<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Militär Archives</title>
	<atom:link href="https://novastan.org/de/tag/militaer/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://novastan.org/de/tag/militaer/</link>
	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Thu, 18 Jun 2026 13:10:21 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.0</generator>

<image>
	<url>https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/08/cropped-Logo_2_2000-1700-300DPI-32x32.png</url>
	<title>Militär Archives</title>
	<link>https://novastan.org/de/tag/militaer/</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>„Ich brauchte nur einen Reisepass“: Zentralasiatische Kriegsgefangene in der Ukraine zwischen Loyalität und Reue</title>
		<link>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/ich-brauchte-nur-einen-reisepass-zentralasiatische-kriegsgefangene-in-der-ukraine-zwischen-loyalitaet-und-reue/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/ich-brauchte-nur-einen-reisepass-zentralasiatische-kriegsgefangene-in-der-ukraine-zwischen-loyalitaet-und-reue/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michèle Häfliger]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Jun 2026 10:46:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsmigranten]]></category>
		<category><![CDATA[Crocus City Hall]]></category>
		<category><![CDATA[Gefängnis]]></category>
		<category><![CDATA[Genfer Konventionen]]></category>
		<category><![CDATA[Islamischer Staat Khorasan]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Kriegsgefangene]]></category>
		<category><![CDATA[Militär]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Sowjetunion]]></category>
		<category><![CDATA[Staatsbürgerschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Ukraine]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=44843</guid>

					<description><![CDATA[<p>B&#xFC;rger aus Zentralasien stellen den gr&#xF6;&#xDF;ten Anteil ausl&#xE4;ndischer K&#xE4;mpfer in der russischen Armee. Novastan hat mehrere von ihnen, die von ukrainischen Streitkr&#xE4;ften gefangen genommen wurden, aufgesucht. Ihre Berichte verdeutlichen, wie Migranten aus Zentralasien f&#xFC;r Moskau zu einer Quelle besonders anf&#xE4;lliger Rekruten geworden sind. Im Hof einer Milit&#xE4;rstrafanstalt in der Region Lviv im Westen der Ukraine [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/ich-brauchte-nur-einen-reisepass-zentralasiatische-kriegsgefangene-in-der-ukraine-zwischen-loyalitaet-und-reue/">„Ich brauchte nur einen Reisepass“: Zentralasiatische Kriegsgefangene in der Ukraine zwischen Loyalität und Reue</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Bürger aus Zentralasien stellen den größten Anteil ausländischer Kämpfer in der russischen Armee. Novastan hat mehrere von ihnen, die von ukrainischen Streitkräften gefangen genommen wurden, aufgesucht. Ihre Berichte verdeutlichen, wie Migranten aus Zentralasien für Moskau zu einer Quelle besonders anfälliger Rekruten geworden sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Hof einer Militärstrafanstalt in der Region Lviv im Westen der Ukraine schreiten Dutzende von Gefangenen schweigend zum Speisesaal. An den Wänden um sie herum hängen Porträts von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Daniel_Romanowitsch">Daniel von Galizien</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Stepan_Bandera">Stepan Bandera</a> und anderen ukrainischen Nationalisten. Im größten Kriegsgefangenenlager des Landes sind alle Beschriftungen und Befehle auf Ukrainisch verfasst.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Bei uns läuft alles gut, sie sind ruhig, es gibt keine Schlägereien“</em>, erzählt ein Wachmann. Vor seinen Augen betreten die Gefangenen die Kantine zum Mittagessen. Ihre Gesichter sind verschlossen. Einige Häftlinge haben bereits vier Jahre im Lager verbracht. Vor allem weist ein Großteil von ihnen deutlich asiatische Gesichtszüge auf. Bei einigen handelt es sich um Russen aus sibirischen Republiken wie Burjatien und Jakutien, wo die Einberufungsquoten besonders hoch sind.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="771" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/06/Kantine-des-Kriegsgefangenen-Camps-am-15-April-2026-Foto-Driss-Rejichi-1024x771.jpg" alt="" class="wp-image-44844" style="aspect-ratio:1.3281519161785866;width:1024px;height:auto" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/06/Kantine-des-Kriegsgefangenen-Camps-am-15-April-2026-Foto-Driss-Rejichi-1024x771.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/06/Kantine-des-Kriegsgefangenen-Camps-am-15-April-2026-Foto-Driss-Rejichi-300x226.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/06/Kantine-des-Kriegsgefangenen-Camps-am-15-April-2026-Foto-Driss-Rejichi-768x579.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/06/Kantine-des-Kriegsgefangenen-Camps-am-15-April-2026-Foto-Driss-Rejichi.jpg 1536w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Kantine des Kriegsgefangenen-Camps am 15. April 2026. Foto: Driss Rejichi</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Viele andere sind Soldaten aus den fünf ehemaligen Sowjetrepubliken Zentralasiens. <em>„Die meisten Ausländer, die ich in der russischen Armee gesehen habe, kamen von dort“</em>, erklärt Chuschbacht Perusalijew. Im Frühjahr 2024 unterzeichnete der 47-jährige Tadschike einen Vertrag, um in der russischen Armee zu dienen. <em>„Man sagte mir: ‚Du wirst nicht an der Front sein, nichts dergleichen, du wirst einfach in einem Lager arbeiten‘ … Also habe ich zugestimmt“</em>, erinnert sich der Mann mit rasiertem Kopf und Bart. Eine Lüge: Wenige Wochen später wurde der Tadschike von ukrainischen Streitkräften gefangen genommen, nachdem er bei einem Frontalangriff im Gebiet Donezk verwundet worden war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weit vor den 1.400 Männern aus afrikanischen Ländern oder den 200 indischen Staatsbürgern, die seit Kriegsbeginn von der russischen Armee rekrutiert wurden, sollen laut den im April 2026 von der ukrainischen Koordinierungsstelle für Kriegsgefangene veröffentlichten Daten bereits mehr als 12.000 Soldaten aus Zentralasien an der „militärischen Sonderoperation“ in der Ukraine teilgenommen haben. Mehr als die Hälfte der ausländischen Kämpfer, die für Russland kämpfen, stammen somit aus dieser Region.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Angesichts von Razzien und Ausweisungen: das Versprechen eines Passes</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Alle zentralasiatischen Kriegsgefangenen, mit denen Novastan gesprochen hat, befanden sich im Gefängnis von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mykolajiw">Mykolajiv</a> und waren bereits vor 2022 in Russland. <em>„Die Rekrutierungsbemühungen, die sich an Ausländer richten, konzentrieren sich auf Arbeitsmigranten und Häftlinge, die eine Freiheitsstrafe verbüßen“</em>, betont ein Offizier der ukrainischen Koordinierungsstelle für Kriegsgefangene.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Iljas, ein kirgistanischer Staatsbürger und Getränkehändler, der seit 2007 in Moskau lebt, unterzeichnete seinen Vertrag im April 2025. <em>„Mir wurde bei der Rekrutierung nicht direkt die Staatsbürgerschaft versprochen, aber ich wusste, dass ich später die Möglichkeit haben würde, sie zu erhalten“</em>, erklärt der Vierzigjährige.</p>



<div class="flex flex-col md:flex-row justify-evenly items-center bg-yellow-100 my-20 p-10 space-y-10 subscribe">
	<div class="container flex flex-col lg:flex-row justify-between">
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-3/5 pb-4">
			<h2 class="text-3xl text-secondary font-bold mb-4 text-[#749D02]">
								Unterstützt Novastan &#8211; das europäische Zentralasien-Magazin 
			</h2>
				Als vereinsgetragene, unabhängige Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#8211; und von eurer Unterstützung! 
						</div>
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-2/5 justify-items-center justify-center pb-4">
			<div class="rounded-md bg-accent-500 px-10 py-5 text-center w-72 mx-auto">
											<a class="block rounded bg-white p-2 mt-4 font-bold" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Novastan unterstützen</a>
							</div>
		</div>
	</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Im Januar 2024 unterzeichnete Wladimir Putin ein Dekret, das es ermöglichte, bestimmten Ausländern, die in der Armee gedient hatten, insbesondere während der „militärischen Sonderoperation“, die Staatsbürgerschaft zu gewähren. Die Zahl der Ausländer, die davon profitiert haben, ist nach wie vor unbekannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Ukraine berichten die zentralasiatischen Gefangenen übereinstimmend, dass sie nach einer kurzen Ausbildung an die Front geschickt wurden, was zu hohen Verlusten führte. <em>„Wir rückten auf ein Dorf vor, und schon auf dem Weg dorthin tauchten Drohnen auf und begannen, uns anzugreifen“</em>, erinnert sich Iljas, der knapp entkommen konnte und anschließend gefangen genommen wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Chuschbacht wurde seinerseits bei einem Artillerieangriff verwundet, als er auf die ukrainischen Linien vorrückte: <em>„Die Hälfte der Gruppe fiel sofort, alle 200 [russischer Militärcode für Tote, Anm. d. Red.]“</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Familienvater, dessen Frau und Kinder noch immer in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rjasan">Rjasan</a>, 200 Kilometer südöstlich von Moskau, leben, beschreibt, wie <em>„unmittelbar nach dem Anschlag auf die Crocus City Hall“</em> im März 2024 ein Klima der Angst herrschte. Der von tadschikistanischen Staatsbürgern verübte und vom Islamischen Staat Khorasan beanspruchte Terroranschlag forderte mehr als 149 Todesopfer und führte zu einer Verschärfung der Lebensbedingungen für Migrierte aus Zentralasien in Russland. Laut Chuschbacht kam es häufig zu <em>„Razzien gegen Tadschiken“</em>, bei denen den Migranten <em>„sofort die Abschiebung mit Einreiseverbot“</em> auferlegt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/werden-die-angeklagten-im-fall-crocus-city-hall-ausgeliefert/">Werden die Angeklagten im Fall Crocus City Hall ausgeliefert?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus Angst verzichtete der Mann darauf, seinen abgelaufenen Pass verlängern zu lassen, aus Furcht, auf dem Weg zur Botschaft in Moskau festgenommen zu werden. <em>„Schließlich kontrollierten Spezialeinheiten der Polizei die Baustelle, auf der ich arbeitete“</em>, erklärt der Migrant, dem daraufhin die Staatsbürgerschaft versprochen wurde, wenn er sich der Armee anschließe.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Es stimmt, dass Tadschiken nach dem Anschlag auf die Crocus City Hall stärker ins Visier genommen wurden als andere Gruppen aus Zentralasien“</em>, betont Caress Schenk, Professorin für Politikwissenschaft an der Nazarbaev-Universität in Astana. Nach Angaben der ukrainischen Koordinierungsstelle für Kriegsgefangene sind Tadschiken mit mehr als 3.400 Rekruten die zweitgrößte Nationalität in der russischen Armee, hinter etwa 4.800 Usbeken und 2.400 Kasachen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/der-vorwand-sind-kopftuch-bart-und-predigten-auf-dem-handy-migrantinnen-aus-zentralasien-berichten-ueber-islamophobie-in-russland/">Kopftuch und Bart – Migrant:innen aus Zentralasien über Islamophobie in Russland</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Schenk weist jedoch darauf hin, dass in Russland <em>„die Maßnahmen zur Migrationskontrolle, Razzien und der Druck, zum Militär zu gehen, stark von der aktuellen Lage abhängen“</em>. Seit Kriegsbeginn konnten je nach Kontext auch andere Bevölkerungsgruppen ins Visier geraten. <em>„Manchmal gerät jede Person mit asiatischen Gesichtszügen unter Verdacht“</em>, bemerkt die Forscherin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit November 2025 müssen bestimmte in Russland lebende Ausländer einen Vertrag über den Eintritt in die Armee vorlegen, wenn sie die russische Staatsbürgerschaft oder eine Aufenthaltsgenehmigung erhalten wollen. Zu Beginn des Jahrzehnts machten Zentralasiaten jedoch mehr als 40 Prozent der in Russland lebenden Migranten aus und sind daher am stärksten von diesen neuen Maßnahmen betroffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar erklären alle von Novastan befragten Gefangenen, ihren Vertrag freiwillig unterzeichnet zu haben, um einen russischen Pass zu erhalten, doch betont Schenk auch, dass der zunehmende administrative Druck <em>„eher darauf abzielt, die Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit der Migranten einzuschränken, als ihnen echte Wahlmöglichkeiten zu bieten.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Ideologisch gefährdete Migranten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben der prekären administrativen Lage stützt sich die russische Armee bei ihren Mobilisierungsbemühungen auch auf mögliche ideologische Affinitäten der zentralasiatischen Migranten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Ich wollte in Russland leben. Um die Staatsbürgerschaft zu erlangen, auf die ich meiner Meinung nach Anspruch hatte, musste ich also dem Vaterland dienen“</em>, erklärt der 38-jährige Jasur Islamov in einem gleichgültigen Ton. Nach anderthalb Jahren in der Armee wird ihm im März 2025 endlich der Pass versprochen, sofern er an der Front bleibt. Jasur wird jedoch wenige Wochen später gefangen genommen, nachdem er bei einem Angriff von einer Drohne verwundet wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/situation-zentralasiatischer-migrierter-in-russland-verschlechtert-sich/">Situation zentralasiatischer Migrierter in Russland verschlechtert sich</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Gegensatz zu den Berichten anderer Ausländer, die zu Kriegsgefangenen wurden, wie beispielsweise Männer aus Afrika, haben Iljas, Jasur oder Chuschbacht nicht versucht, sich freiwillig zu ergeben oder zu desertieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um diese unterschiedlichen Verhaltensweisen im Kampf zu erklären, stellt die ukrainische Koordinierungsstelle für Kriegsgefangene fest, dass bestimmte Schichten der Migrantenbevölkerung <em>„russischsprachige Menschen sind, die in den 1970er oder 1980er Jahren in der UdSSR geboren wurden“</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die von Novastan befragten Gefangenen betonen ebenfalls, dass sie nach Russland zurückkehren wollen, in der Hoffnung, an einem Gefangenenaustausch teilzunehmen. <em>„Wir haben keinerlei Einwände gegen den Austausch von Bürgern aus zentralasiatischen Ländern“</em>, erklärt die ukrainische Koordinierungsstelle für Kriegsgefangene. Unter den rund 7.000 bereits ausgetauschten russischen Soldaten bildeten Staatsangehörige aus Zentralasien jedoch eine sehr kleine Minderheit und betrafen nur Einzelfälle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf die direkte Frage nach ihren Erfahrungen mit Rassismus in Russland vor oder während ihres Dienstes versichern die Kriegsgefangenen, mit denen Novastan gesprochen hat, alle, dass sie nie damit konfrontiert worden seien. Sie sind zudem zuversichtlich, dass sie sich nach ihrer Haft mit einem Reisepass wieder in die russische Gesellschaft integrieren können.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Stellen Sie sich vor: Ich habe mein Leben riskiert, um die Staatsbürgerschaft zu erhalten, und nun soll ich in mein Land zurückgeschickt werden, obwohl ich dort nichts mehr habe? Das wäre ein großer Verrat“</em>, sagt Jasur mit scharfer Stimme.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/warum-spricht-usbekistan-china-und-russland-sein-beileid-aus-aber-niemals-der-ukraine/">Warum spricht Usbekistan China und Russland sein Beileid aus, aber niemals der Ukraine?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Kriegsgefangenen haben jedoch bereits Enttäuschungen auf ihrem Weg als Migranten in Russland erlebt. Iljas, der seit Jahren mit einer Russin verheiratet ist, erzählt nüchtern, dass er <em>„vor langer Zeit die Staatsbürgerschaft beantragt und die Unterlagen eingereicht habe, aber sie wurde mir verweigert“</em>. Jasur gibt seinerseits bitter zu, <em>„nicht einmal das Geld aus dem Vertrag erhalten zu haben“</em>, da ihm von den achtzehn Monaten, die er in der Armee verbracht hat, nur zwei Monatsrenten ausgezahlt wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Ich glaube, es braucht Jahre und verschiedene Formen der Bewusstseinsbildung, um verinnerlichte Diskriminierungen abzubauen“</em>, erklärt Schenk und erinnert daran, dass in der sowjetischen Vorstellungswelt Rassismus ausschließlich mit dem Westblock und dem Kapitalismus in Verbindung gebracht wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter Berufung auf die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Genfer_Konventionen">Genfer Konventionen</a> erklärt die ukrainische Koordinierungsstelle für Kriegsgefangene, dass die Zentralasiaten wie alle anderen behandelt werden. Im Hof trainieren einige gemeinsam mit russischen Mitgefangenen an den Krafttrainingsgeräten des Lagers.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Wir hätten nie gedacht, dass wir hier landen würden“</em>, beklagt sich schließlich Jasur. Als man ihn daran erinnert, dass er sich in voller Kenntnis der Sachlage verpflichtet hat, wird der Häftling gereizt: <em>„Sie reden, als hätte ich extra unterschrieben, um Menschen zu töten… Ich brauchte einfach nur einen Ort zum Leben und einen Pass, um zu arbeiten und meine Familie zu ernähren.“</em> Nach einer Pause fügt er bedauernd hinzu: <em>„Ich sage nicht, dass wir das Richtige getan haben. Jeder macht Fehler. Jeder.“</em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Driss Rejichi, Sonderkorrespondent in der Ukraine für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/guerre-en-ukraine/j-avais-juste-besoin-d-un-passeport-en-ukraine-les-prisonniers-de-guerre-d-asie-centrale-entre-loyaute-et-regrets/">Französischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/ich-brauchte-nur-einen-reisepass-zentralasiatische-kriegsgefangene-in-der-ukraine-zwischen-loyalitaet-und-reue/">„Ich brauchte nur einen Reisepass“: Zentralasiatische Kriegsgefangene in der Ukraine zwischen Loyalität und Reue</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/ich-brauchte-nur-einen-reisepass-zentralasiatische-kriegsgefangene-in-der-ukraine-zwischen-loyalitaet-und-reue/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kasachstan diversifiziert seine Militärausrüstung mit neuen gepanzerten Fahrzeugen</title>
		<link>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/kasachstan-diversifiziert-seine-militaerausruestung-mit-neuen-gepanzerten-fahrzeugen/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/kasachstan-diversifiziert-seine-militaerausruestung-mit-neuen-gepanzerten-fahrzeugen/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Mar 2026 17:42:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Militär]]></category>
		<category><![CDATA[Panzer]]></category>
		<category><![CDATA[Rüstung]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheitspolitik]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=44278</guid>

					<description><![CDATA[<p>Mit neuen gepanzerten Fahrzeugen wie dem Aibar 4&#xD7;4, dem Tamas 8&#xD7;8 und dem wieder eingef&#xFC;hrten Barys gestaltet Kasachstan sein Verteidigungsmodell schrittweise neu. Damit deutet sich ein &#xDC;bergang von technologischer Abh&#xE4;ngigkeit und dem Aufbau einer eigenen R&#xFC;stungsindustrie an. In den letzten Jahren haben die Streitkr&#xE4;fte in Kasachstan neue gepanzerte Fahrzeuge vorgestellt, die einen Bruch mit den [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/kasachstan-diversifiziert-seine-militaerausruestung-mit-neuen-gepanzerten-fahrzeugen/">Kasachstan diversifiziert seine Militärausrüstung mit neuen gepanzerten Fahrzeugen</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mit neuen gepanzerten Fahrzeugen wie dem Aibar 4&#215;4, dem Tamas 8&#215;8 und dem wieder eingeführten Barys gestaltet Kasachstan sein Verteidigungsmodell schrittweise neu. Damit deutet sich ein Übergang von technologischer Abhängigkeit und dem Aufbau einer eigenen Rüstungsindustrie an.</strong><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In den letzten Jahren haben die Streitkräfte in Kasachstan neue gepanzerte Fahrzeuge vorgestellt, die einen Bruch mit den aus der Sowjetzeit übernommenen Standards markieren sollen. Vor allem der Aibar 4×4 und der <a href="https://defence-blog.com/kazakhstans-military-to-receive-new-wheeled-fighting-vehicle/">Taimas 8×8</a>, die bereits bei Militärparaden vorgestellt und schrittweise in die Landstreitkräfte integriert wurden, deuten an, dass seit der Rückkehr der Taliban in Afghanistan eine Neuordnung der Sicherheitsverhältnisse in Zentralasien stattfindet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit seiner Unabhängigkeit im Jahr 1991 stützt sich Astana auf die aus der Sowjetzeit übernommenen Bestände und erworbenen Lizenzen sowie vor allem auf die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_des_Vertrags_%C3%BCber_kollektive_Sicherheit">OVKS</a> (Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit), wodurch militärische Ausgaben eingespart werden konnten.</p>



<div class="flex flex-col md:flex-row justify-evenly items-center bg-yellow-100 my-20 p-10 space-y-10 subscribe">
	<div class="container flex flex-col lg:flex-row justify-between">
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-3/5 pb-4">
			<h2 class="text-3xl text-secondary font-bold mb-4 text-[#749D02]">
								Unterstützt Novastan &#8211; das europäische Zentralasien-Magazin 
			</h2>
				Als vereinsgetragene, unabhängige Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#8211; und von eurer Unterstützung! 
						</div>
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-2/5 justify-items-center justify-center pb-4">
			<div class="rounded-md bg-accent-500 px-10 py-5 text-center w-72 mx-auto">
											<a class="block rounded bg-white p-2 mt-4 font-bold" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Novastan unterstützen</a>
							</div>
		</div>
	</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Im Lauf der Jahrzehnte hat das Land die Modernisierung seiner gesamten Streitkräfte in Angriff genommen: Von 1998 bis 2005 wurden die 350 T-72 der Landstreitkräfte vom russischen Panzerhersteller Uralvagonsavod modernisiert und in die Variante T-72BA umgerüstet. Seit Beginn der 2010er Jahre stützt sich das Land auf <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Kazakhstan_Paramount_Engineering">Kazakhstan Paramount Engineering (KPE)</a>, ein Joint Venture, das gemeinsam mit der südafrikanischen <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Paramount_Group">Paramount Group</a> gegründet wurde, um lokale Produktionskapazitäten für gepanzerte Fahrzeuge aufzubauen. Diese Strategie, die sich ursprünglich auf die lizenzierte Montage ausländischer Fahrzeuge konzentrierte – insbesondere des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Barys_(Radsch%C3%BCtzenpanzer)">Barys 8×8 </a>–, stieß jedoch an ihre Grenzen. Seit 2023 strebt Astana daher eine stärkere Diversifizierung seiner Industriepartnerschaften an und wendet sich dabei der Türkei, China und neuerdings Singapur zu, um den technologischen Standard zu heben und die Abhängigkeit von veralteter Technologie zu verringern.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Schnell und anpassungsfähig: der Aibar 4&#215;4</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der 2023 eingeführte Aibar 4×4 gehört zu einer neuen Generation leichter gepanzerter Fahrzeuge, die auf die territorialen und sicherheitspolitischen Gegebenheiten des Landes zugeschnitten sind. Dieses auf dem Modell<a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Otokar_Cobra_II"> Cobra-II </a>der türkischen Firma Otokar basierende Mehrzweckfahrzeug ist das Ergebnis einer industriellen Zusammenarbeit zwischen kasachstanischen und türkischen Ingenieuren. Es verdeutlicht die schrittweise Entwicklung lokalen Know-hows, das sich auf ausländische Partner stützt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses LAV (Light Armored Vehicle), das vorrangig bei den Spezialeinheiten und der Nationalgarde zum Einsatz kommt, erfüllt klar definierte operative Anforderungen: hohe Mobilität, Vielseitigkeit und die Fähigkeit, in unterschiedlichen Umgebungen zu operieren, sei es in städtischen Gebieten, in offener Steppe oder unwegsamem Gelände. Es ist in verschiedenen Ausführungen erhältlich – etwa für Truppentransport, Begleitschutz oder Sanitätstransport – und folgt einem modularen Ansatz, der in den heutigen Doktrinen der inneren Sicherheit und der schnellen Truppenverlegung eine zentrale Rolle spielt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/panorama/usbekistans-militaerdoktrin-im-zeitalter-der-drohnen/">Usbekistans Militärdoktrin im Zeitalter der Drohnen</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch wenn die technischen Details weitgehend vertraulich bleiben, lässt sich das Fahrzeug aufgrund seiner doktrinären Positionierung mit westlichen Fahrzeugen wie dem französischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%A9hicule_Blind%C3%A9_L%C3%A9ger">VBL</a> (Véhicule blindé léger) vergleichen, die für Aufklärungs-, Patrouillen- und Sicherungseinsätze eingesetzt werden. Der Vergleich legt nahe, dass der Aibar im Falle einer größeren Krise oder eines Konflikts geringer bis mittlerer Intensität eine Schlüsselrolle bei der Überwachung des Territoriums, dem Schutz sensibler Infrastrukturen und der Mobilität leichter Einheiten spielen würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Einsatzerfahrungen mit dem Cobra II, der sowohl von der <a href="https://www.turkiyetoday.com/world/ukraine-uses-turkish-cobra-ii-on-russias-kursk-region-41279">Ukraine im russisch-ukrainischen Krieg</a> als auch von der Türkei <a href="https://www.armyrecognition.com/archives/archives-land-defense/2017/turkish-army-has-deployed-new-cobra-ii-4x4-armoured-vehicle-on-turkish-syrian-border-10603171">bei Operationen an der syrischen Grenze</a> eingesetzt wurde, haben Kasachstan in seiner Entscheidung bestätigt. Sie zeigt die Fähigkeit des Fahrzeugs, sich in sehr unterschiedlichen Kontexten zu bewähren, die vom konventionellen Krieg bis zum Kampf gegen nichtstaatliche Akteure reichen, und verleiht dem Aibar in den Verteidigungsstrategien von Astana eher eine pragmatische als eine ideologische Dimension.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Das neue Flaggschiff der kasachstanischen Landstreitkräfte: der Taimas 8×8</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Herzstück dieses militärischen und industriellen Wandels bleibt jedoch die Einführung des Taimas&nbsp;8×8, der entwickelt wurde, um bestimmte ältere Versionen des <a href="https://kpe.com.kz/eng/produkciya/bronemashiny/?cid=0&amp;rid=6">Barys 8×8</a> – der bislang unter südafrikanischer Lizenz hergestellt wurde – zu ergänzen und langfristig zu ersetzen. Der Taimas 8×8, der erstmals bei der Siegesparade in Astana im Mai 2025 vorgestellt wurde, steht für Kasachstans Bestreben, sich nicht mehr auf die Produktionen ausländischer Firmen zu beschränken, sondern eine eigenständigere und technologisch integrierte industrielle Struktur aufzubauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Fahrzeug basiert auf dem Fahrgestell des türkischen <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Otokar_Arma">Otokar Arma</a>, was die Partnerschaft mit Ankara unterstreicht, während der Panzerturm chinesischer Herkunft ist. Diese Kombination, die in diesem Umfang für ein kasachisches Kampffahrzeug beispiellos ist, verdeutlicht eine bewusste Diversifizierung der Lieferanten und eine schrittweise Abkehr von der ausschließlichen Abhängigkeit von russischen Standards, die noch aus der Sowjetzeit stammen. Das genaue Vorbild für den Panzerturm ist unter Fachleuten umstritten, doch geht es weniger um die Frage nach dem Modell und vielmehr um die Fähigkeit Kasachstans, heterogene Teilsysteme in ein und dasselbe Fahrzeug zu integrieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/sicherheitspolitik-die-tuerkei-weitet-ihren-einfluss-in-zentralasien-aus/">Sicherheitspolitik: Die Türkei weitet ihren Einfluss in Zentralasien aus</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Taimas ist für den Einsatz im gesamten Staatsgebiet konzipiert, von den Steppen im Norden bis zu den Wüstenregionen im Westen, und setzt sowohl auf seine Mobilität als auch auf seine Feuerkraft. Seine amphibische Bauweise und seine Bestimmung, mechanisierte Einheiten zu unterstützen, spiegeln einen klassischen Ansatz der mechanisierten Infanterie wider, der an die großen Entfernungen und die geringe Infrastrukturdichte des Landes angepasst ist. In dieser Hinsicht erscheint der Taimas als ein Instrument der inneren Projektion, das eine schnelle militärische Präsenz auf einem der größten Staatsgebiete der Welt gewährleisten soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Angesichts der jüngsten Konflikte werfen jedoch seine Bauweise und seine Bewaffnung Fragen auf. Der Siegeszug von FPV-Drohnen (First Person View) und modernen Panzerabwehrsystemen stellt die Überlebensfähigkeit schwer bewaffneter Fahrzeuge grundlegend in Frage, insbesondere wenn die Munition in unmittelbarer Nähe der Besatzung gelagert wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Taimas ist jedoch nicht die einzige Option und wird neben anderen Systemen eingesetzt, insbesondere dem Barys A 8×8, der auf dem singapurischen Terrex-Modell basiert. Laut der Nachrichtenagentur <a href="https://qazinform.com/news/kazakhstans-besqaru-produces-up-to-200-amphibious-armored-vehicles-e61053">Qazinform</a> werden diese beiden Fahrzeuge dank einer Investition von 13,5 Milliarden Tenge (ca. 24 Millionen Euro) in dem im Februar 2025 eingeweihten Werk in Besqaru gebaut. Das Unternehmen Astana MPR wurde als Hauptmonteur benannt, wodurch sichergestellt wird, dass das Fahrzeug zu einem wesentlichen Bestandteil der kasachstanischen Verteidigungsindustrie wird und nicht im Ausland produziert wird. Nach offiziellen Angaben des Programms wurde der Taimas nach einer umfassenden Testreihe in Betrieb genommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Tests gewährleisten, dass die Modelle „Aibar“ und „Taimas“ den NATO-Standards entsprechen, und sind Teil einer umfassenderen Annäherung an den Westen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Rückkehr des Barys – eine bewusste Entscheidung für Neutralität</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Parallel dazu treibt Kasachstan die Entwicklung des Barys 8×8 in einer grundlegend überarbeiteten Konfiguration voran. Am 6. Dezember 2024 unterzeichnete Kazakhstan Paramount Engineering (KPE) eine Vereinbarung über die strategische Zusammenarbeit mit dem singapurischen Konzern<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/ST_Engineering"> ST Engineering</a>, was einen <a href="https://www.stengg.com/en/newsroom/news-releases/st-engineering-achieves-new-milestone-in-international-defence/">bedeutenden Wendepunkt in der industriellen Ausrichtung</a> des Landes markiert. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit wurde am 5. April 2025 der erste Prototyp des Terrex Barys-A 8×8 vorgestellt. Dieser basiert auf dem singapurischen <a href="https://www.stengg.com/getmedia/95614122-fea9-41e6-b3a4-b82a4afbff47/terrex-2_amphibious_jun2021.pdf">Terrex-2-Modell</a>, das bereits bei den Streitkräften Singapurs im Einsatz ist. Dies markiert die ersten Schritte Astanas bei der Entwicklung einer Verteidigungsindustrie, die nicht an den russischen oder türkischen Einflussbereich gebunden ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/fehlende-mittel-in-afghanistan-gefaehrden-die-sicherheit-an-der-grenze-zu-tadschikistan/">Fehlende Mittel in Afghanistan gefährden die Sicherheit an der Grenze zu&nbsp;Tadschikistan</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der neue Barys, von dem 500 Einheiten hergestellt werden, verfolgt einen anderen Ansatz als der Taimas: Während letzterer auf hohe Feuerkraft und eine türkisch-chinesische Hybridisierung setzt, legt der Terrex Barys-A 8×8 den Schwerpunkt auf Modularität, den Schutz der Besatzung und die Integration fortschrittlicher digitaler Systeme. Das Fahrzeug ist darauf ausgelegt, den aktuellen Standards des mechanisierten Kampfes gerecht zu werden, und verfügt über eine offene Architektur, die die Integration verschiedener westlicher oder asiatischer Turm-, Sensor- und Kommunikationssysteme ermöglicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch die Zusammenarbeit mit ST Engineering und dem Terrex Barys verfolgt Astana eine konsequente Diversifizierungsstrategie, bei der die Anzahl der Militärfahrzeuge und Partner erweitert wird, um strukturelle Abhängigkeiten zu verringern und die lokalen industriellen Kapazitäten nachhaltig zu stärken.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Lenny Cabrol für Novastan</strong><strong></strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><strong><a href="https://novastan.org/fr/non-classe/avec-de-nouveaux-blindes-le-kazakhstan-fait-evoluer-son-armement-pour-une-diversification-prudente/">Französischen</a></strong><strong> von Elisabeth Rudolph</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/kasachstan-diversifiziert-seine-militaerausruestung-mit-neuen-gepanzerten-fahrzeugen/">Kasachstan diversifiziert seine Militärausrüstung mit neuen gepanzerten Fahrzeugen</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/kasachstan-diversifiziert-seine-militaerausruestung-mit-neuen-gepanzerten-fahrzeugen/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Usbekistans Militärdoktrin im Zeitalter der Drohnen</title>
		<link>https://novastan.org/de/panorama/usbekistans-militaerdoktrin-im-zeitalter-der-drohnen/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/panorama/usbekistans-militaerdoktrin-im-zeitalter-der-drohnen/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Mar 2026 20:54:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Doktrin]]></category>
		<category><![CDATA[Drohnen]]></category>
		<category><![CDATA[Militär]]></category>
		<category><![CDATA[Shavkat Mirziyoyev]]></category>
		<category><![CDATA[Taschkent]]></category>
		<category><![CDATA[Verteidigung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=44212</guid>

					<description><![CDATA[<p>Angesichts der raschen Entwicklung neuer Konfliktformen &#xFC;berarbeitet Usbekistan derzeit seine Milit&#xE4;rdoktrin und seine Sicherheitsstruktur. Ohne seine grundlegenden Prinzipien der B&#xFC;ndnisfreiheit aufzugeben, beginnt Taschkent mit einer Umgestaltung seiner milit&#xE4;rischen Kapazit&#xE4;ten und setzt dabei auf die Integration von Drohnen, digitalen und neuen Technologien. In seiner Rede vom 13. Januar k&#xFC;ndigte der usbekische Pr&#xE4;sident Shavkat Mirziyoyev einen Quantensprung [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/panorama/usbekistans-militaerdoktrin-im-zeitalter-der-drohnen/">Usbekistans Militärdoktrin im Zeitalter der Drohnen</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Angesichts der raschen Entwicklung neuer Konfliktformen überarbeitet Usbekistan derzeit seine Militärdoktrin und seine Sicherheitsstruktur. Ohne seine grundlegenden Prinzipien der Bündnisfreiheit aufzugeben, beginnt Taschkent mit einer Umgestaltung seiner militärischen Kapazitäten und setzt dabei auf die Integration von Drohnen, digitalen und neuen Technologien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In seiner <a href="https://president.uz/en/lists/view/8851">Rede vom 13. Januar</a> kündigte der usbekische Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shavkat_Mirziyoyev">Shavkat Mirziyoyev</a> einen Quantensprung bei der Modernisierung der Streitkräfte und deren Militärdoktrin an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei hob der Staatschef <a href="https://asiaplustj.info/en/news/centralasia/20260114/uzbek-president-orders-review-of-the-countrys-defense-doctrine-amid-changing-nature-of-warfare">mehrere Faktoren</a> hervor: die Zunahme regionaler Konflikte, die Untergrabung des Völkerrechts und die Zunahme hybrider Kriege. Konflikte beschränkten sich heute nicht mehr auf konventionelle Auseinandersetzungen zwischen regulären Armeen, sondern umfassten auch die Bereiche Technologie, Cybersicherheit, Information und Industrie.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Neue Technologien haben alte Richtlinien überholt</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Seit mehreren Jahren modernisiert Usbekistan schrittweise seine Streitkräfte, indem es gezielt Anschaffungen, industrielle Kooperationen und den Kompetenzaufbau seines Sicherheitsapparats aufeinander abstimmt. Angesichts der instabilen Lage in der Region und der sich wandelnden Formen der Kriegsführung, die heute hybride, technologische und informationelle Züge trägt, scheint Taschkent sein strategisches Denken grundlegend anpassen zu wollen, insbesondere durch die zunehmende Integration von Drohnen und digitalen Systemen in sein Militär.</p>



<div class="flex flex-col md:flex-row justify-evenly items-center bg-yellow-100 my-20 p-10 space-y-10 subscribe">
	<div class="container flex flex-col lg:flex-row justify-between">
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-3/5 pb-4">
			<h2 class="text-3xl text-secondary font-bold mb-4 text-[#749D02]">
								Unterstützt Novastan &#8211; das europäische Zentralasien-Magazin 
			</h2>
				Als vereinsgetragene, unabhängige Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#8211; und von eurer Unterstützung! 
						</div>
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-2/5 justify-items-center justify-center pb-4">
			<div class="rounded-md bg-accent-500 px-10 py-5 text-center w-72 mx-auto">
											<a class="block rounded bg-white p-2 mt-4 font-bold" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Novastan unterstützen</a>
							</div>
		</div>
	</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Vor diesem Hintergrund erscheinen die aus früheren Jahrzehnten übernommenen Richtlinien zunehmend als wenig geeignet für die heutige Realität. Laut <a href="https://en.fergana.agency/news/144651/">Fergana News</a> ist die derzeitige usbekische Militärdoktrin bereits acht Jahre alt, während das nationale Sicherheitskonzept aus dem Jahr 1997 stammt und im November 1999 vom <a href="https://www.files.ethz.ch/isn/92601/99_Nov.pdf">Conflict Studies Research Centre</a> analysiert wurde. Dies steht in starkem Kontrast zu den rasanten technologischen und strategischen Veränderungen der letzten Jahre.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Mirziyoyevs Kernthemen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz dieser strategischen Wende bekräftigt Taschkent seine Grundsätze. Die Bündnisfreiheit bleibt ein zentraler Pfeiler der usbekischen Verteidigungspolitik, genauso wie die Weigerung, formellen Militärbündnissen künftig beizutreten. Damit zeigt das Land den Willen, in einem von der Konkurrenz der Großmächte geprägten regionalen Umfeld ein Höchstmaß an strategischer Autonomie zu bewahren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Usbekistan bleibt weiterhin nicht so verschlossen wie sein südlicher Nachbar Turkmenistan und beteiligte sich an gemeinsamen Manövern mit zentralasiatischen Ländern, insbesondere an der <a href="https://timesca.com/central-asian-countries-and-azerbaijan-begin-military-exercises-in-kazakhstan/">Übung <u>„Birlestik-2024”</u></a> im Kaspischen Meer vom 9. bis 17. Juli 2024.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/nach-mordversuch-an-ex-pressesprecher-usbekistan-strukturiert-regierungsapparat-um/">Nach Mordversuch an Ex-Pressesprecher: Usbekistan strukturiert Regierungsapparat um</a></strong><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Neuerung liegt vielmehr in den neuen Schwerpunktbereichen: In seiner Rede betont der Präsident die Integration digitaler Technologien in das Militärkommando, die Entwicklung von präzisen Langstreckenwaffen, die Stärkung der Cyberabwehr sowie den Ausbau der Robotik und unbemannter Systeme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Orientierung geht mit einer strategischen Verlagerung hin zu einem präventiveren und proaktiveren Ansatz in der nationalen Sicherheit einher, insbesondere durch die Zentralisierung der Cybersicherheit und des Schutzes der digitalen militärischen Infrastrukturen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Fakten als Antrieb für technologischen Wandel</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits jetzt zeigt sich die Entwicklung der usbekischen Doktrin in konkreten industriellen und operativen Entscheidungen. Usbekistan hat mit der Entwicklung oder Integration mehrerer moderner Landplattformen begonnen, darunter die gepanzerten Fahrzeuge <a href="https://www.armyrecognition.com/archives/archives-land-defense/land-defense-2024/uzbek-army-starts-testing-new-locally-made-arslon-8x8-apcs-and-tarlon-m-4x4-armored-vehicles">Arslon 6×6 und 8×8, Tarlon-M 4×4</a>, <a href="https://defindustry.uz/catalog/1/19/qalqon/">Qalqon</a>, <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2024/04/26/aksum/">Aksum</a> sowie die motorisierte Artillerie <a href="https://daryo.uz/en/category/uzbekistan/xaxwi81jz6z9">To’fon</a>, die teils aus gezielten Kooperationen mit ausländischen Partnern hervorgegangen sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/der-tod-des-diktators-und-einsetzendes-tauwetter-ueber-das-letzte-jahrzehnt-in-usbekistan/">Der Tod des Diktators und einsetzendes Tauwetter – Über das letzte Jahrzehnt in Usbekistan</a></strong><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In Hinblick auf Drohnen hat Taschkent mehrere wichtige Meilensteine erreicht: Die Tests und die Inbetriebnahme der <a href="https://militarnyi.com/en/news/first-in-central-asia-uzbekistan-orders-flexrotor-drones-from-airbus/">Flexrotor-Drohnen von Airbus</a> im November 2025 sowie die Entwicklung der militärisch-zivilen Drohne <a href="https://eurasianet.org/uzbekistan-poised-to-produce-its-own-military-drones">Lochin</a> für Aufklärung, Brandbekämpfung und Landwirtschaft verdeutlichen diesen schrittweisen Aufstieg. Die wichtigste Ankündigung bleibt jedoch die Schaffung einer Spezialeinheit von Grenzschutzkräften, die speziell mit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bayraktar_TB2">Bayraktar TB2-Drohnen</a> vom Typ MALE (Medium Altitude Long Endurance) ausgerüstet ist. Schließlich wurde laut <a href="https://asiaplustj.info/en/node/356942">Asia-Plus</a> die mit gleichnamigen Drohnen ausgerüstete „Lochin”-Einheit neu organisiert, wobei 100 Drohnen durch verbesserte Waffen ersetzt wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Somit ist Usbekistan der erste zentralasiatische Staat, der Einheiten für den operativen Einsatz mit bewaffneten Drohnen als integralen Bestandteil seines Sicherheitssystems aufbaut.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/zentralasien-als-neuer-knotenpunkt-fuer-drohnen/">Zentralasien als neuer Knotenpunkt für Drohnen?</a></strong><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Überarbeitung der usbekischen Militärdoktrin stellt keineswegs einen abrupten Bruch dar, sondern ist Teil eines seit mehreren Jahren bestehenden strategischen Plans. Durch die vollständige Integration von Drohnen und Cybertechnologie in sein strategisches Denken stärkt Usbekistan seine regionale Position und erhöht seine Glaubwürdigkeit im zentralasiatischen Kräfteverhältnis, wobei es gleichzeitig die Grundprinzipien beibehält, die seine Sicherheitspolitik seit der Unabhängigkeit prägen.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Lenny Cabrol Noto für Novastan</strong><strong></strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/ouzbekistan/la-doctrine-de-defense-ouzbeke-entre-dans-l-ere-des-drones/">Französischen</a></strong> <strong>von Elisabeth Rudolph</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/panorama/usbekistans-militaerdoktrin-im-zeitalter-der-drohnen/">Usbekistans Militärdoktrin im Zeitalter der Drohnen</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/panorama/usbekistans-militaerdoktrin-im-zeitalter-der-drohnen/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zentralasien als neuer Knotenpunkt für Drohnen?</title>
		<link>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/zentralasien-als-neuer-knotenpunkt-fuer-drohnen/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/zentralasien-als-neuer-knotenpunkt-fuer-drohnen/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Sep 2025 18:18:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Israel]]></category>
		<category><![CDATA[Militär]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Sanktionen]]></category>
		<category><![CDATA[Türkei]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=42898</guid>

					<description><![CDATA[<p>Drohnen sind in modernen Konflikten zu unverzichtbaren Waffen geworden. Nun versuchen auch zentralasiatische L&#xE4;nder, ihre eigene Produktion aufzubauen. Lokale Montage, ausl&#xE4;ndische Partnerschaften und die Diversifizierung importierter Modelle zeichnen eine beispiellose regionale Dynamik, die jedoch auch dazu f&#xFC;hren k&#xF6;nnte, dass sich die Region zu einer sensiblen Transitzone entwickelt. In den letzten Jahren haben die Armeen der [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/zentralasien-als-neuer-knotenpunkt-fuer-drohnen/">Zentralasien als neuer Knotenpunkt für Drohnen?</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Drohnen sind in modernen Konflikten zu unverzichtbaren Waffen geworden. Nun versuchen auch zentralasiatische Länder, ihre eigene Produktion aufzubauen. Lokale Montage, ausländische Partnerschaften und die Diversifizierung importierter Modelle zeichnen eine beispiellose regionale Dynamik, die jedoch auch dazu führen könnte, dass sich die Region zu einer sensiblen Transitzone entwickelt.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In den letzten Jahren haben die Armeen der zentralasiatischen Länder ihre Bestellungen von Drohnen aus der Türkei, China, Israel, Russland und den Vereinigten Staaten vervielfacht. Obwohl diese Geräte oft als zivile oder landwirtschaftliche Drohnen präsentiert werden, ist ihr militärisches Potenzial offensichtlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://rus.azattyq.org/a/tranzitnyy-hab-kak-tsentralnaya-aziya-naraschivaet-proizvodstvo-dronov-i-chem-eto-mozhet-grozit-v-kontekste-konfliktov-v-mire/33484076.html">Laut Radio Azattyq</a> verfügt Kasachstan über das vielfältigste Arsenal, das von türkischen Bayraktar TB2 bis zu israelischen und amerikanischen Drohnen reicht, die teilweise vor Ort in Joint Ventures zusammengebaut werden.</p>



<div class="flex flex-col md:flex-row justify-evenly items-center bg-yellow-100 my-20 p-10 space-y-10 subscribe">
	<div class="container flex flex-col lg:flex-row justify-between">
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-3/5 pb-4">
			<h2 class="text-3xl text-secondary font-bold mb-4 text-[#749D02]">
								Unterstützt Novastan &#8211; das europäische Zentralasien-Magazin 
			</h2>
				Als vereinsgetragene, unabhängige Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#8211; und von eurer Unterstützung! 
						</div>
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-2/5 justify-items-center justify-center pb-4">
			<div class="rounded-md bg-accent-500 px-10 py-5 text-center w-72 mx-auto">
											<a class="block rounded bg-white p-2 mt-4 font-bold" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Novastan unterstützen</a>
							</div>
		</div>
	</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">In den anderen Republiken führt Usbekistan in Zusammenarbeit mit russischen Partnern Montageprojekte durch, während Kirgistan und Tadschikistan sich mit importierten Modellen begnügen. Das eher zurückhaltende Turkmenistan bleibt ebenfalls von ausländischen Lieferanten abhängig. Diese Diversifizierung spiegelt den gemeinsamen Wunsch wider, nicht mehr von einem einzigen Lieferanten abhängig zu sein und von einem boomenden Weltmarkt zu profitieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Erste Schritte hin zu einer lokalen Industrie</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Über den Kauf hinaus versuchen die Länder der Region nun, eine nationale Industrie aufzubauen. Kasachstan hat ein Abkommen mit dem chinesischen Unternehmen Shaanxi Kaizhuo <a href="https://invest.gov.kz/ru/media-center/press-releases/high-tech-drones-to-be-produced-in-kazakhstan/">unterzeichnet</a>, das 12 Millionen US-Dollar investieren will, um bis 2025 eine Produktionslinie für landwirtschaftliche Drohnen mit einem Ziel von 300 Geräten pro Monat aufzubauen. Diese Drohnen, die als zivile Drohnen präsentiert werden, könnten leicht für militärische Zwecke angepasst werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Usbekistan seinerseits prüft Partnerschaften mit russischen Unternehmen, insbesondere um importierte Modelle vor Ort zu montieren. Das russische Unternehmen „Transport der Zukunft“ soll <a href="https://www.spot.uz/ru/2025/04/28/russia-drones/#:~:text=%D0%A0%D0%BE%D1%81%D1%81%D0%B8%D0%B9%D1%81%D0%BA%D0%B0%D1%8F%20%C2%AB%D0%A2%D1%80%D0%B0%D0%BD%D1%81%D0%BF%D0%BE%D1%80%D1%82%20%D0%B1%D1%83%D0%B4%D1%83%D1%89%D0%B5%D0%B3%D0%BE%C2%BB%20%D0%BF%D0%BB%D0%B0%D0%BD%D0%B8%D1%80%D1%83%D0%B5%D1%82%20%D0%B4%D0%BE,%D0%AE%D1%80%D0%B8%D0%B9%20%D0%9A%D0%BE%D0%B7%D0%B0%D1%80%D0%B5%D0%BD%D0%BA%D0%BE%2C%20%D0%BF%D0%B5%D1%80%D0%B5%D0%B4%D0%B0%D0%B5%D1%82%20%D0%BA%D0%BE%D1%80%D1%80%D0%B5%D1%81%D0%BF%D0%BE%D0%BD%D0%B4%D0%B5%D0%BD%D1%82%20Spot.">laut Spot.uz</a> bis Ende des Jahres mit der Produktion von Drohnen in Usbekistan beginnen. Diese Projekte verfolgen zwei Ziele: Senkung der Anschaffungskosten und Erhöhung der technologischen Unabhängigkeit, während gleichzeitig die Möglichkeit für regionale Exporte eröffnet wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Risiken: Zweckentfremdung und Sanktionen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Dynamik stärkt zwar die Souveränität der zentralasiatischen Staaten, doch bietet sie auch Anlass zu großer Sorge. Mehrere dokumentierte Fälle zeigen, dass landwirtschaftliche Drohnen mitten im Krieg in der Ukraine nach Russland reexportiert wurden, unter Umgehung der westlichen Sanktionen. Im Jahr 2023 <a href="https://vlast.kz/obsshestvo/55186-slomat-sankcii-kak-bespilotniki-i-cipy-idut-v-rossiu-cerez-kazahstan.html">lieferte</a> ein kasachstanisches Unternehmen mehr als 500 Drohnen der chinesischen Marke DJI nach Russland und gab sie als Sprühgeräte aus, wie aus einer Untersuchung eines Konsortiums russischer, kasachstanischer und internationaler Medien hervorgeht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/zweiter-china-zentralasien-gipfel-ein-reigen-an-handelsabkommen/">Zweiter China – Zentralasien – Gipfel: Ein Reigen an Handelsabkommen</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Umleitungen verdeutlichen die zweideutige Rolle der zentralasiatischen Länder, die sowohl Produktionsstandort als auch Logistikkorridor sind. Russland und China fördern diese Kooperationen, da sie darin eine Möglichkeit sehen, die Region stärker in ihren Einflussbereich zu integrieren. Experten betonen, dass trotz des Aufschwungs lokaler Initiativen der Weltmarkt gesättigt bleibt und es für Zentralasien schwierig sein wird, sich als führender Akteur zu etablieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Aufschwung der Produktion und Montage von Drohnen in Zentralasien spiegelt ein klares Ziel wider: mehr Autonomie in einem strategischen Sektor zu erlangen. Dieses Ziel geht jedoch mit einer Grauzone einher, in der sich erklärte zivile Nutzung und potenzielle Militarisierung vermischen.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Evan Chaisson für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Französischen von Michèle Häfliger</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/zentralasien-als-neuer-knotenpunkt-fuer-drohnen/">Zentralasien als neuer Knotenpunkt für Drohnen?</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/zentralasien-als-neuer-knotenpunkt-fuer-drohnen/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ein guter Kommandeur schlägt nur die eigenen Soldaten</title>
		<link>https://novastan.org/de/kasachstan/ein-guter-kommandeur-schlaegt-nur-die-eigenen-soldaten/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/kasachstan/ein-guter-kommandeur-schlaegt-nur-die-eigenen-soldaten/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[thevillage]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Nov 2024 20:26:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Körperverletzung]]></category>
		<category><![CDATA[Militär]]></category>
		<category><![CDATA[Suizid]]></category>
		<category><![CDATA[Wehrdienst]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=40845</guid>

					<description><![CDATA[<p>Bericht eines Rekruten &#xFC;ber seine Erfahrung in der kasachischen Armee &#x2013; Von 2020 bis 2023 starben in der kasachischen Armee 270 Personen, 40 davon begangen Suizid. Diesen Oktober gab der Verteidigungsminister bekannt, dass die Suizide im Vergleich zum Vorjahr zur&#xFC;ckgegangen sind, genaugenommen um einen Fall. In diesem Jahr erhielten einige F&#xE4;lle besondere Resonanz: Erbaian Muhtar [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/ein-guter-kommandeur-schlaegt-nur-die-eigenen-soldaten/">Ein guter Kommandeur schlägt nur die eigenen Soldaten</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Bericht eines Rekruten über seine Erfahrung in der kasachischen Armee –<strong> </strong>Von 2020 bis 2023 starben in der kasachischen Armee 270 Personen, 40 davon begangen Suizid. Diesen Oktober gab der Verteidigungsminister bekannt, dass die Suizide im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen sind, genaugenommen um einen Fall.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Jahr erhielten einige Fälle besondere Resonanz: Erbaian Muhtar kam, womöglich infolge einer Tracht Prügel, aus dem Koma frei, Marat Barkulov starb durch den Schuss eines Offiziers und in Almaty begingen sowohl ein Zeitsoldat als auch ein Mitarbeiter des Geheimdienstes Suizid.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir sprachen mit einem Rekruten, der seinen Pflichtdienst in der kasachischen Armee geleistet hat. Er berichtet von den Schlägen seiner Vorgesetzten, lebenslangen Traumata und der Inkompetenz der Militärpolizei.</p>



<div class="flex flex-col md:flex-row justify-evenly items-center bg-yellow-100 my-20 p-10 space-y-10 subscribe">
	<div class="container flex flex-col lg:flex-row justify-between">
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-3/5 pb-4">
			<h2 class="text-3xl text-secondary font-bold mb-4 text-[#749D02]">
								Unterstützt Novastan &#8211; das europäische Zentralasien-Magazin 
			</h2>
				Als vereinsgetragene, unabhängige Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#8211; und von eurer Unterstützung! 
						</div>
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-2/5 justify-items-center justify-center pb-4">
			<div class="rounded-md bg-accent-500 px-10 py-5 text-center w-72 mx-auto">
											<a class="block rounded bg-white p-2 mt-4 font-bold" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Novastan unterstützen</a>
							</div>
		</div>
	</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Disclaimer: Die beschriebenen Szenen enthalten harte Gewalt und Fälle von Suizid, die Äußerungen enthalten </em><a href="https://www.dekoder.org/de/gnose/mat-schimpfsprache-kulturgeschichte"><em>russischen Mat</em></a><em> – sie sind also stellenweise sehr vulgär. In der Übersetzung wurde versucht, die Mat-Ausdrücke möglichst sinngemäß zu übertragen, wobei das Schriftbild betroffener Wörter wie im Original teilzensiert ist. Der Name des Rekruten bleibt derweil anonym.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wie alles begann</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich diente im Süden. Bei meiner Musterung war allen sonnenklar, dass ich nicht wollte. Sie drohten, mich nach <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Otar_(village)">Otar</a> zu versetzen: <em>„Sei lieber froh, dass wir dich nicht dorthin versetzen. In Otar gibt es keine Regeln und auch keine Videokameras.“ </em>Über die harten Bedingungen dort kursieren allerlei Gerüchte. Ich setzte mich also mit 45 anderen Rekruten in den Zug und fuhr zu meinem Einsatzort in der kasachischen Einöde.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/an-der-front-in-der-ukraine-sterben-weiterhin-zentralasiaten/">An der Front in der Ukraine sterben weiterhin Zentralasiaten</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der erste Monat erwies sich als außerordentlich ruhig. Das Essen war in Ordnung, wir durften rauchen, lernten zu nähen und die Kleidung korrekt anzuziehen und mussten uns noch nicht aufs Übelste beleidigen lassen. Alles änderte sich, nachdem wir unseren Soldateneid geschworen hatten. Danach wurde auch dem letzten klar, dass die ersten Wochen Eingewöhnung nichts als ein dummer Bluff gewesen waren.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Erwartung trifft auf Realität</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dann ging die ganze Sch**ße los. Die Kommandeure, Unterfeldwebel und Offiziere beleidigten uns ohne Pause, schrien uns an und trichterten uns ein, dass wir ein Niemand seien. Das Essen war unterirdisch, die Küche war auf Sparkurs. Seife und Rasierer gab es entweder gar nicht oder nur Billigprodukte. Die Einsatzstiefel fielen schon auseinander, die guten behielten die Hauptfeldwebel für sich.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/rekrutierung-in-tadschikistan-problem-fuer-behoerden-hoelle-fuer-soldaten/">Rekrutierung in Tadschikistan: Problem für Behörden, Hölle für Soldaten</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn die Militärpolizei zur Kontrolle vorbeikam und Feedback bei uns einholte, hielten wir dicht. Die Unterfeldwebel hatten klar gemacht, was uns sonst blühen würde. Als sich doch mal einer beim schriftlichen Feedback über das Essen beschwert hatte, versuchten die Offiziere, den Schuldigen anhand der Handschrift zu ermitteln. Zur Strafe bekam dieser dann einen ordentlichen Anpfiff. Das Essen war danach für etwa zwei Wochen besser, doch dann bekamen wir wieder angeschimmeltes Brot und wässrigen Kascha. Es war klar, dass wir uns damit abgeben mussten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Schlagen…</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Alle vierzehn Tage kontrollierte uns die Militärpolizei auf blaue Flecken von Kopf bis Fuß. Würde herauskommen, dass bei uns Leute verprügelt werden, würden die obersten Befehlshaber sofort rausfliegen. Um das zu verhindern, hatten sie eine bestimmte Schlagtechnik entwickelt: Sie wickelten uns ein Tuch um eine Hand, die wir dann vor unseren Kopf halten mussten, bevor sie drauf los droschen und uns dabei brutal beleidigten. Auf diese Weise verteilte sich der Stoß auf das ganze Gesicht, innendrin entsteht ein gewaltiger Schaden, von außen fehlt jede Spur. Es dauert etwa zwei Wochen, bis es im Mund aufhört zu bluten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/fluchtziel-kasachstan-eine-reportage-aus-qostanai-wo-hunderte-russen-aufgenommen-wurden/">Fluchtziel Kasachstan – Eine Reportage aus Qostanaı, wo Hunderte Russen aufgenommen wurden</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Schläge kassierten wir alle und aus allen möglichen Gründen: der eine war zu langsam, der andere zu leise gewesen, der nächste hatte eine Anweisung nicht korrekt ausgeführt. Kollektivstrafen waren die Regel. So fand die ganze Kompanie einen Sündenbock, auf den sie dann eintraten. Ich bin kein Heiliger, ich habe auch zugetreten, ich wollte nicht nur selbst kassieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer einen Verwandten hatte, der ein hohes Tier war, entkam den Schlägen. Und obendrauf durfte er sich eine Menge Extrawürste erlauben: ob rauchen, ungefragt auf Toilette gehen oder einen Ausflug in die Stadt machen. Wir kochten vor Wut wegen dieser ungleichen Behandlung.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>…und geschlagen werden</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Einmal war ich selbst das Opfer. Es war bei einer sehr anstrengenden Stellungsübung auf dem Schießplatz. Ich war müde und außer Atem und darum etwas langsamer bei der Sache. Der Kommandeur schnauzte mich ein erstes Mal an, ich solle einen Zahn zulegen, als wäre ich ein Rindvieh auf der Weide. Als ich bei einem Kommando, bei dem wir auf dem Boden kriechen sollten, erneut zu langsam war, stellte mich der Kommandeur schließlich vor den anderen bloß.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/autoritarismus-politische-morde-und-vetternwirtschaft-die-praesidentschaft-kurmanbek-bakijews/">Autoritarismus, politische Morde und Vetternwirtschaft: Die Präsidentschaft Kurmanbek Bakijews</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Er kam zu mir, brüllte mir das Kommando ins Gesicht und als ich mich vor Schwachheit nicht regte, verpasste er mir mit seinen Kampfstiefeln einen Tritt in die Nieren. Vor meinen Augen flog mein ganzes Leben vorbei. Dann folgte ein weiterer Tritt in die Nieren. Ich hob den Kopf, um aufzustehen, doch auch auf den trat er ein, immer und immer wieder. <em>„Kriegst du es heute noch irgendwann mal geschi**en?“ </em>Ich hätte ihn in diesem Moment am liebsten aufgeschlitzt. Die Soldaten schauten dabei zu, wie der Kommandeur meinem Kopf, der auf dem steinigen, schmutzigen Boden lag, einen Tritt nach dem anderen verpasste. Irgendwann traf sein Stiefel mein linkes Ohr. Mein Trommelfell muss dabei geplatzt sein, denn das Blut lief danach nur so aus meinem Ohr heraus. Dann, endlich, lies der Kommandeur von mir ab und beendete die Übung.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Nur nicht auffliegen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Etwa zwei Wochen voller Schmerzen vergingen, bevor die Sanitäter sich um mich kümmerten. Meine Nieren hatte es hart erwischt, sie hatten sich unter den Schlägen verschoben und vermischt. Passiert das, bilden sich dunkle Flecken unter den Augen. Ich sah aus wie ein Panda. Richtig geheilt haben mich die Sanitäter nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als die Militärpolizei die Flecken bemerkte und mich in einem separaten Raum auszufragen versuchte, sagte ich nur, es sei alles in Ordnung, mehr nicht. Sie durften nichts wissen. Nicht nur hatte der Kommandeur mir noch mehr Prügel gedroht, ich würde obendrein auch noch auf ewig das offizielle Kameradenschwein sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-wird-die-teilnahme-an-friedensmissionen-erweitern/">Kasachstan wird die Teilnahme an Friedensmissionen erweitern</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Tag darauf brachte die Militärpolizei mich ins Krankenhaus. Sie hatten keine Zweifel, dass ich zusammengeschlagen worden war und wollten es allen beweisen. <em>„Die haben dich auf jeden Fall verprügelt, ich seh‘ doch die Spuren von den Stiefeln auf deinem Rücken.“ </em>Doch ich stritt konsequent alles ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als sie mich zum Unfallarzt brachten, der mich einer Ultraschalluntersuchung unterzog, flehte ich diesen mit den Augen an. Er verstand und verwehrte den Militärpolizisten die klare Diagnose, auf die sie gehofft hatten. „<em>Verf**ckte Sch**ße, da hättest du einmal was Gutes tun können, aber du kriegst ja den Mund nicht auf“,</em> warf einer von ihnen mir danach vor. Dann brachten sie mich wieder zu den Sanitätern, wo ich eine Woche das Bett hütete, bevor es zurück in meine Einheit ging, als wäre nichts gewesen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die ungeschriebenen Regeln</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In der Armee ordnest du dich allen unter, ob Unterfeldwebel, Offizier oder sonst einer Einheit. Sie kommandieren dich herum, erniedrigen und schlagen dich. Meistens kamen die Schläge sogar von den Leitern des eigenen Kommandos. Traf es Soldaten aus anderen Einheiten, machte sich sonst gleich Eifersucht breit, nach dem Motto <em>„Was schlägst du meine Soldaten? Dann zeig ich’s deinen gleich auch mal!“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">In der dritten Einheit gab es einen Unterfeldwebel, dessen Schläge alle fürchteten. Einmal verpasste er mir während einer Übung zwei Ohrfeigen, ohne Grund, einfach aus Jux. Mein Kommandant fragte daraufhin nur: <em>„Du schlägst jetzt also neuerdings meine Männer, ja? Das ist meine Aufgabe, verstanden?“</em> Und schon schlug er auf mich ein. <em>„Sch**ßkerle, ihr habt sie doch nicht mehr alle“</em>, dachte ich nur.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Verteidigung war keine Option. Das machte die Schläger nur noch aggressiver. Das ging mal so weit, dass ein Soldat, der sich mit den Händen zu schützen versuchte, nicht mehr nur von einem Unterfeldwebel, sondern gleich mehreren verkloppt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/die-folgen-der-russischen-mobilmachung-fuer-zentralasien/">Die Folgen der russischen Mobilmachung für Zentralasien</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das passierte auch mir einmal: Ich hielt es nicht mehr aus, wehrte mich gegen meinen Unterfeldwebel. Zur Strafe musste ich nicht nur einen Monat lang abends länger bleiben, sondern auch zusehen, wie diese Hundesöhne einen guten Kollegen von mir verprügelten. Da brannte mir die Sicherung durch, ich schritt ein und verpasste meinem Unterfeldwebel einen Kinnhaken. Als der sich von seinem Schock erholt hatte, folgte die Rechnung dafür. Er hetzte die anderen auf mich und diese Ars**löcher vermöbelten mich als gäbe es kein Morgen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Gezeichnet fürs Leben</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Nieren machen mir bis heute Probleme und auf meinem linken Ohr höre ich nach wie vor schlecht. Hin und wieder fängt es wieder an zu bluten. Für die vielen Untersuchungen danach musste ich einiges blechen. Als ich die Röntgenbilder meiner Nieren sah, war ich völlig fassungslos. „<em>Halb so wild“, </em>sagte der Arzt, <em>„da hat es andere bei der Armee schon schlimmer erwischt.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zwei Tage ohne Schlaf</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Alle zwei Wochen übten wir an einem nicht überwachten Ort auf dem Schießgelände. Wir wiederholten dort Formationen, lernten unsere Waffen zu bedienen und verschiedene Dinge auf- und abzubauen. Es kam einmal vor, dass wir die Aufgaben deutlich schneller als vorgesehen erfüllt hatten. So schnell, dass tatsächlich ein paar freie Tage vor uns lagen. Wir erholten uns, gingen in die Stadt und drehten uns eine Kippe nach der anderen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An einem Abend, als viele schon im Bett lagen, ließ sich einer von uns beim Rauchen erwischen. Die Konsequenz: <em>„Ihr habt also nichts mehr zu tun? Dann raus mit euch! Die Nacht verbringt ihr stehend!“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/wie-russland-zentralasiatische-buerger-fuer-den-krieg-in-der-ukraine-anwirbt/">Wie Russland zentralasiatische Bürger für den Krieg in der Ukraine anwirbt</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch wir standen nicht nur diese eine Nacht, sondern auch den Tag, die darauffolgende Nacht und den nächsten Tag. Ich drehte durch vor Schmerzen und Müdigkeit. Nicht mal auf Toilette ließen sie uns gehen. Nur zum Mittagessen durften wir gehen. Ich war kurz davor, den Verstand zu verlieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Suizidversuche sind nutzlos</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wir hatten einen Kerl in unseren Reihen, der ständig Streit suchte und seine Klappe nicht halten konnte. Einmal verprügelte er einen anderen Soldaten, der auf seine Provokation eingegangen war, bis seine Augen blau anschwollen. Unsere Kommandeure waren außer sich, weil bald die nächste Kontrolle der Militärpolizei anstand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch als diese wenige Tage später eintraf, fanden sie anstelle des Soldaten mit den Schlagspuren im Gesicht nur einen Zeitsoldaten vor, der kurzerhand den Namen seines Vorgängers übernommen hatte. So einfach hatten es sich unsere Vorgesetzten gemacht: Den Verwundeten hatten sie verräumt und keiner wusste wohin. Als er einen Monat später zurückkam, erzählte er, dass sie ihn im Offizierszimmer eingesperrt hatten. Dort brüllten sie ihn täglich an, was für ein mieses Stück Sch**ße er sei und zwangen ihn, auf Kommando in die Hocke zu gehen und in die Luft zu springen. Ich bin immer noch erstaunt, dass der sich nicht erhängt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/kasachstan-ein-tag-des-sieges-ohne-militaerparade-und-mit-eigenem-gedenken/">Kasachstan: Ein Tag des Sieges ohne Militärparade und mit eigenem Gedenken</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Einmal fiel mir ein Typ auf, der ständig drei Leibwächter um sich hatte. Sie folgten ihm an den Essenstisch und auf Toilette. Als ich einen Unterfeldwebel fragte, was mit dem los sei, sagte der <em>„Das ist ein Suizidnik. Sie bringen ihn in die psychiatrische Klinik und hoffen auf eine Diagnose, die beweist, dass er nicht ganz bei Verstand ist.“ </em>So ging man hier mit allen Suizidversuchen um. Sie suchten die Lösung lieber in irgendeiner Diagnose, statt die offensichtlichen Probleme innerhalb der Armee zu erkennen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir redeten nicht über diese Ereignisse. Wir waren wie im Stall zusammengepferchte Säue. Die Meinung eines einzelnen Soldaten sei wertlos. <em>„Hoffentlich ist das alles hier bald vorbei!“</em>, war alles, woran ich dachte.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aleksandra Akanaeva für The Village</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Arthur Siavash Klischat, Übersetzer für Novastan</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/ein-guter-kommandeur-schlaegt-nur-die-eigenen-soldaten/">Ein guter Kommandeur schlägt nur die eigenen Soldaten</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/kasachstan/ein-guter-kommandeur-schlaegt-nur-die-eigenen-soldaten/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>An der Front in der Ukraine sterben weiterhin Zentralasiaten</title>
		<link>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/an-der-front-in-der-ukraine-sterben-weiterhin-zentralasiaten/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/an-der-front-in-der-ukraine-sterben-weiterhin-zentralasiaten/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Eléonore Darasse]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Nov 2024 19:09:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg in der Ukraine]]></category>
		<category><![CDATA[Militär]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Söldner]]></category>
		<category><![CDATA[Ukraine]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=40695</guid>

					<description><![CDATA[<p>Als Gegenleistung f&#xFC;r Geld und die Staatsb&#xFC;rgerschaft schickt Russland weiterhin Migranten aus Zentralasien an die Front. Ihre genaue Zahl ist unbekannt. Seit Februar 2022 sind aber laut einer Umfrage der BBC schon mindestens 124 von ihnen gestorben. 124 M&#xE4;nner aus zentralasiatischen L&#xE4;ndern sind seit Februar 2022 in den Reihen der russischen Streitkr&#xE4;fte in der Ukraine [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/an-der-front-in-der-ukraine-sterben-weiterhin-zentralasiaten/">An der Front in der Ukraine sterben weiterhin Zentralasiaten</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Als Gegenleistung für Geld und die Staatsbürgerschaft schickt Russland weiterhin Migranten aus Zentralasien an die Front. Ihre genaue Zahl ist unbekannt. Seit Februar 2022 sind aber laut einer Umfrage der BBC schon mindestens 124 von ihnen gestorben.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">124 Männer aus zentralasiatischen Ländern sind seit Februar 2022 in den Reihen der russischen Streitkräfte in der Ukraine gestorben. Dies dokumentiert eine <a href="https://www.bbc.com/russian/articles/c74jg9ejnlwo">Umfrage</a> des russischsprachigen Dienstes der BBC. Die Umfrage war in Zusammenarbeit mit dem russischen Medium <a href="https://zona.media/">Mediazona</a> durchgeführt und in diesem September veröffentlicht worden. Die Daten basieren auf offen zugänglichen Quellen, wie zum Beispiel Nachrufe in den lokalen Medien bei der Rückführung der Leichen oder Nachrichten von den Angehörigen der Soldaten in sozialen Netzwerken. Unter den 265 ausländischen Toten auf der russischen Seite, waren 51 Tadschiken, 47 Usbeken und 26 Kirgisen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine frühere Untersuchung der BBC berichtete im Juni 2023, dass mindestens 93 zentralasiatische Staatsangehörige in der Ukraine ihr Leben verloren hatten: Darunter waren 40 Tadschiken, 34 Usbeken und 19 Kirgisen, wie <a href="https://asiaplustj.info/en/news/world/20230615/at-least-93-citizens-of-central-asian-countries-were-killed-in-russias-war-in-ukraine">Asia-Plus</a> berichtete. Die ersten Todesfälle zentralasiatischer Staatsangehöriger unter russischen Streitkräften in der Ukraine <a href="https://www.rferl.org/a/tajiks-killed-fighting-ukraine/31767197.html">ereigneten sich</a> schon im März 2022.</p>



<div class="flex flex-col md:flex-row justify-evenly items-center bg-yellow-100 my-20 p-10 space-y-10 subscribe">
	<div class="container flex flex-col lg:flex-row justify-between">
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-3/5 pb-4">
			<h2 class="text-3xl text-secondary font-bold mb-4 text-[#749D02]">
								Unterstützt Novastan &#8211; das europäische Zentralasien-Magazin 
			</h2>
				Als vereinsgetragene, unabhängige Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#8211; und von eurer Unterstützung! 
						</div>
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-2/5 justify-items-center justify-center pb-4">
			<div class="rounded-md bg-accent-500 px-10 py-5 text-center w-72 mx-auto">
											<a class="block rounded bg-white p-2 mt-4 font-bold" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Novastan unterstützen</a>
							</div>
		</div>
	</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Die russischen Behörden bieten seit Beginn des Krieges immer mehr Anreize für Migranten aus Zentralasien, sich der ukrainischen Front anzuschließen: Sie versprechen ihnen Geld und die russische Staatsbürgerschaft (und wenn man sie in Gefängnissen rekrutiert – die anschließende Freilassung). Dafür gehen diese Menschen, hauptsächlich Tadschiken, Usbeken und Kirgisen, in die Ukraine. Dort müssen sie Wiederaufbauarbeiten leisten, Schützengräben ausheben, aber auch kämpfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An der Front in der Ukraine mangelt es immer mehr an Soldaten; die Lage von Migranten aus Zentralasien in Russland hat sich in den letzten Monaten verschlechtert, insbesondere <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/nach-terroranschlag-massive-anfeindungen-gegen-tadschikinnen-in-russland/?noredirect=de-DE">seit dem Anschlag auf die Crocus City Hall</a> im März. Das Land hat seine Gesetze verschärft und Abschiebungen erleichtert: Russland hat laut <a href="https://asiaplustj.info/en/news/tajikistan/society/20240807/more-than-17000-tajik-citizens-deported-from-russia-in-h1-this-year-says-tajik-labor-minister">Asia-Plus</a> zwischen Januar und Juni dieses Jahres mehr als 17.000 Tadschiken abgeschoben, hauptsächlich wegen Verstößen gegen die Aufenthaltsbestimmungen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Abschiebung oder Front?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die russischen Behörden verbergen ihre Absichten nicht. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_Iwanowitsch_Bastrykin">Alexander Bastrykin</a>, Leiter des Untersuchungsausschusses der Russischen Föderation, <a href="https://www.currenttime.tv/a/rossiya-ukraina-migranty-bastrykin/33011827.html">erklärte</a> im Juni auf dem Internationalen Rechtsforum in St. Petersburg, dass die Behörden mehr als 30.000 Migranten, die die russische Staatsbürgerschaft angenommen hatten, <em>„gefasst“</em> haben. 10.000 davon habe man schon in die Ukraine geschickt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Wir haben einen Trick gefunden, der dazu führte, dass nun die Migranten die Russische Föderation nach und nach verlassen. Möchten Sie wissen, welcher das ist? Nun, wir haben Gesetze eingeleitet, nach denen Personen, die die Staatsbürgerschaft erhalten, sich zum Militärdienst anmelden müssen und, wenn nötig, an der SVO (militärische Sonderoperation, Anm.d.Red.) teilnehmen müssen“</em>, so Bastrykin laut <a href="https://www.currenttime.tv/a/rossiya-ukraina-migranty-bastrykin/33011827.html">Current Time</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/russlands-armee-braucht-tadschikische-migranten-mehr-denn-je/"><strong>Russlands Armee braucht tadschikische Migranten mehr denn je</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Juli verabschiedete die russische Duma ein spezielles Gesetz dazu: Dies koppelt die Verleihung der russischen Staatsbürgerschaft an der Registrierung beim Militär. Die russischen Abgeordneten behaupten, es sei <em>„allgemein bekannt“</em>, dass neu eingebürgerte Ausländer sich dieser Registrierung entziehen. Das neue Gesetz zwingt sie dazu: Wer sich weigert, verliert automatisch seine neue Staatsbürgerschaft. Wie das kirgisische Medium <a href="https://kaktus.media/doc/506300_novyy_zakon_o_voinskom_ychete_v_rossii_napravlen_na_vyhodcev_iz_centralnoy_azii.html">Kaktus</a> anmerkt, richtet sich diese Regelung anscheinend vor allem gegen Migranten aus Zentralasien.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>„Es stellt sich heraus, dass es der Weg in den Tod ist“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Juli unterzeichnete der Bürgermeister von Moskau, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sergei_Semjonowitsch_Sobjanin">Sergej Sobjanin</a>, einen Erlass: Wer ab dem 23. Juli in Moskau einen Vertrag mit dem russischen Verteidigungsministerium unterschreibt, erhält einmalig 1,9 Millionen Rubel (ca. 18.000 Euro). Anschließend wurde die Ankündigung über soziale Netzwerke, die viele Migranten aus Zentralasien nutzen, weit verbreitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://rus.azattyk.org/a/33054973.html">Radio Azattyk</a>, der kirgisische Zweig von Radio Free Europe, sprach mit einem Vermittler: Er rekrutiert Freiwillige für die russische Armee und wirbt proaktiv in den Netzwerken für die Initiative. <em>&#8222;Die Leute, die zu mir kommen, haben viele Schulden und Kredite. Sie brauchen dringend Geld. Ich werbe sie an. Es gibt viele solcher Unternehmen. Wir werben und rekrutieren. Wir sorgen dafür, dass jeder seine Zahlung erhält&#8220;</em>, erklärt er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Radio Azattyk hatte im Juli den Bericht von Aman veröffentlicht: Er ist als Sohn kasachischer Eltern in Russland geboren, besitzt die doppelte Staatsbürgerschaft und war bei den russischen Streitkräften in der Region Donezk. <em>„Es stellte sich heraus, dass es der Weg in den Tod ist“</em>, fasst Aman zusammen. <em>&#8222;Ich habe einen Vertrag mit dem Verteidigungsministerium unterzeichnet. Nach einer zweimonatigen Ausbildung, in der ich gelernt habe, wie man ein Maschinengewehr hält, bin hierhergekommen. Ich habe viele Kasachen, Tadschiken und Kirgisen kennengelernt“.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/kein-herz-fuer-russische-kuenstler/"><strong>Kein Herz für russische Künstler</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Ich habe neulich mit einem Tadschiken gesprochen, der hier verwundet wurde und nach der Behandlung im Krankenhaus auf das Schlachtfeld zurückgekehrt ist. [&#8230;] Er prahlte damit, dass er mit dem Geld, das er erhalten hatte, eine Wohnung in Russland kaufen konnte. Er sagte, seine Mutter suche Möbel aus. Er scherzte: wenn er wieder verletzt werde, könne er sie kaufen, diese Möbel.&#8220;</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Wir sind alle zu Sklaven des Geldes geworden. Die Russen zahlen, was sie versprochen haben, aber der Preis ist zu hoch. Wie viele sind hier begraben? Ihre Angehörigen suchen nach ihnen, warten und denken, dass sie noch leben. Aber sie sind hier, irgendwo begraben&#8220;</em>, stellt er fest.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Aufrufe zur Rückkehr in die Heimat</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im September, nach der Rückführung aus der Ukraine der sterblichen Überreste von zwei Tadschiken, haben die Behörden des Bezirks Ischkoschim in der autonomen Provinz <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Berg-Badachschan">Berg-Badachschan</a> eine Erklärung veröffentlicht: Dort warnten sie die Einwohner davor, sich an ausländischen Konflikten zu beteiligen, berichtete <a href="https://asiaplustj.info/en/news/tajikistan/society/20240920/cargo-200-from-ukraine-bodies-of-two-tajik-citizens-returned-to-homeland">Asia-Plus</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Einer der Aspekte, die uns in Tadschikistan heute am meisten beunruhigen, ist die Beteiligung unserer Landsleute an Kriegen im Namen fremder Staaten. Die Handlungen dieser Landsleute schaden dem Ruf Tadschikistans und des tadschikischen Volkes auf der internationalen Bühne. Dies ist in erster Linie das Ergebnis der Bemühungen interessierter Gruppen in einigen Staaten, die die Naivität, Unerfahrenheit und Unwissenheit einiger unserer jungen Leute ausnutzen&#8220;</em>, so die Erklärung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die lokalen Behörden rufen ihre Staatsangehörigen in Russland zur Rückkehr in die Heimat. <em>&#8222;Wir rufen unsere Landsleute dazu auf, nach Hause zurückzukehren und mit ihren Familien ein friedliches Leben zu führen. In unserer Region hat der Bau von Anlagen für den Abbau und die Verarbeitung von Mineralien begonnen. Es gibt Tausende Arbeitsplätze mit Löhnen von 250 bis 300 Somoni (21 bis 25 Euro) pro Tag“</em>, berichtet <a href="https://rus.ozodi.org/a/v-tadzhikistan-privezli-tela-esche-dvuh-pogibshih-na-voyne-v-ukraine-grazhdan-ih-zaverbovali-v-rossii/33127412.html">Radio Ozodi</a>, der tadschikische Zweig von Radio Free Europe. Die kirgistanischen Behörden hatten im vergangenen September einen <a href="https://kaktus.media/doc/509264_administraciia_prezidenta_prizvala_kyrgyzstancev_rabotaushih_v_rossii_vernytsia_na_rodiny.html">ähnlichen Aufruf</a> an ihre Staatsangehörigen in Russland gerichtet.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Asyl in Russland beantragt</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Behörden der zentralasiatischen Länder verschärfen den Ton gegenüber Personen, die an den Kämpfen in der Ukraine teilgenommen haben und verhängen immer häufiger Urteile wegen Söldnertätigkeit. Erst im vergangenen Oktober berichtete das usbekische Nachrichtenportal <a href="https://kun.uz/ru/news/2024/10/17/perevozil-tela-pogibshix-soldat-prigovoren-yeshche-odin-zaverbovannyy-v-rossiyskuyu-armiyu-uzbekistanets">Kun</a> über die Verurteilung eines 56-jährigen Usbeken: Zwischen August und Oktober 2023 hatte er an den Kämpfen in den Regionen Donezk und Lugansk teilgenommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Mann hatte seit 2005 in Russland als Elektriker gearbeitet. Wegen administrativer Schwierigkeiten in seinem Beruf hatte er die russische Staatsbürgerschaft beantragt. Nach einer einmonatigen Ausbildung wurde er in die Ukraine geschickt. Er wurde verletzt und dann in einem Krankenhaus in Russland behandelt. Schließlich kehrte er in die Heimat zurück. Dort wurde er gemäß Artikel 154 des Strafgesetzbuchs der Republik Usbekistan wegen Söldnertum zu drei Jahren Haft verurteilt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-wegen-umgehung-der-sanktionen-gegen-russland-am-pranger/"><strong>Kirgistan wegen Umgehung der Sanktionen gegen Russland am Pranger</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Juni berichtete <a href="https://rus.azattyq.org/a/33005566.html">Radio Azattyk</a> von einer weiteren Geschichte: Kirgistan verurteilte einen 31-jährigen Mann wegen der Teilnahme an den Kämpfen in der Ukraine. Askar Kubanytschbek Uulu hatte sich bei der Wagner-Miliz verpflichtet, im November 2022 trat er aber aus der Einheit aus und kehrte nach Kirgistan zurück. Dort wurde er ursprünglich zu einer zehnjährigen Haftstrafe verurteilt. Der Oberste Gerichtshof der Kirgisischen Republik hatte seine Strafe jedoch aufgehoben und den Fall an die Justiz zurückverwiesen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Januar 2024 wurde der Mann schließlich zu sieben Jahren Haft auf Bewährung verurteilt und auf freien Fuß gesetzt, er durfte das Land aber nicht verlassen. Trotzdem reiste er im Frühjahr über Kasachstan nach Russland, stellte dort einen Antrag auf vorübergehendes Asyl und beantragte die russische Staatsbürgerschaft. Daraufhin verlängerte er seinen Vertrag mit dem russischen Verteidigungsministerium.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zentralasiaten in den ukrainischen Reihen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im April 2023 berichtete <a href="https://www.currenttime.tv/a/urozhenets-turkmenistana-srazhaetsya-za-ukrainu-voyuem-protiv-diktatorskogo-rezhima-putina-/32367111.html">Current Time</a> über einen Freiwilligen in den ukrainischen Reihen. Der 44-jährige Abu Yunus stammte aus Turkmenistan und lebte seit 2018 in der Ukraine. Im Februar 2022 schloss er sich als Scharfschütze dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Scheich-Mansur-Bataillon">Scheich-Mansur-Bataillon</a> an. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Scheich_Mansur">Scheich Mansur</a> war der erste Kaukasus-Imam und ein tschetschenischer Anführer im Freiheitskampf gegen die russische Besatzung im 18. Jahrhundert. Das Bataillon besteht hauptsächlich aus Menschen aus dem Nordkaukasus und Zentralasien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Abu Yunus ist sich der juristischen Konsequenzen bewusst, die ihm in seiner Heimat wegen seiner Teilnahme an den Kämpfen in der Ukraine drohen. Er äußert allerdings sein Unverständnis über zentralasiatische Migranten, die sich den russischen Streitkräften anschließen. In den Mittelpunkt seines Engagements stellt er seinen muslimischen Glauben. Diese Ansicht teilen die religiösen Autoritäten dieser Länder nicht: Dagegen versuchen diese mit zahlreichen <a href="https://kun.uz/en/79808161">Reden</a>, ihre Bürger davon abzuhalten, sich an einem Krieg mit der oder gegen die ehemalige Schutzmacht (Russland) zu beteiligen, die fast 3.000 Kilometer von Zentralasien entfernt liegt.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Eléonore Darasse für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/societe-et-culture/sur-le-front-en-ukraine-des-centrasiatiques-continuent-de-mourir/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Giulia Manca</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/an-der-front-in-der-ukraine-sterben-weiterhin-zentralasiaten/">An der Front in der Ukraine sterben weiterhin Zentralasiaten</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/an-der-front-in-der-ukraine-sterben-weiterhin-zentralasiaten/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Spannungen zwischen Kirgistan und Tadschikistan nehmen ab</title>
		<link>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/spannungen-zwischen-kirgistan-und-tadschikistan-nehmen-ab/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/spannungen-zwischen-kirgistan-und-tadschikistan-nehmen-ab/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Indira Ramírez]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Nov 2023 20:39:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Grenzkonflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Manöver]]></category>
		<category><![CDATA[Militär]]></category>
		<category><![CDATA[OVKS]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=37094</guid>

					<description><![CDATA[<p>Mehr als ein Jahr nach dem milit&#xE4;rischen Konflikt an der kirgisisch-tadschikischen Grenze haben sich Soldaten beider L&#xE4;nder auf kirgisischem Boden getroffen, um an &#xDC;bungen der Organisation des Vertrags &#xFC;ber kollektive Sicherheit (OVKS) teilzunehmen. Die &#xDC;bungen fanden nur wenige Tage nach der Unterzeichnung eines Protokolls zur L&#xF6;sung der wichtigsten territorialen Fragen zwischen Tadschikistan und Kirgistan statt. [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/spannungen-zwischen-kirgistan-und-tadschikistan-nehmen-ab/">Spannungen zwischen Kirgistan und Tadschikistan nehmen ab</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mehr als ein Jahr nach dem militärischen Konflikt an der kirgisisch-tadschikischen Grenze haben sich Soldaten beider Länder auf kirgisischem Boden getroffen, um an Übungen der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS) teilzunehmen. Die Übungen fanden nur wenige Tage nach der Unterzeichnung eines Protokolls zur Lösung der wichtigsten territorialen Fragen zwischen Tadschikistan und Kirgistan statt. Topograf:innen sind weiterhin damit beschäftigt, die umstrittenen Grenzabschnitte festzulegen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Vom 9. bis 13. Oktober haben im Trainingszentrum „Edelweiß“ in Kirgistan Übungen der Friedenstruppen der Mitgliedstaaten der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_des_Vertrags_%C3%BCber_kollektive_Sicherheit">OVKS</a>) unter dem bewusst gewählten Namen „Unzerstörbare Bruderschaft 2023“ stattgefunden. Laut einer <a href="https://odkb-csto.org/news/news_odkb/v-kyrgyzstane-sostoyalsya-zaklyuchitelnyy-etap-sovmestnykh-ucheniy-s-mirotvorcheskimi-silami-odkb-ne/#loaded">Pressemitteilung der OVKS</a> nahmen rund 1.500 Soldaten aus Belarus, Russland, Kasachstan, Tadschikistan und Kirgistan an der gemeinsamen Schulung teil, um ihre Verteidigungsstrategien auf den neuesten Stand zu bringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Übungen fanden nur wenige Tage nach der Unterzeichnung des Protokolls 44 durch Kirgistan und Tadschikistan am 2. Oktober statt, <a href="https://rus.ozodi.org/a/32621500.html">wie Radio Ozodi berichtete</a>. Diese Absichtserklärung soll den Konflikt zwischen den beiden Ländern beenden, der in den letzten Jahren immer wieder zu Spannungen aufgrund von unterschiedlichen Gebietsansprüchen entlang der 972 Kilometer langen gemeinsamen Grenze geführt hat.</p>



<div class="flex flex-col md:flex-row justify-evenly items-center bg-yellow-100 my-20 p-10 space-y-10 subscribe">
	<div class="container flex flex-col lg:flex-row justify-between">
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-3/5 pb-4">
			<h2 class="text-3xl text-secondary font-bold mb-4 text-[#749D02]">
								Unterstützt Novastan &#8211; das europäische Zentralasien-Magazin 
			</h2>
				Als vereinsgetragene, unabhängige Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#8211; und von eurer Unterstützung! 
						</div>
		<div class="flex flex-col w-full lg:w-2/5 justify-items-center justify-center pb-4">
			<div class="rounded-md bg-accent-500 px-10 py-5 text-center w-72 mx-auto">
											<a class="block rounded bg-white p-2 mt-4 font-bold" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Novastan unterstützen</a>
							</div>
		</div>
	</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Tatsächlich kann die Präsenz tadschikischer Soldaten in Kirgistan zehn Tage nach dem Treffen zwischen dem Vorsitzenden des tadschikischen Staatskomitees für nationale Sicherheit, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Saimumin_Jatimow">Sajmumin Jatimow</a>, und seinem kirgistanischen Amtskollegen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kamtschibek_Taschijew">Kamtschybek Taschiew</a> als Schritt zur Normalisierung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern interpretiert werden. Diese waren seit dem <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgisisch-tadschikischer-grenzkonflikt-verschaerft-sich/">Grenzkonflikt im Jahr 2022</a>, bei dem rund 100 Menschen ums Leben kamen, stark abgekühlt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Übungen zunächst in Armenien geplant</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der seit 2002 bestehenden OVKS gehören Armenien, Russland, Belarus, Kasachstan, Tadschikistan und Kirgistan an. Ziel der Organisation ist es, die gemeinsame Sicherheit der Mitgliedsländer, die militärische Zusammenarbeit und die Unterstützung des Friedens in der Region zu gewährleisten. OVKS-Truppen wurden <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/ovks-truppen-in-kasachstan-eine-kurze-premiere/">bereits in Kasachstan eingesetzt</a>, um gegen die Unruhen und Demonstrationen vorzugehen, die das Land im Januar 2022 erschütterten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/grenzkonflikt-zwischen-tadschikistan-und-kirgistan-eine-herausforderung-fuer-die-regionale-kooperation/">Grenzkonflikt zwischen Tadschikistan und Kirgistan: Eine Herausforderung für die regionale Kooperation</a></strong><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Übungen sollten <a href="https://rus.ozodi.org/a/32625991.html">ursprünglich in Armenien</a> stattfinden, wurden aber Anfang des Jahres von armenischer Seite aus Protest gegen die Untätigkeit der OVKS angesichts der <em>„Provokationen“</em> Aserbaidschans abgesagt. Der Austragungsort wurde nach Kirgistan verlegt, das wegen des Grenzkonflikts an den Übungen 2022 in Tadschikistan nicht teilgenommen hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu Beginn des Manövers wurden die Friedenssoldaten des tadschikischen Kontingents mit einer feierlichen Zeremonie <a href="https://www.mil.gov.kg/ru/news/tazhikstan-respublikasynyn-askerdik-kontingenti-buzulbas-boordoshtuk-2023-mashyguusuna-katyshuu-uchun-keldi/">begrüßt</a>, bei der sie Brot und Salz erhielten – eine Tradition, um Gastfreundschaft zu zeigen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der Ablauf der OVKS-Übungen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die Hauptziele der Übungen waren die Verbesserung der praktischen Fähigkeiten der Regierungsbeamten und des Personals der OVKS-Friedenstruppen sowie die Erhöhung der Kohärenz der militärischen Einheiten und Untereinheiten bei der Durchführung von Aufgaben während einer friedenserhaltenden Operation im Gebiet der kollektiven Sicherheit Zentralasiens“</em>, <a href="https://odkb-csto.org/news/news_odkb/v-kyrgyzstane-sostoyalsya-zaklyuchitelnyy-etap-sovmestnykh-ucheniy-s-mirotvorcheskimi-silami-odkb-ne/#loaded">heißt es auf der Webseite der OVKS</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An den Übungen nahmen mehr als 200 Einheiten von Militär- und Spezialtechnik teil, dazu Hubschrauber, Flugzeuge, Drohnen und Kampfschiffe.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Das Protokoll 44</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Protokoll 44 wurde von den Leitern der Nationalen Sicherheitskomitees Tadschikistans und Kirgistans im Anschluss an ein binationales Treffen in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gebiet_Batken">Batken</a> im Süden Kirgistans unterzeichnet. Dabei hätten sie <em>„ihr volles gegenseitiges Verständnis für die Notwendigkeit einer weiteren Intensivierung der Beschreibung des Grenzübergangsprojekts zwischen Kirgistan und Tadschikistan zum Ausdruck gebracht“</em>, heißt es in einer offiziellen Mitteilung der kirgistanischen Regierung, die <a href="https://kaktus.media/doc/488207_tashiev_vozglavil_delegaciu_kyrgyzstana_na_zasedanii_po_granice_s_tadjikistanom_foto.html">von Kaktus wiedergegeben</a> wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/warum-es-tadschikistan-und-kirgistan-schwer-faellt-den-grenzkonflikt-zu-beenden/">Warum es Tadschikistan und Kirgistan schwerfällt, den Grenzkonflikt zu beenden</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Inhalt des Dokuments wurde noch nicht bekannt gegeben. Beide Länder hätten sich jedoch darauf geeinigt, <em>„die Grundlagen für die Lösung aller Grenzprobleme zu schaffen“</em>, so Taschijew, <a href="https://www.rferl.org/a/kyrgyzstan-tajikistan-protocol-border-areas-tashiev-yatimov/32621514.html">wie Radio Ozodi berichtet</a>. Jatimow erklärte, dass <em>„Konflikte immer weniger [wichtig] sind als [historische Bindungen]. Deshalb haben wir Protokoll 44 unterzeichnet [&#8230;] Wir werden es schnell und konstruktiv umsetzen, Schritt für Schritt, mit dem Ziel, so bald wie möglich ein umfassendes und grundlegendes Abkommen zu erreichen.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Diesen Absichten folgten Taten. <a href="https://kaktus.media/doc/489203_okolo_14_km_granicy_soglasovali_kyrgyzstan_i_tadjikistan.html">Wie Kaktus berichtet</a>, einigten sich die topografischen Arbeitsgruppen beider Länder am 12. Oktober über den Verlauf von 13,98 Kilometer der gemeinsamen Grenze.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits seit 2002 verhandeln Sonderkommissionen über die umstrittenen Gebiete, <a href="https://www.rferl.org/a/kyrgyzstan-tajikistan-protocol-border-areas-tashiev-yatimov/32621514.html">erinnert Radio Ozodi</a>. Die beiden Länder hätten sich bisher auf 664 Kilometer einigen können.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Indira Ramírez, Redakteurin für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><strong><a href="https://novastan.org/fr/decryptage/tension-descend-entre-kirghizstan-et-tadjikistan/">Französischen</a></strong><strong> von Michèle Häfliger</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/spannungen-zwischen-kirgistan-und-tadschikistan-nehmen-ab/">Spannungen zwischen Kirgistan und Tadschikistan nehmen ab</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/spannungen-zwischen-kirgistan-und-tadschikistan-nehmen-ab/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kasachstan: Ein Tag des Sieges ohne Militärparade und mit eigenem Gedenken</title>
		<link>https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/kasachstan-ein-tag-des-sieges-ohne-militaerparade-und-mit-eigenem-gedenken/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/kasachstan-ein-tag-des-sieges-ohne-militaerparade-und-mit-eigenem-gedenken/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[amalaisarova]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 May 2023 09:56:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[9. Mai]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Militär]]></category>
		<category><![CDATA[Tag des Sieges]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=33063</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wie bereits im vergangenen Jahr steht der 9. Mai in Kasachstan im Schatten von Russlands Krieg in der Ukraine. Eine Milit&#xE4;rparade ist nicht geplant, aber der Tag bietet Anlass dazu, an Kasachstans eigene Teilnahme am Zweiten Weltkrieg zu erinnern. &#xA0; Zum f&#xFC;nften Mal in Folge erfolgt der Mai in Kasachstan dieses Jahr ohne Milit&#xE4;rparade. Weder [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/kasachstan-ein-tag-des-sieges-ohne-militaerparade-und-mit-eigenem-gedenken/">Kasachstan: Ein Tag des Sieges ohne Militärparade und mit eigenem Gedenken</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie bereits im vergangenen Jahr steht der 9. Mai in Kasachstan im Schatten von Russlands Krieg in der Ukraine. Eine Militärparade ist nicht geplant, aber der Tag bietet Anlass dazu, an Kasachstans eigene Teilnahme am Zweiten Weltkrieg zu erinnern. &nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum fünften Mal in Folge erfolgt der Mai in Kasachstan dieses Jahr ohne Militärparade. Weder zum „Tag des Verteidigers des Vaterlandes“ am 7. Mai noch zum „Tag des Sieges“ am 9. Mai, wenn in Teilen der ehemaligen Sowjetunion das Ende des Zweiten Weltkriegs begangen wird. Der offizielle Grund, in diesem wie im vergangenen Jahr: Haushaltseinsparungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der 9. Mai bleibt aber ein gesetzlicher Feiertag. Statt einer Parade plant das kasachstanische Verteidigungsministerium „militärisch-patriotische Veranstaltungen“ abzuhalten, etwa in einzelnen Militäreinheiten besondere Ehrungen auszusprechen. In den Medien und bei öffentlichen Veranstaltungen wird den im Krieg gefallenen kasachstanischen Soldaten gedacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor dem Hintergrund von Russlands Angriffkriegs gegen die Ukraine ist der 9. Mai zunehmend politisiert, wird die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg doch stark von russischer Seite instrumentalisiert. Aber Kasachstan pflegt auch ein eigenes Gedenken an seine Kriegsteilnahme.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Freund, Feind oder Nachbar?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Als das kasachstanische Verteidigungsministerium im April des vergangenen Jahres ankündigte, aus Kostengründen keine Militärparaden am 7. und 9. Mai abzuhalten, <a href="https://www.currenttime.tv/a/31825707.html">bezeichnete</a> der russische Fernsehmoderator und Propagandist Tigran Keosajan die Entscheidung der „<em>kasachischen Brüder</em>“ als „<em>Undankbarkeit</em>“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Wir verstehen, dass es hier nicht um Geld geht. Im Moment ist das Feiern vom Tag des Sieges ein ‚Freund-Feind‘ Erkennungszeichen</em>“, so Keosajan in einem Video auf seinem YouTube-Kanal. Er verwies auf die „<em>unentgeltliche Hilfe</em>“ zur „<em>Rettung eurer Macht in Kasachstan und zur Beendigung eures Chaos</em>“, also den <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/ovks-truppen-in-kasachstan-eine-kurze-premiere/">Einsatz von Truppen</a> der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit in Kasachstan im Januar 2022. In Reaktion auf seine kaum verschleiertern Drohungen <a href="https://rus.azattyq.org/a/31912993.html">erklärte</a> das kasachstanische Außenministerium Keosajan zur unerwünschten Person.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/eine-eklatante-manifestation-von-russophobie-kasachstan-im-epizentrum-eines-informationskriegs/">„Eine eklatante Manifestation von Russophobie“ – Kasachstan im Epizentrum eines Informationskriegs</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Kasachstaner, darunter auch Politiker, unterstützten diese Entscheidung. „<em>Wir sind auf der Seite der Länder, die glauben, dass Russland ein Aggressor gegen die Ukraine ist. Wir sind nicht euer kleiner Bruder, nicht eine brüderliche Nation. Wir sind Nachbarn. Nachbarn sollten sich gegenseitig respektieren. Wenn ihr uns nicht respektiert, werden wir euch nicht respektieren</em>”, <a href="https://www.currenttime.tv/a/31825707.html">antwortete</a> etwa die Bloggerin und Aktivistin Toǵjan Qojaliyeva in einer Videobotschaft.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Den Haushalt oder das Image retten?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Tatsächlich hat Kasachstan in 32 Jahren seiner Unabhängigkeit nur zwei Militärparaden abgehalten, in den Jahren 2013 und 2018. „<em>Die Kosteneinsparungen sind eine formale Ausrede, die keine zusätzliche Kontroverse hervorruft“, </em>erklärt der Politikwissenschaftler Ǵaziz Ábishev gegenüber Novastan. Im Verhältnis zum gesamten Haushalt seien die Einsparungen nicht allzu bedeutend. Wie der Verteidigungsminister <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Ruslan_Jaqsylyqov">Rýslan Jaqsylyqov</a> dem lokalen Zweig des russischen Mediums Sputnik erklärte, <a href="https://ru.sputnik.kz/20220420/svyshe-4-mlrd-tenge-tratil-kazakhstan-na-odin-voennyy-parad---minoborony-24330285.html">koste</a> eine Parade ca. 4 Milliarden Tenge, also etwas mehr als 8 Millionen Euro.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Wir sind der Ansicht, dass es in dieser Situation</em> […] <em>am besten ist, sich mit der Kampfbereitschaft und der Ausbildung der Streitkräfte zu befassen</em>“, so der Minister. Eine Angabe, die laut Ábishev jedoch nicht auf die Vorbereitung von tatsächlichen Militäraktionen hinweise.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Kasachstan kann sich zu Recht als Siegerland des Großen Vaterländischen Krieges und des Zweiten Weltkriegs bezeichnen. Im Jahr 2023 (wie auch im Jahr 2022) kann eine Militärparade am 9. Mai</em> […] <em>vor dem Hintergrund eines blutigen Krieges zwischen den beiden größten Volksgruppen, die den Krieg auf Seiten der Sowjetunion gewonnen haben, als unangemessenes Säbelrasseln angesehen werden</em>“, <a href="https://t.me/gaziz1984/3904">erläuterte</a> Ábishev in seinem Telegrammkanal. „<em>Die Absage der Militärparade ist eine Art Geste des Pazifismus, ein Zeichen des Protests gegen den Krieg zwischen den Siegernationen</em>”.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstans-schrittweise-entfernung-von-russland/">Kasachstans schrittweise Entfernung von Russland</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig bedeute die Absage der Militärparade nicht, dass der Feiertag selbst abgesagt werde. Während Kasachstan weiterhin mit Russland in den Strukturen der Eurasischen Union und der OVKS zusammenarbeitet und dabei hilft, Handelsbarrieren und <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/wie-kasachstan-russischen-unternehmen-hilft-sanktionen-zu-umgehen/">Sanktionen zu überwinden</a>, versuche es keine Gründe dafür zu liefern für eine allzu große Nähe unter Druck zu geraten, erklärte Ábishev auf Nachfrage von Novastan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anders als sein <a href="https://kloop.kg/blog/2023/05/07/sadyr-zhaparov-vyletel-v-moskvu-s-bolshoj-delegatsiej/">kirgisischer Amtskollege</a> Sadyr Dschaparow wird der Präsident Kasachstans Qasym-Jomart Toqaev auch der Militärparade in Moskau am 9. Mai fernbleiben. Laut seinem <a href="https://t.me/aqorda_resmi/8140">Pressedienst</a> wird er an dem Tag in der Hauptstadt Astana „<em>den im Großen Vaterländischen Krieg Gefallenen gedenken</em>“. (Update: Wie am 8. Mai <a href="https://vlast.kz/novosti/55050-tokaev-soversit-vizit-v-rossiu-dla-ucastia-v-parade-pobedy.html">bekannt wurde</a>, reist Toqaev doch für zwei Tage nach Moskau, um der dortigen Militärparade am 9. Mai beizuwohnen). </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Unterstützung von Veteranen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein fester Bestandteil der Feiern zum Tag des Sieges in vielen postsowjetischen Ländern ist die Ehrung der Veteranen. Zwischen 1941 bis 1945 wurden mehr als 1,2 Millionen Kasachstaner an die Front einberufen. Davon leben noch 222 Kriegsteilnehmer und -verwundete, sowie 60&nbsp;106 Bürger, die zum Sieg im Großen Vaterländischen Krieg beigetragen haben, so das Nachrichtenportal <a href="https://www.inform.kz/ru/veteranam-vov-okazhut-material-nuyu-pomosch-na-4-6-mlrd-tenge_a4064327">inform.kz</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jedes Jahr erhöht der Staat die Veteranenrenten und andere Sozialleistungen, und zahlt zum Tag des Sieges eine Sonderzuwendung. In diesem Jahr sollen jeder Kriegsveteran nicht weniger als 1,5 Millionen Tenge (ca. 3&nbsp;000 Euro) vom Staat bekommen. Im Vergleich zu anderen zentralasiatischen Ländern bietet Kasachstan die <a href="https://t.me/villagekazakhstan/18245">größte</a> finanzielle Unterstützung für Veteranen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den letzten Jahren ist das sogenannte „<a href="https://www.sueddeutsche.de/politik/russland-unsterbliches-regiment-tag-des-sieges-1.5841384?reduced=true">Unsterbliche Regiment</a>“ zu einem festen Bestandteil der Feiern zum Tag des Sieges in Russland geworden, wird dort aber dieses Jahr aus Sicherheitsgründen in anderen Formaten abgehalten, <a href="https://polkrf.ru/news/glavnye-sobytiya/shestvie-bessmertnyj-polk-v-privychnom-formate-ne-sostoitsya">so eine Koorganisatorin</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Man könne das Porträt eines Veteranen auf dem Auto oder auf der Kleidung kleben, den Avatar in den sozialen Netzwerken ändern und von Helden erzählen, statt es wie zuvor bei einem Marsch zu Tragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Russische Haus in Almaty, eine der Vertretungen der russischen Agentur für internationale Zusammenarbeit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rossotrudnitschestwo">Rossotrudnitschestwo</a>, wird die Kundgebung des „Unsterblichen Regiments“ ebenfalls online <a href="https://tass.ru/obschestvo/17645353">abhalten</a>. Jeder kann bis zum 6. Mai Informationen über „Helden“ aus seiner Familie an die E-Mail-Adresse des Russischen Hauses schicken, welches diese Informationen am 9. Mai über seine sozialen Medien verbreitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im vergangenen Jahr <a href="https://www.dw.com/ru/kazahstan-vmesto-bessmertnogo-polka-poklonis-gerojam/a-61739118">lehnte</a> die kasachstanische Regierung den Marsch des „Unsterblichen Regiments“ offiziell ab und schlug stattdessen eine Online-Veranstaltung vor. Vertreter von Veteranenorganisationen schlugen eine analoge Form der Kundgebung vor: „Batyrlarǵa taǵzym“ (kas. für Verbeugung vor den Helden) an, bei der ebenfalls Porträts von kasachstanischen Kriegsteilnehmern getragen werden. Eine solche Aktion wurde sofort genehmigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Jahr wurde diese Online-Aktion „Er esimi – el esinde“ (kas.: „Der Name des Helden im Gedächtnis der Nation“) stattfinden. Kasachstaner können auf einer eigens geschaffenen <a href="https://batyrlargatagzym.el.kz/">Internetplattform</a> Informationen über ihre im Großen Vaterländischen Krieg gefallenen Vorfahren und ihre Heldentaten teilen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Die traditionelle Form der Kundgebung war zugegebenermaßen schon immer mit gewissen Risiken für die öffentliche Sicherheit behaftet</em>“, <a href="https://rsk.almaty.kz/news/2222">erklärte</a> der Vorsitzende des öffentlichen Vereins „Union der Veteranen des Aghanistan-Krieges“ von Almaty Murat Abdýshýkýrov bei einer Pressekonferenz. Außerdem würden Straßenblokaden im Zentrum von Almaty zu Unnannehmlichkeiten für die Anwohner führen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein Tag der Trauer und des Gedenkens</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Á</em>sem Japisheva, Journalistin und Aktivistin in der oppositionellen Bewegung „<a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Oyan,_Qazaqstan">Oyan, Qazaqstan!</a>“ (kas.: „Kasachstan, erwache!“) zeigt ihre Freude über die Entscheidung Kasachstans, zum fünften Jahr in Folge keine Parade abzuhalten. „<em>Das ist eine sehr gute Entscheidung, denn der Kult des Militarismus führt zu nichts Gutem. Kasachstan hat mit seiner multivektoralen Außenpolitik keinen Grund, der Welt die Zähne zu zeigen, zumal wir auch keine große Armee haben</em>“, so Japisheva. „<em>Der Tag des Sieges sollte als Tag der Trauer, als Tag des Gedenkens begangen werden. Im Krieg geht es nicht nur um die toten Soldaten, sondern auch um die Menschen, die ihre Angehörigen verloren haben, und um die Menschen, die an der Arbeitsfront ihre Gesundheit verloren haben</em>.”</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bezüglich des „Unsterblichen Regiments“ kommentierte die Journalistin, der russische Staat habe eine scheinbar gute, private Initiative monopolisiert und sie zu einem Teil seiner Propagandamaschine in einem endlosen Krieg mit dem „Westen“ gemacht. Auch die Aktion „Batyrlarğa tağzym“ sei in dem Sinne nicht unproblematisch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Auch wenn öffentliche Verbände als Organisatoren auftreten, ist es doch ein staatlicher Auftrag, ein Mangel an Fantasie. Unsere Beamten kopieren ständig russische Entscheidungen, von Gesetzen bis hin zu öffentlichen Kundgebungen. Ich bin der Meinung, dass wir von Russland unabhängig sein sollten. Wenn es nicht von den russischen Kollegen kopiert würde, hätte ich keine Beschwerden</em>“, so Japisheva.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Aizere Mailaisarova<br>Aus Almaty für Novastan.org</strong></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/kasachstan-ein-tag-des-sieges-ohne-militaerparade-und-mit-eigenem-gedenken/">Kasachstan: Ein Tag des Sieges ohne Militärparade und mit eigenem Gedenken</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/kasachstan-ein-tag-des-sieges-ohne-militaerparade-und-mit-eigenem-gedenken/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Rekrutierung in Tadschikistan: Problem für Behörden, Hölle für Soldaten</title>
		<link>https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/rekrutierung-in-tadschikistan-problem-fuer-behoerden-hoelle-fuer-soldaten/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/rekrutierung-in-tadschikistan-problem-fuer-behoerden-hoelle-fuer-soldaten/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Emma Collet]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Apr 2023 15:29:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Armee]]></category>
		<category><![CDATA[Entschlüsselung]]></category>
		<category><![CDATA[Korruption]]></category>
		<category><![CDATA[Militär]]></category>
		<category><![CDATA[Rekrutierung]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheitspolitik]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=32975</guid>

					<description><![CDATA[<p>ENTSCHL&#xDC;SSELUNG. Die Rekrutierung tadschikischer Soldaten stellt f&#xFC;r die Beh&#xF6;rden jedes Jahr ein gro&#xDF;es Problem dar. Neben der veralteten und willk&#xFC;rlichen Rekrutierungskampagne kommt hinzu, dass die M&#xE4;nner immer weniger zum Dienst bereit sind und sogar das Land verlassen, um sich dem zu entziehen. Denn Desertation bedeutet, vor der schlechten Behandlung in den Reihen der Armee zu [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/rekrutierung-in-tadschikistan-problem-fuer-behoerden-hoelle-fuer-soldaten/">Rekrutierung in Tadschikistan: Problem für Behörden, Hölle für Soldaten</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>ENTSCHLÜSSELUNG. Die Rekrutierung tadschikischer Soldaten stellt für die Behörden jedes Jahr ein großes Problem dar. Neben der veralteten und willkürlichen Rekrutierungskampagne kommt hinzu, dass die Männer immer weniger zum Dienst bereit sind und sogar das Land verlassen, um sich dem zu entziehen.</strong> <strong>Denn Desertation bedeutet, vor der schlechten Behandlung in den Reihen der Armee zu fliehen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Alles beginnt normalerweise in den ersten Frühlings- oder Herbsttagen. Die angehenden Soldaten werden aufgefordert, sich bei den Behörden zu registrieren, um ihren zweijährigen Wehrdienst abzuleisten. Dieser ist in Tadschikistan für Männer zwischen 18 und 27 Jahren obligatorisch. Wie das tadschikische Nachrichtenportal <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/security/20191001/v-tadzhikistane-startoval-osennii-priziv-v-armiyu-kto-ne-poidet-togo-zastavyat">Asia-Plus</a> berichtet, sind offiziellen Daten für 2019 zufolge rund 600.000 junge Männer im wehrpflichtigen Alter. Davon sind 150.000 nicht diensttauglich und weitere 100.000 befinden sich außerhalb des Landes. Jedes Jahr können nur 15-16.000 Rekruten für den Bedarf der tadschikischen Streitkräfte einberufen werden.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Verfahren verläuft jedoch nie wie geplant. Am 1. April dieses Jahres berichteten lokale Medien über Probleme bei der Rekrutierung junger Menschen. <a href="https://rus.ozodi.org/a/32348375.html">Radio Ozodi erklärte</a> beispielsweise, dass im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wachsch_(Siedlung)">Bezirk Wachsch</a> eine zufällige Auswahl stattgefunden habe, um diejenigen zu bestimmen, die zur Armee gehen sollten. Auch die Provinzen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sughd">Sughd</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chatlon">Chatlon</a> und die Gebiete im <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Rasht_District">Raschttal</a> berichten von Druck auf die Eltern von Jugendlichen im wehrpflichtigen Alter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Bewohner des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chorugh">Bezirks Chorugh</a> wurde am 1. April mit einem Jahr Gefängnis bestraft, weil er sich der Wehrpflicht entzogen hatte, <a href="https://kokshetau.asia/worldnews/v-tadjikistane-unosha-polychil-turemnyi-srok-za-yklonenie-ot-prizyva-v-armiu/">berichtet das zentralasiatische Medium Kokshetau</a>. <em>„Nachdem er eine Vorladung des Militärkommissariats und wiederholte Einladungen der entsprechenden Strukturen erhalten hatte, entzog er sich absichtlich der Einberufung zu einem zeitlich begrenzten Militärdienst“</em>, erklärte die Staatsanwaltschaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jedes Jahr kommt es zu solchen Problemen, die unter jungen Tadschiken im wehrpflichtigen Alter eine Panikwelle auslösen. Die Rekrutierungskampagnen werden oftmals willkürlich durchgeführt, wobei nie alle Bürger gleichbehandelt werden. Dies hat ernsthafte Auswirkungen auf die Streitkraft des Landes.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Angst vor Schikanen und schlechten Bedingungen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Abneigung der tadschikischen Bürger, in der Armee zu dienen, beruht auf den schlechten Bedingungen, die sie erwarten. Dazu gehören Nahrungsmangel, Probleme mit den Militäruniformen sowie minderwertige Kleidung, bei der teils nicht einmal die Größe passt. Das schwerwiegendste Problem, auf das insbesondere die tadschikische NGO <a href="https://notorturetj.org/news/prava-voennosluzhashchih-pytki-v-armii-est-no-del-po-state-pytki-ne-vozbuzhdayut">„No Torture“ immer wieder hinweist</a>, ist jedoch die Praxis der Schikanierung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„No Torture“ hat zwischen 2014 und 2016 59 Fälle von Folter an Militärangehörigen dokumentiert. Elf von ihnen erlagen <a href="https://rus.ozodi.org/a/29786425.html">laut einem Artikel von Radio Ozodi</a> den Verletzungen, während die Fälle von Selbstmord unter Wehrpflichtigen während des Dienstes <a href="https://rus.ozodi.org/a/29222699.html">ebenfalls nicht unerheblich</a> sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/tadschikistan-ethnische-saeuberungen-und-repression-in-berg-badachschan/">Tadschikistan: Ethnische Säuberungen und Repression in Berg-Badachschan</a></strong><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die tadschikische Regierung selbst hat in einem Bericht an den UNO-Menschenrechtsausschuss angegeben, dass zwischen 2019 und 2021 mehr als 100 Soldaten getötet wurden, hauptsächlich aufgrund von <a href="https://rus.ozodi.org/a/29786425.html">Schikanen</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Angesichts der Gewalt in den Reihen der Armee entschädigt der tadschikische Staat jedoch weder die Opfer noch ihre Angehörigen. 2014 wurde etwa ein 22-jähriger Soldat von seinen Kameraden so sehr misshandelt, dass er dadurch bleibende Schäden erhielt. Sein Anwalt verlangte, dass die Armee rund 278.000 Somoni (ca. 23.000 Euro) zahlt, doch das Opfer erhielt nicht einmal einen Fünftel der Summe, <a href="https://tj.sputniknews.ru/20161202/tadjikistan-armiya-bolnitsa-invalidnost-1021221718.html">berichtet das russische Medium Sputnik</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Gewaltsame Rekrutierungsmethoden</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gewalt bei der Rekrutierung für den tadschikischen Militärdienst gipfelt in der Organisation von Razzien durch die Behörden, bei denen junge Männer plötzlich abgeholt und zu ihrem Dienstort gebracht werden. <a href="https://eurasianet.org/tajikistan-to-ban-critical-coverage-of-military-draft">Eurasianet beschreibt</a>, wie Autos gar vor Schulen warten, um wehrpflichtige Männer mitzunehmen. Die Wagen können oft nicht dem Amt für militärische Registrierung und Einberufung oder zu anderen staatlichen Institutionen zugeordnet werden, <a href="/Users/41798/Downloads/%25D0%259F%25D1%2580%25D0%25B0%25D0%25BA%25D1%2582%25D0%25B8%25D0%25BA%25D0%25B0%2520%25D0%25BE%25D0%25B1%25D0%25BB%25D0%25B0%25D0%25B2%2520%25D0%25B2%2520%25D0%25A2%25D0%25B0%25D0%25B4%25D0%25B6%25D0%25B8%25D0%25BA%25D0%25B8%25D1%2581%25D1%2582%25D0%25B0%25D0%25BD%25D0%25B5_%2520%25D0%25BA%25D0%25B0%25D0%25BA%25D0%25BE%25D0%25B9%2520%25D0%25B4%25D0%25BE%25D0%25BB%25D0%25B6%25D0%25BD%25D0%25B0%2520%25D0%25B1%25D1%258B%25D1%2582%25D1%258C%2520%25D0%25B0%25D1%2580%25D0%25BC%25D0%25B8%25D1%258F%2520%25D0%25B2%2520XXI%2520%25D0%25B2%25D0%25B5%25D0%25BA%25D0%25B5_.pdf">merkt Cabar Asia an</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/wie-russland-zentralasiatische-buerger-fuer-den-krieg-in-der-ukraine-anwirbt/">Wie Russland zentralasiatische Bürger für den Krieg in der Ukraine anwirbt</a></strong><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Behörden gehen zum Teil noch weiter und verlangen von den Familien junger Menschen, die nach Russland ausgewandert sind, deren Rückkehr nach Tadschikistan zur Leistung des Militärdienstes. Anderenfalls müssten sie mit Sanktionen rechnen. Tadschikische Migrant:innen stellen eine beträchtliche Diaspora in Russland dar, die 2021 <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/zahl-tadschikischer-migrantinnen-in-russland-erreicht-neuen-rekord/">auf 2 Millionen angestiegen</a> ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Allein im Jahr 2022 wurden 108 junge Männer strafrechtlich verfolgt, weil sie sich gemäß der Generalstaatsanwaltschaft dem Militärdienst entzogen hatten, erklärt Radio Ozodi. Ende letzten Jahres entfachte die Rekrutierung in Tadschikistan erneut eine Kontroverse, nachdem die örtlichen Behörden den Strom abgeschaltet sowie Moscheen geschlossen hatten, um Familien zum Eintritt ihrer Söhne in die Armee zu zwingen, erklärt ein <a href="https://www.rferl.org/a/tajikistan-army-draft-extreme-recruiting/32178315.html">Bericht von Radio Free Europe</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Rechtsunsicherheit und Korruption in der Verwaltung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Einberufung zur Armee in Tadschikistan offenbart jedes Jahr die Probleme, die Tadschikistan durchziehen, nämlich Korruption und Ungleichheit. So stehen die Behörden, die für die Rekrutierung der jungen Männer zuständig sind, im Verdacht, Bestechungsgelder zu verlangen, um sie für untauglich zu erklären.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/korruption-zentralasien-im-weltweiten-vergleich-weiterhin-abgeschlagen/">Korruption: Zentralasien im weltweiten Vergleich weiterhin abgeschlagen</a></strong><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Artikel von Cabar Asia zeigt, dass es Männer aus den unteren und prekären Schichten Tadschikistans sind, die zwangsrekrutiert werden. Im Gegensatz zur Elite, die sich dem leichter entziehen kann. <em>„Wenn die Saison der Wehrpflicht wirklich fair wäre, also alle jungen Männer ohne Ausnahme einbeziehen würde, würde die Elite des Landes das Problem innerhalb weniger Wochen lösen. Aber eine zu große Kluft zwischen der Elite und jungen Männern aus gewöhnlichen Familien verschärft das Problem von Missverständnissen und Ressentiments nur noch mehr“</em>, analysiert der Autor des Artikels.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Tadschikische Armee kleinste in Zentralasien</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die schlechten Bedingungen der Vorberufenen und Wehrpflichtigen in der tadschikischen Armee sind eine der Schwachstellen seiner Streitkräfte. Das Land scheint den Preis dafür zu zahlen, indem es laut dem Indikator <a href="https://www.globalfirepower.com/country-military-strength-detail.php?country_id=tajikistan">Global Fire Power</a> die niedrigste Truppenstärke aller zentralasiatischen Länder aufweist. Tatsächlich erreicht das Militärpersonal im Jahr 2023 15.000 Personen, während sein bevölkerungsärmerer Nachbar Kirgistan mit insgesamt 25.000 Personen <a href="https://www.globalfirepower.com/country-military-strength-detail.php?country_id=kyrgyzstan#:~:text=For%202023%2C%20Kyrgyzstan%20is%20ranked,0.0000%20is%20considered%20'perfect').">deutlich darüber liegt</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/warum-es-tadschikistan-und-kirgistan-schwer-faellt-den-grenzkonflikt-zu-beenden/">Warum es Tadschikistan und Kirgistan schwerfällt, den Grenzkonflikte zu beenden</a></strong><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das intensive Wiederaufflammen der Konflikte mit Kirgistan in den letzten Jahren hält immer mehr tadschikische Bürger davon ab, in der Armee zu dienen, da sie befürchten, zur Verteidigung der unsicheren Grenzen mobilisiert zu werden. Tatsächlich kam es seit 2021 häufiger zu Grenzkonflikten zwischen den beiden Ländern, was auf die Militarisierung der Grenzen auf beiden Seiten zurückzuführen ist. Im Mai 2021 wurde ein <a href="https://novastan.org/fr/kirghizstan/un-garde-frontiere-tadjik-de-19-ans-blesse-a-la-frontiere-tadjiko-kirghize/">19-jähriger tadschikischer Grenzsoldat verletzt</a> und auch der bewaffnete Konflikt im September 2022 erwies sich als einer der tödlichsten, mit über 100 Toten auf beiden Seiten.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl Tadschikistan neben Armenien, Russland, Kirgistan und Kasachstan Teil der regionalen Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_des_Vertrags_%C3%BCber_kollektive_Sicherheit">OVKS</a>) ist, hat die Struktur in letzter Zeit mit dem Wiederaufflammen der Konflikte an der tadschikisch-kirgisischen Grenze <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/der-krieg-in-der-ukraine-und-seine-folgen-fuer-zentralasien/">keine Effizienz erkennen lassen</a>. Schließlich sorgt die Nachbarschaft zu Afghanistan sowie die <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/der-is-sorgt-an-der-grenze-tadschikistans-fuer-beunruhigung/">islamische Bedrohung an den Grenzen</a> weiterhin für Besorgnis, was die Begeisterung der Bürger für den Beitritt zur Armee nicht vergrößert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Emma Collet, Redakteurin für Novastan</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/decryptage/le-recrutement-dans-larmee-tadjike-casse-tete-pour-les-autorites-et-enfer-pour-les-futurs-soldats/">Französischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>


<p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/rekrutierung-in-tadschikistan-problem-fuer-behoerden-hoelle-fuer-soldaten/">Rekrutierung in Tadschikistan: Problem für Behörden, Hölle für Soldaten</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/rekrutierung-in-tadschikistan-problem-fuer-behoerden-hoelle-fuer-soldaten/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Sicherheitspolitik: Die Türkei weitet ihren Einfluss in Zentralasien aus</title>
		<link>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/sicherheitspolitik-die-tuerkei-weitet-ihren-einfluss-in-zentralasien-aus/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/sicherheitspolitik-die-tuerkei-weitet-ihren-einfluss-in-zentralasien-aus/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[pmougeot]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 16 Jul 2022 16:31:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Militär]]></category>
		<category><![CDATA[Rüstung]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheitspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Türkei]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=30110</guid>

					<description><![CDATA[<p>W&#xE4;hrend sich die T&#xFC;rkei von der Europ&#xE4;ischen Union und den Vereinigten Staaten l&#xF6;st, versucht sie, ihr B&#xFC;ndnisnetzwerk in ganz Zentralasien zu konsolidieren. Recep Tayyip Erdo&#x11F;an nutzt verschiedene Mittel, um die ehemaligen Sowjetrepubliken in seinen Einflussbereich zu ziehen. Entsprechend der Idee der pant&#xFC;rkischen Einheit erweitert die T&#xFC;rkei ihren Einfluss in Zentralasien, insbesondere in den Bereichen Industrie [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/sicherheitspolitik-die-tuerkei-weitet-ihren-einfluss-in-zentralasien-aus/">Sicherheitspolitik: Die Türkei weitet ihren Einfluss in Zentralasien aus</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Während sich die Türkei von der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten löst, versucht sie, ihr Bündnisnetzwerk in ganz Zentralasien zu konsolidieren. Recep Tayyip Erdoğan nutzt verschiedene Mittel, um die ehemaligen Sowjetrepubliken in seinen Einflussbereich zu ziehen.</strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Entsprechend der Idee der pantürkischen Einheit erweitert die Türkei ihren Einfluss in Zentralasien, insbesondere in den Bereichen Industrie und Verteidigung. So erhalten zentralasiatische Länder unter anderem türkische Drohnen. Das neue Flaggschiff der türkischen Verteidigungsindustrie, die Drohne Bayraktar TB2, ist ein unbemanntes Luftfahrzeug, das in mittlerer Höhe operiert. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut dem tadschikischen Nachrichtenportal <a href="https://asiaplustj.info/news/tajikistan/security/20220428/zachem-kirgizstanu-i-tadzhikistanu-bairaktari">Asia-Plus</a> ist die Drohne 6,50 Meter lang und hat eine Flügelspannweite von 12 Metern. Bayraktar TB2 kann mehr als 24 Stunden in der Luft bleiben und eine Geschwindigkeit von 222 km/h erreichen. </p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">

Die neuen Versionen dieser Drohne können eine maximale Reichweite von 300 Kilometern erreichen und gleichzeitig mit Bomben und Panzerabwehrraketen ausgestattet werden. Mit einem Stückpreis zwischen 2,5 und 5 Millionen US-Dollar (zwischen 2,46 und 4,92 Millionen Euro) ist die türkische Drohne deutlich günstiger als ihr amerikanischer Konkurrent. Darüber hinaus hat Bayraktar TB2 durch die Verwendung im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Krieg_um_Bergkarabach_2020">Konflikt</a> zwischen Aserbaidschan und Armenien an Popularität gewonnen.
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Türkische Drohnen im Konflikt zwischen Tadschikistan und Kirgistan</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Professor Mehmet Yüce, Ökonom an der Universität Bursa, erklärt gegenüber Novastan, dass <em>„die Stärkung der Beziehungen zwischen den zentralasiatischen Ländern und der Türkei durch die Zusammenarbeit im Bereich der Verteidigungsindustrie als eine sehr wichtige Strategie angesehen wird“</em>. Darüber hinaus konnte die Türkei, indem sie zu einem <em>„der drei größten Drohnenhersteller der Welt“</em> wurde, <em>„ihre Abhängigkeit vom Ausland verringern“</em> und gleichzeitig <em>„ihr Umfeld beeinflussen, und so ihre Außenpolitik immer durchsetzungsfähiger zu machen“</em>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Während es zwischen Kirgistan und Tadschikistan regelmäßig zu <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/was-sind-die-gruende-fuer-die-toedlichen-zusammenstoesse-an-der-kirgisisch-tadschikischen-grenze/?noredirect=de-DE">gewalttätigen Grenzkonflikten</a> kommt, setzt Bischkek <a href="http://www.president.kg/ru/sobytiya/21523_bespilotnie_letatelnie_apparati_bayraktar_postupili_navoorughenie_pogranichnoy_slughbi_gknb_kr">seit Dezember 2021</a> türkische Drohnen ein. Mehmet Yüce erinnert jedoch daran, dass „<em>Kirgistan sein Unbehagen darüber zum Ausdruck gebracht hat, dass die Türkei Drohen an Tadschikistan verkauft hat. Sowohl die jüngsten Äußerungen aus Kirgistan als auch die der regionalen Gemeinschaft stellen die Gründe für diese Drohnenverkäufe in Frage.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/grenzkonflikt-zwischen-tadschikistan-und-kirgistan-eine-herausforderung-fuer-die-regionale-kooperation/">Grenzkonflikt zwischen Tadschikistan und Kirgistan: Eine Herausforderung für die regionale Kooperation </a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie <a href="https://rus.ozodi.org/a/31823070.html">Radio Ozodi</a>, dem tadschikischen Dienst von Radio Free Europe, berichtet, unterzeichneten der türkische Verteidigungsminister <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hulusi_Akar">Hulusi Akar</a> und sein tadschikischer Amtskollege Scherali Mirso am 20. April ein Rahmenabkommen über die militärische Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern. Dies würde Tadschikistan ermöglichen, Drohnen des gleichen Typs zu erwerben. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Politikwissenschaftler Parwis Mullodschanow erklärt dies gegenüber Radio Ozodi damit, dass <em>„wenn die Türkei nur für eine Seite Partei ergriffen hätte, die andere Seite eine absolut antitürkische Position eingenommen hätte“</em>. Er fügt hinzu, dass <em>„die Türkei sich nicht nur als </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Turkstaat"><em>Turkstaat</em></a><em> positioniert, sondern auch als Anführer der islamischen Welt“</em>, was wiederum ihre weltweiten Aktivitäten bestimmen könnte. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Ist eine pantürkische Einheit möglich?</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Auch wenn die seit der Unabhängigkeit der Länder Zentralasiens vorangetriebene türkische Einheit zunächst scheiterte, ist Ankara zu einem immer wichtigeren wirtschaftlichen und kulturellen Akteur in der Region geworden. Dies belegt auch die <a href="https://novastan.org/fr/politique/le-nouvel-elan-de-la-turquie-en-asie-centrale/">im März 2021 [fr]</a> zwischen allen Akteuren diskutierte <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_der_Turkstaaten#Vision_2040_der_turkischen_Welt">Turkic World Vision 2040</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Während Magomed Beltuev, Co-Leiter der Eurasien-Abteilung am Institut für Geopolitische Studien, diese Fortschritte relativiert, indem er feststellt, „<em>dass es eine Trennung zwischen der Kommunikation und ihrer Umsetzung in internationale Abkommen gibt“</em>, erinnert Mehmet Yüce daran, dass die Türkei bereits <em>„unter den drei wichtigsten und mächtigsten Akteuren in Zentralasien ist“</em>. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-leiter-von-schulnetzwerk-vom-tuerkischen-geheimdienst-festgenommen/">Kirgistan – Leiter von Schulnetzwerk vom türkischen Geheimdienst festgenommen </a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Yüce ist die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_der_Turkstaaten">Organisation der Turkstaaten</a> kurzfristig das wichtigste Instrument der Türkei. <em>„Innerhalb dieser institutionellen Struktur kann die Macht in der Region gestärkt werden, indem die politische, militärische und wirtschaftliche Zusammenarbeit ausgebaut und die Interaktion im kulturellen Bereich verstärkt wird“</em>, fügt er hinzu. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Sanfte Maßnahmen im Rahmen der Zusammenarbeit mit den Ländern der Region könnten seiner Meinung nach ermöglichen, den Einfluss <em>„durch eine gemeinsame Literatur, eine gemeinsame Sprache, eine gemeinsame Geschichte sowie sportliche und kulturelle Aktivitäten“</em> auszubauen. Obwohl die Türkei mit dem Ziel agiere, eine Macht in der Region zu werden, müsse dies zunächst <em>„durch eine Integration im wirtschaftlichen und politischen Bereich erfolgen“</em>. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Die Verteidigungsindustrie als Instrument zur Integration</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Nicht nur bei den Drohnen setzt die Türkei auf eine boomende Verteidigungsindustrie, die als Instrument mit beträchtlichem Einfluss eingesetzt wird. Wie das türkische Nachrichtenportal <a href="https://www.dailysabah.com/business/defense/kazakhstan-tests-turkey-made-combat-vehicle-weapon-system">Daily Sabah</a> berichtete, wurden der kasachstanische Armee im März 2021 von der türkischen Firma <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Otokar">Otokar</a> gepanzerte Fahrzeuge des Typs „Arma 8×8“ kostenlos für umfangreiche technische Tests zur Verfügung gestellt. Einige Wochen zuvor hatten die beiden Länder Möglichkeiten zur Stärkung der Zusammenarbeit im Bereich der Verteidigungsindustrie erörtert.

</p>


			<div class="hp-newsletter col-span-3 lg:col-span-1 flex flex-col bg-primary-100 border-t-8 border-secondary-500 rounded-lg justify-center items-center lg:items-stretch px-6 py-6 gap-4 box-border">
			<div class="flex">
				<div class="enveloppe">
					<i class="far fa-envelope text-5xl text-secondary-300"></i>
				</div>
				<div class="formulaire_nl">
					<p>
						<span class="font-bold text-xl block">Ganz Zentralasien in deiner Mailbox</span>
						Abonniert unseren wöchentlichen Newsletter					</p>
					<form class="flex w-3/4 lg:w-full" action="https://us4.list-manage.com/subscribe?u=6a15a2256d412b041fdec39e8&amp;id=d479236523" method="post" id="mc-embedded-subscribe-form" name="mc-embedded-subscribe-form" class="validate" target="_blank" novalidate="">
						<input class="flex-grow py-2 px-3 border border-primary-300 rounded-l" type="email" placeholder="Email" name="EMAIL" id="mce-EMAIL">
						<button class="bg-secondary-500 py-2 px-3 text-white rounded-r-md border border-secondary-500" type="submit" value="" name="subscribe">Registrieren</button>
					</form>

					<a href="#" class="underline text-secondary-700">Entdeckt die neueste Ausgabe</a>
				</div>	
			</div>
		</div><!-- newsletter -->
		



<p class="wp-block-paragraph"> Während einer Türkei-Reise von Kirgistans Verteidigungsministers Baktybek Bekbolotow besuchte die Delegation laut dem kirgisischen Nachrichtenportal <a href="https://kaktus.media/doc/455552_kyrgyzstan_i_tyrciia_podpisali_dorojnyu_karty_voenno_tehnicheskogo_sotrydnichestva.html">Kaktus</a> zahlreiche Einrichtungen großer Rüstungsunternehmen. Am 18. Februar <a href="https://kaktus.media/doc/454816_tyrciia_peredala_avtomobili_avtobysy_i_specsnariajenie_dlia_voennyh_kyrgyzstana_foto.html">erhielt</a> die kirgisische Armee dann türkische Ausrüstung, darunter Fahrzeuge und Schutzausrüstung. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Turkmenistan hat seine Militärimporte aus der Türkei ausgeweitet. Laut dem Fachmedium <a href="https://www.defensenews.com/unmanned/2021/10/01/in-first-turkmenistan-shows-off-bayraktar-tb2-drone/">Defense News</a> gehört Aschgabat nicht nur zu den Abnehmern der Drohne Bayraktar TB2, sondern bezieht bereits seit 2010 Schnell- und Patrouillenboote. Im August 2021 erteilte Turkmenistan der türkischen Werft Dearsan einen Auftrag für eine 91 Meter lange Korvette. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Konkurrenz mit Russland und China </strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz des Kriegs in der Ukraine bekräftigt Mehmet Yüce, <em>„dass es kurzfristig nicht möglich ist, dass sich die zentralasiatischen Länder darauf einigen, das Militär eines anderen Landes als Russland in der Region zu dulden“</em>. Einer der wichtigsten russischen Stützpunkte im Ausland befindet sich in Tadschikistan. Während Ankara in Moskaus „nahem Ausland“ als Rivale wahrgenommen wird, da es die Existenz zentralasiatischer Länder als eigenständige Staaten fördert, sind die Beziehungen zwischen den beiden Ländern im Allgemeinen ambivalent.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Einerseits gibt es in verschiedenen Regionen verschiedene Probleme und Interessenkonflikte mit Russland. Andererseits wird eine partielle Zusammenarbeit mit Russland vorgeschlagen. In diesem Zusammenhang können in verschiedenen Regionen unterschiedliche Strategien verfolgt werden“</em>, so der Professor. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-russische-militaerbasis-in-kirgistan-wird-offiziell-erweitert/"><strong>Russische Militärbasis in Kirgistan wird erweitert </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Während Moskau historisch in Zentralasien verankert ist, erscheint Peking letztlich als der Hauptkonkurrent der türkischen Politik. Laut Mehmet Yüce <em>„sollte zunächst angemerkt werden, dass China den wirtschaftlichen Einfluss Russlands in Zentralasien und die wirtschaftliche Abhängigkeit der zentralasiatischen Länder von Russland gebrochen hat. Wenn wir uns die Handelsvolumendaten im Jahr 2020 ansehen, sehen wir, dass China nicht nur für die Türkei, sondern auch für Russland ein riesiger Konkurrent ist. Denn im Jahr 2020 stellt China ein Handelsvolumen von mehr als 20 Milliarden US-Dollar (19,7 Milliarden Euro) gegenüber 15 Milliarden (14,8 Milliarden Euro) im Fall von Moskau.“</em> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Mehmet Yüce zeige dieser harte Wettbewerb, dass die Zusammenarbeit zwischen Peking und Moskau fragil ist und vor ernsthaften Herausforderungen stehe. <em>„In diesem Zusammenhang könnte die Türkei diesen Riss richtig lesen und ihn in einen Vorteil verwandeln. […] Die Türkei könnte eine Politik umsetzen, die darauf abzielt, ihre Interessen zu maximieren, indem sie ihre Kräfte mit Russland und China ausgleicht und sich ihnen nicht widersetzt“</em>, schließt der Professor. </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Paul Mougeot, Redakteur für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/politique/la-turquie-etend-son-influence-en-matiere-de-defense-dans-les-pays-dasie-centrale/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong> </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/sicherheitspolitik-die-tuerkei-weitet-ihren-einfluss-in-zentralasien-aus/">Sicherheitspolitik: Die Türkei weitet ihren Einfluss in Zentralasien aus</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/sicherheitspolitik-die-tuerkei-weitet-ihren-einfluss-in-zentralasien-aus/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
