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	<title>Ökosystem Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Fri, 14 Mar 2025 10:10:34 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Ökosystem Archives</title>
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		<title>Steigende Besucherzahlen nach Kasachstan – Herausforderung oder Gelegenheit?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[antong]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Mar 2025 10:10:33 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Kasachstans Tourismussektor w&#xE4;chst. Gleichzeitig sieht das Land sich mit den Folgen des Klimawandels konfrontiert. Hinzu kommt, dass unkontrollierte Besucherstr&#xF6;me das &#xD6;kosystem von Nationalparks belasten. Dabei gibt es genug Regulierungsans&#xE4;tze. Ein Gespr&#xE4;ch mit der &#xD6;kologischen Gesellschaft &#x201E;Green Salvation&#x201C;. Kasachstan wird als Reiseziel stetig attraktiver. Dies zeigte sich zuletzt im Oktober 2024, als &#x201E;Lonely Planet&#x201C;, der weltweit [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kasachstans Tourismussektor wächst. Gleichzeitig sieht das Land sich mit den Folgen des Klimawandels konfrontiert. Hinzu kommt, dass unkontrollierte Besucherströme das Ökosystem von Nationalparks belasten. Dabei gibt es genug Regulierungsansätze. Ein Gespräch mit der Ökologischen Gesellschaft &#8222;Green Salvation&#8220;.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Kasachstan wird als Reiseziel stetig attraktiver. Dies zeigte sich zuletzt im <a href="https://www.lonelyplanet.com/best-in-travel/countries#kazakhstan">Oktober 2024</a>, als &#8222;Lonely Planet&#8220;, der weltweit führende Reiseführerverlag, Kasachstan als eines der <a href="https://www.lonelyplanet.com/best-in-travel/countries#kazakhstan">Best in Travel 2025</a>-Reiseziele auserkor. Tourismus ist aber keine Einbahnstraße. Auch wenn Touristen zum wirtschaftlichen Wachstum eines Landes, einer Region oder eines Unternehmens beitragen, hinterlässt er Spuren. Durch den Transport ausgestoßene Abgase und liegengebliebener Müll belasten Mensch, Tier und Natur, was sich insbesondere auf fragile Natur negativ auswirkt. Die negativen Folgen von Tourismus können durch Gegenmaßnahmen gemildert werden, doch sind viele Naturreservate und -parke nicht auf eine etwaig große Anzahl von Besuchern eingestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;In einem vernünftigen Rahmen kommt der Tourismus allen zugute. Übermäßiger Tourismus ist jedoch ein ernstes Problem, das in vielen europäischen Ländern bereits zu öffentlichen Protesten und zur Besorgnis der Regierungen führt. Auch wir sehen uns zunehmend mit ähnlichen Problemen konfrontiert. Übermäßiger Tourismus zerstört die Grundlagen der touristischen Aktivität&#8220;</em>, meint der Vorsitzende der Ökologischen Gesellschaft &#8222;Green Salvation&#8220; Sergeı Kuratov.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Green Salvation&#8220; beobachtet seit vielen Jahren die Umweltsituation in den Nationalparks der Region Almaty. Als NGO wenden sie sich ständig an die zuständigen Stellen mit der Forderung, Gesetzesverstöße zu ahnden und Gesetzesänderungen vorzuschlagen. Ihre Arbeit trägt damit zum Umweltschutz in Kasachstan bei. Gemeinsam mit der internationalen Gemeinschaft ist es ihr u. A. bisher gelungen, das Projekt zum Bau einer Hochspannungsleitung durch die Nationalparks <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Scharyn">Şaryn</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Altyn-Emel-Nationalpark">Altynemel</a> zu ändern oder den Bau eines Skigebiets im <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Kok_Zhailau">Kök-Jaılau</a>-Plateau zu verhindern.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein steter Kampf</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eine der Hauptaufgaben von &#8222;Green Salvation&#8220; besteht in der Überwachung von Regierungsorganen und Korruptionsbekämpfung. Darüber hinaus stellt die offizielle Anerkennung von Nationalparks, wie <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Ile-Alatau_National_Park">Ile-Alatau</a>, ein wichtiges Anliegen dar. &#8222;Green Salvation&#8220; wehrt sich regelmäßig juristisch gegen Vorhaben von Lokalregierungen, um die Umsetzung wirtschaftlicher Interessen in solchen Parks auszubremsen und Pufferzonen einzurichten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei einem <a href="http://esgrs.org/?p=32538">Rechtsstreit</a>, der 2016 losbrach, stieß die Organisation jedoch auf taube Ohren. Die Lokalregierung Almatys ging nicht auf Anschuldigungen seitens der Aktivisten ein; ein Verstoß gegen Artikel 10 Absatz 2 Unterabsatz 11 des Gesetzes der Republik Kasachstan &#8222;Über besonders geschützte Naturgebiete&#8220; wurde bemängelt. Erst im <a href="https://www.greengrants.org/2024/08/13/ile-alatau-park-kazakhstan/">Mai 2023</a> gab ein Richter am Obersten Gerichtshof den Aktivisten Recht mit der Begründung, das Gebiet sei von internationaler Bedeutung und sollte daher besonders geschützt werden. Das Urteil ist von zukunftsweisender Bedeutung, da es die Dimension der Korruption in Umweltschutzinitiativen offenlegt.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Nationalparks mit ihren weiten Wäldern und ihrer Biodiversität leisten einen bedeutenden Beitrag zum Klima- und Umweltschutz. Sie sind maßgeblich für die Aufnahme von schädlichen Abgasen und der Erhöhung der Lebensqualität im Allgemeinen verantwortlich. Der Ausstoß von umweltschädlichen Abgasen in Kasachstan ist auf den ersten Blick leicht rückwirkend, wie die <a href="https://stat.gov.kz/en/industries/environment/stat-eco/publications/183070/">aktuelle Statistik von der unabhängigen Statistikagentur der Republik Kasachstan vom Juni 2024</a> bescheinigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">2023 wurden in Kasachstan 2257 Tausend Tonnen umweltschädliche Abgase ausgestoßen, was im Vergleich zu 2019 eine Verringerung von knapp elf Prozent darstellt. Gleichzeitig lässt sich aber eine Diversifizierung von Energiequellen feststellen: Insbesondere der Ausstoß von Kohlenwasserstoffen, vornehmlich Methan, das in einem Zeitraum von zwanzig Jahren bis zu <a href="https://akzente.giz.de/de/methan-die-unterschaetzte-gefahr">86-mal klimaschädlicher als Kohlenstoffdioxid</a> ist, wird von der Regierung weiter gefördert; ein Anstieg von etwa 8,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wachsender Tourismussektor</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Tourismus macht weltweit einen Anteil von über neun Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts aus; in Kasachstan <a href="http://chrome-extension://efaidnbmnnnibpcajpcglclefindmkaj/https://assets-global.website-files.com/6329bc97af73223b575983ac/647df24b7c4bf560880560f9_EIR2023-APEC.pdf">etwas über drei Prozent</a>. Kasachstan steht laut dem <a href="https://www.weforum.org/publications/travel-tourism-development-index-2024/">Travel &amp; Development Index (TTDI) Mai 2024</a> auf Platz 52, was einen Anstieg um sechs Plätze seit 2019 bedeutet. Der TTDI gibt Auskunft über einen Bündel von Faktoren, die sich positiv oder negativ auf die Entwicklung des Tourismussektors auswirken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die negativen Folgen des Tourismus für Nationalparks lässt sich schon anhand der vielen Bauvorhaben, insbesondere in den letzten Jahren, ablesen: Der Bau von Parkplätzen, Restaurants und Unterkünften stellen das Ökosystem der Nationalparks unter Druck. Im <a href="https://adilet.zan.kz/rus/docs/U2400000611#z643">&#8222;Nationalen Entwicklungsplan der Republik Kasachstan bis 2029</a>&#8220; wird auch auf die Notwendigkeit hingewiesen, <em>&#8222;die negativen Auswirkungen des Tourismus auf die Umwelt zu verringern&#8220;</em>. &#8222;<em>Es ist notwendig, verantwortungsbewusstes Verhalten zu fördern und die Kontrolle über den Tourismus zu verstärken, einschließlich der Kontrolle von Geschäften&#8220;</em>, heißt es im <a href="http://esgrs.org/wp-content/uploads/2025/01/2024-%D0%9C%D0%BE%D0%BD%D0%B8%D1%82%D0%BE%D1%80%D0%B8%D0%BD%D0%B3-ISBN-%D0%B4%D0%BB%D1%8F-%D0%B8%D0%BD%D1%82%D0%B5%D1%80%D0%BD%D0%B5%D1%82%D0%B0.pdf">Monitoring-Bericht von Green Salvation</a> vom Oktober 2024.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/was-laeuft-falsch-mit-der-oekologie-in-kasachstan/">Was läuft falsch mit der Ökologie in Kasachstan?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Es ist wichtig, den Tourismus in den Siedlungen zu entwickeln. Aber auch hier ist die Situation traurig. Das Beispiel der Siedlung Talğar, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, zeigt die Vernachlässigung der historischen und kulturellen Stätten. Um Touristen anzulocken, muss man ernsthaft arbeiten. Deshalb ist es am einfachsten, die Natur zu ‘entwickeln‘ und Gewinne aus ihr herauszuquetschen&#8220;</em>, sagt Kuratov.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist tatsächlich möglich, hohe Touristenzahlen für den eigenen Vorteil zu nutzen. Dies zeigt das Beispiel des Nationalparks auf den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Galapagosinseln">Galapagos-Inseln</a>. Harte Kontrollen zielen darauf ab, die Natur sauber zu halten und den negativen Einfluss des Tourismus zu begrenzen. Viel mehr noch ist ein gewisses Naturbewusstsein in die Gesellschaft eingekehrt. Schon in den Schulen wird der Wert des Nationalparks und die Notwendigkeit, ihn zu erhalten, mitgegeben. Die Einnahmen aus dem Tourismus werden für die Erhaltung der Flora und Fauna sowie in Bildungs- und Artenerhaltungs-Projekte reinvestiert. Die Insel hat zudem eine maximale Besucherzahl festgesetzt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">&#8222;Taza Qazaqstan&#8220; – Umdenken in der Beziehung zur Umwelt?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht allein der Tourismus, aber vor allem Dinge des alltäglichen Lebens sind eine große Herausforderung für Länder wie Kasachstan mit vielen Nationalparks und reicher Natur. Dies hängt nicht zuletzt von der Mentalität der Besuchenden ab: Wie verhalte ich mich und was sollte ich nicht tun, damit die Reinheit der Natur beibehalten werden kann? Das Konzept des Ökotourismus hat in den vergangenen 10 Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist ein gewisses Umdenken im Reisen zu erkennen, das die Umgebung und die örtlichen Gegebenheiten der persönlichen Freifahrt vorzieht. Komfort und Selbstentfaltung sind keine konträren Konzepte; vielmehr vereinen Ansätze des Ökotourismus persönliches Wohlbefinden mit einem erhöhten Verantwortungsbewusstsein. Ökotourismus baut genau auf dieser Frage auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/buchara-bauprojekt-fuer-tourismuskomplex-beginnt-trotz-bedenken-der-unesco/">Buchara: Bauprojekt für Tourismuskomplex beginnt trotz Bedenken der UNESCO</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die <a href="https://www.unwto.org/">Weltorganisation für Tourismus (UNWTO)</a> verbindet in ihrer <a href="https://www.unwto.org/sustainable-development/ecotourism-and-protected-areas#:~:text=According%20to%20the%20UN%20Tourism's,cultures%20prevailing%20in%20natural%20areas.">Definition</a> des 2002 geprägten Begriffs Reisen zur Wertschätzung von Natur und Tradition in Naturgebieten mit einem Fokus auf den pädagogischen Wert. Zeitgleich soll dadurch die negative Auswirkung auf die Umgebung möglichst geringgehalten und die Instandhaltung der Naturgebiete zielorientiert getragen werden. Das schließe die wirtschaftliche Komponente mit ein und solle den lokalen Gemeinden zugutekommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im April 2024 wurde die Initiative <a href="https://www.gov.kz/memleket/entities/kostanai-lisakovsk-kalasy-akimat/press/news/details/808366?lang=en">&#8222;Taza Kazakhstan&#8220;</a> durch den Präsidenten der Republik Kasachstan eingeführt. Die Kampagne verfolgt das Ziel, die Umweltsituation im Land durch Aufräumaktionen, Müllsammlungen, Begrünung der Gebiete und Bildung zu verbessern. Seit 2019 haben sich fast 6,2 Millionen Menschen beteiligt, 1,1 Millionen Tonnen Abfall gesammelt und etwa 1,6 Millionen Bäume gepflanzt. Obwohl die Kampagne in ihrer Grundidee förderlich ist, stoßen Aktivisten auf Schwierigkeiten in der Umsetzung. &#8222;<em>Im Allgemeinen ist die Initiative positiv zu bewerten. Aber wir erleben immer wieder Situationen, in denen lokale Behörden und Geschäftsleute die Gesetze missachten und damit gute Bemühungen zunichtemachen&#8220;</em>, bedauert Kuratov.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Anton Genza für Novastan</strong></p>
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		<title>Ausgetrockneter Aralsee: Von der Wüste zum Wald</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Feb 2025 21:01:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Aralsee]]></category>
		<category><![CDATA[Austrocknung]]></category>
		<category><![CDATA[Fotoreportage]]></category>
		<category><![CDATA[Ökosystem]]></category>
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		<category><![CDATA[Wüste]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Einst war der Aralsee als das &#x201E;Meer der Inseln&#x201C; bekannt. Dann wurde er verw&#xFC;stet. Jetzt entsteht am Seeboden ein neues &#xD6;kosystem. Eine Fotoreportage von Ekaterina Venkina. Der Ort, von dem es &#x201E;kein Zur&#xFC;ck mehr gibt,&#x201C; ist blass. Der Himmel h&#xE4;ngt tief &#xFC;ber den endlosen aschgrauen Sandd&#xFC;nen. Er neigt sich &#xFC;ber staubige Beifu&#xDF;str&#xE4;ucher und Kropfgazellen, die [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Einst war der Aralsee als das &#8222;Meer der Inseln&#8220; bekannt. Dann wurde er verwüstet. Jetzt entsteht am Seeboden ein neues Ökosystem.</strong> <strong>Eine Fotoreportage von Ekaterina Venkina.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Ort, von dem es &#8222;kein Zurück mehr gibt,&#8220; ist blass. Der Himmel hängt tief über den endlosen aschgrauen Sanddünen. Er neigt sich über staubige Beifußsträucher und Kropfgazellen, die so scheu sind, dass sie schneller verschwinden, als man sie sieht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Barsakelmes – so heißt der Ort, von dem es &#8222;kein Zurück mehr gibt&#8220;. Der Name stammt aus dem Kasachischen und <a href="https://www.kulturaustausch.de/ausgaben/ausgabe-iii-2022/wir-koennen-den-aralsee-nicht-wiederherstellen/">bedeutet:</a> Wenn du hingehst, kommst du nicht wieder.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Früher war Barsakelmes eine Insel. Früher, <a href="https://aral.uz/en/crisis/">das ist noch kein halbes Jahrhundert her</a>. Sie lag im nördlichen Teil des Aralsees, umgeben von Salzwasser, in dem <a href="https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10317995/">über 20 Fischarten</a> lebten. Dann kam die Transformation: Das Gewässer wurde zu einem ariden Gebiet. Jetzt wandelt es sich wieder, diesmal in ein neues Ökosystem.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">In den 1970er Jahren begann der Salzwassersee, auch Binnenmeer genannt, zu schrumpfen. Die beiden großen Flüsse Amudarja und Syrdarja, <a href="https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/id_91404884/oeko-katastrophe-der-verzweifelte-kampf-um-die-rettung-des-aralsees.html">die ihn speisten,</a> wurden in Reis- und Baumwollfelder umgeleitet. Dies führte zu einer beispiellosen Umweltkatastrophe: <a href="http://www.aralconference.uz/en/about_aral/">Mehr als die Hälfte</a> der genetischen Vielfalt von Pflanzen und Tieren ging verloren. Wo einst die Wellen plätscherten, entstand das Aralkum, eine der jüngsten Wüsten der Welt.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Das Meer ist hier völlig ausgetrocknet. Aber die ganze Insel ist wie eine Samenbank&#8220;, sagt Zaureş Alimbetova, 58. Rund 13 Jahre lang leitete sie als Direktorin das Naturschutzgebiet Barsakelmes. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/gruene-transition-in-zentralasien-unterstuetzung-durch-europaeische-entwicklungszusammenarbeit/">Grüne Transition in Zentralasien – Unterstützung durch europäische Entwicklungszusammenarbeit</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Alimbetova hat miterlebt, wie sich hier das Meer in eine Ödnis verwandelt hat. Gemeinsam mit anderen Umweltexperten versucht sie nun, in dieser desolaten Gegend einen neuen grünen Lebensraum zu schaffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ziel ist es, Sandstürme einzudämmen und die biologische Widerstandskraft zu erhöhen. Inzwischen arbeitet sie für einen gemeinnützigen Verein und unterstützt das Projekt <a href="https://www.usaid.gov/kazakhstan/press-releases/apr-11-2024-usg-celebrates-oasis-project-restore-aral-sea-ecosystem">&#8222;Oase&#8220;,</a> das den Meeresboden bepflanzt. Eine echte Herausforderung bei Sommertemperaturen von über 40 Grad Celsius und einer Bodenversalzung von teilweise mehr als 40 Gramm pro Liter.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild1-3-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-41489" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild1-3-1024x768.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild1-3-300x225.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild1-3-768x576.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild1-3-1536x1152.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild1-3-2048x1536.jpg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Barsakelmes war einst die zweitgrößte Insel im Aralsee. (Quelle: E. Venkina)</strong></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">In Barsakelmes kennt Alimbetova jeden Zweig. Heute ist die ehemalige Insel eine mehr als 70 Kilometer weite Mondlandschaft, bewachsen mit Tamarisken – mittelgroßen, rosa blühenden Sträuchern – und Saxaul-Büschen. Mittendrin stehen ein paar verlassene Häuser und ein Hinweisschild im sowjetischen Stil mit den Namen seltener Tierarten. Der Weg dorthin ist beschwerlich. Die Räder eines alten, klapprigen UAZ, eines geländegängigen Minibusses im sowjetischen Stil, versinken im Sand als wäre es ein Sumpf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Die Saxaul-Samen landeten auf dem dürren Seeboden, und die Triebe breiteten sich schnell aus,&#8220; sagt Alimbetova. Die kleinen, buschigen Saxaul-Bäume sind einheimisch und daher an den kargen Boden und das raue Wüstenklima angepasst. Mit ihren tiefen Wurzeln können sie rund vier Tonnen Sand festhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was in Barsakelmes auf natürliche Weise geschah, weil es dort viel Sand und Samen gab, ist an anderen Stellen des Aralsees nicht der Fall. Dort ist der Boden zu salzig und es gibt kaum Erde. Kilometerlang erstrecken sich kahle, unbewachsene Strecken mit knallweißen Salzstreifen, Tierkadavern und Muscheln. Der Aralsee wird hier nie wiederkommen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="768" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild2-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-41492" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild2-1024x768.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild2-300x225.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild2-768x576.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild2-1536x1152.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild2-2048x1536.jpg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Das Reservat ist bekannt als das Land der Kulane, der Wildesel.&nbsp;(Quelle: E. Venkina)</strong></figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Als der See sich zurückzog&nbsp;</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch in der Stadt Aral (auf russisch: Aralsk), rund 170 Kilometer von Barsakelmes entfernt, hat sich das Meer zurückgezogen. Doch die einstige Hafenstadt zeugt noch immer von ihrer maritimen Vergangenheit. Blaue Anker zieren die Straßenlaternen. Auf einem verfallenen Laden steht &#8222;Balyk&#8220; (&#8222;Fisch&#8220;).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gulmira, Mitte 50, früher Lehrerin, heute Hausfrau, schwärmt von den lebhaften Erzählungen ihrer Mutter. Sie muss das Meer noch gesehen haben. &#8222;In den Ferien gab es Ausflüge mit dem Motorschiff. Zur Hochzeit wurde eine Kreuzfahrt auf dem Meer organisiert, eine Seereise&#8220;, sagt sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als das Wasser zurückging, liefen viele Schiffe auf Grund und saßen fest. Der 41-jährige Serik Düısenbaev sah ihre korrodierten, leblosen Rümpfe. Sie sahen aus wie riesige rostige Schatten ihrer selbst. &#8222;In der Butakow-Bucht waren es sechs&#8220;, sagt Düısenbaev, der als Englisch sprechender Fahrer arbeitet und in Aral lebt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="768" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild3-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-41493" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild3-1024x768.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild3-300x225.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild3-768x576.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild3-1536x1152.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild3-2048x1536.jpg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Blick auf die Butakow-Bucht. (Quelle: E. Venkina)</strong></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bucht wurde um 1848 vom russischen Admiral <a href="https://ras.jes.su/history/s207987840010361-6-1-en">Alexej Butakow erforscht</a> und nach ihm benannt. Sie liegt 75 Kilometer westlich von der Stadt Aral. Einst war sie eine mehrwasserige Schifffahrtsstraße. Heute erstreckt sie sich kilometerweit als graue Ödnis, in der die blauen Wellen nur am Horizont auf den blassen Himmel treffen. Ihre Wasserfläche ist von West nach Ost von rund 40 Kilometern vor dem Rückzug des Meeres auf etwa 23 Kilometer im Jahr 2020 <a href="https://silkadv.com/en/content/zaliv-butakova-na-malom-arale">geschrumpft.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Von den sechs Schiffen, die hier gestrandet waren, ist nun nur noch ein verrostetes Vorderdeck übrig geblieben. &#8222;Alle anderen wurden zersägt und zur Wiederverwendung nach China verkauft,&#8220; so Düısenbaev. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Grünes Freiluftlabor am Meeresgrund</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In den Jahren, in denen sie das Reservat Barsakelmes leitete, hat Alimbetova ihre Fähigkeit, sicher aufzutreten, nahezu zur Perfektion entwickelt. In einem stark von Männern dominierten Umfeld setzte sie sich als Powerfrau durch. Mit der gleichen Souveränität bewegt sie sich nun über das abgelegene Öko-Testgelände. &#8222;Wir haben hier auf dem Meeresboden quasi ein wissenschaftliches Freiluftlabor&#8220;, sagt sie. In der &#8222;Oase&#8220; werden die Saxaul-Setzlinge aufgezogen und ausgepflanzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf einer Fläche von <a href="https://kz.usembassy.gov/usg-celebrates-oasis-project-to-restore-aral-sea-ecosystem/">500 Hektar,</a> rund 120 Kilometer von Aral entfernt und mitten in der Aralkum-Wüste gelegen, ist die Anlage spartanisch karg. Es gibt hier ein schlichtes Basislager, eine Baumschule hinter einem grauen Schilfzaun und einen Bohrbrunnen. Neben einem blauen Traktor steht ein orangefarbener Wassertank.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/der-aralsee-heute-nur-kleinere-pfuetzen-ein-interview-mit-dem-oekologen-yusup-kamalov/">Der Aralsee heute: Nur „kleinere Pfützen“ – Ein Interview mit dem Ökologen Yusup Kamalov</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;500 Meter tief mussten wir bohren. Hier gab es viel blaugrünen Lehm&#8220;, sagt Projektmitarbeiter Paluaniiaz Pirniiazov. Fünf Monate lang, von Februar bis Juni 2023, wurde in der Wüste gegraben. Schließlich stieß man unter dem Meeresbett auf Grundwasser, eine wichtige Ressource bei der Bepflanzung des salzigen Bodens.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischen 2021 und 2024 wurden mehr als 125.000 Saxaul-Sträucher auf dem Gelände gepflanzt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild4-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-41494" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild4-1024x768.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild4-300x225.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild4-768x576.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild4-1536x1152.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild4-rotated.jpg 2016w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Auf dem Testgelände &#8222;Oase&#8220; (Quelle: E. Venkina)</strong></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der Arbeitszyklus folgt dem Rhythmus der Natur. Im Oktober und November werden die geflügelten Früchte mit den winzigen, 1,5 Millimeter großen Samen geerntet. Die Samen können dann granuliert und bis zur Aussaat sicher gelagert werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Pflanzung der Setzlinge erfolgt in mehreren Schritten. Im Dezember und Januar werden Furchen gezogen, um den Sand aufzufangen. Übersteigt der Bodensalzgehalt 40 Gramm pro Liter, können die Wurzeln &#8222;verbrennen&#8220;. Zu ihrem Schutz wird ein Sandpolster aufgeschüttet. Die Setzlinge werden erst im März gepflanzt, wenn sie sich noch im Winterschlaf befinden.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/wie-haushalten-die-zentralasiatischen-laender-mit-ihren-wasserressourcen/">Wie haushalten die zentralasiatischen Länder mit ihren Wasserressourcen?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Verfahren ist akribisch und mühsam. Manche Bäumchen werden mit ihren Wurzeln in speziellen Säcken transportiert. Andere werden mit einem Hydrogel behandelt. Das Gel besteht aus Polymerketten, die das Wasser an den Wurzeln halten. Alles, um die Überlebenschancen zu erhöhen. &#8222;Es ist immer Versuch und Irrtum&#8220;, so Alimbetova.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Vom Sand verschluckt</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Was passiert, wenn der ehemalige Meeresboden nicht ausreichend bepflanzt wird, zeigen Fischerdörfer wie Aqbasty, Aqespe und Kulandy. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In Aqespe, nahe der Butakow-Bucht, haben die kriechenden Sanddünen fast alle Bewohner vertrieben. Bis auf die Fensterbänke haben sie die Häuser weggefressen. Heute ist Aqespe ein Geisterdorf. Fast alle sind in das 1,5 bis 2 Kilometer entfernte Neu Aqespe gezogen, das auf festerem Boden errichtet wurde. </p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Wir ziehen auch bald um. Wir haben gerade ein neues Haus gebaut&#8220;, sagt Aıbek, einer der Dorfbewohner. Er ist einer der wenigen, die im alten Aqespe noch geblieben sind. Sein Grundstück wirkt wie ein buntes Riff im staubigen Meer der verlassenen Gebäude. Im Hinterhof baumelt eine rote Schaukel. Eine gelbe Puppe liegt verlassen neben einem Motorrad der in den 70er beliebten Marke &#8222;IZH Planeta&#8220;. Auf die Frage, ob er keine Angst habe, mit seiner Familie allein an diesem trostlosen Ort zu leben, antwortet Aıbek etwas fatalistisch: &#8222;Wir sind daran gewöhnt.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch in Aqbasty und Kulandy ist die Lage prekär, die Wüste rückt immer näher.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild5-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-41495" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild5-1024x768.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild5-300x225.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild5-768x576.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild5-1536x1152.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/Bild5.jpg 2016w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Im Geisterdorf Akespe (Quelle: E. Venkina)</strong></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der Aralsee, einst der <a href="https://www.britannica.com/place/Aral-Sea">viertgrößte Binnensee</a> der Welt, hat in den letzten 50 Jahren 90 Prozent <a href="https://www.jpl.nasa.gov/news/nasa-data-find-some-hope-for-water-in-aral-sea-basin/">seines Wassers verloren.</a> Die Entstehung <a href="https://www.usaid.gov/sites/default/files/2023-05/USAID_Letter_Fact%20Sheet_Template%202023_ERAS%20II_RU_1.pdf">der 62.000 Quadratkilometer großen</a> Aralkum-Wüste hat sogar das lokale Klima verändert. Es wurde kontinentaler, die Temperaturen in den ohnehin brütend heißen Sommern <a href="https://www.geopoliticalmonitor.com/shrinking-aral-sea-an-invisible-environmental-crisis/">stiegen um zwei Grad.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Marat Narbaev <a href="https://kazaral.org/o-nas/nasha-komanda/">vom Internationalen Fonds zur Rettung des Aralsees</a> ist überzeugt: Die lokalen Gemeinschaften müssen durch &#8222;grüne Gürtel&#8220; besser vor den prekären Klimabedingungen geschützt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Immer wieder wird uns gesagt: Unsere Dörfer versinken im Sand, die Gräber unserer Vorfahren werden von den Dünen verschluckt&#8220;, sagt er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Initiative müsse aber bei den lokalen Behörden liegen. Die Akimaten (Stadtverwaltungen) müssten auf die Probleme aufmerksam machen und Geld für die Saxaul-Pflanzungen auftreiben, so Narbaev. Außerdem sei es notwendig, die Bevölkerung stärker in die Pflanzaktionen einzubeziehen. Für viele ist der Saxaul immer noch der Baum, mit dem man beim Grillen Feuer macht, weil das Holz beim Verbrennen viel Wärme abgibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/frankreich-in-kasachstans-atomprojekt-chancen-fuer-die-multivektorpolitik/">Frankreich in Kasachstans Atomprojekt: Chancen für die Multivektorpolitik</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor drei Jahren stellte das Umweltministerium <a href="https://orman.gharysh.kz/en/">eine interaktive Karte</a> über die Pflanzung von zwei Milliarden Bäumen vor. Sie zeigt, wo Samen gesät und wo Setzlinge gepflanzt wurden. &#8222;Jetzt kann man live mitverfolgen, wie es in den einzelnen Gemeinden vorangeht.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wüstenbildung in Zentralasien wird in den nächsten Jahren aufgrund des Klimawandels voraussichtlich weiter zunehmen. <a href="https://www.adb.org/sites/default/files/linked-documents/53120-001-ssa.pdf">Schätzungen zufolge</a> werden die Wasserressourcen im Syrdarja-Becken bis 2050 um 5% und im Amudarja-Becken um bis zu 15% zurückgehen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schon heute ist der Syrdarja bei Qysylorda im Süden Kasachstans von sandigen Landzungen eingeschnitten. Das Wasser ist flach, die Ufer mit Schilf bewachsen. Es wird deutlich: Der Aralsee steht vor weiteren Metamorphosen. Saxaul-Oasen in der Wüste zu pflanzen, scheint ein Wettlauf gegen die Zeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Die Recherche für diesen Artikel wurde ermöglicht und unterstützt durch das Pulitzer Center.</em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Ekaterina Venkina für Novastan</strong></p>



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