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	<title>Müll Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
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	<title>Müll Archives</title>
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		<title>Region Almaty: Anwohner:innen kämpfen mit Müllproblem</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Vlast]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Apr 2025 20:55:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Deponie]]></category>
		<category><![CDATA[Koksai]]></category>
		<category><![CDATA[Müll]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Abf&#xE4;lle der Millionenstadt Almaty landen teilweise auf einer illegalen Deponie im nahegelegenen Dorf Koksai. Die Anwohner:innen wehren sich. Die Bewohner:innen des Dorfes Koksai im Bezirk Irgeli im Gebiet Almaty haben seit vielen Jahren mit einer nicht genehmigten M&#xFC;lldeponie neben ihren H&#xE4;usern zu k&#xE4;mpfen. Wegen der Haushalts- und Industrieabf&#xE4;lle, die aus verschiedenen Teilen von Almaty [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Abfälle der Millionenstadt Almaty landen teilweise auf einer illegalen Deponie im nahegelegenen Dorf Koksai. Die Anwohner:innen wehren sich.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bewohner:innen des Dorfes <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Koksay">Koksai</a> im Bezirk <a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%98%D1%80%D0%B3%D0%B5%D0%BB%D0%B8">Irgeli</a> im Gebiet <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Almaty_(Gebiet)">Almaty</a> haben seit vielen Jahren mit einer nicht genehmigten Mülldeponie neben ihren Häusern zu kämpfen. Wegen der Haushalts- und Industrieabfälle, die aus verschiedenen Teilen von Almaty dorthin gelangen, können sie den Gestank nicht loswerden und müssen häufig mit Bränden rechnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die lokalen und republikanischen Behörden sind untätig: Sie erkennen die Deponie als illegal an, weigern sich aber, wirksame Maßnahmen zu ihrer Beseitigung zu ergreifen. Der Eigentümer des Grundstücks, auf dem sich die Deponie befindet, erhält nur geringe Geldstrafen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ökologischer Kollaps</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Koksai, 5&nbsp;km von Almaty entfernt, ist seit 2008 eine Mülldeponie in Betrieb. Die Bewohner:innen der umliegenden Häuser begannen Anfang der 2010er Jahre, Land für ihren Bau zu kaufen. Die Deponiefläche wuchs jedoch trotz der Zunahme der Wohngebiete. Nach Berechnungen von Anwohner:innen wird die Deponie täglich von 300 Autos angefahren, für die Müllverkäufer:innen jeweils rund 45.000 Tenge (ca. 75 Euro) zahlen.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Ursprünglich wurde die Deponie für Bauabfälle genutzt, aber seit 2022 nimmt sie auch Hausmüll an, sagte Arman, einer der Bewohner von Koksai. <em>„Wenn der Wind auffrischt, wird der ganze Müll durch die Siedlung geblasen.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/wilde-muellkippen-in-kasachstan-warum-gibt-es-sie-und-wie-kann-man-sie-bekaempfen/">Wilde Müllkippen in Kasachstan: Warum gibt es sie und wie kann man sie bekämpfen?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl die Grenzen der Deponie ständig erweitert werden, kann sie nicht den ganzen Müll aufnehmen, der hierher kommt. Deshalb wird laut Şarip, einem weiteren Bewohner der Siedlung, ein Teil des Mülls von Autos in den Fluss Aksai geschoben. <em>„Anstatt sich um den Fluss zu kümmern und sein Bett zu reinigen, kippen sie hier alles weg. Überall liegt Polyäthylen herum, und es sollte Gras wachsen“.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber die Mülldeponie nimmt nicht alle Arten von Abfall an. Und wenn sie es doch tut, lassen die Leute, die zu ihr kommen, sie auf der Landstraße liegen. <em>„Während religiöser Feste werden Tierhäute und Kadaver hierher gebracht. Wenn die Leute an der Müllkippe abgewiesen werden, fahren sie ein Stück weiter die Straße hinunter und laden sie dort ab. Und es ist alles voller Parasiten. Wir selbst halten Vieh in der Nähe, und das ist sehr gefährlich“</em>, so Şarip weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Akim">Akimat</a> des Landkreises Irgeli streitet dies jedoch ab: <em>„Die Einleitung von Abwässern oder Häuten von Nutztieren wurde nicht erfasst. Wenn diese Tatsachen aufgedeckt werden, werden sie zur Verantwortung gezogen werden“.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch nachts werden auf der Deponie regelmäßig Isoliermaterialien verbrannt, um daraus Kupfer und Aluminium zu gewinnen. Und im Winter verbrennen die Deponiearbeiter:innnen Müll zum Heizen. Dies führt manchmal zu einem sich schnell ausbreitenden Feuer, gegen das die Deponiearbeiter:innen machtlos sind, so Gulnara, eine Bewohnerin der Siedlung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekistan-der-kampf-gegen-den-muell-geht-weiter/">Usbekistan: Der Kampf gegen den Müll geht weiter</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem wird die Straße durch den ständigen Zustrom von Autos im Dorf regelmäßig zerstört. Die Bewohner:innen von Koksai haben schon mehrmals versucht, die Straße auf eigene Kosten zu asphaltieren, aber sie wurde schnell schlechter. <em>„Im Herbst und im Frühjahr gibt es hier ständig Schlamm. Es ist unmöglich, mit dem Auto zu fahren, und manche Leute haben hier nicht einmal ein Auto. Die Kinder gehen zu Fuß zur Schule. Wir haben auch ein Gewächshaus im Dorf und stellen Möbel her. Die Unternehmen erleiden wegen der kaputten Straße Einbußen“</em>, sagte einer der Anwohner.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Schweigen seitens der Behörden</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Gulnara, die seit 2019 in der Siedlung lebt, versucht seit vier Jahren, die Aufmerksamkeit der Behörden auf die Probleme der Siedlung zu lenken. Sie hat Anträge an verschiedene Behörden geschrieben – vom Akimat des Landkreises Irgeli bis zum Umweltministerium – und andere Bewohner:innen von Koksai in den Prozess einbezogen. <em>„Wir haben auch Verhandlungen mit der Leitung der Mülldeponie aufgenommen. Sie forderten uns auf, uns nicht zu beschweren, weil auf der Deponie etwa 100 Menschen arbeiten, darunter auch Besucher:innen aus anderen Ländern.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kommunikation mit den Regierungsbehörden war ebenso schwierig und erfolglos. <em>„Als ich am Empfang gefragt wurde, in welchem Bezirk ich mich befinde, sagte man mir sofort, dass meine Anfrage erfolglos sei – niemand von den lokalen Exekutivorganen würde im Bezirk </em><a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Karasay_District"><em>Karasai</em></a><em> arbeiten.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/dreckloch-oder-goldgrube-die-mulldeponie-von-samarkand/">Dreckloch oder Goldgrube? Die Mülldeponie von Samarkand</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der gleichen Gleichgültigkeit wurde sie konfrontiert, als sie versuchte, einen Antrag zu stellen, damit das Gebiet des Dorfes Koksai im allgemeinen Plan des Bezirks Karasai als Wohngebiet ausgewiesen wird. <em>„Die Regierung erwägt eine Grenzverschiebung, und die lokalen Behörden sind dagegen“.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Einzige, was sie erreichen konnten, war ein gemeinsames Treffen der Bewohner:innen von Koksai mit der Deponieverwaltung und den Behörden im Jahr 2022. Daran nahmen Vertreter:innen des Akimats des Landkreises Irgeli und der Stadt <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Kaskelen">Kaskelen</a> sowie Mitarbeiter:innen des Umweltministeriums und der Abteilung für Notfallsituationen teil.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Anschluss an das Treffen wurde eine Mediationsvereinbarung zwischen den Anwohner:innen und der Deponieverwaltung getroffen. Demnach sollte die Deponie innerhalb von zwei Jahren in eine Produktionsstätte für Schaumstoffblöcke umgewandelt werden. Dieser Zeitraum war erforderlich, um die Landschaft der Deponie auf Kosten des neuen Mülls zu ebnen. Der Akimat des Landkreises Irgeli versprach im Gegenzug, das Problem mit der Straße zu lösen. Nach zwei Jahren wurde noch nicht mit dem Bau begonnen. Auch die Straße wurde nicht repariert. <em>„Zuerst versuchten die Behörden, das Problem zu lösen, indem sie die Straße flicken. Aber dann beruhigten sich alle wieder.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Akimat des Landkreises Irgeli begründete dies damit, dass die Straße in der Koksai-Siedlung nicht auf der Liste der <em>„wesentlichen reparaturbedürftigen Straßen“</em> steht, die nur Hauptverkehrsstraßen umfasst. Aus Verzweiflung über die Gleichgültigkeit der Behörden blockierten die Bewohner:innen von Koksai im Winter 2024 den Verkehr auf der zur Siedlung führenden Kreisstraße. Laut Gulnara reagierten die Behörden jedoch auch danach nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-grose-herausforderung-haushaltsmull-in-kirgistan/">Die große Herausforderung: Haushaltsmüll in Kirgistan</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ministerium für Notsituationen erklärte, dass die Deponie für Bau- und Haushaltsabfälle <em>„im nördlichen Teil des Dorfes Koksai im Landkreis Irgeli illegal angelegt“ </em>sei. Die Grundstücke mit einer Gesamtfläche von 2,65 Hektar, auf denen sich die Deponie befindet, sind offiziell für die Landwirtschaft bestimmt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Akimat des Landkreises Irgeli meinte, dass keiner seiner Vertreter:innen am Abschluss der Mediationsvereinbarung zwischen den Anwohner:innen und dem Eigentümer der Deponie beteiligt war. <em>„Außerdem liegt es nicht in der Zuständigkeit des lokalen Exekutivorgans, die Durchführung privater Projekte zu kontrollieren“</em>, heißt es in der Antwort des Akimats des Landkreises Irgeli.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Akimat fügte jedoch hinzu, dass Mitte Juni 2024 der Vizeminister für Ökologie, Geologie und natürliche Ressourcen das Dorf besuchte. Zusammen mit ihm waren ein Spezialist der Abteilung für Ökologie der Region Almaty, der stellvertretende Akim des Landkreises Irgeli und ein Inspektor der Polizeibehörde des Bezirks Karasai anwesend. Nach der Inspektion des Geländes erstellten die Spezialist:innen ein Verwaltungsprotokoll und verhängten gegen den Eigentümer des Grundstücks, Esen Tleuhanov, eine Geldstrafe in Höhe von 73.840 Tenge (ca. 125 Euro). Zusätzlich zu der Geldstrafe wurde Tleuhanov mündlich über die Regeln der Grundstücksverbesserung und die Einhaltung der Umweltvorschriften aufgeklärt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2022 wurde Tleuhanov aus denselben Gründen bereits zu einer Geldstrafe von 155.000 Tenge (ca. 265 Euro) verurteilt. Und 2023 wurde in Fortsetzung dieser Inspektion eine Geldstrafe von 172,5 Tausend Tenge (ca. 290 Euro) gegen den stellvertretenden Akim des Landkreises Irgeli, Amantai Terlikbaev, wegen unerlaubter Ablagerung fester Haushaltsabfälle auf dem Gebiet des Landkreises Karasai verhängt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Was wurde in Wirklichkeit getan?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ministerium für Notfallsituationen fügte hinzu, dass die Abteilung für Notfallsituationen und die Exekutivorgane der Region Aufklärungsarbeit geleistet haben, um die Lagerung und Verbrennung von Abfällen unter Verletzung der Brandschutzvorschriften zu verhindern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/steigende-besucherzahlen-nach-kasachstan-herausforderung-oder-gelegenheit/">Steigende Besucherzahlen nach Kasachstan – Herausforderung oder Gelegenheit?</a></strong><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„In diesem Jahr wurden keine Fälle von Entzündungen und Bränden registriert“</em>, betonte die Behörde. Die Anwohner:innen von Koksai behaupten das Gegenteil. Ein Gerichtsverfahren könnte die Lösung sein, aber die Bewohner:innen fürchten die hohen Kosten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bewohner:innen von Koksai müssen zusehen, wie Dutzende von Lastwagen täglich ihren Müll zu einer illegalen Müllkippe in ihrem Dorf bringen, und hoffen, dass die Behörden ihrem Problem eines Tages nicht mehr gleichgültig gegenüberstehen. Doch dafür gibt es bisher keine Anzeichen.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Dmitriy Mazorenko für Vlast</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://vlast.kz/obsshestvo/61756-nepobedimyj-musor.html">Russischen</a> von Irina Radu</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Tazar Recycling Initiatives – ein Interview mit Ainura Sagyn</title>
		<link>https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/tazar-recycling-initiatives-ein-interview-mit-ainura-sagyn/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 Mar 2024 18:00:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Ainura Sagyn]]></category>
		<category><![CDATA[Müll]]></category>
		<category><![CDATA[Nachhaltiges Zentralasien]]></category>
		<category><![CDATA[Nachhaltigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Recycling]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>NACHHALTIGES ZENTRALASIEN. Ainura Sagyn, Mitbegr&#xFC;nderin von Tazar, einer Plattform f&#xFC;r Abfallmanagement in Kirgistan, spricht &#xFC;ber die Herausforderungen der M&#xFC;lltrennung in Zentralasien und was dagegen getan werden kann. Ihre Plattform f&#xFC;r Abfallwirtschaft verbindet die K&#xE4;ufer von Wertstoffen und deren Verk&#xE4;ufer miteinander. Wie kam es zu dieser Idee? Warum haben Sie sich vor vier Jahren entschlossen, das [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>NACHHALTIGES ZENTRALASIEN. Ainura Sagyn, Mitbegründerin von Tazar, einer Plattform für Abfallmanagement in Kirgistan, spricht über die Herausforderungen der Mülltrennung in Zentralasien und was dagegen getan werden kann.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ihre Plattform für Abfallwirtschaft verbindet die Käufer von Wertstoffen und deren Verkäufer miteinander. Wie kam es zu dieser Idee? Warum haben Sie sich vor vier Jahren entschlossen, das Problem der Abfallwirtschaft anzugehen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Kirgistan und seine Nachbarländer Tadschikistan, Usbekistan und Kasachstan sind wunderschöne Länder mit Bergen, Flüssen und reichhaltigen natürlichen Ressourcen. In den letzten 20 Jahren wurde unsere schöne Natur jedoch durch den zunehmenden Abfall verunreinigt, der sowohl unsere Umwelt als auch die Gesundheit der Bevölkerung bedroht. Alle wiederverwertbaren Materialien werden in den normalen Müll geworfen und auf Mülldeponien entsorgt. Es gibt kleine lokale Unternehmen, die versuchen, dieses Problem durch kleine, gewinnorientierte Recyclingbetriebe zu verringern. Diese Unternehmen sammeln wiederverwertbares Material und recyceln es. Und wir verbinden diese Unternehmen mit Menschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zusätzlich zu den Abfallverarbeitungskapazitäten des Standorts umfasst <a href="http://www.tazar.org/ru/about/">Tazar</a> eine Bildungskomponente. Unsere App wird genutzt, um Wissen über umweltbewusste Produkte und Recyclingunternehmen in ganz Zentralasien zu verbreiten, die User zu inspirieren und ihnen zu zeigen, dass Recycling in Zentralasien möglich ist, selbst wenn keine effiziente Infrastruktur von den Regierungen bereitgestellt wird.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Derzeit zielt unsere Arbeit darauf ab, einen nachhaltigen und direkten Einfluss auf den Recyclingsektor in Kirgistan zu nehmen und umweltfreundliches Verhalten zu fördern. In ein paar Jahren wollen wir das Projekt auf Usbekistan ausweiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Tazar-Plattform verbindet eine Vielzahl von Akteuren, von der allgemeinen Öffentlichkeit bis hin zu privaten Unternehmen und staatlichen Stellen. Wie gelingt es Ihnen, die relevanten staatlichen und privatwirtschaftlichen Akteure zu überzeugen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Kirgistan verfügt derzeit nicht über die nötige Infrastruktur, um dieses Problem effizient zu bewältigen. Ich glaube, dass kleine, von engagierten Menschen durchgeführte Projekte zur Lösung dieser Art von Problemen in Entwicklungsländern beitragen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Problem der katastrophalen Ausbreitung von Abfällen in Kirgistan wächst von Jahr zu Jahr, und zwar aus zwei Gründen. Erstens hat die Bevölkerung keine bequeme Möglichkeit, die Wertstoffe zu den Recyclingzentren zu bringen, um den Abfall zu reduzieren. Zweitens hat sich das „Umweltbewusstsein“ in Zentralasien noch nicht als allgemeine Verhaltenstendenz durchgesetzt. Laut der jüngsten Umfrage zur Abfallwirtschaft könnten in Kirgistan 70 Prozent des Mülls recycelt werden, aber nur 14 Prozent davon werden es derzeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/lehre-der-sauberen-energiewende-abylaikhan-soltanayev-im-interview/">Lehre der sauberen Energiewende – Abylaikhan Soltanayev im Interview</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In Kirgistan gibt es 500 Recyclingstellen, an denen die Menschen ihre Wertstoffe abgeben können. Tazar bietet eine detaillierte Karte der Abfallsammelstellen, die über unsere App (für iOS und Android erhältlich) abgerufen werden kann. Unsere Social-Media-Plattformen haben mehr als 9000 Follower, und die App wurde über 8500-mal heruntergeladen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tazar hat sich bereits zu einer positiven Kraft für den sozialen Wandel in Bischkek entwickelt. Es handelt sich nicht nur um einen funktionalen Dienst zur Verringerung der Müllmenge, sondern sensibilisiert die Öffentlichkeit mit informativen und ansprechenden Artikeln, Nachforschungen und Tipps.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Tazar erlangte weltweite Berühmtheit, als Sie von der BBC in die Liste der 100 inspirierenden und einflussreichen Frauen aus aller Welt für 2022 aufgenommen wurden. Hat Ihnen diese Bekanntheit zusätzliche Unterstützung im In- und Ausland gebracht? Gibt es etwas, das Sie unserer Leserschaft sagen möchten?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der Anerkennung durch die BBC erhielten wir über 1000 Abholaufträge, und mehr als 40 Organisationen äußerten den Wunsch, mit uns zusammenzuarbeiten. Solche Auszeichnungen tragen dazu bei, Tazar bekannt zu machen und allgemein das Bewusstsein dafür zu schärfen, was wir als Einzelpersonen in unseren lokalen Gemeinschaften tun können, um dem Planeten zu helfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jährlich werden in Kirgistan mehr als 400.000 Tonnen Abfall auf Deponien entsorgt, ohne potenziell wiederverwertbare Materialien und gefährliche Abfälle ordnungsgemäß zu verwerten. Dies schadet unserer Umwelt, verschmutzt Wasser und Boden, und gelangt auch über die Nahrung und das Trinkwasser in unseren Körper.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/entwicklung-erneuerbarer-energien-in-kasachstan-ein-interview-mit-ainur-sospanova/">Entwicklung erneuerbarer Energien in Kasachstan – ein Interview mit Ainur Sospanova</a></strong><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dank unserer einzigartigen App kann jeder, der ein Telefon besitzt, eine Recyclingstation finden und seine Wertstoffe dorthin bringen, damit sie nicht auf einer Mülldeponie landen. Wir bieten auch einen Abholservice für diejenigen, die nicht in der Lage sind, zu den Recycling-Stationen zu fahren. Man kann eine Bestellung aufgeben, angeben, wie viel Wertstoffe man hat, und die Zeit der Abholung angeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Vor welchen Herausforderungen steht Kirgistan bei der Bewältigung des Klimawandels?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Herausforderungen der Klimakrise sind dringend und überwältigend groß. Wir sehen, dass weltweit in allen Sektoren zunehmend Technologien eingesetzt werden, um die sektorübergreifenden Nachhaltigkeitsanforderungen zu erfüllen. Diese Technologien sind das „Wie“ bei der Bewältigung der Klimakrise.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Frage nach dem „Wer“ ist für den Aufbau einer nachhaltigen Zukunft von entscheidender Bedeutung, und wir setzen uns zunehmend dafür ein, dass in der nachhaltigen Zukunft, die wir aufbauen, Gerechtigkeit herrscht. Seit Jahrhunderten hat der technologische Fortschritt das Wirtschaftswachstum angekurbelt. Diese historischen Fortschritte waren jedoch kostspielig. Kirgistan sieht sich mit den Folgen der raschen Industrialisierung der Sowjetunion konfrontiert und kämpft mit den aktuellen globalen Umweltherausforderungen, für deren Bewältigung nur begrenzte finanzielle Mittel zur Verfügung stehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir haben jedoch eine lebendige Zivilgesellschaft und Menschen, die die sich engagieren, um zu Lebzeiten etwas zu bewirken. Dank ihnen haben wir noch Hoffnung, dass wir die Auswirkungen des Klimawandels umkehren oder wenigstens mildern können.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sie sind eine Verfechterin der Nachhaltigkeit in Zentralasien, die weiterhin mit einheimischen und regionalen zivilgesellschaftlichen Akteuren und Einrichtungen des Privatsektors zusammenarbeitet. Was ist Ihre Botschaft an Ihre Mitstreitenden und deren Partner in aller Welt?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir haben eine schwierige Aufgabe vor uns, aber wir können die Klimakrise bewältigen. Dazu müssen wir unsere Zeit und unsere Bemühungen in den Aufbau einer sektorübergreifenden Zusammenarbeit und in unseren Gemeinschaften investieren, um sicherzustellen, dass alle Menschen auf dieser Welt die gleichen Chancen auf eine nachhaltige Zukunft haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Lösungen für das Klima werden nicht nur vom Westen kommen. Auch die Entwicklungsländer können diesen Wandel anführen. Eine der Herausforderungen besteht darin, die wachsende Klimakrise zu bewältigen, ohne die wirtschaftlichen Möglichkeiten der Menschen einzuschränken. Wir müssen die Entwicklung unseres Landes mit der <a>Klimareaktion in Einklang bringen, die größer und dringender ist denn je.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Entwicklungsländer wie in Zentralasien können nicht denselben Entwicklungsweg einschlagen, den die westlichen Volkswirtschaften in den letzten anderthalb Jahrhunderten eingeschlagen haben. Wir kennen die katastrophalen Folgen der rasanten Industrialisierung für das globale Klima und die Umwelt und müssen daher einen anderen Weg zur Verbesserung des Lebensstandards finden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/nachhaltige-unternehmensfuehrung-und-frauenfoerderung-green-business-in-usbekistan/">Nachhaltige Unternehmensführung und Frauenförderung – ein Interview mit Saida Yusupova</a></strong><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Daher ist es nur fair, dass die fortgeschrittenen Volkswirtschaften den Entwicklungsländern zusätzliche technologische und finanzielle Unterstützung gewähren. Dies ist der Preis für unsere gemeinsame Verantwortung für den Planeten. Die Antwort liegt in einer intelligenten Planung und der Verringerung verschwenderischer Schäden, sodass Kirgistan sowohl als natürliche Bremse für den Klimawandel als auch als Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung dienen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tazar ist ein Pionier bei der Bereitstellung integrierter umweltfreundlicher Dienstleistungen und Lösungen und setzt sich nachdrücklich für den Schutz der Umwelt ein, indem es die Gemeinschaften verbessert, in denen wir arbeiten und leben. Tazar verfügt über ein Team von Fachleuten, die nachweislich nachhaltige und kostengünstige Lösungen für eine umweltbewusste Kundschaft entwickeln. Unsere Recycling-Initiativen sind auf verschiedene Sektoren zugeschnitten, von Unternehmen, Bildungseinrichtungen und Wohnanlagen bis hin zu den Gemeinden im Allgemeinen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es besteht die dringende Notwendigkeit, unser Verhältnis zur Umwelt zu verändern. Regierungen und Unternehmen müssen tiefer darüber nachdenken, wie sie mit den Menschen, Orten und Dingen interagieren, die für die Herstellung ihrer Produkte notwendig sind, wenn sie sich ernsthaft mit ihren Auswirkungen auseinandersetzen wollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie schätzen Sie das Potenzial von Living Labs in Ihrem Land ein?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Living Labs in Kirgistan wären ein sehr effizienter und nachhaltiger Weg, um lokale Probleme anzugehen. Für den Staat kann dies aufgrund seiner begrenzten finanziellen Möglichkeiten schwierig sein. Den lokalen Akteuren fehlt es möglicherweise auch an Finanzmitteln und Fachwissen. Wenn es uns jedoch gelingt, ein Netzwerk von Partnern zusammenbringen, die ihr Fachwissen, ihren politischen Willen und personelle sowie finanzielle Ressourcen einbringen, könnte dies eine Vielzahl bestehender Probleme lösen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Dieses Interview ist im Rahmen einer Studienreise zentralasiatischer Expertinnen und Experten nach Deutschland im Juni 2023 entstanden. Die Studienreise zum Thema <a href="https://spce-hub.org/projects/reports" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Reallabore der Nachhaltigkeit und Energiewende</a> wurde von der Organisation <a href="https://spce-hub.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">SPCE Hub</a> und der <a href="https://www.isog.dhbw.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Intersectoral School of Governance Baden-Württemberg</a> (ISoG BW) durchgeführt. Das Projekt wurde vom Deutschen Akademischen Austausch Dienst (DAAD) mit Mitteln des Auswärtigen Amtes gefördert.</em><em></em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Das Interview führte Aijan Sharshenova</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Englischen von Michèle Häfliger</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Wilde Müllkippen in Kasachstan: Warum gibt es sie und wie kann man sie bekämpfen?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Informburo.kz]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Nov 2020 11:44:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Müll]]></category>
		<category><![CDATA[Mülldeponie]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Umweltverschmutzung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die geschlossenen Grenzen haben diesen Sommer die kasachstanischen UrlauberInnen veranlasst, sich mit den Weiten des eigenen Landes bekannt zu machen. Die Zahl der wilden M&#xFC;llkippen hat dadurch allerdings stark zugenommen. Im Rahmen des Projekts Ecofriendly berichtete Informburo am 8. Oktober 2020 &#xFC;ber das Ph&#xE4;nomen dieser M&#xFC;llkippen. Wir &#xFC;bersetzen den Artikel in gek&#xFC;rzter Form mit freundlicher [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die geschlossenen Grenzen haben diesen Sommer die kasachstanischen UrlauberInnen veranlasst, sich mit den Weiten des eigenen Landes bekannt zu machen. Die Zahl der wilden Müllkippen hat dadurch allerdings stark zugenommen. Im Rahmen des Projekts Ecofriendly berichtete </strong><a href="https://informburo.kz/stati/stihiynye-svalki-v-kazahstane-pochemu-poyavlyayutsya-i-kak-s-nimi-borotsya.html?utm_source=telegram.org&amp;utm_medium=news&amp;utm_campaign=vd"><strong>Informburo</strong></a><strong> am 8. Oktober 2020 über das Phänomen dieser Müllkippen. Wir übersetzen den Artikel in gekürzter Form mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Beispiel für den negativen Einfluss, den die BürgerInnen auf die Umwelt genommen haben, ist der einzigartige See <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstans-rosa-see-kobeituz-mit-schwermetallen-verschmutzt/">Kóbeıtuz</a>, der aufgrund des Zustroms von TouristInnen, der Verschmutzung seiner Ufer und des illegalen Verkaufs seines Heilsalzes für BesucherInnen gesperrt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Leider sind wir in den letzten Wochen Zeugen […] der barbarischen Behandlung der Natur geworden. Zu den bekannten Fakten zählen das Schlagen von Robben in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aqtau">Aqtaý</a>, die Berge an Müll in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Burabai">Býrabaı</a>, oder das Ausreißen der auf der Roten Liste stehende Lotusblumen auf den Erste-Mai-Teichen in der Nähe von Almaty. Es handelt sich um Müll, Lagerfeuer und die Ausfuhr und den Verkauf von Salz aus dem einzigartigen See Kóbeıtuz. Und das ist nur ein kleiner Teil der groben und brutalen Haltung gegenüber unserer Natur&#8220;</em>, sagte der Minister für Umwelt, Geologie und Natürliche Ressourcen <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Magzum_Myrzagaliev">Maģzum Myrzaģaliev</a> im Sommer dieses Jahres.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:&nbsp;<a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstans-rosa-see-kobeituz-mit-schwermetallen-verschmutzt/">Kasachstans rosa See Kóbeıtuz mit Schwermetallen verschmutzt</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zur gleichen Zeit hat das Umweltministerium eine groß angelegte <a href="https://www.gov.kz/memleket/entities/ecogeo/press/news/details/vystuplenie-m-mirzagalieva-na-brifinge-v-sck?lang=ru">Analyse</a> durchgeführt und mehr als 7500 wilde Müllkippen im ganzen Land identifiziert. Positiv hervorheben kann man, dass die eklatante Haltung der Landsleute zur Natur auf höchster Ebene Beachtung findet. 11 der 13 im Land bestehenden Nationalparks werden laut einem Beschluss des Umweltministeriums von Orten des sogenannten „Schaschlik-Tourismus&#8220; mit Hotels und Restaurants zu echten nachhaltigen Highlights mit einem Schwerpunkt auf Ökotourismus gewandelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Bezug auf die wilden Müllkippen schlägt das Ministerium mehrere Lösungen vor. Einfache BürgerInnen &#8211; sowohl Erwachsene als auch Kinder &#8211; sollen ökologisch gebildet werden. Auch soll es Strafen für die Organisation dieser Deponien geben. Für Unternehmer sind die obligatorische Installation von GPS-Sensoren im Mülltransport, die Lizenzierung von Müll verarbeitenden und entsorgenden Unternehmen und erhöhte Bußgelder für Verstöße gegen den Umgang mit Abfällen vorgesehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie &#8218;Waste to Energy&#8216; bei der Beseitigung von Deponien hilft</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie bereits angemerkt, wurden in Kasachstan mehr als 7500 wilde Müllkippen gezählt. Dies zeigte das Satellitenmonitoring, das im Auftrag des Umweltministeriums durchgeführt wurde. Unmittelbar nach der Bekanntgabe der Daten begann das Ministerium zusammen mit den Akimaten (den Regionalverwaltungen, Anm. d. Ü.) mit der Beseitigung von 1635 Müllkippen innerhalb von zehn Tagen. Außerdem patrouillieren VertreterInnen des Ministeriums zusammen mit gesellschaftlichen Akteuren und Freiwilligen durch Städte, finden neue illegale Müllkippen und beseitigen sie. Diese Öko-Einsätze haben ergeben, dass ein erheblicher Teil der Abfälle Bauschutt ist. Einige Baufirmen schließen zwar Verträge mit Müllentsorgungsunternehmen ab, die jedoch ihrerseits keine Verträge mit Deponien haben. Es ist für sie einfacher, eine kleine Strafe zu zahlen und den Müll weiter an einen illegalen Ort zu bringen, als hohe Entsorgungskosten an Deponien zu zahlen.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Wir haben im Land einen sehr niedrigen Anteil der Abfallverarbeitung von nur 15 Prozent. In den europäischen Ländern ist dieser Anteil doppelt so hoch &#8211; im Durchschnitt 30 Prozent. Nach dem Konzept der &#8218;grünen&#8216; Wirtschaft müssen wir diesen Anteil bis zum Jahr 2030 auf 40 Prozent erhöhen&#8220;</em>, erklärte Umweltminister Myrzaģaliev.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem Konzept der &#8218;grünen&#8216; Wirtschaft meint der Minister die Vorbereitung eines gesetzlichen Rahmens für die Einführung der modernen Entsorgungstechnologie &#8218;Waste to Energy&#8216;. Die Technologie ermöglicht es, die Müllverwertung für Müllverbrennungsunternehmen und Deponien profitabel zu machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/grand-canyon-als-vorbild-neues-tourismus-konzept-fuer-sharyn-canyon/"><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekistan-der-kampf-gegen-den-muell-geht-weiter/">Usbekistan: Der Kampf gegen den Müll geht weiter</a></a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Wir planen, mit Investoren Auktionen für den Bau von Müllverbrennungsanlagen (mit &#8218;Waste to Energy&#8216;-Technologie, Anm. Informburo) in sechs Städten der Republik durchzuführen: in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aqt%C3%B6be">Aqtóbe</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Almaty">Almaty</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Atyrau">Atyraý</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nur-Sultan">Nur-Sultan</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Taras_(Kasachstan)">Taraz</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schymkent">Shymkent</a>. Das Ministerium arbeitet zusammen mit den Akimaten aktiv an den Fragen der Bereitstellung von Land und Infrastruktur sowie der garantierten Auslastung mit Abfällen. Die Unternehmen werden in Übereinstimmung mit den Anforderungen der &#8218;Europäischen Richtlinie über industrielle Emissionen&#8216; arbeiten</em>“, erklärte der Minister.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Eine Hotline gegen illegale Müllkippen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Einen weiteren positiven Faktor im Kampf gegen die wilden Deponien stellt die vom Umweltministerium eingeführte Hotline dar, an die sich die KasachstanerInnen wenden können, wenn sie eine illegale Müllkippe gefunden haben. Die Hotline ist seit Sommer in Betrieb und bereits in den ersten fünf Tagen gingen 250 Meldungen bei ihr ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Kampf gegen die wilden Müllkippen sind nicht nur die Gesetze auf Seiten der Behörden, sondern auch die KasachstanerInnen selbst. Tausende BürgerInnen nahmen an der großen Umweltaktion &#8218;Birge – taza Qazaqstan&#8216; im Rahmen des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/World_Cleanup_Day">World Cleanup Days</a> teil. Eine solche Aktion findet jährlich in mehr als 150 Ländern der Welt statt. In Kasachstan wurden trotz der Pandemie ein republikweiter Subbotnik (freiwilliger Arbeitseinsatz am Samstag, Anm. d. Ü.) durchgeführt. Es wurden illegale Müllkippen entfernt, Straßen und Höfe aufgeräumt und Setzlinge gepflanzt.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Staatspräsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Qasym-Jomart Toqaev</a> wies in seiner <a href="https://www.akorda.kz/ru/addresses/addresses_of_president/poslanie-glavy-gosudarstva-kasym-zhomarta-tokaeva-narodu-kazahstana-1-sentyabrya-2020-g">Botschaft</a> darauf hin, dass die Landschaftsgestaltung eine der wichtigsten Aufgaben sei. Es sei geplant, in den kommenden fünf Jahren 2 Milliarden Bäume in den Wäldern und 15 Millionen in den Städten zu pflanzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Leisten Sie Ihren Beitrag – werden Sie ÖkotouristIn</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Paradoxerweise kann Ökotourismus im Kampf gegen wilde Deponien helfen. Ökotourismus ist heute nicht nur ein Urlaub, ohne die Natur zu schädigen, sondern auch eine machbare Hilfe. Wenn Sie zum Beispiel wandern gehen, nehmen Sie nicht nur Ihren Müll mit, sondern auch die Abfälle jener unverantwortlichen KasachstanerInnen, die hier vor Ihnen Urlaub gemacht haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Art der Freizeitgestaltung ist für die Mitglieder des &#8218;Pavlodarer Hauses der Geographie&#8216; zur Tradition geworden. Auf eine Wanderung oder Bootstour nehmen sie Müllsäcke <em>„für sich und für die anderen Leute“</em> mit. Vor kurzem machten die Jugendlichen eine Bootstour auf dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Irtysch">Irtysch</a> vom Dorf Michurino zum Dorf Naberezhnoe. Unterwegs ruhten sie sich am Ufer aus und beseitigten wilde Müllkippen, die von TouristInnen und UrlauberInnen hinterlassen wurden.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="930" height="525" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/11/unnamed-file.png" alt="" class="wp-image-24042" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/11/unnamed-file.png 930w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/11/unnamed-file-300x169.png 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/11/unnamed-file-768x434.png 768w" sizes="(max-width: 930px) 100vw, 930px" /><figcaption>Mitglieder des &#8222;Pavlodarer Hauses der Geugraphie&#8220; beim Müllsammeln</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Laut dem Leiter der Tour Vladimir Ragulin haben die ÖkotouristInnen während der zweitägigen Reise fünf Säcke Müll gesammelt<em>. &#8222;Die Teilnehmer der Tour waren sechs Personen in zwei Gummibooten. Die Gesamtlänge der Route Betrug 39 Kilometer mit mehreren Zwischenstopps auf dem Weg&#8220;</em>, erklärt Ragulin.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Das Team des &#8218;Pavlodarer Hauses der Geographie&#8216; hat eine dritte und letzte ökologische Tour gemacht. Von Zivilisation und Technik getrennt, haben wir mit den Kindern nicht nur eine öffentliche Mission erfüllt, sondern unsere Freizeit interessant gestaltet&#8220;</em>, fügt die Aktivistin Anastasia Sasko hinzu.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-will-umweltdelikte-kriminalisieren/">Kasachstan will Umweltdelikte kriminalisieren</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es bleibt anzumerken, dass für die illegale Müllentsorgungen an nicht dafür bestimmten Orten in Kasachstan Strafen vorgesehen sind. Für natürliche Personen belaufen diese sich auf 55.560 Tenge (108 Euro), für kleine Unternehmen auf 83.340 Tenge (163 Euro), für mittlere Unternehmen auf 111.120 Tenge (217 Euro) und für große Unternehmen auf 138.900 Tenge (271 Euro). Doch nach der Menge der Abfälle von TouristInnen zu urteilen, erschreckt dies die KasachstanerInnen bisher nicht&#8230;</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong><a href="https://informburo.kz/stati/stihiynye-svalki-v-kazahstane-pochemu-poyavlyayutsya-i-kak-s-nimi-borotsya.html?utm_source=telegram.org&amp;utm_medium=news&amp;utm_campaign=vd">Informburo</a></strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Russischen von Robin Roth</strong></p>


<p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p>
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		<title>Usbekistan: Der Kampf gegen den Müll geht weiter</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jana Rapp]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Oct 2020 12:09:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Müll]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ab dem 1. Januar 2021 werden usbekische B&#xFC;rgerInnen pr&#xE4;miert, wenn sie den Beh&#xF6;rden per Video- oder Fotoaufzeichnung die unrechtm&#xE4;&#xDF;ige Entsorgung von Haushaltsm&#xFC;ll und Bauschutt melden. Die neue Regelung steht im Kontext einer seit 2017 stattfindenden politischen Kampagne f&#xFC;r den infrastrukturelle Ausbau der M&#xFC;llentsorgung. Mit einem am 29. September unterschriebenen Dekret hat Usbekistans Pr&#xE4;sident Shavkat Mirziyoyev [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ab dem 1. Januar 2021 werden usbekische BürgerInnen prämiert, wenn sie den Behörden per Video- oder Fotoaufzeichnung die unrechtmäßige Entsorgung von Haushaltsmüll und Bauschutt melden. Die neue Regelung steht im Kontext einer seit 2017 stattfindenden politischen Kampagne für den infrastrukturelle Ausbau der Müllentsorgung.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit einem am 29. September unterschriebenen <a href="https://www.lex.uz/docs/5023690">Dekret</a> hat Usbekistans Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shavkat_Mirziyoyev">Shavkat Mirziyoyev</a> weitere Reformen hin zu müllfreien Städten und Landschaften veranlasst. Als Novum gilt dabei der Beschluss, die Gesellschaft aktiv in die Bekämpfung der Müllverschmutzung mit zu involvieren. So können BürgerInnen ab dem 1. Januar 2021 über eine Interplattform des <a href="http://www.uznature.uz/ru">staatlichen Komitees für Ökologie</a> mittels Foto- oder Videoaufnahmen Verstöße gegen den Umweltschutz melden. Das verlockende daran: Bei einer Aufklärung des Falles erhalten die aufmerksamen BürgerInnen 15 Prozent des anfallenden Bußgeldes.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Geplant ist, dass die eingereichten Meldungen vom staatlichen Komitee für Ökologie überprüft werden und bei einer feststellbaren Straftat das Innenministerium beauftragt, die TäterInnen zu identifizieren. Das Dekret legt darüber hinaus fest, dass die Anonymität der BürgerInnen, die einen Verstoß melden, gewährt wird. Damit dieses neu etablierte System rechtzeitig zu Anfang des Jahres an den Start gehen kann, wurde das staatliche Komitee für Ökologie und das <a href="https://mitc.uz/ru/">Ministerium für Entwicklung von Informationstechnologie und Kommunikation</a> angewiesen, das entsprechende Internettool zu entwickeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erfahrungen mit derartigen Meldesystemen hat Usbekistan auch bereits in anderen Bereichen gemacht. So können usbekische BürgerInnen nach dem gleichen Prinzip seit dem Vorjahres Sommer Verkehrsverstöße über eine <a href="https://www.ejarima.uz/">Website des Innenministerium</a> melden und erhalten im Gegenzug 5 Prozent des erhobenen Bußgeldes.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/warum-der-aralsee-nicht-das-einzige-umweltproblem-usbekistans-ist/"><strong>Warum der Aralsee nicht das einzige Umweltproblem Usbekistans ist</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben dem Einbezug der Öffentlichkeit sieht das Dekret ein neues Modell der öffentlich-privaten Partnerschaft im Bereich der Abfallwirtschaft vor. Demnach werden privaten Unternehmen von staatlicher Seite Mülldeponien, Abfallfahrzeuge und notwendige Technologien zur Verfügung gestellt. Diese wiederum verpflichten sich dazu, bis Ende 2021 ein flächendeckendes System der Müllentsorgung zu gewährleisten.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bis heute leben nämlich laut Angaben des usbekischen Nachrichtenportals <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2020/04/20/adb/">gazeta.uz</a> sechs Millionen Meschen in Usbekistan mit einer unzureichenden Infrastruktur der Müllentsorgung. Betroffen sind davon vor allem die ländlichen Gebiete, die bis vor wenigen Jahren in einigen Regionen an kein Abfallsammelsystem angeschlossen waren. Ein weiteres Problem besteht darin, dass auch die bestehenden Mülldeponien nicht internationalen Umweltstandards entsprechen und somit große ökologische Schäden anrichten. Auf Regierungsebene wurde bereits 2017 mit dem präsidialen <a href="https://lex.uz/docs/3174887">Beschluss</a> zu einer tiefgreifenden Reform des Abfallmanagementsystems festgestellt, dass der damalige Status Quo nicht nur Grundwasser, Böden und die Atmosphäre belastet, sondern auch ernste Konsequenzen für die Gesundheit der BürgerInnen hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/green-central-asia-die-zentralasiatischen-aussenminister-zu-gast-in-berlin/"><strong>„Green Central Asia“: Die zentralasiatischen Außenminister zu Gast in Berlin</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Seither wurden bereits viele Maßnahmen zugunsten einer verbesserten Lebensqualität und eines intensiveren Umweltschutzes ergriffen. Auf institutioneller Ebene gab es mehrere Beschlüsse, wie etwa die &#8222;<a href="https://lex.uz/pdfs/4539506">Strategie für den Übergang zu einer ⸲grünen Wirtschaft</a>&#8222;, die die Verwendung, Verarbeitung und Entsorgung von Haushaltsmüll optimieren sollen. Eine zentrale Rolle spielt in der Debatte auch das Recycling, sodass gemäß der <a href="https://lex.uz/docs/4291733">Abfallstrategie für den Zeitraum 2019 bis 2028</a> in Zukunft 60 Prozent der Abfälle wiederverwertet werden sollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Umsetzung der anvisierten Ziele gewährte zufolge Berichten von <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2020/04/20/adb/">gazeta.uz</a> die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Asiatische_Entwicklungsbank">Asiatische Entwicklungsbank</a> Usbekistan im April 2020 einen Kredit im Umfang von 60 Millionen US-Dollar. Indes wurden ebenso neue Mülldeponien erbaut, sowie kreative Kampagnen zur Mülltrennung veranstaltet wie z.B. die <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2019/02/20/hashar-week/">Aktionswoche »Hashar Week«</a> im März 2019. Auch in dem zuletzt veranlassten Dekret wurde Bildungsprojekte zu einem achtsameren Umgang mit Abfällen betont. Im Lichte dessen und des neu eingeführten Monitorings durch die Bevölkerung setzt die Regierung neben dem Ausbau der Infrastruktur zunehmend auf den Mentalitätswechsel der usbekischen BürgerInnen im Umgang mit Müll.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Jana Rapp</strong><br><strong>Journalistin für Novastan</strong></p>


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		<title>Dreckloch oder Goldgrube? Die Mülldeponie von Samarkand</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christina Spitzmüller]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Oct 2018 14:18:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Müll]]></category>
		<category><![CDATA[Mülldeponie]]></category>
		<category><![CDATA[Recycling]]></category>
		<category><![CDATA[Samarkand]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bestialischer Gestank, bunte Plastikt&#xFC;ten in der Luft und &#xFC;berall dreckige Schweine: Die M&#xFC;lldeponie vor den Toren Samarkands ist alles andere als modern. Jetzt will die Stadt ein Recyclingsystem einf&#xFC;hren, das als Vorbild f&#xFC;r ganz Zentralasien dienen soll &#x2013; und dabei kr&#xE4;ftig Geld verdienen. Folgender Artikel erschien im russischen Original bei Samarkandskij Westnik. Unz&#xE4;hlige bunte Plastikt&#xFC;ten [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Bestialischer Gestank, bunte Plastiktüten in der Luft und überall dreckige Schweine: Die Mülldeponie vor den Toren Samarkands ist alles andere als modern. Jetzt will die Stadt ein Recyclingsystem einführen, das als Vorbild für ganz Zentralasien dienen soll – und dabei kräftig Geld verdienen. Folgender Artikel erschien im russischen Original bei </strong><a href="http://www.sv.zarnews.uz/news/2505"><strong>Samarkandskij Westnik</strong></a><strong>.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Unzählige bunte Plastiktüten wehen durch die Luft, es stinkt nach verfaulten Essensresten, ätzender Rauch steigt von brennenden Müllbergen auf, überall fliegen riesige Fliegenschwärme umher und dazwischen wühlen unzählige Schweine im Dreck: Das ist die Mülldeponie von <a href="https://novastan.org/de/fact/samarkand/">Samarkand</a>, der drittgrößten Stadt Usbekistans nahe der Grenze zu Tadschikistan.</p>
<p style="text-align: justify">Die Deponie liegt etwas außerhalb der Stadt, in der Siedlung Sulim (Chischraw). Noch vor 40 Jahren war der Ort für seine tollen Strände und den Verkehrsübungsplatz bekannt. Die Kinder aus Samarkand gingen mit ihren Eltern schwimmen, Jugendliche lernten hier Auto fahren. Aber daran erinnert sich keiner mehr. Wer Chischraw hört, denkt an die riesige, 95 Hektar große Mülldeponie.</p>
<p><strong>Schutzmauern helfen nicht </strong></p>
<p style="text-align: justify">Sulim hat sich entwickelt, es gibt jetzt mehr Industrie und Landwirtschaft. In Gewächshäusern wird Gemüse angebaut, Weinberge werden bewirtschaftet, Fischfutter hergestellt. Trotzdem: Der Ort ist von der Nähe zur Mülldeponie geprägt. Die Plastiktüten sind wirklich überall – auf der Wiese, im Gebüsch und in den Bäumen, auf Strommasten, in den Weinreben, auf Verkehrsschildern. Die fünf Meter hohe Schutzmauer mit einem Netz, das die Plastiktüten abfangen soll, hilft nur wenig.</p>
<p style="text-align: justify">Am Wegesrand wachsen Berge von Bauschutt. Jeden Tag kommen Dutzende, wenn nicht sogar Hunderte LKW aus der Stadt. Sie hinterlassen eine weitere Müllschicht auf dem sowieso schon völlig überfüllten Boden Chrischraws. Dachschiefer und Betonplatten, alten Putz und Kacheln – all das laden die LKW-Fahrer ohne den Hauch einesschlechtem Gewissens ab. Kontrolliert werden sie hier nicht.</p>
<p style="text-align: justify">Samarkand produziert jeden Tag mehr als 450 Tonnen Hausmüll. Alle 10 bis 15 Minuten fährt ein Müllwagen in die riesige Deponie. So wächst der schwarze, rauchende Müllhaufen, der aussieht wie ein gigantischer schlafender Drachen, jeden Tag ein bisschen mehr.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-grose-herausforderung-haushaltsmull-in-kirgistan/"><strong>Die große Herausforderung: Haushaltsmüll in Kirgistan</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Der Müll wird nicht sortiert. Essensreste, Papier und Plastik, Glas, Batterien und Gartenabfälle, medizinischer Sondermüll, Altkleidung und Gummi: Alles wird einfach dort abgeladen, wo noch ein bisschen Platz ist. Jeder neue Müllhaufen wird direkt belagert, von Fliegenschwärmen, quiekenden Schweinen und dreckigen Menschen. Die Schweine suchen Futter, die Menschen Plastikflaschen und Karton.</p>
<p style="text-align: justify"><em>„Eine Mülldeponie nach weltweit gültigen Standards – das ist dieser Müllhaufen in Chischraw sicher nicht“</em>, sagt Gauchar Deuschewa, Leiterin der Umwelt-NGO „Sarafschan“. Eigentlich müssen Mülldeponien hygienische Standards erfüllen, um die Anwohner zu schützen: Deponien müssen von unten isoliert sein, damit das Grundwasser nicht verschmutzt wird. Jede Schicht organischen Abfalls muss mit einer Schicht Erde bedeckt werden. <em>„Nach usbekischem Recht darf hier niemand einfach so im Müll rumwühlen, um Rohstoffe zu sammeln. Die Sortierung muss nach strengen Hygienestandards erfolgen. Und dass hier Schweine rumlaufen, ist natürlich streng verboten“, </em>erklärt Deuschewa<em>.</em></p>
<p style="text-align: justify">Dass Schweine auf der Mülldeponie nichts zu suchen haben, wissen hier alle – vom regionalen Gesundheitsamt bis zu den Tierärzten und Amtsrichtern. Gemacht wird trotzdem nichts dagegen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Die Schweine aus Nawrus</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Schweine gehören den Bewohnern des Stadtviertels Nawrus, sagt Bolikul Chakimow, stellvertretender Vorsitzender des Veterinäramts von Samarkand. In diesem Viertel züchten 90 Prozent der Bewohner unrechtmäßig Schweine auf ihren Höfen. Niemand von ihnen hat einen Schweinestall, der die Standards erfüllt. Die Tiere leben einfach da, wo die Menschen auch leben. Ihr Futter suchen sie sich auf der Mülldeponie.</p>
<p style="text-align: justify"><em>„Wir impfen die Schweine regelmäßig gegen Milzbrand, Schweinepest und Ekzeme“,</em> erklärt Chakimow. <em>„Viele der Besitzer wissen selbst nicht, wie viele Schweine ihnen genau gehören.“ </em>Das Veterinäramt hat schon mehrfach Versammlungen einberufen, um den Bewohnern die Tierhaltungsgesetze zu erklären. Und um deutlich zu machen, dass unter den Schweinen Krankheiten ausbrechen können, die sich dann auf den Menschen übertragen können.<em> „Aber das interessiert kaum jemanden“</em>, sagt Chakimow. Viele seien arbeitslos, die Schweine ihre einzige Möglichkeit, sich über Wasser zu halten. Als das Veterinäramt vorschlug, einen großen Schweinestall etwas außerhalb zu bauen, wollte das auch niemand: „<em>D</em><em>ann müssten sie ja Futter kaufen.“</em></p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/samarkands-straenfeger-streiken-wegen-unbezahlter-lhne/"><strong>Samarkands Straßenfeger streiken wegen unbezahlter Löhne</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Tatsächlich stinkt es in Nawrus nach Schwein. Die wenigen Bewohner, die selbst keine Schweine halten, haben es aufgegeben, sich beim Gesundheitsamt zu beschweren.</p>
<p style="text-align: justify"><em>„Jetzt ist Sommer und wir können nicht einmal unsere Fenster öffnen wegen der ganzen Schweine“,</em> sagt Mochigul Tursunowa, die im Viertel wohnt. Schon um vier Uhr morgens laufen die Schweine zu Hunderten zur Mülldeponie. <em>„Auf der Straße herrscht dann ein bestialischer Gestank, lautes Grunzen übertönt alles, si</em><em>e hinterlassen ihre Fäkalien auf der Straße. Ich habe kleine Kinder im Haus und achte sehr auf Sauberkeit. Aber gegen diesen Dreck kann ich einfach nichts tun.“</em></p>
<p style="text-align: justify">Der Amtsarzt Obruj Bojkobilow sagt, es werden regelmäßig Hygienekontrollen durchgeführt und bei Verstößen entsprechende Strafen verhängt. Auch die Mülldeponie werde kontrolliert.</p>
<p style="text-align: justify"><em>„Die Mülldeponie ist inzwischen durch einen Zaun geschützt und für die Müllsortierer gibt es ein kleines Häuschen“</em>, erklärt Bojkobilow. Um das Problem wirklich zu lösen, brauche es allerdings viel Geld. Jetzt gibt es Hoffnung: Ein Projekt soll den Umgang mit Müll in Samarkand modernisieren. Es wurde gemeinsam mit einer französischen Entwicklungsagentur ausgearbeitet. Das ganze System soll erneuert werden – von der Müllsammlung über den Transport bis hin zum Recycling und der Endlagerung. Dadurch sollen sich die hygienischen und ökologischen Zustände der Stadt Samarkand verbessern und weniger Schadstoffe in die Umwelt gelangen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Die Müllverarbeitung wird modern</strong></p>
<p style="text-align: justify"><em>„Das Projekt startet schon im August“</em>, erklärt Schochruch Sadikow, ein Vertreter des staatlichen Müllunternehmens „Marokand Obod“. Es sei ein Pionierprojekt für ganz Zentralasien, weil es die ganze Kette der Müllverwertung angehe – vom Sammeln bis zum Recycling. Im Rahmen des Projekts soll eine Halle für die Müllsortierung gebaut und verschiedene Zentren für die Endlagerung eingerichtet werden. <em>„In Samarkand errichten wir 135 zusätzliche Müllsammelstellen, die den hygienischen Standards entsprechen“, </em>erklärt Sadikow. <em>„Jede Sammelstelle hat acht Behälter für die verschiedenen Müllarten. Gerade schreiben wir die Lieferung von 80 Müllfahrzeugen aus, die ab dem Jahresende durch unsere Stadt fahren sollen.“</em></p>
<p style="text-align: justify">Außerdem sieht das Projekt den Bau einer Biogasanlage vor, um das Biogas, das auf der Mülldeponie entsteht, zu verarbeiten. Damit sollen die Müllwagen und die Deponie mit Energie versorgt werden. Auf der Deponie soll auch eine eigene Werkstatt für die Wartung der Müllfahrzeuge gebaut werden.</p>
<p style="text-align: justify"><em>„Sobald das Projekt startet, suchen wir qualifiziertes und zuverlässiges Personal“, </em>sagt Sadikow.<em> „Wir brauchen mehr als 50 LKW-Fahrer und noch viele andere Mitarbeiter. Das heißt, das Projekt verbessert nicht nur die hygienische und ökologische Lage, sondern dient auch der Arbeitsbeschaffung.“</em></p>
<p style="text-align: justify">Weltweit gilt das Geschäft mit dem Müll als lukrativ. Das System, das bald in Samarkand umgesetzt wird, kann solide Gewinne erwirtschaften, weil wertvolle und gefragte Rohstoffe und Brennstoffe aus gewöhnlichem Müll hergestellt werden. Schon jetzt interessieren sich Investoren aus Israel und Russland dafür – schließlich kann man den Müll, wenn er sortiert ist, gut recyceln und damit Geld verdienen.</p>
<p style="text-align: justify">Sadikow hat versichert, dass die Mülldeponie in Chischraw schon in einem halben Jahr nicht mehr wiederzuerkennen sein wird. <em>„Es wird weder Gestank, noch einen widerlichen Müllberg, noch Schweine geben.“</em> Hoffentlich.</p>
<p style="text-align: right"><strong>AnastasijaPawlenko, </strong><a href="http://www.sv.zarnews.uz/news/2505"><strong>Samarkandskij Westnik</strong></a></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Russischen von Christina Spitzmüller</strong></p>
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		<title>Die große Herausforderung: Haushaltsmüll in Kirgistan</title>
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		<dc:creator><![CDATA[gulnaraa]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Oct 2018 08:55:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Abfallwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Müll]]></category>
		<category><![CDATA[Tazalyk]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Je h&#xF6;her das Entwicklungsniveau ist, desto mehr h&#xE4;uft sich in Kirgistan der Abfall. Die Beh&#xF6;rden k&#xE4;mpfen darum, gen&#xFC;gend effiziente Abfallverwertungsanlagen zu schaffen, doch dies f&#xFC;hrt zu gesundheitlichen und &#xF6;kologischen Problemen. Eine Analyse. Die Organisation der Abfallwirtschaft entwickelt sich in Kirgistan immer weiter zur Herausforderung. Nach Angaben kirgisischer Beh&#xF6;rden produziert jeder Einwohner des Landes 211 Kilogramm [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong><em>Je höher das Entwicklungsniveau ist, desto mehr häuft sich in Kirgistan der Abfall. Die Behörden kämpfen darum, genügend effiziente Abfallverwertungsanlagen zu schaffen, doch dies führt zu gesundheitlichen und ökologischen Problemen. Eine Analyse.</em></strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Organisation der Abfallwirtschaft entwickelt sich in Kirgistan immer weiter zur Herausforderung. Nach Angaben kirgisischer Behörden produziert jeder Einwohner des Landes 211 Kilogramm Müll pro Jahr (zum Vergleich: in Deutschland sind es 626 kg). Nach Angaben des kirgisischen Statistikamtes kam das Land, das zu den ärmsten in Zentralasien zählt, 2016 auf über 1,2 Millionen Tonnen festen Haushaltsmüll. Aber nur die größten Städte verfügen über die nötige Infrastruktur zur fachgerechten Entsorgung. In den Dörfern kümmern sich die Einwohner selbst darum.</p>
<p style="text-align: justify">Es gibt noch immer kaum Lösungen für die Abfallverwertung. Selbst die Einrichtung von Mülldeponien, wo Müll durch Ablagerung beseitigt wird, ist ein Wunschtraum: Von den 386 von den Behörden identifizierten Deponien sind 333 illegal, das heißt, sie haben keine Genehmigung der Kommunalregierung.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Problematische Deponien</strong></p>
<p style="text-align: justify">Selbst in den Städten ist die Lage bei weitem nicht optimal. Deponien verursachen ökologische, gesundheitliche und hygienische Probleme. Die Risiken sind umso höher, als die Zahl der Dörfer im Speckgürtel der Großstädte seit den 2000er Jahren stark zugenommen hat, da eine Welle der Landflucht einsetzte. Einige der neuen Dörfer liegen genau an den Mülldeponien, die zu Sowjetzeiten noch weit entfernt von den großen Städten eingerichtet wurden.</p>
<p style="text-align: justify">Doch durch die Ausdehnung der Städte und ihrer Vororte befinden sich die Deponien immer näher an dicht besiedelten Gebieten. Es ist zwar verboten, Häuser im Umkreis von fünf Kilometern an einer Verbrennungsanlage zu errichten, trotzdem findet man immer wieder Dörfer bei Bischkek und Osch, die genau in diesen Arealen angesiedelt sind.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-grenzstadt-osch/"><strong>Die Grenzstadt Osch</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Deu ist eines dieser unerlaubten Dörfer. Es steht ganz in der Nähe der Verbrennungsanlage von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Osch">Osch</a> im Süden des Landes und zählt schon einige Familien, die ohne Genehmigung gebaut haben.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Städtischer Wachstum holt die Deponiestandorte ein</strong></p>
<p style="text-align: justify">Nach aktuellen Angaben des staatlichen Gesundheits- und Epidemologiezentrums liegen in Kirgistan 31 Hausmülldeponien mitten in städtischen Gebieten, von denen die Hälfte (55 Prozent) nicht die geltenden hygienischen Standards erfüllt.</p>
<p style="text-align: justify">Große Deponien in Kirgistan stellen somit gesundheitliche Probleme dar und bedrohen die Umwelt. Der Bereich der Deponien wird nicht vollständig geschützt. Dadurch gelangen Papier- und Plastiktüten ins Freie und zerstören die Biodiversität und die Schönheit der nahe gelegenen Natur.</p>
<p><figure id="attachment_15091" aria-describedby="caption-attachment-15091" style="width: 1200px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-full wp-image-15091" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/10/svalka_osh_03.jpg" alt="Mülldeponie bei Osch in Kirgistan" width="1200" height="800" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/10/svalka_osh_03.jpg 1200w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/10/svalka_osh_03-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/10/svalka_osh_03-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/10/svalka_osh_03-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/10/svalka_osh_03-128x86.jpg 128w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption id="caption-attachment-15091" class="wp-caption-text">Die Abfallwirtschaft wird zunehmend zum Problem für Kirgistan</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Laut Gesetz müssen Hausmüllunternehmen diese Bereiche desinfizieren, doch infolge des Ausbaus der Müllverbrennungsanlagen und mangelnder Ressourcen werden nicht alle Abfälle beseitigt. Die Deponie von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tscholponata">Tscholpon-Ata</a>, der größten touristischen Stadt neben dem Issikkölseeim Osten des Landes, liegt an einem Berg unterhalb der Stadt. Wenn es regnet, vermischt sich das Wasser der Mülldeponie mit dem Fluss und fließt in den See ab.</p>
<p style="text-align: justify"><strong> Eine gefährliche Situation für die Einwohner</strong></p>
<p style="text-align: justify">Auch für Einwohner wird die Situation immer unangenehmer. Rosa Tachtanova, Chefärztin in Deu, stellt fest, dass immer mehr Menschen an Asthma und Durchfall leiden.</p>
<p style="text-align: justify">In der östlichen Stadt Karakol fanden Forscher der Tynystanov-Universität heraus, dass die Konzentration der Schwermetalle in der städtischen Deponie viel zu hoch ist. Die Zinkkonzentration beispielsweise betrug im Boden bis zu 200 mg/kg, während die erlaubten Höchstwerte für diese Region bei 40 mg/kg liegen. Die Schwermetalle sind bereits in geringen Mengen giftig und dringen durch den Boden bis hin zum Grundwasser.</p>
<p style="text-align: justify">Die Situation wird immer schwieriger. Nach Angaben des Statistikamtes von Kirgistan entsprach die Einwohnerzahl der Hauptstadt Bischkek und der zweitgrößten Stadt Osch am 1. Januar 2018 mehr als einem Viertel der Gesamtbevölkerung, also 1,5 Millionen Menschen. Beide Städte wachsen von Jahr zu Jahr. Dieses Bevölkerungswachstum ist zwangsläufig mit einem Anstieg der Abfallmengen in diesen Städten verbunden.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Die Abfallwirtschaft wird reguliert aber nicht befolgt</strong></p>
<p style="text-align: justify">Trotz der chaotischen Situation ist die Abfallordnung im kirgisischen Recht gut definiert. Seit Mai 2015 schreibt ein vom ehemaligen Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Almasbek_Atambajew">Almasbek Atambajew</a> unterzeichnetes Gesetz eine Geldstrafe für die Aufbewahrung und Verbrennung von Abfällen an Orten vor, die nicht für diesen Zweck vorgesehen sind. Darunter zählen etwa öffentliche Orte wie Parks oder Straßenränder.</p>
<p style="text-align: justify">Verändert hat sich allerdings noch nichts. Und das aus gutem Grund: Die Geldstrafen werden nur selten erhoben und noch viel seltener tatsächlich bezahlt. Journalistin und Verlegerin von „Vesti“, einer kirgisischen Nachrichtenseite, sind vor allem um den Issikkölsee Naherholungsgebiete, öffentliche Plätze und Straßen von Müll geradezu verschüttet.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Bischkek scheitert an der Herausforderung</strong></p>
<p style="text-align: justify">Im September 2015 empfahl Almazbek Atambajew dem damaligen Bürgermeister von Bischkek, <a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%9A%D1%83%D0%BB%D0%BC%D0%B0%D1%82%D0%BE%D0%B2,_%D0%9A%D1%83%D0%B1%D0%B0%D0%BD%D1%8B%D1%87%D0%B1%D0%B5%D0%BA_%D0%9A%D0%B5%D0%BD%D0%B5%D1%88%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87">Kubanytschbek Kulmatow</a>, zurückzutreten, falls er die Sauberkeit in der Stadt nicht wiederherstellen sollte. Durch diesen Druck von offizieller Seite ist die Lösung der Abfallfrage in den letzten fünf Jahren zu einer Hauptaufgabe geworden, vor allem die Frage nach den Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter des kommunalen Hausmülldienstes.</p>
<p><figure id="attachment_15089" aria-describedby="caption-attachment-15089" style="width: 1000px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-full wp-image-15089" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/10/2016-08-11_18-46-27_394688_w.jpg" alt="Illegale Mülldeponie Bischkek Kirgistan" width="1000" height="609" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/10/2016-08-11_18-46-27_394688_w.jpg 1000w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/10/2016-08-11_18-46-27_394688_w-300x183.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/10/2016-08-11_18-46-27_394688_w-768x468.jpg 768w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption id="caption-attachment-15089" class="wp-caption-text">Eine illegale Mülldeponie in der Nähe der kirgisischen Hauptstadt Bischkek</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Folglich stiegen 2016 die Löhne der Angestellten von Tazalyk-Bischkek, dem größten kommunalen Müllunternehmen Kirgistans, um das 2,5-fache. die Mitarbeiter länger an ihren Posten zu halten.</p>
<p style="text-align: justify">Außerdem konnte Tazalyk-Bischkek 2014 mithilfe von Krediten der <a href="https://www.google.com/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=&amp;esrc=s&amp;source=web&amp;cd=1&amp;cad=rja&amp;uact=8&amp;ved=2ahUKEwictISW4-zdAhVEDuwKHa32DgUQFjAAegQIAhAC&amp;url=https%3A%2F%2Fwww.ebrd.com%2F&amp;usg=AOvVaw32hJeNVk9b_T9Sa3aNi67p">Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung</a> neue Müllwagen und moderne Container für die Stadt Bischkek kaufen. Mehr als 40 modernisierte Lkws wurden bestellt, um den Müll aus den neuen Müllcontainern, die in der Hauptstadt aufgestellt wurden, zu verladen.</p>
<p style="text-align: justify">Trotz der Versuche, die Arbeitssituation der Fahrer und Müllmänner von Tazalyk-Bischkek zu verbessern, bleibt die Situation der Abfallentsorgung in den abgelegenen Vororten Bischkeks und in den Dörfern Kirgistans beklagenswert. Kulmatow trat schließlich am 6. Februrar 2016 von seinem Amt zurück, obwohl der offizielle Grund nicht mit der Abfallwirtschaft zusammenhängt.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Dörfer in Grauzonen</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Situation in Bischkek spiegelt bei Weitem nicht die Realität des gesamten Landes wider, dessen Bewohner zu 66 % in Dörfern wohnen. In diesem Bereich ist die Abfallwirtschaft eine der noch ungelösten Herausforderungen. Die Bewohner ländlicher Regionen kümmern sich ausschließlich selbst um die Beseitigung ihres Mülls, den sie entweder verbrennen oder in ihren Gärten kompostieren. Tatjana Poletajewa aus . Alles andere wird in ihrem Garten verbrannt.</p>
<p style="text-align: justify">Zahlreiche Studien belegen, dass durch die Verbrennung von Abfällen in nicht ausgewiesenen Anlagen giftige und umweltschädliche Stoffe freigesetzt werden.</p>
<p style="text-align: justify">2016 starteten Jugendliche in <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/At-Bashy">At-Baschy</a>, einer Ortschaft in Zentralkirgistan, ein Projekt und erhielten vom kirgisischen Institut für Jugendentwicklung Geld für das Aufstellen von Mülltonnen in ihrem Dorf. Bisher wurde aus dem Projekt jedoch noch keine Bilanz gezogen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Wirtschaft und Zivilgesellschaft übernehmen die Verantwortung</strong></p>
<p style="text-align: justify">Während Haushaltsabfälle in den Städten bereits gesammelt werden, gibt es in den Siedlungen noch kein Sortiersystem. Um diese Lücke zu schließen, arbeiten einige Unternehmen in Kirgistan an der Schaffung einer Kreislaufwirtschaft. Gebrauchtes Papier beispielsweise wird von <a href="http://paper.kg/">Paper.kg</a> gesammelt, vor allem in den großen Büros in Bischkek. Plastikflaschen werden insbesondere von Unternehmen gesammelt, die Fenster herstellen, wie etwa <a href="http://livingasia.online/2017/02/23/bishkek_plastic/">Agroprom Holding</a>, die sich sogar auf die Rücknahme dieser Flaschen spezialisiert haben. Auch von Obdachlosen wird dieses Recyclingsystem unterstützt, indem sie Plastikflaschen sammeln und gegen etwas Geld zu diesen Firmen bringen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-wie-die-frauen-das-fliesende-wasser-zuruck-nach-an-oston-brachten/"><strong>Wie die Frauen das fließende Wasser zurück nach An Oston brachten</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Während der Sowjetzeit mussten die Bürger Plätze in der Nähe ihrer Arbeit und ihres Zuhauses im Frühjahr reinigen. Diese „Subbotnik“ („Samstagsarbeit“) gibt es nach wie vor auf freiwilliger Basis. So wurden die Bürger vom 1. März bis zum 31. Mai auf Geheiß des ehemaligen Ministerpräsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sapar_Dschumakadirowitsch_Isakow">Sapar Isakow</a> dazu ermuntert, urbane und ländliche Gebiete zu säubern und aufzuräumen. Am 31. März haben Schüler, Studenten, Beamte und der aktuelle kirgisische Präsident <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/dscheenbekow-und-seine-familie-das-ist-uber-den-zukunftigen-prasidenten-bekannt/">Sooronbaj Dscheenbekow</a> an den großen kirgisischen Stadtreinigungsaktionen teilgenommen.</p>
<p>https://www.youtube.com/watch?v=-6aE0rUIHyY</p>
<p style="text-align: center"><em>&#8222;Sauberes Leben&#8220;, ein kürlich erschienener Rap-Videoclip zum Anlass des &#8222;<a href="https://en.wikipedia.org/wiki/World_Cleanup_Day">World Cleanup Day</a> 2018&#8243;</em></p>
<p style="text-align: justify">NGOs und Freiwilligenarbeit spielt vor allem bei der Abfallwirtschaft um den Issikkölsee zunehmend eine Rolle. Dazu gehört <a href="http://ekois.net/obshhestvennyj-fond-eko-demi-obyavlyaet-konkurs-sredi-eko-dobrovoltsev/">Eco Demi</a> unter der Regie von Aidschan Tschynybayewa. Der Verein organisiert Reinigungsaktionen rund um den See, der immer mehr zum Touristendomizil wird. Oft werden bekannte Personen eingeladen, um den Kampf gegen Abfälle, die in die Natur geworfen werden, populär zu machen. Nach Angaben von Eco Demi konnten Freiwillige am Issikkölsee im Jahr 2017 rund 360 Tonnen Abfall sammeln.</p>
<p style="text-align: justify">Darüber hinaus wurde von der Jaschyl-Bilik-Stiftung ein Projekt ins Leben gerufen, in dessen Rahmen spezielle Container auf Deponien am Nord- und Südufer des Issikkölsees aufgestellt wurden. Laut Dimitrij Andrejew, dem Direktor der Stiftung, wird es an den Stränden bald Container zur Mülltrennung geben.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Teufelskreis der Abfallwirtschaft</strong></p>
<p style="text-align: justify">Trotz zahlreicher Bemühungen der öffentlichen Organisationen und Umweltinitiativen gibt es in Kirgistan noch immer keine Sortieranlage für Hausmüll. Laut Kanat Echatow, Leiter der Abteilung für Wohnwesen und öffentliche Dienste der Stadtverwaltung Bischkek, wurde zwar zwischen 2010 und 2015 ein Pilotprojekt durchgeführt. Organisiert wurde es einem der Stadtviertel von Bischkek, doch die getrennte Müllabfuhr hat versagt. Grund für dieses Scheitern war laut Stadtrat, dass die Bevölkerung noch nicht bereit und motiviert war, ihren Müll zu sortieren.</p>
<p style="text-align: justify">Momentan bleibt das Abfallsystem in Kirgistan also eher lückenhaft. Es geht noch immer nur darum, „Hausmüll von A nach B zu bringen“, also von der Stadt in die nahe gelegenen Deponien. Praktisch alle wichtigen Deponien in Kirgistan stellen jedoch Gesundheits- und Umweltgefahren für ihre Umgebung dar.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Auf dem Weg zu einem klar definierten Ansatz für die Hausmüllwirtschaft?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Probleme der Mülldeponien werden von den kirgisischen Medien kaum beachtet. Parallel dazu wird von der kirgisischen Regierung noch kein systematischer Ansatz zur Verbesserung der Abfallwirtschaft umgesetzt.</p>
<p style="text-align: justify">Das Thema der Abfallwirtschaft erfordert auch einen neuen Ansatz für die Bevölkerung, die viel stärker einbezogen werden muss, indem sie sich am Sortieren des Hausmülls beteiligt und sich der schädlichen Auswirkung von Abfällen in der Natur bewusst wird.</p>
<p style="text-align: justify">Auch wenn das Sortiersystem und die entsprechende Infrastruktur auf kommunaler Ebene noch nicht eingerichtet sind, ist es an der Zeit, die Bemühungen von Behörden, Privatunternehmen und der Bevölkerung zu bündeln, um Hausabfälle besser verwalten und realistisch angehen zu können.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Gulnara Anapiiaeva</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen von Elisabeth Rudolph</strong></p>
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