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	<title>Malerei Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Tue, 04 Nov 2025 20:32:09 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Malerei Archives</title>
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	<item>
		<title>In Almaty eröffnet das erste Museum für zeitgenössische Kunst Zentralasiens</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Fergana News]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Nov 2025 20:32:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Almaty Museum of Arts]]></category>
		<category><![CDATA[Contemporary Art]]></category>
		<category><![CDATA[Kunsthistorik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Almaty, an der Kreuzung der Prospekte al-Farabi und Nasarbaev, ist das Museum f&#xFC;r zeitgen&#xF6;ssische Kunst &#x201E;Almaty Museum of Arts&#x201C; er&#xF6;ffnet worden. Dies ist nicht nur ein neues Kapitel im kulturellen Leben der ehemaligen Hauptstadt Kasachstans, sondern der gesamten Region. Warum dies wichtig ist, wie die Idee zur Gr&#xFC;ndung des Museums entstand und wessen Werke [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">In Almaty, an der Kreuzung der Prospekte al-Farabi und Nasarbaev, ist das Museum für zeitgenössische Kunst „Almaty Museum of Arts“ eröffnet worden. Dies ist nicht nur ein neues Kapitel im kulturellen Leben der ehemaligen Hauptstadt Kasachstans, sondern der gesamten Region. Warum dies wichtig ist, wie die Idee zur Gründung des Museums entstand und wessen Werke dort ausgestellt sind, darüber sprach Fergana mit der Kunsthistorikerin Valerija Ibrajewa.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bis zur „Vorbesichtigung” des neuen Museums am 9. September existierten in Zentralasien keine Museen für zeitgenössische Kunst. Mehr noch, zu Sowjetzeiten gab es auf dem riesigen Territorium Kasachstans nur sieben Museen für bildende Kunst. Mit der Unabhängigkeit kamen zwei weitere hinzu – die staatlichen Gemäldegalerien „wuchsen“ zu Museen heran. Dort wurden historische Gemälde ausgestellt, beginnend mit dem Jahr 1934 bis hin zur zeitgenössischen Kunst, die jedoch nicht wirklich als <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zeitgen%C3%B6ssische_Kunst">Contemporary Art</a> verstanden wurde.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Die Kunsthistorikerin Valerija Ibrajewa meint dazu: <em>„Der grundlegende Unterschied zwischen einem Museum für zeitgenössische Kunst und einem klassischen Museum besteht darin, dass ersteres Kunst ausstellt, dokumentiert und erforscht, die in den letzten dreißig Jahren entstanden ist und auf das umgebende Leben reagiert. Wie wir wissen, schuf die Kunst des Sozialistischen Realismus eine illusorische Welt, während der Wert der zeitgenössischen Kunst darin besteht, dass sie das reale Leben mit all seinen Vorzügen und Nachteilen untersucht.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Von der Idee bis zur Umsetzung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Von der Idee eines Museums für zeitgenössische Kunst bis zu seiner tatsächlichen Eröffnung gingen indes mehrere Jahrzehnte ins Land. <em>„Im Prinzip sammelt jeder Sammler, angefangen bei Tretjakow bis hin zu Guggenheim, zunächst, lagert und bewundert seine Werke zu Hause. Dann wächst die Sammlung und der natürliche Ausweg für einen solchen Sammler ist der Wunsch, ein Museum für sie zu bauen. Die meisten Museen, darunter beispielsweise der Louvre, sind aus Privatsammlungen entstanden“</em>, erzählt Ibrajewa.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nurlan Smagulov, Geschäftsmann und Mäzen des neu eröffneten „<a href="https://www.almaty.art/">Almaty Museum of Arts</a>“, hatte diese Idee schon vor etwa 20 Jahren; der Grundstein für das Museum wurde 2021 gelegt. Einen Teil der ausgestellten Werke kaufte Smagulov von dem kasachstanischen Sammler Jurij Aleksejewitsch Koschkin, der ebenfalls von einem Museum träumte und dafür sogar ein Gebäude gemietet hatte. Doch damals, in den 1990er Jahren, gab es weder die Ausstattung noch ein großes Kozept dafür – Koschkin hängte einfach Bilder auf und sagte, dies sei ein Museum.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/panorama/taschkent-vs-almaty-die-geschichte-zweier-staedte-erzaehlt-anhand-ihrer-gebaeude/">Taschkent vs. Almaty – die Geschichte zweier Städte erzählt anhand ihrer Gebäude</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt findet alles auf einer ganz anderen Ebene statt. Das Museumsgebäude wurde speziell für die Ausstellung zeitgenössischer Kunst gebaut. Seine Funktionen unterscheiden sich von denen eines klassischen Museums, da viele technische Besonderheiten eingebaut wurden und die Lagerung einzelner Kunstwerke sehr komplex sei. Und all dies werde gemäss Ibrajewa sehr professionell auf dem Niveau des internationalen Museumsmanagements durchgeführt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Mischung aus internationalen und kasachstanischen Kulturschaffenden</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ausgestellt sind zunächst Werke der Klassiker der zeitgenössischen Weltkunst wie <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Yayoi_Kusama">Yayoi Kusama</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Anselm_Kiefer">Anselm Kiefer</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bill_Viola">Bill Viola</a>, deren Arbeiten in Museen auf der ganzen Welt zu sehen sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Abschnitt zu Kasachstan umfasst zwei Ausstellungen. Eine davon heißt „Qonaqtar“, was aus dem Kasachischen übersetzt „Gäste“ bedeutet – es handelt sich um eine Sammlung von Smagulov selbst, dem Gründer des Museums. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kuratorin Inga Lāce aus Lettland gestaltete auf dieser Grundlage eine Ausstellung dazu, wie Traditionen der Gastfreundschaft im modernen Leben genutzt werden. Dort zu sehen ist zum Beispiel ein Werk von Salihitdin Aıtbaev aus den 1970er Jahren – eine der Versionen von „Das Abendessen der Traktorfahrer“. Die Figuren dieses Bildes bieten einander an, sich zu setzen, und zeigen damit echte Gastfreundschaft.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="496" height="271" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Salihitdin-Aitbaev.jpeg" alt="" class="wp-image-43343" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Salihitdin-Aitbaev.jpeg 496w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Salihitdin-Aitbaev-300x164.jpeg 300w" sizes="(max-width: 496px) 100vw, 496px" /><figcaption class="wp-element-caption">Salihitdin Aıtbaev, „Im Neuland. Mittagessen“, 1960er. Foto: almaty.art</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere Werke befassen sich mit Migration, wie Ibrajewa weiter ausführt. In Kasachstan gebe es verschiedene Arten von Migrantinnen und Migranten, zum Beispiel die „Qandasy“ – Blutsverwandte, Kasachinnen und Kasachen, die aus Afghanistan, der Mongolei und anderen Ländern zurückgekehrt seien. Auch Arbeitsmigrierende seien eine nicht zu vernachlässigende Gruppe, vor allem jene, die aus Russland zurückkehren; sie haben jedoch bisher keinen Eingang in die Kunst gefunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ausstellung im „Almaty Museum of Arts“ ist die erste, die die gesamte Kunst Kasachstans von den 1960er- und 1970er-Jahren bis hin zu den neuesten Werken präsentiert, zum Beispiel von <a href="https://www.instagram.com/dilyara.kaipova/">Dilyara Kaipova</a> mit arabischen Inschriften und von <a href="https://www.rossirossi.com/artists/erbossyn-meldibekov">Erbosyn Meldibekov</a>, wo die Gipfel der Berge in Form von zerknitterten Sanitäranlagen dargestellt sind – ein sehr einfallsreicher Kunstgriff.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="496" height="160" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Annonce.jpeg" alt="" class="wp-image-43350" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Annonce.jpeg 496w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Annonce-300x97.jpeg 300w" sizes="(max-width: 496px) 100vw, 496px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ankündigung der Ausstellung zu Almagul Menlibaeva mit ihrer Arbeit „Reise im orangenen Traum“ (1988). Foto: almaty.art</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Ebenfalls im Museum ist eine Einzelausstellung der in Almaty geborenen und aufgewachsenen <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Almagul_Menlibayeva">Almagul Menlibaeva</a> zu sehen. Es handelt sich um eine Retrospektive aus ihren frühen Werken, die von lokalen Sammlern gekauft wurden wie auch aus aktuellen Werken. Neben Malerei sind auch Video und Installationen von ihr präsentiert, was die Ausstellung vielschichtig und technisch vielfältig macht. Seitdem sie an internationaler Bekanntheit gewonnen hat, lebt und arbeitet Menlibaeva in Berlin und Brüssel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als weitere bekannte Künstlerinnen und Künstler aus Kasachstan nennt Ibrajewa <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Said_Atabekov">Said Atabekov</a>, <a href="https://www.instagram.com/saule_dyuss/">Saule Dyusenbina</a>, Elena und Wiktor Worobjow, <a href="https://www.instagram.com/saulesuleimenovaart/?hl=de">Saule Suleımenova</a> und <a href="https://kubazargaliyev.tilda.ws/">Quanyş Bazargalıev</a>. Die zeitgenössische Kunst Kasachstans scheint in ihren Augen auf dem Weltmarkt angekommen: <em>„Ich lüge nicht, wenn ich sage, dass sie Kunst machen, die für die Weltbühne interessant genug ist. Was den schrittweisen Eintritt in den Kunstmarkt angeht – das hat nicht erst jetzt begonnen. Wir sind bereits vor zehn Jahren auf der Landkarte der modernen Weltkunst erschienen und spielen dort natürlich nicht die erste Geige, aber wir spielen irgendwo die Triangel.“</em></p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="496" height="330" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/AMoA.jpeg" alt="" class="wp-image-43349" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/AMoA.jpeg 496w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/AMoA-300x200.jpeg 300w" sizes="(max-width: 496px) 100vw, 496px" /><figcaption class="wp-element-caption">Almaty Museum of Arts. Foto: Akimat Almaty</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Erste Konkurrenz in Sicht?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Fast zeitgleich mit dem „Almaty Museum of Arts“ wurde das Zentrum für zeitgenössische Kultur „Tselinny“ eröffnet. Dieses Museum ist ebenfalls ein riesiges Gebäude, entstanden durch den bekannten Oligarchen Qaırat Boranbaev. Mögliche Konkurrenz für das „Almaty Museum of Arts“?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/nieder-mit-der-gleichgueltigkeit-in-duschanbe-trifft-umweltaktivismus-auf-kunst/">„Nieder mit der Gleichgültigkeit!“ – In Duschanbe trifft Umweltaktivismus auf Kunst</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ibrajewa meint dazu: <em>„Die Aufgabe eines Museums ist es, zu bewahren, zu erforschen und zu zeigen – und zwar Werke, die vom Zeitgeist geprägt sind. Sie müssen irgendwo an Ausstellungen, in Galerien, auf Biennalen präsentiert werden und werden anschliessend im Museum archiviert. Das „Tselinny“ ist hingegen darauf ausgerichtet, den künstlerischen Prozess direkt zu unterstützen; seine Aufgabe besteht nicht darin, zu bewahren, zu erforschen und auszustellen, sondern zu schaffen und den künstlerischen Prozess voranzutreiben. Für die Stadt Almaty ist das ein sehr gelungenes Tandem. Wir hoffen, dass diese beiden großen Institutionen unseren künstlerischen Prozess zu ungeahnten Höhen führen werden.&#8220;</em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Anna Kozyreva für Fergana News</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://fergana.agency/articles/140178/#google_vignette">Russischen</a> (und überarbeitet) von Michèle Häfliger</strong></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Zentralasiens Freiheit der Kunst</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julius Bauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 25 Feb 2018 21:01:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#x201E;Als ich die Arbeiten gesehen habe, dachte ich nur wow! &#x2013; man sp&#xFC;rt die Freiheit der Frauen, die sie geschaffen haben&#x201C;, sagt Eugenia J&#xE4;ger. Sie hat die Ausstellung f&#xFC;r postkoloniale Kunst aus Zentralasien nach Karlsruhe gebracht und ist sichtlich ger&#xFC;hrt ob des Erfolgs der Vernissage. Schlie&#xDF;lich ist es eine Ausstellung, wie man sie nur selten [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>„Als ich die Arbeiten gesehen habe, dachte ich nur wow! – man spürt die Freiheit der Frauen, die sie geschaffen haben“, sagt Eugenia Jäger. Sie hat die Ausstellung für postkoloniale Kunst aus Zentralasien nach Karlsruhe gebracht und ist sichtlich gerührt ob des Erfolgs der Vernissage.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Schließlich ist es eine Ausstellung, wie man sie nur selten in Europa findet. Zentralasiatische Kunst hat hier kaum wer auf dem Schirm. Und doch sehen die Künstler, die zur Vernissage extra angereist sind in der Ausstellung eine riesige Chance. Unter ihnen Größen wie Umida Achmedowa aus Usbekistan. „Es ist wichtig, dass die Menschen hier unsere Kunst sehen und so unser Leben kennen lernen können.“</p>
<p><figure id="attachment_12763" aria-describedby="caption-attachment-12763" style="width: 5987px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-12763 size-full" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/Vernisage-3-1-von-1-klein.jpg" alt="Kunst, Fotografie, Achmedowa" width="5987" height="3369" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/Vernisage-3-1-von-1-klein.jpg 5987w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/Vernisage-3-1-von-1-klein-300x169.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/Vernisage-3-1-von-1-klein-768x432.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/Vernisage-3-1-von-1-klein-1024x576.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/Vernisage-3-1-von-1-klein-1300x732.jpg 1300w" sizes="auto, (max-width: 5987px) 100vw, 5987px" /><figcaption id="caption-attachment-12763" class="wp-caption-text">Umida Achmedowa war die erste Kamerafrau Usbekistans. Damals revolutionär! Heute macht sie mit ihren gesellschaftskritischen Fotografien von sich reden.</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Was die Freiheit der Kunst speziell in Usbekistan angeht ist Umida nicht ganz so Euphorisch. „Über große Freiheit zu reden ist noch früh, ein Spalt im Fenster ist geöffnet. Wichtig ist, ihn nicht wieder zu schließen.“ Die Leute hätten Angst vor der Regierung Mirsijojews. Der Künstler müsse aber mutig sein, sonst sei er kein Künstler, sagt Umida, „ich fühle, dass junge Leute in Usbekistan auch Mut sehen wollen!“</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/umida-achmedowa-eine-ausnahmekunstlerin-in-usbekistan/">Umida Achmedowa – eine Ausnahmekünstlerin in Usbekistan</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Postkoloniale Kunst aus Zentralasien ist für Eugenia ein emotionales Thema. Nicht zuletzt geht es ein Stück weit auch um die Identitätsfindung in den Ländern und den Umgang mit der ursprünglichen Kultur. Vieles sei durch Fremdherrschaft und die Sowjetunion unterdrückt und damit kaputt gemacht worden.</p>
<p><figure id="attachment_12764" aria-describedby="caption-attachment-12764" style="width: 5384px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-12764 size-full" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/Vernisage-7-1-von-1-klein.jpg" alt="Kunst, Ausstellung, Kurator" width="5384" height="2899" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/Vernisage-7-1-von-1-klein.jpg 5384w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/Vernisage-7-1-von-1-klein-300x162.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/Vernisage-7-1-von-1-klein-768x414.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/Vernisage-7-1-von-1-klein-1024x551.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/Vernisage-7-1-von-1-klein-1300x700.jpg 1300w" sizes="auto, (max-width: 5384px) 100vw, 5384px" /><figcaption id="caption-attachment-12764" class="wp-caption-text">Eugenia Jäger, gebürtige Kasachin und selbst Künstlerin hat die Ausstellung kuratiert.</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Wie so oft in der Kunst ist aber die Finanzierung der größte Hemmschuh. Sowohl für solche Ausstellungen, als auch für die Künstler in den Ländern selbst. Zensur ist in Kirgistan und Kasachstan kaum ein Thema, dafür aber in Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan umso mehr.</p>
<p><figure id="attachment_12765" aria-describedby="caption-attachment-12765" style="width: 5175px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-12765" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/Vernisage-4-1-von-1-klein.jpg" alt="Kunst, Zeichnungen, Malerei" width="5175" height="2911" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/Vernisage-4-1-von-1-klein.jpg 5175w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/Vernisage-4-1-von-1-klein-300x169.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/Vernisage-4-1-von-1-klein-768x432.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/Vernisage-4-1-von-1-klein-1024x576.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/02/Vernisage-4-1-von-1-klein-1300x731.jpg 1300w" sizes="auto, (max-width: 5175px) 100vw, 5175px" /><figcaption id="caption-attachment-12765" class="wp-caption-text">Sonata Raiymkulova skizziert in ihren Zeichnungen ihre innersten Empfindungen.</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Und dennoch schafft die Ausstellung Kunst von Künstlern aus vier verschiedenen zentralasiatischen Ländern zusammenzutragen. Umidas ausgestellte Werke sind übrigens keine Originale – sie dürfen die Grenzen Usbekistans nicht verlassen. In der Kunstszene jedenfalls ist Mirsijojews Liberalisierungskurs noch nicht angekommen.</p>
<p style="text-align: justify">Noch bis zum 11. März kann die <a href="http://www.gedok-karlsruhe.de/ausstellung-2018-02-03-PostkolonialeKunst-aus-Zentralasien.html">Ausstellung in Karlsruhe</a> besucht werden.</p>
<p dir="ltr" style="text-align: right"><strong>Julius Bauer</strong></p>
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		<item>
		<title>Dilnoza Tasheva: Portrait einer kirgisischen Künstlerin von morgen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[sarynova]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Oct 2017 16:34:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
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		<category><![CDATA[Malerei]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zerbrechlich und stark zugleich wirkt die 21-J&#xE4;hrige Dilnoza. Sie hat dieses Jahr an der Universit&#xE4;t in Bischkek ihren Bachelor in Internationale Beziehungen abgeschlossen. Trotz ihres jungen Alters und der Tatsache, dass sie nie eine Kunstschule besucht hat, malt Dilnoza gro&#xDF;artige Bilder. Ihre Portr&#xE4;ts sind voller Energie und vermitteln die verborgenen Charaktereigenschaften der abgebildeten Person, machen [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Zerbrechlich und stark zugleich wirkt die 21-Jährige Dilnoza. Sie hat dieses Jahr an der Universität in Bischkek ihren Bachelor in Internationale Beziehungen abgeschlossen. Trotz ihres jungen Alters und der Tatsache, dass sie nie eine Kunstschule besucht hat, malt Dilnoza großartige Bilder. Ihre Porträts sind voller Energie und vermitteln die verborgenen Charaktereigenschaften der abgebildeten Person, machen deren Stimmung sichtbar.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Schon seit Jahrhunderten versuchten Menschen mit großem Geist und viel Talent, etwas Schönes, Majestätisch und Unwiederholbares zu erschaffen. So auch Dilnoza Tasheva aus Bischkek. Die Kunst hat schon immer einen besonderen Platz in ihrem Leben eingenommen.</p>
<p style="text-align: justify"><em>„Meine Mutter war hauptberuflich Künstlerin, wahrscheinlich habe ich von ihr dieses wunderbare Talent geerbt. Ich kann aber nicht sagen, dass ich seit meiner Kindheit intensiv gemalt habe oder davon träumte, auch eine Künstlerin zu werden. Meine Zeichnungen waren gewöhnliche Kindergemälde, knorrig und nicht immer schön. Doch ich liebte ich den Prozess des Zeichnens, das Ergebnis war dabei egal.“</em></p>
<p style="text-align: justify">In der Schule bemerkten die Lehrer ihr Talent und glaubten, dass sie eine gute Künstlerin, Architekt oder Designer werden könnte. Dadurch begann Dilnoza über eine Karriere als Künstlerin nachzudenken. Sie nahm an verschiedenen Wettbewerben teil – und gewann.</p>
<p><figure id="attachment_11324" aria-describedby="caption-attachment-11324" style="width: 1754px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-11324 size-full" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/10/Tasheva-Dilnoza5.png" alt="" width="1754" height="655" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/10/Tasheva-Dilnoza5.png 1754w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/10/Tasheva-Dilnoza5-300x112.png 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/10/Tasheva-Dilnoza5-768x287.png 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/10/Tasheva-Dilnoza5-1024x382.png 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/10/Tasheva-Dilnoza5-1300x485.png 1300w" sizes="auto, (max-width: 1754px) 100vw, 1754px" /><figcaption id="caption-attachment-11324" class="wp-caption-text">Bilder der Künstlerin Tasheva Dilnoza</figcaption></figure></p>
<p><strong>Meine Familie hielt mich für eine durchschnittliche Malerin</strong></p>
<p style="text-align: justify"><em>„Mein erstes Gefühl, als ich gewonnen hatte, war keine Freude, sondern Überraschung! Denn in meiner Familie wurde mir immer gesagt, dass ich eine durchschnittliche Malerin sei.“</em></p>
<p style="text-align: justify">Im Laufe der Jahre wuchs ihre Liebe zur Kunst, mit der Pubertät begann sie, ihre Motive zu reflektieren. <em>„</em><em>Als ich älter wurde, änderte sich der Stil meiner Bilder. Wie alle Jugendlichen im Alter von 14-15 Jahren litt ich an Herzschmerz und und zeigte das in meinen Zeichnungen. Meine Kreationen waren rebellisch und zeigten, dass ich meinen Platz in der Welt zu finden versuchte: Einsamkeit, Angst, das Gefühl von Erwachsenen nicht verstanden zu werden. Das Zeichnen wurde für mich zum Ausdruck meiner Einstellung zur Welt und insbesondere den Menschen gegenüber.“</em></p>
<p style="text-align: justify">Sie begann, sich mit den Leuten auseinanderzusetzen, die sie zeichnete und schrieb ihre Eindrücke dazu auf Papier.</p>
<p><figure id="attachment_11322" aria-describedby="caption-attachment-11322" style="width: 1400px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-11322" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/10/Tasheva-Dilnoza4.png" alt="Portraits Tusche Tasheva Dilnoza" width="1400" height="699" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/10/Tasheva-Dilnoza4.png 1400w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/10/Tasheva-Dilnoza4-300x150.png 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/10/Tasheva-Dilnoza4-768x383.png 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/10/Tasheva-Dilnoza4-1024x511.png 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/10/Tasheva-Dilnoza4-1300x649.png 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/10/Tasheva-Dilnoza4-1100x550.png 1100w" sizes="auto, (max-width: 1400px) 100vw, 1400px" /><figcaption id="caption-attachment-11322" class="wp-caption-text">Portraits sind die Stärke der Künstlerin Tasheva Dilnoza</figcaption></figure></p>
<p><em>„Nach der Pubertät erkannte ich, wie schön die Menschen sind. In zunehmendem Maße bemerkte ich kleine Details in ihren Gesichtern, die sie selbst nicht sehen, aber die ihnen einen einzigartigen Charme verleihen. Ich mag es, die Bewegungen und Strukturen zu studieren und das alles nach Möglichkeit in meinen Bildern auszudrücken.“</em></p>
<p style="text-align: justify">Ein wahrer Künstler taucht vollständig in die Kunst ein und offenbart seine Erfahrungen: Angst, Freude, Traurigkeit, Glück, Gelassenheit, Zufriedenheit auf Papier. Nach diesem Prinzip arbeitet Dilnoza. Sie vermittelt all ihre Eindrücke durch ihre künstlerisches Schaffen. Für sie spielt es keine Rolle, ob die Gesellschaft ihre Kunst akzeptiert oder nicht. Und es gefällt ihr, dass es trotz aller Probleme in Kirgistan viele junge Talente gibt, die ebenfalls bereit sind, sich der Kunst zu widmen.</p>
<p><strong>Kirgistans junge Künstlerszene hat viel Potential</strong></p>
<p style="text-align: justify"><em>„Ich bin froh, dass Menschen in unserem Land positiv über Kunst denken. Unter den jungen Künstlern gibt es viele Talente, die die Traditionen älterer Maler fortsetzen, aber auch genausoviele, die moderne Kunst entwickeln.“</em></p>
<p style="text-align: justify">Wie Dilnoza selbst bemerkt, sind Künstler freier, fallen jedoch aus dem sozialen Rahmen, weil sie keine Grenzen akzeptieren. Dilnoza malt, wann immer sie kann: Zeichnen ist ein Teil meines Lebens. In schwierigen Zeiten, Momente in denen ich Angst habe, male ich gewöhnlich, Wenn ich mit einem Porträt bin, habe ich meine Sorgen vergessen und fühle Frieden in mir.</p>
<p><figure id="attachment_11323" aria-describedby="caption-attachment-11323" style="width: 1200px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-11323" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/10/Tasheva-Dilnoza2.png" alt="" width="1200" height="595" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/10/Tasheva-Dilnoza2.png 1200w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/10/Tasheva-Dilnoza2-300x149.png 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/10/Tasheva-Dilnoza2-768x381.png 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/10/Tasheva-Dilnoza2-1024x508.png 1024w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption id="caption-attachment-11323" class="wp-caption-text">Der Charakter des Models soll in Tasheva Dilnozas Zeichnungen sichtbar werden</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Im Herbst ging Dilnoza nach Belgien, um dort Urbanistik zu studieren und ihr Studium mit der Kunst zu verbinden. Als Architektin möchte sie später ihre Heimatstadt verändern. <em>„Ich möchte etwas zur Ästhetik von Bischkek beitragen.“</em></p>
<p style="text-align: justify">Noch bezeichnet sie sich selbst nicht als Künstlerin, aber wer weiß: <em>„</em><em>Ich werde ohne Zweifel weiter malen und vielleicht bekomme ich eines Tages die Chance, eine zweite Hochschulbildung als Künstlerin zu absolvieren.“</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: right"><strong>Sezim Arynova, Autorin für Novastan</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Redaktion: Janina Lackmann<br />
</strong></p>
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		<title>Gesichter Kirgistans: Der Begründer der kirgisischen Malerei Semjon Tschuikow</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lukas Gabriel Dünser]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Sep 2017 16:39:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Malerei]]></category>
		<category><![CDATA[Semjon Tschuikow]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#x201E;Gesichter Kirgistans&#x201C; ist ein Projekt der kirgisischen Nachrichtenseite Limon.kg. Es will jene Menschen sichtbar machen, die das heutige Kirgistan, vor allem im Bereich der Kultur, beeinflusst haben. Novastan &#xFC;bersetzt folgenden Artikel mit freundlicher Genehmigung. Der Name Semjon Afanassjewitsch Tschuikow steht f&#xFC;r den Beginn der kirgisischen Malerei. Es war ein Verdienst Tschuikows, dass die erste Kunstgallerie [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>„Gesichter Kirgistans“ ist ein Projekt der kirgisischen Nachrichtenseite <a href="http://limon.kg/news:65270">Limon.kg</a>. Es will jene Menschen sichtbar machen, die das heutige Kirgistan, vor allem im Bereich der Kultur, beeinflusst haben. Novastan übersetzt folgenden Artikel mit freundlicher Genehmigung. </strong></p>
<p style="text-align: justify">Der Name Semjon Afanassjewitsch Tschuikow steht für den Beginn der kirgisischen Malerei. Es war ein Verdienst Tschuikows, dass die erste Kunstgallerie in der Kirgisischen Republik entstand und erste Ausstellungen kirgisischer Künstler stattfinden konnten.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10548" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/Tschuikow.jpg" alt="" width="925" height="1024" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/Tschuikow.jpg 925w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/Tschuikow-271x300.jpg 271w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/Tschuikow-768x850.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 925px) 100vw, 925px" /></p>
<p style="text-align: justify">Semjon Tschuikow wurde am 30. Oktober 1902 in Bischkek (damals noch „<a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-festung-pischpek-spaziergang-in-die-vergangenheit-bischkeks/">Pischpek</a>“ genannt) geboren. Seine Eltern waren russische Immigranten von der bäuerlichen Schicht. Sein Vater, Afanasi Tschuikow, war als Schreibkraft in einem Militärspital angestellt. Seine Mutter, Ewdokia Georgiewna, arbeitete im selben Krankenhaus als Wäscherin. Semjons Kindheit war durch extreme Armut geprägt. Sich selbst überlassen verschwand er oft für Tage, manchmal um mit kirgisischen Jungen in die Berge zu verschwinden und dort in ärmlichen, verrauchten Jurten kirgisische Volkslieder zu hören. Sein Sinn für die Schönheit war von der ihn umgebenden Natur geprägt: weite Steppen, majestätische Berglandschaften und das Rauschen der wilden Bergflüsse.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Erste Berührungen mit der Kunst</strong></p>
<p style="text-align: justify">Im Alter von 10 Jahren kam Tschuikow zum ersten Mal mit Kunst in Kontakt unter der Führung des Künstlers Nikolaj Chludow, der an der Grundschule Kunst unterrichtete. 1920 wurde er Student an der Turkestan Kunsthochschule in Taschkent, wo er das Kunstleben einer Großstadt mit ihren Museen, Opernhäusern und Konservatorien kennenlernte. Auf der Universität schloss er bald lebenslange Freundschaften, unter anderem mit dem Maler Michail Kuprianow, und lernte seine spätere Frau E.A. Malevina kennen.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/steppenerotik-warum-hat-nikolaj-chludow-die-kasachinnen-nackt-gemalt/">Steppenerotik &#8211; Warum hat Nikolaj Chludow die Kasachinnen nackt gemalt?</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">1927 nahm er an der staatlichen Ausstellung „Kunst der Völker der UdSSR“ als Künstler aus Kirgistan teil. In den 1930er-Jahren war Tschuikow in zahlreiche Gründungsprojekte involviert. Er eröffnete ein Kunstmuseum, für das es ihm gelang, dutzende Arbeiten bedeutender russischer und sowjetischer Künstler zusammenzutragen. 1934 war er tatkräftig an der Organisation des kirgisischen Künsterverbandes beteiligt. 1935 wurde ein Kunststudio eröffnet, das die Basis für die 1939 gegründete Kunsthochschule sein sollte, die heute Tschuikows Namen trägt.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10549" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/Tschuikow-Gemälde.jpg" alt="" width="462" height="420" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/Tschuikow-Gemälde.jpg 462w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/Tschuikow-Gemälde-300x273.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 462px) 100vw, 462px" /></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Die Nachkriegszeit und Tschuikows Goldene Periode</strong></p>
<p>Um 1930 hatte Tschuikow schon sein außerordentliches Talent und ästhetisches Gespür bewiesen, indem er Landschaften und Portraits schuf, die aus den vollen Farben seines Heimatlandes schöpften. Ersten Rum verschaffte ihm seinen Zyklus „Kirgisische Kolchose“, dessen beste Bilder den traditionellen „ewig gültigen“ Charakter der Natur und des Landlebens einfangen, trotz des sowjetischen Beinamens „Kolchose“.</p>
<p style="text-align: justify">Sogar das letzte Bild des Zyklus, <a href="http://soviet-art.ru/soviet-artist-semyon-chuikov/soviet-artist-semyon-afanasievich-chuikov-1902-1980-daughter-of-soviet-kirghizia-1948-oil/">„Die Tochter der Sowjetkirgisen</a>“ (1948), das die sowjetischen Massenmedien zu einem Propagandaplakat über den Triumph des Sozialismus in Zentralasien hochstilisierten, ist eigentlich nur eine frische und unvoreingenommene Studie eines ländlichen Schulmädchens vor dem Hintergrund weit entfernter Berge. Die Figur dieses Mädchens symbolisiert sowohl kurz und bündig als auch ausdrucksstark nicht den Sozialismus, sondern Kirgistan an sich.</p>
<p style="text-align: justify">Die Nachkriegszeit war die künstlerisch bedeutendste Periode in Tschuikows Schaffen. Einige seiner Gemälde brachten es zu enormer Beliebtheit. Die Ausstellung des Tschuikow-Hauses deckt mit außerordentlich viel Material die 60-jährige Wirkungszeit des Künstlers ab und zeigt somit auch die Entwicklung kirgisischer bildender Künste. Unter den Ausstellungsstücken sind Gemälde, Skizzen, Photographien, Dokumente, Briefe und persönliche Gegenstände, die von Verwandten gespendet wurden.</p>
<p style="text-align: justify">Der Hauptraum der Ausstellung ist das Studio des Künstlers. Im Zentrum steht die Arbeitsfläche mit einem handgemachten Tisch auf dem ein Pinsel und eine Farbpalette liegt. Auf der Staffelei hängt die erste Kohleskizze für das Gemälde „Die Tochter der Sowjetkirgisen“. Auf der Weltausstellung 1958 in Brüssel hat dieses Gemälde, zusammen mit der „Hirtentochter“ die goldene Medaille gewonnen.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10551" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/Die-Tochter-der-Sowjetkirgisen.jpg" alt="" width="583" height="700" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/Die-Tochter-der-Sowjetkirgisen.jpg 583w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/Die-Tochter-der-Sowjetkirgisen-250x300.jpg 250w" sizes="auto, (max-width: 583px) 100vw, 583px" /></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Das Semjon Afanassjewitsch Tschuikow- Museum</strong></p>
<p style="text-align: justify">Das Semjon Tschuikow-Museum wurde am 25. August 1987 zum 85. Geburtstag des Künstlers eingerichtet. Während seiner Lebzeit ist Tschuikow vielmals ausgezeichnet worden, als Preisträger mehrerer staatlicher Auszeichnung der UdSSR und des Toktogul- Preises.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-geschichte-des-ersten-designers-der-kirgisischen-ssr/">Die Geschichte des ersten Designers der kirgisischen SSR</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Das Museum befindet sich in Tschuikows ehemaligen Studio, wo er von 1949 bis 1979 gelebt und gearbeitet hatte. Tschuikow war die Ausbildung seiner Assistenten ein großes Anliegen, er eröffnete eine Kunstschule und half Studierenden in Moskau und St. Petersburg. Einige wurden selber zu berühmten Künstlern, beispielsweise G. Aitijew, S. Akilbekow, D. Koschachmetow, A. Usubaliew und S. Schokmorow.</p>
<p style="text-align: justify">Unter den Gemälden und Skizzen, die in dem Museum gezeigt werden, sind: Junge mit Maiskolben, Mädchen in einem Schal, Badende Jungen, Stadtrand von Buchara, Akyn unter den Armen, Wildblumen. Diese Arbeiten haben alle gemeinsam, dass ihnen intensive Emotionen zugrunde liegen, ein Gefühl von Reinheit und Harmonie, sowie eine Idee von menschlicher Würde vermitteln.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10552" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/Tschuikow-Mädchen.jpg" alt="" width="623" height="800" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/Tschuikow-Mädchen.jpg 623w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/Tschuikow-Mädchen-234x300.jpg 234w" sizes="auto, (max-width: 623px) 100vw, 623px" /></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Die 1950er und 1960er: Tschuikows große Reisen</strong></p>
<p style="text-align: justify">Mit den Jahren gewann Tschuikows Stil mit seiner meisterlichen Beherrschung der Farbabstimmung und Bildgestaltung durch helle Farben immer mehr an Tiefe, ganz ähnlich dem Stil der Künstler der russischen Avant-Garde- Gruppe <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Jack_of_Diamonds_(artists)">Karobube</a>. Die Eindrücke zweier Reisen nach Indien spielten eine besonders bedeutende Rolle. Er veröffentlichte drei Bücher mit Reiseberichten und Memoiren: Bilder Indiens, Notizen des Künstlers und Italienisches Tagebuch.</p>
<p style="text-align: justify">In den 1950er und 1960er-Jahren reiste Tschuikow extensiv: nach Indien, Italien, Frankreich, Griechenland und Bulgarien. Er brachte eine Fülle an Materialien zurück nach Kirgistan, Studien, Bleistiftskizzen, vor allem aber eine lebendige und neue Perspektive auf unverwechselbare Aspekte des Lebens. Tschuikows Indien-Serie ist eine natürliche Fortführung seines Kirgistan-Themas. Sie porträtiert, mit beeindruckender Ehrlichkeit, das Leben einfacher Leute und zeigt somit ein Bild der Volksseele.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-ein-gespraech-mit-der-jungen-malerin-aija-ibraimowa/">Ein Gespräch mit der Künstlerin Aija Ibraimowa</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Durch Tschuikows Bilder gelingt es uns visuell, die Beschaffenheit unserer Welt und das menschliche Bedürfnis für Glück und harmonischer Koexistenz zu begreifen- Licht und Freude. Zwei Werke der Serie „Vom Leben der Menschen in Indien“sind im Museum in Bischkek zu sehen: Warten und Newlyweds von der Unberührbaren Kaste. In diesen Werken schafft es der Künstler die innere Welt der Charaktere herauszuarbeiten.</p>
<p style="text-align: justify">1963 unternahm Tschuikow eine faszinierende Reise nach Italien. Er malte den Albano-See und die Via Appia (Die Appische Straße) und bildete Natur ab, die an jene Kirgistans erinnert. 1966 wurde das „Italienische Tagebuch“ veröffentlicht, voll mit Beobachtungen und lebendigen Skizzen.</p>
<p style="text-align: justify"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10553" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/Mädchen-am-Wasser-Tschuikow.jpg" alt="" width="720" height="413" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/Mädchen-am-Wasser-Tschuikow.jpg 720w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/09/Mädchen-am-Wasser-Tschuikow-300x172.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 720px) 100vw, 720px" /></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Das Vermächtnis </strong></p>
<p style="text-align: justify">Semjon Afassanewitsch Tschuikows Vermächtnis ist enorm. Seine Werke bereichern die ständige Sammlungen mehrerer großes Museen wie zum Beispiel der Staatlichen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tretjakow-Galerie">Tretjakow-Galerie</a> in Moskau, des Staatlichen Museums für Orientalische Kunst in Moskau, des Staatliche Kunstmuseum Kirgistans, verschiedene Museun in Indien, sowie der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. In seinen Gemälden finden die Landschafts- und die Genremalerei in einem Werk zusammen.</p>
<p style="text-align: right"><a href="http://limon.kg/news:65270"><strong>Limon.kg</strong></a></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Russischen von Lukas Dünser</strong></p>
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<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/gesichter-kirgistans-der-begrunder-der-kirgisischen-malerei-semjon-tschuikow/">Gesichter Kirgistans: Der Begründer der kirgisischen Malerei Semjon Tschuikow</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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		<title>Kirgistan: Ein Gespräch mit der jungen Malerin Aija Ibraimowa</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sobira Majidova]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Apr 2017 16:13:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Malerei]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Aija Ibraimowa ist trotz ihres jungen Alters eine sehr engagierte und gefragte Malerin. Ihre Gem&#xE4;lde zeigen die ihr vertrauten kirgisischen Bergd&#xF6;rfer, die Vielfalt der Bazare, M&#xE4;nner und Frauen, die ruhig ihrer Dinge gehen. Vor allem aber zeigen sie Kinder. Wir &#xFC;bersetzen Aijas Gespr&#xE4;ch mit Gulmira Dscheenbekowa von Yntymak.kg mit der freundlichen Genehmigung der Redaktion. Aija [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-ein-gespraech-mit-der-jungen-malerin-aija-ibraimowa/">Kirgistan: Ein Gespräch mit der jungen Malerin Aija Ibraimowa</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Aija Ibraimowa ist trotz ihres jungen Alters eine sehr engagierte und gefragte Malerin. Ihre Gemälde zeigen die ihr vertrauten kirgisischen Bergdörfer, die Vielfalt der Bazare, Männer und Frauen, die ruhig ihrer Dinge gehen. Vor allem aber zeigen sie Kinder.</strong> <strong>Wir übersetzen <a href="http://yntymak.kg/ru/hudozhnitsa-ajya-ibraimova-obidno-chto-s-detstva-nas-vospityvayut-gastarbajterami/">Aijas Gespräch mit Gulmira Dscheenbekowa</a> von Yntymak.kg mit der freundlichen Genehmigung der Redaktion.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Aija passt gerne auf Kinder auf. Wie sie sagt, liegt das daran, dass Kinder nichts als Wäme und Sanftheit ausstrahlen. <em>„Es ist ärgerlich, dass wir von Kindesbeinen an als „Gastarbeiter“ erzogen werden. Als ob das eine Priorität sein sollte. Wenn die Kinder eine </em><em>normale Ausbildung bekämen, könnten sie selbst über ihre Zukunft entscheiden. Wir sollten eher Wissenschaftler, Künstler, Filmemacher und Manager</em> <em>erziehen. Diese Kinder sind doch unsere Zukunft“, s</em>agt sie zu Beginn des Gesprächs.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Wann haben Sie angefangen, zu malen?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Ich male, seitdem ich mich erinnern kann. Ich denke, dass wenn Eltern ihren Kinder zuhören, diese ihnen viel Interessantes über ihre Zukunfstvorstellungen erzählen. Meine Mutter hat mir zugehört…</p>
<p style="text-align: justify"><strong><em>Können Sie sich an Ihren ersten Zeichnungen erinnern?</em></strong></p>
<p style="text-align: justify">Das war so ein kindlich abstraktes Bild: sehr expressiv und irgendwie sogar verrückt. Ich habe zum Beispiel, den Ausspruch „Die Beine wachsen aus den Ohren“ (russisches Sprichwort &#8222;<em>nogi rastut ot uschej&#8220;, </em>welches bedeutet, dass man sehr lange Beine hat, Anm. d. Ü.) wörtlich verstanden und als eine bestimmte Art Schönheit interpretiert. Ich habe also eine Frau mit Wimpern und Ohren gemalt, aber  ohne Körper. Auf ihrem Kopf wuchsen Beine und lose Haare. Ich war vier Jahre alt, als ich mir diese Figur ausgedacht habe.</p>
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<p style="text-align: justify"><strong><em>Hat Ihre Mutter Sie in irgendeiner Art und Weise gefördert oder beeinflusst?</em></strong></p>
<p style="text-align: justify">Nach Abschluss der neunten Klasse, sagte mir meine Mutter, ich solle mir ernsthaft überlegen, mich für eine architektonische Hochschule zu bewerben. Mama wollte meiner Leidenschaft etwas Pragmatisches abgewinnen. Sie meinte, dass ich unbedingt in dieser Richtung weiterstudieren solle.</p>
<p style="text-align: justify">Ich entchied mich für zwei Hochschulen: Die Fachhochschule für Architektur und Bauarbeit und die „Tschujkow“ Kunsthochschule. In der Fachhochschule nahmen sie an dem Tag aber keine Dokumente an und so ging ich weiter.</p>
<p style="text-align: justify">An der Kunsthochschule hat es mir sofort gefallen. Ich habe dort ungewöhnliche und begeisterte Jugendliche getroffen, die in Hausschuhen durch die Flure gingen. Mir schien, dass hier künstlerische und persönliche Freiheit herrscht.</p>
<p style="text-align: justify">Ich schrieb mich an der Fakultät für Design ein und dachte, dass ich später an der Staatlichen kirgisischen Universität für Bauwesen, Verkehrswesen und Architektur (KGUSTA) Architektur studieren würde.</p>
<p style="text-align: justify"><strong><em>Was zeigen Ihre aktuellen Bilder? </em></strong></p>
<p style="text-align: justify">Heute zeigen sie eher Positives und Freude. Die Themen nehme ich aus dem Leben, aus unserem Kirgistan.</p>
<p style="text-align: justify"><strong><em>Was kann Sie inspirieren?</em></strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Arbeiten, die ich im Rahmen meines Studiums angefertigt habe, sind alle mit meiner Heimat verbunden. Wenn ich eine wissenschaftliche Arbeit über Jurten schreibe, lese ich  zuerst  sehr viel darüber, vor allem von kirgisischen Autoren, um mich zu inspirieren und ein Gefühl für das Objekt zu bekommen. Momentan arbeite ich an einem Gemälde, das auf Tschingis Aitmatows Geschichte „Die frühen Kraniche“ basiert.</p>
<p style="text-align: justify">Ich habe immer das gemacht, was ich mag. Ich bin sehr glücklich, dass mein Hobby zu meinem Beruf und meinem Lebenssinn geworden ist.</p>
<p style="text-align: justify"><strong><em>Verdienen Sie etwas mit Ihrem Hobby? Wo haben Sie Ihre Bilder schon ausgestellt?</em></strong></p>
<p style="text-align: justify">Für den Sommer plane ich zwei Ausstellungen: „Jugendliche Kirgistans“ und „Dordoj – der Basar der schwierigen Schicksale“. Ich habe natürlich auch schon an unterschiedlichen Ausstellungen für junge Maler teilgenommen: sechs studentische Ausstellungen in Bischkek, drei in Moskau und eine in Petrosawodsk (in Russland, Anm. d. Ü.).</p>
<p style="text-align: justify">Ob ich etwas damit verdiene? Nein, bisher interessiert es mich auch nicht. Meine Bilder, ihre Entstehung, meine Heimat und die Menschen, die ich male, bereiten mir genug Freude.</p>
<p style="text-align: justify">Um von etwas zu leben und um Pinsel, Farben und Leinwände kaufen zu können, male ich Wände und Plakate für die Filmindustrie.</p>
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<p style="text-align: justify"><strong><em>Aija, Sie haben bestimmt häufig in Ihrem Leben gezweifelt. Wann wurden Ihnen klar, dass Sie den richtigen Weg gewählt haben? </em></strong></p>
<p style="text-align: justify">2013 wurde ich zufällig zur „Fakultät für Szenenbildner für Film und Fernsehen“ zugelassen, an der russischen staatlichen Universität namens Gerasimow. Obwohl, nichts geschieht im Leben per Zufall. Das war wahrscheinlich ein Zeichen des Himmels.</p>
<p><figure id="attachment_8687" aria-describedby="caption-attachment-8687" style="width: 960px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-8687 size-full" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/17741290_291741954592843_705014633_n-960x500.jpg" alt="Die junge Malerin Aija Ibraimowa " width="960" height="500" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/17741290_291741954592843_705014633_n-960x500.jpg 960w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/17741290_291741954592843_705014633_n-960x500-300x156.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/17741290_291741954592843_705014633_n-960x500-768x400.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px" /><figcaption id="caption-attachment-8687" class="wp-caption-text">Die junge Malerin Aija Ibraimowa</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify"><strong><em>Haben Sie Vorbilder?</em></strong></p>
<p style="text-align: justify">Das scheint wie eine sehr einfache Frage, ist aber immer schwer zu beantworten. Ich habe viele Vorbilder. Menschen, die mich inspirieren und begeistern. Vor allem meine Familie: meine Mutter, Großeltern, Onkel, Tanten, Neffen und Nichten.</p>
<p style="text-align: justify">Meine Großmutter Rosa Kasimova Teltaewa hat mich großgezogen.  Sie hat mich als starke und zielstrebige Person erzogen. Sie ist eine unglaubliche Optimistin und hat erstaunlich viel Geduld, Lebensweisheit und ein großes Gefühl für Gerechtigkeit, was ich bis heute bewundere. Sie war die Person, die mir am nächsten stand und ist ein Teil von mir geworden. Ich erinnere mich heute noch an viele Details aus unseren Gesprächen, an jeden Moment mit ihr. Wissen Sie, wenn man an den Menschen denkt, den man liebt, füllt das die Seele mit Wärme. Diese Wärme gibt Kraft.</p>
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<p style="text-align: justify">Es ist sehr schade, dass ich mich nicht an meinen Großvater erinnern kann, weil er sehr früh gestorben ist. Aber die Erinnerung an ihn lebt durch die vielen Erzählungen meiner Verwandten in mir. Sie sprechen viel davon, wie gerecht und wahrheitstreu er war. Ich wünsche mir sehr, seinem Erbe alle Ehre zu tragen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong><em>Kann man gleichzeitig talentiert und erfolgreich sein? </em></strong></p>
<p style="text-align: justify">Eine gute Frage. Ich denke, dass ein erfolgreiche Maler nicht immer der talentierteste ist und am besten malt. Erfolg und Kunst sind unterschiedliche Sachen. Für mich macht nicht der Erfolg einen talentierten Maler aus, sondern seine Persönlichkeit, die gekonnt wichtige Themen, die die Gesellschaft bewegen, aufgreift. Das können soziale, religiöse, historische oder kulturelle Themen sein. Selbst wenn man beispielsweise  einfache &#8211; dafür aber bewegende &#8211; Karikaturen malt, wie <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Herluf_Bidstrup">Bidstrup</a>, ist das für mich Erfolg. Wobei sich ein solcher Erfolg vom traditionellen Erfolg untersscheidet, der sich mehr in Preisen und Geschenken ausdrückt.</p>
<p>
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</p>
<p style="text-align: center"><em>Auf Aijas Bilder: Szenen aus dem kirgisischen Alltag</em></p>
<p style="text-align: justify"><strong><em>Wovon träumen </em></strong><strong><em>Sie?</em></strong></p>
<p style="text-align: justify">Mein größter Traum ist es, in jedem kirgisischen Bezirk Kulturschulen zu eröffnen. In der Sowjetzeit gab es Kulturhäuser, trotz aller Kritik waren das keine schlechten Orte. Ich möchte sehr, dass alle Kinder im Land lernen und Kultur erfahren können, dass sie in solchen Häusern ihre Talente und Träume realisieren können. Sie könnten dort Ausschnitte von „Manas“ hören oder lesen, sich mit den Werken von Satar Aitijew, Dschambul Dschumabaew, Bolot Schamschiew vertraut machen.</p>
<p style="text-align: justify">Unsere Kinder sollen verschiedene Kulturen kennenlernen und sich entwickeln, indem sie neue Welten für sich entdecken. All das muss von früher Kindheit an gemacht werden, deshalb wünsche ich mir die Eröffnung von Kulturschulen in ganz Kirgistan so sehr.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Mit Aija Ibraimowa sprach Gulmira Dscheenbekowa<br />
<a href="http://yntymak.kg/ru/hudozhnitsa-ajya-ibraimova-obidno-chto-s-detstva-nas-vospityvayut-gastarbajterami/">Yntymak.kg</a> </strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Russischen von Sobira Majidowa</strong></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-ein-gespraech-mit-der-jungen-malerin-aija-ibraimowa/">Kirgistan: Ein Gespräch mit der jungen Malerin Aija Ibraimowa</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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