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	<title>Österreich Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Sun, 10 May 2026 13:27:38 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Österreich Archives</title>
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	<item>
		<title>Österreich und Usbekistan schließen Migrationsabkommen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Robin Roth]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 10 May 2026 13:27:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien & Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Abschiebungen]]></category>
		<category><![CDATA[Karner]]></category>
		<category><![CDATA[Meinl-Reisinger]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
		<category><![CDATA[Migrationsabkommen]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#xD6;sterreichs Au&#xDF;enministerin Beate Meinl-Reisinger und Innenminister Gerhard Karner sind zu einem offiziellen Besuch nach Zentralasien gereist. In Usbekistan ist dabei ein Migrationsabkommen unterzeichnet worden, das das Anwerben von Fachkr&#xE4;ften, aber auch Abschiebungen &#xFC;ber das zentralasiatische Land erm&#xF6;glicht. &#xD6;sterreichs Au&#xDF;enministerin Beate Meinl-Reisinger und Innenminister Gerhard Karner besuchten am 7. Mai Taschkent. Dort trafen sie Usbekistans Pr&#xE4;sidenten [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Österreichs Außenministerin Beate Meinl-Reisinger und Innenminister Gerhard Karner sind zu einem offiziellen Besuch nach Zentralasien gereist. In Usbekistan ist dabei ein Migrationsabkommen unterzeichnet worden, das das Anwerben von Fachkräften, aber auch Abschiebungen über das zentralasiatische Land ermöglicht.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Österreichs Außenministerin <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Beate_Meinl-Reisinger">Beate Meinl-Reisinger</a> und Innenminister <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Karner_(Politiker)">Gerhard Karner</a> besuchten am 7. Mai Taschkent. Dort trafen sie Usbekistans Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shavkat_Mirziyoyev">Shavkat Mirziyoyev</a> und führten unter anderem Gespräche mit Außenminister <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Baxtiyor_Saidov">Baxtiyor Saidov</a>. Im Mittelpunkt standen der Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen und Fragen der Migration.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie aus einer <a href="https://www.bmeia.gv.at/ministerium/presse/aktuelles/alle/musterjahr/05-1-1/oesterreich-und-usbekistan-vertiefen-partnerschaft-in-wirtschaft-und-migration">Pressemitteilung</a> des österreichischen Außenministeriums hervorgeht, wurde während des Besuchs eine Migrations- und Mobilitätspartnerschaft geschlossen. Das Abkommen soll legale Aufenthalte insbesondere von Fachkräften, Studierenden und Forschenden fördern. Gleichzeitig sehe es <em>„eine vertiefte Zusammenarbeit bei der Rückführung von Personen ohne Aufenthaltsrecht“</em> vor.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Abschiebung von Drittstaatsangehörigen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Tatsächlich scheint es aber bei diesen „Rückführungen“ weniger um usbekische Staatsangehörige zu gehen als um die Kooperation bei der Abschiebung von Drittstaatsangehörigen, die über Usbekistan nach Österreich gelangt sind. Wie <a href="https://www.derstandard.at/story/3000000318849/kooperation-bei-abschiebungen-abkommen-mit-usbekistan-soll-am-7-mai-unterzeichnet-werden?ref=niewidget">Der Standard</a> berichtet, wurde beim Ministerrat insbesondere auf die Nachbarschaft Usbekistans zu Afghanistan verwiesen.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">&nbsp;<em>„Gerade bei Rückführungen von Drittstaatsangehörigen, die regionale Zusammenarbeit erfordern, braucht es verlässliche Partner und klare Verfahren. Mit Kooperationen wie dieser mit Usbekistan schaffen wir die notwendigen Rahmenbedingungen, um rechtsstaatliche Entscheidungen konsequent umzusetzen und eine geordnete Migrationspolitik auch in der Praxis umzusetzen“</em>, <a href="https://www.bmi.gv.at/newsda41.html?id=2f6c315358343658736d633d">erklärte</a> Meinl-Reisinger.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Innenminister Gerhard Karner ergänzte: <em>&#8222;Die konsequente Durchführung von Abschiebungen ist Teil einer harten und gerechten Asylpolitik. Durch das Mobilitätsabkommen mit Usbekistan setzen wir einen weiteren Schritt in diese Richtung. Wir verstärken aber auch die Kooperation durch den Austausch von Expertise im Bereich des Grenzschutzes und beim Erkennen von gefälschten Dokumenten.&#8220;</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/auf-offiziellem-besuch-kirgistans-praesident-dschaparow-in-wien-und-berlin/"><strong>Auf offiziellem Besuch: Kirgistans Präsident Dschaparow in Wien und Berlin</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben der Migrations- und Mobilitätspartnerschaft wurden auch ein Abkommen zur Visabefreiung für Diplomatenpässe sowie ein Zusatzprotokoll zum bestehenden Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Österreich und Usbekistan abgeschlossen. Außerdem eröffnete Meinl-Reisinger ein österreichisch-usbekisches Wirtschaftsforum.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Sicherheitskooperation mit Kasachstan</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wirtschaftliche Themen standen auch am 5. und 6. Mai im Fokus, als die beiden österreichischen Minister:innen Kasachstan besuchten. Das zentralaisiatische Land ist vor allem im Energiebereich für Österreich von großer Bedeutung: <a href="https://www.bmeia.gv.at/ministerium/presse/aktuelles/alle/musterjahr/05-1-1/schluesselpartner-kasachstan-oesterreich-setzt-auf-energie-und-sicherheitspartnerschaft">Rund 60 Prozent</a> der österreichischen Rohölimporte stammen aus Kasachstan. Doch auch in anderen Sektoren steigt der Warenaustausch.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Österreich ist ein zuverlässiger und langjähriger strategischer Partner Kasachstans. Es hat über 3 Milliarden US-Dollar in unsere Wirtschaft investiert, wobei auch der gegenseitige Handel ein Wachstum verzeichnet. […] Österreich ist zweifellos in vielerlei Hinsicht ein hochentwickeltes Land. Genau aus diesem Grund schätzen wir das erreichte Ausmaß unseres Engagements sehr und sind davon überzeugt, dass Kasachstan auch weiterhin eine wichtige Rolle für Sie in der Region spielen wird“</em>, <a href="https://akorda.kz/ru/glava-gosudarstva-prinyal-chlenov-pravitelstva-avstrii-644739">erklärte</a> Kasachstans Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Qasym-Jomart Toqaev</a> während des Treffens mit seinen österreichischen Gästen.</p>



<figure class="wp-block-image size-full is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="750" height="530" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/05/kz1-4561-2_1_mediumThumb.jpg" alt="" class="wp-image-44678" style="width:750px;height:auto" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/05/kz1-4561-2_1_mediumThumb.jpg 750w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/05/kz1-4561-2_1_mediumThumb-300x212.jpg 300w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /><figcaption class="wp-element-caption">Meinl-Reisinger, Toqaev, Karner (v. l. n. r.), Photo: akorda.kz</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Be dem Zusammentreffen zwischen Innenminister Karner und seinem kasachstanischen Amtskollegen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Jerschan_S%C3%A4denow">Erjan Sädenov</a> standen die Bekämpfung von illegaler Migration und organisierter Kriminalität sowie das Vorgehen gegen Terrorismus und Extremismus im Fokus. Wie aus einer <a href="https://www.bmi.gv.at/news729a.html?id=5a315a594b48756c3843733d">Pressemitteilung</a> des österreichischen Innenministeriums hervorgeht, einigten sich beide Seiten auf einen engen Erfahrungsaustausch bei der Bekämpfung von organisierter Kriminalität, Extremismus und Terrorismus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Migrationsabkommen – ähnlich jenem mit Usbekistan – hatten Österreich und Kasachstan bereits im Vorjahr geschlossen. Das Abkommen, das unter anderem <em>„die Durchbeförderung von Personen, die in ihr Heimatland gebracht werden sollen“</em>, ermöglicht, war wenige Tage zuvor, am 1. Mai, in Kraft getreten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Usbekistan als Abschiebe-Hub?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das nun unterzeichnete Migrationsabkommen zwischen Österreich und Usbekistan stand schon im Vorfeld der Unterzeichnung im Kreuzfeuer der Kritik. <a href="https://www.derstandard.at/story/3000000318849/kooperation-bei-abschiebungen-abkommen-mit-usbekistan-soll-am-7-mai-unterzeichnet-werden?ref=niewidget">Presseberichten zufolge</a> geht der rechten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Freiheitliche_Partei_%C3%96sterreichs">FPÖ</a> der Migrationskurs der österreichischen Bundesregierung nicht weit genug, während die Grünen mehr <em>„Menschlichkeit und Ordnung“</em> einfordern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In einem Kommentar für die <a href="https://www.wienerzeitung.at/a/die-schattenseiten-von-migrationsabkommen">Wiener Zeitung</a> kritisiert der austro-afghanische Journalist Emran Feroz <em>„eine brutale Maßnahme gegen nachvollziehbare Fluchtursachen“</em>. Zwar solle das Migrationsabkommen Mobilität erleichtern und Visahürden für usbekische Arbeitskräfte und Studierende erleichtern, doch habe dies einen Preis: <em>„Im Gegenzug muss Usbekistan abgeschobene Geflüchtete aus Österreich aufnehmen. Dies betrifft nicht nur die eigenen Staatsbürger:innen, sondern vor allem Menschen aus dem Nachbarland Afghanistan und anderen Drittstaaten in der Region, die derzeit wieder zunehmend instabiler wird.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/trotz-verfassungsreform-pressezensur-in-usbekistan-dauert-an/"><strong>Trotz Verfassungsreform: Pressezensur in Usbekistan dauert an</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei weist Feroz auch auf die Menschenrechtslage in Usbekistan hin. Das Abkommen sieht er als Teil einer europäischen Asylstrategie, bei der mit autoritären Regimes im Bereich der Sicherheitsorgane eng zusammengearbeitet werde – bis hin zum Aufbau von sogenannten Rückkehrzentren („Return Hubs“) außerhalb der EU.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die meisten „Migrationsabkommen“ sind nämlich neokoloniale Deals, die die Realitäten vor Ort einfach ausblenden, Menschenrechte mit Füßen treten und zugunsten westlicher Regierungen und lokaler autoritärer Strukturen durchgesetzt werden. Hinzu kommt, dass die Deals – abgesehen von Gewalt und massiven Subventionierungen für fragwürdige Akteure – wenig bewirken“</em>, so Feroz abschließend.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>(K)ein Präzedenzfall</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei ist Österreich nicht das erste europäische Land, das mit Usbekistan ein Migrationsabkommen abgeschlossen hat.&nbsp; So war <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/migration-wirtschaft-z51-bundeskanzler-scholz-in-zentralasien/">im September 2024</a> während des offiziellen Besuchs des damaligen deutschen Bundeskanzlers Olaf Scholz ein Migrationsabkommen abgeschlossen worden, welches ebenfalls die Zuwanderung usbekischer Fachkräfte, aber auch die Rückkehr abgelehnter Asylsuchender regelte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht von diesem Abkommen betroffen waren allerdings Menschen aus Drittstaaten – insbesondere aus Afghanistan.&nbsp;<a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/deutschland-verhandelt-ueber-die-abschiebung-afghanischer-asylsuchender-via-usbekistan/">Zuvor</a>&nbsp;war berichtet worden, dass auch die deutsche Bundesregierung mit Usbekistan darüber verhandelt habe, afghanische Asylsuchende über das zentralasiatische Land abzuschieben.&nbsp;</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Robin Roth für Novastan</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Auf offiziellem Besuch: Kirgistans Präsident Dschaparow in Wien und Berlin</title>
		<link>https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/auf-offiziellem-besuch-kirgistans-praesident-dschaparow-in-wien-und-berlin/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Robin Roth]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Dec 2024 18:48:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien & Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Alexander Van der Bellen]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Frank-Walter Steinmeier]]></category>
		<category><![CDATA[Olaf Scholz]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Sadyr Dschaparow]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Tag Wien, zwei Tage Berlin: Bevor es weiter zum Gipfeltreffen der Organisation des Vertrages &#xFC;ber kollektive Sicherheit (OVKS) ging, ist Kirgistans Staatsoberhaupt zu einer offiziellen Reise nach &#xD6;sterreich und Deutschland aufgebrochen. Kirgistans Pr&#xE4;sident Sadyr Dschaparow hat &#xD6;sterreich und Deutschland einen offiziellen Besuch abgestattet. Sowohl in Wien wie auch in Berlin standen Themen der politischen [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein Tag Wien, zwei Tage Berlin: Bevor es weiter zum Gipfeltreffen der Organisation des Vertrages über kollektive Sicherheit (OVKS) ging, ist Kirgistans Staatsoberhaupt zu einer offiziellen Reise nach Österreich und Deutschland aufgebrochen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Kirgistans Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sadyr_Dschaparow">Sadyr Dschaparow</a> hat Österreich und Deutschland einen offiziellen Besuch abgestattet. Sowohl in Wien wie auch in Berlin standen Themen der politischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit auf der Tagesordnung.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Vertiefte Zusammenarbeit mit Österreich…</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die erste Station war Wien: In der österreichischen Hauptstadt wurde Dschaparow am 25. November von seinem Amtskollegen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_Van_der_Bellen">Alexander Van der Bellen</a> in der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hofburg">Hofburg</a> empfangen. Die beiden Staatsoberhäupter <a href="https://president.kg/ru/news/21/26182">besprachen</a> ein breites Spektrum an Fragen der bilateralen Zusammenarbeit, darunter die Entwicklung von Handels- und Wirtschaftsbeziehungen sowie den Ausbau gemeinsamer Projekte im Bereich Energie und Verkehr.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Wir legen großen Wert auf die freundschaftlichen Beziehungen zu Österreich und sind bestrebt, die Zusammenarbeit in allen Bereichen von beiderseitigem Interesse weiter zu fördern. Ich hoffe, dass mein Besuch und unsere heutigen Verhandlungen dazu beitragen werden, das gesamte Spektrum der bilateralen Beziehungen zwischen unseren Ländern auf ein qualitativ neues Niveau zu heben“</em>, <a href="https://president.kg/ru/news/21/26182">betonte</a> Dschaparow.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der kirgisische Präsident warb um österreichische Investitionen, insbesondere in das Wasserkraftwerk <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-kann-das-kambarata-projekt-die-energieprobleme-loesen/">Kambarata-1</a>. Darüber hinaus lud er Van der Bellen zu einem Gegenbesuch in Kirgistan ein.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="763" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/DOS_1879-1024x763.jpg" alt="" class="wp-image-40910" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/DOS_1879-1024x763.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/DOS_1879-300x224.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/DOS_1879-768x572.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/DOS_1879-1536x1145.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/12/DOS_1879-2048x1526.jpg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Kirgistans Präsident Sadyr Dschaparow und sein österreichischer Amtskollege Alexander Van der Bellen, Foto: president.kg</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Ich freue mich sehr über den guten Austausch mit Präsident Dschaparow und seiner Delegation. […] Auch glaube ich, dass wir das volle Potenzial in unseren wirtschaftlichen Beziehungen bei weitem noch nicht ausgeschöpft haben“</em>, <a href="https://www.bundespraesident.at/aktuelles/detail/offizieller-besuch-des-praesidenten-der-kirgisischen-republik">erklärte</a> der österreichische Bundespräsident im Anschluss an das Treffen. Dschaparows Besuch sei eine Chance, <em>„konkrete Möglichkeiten zu identifizieren, um unsere Zusammenarbeit weiter zu intensivieren“</em>, so Van der Bellen weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bevor Dschaparow am Abend weiter nach Berlin flog, traf er Österreichs Bundeskanzler <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Nehammer">Karl Nehammer</a>, um die Stärkung des politischen Dialogs, der Zusammenarbeit im Bereich Wirtschaft und Handel sowie der Umsetzung gemeinsamer Projekte zu besprechen. Unter anderem wurde ein Kooperationsprogramm zwischen dem kirgisischen Außenministerium und dem österreichischen Ministerium für europäische und internationale Angelegenheiten sowie weitere Memoranda auf Ministeriumsebene <a href="https://president.kg/ru/news/21/26183">abgeschlossen</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>… und Deutschland</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am Morgen des 26. November wurde Dschaparow dann von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Schloss Bellevue empfangen. Laut einer <a href="https://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Berichte/DE/Frank-Walter-Steinmeier/2024/11/241126-Gespraech-StP-KGZ.html">Pressemitteilung</a> des Bundespräsidialamts sprachen die beiden Präsidenten über die regionale Lage in Zentralasien, die partnerschaftliche Zusammenarbeit beider Länder sowie über die Situation der Zivilgesellschaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der kirgisische Präsident <a href="https://president.kg/ru/news/all/26193">betonte</a> seinerseits, dass es in den letzten Jahren eine positive Dynamik in der Entwicklung des politischen Dialogs zwischen Kirgistan und Deutschland gegeben habe. Die Unterzeichnung des Abkommens über eine verstärkte Partnerschaft und Zusammenarbeit mit der Europäischen Union eröffne ihm zufolge neue Möglichkeiten für eine weitere Stärkung des politischen Dialogs und der Zusammenarbeit sowohl mit der EU als auch mit Deutschland.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Beim anschließenden Treffen mit Bundeskanzler Olaf Scholz – sowohl im erweiterten Formal als auch tête-à-tête – <a href="https://president.kg/ru/news/21/26196">sprachen</a> beide Seiten über Themen der bilateralen Zusammenarbeit sowie der aktuellen Weltpolitik. Im Fokus standen unter anderem die wirtschaftliche Zusammenarbeit, die Entwicklung der grünen Wirtschaft sowie die Umsetzung von Infrastruktur- und Energieprojekten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine neue Direktverbindung?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am 27. November wandte sich Dschaparow dann der deutschen Wirtschaft zu. Beim einem Treffen mit Vertreter:innen deutscher Wirtschaftsunternehmen warb er wie schon zuvor in Wien um Investitionen. <em>„Als Staatsoberhaupt bin ich daran interessiert, die Investitionen aus Deutschland zu steigern. […] Um mit der Zeit zu gehen, brauchen wir neue deutsche Technologien in verschiedenen Bereichen: Bergbau, Industrie, Landwirtschaft, Verkehr und Energiesektor“</em>, <a href="https://president.kg/ru/news/21/26198">erklärte</a> der Präsident.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tatsächlich ist die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Kirgistan und Deutschland auf dem Vormarsch. In den letzten zwei Jahren fanden drei kirgisisch-deutsche Wirtschaftsforen sowie zwei Treffen des kirgisisch-deutschen Wirtschaftsrats statt. Und auch auf Vortag des Treffens konnten <a href="https://president.kg/ru/news/21/26194">17 bilaterale Dokumente</a> vor allem in den Bereichen Wirtschaft und Handel sowie der Bildungskooperation unterzeichnet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/die-europaeische-union-ueberdenkt-ihre-zentralasien-strategie/"><strong>Die Europäische Union überdenkt ihre Zentralasien-Strategie</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Einem europäischen Unternehmen kam besondere Aufmerksamkeit zu: Bei einem Treffen mit Johan Pelissier, Präsident der Region Europa für Airbus, <a href="https://president.kg/ru/news/21/26199">sprach Dschaparow über Pläne</a>, zwei Airbus-Flugzeuge durch die Fluggesellschaft „Asman Airline“ zu leasen, um damit Flüge nach Europa durchzuführen. Dies betrifft vor allem Direktverbindungen zwischen Bischkek und Destinationen wie Paris, Berlin und London.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bedingung hierfür ist allerdings, dass „Asman Airlines“ von der <a href="https://transport.ec.europa.eu/document/download/3195fabb-7575-4db9-85b9-ec5a77b481aa_en?filename=air-safety-list-2024-05-30_en.pdf">EU-Flugsicherheitsliste</a> genommen wird, die zum aktuellen Zeitpunkt alle kirgisischen Fluggesellschaften umfasst. Der Präsident zeigte sich diesbezüglich aber zuversichtlich, da in den letzten Jahren aktiv daran gearbeitet wurde, <em>„die Luftsicherheit zu verbessern, internationale Standards einzuführen und die Infrastruktur zu modernisieren, was die Chancen auf eine Aufhebung der Beschränkungen deutlich erhöht hat.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>(K)ein Näherrücken an Europa</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch wenn die Aufnahme direkter Flugverbindungen ein Näherrücken von Kirgistan und Europa suggeriert, sollte Dschaparows Besuch in Österreich und Deutschland nicht überbewertet werden. Zwar haben sicherheitspolitische Bedenken im Zusammenhang mit der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan und die Suche nach neuen Wirtschaftspartnern und Handelsrouten infolge von Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine die Länder Zentralasiens verstärkt in den Fokus gerückt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies zeigt sich unter anderem am <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/zentralasiens-praesidenten-bei-gipfeltreffen-in-berlin/">2023 von Deutschland lancierten 5+1-Format</a>, dass in diesem September eine <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/migration-wirtschaft-z51-bundeskanzler-scholz-in-zentralasien/">Neuauflage</a> fand. Auch die Schlagzahl bilateraler Gespräche hat sich erhöht: Scholz und Dschaparow waren zu einem solchem zuletzt im Vorfeld des 5+1-Gipfels in Astana zusammengekommen. Bundespräsident Steinmeier hatte Kirgistan zuletzt <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/bundespraesident-steinmeier-zu-gast-in-kasachstan-und-kirgistan/">im Juni 2023 besucht</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/migration-wirtschaft-z51-bundeskanzler-scholz-in-zentralasien/"><strong>Migration, Wirtschaft, Z5+1 – Bundeskanzler Scholz in Zentralasien</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch sollte all dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass die zentralasiatischen Staaten nach wie vor eine „Politik der vielen Vektoren“ betreiben, mit der sie zwischen den in der Region sehr präsenten Weltmächten Russland und China, Regionalmächten wie der Türkei und dem Iran, aber auch den USA und europäischen Staaten hin und her navigieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Europa kann hierbei vor allem als wirtschaftlicher Partner punkten, was sich auch bei den Treffen in Wien und vor allem Berlin gezeigt hat. Wo Kirgistan im Bereich der Sicherheitspolitik steht, lässt sich aber an Sadyr Dschaparows Reiseplan verdeutlichen: Von Berlin aus flog er direkt weiter nach Astana, um dort am Gipfeltreffen der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_des_Vertrags_über_kollektive_Sicherheit">Organisation des Vertrages über kollektive Sicherheit (OVKS)</a> teilzunehmen.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Robin Roth für Novastan</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Die Uhlfeldkolonie &#8211; Das Schicksal der Familie Haunholter aus Tirol (2/2)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lukas Gabriel Dünser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Jan 2018 12:22:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Emigration]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Karl Uhl]]></category>
		<category><![CDATA[Kasachische Sowjetrepublik]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im M&#xE4;rz 1927 l&#xF6;sten die Mitglieder der&#xA0;Uhlfeldkolonie ihre Kommune in Kasachstan auf. Viele kehrten nach &#xD6;sterreich zur&#xFC;ck, andere blieben mit ihren Familien in der Sowjetunion. Einer von ihnen war Johann Haunholter. Doch die Schrecken der&#xA0;Drei&#xDF;igerjahre &#xFC;berstand er nicht. Zweiter Teil einer Geschichte von&#xA0;Lana Berndl. Haunholter war 1926 in die die&#xA0;Kasachische Autonome Sowjetrepublik gekommen um&#xA0;in der [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Im März 1927 lösten die Mitglieder der Uhlfeldkolonie ihre Kommune in Kasachstan auf. Viele kehrten nach Österreich zurück, andere blieben mit ihren Familien in der Sowjetunion. Einer von ihnen war Johann Haunholter. Doch die Schrecken der Dreißigerjahre überstand er nicht. Zweiter Teil einer Geschichte von <em>Lana Berndl</em>.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Haunholter war 1926 in die die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kasachische_Sozialistische_Sowjetrepublik">Kasachische Autonome Sowjetrepublik</a> gekommen um in der Nähe von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qysylorda">Ksyl-Orda</a>, der damaligen Hauptstadt, beim Aufbau einer landwirtschaftlichen Kommune zu helfen. Es war nicht sein erster Aufenthalt im Osten. Schon 1914 war der 1889 geborene Tiroler als Soldat der k.u.k. Armee in russische Kriegsgefangenschaft geraten. Zusammen mit einem Freund war Haunholter geflüchtet. Monatelang hatten sie sich in russischen Dörfer als Restauratoren von Ikonen und Bilderrahmen durchgeschlagen.</p>
<p style="text-align: justify">Nach der Rückkehr in seinen Geburtsort Kirchbichl nahm er seine Arbeit als Kunsttischler wieder auf. Doch der Krieg hatte furchtbare Spuren in der Seele des jungen Österreichers hinterlassen. Wenn seine Mutter ihn fragte, warum er nicht in die Kirche ging, antwortete er: „<em>Wer einige Zeit im Großen Krieg war, kann nicht an Gott glauben und an seine Barmherzigkeit auch nicht.</em>“ Wenn die Mutter darauf bestand sagte er: „<em>Wenn du mich zwingst, werde ich mich ertränken! Dein Gott ist ungerecht, und ich glaube nicht an ihn!</em>» Genauso dachte Haunholter über politische Parteien, er blieb sein lebenlang ohne Glauben und parteilos.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/die-uhlfeldkolonie-eine-osterreichische-kommune-in-kasachstan-12/">Die Uhlfeldkolonie &#8211; Eine österreichische Kommune in Kasachstan (1/2)</a></strong></p>
<p><strong>Hoffnung auf ein gutes Leben in der Steppe</strong></p>
<p style="text-align: justify">Im Jahr 1921 heiratete er in Kirchbichl die elf Jahre jüngere Theresia Kurz und zog in ihr Haus ein. 1922 kam Tochter Rosa zur Welt, 1923 ein zweites Mädchen, Erna, und 1924 Sohn Hermann. Theresa arbeitete als Tellerwäscherin in einem kleinen Restaurant. Sie hatte eine zwanzig Jahre ältere Schwester, zu der sie aber keinen Kontakt hatte.</p>
<p><figure id="attachment_12170" aria-describedby="caption-attachment-12170" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-large wp-image-12170" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Familie-Haunholter-1024x697.jpg" alt="Familie Haunholter Österreich Sowjetunion Kasachstan" width="1024" height="697" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Familie-Haunholter-1024x697.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Familie-Haunholter-300x204.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Familie-Haunholter-768x522.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Familie-Haunholter-1300x884.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Familie-Haunholter-128x86.jpg 128w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-12170" class="wp-caption-text">Johann und Theresia Haunholter mit ihren drei Kindern.</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Mitte der zwanziger Jahre warb Karl Uhl, der Obmann der „Republikanischen Vereinigung ehemaliger Kriegsteilnehmer und Kriegsopfer Österreichs“ (RVKKÖ) um Freiwillige für die Gründung einer Kommune in der Sowjetunion. Haunholter hatte anscheinend gute Erinnerungen an seine Zeit in Russland. Er berichtete seiner Frau Theresia von der grenzenlosen Steppe und dass sich die Menschen dort nur von natürlichen Lebensmitteln ernährten. „<em>Dort gibt es so viel Weite, soviel Freiheit. Fahren wir weg! Niemand wird uns kränken, alle werden uns gastfreundlich behandeln.</em>“ Er versprach seiner Frau ein gutes Leben.</p>
<p><strong>Von Kamtschatka nach Semipalatinsk</strong></p>
<p style="text-align: justify">Um die Teilnahme an der Kommune zu finanzieren, verkauften sie Theresias Haus. Im März 1926 reisten sie in die Sowjetunion. Als die Kommune nach nur einem Jahr zerfiel, hatten sie in Österreich nichts, zu dem sie hätten zurückkehren können und blieben in der Sowjetunion. Anfang der dreißiger Jahre reiste Haunholter mit seiner Familie nach <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kamtschatka">Kamtschatka</a>, einer Halbinsel im Pazifischen Ozean, im fernen Osten der Sowjetunion. Er baute dort erfolgreich ein Sägewerk und holzverarbeitende Werkstätten auf. Die Familie lebte unweit von Vulkanen, die mehrmals im Jahr ausbrachen. Erna und Rosa gingen erstmals in die Schule, Erna in die erste und Rosa in die zweite Klasse. Es gab nur ein Problem. Die Bewohner von Kamtschatka ernährten sich in dieser Zeit hauptsächlich von Konserven und Haunholter weigerte sich, diese zu essen. Er wollte natürliche Lebensmittel.</p>
<p><figure id="attachment_12171" aria-describedby="caption-attachment-12171" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-12171" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Vulkan-auf-Kamtschatka-1024x683.jpg" alt="Vulkan Kamtschatka" width="1024" height="683" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Vulkan-auf-Kamtschatka.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Vulkan-auf-Kamtschatka-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Vulkan-auf-Kamtschatka-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Vulkan-auf-Kamtschatka-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-12171" class="wp-caption-text">Vulkan auf Kamtschatka</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Mit seiner Familie kehrte er nach Alma-Ata, dem heutigen Almaty in Kasachstan, zurück. Hierhin waren bereits zehn bis fünfzehn andere Familien aus der gescheiterten Uhlfehldkolonie umgesiedelt. Schließlich verpflichtete er sich, in der Stadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Atomwaffentestgel%C3%A4nde_Semipalatinsk">Semipalatinsk</a>, einem späteren Atomwaffentestgelände, ein Fleischkombinat aufzubauen.</p>
<p><strong>Verräterischer Direktor</strong></p>
<p style="text-align: justify">In den dreißiger Jahren wurde das politische Klima in der Sowjetunion zunehmend repressiv. Einige der ehemaligen Kolonisten kehrten doch noch nach Hause zurück. Die Techniker Alfred Höflinger und Hugo Blasch siedelten jedoch mit elf weiteren Österreichern, mit denen sie die Genossenschaft „Artel“ gegründet hatten, in die heute Xinjiang genannte Region im äußersten Westen der Republik China um. Sie hatten Haunholter in einem Brief aufgefordert, sich ihnen anzuschließen. Der Direktor des Kombinates in Semipalatinsk hatte den Brief jedoch versteckt, weil er den Fachmann nicht verlieren wollte. Erst zwei Monate später erfuhr Haunholter, dass seine Landsleute die UdSSR verlassen hatten.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-sowjetische-geschichte-zentralasiens-22/">Die sowjetische Geschichte Zentralasiens (2/2)</a></p>
<p style="text-align: justify">Er kündigte seinen Vertrag in Semipalatinsk, kehrte nach Alma-Ata zurück und zog dann weiter in eine Kolchose unweit der Stadt Aksay, wo er beim Aufbau eines Kraftwerks und des Erholungsheims für den Ministerrat der KasSsR mithalf. Haunholter besaß zwei riesige Schränke mit ausgezeichneten Tischlerinstrumenten, Fräs-, Schneid- und Drehwerkbänke, die zur damaligen Zeit in der Sowjetunion Seltenheit waren.</p>
<p style="text-align: justify">Nach Angaben seiner Nachkommen wurde Johann Haunholter von allen sehr respektiert und gemocht, besonders von Kindern. Er unterrichtete viele Menschen in Dreh- und Fräsarbeiten. Oft sammelte er Kinder um sich und schnitt hölzernen Spielzeuge, die er hinter seinem Rücken verbarg. Er dachte sich Rätsel aus und wer richtig riet, bekam das Spielzeug. Seine eigenen Kinder, waren deshalb gegenüber den Nachbarkindern öfters eifersüchtig.</p>
<p><strong>Tod wegen mangelnder Versorgung</strong></p>
<p style="text-align: justify">Das Kraftwerk, an dem Haunholter arbeitete, sollte bis zum 7. November 1935 (dem Jahrestag der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Oktoberrevolution">Oktoberrevolution</a>) in Betrieb genommen werden, um Elektrizität für Licht zu den Feierlichkeiten zu liefern und damit das Erholungsheim eröffnet werden konnte.</p>
<p style="text-align: justify">Zwei Wochen vor der Frist funktionierte jedoch die Turbine nicht. Haunholter stieg selbst in eiskaltes Wasser und stand dort mehrere Stunden. Es gelang schließlich, die Turbine zum Laufen zu bringen, aber Haunholter war so geschwächt, dass er in ein Krankenhaus gebracht wurde. Man diagnostizierte bei ihm eine akute Lungenentzündung. Als seine Frau Theresa ihn besuchte, war er bei vollem Bewusstsein und bat sie, ihm ein Fläschchen Wein zu bringen. Teresa ging ins Geschäft und als sie zurückkehrte, war er nicht mehr am Leben.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kriegsgefangene-in-turkestan-gesprach-mit-dem-historiker-peter-felch-teil-1/">Kriegsgefangene in Turkestan</a></p>
<p style="text-align: justify">Haunholter starb am 25. Oktober 1935. Er war 46. Zwei Österreicher, die in dem Krankenhaus arbeiteten erzählten Teresa später, dass er außer der Lungenentzündung auch Bauchtyphus hatte. Ihnen zufolge hätte man Haunholter retten können, wenn man ihn sofort adäquat behandelt hätte. Damals war die medizinische Versorgung in vielen Teilen der kasachischen ASSR jedoch katastrophal. In Semipalatinsk lebte Familie Haunholter in der Nähe eines Krankenhauses und sah dort täglich, wie an Typhus erkrankte Menschen zum Krankenhaus kamen, starben und mit Fuhrwerken zu den Friedhöfen transportiert wurden.</p>
<p><strong>Weiterleben in der Sowjetunion</strong></p>
<p style="text-align: justify">Theresa Haunholter war nun allein mit drei Kindern in dem fremden Land. Der Vorsitzende der Kolchose half der Familie indem er Haunholters Werk- und Werkbänke für die riesige Summe von 3000 Rubeln kaufte. Theresa schrieb nach Österreich an Johanns Mutter, um Dokumente zu erhalten, die das Dienstalter ihres Ehemannes bestätigten. Die Mutter antwortete: „<em>Wie erstaunlich es ist, dass ihr noch am Leben seid, dass ihr in der Steppe nicht von den Wölfen zerfleischt wurdet. Wir dachten, ihr seid in den Tod gefahren!</em>“</p>
<p style="text-align: justify">Nach dem Tod ihres Mannes arbeitete Theresa Haunholter in einer Fabrik in Aksay, absolvierte gleichzeitig einen Fernkurs als Deutschlehrerin und bekam schließlich eine Stelle als Deutschlehrerin in der Siedlung Kamenka in der Nähe von Alma-Ata. 1938, auf dem Höhepunkt des stalinistischen Terrors, wurde entschieden, Familie Haunholter aus der Sowjetunion auszuweisen, da sie keine sowjetischen Staatsangehörigen waren. Theresa Haunholter fuhr zusammen mit den Kindern nach Moskau und erreichte bei Staatspräsidenten Michail Kalinin tatsächlich, in der Sowjetunion bleiben zu dürfen.</p>
<p style="text-align: justify">Auch die nach China ausgewanderten Österreicher um Alfred Höflinger und Hugo Blasch waren vom Terror betroffen. Sie wurden 1939 von chinesischer Polizei verhaftet und im Sommer 1941 an den NKWD, den sowjetischen Geheimdienst, ausgeliefert. In Alma-Ata wurden sie wegen Spionage verurteilt und am 31. März 1942 erschossen. In Almaty lebt nach Angaben der Nachkommen von Johann Haunholter eine Tochter von Alfred Höflinger, die aber nicht zugeben möchte, dass ihr Vater kein Russe war.</p>
<p style="text-align: justify">Theresa Haunholter arbeitete nach einem Fernstudium am Moskauer Institut für Fremdsprachen weiter als Lehrerin. Bis zu ihrem Lebensende sprach sie mit einem starken österreichischen Akzent. Auch Johann Haunholter hatte nie richtig Russisch gelernt. Zum Beispiel nannte er Angeln einen &#8222;Fisch-Stock&#8220;. Er sagte: &#8222;Lass uns zum Fluss fahren, wo der Fisch- Stock ist!&#8220;</p>
<p style="text-align: justify">Hermann Haunholter wurde nach Abschluß seines Studiums Lehrer und später Direktor einer Schule. Er heiratete die Lehrerin Marija Akimova und nahm ihren Namen an. Es war nach dem Zweiten Weltkrieg mit einem deutschen Namen in der Sowjetunion nicht einfach. Erna Haunholter schloss 1959 ein Wirtschaftsstudium ab und arbeitete danach als Buchhalterin an der Staatlichen Universität von Alma-Ata.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Von Lana Berndl</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Redaktionalle Mitarbeit: Lukas Dünser und Folke Eikmeier</strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Über die Autorin</strong></p>
<p>Lana Berndl sucht seit einem Jahr in diversen Archiven in Kasachstan, Österreich und Russland nach Informationen über die Uhlfeld-Kolonie. Sie arbeitet momentan an einem Dokumentarfilmprojekt sowie einer Publikation zu diesem Thema, das völlig in Vergessenheit geraten ist und sehr wenig erforscht wurde. Sie hat inzwischen drei Nachkommen ausfinding gemacht. Im Sommer 2017 hat sie mit einem Nachkommen des Uhlfeldkolonisten Johann Haunholter in Tirol einen Recheredreh durchgeführt.</p>
<p>Lana Berndl ist auf der Suche nach weiteren Nachkommen der Uhlfeld-Kolonisten. Sie bittet jeden, der etwas über dieses Thema weiß, sie unter <strong>lana.berndl@gmail.com</strong>. zu kontaktieren.</p>
<p style="text-align: justify">Sie hat bereits einen <a href="http://derstandard.at/2000011273533/Die-Strasse-der-Oesterreicher-am-Ende-der-Welt">Dokumentarfilm über österreichische Kriegsgefangene in Kasachstan</a> fertig gestellt, der bei Filmfestivals und Präsentationen von Bangladesh bis in die Ukraine gezeigt wurde.</p>
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			</item>
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		<title>Die Uhlfeldkolonie &#8211; Eine österreichische Kommune in Kasachstan (1/2)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[folkee]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Jan 2018 17:39:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Geschiche]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichtsschreibung]]></category>
		<category><![CDATA[Kasachische Sowjetrepublik]]></category>
		<category><![CDATA[Kolonie]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Sowjetunion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In den Zwanziger Jahren verlie&#xDF;en viele &#xD6;sterreicher und&#xA0;&#xD6;sterreicherinnen aufgrund von Arbeitslosigkeit und Armut ihre Heimat. Eine Gruppe suchte sich einen ganz besonderen Ort aus, um eine Kommune zu gr&#xFC;nden: Kasachstan in der Sowjetunion. Doch die sogenannte Uhlfeldkolonie hatte kaum mehr als ein Jahr Bestand. Die Bewohner von Sabulak staunten nicht schlecht, als im M&#xE4;rz 1926 [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>In den Zwanziger Jahren verließen viele Österreicher und Österreicherinnen aufgrund von Arbeitslosigkeit und Armut ihre Heimat. Eine Gruppe suchte sich einen ganz besonderen Ort aus, um eine Kommune zu gründen: Kasachstan in der Sowjetunion. Doch die sogenannte Uhlfeldkolonie hatte kaum mehr als ein Jahr Bestand.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Bewohner von Sabulak staunten nicht schlecht, als im März 1926 eine Gruppe Europäer in ihre verschlafene Siedlung am <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Syrdarja">Syr-Darja</a> Fluss einzog. Die etwa 210 Österreicher hatten sich am 4. März auf den Weg gemacht um ihren Traum zu erfüllen: Die Gründung einer landwirtschaftlichen Kommune. Nach drei anstrengenden Wochen hatten sie nun endlich den Ort in der Nähe von <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Kyzylorda">Kysyl-Orda</a>, der damaligen Hauptstadt der Kasachischen Autonomen Sowjetrepublik, erreicht. Doch das Land, dass ihnen die sowjetischen Behörden zuwiesen, war ganz anders, als sie es sich erhofft hatten. Eine von Dornengestrüpp überwucherte, unfruchtbare Salzsteppe. Außer den Lehmhütten der uigurischen Dorfbewohner gab es hier nichts.</p>
<p><figure id="attachment_12144" aria-describedby="caption-attachment-12144" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-12144" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/kasachische-Steppe-1024x683.jpg" alt="Kasachstan Steppe" width="1024" height="683" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/kasachische-Steppe.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/kasachische-Steppe-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/kasachische-Steppe-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/kasachische-Steppe-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-12144" class="wp-caption-text">Kasachische Steppe</figcaption></figure></p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/100-jahre-oktoberrevolution-kasachstans-kampf-um-einen-nationalstaat/"><strong>Kasachstans Kampf um einen Nationalstaat</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">In Österreich organisierten viele Vereine die Emigration und warben aktiv Menschen an. Einer war die nach dem Ersten Weltkrieg gegründete „Republikanische Vereinigung ehemaliger Kriegsteilnehmer und Kriegsopfer Österreichs“ (RVKKÖ), die mehr als 1000 Mitglieder zählte. Viele von ihnen waren als Kriegsgefangene im Russischen Reich gewesen und kannten daher die Sprache und die dortigen Verhältnisse. Unter ihrem Obmann Karl Uhl warb die RVKKÖ für die Gründung einer Kolonie in der Sowjetunion. Obwohl viele Auswanderer bereit waren, ihre Wohnungen und Möbel zu verkaufen, gelang es dem Verein jahrelang nicht, die erforderlichen Geldmittel aufzubringen.</p>
<p><strong>Auswanderung mit Staatsunterstützung</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Beweggründe der „Uhlfelder“, gerade in die Sowjetunion zu ziehen, lassen sich aus heutiger Sicht schwer nachvollziehen. Neben den mangelnden Zukunftsperspektiven daheim motivierte sie wohl vor allem der Glauben an den sozialistischen Aufbau im weltweit ersten proletarischen Staat. In der UdSSR hatte man zu diesem Zeitpunkt bereits die möglichen Vorteile von sozialistischen Einwanderern erkannt und 1922 eine ständige Kommission für Fragen der landwirtschaftlichen und industriellen Immigration geschaffen. Wenn ausländische Kommunisten einwandern wollten, konnte das dem Ansehen des Landes nur dienlich sein.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-sowjetische-geschichte-zentralasiens-12/"><strong>Die sowjetische Geschichte Zentralasiens (1/2)</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Ende 1925 kam Bewegung in Uhls Plan. Das österreichische Wanderungsamt beschloss, die Emigration als ein Mittel zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit zu fördern. Bisher hatten die Behörden eine Garantie gefordert, dass die Kolonisten nicht mehr zurückkehren würden. Im Januar 1926 beschloss der Ministerrat nun, arbeitslosen Auswanderern eine Abfindung in der Höhe der Arbeitslosenunterstützung für ein Jahr zu zahlen.</p>
<p><strong>Frost, Sandstürme und unzulängliche Hygiene</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Kolonisten hatten in Sabulak von Anfang an mit immensen Problem zu kämpfen. Sie waren das kasachische Klima mit starken Frösten und Sandstürmen, die schlechte Verpflegung und die unzulängliche Hygiene nicht gewöhnt. Viele kapitulierten vor den widrigen Verhältnissen und kehrten kurz nach der Ankunft wieder nach Hause zurück.</p>
<p style="text-align: justify">Uhl und seine Mitstreiter hatten sich mit Ausrüstung im Wert von ca. 61.500 Rubel sowie 2800 Rubel Bargeld auf den Weg gemacht. Auf dem 2500 Hektar großen Grundstück, für das sie einen auf 20 Jahre befristeten Pachtvertrag abgeschlossen hatten, gab es allerdings keinerlei Bebauung. Sie waren gezwungen, ca. 64.000 Rubel für die Errichtung von Unterkünften auszugeben und damit nach kurzer Zeit bankrott.</p>
<p><strong>Landwirte ohne landwirtschaftliche Erfahrung</strong></p>
<p style="text-align: justify">Es stellte sich heraus, dass viele Auswanderer in ihren Pässen den Beruf &#8222;Landwirt&#8220; angegeben hatten, um die Genehmigung zur Ausreise zu bekommen. Aus Archivdokumenten geht hervor, dass die Mehrheit der Kolonisten, 88 Prozent, keine Erfahrung mit Landwirtschaft hatte. Unter den Kolonisten gab es zehn Prozent Bauern und Landarbeiter und nur drei erfahrene Landwirte. Dafür gab es 24 Hilfsarbeiter, 15 Bergarbeiter, sieben Beamte und einige Hausfrauen. Die meisten Kolonisten waren in Wirklichkeit unselbständig Beschäftigte aus dem Industriesektor.</p>
<p><figure id="attachment_12143" aria-describedby="caption-attachment-12143" style="width: 786px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-12143" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Uhlfeldkolonisten-786x1024.jpg" alt="Uhlfeldkolonie, Kasachstan, Geschichte, Österreich" width="786" height="1024" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Uhlfeldkolonisten-786x1024.jpg 786w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Uhlfeldkolonisten-230x300.jpg 230w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Uhlfeldkolonisten-768x1000.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Uhlfeldkolonisten.jpg 976w" sizes="auto, (max-width: 786px) 100vw, 786px" /><figcaption id="caption-attachment-12143" class="wp-caption-text">Mitglieder der Uhlfeldkolonie</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Daneben war der ihnen zugewiesene Boden unfruchtbar und die Kultivierung langwierig. Obwohl es den Kolonisten gelang, einen sechs Kilometer langen Bewässerungskanal zu graben, war die erste Ernte sehr schlecht und deckte nur zehn Prozent des eigenen Bedarfs. Aufgrund der Widerstände gegen die Verrichtung landwirtschaftlicher Arbeiten und der mangelnden landwirtschaftlichen Ausbildung und Erfahrung unternahm die Kommune andere Aktivitäten. Mithilfe der mitgeführten modernen westlichen Ausrüstung gründete man eine Schneiderei, eine Schusterei, eine mechanische Werkstätte sowie eine Bäckerei, die die ganze Region versorgte.</p>
<p><strong>Rivalitäten und Besserwisserei</strong></p>
<p style="text-align: justify">Da es einen starken Mangel an Arbeitskräften gab, entschied sich die Führung der Kommune, trotz der schwierigen Situation weitere Kolonisten aus Österreich herbeizuholen. Jedoch gelang es nur 75 Personen dieser zweiten Gruppe, in die Sowjetunion einzureisen. Die Behörden hatten beschlossen, dass nur Familienmitglieder der Kolonisten nachkommen durften. 62 Personen mussten umkehren.</p>
<p style="text-align: justify">Es gelang Uhl und den anderen Führern nicht, Arbeit und Produktion effektiv zu organisieren und die Mitglieder der Kommune zu motivieren. Es herrschte ein ständiges Durcheinander und ein Mangel an Arbeitsdisziplin. Einige versuchten, aus der Kommune zu flüchten. Auf Versammlungen gab es aufgrund von persönlichen Rivalitäten und Besserwisserei ständige Auseinandersetzungen und Schikanen.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/die-lenins-kasachstans/">Die Lenins Kasachstans</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Für die lokalen sowjetischen Behörden war die Kommune ein Vorzeigeprojekt. In anderthalb Monaten wurde sie von mehr als 1000 Menschen besucht, einschließlich Pädagogen, Landwirten, Ärzten, ausländischen Delegationen und Journalisten. Die Funktionäre versuchten, der Kommune zu helfen, indem sie ihr erfahrene Landwirte und Parteiorganisatoren schickte. Als die finanzielle Lage nach einem Jahr katastrophal entschied man sogar, die Kolonie mit weiteren Mitteln zu unterstützten. Die Behörden gewährten eine einmalige Zahlung in Höhe von 60.000 Rubel, einen langfristigen Kredit in Höhe von 60.000 Rubel und 10.000 Rubeln für Nahrungsmittel.</p>
<p><strong>Ende eines Vorzeigeprojekts</strong></p>
<p style="text-align: justify">Doch auch diese Entscheidung konnte die Kommune nicht mehr retten. Uhls Gegner hatten die Sowjetbehörden sowie das Wanderungsamt über die internen Probleme und fehlende Arbeitskräfte informiert. Er wurde durch die von Alfred Höflinger geführte kommunistische Fraktion von 47 Kolonisten abgewählt.</p>
<p><figure id="attachment_12151" aria-describedby="caption-attachment-12151" style="width: 800px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-12151" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/800px-Карта_КАССР.png" alt="Karte Grenzen Kasachstan Sowjetunion." width="800" height="667" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/800px-Карта_КАССР.png 800w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/800px-Карта_КАССР-300x250.png 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/800px-Карта_КАССР-768x640.png 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption id="caption-attachment-12151" class="wp-caption-text">Grenzen der КССР 1924-1929</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Am 26. März 1927 verabschiedete die Vollversammlung der Kommune eine Resolution, derzufolge die Mitglieder der Kommune es nicht geschafft hatten, die objektiven und subjektiven Schwierigkeiten zu beseitigen. „<em>Deshalb sind die weiteren Finanzaufwände seitens der Regierung der KSSR für die Erhaltung der Kommune unzweckmäßig. Die Vollversammlung bittet darum, Maßnahmen zur Auflösung der Kommune zu ergreifen. Gleichzeitig äußert die Vollversammlung der Kommunistischen Partei der Bolschewiki und der sowjetischen Macht die beste proletarische Dankbarkeit für die bis jetzt geleistete materielle und moralische Hilfe und bittet darum, es den Mitgliedern der Kommune zu ermöglichen, auf dem Territorium der UdSSR zu bleiben</em>“.</p>
<p style="text-align: justify">Die sowjetischen Behörden bildeten eine Liquidationskommission, die das mobile Inventar der Kommune billig verkaufte. Die errichteten Gebäude wurden später unter anderem als Erholungsheim für Komsomolzen genutzt. Die meisten Kolonisten zogen in andere Städte im heutigen Kasachstan und Usbekistan, einige wenige blieben in Kysyl-Orda. Über das weitere Schicksal dieser Menschen ist wenig bekannt. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass viele dem stalinistischen Terror der dreißiger Jahre zum Opfer fielen.</p>
<p><strong>Rückkehr in die Armut</strong></p>
<p style="text-align: justify">Manche Ex-Uhlfelder konnten nach monatelangem Umherirren mit Hilfe privater Spenden und eines kleinen österreichischen Fonds für hilfsbedürftige Kriegsinvaliden nach Österreich zurückkehren. Dort erwartete die Meisten wieder Arbeits- und sogar Obdachlosigkeit.</p>
<p style="text-align: justify">Jeder Heimkehrer musste sich verpflichten, von der österreichischen Regierung geleistete Unterstützung zurückzuzahlen. Im April 1927 erklärten die Behörden, dass die Finanzierung des Projektes nur zustande gekommen war, weil die RVKKÖ über die Öffentlichkeit Druck auf sie ausgeübt hatte. Sie wiesen jegliche Verantwortung von sich.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Von Lana Berndl</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Redaktionelle Mitarbeit: Lukas Dünser und Folke Eikmeier</strong></p>
<p style="text-align: left"><strong>Über die Autorin</strong></p>
<p>Lana Berndl sucht seit einem Jahr in diversen Archiven in Kasachstan, Österreich und Russland nach Informationen über die Uhlfeld-Kolonie. Sie arbeitet momentan an einem Dokumentarfilmprojekt sowie einer Publikation zu diesem Thema, das völlig in Vergessenheit geraten ist und sehr wenig erforscht wurde. Sie hat inzwischen drei Nachkommen ausfinding gemacht. Im Sommer 2017 hat sie mit einem Nachkommen des Uhlfeldkolonisten Johann Haunholter in Tirol einen Recheredreh durchgeführt.</p>
<p style="text-align: justify">Lana Berndl ist auf der Suche nach weiteren Nachkommen der Uhlfeld-Kolonisten. Sie bittet jeden, der etwas über dieses Thema weiß, sie unter <strong>lana.berndl@gmail.com</strong>. zu kontaktieren.</p>
<p style="text-align: justify">Sie hat bereits einen <a href="http://derstandard.at/2000011273533/Die-Strasse-der-Oesterreicher-am-Ende-der-Welt">Dokumentarfilm über österreichische Kriegsgefangene in Kasachstan</a> fertig gestellt, der bei Filmfestivals und Präsentationen von Bangladesh bis in die Ukraine gezeigt wurde.</p>
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		<title>Podcast: Die Österreich-Bibliothek in Bischkek</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 May 2017 12:55:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Arabajew Universität]]></category>
		<category><![CDATA[Bibliothek]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Was ist eine &#xD6;sterreichbibliothek, wie kommt sie nach Kirgistan und was passiert dort? Darum geht es in dieser Radiosendung, die von kirgisischen Deutsch Studierenden an der Arabaev-Universit&#xE4;t in Bischkek gestaltet wurde. Die &#xF6;sterreichische Schriftstellerin Anna Weidenholzer liest im Mai 2017 aus ihrem neuen Roman &#x201E;Warum die Herren Seesterne tragen&#x201C;. Aber nicht etwa in &#xD6;sterreich oder [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong><em>Was ist eine Österreichbibliothek, wie kommt sie nach Kirgistan und was passiert dort? Darum geht es in dieser <a href="https://cba.fro.at/341622">Radiosendung</a>, die von kirgisischen Deutsch Studierenden an der Arabaev-Universität in Bischkek gestaltet wurde.</em></strong></p>
<p style="text-align: justify">Die österreichische Schriftstellerin Anna Weidenholzer liest im Mai 2017 aus ihrem neuen Roman „<em>Warum die Herren Seesterne tragen</em>“. Aber nicht etwa in Österreich oder Deutschland, sondern in Bischkek, der Hauptstadt Kirgistans. An der hiesigen Arabajew-Universität gibt es seit 2011 eine Österreich-Bibliothek und in dieser findet die Lesung mit einem anschließenden Schreibworkshop für Deutsch Studierende statt.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Das Netzwerk von Österreich-Bibliotheken</strong></p>
<p style="text-align: justify">Österreich-Bibliotheken gibt es an 65 Orten in fast 30 Staaten und sie sind ein wichtiger Teil der österreichischen Auslandskulturpolitik. Die weitaus größte Zahl der Österreichbibliotheken befindet sich in Mittel-, Ost- und Südosteuropa. Warum das so ist und warum es trotzdem auch in Kirgistan eine gibt, erklärt Gerhard Sailler. Österreichischer Botschafter u.a. für Kirgistan, in der Radiosendung.</p>
<p style="text-align: justify">Österreich-Bibliotheken sind keine eigenständigen Einrichtungen, sondern werden grundsätzlich vom österreichischen Außenministerium in Zusammenarbeit mit einer Partnerinstitution im Gastland eingerichtet. Meistens sind das Universitäten, wie auch in Kirgistan.</p>
<p style="text-align: justify">Symbat Sadykowa ist Leiterin des Lehrstuhls für Deutsch an der Arabajew-Universität und die Leiterin der Österreich-Bibliothek. Sie erzählt in der Sendung, wie die Zusammenarbeit mit Österreich funktioniert.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Die zweite in Zentralasien</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Österreich-Bibliothek in Bischkek ist nicht die erste in Zentralasien: Schon seit 1997 besteht die Bibliothek in Kasachstan an der Ablajchan-Universität in Almaty.</p>
<p style="text-align: justify">Wie der Botschafter Gerhard Sailler in der Sendung erklärt, ist einer der Gründe, warum die Bibliothek gerade an der Arabajew-Universität angesiedelt ist,  eine schon seit 1999 bestehende Kooperation mit der Universität Wien und dem Österreichischen Akademischen Austauschdienst (ÖAD). Deutsch-als-Fremdsprache-Lehrende können im Rahmen ihrer Ausbildung für ein Semester in Bischkek unterrichten.</p>
<p style="text-align: justify">Auch die Radiosendung ist im Rahmen eines solchen Praktikums entstanden: Die Studierenden haben recherchiert, Interviews geführt, Umfragen gemacht und gemeinsam mit Eva Schmidhuber, der DaF-Praktikantin 2017 (die, wenn sie nicht gerade in Kirgistan ist, in der <a href="http://www.radiofabrik.at/">Radiofabrik</a>, einem Freien Radio in Salzburg, arbeitet) die Sendung produziert.</p>
<p style="text-align: justify">Viele weitere Informationen über die Österreich-Bibliothek an der Arabaev-Universität in Bischkek (Ecke ul. Kiewsakaja/ul. Razzakowa) sind in der knapp 20-minütigen Radiosendung zu hören, sowie darüber hinaus auf deren <a href="https://www.facebook.com/Österreich-Bibliothek-Bischkek-1069484833103347/?fref=ts">Facebookseite</a> zu finden. Allgemeine Informationen über die Österreich-Bibliotheken unter <a href="http://www.oesterreich-bibliotheken.at/">www.oesterreich-bibliotheken.at</a>.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Die Deutschlernenden der Arabajewa Universität</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Eva Schmidhuber</strong></p>
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		<title>Kasachisches Öl in Österreich</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 03 Oct 2015 11:46:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fact]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#xD6;sterreich erh&#xE4;lt ein Viertel seines &#xD6;ls aus Kasachstan. Auch das Nachbarland Ungarn hat ein besonderes Verh&#xE4;ltnis zur gr&#xF6;&#xDF;ten Volkswirtschaft Zentralasiens: Kasachstan &#x2013; Ungarn, Bruderliebe aus Kalk&#xFC;l?</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Österreich erhält ein Viertel seines Öls aus Kasachstan.</p>
<p><span id="fbPhotoSnowliftCaption" class="fbPhotosPhotoCaption"><span class="hasCaption">Auch das Nachbarland Ungarn hat ein besonderes Verhältnis zur größten Volkswirtschaft Zentralasiens: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/magyaren-fluchten-vor-der-krise/">Kasachstan &#8211; Ungarn, Bruderliebe aus Kalkül? </a></span></span></p>
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