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	<title>Kunst Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
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	<title>Kunst Archives</title>
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		<title>Wie ein Schüler versucht, tadschikische Mosaike zu retten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Asia Plus]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Apr 2026 21:41:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Architektur]]></category>
		<category><![CDATA[Chaihona Rohat]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Mosaik]]></category>
		<category><![CDATA[Sowjetische Architektur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein 17-j&#xE4;hriger Sch&#xFC;ler aus Bochtar dokumentiert tadschikische Mosaike, die vielerorts vom Verschwinden bedroht sind. Mit seinem Engagement bewahrt er ein St&#xFC;ck kulturelles Erbe &#x2013; oft dort, wo es sonst unbeachtet verloren gehen w&#xFC;rde. Abdurahmon Karajew besucht die 11. Klasse und f&#xFC;hrt ein normales Leben: Schulalltag, Freunde und Spazierg&#xE4;nge durch die Stadt. Doch gibt es auch [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><br>Ein 17-jähriger Schüler aus Bochtar dokumentiert tadschikische Mosaike, die vielerorts vom Verschwinden bedroht sind. Mit seinem Engagement bewahrt er ein Stück kulturelles Erbe – oft dort, wo es sonst unbeachtet verloren gehen würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Abdurahmon Karajew besucht die 11. Klasse und führt ein normales Leben: Schulalltag, Freunde und Spaziergänge durch die Stadt. Doch gibt es auch Raum für ein ungewöhnliches Hobby: Systematisch sucht, fotografiert und dokumentiert er tadschikische Mosaike.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Sommer 2025 richtete Abdurahmon seinen Instagram-Account <a href="https://www.instagram.com/tajikmosaics?igsh=MWFsOG9zcjJ2YnNnZg==">tajikmosaics</a> ein. Dort veröffentlicht er Fotos und Videos von Mosaiken – von solchen, die noch erhalten sind und bald verschwinden könnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/die-mosaike-von-taschkent-von-den-bruedern-jarsky-zum-kulturerbe/">Die Mosaike von Taschkent: Von den Brüdern Jarsky zum Kulturerbe</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Sein Interesse an dieser Kunstform entstand in Moskau. Als er mit der U-Bahn fuhr, begann er plötzlich, nach oben zu schauen – auf die Mosaike in den Bahnhöfen: <em>„Einmal habe ich einfach beschlossen, eins dieser Mosaiken über meinem Kopf genauer zu betrachten und merkte, dass es aus winzigen Teilen besteht. Dann erfuhr ich, dass sie aus <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Smalte">Smalte </a>waren, und das hat mich sehr beeindruckt“</em>, erzählt er.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Diese Leidenschaft festigte sich aber erst zurück in Tadschikistan, als er herausfand, dass dieses Erbe auch dort existiert, und dass es aber rasch verschwindet.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Keine Nostalgie für die UdSSR, sondern ein Gespräch über sein Land</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Abdurahmon unterstreicht: Sein Interesse hat nichts mit einer Idealisierung der sowjetischen Vergangenheit zu tun.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Mosaike interessieren mich nicht als Teil des sowjetischen Erbes, sondern als Teil der Geschichte unseres Landes, das auch zur Sowjetunion gehörte“</em>, meint er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An den Mosaiken begeistern ihn gleich mehrere Aspekte: der historische Wert, die kunstvolle Komplexität und ihr harmonisches Zusammenspiel mit der umgebenden Architektur. <em>„Aus Glas und Stein ganze Meisterwerke zu schaffen – das ist unglaublich faszinierend.  Dabei fügen sie sich so harmonisch in die Architektur der Stadt ein, was ich über moderne Neubauten nicht behaupten kann.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade der Kontrast mit den zeitgenössischen Gebäuden ist einer der Gründe, warum er anfing, die Mosaike zu dokumentieren.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/03/Rohat-a-prendre-1536x1152-1-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-38690" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/03/Rohat-a-prendre-1536x1152-1-1024x768.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/03/Rohat-a-prendre-1536x1152-1-300x225.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/03/Rohat-a-prendre-1536x1152-1-768x576.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/03/Rohat-a-prendre-1536x1152-1.jpg 1536w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Inzwischen Abgerissen: Das Teehaus Rohat, Foto: Judith Robert/Novastan</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der Abriss der <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/die-geschichte-des-legendaeren-teehauses-rochat-in-duschanbe/">Teestube Rohat</a> [eine wahre Perle im Herzen der Stadt, die für ihre künstlerische und historische Bedeutung geschätzt wurde, aber für viele Einwohnende auch einen emotionalen Wert hatte. Gegen ihren Abriss haben sich ungewöhnlich viele engagiert, dies hat aber nicht geholfen, A. d. Ü.], des Kinotheaters Tadschikistans, des Majakowskij-Theaters  – diese Liste kann man ohne Ende weiterführen, sagt er.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong> <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/die-geschichte-des-legendaeren-teehauses-rochat-in-duschanbe/">Die Geschichte des legendären Teehauses „Rohat“ in Duschanbe</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders schmerzhaft war für ihn die Nachricht, dass nun auch die Mosaik mit Abu Ali Ibn Sino (Avicenna) abgerissen wird:<em> „Das Haus ist schon von einem Zaun gesperrt und wird bald abgerissen. Dabei ist das eins der bekanntesten Mosaiken in Zentralasien und überhaupt die bekannteste, wo Avicenna abgebildet ist. Und es befindet sich ausgerechnet in Tadschikistan!“</em></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="768" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/Abu-Ali-Ibn-Sina-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-44550" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/Abu-Ali-Ibn-Sina-1024x768.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/Abu-Ali-Ibn-Sina-300x225.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/Abu-Ali-Ibn-Sina-768x576.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/Abu-Ali-Ibn-Sina.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Kurz vor dem Abriss: Abu Ali Ibn Sino (Avicenna) Mosaik in Duschanbe. Foto: Paulina Heine/Novastan</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Auf Mosaiksuche</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Bochtar (besser bekannt als Qurghonteppa, A. d. Ü.) sind nicht viele Mosaike erhalten geblieben. Abdurahmon hat die ganze Stadt abgeklappert und hat sogar ein Wandbild gefunden, von dem nicht mal die Bewohner:innen des Ortes wussten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Derzeit kennt er mindestens acht Mosaike, die erhalten sind, unter denen eine Arbeit von <a href="http://oknasocrealisma.com/authors/sharipov-sabzali-nigmatovich-2/">Sabzali Scharipow</a>, zur Hälfte von einem angebauten Laden verdeckt. Einige Mosaike sind an sich „erhalten“, man kann sie aber nicht sehen: Einige sind komplett mit Putz bedeckt, andere übermalt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die stärksten Emotionen empfindet der Schüler bei zufälligen Funden. Wie zum Beispiel beim Mosaik von Ikarus im halbverfallenen Haus der Kultur der Transformatorenfabrik: <em>„Wir haben ein Gebäude ohne Dach gesehen. Wir haben den Wachmann darum gebeten, uns reinzulassen, und haben wahnsinnig schöne Fresken und Mosaike gefunden. Wir waren einfach begeistert.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Und einmal entdeckte er einen ganzen Saal, vollständig mit Mosaiken verziert. Das war ein ehemaliger Bankettsaal. <em>„Stellen Sie sich das nur vor: in einem Raum zu Abend zu essen, wo alle Wände mit Mosaiken verziert sind“</em>, schwärmt Abdurahmon.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Menschen beginnen, die Dinge mit anderen Augen zu sehen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auf die Frage, ob er seine Altersgenossen für dieses ungewöhnliche Hobby begeistern konnte, antwortete er mit einem klaren „Ja“. Mit seinen Freunden – Abdullo, Obid und Adham – ist er sogar in andere Städte auf der Suche nach Mosaiken gegangen. Aber auf ähnlichen Suchaktionen ist er meistens allein – denn schließlich, gibt er zu, kann dieser Prozess ziemlich anstrengend sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Eines weiß ich aber genau: Mit meinem Interesse konnte ich nicht wenige Leute begeistern, vor allem in Dushanbe“</em>, erzählt er.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/panorama/hier-lebten-ranewskaja-achmatowa-schwarz-duschanbes-abgerissene-haeuser-und-ihre-beruehmten-bewohner/">Hier lebten Ranewskaja, Achmatowa, Schwarz… – Duschanbes abgerissene Häuser und ihre berühmten Bewohner</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Besondere Unterstützung erlebte er, als er letzten Sommer seinen <a href="https://www.instagram.com/tajikmosaics?igsh=MWFsOG9zcjJ2YnNnZg==">Instagram-Account</a> eröffnete. Dort veröffentlicht Abdurahmon regelmäßig gefundene Mosaike, und konzentriert sich dabei weniger auf Duschanbe, sondern vor allem auf die anderen Regionen des Landes.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein Archiv für die Zukunft</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auf die Frage nach der Zukunft der Mosaike antwortete Abdurahmon, dass die beste Lösung wäre, sie einfach nicht anzurühren. Noch besser wäre es aber, ihnen den Status eines Kulturerbes zu verleihen. Seiner Beobachtung nach ist das Schicksal der Mosaike in Tadschikistan eins der traurigsten in den postsowjetischen Ländern. Besonders in den abgelegeneren Regionen, wo Abrissarbeiten unbemerkt voranschreiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/duschanbe-die-sowjetische-architektur-verschwindet/">Duschanbe: Die sowjetische Architektur verschwindet</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die Menschen verstehen nicht, dass Mosaike Geschichte, Kunst, Architektur und touristisches Potenzial in einem sind“</em>, beklagt Abdurahmon.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Abdurahmon träumt davon, dass sein Instagram-Account Teil eines großen Projekts wird – eines Archivs oder einer Ausstellung: <em>„Ich wäre bereit, alle meine Archive und Daten, die ich zwei Jahre lang gesammelt habe, zur Verfügung zu stellen.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bislang hat er keine professionelle Kamera – die meisten Aufnahmen sind mit den Handys von Freunden oder mit der Schulkamera entstanden, die er sich manchmal ausleiht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber vielleicht sind es gerade diese Fotos, die in 20 Jahren der einzige Beweis dafür sein werden, wie die Städte Tadschikistans aussahen…</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>Weitere Fotos befinden sich im Artikel von <a href="https://asiaplus.news/2026/02/26/kak-shkolnik-iz-bokhtara-pytaetsya-sokhranit-tadzhikskie-mozaiki/">Asia-Plus</a> und auf <a href="https://www.instagram.com/tajikmosaics?igsh=MWFsOG9zcjJ2YnNnZg==">Instagram</a>.</em></strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Alina Valamat-Zade für Asia-Plus</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://stanradar.com/news/full/59355-kak-shkolnik-iz-bohtara-pytaetsja-sohranit-tadzhikskie-mozaiki-.html"><strong>Russischen</strong></a><strong> von Giulia Manca</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Was es im Museum für Zeitgenössische Kunst in Urgentsch zu sehen gibt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Gazeta.uz]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Apr 2026 21:34:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Museum]]></category>
		<category><![CDATA[Urgentsch]]></category>
		<category><![CDATA[zeitgenössische Kunst]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit einigen Jahren &#xF6;ffnet sich Usbekistan zunehmend f&#xFC;r den internationalen Tourismus. Parallel dazu entstehen und etablieren sich lokale Museen, die sowohl ein internationales als auch ein einheimisches Publikum anziehen sollen. Eines dieser sehenswerten H&#xE4;user befindet sich in Urgentsch und ist in einem ehemaligen Postamt untergebracht. Seine Geschichte reicht jedoch deutlich weiter zur&#xFC;ck und kn&#xFC;pft an [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Seit einigen Jahren öffnet sich Usbekistan zunehmend für den internationalen Tourismus. Parallel dazu entstehen und etablieren sich lokale Museen, die sowohl ein internationales als auch ein einheimisches Publikum anziehen sollen. Eines dieser sehenswerten Häuser befindet sich in Urgentsch und ist in einem ehemaligen Postamt untergebracht. Seine Geschichte reicht jedoch deutlich weiter zurück und knüpft an eigene gewachsene Traditionen an. Im Gespräch mit der Museumsdirektorin ergeben sich Einblicke in die Sammlung und die Exponate.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nur wenige wissen, dass sich in der Region <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Choresmien">Choresmien</a> nicht nur die alte Geschichte Usbekistans entdecken lässt, sondern auch seine Gegenwart in der Kunst. Im Museum für Zeitgenössische Kunst Usbekistans (CAMUZ) in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Urganch">Urgentsch</a> sind mehr als 3000 Werke versammelt. Es ist eine Sammlung, die überrascht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Museum vereint nicht nur die 115-jährige Geschichte seines Gebäudes mit dem reichen kulturellen Erbe von Choresmien, sondern auch mit jenem ganz Usbekistans. Die Sammlung umfasst Gemälde, Fotografien, Skulpturen sowie Objekte des Kunsthandwerks. Gleichzeitig versteht sich das Haus als Plattform für internationale Projekte und Bildungsprogramme.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/Direktorin-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-44441" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/Direktorin-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/Direktorin-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/Direktorin-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/Direktorin-1536x1025.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/Direktorin.jpg 1680w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Direktorin Schirin Taschewa erzählt von den Anfängen, prägenden Projekten und den Ambitionen, die das Museum heute zu einem kulturellen Zentrum der Stadt machen, Foto: Gazeta.uz.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<h2 class="wp-block-heading">Vom Postamt zum Museum</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Gebäude, in dem sich heute das Museum befindet, gehört zu den ältesten in Urgentsch und steht unter Denkmalschutz. Errichtet wurde es 1910 als zentrales Postamt. Damals handelte es sich um ein wichtiges Gebäude für die Kommunikation zwischen Choresmien und dem Russischen Imperium, unter dessen Protektorat es stand. Architektonisch folgt das Gebäude der traditionellen orientalischen Bauweise: gelber Backstein, fein geschnitzte Säulen und ein offener Ajwan-Bereich prägen das Erscheinungsbild. Auch zu Sowjetzeiten blieb die Post in Betrieb, bis sie 1967 geschlossen wurde. Danach stand das Haus jahrelang leer.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:%D0%9E%D1%82%D0%BA%D1%80%D1%8B%D1%82%D1%8B%D0%B9_%D0%90%D0%B9%D0%B2%D0%B0%D0%BD_%D0%B2%D0%BE_%D0%B4%D0%B2%D0%BE%D1%80%D0%B5_%D0%BC%D1%83%D0%B7%D0%B5%D1%8F_%D1%81%D0%BE%D0%B2%D1%80%D0%B5%D0%BC%D0%B5%D0%BD%D0%BD%D0%BE%D0%B3%D0%BE_%D0%B8%D1%81%D0%BA%D1%83%D1%81%D1%81%D1%82%D0%B2%D0%B0_%D0%A3%D0%B7%D0%B1%D0%B5%D0%BA%D0%B8%D1%81%D1%82%D0%B0%D0%BD%D0%B0_CAMUZ_%D0%B2_%D0%A3%D1%80%D0%B3%D0%B5%D0%BD%D1%87%D0%B5.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/Ajwan-768x1024.jpg" alt="" class="wp-image-44442" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/Ajwan-768x1024.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/Ajwan-225x300.jpg 225w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/Ajwan-1152x1536.jpg 1152w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/Ajwan.jpg 1387w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Aktuelle Fotografie des Ajwan, Foto: Gazeta.uz</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">In den 1980er Jahren wurde das Gebäude wiederbelebt. Eine Gruppe von Künstler:innen und Aktivist:innen schlug vor, in Urgentsch eine dauerhafte Galerie einzurichten. Das ehemalige Postgebäude überzeugte sie. Es war zentral gelegen und räumlich großzügig. 1982 wurde hier schließlich die städtische Galerie eröffnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zunächst blieb die Galerie jedoch weitgehend unbekannt und erfreute sich nur wenigen Besuchenden. 2008, als die Direktorin Schirin Taschewa ihr Amt antrat, legte das Museum allmählich an Bekanntheit zu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Als ich anfing, war das Museum praktisch leer“, erinnert sie sich. „Also habe ich selbst Flyer gedruckt, Schulen und Universitäten besucht und die Menschen eingeladen. Nach und nach kamen sie.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Erfolg beigetragen hat womöglich eine ihrer Ideen: Sie führte Einzelausstellungen für lokale Künstler:innen ein, denen die Galerie kostenlos Räume zur Verfügung stellte. Neben organisatorischer Unterstützung servierte sie zur Eröffnung jeweils das traditionelle Gericht <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pilaw">Plow</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Offenheit veränderte die Atmosphäre grundlegend. Künstler:innen begannen, die Galerie als Treffpunkt zu begreifen, die Stadtbewohner als zugänglichen Kulturort. Aus einem stillen Haus wurde ein lebendiger Raum.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2017 erlebte das Museum einen neuen Wendepunkt seiner Geschichte, indem es seinen heutigen Namen erhielt: „Museum für Zeitgenössische Kunst in Usbekistan“. Mit der neuen Namensgebung kam auch die Öffnung hin zur internationalen Zusammenarbeit.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Sammlung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Heute umfasst die Sammlung mehr als 3000 Exponate: Malerei, Grafik, Fotografie, Skulptur, Keramik, kunsthandwerkliche Objekte, traditionelle Kleidung und Alltagsgegenstände. Sie ist über die Jahre durch Ankäufe, Atelierbesuche und Schenkungen gewachsen. Eine ursprüngliche Tradition hat bis heute Bestand: Nach einer Einzelausstellung bleibt mindestens ein Werk im Museum. Allein in den vergangenen vier Jahren kamen über 30 Arbeiten durch staatliche Kulturinstitutionen hinzu. Aus diesem Grund sind heute bis zu 200 Künstler:innen vertreten, darunter bekannte Namen der Region ebenso wie etablierte Vertreter der usbekischen aber auch internationalen Kunstszene.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Sammlung ist stilistisch sehr vielfältig – vom Impressionismus und Pointillismus bis hin zu Kubismus, Abstraktion und Konzeptkunst“, sagt Taschewa. „Gerade diese Vielfalt macht das Museum interessant – für Fachleute ebenso wie für ein breites Publikum.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Dauerausstellung verteilt sich auf zwei Säle. Der größere widmet sich der Kunst Choresmiens – ein Bereich, der zeigt, wie eigenständig und lebendig die lokale Kunstszene ist. Der kleinere Raum ist der Grafik vorbehalten: feine Linien, präzise Kompositionen, Arbeiten aus <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Taschkent">Taschkent</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Buxoro">Buchara</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Samarqand">Samarkand</a> und Choresmien. Ein dritter Saal bleibt bewusst flexibel. Hier finden wechselnde Ausstellungen und internationale Projekte statt. Es ist das Rezept, das das Museum in Bewegung hält.</p>



<figure class="wp-block-image size-full is-resized"><a href="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/Praktikantin.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="960" height="720" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/Praktikantin.jpg" alt="" class="wp-image-44443" style="width:960px;height:auto" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/Praktikantin.jpg 960w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/Praktikantin-300x225.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/04/Praktikantin-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Eine Museumspraktikantin, Foto: Gazeta.uz</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein sozialer Raum</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Heute ist CAMUZ längst mehr als ein klassischer Ausstellungsort: Das Haus hat sich zu einem lebendigen Treffpunkt entwickelt, an dem Kunst nicht nur gezeigt, sondern gemeinsam erlebt wird. Unterschiedlichste Formate bringen Menschen zusammen und machen das Museum zu einem offenen Raum für Austausch und neue Perspektiven. Internationale Projekte prägen dabei zunehmend das Profil und öffnen den Blick über die Region hinaus, während Kooperationen und wachsende Netzwerke die Dynamik weiter verstärken. Ein weiteres Herzstück ist die Bibliothek des Museums. Sie entstand durch Schenkungen von Bürger:innen, Künstler:innen und Organisationen und umfasst heute rund 14.000 Bände – von Literatur bis hin zu kunsthistorischen Werken und Ausstellungskatalogen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Blick nach vorn</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die kommenden Jahre sind ehrgeizig geplant: Acht internationale Projekte stehen an, darunter Ausstellungen aus Großbritannien und Japan. Parallel dazu baut das Museum seine Bildungsprogramme aus. Gleichzeitig steht das Gebäude vor einer grundlegenden Sanierung. Tragstrukturen, Technik und Fassade müssen erneuert werden, die Ausstellungsräume modernisiert. Ebenso steht eine Restaurierung an. Geplant ist zudem ein Auktionsraum, in dem Werke während Ausstellungen verkauft werden können. Davon erhofft sich Taschewa einen Impuls für den lokalen Kunstmarkt und die finanzielle Unterstützung der lokalen Künstler:innen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das Museum möchte in erster Linie vom Publikum geliebt werden. Seine gesamte Tätigkeit richtet sich an die Bewohner der Stadt, und uns ist wichtig, diese Zuneigung zu erwidern. Unsere Mission ist es, durch kulturelle Veranstaltungen gute Stimmung und Wärme zu vermitteln und einen Raum für den Austausch aller gesellschaftlichen Gruppen zu schaffen. Kunst soll Menschen verbinden, für jeden zugänglich sein und immer in der Nähe derjenigen bleiben, die sie zu schätzen wissen“, schließt Schirin Taschewa.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Farzona Chamidowa für Gazeta.uz</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Gekürzt aus dem Russischen von <a href="https://novastan.org/de/author/bzeller/">Berenika Zeller</a></strong></p>
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		<title>Von Usbekistan an den Rhein: Dirigent Aziz Shohakimov im Interview</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Apr 2026 18:10:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien & Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Frankreich]]></category>
		<category><![CDATA[Klassik]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
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		<category><![CDATA[Orchester]]></category>
		<category><![CDATA[Philharmonie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der aus Usbekistan stammende Aziz Shohakimov dirigiert seit 2021 das Philharmonische Orchester in Stra&#xDF;burg. Mit 38 hat der von der franz&#xF6;sischen Musik begeisterte Konzertmeister einen Weg ohne Umwege geschafft. Ein Gespr&#xE4;ch. Seit September 2021 ist Aziz Shohakimov in Stra&#xDF;burg Musik- und K&#xFC;nstlerischer Leiter der Stra&#xDF;burger Philharmonie. Zu seinen Aufgaben geh&#xF6;rt die enge Zusammenarbeit mit der [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der aus Usbekistan stammende Aziz Shohakimov dirigiert seit 2021 das Philharmonische Orchester in Straßburg. Mit 38 hat der von der französischen Musik begeisterte Konzertmeister einen Weg ohne Umwege geschafft. Ein Gespräch.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit September 2021 ist Aziz Shohakimov in Straßburg Musik- und Künstlerischer Leiter der Straßburger Philharmonie. Zu seinen Aufgaben gehört die enge Zusammenarbeit mit der Opéra national du Rhin, wo das Orchester regelmäßig in Opernaufführungen auftritt. Shohakimov ist schon länger bestens mit dem Straßburger Orchester <a href="https://novastan.org/fr/ouzbekistan/un-chef-ouzbek-donne-le-la-a-lorchestre-philharmonique-de-strasbourg/">vertraut</a>, da er es ab 2014 als Gastdirigent dirigierte, bevor er die Leitung komplett übernahm.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der in Usbekistan geborene und in der Hauptstadt Taschkent ausgebildete Aziz Shohakimov wählte das Dirigieren nicht bewusst, sondern ist damit aufgewachsen. Bereits mit elf Jahren lernte er im Kinder- und später im Schulorchester sein Handwerk durch praktisches Spielen: Manchmal kompensierte er den Mangel an Instrumenten, indem er selbst Stimmen übernahm. Diese frühe Begabung förderte eine tiefe Verbundenheit mit dem Kollektiv, dem Orchester als lebendigem Organismus, der auf Zuhören, Disziplin und Vertrauen basiert.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Shohakimov <a href="https://www.dna.fr/culture-loisirs/2025/09/04/le-chef-aziz-shokhakimov-reconduit-a-la-tete-de-l-orchestre-philharmonique-de-strasbourg">bewundert</a> die deutsch-französische Verschmelzung Straßburgs und seine Anwesenheit wurde fester Bestandteil der großen öffentlichen Veranstaltungen des Orchesters. Zu den Silvester- und Neujahrskonzerten 2026 lockte das Straßburger Philharmonische Orchester über 3.800 Zuschauende in den ausverkauften Erasmussaal zum <a href="https://philharmonique.strasbourg.eu/-/un-nouvel-an-sous-le-signe-du-lyrisme-l-orchestre-c%C3%A9l%C3%A8bre-2026">Programm</a> „Florilège lyrique“ [„Lyrische Blütenlese“, d. h. Auswahl musikalischer Werke, Anm. d. Übers.]. Unter der Leitung von Aziz Shohakimov präsentierte der Abend  zwei internationale Stars: die usbekischen <a href="https://www.bbc.co.uk/programmes/profiles/1VpZcTGRV2fmnSQKcYKT4Cp/barnokhon-ismatullaeva">Sopranistin</a> Barno Ismatullaeva und dem Tenor René Barbera. Auch der Auftritt des Chors der Opéra national du Rhin sorgte für eine festliche Atmosphäre und ihm wurde kräftig applaudiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben seiner Präsenz in Straßburg ist Aziz Shohakimov in der Dokumentation <em>O’zbekistonlik</em> zu sehen, die vom Uzbekistan&#8217;s Club produziert wurde. Die Folge mit ihm (zu sehen auf <a href="https://www.youtube.com/watch?v=ZyeQWD-qS1U">YouTube</a> mit englischen Untertiteln) ist Teil einer Reihe, die Persönlichkeiten aus Usbekistan vorstellt, die trotz Hindernissen höchste Positionen erreicht haben. Dies ist eine Möglichkeit, konkrete Vorbilder zu präsentieren und international ein positives Bild des Landes zu <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2023/04/27/ozbekistonlik/">vermitteln</a>. Aziz Shohakimov, der in Frankreich lebt, bezeichnet sich selbst mitunter als „informellen Kulturbotschafter“, jemand, der durch Begegnungen Menschen dazu inspiriert, Zentralasien in einem neuen Licht zu sehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Novastan: Zum Einstieg: Bitten stellen Sie sich kurz vor und schildern Sie die wichtigsten Meilensteine, die entscheidenden Momente, die Ihren künstlerischen und beruflichen Werdegang geprägt haben</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Aziz Shohakimov: Ich bin Dirigent, geboren und aufgewachsen in Usbekistan, und habe meine musikalische Ausbildung in Taschkent erhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Wendepunkt in meiner beruflichen Laufbahn war 2010 der Gewinn des zweiten Preises beim Internationalen <a href="https://www.themahlercompetition.com/">Gustav-Mahler-Dirigentenwettbewerb</a> in Bamberg. Es ist einer der renommiertesten Wettbewerbe für Dirigenten! Von da an erhielt ich Einladungen aus Europa, den USA und Japan. Man kann sagen, dass meine internationale Karriere mit diesem Wettbewerb ihren eigentlichen Startschuss erhielt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Welche Momente haben Sie rückblickend am deutlichsten als Künstler und Dirigent geprägt?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ehrlich gesagt hatte ich nie den Eindruck, dass ich diesen Beruf bewusst gewählt habe. Dirigent zu werden, hat sich ganz natürlich ergeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich begann schon sehr früh, mit elf Jahren, zu dirigieren. Es war zunächst eine Art Experiment, angeregt von meinem Lehrer Wladimir Borissowitsch Nejmer. Zuerst dirigierte ich ein Kinderorchester, dann ein Schulorchester. Oft fehlten uns Instrumente: Gab es keinen Perkussionisten, spielte ich die Stimmen selbst; fehlten andere Instrumente, setzte ich mich ans Klavier.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/eine-stimme-ohne-grenzen-ein-kasachischer-tenor-in-der-europaeischen-tradition/">Eine Stimme ohne Grenzen: ein kasachischer Tenor in der europäischen Tradition</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Tatsächlich bin ich buchstäblich im Orchester aufgewachsen. Natürlich absolvierte ich später eine akademische Ausbildung am Konservatorium, aber meine Ausbildung zum Dirigenten begann bereits in meiner Kindheit durch den Kontakt mit echten Musizierenden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hat sich Ihr künstlerischer Schwerpunkt im Laufe der Zeit verändert?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Absolut. Mit der Zeit verändern sich viele Dinge: die Prioritäten beim Repertoire, die Arbeitsmethoden, die Art und Weise, an Resultate zu gelangen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch ich habe das Gefühl, dass ich seit meiner Kindheit ein inneres Gehör besitze, eine musikalische Energie, die mich nie verlassen hat. Die Werkzeuge entwickeln sich weiter, die Erfahrung vertieft sich. Aber dieser innere Antrieb – meine grundlegende Beziehung zur Musik – ist derselbe geblieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was war Ihr erster prägender Kontakt mit Musik?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Musik begleitet mich seit meiner frühen Kindheit, da meine Eltern beide musizierten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein wirklich prägendes Erlebnis kam jedoch später, als ich in einem Jugendsinfonieorchester in der Wolgaregion Russlands Bratsche spielte. Dort sah ich junge Menschen verschiedener Nationalitäten, Religionen und Länder, die gemeinsam musizierten, dieselben Noten, denselben Klang teilten – voller Freude und Hingabe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das hat mich tief beeindruckt. Als Kind war ich wahrscheinlich ziemlich idealistisch, aber diese Erfahrung hat mir etwas Wichtiges bestätigt: Musik hat tatsächlich die Kraft, Menschen zu vereinen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Welche Professoren, Mentorinnen oder Institutionen haben Ihr Fachgebiet und Ihre musikalische Vorstellungskraft am meisten beeinflusst?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle meine Lehrer haben mich beeinflusst, jeder auf seine Weise. Aber vor allem <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2023/06/09/concert/">Wladimir Borisowitsch Nejmer</a>, der mir wie ein zweiter Vater war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sowohl gute als auch schlechte Lehrer prägen uns: Gute Lehrer zeigen uns, wie man arbeitet und wie man andere behandelt; schlechte Lehrer lehren uns meist, was man nicht tun sollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bin überzeugt, dass wir nie auslernen. Es gibt ein indisches Sprichwort, das mir sehr gefällt: <em>„Niemand ist dein Freund, niemand ist dein Feind – jeder ist dein Lehrer.“</em> Ich versuche, jede Begegnung als Lernmöglichkeit zu begreifen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Spielen Sie noch ein Instrument? Und waren sie auch gesanglich aktiv?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, heute spiele ich hauptsächlich Klavier. Ich habe lange Zeit Bratsche gespielt, aber das Klavier ist zu meinem wichtigsten Arbeitsinstrument geworden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe auch Gesang studiert. Zuerst in der Schule, dann intensiv am Konservatorium. Nicht, weil ich Sänger werden wollte, sondern um die Gesangstechnik, die Atmung und die Funktionsweise der Stimme zu verstehen. Für einen Dirigenten, der mit Opern und Chören arbeitet, ist dieses Wissen unerlässlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Für jene, die Ortasaray nicht kennen: Wie würden Sie den Ort beschreiben, an dem Sie aufgewachsen sind?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ortasaray war, als ich dort aufwuchs, von Natur umgeben. Es gab viel Grün, Vögel, man konnte angeln gehen und im Frühling Pilze sammeln. Von meinem Haus aus hatten wir einen herrlichen Blick auf die Berge.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Verbundenheit mit der Natur hat mich tiefgreifend geprägt. Ich liebe die Berge noch immer, und wann immer es möglich ist, verbringen meine Familie und ich unsere Ferien dort, sei es im Schwarzwald oder in den Alpen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Leider hat sich in meiner Heimat seither viel verändert und ein Großteil dieser natürlichen Umgebung von Ortasaray ist verschwunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Haben die Berglandschaft und das multikulturelle Umfeld Ihre Empfindungen nachhaltig geprägt?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Absolut. Die Berge prägten meine Beziehung zum Raum und zur Stille, während das multikulturelle Umfeld meine Beziehung zu anderen Menschen prägte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Ortasaray wuchs ich gemeinsam mit Menschen kasachischen, koreanischen, russischen und türkischen Hintergrundes auf. Ich bin von Kindheit an mit verschiedenen Sprachen und Kulturen aufgewachsen, und das erschien mir völlig natürlich. Ich glaube, dass es mir deshalb später auch so leicht fiel, mich an verschiedene Länder anzupassen, ohne kulturelle Konflikte oder inneren Widerstand.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sie bewegen sich in verschiedenen sprachlichen und kulturellen Umgebungen. Wie „leben“ Sprachen in Ihnen, persönlich und beruflich?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Für mich ist Sprache nicht nur ein Werkzeug zur Kommunikation: Sie ist eine Denkweise, ein kultureller Rahmen und in gewisser Weise sogar Teil der Musik.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um beispielsweise deutsche Musik zu verstehen, sind Deutschkenntnisse unerlässlich. Die Phrasierung bei Beethoven, Brahms, Mozart oder Haydn folgt oft einer sprachlichen Logik. Dies beeinflusst Artikulation, Struktur und insbesondere Phrasenenden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/die-scheisskerle-kommen-bischkeker-gruppe-vtoroi-ka-geht-auf-europatour/">Die Scheißkerle kommen: Bischkeker Gruppe Vtoroi Ka geht auf Europatour</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Deutschen haben Endungen ein besonderes Gewicht. Im Russischen oder Französischen funktionieren sie anders, und dies kann manchmal Einfluss darauf haben, wie Musizierende die Form intuitiv erfassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den Proben wird Sprache oft zu einem Element der musikalischen Erklärung. Generell glaube ich, dass wir uns umso mehr öffnen und uns kulturell weiterentwickeln, je mehr wir über Sprachen sprechen – sowohl als Musiker als auch als Menschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Welches Bild hatten Sie von Straßburg, bevor Sie dorthin zogen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich kannte Straßburg schon recht gut, bevor ich dorthin zog. Seit 2014 war ich dort fast alle zwei Jahre tätig, daher hatte ich Zeit, die Stadt, ihre Architektur und ihr Musikleben kennenzulernen – und ich hatte hier bereits Freunde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich liebe diese Stadt wirklich. Man spürt die Verschmelzung der französischen und deutschen Kultur, die eine ganz besondere Atmosphäre schafft. Auch geografisch ist sie ein einzigartiger Ort: Deutschland und die Schweiz sind sehr nah.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deshalb bin ich wirklich glücklich, hier zu leben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was hat Sie hier am meisten überrascht, und was vermissen Sie an Ihrer Heimat?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mich fasziniert die Verbindung von französischer Freiheit und deutscher Präzision. Das macht Straßburg so einzigartig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Persönlich vermisse ich meine Familie am meisten, obwohl ich eigentlich nicht besonders sentimental bin. Dank der Technologie spielt die Entfernung heutzutage eine geringere Rolle, und ich versuche, Taschkent regelmäßig zu besuchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie wird Usbekistan von den Menschen wahrgenommen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Während manche Menschen Zentralasien sehr gut kennen, wissen andere fast gar nichts darüber. Doch oft werden sie nach einer Begegnung mit mir neugierig und beginnen zu lesen, zu recherchieren und zu lernen. Insofern fühle ich mich manchmal wie eine Art inoffizieller Kulturbotschafter meiner Region.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/duo-falak-wie-tadschikische-tradition-in-experimenteller-musik-neu-auflebt/">Duo Falak – Wie tadschikische Tradition in experimenteller Musik neu auflebt</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ja, Usbekistan ist präsenter als zuvor. Das Land wirkt kulturell offener, und das verändert die Wahrnehmung des Landes.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Welche Orchester haben Sie im Laufe Ihrer internationalen Engagements am meisten beeindruckt?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Jedes Orchester hinterlässt etwas: einen Klang, eine Atmosphäre, eine menschliche Verbindung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch in dieser Saison hat mich das Royal Scottish National Orchestra besonders beeindruckt. Ich habe erst vor Kurzem mit ihnen zusammengearbeitet und war von ihrem Enthusiasmus, ihrer Professionalität und ihrem Engagement tief beeindruckt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Welchen Rat würden Sie jungen Musizierenden mit auf den Weg geben?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Seid zunächst ehrlich zu euch selbst: Seid ihr wirklich bereit, euer Leben der Musik zu widmen? Musik erfordert immenses Engagement und große Opfer: Zeit, Stabilität, manchmal sogar euer Privatleben. Ihr könnt niemals aufhören, euch weiterzuentwickeln; sobald ihr aufhört, fallt ihr zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt ein Sprichwort:<em> „Wähle einen Beruf, den du liebst, und du wirst nie das Gefühl haben, einen Tag in deinem Leben gearbeitet zu haben.“</em> Da ist etwas Wahres dran, aber Musizierende arbeiten unglaublich hart. Die Liebe zur Musik verleiht dieser Arbeit einfach Sinn.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wenn Sie eine Illusion über Erfolg in der Musik korrigieren könnten, welche wäre das?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Illusion des schnellen Erfolgs. Wahrer Erfolg in der Musik stellt sich nicht im Handumdrehen ein: Er ist ein langer Prozess, der auf täglicher Arbeit, Zweifeln, Fehlern und stetigem Fortschritt beruht. Und genau das macht Musik für mich so wertvoll.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Mathieu Lemoine für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/ouzbekistan/aziz-shokhakimov-ouzbekistan-strasbourg/">Französischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Über das unsichtbare Erbe kirgisischer Opiumarbeiterinnen. Kunstausstellung in Karakol</title>
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		<dc:creator><![CDATA[La rédaction]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Dec 2025 18:07:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Dekolonialisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Opium]]></category>
		<category><![CDATA[Trauma]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vom 9. November bis zum 9. Dezember 2025 war in Karakol eine Ausstellung zu sehen, die die Arbeit kirgisischer Frauen auf den Opiumfeldern beleuchtet. W&#xE4;hrend die Lebens- und Arbeitsbedingungen dieser Frauen kaum dokumentiert wurden, sind die Folgen bis heute sp&#xFC;rbar. Wir tauchen ein in eine Ausstellung zwischen Kunst und historischer Aufarbeitung. Im Heimatmuseum von Karakol, [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Vom 9. November bis zum 9. Dezember 2025 war in Karakol eine Ausstellung zu sehen, die die Arbeit kirgisischer Frauen auf den Opiumfeldern beleuchtet. Während die Lebens- und Arbeitsbedingungen dieser Frauen kaum dokumentiert wurden, sind die Folgen bis heute spürbar. Wir tauchen ein in eine Ausstellung zwischen Kunst und historischer Aufarbeitung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Heimatmuseum von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Karakol">Karakol</a>, östlich des kirgisischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Yssyk-K%C3%B6l">Ysyk-Köl-Sees</a>, fand vom 31. Oktober bis zum 10. November 2025 die Künstlerinnenresidenz <em>„Memories woven into the soil. Women’s work in the opium fields“ </em>statt. Mit Unterstützung des Deutsch-Französischen Kulturinstituts in Bischkek, der Zentralasiatischen Universität und des Institut <a href="https://ifeac.hypotheses.org/">Français d’Études sur l’Asie Centrale</a> (IFEAC) haben Künstlerinnen aus Deutschland, Frankreich, Kasachstan und Kirgistan gemeinsam einen Raum geschaffen, der voll und ganz den Frauen gewidmet ist und Kunst und Geschichte verbindet. In zehn Tagen intensiver kreativer Arbeit sind sie den Spuren kirgisischer Frauen während der Sowjetzeit gefolgt und haben die lange verdrängte Geschichte weiblichen Schaffens auf den Opiumfeldern in einer Ausstellung rekonstruiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinter der Initiative stehen die Künstlerin und Forscherin Altyn Kapalowa sowie Lucia Direnberger, Forscherin am IFEAC und am Centre national de la recherche scientifique <a href="https://www.cnrs.fr/en">CNRS</a>. Seit Juni arbeiten sie an dekolonialen Konzepten, um engagierte Frauen zusammenzubringen, die bereit sind, all jenen eine Stimme zu geben, die bislang ignoriert wurden. Berichte, Fotografien, Gemälde, Mode, Tanzperformances und Texte lassen die Besucher:innen eintauchen in eine Ausstellung, in der Körper eine vergessene Geschichte neu schreiben.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Geschichte der Opiumbäuerinnen im sowjetischen Kirgistan</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wie die Kuratorin Altyn Kapalowa erklärt, wurde Karakol nicht zufällig als Standort für diese Künstlerinnenresidenz ausgewählt: Die Region Ysyk-Köl eignet sich besonders gut für den Anbau von Schlafmohn. Während die ersten Anbaugebiete schon Ende der 1870er Jahre unter dem Einfluss Chinas entstanden, entwickelte sich die Region später schnell zur wichtigsten Opiumproduzentin der gesamten UdSSR.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs und der damit einhergehenden massiven Nachfrage nach Opium verschlechterten sich die Arbeitsbedingungen erheblich. Zu den miserablen Löhnen und den hohen Anforderungen der Ernte kamen eine ständige Überwachung durch bewaffnete &nbsp;Kräfte und Durchsuchungen nach jeder Ernte hinzu. Egal ob Männer, Frauen oder Kinder – der Opiumanbau verschonte niemanden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach jahrelanger Ausbeutung wurde der Anbau von Schlafmohn 1974 in Kirgistan verboten. Heute ist Drogenkonsum im Land streng illegal, und dieser Teil der kirgisischen Geschichte wurde verdrängt. International kaum bekannt, für die lokale Bevölkerung jedoch von großer Bedeutung, hinterfragen die Künstlerinnen in Karakol diese Politik des Vergessens, die die generationenübergreifenden Traumata der Menschen in der Region leugnet.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine menschliche Geschichte über unmenschliche Arbeit</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">An den Wänden des Heimatmuseums hängen farbenfrohe digitale Collagen. Die Aktivistin und Künstlerin <a href="https://www.instagram.com/omi_kami___/">Amaterasu</a> hat Archivfotos von Frauen und Kindern beim Opiumanbau neu interpretiert. Unter jedem Bild lassen Zeitzeug:innenberichte den Schrecken dieser erschöpfenden Arbeit erahnen: <em>„Wir alle hofften, nicht in einer Familie mit Opiumplantagen zu landen. Aber ich hatte kein Glück – kaum hatte ich die Schwelle überschritten, sah ich die Werkzeuge. Ich habe als Kind, in der Schule und sogar als Studentin Opium gesammelt.“</em> Es sind Berichte von Menschen, die zwischen Mohnblumen aufgewachsen sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/vom-objekt-zum-subjekt-modelle-vor-kamila-rustambekovas-kamera/">Vom Objekt zum Subjekt – Modelle vor Kamila Rustambekovas Kamera</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Andere erzählen vom Aufwachen in den frühen Morgenstunden, das sie noch immer verfolgt: <em>„Noch heute höre ich das Hupen des großen Lastwagens – es war vier Uhr morgens, ich musste schnell aufstehen und mich anziehen. Heute kann ich mir gar nicht vorstellen, meine Enkelinnen so früh am Morgen zu wecken – das würde mir so leid tun für sie.“</em> Indem sie die Vergangenheit mit der Gegenwart verbinden, knüpfen die Künstlerinnen die Fäden der Zeit neu und vermitteln einen eindrücklichen Einblick in die Härte der Arbeit auf den Feldern.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong><em>„Es ist nicht nur die Geschichte meiner Mutter, es ist auch meine eigene.“</em></strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Unter den Berichten, die in der Künstlerinnenresidenz präsentiert werden, finden die Bewohner:innen von Karakol die Geschichten ihrer Mütter oder Großmütter wieder. Sie haben diese Ereignisse zwar nicht selbst erlebt, aber sie haben die Traumata ihrer Vorfahren geerbt. Das möchte Oksana Kapischnikowa, Kunsthistorikerin und Künstlerin aus Ysyk-Köl, zeigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In einer Performance, die Fotografien, Musik und Tanz miteinander verbindet, erzählt sie die Geschichte ihrer Familie. Als sie zehn Jahre alt war, arbeitete ihre Mutter auf den Opiumfeldern. Noch heute trägt sie die Spuren dieser schweren Arbeit. Aufstehen vor Sonnenaufgang, um drei Uhr morgens, mit durchgefrorenem Körper, dann die Durchsuchung bei der Rückkehr von den Feldern, mit erhobenen Armen, abgetastet werden – all diese Bewegungen sind in ihrem traumatisierten Körper gespeichert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Künstlerin, die sich unter einem Tuch windet, erkundet durch die Bewegungen diese vererbten körperlichen Traumata. Während die Musik schneller wird und die Fotos vorbeiziehen, reißt das Tuch und Oksana Kapischnikowa taucht befreit auf. <em>„Das ist nicht nur die Geschichte meiner Mutter, sondern auch meine eigene“</em>, erklärt sie uns.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Mode als Mittel der Befreiung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht alle Künstlerinnen der Residenz stammen aus der Region, so zum Beispiel <a href="https://www.instagram.com/ja.mun.mai/">Julia Exper</a>, eine französische Modedesignerin, die sich seit über zehn Jahren für Zentralasien begeistert. <em>„Als ich jünger war, war ich mit meinem Vater während eines Zwischenstopps an einem Flughafen, und es gab einen Flug nach Peshawar in Pakistan. Als ich die Kleidung der Passagiere sah, war ich ästhetisch überwältigt. Das hat mich nie losgelassen“</em>, erzählt sie. Seitdem lässt sie sich immer wieder von afghanischen Motiven inspirieren und träumt davon, eines Tages Afghanistan zu besuchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach künstlerischen Residenzen in Tadschikistan und Mauretanien reiste sie nach Karakol, um die von der Arbeit auf den Feldern erschöpften Frauen mithilfe von Kleidung neue Sichtbarkeit zu verleihen. <em>„Mode ist ein Mittel zur Heilung. Schönheit ermöglicht es, sich auszudrücken und zu pflegen”</em>, erklärt die Designerin. Ihre Kreationen sind zugleich von chinesischer, russischer und nomadischer Mode beeinflusst.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/uigurische-region/die-geopolitik-des-drogenhandels-als-das-opium-zentralasien-regierte/">Die Geopolitik des Drogenhandels: Als das Opium Zentralasien regierte</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.chemodanfilms.com/">Gulsat Egemberdiewa</a> stammt aus einer Familie, in der Frauen über drei Generationen Opium ernteten. Sie ist Filmemacherin und Fotomodel. In Zusammenarbeit Exper versucht sie, verschiedene Facetten der Frauen aus Karakol sichtbar zu machen: die Dungan-Tradition, die das Opium in die Region brachte, die sowjetische Arbeitswelt und schließlich den Trost und Schutz durch die umhüllende Pelzkleidung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Projekt namens „Üschkürük“ ermöglicht es die Mode den Künstlerinnen, sich die ausgelöschten Geschichten wieder anzueignen. Kleidung wird zu einer <em>„Rüstung, einem Symbol für kollektive Widerstandsfähigkeit und die Verarbeitung von Traumata“</em>. <em>„Wir haben im Schnee unter extremen Bedingungen fotografiert“</em>, erklärt Julia Exper.<em> „Ich bin sehr stolz auf das gesamte Team.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eintauchen in die Opiumfelder</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Erstmals seit Jahrzehnten wurde der Keller des Museums hergerichtet, um Werke wie die von Marina Solntsewa auszustellen, einer Berliner Künstlerin, die sich mit dekolonialen und feministischen Praktiken auseinandersetzt. Ihr Werk „Feld der unsichtbaren Arbeit“ taucht die Besucher:innen in die Dunkelheit des Untergeschosses, wo sie auf Mohnblumen aus Aluminium treffen, einem Material, das früher zum Sammeln von Opium verwendet wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/die-baumwolle-ist-ein-fluch-ueber-die-ausstellung-paxta-in-taschkent/">„Die Baumwolle ist ein Fluch“ – Über die Ausstellung „Paxta“ in Taschkent</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem immersiven Erlebnis ist die Dunkelheit mehrdeutig. Als Erinnerung an die erschreckenden Berichte lässt sie die Härte der Arbeit im Dunkeln erahnen. <em>„Wir begannen bei Tagesanbruch zu arbeiten, als die Erde kaum zu sehen war. Wir konnten die Mohnkapseln und die Insekten kaum erkennen – wir konnten kaum die Gänge unterscheiden. Wir arbeiteten nach Gefühl.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch diese Installation analysiert die Unsichtbarkeit der Arbeit von Frauen und versteht sich als immersiv sowie als investigativ: <em>„Warum gibt es Lücken in den Archiven? Warum wurde diese Geschichte in der öffentlichen Debatte so stark kriminalisiert? Und wer hat davon profitiert?“</em>, fragt Marina Solntsewa. Eine kritische Perspektive, die an das Ziel der Residenz erinnert: jenen Frauen wieder eine Stimme zu geben, die von der Geschichte bewusst zum Schweigen gebracht hat. Angesichts der strahlenden Gesichter der Besucher:innen bei der Vernissage kann man sagen: Mission erfüllt für die Künstlerinnen aus aller Welt.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong><a href="https://novastan.org/fr/author/saldeguerroure/">Salomé Aldeguer-Roure</a> für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Französischen von</strong><a href="https://novastan.org/de/author/erudolph/"><strong> Elisabeth</strong> <strong>Rudolph</strong></a></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/ueber-das-unsichtbare-erbe-kirgisischer-opiumarbeiterinnen-kunstausstellung-in-karakol/">Über das unsichtbare Erbe kirgisischer Opiumarbeiterinnen. Kunstausstellung in Karakol</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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			</item>
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		<title>Novastan-Stammtisch am 18. November mit Elmira Khasanova</title>
		<link>https://novastan.org/de/novastan-ev/novastan-stammtisch-am-18-november-mit-elmira-khasanova/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Nov 2025 15:00:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Novastan e.V.]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien & Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Novastan Stammtisch]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bei unserem n&#xE4;chsten Novastan-Stammtisch freuen wir uns, Elmira Khasanova begr&#xFC;&#xDF;en zu d&#xFC;rfen. Sie ist eine vielseitige K&#xFC;nstlerin aus Bischkek, die in den Bereichen Fotografie, Film und Malerei arbeitet. (English below) Mit &#xFC;ber 13 Jahren Erfahrung im Tourismus als Reiseleiterin und Managerin hat sie eine tiefgehende Wertsch&#xE4;tzung f&#xFC;r Reisen, Landschaften und menschliche Geschichten entwickelt.Nach ihrem Marketing-Studium [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Bei unserem nächsten Novastan-Stammtisch freuen wir uns, Elmira Khasanova begrüßen zu dürfen. Sie ist eine vielseitige Künstlerin aus Bischkek, die in den Bereichen Fotografie, Film und Malerei arbeitet. (English below)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Mit über 13 Jahren Erfahrung im Tourismus als Reiseleiterin und Managerin hat sie eine tiefgehende Wertschätzung für Reisen, Landschaften und menschliche Geschichten entwickelt.<br>Nach ihrem Marketing-Studium in Sibirien kehrte sie nach Kirgistan zurück und absolvierte 2017 einen einjährigen Master in Film- und Fernsehregie unter Marat Sarulu an der Kyrgyz High School of Cinematic Art and TV.<br>Im Jahr 2025 schloss sie die School of Modern Photography ab und verfeinerte dort ihre visuelle und dokumentarische Ausdruckssprache.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vom <strong>14. bis 16. November</strong> war im Studio Tunnel19_de in Kreuzberg ihre erste Ausstellung <strong>„Beyond time and dusty roads“</strong> zu sehen .</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wann: Dienstag 18. November, 19:00 Uhr<br>Wo: Taste of Samarkand &#8211; Oranienstraße 187, 10999 Berlin<br>Wer? Alle Interessierten</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Gespräch ist auf Englisch.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">English:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">We‘re happy to welcome <strong>Elmira Khasanova</strong> as our special guest:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Elmira is a multifaceted artist from Bishkek, Kyrgyzstan, working across photography, filmmaking, and painting.<br>With over 13 years of experience in tourism as a guide and manager, she has cultivated a profound appreciation for travel, landscapes, and human stories.<br>After studying Advertising in Siberia, she returned to Kyrgyzstan and completed a one-year master class in Film &amp; TV Directing under Marat Sarulu at the Kyrgyz High School of Cinematic Art and TV in 2017.<br>In 2025, she graduated from the School of Modern Photography DocDocDoc, further refining her visual and documentary language.<br>November 14-16 she had her first exhibition “Beyound time and dusty roads” at Tunnel19_de studio, Kreuzberg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">When? 18 November 2025<br>Where? Taste of Samarkand &#8211; Oranienstraße 187, 10999 Berlin<br>Who? Everyone who is interested!</p>



<p class="wp-block-paragraph">The discussion will be in English.</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/novastan-stammtisch-am-18-november-mit-elmira-khasanova/">Novastan-Stammtisch am 18. November mit Elmira Khasanova</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>„Wir haben einen originellen kulturellen Code, den es nirgendwo sonst gibt“ – Aika Alemi zur Kreativwirtschaft in Kasachstan</title>
		<link>https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/wir-haben-einen-originellen-kulturellen-code-den-es-nirgendwo-sonst-gibt-aika-alemi-zur-kreativwirtschaft-in-kasachstan/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[nurgulzh]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Oct 2025 20:47:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Kasachstan &#x2013; wie auch in den &#xFC;brigen L&#xE4;ndern Zentralasiens &#x2013; wird wirtschaftlich auf traditionelle Sektoren wie Industrie oder die F&#xF6;rderung von Bodensch&#xE4;tzen gesetzt. Das Potenzial der Kreativwirtschaft, verstanden als jene wirtschaftlichen T&#xE4;tigkeiten, in denen kreative Arbeit, intellektuelle F&#xE4;higkeiten und kulturelles Erbe eine Schl&#xFC;sselrolle spielen (wie Medien, Design, Technologie, Kunst), wird dabei nicht immer erkannt. [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/wir-haben-einen-originellen-kulturellen-code-den-es-nirgendwo-sonst-gibt-aika-alemi-zur-kreativwirtschaft-in-kasachstan/">„Wir haben einen originellen kulturellen Code, den es nirgendwo sonst gibt“ – Aika Alemi zur Kreativwirtschaft in Kasachstan</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>In Kasachstan &#8211; wie auch in den übrigen Ländern Zentralasiens &#8211; wird wirtschaftlich auf traditionelle Sektoren wie Industrie oder die Förderung von Bodenschätzen gesetzt. Das Potenzial der Kreativwirtschaft, verstanden als jene wirtschaftlichen Tätigkeiten, in denen kreative Arbeit, intellektuelle Fähigkeiten und kulturelles Erbe eine Schlüsselrolle spielen (wie Medien, Design, Technologie, Kunst), wird dabei nicht immer erkannt. Aika Alemi, Gründerin und Präsidentin der Allianz der Kreativwirtschaft Kasachstans, internationale Business-Coachin, Designerin und Gründerin einer weltweit vertriebenen Bekleidungsmarke, spricht über die Entwicklung der Kreativwirtschaft in Kasachstan.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Aika Alemis Weg in die Kreativwirtschaft begann außerhalb ihres Heimatlandes: Aufgewachsen im Süden Kasachstans, verbrachte sie ihre Schulzeit in der Mongolei und absolvierte anschließend ein Wirtschaftsstudium an der Moskauer Staatlichen Universität. Früh sammelte sie internationale Erfahrung in globalen Unternehmen, wurde mit 25 Jahren Finanzdirektorin eines amerikanischen Konzerns und setzte ihre Ausbildung mit einem MBA an der Duke University fort. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach fast zwei Jahrzehnten im Ausland kehrte sie 2006 nach Kasachstan zurück, übernahm leitende Aufgaben bei <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/KazMunayGas">KasMunaiGas</a> (Nationale Öl- und Gasgesellschaft von Kasachstan) und wandte sich zugleich dem Filmeschaffen zu, was sie am Maine Media College in den USA studierte. In ihren künstlerischen Arbeiten verknüpfte sie ihre berufliche Erfahrung mit dem Bewusstsein für die kasachische Kultur, die Menschen und deren Erbe. Neben Filmprojekten gründete sie eine internationale Modemarke, schrieb für Fachzeitschriften und entwickelte Lehrprogramme, die sie seit mehr als zwölf Jahren in Kasachstan, anderen GUS-Staaten sowie in Amerika, Malaysia und Indonesien vermittelt.</p>



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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Novastan: Aika, wie würden Sie die Situation der Kreativwirtschaft in Kasachstan beschreiben?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Aika Alemi:</strong> Der Sektor der Kreativwirtschaft in Kasachstan ist bei weitem nicht so ausgeprägt wie in anderen Teilen der Welt.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Staatliche Förderung wird oft versprochen, doch die Zuschüsse halten sich in Grenzen und es ist schwierig, diese Unterstützung zu bekommen. In Europa und Amerika jedoch besteht ein ganzes Netzwerk, ein Ökosystem verschiedener Institutionen in der Kreativwirtschaft: private, staatliche, halbstaatliche und internationale Fonds.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Hauptprobleme von Kasachstan sind Bürokratie und mangelnde Transparenz bei der Finanzierung. Und unsere kasachischen Investoren fragen uns in der Regel: „Warum sollte ich dafür Geld geben? Ich würde lieber in Öl und Gas, in ein Restaurant oder in die Landwirtschaft investieren.“ Sie sind also vollständig in traditionellen Wirtschaftszweigen tätig.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong> <strong><a href="https://novastan.org/de/panorama/der-letzte-kasachische-khan-leben-und-tod-von-kenesary-qasymuly/">Der letzte kasachische Khan: Leben und Tod von Kenesary Qasymūly</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine weitere Finanzierungsquelle für die Kreativwirtschaft wäre die Aufnahme von Krediten. Aber die Kosten dafür sind bei uns astronomisch hoch. Darüber hinaus unterschätzen wir die Macht des Marketings und investieren nicht genug in diesen Bereich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem sind viele unserer Unternehmer nicht wettbewerbsfähig, weil sie nicht immer wissen, wie man eine Marke gründet: Ihnen fehlen die Zahlen und Kenntnisse, sie wissen nicht, was Analytik, Markt- und Wettbewerbsanalysen sind und wer ihre Zielgruppe ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Womit hängt das Ihrer Meinung nach zusammen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist sozusagen Kurzsichtigkeit. Der Fokus auf sogenannte schnelle Erfolge. Wir spüren immer noch die Auswirkungen des Erbes unserer Vorfahren. Was vor 100, 200, 300 Jahren geschaffen wurde. Aber wir selbst schaffen nichts so Langfristiges.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hat das etwas mit der Kultur oder Geschichte zu tun, vielleicht mit der postsowjetischen Vergangenheit, mit der Angst vor Instabilität?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch das. Aber mir scheint, es kommt noch hinzu, dass beispielsweise Beamte in Regierungsbehörden maximal zwei bis drei Jahre im Amt bleiben. Das heißt, sie wissen, dass sie nur vorübergehend im Amt sind. Ich denke, das ist der Hauptgrund.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Es gibt also ein Problem mit den Bedingungen für die Entwicklung der Kreativwirtschaft. Haben wir genug kreatives Potenzial, Leute, die diesen Sektor entwickeln könnten?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, ich denke, wir haben genug, auch ohne Unterstützung vom Staat oder anderen Investoren. Dies bedeutet auch, dass es trotz der fehlenden Bedingungen für die Entwicklung kreativer Unternehmen ausreichend kreatives Potenzial und Leute gibt, die dies auch umsetzen. Wir Leute in Kasachstan sind sehr kreativ in uns selbst. Ich denke, das hat damit zu tun, dass wir ein sehr multiethnisches Land sind: Es herrscht eine Verflechtung der Kulturen und Religionen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unsere Geschichten müssen erzählt werden, denn fast niemand auf der Welt weiß etwas davon. Selbst in unserem Land kennen viele die Vielschichtigkeit unserer Kultur nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das ist ein sehr interessanter Punkt. Beeinflusst Multikulturalismus und Multiethnizität nicht nur die Mentalität bzw. kulturelle Besonderheiten, sondern auch das kreative Potenzial?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, die Multiethnizität stärkt das kreative Potenzial, sie bietet mehr Material zum Arbeiten.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manchmal beklagen wir uns darüber, dass wir als Nation unterdrückt wurden, und wie viele Völker zu uns verbannt wurden. Andererseits erwies es sich als Vorteil für uns. Wir wissen, wie man in Frieden lebt und wie man Traditionen und Weltanschauungen annimmt und adaptiert. Heute sind viele Menschen in Kasachstan mit der Kultur beispielsweise der Koreaner, Tschetschenen oder Bulgaren vertraut. Das bereichert uns aus kreativer Sicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong> <strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/great-deals-kasachstan-und-usbekistan-schliessen-wirtschaftsabkommen-in-new-york/">„Great Deals“: Kasachstan und Usbekistan schließen Wirtschaftsabkommen in New-York</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Selbst unsere Städte an der Seidenstraße waren Transitstädte. Die persische Besiedlung, die arabische, die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Han_(Ethnie)">Han-Chinesen</a>, die Slawen, die Turkvölker – alle zogen hier vorbei. Die Perser sind der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zoroastrismus">Zoroastrismus</a>, die Chinesen der Buddhismus, es gab Islam und Christentum, und die Menschen sprachen allerlei Sprachen. Betrachtet man unsere Kleidung aus dem späten 18. und 19. Jahrhundert, findet man Materialien aus aller Welt – Marder aus Sibirien, Korallen, Steine, Materialien aus China, Japan, italienisches Glas. Obwohl dies nach der Zeit der Seidenstraße war. All dies spiegelt sich in der kasachischen Nationaltracht wider – eine Adaption von allem.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wären wir ein Inselstaat und monoethnisch, wären wir eher am Rande der Welt und der Möglichkeiten, sich zu entwickeln. Doch da wir uns an einer Achse befinden, ist dies nicht der Fall. Und nun hat sich das Zentrum im Zusammenhang mit den Ereignissen in Russland vor drei Jahren verschoben. Dadurch sind viele&nbsp;Geschäftsleute, Kulturschaffende und Experten aus verschiedenen Bereichen&nbsp;zu uns gezogen. Vieles hat durch uns begonnen zu geschehen, auch in der Kreativwirtschaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hat sich durch die Ereignisse in Russland auch die Tendenz verstärkt, nach unserer eigenen kulturellen Identität zu suchen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, weil wir Angst vor Eroberung haben. Wir wurden bereits erobert, und wir haben Angst davor, erneut zu werden. Schließlich haben wir eine Kolonialzeit hinter uns.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Suche nach Identität hat sich gerade als antikoloniale Bewegung intensiviert. Denn die neokoloniale Bewegung findet derzeit weltweit statt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Sowjetzeit bekamen wir eine zusammengewürfelte Version unserer Identität. Unsere Sprache wurde uns genommen. In der sowjetischen Version unserer Nationaltracht beispielsweise sind die Farben leuchtend blau, rot und grün. Diese Farben sind jedoch in unserer traditionellen Kleidung nicht zu finden. In der Steppe war es unmöglich, solch leuchtende chemische Farben zu erhalten.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diese Manifestation der eigenen Identität spiegelt sich sicherlich in der Kreativität wider. Gleichzeitig muss man sich, um auf dem globalen Markt Fuß zu fassen, an globale Trends anpassen, oder?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, es ist wichtig, sich immer bewusst zu sein, dass man in einer vernetzten Welt lebt und dass das eigene Erbe eine globale Form haben sollte. Das heißt, man sollte keine Angst vor der digitalen, modernen und technologischen Welt haben. Und vielleicht muss man Farben und Materialien irgendwo ändern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele globale Trends setzen sich bei uns fest, und wir passen uns gut an. Wir lieben es, Neues zu lernen. Wir lieben externe, fremde Einflüsse.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Erzählen Sie uns mehr über die Allianz der Kreativwirtschaft Kasachstans? Was ist ihr Ziel?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich versuche seit zehn Jahren, diese Allianz zu gründen. Erst im dritten Anlauf, im Jahr 2023, gelang die Gründung. Jetzt haben wir bereits rund 60 Mitglieder. Entwicklung sollte auf einem institutionellen Element basieren, und eine solche Institution ist notwendig. Wenn wir uns alle zusammenschließen, erhalten wir sofort eine institutionelle Stimme und spiegeln die gesamte Branche wider. Alle Kreativwirtschaften, 21 Branchen, stechen hervor. Und wir können alle vertreten und ihre Interessen schützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In erster Linie geht es uns um wirtschaftliche Stärkung. Wir möchten Menschen dabei unterstützen, ihre eigene Marke und ihr eigenes Unternehmen aufzubauen, Kapital zu beschaffen und Start-ups zu gründen, Export und E-Commerce zu entwickeln, damit sie internationale Partner haben und Geld verdienen können.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong> <strong><a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/eine-einzigartige-allianz-astana-und-mailand-wollen-den-tourismus-neuerfinden/">Eine einzigartige Allianz: Astana und Mailand wollen den Tourismus neuerfinden</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zweitens geht es um die Unterstützung von Investoren, dem Staat, Fonds und nicht-finanzieller Unterstützung, etwa bei der Vermarktung, Bereitstellung von Materialien, Räumlichkeiten, zu erhalten. Also alles, was mit Ressourcen zu tun hat.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und drittens müssen wir uns an Gesetzesänderungen beteiligen. Wir arbeiten mit dem Staat und den Regierungszweigen zusammen, damit Veränderungen stattfinden. Sowohl steuerlich als auch konzeptionell – was sind solche Branchen, wer gehört dazu, welche Urheberrechte bestehen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unser nächster Schwerpunkt sind Hubs. Denn ein Hub ist ein Ort, an dem kreative Produkte oder Dienstleistungen entstehen: sowohl physisch als auch virtuell. Und wir forschen auch zur Kreativwirtschaft und ihrem Anteil am BIP Kasachstans. Das hilft uns, zu erkennen,&nbsp;welche Schritte der Staat machen kann, um die Kreativwirtschaft zu entwickeln, aber auch welches Bild die Regierung von der Kreativwirtschaft im Land hat. Denn wie soll man ein Land regieren, wenn es keine Zahlen gibt?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wer sind die Mitglieder der Allianz?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das sind allesamt LLPs aus der Kreativwirtschaft aus ganz Kasachstan. Aus den Bereichen Architektur, Innenarchitektur, Mode, Grafikdesign, Objektdesign und Landschaftsgestaltung. Dazu gehören weiter zeitgenössische Kunst, Theater, Ballett und Oper. Auch Werbung, Cybersport, Gaming, Musik und Kunsthandwerk kommen hinzu.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Für welche Länder könnten wir Ihrer Meinung nach aus Sicht der Kreativwirtschaft interessant sein?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich denke, für Industrieländer wie die USA, Kanada, Europa, möglicherweise Singapur, Tokio und Südkorea. Die Welt ist heute sehr an der Nomadenkultur interessiert. Aber auch wir haben sie nicht mehr, sie muss wiederhergestellt werden. Generell haben wir jedoch einen originellen kulturellen Code, den es nirgendwo sonst gibt. Das macht uns&nbsp;bestimmt&nbsp;für die Welt interessant.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Mehr von Aika Alemi im Buch <a href="https://www.routledge.com/Decentering-Fashion-on-the-Silk-Roads-Craft-and-Responsible-Fashion-Dynamics-in-Central-Asia/Mallon-Mihaleva/p/book/9781032831602?srsltid=AfmBOooWOLlW4s29xh8uO9wWFzYtwvpgF8Rj6TZtsktsPgq4vneA9Us5">„Decentring Fashion on the Silk Roads” von Routledge: Artikel von Alemi zum Thema “Sustainable Fashion in Central Asia”</a></em></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Nurgul Adambayeva für Novastan</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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			</item>
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		<title>«Die Gletscher sind zu uns von den Bergen herabgestiegen» – Ausstellung zum Thema Gletscherschutz in Duschanbe</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Sep 2025 08:36:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Internationalen Konferenz über den Erhalt der Gletscher]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Naturschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Workshop]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Reise durch die Gletscher &#x2013; das war das Konzept der Ausstellung &#xAB;Das Lied des Gletschers&#xBB;, die vom 30. Mai bis zum 2. Juni im Botanischen Garten in Duschanbe mit Unterst&#xFC;tzung des Schweizerischen Kooperationsb&#xFC;ros in Tadschikistan stattfand. Die Ausstellung war so konzipiert, dass die Besucher:innen eine &#xAB;Reise durch die Welt der Gletscher&#xBB; unternehmen und diese [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Eine Reise durch die Gletscher – das war das Konzept der Ausstellung «Das Lied des Gletschers», die vom 30. Mai bis zum 2. Juni im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Botanischer_Garten_Duschanbe">Botanischen Garten</a> in Duschanbe mit Unterstützung des Schweizerischen Kooperationsbüros in Tadschikistan stattfand. Die Ausstellung war so konzipiert, dass die Besucher:innen eine «Reise durch die Welt der Gletscher» unternehmen und diese sogar berühren konnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die multimediale <a href="https://your.tj/jeko-art-poligon-kak-hudozhniki-i-art-aktivisty-tadzhikistana-govorjat-ob-jekologii-cherez-iskusstvo/">ecoart-Ausstellung</a> widmete sich dem Thema Gletscherschutz. Dank verschiedener interaktiver Angebote, darunter kreative Workshops, konnten die Besucher:innen tief in diese Thematik eintauchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/nieder-mit-der-gleichgueltigkeit-in-duschanbe-trifft-umweltaktivismus-auf-kunst/">„Nieder mit der Gleichgültigkeit!“ – In Duschanbe trifft Umweltaktivismus auf Kunst</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Autor von Your.tj war vor Ort und sprach mit der <a href="https://your.tj/v-dushanbe-startoval-festival-posvjashhennyj-problemam-jekologii/">Kuratorin Diana Rachmanowa</a>.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="602" height="339" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/09/2_Impressionen-aus-der-Ausstellung-Das-Lied-des-Gletschers.jpg" alt="" class="wp-image-42869" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/09/2_Impressionen-aus-der-Ausstellung-Das-Lied-des-Gletschers.jpg 602w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/09/2_Impressionen-aus-der-Ausstellung-Das-Lied-des-Gletschers-300x169.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 602px) 100vw, 602px" /><figcaption class="wp-element-caption">Impressionen aus der Ausstellung «Das Lied des Gletschers».</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Initiative für eine Ausstellung zum Thema Gletscherschutz stammt vom <a href="https://www.eda.admin.ch/content/countries/tajikistan/de/home/vertretungen/kooperationsbuero.html">Schweizerischen Kooperationsbüro in Tadschikistan</a>. Sie wurde im Rahmen des Programms <a href="https://your.tj/jekologija-jeto-moja-zhiznennaja-missija-kak-urozhenec-kanibadama-prodvigaet-jekoaktivizm-v-tadzhikistane/">zu Ökologie</a> und Gletscherfragen der Schweizer Vertretung umgesetzt und fand zeitgleich mit der <a href="https://geooeko.geo.uni-halle.de/internationale-konferenz-ueber-den-erhalt-der-gletscher-vom-29-bis-31-mai-2025-in-duschanbe-tadschikistan/">Internationalen Konferenz über den Erhalt der Gletscher</a> statt, die vom 29. bis 31. Mai in Duschanbe organisiert wurde.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Laut der Kuratorin Diana Rachmanowa, die das Ausstellungskonzept erarbeitet hat, schlug die Schweizer Vertretung vor, eine zusätzliche Veranstaltung durchzuführen <strong>–</strong> diese jedoch nicht rein wissenschaftlich, sondern mit einem für die Öffentlichkeit interessanten Fokus.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/die-gletscher-des-tienschan-im-rueckgang/">Die Gletscher des Tienschan im Rückgang</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Rachmanowa hatte die Idee, diese Ausstellung so zu gestalten, dass sie eine Art «Reise durch die Gletscher» darstellt. Auf der Ausstellung wurden sieben «Tunnel» präsentiert, die Gletscher imitierten und durch die Besucher:innen hindurchgehen und sich wie in einem echten Gletscher fühlen konnten.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="602" height="339" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/09/Die-Tunnel-die-die-Gletscher-imitieren-sollen.jpg" alt="" class="wp-image-42871" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/09/Die-Tunnel-die-die-Gletscher-imitieren-sollen.jpg 602w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/09/Die-Tunnel-die-die-Gletscher-imitieren-sollen-300x169.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 602px) 100vw, 602px" /><figcaption class="wp-element-caption"> Die «Tunnel», die die Gletscher imitieren sollen.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">«Die Ausstellung selbst ist so konzipiert, dass sie wie ein Basislager oder eine kleine Stadt aussieht. Es werden reguläre Touren zu Gletschern angeboten, aber leider hat nicht jeder die Möglichkeit, diese wahrzunehmen. Deshalb hatten wir die Idee, dass die Gletscher von den Bergen zu uns hinabsteigen und die Besucher:innen hier auf ihnen spazieren gehen können», so Diana Rachmanowa.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die «von den Bergen herabgestiegenen Gletscher» begrüßten die Besucher:innen der Ausstellung auf Tadschikisch, Englisch und Russisch.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/ein-riesiger-gletscher-im-pamir-schmilzt-was-sind-die-konsequenzen/">Ein riesiger Gletscher im Pamir schmilzt. Was sind die Konsequenzen?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">«Dies ist ein einzigartiges Erlebnis, denn die Menschen sehen uns selten – wir befinden uns fernab, weit in der Höhe, wo es einsam, trocken, laut, kalt und rau ist. All das ist unsere Natur, unser Wesen, unsere Erinnerung und unsere Geschichte», hieß es in der Begrüßung der Gletscher.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="602" height="339" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/09/Die-Begruessung-der-Gletscher.jpg" alt="" class="wp-image-42873" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/09/Die-Begruessung-der-Gletscher.jpg 602w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/09/Die-Begruessung-der-Gletscher-300x169.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 602px) 100vw, 602px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Begrüßung der Gletscher.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Zusätzlich konnten die Besucher:innen der Ausstellung nicht nur die Gletscher besuchen, sondern sogar einen von ihnen berühren, und zwar bei der Kunstinstallation «Berühre den Gletscher», bei der es sich um in Stoff gewickeltes Eis handelte, das einen Gletscher imitieren sollte.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="602" height="339" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/09/Die-Kunstinstallation-Beruehre-den-Gletscher.jpg" alt="" class="wp-image-42872" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/09/Die-Kunstinstallation-Beruehre-den-Gletscher.jpg 602w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/09/Die-Kunstinstallation-Beruehre-den-Gletscher-300x169.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 602px) 100vw, 602px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Kunstinstallation «Berühre den Gletscher».</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"> An dem Veranstaltungskonzept arbeiteten Vertreter:innen dreier Länder – Tadschikistan, Kirgistan und Usbekistan –, da das Thema Gletscherschutz für Zentralasien sehr aktuell und brisant ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/die-beobachtung-des-gletschers-ueber-das-leben-und-die-arbeit-an-der-glaziologischen-station-tujyksu/">Die Beobachtung des Gletschers – Über das Leben und die Arbeit an der glaziologischen Station Tujyksu</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auffallend ist, dass die Ausstellung fast ausschließlich auf Stofftüchern gezeigt wird. Nahezu alle Kunstinstallationen sind auf diesen Stoffen dargestellt. Bei den aufgedruckten Bildern von Gletschern handelt es sich um Archivfotos, die in den letzten 10 bis 15 Jahren in Tadschikistan und Kirgistan aufgenommen wurden, so Rachmanowa. Der Druck der Stoffbahnen erfolgte in Bischkek. Insgesamt wurden mehr als 500 Meter Stoff mit einem Gesamtgewicht von über 120 Kilogramm für die Ausstellung genutzt.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="602" height="339" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/09/Die-bedruckten-Stofftuecher.jpg" alt="" class="wp-image-42874" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/09/Die-bedruckten-Stofftuecher.jpg 602w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/09/Die-bedruckten-Stofftuecher-300x169.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 602px) 100vw, 602px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die bedruckten Stofftücher.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Wie Rachmanowa erzählte, könnten sich die Besucher:innen mithilfe der Stoffe besser vorstellen, wie sich die Gletscher verändern. Die Verwendung von Stoff als Material ist ein bewusster Schritt, da so auf Plastik verzichtet wird. Die Organisator:innen planen die Kunstinstallation als Wanderausstellung auch in anderen Regionen Tadschikistans sowie im Ausland zu zeigen.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="602" height="339" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/09/Information-zur-Ausstellung-gedruckt-auf-Stoff.jpg" alt="" class="wp-image-42875" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/09/Information-zur-Ausstellung-gedruckt-auf-Stoff.jpg 602w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/09/Information-zur-Ausstellung-gedruckt-auf-Stoff-300x169.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 602px) 100vw, 602px" /><figcaption class="wp-element-caption">Information zur Ausstellung, gedruckt auf Stoff.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"> «Wir möchten hier auch vermitteln, was Gletscher sind. Deshalb verwenden wir kein Papier oder Plastik, sondern bedruckten weißen Stoff, um zu zeigen, dass ein Gletscher in erster Linie Kälte darstellt», so die Kuratorin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ausstellungsprogramm ist multimedial. Neben den Kunstinstallationen wurden den Besucher:innen eine Reihe von Workshops angeboten, in denen sie auf spielerische Weise etwas Neues über Gletscher lernen konnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kuenstliche-gletscher-in-kirgistan-gegen-die-folgen-des-klimawandels/">Künstliche Gletscher in Kirgistan gegen die Folgen des Klimawandels</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Diana Rachmanowa selbst leitete einen kreativen Workshop zum Thema Collagen. Die Workshop-Teilnehmenden experimentierten mit Schwarz-Weiß-Fotos und Zeitungsausschnitten von Gletschern. «Durch das Experimentieren mit dem Fotomaterial versuchten die Teilnehmer:innen, den dargestellten Gletschern ein zweites Leben zu geben. Hier wird die Vorstellungskraft angeregt, denn die Teilnehmenden versuchen auf diese Weise, ihren eigenen Gletscher zu erschaffen, indem sie ihre Fantasie nutzen», erklärt die Kuratorin.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="602" height="339" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/09/Ein-Workshop-unter-der-Leitung-von-Diana-Rakhmanova.jpg" alt="" class="wp-image-42876" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/09/Ein-Workshop-unter-der-Leitung-von-Diana-Rakhmanova.jpg 602w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/09/Ein-Workshop-unter-der-Leitung-von-Diana-Rakhmanova-300x169.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 602px) 100vw, 602px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ein Workshop unter der Leitung von Diana Rachmanowa.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Zu den weiteren Workshops, die von Vertreter:innen aus Tadschikistan, Kirgistan und Usbekistan durchgeführt wurden, gehörte unter anderem ein Workshop zu Animation, Körper- und Klangpraktiken. Die im Rahmen dieser Workshops entstandenen Kunstwerke wurden am 2. Juni, dem letzten Tag der Ausstellung, gezeigt.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="602" height="339" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/09/Ein-Besucher-setzt-ein-Puzzle-mit-dem-Bild-eines-Gletschers-zusammen.jpg" alt="" class="wp-image-42877" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/09/Ein-Besucher-setzt-ein-Puzzle-mit-dem-Bild-eines-Gletschers-zusammen.jpg 602w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/09/Ein-Besucher-setzt-ein-Puzzle-mit-dem-Bild-eines-Gletschers-zusammen-300x169.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 602px) 100vw, 602px" /><figcaption class="wp-element-caption"> Ein Besucher setzt ein Puzzle mit dem Bild eines Gletschers zusammen.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Schweizer Partnerorganisation, <a href="https://your.tj/rabota-na-pamire-otkryvaet-novye-nauchnye-vozmozhnosti-kak-ukrainskie-uchenye-issledujut-reki-gbao/">die sich mit der Erforschung von Gletschern befasst</a>, hat ebenfalls einen eigenen Bereich mit Installationen, interessanten wissenschaftlichen Fakten über Gletscher in tadschikischer und russischer Sprache sowie Workshops organisiert.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="602" height="339" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/09/Wissenschaftliche-Fakten-ueber-Gletscher.jpg" alt="" class="wp-image-42878" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/09/Wissenschaftliche-Fakten-ueber-Gletscher.jpg 602w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/09/Wissenschaftliche-Fakten-ueber-Gletscher-300x169.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 602px) 100vw, 602px" /><figcaption class="wp-element-caption">Wissenschaftliche Fakten über Gletscher.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">«Das Ausstellungsprogramm ist sehr vielfältig. Es ist konzeptionell so aufgebaut, dass die Besucher:innen verstehen, dass Gletscher nicht statische Gebilde sind, sondern sich jeden Tag verändern», resümiert Diana Rachmanowa.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Somon Komilov, <a href="https://your.tj/ledniki-spustilis-k-nam-na-zemlju-v-dushanbe-proshla-vystavka-po-sohraneniju-lednikov/">Your.tj</a></strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Russischen von Maximilian Rau</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<item>
		<title>&#8222;Nieder mit der Gleichgültigkeit!&#8220; &#8211; In Duschanbe trifft Umweltaktivismus auf Kunst</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Mar 2025 22:49:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Festival]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Umweltschutz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vom 13. bis 15. Februar fand in Duschanbe das Festival &#x201E;Ecoritm&#x201C; statt, das K&#xFC;nstler und Umweltaktivisten versammelte. Neben der Ausstellung der Werke luden die Veranstalter auch zu Podiumsdiskussionen ein. Neben den heute am st&#xE4;rksten sp&#xFC;rbaren Umweltproblemen sprachen die Redner auch dar&#xFC;ber, wie die Umweltbewegung mehr junge Menschen als Aktivisten f&#xFC;r sich gewinnen kann. An den [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Vom 13. bis 15. Februar fand in Duschanbe das Festival &#8222;Ecoritm&#8220; statt, das Künstler und Umweltaktivisten versammelte. Neben der Ausstellung der Werke luden die Veranstalter auch zu Podiumsdiskussionen ein. Neben den heute am stärksten spürbaren Umweltproblemen sprachen die Redner auch darüber, wie die Umweltbewegung mehr junge Menschen als Aktivisten für sich gewinnen kann.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">An den drei Festivaltagen präsentierten Künstler, Fotografen und Kunstaktivisten ihre Werke und demonstrierten die Macht von Kunst und Kultur bei der Lösung von Problemen. Darüber hinaus diskutierten Redner bei Podiumsdiskussionen, wie junge Menschen stärker in Umweltinitiativen eingebunden werden können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Veranstalter der tadschikistanischen Stiftung für öffentliche Gesundheit und Menschenrechte erhielten maßgebliche Unterstützung von Seiten des Schweizer Kooperationsbüros sowie der französischen Botschaft in Tadschikistan.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Von Wasserknappheit bis Tierquälerei</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Leiterin der Stiftung Tachmina Saidowa erklärte, dass die Ökologie eines der dringlichsten Themen unserer Zeit sei. Sie betonte, wie wichtig es sei, die Aufmerksamkeit junger Menschen auf Umweltprobleme zu lenken, sie zu umweltfreundlichem Handeln zu erziehen und sie aktiver in den Umweltschutz einzubinden. Ein kreativer Hebel, Umweltinitiativen zu fördern und das Bewusstsein für Umweltfragen zu schärfen, ist laut Saidowa die Kunst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die fotografischen Installationen und Werke der Aussteller befassten sich allesamt mit Umweltfragen. Darunter auch solche, die in Tadschikistan von besonders aktuell und dringlich sind, wie etwa eine Reihe von Gemälden, die die Wasserknappheit thematisieren. Auf diesen wiesen die Künstler auf die Herausforderungen hin, denen sich die Bevölkerung Tadschikistans auf dem Weg zu sauberem Wasser gegenübersieht.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Besondere Aufmerksamkeit schenkten die Kunstschaffenden auch einem der drängendsten Umweltprobleme unserer Zeit: der Vermüllung. Diesem Thema widmeten sich Fotos von vermüllten Straßen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiteres Werk befasste sich mit Tierquälerei. Das Gemälde mit dem Titel &#8222;Without a Home&#8220; thematisierte die grausamen Methoden, die auf die Reduzierung der Population streunender Tiere abzielen und die auch für die Umwelt nicht folgenlos sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Katzen und Hunde sind ein wesentlicher Bestandteil unserer Umwelt. Für die städtischen und ländlichen Ökosysteme sind sie unentbehrlich. Mit ihrer Anwesenheit halten sie die Natur im Gleichgewicht, interagieren mit anderen Arten und beeinflussen die Gesamtstruktur der Umwelt&#8220;,</em>&nbsp;heißt es in der Beschreibung der&nbsp;Fotocollage.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die&nbsp;französische Botschafterin in Tadschikistan,&nbsp;<a href="https://tj.ambafrance.org/L-Ambassadrice-Elsa-Pignol-166">Elsa Pignol,</a>&nbsp;fasst zusammen:&nbsp;<em>„Der Schutz unserer Umwelt ist ebendeshalb von so wesentlicher Bedeutung, weil sie mehr als nur eine hübsche Begleiterscheinung ist.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Umweltkatastrophen treffen Frauen besonders hart</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">An der Podiumsdiskussion &#8222;Umweltaktivismus: moderne Praktiken und neue Möglichkeiten&#8220; nahmen vier Redner teil: die Bürgeraktivistin und Forscherin Nisso Rasulowa, der Kunstkurator und Künstler Alexej Rumjanzew, der Tourismusexperte Olimdschon Alimursajew und die Künstlerin und Kunstmanagerin Diana Rachmanowa.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben den bereits spürbaren Umweltproblemen sprachen die Redner auch über die Not, die Reihen der Ökoaktivisten mit motivierten jungen Menschen zu füllen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Olimdschon Alimursajew, der sich aktiv für&nbsp;<a href="https://eurasia.travel/de/tajikistan/tourism/ecotourism/">Ökotourismus</a>&nbsp;einsetzt, hielt einen Kurzvortrag, in dem er auf aktuelle Umweltprobleme des Landes einging: Klimawandel, mangelnder Zugang zu&nbsp;<a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/tadschikistans-doerfer-sammeln-schmelzwasser/">sauberem Trinkwasser</a> und Luftverschmutzung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei ist die&nbsp;<a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/50-shades-of-smog-luftverschmutzung-in-zentralasien/">Luftverschmutzung</a>&nbsp;nicht nur in Tadschikistan, sondern auch in anderen zentralasiatischen Ländern ein drängendes Problem, darunter unter anderem&nbsp;<a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/kasachstans-industriestaedte-leiden-unter-ausserordentlicher-luftverschmutzung/">Industriestädte,</a>&nbsp;aber auch die Hauptstädte&nbsp;<a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/bischkek-und-taeglich-gruesst-der-smog/">Bischkek</a>,&nbsp;<a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/die-luft-die-tadschikistan-atmet/">Duschanbe</a>&nbsp;und&nbsp;<a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/selbst-das-atmen-ist-schwerer-geworden-kritische-luftverschmutzung-in-taschkent/">Taschkent</a>. Die drei Städte landen regelmäßig auf den vordersten Plätzen des Luftverschmutzungs-Rankings des Schweizer Unternehmens&nbsp;<a href="https://www.iqair.com/de/">IQAir</a>, welches sich auf Luftqualitätstechnologie spezialisiert hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gender-Expertin und Aktivistin Nisso Rasulowa betonte, dass Klimakatastrophen häufig zu&nbsp;<a href="https://www.boell-sachsen-anhalt.de/de/2021/03/11/geschlechter-und-klimagerechtigkeit-im-globalen-sueden-4">mehr Ungerechtigkeit zwischen den Geschlechtern führen</a>. <em>&#8222;In den letzten fünf Jahren haben die Vereinten Nationen, die wohlgemerkt eine&nbsp;</em><a href="https://unwomen.de/gleichstellung-der-geschlechter-in-der-agenda-2030/"><em>Gender-Agenda</em></a><em>&nbsp;und mehrere Konventionen zur Gleichstellung der Geschlechter vorantreiben, darauf hingewiesen, dass der Klimawandel und Naturkatastrophen aller Art sehr nachteilige Auswirkungen auf Frauen haben&#8220;,</em>&nbsp;sagte Nisso.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kataklysmen des Klimawandels wirken sich beispielsweise negativ auf in der Landwirtschaft tätige Frauen aus, indem sie ihnen den Zugang zu Wasser erschweren. Nisso Rasulowa sprach über eine Studie der&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Internationale_Rotkreuz-_und_Rothalbmond-Bewegung">Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung,</a>&nbsp;in der die Autoren zu dem Schluss kamen, dass die Todesopfer von Schlammlawinen und Überschwemmungen am häufigsten Mädchen seien. Der Grund:&nbsp;<em>„Es bringt ihnen niemand das Schwimmen bei.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gender-Expertin weiter:<em>&nbsp;&#8222;Die meisten uns besonders betreffenden Klimaveränderungen wirken sich insofern negativ auf Frauen aus, als dass sie den gewohnten Lebensstandard, den sich Frauen im Laufe der Jahre aufbauen, zerstört.&#8220;</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>„Nieder mit der Gleichgültigkeit!“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Redner der Podiumsdiskussion sprachen über die Herausforderungen des modernen Umweltaktivismus und die unzureichende Finanzierung von Umweltprojekten. Viele Umwelt-Aktivisten berücksichtigen schon bei der Vorbereitung neuer Projekte, wie die Beteiligten auch nach Abschluss eines Projektes weiterhin Hilfen erhalten können.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Die größte Herausforderung ist sicher die gleichgültige Haltung. Warum sonst ist von zehn Personen gerade mal eine daran interessiert, sich mit den Umweltproblemen auseinanderzusetzen? Der Kampf gegen diese Gleichgültigkeit ist kein leichter, aber er ist sehr wichtig, besonders in Umweltfragen&#8220;,&nbsp;</em>betonte Nisso Rasulowa.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:&nbsp;</strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/darmarka-wie-umweltaktivistinnen-in-almaty-alte-dinge-recyclen/">„Darmarka“: Wie Umweltaktivist:innen in Almaty alte Dinge recyclen</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Diana Rachmanowa gehört zum Umweltaktivismus nicht nur die Teilnahme an Projekten, sondern auch eine eigene Haltung: „<em>Wenn jeder von uns in seinem Kreis ein paar Schritte unternimmt, zum Beispiel den Müll nicht nur von hier nach dort zu bringen, sondern ihn im Prinzip gar nicht erst zu verursachen, zählt das meiner Meinung nach auch schon als Teil des persönlichen Aktivismus.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie fügt hinzu:<em>&nbsp;„Wir leben in einer sehr unvorhersehbaren Zeit, in der wir uns nur schwer auf irgendwelche externen Hilfsmittel verlassen können. Unsere Hoffnung gilt darum vor allem uns selbst, denn dort fängt der Umweltaktivismus überhaupt erst an. Wenn Aktivisten ihre Überzeugungen dazu noch kulturell und künstlerisch verarbeiten, kann der Aktivismus uns die Augen für sehr relevante Themen öffnen.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Redner waren sich einig, dass es notwendig sei, jungen Menschen möglichst viele Positivbeispiele zu zeigen, um sie aktiv in den Umweltschutz einzubeziehen und Initiativen zu fördern. Darüber hinaus sei der Umweltschutz heute eines der vielversprechendsten und rentabelsten Berufsfelder. Auch darin stecke ebenfalls Motivationspotenzial für junge Menschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Beispiele gibt es en masse, nicht nur im Ausland, sondern auch hier in Zentralasien. Schon über diese Initiativen zu sprechen und darüber, welches Kapital Privatleute auftreiben, die solche Initiativen fördern, kann sehr stark motivieren&#8220;,</em>&nbsp;sagt Diana Rachmanova.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Olimdschon Alimursajew ist überzeugt, dass es von essenzieller Bedeutung ist, sich selbst umweltfreundliche Verhaltensweisen anzugewöhnen, um sie dann an seine Umgebung weiterzugeben. Die Redner betonen zudem, dass jeder Aktivismus ein Höchstmaß an Engagement und Hingabe voraussetze.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Aktivist zu sein, ist im Prinzip ein Geisteszustand, der dafür sorgt, dass dir nicht gleich ist, was um dich herum geschieht. Selbst wenn dich alle hassen, trittst du ein für dein Anliegen und trägst es auch in Gesprächen fort&#8220;,</em> fasst Nisso Rasulowa zusammen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Somon Komilow für <a href="https://your.tj/v-dushanbe-startoval-festival-posvjashhennyj-problemam-jekologii/">your.tj</a></strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Russischen von Arthur Siavash Klischat</strong></p>



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		<title>Turkmenische Kunst in Brüssel: Eine Ausstellung im Zeichen auswärtiger Kulturpolitik</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Feb 2025 23:32:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien & Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturdiplomatie]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Kunstandwerk]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ende Januar hat eine Br&#xFC;sseler Galerie zu Ehren des 30. Jahrestags der turkmenischen Neutralit&#xE4;t Schmuck, Textilien und Teppiche aus dem zentralasiatischen Land ausgestellt. Am Abend des Jahrestages der Anerkennung des neutralen Status Turkmenistans startete die Galerie MUSE im renomierten Br&#xFC;sseler Stadtteil Sablon eine einzigartige Ausstellung &#xFC;ber die turkmenische Kultur. Diese fand im Rahmen der Civilisations [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Ende Januar hat eine Brüsseler Galerie zu Ehren des 30. Jahrestags der turkmenischen Neutralität Schmuck, Textilien und Teppiche aus dem zentralasiatischen Land ausgestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Abend des Jahrestages der Anerkennung des neutralen Status Turkmenistans startete die Galerie <a href="https://www.instagram.com/muse.sablon/">MUSE</a> im renomierten Brüsseler Stadtteil Sablon eine einzigartige Ausstellung über die turkmenische Kultur. Diese fand im Rahmen der Civilisations Winter Edition vom 21. bis 26. Januar dieses Jahres statt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.newscentralasia.net/2025/01/23/v-bryussele-dan-start-unikalnoj-vystavke-turkmenskoj-kultury/"><em>News Central Asia</em></a> beschreibt die <em>Civilisations Winter Edition</em> als eine Reihe von jährlichen Winterausstellungen, bei denen besondere Sammlungen mit jährlich wechselnden Themen präsentiert werden. Ziel ist es, den Besuchern die Möglichkeit zu geben, neue Aspekte der Kunst und des Kunsthandwerks zu entdecken. <a href="https://civilisations.brussels/">Civilisations</a> schließt in dieser Winterausgabe zum ersten Mal die turkmenische Kultur ein, ein Schlüsselereignis für die Stärkung des gegenseitigen Verständnisses.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Turkmenische Kunst und Kunsthandwerk im Mittelpunkt</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die diesjährige Ausstellung ehrt die einzigartigen Kreationen der turkmenischen Kultur: darunter Schmuck, Textilien und Teppiche, die vom reichen kulturellen Erbe des Landes und der zentralen Rolle der Kunst in der turkmenischen Gesellschaft zeugen.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Auch Stücke des Modehauses <a href="https://www.instagram.com/artstudio_keshde/?hl=fr">Keshde</a>, einem Online-Shop für traditionelle Kleidung unter der Leitung von <a href="https://kulteurasiaen.wordpress.com/sheker-akiniyazova/">Şeker Akiniyazowa</a>, waren zu sehen. <em>Keshde</em> bezeichnet auf Turkmenisch eine handgefertigte Stickerei.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/vier-zentralasiatische-kulturpraktiken-neuerdings-immaterielles-kulturerbe-der-unesco/">Vier zentralasiatische Kulturpraktiken ins immaterielle Kulturerbe der UNESCO aufgenommen</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein besonderer Akzent lag auf der traditionellen Kunst des Teppichwebens und ihrer Bedeutung in der turkmenischen Kultur als handwerkliches Erbe.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wenn sich Neutralität auf Kooperation reimt</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die turkmenische Botschaft in Brüssel hatte sich an der Organisation der Ausstellung beteiligt. Botschafter <a href="https://www.brusselsenergyclub.org/brec-alumni/sapar-palvanov">Sapar Palwanow</a> betonte die Bedeutung der Kultur als Friedensträger und Mittel zur Bekräftigung des neutralen Status Turkmenistans, der am 12. Dezember 1995 durch eine Resolution der UN-Generalversammlung proklamiert wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/textilien-teppiche-und-geometrie-stoffproduktion-in-zentralasien/">Textilien, Teppiche und Geometrie: Stoffproduktion in Zentralasien</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Für den turkmenischen Botschafter in Brüssel ist die Neutralität in erster Linie ein Prinzip der Zusammenarbeit. Er betont, dass dieser Status nicht darauf abziele, Völker zu spalten, sondern im Gegenteil die Vielfalt zu respektieren und gleichzeitig Verbindungen zwischen den verschiedenen Kulturen zu schaffen. So kenne die Neutralität, genau wie die Kultur, keine Grenzen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kultur im Dienste des internationalen Dialogs</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben der turkmenischen Botschaft unterstützte das <a href="https://en.inform.kz/news/brussels-hosts-first-central-asia-europe-creative-forum-0e3565/"><strong>Kreativforum</strong> Zentralasien &#8211; Europa</a> die Austellung. Initiatorin des Forums ist <a href="https://digineb.eu/digineb-project/early-adopters/yelena-kharitonova">Yelena van Kharitonova</a>,  die zugleich Gründerin der Kreativagentur <em>Caravan Cultura </em>ist<em>.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">An der Ausstellungseröffnung nahmen Kunstsammlerinnen und Kunstsammler, die Botschafter Kasachstans, Kirgisistans, Usbekistans und Tadschikistans sowie Vertreterinnen und Vertreter europäischer Institutionen und Kunstexpertinnen und Kunstexperten teil.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/turkmenische-journalistin-soltan-acilowa-an-ausreise-fuer-entgegennahme-eines-preises-gehindert/">Turkmenische Journalistin Soltan Açilowa an Ausreise für Entgegennahme eines Preises gehindert</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Yelena Van Kharitonova zufolge setzt diese Ausstellung Zentralasien als &#8222;gemeinsame kreative Region&#8220; in Szene. Sie betont, dass Kulturdiplomatie sich bemühe, die Herzen der Menschen zu berühren und Brücken zwischen den Kulturen zu bauen, während internationale Kulturbeziehungen auf gegenseitiger Zusammenarbeit und gemeinsamen Interessen beruhten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während des Forums hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Gelegenheit ihre Verhandlungskompetenzen durch Kulturdiplomatie zu verbessern – Eine &nbsp;essenzielle Fähigkeit für Schaffende der Kreativbranche, &nbsp;die als wahre Botschafterinnen und Botschafter ihres Landes und ihrer Kultur agieren. Wie diese Ausstellung eindrucksvoll zeigte, nimmt die Kunst eine Schlüsselrolle bei der Förderung der internationalen Zusammenarbeit ein, und die Kultur stellt ein kraftvolles Instrument zur Stärkung des interkulturellen Dialogs dar.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a id="_msocom_1"></a></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Für die Redaktion von Novastan Estelle Charlet</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/europe-et-asie-centrale/lart-turkmene-bruxelles-exposition-diplomatie-culturelle/">Französischen </a>von Arthur Siavash Klischat</strong></p>



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		<title>Mosaike in Shohizinda</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Feb 2025 04:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bild des Tages]]></category>
		<category><![CDATA[Islam]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Mosaike]]></category>
		<category><![CDATA[Muslime]]></category>
		<category><![CDATA[Samarkand]]></category>
		<category><![CDATA[Shohizinda]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Islam ist es normalerweise verp&#xF6;nt, Lebewesen oder Menschen in Kunstwerken abzubilden. Die Mosaike von Shohizinda in Samarkand, Usbekistan, stellen Symbole dar, die f&#xFC;r die muslimische Religion von Bedeutung sind. Photo : Ashley und Quentin (Frankreich, https://www.enselle.voyage)</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Im Islam ist es normalerweise verpönt, Lebewesen oder Menschen in Kunstwerken abzubilden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mosaike von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shohizinda"><strong>Shohizinda</strong></a> in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Samarqand"><strong>Samarkand</strong></a>, Usbekistan, stellen Symbole dar, die für die muslimische Religion von Bedeutung sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Photo : Ashley und Quentin</strong> (Frankreich, <strong>https://www.enselle.voyage</strong>)</p>


<p><a style="color: #f57d20; text-decoration: underline;" href="https://www.novastan.org/de/cat/bild-des-tages/">Hier</a> geht’s zu mehr Bildern des Tages. Sie können einige davon kaufen und zu Hause empfangen: <span style="color: #ff6600;"><a style="color: #ff6600;" href="https://novastan.org/de/novastan-ev/du-kannst-das-bild-des-tages-von-novastan-auch-kaufen/">hier ist die Liste</a></span>! Wenn Sie Ihr Bild nicht in der Liste finden, schicken Sie uns eine E-Mail an <span style="text-decoration: underline;"><a href="mailto:photo@novastan.org">photo@novastan.org</a></span>.</p>
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