waren die Aktionen dadurch, dass Leiharbeiter im Vergleich zu direkt beschäftigten Arbeitnehmern zu niedrigeren Löhnen und unter schlechteren Arbeitsbedingungen tätig sind. Auf dem Weg versuchen die Ölgesellschaften dank niedrigerer Lohnkosten und Sozialabgaben höhere Gewinne zu erzielen.
</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein weltweiter Trend</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Vorgehensweise ist nicht nur in Kasachstan zu beobachten. Sie entspricht einer Form der Arbeitspolitik, die seit dem Ende der 1970er von multinationalen Unternehmen gefördert wird. In dieser Zeit begann man weltweit eine Form des Arbeitsrechts aufzugeben, die Vollbeschäftigung und lange Arbeitszeiten im Gegenzug für soziale Garantien &#8211; Sozialleistungen, kostenlose Medizin, hochwertige Bildung, Urlaubsgeld und hohe Renten &#8211; vorsah. Stattdessen begannen die Unternehmen, auf flexiblere Formen der Beschäftigung zu setzen. Die Grundsätze dieser Politik waren durch die Ideologie des <a href="https://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/lexikon-der-wirtschaft/20176/neoliberalismus">Neoliberalismus</a> vorgegeben. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Demnach ist die Freiheit der Märkte und der privaten Unternehmen, insbesondere in Bezug auf die Arbeitsbeziehungen, die effizienteste Art der Ressourcenverteilung in einer Volkswirtschaft. Sie erklärt die freiwillige Zustimmung jeder Partei zu den Bedingungen eines bilateralen Abkommens, wobei davon ausgegangen wird, dass die Rechte und der Informationssgrad jedes Beteiligten gleich sind. Mit der Einführung neuer Beschäftigungsformen ist die Verhandlungsmacht der Arbeitnehmer jedoch geschwächt worden. Um die Arbeitskräfte zu flexibilisieren, haben die Unternehmen nicht nur die sozialen Garantien reduziert, sondern auch begonnen, bei der Einstellung auf Vermittler zurückzugreifen. Bei den Vermittlern handelt es sich um Personalvermittler und Outsourcing-Unternehmen: Erstere vermitteln ausschließlich Arbeitskräfte, während Outsourcing-Unternehmen ganze Geschäftsprozesse des Unternehmens übernehmen. Durch die Unterzeichnung eines Arbeitsvertrags mit Personalvermittlungs- und Outsourcing-Unternehmen üben die Arbeitnehmer ihre Tätigkeit im Kontext des Kundenunternehmens aus, werden aber als Freiberufler betrachtet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://twitter.com/paolobottleneck?lang=en">Paolo Sorbello</a>, der zu Arbeits- und Industriebeziehungen in Kasachstan forscht, schreibt, dass die Auslagerung von Arbeit weltweit auch mit der Unterdrückung verschiedener Formen von Arbeitnehmervereinigungen einhergeht. Die Arbeitgeber haben die Fähigkeit der Menschen untergraben, kollektive Forderungen zu formulieren, indem sie den Freiberuflern damit drohten, dass die Outsourcing-Unternehmen und Personalvermittlungsagenturen sie arbeitslos machen würden. Diese Drohungen gingen mit zunehmenden Angriffen auf die Gewerkschaften einher. Die Verbreitung von Leiharbeit und die sich verschlechternde Situation von einst fest angestellten Arbeitnehmern führen zu regelmäßigen Streiks. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Forscher Asa Maron und Michael Shalev <a href="https://oxford.universitypressscholarship.com/view/10.1093/oso/9780198793021.001.0001/oso-9780198793021">beschreiben</a>, wie israelische Gewerkschaften bei einem viertägigen Streik 2011 den Übergang zur Direktbeschäftigung forderten. Sie <a href="https://www.world-psi.org/sites/default/files/attachment/news/histadrut_contract_workers.pdf">erreichten</a> die Angleichung der Löhne und der sozialen Garantien zwischen Vollzeitbeschäftigten und ausgelagerten Arbeitnehmern sowie die direkte Übernahme der meisten Arbeitnehmer. Seit Juli 2021 finden auch eine <a href="https://merip.org/2021/08/labor-organizing-on-the-rise-among-iranian-oil-workers/">Reihe von Massenstreiks</a> im Iran statt, von denen die Beschäftigten von Outsourcing-Unternehmen betroffen sind, die rund 117 Ölraffinerien im Land bedienen. Infolge solcher Streiks haben einige Länder Beschränkungen für die Tätigkeit von Outsourcing- und Personalvermittlungsunternehmen eingeführt. So haben beispielsweise Slowenien und Spanien im Jahr 2016 Leiharbeit in gefährlichen Branchen <a href="https://www.ilo.org/wcmsp5/groups/public/---ed_dialogue/---ed_dialogue_msu/documents/publication/wcms_541655.pdf">verboten</a>. In Schweden wurde den Gewerkschaften das Recht eingeräumt, ein Veto gegen den Einsatz von Arbeitskräften von Outsourcing- und Personalvermittlungsunternehmen einzulegen, während in Italien in Tarifverträgen geregelte Quoten für deren Einstellung festgelegt wurden. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kasachstans Öl sucht Arbeiter</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Nach der Unabhängigkeit brachten multinationale Unternehmen neue Beschäftigungs- und Vertragsformen auf den Arbeitsmarkt in Kasachstan. Darunter waren auch verschiedene Praktiken zur Kostenoptimierung wie die Einstellung von Arbeitnehmern durch Outsourcing. „<em>Der kasachstanische Staat wurde durch die Verdrängung unabhängiger Gewerkschaften und die Entwicklung einer konzernfreundlichen Arbeitsgesetzgebung zum ‚Antriebsriemen‘ für die Gewinnmaximierung der Ölgesellschaften, von der globalen bis zur lokalen Ebene</em>“, meint Paolo Sorbello, der dieses Jahr <a href="https://theses.gla.ac.uk/82271/1/2021sorbellophd.pdf">seine Dissertation</a> zum Ölsektor in Kasachstan verteidigt hat. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem Beginn der Privatisierung in den 1990er Jahren begann auch die Auslagerung der Dienstleistungsbereiche großer Ölgesellschaften. Wie Sorbello erklärt, wurden entsprechende Ausschreibungen auf undurchsichtige Weise zwischen Eliten organisiert, die dem Management der Ölgesellschaften nahestanden. Parallel dazu wurden Personalvermittlungsagenturen eingesetzt, um hochqualifizierte ausländische Arbeitskräfte anzuwerben. </p>



<figure class="wp-block-image alignnone size-full wp-image-27978"><img loading="lazy" decoding="async" width="1365" height="2048" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/10/49845876793_a87a360f09_k.jpg" alt="Arbeiter Tengis Öl" class="wp-image-27978" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/10/49845876793_a87a360f09_k.jpg 1365w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/10/49845876793_a87a360f09_k-200x300.jpg 200w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/10/49845876793_a87a360f09_k-683x1024.jpg 683w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/10/49845876793_a87a360f09_k-768x1152.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/10/49845876793_a87a360f09_k-1024x1536.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/10/49845876793_a87a360f09_k-1300x1950.jpg 1300w" sizes="auto, (max-width: 1365px) 100vw, 1365px" /><figcaption class="wp-element-caption">Arbeiter auf einer Bohrinsel auf dem Teńiz-Feld</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">

Dieser Trend änderte sich in den 2000er Jahren, als mit der Schaffung der notwendigen Infrastruktur in Kasachstan internationale Personalvermittler in den Markt eintraten. Sorbello weist darauf hin, dass Personalvermittlungsfirmen seit Anfang der 2000er Jahre landesweit zwischen 10.000 und 20.000 Personen beschäftigt haben und von den drei größten Ölproduzenten eingesetzt werden: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tengizchevroil">Teńizshevroıl</a> (Betreiber des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tengizchevroil">Teńiz-Feldes</a>), <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/North_Caspian_Operating_Company">North Caspian Operating Company N.V.</a> (NCOC- Betreiber von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kaschagan">Qashaǵan</a>) und <a href="https://kpo.kz/en/about-kpo">Karachaganak Petroleum Operating</a> (Betreiber von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gasfeld_Karatschaganak">Qarashyǵanaq</a>).

Gleichzeitig blieb der rechtliche Status dieser Arbeitnehmer bis 2020 undefiniert, so dass sie von ihren Arbeitgebern bei der Entlohnung oft benachteiligt wurden. Laut Sorbello war das Lohngefälle eine der Hauptursachen für Arbeitskonflikte in den 1990er Jahren. Dank der steigenden Ölpreise begannen die Löhne der Arbeitnehmer Anfang der 2000er Jahre zu steigen. Die Verbesserungen waren jedoch nur von kurzer Dauer, und schon bald gingen die Konflikte mit neuem Elan weiter.
</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ungleichheit und soziale Spannungen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Wie der Forscher erklärt, führte die Umstrukturierung der überbesetzten Ölgesellschaften zu einer neuen Welle von Spannungen bei den Arbeitnehmern. Dies geschah, nachdem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/KazMunayGas_Exploration_Production">KazMunaiGas Exploration Production</a> (KGM EP) zu einem an der kasachstanischen und der Londoner Börse notierten Aktienunternehmen geworden war. Entscheidungen der Aktionäre, von denen der größte nach wie vor die staatliche Firma KazMunayGas ist, hatten erhebliche Auswirkungen auf die Beschäftigten, darunter die Streichung zahlreicher Arbeitsplätze. Vor diesem Hintergrund <a href="https://www.kt.kz/rus/society/zabastovka_rabotnikov_too_burgilau_resheniem_zhanaozenskogo_gorodskogo_suda_mangistauskoj_oblasti_priznana_nezakonnoj_1153482008.html">forderten</a> bereits im Jahr 2009 rund 600 Beschäftigte des Ölfelddienstleisters Burǵylaý die Verstaatlichung des Unternehmens durch Eingliederung in die KazMunayGas National Company. Die Umstrukturierung der Ölgesellschaften war auch ein entscheidender Grund für die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schanga%C3%B6sen-Massaker">Arbeiterproteste in Jańaózen</a> im Jahr 2011. </p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>In den 2000er Jahren wurden strukturelle Abteilungen von Ózenmunaıgas unter dem Vorwand der Optimierung abgestoßen. Den Beschäftigten wurde gesagt: ‚Ihr geht zu privaten Unternehmen, werdet aber für uns arbeiten, und das Lohnniveau und das Sozialpaket bleiben gleich.‘ Einige Jahre später sahen die Leute, dass ihre [Gehälter] nach der Umstellung gesunken waren, und der Personalabbau begann. Die Menschen merkten, dass sie betrogen worden waren. Dann begannen die Streiks</em>“, erläutert der Sozialaktivist Muhtar Umbetov. Infolge der dramatischen Ereignisse in Jańaózen wurden rund 2.000 Mitarbeiter der Ölfirmen Qarajanbasmunaı und Ózenmunaıgas entlassen. Um die Situation zu stabilisieren, stellte die Regierung im Januar 2012 die entlassenen Arbeitnehmer über zwei eigens gegründete Dienstleistungsunternehmen ein. Die Unternehmen hatten neben ihrer sozialen Funktion auch die Aufgabe, die revoltierenden Arbeiter zu desorganisieren. Sie boten den Arbeitnehmern keine Tarifverhandlungen an und entzogen ihnen damit die Grundlage für die Formulierung kollektiver Interessen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2014 versuchte KMG EP erstmals durch ein einheitliches Entgeltsystem für alle internen Abteilungen die Lohnunterschiede zwischen Unternehmen auszugleichen. Gleichzeitig <a href="https://rus.azattyq.org/a/kazmunaigaz-padenie-cen-na-neft-bonusy-rabochim/26795575.html">forderten</a> Angestellte der Dienstleistungsunternehmen von KMG EP eine direkte Anstellung, da einige Punkte der neuen Regelungen nicht für sie galten. Die Beschäftigten privater Ölfeld-Dienstleistungsunternehmen stellten ähnliche Anträge. Sie fielen nicht unter das neue Tarifsystem, obwohl sie auch für KMG EP arbeiteten. Infolge der Streiks bot ihnen die nationale Gesellschaft ein eigenes Lohnsystem an. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Personalkürzungen nach niedrigen Ölpreisen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Hinzu kamen Personalkürzungen im Jahr 2016, die auf den mehr als zweifachen Rückgang der Ölpreise zwei Jahre zuvor zurückzuführen waren. Nach Angaben von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tamara_D%C3%BCissenowa">Tamara Dúısenova</a>, der damaligen Ministerin für Gesundheit und soziale Entwicklung, <a href="https://forbes.kz/process/economy/pochemu_kazahstanskiy_nefteservis_okazalsya_v_zagone/?">entließen</a> die Öldienstleistungsunternehmen im Jahr 2016 bis zu 1.300 Mitarbeiter. Das Problem betraf auch Vollzeitbeschäftigte, die sich in Outsourcing-Unternehmen wiederfanden. So sahen sich beispielsweise 335 Beschäftigte des Ölfelddienstleisters <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/North_Caspian_Operating_Company">NCOC</a> mit Entlassungen konfrontiert, als ein anderes Unternehmen den Zuschlag für ihre Abteilung erhielt und daraufhin lediglich 282 von ihnen zu niedrigeren Löhnen einstellte. Nach Angaben der Arbeitnehmer wurden sie ohne jede Diskussion in dieses Unternehmen versetzt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf solche Weise gewinnt alle fünf Jahre ein neues Unternehmen die öffentliche Ausschreibung und die Arbeitnehmer wechseln bei gleicher Arbeit lediglich das Logo auf ihrer Kleidung. Als Reaktion auf die Streiks gegen Personalkürzungen kündigte der ehemalige Vorsitzende von KazMunayGas, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sauat_Myngbajew">Saýat Myńbaev</a>, das „KMG Oilfield Services Development Programme (5/50)“ an. So konnten Arbeitnehmer 50 Prozent ihrer Gehälter für die nächsten fünf Jahre erhalten, wenn sie freiwillig kündigten. Das Management des Unternehmens bezeichnete dieses Projekt als „sanfte Optimierung“ in Reaktion auf die Defizite der Ölfelddienstleister. </p>



<figure class="wp-block-image alignnone size-full wp-image-27980"><img loading="lazy" decoding="async" width="2048" height="1282" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/10/2048px-KazMunayGaz_in_Astana_Kazakhstan.jpg" alt="KazMunaiGas" class="wp-image-27980" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/10/2048px-KazMunayGaz_in_Astana_Kazakhstan.jpg 2048w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/10/2048px-KazMunayGaz_in_Astana_Kazakhstan-300x188.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/10/2048px-KazMunayGaz_in_Astana_Kazakhstan-1024x641.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/10/2048px-KazMunayGaz_in_Astana_Kazakhstan-768x481.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/10/2048px-KazMunayGaz_in_Astana_Kazakhstan-1536x962.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/10/2048px-KazMunayGaz_in_Astana_Kazakhstan-1300x814.jpg 1300w" sizes="auto, (max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Firmenzentrale von KazMunaiGaz in Nur-Sultan, Kasachstan</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">

In der Tat ist der Markt für Ölfelddienstleistungen in Kasachstan in der Zeit nach der Krise 2015-2016 um 1,5 Milliarden US-Dollar (ca. 1,3 Milliarden Euro) auf 6 Milliarden (ca. 5,2 Milliarden Euro) zurückgegangen. Nach Angaben von Myńbaev hat KazMunayGaz in den letzten Jahren verlustbringende Ölfelddienstleistungsunternehmen mit 121 Milliarden Tenge (ca. 245 Millionen Euro) finanziell unterstützt. Infolgedessen <a href="https://rogtecmagazine.com/wp-content/uploads/2014/09/06_RPI-Kazakhstan-Upstream-Market-Focus.pdf">wuchs</a> das Volumen des Marktes im Zeitraum 2011-2019 von 1,8 Milliarden auf 8,9 Milliarden US-Dollar (von 1,55 auf 7,7 Milliarden Euro),&nbsp; und befand sich jenseits des <a href="https://www2.deloitte.com/content/dam/Deloitte/ru/Documents/energy-resources/Russian/oil-gas-survey-kazakhstan-2020.pdf">Vorkrisenniveaus</a>.

In den folgenden Jahren waren es nach Angaben der Nichtregierungsorganisation Echo <a href="https://echo.kz/images/Analiz-prichin.pdf">weiterhin</a> die Beschäftigten der Öldienstleistungsunternehmen, die die meisten Streiks initiierten. Sieben von elf Unternehmen, deren Beschäftigte streikten, waren in dem Sektor tätig.
</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Streiks trotz Reformen </strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Ölfelddienstleister sahen sich inmitten einer Pandemie mit einer neuen Krise konfrontiert. Nach <a href="https://www2.deloitte.com/content/dam/Deloitte/ru/Documents/energy-resources/Russian/oil-gas-survey-kazakhstan-2020.pdf">Schätzungen von Deloitte</a> ist der Markt für Ölfelddienstleistungen in Kasachstan bis 2020 wieder um 25 Prozent auf 6,7 Milliarden US-Dollar (5,8 Milliarden Euro) geschrumpft. Die Unternehmen beklagten sich über mangelnde Unterstützung durch die Regierung und eine schwindende Zahl von Verträgen mit Ölgesellschaften. Der damalige Energieminister <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nurlan_Noghajew">Nurlan Noǵayev</a> (2019-2021) sagte, dass in der Krise mehr als 3.500 Menschen in Ölfelddienstleistungsunternehmen <a href="https://www.kazservice.kz/images/KS32_2020.pdf">entlassen wurden</a>. Die Ereignisse fielen mit <a href="https://senate.parlam.kz/ru-RU/news/details/4016">Änderungen</a> der Arbeitsgesetzgebung zusammen, durch die Ende 2020 die Löhne für Vollzeitbeschäftigte und Freiberufler angeglichen wurden. Auch die sozialen Garantien und die Möglichkeit von Tarifverhandlungen wurden angepasst. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut der Regierung war eine solche Regulierung notwendig, um grobe Verstöße gegen die Rechte der Arbeitnehmer zu vermeiden. Die Proteste gingen aber weiter. Anfang 2021 streikten erneut Arbeitnehmer von Personalvermittlungs- und Outsourcing-Unternehmen. Die Beschäftigten der Fircroft Engineering Group beklagten, das Unternehmen wolle das neue Gesetz nicht befolgen: „<em>Bei einem Treffen in der lokalen Regierung sagte uns der Leiter der Fircroft Engineering Group, Maxim Gubashev, unverhohlen, die Arbeitsverträge würden angepasst, um die Änderungen des Arbeitsgesetzes zu umgehen</em>“, betonte ein Vertreter der Vermittlungsagentur. „<em>Diese [Gesetzesänderungen] spielen eine unbedeutende Rolle. Kein Arbeitgeber wird diesen Anforderungen nachkommen. Daher diese Streiks, um Einhaltung der Gesetze zu fordern,</em>“ erklärt Andrei Prigor, Vorsitzender des republikanischen Gewerkschaftsverbandes SPK Amanat. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Er kritisiert auch die Passivität der Gewerkschaften: „<em>Sie hätten als erste reagieren und die Geschäftsführungen auf die Gesetzesänderungen hinweisen müssen. Das haben sie nicht getan. Das ist der Grund für die spontanen Streiks</em>“. Später schlossen sich auch Beschäftigte von Öldienstleistungsunternehmen, die durch Outsourcing-Kampagnen aus der Belegschaft entfernt wurden, den Streiks an. Die Beschäftigten von West Oil Software, die <a href="https://vlast.kz/novosti/46334-rabocie-ese-odnoj-nefteservisnoj-kompanii-vysli-na-zabastovku-v-mangistauskoj-oblasti.html">im August protestierten</a>, schilderten, wie sie 2018 von der Transport Oil Corporation ausgeschlossen wurden und in das jetzige Unternehmen wechselten, wo bei gleicher Arbeitslast ihre Gehälter halbiert wurden. Laut dem Sozialaktivisten Muhtar Umbetov geht es den Streikenden nicht nur um die Gehälter, sondern auch um die Stabilität der Arbeitsplätze. So <a href="https://vlast.kz/novosti/46043-v-mangistauskoj-oblasti-na-zabastovku-vysli-rabotniki-autsorsingovoj-kompanii-karazanbasmunaa.html">verlangten</a> die Mitarbeiter des Outsourcing-Unternehmens Industrial Service Resources nicht nur eine Lohnerhöhung für die 70 Mitarbeiter, die noch nicht den Vollzeitbeschäftigten gleichgestellt waren, sondern auch, dass Qarajanbasmunaı alle direkt in sein Personal aufnimmt, da dies einen größeren sozialen Schutz bietet. Die Redaktion von Vlast.kz schätzt, dass es seit Anfang 2021 mindestens 24 Streiks bei Ölunternehmen gegeben hat. Im Juli streikten in Jańaózen bis 500-600 Beschäftigter aus zehn Unternehmen gleichzeitig. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl vor allem Angestellte von Personalvermittlungsagenturen bei den Protesten zu sehen waren, wurden sie von Mitarbeitern von Outsourcing-Firmen vorangetrieben, so Sorbello: „<em>Tatsache ist, dass zwei Arbeitnehmer, die von verschiedenen Vermittlungsagenturen eingestellt wurden, für dasselbe Unternehmen arbeiten können, ohne zu wissen, wer ihr Arbeitgeber ist. Vertreter von Outsourcing-Unternehmen arbeiten in einem Unternehmen zusammen und können sich daher leichter für Streiks zusammenschließen</em>“. Arbeitgeber nehmen häufig eine autoritäre Haltung gegenüber Demonstranten ein. Die Fircroft Engineering Group <a href="https://rus.azattyq.org/a/31219008.html">beantragte</a> beim Stadtgericht Jańaózen, den Streik für illegal zu erklären. Zuvor hatte das Bezirksgericht <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Karakiya_District">Qaraqiıa</a> auf die Klage der Geschäftsführung von West Oil Software hin eine solche Entscheidung getroffen, woraufhin man begann Arbeitnehmer zu verklagen. Viele Arbeitnehmer versammelten sich einen Monat lang, um auf die Erfüllung ihrer Forderungen zu warten. Die Beschäftigten von West Oil Software warteten 18 Tage auf eine Entscheidung, während Beschäftigte von Techno Trading LTD drei Wochen lang streikten. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Unzureichende Gegenmaßnahmen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Darüber hinaus versuchten die örtlichen Behörden und die Unternehmensleitungen alles, um Arbeitnehmer an der Selbstorganisation zu hindern. Die Demonstranten waren <a href="https://vlast.kz/novosti/45651-sotni-rabocih-podradnoj-organizacii-v-zanaozene-vysli-na-zabastovku.html">empört</a> darüber, dass ihre Gewerkschaftsarbeit gerichtlich unterbunden wurde und die Unternehmensleitung unter Berufung auf ähnliche Fälle den Gewerkschaften nicht erlaubte, die Rechte der Arbeitnehmer zu schützen. Einige Unternehmen, wie etwa <a href="https://informburo.kz/novosti/v-karazhanbasmunaj-zayavili-o-dogovoryonnosti-s-rabochimi-mestorozhdeniya-vyshedshimi-na-zabastovku">Qarajanbasmunaı</a>, machten Zugeständnisse: die Löhne von 44 Arbeitern der Ölbohrstätte wurden angeglichen, und die Firma erklärte ihre Bereitschaft, Lohnarbeiter direkt anzustellen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Beschäftigten von West Oil Software <a href="https://vlast.kz/novosti/46597-rabocie-west-oil-software-prekratili-zabastovku-no-planiruut-obrasatsa-v-sud.html">erhielten</a> eine Lohnerhöhung von 36 Prozent, wobei der Lohn nicht gänzlich an das Niveau der Vollzeitbeschäftigten des Auftraggebers Transport Oil Corporation angeglichen wurde. Doch in jedem der Fälle wurden die Forderungen der Arbeitnehmer nur zum Teil erfüllt. Die Arbeitnehmer waren gezwungen, diese Angebote anzunehmen, weil sie nicht in der Lage waren, ihre Proteste fortzusetzen. Solche Zugeständnisse können jedoch kein Indiz dafür sein, dass sich der Arbeitgeber an das Gesetz hält, so der Gewerkschaftler Prigor. </p>


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<p class="wp-block-paragraph"> Die Öldienstleistungsunternehmen selbst <a href="https://www2.deloitte.com/content/dam/Deloitte/ru/Documents/energy-resources/Russian/oil-gas-survey-kazakhstan-2020.pdf">beschäftigen</a> heute etwa 150.000 Menschen in Kasachstan. Darunter sind nur 55.000 Menschen direkt im Öl- und Gassektor beschäftigt. Im September wurde außerdem bekannt, dass etwa 50 Bohrunternehmen nach Ablauf der Verträge in Qarashyǵanaq Personal <a href="https://www.uralskweek.kz/2021/09/27/svyshe-1700-chelovek-lishilis-raboty-na-karachanakskom-proekte/">entlassen haben</a>. Über 1.700 Menschen verloren ihren Arbeitsplatz. Weitere 9 Unternehmen planen bis Ende des Jahres die Entlassung von 482 Mitarbeitern. Auf einer kürzlich abgehaltenen Sitzung im Gebiet <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mangghystau_(Gebiet)">Mańǵystaý</a> erklärte Präsident Qasym-Jomart Toqaev, dass bis zu 1.500 Beschäftigte im Ölfeldservice ihren Arbeitsplatz verlieren könnten. Er wies darauf hin, dass ein großer Teil der Arbeitskonflikte in den Tochtergesellschaften von KazMunayGas stattfindet, und sagte, dass viele Manager privater Unternehmen die Beschäftigten zum Streik provozieren, weil sie nicht bereit seien ihre Gehälter zu zahlen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Um das Problem in den Griff zu bekommen, ordnete Toqaev die Einrichtung einer „abteilungsübergreifenden Zentrale“ an, die sich um die entlassenen Arbeitnehmer kümmern sollte. Solche Reaktion auf die Folgen der Entlassungen werden jedoch nichts an dem grundlegenderen Problem ändern. Die Streikenden fordern weiterhin direkte Arbeitsverträge und die Legalisierung von Gewerkschaften, wobei sie den Vorschlag des Staates, die Löhne an die der Vollzeitbeschäftigten anzugleichen, nicht für angemessen halten. Die mangelnde Bereitschaft des Staates, die strukturellen Mängel in den Beschäftigungsverhältnissen der Arbeitnehmer anzugehen, lässt nicht darauf schließen, dass die Proteste jemals enden werden. </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Almas Kaisar
</strong><a href="https://vlast.kz/jekonomika/46889-optimizirua-trud.html"><strong>Vlast.kz</strong></a></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Russischen und Kürzungen von Florian Coppenrath</strong> </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/kasachstan-zunehmende-streiks-gegen-leiharbeit-im-oelsektor/">Kasachstan: Zunehmende Streiks gegen Leiharbeit im Ölsektor</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Kaspisches Meer: Fünf Anrainerstaaten unterschreiben Protokoll zum Umweltschutz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Arnaud Enderlin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Jul 2018 17:19:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Aserbaidschan, Iran, Kasachstan, Russland und Turkmenistan haben sich am 20. Juli in einem Protokoll dazu verpflichtet, die Auswirkungen &#xA0;ihrer Entwicklungsprojekte auf die Umwelt in und um dem Kaspischen Meer zu &#xFC;berwachen. Es handelt sich hierbei um einen ersten Schritt vor der Ratifizierung der neuen historischen Konvention im kommenden August. Die Meldung ist historisch: Am vergangenen [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Aserbaidschan, Iran, Kasachstan, Russland und Turkmenistan haben sich am 20. Juli in einem Protokoll dazu verpflichtet, die Auswirkungen  ihrer Entwicklungsprojekte auf die Umwelt in und um dem Kaspischen Meer zu überwachen. Es handelt sich hierbei um einen ersten Schritt vor der Ratifizierung der neuen historischen Konvention im kommenden August. </strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Meldung ist historisch: Am vergangenen 20. Juli haben sich die fünf Staaten mit Zugang zum <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kaspisches_Meer">Kaspischen Meer</a> (Aserbaidschan, Iran, Kasachstan, Russland, Turkmenistan) in Moskau dazu <a href="https://www.unenvironment.org/news-and-stories/press-release/caspian-littoral-states-agree-start-neighbourhood-watch-environment">verpflichtet</a>, die Auswirkungen ihrer industriellen und energetischen Projekte auf Fauna, Wasser, Böden und menschliche Gesundheit zu beobachten. Das Protokoll wurde im Rahmen der Teheran-Konvention (2003) verabschiedet. Es soll drei Monate nach der Ratifizierung durch die jeweiligen Parlamente in Kraft treten.</p>
<p style="text-align: justify">„<em>Es ist fantastisch zu sehen, dass die Anrainerstaaten des Kaspischen Meers sich einigen und für das zukünftige Wohl dieses regionalen Juwels und dessen einzigartiges Ökosystem bürgen. Ich bin überzeugt, dass dies einen großen Gewinn für die Umwelt, die Wirtschaft und die langfristige Sicherheit in der Region darstellen wird</em>“, <a href="https://www.unenvironment.org/news-and-stories/press-release/caspian-littoral-states-agree-start-neighbourhood-watch-environment">so UN-Umweltprogrammchef Erik Solheim</a>.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan : </strong><strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/die-vereinten-nationen-sagen-dramatischen-wassermangel-fur-zentralasien-voraus/">Die Vereinten Nationen sagen dramatischen Wassermangel für Zentralasien voraus</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Am kommenden 12. August findet in Aktau, Kasachstan ein <a href="https://www.inform.kz/en/presidents-of-five-countries-to-meet-at-caspian-summit-in-aktau_a3330333">Gipfel</a> statt, welcher zur Ratifizierung einer Konvention zur Regulierung des Status des Kaspischen Meeres führen soll. Dies soll die Entstehung von Gasleitungs- sowie Ölförderungsprojekten ermöglichen. Durch dieses Umwelt-Protokoll sollen die Implementierung von Ölraffinerien und Kraftwerken, aber auch die größten Entwaldungsprojekte reglementiert werden. Sollte ein teilnehmender Staat im Begriff sein, durch ein Projekt eines Nachbarlandes einen ökologischen Schaden zu erleiden, könnte er sich vorzeitig einschalten. Sollte das Projekt fortbestehen, so müsste der verantwortliche Staat seinem Nachbarn eine Reihe konkreter Fakten liefern und somit beweisen, dass der Umwelteinfluss auf diesen Nachbarn in den vorbereitenden Studien in vollem Umfang beachtet wurde.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Erschließung natürlicher Ressourcen im Kaspischen Meer</strong></p>
<p style="text-align: justify">Dieses Protokoll ist umso wichtiger, da die <a href="https://worldoceanreview.com/wor-1/energie/fossile-brennstoffe/">fossilen Energieträgerreserven</a> im Kaspischen Meer mit <a href="http://www.laender-analysen.de/zentralasien/pdf/ZentralasienAnalysen62.pdf">bis zu 48 Milliarden Öl-Barrel</a> (in die der Vereinigten Staaten), <a href="http://www.bpb.de/politik/wirtschaft/energiepolitik/152684/kaspische-region">zu den bedeutendsten weltweit zählen</a>. Das Meeres-Ökosystem ist außerdem Ausstößen durch Ölförderungsaktivitäten und gasförderungsbedingter Verschmutzung <a href="http://parstoday.com/de/radio/world-i30568-tag_des_kaspischen_meeres">besonders ausgesetzt</a>.</p>
<p style="text-align: justify">Ferner ist das Kaspische Meer die erste Kaviar-Produktionsstätte weltweit, auch wenn der Störbestand <a href="https://www.deutschlandfunk.de/kaspisches-meer.697.de.html?dram:article_id=71778">stark unter der Überfischung und den unterschiedlichen Formen von Wasserverschmutzung leidet</a>.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan </strong><strong>: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/die-transkaspische-route-eine-reale-chance-zur-umgehung-russlands/">Die Transkaspische Route: Eine reale Chance zur Umgehung Russlands?</a></p>
<p style="text-align: justify">Bis heute hindert dieser ungeregelte Status des Kaspischen Meeres Turkmenistan (<a href="https://novastan.org/de/fact/turkmenisches-gas/">immerhin im Besitz des weltweit viertgrößten Gasvorkommens</a>) daran, eine transkaspische Gasleitung zu bauen, die es ihm ermöglichen sollte, sein Gas in Europa zu verkaufen und dabei Russland über Aserbaidschan umzugehen. Das Protokoll würde es einem Küstenstaat jedoch ermöglichen, sich dem Projekt aus Naturschutzgründen entgegenzustellen. Das transkaspische Projekt ist also wahrscheinlich zum Scheitern verurteilt, selbst wenn die politische Lage des Meeres sich am 12. August klären dürfte.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Umweltschutz um das Kaspische Meer</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Teheran-Konvention, unterschrieben 2003, ist das erste internationale Umweltschutz-Abkommen, welches alle fünf Anrainerstaaten unterschrieben haben. Sie ist wahrlich ein Erfolg, denn sowohl die Vereinbarungen als auch die Kooperationen geopolitischer, diplomatischer und energetischer Natur um das Kaspische Meer entpuppen sich oft als schwer abschließbar.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan </strong><strong>: <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/turkmenistan-von-iran-russland-und-aserbaidschan-isoliert/">Turkmenistan von Iran, Russland und Aserbaidschan isoliert</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Konvention ist allerdings nicht die einzige bestehende Vereinbarung um das Kaspische Meer: Im Juli 2016 trat das Aktau-Protokoll (2011 verabschiedet) in Kraft. Dieses legt Maßnahmen zur Vorbeugung von Ölpest und anderen Ölverschmutzungen fest. 2012 kam ein <a href="http://sdg.iisd.org/news/tehran-convention-adopts-protocol-protecting-caspian-sea-from-land-based-pollution/">Abkommen</a> zum Schutz vor Verschmutzungen aus ländlichen Quellen hinzu.</p>
<p style="text-align: justify">Zuzüglich zum Moskau-Protokoll wird gegenwärtig über einen neuen Text verhandelt, welcher die betroffenen Staaten verpflichten soll, Daten bezüglich der Umwelt und des maritimen Ökosystems des Kaspischen Meeres zu sammeln, zur Verfügung zu stellen und auszutauschen.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Tiphaine Gaudin</strong><strong><br />
Redakteurin für Novastan</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen von Arnaud Enderlin</strong></p>
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		<title>Große Investition in Usbekistans Öl- und Gasförderung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julius Bauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 09 Dec 2017 16:31:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Ausbau]]></category>
		<category><![CDATA[Energie]]></category>
		<category><![CDATA[Energieprojekt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Durch ein Joint Venture zwischen der usbekischen Firma &#x201E;Usbekneftegas&#x201C; und dem russischen &#xD6;lkonzern Gazprom plant Usbekistan, seine &#xD6;l- und Gasf&#xF6;rderung zu erh&#xF6;hen, wie Anhor.uz berichtete. Wir &#xFC;bersetzen die Meldung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion. Die Usbekneftegas AG und das Joint Venture NaturalGas-Stream (dem neben Usbekneftegas auch eine Tochtergesellschaft von Gazprom angeh&#xF6;rt) setzten von 2017 bis [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Durch ein Joint Venture zwischen der usbekischen Firma &#8222;Usbekneftegas&#8220; und dem russischen Ölkonzern Gazprom plant Usbekistan, seine Öl- und Gasförderung zu erhöhen, wie </strong><strong><a href="https://anhor.uz/news/okolo-2-mlrd.-potratyat-na-uvelichenie-dobichi-nefti-i-gaza-v-uzbekistane">Anhor.uz berichtete.</a> Wir übersetzen die Meldung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.<br />
</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die <a href="http://www.ung.uz/en">Usbekneftegas AG</a> und das Joint Venture NaturalGas-Stream (dem neben Usbekneftegas auch eine Tochtergesellschaft von Gazprom angehört) setzten von 2017 bis 2019 ein Programm zum Ausbau der Förderung von Öl und Gas in Usbekistan um. Die Kosten belaufen sich auf über 2 Milliarden US-Dollar.  Die entsprechende Mitteilung von Präsident Schawkat Mirsijojew wurde Anfang November veröffentlicht.</p>
<p style="text-align: justify">Aus den Dokumenten geht hervor, dass – sofern die wichtigsten Kriterien die Einhaltung des Planung erlauben – die erste Etappe des Programms ab 2017 bis 2021 durchgeführt wird.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Zahlen und Fakten</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die erste Etappe des Projekts soll die Gasförderung um 6,36 Milliarden Kubikmeter erhöhen, von denen 3,45 Milliarden den Plänen nach exportiert werden sollen – davon 114.700 Tonnen als Gaskondensate und 75.500 Tonnen als Öl.</p>
<p style="text-align: justify">Im Rahmen des Projekts ist der Bau von 248 Gas- und 48 Ölförderanlagen geplant. Außerdem sollen 328 Förderanlagen der Usneftegasdobischa, einer Tochtergesellschaft der Usbekneftegasa AG, instand gesetzt werden.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Die beteiligten Unternehmen</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Generalunternehmer des Projekts sind die Konsortien Eriell Oilfield Services Average Est DMCC der Vereinigten Arabischen Emirate und die österreichische &#8222;<a href="https://www.eriell.com/en/">Eriell GmbH</a>&#8220; sowie die von der Gazprombank-Gruppe kontrollierte &#8222;Enter Engineering Pte Ltd&#8220;. Sie werden das Projekt &#8222;Schlüsselfertig&#8220; übergeben.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/wer-fordert-ol-in-kirgistan/">Wer fördert Öl in Kirgistan?</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Laut der Dokumente, beteiligt sich “NaturalGas-Stream“ an dem Projekt als Kommissionär, Kreditnehmer und auch beim Export eines Teils der Produktion.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Die Finanzierung</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Finanzierung des Projekts wird gestützt durch einem Auslandskredit in Höhe von 1,49 Milliarden Dollar und eigene Geldern von “Usbekneftegas“, die sich auf 503 Millionen Dollar belaufen.</p>
<p style="text-align: justify">Das Joint Venture “NaturalGas-Stream“ wurde ende 2016 gegründet, um Explorationsarbeiten und die Erfassung von Gasfeldern in der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ustjurt-Plateau">Region Ustjurt</a> (Nordwest-Usbekistan) durchzuführen. Nach Informationen des Investitionsprogramms von “Usbekneftegas“, sorgt das Projekt im Verlauf der 10 Jährigen Bauzeit für eine Produktionskapazität von 1,5 Milliarden Kubikmeter Gas und 76.000 Tonnen Kondensat.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/russland-und-china-der-lhebel-zentralasiens/">Russland und China. Der Ölhebel Zentralasiens</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Höhe der Investitionen könnte auf bis zu 700 Millionen Dollar steigen. Die Kapazitäten von “Usbekneftegas“ erlauben im Moment eine Fördermenge von 70 Milliarden Kubikmeter Gas und 8 Millionen Tonnen flüssige Kohlenwasserstoffe im Jahr.</p>
<p style="text-align: right"><strong><a href="https://anhor.uz/news/okolo-2-mlrd.-potratyat-na-uvelichenie-dobichi-nefti-i-gaza-v-uzbekistane">Anhor.uz</a><br />
Julius Bauer</strong></p>
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		<title>Ölimporte nach Kirgistan</title>
		<link>https://novastan.org/de/fact/diese-zahl-wurde-im-oktober-bei-einer-pressekonferenz-vom-statistischen-komitee-kirgistans-genannt/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Mar 2016 13:58:53 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[CAFacts2]]></category>
		<category><![CDATA[Energie]]></category>
		<category><![CDATA[Handel]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Diese Zahl wurde im Oktober bei einer Pressekonferenz vom statistischen Komitee Kirgistans genannt. Lest auch zu dem Thema: Russland und China, der &#xD6;lhebel Zentralasiens</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Diese Zahl wurde im Oktober bei einer Pressekonferenz vom statistischen Komitee Kirgistans genannt.</p>
<p><span id="fbPhotoSnowliftCaption" class="fbPhotosPhotoCaption"><span class="hasCaption"> Lest auch zu dem Thema: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/russland-und-china-der-lhebel-zentralasiens/" target="_blank" rel="nofollow nofollow">Russland und China, der Ölhebel Zentralasiens</a></span></span></p>
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		<title>Kaschagan</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Nov 2015 13:00:26 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[CAFacts1]]></category>
		<category><![CDATA[Energie]]></category>
		<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Erstmals wurde im September 2013 &#xD6;l aus dem Kaschagan-Feld gewonnen. Die Produktion musste jedoch ein paar Monate sp&#xE4;ter wegen eines Lecks gestoppt werden. Der Neustart ist ungewiss.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Erstmals wurde im September 2013 Öl aus dem Kaschagan-Feld gewonnen. Die Produktion musste jedoch ein paar Monate später wegen eines Lecks gestoppt werden. Der Neustart ist ungewiss.</p>
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		<title>Kasachisches Öl in Österreich</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 03 Oct 2015 11:46:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fact]]></category>
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		<category><![CDATA[Handel]]></category>
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		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#xD6;sterreich erh&#xE4;lt ein Viertel seines &#xD6;ls aus Kasachstan. Auch das Nachbarland Ungarn hat ein besonderes Verh&#xE4;ltnis zur gr&#xF6;&#xDF;ten Volkswirtschaft Zentralasiens: Kasachstan &#x2013; Ungarn, Bruderliebe aus Kalk&#xFC;l?</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Österreich erhält ein Viertel seines Öls aus Kasachstan.</p>
<p><span id="fbPhotoSnowliftCaption" class="fbPhotosPhotoCaption"><span class="hasCaption">Auch das Nachbarland Ungarn hat ein besonderes Verhältnis zur größten Volkswirtschaft Zentralasiens: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/magyaren-fluchten-vor-der-krise/">Kasachstan &#8211; Ungarn, Bruderliebe aus Kalkül? </a></span></span></p>
<div id="fbPhotoSnowliftProductsTagList" class="pts fbPhotoProductsTagList"></div>
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