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	<title>Menschen mit Behinderungen Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Mon, 01 Sep 2025 22:14:20 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Menschen mit Behinderungen Archives</title>
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		<title>Die Entwicklung der usbekischen Gebärdensprache</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hook.report]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Sep 2025 22:11:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Behindertenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Behinderung]]></category>
		<category><![CDATA[Linguistik]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen mit Behinderungen]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mehr als 20.000 geh&#xF6;rlose und schwerh&#xF6;rige B&#xFC;rger*innen z&#xE4;hlte der Geh&#xF6;rlosenverband Usbekistans im Jahr 2022. Leider war die Geb&#xE4;rdensprache lange Zeit in der &#xD6;ffentlichkeit wenig bekannt, und die M&#xF6;glichkeiten f&#xFC;r Geh&#xF6;rlose waren begrenzt. HOOK erz&#xE4;hlt die Entstehungsgeschichte der usbekischen Geb&#xE4;rdensprache, ihren aktuellen Stand, ihre Unterschiede zu anderen Geb&#xE4;rdensprachen sowie die Probleme und Erfolge in der Barrierefreiheit. [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Mehr als 20.000 gehörlose und schwerhörige Bürger*innen zählte der Gehörlosenverband Usbekistans im Jahr 2022. Leider war die Gebärdensprache lange Zeit in der Öffentlichkeit wenig bekannt, und die Möglichkeiten für Gehörlose waren begrenzt. HOOK erzählt die Entstehungsgeschichte der usbekischen Gebärdensprache, ihren aktuellen Stand, ihre Unterschiede zu anderen Gebärdensprachen sowie die Probleme und Erfolge in der Barrierefreiheit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die usbekische Gebärdensprache (UGS) entstand auf der Grundlage der russischen Gebärdensprache, die während der Sowjetzeit in usbekischen Internaten unterrichtet wurde. Lange Zeit war sie darum ein Dialekt der russischen Sprache, ergänzt durch Gebärden, in denen sich die usbekische Kultur widerspiegelte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im 20. Jahrhundert erfolgte der Unterricht in speziellen Schulen, in denen häufig Lehrer aus anderen Republiken tätig waren. Mit der Zeit entstanden in der Gehörlosengemeinschaft eigene Gebärden, um lokale Gegebenheiten zu bezeichnen. So begann die UGS, eigenständige Merkmale anzunehmen, obwohl sie bis zum Ende des 20. Jahrhunderts keinen offiziellen Status hatte.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Nach der Unabhängigkeit 1991 begann Usbekistan, das kyrillische&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Fingeralphabet">Fingeralphabet</a>&nbsp;durch ein lateinisches zu ersetzen. Als die Schulen 1997 mit dem Unterricht des neuen Alphabets begonnen, hatte die ältere Generation Schwierigkeiten, sich der neuen Praxis anzupassen. Dies führte zu einer Kluft zwischen den Generationen der Gehörlosen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Lage verbessert sich</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Heute erhalten Menschen mit Behinderungen, darunter auch Gehörlose, in Usbekistan mehr Aufmerksamkeit. Nach der&nbsp;<a href="https://www.esf.de/portal/DE/ESF-Plus-2021-2027/Behindertenrechtskonvention/inhalt.html">Ratifizierung</a>&nbsp;der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen im Jahr 2021 hat der Staat die Gebärdensprache als offizielles Kommunikationsmittel anerkannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2022 verabschiedete der Präsident einen Beschluss zur Entwicklung der usbekischen Gebärdensprache und der Brailleschrift. Das für Juni 2024 gesetzte Ziel lautete: die Aufwertung des Status der usbekischen Gebärdensprache sowie die Entwicklung eines Wörterbuchs, von Lehrbüchern und Didaktik.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit 2023 bieten Schulen und Weiterbildungszentren Kurse in UGS und Braille-Schrift für Gehörlose, aber auch ihre Angehörige, Lehrer und Sozialarbeiter an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Allerdings bestehen weiterhin ernsthafte Probleme, allen voran ein akuter Mangel an qualifizierten Gebärdensprachdolmetschern. In Taschkent und Umgebung kommen auf 5000 Gehörlose lediglich zehn Dolmetscher, in anderen Regionen ist die Situation ähnlich. Zudem treffen Gehörlose bei der Arbeitssuche auf Vorurteile:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Ihre Gemeinschaft ist ziemlich isoliert. Viele glauben, Menschen mit Hörbeeinträchtigungen seien lern- oder arbeitsunfähig. Das ist ein Klischee. In unserem Hub dagegen sind sie willkommen– sie tragen Implantate und unterscheiden sich in keiner Weise von den anderen. Es ist eine Frage der Aufklärung“,</em>&nbsp;erklärt Tatjana An, Projektmanagerin für Inklusion und Sozialschutz beim usbekischen Präsidenten.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die internationale Gebärdensprache</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die UGS ist der russischen Gebärdensprache (RGS) weiterhin sehr ähnlich: Viele Gebärden sind identisch, und die Unterschiede betreffen hauptsächlich kulturelle Begriffe, zum Beispiel die Namen nationaler Gerichte oder Personennamen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Alltag verwendet die UGS ein zweihändiges Fingeralphabet auf der Grundlage des kyrillischen Alphabets, das mit dem in der RGS verwendeten identisch ist. In den 1950er bis 1970er Jahren sorgte das Projekt <em>Gestuno</em> des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Weltverband_der_Geh%C3%B6rlosen">Weltverbands der Gehörlosen</a> für Aufsehen: Sie versuchten, eine universelle Gebärdensprache zu entwickeln. Der Versuch scheiterte, doch überblieb ein vereinfachtes Kommunikationssystem für Gehörlose – <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/International_Sign">International Sign</a> (IS) – ein heute viel genutztes Instrument bei internationalen Veranstaltungen. Tatjana An berichtet darüber:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die internationale Gebärdensprache unterscheidet sich stark von der lokalen. Obwohl sie nicht streng auf der englischen Gebärdensprache basiert, sind viele Gebärden aus dieser entlehnt. Die Hauptvoraussetzung für unseren Kurs ist die Kenntnis einer beliebigen Gebärdensprache und Grundkenntnisse in Englisch, aber das ist nicht zwingend erforderlich. Die Schüler sind mit ihren Fortschritten zufrieden: Sie lernen, wie eine Geste in der lokalen und in der internationalen Sprache aussieht. Kürzlich gab es ein Treffen mit einer Delegation aus Südkorea. Dort haben wir gesehen, wie gehörlose Menschen über einen Dolmetscher für internationale Gebärdensprache miteinander kommuniziert haben.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die heutige IS ist eine lebendige Mischung aus Pantomime, ikonischen Gebärden und Entlehnungen mit einem begrenzten Wortschatz und einer einfachen Grammatik. Im Gegensatz zur usbekischen Gebärdensprache findet die IS im Alltag keine Anwendung, hat keine Muttersprachler und ist frei nationaler Kulturspezifika. Es ist ein Hilfsmittel – eine Art&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_des_Esperanto">Esperanto</a>&nbsp;der Gebärdenwelt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Nationale Besonderheiten</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Weltweit existieren etwa 300 Gebärdensprachen, von denen jede auf natürliche Weise in einer bestimmten Gemeinschaft von Gehörlosen entstanden ist, oft unabhängig von anderen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gebärdensprachen sind keine visuellen Versionen von gesprochenen Sprachen. Viel mehr stellen sie eigenständige linguistische Systeme dar, die durch generationsübergreifende Weitergabe, kulturelle Einflüsse und kommunikative Bedürfnisse entstehen. In einem Land kann es mehrere Gebärdensprachen geben, und in verschiedenen Ländern können völlig unterschiedliche Systeme existieren, selbst wenn sie eine gemeinsame gesprochene Sprache haben. In&nbsp;<a href="https://youtu.be/rkFyC3fgCN8">Deutschland</a>&nbsp;und&nbsp;<a href="https://youtu.be/yAzZpv3iOqk">Österreich</a>&nbsp;spricht man beispielsweise Deutsch, die Gebärdensprachen sind jedoch unterschiedlich. Südafrika hingegen zählt 11 gesprochene Sprachen, jedoch nur eine einzige Gebärdensprache.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kontakte zwischen Gebärdensprachen sind oft geschichtlich bedingt. In postsowjetischen Ländern wie Usbekistan, Kasachstan und Kirgistan ähneln sich die Gebärdensprachen allesamt aufgrund des gemeinsamen russischen Erbes.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Zentralasiaten verstehen sich untereinander sehr gut. Der einzige Unterschied besteht in der Satzstruktur. Das Usbekische stellt das Subjekt wie in der gesprochenen Sprache an den Anfang, während das Russische dies freier handhabt“,</em>&nbsp;so Tatjana An.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Innerhalb eines Landes kann es auch regionale Dialekte geben. Diese sprachliche Autonomie lässt sich durch die historische Isolation der Gehörlosengemeinschaften erklären: Vor dem Internet und globalen Verbindungen hatten sie selten Kontakt miteinander. Jede Gebärdensprache entwickelte sich als Antwort auf die Bedürfnisse einer bestimmten Gemeinschaft und wurde zum Ausdruck ihrer kulturellen Identität. Deshalb sind Gehörlose auf der ganzen Welt stolz auf ihre Sprache(n).</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ausbildung von Gebärdensprachdolmetschern</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Usbekistan gewinnt der Beruf des Gebärdensprachdolmetschers allmählich an Status und Unterstützung. Lange Zeit übernahmen Kinder gehörloser Eltern (<a href="https://www.geco-koeln.de/coda-koda">CODA</a>) oder Lehrer an Sonderschulen die Rolle des Dolmetschers, teils auch passionierte Gebärdensprachenlerner. Ein Ausbildungssystem für Dolmetscher fehlte jedoch.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„An einigen Hochschulen gibt es Studiengänge mit Inhalten zu Gehörlosenpädagogik und Gebärdensprachdolmetschen, insbesondere am Außenstandort der russischen&nbsp;</em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Staatliche_P%C3%A4dagogische_Herzen-Universit%C3%A4t_St._Petersburg"><em>Herzen-Universität</em></a><em>&nbsp;in Taschkent. In unserem Internationalen Inklusionszentrum haben wir einen Jahrgang für internationale Gebärdensprache – den ersten in Usbekistan. Wir erhielten 52 Bewerbungen für den Kurs, obwohl nur 12 Plätze verfügbar waren. Dort werden sowohl Menschen mit Hörbehinderung ausgebildet als auch Dolmetscher, die die lokale Gebärdensprache beherrschen,“&nbsp;</em>berichtet Tatjana An.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber bieten Weiterbildungszentren sowie der Gehörlosenverband Usbekistans Kurse der lokalen Gespräche für Hörende an, darunter auch zur Ausbildung von Dolmetschern – nicht nur in der Hauptstadt, auch in anderen Regionen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar sind die Grundlagen des Gebärdensprachdolmetschens in den Lehrplänen der Fachbereiche für Sonderpädagogik an pädagogischen Hochschulen enthalten. Angehende Gehörlosenpädagogen lernen dort Gebärdensprache, Unterrichtsmethoden und psychologische Besonderheiten und einige Absolventen werden auch Dolmetscher. Ein speziell auf die Ausbildung zum Gebärdensprachdolmetscher zugeschnittenes universitäres Programm gibt es allerdings noch nicht – im Gegensatz zu Ländern wie Russland, den USA oder Europa, wo es vollwertige Ausbildungen zum Gebärdensprachdolmetscher bestehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der besagte Beschluss von 2022 verpflichtet Mitarbeiter, die in staatlichen Behörden mit Bürgeranfragen befasst sind, Kurse in Gebärdensprache zu absolvieren. Jedes Ministerium und jede Behörde hat den Auftrag, mindestens einen Mitarbeiter in Gebärdensprache zu schulen, um Besuchern mit Hörbehinderung zur Seite zu stehen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tatjana An sieht den Westen in diesem Feld als Vorbild: <em>„Warum sind Gebärdensprachdolmetscher bei uns nicht so gut ausgebildet wie Ländern, wo sie sogar Konzerte verdolmetschen? Zum einen fehlt es an einem Bewusstsein dafür: Bei uns hält man es oft für Geldverschwendung oder schlicht nicht für nötig, Gebärdensprachdolmetscher einzuladen. Zum anderen geizen wir zu sehr mit Emotionen: Unsere Dolmetscher zeigen Gebärden in der Regel nur formal. Eine junge Frau, die bei einem Konzert von Ariana Grande dolmetschte, tat dies mit Emotionen, was sehr wichtig ist. Internationale Dolmetscher sind meist viel ausdrucksstärker.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://hook.report/2025/07/sign-language/">Russischen</a> von Arthur Siavash Klischat</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Diskriminierung von Frauen mit Behinderungen in Tadschikistan</title>
		<link>https://novastan.org/de/tadschikistan/diskriminierung-von-frauen-mit-behinderungen-in-tadschikistan/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Asia Plus]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Feb 2024 12:41:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Behinderung]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen mit Behinderungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Weltweit sind Frauen mit Behinderungen 1,5- bis 10-mal so h&#xE4;ufig von physischer und sexualisierter Gewalt betroffen wie Frauen ohne Behinderungen. Zahlreiche Menschenrechte bleiben ihnen verwehrt, so ist der Zugang zu Bildung und medizinischer Grundversorgung stark erschwert. Die Mehrheit der Frauen mit Behinderungen in Tadschikistan sieht sich von Geburt an Diskriminierung gegen&#xFC;ber, wenn ihre Familien die [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Weltweit sind Frauen mit Behinderungen 1,5- bis 10-mal so häufig von physischer und sexualisierter Gewalt betroffen wie Frauen ohne Behinderungen. Zahlreiche Menschenrechte bleiben ihnen verwehrt, so ist der Zugang zu Bildung und medizinischer Grundversorgung stark erschwert.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mehrheit der Frauen mit Behinderungen in Tadschikistan sieht sich von Geburt an Diskriminierung gegenüber, wenn ihre Familien die Entscheidung treffen, den Mädchen keine Bildung zukommen zu lassen, sondern sie daheim vor den Augen der Nachbar:innen zu verstecken. Diese Art von Bevormundung erfahren Frauen mit Behinderungen oft ihr ganzes Leben, häufig mit traurigem Ende.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Vor einigen Jahren besuchte Sitora Kurbonowa, Aktivistin und Leiterin der NGO „<a href="https://www.facebook.com/SafoiKonibodom/?locale=ru_RU">Safoi Konibodom</a>“, die sich für Menschen mit Behinderungen einsetzt, für einen Ultraschall eine der Entbindungskliniken Duschanbe. Jedoch war es ihr nicht möglich, selbst hineinzukommen. Die marmorne Eingangsrampe war im falschen Winkel erbaut, sodass eine Nutzung im Rollstuhl nicht möglich war. Dies ist bei der Mehrheit öffentlicher Einrichtungen in Duschanbe der Fall. Sitora musste deshalb vier Männer um Hilfe bitten, die sie letztendlich ins Untersuchungszimmer trugen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Als ich das medizinische Personal fragte, wie oft Frauen im Rollstuhl ihre Praxis besuchen, erfuhr ich, dass dies innerhalb von zwei Jahren nur einmal passiert war. Und das ist nicht verwunderlich, für Frauen mit Behinderungen sind die allermeisten Einrichtungen in unserem Land unzugänglich</em>“, sagt Sitora.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/wie-muetter-von-kindern-mit-down-syndrom-in-tadschikistan-diskriminiert-werden/"><strong>Wie Mütter von Kindern mit Down-Syndrom in Tadschikistan diskriminiert werden</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Fünf Jahre nach diesem Vorfall nahm sie an der Studie „Menschen mit Behinderungen: Barrieren für ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben“ teil. Allerdings hatte sich in dieser Zeit die Situation wenig geändert. Menschen mit Behinderungen sind in Tadschikistan aus vielen wichtigen Teilen des sozialen Lebens ausgeschlossen. Dies betrifft zweifellos alle Menschen mit Behinderungen, sowohl Frauen als auch Männer. Frauen mit Behinderungen müssen allerdings nicht nur mit diesen allgemeinen, sondern auch mit genderspezifischen Problemen kämpfen. Beispielsweise bleiben ihnen häufig ihre sexuellen und reproduktiven Rechte verwehrt, sie werden Opfer von sexuellem Missbrauch oder Zwangssterilisation.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben der UN ist die Wahrscheinlichkeit, dass Frauen mit Behinderungen von Familienmitgliedern oder Betreuer:innen körperlich oder sexuell missbraucht werden, 1,5- bis 10-mal höher als bei Frauen ohne Behinderungen. Darüber hinaus leben laut <a href="https://www.unwomen.org/en/digital-library/publications/2018/12/the-empowerment-of-women-and-girls-with-disabilities">Statistik von UN Women</a> 19,2 Prozent der Frauen mit einer Behinderung, also eine von fünf. Bei den Männern liegt die Quote mit 12 Prozent deutlich niedriger.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Frauen mit Behinderung sind von der frühesten Kindheit an einer mehrfachen Diskriminierung ausgesetzt. Zum einen aufgrund ihres Geschlechts, zum anderen aufgrund von körperlichen Aspekten. Gerade diese Gruppe ist am häufigsten von häuslicher Gewalt betroffen, hat keinen Zugang zu Bildung und grundlegenden Menschenrechten, wie reproduktiver und sexueller Gesundheit</em>“, erzählt Saida Inojatowa, Leiterin der „<a href="https://ishtirok.tj/">Liga der Frauen mit Behinderungen Ischtirok</a>“ (Anm. d. Red.: Ischtirok – Tadschikisch für „Teilhabe“).</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Grundsätzlich andere Herangehensweise gegenüber Jungen mit Behinderungen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Sitora ist der Meinung, dass eine Frau mit Behinderung vor allem innerhalb der eigenen Familie diskriminiert wird: „<em>Wenn die Angehörigen der Meinung sind, dass sich die Situation niemals ändern wird, dann hört die Familie auf, ihre Ressourcen und Energie für das Mädchen mit Behinderung aufzuwenden. Die Fürsorge für sie beschränkt sich lediglich auf Essen und Kleidung</em>.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie erhält keinen Zugang zu Bildung, und solange die Eltern am Leben sind, lebt sie in ihrem Haus. Nach dem Tod der Eltern wird eine Frau mit Behinderung meistens in eine spezielle Einrichtung gesteckt, in der sie unter traurigen Umständen bis ans Ende ihrer Tage lebt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/menschen-mit-behinderung-die-unsichtbaren-kirgistans/"><strong>Menschen mit Behinderung – Die Unsichtbaren Kirgistans</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Gegenüber Jungen mit Behinderungen ist die Herangehensweise eine andere: die Familie gibt sich Mühe, ihm einen Beruf beizubringen und einen Zugang zu Bildung zu ermöglichen. Für einen jungen Mann mit Behinderung wird immer versucht, eine Braut zu finden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Dabei kann die Braut auch eine junge Frau ohne Behinderung sein, aber beispielsweise aus einer armen Familie. Und dann liegt die Sorge um den Ehemann auf ihren Schultern</em>“, so Sitora.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weltweite Statistiken bestätigen Sitoras Ausführungen: laut Daten der UN liegt die Beschäftigungsquote von Frauen mit Behinderung bei lediglich 19,6 Prozent, während sie sich bei Männern mit Behinderung auf 52,8 Prozent beläuft. Dieses Gefälle in der Beschäftigung zwischen Männern und Frauen wird unter anderem durch mangelnde schulische und Berufsausbildung bedingt. Darüber hinaus wirkt sich die langjährige Diskriminierungserfahrung negativ auf das Selbstbewusstsein von Frauen mit Behinderungen aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Wir treffen tagtäglich Frauen mit Behinderungen, die keinerlei Übung darin haben, mit anderen Leuten zu kommunizieren, sich nicht selbst vorstellen können, die ein so geringes Selbstwertgefühl haben, dass sie sich nicht trauen, wichtige Entscheidungen in ihrem Leben zu treffen, selbst wenn sie die Möglichkeit dazu hätten. All dies sind Folgen der Diskriminierung, der die Frauen über Jahre ausgesetzt sind</em>“, sagt Saida.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie zählt grundlegende Dienstleistungen auf, zu denen Frauen mit Behinderungen keinen Zugang haben: neben medizinischen Einrichtungen auch Schönheitssalons oder Schutzräume für Überlebende häuslicher Gewalt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Mangel an Aufklärung über Rechte</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Sitora weist darauf, dass Zentren für reproduktive Gesundheit inzwischen Frauen mit Behinderungen die Möglichkeit bieten, Ärzt:innen zuhause anzurufen, um sich beraten zu lassen, wobei dieses Angebot bisher wenig genutzt wird. Der Expertin zufolge ist das mangelnde Interesse an Beratungsangebot der Zentren darauf zurückzuführen, dass Frauen mit Behinderungen nicht über ihre reproduktiven Rechte aufgeklärt sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Regel erlauben die Familien den Mädchen mit Behinderung den Besuch einer Gynäkologin nicht, weil sie der Meinung sind, dass eine Untersuchung durch eine solche Fachärztin für sie nicht nötig ist. Schließlich soll sie ja niemals Mutter werden…</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-menschen-mit-behinderung-auf-sich-alleine-gestellt/"><strong>Kirgistan: Menschen mit Behinderung auf sich alleine gestellt?</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Bei einem der Trainings zu reproduktiven Rechten rief mich eine der Teilnehmerinnen zur Seite. Unter Tränen berichtete sie, dass ein junger Mann, der ihr sehr gefiel, ihr einen Heiratsantrag gemacht hatte, ihre Familie ihr aber eine Heirat nicht erlaube. Dies begründete die Familie damit, dass ihr Mann sie in jedem Fall aufgrund ihrer Behinderung verlassen werde, und sie dann zur Familie ihrer Eltern zurückkehre, womöglich sogar schon mit einem Kind. Darüber hinaus begleitet eine Frau mit Behinderung immer die Meinung, dass sie nur Kinder mit Behinderung gebären wird</em>“, erzählt Sitora.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unterschiedliche Forschungsergebnisse zeigen, dass Einsamkeit unter Frauen mit Behinderungen kein Einzelfall, sondern ein Trend ist. Beispielsweise führte <a href="https://www.international-alert.org/publications/intersection-disabilities-and-violence-against-women-and-girls-tajikistan/">International Alert</a> im Jahr 2020 eine Analyse in Tadschikistan durch, der zufolge Frauen mit Behinderungen sehr viel häufiger alleinstehend sind als Männer. Darüber hinaus ist die Wahrscheinlichkeit, dass Frauen mit Behinderungen einen Mann ohne Behinderung heiraten, sehr viel geringer, während Männer mit Behinderungen häufig eine Ehefrau ohne Behinderung haben.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Redaktion von <a href="https://asiaplustj.info/news/tajikistan/society/20231130/istoriya-chetvertaya-kak-v-tadzhikistane-diskriminiruyut-zhentshin-s-invalidnostyu">Asia-Plus</a></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Aus dem <a href="https://asiaplustj.info/news/tajikistan/society/20231130/istoriya-chetvertaya-kak-v-tadzhikistane-diskriminiruyut-zhentshin-s-invalidnostyu">Russischen </a>von Marie Schliesser</p>



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		<title>Durch Not zu den Sternen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[marhabo]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Feb 2023 11:59:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Caritas]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen mit Behinderungen]]></category>
		<category><![CDATA[Soziales]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien Sozial]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>ZENTRALASIEN SOZIAL. Menschen mit Behinderungen verstehen sich als integraler Bestandteil der Gesellschaft und sind stets bestrebt, ihre Kr&#xE4;fte f&#xFC;r den Fortschritt und Wohlstand ihres Landes einzusetzen. Rustambek Gulomov hat einen schwierigen Weg von der Bek&#xE4;mpfung innerer Komplexe bis hin zu Erfolgen als Freiwilliger im Projekt &#x201E;Niemand wird zur&#xFC;ckgelassen: Farogir&#x201C; hinter sich. Ein Portrait. &#x201E;Zentralasien Sozial&#x201C; [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>ZENTRALASIEN SOZIAL. Menschen mit Behinderungen verstehen sich als integraler Bestandteil der Gesellschaft und sind stets bestrebt, ihre Kräfte für den Fortschritt und Wohlstand ihres Landes einzusetzen. Rustambek Gulomov hat einen schwierigen Weg von der Bekämpfung innerer Komplexe bis hin zu Erfolgen als Freiwilliger im Projekt „Niemand wird zurückgelassen: Farogir“ hinter sich. Ein Portrait. </strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em><i data-stringify-type="italic">„Zentralasien Sozial“ ist eine Reihe von Artikeln, die im Rahmen des Projekts „Consolidation of CBR structures in Tajikistan, Kyrgyzstan, Uzbekistan and Kazakhstan and further professionalization of social work training using the CBR approach“ entstanden sind. Im Rahmen des vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanzierten und von Caritas Deutschland in Tadschikistan durchgeführten Projektes hat Novastan eine journalistische Fortbildung rund um das Thema soziale Arbeit organisiert.</i></em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Rustambek ist 23 Jahre alt, er wurde im Bezirk Schahritus im Süden Tadschikistans geboren. Seit seiner Geburt leidet er an <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Infantile_Zerebralparese">Zerebralparese</a>. Aufgrund der Krankheit zog er im Alter von 8 Jahren zusammen mit seiner Mutter zur Behandlung nach Russland. Nachdem er dort 13 Jahre gelebt hatte, kehrte er nach <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schahritus">Schahritus</a> zurück und sah sich vielen Stereotypen gegenüber Menschen mit Behinderungen gegenüber. </p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Vorher dachte ich, dass sie mich schnell akzeptieren würden, da ich Bürger Tadschikistans bin. Aber in Wirklichkeit stellte sich heraus, dass man als Mensch mit Behinderung als „Analphabet“ angesehen wird, der seine Rechte und Pflichten gegenüber dem Staat nicht kennt. Ich musste meine Rechte verteidigen“</em>, erinnert sich Rustambek.
</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Neue Freunde, Interessen und Fähigkeiten</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Eingewöhnungsphase war nicht einfach, aber dank seiner Offenheit fand Rustambek viele neue Bekanntschaften und Freunde. Er ergriff jede Gelegenheit, sich zu verwirklichen und neues Wissen zu erwerben. Und dies ist Folge eines glücklichen Zufalls. Einmal bat eine Cousine Rustambek, sie nach einem Training, an dem sie teilnahm, zu treffen. Rustambek kam viel früher am vereinbarten Ort an und beschloss, auf sie zu warten, indem er sich in die Ecke der Halle setzte, in der das Menschenrechtstraining stattfand. </p>



<p class="wp-block-paragraph">So lernte Rustambek erstmals die NGO <a href="https://ru-ru.facebook.com/NGOShifo/">Shifo</a> kennen. Er wollte mehr über die Aktivitäten von Shifo erfahren und begann, an den Schulungen der Organisation teilzunehmen. Dank der aktiven Teilnahme an mehreren verschiedenen Schulungen wurde man auf Rustambek aufmerksam und er wurde in die Reihen der Freiwilligen dieser Organisation aufgenommen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/menschen-mit-behinderung-in-zentralasien-uns-muss-man-nicht-bemitleiden/">Menschen mit Behinderung in Zentralasien: „Uns muss man nicht bemitleiden“ </a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Nachdem ich in diesem Bereich studiert habe, versuche ich als Freiwilliger, nützlich zu sein und gleichzeitig neue Kenntnisse und Fähigkeiten zu erwerben, die mir helfen, meinen Horizont zu erweitern und die Möglichkeit zu bekommen, mich selbst zu verwirklichen“</em>, sagt Rustambek. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Anderen auf Augenhöhe helfen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Bei Shifo leitete Rustambek Computerkurse für Menschen mit Behinderungen und beriet Eltern von Kindern mit Behinderungen. Mit seiner persönlichen Erfahrung in diesem Bereich hilft er Menschen in ähnlicher Situation bei der Lösung ihrer sozialen Probleme. 2021 startete Shifo das neue Projekt „Niemand wird zurückgelassen: Farogir“, das von der Europäischen Union und Caritas international gefördert wird. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Projekt zielt darauf ab, Jugendliche, einschließlich Menschen mit Behinderungen, durch E-Governance umfassend und nachhaltig zu stärken und Lebensgrundlagen für sie zu schaffen. Im Rahmen des Projekts konnte Rustambek zum Wohle der Gesellschaft seine Talente entfalten und seine Freizeit sinnvoll nutzen. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Pläne für die Zukunft</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">
Eines der Hauptziele von Caritas international ist es, Menschen mit Behinderungen zu unterstützen und ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten zu entwickeln. Dank seiner Neugier und seinem Wunsch, nützlich zu sein, konnte sich Rustambek unter den Jugendlichen der Region hervorheben und bekam die Gelegenheit, bei Caritas ein Praktikum im Bereich Öffentlichkeitsarbeit zu absolvieren.

</p>


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<p class="wp-block-paragraph"><em>„Ich freue mich sehr über diese Möglichkeit und versuche mein Bestes zu tun, um möglichst viele Menschen, insbesondere junge Menschen, über dieses Projekt und die Aktivitäten von Caritas international im Allgemeinen zu informieren“</em>, fasst Rustambek zusammen. Als Student der juristischen Fakultät plant Rustambek nach seinem Universitätsabschluss, sein Leben und seine Arbeit mit Rechtshilfe für Menschen mit Behinderungen und ihre Familien in seiner Heimatregion zu verbinden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Rustambek hilft anderen, während er seine Fähigkeiten und sein Selbstwertgefühl entwickelt, und hat das Bedürfnis, den Wissensstand von Menschen mit Behinderungen zu verbessern und ihre Rechte zu schützen. </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Marhabo Ibragimova</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Russischen von Robin Roth</strong> </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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		<title>Kirgistan : Menschen mit Behinderung auf sich alleine gestellt?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[aijani]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 28 Oct 2018 17:00:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Behinderung]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen mit Behinderungen]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Menschen mit Behinderung sehen sich t&#xE4;glich mit schwerwiegenden Schwierigkeiten konfrontiert. Sowohl eine formelle Anerkennung Ihrer Rechte als auch eine angemessene Hilfe von Seiten der Beh&#xF6;rden stehen noch aus. W&#xE4;hrendessen setzt sich die Zivilgesellschaft in Bewegung. Im Januar 2016 bezifferte das Ministerium f&#xFC;r soziale Entwicklung der Republik Kirgistan die Anzahl der Menschen mit Behinderung im Land [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:left"><strong>Menschen mit Behinderung sehen sich täglich mit schwerwiegenden Schwierigkeiten konfrontiert. Sowohl eine formelle Anerkennung Ihrer Rechte als auch eine angemessene Hilfe von Seiten der Behörden stehen noch aus. </strong><strong>Währendessen setzt sich die Zivilgesellschaft in Bewegung.</strong></p>
<p style="text-align:left">Im Januar 2016 bezifferte das Ministerium für soziale Entwicklung der Republik Kirgistan die Anzahl der Menschen mit Behinderung im Land auf 170 000, von denen 80% arbeitslos seien.</p>
<p style="text-align:left">Zur Zeit sehen sich Menschen mit Behinderung mangels Infrastruktur und Möglichkeiten dazu gezwungen, entweder zuhause zu bleiben, oder in staatlich geführten Institutionen unterzukommen. Vielen von Ihnen ist es nicht möglich, Treppen zu steigen, Straßen zu überqueren und somit, Einkäufe zu erledigen, oder sich an Freizeitaktivitäten zu beteiligen.</p>
<p style="text-align:left"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/menschen-mit-behinderung-die-unsichtbaren-kirgistans/">Menschen mit Behinderung – Die Unsichtbaren Kirgistans</a></strong></p>
<p style="text-align:left">Viele der bestehenden Strukturen sind, trotz Reformanstrengungen, nicht für Menschen mit Behinderung gewappnet, und versuchen außerdem nicht, die bestehenden Probleme zu überwinden. Die meisten Menschen mit Behinderung plagen finanzielle Probleme, Zugansschwierigkeiten zu den öffentlichen Fortbewegungsmitteln, etc… Das größte Problem jedoch stellt die Frage der Beschäftigung.</p>
<p style="text-align:left"><strong>Die Rechte der Menschen mit Behinderung schützen</strong></p>
<p style="text-align:left">Gegenwärtig stehen Menschen mit Behinderung Leistungen in Höhe von 3000 Soms (35 Euro) monatlich zu. Aufgrund dieses geringen Betrags schlagen Experten <a href="http://www.ktrk.kg/post/3511/ru">Änderungen</a> zur Gesetzelage vor. Sie plädieren unter anderem für eine klare Darlenung der Rechte der Menschen mit Behinderung und für einen erleichterten Zugang zu öffentlichen Dienststellen. Notwendig dafür seien Sensibilisierungskampagnen , aber auch erhöhte Mittel.</p>
<p><figure id="attachment_15342" aria-describedby="caption-attachment-15342" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-full wp-image-15342" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/10/B.jpg" alt="Mann sitz in Rollstuhl behtelt" width="1024" height="684" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/10/B.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/10/B-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/10/B-768x513.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/10/B-128x86.jpg 128w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-15342" class="wp-caption-text">Ein Mann in einem Rollstuhl in den Straßen von Bischkek</figcaption></figure></p>
<p style="text-align:left">Bereits zu diesem Zweck legte Dastan Bekechew, einziges Mitglied mit Sehbehinderung des kirgisischen Parlaments 2013 einen <a href="https://kloop.kg/blog/2013/02/25/spravedlivo-li-platit-za-otkaz-nanimat-invalidov/">Gesetzentwurf</a> vor, mit dem Zweck, Arbeitgeber dazu zu zwingen Geld zu spenden, sollten sie in ihrer Belegschaft keine Menschen mit Behinderung anstellen.</p>
<p style="text-align:left">Das Parlament lehnte mit der Unterstützung des Finanzministeriums und der gesamten Regierung das Projekt jedoch ab, mit der Begründung, eine „<i>neue Gebühren-Art</i>“ verhindern zu wollen.</p>
<p style="text-align:left">Für Dastan Bekechew wurde die Ablehnung durch das Finanzministerium von der Weigerung der kirgisischen Entrepreneure motiviert. „<i>Es handelt sich hier um neue Art der Besteurung von Geschäftsleute. Talentierte behinderte Menschen können eine Arbeit finden, ohne dafür auf den Staat angewiesen zu sein</i>“, so Iskender Tschartschaiew, Finanzexperte beim kirgisischen Unternehmen <a href="https://www.facebook.com/pages/biz/%D0%9E%D1%81%D0%9E%D0%9E-%D0%90%D0%B7%D0%B8%D1%8F-%D0%93%D0%BE%D0%BB%D0%B4-504191463289114/">Asia Gold</a>.</p>
<p style="text-align:left"><strong>Ein Abkommen wurde unterschrieben, jedoch nie ratifiziert</strong></p>
<p style="text-align:left">Dabei ist Kirgistan Unterzeichner des <a href="https://www.behindertenbeauftragte.de/SharedDocs/Publikationen/UN_Konvention_deutsch.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=2">Übereinkommens der Vereinten Nationen </a><a href="https://www.behindertenbeauftragte.de/SharedDocs/Publikationen/UN_Konvention_deutsch.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=2">über die Rechte von Menschen mit Behinderung</a>, mit dem Ziel, das Recht auf eine Teilnahme am zivilen, politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kutlurellen Leben der Menschen mit Behinderung zu gewährleisten, und jegliche Form der Diskriminierung gegen ebendiese zu tilgen, sie zu schützen und sie in ihren Menschenrechte und Grundrechte zu verteidigen.</p>
<p><figure id="attachment_15345" aria-describedby="caption-attachment-15345" style="width: 1300px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-full wp-image-15345" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/10/C.jpg" alt="Bischkek Demo Behinderte Rechte" width="1300" height="861" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/10/C.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/10/C-300x199.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/10/C-768x509.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/10/C-1024x678.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/10/C-128x86.jpg 128w" sizes="(max-width: 1300px) 100vw, 1300px" /><figcaption id="caption-attachment-15345" class="wp-caption-text">Eine Demonstration für die Rechte der Menschen mit Behinderung fand in Bischkek statt.</figcaption></figure></p>
<p style="text-align:left">Mit dieser Unterschrift zeugt das Land von seinem Interesse an dem Abkommen, und äußert seinen Willen, dieses Abkommen zu respektieren. Nichtsdestotrotz sind angegebene Normen schlichte Richtlinien und sind nicht verpflichtend.</p>
<p style="text-align:left">Um diese Normen anzuwenden, bedürft es, da Dokument juristisch zu verfassen. Dafür muss der Text ratifiziert werden, was mit sich führt, die Vorgaben in die Gesetzgebung des Landes aufnehmen zu müssen.</p>
<p style="text-align:left"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/mit-behinderung-auf-der-buhne/">Mit Behinderung auf der Bühne</a></strong></p>
<p style="text-align:left">Das Übereinkommen ist weltweit am 3. Mai 2008 <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cbereinkommen_%C3%BCber_die_Rechte_von_Menschen_mit_Behinderungen">in Kraft getreten</a>. Kirgistan hat es 2011 unterschrieben, jedoch bis heute nicht ratifiziert. „<i>Fast hätten wir das Ziel erreicht. Aber jedes Mal, wird die Ratifizierung verschoben. Manchmal, weil die Regierung umgebildet wird. Oft, weil sie die Frage schlicht nicht begreifen.“, </i>bedauert <a href="https://24.kg/obschestvo/69976_pochemu_kyirgyizstan_neratifitsiruet_konventsiyu_opravah_invalidov/">Tolkunbek Issakow</a>, Präsident der öffentlichen Stiftung zur juristischen Assistenz Menschen mit Behinderung Kirgistans. Und weiter: „<i>Man kommt nicht um eine finanzielle Anstrengung um, um das Übereinkommen umzusetzen. Die Verachtung des Textes kann zu Sanktionen führen. Dies ermutigt Politiker nicht dazu, weiter zu gehen.“ </i></p>
<p style="text-align:left">Das Ministerium für soziale Entwicklung hat, in Zusammenarbeit mit Aktivisten der Zivilgesellschaft und Experten, die Gesamtsumme, die zur Anwendung des Übereinkommens notwendig wäre, berechnet, und kommt zu dem Schluss, dass <a href="https://rus.azattyk.org/a/27838730.html">6,6 Milliarden Soms</a> (83 Millionen Euro) notwendig wären. Mit den 23 Milliarden (288 Millionen Euro), die für das soziale Wohnen in Kirgistan aufkommen, muss die Regierung mit Ausgaben in Höhe von 30 Milliarden Soms (375 Millionen Eur) rechnen.</p>
<p style="text-align:left">Die Ratifizierung des Übereinkommens durch das kirgisische Parlament setzt also eine Freigebung dieser Gelder voraus. Hier auch fehlt es sowohl an Geld, als auch an politischem Willen.</p>
<p style="text-align:left"><strong>Angesichts der Untätigkeit der Behörden übernimmt die Zivilgesellschaft</strong></p>
<p style="text-align:left">Die Zivilgesellschaft wartete jedoch nicht darauf, dass Regierung und Behörden Kirgistans agierte, um sich in Gang zu setzen. Unterschiedliche Initiativen wurden seit der Unabhängigkeit ins Leben gerufen.</p>
<p><figure id="attachment_15346" aria-describedby="caption-attachment-15346" style="width: 1300px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-full wp-image-15346" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/10/D.jpg" alt="Hotze Gvulot Assoziation Kirghizstan" width="1300" height="731" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/10/D.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/10/D-300x169.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/10/D-768x432.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/10/D-1024x576.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1300px) 100vw, 1300px" /><figcaption id="caption-attachment-15346" class="wp-caption-text">Hotze Gwulot ist eine israelische Assoziation, die sich für Menschen mit Behinderung in Kirgistan engagiert</figcaption></figure></p>
<p style="text-align:left">Zum Beispiel wurde die israelische Assoziation <a href="https://novastan.org/fr/kirghizstan/le-kirghizstan-en-fauteuil-roulant/">Hotze Gvulot</a> im Sommer 2017 gegründet, mit dem klaren Ziel: überall in Kirgistan zu reisen, und denen den es fehlt, einen Rollstuhl zur Verfügung zu stellen.</p>
<p style="text-align:left">Da der offensichtliche Mangel an Mittel, sich auf das Leben Menschen mit Behinderung in Kirgistan dramatisch auswirkt, kommt eine solche Initiative für ebendiese sehr gelegen.</p>
<p style="text-align:left">Außerdem wurde in September 2017 in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek eine Demo veranstaltet, zu der circa 300 Demonstranten sich beteiligten. Diese forderten unter anderem die Ratifizierung des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderung. Ein internationaler Text der sich nicht nur symbolisch, sondern auch konkret auf das Alltagslebens der Menschen mit Behinderung in Kirgistan auswirken kann.</p>
<p style="text-align:right"><strong>Aijan Igemberdiewa</strong><br />
<strong>Journalistin für Novastan in Bischkek</strong></p>
<p style="text-align:right">Noch mehr Zentralasien findet Ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company-beta/5246815/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in Eurer Mailbox könnt ihr Euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</p>
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		<item>
		<title>“Freiheit, Gleichheit, Schwesternschaft!” &#8211; Demonstrationen zum Frauentag in Kirgistan</title>
		<link>https://novastan.org/de/kirgistan/freiheit-gleichheit-schwesternschaft-demonstrationen-zum-frauentag-in-kirgistan/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[folkee]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Mar 2018 16:40:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
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		<category><![CDATA[Weltfrauentag]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der achte M&#xE4;rz ist ein sehr popul&#xE4;rer Feiertag in postsowjetischen L&#xE4;ndern. Frauen Blumen und Geschenke zu geben ist Pflicht, die Verbindung mit Frauenrechten scheint aber vielerorts in den Hintergrund ger&#xFC;ckt zu sein. In Kirgistan demonstrierten 100 Menschen in der Hauptstadt Bischkek und 30 in der s&#xFC;dlichen Metropole Osch friedlich f&#xFC;r Frauen- und Menschenrechte. Viele Passanten [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Der achte März ist ein sehr populärer Feiertag in postsowjetischen Ländern. Frauen Blumen und Geschenke zu geben ist Pflicht, die Verbindung mit Frauenrechten scheint aber vielerorts in den Hintergrund gerückt zu sein. In Kirgistan demonstrierten 100 Menschen in der Hauptstadt Bischkek und 30 in der südlichen Metropole Osch friedlich für Frauen- und Menschenrechte.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Viele Passanten in Osch schauten verdutzt auf die seltsame Prozession in den Straßen ihrer Stadt. Junge Mädchen, manchmal erst 16, riefen fröhlich Slogans wie „Frauenrechte sind Menschenrechte!“, „Mein Körper – Meine Entscheidung!“ oder „Freiheit, Gleichheit, Schwesternschaft!“ während Songs von Katy Perry und Beyoncé zu hören waren.</p>
<p><figure id="attachment_12955" aria-describedby="caption-attachment-12955" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-12955" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/DSC_0148-1024x683.jpg" alt="Demo, Frauentag, Osch" width="1024" height="683" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/DSC_0148-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/DSC_0148-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/DSC_0148-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/DSC_0148-1300x866.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/DSC_0148-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-12955" class="wp-caption-text">Kundgebung zum Weltfrauentag in Osch</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">„Die Leute haben die wirkliche Bedeutung des Frauentags vergessen. Wir möchten die Bürger von Osch daran erinnern, dass dies nicht ein Tag für Geschenke, Blumen oder den Frühling ist“, sagte Tscholpon Kozhoschewa, einer der Organisatorinnen von Novy Ritm, einer örtlichen Nichtregierungsorganisation. An der Kundgebung nahmen etwa 35 Personen teil, darunter mindestens zehn Ausländer. Teilweise applaudierten Männer, die hektischen dabei waren, für ihre Liebste Blumen zu kaufen.</p>
<p><figure id="attachment_12957" aria-describedby="caption-attachment-12957" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-12957" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/DSC_0158-1024x678.jpg" alt="Demo, Frauenrechte, Osch" width="1024" height="678" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/DSC_0158-1024x678.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/DSC_0158-300x199.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/DSC_0158-768x509.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/DSC_0158-1300x861.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/DSC_0158-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-12957" class="wp-caption-text">Demonstrantin mit deutlicher Botschaft am Weltfrauentag in Osch</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">In Bischkek hatten verschiedene Organisationen, darunter die Feministischen Initiativen Bischkeks, die LGBT-Organisation Labrys und der Verein von Mädchen mit Behinderungen „Nazyk-Kyz“ ihre Unterstützer dazu aufgerufen, den Frauentag mit einer Kundgebung zu begehen. Die Teilnehmer, hauptsächlich Frauen zwischen 20 und 30, versammelten sich am Kino „Rossija“ auf den zentralen Chui-Boulevard. Von dort liefen sie in die Richtung des zentralen Ala-Too Platzes. Genau wie in Osch begleiteten auch einige Männer mit Transparenten die Demonstration.</p>
<p style="text-align: justify">„Dieser Tag markiert den historischen Tag des Kampfes für Frauenrechte. Viele Menschen haben das aber vergessen und sehen den achten März mehr als eine Zelebrierung des Frühlings, weiblicher Schönheit und Femininität“, sagte Rada Galkina, einer Aktivistin der Feministischen Initiativen Bischkeks.</p>
<p><figure id="attachment_12948" aria-describedby="caption-attachment-12948" style="width: 960px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-12948" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/28959288_10215041359645554_8284146207132138870_n.jpg" alt="Demo, Bischkek, Frauenrechte" width="960" height="640" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/28959288_10215041359645554_8284146207132138870_n.jpg 960w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/28959288_10215041359645554_8284146207132138870_n-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/28959288_10215041359645554_8284146207132138870_n-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/28959288_10215041359645554_8284146207132138870_n-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px" /><figcaption id="caption-attachment-12948" class="wp-caption-text">Beginn der Kundgebung in Bischkek.</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify"><strong>„Wir wollen 30% Frauen im Parlament“<br />
</strong>Vor dem „Weißen Haus“, dem Sitz des kirgisischen Parlaments, verlangten die Demonstranten die Erhöhung des Anteils von Frauen unter den Abgeordneten. Sie sprachen sich außerdem für mehr Einsatz gegen Gewalt und Diskriminierung gegen Frauen, für gleichberechtigten Zugang zu Bildung für Frauen und Mädchen, die Freiheit zu Selbstbestimmung und reproduktiven Rechten und für gleichwertigen Zugang zu medizinischer Versorgung aus.</p>
<p style="text-align: justify">„Wir bitten nicht darum, beschützt zu werden, wir verlangen Rechte, die uns gesetzlich zustehen“, sagte Rada Galkina. „Frauen erleben in Kirgistan einen sehr ungleichen Zugang zu Gerechtigkeit.“ Ihr zufolge werden Frauen häufig Opfer häuslicher oder anderer Formen von Gewalt, trauen sich aber nicht, zur Polizei zu gehen, da sie dort keine gerechte Behandlung erwarten.</p>
<p><figure id="attachment_12949" aria-describedby="caption-attachment-12949" style="width: 960px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-12949" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/28783645_10215041361685605_3592373801467387163_n.jpg" alt="Frauenrechte, Demo, Bischkek, Frauentag" width="960" height="640" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/28783645_10215041361685605_3592373801467387163_n.jpg 960w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/28783645_10215041361685605_3592373801467387163_n-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/28783645_10215041361685605_3592373801467387163_n-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/28783645_10215041361685605_3592373801467387163_n-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px" /><figcaption id="caption-attachment-12949" class="wp-caption-text">&#8222;Frauen haben immer die Wahl &#8211; Zwischen Feminismus und Masochismus&#8220;</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Ihr macht die zunehmende Islamisierung des Landes Sorgen. Oft verlassen Mädchen schon mit 15 die Schule, machen keine Ausbildung und sind dann sehr von ihren Ehemännern abhängig. Nach Angaben von UNICEF heiraten 12% der Mädchen bevor sie 18 werden, obwohl Kinderehen in Kirgistan verboten sind. Mehr und mehr Ehen werden auch lediglich nach muslimischer Tradition geschlossen. Die Frauen bleiben dann ohne rechtlichen Schutz. Galkina zufolge haben weibliche Abgeordnete in letzter Zeit einige neue Gesetze zu häuslicher Gewalt eingebracht, aber die Situation verbessert sich sehr schleppend.</p>
<p><figure id="attachment_12958" aria-describedby="caption-attachment-12958" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-12958" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/DSC_0273-1024x683.jpg" alt="Demo, Frauenrrechte, Osch" width="1024" height="683" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/DSC_0273-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/DSC_0273-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/DSC_0273-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/DSC_0273-1300x867.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/DSC_0273-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-12958" class="wp-caption-text">Demonstranten am Weltfrauentag vor der Stadtbibliothek in Osch</figcaption></figure></p>
<p><strong>Demonstrieren nur mit Polizeischutz<br />
</strong>Die Demonstration in Bischkek wurde von etwa 20 Polizisten begleitet, die Teilnehmer ständig aufforderten, auf dem Bürgersteig Platz für Passanten zu lassen. Die Organisatoren hatten eine Aktivistin mit juristischer Ausbildung gebeten, an dem Marsch teilzunehmen. Sie musste den Polizisten mehrmals das konstitutionelle Recht auf Versammlungsfreiheit erklären. Man hörte sie wütend fragen: „Und wer genau kann hier jetzt nicht vorbei?“ In Osch wurden Ausländer, von denen einige ihre Pässe nicht dabei hatten, mit auf eine Polizeistation genommen, aber wenig später wieder freigelassen.</p>
<p style="text-align: justify">Rada Galkina, eine der Organisatorinnen der Bischkeker Kundgebung, war froh, dass die Polizei dabei war. „Heute nehmen verschiedene Gruppen teil, auch LGBT-Organisationen. Es kann immer zu Provokationen kommen. Letztes Jahr waren die Polizisten ruhig, dieses Jahr sagen sie ständig, das wir dieses und jenes nicht dürfen.“</p>
<p><figure id="attachment_12950" aria-describedby="caption-attachment-12950" style="width: 960px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-12950" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/28685778_10215041361845609_2778902950033493958_n.jpg" alt="Demo, Frauenrechte, Frauentag" width="960" height="720" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/28685778_10215041361845609_2778902950033493958_n.jpg 960w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/28685778_10215041361845609_2778902950033493958_n-300x225.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/28685778_10215041361845609_2778902950033493958_n-768x576.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/28685778_10215041361845609_2778902950033493958_n-800x600.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px" /><figcaption id="caption-attachment-12950" class="wp-caption-text">Demonstranten vor dem Weißen Haus in Bischkek.</figcaption></figure></p>
<p><strong>&#8222;Wir wollen Rampen!&#8220;</strong><br />
Die Demonstranten marschierten üben den Ala-Too-Platz zur Statue von Kurmanjan Datka, einer kirgisischen Stammesfürstin, die bis Anfang des 20. Jahrhunderts in Südkirgistan herrschte. Hier drückten die Teilnehmer ihre Forderung nach verbessertem öffentlichen Personennahverkehr und verbesserte Infrastruktur für Menschen mit Behinderungen aus, vor allem mehr Rampen für Rollstuhlfahrer.</p>
<p style="text-align: justify">„Das ist ein großes Problem“, sagte Ada Akhmedova, von der NGO Novyi Ritm. „Man sieht auf den Straßen fast keine Rollstuhlfahrer. Sie können nirgendwo hin und müssen zu Hause rumsitzen.“</p>
<p><figure id="attachment_12951" aria-describedby="caption-attachment-12951" style="width: 960px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-12951" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/28661277_10215041359685555_8986880292790791100_n.jpg" alt="Demo, Rollstuhl, Bischkek, Frauentag" width="960" height="640" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/28661277_10215041359685555_8986880292790791100_n.jpg 960w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/28661277_10215041359685555_8986880292790791100_n-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/28661277_10215041359685555_8986880292790791100_n-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/28661277_10215041359685555_8986880292790791100_n-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px" /><figcaption id="caption-attachment-12951" class="wp-caption-text">Eine Rollstuhlfahrerin ruft in Bischkek zu Solidarität zwischen Frauen auf.</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Die Teilnehmer riefen außerdem die kirgisische Regierung auf, endlich die Die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cbereinkommen_%C3%BCber_die_Rechte_von_Menschen_mit_Behinderungen">UN-Behindertenrechtskonvention</a> zu ratifizieren. Der Marsch endete am Denkmal für die sowjetischen Revolutionäre.</p>
<p><figure id="attachment_12952" aria-describedby="caption-attachment-12952" style="width: 960px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-12952" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/28959243_10215041362925636_7562941844687406495_n.jpg" alt="Demo, Bischkek, Frauentag" width="960" height="640" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/28959243_10215041362925636_7562941844687406495_n.jpg 960w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/28959243_10215041362925636_7562941844687406495_n-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/28959243_10215041362925636_7562941844687406495_n-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/03/28959243_10215041362925636_7562941844687406495_n-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px" /><figcaption id="caption-attachment-12952" class="wp-caption-text">Demonstranten vor dem Denkmal der sowjetischen Revolutuon in Bischkek.</figcaption></figure></p>
<p><strong>Gefilmt von Männern in Lederjacken</strong><br />
An der Demonstration nahm auch ein Dutzend Männer mit Sonnenbrillen und schwarzen Lederjacken teil, die andere Teilnehmer filmten ohne mit ihnen zu reden. Einige Frauen hatten ihre Gesichter verhüllt. „Aus Sicherheitsgründen“, sagte eine von ihnen. „Wir wissen, dass manche Menschen unseren Meinungen nicht zustimmt und es könnten zu Gewalt kommen.“</p>
<p style="text-align: justify">„Und von welcher Organisation seid ihr? Labrys?“ fragte ein Mann mit geschorenem Kopf sofort nach dieser Antwort.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Folke Eikmeier</strong><br />
<strong>Novastan-Redakteur in Bischkek</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Clara Marchaud</strong><br />
<strong>Journalistin für Novastan</strong></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Menschen mit Behinderung in Zentralasien: &#8222;Uns muss man nicht bemitleiden&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[openasia]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 21 May 2017 07:01:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen mit Behinderungen]]></category>
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		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Auch wenn Menschen mit Behinderung in Zentralasien viele Schwierigkeiten &#xFC;berwinden m&#xFC;ssen, hoffen sie auf ihre Zukunft. Das Sozialgeld, dass sie bekommen, reicht nicht einmal f&#xFC;r eine normale Ern&#xE4;hrung und sie k&#xF6;nnen fast nirgendwo arbeiten. Sie wollen Fu&#xDF;ball oder Basketball spielen, Gesch&#xE4;fte machen oder sich an den Diskussionen &#xFC;ber gesellschaftliche Probleme beteiligen. Anstelle eines aktiven Lebens [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><b>Auch wenn Menschen mit Behinderung in Zentralasien viele Schwierigkeiten überwinden müssen, hoffen sie auf ihre Zukunft. Das Sozialgeld, dass sie bekommen, reicht nicht einmal für eine normale Ernährung und sie können fast nirgendwo arbeiten. Sie wollen Fußball oder Basketball spielen, Geschäfte machen oder sich an den Diskussionen über gesellschaftliche Probleme beteiligen. Anstelle eines aktiven Lebens werden ihnen allerdings oft nur kostenlose Lebensmittel und Kleidung angeboten.</b></p>
<p style="text-align: justify"><b>„Mann muss uns nicht bemitleiden. Lassen Sie uns einfach ein normales Leben führen“, fordern sie und kämpfen für ihre Rechte. Von diesem Kampf berichtet <a href="http://theopenasia.net/articles/detail/invalidy-tsentralnoy-azii-ne-nado-nas-zhalet/">The Open Asia</a>, am 5. Mai, dem Tag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. Wir übersetzen den Artikel mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.</b></p>
<p style="text-align: justify"><b>Tadschikistan</b></p>
<p style="text-align: justify">Auf den Straßen Tadschikistans begegnet man Menschen mit Behinderung kaum. Sie sind sehr selten bei Premieren von Theaterstücken oder der Filmen, in Museen und in den wichtigen Geschäften oder Märkten anzutreffen. Das heißt aber noch lange nicht, dass in Tadschikistan nur gesunde Menschen leben. Nach offiziellen Angaben sind in Tadschikistan 144.000 Menschen mit Behinderung registriert. Aber nur ein Teil von ihnen führt ein aktives Leben in der Gesellschaft. Die Mehrheit kann das nicht, weil es keine entsprechenden Infrastrukturen für Menschen mit Behinderung gibt.</p>
<p style="text-align: justify"><b>Gesellschaftliche Diskrimminierung und ein beschränktes soziales Umfeld </b></p>
<p style="text-align: justify">Menschen mit Behinderung leben in Tadschikistan von einem sehr geringen Sozialgeld, eine Arbeit finden sie auch nicht. Hinzu kommt gesellschaftliche Diskriminierung und ein beschränktes soziales Umfeld.</p>
<p style="text-align: justify">Doch trotz all dieser Schwierigkeiten machen Menschen mit Behinderungen Sport, nehmen an sozialen Aktivitäten und wichtigen Regierungsentscheidungen teil.</p>
<p style="text-align: justify">Ein Beispiel dafür ist, dass sich bei dem Nationalen Verein der Menschen mit Behinderung ein soziales Engagement zeigt, das andere Organisation beneiden würden. Sein Vorsitzender Asadullo Zikrichuddoew berichtet, wie sich die Gesetzgebung mit der Aktivität von Menschen mit Behinderung in Tadschikistan geändert hat und die Vertreter des Vereins zu Teilnehmern des Koordinierungsrats innerhalb der staatlichen Institutionen geworden sind.</p>
<p style="text-align: justify"><b>„Wir haben vor nichts und niemandem Angst“</b></p>
<p style="text-align: justify">In der tadschikischen Regierung wurde ein Koordinierungsrat gebildet. Zu diesem Rat gehören alle Vertreter sozialer Organisationen, welche für die Rechte von Menschen mit Behinderung kämpfen. Menschen mit Behinderungen kooperieren eng mit der Mehrheit der Regierungsbehörden. Zum Beispiel, mit dem Bürgermeister von Duschanbe. Dieser traf sich mit ihnen und plante gemeinsam mit ihnen ein neues Gebäude für den Verein. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit der Architektur- und Baukommission realisiert.</p>
<p style="text-align: justify">„Wir haben vor nichts und niemandem Angst. Wir gehen und sagen das, was wir sagen müssen. Wir erklären, dass sie nicht nur für uns bauen, sondern für alle. Wenn jemand sich zum Beispiel ein Bein bricht, wie soll er dann weiterleben?“,- sagt Zikrichuddoew.</p>
<p style="text-align: justify">Er hat erzählt, dass heute keine architektonischen Projekte genehmigt werden, solange sie nicht barrierefrei geplant sind. Auch das ist Verdienst des Vereins. Obwohl es natürlich immer noch Schwierigkeiten bei der Umsetzung gibt.</p>
<p style="text-align: justify"><b>Lest auch bei Novastan: </b><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/mit-behinderung-auf-der-buhne/"><b>Mit Behinderung auf der Bühne</b></a></p>
<p style="text-align: justify">„Als wir dazu aufgerufen haben, Elite-Häuser mit Infrastrukturen für Menschen mit Behinderung auszurüsten, hat man uns widersprochen. Das Argument war, dass sich Leute mit Behinderung ohnehin solche Häuser nicht leisten können. Aber wir haben ihnen erklärt, dass man in der Zukunft leben muss und in der Zukunft — davon bin ich fest überzeugt — werden Menschen mit Behinderungen in Tadschikistan in allen Schichten der Bevölkerung vertreten sein“, so der Vorsitzende.</p>
<p style="text-align: justify">Nach solchen Gespräche sind sie im Verein zu dem Schluss gekommen, dass es Zeit ist, die Einstellung der Menschen zu Menschen mit Behinderung zu ändern.</p>
<p style="text-align: justify"><b>Vier Basketballmannschaften für Tadschikistan</b></p>
<p style="text-align: justify">„Unsere Rechte sind in den Gesetzen und Normen des Landes vorgeschrieben, aber der menschliche Faktor führt dazu, dass diese noch lange nicht in der Praxis umgesetzt werden. Daran müssen wir arbeiten“, schlussfolgert Zikrichuddoew.</p>
<p style="text-align: justify">Eine Aktion begann 2016, mit der Unterstützung der internationalen Organisation „Operation Mercy“. So wurden vier Basketballmannschaften — zwei in Chudschand und zwei in Duschanbe aufgebaut.</p>
<p style="text-align: justify">„Ehrlich gesagt, das war ein lang gehegter Traum von mir, so der Vorsitzende, fast 90 Prozent der Menschen mit Behinderung wollen seit ihrer Kindheit Sport treiben. Früher waren Menschen mit Behinderungen in Tadschikistan nur in individuellen Sportarten vertreten und jetzt haben wir ein Team.“</p>
<p style="text-align: justify">Das erste Spiel wurde letztes Jahr in einem Park in der Hauptstadt organisiert. Zikrichuddoew sagt, dass es eine echte Sensation war. Junge Männer und Frauen spielten Basketball und es hatte sich eine große Menge an Fans versammelten.</p>
<p><figure id="attachment_8934" aria-describedby="caption-attachment-8934" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-8934 size-full" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/592bee54870f6dcaed74909515280042.jpg" alt="&quot;Wir sind zu vielem fähig&quot; - Basketballer in Tadschikistan" width="1024" height="682" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/592bee54870f6dcaed74909515280042.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/592bee54870f6dcaed74909515280042-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/592bee54870f6dcaed74909515280042-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/592bee54870f6dcaed74909515280042-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-8934" class="wp-caption-text">&#8222;Wir sind zu vielem fähig&#8220; &#8211; Basketballer in Tadschikistan</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">„Das Wichtigste war an diesem Spiel, dass wir zeigen konnten, dass wir zu vielem fähig sind. Danach haben die Menschen angefangen, zu unseren Sportlern zu kommen, mit ihnen zu sprechen, sich unseren guten Wagen anzuschauen. Sie hatten keine Angst mehr vor uns und haben uns auch aufgehört uns zu bemitleiden, so der Vorsitzende.</p>
<p style="text-align: justify">Jetzt plant der Verein auch in Kurgan-Tebe und Chorog Basketballmannschaften aufzubauen und eine Nationalmannschaft zu stellen. Diese könne dann auch andere Nationalmannschaften zu internationalen Wettbewerben einladen, wie zum Beispiel die Rollstuhl-Basketballer aus dem benachbartem Afghanistan.</p>
<p style="text-align: justify">„Dort gibt es 8 Basketball-Teams und eine Nationalmannschaft, wir freuen uns darauf, mit ihnen zu spielen, sagt Zikrichuddoew, aber wir müssen uns vorbereiten. Die Athleten in Afghanistan sind stark. Bis dahin werden wir hier arbeiten. Der Internationaler Bank in Tadschikistan hat uns darin unterstützt, Spieler nach Chudschand zu schicken, und dort ein Freundschaftsspiel zu organisieren. Sie haben auf dieses Spiel schon ganz lange gewartet.</p>
<p style="text-align: justify"><b>Kirgistan</b></p>
<p style="text-align: justify">Schlechte Infrastruktur, geringe Sozialleistungen und keine Arbeitsplätze sind auch typische Probleme für behinderte Menschen in Kirgistan. Nach offiziellen Angaben leben in dem Land mehr als 178.000 Menschen mit Behinderung. Eine Statistik zu ihrer Berufstätigkeit gibt es nicht. Obwohl zwar theoretisch in der Gesetzgebung eine fünf-Prozent-Quote zur Anstellung von Menschen mit Behinderung vorgesehen ist, ist in der Praxis davon nicht viel zu sehen.</p>
<p style="text-align: justify">Dastan Bekeshow, Abgeordneter der Jogorku Keneshes (Parlament Kirgistans) führte dazu einen Versuch durch. Er wendete sich an 74 Unternehmen mit einem Antrag zur Einstellung von Menschen mit Behinderung. „Die meisten Unternehmen haben sich geweigert oder nicht reagiert. Nur vier Unternehmen haben sich bereit erklärt Menschen mit Behinderung anzustellen“, sagt er.<br />
Für viele Menschen mit Behinderung ist Arbeiten nicht nur eine Möglichkeit unabhängig Geld zu verdienen, es gibt ihnen auch die Möglichkeit sich als Teil der Gesellschaft zu fühlen.</p>
<p style="text-align: justify"><b>Arbeit als Möglichkeit der Integration in die Gesellschaft</b></p>
<p style="text-align: justify">Vor Kurzem hat ein ganz besonderes Unternehmen in Bischkek &#8211; „LOVZprint“ seinen ersten Geburtstag gefeiert. Bemerkenswert an der Firma ist, dass hier Menschen mit Behinderung in der Druckerei arbeiten. Sie produzieren Broschüren, Visitenkarten und weitere Druckprodukten. Im Rahmen des Sozialprojekts „Leben ohne Barrieren“, welches vom kirgisischen Verein für Erwachsenenbildung und dem sozialen Fond „Epicenter“ für die Ausbildung von Menschen mit Behinderungen durchgeführt wird, wurden sie auf ihre Tätigkeiten vorbereitet. Das Projekt wird nicht von Geldgebern unterstützt — es lebt alleine von dem Engagement seiner Mitarbeiter.</p>
<p><figure id="attachment_8936" aria-describedby="caption-attachment-8936" style="width: 1000px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-8936" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/eba0bffefcd9045299e251ef6c44cb03.jpg" alt="Lovs Print Arbeit Behinderung" width="1000" height="666" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/eba0bffefcd9045299e251ef6c44cb03.jpg 1000w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/eba0bffefcd9045299e251ef6c44cb03-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/eba0bffefcd9045299e251ef6c44cb03-768x511.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/eba0bffefcd9045299e251ef6c44cb03-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption id="caption-attachment-8936" class="wp-caption-text">Im Unternehmen &#8222;LOVZprint&#8220; haben schon mehr als zehn Menschen mit Behinderung eine Ausbildung erhalten</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">So konnten bis zum heutigen Tag mehr als zehn Menschen poligraphische Fähigkeiten und Fähigkeiten im Grafik-Design erwerben sowie SMM (Social Media Marketing), Grundlagen im Management, Marketing und der Unternehmensplanung erlernen. Im Allgemeinen haben sie das gelernt, was ihnen helfen kann, Geld zu verdienen.</p>
<p style="text-align: justify"><b>Lest auch bei Novastan: </b><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/menschen-mit-behinderung-die-unsichtbaren-kirgistans/"><b>Menschen mit Behinderung – Die Unsichtbaren Kirgistans</b></a></p>
<p style="text-align: justify">Jeder der Ausgebildeten hatte dieses Jahr bestimmte Erfolge zu verzeichnen. Zum Beispiel hat Tolubeka einen sozialen Fond namens „Balykchy“ gegründet, der Kindern mit Zerebralparese (Muskellähmung durch Hirnschädigung) unterstützt. Er plant dort ein ähnliches Start-up zu eröffnen, um noch mehr zu verdienen und seine Mission unabhängig von der Verfügbarkeit von Spenden fortzusetzen. Dastan arbeitet als SMM-Spezialist. Er arbeitet an fünf verschiedene Seiten in verschiedenen sozialen Netzwerken von zuhause aus. Sein Wissen gibt er jetzt an die Auszubildenden bei „LOVZprint“weiter.</p>
<p style="text-align: justify">Cholponay kann in 30 Minuten druckreife Tassen, Visitenkarten oder Einladungskarten designen.</p>
<p style="text-align: justify">Askat Bukarbaew leidet an Hämophilie und träumt davon, einen Termin mit dem Präsidenten zu haben. Vor kurzem begann auch er in der Druckerei zu arbeiten. Askat möchte moderne Rucksäcke und Ökotaschen mit einem individuellen Muster oder Inschrift nähen. Ihm haben sie eine Nähmaschine gekauft.</p>
<p><figure id="attachment_8935" aria-describedby="caption-attachment-8935" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-8935 size-full" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/79cc7f33ae7a4ec156c9198d5842fe94.jpg" alt="Askat Bukarbaew mit seiner Nähmaschine" width="1024" height="682" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/79cc7f33ae7a4ec156c9198d5842fe94.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/79cc7f33ae7a4ec156c9198d5842fe94-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/79cc7f33ae7a4ec156c9198d5842fe94-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/79cc7f33ae7a4ec156c9198d5842fe94-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-8935" class="wp-caption-text">Askat Bukarbaew möchte moderne Rucksäcke nähen</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify"><b>Apathie und Angst vor Vorurteilen</b></p>
<p style="text-align: justify">Allerdings gibt es noch eine zweite Gruppe von Menschen mit Behinderung. Wegen der negativen Einstellungen gegenüber Menschen mit Behinderungen, würden sich viele der Betroffenen sich sehr verschließen, so Projektkoordinator Nikolai Luchkin. Sie ziehen sich in ihre Häuser zurück und haben keine Motivation etwas zu unternehmen. Zu „LOVZprint“ kommen nur die Wenigen, die bereit sind zu kämpfen. Für Nikolai ist es sehr schwierig, Teilnehmer für die neue Gruppe zu finden. Noch schwieriger ist, Kunden zu finden.</p>
<p style="text-align: justify">„Zunächst brauchen wir Bestellungen. Leider haben wir keine Finanzierung, so dass die Lernkurve nur dann stattfinden kann, wenn wir Bestellungen haben. Wir können unsere wenigen Ressourcen sonst nicht für Lernmaterialien benutzen“, so Luchkin.</p>
<p style="text-align: justify"><b>Lest auch bei Novastan: </b><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/autismus-bei-kindern-in-kirgistan-fehlt-es-an-fachkrften/"><b>Autismus bei Kindern: In Kirgistan fehlt es an Fachkräften</b></a></p>
<p style="text-align: justify"><b>Kasachstan</b></p>
<p style="text-align: justify">Die Probleme in Kasachstan sind vergleichbar mit denen in anderen Ländern des Postsowjetraums. Man kann sie mit zwei Worten beschreiben: „begrenzte Möglichkeiten“. Begrenzten Möglichkeiten nicht nur, was ihre körperlichen Fähigkeiten angeht. Menschen mit Behinderung sind in Kasachstan auch durch geringe Sozialleistungen, schlechte Infrastruktur und gesellschaftliche Ablehnung beeinträchtigt.</p>
<p style="text-align: justify">Das Portal mojazarplata.kz analysierte die Situation und kam zu dem Schluss, dass die Rechte von Menschen mit Behinderung in Kasachstan von jeder fünften privaten Organisation verletzt werden. Nach offiziellen Angaben ist fast ein Viertel der behinderten Menschen in der Republik arbeitsfähig. Sie können aber keinen Job finden, der ihren Qualifikationen entspricht. Den Bewerbern wird es oft abgesagt, mit der Begründung, dass sie auf die vakanten Stelle nicht passen. In Wirklichkeit will man nicht mit den möglichen Schwierigkeiten umgehen &#8211; häufigere Krankschreibungen, die Reaktion des „gesunden“ Teams, die Notwendigkeit, eine Infrastruktur für solche Mitarbeiter bereitzustellen.</p>
<p style="text-align: justify"><b>Barrierefreiheit im öffentlichen Raum: Ein ewiges Problem </b></p>
<p style="text-align: justify">Ein weiteres Problem: Barrierefreiheit im öffentlichen Raum. Diese Frage wird in Kasachstan schon lange diskutiert. Es gibt zwar Gesetze und Anforderungen für Unternehmen und Behörden. Zum Beispiel gibt es die Verpflichtung, Rampen zu bauen. Und für sie gibt es auch Baunormen und Regeln. Doch die Eingänge werden oft so gebaut, dass unmöglich erscheint, mit dem Rollstuhl dort hoch- oder runterzufahren. Die Rampen werden gebaut, nur damit man keine Probleme bekommt, ob sie in der Praxis anwendbar sind, scheint unwichtig. In Kasachstan haben Aktivisten Experimente und Aktionen mit Namen „Versuch die Rampe hochzufahren und zu überleben“ durchgeführt. Auch die Versuche der Medien waren leider ohne Ergebnis</p>
<p><figure id="attachment_8937" aria-describedby="caption-attachment-8937" style="width: 850px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-8937 size-full" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/d86422d28c6332ea5dc4defb28133467.jpg" alt="Experiment der Regionalzeitung „Престиж“- &quot;Prestige&quot; in Stepnogorsk: &quot;Rampen für Extremsportler?&quot;. Foto: prestige-step.kz" width="850" height="567" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/d86422d28c6332ea5dc4defb28133467.jpg 850w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/d86422d28c6332ea5dc4defb28133467-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/d86422d28c6332ea5dc4defb28133467-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/d86422d28c6332ea5dc4defb28133467-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px" /><figcaption id="caption-attachment-8937" class="wp-caption-text">Experiment der Regionalzeitung „Престиж“- &#8222;Prestige&#8220; in Stepnogorsk: &#8222;Rampen für Extremsportler?&#8220;. Foto: prestige-step.kz</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify"><b>Mangel an Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung</b></p>
<p style="text-align: justify">Aber das Hauptproblem ist der Mangel an Möglichkeiten für Selbstverwirklichung. Die behinderten Menschen hatten sich bis jetzt in Kasachstan nie mit diesem Problem an die Behörden gewandt. Nun scheint sich etwas geändert zu haben.</p>
<p style="text-align: justify">Zum Beispiel, wird nun ein Programm umgesetzt, das es Kindern mit Zerebralparese ermöglicht, kostenlos Sport zu treiben. Die beliebteste Sportart ist Fußball. Der Fußballverband Kasachstans (FFK) organisiert beispielsweise ein Projekt mit der Unterstützung der Internationalen Föderation des Fußballs für Kindern mit Zerebralparese (International Federation Cerebralparese Football). Die Organisation hat Stipendien für spezielle Ausbildungen für Trainer ausgeschrieben und Sporttrainer aus verschiedenen Regionen des Landes haben schon Trainings bei internationalen Experten durchgeführt. Sie haben nun die Genehmigung und Ausbildung um mit behinderten Kindern zu Arbeiten.</p>
<p><figure id="attachment_8938" aria-describedby="caption-attachment-8938" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-8938 size-full" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/6b67cf0f55d8807447176a5b6f24615e.jpg" alt="Die Ausbildung von spezialisierten Trainern ist ein integraler Teil des Projekts " width="1024" height="685" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/6b67cf0f55d8807447176a5b6f24615e.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/6b67cf0f55d8807447176a5b6f24615e-300x201.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/6b67cf0f55d8807447176a5b6f24615e-768x514.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/6b67cf0f55d8807447176a5b6f24615e-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-8938" class="wp-caption-text">Die Ausbildung von spezialisierten Trainern ist ein integraler Teil des Projekts</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify"><b>Kasachstan baut als erstes Land Zentralasiens Fußballmannschaften für Kinder mit Zerebralparese auf </b></p>
<p style="text-align: justify">„Kasachstan ist das erste Land in Zentralasien, das angefangen hat, sich in diesem Bereich zu entwickeln“, so der Generalsekretär des IFCPF (International Federation Cerebral Palsy Football) Turner.</p>
<p style="text-align: justify">Er hat seine Erfahrung an die lokalen Trainern weitergegeben. Der IFCPF vereint jetzt 53 Länder und führt regelmäßig Weltmeisterschaften für Menschen mit Behinderung durch. Diese Art von Fußball ist für Menschen mit Behinderungen geschaffen und ist offiziell von der FIFA anerkannt. Bis Ende 2017 wird FFK eine U-19 (unter 19 Jahren) Nationalmannschaft bilden. Dann können die kasachischen Sportler an internationalen Wettbewerben teilnehmen.</p>
<p style="text-align: justify"><b>Eine U-19 Nationalmannschaft</b></p>
<p style="text-align: justify">Im Rahmen dieses Programms ist geplant, jedes Jahr aus etwa 300 Kindern aus ganz Kasachstan Zerebralparese-Fußballmannschaften zu bilden.</p>
<p style="text-align: justify">„Die ersten vier Teams wurden schon im speziellen Internat №2 in Almaty für Kinder mit Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems gebildet. Solche Mannschaften werden bald in anderen Städten — Ust-Kamenogorsk, Kokschetau, Astana, Karaganda — gesammelt. Das ist ein großer Wandel. Das Programm ist von wichtiger sozialer Bedeutung“, so Dschingis Temerhanow, der Chef-Spezialist der Abteilung für den Massenfußball des FFK.</p>
<p><figure id="attachment_8939" aria-describedby="caption-attachment-8939" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-8939" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/e679ff6c6cf791538fe1d6e4bd4fcab9-1024x685.jpg" alt="Die Fussballmannschaft" width="1024" height="685" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/e679ff6c6cf791538fe1d6e4bd4fcab9.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/e679ff6c6cf791538fe1d6e4bd4fcab9-300x201.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/e679ff6c6cf791538fe1d6e4bd4fcab9-768x514.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/e679ff6c6cf791538fe1d6e4bd4fcab9-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-8939" class="wp-caption-text">Die Fußballmannschaft</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Deshalb drängen Initiatoren vor allem auch die Eltern von erkrankten Kindern, diesen eine Chance zu geben. Jedes Kind mit einer solchen Diagnose kann Fussball zumindest ausprobieren. Es gibt zwar eine Kontrolle, der wichtigste Teil dabei ist allerdings eine medizinische Diagnose. Der Arzt gibt die Erlaubnis erst nach einer ausführlichen Untersuchung.</p>
<p style="text-align: justify"><b>„Der Hauptzweck ist so viele Kinder wie möglich zu beteiligen“ </b></p>
<p style="text-align: justify">„Nach unseren Trainings haben die Trainer gelernt, die Spieler richtig zu klassifizieren und die Stärken zu verteilen. Der Hauptzweck ist nicht, eine Nationalmannschaft zu schaffen, sondern so viele Kinder wie möglich zu beteiligen. Der Sport verändern das Selbstwertgefühl und die Einstellung zu sich selbst und zum Leben, betont Turner.</p>
<p style="text-align: justify">Die Jugendliche, die bereits ausgewählt wurden, haben schon die ersten ernsten Trainings in Sportlagern der  FFK in der Region Almaty hinter sich. Sie haben nicht nur gespielt, sondern auch Spielern der Fußball-Nationalmannschaft getroffen.</p>
<p style="text-align: justify">Die täglichen Trainings werden in speziellen Internaten geführt, in denen Kinder mit zerebraler Lähmung auch lernen. Laut Veranstalter haben sie dort ihre Sportgelände und die Kinder müssen nicht an andere Orte gefahren werden.</p>
<p style="text-align: justify">Darüber hinaus können hier Jungs und Mädchen zusammen spielen. Im Fußball für Kinder mit Zerebralparese ist dies erlaubt. Es gibt auch noch weitere Unterschiede zu normalem Fußball. Die Teams auf jeder Seite bestehen aus nur sieben Spielern und nicht elf. Die Regeln des Spiels sind etwas vereinfacht: das Feld ist viel kleiner; es gibt keine Abseitsregel; der Ball  kann vom Aus mit der Hand eingeworfen werden. Jede Halbzeit dauert 30 Minuten mit den 15 Minuten Pause dazwischen.</p>
<p style="text-align: justify">Abgesehen davon, dass der Unterricht kostenlos sind, nimmt stellt der FFK auch die Ausrüstung und den Zubehör für die Spieler und bezahlt die Trainer.</p>
<p style="text-align: justify"><b>Fußball als Karrieremöglichkeit </b></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-8940 size-full" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/8c633a785dd4fce5c97c2a719daa917d.jpg" alt="Training Fußball Paralympics " width="1024" height="685" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/8c633a785dd4fce5c97c2a719daa917d.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/8c633a785dd4fce5c97c2a719daa917d-300x201.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/8c633a785dd4fce5c97c2a719daa917d-768x514.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/05/8c633a785dd4fce5c97c2a719daa917d-128x86.jpg 128w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></p>
<p style="text-align: justify">Dschingis Temerhanow betont, dass es eine Chance ist, Kinder mit Zerebralparese, es sind 15 Tausend in der Republik,  aus der sozialen Isolation zu holen und ihnen die Möglichkeit zu geben Freunde auf der ganzen Welt zu bekommen. Und nicht nur das:</p>
<p style="text-align: justify">„Es ist die Gelegenheit, nicht nur ein Hobby zu haben, sondern auch eine Karriere im Sport machen zu können. Die Zerebralparese ist kein Hindernis in Zukunft nicht ein guter Schiedsrichter, hervorragender Trainer, Manager von Sportmannschaften, Klassifikator, Arzt oder Masseur zu werden“, sagte er.</p>
<p style="text-align: justify">Es ist sehr wahrscheinlich, dass einige der Kinder in Zukunft Schiedsrichter oder Paraolympische Meister werden. Vor ihnen stehen unbegrenzte Möglichkeiten. Die Voraussetzungen dafür sind nur, dass diese Programme nicht gekürzt und nicht in eine Formalität umgewandelt werden.</p>
<p style="text-align: right"><b>Liliya Gaysina</b></p>
<p style="text-align: right"><a href="http://theopenasia.net/articles/detail/invalidy-tsentralnoy-azii-ne-nado-nas-zhalet/"><b>Theopenasia.net</b></a></p>
<p style="text-align: right"><b>Aus dem Russischen übersetzt von Sobira Majidowa</b></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/menschen-mit-behinderung-in-zentralasien-uns-muss-man-nicht-bemitleiden/">Menschen mit Behinderung in Zentralasien: &#8222;Uns muss man nicht bemitleiden&#8220;</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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