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	<title>Landwirtschaft Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Wed, 15 Apr 2026 18:43:49 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Landwirtschaft Archives</title>
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	<item>
		<title>Schafsmilchprodukte: Eine fast vergessene Tradition Kasachstans</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Apr 2026 18:43:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Q&#x16B;rt und Butter aus Schafsmilch findet man heute fast nirgendwo. Dabei war gerade Schafsmilch fr&#xFC;her die wichtigste Lebensgrundlage. Die Historikerin und Forscherin Ali&#x131;a Bolathan erz&#xE4;hlt f&#xFC;r unser Partnermedium Vlast, wie man im Dorf Aqqa&#x131;nar im Bezirk Merk&#x456; Butter und Q&#x16B;rt aus Schafsmilch zubereitet. In der Nomadenzeit war das ein verbreiteter Brauch, heute passiert das aber [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Qūrt und Butter aus Schafsmilch findet man heute fast nirgendwo. Dabei war gerade Schafsmilch früher die wichtigste Lebensgrundlage. Die Historikerin und Forscherin Aliıa Bolathan erzählt für unser Partnermedium Vlast, wie man im Dorf Aqqaınar im Bezirk Merkі Butter und Qūrt aus Schafsmilch zubereitet. In der Nomadenzeit war das ein verbreiteter Brauch, heute passiert das aber selten.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn wir über traditionelle Gerichte der kasachischen Küche reden, nennt man gleich Käse (irimşik), Butterschmalz (sary maı) und eben Qūrt – die kleinen, harten Kugeln aus getrocknetem Joghurt. Heute scheint es selbstverständlich, dass man sie aus Kuhmilch erstellt. Vor nur einem Jahrhundert erstellte man sie jedoch auf der Grundlage von Schafsmilch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um zu sehen, wie dieser vergessene Geschmack sich erhalten hat, muss man auf die Hochweiden in den Bergen des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Audan_Merki">Bezirks Merkі</a>– dorthin, wo die Einwohner so wie frühere Generationen bis heute Schafe melken und Qūrt erstellen. Vom Dorf bis zur Hochweide sind es circa 60-70 Kilometer. Der Weg ist aber beschwerlich: Autos kommen nicht durch, man kommt nur zu Pferd hoch.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Historischer Hintergrund</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bis Anfang des 20. Jahrhunderts war Schafsmilch die Grundlage der Milchprodukte der kasachischen Küche. Laut Forschungen waren am Ende des 17. Jahrhunderts bei den Kasachen der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Jüngere_Horde">Jüngeren Horde</a> Pferde und Schafe die verbreitetsten Vieharten, während der Anzahl der Kühe und Kamelen zwischen 0 bis 1 Prozent betrug. Laut Daten aus einer ethnographischen Expedition um 1922 machte Kuhmilch nur 10 Prozent des Milchkonsums einer kasachischen Familie aus.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Die unbedeutende Rolle größeren Hornviehs im traditionellen Haushalt der Kasachen liegt an mehreren Faktoren. Kühen fallen zum Beispiel die langen Wanderungen schwer, denn sie können mehrere Tausende Kilometer dauern; außerdem benötigen sie bei weitem mehr Pflege, vor allem im Winter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Relevant ist außerdem, dass Schafsmilch bedeutend nahrhafter als Kuhmilch ist: 4340 gegen 2640 Kalorien, fast doppelt so vi<em>el</em> (6,7 gegen 3,6 Prozent) sowie fast doppelt so viel Eiweiß (5,8 gegen 3,0 Prozent).</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zu unserer Motivation</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Letzten Sommer, bei der Arbeit an einem Text über Qūrt für die Zeitschrift <em>Ancient Futures</em>, realisierte unser Team, dass unser Verständnis von Qūrt sehr vereinfacht war. Denn in der Tat ist das nicht nur ein Lebensmittel: Es trägt in sich ein besonderes und komplexes Verständnis von Ernährung, Körper, Erinnerung und Steppe. Ein Fakt insbesondere ließ mich persönlich nicht los: Laut den Quellen, galt gerade Schafsmilch als die nahrhafteste.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bekam Lust, den Geschmack zu probieren, und eine einfache Frage wurde umso bedeutender: Warum habe ich, die mein ganzes Leben in Kasachstan verbracht habe, noch nie Qūrt aus Schafmilch gesehen? Denn heutzutage gibt es unzählige Sorten davon: aus Kuh-, Kamel-, Ziegen- und sogar mit Zugabe von Stutenmilch – aber nicht aus Schafsmilch!</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="771" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/d7e3b94bcd522cdb222c437520c4e8a2_autox1200-1024x771.jpg" alt="" class="wp-image-44496" style="aspect-ratio:1.328168158214562;width:746px;height:auto" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/d7e3b94bcd522cdb222c437520c4e8a2_autox1200-1024x771.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/d7e3b94bcd522cdb222c437520c4e8a2_autox1200-300x226.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/d7e3b94bcd522cdb222c437520c4e8a2_autox1200-768x578.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/d7e3b94bcd522cdb222c437520c4e8a2_autox1200-1536x1156.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/d7e3b94bcd522cdb222c437520c4e8a2_autox1200.jpg 1593w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Photo: Aliıa Bolathan</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Wie kommt es, dass wir fast nie von Schafsmilch hören, die vor nicht mal hundert Jahren die Grundlage der ganzen Milchkultur der nomadischen Kasachen war? Diese Fragen waren nicht weniger wichtig als der Geschmack selbst. Experten für Schafzucht bestätigten: In Kasachstan gibt es keine Schafsmilchproduktion in industrieller Menge. Schafe sind nur in der Fleischindustrie vertreten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also machte ich mich auf der Suche nach einzelnen Haushalten, die noch Schafe melken. So kamen wir diesen Sommer zu Onkel Nesiphan und Tante Roziköl („Onkel“ und „Tante“ ist hier als respektvolle Bezeichnung für ältere Menschen zu verstehen, Anm. d. Ü.). Sie hießen uns herzlich willkommen, zeigten uns den Melkprozess, und wir durften traditionelle Schafmilch probieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Anfang wollten wir das Melken auf der Weide beobachten, aber Tante Roziköl erklärte uns am Telefon, dass man dorthin nur zu Pferde kommt, und dass der Anstieg zwei Stunden dauert. Für die, die das nicht gewohnt sind, ist das fast unmöglich. Stattdessen hat sie uns eine Alternative vorgeschlagen: Zum Dorf kommen, wo sie die Schafe nach der Sommerzeit bringen, um sie nach einer Weile weiter ins Winterlager zu treiben. So konnten wir den Melkprozess beobachten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kurut-die-weissen-steine-die-gegen-hunger-helfen/"><strong>Kurut – Die weißen Steine, die gegen Hunger helfen</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Das weiße am Rand. Jelіnі syzdap tūrğanyn usta ūsta (Halt es fest, ihr Euter füllt sich)“</em>, sagt Tante Roziköl. Eljas, der Enkel von Onkel Nesiphan, fasst geschickt das Hinterbein des Schafs und umarmt es. In den ersten Sekunden zuckt das Tier, beruhigt sich aber fast sofort. Es wird fest, aber nicht grob gehalten. In dieser Bewegung liegen Kraft und Zärtlichkeit zugleich.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a></a>Tante Roziköl setzt sich daneben, einen Eimer schon in der Hand, und mit einem leisen, kaum hörbaren Geräusch fließt die Milch ins Metall. Dieser zweiminütige Alltagsmoment verkörpert die Weitergabe des Wissens von den Älteren an die Jüngeren, die Koexistenz von Mensch und Tier, den Rhythmus des Steppenlebens, der in Büchern selten zum Ausdruck kommt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Menschen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Onkel Nesiphan ist ein angesehener Hirte der Region und betreibt die Schafzucht seit 1981. Im Sommer sagt er „<em>tauğa shyğamyz“ – „wir steigen ins Gebirge“</em>. Im Winter sagt er <em>„qūmğa ketemiz“ – „wir gehen in die Wüste“</em>. Der saisonale Rhythmus der Familie bleibt bis heute erhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Dreißig Jahre lang habe ich auf der Hochweide gegen Wölfe gekämpft. Aber vor drei Jahren sind die Wölfe verschwunden. Jetzt ist es ruhig“</em>, fügte Onkel Nesiphan hinzu. In diesem Satz erklingt nicht nur die wortwörtliche Erfahrung eines Menschen, dessen Herde Jahrzehntelang von Gefahr von Raubtierangriffen bedroht war, sondern auch eine symbolische Bestätigung eines gelebten Lebens, ein Leben als Ausdruck seiner Autorität und Kompetenz.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Saisonalität</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Melksaison beginnt mit der Trennung der Jungtiere von den Mutterschafen nach der ersten Augustwoche, etwa fünf Monate nach der Geburt. Nach der Trennung hört die Milch nicht sofort auf zu fließen. Man muss sie melken: zuerst jeden Tag, dann alle zwei Tage oder seltener, und so fließt die Milch innerhalb von drei-vier Wochen auf natürliche Weise ab. Ansonsten, wie man hier sagt, <em>„malğa obal”</em> – ist es für das Tier schädlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn man in dieser kurzen Zeit 250–300 Schafe melkt, bekommt man eine ordentliche Menge an Butter und Qūrt für den Wintervorrat. Zum Beispiel etwa zwei Qaryn frischer Butte (ein Qaryn entspricht 5-6 kg) und ein Qap Qūrt (70 kg). Für ein Kilogramm Qūrt benötigt man acht-zehn Liter Schafsmilch, und für einen Qaryn Butter braucht man 55 Liter Milch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hier muss man berücksichtigen, dass die Tiere gegen Ende ihrer Laktationsperiode deutlich weniger Milch produzieren. Unter natürlichen Umständen geben Schafe in den ersten 60 Tagen am meisten Milch, danach nimmt die Milchproduktion ab.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="819" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/fffc4d89f6b23da7c0d36b565f163aff_autox1200-1024x819.jpg" alt="" class="wp-image-44495" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/fffc4d89f6b23da7c0d36b565f163aff_autox1200-1024x819.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/fffc4d89f6b23da7c0d36b565f163aff_autox1200-300x240.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/fffc4d89f6b23da7c0d36b565f163aff_autox1200-768x614.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/fffc4d89f6b23da7c0d36b565f163aff_autox1200.jpg 1500w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Photo: Baurjan Bismildin</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn TanteRoziköl die Schafe diese ganze Periode lang melken würde, wäre der Ertrag viel höher. Doch tut sie dies nicht wegen der Milch oder der Milchprodukte. Die Fortsetzung der Praxis des Schafmelkens ist keine <em>„Tradition um der Tradition willen”</em>. Es ist Wissen, das sich in den Händen, Gesten und im Rhythmus der Weide widerspiegelt. Man kann es als Teil der kulturellen Ökologie verstehen – verwurzelt im natürlichen Kreislauf der Tierpflege und der Aufrechterhaltung der Beziehung zwischen Mensch und Herde, wo das Melken weniger ein wirtschaftlicher Vorteil als vielmehr eine Form der Teilhabe am Leben der Steppe ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass Tante Roziköl und Onkel Nesiphan weiterhin Schafe melken, scheint heute eine Ausnahme zu sein. Vor knapp hundert Jahren war Schafsmilch die Grundlage der Milchkultur der Kasachen, aber nach und nach rückte diese Praxis in den Hintergrund. Im Nomadenleben spielten Schafe und Pferde eine Schlüsselrolle, während Kühe eine unbedeutende Rolle spielten: Sie vertrugen lange Wanderungen schlecht und erforderten im Winter mehr Pflege.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/ich-liebe-kamele-denn-ihre-milch-hat-meinen-vater-geheilt-ein-ausflug-zu-einer-kamelfarm-im-ferganatal/"><strong>„Ich liebe Kamele, denn ihre Milch hat meinen Vater geheilt“ – ein Ausflug zu einer Kamelfarm im Ferganatal</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Kolonialzeit änderte sich die Situation: Das Aufkommen von Kühen bei den Kasachen hängt mit den Kontakten zu ihren Nachbarn zusammen, sowie mit der Umsiedlungspolitik und den veränderten Handelsprioritäten. Allmählich wurde die Kuh vom „schlechtesten Vieh“ (maldy<em>ñ</em> jamany siır) zu einem wertvollen Tier ( siır p<em>ū</em>l boldy). Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstand eine kasachische Rasse, die die Grundlage für die weitere Züchtung und Verbreitung bildete.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Sowjetzeit verstärkte sich dieser Wandel: Der Ansatz basierte auf industrieller Produktion und Verarbeitung sowie standardisierten Rohstoffen. Kuhmilch erwies sich als besser für das System geeignet, während Schafe in der Fleisch- und Wollproduktion Fuß fassten. Das Motto der 1960er Jahre „Schafzucht – die zweite Neulanderschließung” machte Kasachstan zum führenden Ersteller von Wolle und Lammfleisch, aber die Milchwirtschaft, einst die Grundlage des Nomadenlebens, verschwand aus den Statistiken und aus der öffentlichen Wahrnehmung der Küche.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Weitere Bilder findet ihr im </em><a href="https://vlast.kz/life/66314-kak-delaut-maslo-i-kurt-iz-ovecego-moloka.html"><em>Originalartikel</em></a><em>.</em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aliıa Bolathan (Text) und Baurjan Bismildin (Fotos) für Vlast</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Übersetzt aus dem </strong><a href="https://vlast.kz/life/66314-kak-delaut-maslo-i-kurt-iz-ovecego-moloka.html"><strong>Russischen</strong></a><strong> von Giulia Manca</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Was passiert, wenn die Wasserressourcen Zentralasiens knapp werden?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Asia Plus]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Feb 2026 19:39:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Abwanderung]]></category>
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		<category><![CDATA[Wasserpolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Jedes weitere D&#xFC;rrejahr in Zentralasien birgt das Potenzial f&#xFC;r eine politische Krise. Experten warnen: Wenn die L&#xE4;nder Zentralasien ihre Wasserpolitik nicht reformieren, drohen ihnen bald &#xE4;hnliche Wasserknappheit wie in Teheran. Und das, obwohl zum Beispiel Tadschikistan mit seinem Zugang zu den Gletschern des Pamir und seinen Quellfl&#xFC;ssen eigentlich als wasserreich gilt. Ende 2025 ver&#xF6;ffentlichte das [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Jedes weitere Dürrejahr in Zentralasien birgt das Potenzial für eine politische Krise. Experten warnen: Wenn die Länder Zentralasien ihre Wasserpolitik nicht reformieren, drohen ihnen bald ähnliche Wasserknappheit wie in Teheran. Und das, obwohl zum Beispiel Tadschikistan mit seinem Zugang zu den Gletschern des Pamir und seinen Quellflüssen eigentlich als wasserreich gilt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ende 2025 veröffentlichte das Zukunftsforschungsinstitut&nbsp;<a href="https://nightingale-int.com/">Nightingale Intelligence</a>&nbsp;eine&nbsp;<a href="https://nightingale-int.com/central-asian-capitals-risk-a-tehran-moment-without-urgent-water-reform/">Studie</a>&nbsp;mit alarmierenden Prognosen. Demnach droht den zentralasiatischen Metropolen eine massive Verschlechterung der Wasserversorgung, sollte es nicht zu raschen und umfassenden Reformen kommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wasserversorgung der Region hängt maßgeblich vom&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Amudarja">Amudarja</a>&nbsp;und vom&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Syrdarja">Syrdarja</a>&nbsp;ab, deren Zuflüsse aus den Gletschern des&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pamir_(Gebirge)">Pamir-</a>&nbsp;und des&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tian_Shan">Tian-Shan-Gebirges</a>&nbsp;stammen. Seit den 1960er-Jahren haben diese Gletscher jedoch einen erheblichen Teil ihrer Masse verloren.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Folge werden die Flussläufe unberechenbarer – ein Risiko für die langfristige Wassersicherheit. Mindestens ebenso schwer wie der Klimawandel wiegt der ineffiziente Umgang mit Wasser in Landwirtschaft und Städten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Das „Teheran-Szenario“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://nightingale-int.com/sobir-kurbanov/">Sobir Kurbanov</a>, Ökonom und Experte für internationale Entwicklung sowie Mitautor der Studie, beschreibt im Gespräch mit Asia-Plus das sogenannte&nbsp;<a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Tehran_water_shortage#:~:text=Iran%20faces%20a%20severe%20water,southern%20districts%20of%20the%20city">&#8222;Teheran-Szenario&#8220;</a>: einen drastischen Rückgang der Frischwasserversorgung in Städten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Dieses Szenario entsteht durch das Zusammenwirken mehrerer Faktoren – erschöpfte Wasserquellen, sinkende Zuflüsse in Stauseen, nicht nachhaltiger Verbrauch, marode Infrastruktur, hohe Verluste und eine rasante Urbanisierung ohne ausreichende Investitionen“,</em>&nbsp;erklärt Kurbanov.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch herrschen in Städten wie&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Taschkent">Taschkent</a>,&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bischkek">Bischkek</a>&nbsp;oder&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Duschanbe">Duschanbe</a>&nbsp;keine formellen Wasserengpässe. Doch die Kombination aus wachsender Nachfrage und maroder Infrastruktur macht sie anfällig für Störungen. In Duschanbe seien bereits viele Merkmale des „Teheran-Szenarios“ erkennbar, warnt der Experte.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Marode Netze, hohe Verluste</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Großteil der städtischen Wasserversorgungssysteme stammt noch aus der Sowjetzeit und wurde seitdem vor allem notdürftig repariert. Die Folge sind hohe Wasserverluste, häufige Rohrbrüche und eine ungleichmäßige Versorgung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Duschanbe äußert sich dies laut Kurbanov in sinkendem Wasserdruck, zunehmenden Störungen, schlechterer Wasserqualität und einer wachsenden Abhängigkeit einzelner Stadtteile von Wasserlieferungen per Lkw oder privaten Brunnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommt der hohe Verbrauch: In Taschkent liegt der tägliche Pro-Kopf-Verbrauch bei 230 bis 270 Litern, in Spitzenzeiten sogar bei bis zu 400 Litern. In europäischen Städten mit vergleichbarem Lebensstandard sind es im Schnitt 140 bis 150 Liter.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:&nbsp;<a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/tadschikistans-doerfer-sammeln-schmelzwasser/">Tadschikistans Dörfer sammeln Schmelzwasser</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig gehen in Tadschikistan schätzungsweise 20 bis 38 Prozent des Wassers bereits während der Verteilung verloren – möglicherweise sogar mehr, da verlässliche Messsysteme fehlen. Zum Vergleich: In Europa gelten 25 Prozent als Durchschnitt, Spitzenwerte liegen bei 10 bis 12 Prozent.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Management statt Mangel</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Studie kommt zu dem Schluss, dass technische Verluste und hoher Verbrauch Symptome eines tiefer liegenden Problems sind: eines ineffizienten Wassermanagements. Das bestehende System basiert weitgehend auf sowjetischen Strukturen, die für stabile klimatische Bedingungen und zentrale Planung konzipiert waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute sind die Wasserbehörden dauerhaft unterfinanziert, Tarife decken die tatsächlichen Kosten nicht, Investitionen bleiben aus. Daneben fehlt es an umfassender Kontrolle über Wasserentnahmen und Verluste.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Tadschikistan bewegt sich auf eine Krise zu, selbst ohne formale Reduzierung der Wasserressourcen“, sagt Kurbanov. Ursache seien hohe Verluste, mangelhafte Zählersysteme, fehlende Sparanreize und eine unzureichende Koordination zwischen Wasser-, Energie- und Stadtentwicklungspolitik.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Landwirtschaft als Hauptverbraucher</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders deutlich werden die Defizite in der Landwirtschaft, die 80 bis 90 Prozent der Wasserentnahmen in Zentralasien ausmacht. Noch immer dominieren offene Kanäle und Schwerkraftsysteme, bei denen bis zu 40 Prozent des Wassers durch Versickerung und Verdunstung verloren gehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Folgen sind sinkende Grundwasserspiegel, Bodenversalzung und geschädigte Ökosysteme – Prozesse, die bereits im&nbsp;<a href="https://nationalgeographic.de/umwelt/2017/11/zentralasien-es-war-einmal-ein-see/">Aralseebecken</a>&nbsp;sichtbar sind und langfristig auch Städte betreffen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Tadschikistan zeigt sich Wasserknappheit vor allem im ländlichen Alltag. Jede Verringerung des Bewässerungswassers wirkt sich unmittelbar auf Einkommen, Stromversorgung und Lebensbedingungen aus.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:&nbsp;<a href="https://novastan.org/de/kasachstan/zentralasien-im-fluss-das-neue-themenheft-der-zeitschrift-osteuropa/">Zentralasien im Fluss: Das neue Themenheft der Zeitschrift „Osteuropa“</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Lage an den Quellgebieten wichtiger Flüsse verschafft Tadschikistan laut Kurbanov das Potenzial, eine führende Rolle im regionalen Wassermanagement zu übernehmen – vorausgesetzt, es gelingt eine koordinierte Steuerung von Wasser-, Energie- und Bewässerungssystemen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Abwanderung aus ländlichen Regionen&nbsp;</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Studie warnt zudem vor den sozialen Folgen der Wasserknappheit. Sinkende Erträge und Einkommen führen zu einer schleichenden Abwanderung aus ländlichen Regionen – zunächst saisonal, später dauerhaft. Der Druck auf die Städte wächst dadurch weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Beispiel ist der&nbsp;<a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Asht_District">Bezirk Ascht</a>&nbsp;in der&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sughd">Region Sughd</a>, bekannt für seine Aprikosenplantagen. Dort hat der Mangel an Bewässerungswasser bereits existenzielle Folgen. Der Rückgang des Wasserflusses im Fergana-Kanal sowie marode Pumpanlagen aus Sowjetzeiten verschärfen die Lage.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wasser und Strom – ein doppeltes Risiko</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr als 80 Prozent des Stroms in Tadschikistan stammen aus Wasserkraft. Sinkende Wasserstände wirken sich daher direkt auf die Energieversorgung aus. Schneearme Winter führen zu Stromrationierungen, da Wasser in Stauseen zurückgehalten werden muss. „Wasser, Strom, Bewässerung und Trinkwasserversorgung hängen alle von derselben hydrologischen Basis ab“, betont Kurbanov.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Spannungen mit Anrainerstaaten&nbsp;</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zusätzliche Unsicherheit bringt der Bau des&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kusch-Tepa-Kanal">Kosh-Tepa-Kanals</a>&nbsp;in&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Afghanistan">Afghanistan</a>, der künftig bis zu zehn Kubikkilometer Wasser jährlich aus dem Amudarja ableiten könnte. Dies entspricht rund einem Drittel seines aktuellen Abflusses und verschärft die Spannungen zwischen den Anrainerstaaten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Usbekistan">Usbekistan</a>&nbsp;könnte betroffen sein, dessen Bewässerungssysteme stark vom Amudarja abhängen. Für Tadschikistan liegen die Risiken laut Kurbanov weniger in der Wassermenge als in politischen und systemischen Folgen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Noch ist es nicht zu spät</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Autoren der Studie betonen: Das „Teheran-Szenario“ ist kein Schicksal, sondern das Resultat von Untätigkeit. Notwendig seien Investitionen in Infrastruktur, die Reduzierung von Verlusten, Reformen in der Landwirtschaft und eine faire Wasserökonomie mit klaren Tarifen und Verantwortlichkeiten. Ob Zentralasien den vorherigen Kurs noch korrigieren kann, hängt davon ab, wie schnell Worten konkrete Maßnahmen folgen.&nbsp;</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aliya Khamidullina für Asia-Plus</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://asiaplustj.info/news/tajikistan/security/20260119/vodnie-resursi-v-tsentralnoi-azii-istotshayutsya-chto-budet-kogda-pridet-chas-h">Russischen</a> von Margaret Bullich</strong></p>
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		<title>Kleine schneebedeckte Berge</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Dec 2025 04:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bild des Tages]]></category>
		<category><![CDATA[Handel]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Auf der Alm Khodzha-Obigarm in Tadschikistan reflektieren kleine, unber&#xFC;hrte Erhebungen das klare Sonnenlicht. Auf einem ausgebreiteten Tuch warten sie auf den n&#xE4;chsten Kunden. Diese kommen, um sich mit Kurut einzudecken, einer sonnengetrockneten K&#xE4;sespezialit&#xE4;t, die lange haltbar ist. Dieser schmackhafte Snack wird in ganz Zentralasien verzehrt und hat sogar einem der tadschikischen Nationalgerichte seinen Namen gegeben: [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Auf der Alm Khodzha-Obigarm in Tadschikistan reflektieren kleine, unberührte Erhebungen das klare Sonnenlicht. Auf einem ausgebreiteten Tuch warten sie auf den nächsten Kunden. Diese kommen, um sich mit <strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kurut-die-weissen-steine-die-gegen-hunger-helfen/?noredirect=de-DE">Kurut </a></strong>einzudecken, einer sonnengetrockneten Käsespezialität, die lange haltbar ist. Dieser schmackhafte Snack wird in ganz Zentralasien verzehrt und hat sogar einem der tadschikischen Nationalgerichte seinen Namen gegeben: Kurutob.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Foto : <a href="https://nomadsland.travel/fr/before-you-go/blog/mon-beau-jailoo">Pierre-Armand Dussex</a></strong> (<strong><a href="https://www.nomadsland.travel/fr/before-you-go/tajikistan/historical-site/fortress-hissor">nomadsland.travel</a></strong>, Schweiz)</p>


<p><a style="color: #f57d20; text-decoration: underline;" href="https://www.novastan.org/de/cat/bild-des-tages/">Hier</a> geht’s zu mehr Bildern des Tages. Sie können einige davon kaufen und zu Hause empfangen: <span style="color: #ff6600;"><a style="color: #ff6600;" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/du-kannst-das-bild-des-tages-von-novastan-auch-kaufen/">hier ist die Liste</a></span>! Wenn Sie Ihr Bild nicht in der Liste finden, schicken Sie uns eine E-Mail an <span style="text-decoration: underline;"><a href="mailto:photo@novastan.org">photo@novastan.org</a></span>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Ländlicher Raum Xinjiangs: Interview mit Anthropologe Rune Steenberg</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Oct 2025 18:06:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[Uigurische Region]]></category>
		<category><![CDATA[Anthropologie]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In den sozialen Netzwerken sind die Bilder von uigurischen Gefangenen k&#xFC;rzlich den malerischen Stra&#xDF;en von Kaschgar und gr&#xFC;nen Landschaften gewichen. Hinter diesen Bildern setzt Peking seinen Plan zur Wiederbelebung des l&#xE4;ndlichen Raums des uigurischen Autonomen Gebietes Xinjiang weiter um. Der d&#xE4;nische Anthropologe Rune Steenberg erkl&#xE4;rt Novastan, was dies f&#xFC;r die Bev&#xF6;lkerung der Region bedeutet. Bis [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">In den sozialen Netzwerken sind die Bilder von uigurischen Gefangenen kürzlich den malerischen Straßen von Kaschgar und grünen Landschaften gewichen. Hinter diesen Bildern setzt Peking seinen Plan zur Wiederbelebung des ländlichen Raums des uigurischen Autonomen Gebietes Xinjiang weiter um. Der dänische Anthropologe Rune Steenberg erklärt Novastan, was dies für die Bevölkerung der Region bedeutet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.undp.org/china/publications/rural-revitalization-china">Bis 2027</a> will China die Lebensqualität und die landwirtschaftliche Produktion in seinen ländlichen Gebieten verbessern, indem es sich auf fünf Säulen stützt: auf die industrielle, kulturelle, organisatorische, ökologische und menschliche Revitalisierung.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Um die Herausforderungen dieses 2018 gestarteten Plans zur Wiederbelebung des ländlichen Raums im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Xinjiang">Gebiet Xinjiang</a> besser zu verstehen, hat Novastan Rune Steenberg, Anthropologe an der Palacký-Universität in Olomouc in Tschechien, interviewt. Auf Basis seiner Erfahrung vor Ort veröffentlichte er zahlreiche Arbeiten über das wirtschaftliche und soziale Leben der uigurischen Gemeinschaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Seit 2017 konnte ich für meine Forschungen nicht mehr in die Region zurückkehren”</em>, gesteht Steenberg. Daher ist er nun Teil einer von der Europäischen Union unterstützten Initiative, die darauf abzielt, <a href="https://www.remote-xuar.com/">anthropologische Fernforschungsmethoden</a> zu entwickeln, um den zunehmend eingeschränkten Zugang von Forschenden zu bestimmten Gemeinschaften zu kompensieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein strategisches Gebiet für die Wiederbelebung des ländlichen Raums</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die einzigartige Geografie und die weitläufigen landwirtschaftlichen Flächen Xinjiangs machen die Region zu einem Schlüsselgebiet, um die von China angestrebte Ernährungssouveränität zu erreichen, aber auch um neue Technologien einzuführen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/repressionen-in-xinjiang-stehen-unter-milder-kritik-in-zentralasien/">Repressionen in Xinjiang stehen unter milder Kritik in Zentralasien</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischen Bergen, Oasen und endlosen Feldern bietet die Region eine ideale ökologische Vielfalt, um technologische Innovationen zu testen. Im Juli 2025 beleuchtet beispielsweise eine <a href="https://www.bloomberg.com/news/articles/2025-07-08/china-builds-ai-dreams-with-giant-data-centers-in-the-desert">Untersuchung der amerikanischen Agentur Bloomberg</a> die Einrichtung von Datenspeicherzentren für künstliche Intelligenz in der Region.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rune Steenberg stellt eine <em>„verstärkte Mechanisierung im weitgehend staatlich verwalteten Agrarsektor“</em> fest. Die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua hebt insbesondere den <a href="https://english.news.cn/20250709/448c5de8fa5e4e0ca556a196f6bc2b8a/c.html">Einsatz von Drohnen</a> zum Ausbringen von Pestiziden auf Baumwollfeldern hervor. Trotz einer offensichtlichen Optimierung der landwirtschaftlichen Praktiken <em>„verlieren die Einheimischen jedoch nach und nach ihre Landbesitzrechte, die von staatlich finanzierten Genossenschaften übernommen werden, und ziehen es oft vor, in Fabriken zu arbeiten“</em>, erklärt der Anthropologe.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zwischen technologischer Entwicklung und Assimilation</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Industrialisierung und technologische Entwicklung der Region geht mit einer Migrationswelle von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Han_(Ethnie)">Han-Chines:innen</a> aus allen Teilen des Landes einher. Ein Prozess, der laut Rune Steenberg in den 1950er Jahren seinen Anfang nahm. Seiner Meinung nach hat die chinesische Regierung mehrere Ziele: die Migration nach Xinjiang zu fördern, um der uigurischen Mehrheit entgegenzuwirken, die Region <a href="https://www.arte.tv/fr/articles/les-influenceurs-de-la-colonisation-la-methode">in den sozialen Netzwerken zu bewerben</a> und ihr Image aufzupolieren. Schließlich geht es darum, einen Umzug nach Xinjiang als Ausweg, als Hoffnung auf ein neues Leben für chinesische Bauern aus anderen Regionen darzustellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/bahnprojekt-china-kirgistan-usbekistan-baubeginn-im-august/">Bahnprojekt China – Kirgistan – Usbekistan: Baubeginn im August</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Für den Forscher ist China kein Einzelfall. Er sieht in der „Assimilationspolitik” in Xinjiang ein Beispiel für <em>„unbewaffnete Kolonialisierung”</em>. <em>„Ein Prozess, der auch in Palästina oder in Algerien während der französischen Kolonialisierung zu beobachten war”</em>, so Steenberg. Die Einführung neuer Technologien erfolge ohne die Zustimmung der lokalen Bevölkerung, deren einzige Wahl darin bestehe, mitzumachen oder aufzugeben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eine komplexe und kontrastreiche Realität</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Rune Steenberg betont, dass die Reaktionen innerhalb der uigurischen Gemeinschaft vielfältig sind. <em>„Die jüngeren Generationen sehen auch die Möglichkeit, sich aus ihrer Lage zu befreien, indem sie die Bedingungen der Regierung akzeptieren“</em>, die beispielsweise ein vorteilhaftes Gesundheitssystem und Subventionen anbietet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sich nur auf die <a href="https://novastan.org/de/uigurische-region/dem-chinesischen-gulag-entflohen-die-geschichte-der-uigurin-gulbahar-haitiwaji/?noredirect=de-DE">Internierungslager</a> zu konzentrieren, sei ebenso verkürzt wie zu behaupten, dass in der Region alles in Ordnung sei, erklärt der Forscher. Es sei wichtig zu verstehen, dass die Realität nicht nur schwarz oder weiß sei und dass innerhalb der uigurischen Bevölkerung je nach sozialer Schicht und Beruf unterschieden werden müsse.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die Uigur:innen und die Han stehen nicht in einem direkten Gegensatz zueinander“</em>, betont Steenberg. Für ihn steht die Beziehung der Regierung zur Bevölkerung im Mittelpunkt des Problems.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiterer wichtiger Pfeiler des Plans zur Wiederbelebung des ländlichen Raums in Xinjiang ist die Entwicklung des Tourismus. <a href="https://www.globaltimes.cn/page/202505/1334961.shtml">Laut der Global Times</a> haben die chinesischen Behörden in diesem Jahr einen Plan entwickelt, der darauf abzielt, bis 2030 mehr als 400 Millionen Besucher:innen pro Jahr zu empfangen und Einnahmen in Höhe von 1 Billion Yuan (120 Milliarden Euro) zu erzielen, was laut Steenberg mit einer „Folklorisierung” der uigurischen Kultur einhergeht. Bestimmte Merkmale werden inszeniert oder sogar verfälscht. <em>„Hier geht es nicht um eine vollständige Auslöschung der uigurischen Kultur, sondern eher um eine Auswahl und Instrumentalisierung bestimmter Aspekte”</em>, erklärt der Anthropologe. Er verweist beispielsweise auf die kürzliche Eröffnung neuer Museen und Ausstellungen, die das uigurische Erbe ausschließlich mit der chinesischen Geschichte in Verbindung bringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Realität hinter den Kameras und dem Lächeln bleibt schwer zu fassen, erinnert Steenberg. Die chinesische Bevölkerung, ob Uigurin oder Han, bewegt sich zwischen individuellen Bestrebungen und staatlicher Politik. Weit entfernt vom vorherrschenden dichotomischen Diskurs ist die Realität der ländlichen Wiederbelebung in Xinjiang komplex und manchmal widersprüchlich.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Lisa Ducher für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/region-ouighoure/regard-sur-la-revitalisation-rurale-du-xinjiang-entretien-avec-lanthropologue-rune-steenberg/">Französischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Heuschrecken-Bekämpfung: Die Herausforderungen in zentralasiatischen Ländern</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 May 2025 06:54:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Fernerkundung]]></category>
		<category><![CDATA[Heuschrecken]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Zusammenarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Pestmanagement]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Auch dieses Jahr m&#xFC;ssen fast 4 Millionen Hektar mit Pestiziden gegen Heuschrecken in zahlreichen Gebieten Zentralasiens bearbeitet werden. Arbeiten in den Regionen T&#xFC;rkistan und Jambyl (Kasachstan), Chatlon (Tadschikistan) sowie Qashqadaryo, Surxondaryo und Buxoro (Usbekistan) sind bereits in vollem Gange. Mit Heuschreckenplagen und katastrophaler Zerst&#xF6;rung der Ernten verbinden viele Menschen wahrscheinlich eine der biblischen Plagen in [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Auch dieses Jahr müssen fast 4 Millionen Hektar mit Pestiziden gegen Heuschrecken in zahlreichen Gebieten Zentralasiens bearbeitet werden. Arbeiten in den Regionen Türkistan und Jambyl (Kasachstan), Chatlon (Tadschikistan) sowie Qashqadaryo, Surxondaryo und Buxoro (Usbekistan) sind bereits in vollem Gange.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Heuschreckenplagen und katastrophaler Zerstörung der Ernten verbinden viele Menschen wahrscheinlich eine der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zehn_Plagen">biblischen Plagen in Ägypten</a>. Heuschrecken bedrohen die Menschheit aber immer noch bis heute. So erreichten uns in Europa vor allem die Nachrichten über desaströse Plagen aus <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/2003%E2%80%932005_African_locust_outbreak#:~:text=During%20the%20summer%20of%202004,dangerous%20locust%20situations%20since%201989">Westafrika (2003-2005)</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Heuschreckenplage_2019/2020">Ostafrika (2019-2021)</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber Heuschreckenplagen in Zentralasien? Tatsächlich bietet Zentralasien aufgrund der semi-ariden und ariden Bedingungen ideale Voraussetzungen und Lebensräume für viele Heuschreckenarten (Foto 1). Vor allem die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Marokkanische_Wanderheuschrecke">Marokkanische Wanderheuschrecke</a> (Foto 2), die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Italienische_Sch%C3%B6nschrecke">Italienische Schönschrecke</a> (Titelbild) und <a href="https://www.fao.org/locusts-cca/bioecology/asian-migratory-locust-lmi/en/">die Asiatische Wanderheuschrecke</a> sind gefährliche Arten und müssen in Zentralasien jedes Jahr beobachtet und bekämpft werden.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="768" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/05/Habitat-der-Marokkanischen-Wanderheuschrecke_DLR-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-42274" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/05/Habitat-der-Marokkanischen-Wanderheuschrecke_DLR-1024x768.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/05/Habitat-der-Marokkanischen-Wanderheuschrecke_DLR-300x225.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/05/Habitat-der-Marokkanischen-Wanderheuschrecke_DLR-768x576.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/05/Habitat-der-Marokkanischen-Wanderheuschrecke_DLR.jpg 1386w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Foto 1: Habitat der Marokkanischen Wanderheuschrecke (Region Türkistan, südliches Kasachstan, © DLR, Igor Klein).</strong></figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/05/Marokkanische-Wanderheuschrecken-in-einem-Faenger_DLR-768x1024.jpg" alt="" class="wp-image-42275" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/05/Marokkanische-Wanderheuschrecken-in-einem-Faenger_DLR-768x1024.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/05/Marokkanische-Wanderheuschrecken-in-einem-Faenger_DLR-225x300.jpg 225w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/05/Marokkanische-Wanderheuschrecken-in-einem-Faenger_DLR.jpg 1040w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Foto 2: Marokkanische Wanderheuschrecken in einem Fänger (1-2 Wochen alt und ca. 3-5mm groß, Region Türkistan, südliches Kasachstan, © DLR, Igor Klein).</strong></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">In den Jahren 1998 bis 2001 kam es zu einer der verheerendsten Plagen in der jüngeren Geschichte Kasachstans. Ein massiver und großflächiger Einsatz von giftigen Pestiziden war deshalb notwendig; allein im Jahr 2000 waren es 7 Millionen Hektar.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Heuschreckenbekämpfung und aktuelle Situation in Zentralasien</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Beobachtung, Prognose und Bekämpfung von Heuschrecken unterstehen in zentralasiatischen Ländern den Ministerien für Landwirtschaft. Jährlich müssen in ganz Zentralasien bis zu 40 Millionen Hektar beobachtet werden. Sobald die Heuschreckenpopulation eine gefährliche Dichte erreicht, müssen diese bekämpft werden, um einen Ausbruch oder gar Plage zu verhindern. Im Vergleich zum Jahr 2023 stieg 2024 die gegen Heuschrecken bearbeitete Fläche von <a href="https://www.fao.org/locusts-cca/current-situation/en/">ca. 2,5 Millionen Hektar auf fast 4 Millionen Hektar</a>. Allein in Kasachstan wurden für den Bekämpfungseinsatz ca. 15,5 Millionen Euro ausgegeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem gab es in vielen Regionen lokale Ausbrüche (z.&nbsp;B. in den Regionen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aqt%C3%B6be_(Gebiet)">Aqtöbe</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qostanai_(Gebiet)">Qostanai</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%BCrkistan_(Gebiet)">Türkistan</a>). Für 2025 prognostizieren zuständige Behörden notwendige Bekämpfungsmaßnahmen in ähnlicher Größenordnung. Ob es in diesem Jahr jedoch trotz intensiver Beobachtung und Bearbeitung zu Heuschreckausbrüchen kommt, hängt von lokaler Witterung, der Wirkung eingesetzter Pestizide, aber auch von der Effizienz des Managements ab.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Außerdem handelt es sich bei Heuschrecken um grenzüberschreitende Schädlinge, die große Distanzen zurücklegen. So kann es sein, dass Gebiete in einem Staat trotz maximalen Einsatzes von Heuschreckenschwärmen heimgesucht werden, wenn im benachbarten Staat keine oder weniger erfolgreiche Bekämpfungsmaßnahmen stattfanden. Deshalb sind <a href="https://www.fao.org/locusts-cca/en/">internationale Initiativen wie z.&nbsp;B. die der FAO</a> <a>(Food and Agriculture Organization of the United States) </a>von hoher Bedeutung für die Nahrungsmittelsicherheit betroffener Länder.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben den bereits erwähnten drei Heuschreckenarten kam es in letzten Jahren zu einem verstärkten Einsatz gegen den sogenannten <em>Saxaul humpback</em> (<em>Dericorys albidula</em>, Foto 3). Aufgrund der großen natürlichen und aufgeforsteten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Saxaul">Saxaul</a>-Gebiete wird diese Art vor allem in Usbekistan zum Problem.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/05/Saxaul-humpback-Dericorys-albidula-im-dritten-Nymphen-Stadium_DLR-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-42272" style="width:752px;height:auto" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/05/Saxaul-humpback-Dericorys-albidula-im-dritten-Nymphen-Stadium_DLR-1024x576.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/05/Saxaul-humpback-Dericorys-albidula-im-dritten-Nymphen-Stadium_DLR-300x169.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/05/Saxaul-humpback-Dericorys-albidula-im-dritten-Nymphen-Stadium_DLR-768x432.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/05/Saxaul-humpback-Dericorys-albidula-im-dritten-Nymphen-Stadium_DLR.jpg 1386w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Foto 3: Saxaul humpback (<em>Dericorys albidula</em>) im dritten Nymphen-Stadium (Region Buxoro, südliches Usbekistan, © DLR, Igor Klein).</strong></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/das-aralsee-syndrom-warum-schrumpft-das-kaspische-meer/"><strong>Das „Aralsee-Syndrom“ – Warum schrumpft das Kaspische Meer?</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar spielt die Aufforstung von Saxaul-Bäumen eine wichtige Rolle für die Verringerung von Staubstürmen, vor allem auf dem ausgetrockneten Boden des ehemaligen Aralsees (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aralkum">Aralkum-Wüste</a>). Jedoch kam es in den letzten Jahren vermehrt zu Bekämpfungskampagnen gegen diesen spezialisierten Schädling. Ob der Anstieg des <em>Saxaul humpback </em>mit der Vergrößerung der Saxaul-Gebiete in direktem Zusammenhang steht, muss wissenschaftlich noch untersucht werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Heuschrecken und ihre Änderung im Verhalten</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Gefährliche Heuschreckenarten (davon gibt es weltweit mehr als zwei Dutzend) können in zwei unterschiedlichen Phasen vorkommen. In der einen, sogenannten solitären Phase, benehmen sie sich wie herkömmliche Grashüpfer. Sie sind Einzelgänger, sehr wählerisch in der Nahrungswahl und sind ein wichtiger Teil eines gesunden Ökosystems. Durch Änderung der Umweltbedingungen kann es aber periodisch zu Verdichtung der Heuschreckenanzahl auf kleiner Fläche kommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die erhöhte Dichte einzelner Heuschrecken führt dazu, dass sie eine Wandlung durchmachen und in eine sogenannte gregäre Phase übergehen. Während dieser gregären Phase ändern sie ihr Verhalten und manche Arten sogar ihr <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Desert_locust">Aussehen</a>. Sie treten nun in Schwärmen auf, sind viel gefräßiger und mobiler. Unkontrolliert kommt es zu starkem Anwachsen der Population und daraus entwickelt sich schließlich eine Plage.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Heuschreckenausbrüche und Plagen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Heuschreckenausbrüche können nicht durch eine bestimmte Ursache erklärt werden. Vor allem in Zentralasien ist das ein Zusammenspiel zwischen verschiedenen Umweltparametern, Landnutzung und Management. Temperatur, lokale Niederschlagsmenge und Bodenfeuchte bestimmen die Verteilung natürlicher Futterquellen (Vegetation) und damit die Dichte von Heuschrecken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Menschliche Aktivitäten wie z.&nbsp;B. Feldbau und Überweidung wirken sich ebenfalls direkt auf die Heuschreckenpopulation aus. So geht man davon aus, dass die nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion brachliegenden Felder die Plagen in den Jahren 1998 bis 2001 ermöglichten. Die Einstellung von Bodenbearbeitung führte dazu, dass die Steppe „zurückkam“ und der Italienischen Schönschrecke einen größeren Lebensraum für ihre Verbreitung gab.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/zentralasien-droht-eine-der-schlimmsten-heuschreckenplagen-der-letzten-jahrzehnte/"><strong>Zentralasien droht eine der schlimmsten Heuschreckenplagen der letzten Jahrzehnte</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Abgesehen von Umweltänderungen und menschlicher Landnutzung spielt ein ineffektives Heuschreckenmanagement bei Ausbrüchen und Plagen eine zentrale Rolle. Unzureichende Beobachtung und ineffiziente Bekämpfung, z.&nbsp;B. aufgrund von Mangel an Technik und Fachpersonal (oft wegen instabiler Finanzierung, politischer Lage oder geschwächten Behörden) werden immer wieder als Grund genannt, <a href="https://www.mdpi.com/2073-4395/12/2/472">wenn es zu Plagen kommt</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Gesundheit, Nahrungssicherheit und Umwelt</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Aus heutiger Sicht gibt es zwei grundsätzliche Probleme, wenn Heuschrecken Schwärme bilden. Zum einen verursachen Schwärme große Schäden in der landwirtschaftlichen Produktion. Zum anderen basiert heute die Bekämpfung immer noch auf zum Teil sehr giftigen Pestiziden. Diese schädigen das gesamte Ökosystem und gefährden bei falscher Anwendung auch die Gesundheit der Menschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar gibt es Fortschritte in der Nutzung von Biopestiziden (Bakterien oder Pilze, die nur auf Heuschrecken wirken), aber diese haben eine längere Wirkungszeit, verursachen größeren Aufwand in der Herstellung sowie Lagerung und damit auch höhere Kosten. Aus diesen Gründen wird die Bekämpfung immer noch hauptsächlich mit chemischen Pestiziden durchgeführt – mit all den <a href="https://www.preventionweb.net/news/insecticide-use-against-desert-locust-horn-africa-2019-2021-reveals-pressing-need-change">negativen Folgen für die Umwelt und Menschen.</a></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) – Erdbeobachtung aus dem All</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eine verbesserte Prognose und Früherkennung können einen wesentlichen Teil dazu beitragen, den Einsatz von Pestiziden so minimal wie möglich zu halten und sie auf kleineren Gebieten einzusetzen. Gleichzeitig kann eine bessere Prognose und Früherkennung den Einsatz von Biopestiziden weiter fördern, da dadurch mehr Zeit für Planung, Einsatz und Wirkung gewonnen wird. Eine der wichtigsten technologischen Errungenschaften im präventiven Pestmanagement ist die Nutzung von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Fernerkundung">Fernerkundungsdaten</a>. Allerdings wird diese Möglichkeit noch nicht im vollen Ausmaß ausgeschöpft und hätte auch in <a href="https://www.mdpi.com/2075-4450/12/3/233">Zentralasien hohes Nutzungspotenzial</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Rahmen verschiedener internationaler Projekte treibt das <a href="https://www.dlr.de/de/eoc/ueber-uns/deutsches_fernerkundungsdatenzentrum">Deutsche Fernerkundungsdatenzentrum (DFD) des DLR</a> die Entwicklung <a href="https://www.youtube.com/watch?v=sh1p4pq2S84&amp;t=8s">digitaler Lösungen und moderner Technologien</a> voran. Vor allem die Nutzung von Satelliten- und Drohnendaten (Abbildung 1) sowie der Anwendung künstlicher Intelligenz (KI) könnten in Zukunft zu Verbesserungen bei der Beobachtung und Prognose führen.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="862" height="550" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/05/Heuschreckenansammlung-auf-Drohnenaufnahmen_DLR.png" alt="" class="wp-image-42273" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/05/Heuschreckenansammlung-auf-Drohnenaufnahmen_DLR.png 862w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/05/Heuschreckenansammlung-auf-Drohnenaufnahmen_DLR-300x191.png 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/05/Heuschreckenansammlung-auf-Drohnenaufnahmen_DLR-768x490.png 768w" sizes="auto, (max-width: 862px) 100vw, 862px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Abbildung 1: Heuschreckenansammlung auf Drohnenaufnahmen aus 100m Flughöhe (markiert mit roten Kreisen). Die beiden eingeblendeten Fotos zeigen die Situation am Boden (Region Türkistan, südliches Kasachstan, © DLR, Igor Klein).</strong></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Auch bei der Erforschung, wie sich der Klimawandel auf die Ausbreitung und das Verhalten von Heuschrecken auswirkt, werden Satellitendaten eine wichtige Rolle spielen. Hier bleibt viel Forschungsbedarf, da <a href="https://www.nationalgeographic.com/science/article/locust-plague-climate-science-east-africa#:~:text=A%20plague%20of%20locusts%20has,that%20has%20caused%20the%20infestations">erste Studien</a> darauf hindeuten, dass der Klimawandel zu häufigeren Plagen führen wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ausblick in die Zukunft</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht zuletzt sind Heuschrecken eine hervorragende Proteinquelle und enthalten viele wichtige Nährstoffe wie Eisen, Zink und B-Vitamine. Sie werden in vielen Kulturen seit Jahrhunderten als Teil der traditionellen Ernährung genutzt. In Anbetracht des globalen Wandels mit wachsender Bevölkerung und immer spürbareren Auswirkungen des Klimawandels auf die Nahrungssicherheit könnten Heuschrecken in Zukunft eine wichtige Rolle als Nahrungsmittel oder Tierfutter spielen; so wurden Heuschrecken während der letzten Plage in Kenia gesammelt und auf dem Markt verkauft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und in Zentralasien? Mit den vielen Heuschreckenarten besitzt Zentralasien vielleicht eine natürliche und nachhaltige Ressource, die sich mit verbesserten Technologien und zielgerichtetem Management möglicherweise von einer Plage zu proteinreicher Futter- bzw. Nahrungsquelle wenden ließe. Schon in der Vergangenheit ließen Tierhalter in Zentralasien z.&nbsp;B. ihre Schafherde Heuschreckenansammlungen folgen und sich davon ernähren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Kommentare und Anfragen zum Thema gerne an: <a href="mailto:locust-tec@dlr.de">locust-tec@dlr.de</a></em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Dr. Igor Klein, Mitarbeiter Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR)</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Redaktionell betreut von Michèle Häfliger</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Kasachstans Landwirtschaft im Kontext der Global-Gateway-Strategie</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Konstantin Blondeau]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Oct 2024 17:46:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Brüssel-Astana: Eine neue Klimabrücke?]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Union]]></category>
		<category><![CDATA[Global Gateway]]></category>
		<category><![CDATA[grünes Wachstum]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>BR&#xDC;SSEL &#x2013; ASTANA: EINE NEUE KLIMABR&#xDC;CKE? &#x2013; Mit ihrer Global-Gateway-Strategie und Investitionen in Kasachstans Landwirtschaft versucht die Europ&#xE4;ische Union in Zentralasien an Einfluss zu gewinnen. Insbesondere im Bereich der gr&#xFC;nen Technologien hat Europa im Vergleich zu geopolitischen Konkurrenten eine Vorreiterrolle. Welche wirtschaftlichen, sozialen und geopolitischen Auswirkungen hat der Klimawandel in Zentralasien? Wo besteht dringender Handlungsbedarf? [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>BRÜSSEL – ASTANA: EINE NEUE KLIMABRÜCKE? – Mit ihrer Global-Gateway-Strategie und Investitionen in Kasachstans Landwirtschaft versucht die Europäische Union in Zentralasien an Einfluss zu gewinnen. Insbesondere im Bereich der grünen Technologien hat Europa im Vergleich zu geopolitischen Konkurrenten eine Vorreiterrolle.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Welche wirtschaftlichen, sozialen und geopolitischen Auswirkungen hat der Klimawandel in Zentralasien? Wo besteht dringender Handlungsbedarf? Reichen die bereits ergriffenen Maßnahmen aus? Die Artikelserie BRÜSSEL-ASTANA: EINE NEUE KLIMABRÜCKE? geht diesen Fragen nach. Ein Projekt von Konstantin Blondeau-Mikhaïlov und Camille Ramecourt.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Alle Artikel der Reihe findet ihr </em><a href="https://novastan.org/de/tag/bruessel-astana-eine-neue-klimabruecke/"><em>hier</em></a><em>.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Global Gateway – der politische Einflusshebel der EU</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Brüssel hielt sich lange von den zentralasiatischen Ländern fern. Allerdings haben Veränderungen in der globalen Dynamik, wie der Krieg in der Ukraine, der <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/china-profitiert-in-zentralasien-von-der-isolation-russlands/?noredirect=de-DE">Aufstieg Chinas</a> und der <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/zentralasien-bewahrt-angesichts-der-machtuebernahme-der-taliban-die-ruhe/?noredirect=de-DE">Rückzug der USA aus Afghanistan</a>, die Rolle Zentralasiens in der Außenpolitik der Europäischen Union (EU) gestärkt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Infolgedessen hat die EU einen proaktiveren Ansatz gewählt und die <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/global-gateway-die-eu-investiert-in-den-transkaspischen-korridor/?noredirect=de-DE">Global-Gateway-Strategie</a> in Zentralasien gefördert. Diese aus Projekten bestehende Initiative konzentriert sich auf digitale Vernetzung und Klimakooperation.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Doch warum soll die EU den Klimawandel in Zentralasien bekämpfen? Aluddin Komilov, Forscher am <a href="https://proreforms.uz/">Zentrum für progressive Reformen</a> in Usbekistan, erklärt gegenüber Novastan: <em>„Diese Region ist sehr vielversprechend. Die Europäische Union ist daran interessiert, weil sie einen Wettbewerbsvorteil hat, wenn es darum geht, Lösungen für diese Probleme zu finden. Und im Vergleich zu anderen Großmächten hat die EU in Zentralasien ein positiveres Image als Russland oder China.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser strategische Ansatz steht im Einklang mit den Verpflichtungen der EU im Rahmen internationaler Abkommen wie dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Übereinkommen_von_Paris">Pariser Abkommen</a> und der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung und zeigt ihr Engagement für die Bewältigung von Umweltherausforderungen und den Kampf gegen den Klimawandel.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Klimawandel und regionale Stabilität</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die EU-Global-Gateway-Strategie <a href="https://www.consilium.europa.eu/en/press/press-releases/2023/10/23/joint-communique-of-the-19th-european-union-central-asia-ministerial-meeting-23-october-2023-luxembourg/pdf">umfasst in Zentralasien zwei Sektoren</a>: Klima und digitale Konnektivität. Letztere ist Gegenstand eines zunehmenden geopolitischen Wettbewerbs und entspricht dem Wunsch der EU, in diesem neuen Bereich gegenüber anderen einflussreichen Ländern, insbesondere Russland und China, nicht an Boden zu verlieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der zweite Teil ist die Team-Europe-Initiative, die sich auf Energie, Wasser und Klimawandel konzentriert, um einen grünen Wandel zu fördern. Hauptziel ist die effiziente Bewirtschaftung der Wasser- und Energieressourcen und die Bewältigung der Herausforderungen des Umwelt- und Klimawandels in Zentralasien.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/anpassung-hat-prioritaet-klimawandel-in-kasachstan/"><strong>„Anpassung hat Priorität“ – Klimawandel in Kasachstan</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Angesichts der komplexen Verbindung der Wasserressourcen durch grenzüberschreitende Flüsse wie dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Amudarja">Amudarja</a> und dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Syrdarja">Syrdarja</a> ist die Region mit komplexen Dynamiken konfrontiert. Länder an den Oberläufen, wie Tadschikistan und Kirgistan, nutzen Wasser zur Stromerzeugung, während flussabwärts gelegene Länder wie Kasachstan, Usbekistan und Turkmenistan auf Wasser für die Landwirtschaft angewiesen sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die wechselseitige Abhängigkeit dieser Länder in Bezug auf Wasser und Energie hat zu Diskussionen über die Institutionalisierung von Beziehungen geführt, die auf der Verbindung dieser beiden Faktoren basieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Diversifizierung geopolitischer Interessen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zudem ist Zentralasien eine Region, in der die europäischen Länder weniger Einfluss haben als China und Russland. Durch die Förderung regionaler Projekte will die EU die zentralasiatischen Länder vereinen und ihre Integration fördern. Im Gegensatz zu früheren Praktiken, bei denen Großmächte ihre Außenpolitik über Moskau koordinierten, will die EU von diesem Modell abrücken und damit eine größere Unabhängigkeit der zentralasiatischen Länder bei der Gestaltung ihrer künftigen Außenpolitik fördern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aluddin Komilov betont, dass die zentralasiatischen Länder bestrebt sind, künftige Abhängigkeiten von einem bestimmten Staat oder Zugehörigkeiten im Stil der Sowjetunion zu vermeiden. Daher versuchen die zentralasiatischen Länder aktiv, ihre Außenpolitik und ihre Investitionsbeziehungen zu diversifizieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Europäische Entwicklungsfinanzierung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der <a href="https://international-partnerships.ec.europa.eu/funding-and-technical-assistance/funding-instruments/european-fund-sustainable-development-plus_en">European Fund for Sustainable Development Plus</a> stellt eine innovative Struktur innerhalb des Global-Gateway-Programms dar, die darauf abzielt, die externe Investitionspolitik der EU voranzutreiben. Dazu nutzt das Programm Garantien und Mischstrukturen, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Blended_Finance">Blended Finance</a>. Die Garantien fördern Investitionen des Privatsektors, indem sie die Risiken einer Geschäftstätigkeit in Zentralasien verringern und so Bedenken hinsichtlich des undemokratischen Charakters der Region ausräumen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/gruene-transition-in-zentralasien-unterstuetzung-durch-europaeische-entwicklungszusammenarbeit/"><strong>Grüne Transition in Zentralasien – Unterstützung durch europäische Entwicklungszusammenarbeit</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Beim „Blending“-Aspekt geht es darum, Stichproben öffentlicher Zuschüsse und Darlehen für weniger lukrative Projekte oder solche mit begrenzten Dividendenaussichten zu verwenden. Trotz seiner Ambitionen wurde das Programm einer kritischen Analyse unterzogen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während sich der anfängliche <a href="https://www.europarl.europa.eu/meetdocs/2014_2019/plmrep/COMMITTEES/DEVE/DV/2022/11-30/TeamEuropeinitiativesinCentralAsiaonenergyandondigitalconnectivityEN.pdf">Beitrag</a> von Ländern wie Frankreich, Deutschland, Italien, Lettland, Rumänien, der Slowakei und den europäischen Institutionen auf 700 Millionen Euro belief, müssen verstärkt Investitionen des privaten Sektors gefördert werden, um eine signifikante Wirkung vor Ort zu erzielen. Da die EU und Zentralasien zum Status der benachbarten Regionen übergehen, wird diese Initiative als entscheidend für die strategischen Interessen der Europäischen Union angesehen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Stabilität durch Investitionen in die Landwirtschaft</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Klimaintelligente Landwirtschaft ist ein relativ neuer Bereich, in dem die EU erhebliche Auswirkungen erzielen möchte. Die Landwirtschaft spielt in den Volkswirtschaften Zentralasiens eine wichtige Rolle, vor allem aufgrund einer tief verwurzelten Kultur in der landwirtschaftlichen Praxis.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gegenüber <a href="https://thediplomat.com/2023/09/how-the-eu-can-contribute-to-the-green-transition-in-central-asia/">The Diplomat</a> betonte Aluddin Komilov das Potenzial und die Aussichten der Zusammenarbeit zwischen der EU und den zentralasiatischen Ländern in diesem entscheidenden Sektor. Die Herausforderungen gehen über die regionale Sicherheit und Stabilität hinaus und können Auswirkungen auf andere Regionen haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/der-aralsee-heute-nur-kleinere-pfuetzen-ein-interview-mit-dem-oekologen-yusup-kamalov/"><strong>Der Aralsee heute: Nur „kleinere Pfützen“ – Ein Interview mit dem Ökologen Yusup Kamalov</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Beispiel ist die Austrocknung des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aralsee">Aralsees</a>, eine historische Herausforderung, die auf die sowjetische Politik der Baumwollproduktion zurückzuführen ist und den einst viertgrößten See der Welt zum Inbegriff einer Umweltkatastrophe werden lassen hat. Die Folgen belasten die Regionen rund um den Aralsee bis heute und verdeutlichen die Dringlichkeit konzertierter Aufmerksamkeit und Maßnahmen für eine klimafreundliche Landwirtschaft in Zentralasien.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Bei grünem Wachstum setzt Kasachstan auf die EU</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der institutionelle Aspekt und der Privatsektor erzeugen eine Dynamik, die die Zahl der Projekte in den Bereichen erneuerbare Energien, seltene Rohstoffe, Wasser und Landwirtschaft vervielfacht. Dies geschieht jedoch im Verborgenen und es dringen nur wenige Informationen nach außen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Wettbewerb zwischen multinationalen Unternehmen ist zweifellos angespannt, wenn es darum geht, Marktanteile im wachsenden grünen Markt Kasachstans auszubauen. Wenn jedoch EU-Akteure in der Region an Einfluss gewinnen, so muss man zunächst verstehen, dass es der Wunsch der lokalen Regierungen ist, mehr Gelder anzuziehen und Unabhängigkeit zu erlangen – indem sie die besten Vereinbarungen mit der russischen, chinesischen, amerikanischen und europäischen Wirtschaft treffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/one-water-summit-internationale-antwort-mit-ungewisser-wirksamkeit/"><strong>One Water Summit: Internationale Antwort mit ungewisser Wirksamkeit</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie das jüngste <a href="https://international-partnerships.ec.europa.eu/news-and-events/investors-forum-eu-central-asia-transport-connectivity_en">EU-Zentralasien-Investitionsforum</a> in Brüssel zeigte, hat der Klimawandel bereits erste negative Auswirkungen auf Kasachstans Wirtschaft gehabt. Das Land sieht die EU als günstigen Anbieter fortschrittlicher Lösungen im Bereich Entwicklungsfinanzierung, um sein vielversprechendes Wachstum zu sichern. So könnte ein Schwellenwirtschaftsmodell entstehen, das das Narrativ des Rechts auf Umweltverschmutzung für Schwellenländer überholt machen würde.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Camille Ramecourt und Konstantin Blondeau-Mikhaïlov für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/kazakhstan/kazakhstan-choisit-lunion-europeenne-assurer-transition-verte/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Wassermangel in Kirgistan: Ein Wettlauf gegen die Zeit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Indira Ramírez]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Apr 2024 09:53:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Agrarsektor]]></category>
		<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Trinkwasser]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserversorgung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Obwohl Kirgistan &#xFC;ber reiche Wasservorkommen verf&#xFC;gt, haben 65% der D&#xF6;rfer Probleme mit der Versorgung mit sauberem Trinkwasser. In den letzten Jahren hatte das Land mit schweren Versorgungsengp&#xE4;ssen und einem zweifelhaften Umgang mit der Ressource Wasser zu k&#xE4;mpfen. Im Jahr 2024 rechnen die kirgisischen Beh&#xF6;rden nun mit einer D&#xFC;rreperiode, die nicht einfach ignoriert werden kann. In [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Obwohl Kirgistan über reiche Wasservorkommen verfügt, haben 65% der Dörfer Probleme mit der Versorgung mit sauberem Trinkwasser. In den letzten Jahren hatte das Land mit schweren Versorgungsengpässen und einem zweifelhaften Umgang mit der Ressource Wasser zu kämpfen. Im Jahr 2024 rechnen die kirgisischen Behörden nun mit einer Dürreperiode, die nicht einfach ignoriert werden kann.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In Kirgistan werden in diesem Jahr niedrige Wasserstände erwartet. Dies gab Landwirtschaftsminister <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Bakyt_Torobayev">Bakyt Torobajew</a> laut dem kirgisischen Nachrichtenmedium <a href="https://kaktus.media/doc/493800_akimam_porychili_otremontirovat_irrigacionnye_obekty_metodom_narodnogo_stroitelstva.html">Kaktus</a> im Januar bekannt. Gleichzeitig verwies er auf geplante Vorhaben zur Verbesserung der Irrigation und zur Vermeidung von Dürreperioden. Das diesjährige Programm umfasst die Wartung und Reinigung von mehr als 540 Kilometern Kanälen und anderer Wasserinfrastruktur. Torobajew rief die lokalen Behörden zudem dazu auf, die für die Landwirtschaft benötigten Wasserkanäle zu warten. Dabei soll die lokale Bevölkerung einbezogen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regierung plant, 17 wasserbauliche Anlagen sowie 70 Brunnen wieder in Betrieb zu nehmen und die Arbeiten zur Befüllung aller Regulierungsbecken für die Bewässerung durch Auffüllen mit Quellwasser in Angriff zu nehmen, was sich positiv auf die Ernteerträge auswirken soll, so die russische Presseagentur <a href="https://ru.sputnik.kg/20240125/kyrgyzstan-poliv-situaciya-raboty-1082163067.html">Sputnik</a>. Darüber hinaus plant die Regierung den Bau von 71 Regulierungsbecken zur zehnjährigen Speicherung von Regenwasser. Das Land ergreift Maßnahmen zur Bewältigung des Klimawandels, u. a. indem es den Zugang zu Wasser für den Agrarsektor sicherstellt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>65% der Bevölkerung haben erschwerten Zugang zu sauberem Trinkwasser</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Doch nicht nur die Landwirtschaft leidet unter den veralteten Anlagen, sondern auch die Bewohner:innen des Landes: Laut Daten des „<a href="https://cbd.minjust.gov.kg/157536/edition/1037006/kg">Programms zur Entwicklung von Trink- und Abwasseranlagen in Wohngebieten in der Kirgisischen Republik</a>“ benötigen 715 Dörfer neue Trinkwasseranlagen, während in 448 Gemeinden die Anlagen wieder instand gesetzt werden müssen. Insgesamt haben 65% der kirgisischen Dörfer Probleme mit der Wasserversorgung. Dem Nachrichtenportal <a href="https://cabar.asia/en/kyrgyzstan-a-country-of-water-resources-still-fails-to-provide-drinking-water-to-population">Cabar</a> zufolge stehen gleichzeitig nicht genügend Mittel für Verbesserungen zur Verfügung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In vielen Dörfern waren es sogar die Bewohner:innen selbst, die die Initiative ergriffen, um das Wasserversorgungsnetz aufzubauen oder zu reparieren. Cabar stellt außerdem fest, dass die offiziellen Daten über den Zustand der Wassernetze des Landes und die Anzahl der Dörfer, die von dem offiziellen „Regierungsprogramm zur Beendigung des Versorgungsproblems“ bis 2026 bisher gefördert wurden, weder genau noch vollständig sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-das-land-der-wasserquellen-hat-keine-trinkwasserversorgung-fuer-seine-bevoelkerung/">Kirgistan: Das Land der Wasserquellen hat keine Trinkwasserversorgung für seine Bevölkerung</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Hauptziel dieses Programms besteht darin, bis 2026 ein zentral gesteuertes Trinkwassersystem für 95% der städtischen Bevölkerung und 2 Millionen Kirgis:innen ausserhalb der Stadtzentren aufzubauen. Die Wirksamkeit des Programms wird jedoch häufig in Frage gestellt. So geben <a href="https://www.stat.kg/ru/opendata/category/124/">offizielle Statistiken</a> an, dass bereits 95% der Bevölkerung Zugang zu fließendem Wasser haben, was in der Realität jedoch nicht zutrifft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ortschaft Ak-Suu im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rajon_Leilek">Rajon Leïlek</a> des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Oblus_Batken">Oblus Batken</a>, in der 10.000 Menschen leben, ist beispielhaft für die Missstände. Denn: Eine Wasserleitung existiert in Ak-Suu nicht. Deswegen beziehen alle Bewohner:innen von Ak-Suu ihr Wasser aus Flüssen und Bewässerungskanälen. <em>„Das ist ziemlich aufwendig und gefährlich, da das Flusswasser im Frühling Sand enthielt und im Winter zu Eis wurde“,</em> berichtete eine Bewohnerin.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kritik an der Wasserversorgung der Nachbarländer</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Großteil der noch vor dem Zusammenbruch der Sowjetunion errichteten Trinkwasseranlagen wurde in den Jahren nach der Unabhängigkeit nicht instandgehalten. Erst im Jahr 2000 wurde das „Taza Suu-Projekt“ lanciert, ein von der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Asiatische_Entwicklungsbank">Asiatischen Entwicklungsbank</a> finanziertes Vorhaben zum Ausbau des Netzes und zum Bau von Rohrleitungen. Mitarbeiter:innen des Projekts waren jedoch in einen weitläufigen Korruptionsskandal verwickelt, was die Bank schlussendlich dazu veranlasste, die versprochenen Gelder einzufrieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/kasachstan-will-seine-wasserabhaengigkeit-von-anderen-laendern-um-25-prozent-verringern/">Kasachstan will seine Wasserabhängigkeit von anderen Ländern um 25 Prozent verringern</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Kirgistan ist eigentlich reich an Flüssen, Gletschern und Seen, weshalb sich die Bewohner:innen des Landes fragen, warum es zu so vielen Missständen bei der Wasserversorgung kommt, so ein Bericht von <a href="https://eurasianet.org/kyrgyzstan-capital-citys-water-crisis-nears-critical-point">Eurasianet</a>. Manchmal wird darauf hingewiesen, dass Kirgistan seinen Nachbarländern Wasser zur Verfügung stellt, ohne dafür eine nennenswerte Kompensation zu erhalten, so <a href="https://kaktus.media/doc/482626_prodavat_ili_obmenivat_ishem_otvet_kak_kyrgyzstany_reshit_problemy_s_deficitom_vody.html">Kaktus</a>. Diese Unterstützungsleistungen, ein Überbleibsel aus der Sowjetzeit, standen im Zentrum der jüngsten Auseinandersetzungen zwischen den zentralasiatischen Ländern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So entspringen im Süden Kirgistans 600 Flüsse, die jährlich mehr als 19 Kubikkilometer Wasser führen. Gleichzeitig werden jedoch nur 14% des Niederschlagswassers im Land selbst genutzt, 86% fließen jedes Jahr <a href="https://www.water.gov.kg/index.php?option=com_k2&amp;view=item&amp;id=3176:irrigatsiya-zemel-v-kyrgyzstane-kak-preodolet-krizis&amp;Itemid=1437&amp;lang=ru">ungenutzt aus der Republik</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wartungen in den Reservoirs</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In einem Interview mit Kaktus begründet der Leiter der Abteilung für Wasserressourcen, Almazbek Sokeew, die Wasserknappheit der letzten Jahre wie folgt: <em>„Dafür gibt es mehrere Gründe. Noch vor nur drei oder vier Jahren hatten wir viel Land, das nicht genutzt wurde. Heute gibt es kaum noch ungenutzte Bewässerungsflächen. [&#8230;] Darüber hinaus hat sich die Art, wie wir Landwirtschaft betreiben, verändert: Während früher viel mehr Getreide angebaut wurde, überwiegen heute Nutzpflanzen für die Industrie“.</em> Zudem gab er auch dem Klimawandel in der Region eine Mitschuld am Wassermangel.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Präsident <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/sadyr-dschaparow-der-volksfluesterer/">Sadyr Dschaparow</a> erklärte seinerseits, dass der Wassermangel im Jahr 2023 auf mehrere defekte Regenwasserauffangbecken und -tanks zurückzuführen sei. Die Becken seien nicht gewartet worden, weshalb den Landwirten das Wasser fehle, so <a href="https://kaktus.media/doc/494322_sadyr_japarov_prokommentiroval_rost_vneshnego_dolga_problemy_s_vodoy_i_realizaciu_proektov.html">Kaktus</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Bis 2024 werden sie alle wieder instand gesetzt und im ganzen Land werden neue Wassertanks gebaut. Das [Regenwasser] soll vor allem von unseren Nachbarn flussabwärts genutzt werden, so können wir Streitigkeiten über das Wasser während der Bewässerungszeit vermeiden. [&#8230;] Denn während wir im Winter Schmelzwasser aus den Bergen in [den Reservoirs] sammeln, soll das gesamte Regenwasser im Frühling durch die Flüsse zu unseren Nachbarn fließen. Während der Bewässerungssaison können unsere Landwirte so das Schmelzwasser [aus den Reservoirs] nutzen und unsere Nachbarländer erhalten das Regenwasser aus den Flüssen. Mit anderen Worten: Auf diese Weise werden sie noch mehr Wasser erhalten als zuvor“</em>, fügte Dschaparow hinzu.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine Ressource, die mit anderen geteilt werden muss?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Weiterhin erklärte der Präsident, dass Kirgistan nur 1% des Wassers des Flusses <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Naryn_(Fluss)">Naryn</a> für Bewässerung und Trinkwasser nutze. Die restlichen 99% flössen direkt nach Usbekistan und Kasachstan. Dies wird sich jedoch ändern, wenn das Wasserkraftwerk <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-kann-das-kambarata-projekt-die-energieprobleme-loesen/">Kambarata-1</a> fertiggestellt ist. <em>„Dann wird es möglich sein, es im Winter zur Stromerzeugung zu nutzen und während der Bewässerungssaison die Nachbarn mit ausreichend Wasser zu versorgen, das in der </em><em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Toktogul-Talsperre">Toktogul-Talsperre</a></em><em> aufgefangen wurde“</em>, sagte er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die kirgisische Regierung rechtfertigt ihre Entscheidung, ihren Nachbarländern trotz der Kritik so viel Wasser zu liefern, nachdrücklich. <em>„Wir denken nicht nur an uns selbst, sondern auch an unsere Nachbarn. [&#8230;] Es ist absurd zu sagen: &#8218;Wir können alleine entscheiden und wir werden kein Wasser abgeben&#8216;. Wir sind Brudervölker, ewige Nachbarn und hängen in hohem Maße voneinander ab“</em>, bekräftigte Präsident Dschaparow.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Wasserkraftwerksprojekt Kambarata-1 wird laut dem Präsidenten bald finanziert sein. Im Energiesektor Kirgistans, der größtenteils auf Wasserressourcen angewiesen ist, wurde für die Jahre 2023 bis 2026 der Notstand ausgerufen, berichtet <a href="https://www.intellinews.com/pannier-climate-change-brings-neverending-energy-crisis-to-kyrgyzstan-294403/">Intellinews</a>. Das Land verzeichnete im vergangenen Jahr ein Defizit von 3 Milliarden Kilowattstunden, das sich in diesem Jahr verdoppeln könnte.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Indira Ramírez</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/kirghizstan/contre-la-montre-promesses-eviter-penurie-deau/">Französischen </a>von Maximilian Rau</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Klimawandel und Wasserressourcen in Zentralasien: Wachsende Unsicherheit</title>
		<link>https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/klimawandel-und-wasserressourcen-in-zentralasien-wachsende-unsicherheit/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Michèle Häfliger]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Jan 2023 11:59:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Energie]]></category>
		<category><![CDATA[Gletscher]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Ökologie]]></category>
		<category><![CDATA[Wasser]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserkonflikt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die L&#xE4;nder Zentralasiens stehen vor gro&#xDF;en Herausforderungen bei der Bek&#xE4;mpfung der negativen Auswirkungen des Klimawandels. Die Region, durch trockene, stark schwankende Wettermuster, geringe Niederschl&#xE4;ge und eine ungleiche Verteilung der Ressourcen gekennzeichnet, ist besonders anf&#xE4;llig f&#xFC;r die Auswirkungen des Klimawandels. Vor allem die Wasserressourcen scheinen in Zentralasien stets ein Problem zu sein, zumal sie mit verschiedenen [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Länder Zentralasiens stehen vor großen Herausforderungen bei der Bekämpfung der negativen Auswirkungen des Klimawandels. Die Region, durch trockene, stark schwankende Wettermuster, geringe Niederschläge und eine ungleiche Verteilung der Ressourcen gekennzeichnet, ist besonders anfällig für die Auswirkungen des Klimawandels. </strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor allem die Wasserressourcen scheinen in Zentralasien stets ein Problem zu sein, zumal sie mit verschiedenen Aspekten der nationalen und regionalen Sicherheit einhergehen. Gerade die Wasserverfügbarkeit wirkt sich beispielsweise auf die Bewässerungslandwirtschaft aus, die einen erheblichen Beitrag zum BIP der Staaten leistet, sowie auf die Stromerzeugung durch Wasserkraft. Die Zukunft der Wasserressourcen in Zentralasien ist durch den Klimawandel sehr unsicher geworden. </p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">

Die Anfälligkeit der Länder ist jedoch nicht nur auf geografische oder klimatische Bedingungen zurückzuführen. Bestehende wirtschaftliche Probleme, Bevölkerungswachstum, soziopolitische Instabilität, begrenzte institutionelle und wissenschaftliche Kapazitäten, veraltete Infrastrukturen, die hohe Degradation landwirtschaftlicher Flächen und natürlicher Ökosysteme sind nur einige der Faktoren, die die Fähigkeit und die Bereitschaft der Staaten Zentralasiens zur Bewältigung des Klimawandels untergraben.
</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Gletscherschmelze und unbeständige Niederschläge</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Eine der wichtigsten Folgen der globalen Erwärmung in Zentralasien ist das Abschmelzen der Gletscher sowie der Rückgang der Schneedecke im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tian_Shan">Tian-Shan</a>&#8211; und <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Pamir-Alay">Pamir-Alaj</a>-Gebirge. Steigende Temperaturen und schwankende Niederschläge führen zu einem steten Rückgang von Gletscherfläche und -volumen. Viele kleine Gletscher sind bereits ganz verschwunden. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/gletscherschmelze-im-tian-shan-eine-gefahr-mit-langfristigen-folgen-fuer-zentralasien/">Gletscherschmelze im Tian Shan. Eine Gefahr mit langfristigen Folgen für Zentralasien </a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Niederschläge werden unbeständiger, längere Trockenperioden könnten durch umso intensivere Niederschläge abgelöst werden. Expert:innen gehen davon aus, dass auch die Niederschlagsintensität und geografische Verteilung in Zukunft stärker variieren werden: der Südwesten Zentralasiens wird trockener und der Nordosten feuchter. Die Gletscherschmelze und die variablen Niederschläge werden auch die Flussläufe beeinflussen, einschließlich der grenzüberschreitenden Flüsse <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Amudarja">Amudarja</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Syrdarja">Syrdarja</a>. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zugang zu Wasserressourcen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Das Problem der Wasserressourcen in Zentralasien ist nicht Knappheit, sondern deren ineffiziente Nutzung. Außerdem sind die Wasserressourcen ungleichmäßig verteilt, da fernab der Gletscher und Wasserquellen erneuerbare Wasserressourcen rar sind. Der Klimawandel ist nicht der einzige Faktor, der die Situation verschärft: Durch Industrie, Landwirtschaft und Bevölkerungswachstum wird die Nachfrage nach Wasser auch weiterhin steigen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-funf-wichtigsten-wasserkonflikte-in-zentralasien/">Die fünf wichtigsten Wasserkonflikte in Zentralasien</a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die zunehmende Verknappung der vorhandenen Wasserressourcen und ihre sich verschlechternde Qualität werden den Zugang der Bevölkerung zu Wasser, einschließlich Trinkwasser, beeinträchtigen. In Tadschikistan leben über zwei Drittel der Bevölkerung in ländlichen Gebieten, wo der Zugang zu Wasser nach wie vor ein großes Problem darstellt. Nach Angaben der <a href="https://www.worldbank.org/en/news/feature/2022/03/22/how-running-water-is-changing-rural-lives-in-kyrgyz-republic-and-uzbekistan">Weltbank</a> hat die Bevölkerung einiger ländlicher Gebiete Kirgistans nur Zugang zu Wasser aus Bewässerungssystemen; in Usbekistan ist mehr als die Hälfte der Gesamtbevölkerung nicht ans zentrale Wasserversorgungsnetz angeschlossen. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Bedrohung der Landwirtschaft</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Die Landwirtschaft ist einer der wichtigsten Sektoren der zentralasiatischen Volkswirtschaften. Nach Angaben der <a href="https://www.fao.org/home/en">FAO</a> sind über die Hälfte der natürlich beregneten Anbauflächen von regelmäßigen Dürren betroffen und fast alle bewässerten Gebiete weisen hohe bis sehr hohe Wasserstresswerte auf. Dies beeinflusst die Ernte von Baumwolle und Reis stark, Hitzewellen und schwankende Niederschläge können die Erträge von Weizen und anderen Kulturen verringern sowie zur Ausbreitung von Schädlingen und Krankheiten beitragen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/ueber-die-masse-wie-usbekistan-und-turkmenistan-ihre-wasserressourcen-ueberstrapazieren/">Über die Maße: Wie Usbekistan und Turkmenistan ihre Wasserressourcen überstrapazieren </a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Klimawandel verstärkt zusammen mit negativen Einflüssen wie unkontrollierter Beweidung, Entwaldung und ineffizienter Landwirtschaft die Bodenerosion und -degradation erheblich. Ein wärmeres Klima und mehr Hitzetage begünstigen die Wüstenbildung und verringern die Weideproduktivität und damit das verfügbare Futter. All diese Prozesse drohen die Ernährungssicherheit zu beeinträchtigen. Mittel- und langfristig werden die negativen Auswirkungen des Klimawandels die positiven, die in einigen Bereichen zu beobachten sind, bei weitem überwiegen. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Naturkatastrophen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Die Auswirkungen des Klimawandels auf wasserbedingte Katastrophen, einschließlich Überschwemmungen durch Gletscherseeausbrüche, wurden als eine der größten Bedrohungen in der Region erkannt. Die meisten der beobachteten extremen Wetterereignisse wie Hagel, Schlammlawinen, Dürren, extrem hohe oder niedrige Temperaturen werden durch das sich verändernde Klima verursacht. In den letzten 30 Jahren waren Millionen von Menschen davon betroffen, die wirtschaftlichen Verluste belaufen sich auf Milliarden von US-Dollar. Meteorolog:innen bestätigen, dass die Häufigkeit und Intensität hydrometeorologischer Naturereignisse in Zentralasien in den letzten Jahrzehnten zugenommen hat. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/die-duerre-wird-bis-zum-ende-des-jahrhunderts-dauern-ein-gespraech-ueber-wasserprobleme-in-usbekistan/"><strong>„Die Dürre wird bis zum Ende des Jahrhunderts dauern“ – ein Gespräch über Wasserprobleme in Usbekistan </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Solche Naturkatastrophen zerstören Verkehrs-, Energie- und andere Infrastrukturen und schädigen die Landwirtschaft. Im Jahr 2021 führte eine Dürre in mehreren Regionen Kasachstans zum <a href="https://24.kz/ru/tv-projects/spetsialnyj-reportazh/item/490392-zasukha-2021-spetsialnyj-reportazh">Tod von tausenden Tieren</a>, auch die Region Tschüi in Kirgistan war <a href="https://kloop.kg/blog/2022/01/17/urozhaj-pshenitsy-i-yachmenya-v-2021-godu-umenshilsya-pochti-vpolovinu-iz-za-zhary-i-zasuhi/#:~:text=%D0%97%D0%B0%D1%81%D1%83%D1%85%D0%B0%20%D0%B2%20%D0%9A%D1%8B%D1%80%D0%B3%D1%8B%D0%B7%D1%81%D1%82%D0%B0%D0%BD%D0%B5,%D0%B3%D0%B5%D0%BA%D1%82%D0%B0%D1%80%D0%BE%D0%B2%20%D0%B2%D1%8B%D1%81%D0%BE%D1%85%D0%BB%D0%B8%20%D0%BE%D0%BA%D0%BE%D0%BB%D0%BE%20%D1%88%D0%B5%D1%81%D1%82%D0%B8%20%D1%82%D1%8B%D1%81%D1%8F%D1%87.">vom Wassermangel betroffen</a>. Im Frühjahr 2022 verursachten schwere Regenfälle in Tadschikistan und Kirgistan Schlammlawinen, die teilweise <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/society/20221105/sinoptiki-soobtshili-skolko-prodlyatsya-prolivnie-dozhdi-v-tadzhikistane">erhebliche Schäden anrichteten</a>. Wissenschaftler warnen davor, dass eine Kombination mehrerer extremer Wetterereignisse zu größeren Katastrophen führen könnte. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Probleme im Energiesektor</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Die Wasserkraft nimmt in den Volkswirtschaften Tadschikistans und Kirgistans einen besonderen Platz ein, da der größte Teil der Elektrizität in diesen Ländern in Wasserkraftwerken erzeugt wird. Die Wasserkraft hängt unmittelbar vom Wasserkreislauf der Flüsse ab, der sich laut Klimamodellen langfristig verändern wird. Dies wird die Zuverlässigkeit und die Kapazität der Kraftwerke verringern. Der erwartete jahreszeitlich bedingte Rückgang des Wasserstandes oder sogar das Austrocknen einiger kleiner Flüsse könnte den Betrieb mehrerer Kleinwasserkraftwerke zum Erliegen bringen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/beyond-the-glacier-ein-kurzfilm-ueber-wasser-in-zentralasien/">„Beyond the Glacier“ – ein Kurzfilm über Wasser in Zentralasien </a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Murgänge und Sedimente stellen eine besondere Gefahr für Wasserkraftwerke dar. Die Verschlammung von Stauseen kann die Stromerzeugung verringern und die Instandhaltung erschweren. Insgesamt schätzt die Weltbank, dass negative Klimaauswirkungen die Erzeugung von Wasserkraft in Kirgistan und Tadschikistan um 20 Prozent verringern könnten. Erhöhte Wassertemperaturen oder Wassermangel könnten die Erzeugung von Wärmekraftwerken im Rest der Region beeinträchtigen. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Migration und Neuansiedlung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Angesichts des großen Anteils der Landbevölkerung mit niedrigem Einkommen in Tadschikistan, Kirgistan und Usbekistan können extreme und ungünstige Wetter- und Klimaereignisse die Armut verschärfen oder das Einkommen vieler Familien weiter senken sowie deren Ernährungs- und Wirtschaftssicherheit verringern. Naturkatastrophen in der Region führen zu kurz- und langfristiger Migration. In Ländern mit großer Landbevölkerung wird die Migration in die Städte weiter zunehmen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://olc.worldbank.org/system/files/GroundswellPN-ECA6.pdf">Nach Angaben der Weltbank</a> könnte es bis 2050 bis zu 2,4 Millionen interne Klimamigranten in Zentralasien geben. Etwa entlang der südlichen Grenze Kasachstans, in den Gebieten um das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ferghanatal">Fergana-Tal</a> und Bischkek wird sich dies bemerkbar machen. Einige Gebiete im Osten Turkmenistans und im Süden Usbekistans entlang des Amudarja, für die ein Rückgang der Wasserverfügbarkeit und der Ernteerträge vorhergesagt wird, sind ebenfalls betroffen. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Soziale Spannungen und Konflikte</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Eingeschränkter Zugang und ineffiziente Wassernutzung sind potenzielle Konfliktquellen in Zentralasien. Die Regulierung der Wasserressourcen in den Bereichen Bewässerung und Energie hat bereits zu politischen Unstimmigkeiten und Spannungen zwischen den Ländern geführt. So ist beispielsweise die Entscheidung, Wasserkraftwerke in den Bergstaaten zu bauen, in den flussabwärts gelegenen Ländern auf Unverständnis gestoßen und hat zu diplomatischen Auseinandersetzungen geführt. Ein lokaler Wasserstreit führte zusammen mit anderen Faktoren im Jahr 2021 zu einem <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/ueber-40-tote-bei-zusammenstoessen-an-der-kirgisisch-tadschikischen-grenze/">bewaffneten Konflikt</a> zwischen Tadschikistan und Kirgistan. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/was-sind-die-gruende-fuer-die-toedlichen-zusammenstoesse-an-der-kirgisisch-tadschikischen-grenze/">Was sind die Gründe für die tödlichen Zusammenstöße an der kirgisisch-tadschikischen Grenze? </a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wasserprobleme, die in Dürreperioden besonders akut sind, führten im Sommer 2021 zu Protesten von Landwirt:innen und Bewohner:innen einiger Dörfer in Kirgistan und Kasachstan. Es wird prognostiziert, dass eine weitere irrationale Wassernutzung zusammen mit den negativen Auswirkungen des Klimawandels die Energie- und Ernährungssicherheit der Länder gefährden und zu höheren Energie- und Lebensmittelpreisen führen könnte. Dies wiederum kann die sozialen Spannungen verschärfen und die Region destabilisieren. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Auswirkungen auf Ökosysteme</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Veränderungen in der Verfügbarkeit von Wasserressourcen und steigende Temperaturen werden voraussichtlich die Zusammensetzung von Flora und Fauna verändern und die natürlichen Ökosysteme beeinträchtigen. In Gebirgsökosystemen lässt sich bereits eine Verschiebung der Vegetation beobachten. Einige Tier- und Pflanzenarten können vom Aussterben bedroht sein oder ganz verschwinden, während sich die Lebensräume anderer Arten erheblich verändern können. Der Klimawandel kann neue Ausbrüche von Schädlingen oder eine Zunahme invasiver Arten auslösen. Trockeneres Wetter und längere Hitzewellen erhöhen das Risiko von Waldbränden. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/sieben-zentralasiatische-wildtierarten-die-unseren-schutz-benoetigen/">Sieben zentralasiatische Wildtierarten, die unseren Schutz benötigen </a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere Belastungen durch den Menschen und den Klimawandel können die Widerstandsfähigkeit bestehender Ökosysteme untergraben, die Artenvielfalt verringern und sich negativ auf die Ökosystemleistungen auswirken, auf die wir für unseren Lebensunterhalt und unsere Entwicklung angewiesen sind. Dem Erhalt der natürlichen Ökosysteme sollte daher hohe Priorität eingeräumt werden. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Regionale Zusammenarbeit</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Es besteht eine gemeinsame Verpflichtung zur Zusammenarbeit in Zentralasien. In der Region sind der Internationale Fonds zur Rettung des Aralsees (<a href="https://ecifas-tj.org/en/main/">IFSA</a>), die Zwischenstaatliche Kommission für Wasserkoordinierung (<a href="https://ecifas-tj.org/en/icwc/#:~:text=ICWC%20is%20a%20regional%20body,bodies%20of%20the%20State%20founders.">ICWC</a>) und die Zwischenstaatliche Kommission für nachhaltige Entwicklung (<a href="https://unece.org/environment/press/unece-and-interstate-commission-sustainable-development-strengthen-cooperation">UNECE</a>) sowie mehrere regionale Zentren angesiedelt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt auch eine Reihe von Vereinbarungen im Zusammenhang mit der Wasserwirtschaft. Inwieweit sie jedoch tatsächlich umgesetzt werden, ist immer wieder Gegenstand von Diskussionen. Die Wasserwirtschaft in Zentralasien ist komplex und viele der Probleme, die vor 20 Jahren Schwierigkeiten machten, bestehen auch heute noch. </p>


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<p class="wp-block-paragraph"> 2017 erstellte die Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (<a href="https://www.eda.admin.ch/deza/de/home.html">DEZA</a>) einen Bericht zur Wasserkooperation in Zentralasien, in dem festgestellt wurde, dass die Wasserpolitik in der Region weitgehend von unkoordinierten nationalen Strategien bestimmt wird. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kombination aus geringer Wassernutzungseffizienz, negativen externen Effekten aufgrund einseitiger Maßnahmen und konkurrierenden nationalen Prioritäten hat zu Reibungen sowie politischen und diplomatischen Streitigkeiten zwischen den Ländern geführt. Gemäß einer groben Schätzung betragen die Kosten für die fehlenden Lösungen in der Wasserbewirtschaftung allein in Zentralasien 4,5 Milliarden US-Dollar jährlich. </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Timur Idrisov für Central Asian Bureau for Analytical Reporting (CABAR)</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://cabar.asia/ru/izmenenie-klimata-i-vodnye-resursy-v-tsentralnoj-azii-rastushhaya-neopredelyonnost">Russischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"> <p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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		<title>Safran – Tadschikistans „rotes Gold“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Asia Plus]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Nov 2022 15:54:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Tadschikistan wurde dieses Jahr auf einer kleinen Fl&#xE4;che eine neue Safranernte eingeholt. Im Vorjahr war Safran erstmals auf demselben Feld experimentell angebaut worden. Der folgende Artikel erschien am 28. Oktober 2022 auf Asia-Plus. Wir &#xFC;bersetzen ihn mit freundlicher Genehmigung der Redaktion. Der Unternehmer Asim Hakimow, Vorstandsvorsitzender der &#x201E;AVAS Group&#x201C;, hat zusammen mit usbekischen Partnern [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>In Tadschikistan wurde dieses Jahr auf einer kleinen Fläche eine neue Safranernte eingeholt. Im Vorjahr war Safran erstmals auf demselben Feld experimentell angebaut worden. Der folgende Artikel erschien am 28. Oktober 2022 auf </strong><a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/society/20221028/krasnoe-zoloto-tadzhikistana-vihodit-na-mirovoi-rinok"><strong>Asia-Plus</strong></a><strong>. Wir übersetzen ihn mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.</strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Unternehmer Asim Hakimow, Vorstandsvorsitzender der „AVAS Group“, hat zusammen mit usbekischen Partnern die Idee des Safrananbaus im zweiten Jahr umgesetzt. Ihr Joint Venture „BMB AVAS ZA’FARON“ verfügt über eine große Safranplantage in der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Provinz_Jizzax">Provinz Jizzax</a> in Usbekistan. Der tadschikische Unternehmer plant, Safranplantagen in Tadschikistan zu entwickeln. <em>„Alle Bedingungen, um Erfolg zu haben, sind gegeben“</em>, sagt er. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Das Safran-Projekt</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Das usbekisch-tadschikische Experiment zum Anbau von Safran erwies sich als erfolgreich. Ihre Produkte wurden auf dem europäischen Markt von einem italienischen Partner beworben &#8211; der Marke ORO ROSSO, einer der Sponsoren des italienischen Fußballvereins AC Mailand. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Joint Venture zum Anbau von Safran wurde nach Hakimows Angaben im Juli 2021 gegründet. Ihm zufolge befindet sich die Hauptplantage von 50 Hektar in Usbekistan, in der Provinz Jizzax. In Tadschikistan wurden in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pandschakent">Pandschakent</a> und im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rudakij_(Distrikt)">Bezirk Rudaki</a> Safran-Zwiebeln als Experiment gepflanzt. Safran ist eines der teuersten Gewürze und wird auch als Königin der Gewürze bezeichnet. Der Preis beträgt bis zu 6.000 US-Dollar pro Kilogramm. </p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"> „<em>Die Zwiebeln wurden in Italien gekauft</em>“, erklärt Hakimow. <em>„Dieses Jahr im Oktober haben wir die zweite Ernte eingeholt. Jede Blume hat 4-5 Narben, von denen 2-3 rot und 2 gelb sind. Am teuersten sind die Roten.“</em> Der Anbau von Safran ist harte Arbeit, da alle Prozesse von der Pflanzung bis zur Ernte des Produkts von Hand durchgeführt werden. <em>„Wir stellen nur Frauen für die Arbeit an, denn in der Region, in der wir Safran angebaut haben, gibt es eine große Anzahl arbeitsloser Frauen“</em>, merkt Hakimow an. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/pistazien-markt-tadschikistan-beliebt-warum-teuer/"><strong>Woher die Pistazien auf Tadschikistans Märkten kommen – und warum selbst einheimische so teuer sind </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Unternehmer blickt optimistisch in die Zukunft des Safrangeschäfts in Tadschikistan. <em>„Das Projekt hat gute Perspektiven. Wir planen, die Plantagen auf 1.000 Hektar zu erweitern. Es gibt bereits erschlossene Märkte – Amerika, Malaysia, Saudi-Arabien und Europa, die bereit sind, Safran in großen Mengen von uns zu kaufen“</em>, so Hakimow. <em>„Der Eintritt in den Weltmarkt für Safran-Produkte wird das Exportpotenzial Tadschikistans erweitern.“</em> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die hohen Preise für das Gewürz erklären sich aus der mühsamen Herstellung: Eine Blume ergibt nur drei Narben, mehr als 200.000 Blumen sind erforderlich, um ein Kilogramm Safran zu erhalten. Auf einem Hektar Land können so 4 bis 12 Kilogramm gewonnen werden. In Zentralasien wird Safran derzeit vor allem in Usbekistan angebaut. Der weltweit führende Safran-Produzent ist aber der Iran, der etwa 90 Prozent des Weltmarktes ausmacht. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Das Unternehmen</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"> Die „AVAS Group“ verwaltet drei Unternehmen, die auf unterschiedliche Branchen spezialisiert sind. „AVAS Engineering“ liefert Ausrüstung für Benzin- und Gastankstellen sowie für Öldepots und bietet in diesem Bereich auch Konstruktions- und Installationsdienstleistungen an. „AVAS Logistics“ erbringt Dienstleistungen im internationalen Transport und „AVAS Market“ bietet hochwertige Materialien für Renovierung und Innenausbau. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Hakimows Unternehmensgruppe beteiligt sich aktiv an Regierungsprojekten, die in erster Linie der Bevölkerung Tadschikistans zugutekommen und der Entwicklung des ganzen Landes Impulse geben sollen. Um das Geschäft zu diversifizieren, erweiterte die Gruppe im vergangenen Jahr ihre Aktivitäten und investierte in ein neues interessantes Projekt – den Anbau von Safran. Im Rahmen des Safran-Projekts entstehen neue Produktionsbetriebe für kulinarische und pharmazeutische Produkte, die der Erschließung neuer Arbeitsplätze dienen sollen. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Der goldene Safran</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Safran gehört zur Gattung der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Krokusse">Krokusse</a> und zur Familie der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schwertliliengewächse">Schwertliliengewächse</a>. Dabei ist Safran die einzige Krokus-Art, deren getrocknete Blüten-Narben als Gewürz verwendet werden. Gemahlener Safran wird oft mit den günstigeren Gewürzen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kurkuma">Kurkuma</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Färberdistel">Färberdistel</a> verwechselt. Letztere wird auf den Märkten vieler Länder als Safran verkauft, allerdings ist sie um ein Vielfaches billiger und hat ein viel weniger ausgeprägtes Aroma.

</p>


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<p class="wp-block-paragraph">

Im Kaukasus wird ein Gewürz aus getrockneten Ringelblumen „Imeretischer Safran“ genannt. Tatsächlich sind aber ungemahlene getrocknete Safrannarben schwer zu verwechseln. Drei oder vier Narben reichen übrigens aus, um einen starken Safrantee herzustellen.

<em>Weitere Bilder befinden sich im Original-Artikel.</em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Saifiddin Karajew für Asia-Plus</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/society/20221028/krasnoe-zoloto-tadzhikistana-vihodit-na-mirovoi-rinok"><strong>Russischen</strong></a><strong> übersetzt und gekürzt von Robin Roth</strong>
<p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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		<title>Melken von Stuten in Songköl</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 11 Sep 2022 03:00:48 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
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		<category><![CDATA[Son-Köl]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bei Sonnenuntergang sammeln die halbnomadischen Hirten von Songk&#xF6;l das Vieh. Es ist die Zeit, in der die Stuten gemolken werden, um die ber&#xFC;hmten Kumys herzustellen, ein fermentiertes Getr&#xE4;nk, das von vielen Kirgisen sehr gesch&#xE4;tzt wird.Foto: Pierre-Armand Dussex (Frankreich)</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><span data-sheets-value="{&quot;1&quot;:2,&quot;2&quot;:&quot;Bei Sonnenuntergang sammeln die halbnomadischen Hirten von Songköl das Vieh. Es ist die Zeit, in der die Stuten gemolken werden, um die berühmten Kumys herzustellen, ein fermentiertes Getränk, das von vielen Kirgisen sehr geschätzt wird.&quot;}" data-sheets-userformat="{&quot;2&quot;:13187,&quot;3&quot;:{&quot;1&quot;:0},&quot;4&quot;:{&quot;1&quot;:2,&quot;2&quot;:16777215},&quot;10&quot;:1,&quot;11&quot;:4,&quot;12&quot;:0,&quot;15&quot;:&quot;Arial&quot;,&quot;16&quot;:10}">Bei Sonnenuntergang sammeln die halbnomadischen Hirten von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Songk%C3%B6l" target="_blank" rel="noopener">Songköl</a> das Vieh. Es ist die Zeit, in der die Stuten gemolken werden, um die berühmten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kumys" target="_blank" rel="noopener">Kumys</a> herzustellen, ein fermentiertes Getränk, das von vielen Kirgisen sehr geschätzt wird.</span><strong>Foto: <a href="https://pierre-armand.picfair.com/" target="_blank" rel="noopener">Pierre-Armand Dussex</a></strong> (Frankreich)

<span data-sheets-value="{&quot;1&quot;:2,&quot;2&quot;:&quot;Bei Sonnenuntergang sammeln die halbnomadischen Hirten von Songköl das Vieh. Es ist die Zeit, in der die Stuten gemolken werden, um die berühmten Kumys herzustellen, ein fermentiertes Getränk, das von vielen Kirgisen sehr geschätzt wird.&quot;}" data-sheets-userformat="{&quot;2&quot;:13187,&quot;3&quot;:{&quot;1&quot;:0},&quot;4&quot;:{&quot;1&quot;:2,&quot;2&quot;:16777215},&quot;10&quot;:1,&quot;11&quot;:4,&quot;12&quot;:0,&quot;15&quot;:&quot;Arial&quot;,&quot;16&quot;:10}"><p><a style="color: #f57d20; text-decoration: underline;" href="https://www.novastan.org/de/cat/bild-des-tages/">Hier</a> geht’s zu mehr Bildern des Tages. Sie können einige davon kaufen und zu Hause empfangen: <span style="color: #ff6600;"><a style="color: #ff6600;" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/du-kannst-das-bild-des-tages-von-novastan-auch-kaufen/">hier ist die Liste</a></span>! Wenn Sie Ihr Bild nicht in der Liste finden, schicken Sie uns eine E-Mail an <span style="text-decoration: underline;"><a href="mailto:photo@novastan.org">photo@novastan.org</a></span>.</p></span></p>
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