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	<title>Nahrungsmittelkrise Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Mon, 16 Oct 2023 16:13:26 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Nahrungsmittelkrise Archives</title>
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		<title>In Turkmenistan nimmt die Brotkrise kein Ende</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Sep 2023 08:18:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
		<category><![CDATA[Brotkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Hunger]]></category>
		<category><![CDATA[Nahrungsmittelkrise]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In dem isolierten zentralasiatischen Land ist ein Gro&#xDF;teil der Bev&#xF6;lkerung auf subventionierte Lebensmittel angewiesen, die in staatlichen L&#xE4;den ausgegeben werden. Doch aus konjunkturellen und strukturellen Gr&#xFC;nden werden die versprochenen Rationen nicht immer geliefert, und seit einiger Zeit w&#xE4;chst die Unzufriedenheit der Menschen. In mehreren Provinzen des Landes wurden in diesem Sommer die versprochenen Mehl- und [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>In dem isolierten zentralasiatischen Land ist ein Großteil der Bevölkerung auf subventionierte Lebensmittel angewiesen, die in staatlichen Läden ausgegeben werden. Doch aus konjunkturellen und strukturellen Gründen werden die versprochenen Rationen nicht immer geliefert, und seit einiger Zeit wächst die Unzufriedenheit der Menschen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In mehreren Provinzen des Landes wurden in diesem Sommer die versprochenen Mehl- und Butterrationen verspätet geliefert. <a href="https://rus.azathabar.com/a/golodnye-bunty-v-turkmenistane-snova-uchastilsya-defitsit-produktov-i-stihiynye-protesty/32538909.html">Radio Azatlyk</a> berichtet sogar von Zusammenstößen und Schlägereien vor Regierungsläden. Im Juli starb im Bezirk <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/G%C3%B6rogly_District">Görogly</a> eine Mutter von sechs Kindern, nachdem sie in einer Menschenmenge <a href="https://rus.azathabar.com/a/v-gyorogly-v-rezul%D1%8Ctate-draki-iz-za-muki-pogibla-zhenschina/32508811.html">gestürzt war</a>. In <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%BCrkmenba%C5%9Fy_(Stadt)">Türkmenbaşy</a> schließlich griff die Bevölkerung im Juni <a href="https://rus.azathabar.com/a/32447380.html">ein Regierungsgeschäft an</a>.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Die ehemalige Sowjetrepublik, die über die viertgrößten Gasreserven der Welt verfügt, war seit 1993 nicht mehr an Engpässe bei den Lebensmittelrationen gewöhnt. Doch der Zusammenbruch der Weltmarktpreise für Kohlenwasserstoffe im Jahr 2014 und der anschließende Rückzug des Landes von der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gazprom">russischen Gazprom</a> führten zu einer Zahlungsbilanzkrise, wie die <a href="https://www.enpg.ro/turkmenistans-gas-hurdles-no-end-in-sight/">Energy Policy Group berichtet</a>. Die Schließung der Grenze zum Iran im Jahr 2019, über die normalerweise 80 Prozent der Lebensmittelimporte abgewickelt werden, hat zu weiteren Engpässen und Preissteigerungen geführt, <a href="https://turkmen.news/hunger-turkmenistan/">erklärt Turkmen News</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Situation wird seit 2017 von den Machthabenden ignoriert</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/A%C5%9Fgabat">Aşgabat</a> bilden sich vor Sonnenaufgang lange Schlangen von Menschen, die Brot kaufen wollen. Dies geschah zum ersten Mal Ende 2017, wurde aber von den Behörden nie öffentlich anerkannt. Zeitweise wurde die Polizei mobilisiert, um die Schlangen <a href="https://rus.azathabar.com/a/ashhabadskaya-politsiya-pytaetsya-vyyavlyat%D1%8C-neblagonadezhnyh-grazhdan-v-ocheredyah-za-hlebom/32488461.html">aufzulösen</a>, die dem Ansehen des Präsidenten <a href="https://www.rferl.org/a/turkmenistan-lines-at-food-stores-banned/31227989.html">„schadeten“</a>: Schließlich widersprach die Situation der offiziellen Darstellung eines wohlhabenden Landes und der turkmenischen Bevölkerung, die <a href="https://tdh.gov.tm/ru/post/30761/torzhestvennaya-ceremoniya-inauguracii-prezidenta-turkmenistana-2">„in einer Ära der Macht und des Glücks“</a> lebe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In einem der am stärksten abgeschotteten Länder der Welt (Platz 176 von 180 bei der <a href="https://www.reporter-ohne-grenzen.de/rangliste/rangliste-2023">Pressefreiheit</a>) gehören Zensur und Überwachung zum Alltag. Das staatliche Fernsehen berichtet nur von üppigen Regalen mit Getreide- und Fleischprodukten sowie buntem und süßem Obst und Gemüse in den Geschäften.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zwei Versorgungswege</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Turkmenistan gibt es zwei Systeme für den Kauf von Lebensmitteln. Auf der einen Seite verkaufen private Geschäfte und Basare die Lebensmittel zu Marktpreisen, die für einen Großteil der turkmenischen Bevölkerung unerschwinglich sind. Zum anderen können Grundnahrungsmittel zu Vorzugspreisen erworben werden. Dazu muss ein Familienstammbuch vorgelegt werden, das den Wohnsitz und die Familienzusammensetzung nachweist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/panorama/aschgabat-verschwindet-von-liste-der-teuersten-staedte-fuer-expats/#:~:text=W%C3%A4hrend%20Turkmenistans%20Hauptstadt%20Aschgabat%20seit,einzige%20deutschsprachige%20Nachrichtenmagazin%20%C3%BCber%20Zentralasien.">Aschgabat verschwindet von Liste der teuersten Städte für Expats</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Kilogramm Mehl, das in einem privaten Geschäft 6 Manat (1,60 Euro) kostet, ist in einem staatlichen Geschäft für 1,5 Manat (0,40 Euro) zu haben. Die Regel lautet: 5 Kilogramm Mehl pro Person und Monat. In der Praxis werden die vereinbarten 5 Kilogramm jedoch selten vollständig und oft erst mit monatelanger Verspätung verteilt und sind oft <a href="https://rus.azathabar.com/a/v-gosudarstvennyh-magazinah-ashhabada-prodayut-muku-s-zhuchkami-i-chervyami/32589469.html">nicht zum Verzehr geeignet</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Unzureichende Produktion</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Angesichts der wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die durch die Turbulenzen auf dem Gasmarkt noch verschärft wurden, reichen die Lebensmittelgutscheine nicht mehr aus. Ihre Einlösung wird streng kontrolliert. Im April 2022 <a href="https://www.rferl.org/a/turkmenistan-bread-rations-jail/31816546.html">bestraften</a> die Behörden in Aşgabat alle, die mehr Brot kauften, als ihnen zustand, mit bis zu 15 Tagen Gefängnis. Viele Menschen beschweren sich auch über eine informelle Regel, die den Kauf subventionierter Produkte vom Kauf unerwünschter, aber lokal hergestellter Produkte <a href="https://www.rferl.org/a/turkmenistan-subsidized-food-strings-attached-shortages-economy/30901417.html">abhängig mache</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und jetzt, wo immer mehr Menschen auf subventionierte Lebensmittel angewiesen sind, wird die Abschaffung der Preisobergrenzen in den staatlichen Geschäften von den Machthabenden immer wieder <a href="https://www.rferl.org/a/turkmenistan-rations-low-cost-food-ashgabat/32378669.html">ins Gespräch gebracht</a>, da sie der Meinung sind, die Bevölkerung brauche diese nicht mehr. Die seit 1993 kostenlose Versorgung mit Wasser, Gas und Strom, die durch Gaseinnahmen ermöglicht wurde, wurde ab 2017 schrittweise reduziert und 2019 ganz abgeschafft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Nachrichtenagentur <a href="https://en.trend.az/casia/turkmenistan/3792571.html">Trend berichtete</a> Anfang September über den Kauf von 54.000 Tonnen Mehl aus Russland. Turkmenistan produziert zwar durchschnittlich über eine Million Tonnen Weizen pro Jahr. Das ist aber nicht genug, um den Bedarf der offiziell sechs Millionen Einwohnenden zu decken. Das planwirtschaftliche Landwirtschaftsmodell ist ein Erbe der sowjetischen Vergangenheit, erklärt <a href="https://thediplomat.com/2022/08/has-turkmenistans-transition-to-a-market-economy-been-a-success/">The Diplomat</a>. Der Staat kontrolliert 90 Prozent der landwirtschaftlichen Produktion.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Land wird an Bauern nur unter der Bedingung verpachtet, dass sie Weizen oder Baumwolle anbauen. Letztere wird dabei hauptsächlich für den Export <a href="https://thediplomat.com/2018/12/understanding-turkmenistans-food-shortages/">produziert</a>. Zu allem Überfluss wurde die Ernte 2020 von Heuschrecken vernichtet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/zentralasien-droht-eine-der-schlimmsten-heuschreckenplagen-der-letzten-jahrzehnte/">Zentralasien droht eine der schlimmsten Heuschreckenplagen der letzten Jahrzehnte</a></strong></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Schwarzmarkt, leere Taschen, volle Kassen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Abwertung des Manat Anfang 2015 um fast 20 Prozent (auf rund 0,94 Euro) hat neben der <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/korruption-in-turkmenistan-die-familie-des-praesidenten-profitiert-vom-hunger-der-bevoelkerung/">Korruption</a> den Schwarzmarkt deutlich gestärkt. Da der turkmenische Manat außerhalb des Landes nicht konvertierbar ist, schreckt der <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/turkmenistan-verbietet-abhebungen-in-fremdwaehrung/">erschwerte Zugang zu Devisen</a> Importeure ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/turkmenistan-verbietet-abhebungen-in-fremdwaehrung/">Turkmenistan verbietet Abhebungen in Fremdwährung</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei mangelt es Turkmenistan nicht an Geld. In Aşgabat, der scheinbar makellosen Hauptstadt mit ihren Türmen aus Stein und weißem Marmor, häufen sich weitere Architekturprojekte. Zu den jüngsten Fantasien des turkmenischen Präsidenten gehört eine sechs Meter hohe Statue aus massivem Gold, die einen Hund der Rasse <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zentralasiatischer_Owtscharka">Alabai</a> darstellt. Dieser stelle das Regime als Symbol der nationalen Identität dar, wie <a href="https://eurasianet.org/turkmenistans-president-gets-his-golden-dog">Eurasianet berichtet</a>. Dass die Kassen des Landes nicht leer sind, zeigt auch der <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/in-turkmenistan-ist-die-arkadag-manie-in-vollem-gange/">Bau einer neuen Stadt</a> für über 4,5 Milliarden Euro.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Eléonore Darasse, Redakteurin für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/turkmenistan/turkmenistan-crise-du-pain-nen-finit-plus/">Französischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>„Zwiebelkrise“ nach hartem Winter in Zentralasien</title>
		<link>https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/zwiebelkrise-nach-hartem-winter-in-zentralasien/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Emma Collet]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 26 Mar 2023 17:31:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zwiebeln sind eine der Hauptzutaten in traditionellen zentralasiatischen Gerichten. Ihr Preis stieg in diesem Winter allerdings stark an. Es ist eines von vielen Zeichen daf&#xFC;r, dass Zentralasien eine Inflation bei Grundnahrungsmitteln droht, die Gefahr l&#xE4;uft, dar&#xFC;ber hinaus eine Nahrungsmittelkrise auszul&#xF6;sen. Der Preis f&#xFC;r ein Kilogramm Zwiebeln ist in Kasachstan innerhalb eines Jahres um satte 105% [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zwiebeln sind eine der Hauptzutaten in traditionellen zentralasiatischen Gerichten. Ihr Preis stieg in diesem Winter allerdings stark an. Es ist eines von vielen Zeichen dafür, dass Zentralasien eine Inflation bei Grundnahrungsmitteln droht, die Gefahr läuft, darüber hinaus eine Nahrungsmittelkrise auszulösen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Preis für ein Kilogramm Zwiebeln ist in Kasachstan innerhalb eines Jahres um satte 105% gestiegen, berichtet das kasachstanische Medienunternehmen <a href="https://twitter.com/Ordakazakhstan_/status/1630860376958009345">Orda</a>. In nur wenigen Monaten trieb die Inflation sämtliche Lebensmittelpreise in die Höhe, was einen allgemeinen Preisanstieg von mehr als 25% im Vergleich zum Vorjahr <a href="https://twitter.com/Ordakazakhstan_/status/1630084836768489473">beträgt</a>. Der Hauptgrund dafür waren die extrem kalten Temperaturen in diesem Winter, dem <a href="https://eurasianet.org/uzbekistan-kazakhstan-ban-food-exports-amid-wild-winter-inflation">„härtesten Winter seit 2008“</a> in Zentralasien. Die Kälte brachte demnach nicht nur die Energieinfrastruktur der Republiken, sondern auch die landwirtschaftliche Produktion an ihre Grenzen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/kaeltewelle-fuehrt-zu-energiekrise-in-usbekistan/">Kältewelle führt zu Energiekrise in Usbekistan</a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Nachbarn Kasachstans wurden nicht verschont. In Usbekistan, einem der am härtesten betroffenen Länder, ruinierte der Frost große Teile der Zwiebelbestände und erschwerte die Logistik, erklärte das Landwirtschaftsministerium in einer <a href="https://www.agro.uz/ru/11-04536113/">Pressemitteilung</a>. Im Gegensatz zu den meisten Ländern, in denen der tatsächliche Zwiebelverbrauch etwa 10-15 kg pro Person und Jahr beträgt, liegt er in Usbekistan, wie auch im benachbarten Tadschikistan, <a href="https://www.asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/economic/20230210/kak-zapret-na-eksport-v-tadzhikistane-povliyaet-na-tseni-na-luk-i-drugie-ovotshi">gemäß Schätzungen</a> bei über 35 kg. Diese Länder müssen sich daher mit einer ernsthaften Nahrungsmittelkrise auseinandersetzen und Maßnahmen ergreifen, die die weltweite Nahrungsmittelkette betreffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Preise und Spekulationen explodieren auf den Basaren</strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">„Der Zwiebelpreis in den Regalen in Moskau entspricht jetzt 500 Tenge (1,10 Euro), in Usbekistan 350 Tenge (76 Cent) und in Kasachstan liegt er an manchen Orten bei 170 Tenge (37 Cent)“, <a href="https://vlast.kz/novosti/53571-v-kazahstane-zapasov-luka-ostalos-malo-mintorgovli-zavezet-ego-iz-tadzikistana.html">warnte</a> der kasachische Handelsminister Serik Jumangarin. Auf den Märkten und Basaren wiesen mehrere Beobachtende auf die leeren Verkaufsstände hin. Im zentralasiatischen Raum hat die Zwiebel-Knappheit Platz für Spekulationen gemacht. In Tadschikistan beispielsweise sind die Preise auf den Basaren drei- bis viermal so hoch wie die Preise auf den Bauernhöfen, berichtet das tadschikistanische Medium Asia-Plus. In Turkmenistan stieg der Preis für Zwiebeln in einigen Regionen Ende Januar von 7 auf 25 Manat, <a href="https://rus.azathabar.com/a/severe-cold-pushed-prices-up/32233533.html">schreibt Radio Azatlyk</a>, der Dienst von Radio Free Europe in Turkmenistan. Der kasachische Minister erklärte währenddessen, sein Ministerium arbeite mit den Grenzbehörden zusammen, um Schmuggel zu verhindern. </p>


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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jedem Staat seine eigene Zwiebel</strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Angesichts dieser Zwiebelknappheit wurden drastische Maßnahmen ergriffen. Bereits am 20. Januar <a href="https://www.agro.uz/ru/11-04536113/">kündigte</a> das usbekische Landwirtschaftsministerium ein viermonatiges Exportverbot für Zwiebeln an, nachdem sich die Preise innerhalb von drei Wochen verdoppelt hatten, und begründete dies damit, dass schlichtweg keine Reserven vorhanden seien. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 27. Januar verbot auch Kasachstan die Ausfuhr von Zwiebeln, deren Preis in nur einer Woche um 5% gestiegen war, <a href="https://vlast.kz/novosti/53571-v-kazahstane-zapasov-luka-ostalos-malo-mintorgovli-zavezet-ego-iz-tadzikistana.html">wie Vlast.kz berichtet</a>. Am 10. Februar zog Tadschikistan nach und stoppte den Zwiebelexport, damit die Vorräte bis zur nächsten Ernte für die gesamte Bevölkerung reichen. Das Landwirtschaftsministerium gab laut Asia-Plus einen Verlust von 10-12% der Vorräte sowie der Winterkulturen bekannt. In Kirgistan schließlich gilt dasselbe vorübergehende Verbot bereits seit dem 31. Januar für drei Monate und betrifft auch Schalotten, Lauch und anderes Zwiebelgemüse, <a href="https://24.kg/obschestvo/257220_luk_podorojal_vkyirgyizstane_vremenno_zapretili_ego_eksport/">wie das kirgisische Medium 24.kg berichtet</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Weltweite Resonanz</strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die <a href="https://www.bloomberg.com/news/articles/2023-02-24/vegetable-shortage-onion-prices-soar-fueling-global-food-inflation?sref=ZbdXkV8w&amp;leadSource=uverify%20wall">Analyse des US-Mediums Bloomberg</a> zeigt, dass der Kilopreis für Zwiebeln wie auch für andere Grundnahrungsmittel in mehreren Regionen exponentiell steigt, insbesondere auch in Südostasien. Pakistan, ein wichtiger Zwiebelproduzent, der im vergangenen Jahr von verheerenden Überschwemmungen heimgesucht wurde, musste mitansehen, wie ein Großteil seiner Kulturen verschwand, <a href="https://www.indiatoday.in/world/story/pakistan-declares-national-emergency-as-flood-death-toll-reaches-937-1992945-2022-08-26">berichtet die Nachrichtenagentur India Today</a>. In den Monaten vor der Kältewelle in Zentralasien <a href="https://east-fruit.com/en/news/pakistan-increases-onion-imports-from-uzbekistan/">berichtete die Plattform East Fruit</a>, dass Usbekistan seine Zwiebelausfuhren nach Pakistan erhöhte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Marokko und die Türkei mussten Exporte unterbinden, ebenso wie die zentralasiatischen Republiken. Auf den Philippinen sind die Preise so stark gestiegen, dass die Regierung eine Untersuchung wegen Kartellbildung eingeleitet hat, berichtet Bloomberg. Am 8. Februar wurde in einem <a href="https://www.fao.org/newsroom/detail/joint-statement-by-the-heads-of-fao-imf-world-bank-wfp-and-wto/en">Kommuniqué</a> der Vereinten Nationen und der Weltbank auf diese schwierige Situation hingewiesen und vor der Gefahr einer weltweiten Nahrungsmittelkrise gewarnt.   </p>



<div class="wp-block-group is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Emma Collet, Redakteurin für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/economie/apres-un-rude-hiver-une-crise-de-loignon-en-asie-centrale/">Französischen</a> von Michèle Häfliger </strong></p>



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