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	<title>Nouruz Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Wed, 13 May 2026 06:43:38 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Nouruz Archives</title>
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		<title>Nawruz und der Islam: Eine Koexistenz mit Konflikten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Asia Plus]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 May 2026 17:22:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Islam]]></category>
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		<category><![CDATA[Nouruz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der tadschikische Wissenschaftler Akbar Tursun erkl&#xE4;rt die Gr&#xFC;nde der Proteste gegen Nawruz. Versuche, das persische Neujahrsfest zu verbieten, gab es seit der Fr&#xFC;hzeit des Islam. Gescheitert sind sie aber trotzdem. Der folgende Artikel von Akbar Tursun ist vor zwei Jahren als eine Antwort auf die neueren Debatten &#xFC;ber Nawruz und seine Beziehung zur Religion erschienen. [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der tadschikische Wissenschaftler Akbar Tursun erklärt die Gründe der Proteste gegen Nawruz. Versuche, das persische Neujahrsfest zu verbieten, gab es seit der Frühzeit des Islam. Gescheitert sind sie aber trotzdem.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Der folgende Artikel von Akbar Tursun ist vor zwei Jahren als eine Antwort auf die neueren Debatten über Nawruz und seine Beziehung zur Religion erschienen. Unser Partnermedium Asia-Plus veröffentlichte ihn erneut, da die hier diskutierten Fragen nach wie vor aktuell sind.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">„Für uns Tadschiken symbolisiert Nawruz, als Brücke zwischen sozialen Epochen, nicht nur die Überlebung unserer Urahnen über schwere Zeiten hinweg, sondern auch die Aufbewahrung des historischen Lebens unserer Generation in der Zukunft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Anerkennung von Nawruz als Nationalfeiertag nach während der politischen Unabhängigkeit unserer sowjetischen Republik war eine zeitgemäße Maßnahme, ein Mittel und ein wichtiger Schritt auf dem Weg der historischen Entwicklung und Festigung der tadschikischen Nation im modernen Sinne des Wortes.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Diese zukunftsorientierte Entscheidung hatte auch einen wichtigen pädagogischen Zweck: Sie war ein wichtiger Schritt zur Gestaltung und Stärkung der Generationen und der Wurzeln im Kontext der historischen und kulturellen Integrität der iranisch-turanischen Zivilisation, einer der ältesten Zivilisationen der Welt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dank der reichen Bräuche und Traditionen unserer frühen Vergangenheit hat sich der Horizont des tadschikischen Patriotismus erweitert, und die nationale Einheit der Tadschiken erhielt eine besondere historische und spirituelle Bedeutung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Leider gibt es unter den persisch- und turksprachigen Geistlichen heute noch Gelehrte, die Nawruz ausschließlich als Fest des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zoroastrismus">Zoroastrismus</a> sehen und gleichzeitig deren Anhänger als Feueranbeter, also Götzenanbeter, und die Feier von Nawruz als „verbotenen“ Ritus für Muslime betrachten. Es ist schade, dass dieses wissenschaftlich bedeutsame und gesellschaftlich wichtige Thema bis heute keine angemessene akademische Aufmerksamkeit genießt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Gründe und Ziele der Proteste gegen Nawruz</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Was ist der Grund und das Ziel der aktuellen Proteste gegen Nawruz? Ich halte die Handlungen dieser islamischen Gelehrter nicht für einen Akt der Opposition gegen den Nationalstaat oder eine Art Selbstdarstellung. Deshalb werde ich keine Namen nennen und nicht ins Detail gehen. In der Tat bin ich überzeugt, dass die kritische Stellung dieser neuen Gegner von Nawruz nicht aus den heiligen Quellen des Islam stammt. Ich kritisiere jedoch nicht die religiösen Überzeugungen der Kritiker und halte sie nicht für dogmatisch oder nachahmend.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/zurueck-in-die-zukunft-identitaetspolitik-mal-anders-zarathustra-und-die-politische-dimension-des-nouruz-festes/"><strong>Zurück in die Zukunft – Identitätspolitik mal anders: Zarathustra und die politische Dimension des Nouruz-Festes</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich frage nur mit den Worten des Heiligen Korans: <em>„Warum streitet ihr über etwas, von dem ihr keine Kenntnis habt? Und möge euer Argument in dem, was ihr wisst, richtig sein!“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch dann… wenn wir diese Frage grundsätzlich stellen, stoßen wir unvermeidlich auf eine Quelle der Meinungsverschiedenheit mit dem salafitischen Klerus. Nämlich geht es in diesem Fall um das richtige Verständnis bestimmter Koranverse und prophetischer <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hadith">Hadithe</a>. Bei ihrer Auslegung spielt der menschliche Faktor keine Rolle.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Was ist denn nun der „menschliche Faktor“?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Um diese Frage zu beantworten, greife ich auf ein bekanntes Zitat von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dschamal_ad-Din_al-Afghani">Dschamaluddin Asadabadi</a> zurück. In einem Gedicht, einer Diskussion mit dem französischen Islamwissenschaftler <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ernest_Renan">Ernest Renan</a> gewidmet, meinte er: <em>„Im Wesen des Islams selbst gibt es keine Mängel. Alle existierende Mängel entspringen daraus, dass wir Muslime sind! “</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Satz erkennen wir, dass Asadabadi zwei miteinander verbundene Begriffe unterscheidet: „Islam“ und „Muslim“. Diese Unterscheidung ist methodologisch sehr relevant. Im Wesentlichen verkörpert der Islam die göttliche Offenbarung durch das Koran und die Überlieferungen des Propheten (der Sunna), und dieser Titel ist eine ewige Wahrheit. Das Muslimsein ist das menschliche Verständnis religiöser Prinzipien und Heiligtümer aufgrund der Auslegung und Interpretation von maßgeblichen Quellen des Islam, darunter Analogien und Konsens.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/ueber-politik-im-islam-und-integrative-interpretationen-heiliger-texte/"><strong>Über Politik im Islam und integrative Interpretationen heiliger Texte</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Grundlagen der Religionsgemeinschaft bleiben an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten unverändert. Doch die Auslegung und das Verständnis religiöser Prinzipien können im Laufe der Zeit verbessert, korrigiert oder verändert werden. Wenn das nicht so wäre, hätte sich der Islam nicht in verschiedene Strömungen, Sekten und verfeindete Richtungen gespalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Krisensituation kann man mit den Worten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rumi_(Dichter)">Rumis</a> erklären: <em>„Ich bin in meinem Streben nach dem richtigen Verständnis gestorben!“ </em>In Bezug darauf muss eine wissenschaftliche Diskussion zwangsläufig die Wurzel des Problems untersuchen. Wenn wir die eine oder andere islamische Regelung zum „Haram“ („bid’a“ oder „makruh“) im Bezug auf Nawruz betrachten, wird deutlich, dass es neben rein religiösen Argumenten eine Vielzahl eigennütziger oder opportunistischer Überlegungen gab, die ideologisch, politisch und wirtschaftlich gefärbt waren.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Verbote seit über tausend Jahren</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nehmen wir die Zeit des arabischen Kalifats: Im ersten Jahrhundert nach der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hidschra">Hidschra</a> wurde Nawruz als heidnischer Ritus verboten. Doch später fanden die arabischen Kalifen und ihre Ideologen an zwei Dingen Gefallen: Erstens die Tradition, zu Nawruz Geschenke zu machen und anzunehmen, die an den Höfen der persischen Könige besonders verbreitet war. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Omar_Chayy%C4%81m">Omar Khayyam</a> beschrieb in seiner Abhandlung „Nawrunama“, die er als eine Art Unterweisung für die Nachkommen des Seldschuken-Sultans <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Malik_Schah_I.">Malik-Shah</a> verfasste, ausführlich den Brauch, dem König am Tag des Großen Nawruz Geschenke zu bringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zweitens verstanden die Kalifen sofort: Statt die Bräuche und Traditionen der Nichtmuslime zu verbieten, war es vorteilhafter, ihnen zu ermöglichen, ihr Leben nach ihren eigenen Vorstellungen zu gestalten und ihre Bräuche und Traditionen beizubehalten, im Austausch gegen die Zahlung einer zusätzlichen Steuer (der sogenannten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dschizya">Dschizya</a>). Die besondere Bedeutung dieser Religionspolitik lag darin, dass man dadurch, wie ein tadschikisches Sprichwort sagt, sowohl gewinnen als auch nichts verlieren konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der dritte Grund war rein politischer Natur. Der Gelehrte <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sadriddin_Ainij">Ustod Aini</a> erläuterte ihn am Beispiel des Verhaltens der Manghitumaren-Dynastie, die unter Berücksichtigung der Ratschläge und Empfehlungen der Gelehrten von Buchara regierten: <em>„Unter den Emiren von Buchara hat Emir Musaffar das Nawruz-Fest seiner volkstümlichen Form entzogen und ihm formellen Charakter verliehen. Das tat er nach der Niederlage im Krieg gegen Russland. Nach den Worten ehrlicher alter Männer verlor Emir Musaffar nach der Kriegsniederlage jegliches Ansehen unter dem Volk. Insbesondere, als er die Menschen ausraubte und versuchte, die durch den Krieg leere Staatskasse wieder aufzufüllen, wuchs der Hass des Volkes auf ihn noch mehr.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Deshalb organisierte er überall, wo er sich niederließ, ein Fest (d. h. einen öffentlichen Feiertag) und beschäftigte die Menschen damit, ihn zu beobachten, damit sie die Augen vor seinen unbeliebten Handlungen verschlossen oder keine Zeit hatten, diese zu sehen… Die letzten Emire von Buchara nutzten dieses Fest, um die Menschen lange Zeit mit nutzlosen und schädlichen Dingen zu beschäftigen und so in Frieden für sich selbst zu leben.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/wie-vor-100-jahren-die-bolschewiki-das-emirat-von-buxoro-und-das-khanat-von-xiva-zerstoerten/"><strong>Wie vor 100 Jahren die Bolschewiki das Emirat von Buchara und das Khanat von Xiva zerstörten</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Aussagen des Korans und anderer heiliger islamischer Quellen ging die Gier des Klerus manchmal so weit, dass sie sogar das Wort Allahs missachteten. Die Suren Al´-Baqara und Al´-Imran enthalten einen sehr interessanten Hinweis: Einige der früheren Propheten und ihre Anhänger verdrehten willkürlich die Worte Allahs und stellten ihre Verfälschungen als Gebote und Taten Allahs selbst dar; damit versuchten sie immer wieder, die Menschen in die Irre zu führen. Zweifellos taten sie dies absichtlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Andererseits sind die koranischen Zeugnisse eine heilige Bestätigung der universellen Wahrheit: Die Ausleger des Korans und der Sunna stammen nicht aus dem Geschlecht der Engel; da sie Menschen sind, waren und sind sie nicht vor Verständnislücken und Ungenauigkeiten in der Auslegung sicher. Eben das gilt auch für ihr spirituelles Bild, das ebenfalls ein wichtiger Bestandteil ebendieses menschlichen Faktors ist. (Vergleichen Sie dies mit den Worten und Taten derer, die im Koran als „Heuchler“ dargestellt werden).</p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Sinne ist der Muslim gewissermaßen ein Spiegelbild der Reife der spirituellen Kultur seiner Gesellschaft. Angesichts all dieser allgemeinen Argumente und Überlegungen muss man sich fragen: Womit genau steht die Feier des Nawruz im Widerspruch? Mit den Vorschriften des Islam im Allgemeinen? Oder mit der Auslegung und Interpretation einzelner koranischer Vorschriften? Oder vielleicht mit bestimmten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Fatwa">Fatwas</a>, die einige muslimische Rechtsgelehrte oder Gelehrte unter bestimmten Umständen oder in Bezug auf eine bestimmte Frage verfasst oder schriftlich geäußert haben?</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kein einheitlicher Ansatz</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Kern der Überlegung ist im Endeffekt, dass es keinen einheitlichen, allumfassenden, grundlegenden islamischen Ansatz zum Nawruz-Fest gibt, den alle Denkschulen, Sekten oder Rechtsschulen (zumindest im Rahmen des geistigen Bereichs der beiden wichtigsten islamischen Denkschulen) als universelle Wahrheit anerkennen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Quelle der heutigen Protesten gegen Nawruz-Feierlichkeiten sind die religiösen Schriften von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Al-Ghaz%C4%81l%C4%AB">al´-Ghazali</a>, einer der einflussreichsten sunnitischen Gelehrten. In der Geschichte der islamischen Wissenschaft ist al´-Ghazali nicht nur als Autor einer Reihe grundlegender Werke: Der Imam verfügte zudem über ein seltenes kritisches Denken, das sich durch Scharfsinn und Einsicht auszeichnete. So suchte Ghazali beispielsweise in seinem berühmten Werk „Tahafut al-Falasifa“ Spuren von Gotteslästerung und Ketzerei in den Gedanken und Taten seiner Vorgänger und Zeitgenossen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu den prominenten Denkern, die der Imam scharf kritisierte und verurteilte, gehörte auch <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Avicenna">Ibn Sina</a>: Ghazali verurteilte nicht nur seine Werke, sondern auch seinen Alltag.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/avicenna-filmische-biografie-eines-grossen-gelehrten/"><strong>Avicenna – Filmische Biografie eines großen Gelehrten</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Imame stammten zwar selbst von den Tadschiken aus <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chorasan">Khorasan</a> ab; an manchen Orten lehnten sie jedoch systematisch und sogar fanatisch die wichtigsten Teile des kostbaren Erbes ihrer Vorfahren ab, insbesondere jene, die heute als Perlen der tadschikischen und iranischen Kultur gelten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So forderte Ghazali in seinem Buch „Die Alchemie des Glücks“ von den Muslimen, insbesondere von der persischsprachigen Gemeinschaft, die Namen und Symbole zweier alter tadschikischer und iranischer Feste – Nawruz und Sada – aus dem Gedächtnis zu löschen: <em>„Das Verwenden von Parolen der Verstorbenen ist verboten und widerspricht dem Gesetz … Nawruz und Sada müssen ausgelöscht werden und niemand darf sie erwähnen.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Anschließend wechselten die Imame vom Bereich der Moral direkt in den Bereich der militanten Ideologie. Ihr Hauptziel war es, die Feierlichkeiten der vorislamischen Feste der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/%CA%BFAdscham">Adscham</a> aus Sicht des (vermeintlich) rechtschaffenen Islam offiziell zu verbieten.“</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Akbar Tursun für Asia-Plus</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://asiaplus.news/2026/03/27/iranskie-vlasti-zayavili-o-mobilizaczii-svyshe-odnogo-milliona-rezervistov/"><strong>Russischen</strong></a><strong> (und gekürzt) von Giulia Manca</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Nouruz, gefeiert in den Straßen von Duschanbe</title>
		<link>https://novastan.org/de/bild-des-tages/nouruz-gefeiert-in-den-strassen-von-duschanbe/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Apr 2024 12:09:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bild des Tages]]></category>
		<category><![CDATA[Duschanbe]]></category>
		<category><![CDATA[Frühling]]></category>
		<category><![CDATA[Nouruz]]></category>
		<category><![CDATA[Suzani]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nouruz (w&#xF6;rtlich &#x201E;Neuer Tag&#x201C;) wird offiziell am 21. M&#xE4;rz in allen L&#xE4;ndern des ehemaligen Persischen Reiches und insbesondere in Zentralasien gefeiert. In Tadschikistan wird das Fest lange im Voraus vorbereitet und dauert sieben Tage. Foto : Die Redaktion</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://novastan.org/en/culture-sports/how-is-kyrgyzstan-celebrating-nooruz-in-2024/">Nouruz</a> (wörtlich „Neuer Tag“) wird offiziell am 21. März in allen Ländern des ehemaligen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Perserreich">Persischen Reiches</a> und insbesondere in Zentralasien gefeiert. In Tadschikistan wird das Fest lange im Voraus vorbereitet und dauert sieben Tage.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Foto :</strong> <strong>Die Redaktion</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><p><a style="color: #f57d20; text-decoration: underline;" href="https://www.novastan.org/de/cat/bild-des-tages/">Hier</a> geht’s zu mehr Bildern des Tages. Sie können einige davon kaufen und zu Hause empfangen: <span style="color: #ff6600;"><a style="color: #ff6600;" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/du-kannst-das-bild-des-tages-von-novastan-auch-kaufen/">hier ist die Liste</a></span>! Wenn Sie Ihr Bild nicht in der Liste finden, schicken Sie uns eine E-Mail an <span style="text-decoration: underline;"><a href="mailto:photo@novastan.org">photo@novastan.org</a></span>.</p></p>
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		<title>Alte Traditionen, neue Namen? Sowjetische Traditionen in Tadschikistan</title>
		<link>https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/alte-traditionen-neue-namen-sowjetische-traditionen-in-tadschikistan/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Asia Plus]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Jan 2024 11:26:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Frauentag]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Hochzeit]]></category>
		<category><![CDATA[Nouruz]]></category>
		<category><![CDATA[Sowjetunion]]></category>
		<category><![CDATA[Traditionen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Aus Leninabad wurde Guliston, aus dem Frauentag der Muttertag und statt des Tags der Arbeit wird Anfang M&#xE4;rz das Nouruz-Fest gefeiert. Dennoch haben sich viele sowjetische Traditionen in Tadschikistan bis heute erhalten. Wie sie sich im &#xF6;ffentlichen Raum, bei Hochzeiten und am Tag der unbezahlten Arbeit bemerkbar machen, lest ihr hier. Die sowjetischen Traditionen wurden [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Aus Leninabad wurde Guliston, aus dem Frauentag der Muttertag und statt des Tags der Arbeit wird Anfang März das Nouruz-Fest gefeiert. Dennoch haben sich viele sowjetische Traditionen in Tadschikistan bis heute erhalten. Wie sie sich im öffentlichen Raum, bei Hochzeiten und am Tag der unbezahlten Arbeit bemerkbar machen, lest ihr hier.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die sowjetischen Traditionen wurden leicht modifiziert und erhielten neue Namen, aber im Großen und Ganzen blieb vieles wie zu Sowjetzeiten. Im Allgemeinen unterscheiden sich einige aktuelle tadschikische Traditionen nicht allzu sehr von der Art und Weise, wie sie in der UdSSR praktiziert wurden: seien es die Hochzeitsprozession, die Verehrung von Symbolen, oder die Vorbereitungen für das Neujahrsfest. Alles, was gut, freundlich, pompös und manchmal etwas unverständlich war, wurde beibehalten, nur der Name wurde geändert und ins Tadschikische übersetzt. Doch einige Traditionen wurden leider nicht beibehalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hochzeitstraditionen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Als die Sowjets in Tadschikistan an die Macht kamen, wurden die Hochzeitstraditionen stark verändert. Die Familie wurde als neue soziale Einheit betrachtet, die den Prinzipien der kommunistischen Moral zu folgen hatte und aktiv am Aufbau des Kommunismus – und damit an einer besseren Zukunft – mitwirken sollte. So wurde es Brauch, dass die Braut und der Bräutigam an den Denkmälern großer Persönlichkeiten und Massengräbern von Nationalhelden Blumen niederlegen. In Duschanbe war es bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion üblich, dass ein Hochzeitszug aus der Stadt hinausfuhr, oft in die Schlucht von <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Varzob">Varzob</a>. Am Abend feierten alle eine kommunistische <em>„</em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Komsomol"><em>Komsomol</em></a><em>“-Hochzeit</em>, die selten ohne Alkohol auskam.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Viele dieser Traditionen haben sich in Tadschikistan bis heute erhalten. Die Eheschließungen sind ebenso feierlich, finden in den gleichen Räumlichkeiten statt und werden weiterhin offiziell als Ehepaar registriert. Blumen an Denkmälern niederzulegen, ist nach wie vor üblich, wenn auch heute meist am <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ismail-Somoni-Denkmal">Denkmal zu Ehren der Samaniden</a>. Anstatt außerhalb der Stadt zu feiern, entscheiden sich Brautpaare immer häufiger für einen Spaziergang zu Sehenswürdigkeiten. Dies sind in der Regel der Botanische Garten oder die <a href="https://novastan.org/de/bild-des-tages/die-festung-von-hissar/">Festung Hissar</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/kolonialismus-und-dekolonisierung-sollten-die-tadschikinnen-ihre-vergangenheit-ueberdenken/"><strong>Kolonialismus und Dekolonisierung. Sollten die Tadschik:innen ihre Vergangenheit überdenken?</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Abend findet die Hochzeit statt, wie es sich gehört, jedoch steht kaum Alkohol auf den Tischen und nicht so viele Gäste sind geladen. Schlägereien im Anschluss, wie sie zu Sowjetzeiten üblich waren, sind selten geworden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Subbotnik gestern – Haschar heute</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu Beginn der Sowjetzeit wurde der Subbotnik eingeführt. An bestimmten Wochenenden im Jahr mussten alle unentgeltlich zum Wohle der Gesellschaft arbeiten. Traditionell fanden die sogenannten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Subbotnik">Subbotniks</a> im April statt, da in diesem Monat <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wladimir_Iljitsch_Lenin">Lenin</a> geboren wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Proletarieranführer mit dem Holzscheit bei einem Subbotnik in Moskau – eine Szene, die von sowjetischen Künstlern in Fotos und Gemälden festgehalten wurde – diente allen Menschen in der Sowjetunion als Vorbild. Die Beschäftigten in den Fabriken arbeiteten an diesem Tag umsonst, und das sowjetische Fernsehen berichtete über beispiellose Arbeitserfolge am „Feiertag der befreiten Arbeit“. Am Anfang war es tatsächlich eine Manifestation revolutionärer Begeisterung, gegen Ende der UdSSR wurde daraus nahezu eine Pflicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Subbotniks haben bis heute überlebt, wurde allerdings im heutigen Tadschikistan durch den traditionellen orientalischen Brauch des <em>„</em><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekistan-der-kampf-gegen-den-muell-geht-weiter/"><em>Chaschar</em></a><em>“</em> ersetzt. Ende Februar werden überall Bäume gepflanzt; auch der Präsident beteiligt sich an diesen Aktionen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Von Leninabad bis Guliston – Geografische Namen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Hauptstraßen waren in der Sowjetunion in fast allen Städten, Dörfern, Kreis- und Regionalzentren nach Lenin benannt. In Tadschikistan trug auch das heutige <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chudschand">Chudschand</a> Lenins Namen. Darüber hinaus trugen viele Städte, Bezirke, Kolchosen und Staatsbetriebe die Namen anderer kommunistischer Parteiführer, Kriegshelden, Helden der Arbeit und Dichter oderwurden zu Ehren wichtiger Daten – Kongressen, Jahrestagen der Revolution und Siegen – benannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Tadschikistan wird diese Tradition beibehalten, allerdings mit neuen Namen. Alle Namensgebungen zu Ehren ehemaliger Parteiführer, Kriegs- und Arbeiterhelden, die keine Tadschik:innen waren, verschwinden allmählich von der Landkarte der Republik. Die beliebtesten Ortsnamen sind jetzt Istiklol (Unabhängigkeit), Wahdat (Einigkeit), Somoni, Dusti (Freundschaft) und Guliston (Blumengarten).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ländliche Gebiete haben ihren eigenen <em>„Stil“ </em>der Namensgebung. Neben den oben genannten Namen findet man leicht <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dschamoat">Dschamoats</a> und Dörfer, die nach <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kolchos">Kolchosvorstehern</a>, Brigadieren und oder gar <em>„angesehenen Persönlichkeiten“</em> aus den Ortschaften benannt sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Feiertage: Namen ändern, Sinn bewahren</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Union wurden alle wichtigen Feiertage mit einem großen Fest begangen: 7. November – Tag der Oktoberrevolution, 9. Mai – Tag des Sieges, 8. März – Internationaler Frauentag, 1. Mai – Internationaler Tag der Arbeit…</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von Anfang an wurde der 8. März nicht als ein Tag des Kampfes der Frauen für ihre Rechte angesehen, sondern einfach als eine Gelegenheit für Männer, ihren Liebsten zu Hause und ihren Arbeitskolleginnen Blumen zu schenken und gute Wünsche auszusprechen. Bis heute ist dieser Feiertag in Tadschikistan geblieben, ein arbeitsfreier Tag, doch er wurde zum Muttertag erklärt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/warum-stillende-muetter-in-tadschikistan-gezwungen-sind-sich-zu-verstecken/"><strong>Warum stillende Mütter in Tadschikistan gezwungen sind, sich zu verstecken</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 23. Februar, dem Tag der Armee und der Marine, war es üblich, den Männern zu gratulieren. Dieses Datum wurde in Tadschikistan nicht abgeschafft und der militärische Charakter wurde beibehalten, allerdings heißt er nun „Tag der Armee“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Allgemeinen wird dieser Feiertag auf dem Gebiet der ehemaligen UdSSR seit vielen Jahren einfach als Tag der Männer betrachtet. Und die Tradition, den Männern am 23. Februar zu gratulieren, scheint weiterzuleben. Denn für Frauen ist der 23. Februar die beste Gelegenheit, ihren Liebsten ihre Zuneigung zu zeigen, um am 8. März selbst davon zu profitieren.<br>Traditionell wird der 9. Mai, der Tag des Sieges, gemeinsam mit allen ehemaligen Teilrepubliken gefeiert.<br>Der 1. Mai, der Internationale Tag der Arbeit, einer der beliebtesten Frühlingsfeiertage, wurde gestrichen. Dafür wird jetzt das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nouruz">Nouruz-Fest</a> im März bis zu vier Tage lang gefeiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/zurueck-in-die-zukunft-identitaetspolitik-mal-anders-zarathustra-und-die-politische-dimension-des-nouruz-festes/"><strong>Zurück in die Zukunft – Identitätspolitik mal anders: Zarathustra und die politische Dimension des Nouruz-Festes</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun zu einer guten sowjetischen Tradition, die sich in der neuen Realität nicht durchgesetzt hat und sicher auch nicht wiederbelebt wird: In der UdSSR wurden ab dem 13. Dezember 1947 am Vorabend wichtiger Jahrestage die Preise für Konsumgüter gesenkt. Die größte Preissenkung – bis zu 30 Prozent – gab es am 1. April 1952. Über diesen Tag wird heutzutage gespottet. Doch in Tadschikistan scheint es im Gegenteil Tradition zu werden, am Vorabend aller Feiertage die Preise für alle Lebensmittel zu erhöhen – manchmal um das Dreifache oder mehr.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Symbole, Slogans, Flaggen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In der UdSSR wurde den Staatssymbolen große Bedeutung beigemessen. Sie waren fast überall zu sehen, am häufigsten jedoch auf Abzeichen und Diplomen. Wer sich auszeichnete, wer in irgendeiner Weise seine Nützlichkeit für die Gesellschaft unter Beweis stellte, erhielt Abzeichen, Diplome und Urkunden; die Gewinner sozialistischer Wettbewerbe und die besten Arbeitskollektive erhielten das Rote Banner. Fester Bestandteil der öffentlichen Kundgebungen waren Transparente mit Losungen wie <em>„Die Pläne der Partei sind die Pläne des Volkes“, „Fünf Jahre – in drei Jahren“, „Lasst uns den Plan vorzeitig erfüllen“</em> oder mit Zitaten der Staatsführung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Tradition wird auch heute noch in vielen Ländern des ehemaligen sozialistischen Raums gepflegt. So sieht man in Tadschikistan viele Plakate mit Zitaten aus Reden von Präsident Emomali Rahmon.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine weitere Tradition aus der UdSSR ist die Vorliebe für Flaggen. Sie wurden häufig an den Gebäuden staatlicher und öffentlicher Organisationen aufgehängt und bei kommunistischen Feierlichkeiten geschwenkt.<br>Im unabhängigen Tadschikistan wird diesem wichtigen Symbol der Staatlichkeit große Bedeutung beigemessen. Im November 2009 wurde ein Gesetz verabschiedet, das den 29. November zum Tag der Flagge erklärt. Am 30. August 2011 wurde in Duschanbe der bisher höchste Flaggenmast eingeweiht – mit 165 Metern ein Rekord, der auch im Guinness-Buch der Rekorde steht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Silvester als Reibungspunkt zwischen Behörden und Gesellschaft</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Silvester kann als bestehende Tradition angesehen werden, obwohl es zunehmend umstritten ist und zu einem Reibungspunkt zwischen den Behörden und der Gesellschaft geworden ist. Viele Menschen halten es für einen Feiertag, der den Tadschik:innen ursprünglich fremd ist. In Tadschikistan wurde das Neujahrsfest mit seinen Symbolen – dem Weihnachtsmann und dem Weihnachtsbaum – erstmals 1936 im Zuge der Verabschiedung der neuen sowjetischen Verfassung und auf Initiative des Komsomol gefeiert. Elf Jahre später wurde das Neujahrsfest zum gesetzlichen Feiertag, der am 1. Januar stattfindet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/unser-rueckblick-das-jahr-2023-in-zentralasien/"><strong>Unser Rückblick: Das Jahr 2023 in Zentralasien</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Und wie überall in der Sowjetunion wurden der Duft eines echten Tannenbaums, Mandarinen, ein festlich gedeckter Tisch mit dem Salat <em>„Olivier“</em> und Neujahrssendungen im Fernsehen bis in die frühen Morgenstunden zu den wichtigsten Attributen der Neujahrsfeier. Ab 1964 kam das <em>„Blaue Licht“ </em>und ab 1976 die beliebte sowjetische Komödie <em>„Die Ironie des Schicksals oder mit leichtem Dampf“ </em>hinzu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und obwohl es in diesem Jahr nicht einmal einen großen Weihnachtsbaum in der Stadt gab – alle festlichen Veranstaltungen wurden wegen der Pandemie abgesagt – hat diese Tradition praktisch überlebt. Zu Hause wird immer noch der Weihnachtsbaum geschmückt, es gibt Geschenke und Süßigkeiten, <em>„Olivier“</em>-Salat, Mandarinen und Champagner (zwar keinen sowjetischen, aber immer noch Champagner).</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Redaktion von asia plus<br>Aus dem <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/society/20231230/starie-traditsii-na-novii-lad-kakie-traditsii-sssr-mi-vse-etshe-soblyudaem">Russischen</a> von Berenika Zeller</strong></p>
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		<title>Zurück in die Zukunft &#8211; Identitätspolitik mal anders: Zarathustra und die politische Dimension des Nouruz-Festes</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julian Postulart]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Mar 2023 19:10:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Dekolonialisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kolonialismus]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Nouruz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>P&#xFC;nktlich zum Fr&#xFC;hlingsanfang wird in Zentralasien das traditionelle Nouruz-Fest gefeiert, auch bekannt als &#x201E;persisches Neujahr&#x201C;. Pferdespiele, Familienbesuche und gro&#xDF;e Festessen stehen auf dem Plan. Doch hinter der bunten, feierlichen Fassade versteckt sich auch eine Suche nach regionaler Identit&#xE4;t. Derer bedienen sich die politischen F&#xFC;hrer in dem Versuch, dadurch die koloniale Vergangenheit abzustreifen. Der Himmel ist [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Pünktlich zum Frühlingsanfang wird in Zentralasien das traditionelle Nouruz-Fest gefeiert, auch bekannt als &#8222;persisches Neujahr&#8220;. Pferdespiele, Familienbesuche und große Festessen stehen auf dem Plan. Doch hinter der bunten, feierlichen Fassade versteckt sich auch eine Suche nach regionaler Identität. Derer bedienen sich die politischen Führer in dem Versuch, dadurch die koloniale Vergangenheit abzustreifen.</strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Himmel ist blau, die Bäume noch kahl, ein leichter Geruch nach Gras liegt in der Luft. In den Vorstädten von Bischkek versammeln sich Fans, um zwei Dutzend Reiter anzufeuern, die auf ihren Pferden um einen Ziegenkadaver kämpfen. Es handelt sich um das polo-ähnliche Pferdespiel <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Buzkaschi">Kok Bornu</a>, das traditionell im Hippodrom von Bischkek ausgetragen wird. Doch nicht alle Feiern an diesem 21. März werden so pompös aufgezogen.</p>


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<p class="wp-block-paragraph">Die Vorbereitungen auf Nouruz sind vermutlich mindestens genauso bedeutsam wie der Feiertag selbst. Die meisten Menschen in Zentralasien läuten das Fest mit einem Frühlingsputz ein. Andere begleichen ihre Schulden oder versöhnen sich mit ihren Feinden, um das neue Jahr mit einer weißen Weste zu beginnen. An Nouruz selbst, dem Tag der <a href="https://www.geo.de/geolino/natur-und-umwelt/was-ist-die-tag-und-nacht-gleiche--30726936.html">Frühlings-Tag-und-Nacht-Gleiche</a>, wirft man sich in Schale und verbringt Zeit mit der Familie, Freunden oder Nachbarn. Essen und Trinken sind nicht weniger wichtig. In den meisten Ländern schreibt eine jahrhundertealte Tradition die Zubereitung des &#8222;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Samanak">Samanak</a>&#8220; vor. Sieben Sorten gekeimten Weizens bilden die Basis für das traditionell überlieferte Rezept dieser besonders süßen Nachspeise. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Die zoroastrischen Wurzeln von Nouruz</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Legen wir einmal Bräuche und Traditionen dieses Feiertags beiseite und schauen uns seine politische Komponente etwas genauer. In der Vergangenheit versuchten verschiedene Herrscher und Kolonialherren, die Feierlichkeiten zu unterdrücken. Um die Politik der Gegenwart nachzuvollziehen, gilt es jedoch, sich mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen.

Nouruz wird auch &#8222;persisches Neujahr&#8220; genannt und weist somit auf die iranischen Wurzeln seines Namens hin. „Nou“ kommt vom persischen Wort für „neu“, die Silbe „ruz“ bedeutet „Tag“, man feiert also den „neuen Tag“. Obwohl die genaue Entstehungsgeschichte von Nouruz im Dunkeln bleibt, sind sich die meisten Historiker einig, dass der Zoroastrismus die treibende Kraft dahinter war. Hierbei handelt es sich um die älteste monotheistische Religion der Welt, die auf den Lehren des iranischen Propheten Zoroaster basiert. Im Mittelpunkt dieser Religion steht der Kampf zwischen Gut und Böse, oft mit den Begriffen Licht und Dunkelheit umschrieben. In dieser Hinsicht ist klar, warum Nouruz für die Zoroastrier so bedeutend ist, bringt der Frühling doch meist die ersten warmen und längeren Tage mit sich.

</p>


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<p class="wp-block-paragraph">

Die zoroastrischen Wurzeln erklären auch die Beliebtheit des Festes in Zentralasien. Viele Experten behaupten, dass die Muttersprache des Religionsbegründers Zarathustra die altiranische Sprache <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Avestische_Sprache">Avestisch</a> war. Auf diesem persischen Dialekt verständigte man sich vom östlichen Iran bis nach Tadschikistan und Usbekistan. Der Zoroastrismus ist somit tief in Zentralasien verwurzelt und könnte dort sogar seinen Ursprung haben. Die Errichtung der iranischen Ruinenstadt Persepolis war eigens dem Nouruz-Fest gewidmet.

</p>



<figure class="wp-block-image alignnone size-large wp-image-31622"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/03/Persepolis-1536x1024-1-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-31622" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/03/Persepolis-1536x1024-1-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/03/Persepolis-1536x1024-1-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/03/Persepolis-1536x1024-1-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/03/Persepolis-1536x1024-1-1300x867.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/03/Persepolis-1536x1024-1-128x86.jpg 128w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2023/03/Persepolis-1536x1024-1.jpg 1536w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ein Basrelief in Persepolis, dem heutigen Iran. Diese Stadt wurde speziell gebaut, um Ereignisse wie Nouruz zu feiern. Nur wenige wissen, dass der Zoroastrismus und damit Nouruz tatsächlich aus Zentralasien stammen könnten. Foto von Andre Chipurenko.</figcaption></figure>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Ein zentralasiatischer Feiertag im wahrsten Sinne des Wortes</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Die heutigen Nouruz-Feiern in Zentralasien werden von der einzigartigen Geografie der Region und den Völkern, die im Zuge von Migration, Invasion und (erzwungener) Assimilation nach Zentralasien kamen, geprägt.

Historisch gesehen ist Nouruz mit dem Großraum Iran verbunden. Städte wie Samarkand und Buchara galten seit der Antike als Wiege der persischen Kultur und Sprache. Bis heute dominiert in den beiden Städten der tadschikische Dialekt des Persischen. Doch mit der muslimischen Eroberung Zentralasiens und der Zuwanderung türkischer und mongolischer Stämme aus dem Norden schwand nach und nach die persische kulturelle Vorherrschaft.

<strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/vier-zentralasiatische-kulturpraktiken-neuerdings-immaterielles-kulturerbe-der-unesco/">Vier zentralasiatische Kulturpraktiken ins immaterielle Kulturerbe der UNESCO aufgenommen</a></strong>

Neue Herrscher bedingten neue kulturelle Einflüsse. Ein Teil der Eroberer versuchte zunächst, lokale Bräuche und Traditionen wie Nouruz zu unterdrücken. Doch weder muslimischen Führern noch türkisch-mongolischen Kriegsherren wie Timur gelang es, das &#8222;persische Neujahr&#8220; abzuschaffen. Stattdessen verfolgten sie einen erfolgreicheren Ansatz der Koadaption, das darin bestand, eigene Folklore in bereits bestehende kulturelle Praktiken zu integrieren. Daher zeichnet sich Nouruz in Zentralasien heute sowohl durch nomadische Traditionen wie Kok Boru als auch durch persische Einflüsse wie das Trinken von Samanak aus.
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Kolonisierung und Unterdrückung</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Als die russischen kaiserlichen Armeen Ende des 19. Jahrhunderts Zentralasien kolonisierten, wehte jedoch ein neuer Wind. <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/wie-vor-100-jahren-die-bolschewiki-das-emirat-von-buxoro-und-das-khanat-von-xiva-zerstoerten/">D</a><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/wie-vor-100-jahren-die-bolschewiki-das-emirat-von-buxoro-und-das-khanat-von-xiva-zerstoerten/">ie Russen </a><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/wie-vor-100-jahren-die-bolschewiki-das-emirat-von-buxoro-und-das-khanat-von-xiva-zerstoerten/">hatten </a>den Emir<a href="https://novastan.org/de/usbekistan/wie-vor-100-jahren-die-bolschewiki-das-emirat-von-buxoro-und-das-khanat-von-xiva-zerstoerten/"> von Buchara</a> als lokale Galionsfigur belassen. Die Nouruz-Feierlichkeiten boten ihm die hervorragende Gelegenheit, sein Gesicht zu wahren und seine politische Legitimität zu stärken. Er lud sogar Zirkusartisten aus dem europäischen Russland ein.

Die Bevölkerung fand an dem Fest jedoch immer weniger Gefallen. Dieser Trend setzte sich fort, als die Sowjets nach dem russischen Bürgerkrieg Zentralasien übernahmen und annektierten. In den Städten waren es sowjetische Ingenieure und Stadtplaner, die den öffentlichen Raum neugestalteten. Nicht selten opferten sie dafür jahrhundertealte Stadtviertel. Dies hatte schwerwiegende Auswirkungen auf das soziale Gefüge der Städte in der gesamten Region und erschwerte die Planung der traditionellen Feierlichkeiten.

<strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/hymnes-de-sang-tadschikische-kurzgeschichten-aus-der-perestroika/">„Hymnes de sang“ – Tadschikische Kurzgeschichten aus der Perestroika</a></strong>

Zudem war Nouruz zu Sowjetzeiten jahrelang verboten, da es als religiöser Feiertag galt. Erst als sowjetische Orientalisten und Ethnologen ihn als vorislamisch einstuften, hoben sie das Verbot wieder auf. Seit dem Zusammenbruch der UdSSR gewinnt Nouruz spektakulär an Beliebtheit.
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Nouruz als politisches Instrument</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Historisch gesehen war der Stellenwert des Festes stets den politischen Launen der lokalen Machthaber unterworfen. Daran hat sich bis heute wenig geändert. Nouruz steht für die Geschichte, Kultur und Geografie Zentralasiens. Daher ist es Politikern ein Leichtes, diesen und andere Feiertage zu instrumentalisieren. Dies gilt besonders für solche, die auf der Suche nach regionaler und nationaler Identität das Erbe der sowjetisch-kolonialen Vergangenheit überwinden wollen.

Unter der Herrschaft des verstorbenen Präsidenten Islam Karimov in Usbekistan zogen beispielsweise einige Regierungsbeamte Nouruz dem gregorianischen Neujahrsfest vor. Sie verordneten sogar keine Feiern mehr zum Jahresende abzuhalten. Alle anderen Feiertage wurden kurzerhand als &#8222;unvereinbar mit der usbekischen Kultur&#8220; erachtet. Erst nach dem Tod Karimovs und dem Amtsantritt seines Nachfolgers Mirziyoyev im Jahr 2016 wurden Verbote und Einschränkungen für das Feiern des westlich geprägten Neujahrsfestes gelockert.

<strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/wie-sich-russlands-beziehung-zu-zentralasien-im-jahre-2022-entwickelt-hat/">Wie sich Russlands Beziehung zu Zentralasien im Jahre 2022 entwickelt hat</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">

Auch in Kasachstan hat die politische Führung Nouruz als Mittel zur Stärkung der Legitimität wiederentdeckt. In Anlehnung an den Emir von Buchara hat der derzeitige Präsident Toqaev mehrere Reformen in Bezug auf Nouruz vorgeschlagen. Unter anderem soll der Nationalfeiertag auf zehn statt der üblichen vier Tage verlängert werden und die spirituelle und moralische Bedeutung des Festes in den Vordergrund rücken.

Ende 2022 wurde Toqaev inmitten von Hoffnungen und Versprechungen politischer und gesellschaftlicher Reformen als Präsident in vorgezogenen Wahlen wiedergewählt. Politologen sehen in seinen Vorhaben den Versuch, mit dem Erbe seines Vorgängers Nursultan Nasarbaev zu brechen. Die niedrige Wahlbeteiligung bei den jüngsten <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/parlamentswahl-in-kasachstan-nur-demokratische-fassade/">Parlamentswahlen</a> in Kasachstan kurz vor Nouruz zeigt jedoch, dass die anfängliche Begeisterung für Reformen etwas nachgelassen hat.

Mit seinen tiefen historischen Wurzeln in Zentralasien wird Nouruz womöglich ein beliebtes Instrument für Identitätspolitik bleiben, da nationale Führer versuchen, die Zukunft zu steuern, indem sie aus der vorkolonialen Vergangenheit der Region die Rosinen herauspicken.
</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Julian Postulart für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/en/kazakhstan/beyond-fun-and-games-the-politics-of-nowruz/">Englischen</a> von Arthur Siavash Klischat</strong><strong><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p>&nbsp;</strong></p>
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		<title>Tadschikistan feiert trotz der Ausbreitungsgefahr des Coronavirus Nawruz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Mar 2020 18:10:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Coronavirus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vom 21. bis 24. M&#xE4;rz feierte Zentralasien das persische Neujahrsfest Nawruz. W&#xE4;hrend die anderen zentralasiatischen L&#xE4;nder angesichts des Risikos einer Verbreitung des Coronavirus die Feierlichkeiten abgesagt haben, entschloss sich Tadschikistan daran festzuhalten, was unter manchen B&#xFC;rgerInnen Besorgnis hervorrief. Die Stra&#xDF;en von Duschanbe sind an diesem Sonntag, den 22. M&#xE4;rz, gut gef&#xFC;llt: Es ist Nawruz &#x2013; [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Vom 21. bis 24. März feierte Zentralasien das persische Neujahrsfest Nawruz. Während die anderen zentralasiatischen Länder angesichts des Risikos einer Verbreitung des Coronavirus die Feierlichkeiten abgesagt haben, entschloss sich Tadschikistan daran festzuhalten, was unter manchen BürgerInnen Besorgnis hervorrief.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Straßen von Duschanbe sind an diesem Sonntag, den 22. März, gut gefüllt: Es ist <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nouruz">Nawruz</a> &#8211; ein Fest, das jedes Jahr in Zentralasien, im Iran und in Afghanistan als der erste Tag des Frühlings gefeiert wird. In Tadschikistan ist Nawruz das wichtigste Fest des Jahres und dauert vier Tage: vom 21. bis 24. März. Vor der Oper der tadschikischen Hauptstadt genießen die Passanten wie gewohnt die vielen traditionellen Speisen, die offen und ohne Schutz an Ständen angeboten werden. Auf den Straßen essen einige mit der Hand Brot, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Samosa">Samosa</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pirogge">Piroggen</a> oder kleine Kuchen. Andere begnügen sich mit Eis, Pommes oder Äpfeln. Nichts deutet darauf hin, dass sich zur gleichen Zeit eine Pandemie auf der ganzen Welt ausbreitet, die bis dato etwa 500.000 Menschen infiziert und mehr als 22.000 Tote verursacht hat &#8211; nichts außer den Masken, die die Verkäufer an den Essensständen tragen.</p>
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<p style="text-align: justify">Auch wenn in Tadschikistan noch keine Fälle festgestellt wurden, warnen Experten vor der Gefahr einer Ausbreitung des Coronavirus, da in den Nachbarländern bereits Dutzende von Infektionen bekannt sind und die medizinische Infrastruktur und Ausrüstung in Tadschikistan als <a href="https://apps.who.int/iris/bitstream/handle/10665/330246/1817-6127-eng.pdf?sequence=1&amp;isAllowed=y">schwach gilt</a>. Aber laut dem seit 1992 regierenden Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Emomalij_Rahmon">Emomali Rahmon</a> gibt es keinen Grund zur Sorge<em>. &#8222;Es ist eine der besten Eigenschaften unseres Volks, das Haus sauber zu halten und strenge Hygienevorschriften einzuhalten&#8220;</em>, sagte er am 22. März und forderte die Bevölkerung auf, nicht in Panik zu verfallen. <em>&#8222;Unsere Gesundheit liegt in unseren eigenen Händen.&#8220;</em></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Große Feste, kleine Maßnahmen</strong></p>
<p style="text-align: justify">In Anwesenheit von Rahmon und einer Reihe angesehener Gäste aus der tadschikischen Elite gaben am 22. März mehr als 12.000 SchülerInnen und Studierende eine zweistündige <a href="https://www.facebook.com/emomalirahmontj/photos/pcb.2604656356522559/2604655469855981/?type=3&amp;theater">Tanz- und Gesangsvorführung</a> im Stadion von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chudschand">Chudschand</a>, der zweitgrößten Stadt des Landes. Wie das amerikanische Nachrichtenportal <a href="https://eurasianet.org/tajikistan-feast-in-the-time-of-coronavirus">Eurasianet</a> berichtete, hatten die Beteiligten keine andere Wahl, als an der Vorführung teilzunehmen, da sie anderenfalls  mit einer Exmatrikulation zu rechnen hätten. Dies ist kein Einzelfall: Es ist in der Region üblich, Studierende oder Beamte zur Teilnahme an bestimmten Veranstaltungen zu verpflichten. Zwar hatte das Ministerium für Bildung und Wissenschaften Anfang März in vielen Städten des Landes die Einstellung der Proben angeordnet, da diese mitunter Tausende von Menschen in engen Kontakt miteinander brachten. Eine Woche später nahmen die Behörden die Anordnung jedoch wieder zurück und die Choreografien wurden weitergeführt.</p>
<p><figure id="attachment_20458" aria-describedby="caption-attachment-20458" style="width: 3312px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-full wp-image-20458" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/03/IMG_20200321_144545min.jpg" alt="Frauen mit Mundschutz" width="3312" height="2515" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/03/IMG_20200321_144545min.jpg 3312w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/03/IMG_20200321_144545min-300x228.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/03/IMG_20200321_144545min-768x583.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/03/IMG_20200321_144545min-1024x778.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/03/IMG_20200321_144545min-1300x987.jpg 1300w" sizes="(max-width: 3312px) 100vw, 3312px" /><figcaption id="caption-attachment-20458" class="wp-caption-text">Händlerinnen vor der Oper in Duschanbe</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Angesichts der steigenden Zahl von Coronavirus-Patienten weltweit hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) dazu aufgerufen, öffentliche Massenveranstaltungen auszusetzen. Die anderen zentralasiatischen Länder der Region waren dem Aufruf gefolgt: Sie sagten die meisten Nawruz-Feierlichkeiten ab und forderten die Bevölkerung dazu auf, zuhause zu bleiben. In Tadschikistan geschah jedoch nichts dergleichen. Während der vier Tage des Festes fanden im Land Dutzende Konzerte, Kundgebungen und Märsche statt. Es versammelten sich sogar tausende Reiter im ganzen Land, um <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Buzkaschi">Buskaschi</a> zu spielen &#8211; einen Reitsport, bei dem der Körper einer toten Ziegen den Ball ersetzt. Obwohl die Schulen an den Feiertagen geschlossen sind, nehmen sie weiterhin SchülerInnen auf. Das ruft die Sorge der Eltern hervor, die sich über die schlechten hygienischen Bedingungen empören. <em>„In der Schule haben die Kinder nicht die Möglichkeit, sich die Hände zu waschen, weil die Wasserhähne nicht funktionieren&#8220;</em>, erklärt Tahmina aus Duschanbe, eine Mutter von zwei Jungen, die sie bereits seit zwei Wochen zu Hause hält, gegenüber Novastan. In Duschanbe fahren außerdem noch <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Marschrutka">Marschrutkas</a>.</p>
<p style="text-align: justify">Die Behörden haben jedoch auch einige Maßnahmen ergriffen, um die Ausbreitung des Virus zu begrenzen, wie zum Beispiel die vorübergehende <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/centralasia/20200324/tadzhikistan-iz-za-koronavirusa-vremenno-zakril-svoi-granitsi-s-kirgizstanom?tg_rhash=f7d420c0f43cc7">Grenzschließung</a> auf dem Land- und Luftweg. Rund 3.000 tadschikische Staatsangehörige, die aus dem Ausland zurückkehrten, wurden in <a href="https://rus.ozodi.org/a/30506376.html?fbclid=IwAR2848Q1b9eDAPeVD464gGKJHaPVfu1GG6uk4ged4t-nG2167WsO873bk0s">Quarantäne-Zentren</a> untergebracht, teilweise unter miserablen hygienischen Bedingungen. Schließlich wurden Anfang März die <a href="https://asiaplustj.info/tj/news/tajikistan/20200304/shroi-ulamo-az-namozguzorii-dastaamona-dar-masido-huddor-karda-shavad?fbclid=IwAR0VU82huTSCydLj05wXjexDP5ZPbPnpfY6uk9H8gkgyUGo3v_DY-z8yBnY">Moscheen geschlossen</a>. Einige von ihnen wurden allerdings kurz vor Nawruz wieder geöffnet, nachdem sie desinfiziert worden waren.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Zuhause bleiben? Das Dilemma der TadschikInnen</strong></p>
<p style="text-align: justify">Angesichts des Coronavirus wurde die Teilnahme am Persischen Neujahrsfest, dem wichtigsten Feiertag des Jahres für TadschikInnen, zu einem Dilemma, in dem jede und jeder eine Entscheidung fällen musste. Für Tahmina gab es <em>&#8222;kein[en] Spaziergang in diesem Jahr&#8220;</em>. Sie hat beschlossen, Nawruz zuhause und im kleinen Kreis zu feiern. <em>&#8222;Wir haben Angst, den Virus zu bekommen und ihn an unsere älteren Verwandten weiterzugeben&#8220;</em>, erklärte die Familienmutter. In Duschanbe ist der Platz mit der berühmten <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Ismail_Samani">Somoni</a>-Statue, die für die Feierlichkeiten mit einem Nawruz-Baum geschmückt ist, etwas leerer als sonst. Die Reihen der Rennbahn &#8222;Nawruzgoh&#8220;, in der am 22.März ein Wettbewerb im traditionellen Tadschikischen Kampf Guschtingiri stattfindet, sind halb leer. Fast 2.000 Menschen kommen trotzdem, um die Kämpfe zu sehen.</p>
<p style="text-align: justify">Auch wenn die Feierlichkeiten stattgefunden haben, haben sich viele TadschikInnen entschieden, zuhause zu bleiben. <em>&#8222;Ich kann die Musik aus dem Park neben meinem Haus hören, aber ich habe meinen Kindern gesagt, dass sie nicht rausgehen sollen&#8220;</em>, erzählt Kybrio, Tadschikisch-Lehrerin aus Duschanbe. Normalerweise feiert sie Nawruz im Park beim Grillen von Schaschlik. <em>&#8222;Es macht mir Angst zu sehen, was zurzeit anderswo auf der Welt los ist. Ich habe das Gefühl, dass jede Minute etwas schreckliches passieren könnte.&#8220; </em>Die junge Frau hat beschlossen, ab dieser Woche Online-Fernunterricht zu geben, um trotz der angespannten Situation Geld zu verdienen.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p></p>
<p style="text-align: justify">Saroja, eine Handwerksmeisterin aus Chudschand, entschied sich ebenfalls, mit ihrer Familie zuhause zu bleiben. <em>&#8222;Der Coronavirus ist natürlich das Hauptthema der Diskussion&#8220;</em>, lächelt sie. Wie tausende andere TadschikInnen bereitet sie für das Fest <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Samanak">Sumalak</a>, eine Art süßer und gekochter Weizenbrei, vor. <em>&#8222;Wenn man es traditionell mit allen zusammen in einem riesigen Topf mischt, betet man und sehnt sich nach Glück und glücklichen Ehen&#8220;</em>, erklärt sie. <em>&#8222;Aber in diesem Jahr haben wir für eine Lösung dieser globalen Krise gebetet, für die Gesundheit der Kranken und natürlich für die Sicherheit des Landes.&#8220;</em></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Keine Feste anderswo in Zentralasien</strong></p>
<p style="text-align: justify">Kasachstan, das mit 111 Fällen (Stand: 26. März) am stärksten von der Epidemie betroffene Land, hat die öffentlichen Nawruz-Feierlichkeiten abgesagt. Das gleiche gilt für Usbekistan, wo die Behörden die BürgerInnen gebeten haben, an den Feiertagen zuhause zu bleiben. Alle Konzerte, Shows oder Festivals wurden abgesagt und öffentliche Versammlungen verboten. Auch in Kirgistan, wo angesichts der Ausbreitung der Epidemie der Ausnahmezustand verkündet wurde, mussten die Feierlichkeiten zuhause stattfinden. In Turkmenistan, wo Nawruz in kleinerem Rahmen gefeiert wird, hat die Regierung schon früh Maßnahmen zur Einschränkung von Reisen und Versammlungen ergriffen.</p>
<p style="text-align: justify">Weitere Informationen zu den Maßnahmen der zentralasiatischen Regierungen findet ihr <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/coronavirus-zentralasien-im-krisenmodus/">hier</a>.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Laura Liepa berichtet für Novastan aus Duschanbe</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen von Robin Roth</strong></p>
<p><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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		<title>Nouruz in Xiva</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 21 Mar 2020 03:28:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bild des Tages]]></category>
		<category><![CDATA[Nouruz]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Xiva]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vor dem Hauptbahnhof von Xiva in Usbekistan versammeln sich Kinder, um zu Nouruz einen Tanz vorzuf&#xFC;hren. Foto: Viltar&#x117; Jasinskyt&#x117; Hier&#xA0;geht&#x2019;s zu mehr Bildern des Tages.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Vor dem Hauptbahnhof von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Xiva">Xiva </a>in Usbekistan versammeln sich Kinder, um zu <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nouruz">Nouruz </a>einen Tanz vorzuführen.</p>
<p>Foto: Viltarė Jasinskytė</p>
<p><a href="https://novastan.org/de/cat/bild-des-tages/">Hier</a> geht’s zu mehr Bildern des Tages.</p>
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		<title>Sumalak zum Frühling</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Mar 2019 03:00:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bild des Tages]]></category>
		<category><![CDATA[Frühling]]></category>
		<category><![CDATA[Nouruz]]></category>
		<category><![CDATA[Sumalak]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Frau beim R&#xFC;hren vom Sumalak, der Getreidespeise, die traditionell zum Noorus-Fest zubereitet wird. Spricht man w&#xE4;hrend des R&#xFC;hrens gute W&#xFC;nsche, sollen diese in Erf&#xFC;llung gehen. Foto: Cl&#xE9;mentine Gilard Hier&#xA0;geht&#x2019;s zu mehr Bildern des Tages. &#xA0;</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Frau beim Rühren vom <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Samanu">Sumalak</a>, der Getreidespeise, die traditionell zum <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nouruz">Noorus</a>-Fest zubereitet wird. Spricht man während des Rührens gute Wünsche, sollen diese in Erfüllung gehen.</p>
<p><strong>Foto: Clémentine Gilard</strong></p>
<p><a href="https://novastan.org/de/cat/bild-des-tages/">Hier</a> geht’s zu mehr Bildern des Tages.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Jugend kocht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 25 Mar 2018 04:00:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bild des Tages]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen Zentralasiens]]></category>
		<category><![CDATA[Nouruz]]></category>
		<category><![CDATA[Sumalak]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In der letzten Woche wurde in Zentralasien und vielen anderen Teilen der Welt das persische Neujahrsfest &#x201E;Navruz&#x201C; gefeiert, das am 21. M&#xE4;rz den Beginn des Fr&#xFC;hlungs einklingt. Hier lernen junge Usbeken schon einmal, wie man Sumalak zubereitet, ein s&#xFC;&#xDF;er Brei, hergestellt aus Weizensprossen. Foto: Sadafbek Husanboyev Hier&#xA0;findet ihr unsere Bilder des Tages.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>In der letzten Woche wurde in Zentralasien und vielen anderen Teilen der Welt das persische Neujahrsfest &#8222;Navruz&#8220; gefeiert, das am 21. März den Beginn des Frühlungs einklingt. Hier lernen junge Usbeken schon einmal, wie man Sumalak zubereitet, ein süßer Brei, hergestellt aus Weizensprossen.</p>
<p><strong>Foto: Sadafbek Husanboyev</strong></p>
<p><a href="https://novastan.org/de/bild-des-tages/">Hier</a> findet ihr unsere Bilder des Tages.</p>
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		<title>Nouruz – das zweite Neujahrsfest</title>
		<link>https://novastan.org/de/kirgistan/nouruz-das-kirgisische-neujahrsfest/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[goetheschule]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Jan 2018 09:30:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Bischkek]]></category>
		<category><![CDATA[Neujahr]]></category>
		<category><![CDATA[Nourouz]]></category>
		<category><![CDATA[Nouruz]]></category>
		<category><![CDATA[Tradition]]></category>
		<category><![CDATA[Volksfest]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist das Event des Jahres f&#xFC;r Kirgisen: Nouruz, das Fr&#xFC;hlingsfest der Sonnenwende. Man feiert insgesamt drei Tage, vom 21. bis zum 24. M&#xE4;rz. Das Wort &#x201E;Nouruz&#x201C; bedeutet in der persischen Sprache &#x201E; der neue Tag&#x201C;, deshalb gilt Nouruz als das Neujahrsfest. Nouruz feiern viele L&#xE4;nder, vor allem im iranischen Kulturraum. Wie Kirgisen das Fest [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Es ist das Event des Jahres für Kirgisen: <em>Nouruz,</em> das Frühlingsfest der Sonnenwende. Man feiert insgesamt drei Tage, vom 21. bis zum 24. März. Das Wort „Nouruz“ bedeutet in der persischen Sprache „ der neue Tag“, deshalb gilt Nouruz als das Neujahrsfest. Nouruz feiern viele Länder, vor allem im iranischen Kulturraum. Wie Kirgisen das Fest begehen, haben die Schüler/innen der Klasse 10 des Goethe Gymnasiums in Bischkek zusammengetragen. Der folgende Artikel entstand im Rahmen der Partnerschaft von Novastan mit dem Goethe Gymnasium (Schule N°23).</strong></p>
<p style="text-align: justify">Nouruz ist ein staatlicher Feiertag in der Kirgisischen Republik, die Schulen haben also geschlossen und die meisten Menschen arbeiten nicht. Zu Zeiten der Sowjetunion war das noch anders. Damals war das Fest nicht offiziell anerkannt. Gefeiert wurde trotzdem, mit Familie und Freunden.</p>
<p style="text-align: justify">Die 79-jährige Möörkan Arpatschieva berichtet aus dieser Zeit: „Nouruz war auch damals für uns ein besonderes Fest. Der Tag bedeutete, dass endlich der Frühling kommt und wir uns vom kalten Winter verabschieden können. Als wir Kinder hörten, dass Nouruz näherrückt, begannen wir sogar freiwillig, aufzuräumen und zu kochen. Das Fest fand meistens draußen statt. Wir Kinder schaukelten am liebsten zusammen im Garten, die Erwachsenen besuchten einander, gratulierten ihren Freunden und brachten sich gegenseitig Geschenke mit.“</p>
<p style="text-align: justify">Jedes Jahr vorbereiten sich die Menschen eine Woche lang vor, um Nouruz zu feiern. Es ist wichtig, eine warme Atmosphäre zu schaffen, denn an diesem Tag verzeiht man sich gegenseitig Fehltritte. Alle hoffen, dass im kommenden Jahr nur gute Sachen passieren.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Gerichte und Traditionen<br />
</strong><br />
Gutes Essen ist wichtig für ein gelungenes Fest. Tradtioniell opfert man in Kirgistan an Nouruz Schafe. Dazu kochen die Menschen verschiedene nationale Speisen, wie <a href="https://russianmoscowladynews.com/2013/10/12/aus-der-russischen-kuche-rezept-nr-10-beschbarmak/">Beschbarmak</a> und Boorsok. Es gibt aber auch ein traditionelles Gericht, das man nur an Nouruz kocht. Es heißt <a href="https://novastan.org/de/bild-des-tages/nouruz/">Sümölök</a>. Die Zutaten für Sümölök sind Weizensprossen mit Mehl, Butter und Zucker. Sümölök kocht man in einem großen Topf ungefähr 10-12 Stunden lang. Bis der Sümölök fertig wird, tanzt und singt die ganze Familie. Das Gericht kann man sowohl heiß, als auch kalt essen. Es soll die psychische und geistige Kraft stärken.</p>
<p><figure id="attachment_11477" aria-describedby="caption-attachment-11477" style="width: 600px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="wp-image-11477" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/11/nourouz2.png" alt="Sümölök Nourouz" width="600" height="452" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/11/nourouz2.png 455w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/11/nourouz2-300x226.png 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption id="caption-attachment-11477" class="wp-caption-text">Das traditionelle Gericht Sümölök wird nur an Nourouz gekocht</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Am Vorabend des Festes müssen Haus und Hof in Ordnung gebracht werden. Die Kinder, die in dieser Zeit geboren sind, werden Nouruzbek oder Nouruzbai (Jungen) und Nouruzdjan oder Nouruzgül (Mädchen) genannt.</p>
<p style="text-align: justify">An Nouruz gibt es noch eine besondere Tradition: Das Abbrennen des Wacholder, auch Artscha genannt. Der Rauch des Wacholders ist einzigartig und soll von allen schlechten Dingen befreien. Der Geruch des Rauchs ist nicht unangenehm, sondern hilfreich und wohltuend. Das ganze Haus duftet anschließend danach. Wenn man Artscha verbrennt, sagt man nur gute Dinge wie beispielsweise. „Alas, alas, ar baleden kalas“. Das soll bedeuten, dass alles Schlechte vergehen soll.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Nouruz in Bischkek</strong></p>
<p style="text-align: justify"> Jedes Jahr in Bischkek feiern die Kirgisen Nouruz mit vielen Theaterstücken und Konzerten, organisieren Jahrmärkte auf verschiedenen Plätzen und gehen draußen spazieren. Da fast alle frei haben, sind große Gruppen von Freunden und Familien in den Parks unterwegs. Im Stadtzentrum, auf dem Ala-Too Platz gibt es aufwändige Vorstellungen. Dabei werden die nationalen Tänze getanzt, traditionelle Instrumente gespielt und Lieder gesungen. Regierungsvertreter besuchen diese Vorstellungen und gratulieren dabei der Bevölkerung zum Fest. Auch hier gibt es natürlich Sümölök zu essen. Das ist also ein guter Ort, um Nooruz zu feiern.</p>
<p><strong>Lest auch von Schülern des Goethe Gymnasiums: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/komuz-das-musikinstrument-der-nomaden/">Komuz – das Musikinstrument der Nomaden</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Ganz wichtig an dem Tag ist auch der kirgisische Nationalsport: Auf der Pferderennbahn wird „<a href="https://novastan.org/de/bild-des-tages/ein-kok-boru-spiel/">Kök-Börü“</a> gespielt, das bedeutet auf deutsch „der graue Wolf“. Es gibt noch einen anderen Namen für dieses Spiels „Ulak tartysch“, übersetzt: „Ziehen der Ziege“. In diesem Spiel gibt es zwei Mannschaften mit jeweils 12 Teammitgliedern. Alle Teilnehmer sitzen zu Pferde. Die Reiter müssen um eine tote Ziege kämpfen und deren Körper zum Tor („Kazan“) des gegnerischen Teams reiten und ihn dort hineinwerfen.</p>
<p style="text-align: justify">Aber auch andere Spiele wie Tauziehen und Kräftemessen finden überall im Land statt. Zusammengefasst ist Nouruz das Fest des Glücks , der guten Laune und der guten Atmosphäre.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Almasowa Aisanat, Zhusupbekowa Nuraiym, </strong><br />
<strong>Ulanow Almas, Dzhalilbekov Temirlan<br />
SchülerInnen der Schule 23 in Bischkek<br />
</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Redaktion: Janina Lackmann</strong></p>
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		<title>Das Nouruz-Fest wird in Tadschikistan dieses Jahr in traditioneller Tracht begangen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jérémy Lonjon]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Feb 2017 15:33:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Islamismus]]></category>
		<category><![CDATA[Nouruz]]></category>
		<category><![CDATA[Tradition]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 3. Februar 2017 erhielten die Schulen und Universit&#xE4;ten Tadschikistans einen &#xFC;berraschenden Brief vom Bildungsministerium. Vom 1. bis zum 24. M&#xE4;rz, dem Ende des Nouruz-Festes, ist es dieses Jahr Pflicht f&#xFC;r alle Lehrerinnen, Studentinnen und Sch&#xFC;lerinnen des Landes, sich an Schulen und Universit&#xE4;ten in traditionelle tadschikische Tracht zu kleiden. Die Tracht wird w&#xE4;hrend dieser Zeit [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Am 3. Februar 2017 erhielten die Schulen und Universitäten Tadschikistans einen überraschenden Brief vom Bildungsministerium. Vom 1. bis zum 24. März, dem Ende des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nouruz">Nouruz</a>-Festes, ist es dieses Jahr Pflicht für alle Lehrerinnen, Studentinnen und Schülerinnen des Landes, sich an Schulen und Universitäten in traditionelle tadschikische Tracht zu kleiden.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Tracht wird während dieser Zeit die übliche Uniform ersetzen, die von Schülerinnen und Studentinnen normalerweise getragen wird, so <a href="http://rus.ozodi.org/a/28277487.html">Echsoni Chuschwakt</a>, der Pressesprecher des tadschikischen Bildungsministeriums.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Eine Anweisung von ganz oben</strong></p>
<p style="text-align: justify">Öffentlich gemacht wurde die Anweisung an die Frauen des Landes über einen vom Bildungsminister selbst unterschriebenen Brief, wie Radio Ozodi berichtet. Das Ziel der Maßnahme sei „die Förderung und Wiederbelebung tadschikischer Traditionen“.</p>
<p style="text-align: justify">Das Nouruz-Fest findet am astronomischen Frühlingsbeginn statt, der Frühlings-Tagundnachtgleiche, und läutet das tadschikische Neujahr ein. Traditionell wird es vom 21. bis 24. März gefeiert.</p>
<p style="text-align: justify">Es sei das erste Mal, dass ein offizieller Brief die Frauen tatsächlich verpflichte, die Tracht zum Nouruz-Fest zu tragen, so Salomat Kuwwatowa, Vorsitzende des Frauenrats der Stadt Duschanbe. Die vorherigen Jahre habe es sich lediglich um Empfehlungen gehandelt. Das Komitee für Frauen und Familienfragen des tadschikischen Präsidialamtes hat bestätigt, die Anweisung initiiert zu haben. Ein solches Projekt sei schon vor drei Jahren angekündigt worden.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Wiederbelebung der Tadschikischen Kultur oder Zeichen gegen radikalen Islamismus?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Bei der Anweisung geht es allerdings um mehr als um die Förderung nationaler Traditionen. Sie sei auch ein Mittel um die Ausbreitung der sogenannten „schwarzen Kleider“ in den Städten und Dörfern des Landes einzudämmen, erklärte der Präsident Emomalii Rahmon am 7. März 2015 am Vorabend des tadschikischen Muttertages. Seiner Meinung nach seien die „schwarzen Kleider“ kein Ausdruck tadschikischer Kultur und Tradition: “Frauen und Mädchen, die diese Kleider tragen, verstehen deren wahre Bedeutung nicht oder wollen sie nicht verstehen“.</p>
<p style="text-align: justify">Hinter der Aussage steht, dass die tadschikische Regierung diese Art der Kleidung als eine Manifestierung des radikalen Islamismus‘ innerhalb der Gesellschaft sieht. Mit Vorstößen wie der aktuellen Trachten-Pflicht wird versucht, einer solchen Tendenz, die von den tadschikischen Eliten als Bedrohung für die Stabilität des Landes gesehen wird, entgegenzuwirken. Ob Maßnahmen wie diese im Kampf gegen den radikalen Islamismus effektiv sind, wird zu beweisen bleiben.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Jérémy Lonjon</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Übersetzt von Charlotte Dietrich</strong></p>
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