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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
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	<title>Nomadenkultur Archives</title>
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		<title>Die Tschagataiden: Brüder, die die Steppe zähmen wollten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Fergana News]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 May 2026 16:45:09 +0000</pubDate>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Über Jahrhunderte wurde Zentralasien von mongolischen Khanen und deren nomadischer Kultur und Rechtsprechung geprägt. Eine eigenartige Symbiose mit lokalen Eliten bildete sich heraus und die verschiedenen Seiten prägen die Menschen und die Kultur in Zentralasien bis heute. Aus dem Reich der Tschagataiden wurde jedoch nie einen vollwertiger Mongolenstaat; auch vor dem islamischen Einfluss war es nicht gefeit und einige Herrscher und ihre Untertaninnen und Untertanen konvertierten teils berechnend zum Islam. Fergana geht der Frage nach, warum die Mongolenherrscher nie einen vollwertigen Nationalstaat in Zentralasien gegründet haben.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Gegen Ende des 13. Jahrhunderts hatten sich drei mongolische Großmächte unter der Führung der Nachkommen Dschingis Khans zu eigenständigen und relativ zentralisierten Staaten entwickelt – das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Yuan-Dynastie">Yuan-Reich</a> in China, das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ilchane">Ilchanat</a> der Hulaguiden in Vorderasien und die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Goldene_Horde">Goldene Horde</a> mit ihrem Zentrum im unteren Wolga-Gebiet. Nur auf den Gebieten des Tschagatai-Khanats, zu denen der größte Teil Zentralasiens gehörte, herrschte Chaos. Die Khane wurden nacheinander gestürzt und ermordet, die Städte wurden von Kaufleuten regiert, es gab keine einheitliche Währung und der nomadische Adel achtete eifersüchtig darauf, dass keiner der mongolischen Würdenträger es wagte, sich auf dem Land niederzulassen und einen Palast zu errichten.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Erst zu Beginn des 14. Jahrhunderts versuchte <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Kebek">Khan Kebek</a>, dieses System zu durchbrechen. Er verlegte die Hauptstadt nach <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Transoxanien">Transoxanien</a>, teilte das Land in Bezirke auf und führte eine eigene Währung ein. Sein Bruder <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tarmaschirin">Tarmaschirin</a> ging noch weiter: Er lehnte die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Jassa">Jassa</a> [mongolisches Gesetzbuch des 13./14. Jahrhunderts, Anm. d. Übers.] von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dschingis_Khan">Dschingis Khan</a> zugunsten des Islam ab. Beide bezahlten ihre Reformversuche mit dem Leben. Bald darauf zerfiel das Ulus [Reichsgebiet, Anm. d. Übers.], doch auf seinen Trümmern sollte später das Reich <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Timur">Amir Temurs</a> entstehen – der letzte Staat, dem es gelang, die „Steppe“ mit Hochkultur und der administrativen Macht des islamischen Reiches zu vereinen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Ulus, der tatsächlich nie zu einem Staat wurde</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 1224, kurz vor dem Tod Dschingis Khans, wurde das Mongolische Reich unter seinen Söhnen in Lehensgebiete (Ulus) aufgeteilt. Die Gebiete Zentralasiens – Transoxanien, <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Jetisu">Jetisu</a> und die Karawanenstädte an den Handelswegen, die China, den Iran und Indien verbanden – fielen dem zweiten Sohn, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tschagatai_Khan">Tschagatai</a>, zu. Nach mongolischem Brauch ging das Haupterbteil – die angestammten mongolischen Gebiete und der größte Teil der väterlichen Armee – an den jüngsten Sohn <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tolui_Khan">Tolui</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor der Ankunft der Mongolen blühten Samarkand, Buchara und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Otrar">Otrar</a> dank Handwerk und Handel auf. Doch Tschagatais Hauptlager befand sich in der Steppe, im Tal des Flusses Ili  weit entfernt von den städtischen Zentren. Die unterworfene Bevölkerung lebte in den meisten Fällen nach ihren eigenen Gesetzen, hier und da blieben sogar lokale Dynastien erhalten. Diese Situation kam Tschagatai persönlich durchaus entgegen: Er blieb ein überzeugter Nomade und strebte keine sesshafte Stadtverwaltung an, sondern bevorzugte die traditionelle Steppenherrschaft.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="744" height="592" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/05/Karte-des-Tschagataiischen-Ulus-zu-Ende-des-13.-Jahrhunderts.png" alt="" class="wp-image-44720" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/05/Karte-des-Tschagataiischen-Ulus-zu-Ende-des-13.-Jahrhunderts.png 744w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/05/Karte-des-Tschagataiischen-Ulus-zu-Ende-des-13.-Jahrhunderts-300x239.png 300w" sizes="(max-width: 744px) 100vw, 744px" /><figcaption class="wp-element-caption">Karte des Tschagataiischen Ulus zu Ende des 13. Jahrhunderts</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz Tschagatais Verachtung für das sesshafte Leben bildeten sich die wichtigsten Steuereinnahmen und Handelsströme gerade in den Städten und in den Dörfern auf dem Land. Um die sesshafte Bevölkerung zu verwalten, übertrugen die Mongolen die Steuererhebung und die Verwaltungsaufgaben an Vertreter der lokalen Wirtschaftselite. Es bildete sich jedoch kein einheitliches politisches Zentrum im Ulus heraus. Im Gegensatz zum Yuan-Reich, wo sich die Mongolen auf die chinesische Bürokratie stützten, oder zum Ilchanat, wo sich der nomadische Adel in die persischen Verwaltungspraktiken integrierte, entwickelte sich in Zentralasien ein besonderes Verwaltungsmodell. Indem sie die Städte an lokale Beamte verpachteten, konzentrierten sich die Mongolen auf die Verwaltung der Steppe.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/joo-yup-lee-the-turkic-peoples-in-world-history-routledge-2024/">Turkvölker in der Weltgeschichte</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Während die Nomaden also nach dem Jassa Dschingis Khans lebten, folgte die sesshafte Bevölkerung der islamischen Scharia. Formal durften sich die Mongolen nicht in städtische Angelegenheiten einmischen, und die Statthalter nicht in die der Steppe. In der Praxis wurde diese Grenze jedoch ständig überschritten: Die Khane verlangten Geld, die Pächter suchten Einfluss am Hof, die Wesire intrigierten gegen die Noyanen [mongolischer Titel für zivile und militärische Führer, meist adliger Abstammung, Anm. d. Übers.]. Die beiden Ordnungen prallten regelmäßig aufeinander und verursachten Chaos, was zum Hauptleiden des Ulus wurde.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kriege über Kriege</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts wurden die Gebiete der Tschagataiden in langwierige Bruderkriege verwickelt. Nach dem Tod von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%B6ngke_Khan">Möngke Khan</a> 1259, dem letzten Herrscher des vereinigten mongolischen Reiches, und dem Krieg um die Vorherrschaft von 1260 bis 1264 wurde das ehemalige Reich Dschingis Khans nicht mehr von einem einzigen Zentrum aus regiert, und das Kräfteverhältnis zwischen den Ulus veränderte sich drastisch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Konfrontation zwischen Tschagataiden Tschingisiden verschärfte sich – vor allem mit dem Urenkel Dschingis Khans, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qaidu_Khan">Qaidu</a>, der einen bedeutenden Teil der Steppengebiete kontrollierte und einen langwierigen Kampf um den Einfluss in Zentralasien führte. Gleichzeitig verschärften sich an den westlichen und nördlichen Grenzen die Konflikte mit der Goldenen Horde um die Steppengebiete und Handelswege zum Wolga-Gebiet und nach Westsibirien sowie im Südwesten mit dem Ilchanat um die Kontrolle über Khorasan und die Grenzstädte sowie die Karawanenrouten.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="744" height="727" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/05/Begraebnis-von-Tschagatai.jpeg" alt="" class="wp-image-44723" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/05/Begraebnis-von-Tschagatai.jpeg 744w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/05/Begraebnis-von-Tschagatai-300x293.jpeg 300w" sizes="(max-width: 744px) 100vw, 744px" /><figcaption class="wp-element-caption">Das Begräbnis von Tschagatai, persische Malerei, 14. Jahrhundert</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Krieg folgte dem anderen. Samarkand, Buchara, Herat und andere große Zentren wechselten wiederholt den Machthaber und die lokalen Emire waren gezwungen, ständig ihre Verbündeten zu wechseln. Innerhalb von fünfzig Jahren wechselten etwa ein Dutzend Khane an der Spitze des Ulus, doch keiner von ihnen konnte die Macht lange genug halten, um alle regionalen Gruppierungen unter seine Kontrolle zu bringen und eine stabile Herrschaft über die Städte und den Militäradel wiederherzustellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ibn Battuta, der Mitte des 14. Jahrhunderts Zentralasien bereiste, beschrieb ebenfalls den Verfall und Niedergang, in dem sich die Region nach einem Jahrhundert mongolischer Herrschaft befand: <em>„Moscheen, Medresen und Basare liegen in Trümmern, mit Ausnahme einiger weniger… Heute gibt es dort keinen einzigen Menschen, der sich in der Wissenschaft auskennt, und niemanden, der ihr Beachtung schenkt.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Zustand befand sich der Ulus zum Zeitpunkt der Machtübernahme durch Kebek, der als erster Tschagatai-Khan versuchte, das Herrschaftsmodell im Ulus zu ändern.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="711" height="1024" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/05/Ibn-Battuta-711x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-44724" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/05/Ibn-Battuta-711x1024.jpeg 711w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/05/Ibn-Battuta-208x300.jpeg 208w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/05/Ibn-Battuta.jpeg 744w" sizes="(max-width: 711px) 100vw, 711px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ibn Battuta, französische Malerei, 19. Jahrhundert</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Kebek: Feldherr und Reformer</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kebek war der Urururenkel von Dschingis Khan und Sohn des <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Duwa">Khans Duwa</a>, der den Ulus von 1282 bis 1307 regierte. Er wurde aller Wahrscheinlichkeit nach in der Steppe in einem Nomadenlager geboren und gehörte einem heidnischen Glauben an, sprach jedoch im Gegensatz zu den meisten seiner Vorfahren bereits einen turksprachigen Dialekt. Vermutlich vermischte sich die herrschende Schicht des Tschagatai-Ulus zu Beginn des 14. Jahrhunderts zunehmend mit der einheimischen Bevölkerung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 1309 wurde Kebek zum Khan ernannt. Doch fast unmittelbar darauf wurde auf Kebeks eigene Initiative hin ein <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kurultai">Kurultai</a> einberufen, der beschloss, die Macht an seinen älteren Bruder Esen-Buke zu übertragen. Kebek fügte sich und befehligte in den folgenden neun Jahren die Armee der Tschagataiden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In einem Feldzug gegen das Ilchanat überquerte Kebek den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Amudarja">Amudarja</a>, bezwang am Fluss <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Murgab_(Bartang)">Murgab</a> die Armee des Statthalters von Khorasan und erreichte Herat. Dort sah er, wie das Reich der Hulaguiden organisiert war – mit einer einheitlichen Silbermünze, Verwaltungsbezirken und einer funktionierenden Bürokratie. Im Tschagatai-Ulus gab es nichts dergleichen. Möglicherweise zu diesem Zeitpunkt reifte bei Kebek die Erkenntnis, dass sich im Tschagatai-Ulus etwas ändern musste.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/quryltai-tradition-und-zukunft-der-kasachischen-volksversammlung/">Quryltaı – Tradition und Zukunft der kasachischen Volksversammlung</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Als er nach dem Tod seines Bruders Esen-Buka im Jahr 1318 erneut an die Macht kam, beschloss er als Erstes, eine vollwertige Hauptstadt zu schaffen. Kebeks Residenz wurde <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qarshi">Qarshi</a>, das damals den Namen Nasaf trug. Die Wahl des Ortes war bezeichnend: keine Steppe, sondern eine Stadt in Transoxanien, in der Nähe der Handelswege und der wichtigsten Steuerquellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hier errichtete Kebek einen Palast – eines der wenigen bekannten Beispiele für eine feste Khan-Residenz in der Region. Der Palast wurde im Zentrum der örtlichen Festung errichtet und gab der Stadt möglicherweise ihren Namen: In der turksprachigen Tradition bedeutete „karshi“ nämlich „Palast“. Überreste dieses Komplexes wurden in Form von massive Mauern, Fußböden und Säulen gefunden. Die bloße Tatsache, dass ein solches Zentrum entstand, bedeutete einen Wandel der Prioritäten – die Macht war nicht mehr nomadisch. Rund um den Palast bildeten sich nach und nach neue Viertel des Adels und Handwerksmärkte, und das Leben des alten Nasaf begann sich in Richtung dieser Residenz zu verlagern. Nach Kebeks Tod verschwand das Gebäude nicht – unter Amir Temur wurde es umgebaut und in eine Moschee umgewandelt, die als Odina bekannt ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kebeks nächster Schritt betraf die Verwaltung der Gebiete. Die Ländereien des Khans wurden in Bezirke mit fest zugewiesenen Beamten aufgeteilt, die für die Erhebung von Steuern und die Aufrechterhaltung der Ordnung zuständig waren. Dies ermöglichte es, die Willkür vor Ort einzudämmen und zumindest teilweise die Kontrolle über die Einnahmen zurückzugewinnen, die zuvor in den Taschen der Emire und Zwischenhändler gelandet waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die auffälligste Reform des Khans war jedoch die Währungsreform. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts waren im Tschagatai-Ulus Münzen unterschiedlichen Gewichts und Qualität im Umlauf, die an verschiedenen Orten geprägt worden waren. Dies erschwerte den Zahlungsverkehr und bot Raum für Missbrauch. Kebek führte einen einheitlichen Standard für Silbermünzen ein. Die Prägung erfolgte nach einem einheitlichen Muster, und die Münzen selbst erhielten den Namen „Kebeks“. Die Vereinheitlichung des Geldumlaufs vereinfachte den Handel und stärkte die Position der Zentralmacht: Die Kontrolle über die Münzprägung bedeutete die Kontrolle über einen erheblichen Teil der Wirtschaftsströme.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="744" height="369" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/05/Muenzen-von-Khan-Kebek.jpeg" alt="" class="wp-image-44725" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/05/Muenzen-von-Khan-Kebek.jpeg 744w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/05/Muenzen-von-Khan-Kebek-300x149.jpeg 300w" sizes="auto, (max-width: 744px) 100vw, 744px" /><figcaption class="wp-element-caption">Münzen von Khan Kebek, ausgegraben in Buchara</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Parallel dazu wurden Maßnahmen zur Belebung der Wirtschaft des Ulus ergriffen. Quellen berichten von der Wiederherstellung der Bewässerungssysteme, der Förderung der Landwirtschaft und den Versuchen, Handwerkszentren wiederzubeleben. Für die Machthaber war dies eine Frage des Überlebens: Ohne stabile Einnahmen war es unmöglich, das Heer zu unterhalten und die Loyalität des Adels zu sichern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch genau hier stießen Kebeks Reformen auf Widerstand. Die verstärkte Kontrolle über Steuern und Münzwesen schränkte die Handlungsmöglichkeiten derer ein, die es gewohnt waren, eigenständig zu agieren. Die nomadische Elite verlor einen Teil ihrer Einkünfte und ihres Einflusses, während die städtische Oberschicht ihren Handlungsspielraum zwischen den verschiedenen Machtzentren einbüßte. Die Unterstützung des Khans blieb situationsabhängig, und jede Schwächung seiner Position wirkte sich unmittelbar auf die Regierbarkeit der Gebiete aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kebek behielt den Thron für einen Herrscher aus der Tschagatai-Dynastie relativ lange – ganze acht Jahre. Doch gelang es ihm nicht, das Kräfteverhältnis innerhalb des Ulus vollständig zu verändern. Nach seinem Tod blieben viele der eingeleiteten Maßnahmen in Kraft – vor allem das Währungssystem und die Praxis der Stützung auf die Städte. Ein stabiles Machtmodell bildete sich jedoch nie heraus. Die Kontrolle über die Gebiete hing weiterhin von Vereinbarungen zwischen einflussreichen Adelsgruppen ab und nicht von einer einheitlichen Ordnung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Weg vom Jassa und hin zur Scharia</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kebek starb im Jahr 1326 – einigen Quellen zufolge eines natürlichen Todes, anderen zufolge fiel er einer Verschwörung mongolischer Würdenträger zum Opfer. Der Thron ging an seinen Bruder Iltschigidai über, der Buddhisten und Katholiken schützte, jedoch nur sehr kurz regierte und ebenfalls ermordet wurde. Nach der kurzen Regierungszeit eines weiteren Bruders, Durr-Timur, kam schließlich Tarmaschirin an die Macht, der Kebeks Reformen fortsetzte.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="744" height="383" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/05/Muenzen-Tarmaschirins.jpeg" alt="" class="wp-image-44726" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/05/Muenzen-Tarmaschirins.jpeg 744w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/05/Muenzen-Tarmaschirins-300x154.jpeg 300w" sizes="auto, (max-width: 744px) 100vw, 744px" /><figcaption class="wp-element-caption">Münzen Tarmaschirins, 1331–1332</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Unter Tarmashirin wurde das von Kebek eingeführte Währungssystem auf das gesamte Gebiet des Ulus ausgeweitet. Neue Münzprägeanstalten wurden in Schangi-Taraz, Otrar und Badachschan eröffnet. Die Münzen wurden mit dem Namen Tarmaschirins und seines Sohnes Sanschar geprägt. Der unter Kebek eingeführte einheitliche Standard funktionierte nun überall.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch Tarmaschirins wichtigste Entscheidung betraf nicht die Wirtschaft, sondern die Ideologie: Der Khan konvertierte zum Islam und nahm den muslimischen Namen Ala ad-Din Muhammad und den Titel Sultan al-Azam – „der Größte Sultan“ – an. Bereits vor der Thronbesteigung Tarmaschirins bekannte sich wohl ein Teil der nomadisch Lebenden zum Islam. Und als der neue Khan seine Untertanen aufrief, sich dem muslimischen Glauben anzuschließen, folgte die überwiegende Mehrheit allmählich diesem Aufruf.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/religioese-koexistenz-im-10-jahrhundert-in-zentralasien/">Religiöse Koexistenz im 10. Jahrhundert in Zentralasien</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Khan ordnete an, täglich fünf öffentliche Gebete zu verrichten, und verbreitete den Islam in allen seinen Herrschaftsgebieten. Vor allem aber ersetzte er die traditionelle Gesetzgebung des Jassa teilweise durch die Scharia. Tatsächlich war die Aufhebung des Jassa strategischer Natur: Ohne diese Gesetzesgrundlage konnte der Khan nicht mehr abgesetzt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun lehnte sich der Nomadenadel im östlichen Teil des Ulus auf. Den Aufstand führte Tarmaschirins Neffe Buzan an, der von den Feldherren Ostturkestans unterstützt wurde. Tarmaschirin versuchte, nach <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ghazni">Ghazni</a> im heutigen Afghanistan zu fliehen, wurde 1334 jedoch gefangen genommen und getötet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Tod Tarmaschirin markierte für den Tschagatai-Ulus den Punkt, an dem es kein Zurück mehr gab. Sein westlicher Teil, Transoxanien, blieb unter der Herrschaft des islamisierten Adels. Im Osten, auf dem Gebiet des heutigen Jetisu und Ostturkestans entstand ein neuer Staat – Mogulistan („Land der Mogulen“). Zwar bildete es sich zunächst als Konföderation nomadischer Stämme, die nach dem Jassa lebten, doch schon bald siegten die zum Islam Konvertierten auch hier.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Erbe der Tschagataiden</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Prozesse, die Kebek und Tarmaschirin in Gang gesetzt hatten, waren nicht mehr aufzuhalten. Der Islam fasste allmählich auch unter der nomadisch lebenden Bevölkerung Fuß und die Idee einer einheitlichen Währung und einer zentralisierten Verwaltung überdauerte ihre Schöpfer. Der Tschagatai-Ulus zerfiel, doch sein Erbe erwies sich als lebensfähiger als das anderer mongolischer Reiche. Gerade in der Zeit der Mongolen bildeten sich die Normen der tschagataischen Sprache heraus – der literarischen Turksprache, in dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mir_%CA%BFAli_Schir_Naw%C4%81%CA%BEi">Alisher Navoiy</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Babur">Babur</a> schrieben. Diese Sprache, die lokale Dialekte und persisches Vokabular in sich vereinte, wurde zum direkten Vorläufer des heutigen Usbekischen und Uigurischen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/panorama/nawruz-und-der-islam-eine-koexistenz-mit-konflikten/">Nawruz und der Islam: Eine Koexistenz mit Konflikten</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Schließlich entstand auf den Trümmern des Tschagatai-Ulus jene Regierungsform, die später von Amir Temur genutzt wurde: ein zentralistischer Staat, der den Islam und die städtische Kultur mit der militärischen Disziplin und der imperialen Ideologie der Steppeneroberer verband. Die Reformen Kebeks und Tarmaschirins konnten den Ulus nicht retten. Doch ohne ihre Versuche, die Freiheit der Nomaden zu zügeln, hätte es wohl weder Amir Temur noch die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schaibaniden">Schaibaniden</a> oder das Zentralasien gegeben, wie wir es heute kennen.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Fergana News</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://fergana.agency/articles/146657/">Russischen</a> (gekürzt) von Michèle Häfliger</strong></p>



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		<title>Die Rückkehr von Kokpar als Kasachstans moderner Nationalsport</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Oct 2025 18:28:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit angepassten Regeln erlebt das zentralasiatische traditionelle Spiel hoch zu Ross ein Comeback kasachischer Kultur. Als die Sonne &#xFC;ber einem Hippodrom am Stadtrand von Almaty untergeht, stellen sich zehn M&#xE4;nner auf Karabair-Pferden in einer Reihe auf. Auf das Signal des Schiedsrichters hin st&#xFC;rmen sie &#xFC;ber das Feld auf einen gef&#xFC;llten Ledersack zu, der etwa so [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mit angepassten Regeln erlebt das zentralasiatische traditionelle Spiel hoch zu Ross ein Comeback kasachischer Kultur.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Als die Sonne über einem Hippodrom am Stadtrand von Almaty untergeht, stellen sich zehn Männer auf Karabair-Pferden in einer Reihe auf. Auf das Signal des Schiedsrichters hin stürmen sie über das Feld auf einen gefüllten Ledersack zu, der etwa so groß ist wie eine Ziege. Die Pferde stoßen zusammen, während die Reiter sich gegenseitig schubsen und mit der Peitsche treiben, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Das nomadische Spiel Kokpar hat begonnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das einst beliebte Kokpar aus Kasachstan ähnelt im Wesentlichen dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Buzkaschi#:~:text=Buzkashi%20ist%20ein%20Nationalsport%20in,das%20Spiel%20als%20unmoralisch%20betrachteten.">afghanischen Buzkaschi</a> oder dem kirgisischen Kök-Börü. Diese kasachische Version wurde jedoch an moderne Standards angepasst: ein kleineres Feld, weichere Tore und eine künstliche Ziege.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Daniıar Dauke<strong>ı</strong>, der einen lokalen Kokpar-Club leitet, dienen diese Änderungen dazu, die Popularität zu steigern. Ähnliche Maßnahmen werden in der ganzen Region ergriffen, um das nomadische Erbe des Spiels mit modernen Standards in Bezug auf Ethik und Sicherheit in Einklang zu bringen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eine gefährliche Tradition</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nach einem kurzen Gerangel stürmt ein Reiter mit der 25 Kilogramm schweren Attrappe an seiner Seite auf das Tor zu. Er springt von seinem Pferd in das donut-förmige Tor; der Spielzug nennt sich „Taı Qazan” – eine riskante, aber gängige Bewegung.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="519" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Gerangel-waehrend-eines-Kokpar-Spiels.-Foto-Albert-Otkjaer-1024x519.jpg" alt="" class="wp-image-43160" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Gerangel-waehrend-eines-Kokpar-Spiels.-Foto-Albert-Otkjaer-1024x519.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Gerangel-waehrend-eines-Kokpar-Spiels.-Foto-Albert-Otkjaer-300x152.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Gerangel-waehrend-eines-Kokpar-Spiels.-Foto-Albert-Otkjaer-768x389.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Gerangel-waehrend-eines-Kokpar-Spiels.-Foto-Albert-Otkjaer-1536x779.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Gerangel-waehrend-eines-Kokpar-Spiels.-Foto-Albert-Otkjaer-2048x1038.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Gerangel während eines Kokpar-Spiels. Foto: Albert Otkjaer</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die Dynamik des Spiels hat sich seit der Sowjetzeit verändert, es ist jetzt aggressiver“</em>, erzählt Ulan Bigojin, Anthropologe an der Nazarbaıev-Universität. Er weist darauf hin, dass das Spiel heute mit größeren Pferden gespielt wird. Zudem sei Kokpar nach wie vor ein körperbetonter Sport, der viel Kraft erfordert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Gefahr ist in Kirgistan offensichtlich, wo Anfang dieses Jahres ein Spieler starb, nachdem ein Pferd ihn umgerannt hatte – der dritte Todesfall dieser Art in sieben Jahren. Todesfälle sind zwar selten, aber Gehirnerschütterungen, Getrampel und Kollisionen bei hoher Geschwindigkeit sind an der Tagesordnung.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Trotz der häufigen Verletzungen erklärt Bigojin, dass insbesondere die Kirgisen zögern, Sicherheitsregeln einzuführen: <em>„Gerade durch die Beibehaltung dieser gefährlichen Aspekte des Spiels, wie beispielsweise eines Taı Qazan aus Beton, gewinnt das Spiel heute an Popularität.&#8220;</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Daukeı räumt die Gefahren des Taı Qazan ein, den er durch eine weichere Version ersetzen liess.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Anstelle des Beton-Tores, das in Kirgistan verwendet wird und für Pferde und Spieler gefährlich ist, bauen wir unsere Tore aus Heu“</em>, erklärt er. <em>„In der offiziellen kasachischen Version wird einfach ein Kreis auf das Feld gezeichnet, und es ist leicht, ein Tor zu erzielen. In unserer Version muss man vor dem Tor aus Heu anhalten, um es nicht umzuwerfen, und dadurch erhält die gegnerische Mannschaft mehr Zeit, ihr Tor zu verteidigen.“</em></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="586" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Tai-qazan-1024x586.jpeg" alt="" class="wp-image-43161" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Tai-qazan-1024x586.jpeg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Tai-qazan-300x172.jpeg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Tai-qazan-768x440.jpeg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Tai-qazan-1536x879.jpeg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Tai-qazan-2048x1172.jpeg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ein Taı Qazan aus Heu, mit einer Plane abgedeckt. Foto: Albert Otkjaer</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Daukeı verkürzte weiter das Spielfeld, um gefährliche Zusammenstöße zu vermeiden, reduzierte die Mannschaften von vier auf drei Spieler pro Seite und ersetzte den traditionellen Ziegenkadaver durch eine Puppe. Während einige Änderungen umstritten sind, wurde die Ziegenpuppe sogar von den kirgisischen Kök-Börü-Spielern weitgehend akzeptiert.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein traditioneller Sport</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die genauen Ursprünge von Kokpar sind unbekannt, aber Varianten dieses Spiels werden seit Jahrhunderten in ganz Zentralasien gespielt. Manchmal nahmen Hunderte von Reitern auf jeder Seite daran teil, und der Sport war sowohl Wettkampf als auch Gemeinschaftsritual.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Wenn wir auf das 19. und frühe 20. Jahrhundert zurückblicken, war Kokpar selbst während der Sowjetzeit wahrscheinlich weniger ein Sport als vielmehr ein Volksspiel“</em>, vermutet Bigojin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter sowjetischer Herrschaft verschwand Kokpar fast vollständig. Die Kollektivierung schränkte die Anzahl privater Pferde ein und nomadisch lebende Menschen wurden in Städte umgesiedelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/mutige-manner-geschickte-pferde-interview-mit-einem-kok-boru-spieler/">Mutige Männer, geschickte Pferde – Interview mit einem Kök-Börü Spieler</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Wenn man ein Pferd hatte, konnte man es für Kokpar trainieren. Da die meisten Pferde jedoch in Staatsbesitz übergingen, wurden sie vor allem in der Landwirtschaft eingesetzt. Es war zwar weiterhin möglich, Kokpar zu spielen, aber durch die Kollektivfarmen und die Abwanderung vieler Menschen in die Städte starb das traditionelle Spiel fast aus“</em>, erzählt Bigojin weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl Kokpar nie offiziell verboten wurde, geriet es bei vielen in Vergessenheit, insbesondere im Norden Kasachstans, wo russischstämmige Siedler:innen keine kulturelle Verbindung dazu hatten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wiederbelebung der Nomadenkultur</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Seit der Unabhängigkeit Kasachstans erlebte Kokpar im Rahmen einer breiteren Wiederbelebung nomadischer Traditionen ein Comeback. Die World Nomad Games, die 2014 ins Leben gerufen wurden und bereits in Kirgistan, der Türkei und Kasachstan stattfanden, präsentieren Sportarten wie Bogenschießen, Ringen und eben Kokpar. Die von lokalen Regierungen finanzierten Spiele ziehen Teilnehmende aus so weit entfernten Ländern wie den Vereinigten Arabischen Emiraten und den USA an.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="614" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Daukei-1024x614.jpeg" alt="" class="wp-image-43162" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Daukei-1024x614.jpeg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Daukei-300x180.jpeg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Daukei-768x460.jpeg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Daukei-1536x921.jpeg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Daukei-2048x1227.jpeg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Daniıar Daukeı beaufsichtigt das Gerangel. Foto: Albert Otkjaer</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die sozialen Medien tragen zur Rückkehr von Kokpar bei. Daukeıs Verein veröffentlicht Highlights für mehr als 50.000 Follower.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Wir können ohne soziale Medien nicht leben. Sie sind für uns eine Möglichkeit, das Spiel zu übertragen und sicherzustellen, dass die kasachische Bevölkerung weiß, wie spannend es ist“</em>, meint Daukeı.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig entstanden in ganz Kasachstan „Ethno-Dörfer“, die Besuchenden einen Einblick in die Lebensweise von früher geben. <em>„Man kann Kokpar spielen, Bogenschießen zu Pferd betreiben, Tee aus dem Samowar trinken und Plov am Stadtrand essen. Wenn man zurückkommt, teilt man all diese Videos und Bilder“</em>, analysiert Bigojin weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Spiel ist nach wie vor männerdominiert. Die Spieler stellen ihre Kraft zur Schau und müssen innerhalb der lokalen Wirtschaftselite Geld für ihren Sport sammeln. <em>„Einige lokale Geschäftsleute möchten vielleicht ihren Ruf aufbauen und das Spiel sponsern. Dadurch entsteht ein System der Förderung. Man kann ein männlicher Kokpar-Spieler sein, aber man braucht trotzdem Geld, um seine Leidenschaft aufrechtzuerhalten“</em>, schließt Bigojin.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Globale Ambitionen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für Daukeı besteht das Ziel nicht nur darin, Kokpar lokal wiederzubeleben, sondern es auch auf die internationale Bühne zu bringen. Die Idee dazu kam ihm 2017, als ausländische Polospieler, die Almaty besuchten, Kokpar zum ersten Mal ausprobierten und dessen Potenzial lobten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwei Jahre später präsentierten Daukeı und zehn Teamkollegen den Sport bei einem Jagdfestival in Fontainebleau, Frankreich, vor 17.000 Zuschauern. Dies war eine Gelegenheit, den Sport einer neuen Gruppe potenzieller Spieler vorzustellen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="586" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Ein-Kokpar-Spiel-bei-Nacht-1024x586.jpg" alt="" class="wp-image-43163" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Ein-Kokpar-Spiel-bei-Nacht-1024x586.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Ein-Kokpar-Spiel-bei-Nacht-300x172.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Ein-Kokpar-Spiel-bei-Nacht-768x439.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Ein-Kokpar-Spiel-bei-Nacht-1536x878.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Ein-Kokpar-Spiel-bei-Nacht-2048x1171.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ein Kokpar-Spiel bei Nacht. Foto: Albert Otkjaer</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Jeder Sport braucht Amateure, sie sind der Hauptmotor für die Entwicklung des Sports, weil sie eine andere Sicht auf das Spiel haben“</em>, meint Daukeı.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Vorführung in Frankreich brachte weitere Einladungen zu Reitsportveranstaltungen im Ausland ein, aber die Finanzierung bleibt eine Hürde. <em>„Wir erhalten jedes Jahr Einladungen zum Jagdfestival in Frankreich und auch Anrufe aus den USA, doch dazu brauchen wir einen guten Sponsor, um mit unseren Pferden dorthin zu kommen“</em>, erklärt er weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Andernorts belässt man den Sport näher an der nomadischen Version, die vor und während der Sowjetzeit gespielt wurde, um ihm zu mehr Popularität zu verhelfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/fusball-oder-kok-boru-hauptsache-kirgistan/">Fußball oder Kök-Börü – Hauptsache Kirgistan</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Aıdarbek Hodjanazarov, Präsident der Kokpar-Föderation und Abgeordneter, erzählt, er wolle den Sport wieder populärer machen, unter anderem durch die Gründung einer neuen Kokpar-Liga im Land. Hodjanazarov äußerte sich im vergangenen Jahr kontrovers, nachdem das Finale der Nomad Games zwischen Kirgistan und Kasachstan von kirgisischer Seite kritisiert worden war.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Vor einigen Jahren wurde unser kasachischer Spieler auf die Intensivstation gebracht, nachdem er von kirgisischen Spielern festgehalten worden war. Wir haben keine Aufregung darum gemacht. Denn dies ist Kokpar, kein Ballett. Wenn man spielen will, darf man sich nicht darüber beschweren, mit einer Peitsche geschlagen zu werden“</em>, waren seine Worte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ungeachtet aller Rhetorik über Stärke, Mut und Kühnheit mahnt Bigojin, dass Sicherheit an erster Stelle stehen müsse. Daukeı, der von seinem sichereren Format überzeugt ist, denkt bereits langfristig: <em>„In fünf Jahren sollte diese Version des Sports in Kasachstan populär werden und in zehn Jahren könnte er sich auf Kirgistan ausbreiten. Doch um sie international zu etablieren, braucht man 15 Jahre“</em>, vermutet er.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="546" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Nach-dem-Tor-1024x546.jpg" alt="" class="wp-image-43165" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Nach-dem-Tor-1024x546.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Nach-dem-Tor-300x160.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Nach-dem-Tor-768x410.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Nach-dem-Tor-1536x820.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/Nach-dem-Tor-2048x1093.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ein Kokpar-Spieler nach dem Erzielen eines Tors. Foto: Albert Otkjaer</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem er die Puppe im Taı Qazan abgedeckt hat, trabt ein Reiter in einem eng anliegenden Hemd und einer hellroten Pelzmütze zum Rand des Feldes. Er zieht sein Handy aus der Hosentasche, sein Gesicht leuchtet im Licht des Bildschirms. Am anderen Ende meldet sich eine weibliche Stimme. Es ist Zeit, das Tor mit seinen Liebsten zu feiern.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Albert Otkjaer für Vlast</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://vlast.kz/english/66467-the-return-of-kokpar-as-kazakhstans-modern-national-sport.html">Englischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/die-rueckkehr-von-kokpar-als-kasachstans-moderner-nationalsport/">Die Rückkehr von Kokpar als Kasachstans moderner Nationalsport</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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