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	<title>Mord Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
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	<title>Mord Archives</title>
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		<title>Kirgistan: Menschenrechtler:innen kritisieren Vorstoß zur Wiedereinführung der Todesstrafe</title>
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		<dc:creator><![CDATA[bstoeckl]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Oct 2025 17:08:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Justiz]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Mord]]></category>
		<category><![CDATA[Todesstrafe]]></category>
		<category><![CDATA[Vergewaltigung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Gesetzesentwurf, der die Wiedereinf&#xFC;hrung der Todesstrafe f&#xFC;r Vergewaltigungen und Morde an Frauen und Kindern vorsieht, wird von Menschenrechtsorganisationen als ineffektiv und populistisch kritisiert. Die Debatte &#xFC;ber die Wiedereinf&#xFC;hrung der Todesstrafe in Kirgistan wurde durch einen aufsehenerregenden Kriminalfall wieder ins Rollen gebracht: Am 27. September war die 17-j&#xE4;hrige Ajsuluu Mukaschewa aus dem Gebiet Ysyk-K&#xF6;l entf&#xFC;hrt [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Gesetzesentwurf, der die Wiedereinführung der Todesstrafe für Vergewaltigungen und Morde an Frauen und Kindern vorsieht, wird von Menschenrechtsorganisationen als ineffektiv und populistisch kritisiert.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Debatte über die Wiedereinführung der Todesstrafe in Kirgistan wurde durch einen aufsehenerregenden Kriminalfall wieder ins Rollen gebracht: Am 27. September war die 17-jährige Ajsuluu Mukaschewa aus dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Oblus_Yssyk-K%C3%B6l">Gebiet Ysyk-Köl</a> entführt und vergewaltigt worden; ihr lebloser Körper wurde später in der Nähe des Dorfes Kadschy-Saj gefunden. Im Laufe der darauffolgenden Ermittlungen <a href="https://24.kg/english/347278_Aisuluus_killer_confesses_to_another_crime__strangling_Kamila_11_years_ago/">gestand</a> der Täter, Kumarbek A. (41), neben der Tötung Mukaschewas auch den bisher ungeklärten Mord an Kamila Dujschebajewa, welche 2014 auf einem Friedhof in der Nähe des Dorfes Bajtik mit einem Schal erwürgt worden war.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Die Grausamkeit des Mordes erschütterte weite Teile der kirgisischen Gesellschaft. Anfang Oktober erklärte Kirgistans Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sadyr_Dschaparow">Sadyr Dschaparow</a>, dass er sich persönlich mit dem Fall beschäftige. Er <a href="https://24.kg/obschestvo/345566_prezident_krporuchil_vvesti_smertnuyu_kazn_zaprestupleniya_protiv_detey_ijenschin/">beauftragte</a> den Vorsitzenden der präsidialen Rechtsverwaltung, Murat Ukuschew, mit der Vorbereitung einer Gesetzesänderung, die für Vergewaltigungen an Kindern sowie für Vergewaltigungen mit Todesfolge an Frauen die Todesstrafe wiedereinführen würde. <a href="https://ru.kabar.kg/news/posovetuemsya-s-narodom-prezident-prokommentiroval-iniciativu-o-vvedenii-smertnoj-kazni/">Dem kirgisischen Präsidenten zufolge</a> würde dies Verbrechen an Frauen und Kindern <em>„wenn nicht vollständig stoppen, so doch zumindest erheblich reduzieren.”</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Menschenrechtler:innen befürchten Missbrauch</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Lokale Menschenrechtsorganisationen schauen mit Besorgnis auf die geplanten Änderungen. Sie befürchten, dass die Wiedereinführung der Todesstrafe in dem von Korruption gebeutelten Land zu breitflächigem Missbrauch führen könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>“Es ist zwar unerlässlich, Gewalt gegen Frauen zu bekämpfen, doch die Todesstrafe ist keine Lösung. Weltweite Erkenntnisse zeigen, dass härtere Strafen, einschließlich Hinrichtungen, keine wirksame Abschreckung darstellen. Stattdessen birgt die Wiedereinführung der Todesstrafe die Gefahr weiterer Missbräuche in einem Rechtssystem, das ohnehin schon von Korruption, Straflosigkeit und einer schwachen Rechtsstaatlichkeit geprägt ist”</em>, heißt es in einer <a href="https://freedomforeurasia.org/kyrgyzstan-proposal-to-reinstate-the-death-penalty-violates-human-rights-obligations-and-fails-to-protect-women/">gemeinsamen Erklärung</a>, die von Freedom for Eurasia, der International Partnership for Human Rights (IPHR), dem Norwegian Helsinki Committee, Araminta, der International Federation for Human Rights (FIDH), People in Need (PIN) und Civil Rights Defenders unterschrieben wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/zwei-ehemalige-mitarbeiter-von-kloop-in-kirgistan-verurteilt/"><strong>Zwei ehemalige Mitarbeiter von Kloop in Kirgistan verurteilt</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Erklärung wurde zudem angemerkt, dass die kirgisische Regierung mit der Wiedereinführung gegen die eigene Landesverfassung und ihre Pflichten gemäß des Zweiten Fakultativprotokolls zum Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte (kurz: UN-Zivilpakt) verstoßen würde. Letzteres verpflichtet die Vertragsstaaten dazu, die Todesstrafe abzuschaffen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Grundursachen bleiben bestehen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die beteiligten Menschenrechtsorganisationen werfen der kirgisischen Regierung vor, mit dem Gesetzesvorschlag lediglich Populismus zu betreiben und die zugrundeliegenden Ursachen geschlechtsspezifischer Gewalt nicht anzupacken.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die Polizei versäumt es oft, die Anzeigen der Opfer aufzunehmen, leitet keine sofortigen Ermittlungen bei Vorwürfen sexuellen Missbrauchs ein, und die Täter werden von den Justizbehörden milde behandelt”</em>, so die Erklärung. Auch die repressiven Maßnahmen der derzeitigen Regierung gegenüber Frauen, wie <em>„Belästigung und Vergeltungsmaßnahmen gegen prominente Journalistinnen, Aktivistinnen und Regimekritikerinnen”</em>, würden deren Missachtung von Frauenrechten demonstrieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/miss-world-2025-vertreterin-kirgistans-prangert-gewalt-gegen-frauen-an/"><strong>Miss World 2025: Vertreterin Kirgistans prangert Gewalt gegen Frauen an</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Stattdessen rufen die Menschenrechtler:innen die kirgisische Regierung dazu auf, stärkere Präventionssysteme wie Krisenzentren, Frauenhäuser und Hotlines zu etablieren, Ersthelfer besser zu schulen und im Falle grober Nachlässigkeit oder fehlender Mitarbeit zur Verantwortung zu ziehen. Darüber hinaus müssen Täter adäquat bestraft und ein nachhaltiger politischer Willen zum Schutz der Rechte von Frauen und Mädchen demonstriert werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Rückwärtsgang in der Rechtsstaatlichkeit?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Vorstoß der Regierung zur Wiedereinführung der Todesstrafe reiht sich in die schlechter werdende Menschenrechtslage im Land ein. Erst im Juni hatte das kirgisische Parlament für die <a href="https://www.dw.com/ru/o-pytkah-v-turmah-nikto-ne-uznaet-v-biskeke-zakrout-centr-monitoringa/a-73267694">Abschaffung des Nationalen Zentrums zur Folterverhinderung</a> gestimmt, einem unabhängigen Organ, das die Anwendung von Folter in Haftanstalten überprüfen und gegebenenfalls verhindern sollte. Schon damals hatten Menschenrechtsorganisationen gewarnt, dass dieser Schritt einen <em>„gefährlichen Rückschlag im Kampf gegen Folter in der Kirgisischen Republik”</em> darstelle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Gesetzesentwurf zur Wiedereinführung der Todesstrafe wird bis zum 28. Oktober im Portal für die öffentliche Diskussion von Entwürfen für Rechtsvorschriften der Kirgisischen Republik diskutiert und danach Gegenstand eines nationalen Referendums werden.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Benedikt Stöckl für Novastan</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Gebunden durch Tradition: Das stille Leiden der Schwiegertöchter in Usbekistan</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Jan 2025 15:08:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Mord]]></category>
		<category><![CDATA[Patriarchat]]></category>
		<category><![CDATA[Suizid]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Usbekistan gibt es eine besondere Form der geschlechtsspezifischen Gewalt: den Missbrauch von und die Kontrolle &#xFC;ber Schwiegert&#xF6;chter. Dies spiegelt die kulturelle Tradition wider, nach der eine Braut &#x2013; Kelin &#x2013; ihr Elternhaus verl&#xE4;sst, um zu ihrem Ehemann und oft auch zu dessen Eltern zu ziehen. Ein Gro&#xDF;teil ihres jungen Lebens ist dem Ziel gewidmet, [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>In Usbekistan gibt es eine besondere Form der geschlechtsspezifischen Gewalt: den Missbrauch von und die Kontrolle über Schwiegertöchter. Dies spiegelt die kulturelle Tradition wider, nach der eine Braut &#8211; Kelin &#8211; ihr Elternhaus verlässt, um zu ihrem Ehemann und oft auch zu dessen Eltern zu ziehen. Ein Großteil ihres jungen Lebens ist dem Ziel gewidmet, eine zukünftige Kelin zu werden, eine Rolle, in der sie als leicht ersetzbar behandelt wird, auch wenn sich die Muster langsam ändern.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das usbekische Wort „Kelin“ stammt von dem türkischen Verb „kel“ ab, das „kommen“ bedeutet. Wörtlich übersetzt bedeutet „Kelin“ also „diejenige, die kommt“ oder „diejenige, die gebracht wird“. Mädchen werden von klein auf als Gäste behandelt und als künftige Kelin in ihrem Elternhaus erzogen, wobei ihnen beigebracht wird, wie man den Haushalt führt und es allen recht macht. Die meisten Mädchen in Usbekistan <a href="https://daryo.uz/en/2025/01/08/uzbekistans-changing-marriage-trends-375%25-women-under-20-married-in-2024">heiraten recht jung</a> und beginnen ein traditionelles Leben voller Verachtung und Entbehrungen. Und in nicht allzu seltenen Fällen bezahlen die Kelins dafür mit ihrem Leben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Anmerkung des Herausgebers:</strong> Der folgende Artikel enthält Hinweise auf (extreme) Gewalt und Tod, die einige Leser beunruhigen könnten.</em></p>



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<h2 class="wp-block-heading"><strong>„Sie hat uns nur ein Jahr lang gut gedient“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Rasuljon Imamov, 64, öffnete die Autotür und zog den Kopf seiner Schwiegertochter Gulmira heraus, die bewusstlos und keuchend auf dem Rücksitz lag. Er drehte ihr Gesicht nach unten, packte sie an den Haaren und zog das Messer, das er im Auto mit sich führte, an der linken Seite ihres Halses. „<em>Ich habe ihr schnell den Hals durchgeschnitten, weil das Messer scharf war, und ich habe den Kopf vom Körper getrennt, indem ich die Knochen gebrochen habe</em>“, erzählte er später.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An jenem Tag, dem 1. Oktober 2022, sah Rasuljon, wie seine Kelin das Abendessen zubereitete und bat darum, dass sie es gut mache. Gulmira, eine Mutter von zwei Kindern, die schon seit Jahren die Schläge ihres Mannes und die Streitigkeiten mit ihren Schwiegereltern satthatte, sagte daraufhin: „Ich werde es versuchen, aber du wirst essen, wie es zubereitet wird“, und schloss die Küchentür so fest, dass das Fenster zersprang. Rasuljon hatte genug von ihr. Was für eine Kelin würde seine Schwiegereltern nicht respektieren? In seinen Augen sollten Kelins stets gehorsam, unterwürfig und ehrerbietig sein.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die usbekischen Traditionen sind geprägt vom Respekt für ältere Menschen. Eltern, die Kinder, insbesondere Söhne, aufziehen, werden nie allein gelassen. Normalerweise bleibt der jüngste Sohn bei den Eltern, gründet seine eigene Familie und erbt später das Haus. Von seiner Frau, der Kelin, wird erwartet, dass sie sich um die Bedürfnisse der Schwiegereltern kümmert und ihnen gut dient. Gulmira heiratete 2011 den jüngsten Sohn der Familie Imamov, Khusniddin.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit geballten Fäusten betrat Rasuljon die Küche und schlug Gulmira mit einem einzigen Schlag an die Kehle, sodass sie bewusstlos zusammenbrach. Nur ihr schwerer Atem erfüllte die Stille. Ohne zu zögern, trug Rasuljon sie zu seinem Auto und fuhr zu einem nahen Hügel. Dort enthauptete er sie und entsorgte ihren kopflosen Körper in einer Müllschlucht. Dann steckte er ihren abgetrennten Kopf in einen Sack und legte ihn auf Wacholderbäume am Straßenrand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Sie hat uns nur ein Jahr lang gut gedient“,</em> sagte er später vor Gericht und erzählte von all den eskalierenden Konflikten zwischen den beiden. „<em>Ab dem zweiten Jahr begann sie sich zu verändern.</em>“ Trotz des Plädoyers von Gulmiras Vater für die höchstmögliche Strafe erhielt Rasuljon nur eine Strafe von 13 Jahren.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Gewalt gegen Mädchen und Frauen: Nationale Krise</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Offizielle Statistiken über Gewalt und Belästigung gegen Frauen in Usbekistan gibt es nur wenige, aber das Ausmaß lässt sich aus der Zahl der ausgestellten Schutzanordnungen ableiten. Im Jahr 2019 verabschiedete Taschkent ein <a href="https://lex.uz/docs/4494712?ONDATE=10.12.2021#6438986">Gesetz zum Schutz von Frauen vor Gewalt</a> und Belästigung, das sicherstellt, dass Hilfesuchende Schutzanordnungen erhalten können, zunächst für einen Monat. Im Durchschnitt beantragen <a href="https://thediplomat.com/2024/05/women-as-wives-how-uzbekistans-justice-system-fails-to-serve-women/">40.000 Frauen pro Jahr</a> eine solche Verfügung, wobei <a href="https://www.qalampir.uz/uz/news/-2375-80686">85 Prozent der Fälle enge Familienmitglieder betreffen</a> und häusliche Gewalt die häufigste Form des Missbrauchs darstellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/femizid-in-usbekistan-es-sind-wirksamere-mechanismen-zum-schutz-von-frauen-erforderlich/">Femizid in Usbekistan – Es sind wirksamere Mechanismen zum Schutz von Frauen erforderlich</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">26 Prozent der Frauen, die an einer <a href="https://www.gazeta.uz/oz/2022/12/20/researches/">kürzlich durchgeführten Studie</a> teilnahmen, gaben an, dass sie von ihren Ehemännern misshandelt oder belästigt werden, weil ihre Schwiegereltern sie als respektlos empfinden. Allein im Jahr 2021 beantragten über 1500 Kelins Schutzanordnungen von ihren Schwiegermüttern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem begehen <a href="https://daryo.uz/2021/01/08/mahalla-vazirligi-2020-yilda-900-nafardan-ortiq-ayol-oz-joniga-qasd-qilgan">jährlich etwa 600 Frauen Suizid</a>. Während der Covid-19 Lockdowns, als die Frauen mit ihren Ehemännern und Schwiegereltern zu Hause eingesperrt waren, <a href="https://iep-berlin.de/en/projects/enlargement-neighbourhood-and-central-asia/eurasia/studie-gbv/">stieg diese Zahl auf 900 an</a>. Das Ministerium für die Unterstützung von <a href="https://www.uzbekembassy.in/the-mahalla-a-unique-civil-society-institution-in-uzbekistan/">Mahalla</a> und Familie stellte fest, dass sich die meisten Frauen aufgrund von Konflikten mit ihren Ehemännern oder Schwiegereltern das Leben nahmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Wenn ich sterbe, beerdige meine Leiche im Haus deiner Großmutter, nicht hier</em>“, sagte Zilola leise zu ihrem 13-jährigen Sohn, als sie ihn zum letzten Mal zudeckte. Das Haus, in dem sie die letzten 17 Jahre verbracht hatte, kam ihr jetzt vor wie ein Gefängnis. Ihre Schwiegereltern wollten sie loswerden und sie durch eine neue, jüngere Kelin ersetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie war froh, dass sie sich in den Tagen zuvor von ihrer Tochter verabschiedet und ihren Goldschmuck als Andenken weitergegeben hatte. „<em>Kümmere dich um deinen Bruder. Ich habe hier nie einen ruhigen Tag gehabt, aber du lebst gut</em>“, ermahnte sie ihre 15-jährige Tochter. „<em>Gib deinen Bruder nicht an deinen Vater. Wenn mir etwas zustößt, wird dein Onkel auf euch beide aufpassen</em>“, fügte sie hinzu und hielt sich an diesem schwachen Hoffnungsschimmer fest.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zilola heiratete Soyib Muftillayev, einen Schafhirten, an einem warmen Oktobertag im Jahr 2006. Von da an wurde sie sowohl von Soyib als auch von seiner älteren Schwester, Sabriya Muftillayeva, ständig verbal und körperlich misshandelt. Die Situation verschlimmerte sich, als Soyib beschloss, eine andere Frau zu heiraten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Das Tabu der Scheidung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für viele Frauen in Usbekistan kommt eine Scheidung nicht infrage, so schrecklich das Eheleben auch sein mag. Geschiedene Frauen sind mit Scham und Stigmatisierung konfrontiert und können oft nur einen geschiedenen Mann wieder heiraten <a href="https://thediplomat.com/2022/02/uzbekistans-second-wives-marry-in-secret-and-suffer-without-legal-protections/">oder eine zweite Frau werden</a>. Ex-Ehemänner <a href="https://kun.uz/news/2020/07/17/farzandning-haqi-otalik-majburiyati-alimentning-huquqiy-va-diniy-asoslari-haqida?q=%2Fuz%2Fnews%2F2020%2F07%2F17%2Ffarzandning-haqi-otalik-majburiyati-alimentning-huquqiy-va-diniy-asoslari-haqida">umgehen die Unterhaltszahlungen</a> für die Kinder und <a href="https://platina.uz/o'z/2023/04/11/2022-yilda-73-ta-14-yoshga-tolmagan-bola-bilan-jinsiy-aloqaga-kirishish-jinoyati-sodir-etilgan-manba">beteiligen sich auch nicht aktiv an der Kindererziehung</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Soyib sich entschloss, unter dem Vorwand mangelnder Intimität eine andere Frau zu heiraten, wurde Zilolas Schwägerin ihr gegenüber noch grausamer. Sie demütigte Zilola vor anderen, schlug sie und machte sie bei anderen Verwandten ständig schlecht. „<em>Ich werde meinen Bruder mit einer anderen Frau verheiraten, du kannst dich nicht richtig um ihn kümmern</em>“, sagte Sabriya zu Zilola. „<em>Ich werde eine andere Frau mitbringen und du wirst dieses Haus verlassen.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://thediplomat.com/2023/12/uzbekistan-takes-a-stance-against-promoting-or-endorsing-polygamy/">Polygamie ist illegal in Usbekistan.</a> Hunderttausende haben jedoch Zweit- oder sogar Drittfrauen, ohne eine offizielle Registrierung. <a href="https://thediplomat.com/2022/02/uzbekistans-second-wives-marry-in-secret-and-suffer-without-legal-protections/">Zweitfrauen sind gesetzlich nicht geschützt</a>, und dennoch erklären sich geschiedene Frauen oder Mädchen, die nach gesellschaftlichen Maßstäben als „abgelaufen“ gelten, bereit, eine Zweitfrau zu werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sabriya fand eine junge Frau für seinen Bruder und bestand darauf, dass Zilola zumindest für ein paar Tage das Haus verlässt, damit sich die neue Kelin den Haushalt anschauen kann. „<em>Verlass das Haus oder nicht, wir bringen morgen die neue Kelin</em>“, sagten Soyib und seine Schwester zu Zilola und demütigten und erniedrigten sie ein letztes Mal vor ihren Angehörigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In dieser Nacht, nachdem sie ihren Sohn ins Bett gebracht hatte, stellte Zilola eine fünf Kilogramm schwere Propangasflasche in den Kühlschrank und öffnete das Ventil, sodass Gas ausströmte. Sie konnte den Gedanken nicht ertragen, dass eine andere Frau in ihrer Wohnung lebte &#8211; lieber zerstörte sie das Haus, als es zurückzulassen. Während sie sich mit einem Drahtseil aufhängte, löste das Gasleck eine gewaltige Explosion aus, die den Raum zum Einsturz brachte und ihre Leiche unter den Trümmern begrub. Soyib und Sabriya wurden später für schuldig befunden, Zilola in den Selbstmord getrieben zu haben. Sie wurden zu je drei Jahren Gefängnis verurteilt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein Leben in Knechtschaft und Kontrolle</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Mittelpunkt der häuslichen Gewalt gegen Kelins steht die körperliche Arbeit. Die Kelins müssen frühmorgens vor allen anderen aufstehen und alle Arbeiten im Haus erledigen. Sie dürfen nur dann arbeiten oder studieren, wenn sie alle ihre Aufgaben rechtzeitig erledigen und ihre Ehemänner und Schwiegereltern dies erlauben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus diesem Grund setzen viele junge Frauen ihr Studium nach der Heirat nicht fort. <a href="https://kun.uz/news/2021/06/03/erta-turmushga-berilgan-ayollarning-yarmidan-kopi-oqishini-davom-ettirmagan-tadqiqot">Eine kürzlich durchgeführte Studie ergab</a>, dass nur 37,6 Prozent der jungen Bräute nach der Hochzeit ein weiteres Studium aufnehmen. Fast 40 Prozent gaben an, dass sie aufgrund der Einwände ihrer Ehemänner (25,6 Prozent) oder ihrer Schwiegereltern (13,3 Prozent) nicht in der Lage waren, ihr Studium fortzusetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/femizide-in-kirgistan-warum-erkennt-der-staat-das-problem-auf-rechtlicher-ebene-nicht-an/"><strong>Femizide in Kirgistan: Warum erkennt der Staat das Problem auf rechtlicher Ebene nicht an?</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die <a href="https://gender.stat.uz/en/main-indicators/labor">Arbeitslosenquote der Frauen</a> ist doppelt so hoch wie die der Männer: 872.900 Frauen sind arbeitslos im Vergleich zu 459.800 Männern. <a href="https://strategy.uz/index.php?news=1255&amp;lang=uz">Verheiratete Frauen haben eine höhere Arbeitslosenquote</a> (56 Prozent) als unverheiratete Frauen (36 Prozent). Eine andere Umfrage ergab, dass 43 Prozent der Frauen aufgrund ihrer Pflichten im Haushalt, z. B. der Betreuung von Kindern oder älteren Verwandten, keine Arbeit suchen, während nur sieben Prozent der Männer den gleichen Grund angaben. Außerdem verdienen Frauen, die arbeiten, 39 Prozent weniger als Männer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Faktoren tragen dazu bei, dass junge Frauen von ihren Ehemännern und Schwiegereltern abhängig sind, was sie oft dazu zwingt, Missbrauch und Schikanen schweigend zu ertragen. Selbst wenn die Ehemänner für Monate und manchmal Jahre in die Arbeitsmigration gehen, leben die Frauen mit ihren Schwiegereltern zusammen und dienen ihnen geduldig.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>„<em>Geh, oder ich bringe dich um</em>“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Geh zurück in dein Elternhaus, oder ich bringe dich um</em>“, drohte der 63-jährige Gulimmet Djumanov seiner Kelin Odila* am Morgen des 21. Mai 2023 zum wiederholten Mal. Odilas Ehemann Anvar arbeitete als Arbeitsmigrant in Russland und ließ sie und ihre beiden Kinder bei seinen Eltern leben. (<a href="https://m.kun.uz/news/2024/09/20/rossiyadagi-eng-kop-mehnat-muhojirlari-ozbekiston-fuqarolari-ekani-malum-qilindi">Offiziell arbeiten derzeit 1,8 Millionen Usbeken in Russland</a>, die inoffiziellen Zahlen könnten jedoch noch viel höher sein).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jahrelang war die Beziehung zwischen Odila und ihren Schwiegereltern von Spannungen geprägt. Da sie sie der Untreue verdächtigten, teilten sie das Haus, sperrten Odila und ihre Kinder auf eine Seite und installierten zwei Kameras, um jeden ihrer Schritte zu überwachen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An diesem Tag schlug Gulimmet Odila Berichten zufolge erneut. In ihrer Verzweiflung rief sie mehrmals ihre Familie an und flehte: „<em>Nehmt mich zurück, meine Schwiegermutter zwingt mich raus</em>.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem Gulimmet Alkohol getrunken hatte, griff er zu einem weißen Küchenmesser. Seine Frau Gavhar* stand vor Odilas Tür und drängte sie, zu gehen. Gulimmet versteckte das Messer in seiner weißen Socke, schob seine Frau zur Seite und betrat Odilas Zimmer. Während seine Enkelkinder im Alter von neun und elf Jahren entsetzt zusahen, stach er Odila in den Oberschenkel. Vor Schmerz rannte sie nach draußen. Gulimmet holte sie ein, als sie im Garten des Hauses zusammenbrach. Er stach ihr zuerst in die Brust und dann sechs bis sieben weitere Male in andere Körperteile. Er warf das Messer zur Seite. Gulimmet ignorierte die Nachbarn, die wegen des Lärms herauskamen, und ging in Richtung des Hauses seines Bruders, als er seine Frau schreien hörte: „<em>Du hast sie umgebracht</em>!“. Vor Gericht beteuerte er: „<em>Ich wollte sie nur bedrohen</em>“. Er erhielt eine satte Gefängnisstrafe von 16 Jahren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Hinweis:</strong> Bei den in den Geschichten genannten Namen handelt es sich um echte Namen, die in Gerichtsdokumenten genannt werden. Namen, die mit einem Sternchen * gekennzeichnet sind, wurden erfunden, da sie in den Gerichtsdokumenten nicht enthalten sind. Die von den örtlichen Gerichten überprüften Dokumente zu Mordfällen wurden im Rahmen des Forschungsprojekts „<a href="https://eca.unwomen.org/en/stories/in-focus/2024/06/in-focus-femicide-research-in-kazakhstan-tajikistan-and-uzbekistan">Data4Women</a>&#8220; gesammelt: Expanding the Existing Database to Tackle Femicides in Uzbekistan“, unterstützt von ECA UN Women, an dem die Autorin beteiligt ist. Die Autorin möchte den Mitgliedern des Forschungsteams, Swetlana Dzardanowa, Deniz Nasarowa und Gulnoza Achmedowa, sowie der Mentorin des Teams, Sawia Hasanowa, für ihre wertvollen Beiträge danken. Besonderer Dank gebührt auch Europe and Central Asia (ECA) UN Women für die Organisation und Finanzierung der Forschung.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Dieser Artikel ist eine eigenständige Arbeit der Autorin und die Ergebnisse und Meinungen spiegeln nicht unbedingt die offizielle Position oder Befürwortung des ECA UN Women oder anderer Teammitglieder des Femizidprojekts wider.</em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Niginakhon Saida</strong> <strong>für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Übersetzt von Elisa Berste</strong></p>



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			</item>
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		<title>Oppositioneller Journalist aus Kasachstan in Kyiv ermordet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SLS]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Jul 2024 17:56:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Journalist]]></category>
		<category><![CDATA[Kyiv]]></category>
		<category><![CDATA[Mord]]></category>
		<category><![CDATA[Presse]]></category>
		<category><![CDATA[Ukraine]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die internationale Journalist:innen-Gemeinschaft trauert um A&#x131;dos Sadyqov. Der kasachstanische Journalist, bekannt f&#xFC;r seine scharfe Kritik an den Beh&#xF6;rden seines Heimatlandes, erlag nach einem Attentat seinen Verletzungen. Der Mord verdeutlicht die Risiken, denen oppositionelle Journalist:innen&#xA0; selbst im Exil ausgesetzt sind. Am 18. Juni ist der kasachstanische Journalist A&#x131;dos Sadykov Opfer eines bewaffneten Angriffs geworden. Sadyqov wurde [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die internationale Journalist:innen-Gemeinschaft trauert um Aıdos Sadyqov. Der kasachstanische Journalist, bekannt für seine scharfe Kritik an den Behörden seines Heimatlandes, erlag nach einem Attentat seinen Verletzungen. Der Mord verdeutlicht die Risiken, denen oppositionelle Journalist:innen  selbst im Exil ausgesetzt sind.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 18. Juni ist der kasachstanische Journalist <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Aidos_Sadyqov">Aıdos Sadykov</a> Opfer eines bewaffneten Angriffs geworden. Sadyqov wurde durch einen Schuss in den Kopf schwer verletzt, als er sich in der Nähe seines Hauses in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kiew">Kyiv</a> aufhielt. Der Journalist betrieb zusammen mit seiner Frau Natalia Sadyqova den oppositionellen YouTube-Kanal <a href="https://www.youtube.com/@base-kazakh">BÄSE</a>, der zuletzt mehr als eine Million Abonnent:innen hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem er 13 Tage lang auf der Intensivstation um sein Leben gekämpft hatte, ist er am 2. Juli seinen Verletzungen erlegen. Seine Frau gab seinen Tod <a href="https://www.facebook.com/sadykovanatalya">auf Facebook</a> bekannt und schrieb dabei die moralische Verantwortung für den Mord Kasachstans Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Qasym-Jomart Toqaev</a> zu.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine lange Geschichte der Verfolgung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Denn den Sadyqovs ist die politische Verfolgung nicht fremd. Wie das kasachstanische Nachrichtenportal <a href="https://vlast.kz/novosti/60841-zurnalist-ajdos-sadykov-skoncalsa-posle-pokusenia.html">Vlast</a> berichtet, verließ das Paar im Jahr 2014 Kasachstan ins ukrainische Exil, nachdem ein Strafverfahren gegen Natalia Sadyqova eröffnet worden war. Aidos Sadyqov sei bereits 2010 wegen Rowdytums in seinem Heimatland inhaftiert worden, berichtet <a href="https://rus.azattyq.org/a/life-in-jail-of-political-prisoner-aidos-sadykov/24772437.html">Radio Azattyq</a>, der kasachstanische Dienst von Radio Free Europe. Ein Vorwurf, den er stets als aus politischen Gründen erfunden bezeichnete. Im Exil üben sie auf ihrem YouTube-Kanal weiterhin offene Kritik am kasachstanischen Regime.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Im Oktober 2023 setzten Kasachstans Behörden Aıdos Sadyqov und Natalia Sadyqova auf die Liste der wegen Anstiftung zum Hass gesuchten Personen. Diese Anschuldigung wird allgemein als Versuch angesehen, unliebsame Stimmen zum Schweigen zu bringen. Aıdos Sadykov selbst verurteilte diesen Vorwurf als politisch motiviert und verglich den entsprechenden Artikel des Gesetzes mit einem anderen, sehr ähnlichen Artikel aus der Stalin-Zeit, berichtet <a href="https://rus.azattyq.org/a/32650652.html">Radio Azattyq</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Reaktionen und Ermittlungen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ermordung des Journalisten löste bei Verfechter:innen der Pressefreiheit sowie bei Menschenrechtsorganisationen Schockreaktionen aus. <a href="https://rsf.org/en/ukraine-rsf-condemns-shooting-aydos-sadykov-kazakh-blogger-exiled-kyiv">Reporter ohne Grenzen (RSF)</a> betont, dass dieser brutale Akt, der darauf abzielte, einen oppositionellen Journalisten zum Schweigen zu bringen, nicht ungestraft bleiben dürfe. Daher brauche es eine transparente Untersuchung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jeanne Cavelier, Leiterin der RSF-Abteilung für Osteuropa und Zentralasien, forderte die kasachstanischen Behörden auf, uneingeschränkt mit ihren ukrainischen Kolleg:innen zusammenzuarbeiten, um die Drahtzieher dieses Verbrechens zu identifizieren und vor Gericht zu stellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-gewalt-ohne-grenzen-gegen-journalisten/"><strong>Kasachstan: Gewalt ohne Grenzen gegen Journalisten?</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die ukrainischen Behörden leiteten noch am Tag des Anschlags eine Untersuchung wegen versuchten Mordes ein und identifizierten schnell zwei Verdächtige: Altaı Jakanbaev und Meıram Qarataev, beide kasachstanische Staatsbürger. Einer der Verdächtigen stellte sich der kasachstanischen Polizei, die seine Auslieferung an die Ukraine aber trotz eines internationalen Haftbefehls ablehnt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So verdeutlicht die Ermordung von Aıdos Sadyqov die Gefahren, denen Journalist:innen und politische Aktivist:innen ausgesetzt sind, selbst wenn sie im Ausland Zuflucht suchen. Während die Ermittlungen andauern, beobachtet die internationale Gemeinschaft die Ereignisse aufmerksam und hofft, dass dem Journalisten Gerechtigkeit widerfährt und die Täter und Hintermänner dieses Verbrechens bestraft werden.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Roman Selosse für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/kazakhstan/aidos-sadykov-journaliste-dopposition-kazakh-assassine-kiev/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Selbstmorde und Morde an Frauen nehmen zu, wenn der Staat bei häuslicher Gewalt wegschaut</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Asia Plus]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Jun 2024 22:52:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[häusliche Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Justiz]]></category>
		<category><![CDATA[Mord]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der ehemalige kasachische Wirtschaftsminister Kuandyk Bischimbajev wurde vor wenigen Tagen in Astana zu einer 24-j&#xE4;hrigen Gef&#xE4;ngnisstrafe verurteilt. Er soll seine Frau Saltanat Nukenova gefoltert und besonders grausam ermordet haben. Dieser Fall war nicht nur deshalb von Bedeutung, weil ein ehemaliger Beamter &#x2013; ein Mann mit viel Macht &#x2013; vor Gericht stand, sondern weil es kein [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Der ehemalige kasachische Wirtschaftsminister Kuandyk Bischimbajev wurde vor wenigen Tagen in Astana zu einer 24-jährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Er soll seine Frau Saltanat Nukenova gefoltert und besonders grausam ermordet haben. Dieser Fall war nicht nur deshalb von Bedeutung, weil ein ehemaliger Beamter &#8211; ein Mann mit viel Macht &#8211; vor Gericht stand, sondern weil es kein Einzelfall ist: Die Statistiken über Gewalt an Frauen in allen zentralasiatischen Ländern sind erschreckend.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Seine Liebe hinderte ihn nicht, sie zu töten</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bischimbajev gab zu, dass er am Tod seiner Frau beteiligt war, bestritt jedoch die Foltervorwürfe und, dass es sich um einen brutalen und vorsätzlichen Mord gehandelt habe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihm zufolge hatte seine Frau an jenem Abend zu viel Alkohol getrunken und dadurch den Konflikt und seine aggressive Reaktion „provoziert“. Dies hätte ihn dazu veranlasst, sie zu schlagen, wenngleich er nicht gewusst hätte, dass sie sterben würde.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="924" height="600" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/06/Die-ermordete-Saltanat-Nukenova-und-ihr-Ehemann-Kuandyk-Bishimbayev-1.jpg" alt="" class="wp-image-39574" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/06/Die-ermordete-Saltanat-Nukenova-und-ihr-Ehemann-Kuandyk-Bishimbayev-1.jpg 924w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/06/Die-ermordete-Saltanat-Nukenova-und-ihr-Ehemann-Kuandyk-Bishimbayev-1-300x195.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/06/Die-ermordete-Saltanat-Nukenova-und-ihr-Ehemann-Kuandyk-Bishimbayev-1-768x499.jpg 768w" sizes="(max-width: 924px) 100vw, 924px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die ermordete Saltanat Nukenova und ihr Ehemann Kuandyk Bishimbayev; Collage: Asia-Plus</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Äußerungen des ehemaligen Ministers zu seiner Verteidigung sorgten nicht nur in Kasachstan, sondern auch in anderen Ländern für Aufsehen und Empörung. Nutzer sozialer Medien und Netz-Psychologen, die Bischimbajevs Rede vor Gericht analysierten, wiesen darauf hin, dass er die Öffentlichkeit bewusst manipuliere und die Zuhörer indirekt zu dem Schluss geführt habe, Saltanat selbst sei an dem schuld, was ihr widerfahren sei.<br>Bischimbajev versicherte, dass die schweren Kopfverletzungen, die zum Tod seiner Frau führten, nicht durch seine Schläge verursacht wurden, da er ihre „lebenswichtigen Organe“ nicht getroffen habe. Nach Angaben des Angeklagten schlug Saltanat selbst gegen die Wände und den Fliesenboden und fiel mit dem Gesicht nach unten auf die Toilette.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Sie verlor das Gleichgewicht und taumelte in Richtung Toilettenschüssel. Sie schlug gegen die Wand, begann zu taumeln und flog gegen die Wand, stieß sich mit der Hand ab und fiel mit dem Gesicht voran auf die Toilettenschüssel. Es war ein lauter Aufprall, bumm, sie fiel, und ihr Gesicht kam mit Wucht auf der Toilette auf und sie fiel zu Boden&#8220;, sagte Bischimbajev vor Gericht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ermittlungen ergaben derweil, dass sie nicht gestürzt sei, sondern erdrosselt wurde. Gleichzeitig wiederholt der Mann immer wieder, dass er seine Frau geliebt und sich um sie gekümmert habe.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Die Staatsanwältin Aijan Aimaganova machte aus ihrer Fassungslosigkeit keinen Hehl: „Sie haben sie also geliebt? 6-8 Stunden vergingen nach den Schlägen bis zu ihrem Tod. Wo blieb ihr Notruf? Sie sagen in Ihrer Aussage, dass Sie eine Wahrsagerin angerufen hätten. Sie sagen selbst, dass sie nicht mehr aufstehen konnte. Warum konnten Sie nicht sofort den Krankenwagen rufen?&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Übertragungen der Gerichtsverhandlungen erreichten Hunderttausende von Zuschauern. In der ganzen Welt wurde das gerechte Urteil erwartet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Janna Urazbahova, die Anwältin des Opfers, die für ihre langjährige Erfahrung in der Verteidigung von Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt geworden sind, bekannt ist, sagte in einem Interview, dass in jedem derartigen Fall, unabhängig vom sozialen Status und Ruhm der Familie, jedem sofort die Alarmglocken läuten sollten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Wenn so etwas in der Familie eines Ex-Ministers, einer einflussreichen Person, passiert, was soll man dann über normale Menschen ohne im Ausland erworbene Diplome und Hochschulbildung sagen. Leider rührt das aus langjährigen Traditionen, in denen die Frau als Objekt angesehen wird, und wenn sie heiratet, wird sie als wehrloses Objekt ihrem Mann als eine Art Accessoire&nbsp;übergeben&#8220;, betonte die Anwältin.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Erschreckende Statistiken</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Kasachstan ist dies der erste aufsehenerregende Fall von Gewalt in der Familie, der vor einem Schwurgericht verhandelt und live übertragen wird. Es ist jedoch bei weitem nicht der einzige Fall imLand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Entwicklungsprogramm_der_Vereinten_Nationen">UNDP</a> wird jedes Jahr eine von sechs Frauen in Kasachstan von ihrem Partner misshandelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Statistiken über Fälle von Gewalt gegen Frauen lassen in allen zentralasiatischen Ländern viel zu wünschen übrig. Hier sind nur einige schockierende Fälle aus jüngster Zeit.<br>Im Januar dieses Jahres (2024) hat ein Mann in Bischkek seine Lebensgefährtin vor den Augen ihres Kindes brutal ermordet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/der-kampf-gegen-haeusliche-gewalt-in-kirgistan-gesetze-und-realitaet/">Der Kampf gegen häusliche Gewalt in Kirgistan: Gesetze und Realität</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Anfang April dieses Jahres erstach ein Mann im usbekischen Oblast <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Viloyat_Sirdaryo">Syrdarynsk</a> seine Frau und ihre Mutter wegen eines Familienstreits mit einem Küchenmesser. Im September letzten Jahres erstach ein Mann seine Ex-Frau aus Eifersucht im Bezirk <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Mastchoh_District">Matschinsk</a> in Tadschikistan.<br>In Usbekistan werden fast 90 Prozent der Fälle von Gewalt gegen Frauen innerhalb der Familie verübt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/sexuelle-gewalt-in-usbekistan-milde-justiz-und-tragische-schicksale/">Sexuelle Gewalt in Usbekistan: Milde Justiz und tragische Schicksale</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In Kirgisistan sind mehr als 95 Prozent der Opfer von Gewalt Frauen. In Tadschikistan ist jede fünfte Frau Opfer häuslicher Gewalt, und ein Drittel der Frauen wird gerade von ihren Ehemännern misshandelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;In einer demokratischen Gesellschaft sollte Gewalt gegen Frauen nicht als Bagatelldelikt betrachtet werden. Die Kriminalisierung häuslicher Gewalt auf gesetzlicher Ebene ist eine Notwendigkeit. Eine Gesellschaft, die die Unterdrückung von Frauen duldet, kann nicht als zivilisiert bezeichnet werden&#8220;, sagte Aschraf Azami, tadschikischer Gender-Aktivist und Journalist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er kennt das Problem aus erster Hand: Seine Familie hat häusliche Gewalt am eigenen Leib erfahren &#8211; seine Schwester wurde von ihrem (inzwischen Ex-)Mann regelmäßig verprügelt. Als sie schwanger wurde und er weitermachte, lief sie davon. Die Polizei konnte der schwangeren Frau nicht anderweitig helfen, als mit dem Gewalttäter zu sprechen und eine Geldstrafe zu verhängen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Solange Schläge durch den Ehemann nicht als Straftat gelten, ist die Polizei machtlos. Es gibt keinerlei Schutzanordnungen oder Isolierung des Opfers, solange die Einzelheiten ungeklärt sind. Psychologische Anlaufstellen für die Angreifer sind rar. All das gibt es in 148 Ländern, die ein Gesetz zur Bekämpfung der häuslichen Gewalt verabschiedet haben. Darunter ist auch Kasachstan, aber wir nicht&#8220;, sagt der Journalist.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Wurzeln der Gewalt reichen bis in die Kindheit zurück</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Verabschiedung neuer Gesetze und die Einführung gesonderter Strafen für häusliche Gewalt werden dazu beitragen, Statistiken ans Licht zu bringen und möglicherweise zu einem besseren Umgang der Strafverfolgungsbehörden mit derartigen Fällen führen. Doch das reicht nicht aus, meint der tadschikische Blogger und Medienspezialist Rustam Gulow. Er plädiert dafür, näher mit den Betroffenen zusammenzuarbeiten und den Gang zum Psychologen zu enttabuisieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Insbesondere für diejenigen, die eine gewisse Neigung zu Gewalt haben, sollten Zugang zu einem Psychologen haben. Auf lange Sicht müsse auch Erziehung und Bildung miteinbezogen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/hausliche-gewalt-in-kasachstan-ein-tabuthema-wird-angegangen/">Häusliche Gewalt in Kasachstan – ein Tabuthema wird angegangen</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;In unserer Gesellschaft werden Kinder oft als Menschen zweiter Klasse behandelt. Da ist es nicht verwunderlich, wenn aus ihnen respektlose, gewalttätige Erwachsene werden&#8220;, so Gulow.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="665" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/06/Schuhe-1024x665.jpg" alt="" class="wp-image-39575" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/06/Schuhe-1024x665.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/06/Schuhe-300x195.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/06/Schuhe-768x499.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/06/Schuhe.jpg 1068w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die türkische Künstlerin Vahit Tuna hat 440 Paar Frauenschuhe an der Wand eines Hauses angebracht, um an die Frauen zu erinnern, die 2018 durch häusliche Gewalt ums Leben gekommen sind. Foto: Reuters</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein totales Tabu für Gewalt</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Publizist Parwiz&nbsp;Jamalow ist überzeugt, dass es zur langfristigen Beseitigung geschlechtsspezifischer Gewalt nichts Wirksameres gibt als eine breit angelegte Informationskampagne, die keinen Teil der Gesellschaft außer Acht lässt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Ziel einer solchen mehrjährigen Kampagne sollte die völlige Ablehnung der männlichen Aggression gegen Frauen durch die Gesellschaft sein. Kurz: Allein der Gedanke, die Hand gegen eine Frau zu erheben, sollte mit den Worten &#8218;haram&#8216;, &#8218;Sünde&#8216;, &#8218;Schande&#8216;, gleichgesetzt werden&#8220;, sagt Parwiz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Frauen müssten gleichermaßen einbezogen werden wie Männer betont er: „Schließlich ist es nicht ungewöhnlich, dass die Schwiegermutter, die einst das gleiche Trauma erlitten hat wie ihre Schwiegertochter, die die treibende Kraft ist oder auch selbst Gewalt ausübt, um nun für „Gerechtigkeit“ zu sorgen, sagt er.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/ein-leben-als-kelinka-bericht-ueber-einen-kasachischen-brauch/">Ein Leben als Kelinka – Bericht über einen kasachischen Brauch</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Im öffentlichen Bewusstsein muss systematisch daran gearbeitet werden, Stereotypen und Normen zu überwinden, die eine Kultur der Gewalt und der Herrschaft unterstützen. Dies kann durch Bildung und Aufklärung erreicht werden, einschließlich der obligatorischen Einführung von Geschlechtererziehung in Schulprogrammen, Medienkampagnen über die negativen Folgen von Gewalt, Unterstützung und Entwicklung von Geschlechtergleichstellung und Empathie&#8220;, erklärt der Gesprächspartner. Darüber hinaus hält es Parwiz Jamalow für wichtig, dass die Gesellschaft erkennt, dass Gewalt gegen Frauen nicht nur ein Problem des individuellen Verhaltens ist, sondern ein strukturelles Problem, das eine systemische Lösung und die Unterstützung aller Mitglieder der Gesellschaft erfordert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Wir lernen für den Führerschein, für den Schulabschluss, für einen Beruf. Warum beschäftigen wir uns nicht auf ähnliche Weise mit Erziehung und dem Eheleben?&#8220;, fordert der tadschikische Rechtsanwalt Faridun Machmudow.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht alle traditionellen Informationen über die Ehe, die Beziehungen zwischen Mann und Frau und die Kindererziehung seien für unsere Zeit relevant. Die meisten Konzepte haben sich längst in Stereotype verwandelt, und viele Menschen interpretieren Traditionen und Religion auf ihre Weise, um damit ihr Handeln und Verhalten zu rechtfertigen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ist das Eis gebrochen?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Mord an Saltanat Nukenova hat das Problem der Gewalt gegen Frauen in der kasachischen Gesellschaft in den Vordergrund gerückt. Die Art und Weise, in der ihr Mann und ehemalige Beamte versuchten, sich der Verantwortung zu entziehen, trat eine Welle friedlicher Kundgebungen und Proteste in einer Reihe von Ländern los. Ihre Forderung: ein fairer Prozess und die Kriminalisierung häuslicher Gewalt in Kasachstan. Die Behörden reagierten darauf mit der Verabschiedung eines Gesetzentwurfs zur Stärkung der Rechte von Frauen und der Sicherheit von Kindern. Das Gesetz zur Kriminalisierung häuslicher Gewalt, das der kasachische Präsident am 15. April unterzeichnete, wurde „Saltanat-Gesetz“ genannt. Das erste Land in der Region, das häusliche Gewalt unter Strafe stellte, war Usbekistan. Dort hatte man das entsprechende Gesetz im März 2023 verabschiedet. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die öffentliche Live-Übertragung des Prozesses um Saltanat schuf mehr Vertrauen in die Justiz. Eine Erfahrung aus der es zu lernen gilt.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><a href="https://asiaplustj.info/ru">Asia Plus</a></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/centralasia/20240419/kak-zakrivaya-glaza-na-nasilie-v-seme-v-tsentralnoi-azii-mnozhat-suitsid-i-ubiistva-zhentshin">Russischen</a> von Arthur Siavash Klischat</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a id="_msocom_1"></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">&nbsp;</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Femizide in Kirgistan: Warum erkennt der Staat das Problem auf rechtlicher Ebene nicht an?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[cabarasia]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Apr 2024 21:43:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[femizid]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenraub]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Mord]]></category>
		<category><![CDATA[Patriarchat]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Jedes Jahr gibt es in Kirgistan 20 bis 30 Opfer von Femiziden, doch der Staat erkennt deren Existenz auf gesetzlicher Ebene nicht an. Von 2010 bis 2023 wurden 1.109 Frauen ermordet, ein Drittel davon waren Femizide. Am 15. Februar 2024 reichten die Angeh&#xF6;rigen der 19-j&#xE4;hrigen Asel Zhanarbek eine Erkl&#xE4;rung bei der Bezirkspolizeibeh&#xF6;rde Issyk-Ata ein. An [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Jedes Jahr gibt es in Kirgistan 20 bis 30 Opfer von Femiziden, doch der Staat erkennt deren Existenz auf gesetzlicher Ebene nicht an. Von 2010 bis 2023 wurden 1.109 Frauen ermordet, ein Drittel davon waren Femizide.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 15. Februar 2024 reichten die Angehörigen der 19-jährigen Asel Zhanarbek eine Erklärung bei der Bezirkspolizeibehörde Issyk-Ata ein. An diesem Tag hatte sie ihr Haus in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kant_(Kirgisistan)">Kant</a> verlassen und war verschwunden. Zuvor hatte sie ihrer Mutter eine Audionachricht geschickt, in der sie ihr mitteilte, dass sie sich umbringen würde und dass ihr Mann dafür verantwortlich sei. Ihre Leiche wurde am 18. März im <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Great_Ch%C3%BCy_Canal">Großer Tschui-Kanal</a> (GTK) gefunden. Zuvor hatten sich Angehörige über die Untätigkeit der Polizei beschwert. Das Mädchen hatte zwei Monate zuvor geheiratet. Ihr Vater <a href="https://24.kg/proisshestvija/287985_rodstvenniki_19-letney_propavshey_devushki_jaluyutsya_nabezdeystvie_militsii_/">erzählte</a> gegenüber 24.KG, dass seine Tochter in den Selbstmord getrieben worden sein könnte. Die Publikation berichtet auch, dass Asels Onkel an 15 Stellen in der Nähe des GTK Blutspuren gefunden und diese fotografiert habe. Die Ermittler:innen hätten jedoch keine Proben zur Untersuchung entnommen.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Das Jahr 2024 begann auch mit dem Tod der 23-jährigen Aikyz Kalmurza. Sie war taubstumm und hatte eine Behinderung der Gruppe 1. Das Paar geriet in Streit und der Mann erwürgte seine Frau vor den Augen ihrer dreijährigen Tochter. Nach Angaben der Strafverfolgungsbehörden ereignete sich der Mord am 2. Januar im Dorf Masaliev im Bezirk <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Kadamjay_District">Kadamzhai</a> in der Region <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Oblus_Batken">Batken</a>. Der örtliche Polizeibeamte Akylbek Amiraev sagte, dass ein Strafverfahren gemäß Artikel <em>„Mord“</em> im <a href="https://cbd.minjust.gov.kg/112309/edition/3548/ru?anchor=st_122">Strafgesetzbuch</a> der Kirgisischen Republik eröffnet worden sei. Angehörige der Verstorbenen <a href="https://rus.azattyk.org/a/32771539.html">berichteten</a> Reporter:innen, dass sie bereits zuvor geschlagen worden und im Krankenhaus gelandet sei. Doch ihre Appelle an die Polizei waren wirkungslos geblieben – es waren keine Maßnahmen ergriffen worden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regionalpolizei Batken berichtete, dass seit Jahresbeginn im Dorf <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Andarak">Andarak</a> sieben Frauen versuchten, Selbstmord zu begehen. Fünf von ihnen starben.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Femizide in Kirgistan</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Unter Femizid versteht man die Tötung einer Frau durch einen Mann aus Hass auf Frauen, Geschlechterdiskriminierung und/oder staatlich sanktionierter geschlechtsspezifischer Gewalt. Die überwiegende Mehrheit der Morde an Frauen in Kirgistan wurde von Männern begangen – durchschnittlich acht von zehn Morden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In drei von vier Fällen kannte die ermordete Frau ihren Mörder (Partner, Verwandten oder Freund), und die Hauptgründe waren: <em>„sie störte das Fernsehen“</em>, <em>„kochte Essen langsam“</em>, Eifersucht, Familienbudget, Heiratsverweigerung, Verweigerung des Geschlechtsverkehrs. Die Opfer von Femiziden wurden mit besonderer Grausamkeit, Brutalität und Aggression getötet. Bei 2/3 der Femizide handelte es sich um Mehrfachverletzungen, mehrere Stichwunden und Strangulation. In 70 von 100 Fällen von Frauenmorden entsorgte der Mörder die Leiche, um das Verbrechen durch Verbrennen oder Zerstückeln zu vertuschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">2017 wurden Leitlinien für Richter:innen entwickelt, die über Fälle von Tötung und schwerer Gesundheitsschädigung mit Todesfolge entscheiden. In diesem Dokument werden Femizide nicht thematisiert. Im Jahr 2019 erschien Artikel 135 des Strafgesetzbuches der Kirgisischen Republik <em>„Todesursache durch Fahrlässigkeit“</em>, wonach Fälle registriert werden, in denen es sich bei der Verstorbenen um eine Frau handelt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kirgistan muss die Existenz von Femiziden auf gesetzlicher Ebene anerkennen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ende September 2023 wurde die 36-jährige Asel Nogoibaeva Opfer von Gewalt. Sie entkam zwar dem Tod durch ihren Ex-Mann,doch sie wurde grausam verstümmelt – ihr Mann hatte ihr Nase und Ohren abgeschnitten. Der jüngste Sohn, der der einzige Zeuge der brutalen Misshandlung seiner Mutter wurde, kann nicht sprechen. Asels Berufung wurde erst stattgegeben, nachdem der Fall in den Medien bekannt wurde. Am 26. Januar verurteilte das Bezirksgericht <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sokuluk">Sokuluk</a> Azamat Estebesov dann zu 20 Jahren Gefängnis. Der Gerichtsentscheidung zufolge muss der Angeklagte seiner Ex-Frau Asel 2 Millionen Soms (22,34 Tausend US-Dollar) zahlen. Asels Anwält:innen und Angehörige fordern eine Bestrafung des Richters, der den Verbrecher zuvor unter Bewährung freigelassen hatte. Sie fordern außerdem, dass die Generalstaatsanwaltschaft unverzüglich eine Untersuchung wegen Fahrlässigkeit seitens der Strafverfolgungsbehörden einleitet. Wie sich herausstellte, hatte Asel allein im letzten Jahr fünf Schutzanordnungen gegen ihren Ex-Mann erlassen. Aber keine davon war umgesetzt worden: Der Mann war weiterhin zu ihr nach Hause gekommen, hatte sie geschlagen und vergewaltigt. Die Polizei hatte nicht auf ihre Beschwerden reagiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiterer Fall ereignete sich im Winter 2023 &nbsp;als eine Mutter und ihre beiden Kinder brutal ermordet wurden. Die Frau wurde geschlagen und aus dem Fenster geworfen, die Kinder wurden erstochen und erdrosselt. Der Mörder arbeitete zuvor im Staatssicherheitsdienst des Staatskomitees für nationale Sicherheit und nahm an Parlamentswahlen teil.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/femizid-in-usbekistan-es-sind-wirksamere-mechanismen-zum-schutz-von-frauen-erforderlich/">Femizid in Usbekistan – Es sind wirksamere Mechanismen zum Schutz von Frauen erforderlich</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Einer der schlimmsten Mordfälle ereignete sich im Jahr 2018. Die 19-jährige Burulai wurde von dem Mann, der sie geraubt hatte und der sie heiraten wollte, erstochen. Nach der Entführung kontaktierten Burulais Eltern die Polizei, der Täter wurde festgenommen und zur Polizei gebracht. Der Entführer und Burulai wurden in eine Abteilung des Innenministeriums gebracht und aus irgendeinem Grund dort allein gelassen. Das Mädchen wurde von ihrem Entführer direkt auf der Polizeistation getötet. Das Gericht verurteilte den Entführer Burulais zu 20 Jahren Haft in einem Hochsicherheitstrakt und beschlagnahmte sein Eigentum. Auch die Abteilungsleitung des Innenministeriums, in der Burulai ermordet wurde, wurde entlassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2021 wurde die 27-jährige Aizada Kanatbekova ein ebenfalls Opfer der Tradition des Brautdiebstahls. Anfang April, am frühen Morgen, zeichnete eine Überwachungskamera der Hauptstadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bischkek">Bischkek</a> auf, wie das Mädchen in ein Auto gezwungen und weggebracht wurde. Die Polizei, an die sich Aizadas Verwandte sofort wandten, weigerte sich, die Aussage aufzunehmen. Einer der Mitarbeiter:innen soll sogar unpassend gescherzt haben: <em>„Warum machen Sie Lärm? Bereiten Sie sich auf die Hochzeit vor“.</em> Zwei Tage später wurde das Mädchen in der Nähe der Hauptstadt gefunden. Der Entführer hatte sie vergewaltigt, anschließend mit einem T-Shirt gewürgt und mehrmals auf sie eingestochen. Danach beging er Selbstmord. Nach dem Vorfall forderten die Bürger:innen, dass alle an diesem Verbrechen Beteiligten sowie diejenigen, deren Untätigkeit zum Tod von Kanatbekova führte, vor Gericht gestellt werden. In Bischkek und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Osch">Osch</a> fanden Proteste <em>„</em><a href="https://storage.googleapis.com/qurium/kloop.kg/blog-2022-07-08-v-bishkeke-i-oshe-proshli-aktsii-protiv-nasiliya-v-otnoshenii-devochek-i-zhenshhin.html#:~:text=08%20%D0%B8%D1%8E%D0%BB%D1%8F%202022%208%20%D0%B8%D1%8E%D0%BB%D1%8F%20%D0%B2%20%D0%91%D0%B8%D1%88%D0%BA%D0%B5%D0%BA%D0%B5%20%D0%BF%D0%B5%D1%80%D0%B5%D0%B4,%D0%B8%D0%B7%D0%BD%D0%B0%D1%81%D0%B8%D0%BB%D0%BE%D0%B2%D0%B0%D0%BD%D0%B8%D0%B8%2013-%D0%BB%D0%B5%D1%82%D0%BD%D0%B5%D0%B9%20%D0%B4%D0%B5%D0%B2%D0%BE%D1%87%D0%BA%D0%B8%2C%20%D0%BF%D0%BE%20%D0%BA%D0%BE%D1%82%D0%BE%D1%80%D0%BE%D0%BC%D1%83%20%D0%BE%D0%B1%D0%B2%D0%B8%D0%BD%D1%8F%D1%8E%D1%82%20%D0%B4%D0%B2%D1%83%D1%85%20%D0%BC%D0%B8%D0%BB%D0%B8%D1%86%D0%B8%D0%BE%D0%BD%D0%B5%D1%80%D0%BE%D0%B2."><em>Против насилия</em></a><em>“</em> <em>(Gegen Gewalt, Anm. der Redaktion)</em> statt, bei denen der Rücktritt des Innenministers und Reformen in den Strafverfolgungsbehörden gefordert wurden. Die Ermittlungen zum Mordfall wurden aufgrund des Todes des Entführers eingestellt. Die entlassenen Polizist:innen kehrten nach einiger Zeit wieder in den Dienst zurück und wurden keine Reformen durchgeführt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Tradition der Ehe und Stereotypen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Frauen gehören zu den tausenden Mädchen in Kirgistan, die jedes Jahr entführt werden, um sie zur Heirat (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ala_Kachuu">Ala-Katschuu</a>) zu zwingen. Die Menschenrechtsorganisation <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Freedom_House">Freedom House</a> schätzt die Zahl solcher Entführungen jährlich auf 8.000 bis 12.000. Jede fünfte Familie in Kirgistan ist das Ergebnis von Ala-Katschuu. Ein gestohlenes Mädchen aus dem Haus des Bräutigams zu holen, gilt als Schande, weshalb viele Eltern ihre Töchter bei Männern zurücklassen, die ihnen unbekannt sind. Für solche Verbrechen gibt es im Land strafrechtliche Sanktionen. In den letzten Jahren häuften sich nach Angaben von Menschenrechtsaktivist:innen die Anrufe bei der Polizei.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistanischer-sicherheitsdienst-veroeffentlicht-persoenliche-daten-von-sexarbeiterinnen/">Kirgistanischer Sicherheitsdienst veröffentlicht persönliche Daten von Sexarbeiterinnen</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Einmal verheiratet, ertragen Frauen Gewalt und Demütigung durch ihre Ehemänner, weil die Gesellschaft geschiedene Frauen verurteilt. Nach <a href="https://www.stat.kg/ru/news/semejnoe-nasilie-sredi-zhenshin-i-muzhchin/">Angaben</a> des Nationalen Statistikausschusses hat sich in Kirgistan die Zahl der Opfer häuslicher Gewalt in den letzten sechs Jahren fast verdreifacht, 96 % davon sind Frauen. In den ersten acht Monaten des Jahres 2023 wurden 8.512 Fälle von Gewalt in der Familie registriert. Nur 2 % gehen vor Gericht. Dies zeigt auch, wie sehr das Justizsystem und die Gesetzgebung des Landes dazu beitragen, dass Femizide stattfinden, und dass die Untätigkeit der Polizei die Situation nur verschlimmert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Das Problem liegt in den Traditionen, die sich in den Strafverfolgungsbehörden in Bezug auf Fälle wie Ala-Katschuu, Gewalt und Mord an Frauen entwickelt haben,“</em> so Nurbek Toktakunov, Menschenrechtsaktivist und Anwalt der Familie der ermordeten Aizada Kanatbekova. <a><em>„Es ist notwendig, bestimmte Traditionen ins Strafverfolgungssystem zu integrieren und Fahrlässigkeit zur Rechenschaft zu ziehen</em></a><em>. Diejenigen, die nach den Morden an Burulai und Aizada entlassen wurden, wurden schnell wieder eingestellt [&#8230;] Korruption als Möglichkeit, Strafen zu vermeiden, das Fehlen von Mechanismen zur Verhinderung häuslicher Gewalt, das Vorhandensein von Geschlechterstereotypen und diskriminierenden Einstellungen gegenüber Frauen – all dies macht ein sofortiges Eingreifen der staatlichen Behörden und der Strafverfolgungsbehörden erforderlich.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aigerim Turgunbaeva für Cabar</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://cabar.asia/ru/zhenshhiny-prodolzhayut-umirat-pochemu-kyrgyzstan-ne-priznaet-sushhestvovaniya-femitsida-na-zakonodatelnom-urovne">Russischen</a> von Irina Radu</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Femizid in Usbekistan – Es sind wirksamere Mechanismen zum Schutz von Frauen erforderlich</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Berenika Zeller]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Jun 2023 11:01:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[femizid]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Mord]]></category>
		<category><![CDATA[Patriarchat]]></category>
		<category><![CDATA[Suizid]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gewalt und Mord an Frauen ist in Usbekistan und weltweit nicht nur ein von Medien und Strafbeh&#xF6;rden vernachl&#xE4;ssigtes, sondern ein gesellschaftliches Problem. Im Artikel von Cabar.Asia sind Medienberichte von Morden und Gewaltakten an Frauen und M&#xE4;dchen in Usbekistan mithilfe von Analysekategorien der UNO als Femizide identifiziert und gesammelt. In den letzten Jahren wurde in Usbekistan [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gewalt und Mord an Frauen ist in Usbekistan und weltweit nicht nur ein von Medien und Strafbehörden vernachlässigtes, sondern ein gesellschaftliches Problem. Im Artikel von </strong><a href="https://cabar.asia/ru/femitsid-v-uzbekistane-dlya-togo-chtoby-zashhitit-zhenshhin-nuzhny-bolee-sereznye-mehanizmy"><strong>Cabar.Asia</strong></a><strong> sind Medienberichte von Morden und Gewaltakten an Frauen und Mädchen in Usbekistan mithilfe von Analysekategorien der UNO als Femizide identifiziert und gesammelt.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In den letzten Jahren wurde in Usbekistan zunehmend über Gewalt gegen Frauen berichtet. In vielen dieser Fälle wurden Frauen ermordet. Die CABAR.asia-Schulungsteilnehmerin Luiza Atabaeva hat Fälle analysiert, die zwischen 2015 und 2023 in den usbekischen Medien veröffentlicht wurden. Es handelt sich dabei um sogenannte Femizide.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Femizid</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Beim Femizid oder Feminizid handelt es sich um den geschlechtlich motivierten Mord an Frauen, der auf Frauenhass beruht und vom Staat geduldet wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2022 hat die UNO „Femizid“ erstmals umfassend definiert:</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Tötungen von Frauen, die von einem Intimpartner oder anderen Familienmitgliedern begangen werden (z. B. Ehrenmorde) und von anderen bekannten oder unbekannten Tätern mit einem bestimmten Vorgehensmuster oder in bestimmten Kontexten begangen werden, die auf geschlechtsspezifische Motive hinweisen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der <a href="https://drive.google.com/file/d/10LJ9h_y9atroFg9ghR7G0lbuqBe9_xhH/view">Bericht der UNO</a> aus dem Jahr 2022 wurde als Analysekategorie für die Untersuchung von Femiziden in Usbekistan verwendet. Es konnten 150 Fälle aus über 6000 untersuchten Medienberichten identifiziert werden, die von 2015 bis 2023 auf den Webseiten usbekischer Nachrichtenagenturen publiziert wurden. Es handelte sich bei diesen identifizierten Fällen um geschlechtsspezifisch motivierte Tötungen, die den Kriterien der UNO und des <a href="https://eige.europa.eu/publications-resources/thesaurus/terms/1192">Europäischen Instituts für Gleichstellungsfragen (EIGE)</a> entsprechen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Opfer in unserer Datenbank wurden vom Täter oder von Verwandten körperlich, sexuell oder psychisch missbraucht. Manche waren Opfer von sexualisierter Ausbeutung oder wurden aufgrund eines bestimmten Vorurteils gegen Frauen angefeindet. Im manchen Fällen wurde gar der Körper der Opfer verstümmelt. Es gäbe noch viele weitere Fälle, in denen Frauen ermordet oder zum Suizid bewegt wurden, jedoch aufgrund des fehlenden Kontexts [bestimmte kontextuelle Faktoren werden vom Analysemuster des UNO-Berichts verlangt, um eindeutig von Femizid sprechen zu können – Anm. d. Red. von Novastan] nicht eindeutig als Femizid klassifiziert werden können.</p>


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<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wie sich Femizid in Medienberichten äußert</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bevor Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shavkat_Mirziyoyev">Mirziyoyev</a> an die Macht kam, wurde über Fälle von Gewalt gegen Frauen in den Medien so gut wie nicht berichtet. Das wichtigste russischsprachige Nachrichtenportal <a href="https://www.gazeta.uz/uz/">gazeta.uz</a> begann erst nach 2018, Nachrichten über häusliche Gewalt oder Femizid zu veröffentlichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einen wichtigen Beitrag zur Entstigmatisierung solcher Themen leistete die Zeitschrift &#8222;<a href="https://nemolchi.uz/">Nemolchy.Uz</a>&#8220; unter Leitung von <a href="https://www.goethe.de/ins/uz/de/spr/eng/pas/psa/pasch/22093926.html">Irina Matvienko</a>. Doch Femizid ist immer noch ein verkanntes Problem, sowohl in Usbekistan als auch weltweit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der usbekische Dienst von Radio Liberty, Ozodlik, berichtet über Frauenmorde, ohne dabei den Akzent auf den geschlechtlich motivierten Mord zu legen. Wurde etwa eine Frau mit dem Messer erstochen, so wird hauptsächlich über familiäre Messerstechereien und Gewalt in der Familie berichtet. Auf das eigentliche Opfer wird der Fokus nicht gelegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus Eifersucht verübte Morde werden gar unter der humorvollen Überschrift „Samarkands Othello tötete seine Frau“ veröffentlicht. In den usbekischsprachigen Medien wird in den Nachrichten über Frauenmorde häufiger von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%A4ter-Opfer-Umkehr">Victim blaming</a> [Opferbeschuldigung – Anm. d. Red. von Novastan] berichtet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Victim blaming“ bezeichnet ein Vorgehen, das die Schuld des Täters auf das Opfer verlagert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So resümiert die usbekische Nachrichtenagentur <a href="https://uza.uz/uz">UzA</a> über den Mord einer Ehefrau, die ihrem Mann kein Abendessen gekocht hat, mit dem usbekischen Sprichwort „Qars ikki qo’ldan chiqadi“ (zu Deutsch: „Es sind immer beide Seiten schuld). Ungeachtet der Tatsache, dass es sich beim Mord an Frauen und Mädchen um männliche Wut und um das gesellschaftliche Phänomen des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Heteropatriarchat">Patriarchat</a>s handelt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Warum töten Männer in Usbekistan Frauen?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Medienanalyse zeigt, dass Männer häufiger Gewalt anwenden und Frauen töten, um ihre Überlegenheit zu demonstrieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine 21-Jährige kam wegen ihres vollen Arbeitstages spät von der Arbeit nach Hause. Während sie Abendessen kochte, kam ihr Mann nach Hause und es kam zu einem Streit zwischen den beiden, da die Frau keine Zeit gefunden hatte, das Haus zu putzen und das Abendessen zu kochen. Daraufhin griff der Ehemann seine Frau mit seinen Fäusten an und schlug sie zu Tode. Die Frau erlitt mehrere Schürfwunden, ein Schädeltrauma und Blutungen am ganzen Körper. Der Mann wurde zu einer neunjährigen Haftstrafe verurteilt. Dies ist ein Femizid.</p>


<p><a style="color: #f57d20; text-decoration: underline;" href="https://www.novastan.org/de/cat/bild-des-tages/">Hier</a> geht’s zu mehr Bildern des Tages. Sie können einige davon kaufen und zu Hause empfangen: <span style="color: #ff6600;"><a style="color: #ff6600;" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/du-kannst-das-bild-des-tages-von-novastan-auch-kaufen/">hier ist die Liste</a></span>! Wenn Sie Ihr Bild nicht in der Liste finden, schicken Sie uns eine E-Mail an <span style="text-decoration: underline;"><a href="mailto:photo@novastan.org">photo@novastan.org</a></span>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 13. Juni 2020 <a href="https://darakchi.uz/ru/96100">hackte</a> ein Einwohner von Namangan während eines Streits mit einer Axt auf seine Frau ein und griff dann seine Töchter, zehn und acht Jahre sowie vier Monate alt, an. Den Älteren gelang es, zu den Nachbarn zu laufen und zu entkommen, während die Jüngste getötet wurde. Dies ist Femizid.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 4. Juni erfuhr ein Vater in dem Dorf in der Provinz <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Farg%CA%BBona">Ferghana</a>, dass sich seine 16-jährige Tochter mit einem Jungen in seinem Auto traf. Der wütende Mann schlug seiner Tochter mehrmals auf den Kopf, so dass sie das Bewusstsein verlor. Nachdem der Vater seiner Tochter Wasser ins Gesicht gespritzt hatte, belebte er sie wieder und befahl ihr, niemals wieder mit dem Jungen zu sprechen. Das Mädchen ging in ihr Schlafzimmer und erlag ihren Verletzungen. Auch dies ist Femizid.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Das Zuhause, ein gefährlicher Ort</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die in den Meldungen über Verbrechen gesammelten Daten spiegeln nicht das gesamte Bild der Femizide in Usbekistan wider, aber sie werden am häufigsten verwendet, wenn es Lücken in den offiziellen Statistiken gibt. So geben die Daten der Präsidialagentur für Statistik beispielsweise nur das Geschlecht und das Alter des Täters an, nicht aber das des Opfers.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus war es nicht möglich, Zahlen über Morde an Frauen durch Intimpartner oder Verwandte zu finden. Das Büro des Generalstaatsanwalts von Usbekistan hat auf Anfragen nicht geantwortet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus einem Bericht der Strafverfolgungsbehörden vom April 2022 geht hervor, dass von 39.343 gemeldeten Fällen von Gewalt und Nötigung gegen Frauen und Mädchen 34.330 – das sind 87 Prozent – im häuslichen Bereich begangen wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Es gibt zahlreiche Belege dafür, dass geschlechtsspezifisch motivierte Tötungen von Frauen und Mädchen von aktuellen oder ehemaligen Intimpartnern oder anderen Familienmitgliedern begangen werden. Die Tötung von Frauen steht häufig im Zusammenhang mit dem Bedürfnis der Männer, Frauen zu kontrollieren oder für ein als inakzeptabel erachtetes Verhalten zu bestrafen, und es gibt Hinweise darauf, dass Frauen besonders häufig Opfer dieser Art von Tötung werden“, heißt es im UN-Bericht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die zusammengetragene <a href="https://docs.google.com/spreadsheets/d/12IAQ6y1cI466_mLBXEUdjFz-SE3RoZg7mxwRqi_a76A/edit?usp=share_link">Datenbank</a> bestätigt diese Aussage. In den meisten Fällen kannte die Frau ihren Mörder. Der Täter war ihr Ehemann, Freund, Lebensgefährte, Ex-Ehemann oder ein anderer männlicher Verwandte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der <a href="https://docs.google.com/spreadsheets/d/12IAQ6y1cI466_mLBXEUdjFz-SE3RoZg7mxwRqi_a76A/edit">vorliegenden Untersuchung</a> waren Mörder zu 51 Prozent Ehemänner/Partner, zu 37 Prozent Väter, Schwiegermütter, Söhne, Brüder, Schwager usw., zu 12 Prozent unbekannt, zu 8 Prozent kam es zu einer Verleitung zum Selbstmord, zu 4 Prozent war es der Ex-Mann, zu 10 Prozent ein männlicher Bekannter, zu 8 Prozent ein Unbekannter, zu 13 Prozent Andere.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Vorwände, Motive, Gründe</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Hauptmotiv für Femizid ist der häusliche Konflikt. In vielen Fällen entstanden die Familienstreitigkeiten vor dem Hintergrund männlicher Aggressionen: weil die Frau keine Jungen zur Welt brachte, „Worte sagte, die sein Ego verletzten“, die Hausarbeit nicht erledigte, die Scheidung wollte, die Schwiegermutter sie schikanierte oder ihr Mann systematisch häusliche Gewalt ausübte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die feministische Gemeinschaft „Nemolchi.uz“ ist der Ansicht, dass die Mahalla-Ausschüsse in ihrem Bemühen, die Scheidungsstatistiken zu senken, die häusliche Gewalt mit dem Begriff „häusliche Konflikte“ verschleiern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Für viele Frauen ist das Zuhause zum gefährlichsten Ort geworden, denn hier werden sie misshandelt, geschlagen oder gar getötet. Es gibt keinen Grund, Mord und Femizid hinter dem neutralen Begriff &#8218;häusliche Konflikte&#8216; zu verstecken. Selbst der Begriff &#8218;häusliche Gewalt&#8216; ist zu harmlos geworden, um auszudrücken, was in diesem Land geschieht“, heißt es in einem der <a href="https://t.me/nemolchiuz/7484">Beiträge der Gemeinschaft</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Häufig ist der Grund für häusliche Gewalt ungerechtfertigte Eifersucht oder der Verdacht auf Untreue seitens eines Ehepartners, der seine Frau als sein Eigentum betrachtet. Dies ist das zweithäufigste Motiv bei Femiziden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fälle, in denen Frauen von einer anderen Frau ermordet werden, können ebenfalls als Femizid eingestuft werden, wenn das Verbrechen zu Gunsten des Mannes begangen wird oder wenn das Opfer nicht den patriarchalischen Einstellungen und kulturellen Normen entspricht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Im Zusammenhang mit solchen schädlichen Praktiken können nicht nur männliche, sondern auch weibliche Verwandte das Opfer absichtlich angreifen“, heißt es im UN-Bericht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So wurde beispielsweise im Januar letzten Jahres eine Frau <a href="https://darakchi.uz/ru/136266">verurteilt</a>, die in einem Wutanfall 32-mal mit einem Messer in ihre Schwiegertochter einstach, vor Augen der drei Enkelkinder. Der Schwiegermutter gefiel die Kleidung nicht, die ihre Schwiegertochter ihren Kindern gekauft hatte.</p>


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<h2 class="wp-block-heading"><strong>Tötungsarten</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Analyse ergab, dass in 60 Prozent der Fällen die Frauen mit einem Küchenmesser oder mit einer anderen scharfkantigen Tatwaffe wie einer Axt, Hacke, Schere oder Kettensäge getötet wurden. Die meisten Opfer wiesen mehrere Stichwunden am Körper auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An zweiter Stelle stehen Schläge mit tödlichen Folgen aufgrund von Verletzungen und Strangulation. Einige dieser Morde wurden mit besonderer Grausamkeit begangen. Der Täter griff auf gemischte Methoden des Femizids zurück, nachdem er versucht hatte, die Frau zu strangulieren, sie mit bloßen Händen zu schlagen oder das Verbrechen zu verbergen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter „Sonstige“ sind Fälle zu verstehen, in denen Leichen von Frauen gefunden wurden, aber keine Angaben zur Tatwaffe oder zur Art der Verletzungen vorliegen. Darunter zählen auch einige Selbstmordfälle mit geschlechtsspezifischen Merkmalen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am häufigsten werden Frauen mit einem Küchenmesser umgebracht. In 60 Prozent aller <a href="https://docs.google.com/spreadsheets/d/12IAQ6y1cI466_mLBXEUdjFz-SE3RoZg7mxwRqi_a76A/edit?usp=sharing">Fälle</a> wurde eine Frau mit einem Küchenmesser erstochen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wie werden Strafverfahren im Zusammenhang mit Femiziden behandelt?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Datenbank zufolge werden 57 Prozent der Verbrechen, bei denen das Opfer eine Frau war, als „vorsätzlicher Mord“ registriert.&nbsp; Bei einigen vorsätzlichen Morden kommt ein erschwerender Umstand hinzu &#8211; Schwangerschaft der ermordeten Frau oder Mord an Kindern.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fast ein Viertel der Fälle wird als &#8222;vorsätzliche Körperverletzung&#8220; registriert, und der Täter erhält für den versuchten oder vollendeten Mord an einer Frau eine bis zu 10-jährige Gefängnisstrafe. Dabei handelt es sich in der Regel um Fälle, in denen ein Ehemann seine Frau mit bloßen Händen zu Tode schlägt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rund ein Viertel der Fälle von Femizid fallen unter die Artikel „Verleitung zum Selbstmord“ und „Selbstmord“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im April dieses Jahres hat eine 27-jährige Frau in Taschkent zunächst ihre beiden Söhne (4 und 5 Jahre alt) aus einem Schlafzimmerfenster aus dem neunten Stock geworfen und ist dann selbst zusammen mit ihrer einjährigen Tochter aus dem Fenster gesprungen. Alle vier starben. Zum Zeitpunkt der Tragödie befand sich der Ehemann der Frau in Saudi-Arabien, wo er die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/%CA%BFUmra">Umra</a> vollzog. In den sozialen Netzwerken verbreitete sich die Information, dass der Ehemann seiner Ehefrau Fotos von sich mit einer anderen Frau im Ausland schickte, doch der Ehemann bestreitet dies. Die Aktivist:innen des Projekts <a href="https://www.wmmsk.com/femicid/">FEMICID.NET</a> des Moskauer Frauenmuseums bezeichnen solche Fälle als indirekten Femizid.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Menschenrechtlerin Dilfuza Kurolova, die an der Ausarbeitung des Gesetzentwurfs gegen häusliche Gewalt mitgewirkt hat, ist der Ansicht, dass Fälle von Anstiftung zum Selbstmord und Selbstmorde selbst das Ergebnis wiederholter Handlungen oder Unterlassung sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Es ist sehr schwierig, einen Selbstmord nachzuweisen, da es in den meisten Fällen keine direkten Beweise gibt und alles von der Qualität der gerichtsmedizinischen und gerichtspsychologischen Untersuchungen und Ermittlungsbehörden abhängt“, so die Juristin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Datenbank finden sich mehrere Fälle von jungen Frauen, die aufgrund der Gewalt ihres Vaters gegen ihre Mutter Selbstmord begingen. Andere häufige Fälle von Selbstmord wurden begangen, da dem Vater der Opfer Fotos [vermutlich handelt es sich um Nacktbilder oder Bilder in Unterwäsche, die ohne Einverständnis der Frauen von Drittparteien verbreitet wurden und an den Vater gesendet wurden, um die Opfer zu erniedrigen – Anm. der Red. von Novastan] zugeschickt wurden. Aufgrund der Reaktion des Vaters beging die Tochter Suizid. Weitere Fälle von Selbstmord geschahen in Folge von sexuellem Missbrauch. In all diesen Fällen weigerte sich die Staatsanwaltschaft jedoch, ein Strafverfahren einzuleiten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wird die Kriminalisierung häuslicher Gewalt das Problem lösen?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Regierung keine Maßnahmen zur Verringerung der Gewalt gegen Frauen ergriffen hat. Im April dieses Jahres ist ein <a href="https://xs.uz/ru/post/o-vnesenii-izmenenij-i-dopolnenij-v-nekotorye-zakonodatelnye-akty-respubliki-uzbekistan-v-svyazi-s-dalnejshim-sovershenstvovaniem-sistemy-nadezhnoj-zaschity-prav-svobod-i-zakonnykh-interesov-zhenschin-i-detej-3">Gesetz</a> zur Änderung des usbekischen Systems zum Schutz von Frauen und Kindern vor Gewalt in Kraft getreten. Ein Paket verabschiedeter Änderungen des Straf- und Verwaltungsrechts des Landes sieht eine getrennte verwaltungs- und strafrechtliche Haftung für häusliche Gewalt und Belästigung vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als häusliche Gewalt gelten nun nicht nur Übergriffe, sondern auch die Verletzungen von Rechten (auf Eigentum, Bildung, Gesundheit und Arbeit), Beleidigungen, Drohungen und die erzwungene Trennung von engen Verwandten. Darüber hinaus kann eine Schutzanordnung, die bisher für 30 Tage ausgestellt wurde, nun auf bis zu ein Jahr verlängert werden. Die Strafen für sexuelle Gewalt wurden ebenfalls verschärft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Expert:innen und Menschenrechtsaktivist:innen bezweifeln allerdings den Erfolg des neu verabschiedeten Gesetzes. Sie befürchten, Stereotype in der patriarchalischen Gesellschaft Usbekistans werden nach wie vor überwiegen. Als eine Schwierigkeit sehen sie auch die Anfälligkeit der Strafverfolgungsbehörden für Korruption.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Menschenrechtsaktivistin Dilfuza Kurolova ist der Meinung, dass die Kriminalisierung der häuslichen Gewalt keine maßgeblichen Auswirkungen auf die Situation der Femizide haben wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Leider wird [dieses Gesetz] nicht in der Lage sein, [Femizid] zu verhindern, weil es immer noch psychologische und finanzielle Gewalt gibt. Die Opfer können die Anzeige jederzeit zurückziehen und Ermittlungen einstellen, und das ist ein großes Problem. Deshalb muss der Artikel 66-1 des Strafgesetzbuchs, nach dem ein Verdächtiger aufgrund einer Versöhnung von der strafrechtlichen Verantwortung befreit werden kann, überarbeitet oder aufgehoben werden“, sagte sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine andere Expertin, die im Bereich Frauen und Kinderrechte tätig ist und nicht genannt werden möchte, betont, dass die Kriminalisierung der häuslichen Gewalt ein positiver Schritt ist, dass aber die Verschärfung der Strafen allein das Problem nicht lösen wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir sehen, dass die Rolle der Frauen in Usbekistan trotz der Bemühungen der Regierung und einer aktiveren Zivilgesellschaft in den letzten Jahren zurückgegangen ist. Das liegt auch daran, dass es in der Gesellschaft insgesamt keine absolute Absenz für die Duldung von Gewalt gibt. Wir stellen fest, dass sich in unserer Gesellschaft eine patriarchalische Haltung gegenüber Mädchen und Frauen durchsetzt, die, wie mir scheint, nicht ganz korrekt ist, und auf einer völlig falschen Auslegung der islamischen Vorschriften über die Erziehung und die Rolle der Frau in der Gesellschaft beruht, in der nur von den Pflichten der Frauen die Rede ist und die Pflichten der Männer gegenüber den Frauen vergessen werden“, sagte sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch internationale Menschenrechtsorganisationen haben ihre Besorgnis geäußert. In dem <a href="https://eurasia.amnesty.org/wp-content/uploads/2022/12/nasilie-v-otnoshenii-zhenshhin-v-vostochnoj-evrope-i-czentralnoj-azii.pdf">Bericht</a> von <a href="https://www.amnesty.de/">Amnesty International</a> aus dem Jahr 2022 mit dem Titel <a href="https://eurasia.amnesty.org/wp-content/uploads/2022/12/nasilie-v-otnoshenii-zhenshhin-v-vostochnoj-evrope-i-czentralnoj-azii.pdf">„Osteuropäische und zentralasiatische Frauen brauchen Schutz vor Gewalt in Krisen- und normalen Zeiten“</a> wurde beispielsweise festgestellt, dass „die Situation durch eine starke Zunahme traditionalistischer, patriarchaler und offen frauenfeindlicher politischer Rhetorik weiter verschärft wird“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Amnesty International <a href="https://eurasia.amnesty.org/2023/04/06/parlament-uzbekistana-prinyal-davno-nazrevshij-zakon-ob-ugolovnoj-otvetstvennosti-za-nasilie-v-seme/">begrüßte</a> zwar die Verabschiedung wichtiger Schritte zur Verbesserung der Lage der Frauen in Usbekistan, stellte jedoch fest, dass „noch viel zu tun bleibt, um das neue Gesetz umzusetzen, häusliche Gewalt zu verhindern und patriarchale Einstellungen in der Gesellschaft zu überwinden“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Der weit verbreitete, zutiefst traditionalistische Ansatz bei der Lösung von Familienkonflikten ist nach wie vor eines der Haupthindernisse für einen besseren Schutz der Opfer“, heißt es in dem Bericht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>Wie die Datenbank erstellt wurde</em></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Die Daten wurden mithilfe einer Javascript-Automatisierungsbibliothek namens Puppeteer extrahiert, die den Browser steuern kann. Die ursprünglichen Nachrichtenseiten wurden manuell ausgewählt, und der Parser-Code musste für jede einzelne Seite individuell angepasst werden, da sie alle recht unterschiedlich waren. Als Suchbegriffe wurden die am häufigsten in Texten über Frauenmorde vorkommenden Begriffe verwendet, z. B. „hat Frau getötet“, „hat Frau zerstückelt“, „hat seine Frau erstochen“, „hat ermordet“, „Leiche gefunden“ und so weiter. Das Wort „Frau“ wurde auch auf „Ehefrau“ und „Mädchen“ ausgeweitet. Die Daten wurden in einem Format extrahiert und anschließend in ein Excel-Tabellenblatt importiert. Die Tabelle musste manuell bearbeitet werden, da der Code auch Kriminalitätsnachrichten aus anderen Ländern extrahierte, die sich nicht auf Femizid bezogen. Auf diese Weise konnten wir mehr als 150 Femizid-Nachrichten aus den Jahren 2018 bis 2023 sammeln und auswerten.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Luiza Atabaeva für Cabar.Asia</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus dem <a href="https://cabar.asia/ru/femitsid-v-uzbekistane-dlya-togo-chtoby-zashhitit-zhenshhin-nuzhny-bolee-sereznye-mehanizmy">Russischen</a> von Berenika Zeller</p>


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		<title>Wer war der Oppositionelle Altynbek Sársenbaev?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[akozhakhmetova]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Feb 2022 10:57:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Altynbek Sársanbaev]]></category>
		<category><![CDATA[Mord]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 13. Februar 2006 wurde der Oppositionsaktivist und ehemalige Informationsminister Altynbek S&#xE1;rsenbaev zusammen mit seinem Leibw&#xE4;chter und Fahrer tot aufgefunden. Obwohl die M&#xF6;rder verurteilt wurden, glauben die Anh&#xE4;nger:innen des Oppositionellen den offiziellen Berichten nicht. Aus Anlass seines Todestages erz&#xE4;hlt Masa Media, wer Altynbek S&#xE1;rsenbaev war und warum ein Beamter, der 12 Jahre lang im Staatsdienst [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Am 13. Februar 2006 wurde der Oppositionsaktivist und ehemalige Informationsminister Altynbek Sársenbaev zusammen mit seinem Leibwächter und Fahrer tot aufgefunden. Obwohl die Mörder verurteilt wurden, glauben die Anhänger:innen des Oppositionellen den offiziellen Berichten nicht. Aus Anlass seines Todestages erzählt </strong><a href="https://masa.media/ru/site/kto-takoy-altynbek-sarsenbaev"><strong>Masa Media</strong></a><strong>, wer Altynbek Sársenbaev war und warum ein Beamter, der 12 Jahre lang im Staatsdienst gearbeitet hat, zum Oppositionsführer wurde. Wir übersetzen den Artikel mit freundlicher Genehmigung der Redaktion. </strong>

Bevor er in die Regierung kam, arbeitete <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Altinbek_Sarsenbajuly">Altynbek Sársenbaev</a> als Journalist. Zunächst war er Redakteur von <a href="https://kaztag.kz/ru/">KazTAG</a>, dann arbeitete er in der Redaktion der Zeitungen Orken und Araı.

Von 1992 bis 2004 war er in verschiedenen Regierungsämtern tätig: in der Präsidialverwaltung und in der Regierung, viermal als Minister für Presse und Masseninformation (der Name dieses Ministeriums wurde mehrmals geändert) und als Botschafter Kasachstans in Russland. Während seiner Amtszeit als Minister im Jahr 2004 genehmigte er die Registrierung von mehr als 100 oppositionellen Zeitungen.

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<p class="wp-block-paragraph">

Im Jahr 2004 wurde der Politiker Mitvorsitzender der Partei <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aq_Jol">Aq Jol</a> (Erleuchtender Pfad). Im selben Jahr erhielt die Partei bei den Parlamentswahlen 12 Prozent der Stimmen, aber nur einen Sitz in der Legislative. Sársenbaev trat von seinen staatlichen Ämtern zurück und behauptete, die Wahlergebnisse seien gefälscht worden.
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>In der Opposition</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Da eine Einigung mit den Anhänger:innen von Aq Jol nicht möglich war, gründete der ehemalige Minister 2005 seine eigene Partei „Der wahre Aq Jol“ und bildete zusammen mit mehreren Oppositionsorganisationen die Bewegung „Für ein gerechtes Kasachstan“. Im Jahr 2005 kandidierte <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Scharmachan_Tujaqbai">Jarmahan Tuıaqbaı</a> im Namen dieser Koalition für das Präsidentenamt und erhielt 6,6 Prozent der Stimmen. Die Opposition erkannte das Wahlergebnis nicht anerkannt.

Das Wahlgesetz wurde 2007 sogar geändert, um politischen Blöcken die Teilnahme an den Wahlen in Kasachstan zu verbieten.

<strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/aufstieg-und-fall-von-neues-kasachstan-vom-scheitern-einer-oppositionsbewegung/"><strong>Aufstieg und Fall von „Neues Kasachstan“ – vom Scheitern einer Oppositionsbewegung </strong></a>

Im Jahr 2005 erklärte Sársenbaev Journalist:innen, dass die Nachrichtenagentur <a href="https://khabar.kz/kk/">Khabar</a> [der Tochter des damaligen Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nursultan_Nasarbajew">Nursultan Nazarbaev</a>, Anm. d. Red.] <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Darigha_Nasarbajewa">Dariģa Nazarbaeva</a> gehöre und der private Sender „Erster Kanal Eurasia“ über sie finanziert werde. Dies stelle eine Veruntreuung von Staatsgeldern dar. Die Agentur verklagte den Oppositionsführer und forderte 50 Millionen Tenge [etwa 101.000 Euro] wegen angeblicher Verletzung der Redefreiheit und Schädigung des Images der Holdinggesellschaft. Sársenbaev wurde vom Gericht zur Zahlung von einer Million Tenge [etwa 2000 Euro] verurteilt.

Im November desselben Jahres wurde <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Samanbek_Nurqadilow">Zamanbek Nurqadilov</a>, ein Partner Sársenbaevs, der gegen das Nazarbaev-Regime opponiert hatte, mit drei Schusswunden aufgefunden – zwei in die Brust und eine in den Kopf. Nach der offiziellen Version beging er Selbstmord. Drei Monate später wurde Altynbek Sársenbaev selbst ermordet.
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Tod</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Am 11. Februar 2006 verschwanden Sársenbaev, sein Leibwächter Bauyrjan Baibolsyn und der Fahrer Vasily Juravlev. Zwei Tage später wurden die Leichen der drei Männer in der Nähe von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Almaty">Almaty</a> gefunden. Sie wurden mit Handschellen gefesselt und erhielten einen Schuss in den Hinterkopf.

Anhänger:innen der Opposition und unabhängige Journalist:innen glaubten, dass die Regierung und das Nationale Sicherheitskomitee in den Mord involviert waren. Der damalige Leiter des Nationalen Sicherheitskomitees [der Geheimdienst, Anm. d. Red.], Nartaı Dútbaev, trat bald darauf zurück.

<strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstanischer-oppositioneller-muhtar-abliazov-in-frankreich-verhaftet-und-wegen-betrugs-angeklagt/"><strong>Kasachstanischer Oppositioneller Muhtar Áblıazov in Frankreich verhaftet und wegen Betrugs angeklagt </strong></a>

Am 25. Februar wurde der Leiter der Senatsverwaltung, Erjan Utembaev, als Hauptverdächtiger in diesem Fall festgenommen. Am 2. März schrieb er einen Brief an Nursultan Nazarbaev, in dem er zugab, den Mord an Sársenbaev und zwei seiner Berater beauftragt zu haben. Utembaev schrieb, er habe sich an dem Oppositionsführer rächen wollen, weil dieser ihn kritisiert hatte. Der Auftrag wurde von einem ehemaligen Offizier des Innenministeriums und Soldaten der Spezialeinheit Arystan ausgeführt.

Im Sommer desselben Jahres wurde Utembaev zu 20 Jahren Gefängnis und der Täter des Auftragsmordes, Rustem Ibragimov, zum Tode verurteilt. Aufgrund eines Moratoriums für die Todesstrafe erhielt er aber stattdessen eine lebenslange Freiheitsstrafe. Insgesamt wurden zehn Personen in dem Fall verurteilt.

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<p class="wp-block-paragraph">

2014 sagte Ibragimov erneut aus und bestritt Utembaevs Beteiligung an dem Mord. Er beschuldigte stattdessen Nazarbaevs ehemaligen Schwiegersohn <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rachat_%C3%84lijew">Rahat Áliev</a> und den ehemaligen Geheimdienstchef <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%84lnur_Mussajew">Álnur Musaev</a>. Utembaev wurde daraufhin nach acht Jahren aus dem Gefängnis entlassen.

Áliev schrieb später in seinem Buch „Der Schwiegervater“, dass er an der Ermordung Sársenbaevs nicht beteiligt war und dass die wahren Schuldigen unter hochrangigen Beamten gesucht werden sollten.
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<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Masa Media</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://masa.media/ru/site/kto-takoy-altynbek-sarsenbaev"><strong>Russischen</strong></a><strong> von Aigerim</strong> <strong>Kozhakhmetova</strong>
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		<title>&#8222;A Dark, Dark Man&#8220;: Ein korrupter Polizist stellt sich der Ungerechtigkeit entgegen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[rshakibaie]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Nov 2020 07:40:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>CINESTAN. Der siebente Film des kasachstanischen Filmemachers &#xC1;dilkhan Erzhanov, &#x201E;A Dark, Dark Man&#x201C;, lief diesen Herbst in den europ&#xE4;ischen Kinos an. Er erz&#xE4;hlt die Geschichte eines korrupten Polizisten und seines allm&#xE4;hlichen Sinneswandels &#x2013; hin zu einem Kampf gegen die Ungerechtigkeit.&#xA0; In Kasachstan wurde auf dem Land ein Waisenkind vergewaltigt und get&#xF6;tet. Die Polizei ermittelt fadenscheinig [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>CINESTAN. Der siebente Film des kasachstanischen Filmemachers Ádilkhan Erzhanov, &#8222;A Dark, Dark Man&#8220;, lief diesen Herbst in den europäischen Kinos an. Er erzählt die Geschichte eines korrupten Polizisten und seines allmählichen Sinneswandels – hin zu einem Kampf gegen die Ungerechtigkeit.&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In Kasachstan wurde auf dem Land ein Waisenkind vergewaltigt und getötet. Die Polizei ermittelt fadenscheinig und der Schuldige ist bald gefunden: Der geistig behinderte Dorfbewohner Pukuar (gespielt von Teoman Khos) wird eines Verbrechens angeklagt, das er nicht begangen hat. Doch nun laufen Zeugenaussagen darauf hinaus, dass der wahre Täter aus der Politik stammt…</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Für seinen inzwischen siebten Film seit 2011 taucht der kasachstanische Regisseur&nbsp;<a href="https://adilkhanyerzhanov.com/en/about-the-director/">Ádilkhan Erzhanov</a>&nbsp;in den Alltag der Dörfer seines Landes ein. Die vielen Tempowechsel des Films, das Spiel zwischen gedämpften und rapiden Szenen, zeichnen das Milieu authentisch nach und reißen den Zuschauer mit.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ungleiche Machtverhältnisse als Leitmotive des Films</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ungleiche Machtverhältnisse sind eine zentrale Achse, auf der sich der Film bewegt: Ein Waisenkind, das als eines der schwächsten Glieder einer Gesellschaft von einem Politbaron ermordet wird. Der Polizist Bekzat (<a href="https://www.instagram.com/dalshino/?hl=fr">Daniyar Alshinov</a>) ist für die Ermittlungen verantwortlich, ohne von seiner Behörde unterstützt zu werden. Schnell versteht er, dass es auch in seinem Interesse wäre, den wehrlosen Pukuar zu beschuldigen um den Fall so schnell wie möglich abzuschließen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstanischer-film-oralman-in-mannheim-pramiert/">Kasachstanischer Film &#8218;Oralman&#8216; in Mannheim prämiert</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der wiederholt an der Aufarbeitung ungelöster Fälle beteiligte Bekzat weiß, dass die Korruption ein untrennbarer Aspekt des Polizeiberufs ist. Als ‚sehr, sehr dunkler Charakter‘ ist er der titelgebende Held des Films und wandelt ganz in Schwarz gekleidet durch die Landstriche Kasachstans. Doch dieses Mal bringt etwas Bekzats Finsternis aus dem Gleichgewicht. Es ist die junge Journalistin Ariana (<a href="https://www.imdb.com/name/nm6904546/">Dinara Baktybayeva</a>), die als verwestlichte Stadtbewohnerin in einem weißen Trenchcoat den Hauptdarsteller kontrastiert: Ihre Recherchen zu dem Fall führen sie zur korrupten Polizeistation des Dorfes.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Eine gefährliche Wende</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwei Welten prallen aufeinander. Das heile Universum des naiven Gutmenschentums stößt auf einen martialischen Urwald der Ungerechtigkeit. Es ist die schwer zu ertragende Anwesenheit dieser Frau, die den stillen Bekzat zwingen wird, zum ersten Mal in seiner Laufbahn eine saubere Ermittlung durchzuführen. Seine Vorurteile werden durch die schmerzhaften Fragen der neugierigen Journalistin in Frage gestellt.</p>


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<p class="wp-block-paragraph">Ariana beeinflusst ihn dahingehend, dass er seine Ermittlungsstrategien ändert und fast unscheinbar das Lager wechselt: Der vormals korrupte Polizist weigert sich nun, die Ungerechtigkeit hinzunehmen. Diese Wende bringt sein Leben in Gefahr, da der Politiker nicht nachvollziehen kann, warum dieser kleine Polizist sich weigert, den Fall zu den Akten zu legen. Auch das Kollegium wendet sich von ihm ab. Die Einsamkeit der Figur des Bekzat wird von Ádilkhan Erzhanovs Kamera großartig eingefangen. Er wird zum einsamen Cowboy, der sich den Widrigkeiten der Steppe entgegensetzt.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Humor überlebt die Finsternis</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Den Film prägt eine graue und dunkle Atmosphäre, die mit der Aufnahme der trockenen und vergilbten Blätter eines Maisfelds beginnt. Die Stadt ist trist und schmutzig. Die Polizisten kicken mit ihren Kalaschnikows in der Hand Plastikdosen hin und her. Zwischen Herbst und Winter scheint jede Form der Hoffnung von der endlosen Steppe verschluckt, die die Landschaft teils in Sepia taucht, teils vom Schnee bedeckt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/drehort-kasachstan-till-lindemanns-neuer-videoclip-entstand-in-der-naehe-von-almaty/">Drehort Kasachstan: Till Lindemanns neuer Videoclip entstand in der Nähe von Almaty</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In dieser Welt passiert die Gewalt in der Stille. Gerechtigkeit ist ihr unbekannt und ein unerreichbares Ideal, das jeder außer der Journalistin Ariana aus seinem Denken entfernt hat. Sie und Bekzat haben eines gemeinsam: Ihre Suche nach Bedeutung in einem absurden Universum. Die Spiele des behinderten Pukuar sind die bestmögliche Verteidigung gegen den Verfall der Welt. Dieser rührende, den Unschuldigen der klassischen russischsprachigen Literatur ähnelnde Charakter sorgt für Lachen und regt zum Nachdenken an. Seine dialogfreien Szenen werden von <a href="https://open.spotify.com/artist/1bYE7N4miu1B9YOETbsxc4?autoplay=true">Galymzhan Moldanazars</a>&nbsp;Filmmusik begleitet und stechen als Momente der kindlichen Unverfälschtheit hervor.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein Cineast auf dem Erfolgsweg</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie Erzhanovs bisherige Filme auch zieht &#8222;A Dark, Dark Man&#8220; zu Recht die Aufmerksamkeit internationaler Kritiker auf sich. Wie sein vorheriger Film <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/The_Gentle_Indifference_of_the_World">The Gentle Indifference oft he World</a> (2018) für die Internationalen Filmfestspiele von Cannes ausgewählt wurde, läuft sein neuestes Werk auf dem L’Étrange Festival und auf dem Filmfestival von San Sebastián an.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/die-zehn-groessten-in-kasachstans-kulturszene/">Die zehn Größten in Kasachstans Kulturszene</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit fast zehn Jahren werden Erzhanovs Filme regelmäßig auf verschiedenen europäischen und asiatischen Festivals dargeboten.&nbsp;<em>„Diejenigen, die seine Filme sehen, sind hauptsächlich Festivalbesucher, Europäer, Asiaten oder Amerikaner, aber sein Hauptpublikum ist nicht kasachisch“,&nbsp;</em>erklärt Guillaume de Seille, Co-Produzent des Films langjähriger Begleiter des Regisseurs.&nbsp;<em>„In Kasachstan sind die in den Kinos veröffentlichten Filme amerikanische Blockbuster oder Bollywood-Filme. Aber außerhalb des Landes ist Ádilkhan vielleicht der anerkannteste und geschätzteste kasachische Filmemacher.“</em>&nbsp;Es bleibt abzuwarten, wie dieser Film in Zeiten der Ausgangssperren aufgenommen wird. Erzhanovs nächster Film &#8222;Yellow Cat&#8220; ist auch bereits fertigstellt und wartet auf seine Premiere.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Eléonore de Vulpillières</strong><strong>,&nbsp;Redakteurin für Novastan France</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem&nbsp;<a href="https://novastan.org/fr/kazakhstan/a-dark-dark-man-parcours-initiatique-dun-policier-solitaire/">Französischen</a>&nbsp;von Robin Shakibaie</strong></p>


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