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	<title>Krise Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Wed, 04 Mar 2026 17:24:14 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Krise Archives</title>
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		<title>World Nomad Games 2026: Wasserproblematik als Thema des Wettbewerbs</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Mar 2026 17:24:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
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		<category><![CDATA[Weltspiele der Nomaden]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der ber&#xFC;hmte Fackellauf der Olympischen Spiele wird bei den World Nomad Games 2026 zu einem Wasser-Lauf. Diese Ank&#xFC;ndigung Kirgistans, das die sechste Ausgabe der Spiele ausrichten wird, zielt darauf ab, die teilnehmenden L&#xE4;nder um eine Ressource zu vereinen, deren Verteilung in Zentralasien ein kritisches Thema ist. Ende 2025 k&#xFC;ndigte Kirgistan an, anl&#xE4;sslich der n&#xE4;chsten Ausgabe [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der berühmte Fackellauf der Olympischen Spiele wird bei den World Nomad Games 2026 zu einem Wasser-Lauf. Diese Ankündigung Kirgistans, das die sechste Ausgabe der Spiele ausrichten wird, zielt darauf ab, die teilnehmenden Länder um eine Ressource zu vereinen, deren Verteilung in Zentralasien ein kritisches Thema ist.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ende 2025 kündigte Kirgistan an, anlässlich der nächsten Ausgabe der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Weltspiele_der_Nomaden">World Nomad Games</a> einen Wasser-Staffellauf zu organisieren. Ab Juni 2026 werden Vertretende aus Kirgistan in jeder Region des Landes Wasser sammeln, um es zum Austragungsort des Wettbewerbs zu bringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch wenn dieser Staffellauf dem Vorbild der Olympischen Spiele folgt, gehe es gemäss den Organisatoren darum, die Spannungen rund um das Thema Wasser zu entschärfen. Dies soll die Wichtigkeit der Ressource vor dem Hintergrund der Energiekrise, die Kirgistan und Tadschikistan in diesem Winter <a href="https://www.al-monitor.com/originals/2025/11/water-shortage-pushes-kyrgyzstan-tajikistan-energy-crisis">durchlebten</a>, ausdrücken.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Jeder Tropfen Wasser zählt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Seit ihrer ersten Ausgabe im Jahr 2012 sind die World Nomad Games ein kulturelles Ereignis, das den kulturellen Reichtum der zentralasiatischen Staaten hervorheben soll. Die alle zwei Jahre stattfindende internationale Veranstaltung wird immer beliebter und präsentiert die kulturellen Bräuche und Traditionen der Nomaden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu Ehren ihres Beitrags zur Entwicklung von Sport, Kultur oder Gesellschaft werden bis 2026 in jeder Region Kirgistans „Baatyr“, wie die traditionellen Kriegshelden genannt werden, und „Eltschiler“, ehemalige Botschafter der Khane, ernannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/was-passiert-wenn-die-wasserressourcen-zentralasiens-knapp-werden/">Was passiert, wenn die Wasserressourcen Zentralasiens knapp werden?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Letztere werden damit beauftragt, den <a href="https://ky.wikipedia.org/wiki/%D0%9A%D3%A9%D3%A9%D0%BA%D3%A9%D1%80">Köökör</a>, einen traditionellen Trinkbecher aus Tierhaut, der von Nomaden verwendet wird, an den heiligen Quellen Kirgistans zu füllen. Dieses Projekt wird gestartet, wenn der erste Baatyr sich auf den <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Khan_Tengri">Khan-Tengri</a>-Gletscher begibt, um den ersten Köökör zu füllen,<a href="https://24.kg/english/353220_Birimdik_Kerbeni_project_launched_in_Kyrgyzstan_as_part_of_World_Nomad_Games/">berichtet 24.kg</a>. Das aus jeder Region und schließlich aus jedem teilnehmenden Land mitgebrachte Wasser wird in einen einzigen Behälter gegossen und in Bischkek, dem Ort der Eröffnungszeremonie der World Nomad Games 2026, ausgestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Wasserstaffellauf soll an die fruchtbare Beziehung erinnern, die Nomaden seit jeher zur Natur pflegen, da Wasser von den Anhängern des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tengrismus">Tengrismus</a>, der aus Zentralasien stammenden „Religion der Steppen“, als heilig angesehen wird. Vereint durch die Tradition werden alle Teilnehmenden zu diesem Ereignis beitragen und daran erinnern, dass angesichts der drohenden Wasserknappheit jeder Tropfen zählt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein regionales Ziel: Wasserversorgungssicherheit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Spiele sind eine gute Gelegenheit für die Regierung Kirgistans, an die Bedeutung des Wassers als Quelle von Spannungen in der Region zu erinnern. <a href="https://www.banquemondiale.org/fr/news/immersive-story/2024/09/26/building-a-water-secure-future-in-central-asia">Laut einem Bericht der Weltbank</a> haben ein Drittel der ländlichen Bevölkerung Kirgistans und zwei Drittel der Bevölkerung Tadschikistans keinen Zugang zu Trinkwasser. Obwohl diese Länder reich an Wasserressourcen sind, leiden sie unter den Folgen der globalen Erwärmung und ihrer veralteten, energieintensiven Infrastruktur.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/tadschikistans-doerfer-sammeln-schmelzwasser/">Tadschikistans Dörfer sammeln Schmelzwasser</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit 2025 konnte im Rahmen der regionalen Zusammenarbeit eine <a href="https://unece.org/environment/documents/2023/12/presentations/we-act-project-climate-sensitive-decision-support">Einigung über die Wasserzuteilung</a> aus regionalen Stauseen, der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schardara-Talsperre">Schardara-Talsperre</a> im Süden Kasachstans, des Becken des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Syrdarja">Syrdarja</a> und des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Naryn_(Fluss)">Naryn</a> in Kirgistan, erzielt werden. Es wurden auch multilaterale Abkommen geschlossen, die den Stromaustausch zwischen Usbekistan, Kasachstan und Kirgistan vorsehen, wobei sich Kirgistan verpflichtet, den Durchfluss des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Toktogul-Talsperre">Toktogul-Staudamms</a> zu regulieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Maßnahmen reichten jedoch nicht aus, um Energieengpässe im Herbst 2025 in Tadschikistan und Kirgistan zu vermeiden, deren Energieerzeugung fast ausschließlich auf Wasserkraft basiert.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">In Tadschikistan ist der Wasserstand des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nurek-Staudamm">Nurek-Stausees</a> im Laufe des Jahres 2025 um 2,47 Meter gesunken. Nicht besser sieht es in Kirgistan aus, wo Präsident Sadyr Dschaparow einen <a href="https://oilprice.com/Energy/Energy-General/Kyrgyzstan-Faces-Harsh-Winter-as-Key-Reservoir-Hits-Decade-Low-Levels.html">Verlust von zwei Milliarden Kubikmetern</a>, also 20 Prozent des Volumens des Wasserkraftwerks Toktogul, bekannt gegeben hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Angesichts dieser Defizite will der nationale Wasser-Lauf der World Nomad Games Hoffnung machen: Durch den Kampf gegen den Klimawandel und dank regionaler Zusammenarbeit wird hoffentlich ein verantwortungsvoller Umgang mit Wasserressourcen möglich.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Salomé Aldeguer-Roure für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/kirghizstan/aux-jeux-nomades-2026-la-problematique-de-leau-sinvite-dans-la-competition/">Französischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>



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			</item>
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		<title>Coronavirus: Zentralasien erwarten schwere wirtschaftliche Folgen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Héloïse Dross]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Apr 2020 13:41:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
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		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In einem unsicheren weltwirtschaftlichen Kontext hat die Asiatische Entwicklungsbank ihren Bericht f&#xFC;r das Jahr 2020 ver&#xF6;ffentlicht. In Zentralasien zeichnen sich zwei Wege ab: Nach einem starken R&#xFC;ckgang der wirtschaftlichen Aktivit&#xE4;t im Jahr 2020 sollte es einigen L&#xE4;ndern gelingen, die Kurve im Jahr 2021 umzukehren. Andere werden auf ungewisse Zeit in einem wirtschaftlichen Abschwung verharren. Die [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>In einem unsicheren weltwirtschaftlichen Kontext hat die Asiatische Entwicklungsbank ihren Bericht für das Jahr 2020 veröffentlicht. In Zentralasien zeichnen sich zwei Wege ab: Nach einem starken Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität im Jahr 2020 sollte es einigen Ländern gelingen, die Kurve im Jahr 2021 umzukehren. Andere werden auf ungewisse Zeit in einem wirtschaftlichen Abschwung verharren.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Asiatische_Entwicklungsbank">Asiatische Entwicklungsbank</a> (ADB) veröffentlichte am 3. April ihren <a href="https://www.adb.org/news/developing-asia-growth-fall-2020-covid-19-impact">jährlichen Prognosebericht</a>, wie das auf Zentralasien spezialisierte russische Onlinemedium <a href="https://fergana.ru/articles/116762/">Fergana News</a>, berichtet. Laut dem <a href="https://www.adb.org/sites/default/files/publication/575626/ado2020.pdf">Bericht</a>, der sich ganz auf die Auswirkungen des Coronavirus konzentriert, ist ein wirtschaftlicher Rückgang unvermeidlich. Teils droht sogar eine Wirtschaftskrise.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p></p>
<p style="text-align: justify">Es wird auch erwartet, dass sich die Inflation in allen Ländern Zentralasiens in den kommenden Monaten verschlechtern wird. Sie alle werden vom Rückgang der Ölpreise, dem Anstieg der Lebensmittelpreise und dem Rückgang des Tourismus getroffen. Trotz dieser Gemeinsamkeiten unterscheiden sich die Prognosen von Land zu Land stark: Der Bericht betont, dass die Länder der Region unterschiedlich für die Bewältigung dieser Krise gerüstet sind.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Die Krise macht regionale Disparitäten deutlich</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Situation um Covid-19 bringt klare Unterschiede zwischen den Ländern der Region ans Licht: Manche sollten nach einem schlechten Jahr 2020 die Kurve im Jahr 2021 umkehren, für andere könnten die Folgen der Krise viel längerfristig spürbar sein.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/coronavirus-zentralasien-im-krisenmodus/">Coronavirus &#8211; Zentralasien im Krisenmodus</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">In ersterem Fall sollte der größte Teil der Schäden in zwei Jahren überwunden sein wird. Dies gilt für Kasachstan, die dynamischste Wirtschaft in der Region, aber auch für Kirgistan und Usbekistan. Trotz eines als schlecht vorhergesagten Jahres 2020 mit einem Einbruch der Ölpreise und verschiedenen Folgen von Covid-19 (Einbruch der Nachfrage nach Metallen, Rückgang des Inlandsverbrauchs durch Eindämmungsmaßnahmen&#8230;) prognostiziert die ADB dort für 2021 eine Trendwende.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Tadschikistan und Turkmenistan könnten langfristig stagnieren</strong></p>
<p style="text-align: justify">Tadschikistan und Turkmenistan hingegen werden wahrscheinlich viel länger brauchen, um sich von den Folgen der Krise zu erholen. Für 2021 wird ein schwaches Wachstum erwartet, ohne eine klare Senkung der Inflationsraten.</p>
<p style="text-align: justify">Nach Angaben der Entwicklungsbank lässt sich die Lage in diesen beiden Ländern durch mehrere Faktoren erklären. Einerseits arbeitet der Staat weniger effizient. Anderseits führen die Länder einen sehr einseitigen Handel. Dies gilt insbesondere für Turkmenistan, das <a href="https://oec.world/en/profile/country/tkm/">fast nur Erdgas</a> (mehr als 80% seiner Exporte im Jahr 2017) exportiert, und dies fast nur an einen einzigen Handelspartner (ebenfalls 2017 wurden 99,5% dieses Erdgases nach China exportiert). In dieser Hinsicht ermutigt die ADB die beiden Länder, Reformen einzuleiten, um die Exporte zu diversifizieren und Investitionen zu erleichtern.</p>
<p style="text-align: justify">Im weiteren Sinne hatten beide Länder lange mit den Folgen des Einbruchs der Ölpreise zwischen 2014 und 2016 zu kämpfen. Davon zeugt die Inflation in Turkmenistan, die in den letzten Jahren im zweistelligen Bereich geblieben ist.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Unsichere Prognosen</strong></p>
<p style="text-align: justify">Diese Vorhersagen sind mit Vorsicht zu genießen. Angesichts der vielen zu berücksichtigenden Faktoren und des Mangels an Daten bleiben sie eher spekulativ. Neben den üblichen Wirtschaftsdaten haben die Regierungen auch außergewöhnliche Gesundheitsausgaben, die Eindämmungsmaßnahmen gegen das Coronavirus fallen unterschiedlich aus, Transportschwierigkeiten erhöhen Importkosten und es gibt einen starken Rückgang der Rückzahlungen von zentralasiatischen Arbeitsmigranten.</p>
<p style="text-align: justify">All diese Parameter konnten von der ADB nicht genau berücksichtigt werden. Die Organisation musste im Übrigen nach eigenen Angaben bereits in den letzten Wochen ihre Wirtschaftsprognosen nach unten korrigieren. Darüber hinaus gehen diese Schätzungen davon aus, dass die Eindämmungsmaßnahmen kurzfristig beendet sein sollten. Eine Ausweitung der Maßnahmen hätte daher weitaus schwerwiegendere Folgen.</p>
<p style="text-align: justify">Andere Voraussagen sing weniger zuversichtlich. Vor einigen Tagen schätzte <a href="https://en.fergana.ru/articles/116771/">Fergana News</a> auf der Grundlage von Interviews mit Ökonomen in der Region, dass die Krise „viel schlimmer als 2008 und 2014 zusammen“ sein würde. Ihrer Meinung nach verfügt nur Kasachstan über die Mittel, um die Krise wirksam zu bewältigen; die anderen Länder würden davon Länder stark beeinträchtigt. Für die Experten liegt es daran, dass die zentralasiatischen Länder gleich mit zwei Krisen konfrontiert sind: der Ölkrise, die vor einigen Monaten mit dem Preisverfall begann, und der Gesundheitskrise.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Was tun? </strong></p>
<p style="text-align: justify">Kurzfristig sind staatliche Maßnahmen erforderlich. Alle von <a href="https://en.fergana.ru/articles/116771/">Fergana News</a> interviewten Ökonomen sind sich darin einig. Bestimme Maßnahmen werden bereits getroffen: Usbekistan hat zum Beispiel fast eine Milliarde Euro zur Unterstützung seiner Wirtschaft freigegeben, <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/coronavirus-kasachstan-setzt-den-handel-mit-bestimmten-lebensmitteln-aus/?noredirect=de_DE">Kasachstan</a> hat seinen Handel geändert, um einen Anstieg der Lebensmittelpreise zu verhindern, <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/turkmenistan-verbietet-abhebungen-in-fremdwaehrung/">Turkmenistan</a> hat Abhebungen von Fremdwährungen ausgesetzt, um zu verhindern, dass ihm das Geld ausgeht. Alle Länder Zentralasiens verfolgen derzeit eine aktive Politik, um dieser Ausnahmesituation zu begegnen.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p></p>
<p style="text-align: justify">Auch internationale Hilfe sollte in Betracht gezogen werden. Gegenwärtig ruft die UNO zu einer Mobilisierung der internationalen Gemeinschaft auf, um fragilen Volkswirtschaften zu helfen. In einer Erklärung sagte der Administrator des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen: „<em>Ohne die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft riskieren wir eine massive Umkehrung der in den letzten zwei Jahrzehnten erzielten Gewinne und den Verlust einer ganzen Generation an Rechten, Chancen und Würde, wenn nicht gar an Menschenleben.</em>“ Der <a href="https://www.imf.org/en/News/Articles/2020/03/26/pr20115-kyrgyz-republic-imf-executive-board-approves-disbursement-to-address-covid-19-pandemic">Internationale Währungsfonds</a> hat seinerseits einen Notfallplan in Höhe von 120 Millionen Dollar zur Unterstützung der kirgisischen Wirtschaft aufgelegt und ein ähnlicher Plan für Tadschikistan wurde vom dortigen Finanzministerium <a href="https://www.asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/economic/20200408/mvf-dast-tadzhikistanu-kredit-dlya-obespecheniya-sotsialno-ekonomicheskoi-stabilnosti">angekündigt</a>.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/in-der-coronavirus-krise-schaut-zentralasien-nach-peking/">In der Coronavirus-Krise schaut Zentralasien nach Peking</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Langfristig empfiehlt die ADB den Ländern schließlich, sich auf ein von Singapur inspiriertes Entwicklungsmodell zu konzentrieren, das die Verbesserung des Bildungswesens und die Entwicklung von Städten zu attraktiven Zentren, insbesondere durch große Universitäten und Firmensitze, beinhaltet.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Héloïse Dross<br />
Redakteurin für Novastan.org</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen von Florian Coppenrath</strong></p>
<p><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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			</item>
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		<title>Der Untergang des zweiten Kuweit: Ernährungskrise in Turkmenistan</title>
		<link>https://novastan.org/de/turkmenistan/der-untergang-des-zweiten-kuweit-ernaehrungskrise-in-turkmenistan/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[abaldauf]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Apr 2017 13:29:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
		<category><![CDATA[Erdgas]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Turkmenistan scheint den selben Weg einzuschlagen, wie Venezuela, eine Wirtschaft, die sich einst durch den Fluss der &#xD6;lquellen in stetigem Zuwachs befand und sich als Avantgarde eines &#xF6;konomischen Modells als Alternative zum Kapitalismus darstellte. Wir &#xFC;bersetzen einen Artikel von Rafael Sattarow, erschienen auf der Internetseite Forbes.ru, der die katastrophale wirtschaftliche Situation in Turkmenistan, dem verriegeltsten [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/der-untergang-des-zweiten-kuweit-ernaehrungskrise-in-turkmenistan/">Der Untergang des zweiten Kuweit: Ernährungskrise in Turkmenistan</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><i><b><span lang="fr-FR">Turkmenistan scheint </span>den selben Weg <span lang="fr-FR">ein</span><span lang="fr-FR">zu</span><span lang="fr-FR">schlagen,</span> wie Venezuela, <span lang="fr-FR">e</span>ine Wirtschaft, die sich einst durch den Fluss der Ölquellen in stetigem Zuwachs befand und sich als Avantgarde eines ökonomischen Modells als Alternative zum Kapitalismus darstellte. <span lang="fr-FR">Wir übersetzen </span>einen Artikel von <a href="http://www.forbes.ru/person/327365-sattarov-rafael">Rafael Sattaro</a><a href="http://www.forbes.ru/person/327365-sattarov-rafael">w</a>, erschienen auf der Internetseite <a href="http://www.forbes.ru/biznes/336323-konec-vtorogo-kuveyta-prodovolstvennyy-krizis-v-turkmenistane">Forbes.ru</a>, der die katastrophale wirtschaftliche Situation in Turkmenistan, dem verriegeltsten Land Zentralasiens, schildert. </b></i></p>
<p style="text-align: justify">Die letzten <span lang="fr-FR">Nachrichten </span>aus Turkmenistan erinnern an die „besten“ Momente der sowjetischen Ära am Ende der 1980er Jahre. Damals verschwanden aufgrund einer <span lang="fr-FR">K</span>rise des Systems die Nahrungsmittel von den Marktständen und Verkaufstischen und die Menschen standen und warteten vor den Geschäften in schier endlosen Schlangen.</p>
<p style="text-align: justify" align="justify"><b>Von Kuweit nach Venezuela</b></p>
<p style="text-align: justify">Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion <span lang="fr-FR">stellte sich </span>Turkmenistan gerne als das zweite Kuweit <span lang="fr-FR">dar</span>. <span lang="fr-FR">Der </span>aktuelle<span lang="fr-FR">n</span> Ernährungskrise <span lang="fr-FR">nach zu urteilen handelt es sich aber </span>eher um ein zweites Venezuela. <span lang="fr-FR">Und ebenso w</span>ie in Venezuela müssen die Regierungsangestellten Turkmenistans ihre Solidarität mit der Macht beweisen und <span lang="fr-FR">weiter den Wohlstand vorgaukeln. </span></p>
<p style="text-align: justify">Den <span lang="fr-FR">Beamten </span>wurde zum Beispiel untersagt, sich in die Warteschlangen für die seltenen Güter zu stellen. Diejenigen, die gegen dieses Verbot verstoßen und ertappt werden, müssen mit einer sofortigen Kündigung rechnen.</p>
<p style="text-align: justify"><span lang="fr-FR">Der </span>starke Wertverlust der Lokalwährung Manat verkompliziert <span lang="fr-FR">weiter </span>den <span lang="fr-FR">Kauf</span> <span lang="fr-FR">viele</span><span lang="fr-FR">r</span> Produkte. Zur Zeit finden sich unter anderem Zigaretten, Zucker, Butter, Eier und Hühnchen unter den seltenen Waren auf dem turkmenischen Markt.</p>
<p style="text-align: justify">Der Absturz der turkmenischen Wirtschaft hat 2014 begonnen. Das Problem hat sich verschärft, als die turkmenischen Behörden neue Regeln zum Kauf von ausländischen Devisen einführten. <span lang="fr-FR">Euro und Dollar sind demnach nur n</span>och <span lang="fr-FR">über</span> <a href="http://www.rbc.ru/finances/23/12/2015/567af47b9a794731f2b78565">Zinsscheine</a> <span lang="fr-FR">und </span>in begrenzter Menge zu haben. Die Zinsscheine ähneln einer Karte und geben ganz genau an, wann und wo der Käufer zum Kauf von Euro oder Dollar <span lang="fr-FR">in der Bankfiliale</span> erscheinen muss.</p>
<p style="text-align: justify"><b>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/turkmenistan-der-nachbar-zu-dem-kasachstaner-nur-fliegen-koennen/">Turkmenistan, der Nachbar zu dem Kasachstaner nur fliegen können</a></b></p>
<p style="text-align: justify">Die aktuelle Lebensmittelkrise fördert alle Schwächen des turkmenischen Modells zutage. Anstatt neue Bedingungen zur Lösung der Krise zu schaffen und der Bevölkerung die wahren Gründe der Krise zu erklären<span lang="fr-FR">,</span> greifen die Behörden auf Propaganda zurück. Die Reportagen im Staatsfernsehen gaukeln ein Bild vom Überfluss an billigen Produkten in den Geschäfte<span lang="fr-FR">n</span> vor.</p>
<p style="text-align: justify"><b>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/zwangsarbeit-in-turkmenistan-hat-folgen-fuer-den-export/">Zwangsarbeit in Turkmenistan hat Folgen für den Export</a></b></p>
<p style="text-align: justify">Wie die Oppositionsseite <a href="http://en.chrono-tm.org/">Chronicles of Turkmenistan</a> berichtet, entsprechen die Informationen zur <a href="http://www.chrono-tm.org/2016/12/v-turkmenistane-nachalas-borba-s-tsennikami/">Senkung</a> der Lebensmittelpreise nicht der Realität. Beispielsweise wird für eine Ware, deren Preis mit 5 Manat (1,30 Euro) im Regal angegeben ist, an der Kasse 8 Manat (2,10 Euro) verlangt.</p>
<p style="text-align: justify">„Z<i>u Beginn der 1990er Jahre schätzte die politische Elite Turkmenistans die Lage so ein, dass dieses Land, das in Besitz von unkalkulierbaren Erdgasreserven ist, das „zweite Kuweit“ werden könnte. Um dies zu verwirklichen </i><i>hat sich </i><i>der turkmenische Staat </i><i>von den </i><i>ehemaligen Sowjetländern </i><i>losgelöst und sich als </i><i>neutraler Staat </i><i>positioniert. So sollte dem L</i><i>and zu einem schnellen Wirtschaftswachstum </i><i>verholfen werden“</i>, <span lang="fr-FR">erklärt der Experte </span><a href="http://caa-network.org/archives/7741">Arkadij Dubnow</a><span lang="fr-FR">.</span></p>
<p style="text-align: justify"><b>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/retards-de-salaires-et-problemes-bancaires-au-turkmenistan/">Lohnrückstände und Bankprobleme in Turkmenistan</a></b></p>
<p style="text-align: justify">Der Ausdruck „zweites Kuweit“ stammt vom ehemaligen turkmenischen Premierminister <a href="https://republic.ru/posts/75707">Na</a><a href="https://republic.ru/posts/75707">s</a><a href="https://republic.ru/posts/75707">ar S</a><a href="https://republic.ru/posts/75707">ujunow</a>. Dieser hat den ersten Präsidenten Saparmurat Nijazow davon überzeugt, dass der Verkauf von Öl, Erdgas und Baumwolle vollkommen ausreichend sei, um Saudi-Arabien und Kuweit aufzuholen. Der Staat könne sogar gleichzeitig jeder/m Neugeborenen eine Summe zwischen 20 000 und 25 000 US Dollar anbieten. Die späteren Ereignisse haben diese utopischen Absichten zunichte gemacht.</p>
<p style="text-align: justify"><b>Ein <span lang="fr-FR">p</span><span lang="fr-FR">arasit</span><span lang="fr-FR">ärer S</span>taat? </b></p>
<p style="text-align: justify">Wie der russische Wissenschaftler <a href="http://www.forbes.ru/sobytiya/ekonomika/316685-aleksandr-etkind-vlast-chuzhda-vsem">Alexandr Etkind erklärt</a>, kann das aktuelle turkmenische Wirtschaftsmodell durchaus als ein parasitärer Staat bezeichnet werden. Im Gegensatz zu einem Staat, der von der Arbeitskraft seiner Bevölkerung abhängt, ist ein solcher Staat völlig von seinen Ressourcen abhängig. <span lang="fr-FR">Laut Etkind ist die Arbeit der Bevölkerung die einzige Wohlsstandsquelle einer </span>arbeitsabhängigen Wirtschaft. <span lang="fr-FR">Es gilt das </span>alte Axiom: „<i>Die Arbeit schafft den Wert</i>.“</p>
<p><figure id="attachment_8547" aria-describedby="caption-attachment-8547" style="width: 768px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-large wp-image-8547" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/2-2-768x1024.jpg" alt="Eine Statue des ersten turkmenischen Präsidenten Saparmurat Nijasow." width="768" height="1024" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/2-2-768x1024.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/2-2-225x300.jpg 225w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/2-2-600x800.jpg 600w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/2-2.jpg 1229w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption id="caption-attachment-8547" class="wp-caption-text">Eine Statue des ersten turkmenischen Präsidenten Saparmurat Nijasow.</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">In einer Wirtschaft, die auf Rohstoffen oder Parasitismus basiert, funktioniert dieses wichtige Prinzip der Demokratie nicht. <span lang="fr-FR">Der </span>Staat ist weder auf Steuern noch auf <span lang="fr-FR">die </span>Repräsentation <span lang="fr-FR">seiner Bevölkerung</span> angewiesen. <span lang="fr-FR">Ist der Staat von Arbeit abhängig, </span>stellt die Bevölkerung die Grundlage des nationalen Reichtums dar, in einem Ressourcenabhängigen Staat <span lang="fr-FR">ist</span> sie aber <span lang="fr-FR">fast</span> überflüssig. <span lang="fr-FR">Diese Situation hat </span>Turkmenistan zu einer „Wirtschaft distributiven Charakters“ gemacht, mit einem reduzierbaren Binnenmarkt und einer <span lang="fr-FR">unschlüssigen </span>und unvorhersehbaren Wirtschaftspolitik.</p>
<p style="text-align: justify">Auch die <span lang="fr-FR">Staatsführung </span>Turkmenistans befindet sich in der Krise. Viele <span lang="fr-FR">Entscheidungsträger </span>auf mittlerer Ebene sind davon überzeugt, dass ihr Mandat nur von kurzer Dauer ist. <span lang="fr-FR">Starke Institutionen wären für sie nur ein Hindernis beim Gebrauch </span>ihres Amtes zur Lösung privater Probleme und für ihre persönliche Bereicherung.</p>
<p style="text-align: justify">Die turkmenischen Eliten nutzen <span lang="fr-FR">außerdem die bürokratischen Strukturen und verfügbare</span><span lang="fr-FR">n</span><span lang="fr-FR"> Technologien, um die öffentliche Meinung zu manipulieren und </span>die Macht zu monopolisieren. <span lang="fr-FR">So </span>wurden auch die Transformation der Macht<span lang="fr-FR">strukturen</span> und des staatlichen Grundbesitzes <span lang="fr-FR">genutzt, um ein Erbschaftsrecht innerhalb der </span>Eliten <span lang="fr-FR">zu ermöglichen. In Turkmenistan e</span><span lang="fr-FR">n</span><span lang="fr-FR">twickelt sich derzeit eine Art </span>neo-<span lang="fr-FR">f</span><span lang="fr-FR">e</span><span lang="fr-FR">u</span><span lang="fr-FR">dale</span><span lang="fr-FR">r</span> Autoritarismus.</p>
<p style="text-align: justify"><b>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/von-pressefreiheit-keine-spur-journalismus-in-turkmenistan/">Von Pressefreiheit keine Spur – Journalismus in Turkmenistan</a></b></p>
<p style="text-align: justify"><span lang="fr-FR">Es bleibt offen, </span>mit welchen Mitteln <span lang="fr-FR">die Behörden </span>die Lebensmittelkrise in den Griff bekommen werden. Nach offiziellen Angaben durchlebt der Staat nämlich gar keine Krise: Die Wirtschaft befindet sich im Wachstum, es entstehen neue Siedlungen und der <span lang="fr-FR">Pr</span><span lang="fr-FR">ä</span><span lang="fr-FR">sident</span> nimmt Ehrengäste in Empfang. <span lang="fr-FR">Bei der derzeitigen </span>ultra-<span lang="fr-FR">präsidialen </span><span lang="fr-FR">Regierugsform wäre</span> es verfrüht, über <span lang="fr-FR">sinnvolle </span> Maßnahmen <span lang="fr-FR">zu sprechen, um den </span>Staat aus der Stagnation zu führen.</p>
<p><figure id="attachment_8548" aria-describedby="caption-attachment-8548" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-large wp-image-8548" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/3-2-1024x683.jpg" alt="Turkmenistan Aschgabat Textil Industrie" width="1024" height="683" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/3-2-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/3-2-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/3-2-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/3-2-1300x867.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/3-2-128x86.jpg 128w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/04/3-2.jpg 1638w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-8548" class="wp-caption-text">Mitarbeiterin einer Textilfabrik in Turkmenistan</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify"><span lang="fr-FR">Bei der </span>vorantreibende<span lang="fr-FR">n</span> „Venezualisierung“ <span lang="fr-FR">von Turkmenistan s</span>ind unkonventionelle Lösungen notwendig<span lang="fr-FR">,</span> um <span lang="fr-FR">das Land </span>aus der Krise zu bewegen. Denn Turkmenistan hat leider kein so großes Glück mit seinen Nachbarstaaten, wie die venezolanische Bevölkerung, die durch <a href="http://www.forbes.ru/novosti-photogallery/vlast/322035-golod-v-gorode-chto-proiskhodit-v-venesuele">Lebensmittellieferungen</a> aus dem benachbarten Kolumbien vor der Hungersnot gerettet wird: Der <span lang="fr-FR">Lebensmittelh</span>andel in der Grenzregion Turkmenistans fällt äußerst gering aus.</p>
<p style="text-align: justify"><span lang="fr-FR">Es ist jedenfalls unwahrscheinlich, dass </span>die Nachbarstaaten lange Zeit abseits einer Ernährungskrise bleiben, die das „zweite Venezuela“ erschüttern.</p>
<p lang="fr-FR" align="right"><b>Rafael Sattarow<br />
<a href="http://www.forbes.ru/biznes/336323-konec-vtorogo-kuveyta-prodovolstvennyy-krizis-v-turkmenistane">Forbes.ru</a></b></p>
<p lang="fr-FR" align="right"><b><a href="https://novastan.org/fr/turkmenistan/la-chute-du-second-koweit-le-turkmenistan-en-pleine-crise-alimentaire/">Aus dem Französischen</a> von Andrea Baldauf</b></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Turkmenistan: Massenentlassungen von arbeitenden Rentnern</title>
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		<dc:creator><![CDATA[alternativeturkmenistannews]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Mar 2017 13:56:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Krisengesch&#xFC;ttelten Turkmenistan greift der Staat zu radikalen Ma&#xDF;nahmen, um die Staatskasse aufzubessern. Wie die Oppositionszeitung Alternative Turkmenistan News (ANT) berichtet, verordnet ein Beschluss des Pr&#xE4;sidenten die systematische Entlassung von Arbeitern im Rentenalter. Wir &#xFC;bersetzen den Artikel mit der freundlichen Genehmigung der Redaktion. Zahlreiche Mitarbeiter im Rentenalter wurden aus den turkmenischen Ministerien, Beh&#xF6;rden, staatlichen Konzernen, [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong><em>Im Krisengeschüttelten Turkmenistan greift der Staat zu radikalen Maßnahmen, um die Staatskasse aufzubessern. Wie die Oppositionszeitung Alternative Turkmenistan News (ANT) berichtet, verordnet ein Beschluss des Präsidenten die systematische Entlassung von Arbeitern im Rentenalter. Wir </em></strong><a href="https://habartm.org/archives/6521"><strong><em>übersetzen den Artikel</em></strong></a><strong><em> mit der freundlichen Genehmigung der Redaktion. </em></strong></p>
<p><figure id="attachment_8159" aria-describedby="caption-attachment-8159" style="width: 231px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-8159 size-medium" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/03/Pensioners-fired-231x300.jpg" alt="Dokument Tourismusministerium Turkmenistan" width="231" height="300" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/03/Pensioners-fired-231x300.jpg 231w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/03/Pensioners-fired.jpg 754w" sizes="(max-width: 231px) 100vw, 231px" /><figcaption id="caption-attachment-8159" class="wp-caption-text">Das Dokument aus dem Tourismusministerium.</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Zahlreiche Mitarbeiter im Rentenalter wurden aus den turkmenischen Ministerien, Behörden, staatlichen Konzernen, und Lokalbehörden entlassen. Dies ordnete der Präsident <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/turkmenistan-9769-der-stimmen-fuer-berdimuchammedow/">Gurbanguly Berdimuchammedow</a> am 4. November 2016 bei einer Kabinettssitzung an.</p>
<p style="text-align: justify">Dies lässt sich aus einem aus dem Tourismuskomitee geleakten Dokument schließen. Es ist auf Turkmenisch verfasst, vom 23.11.2016 datiert und vom Leiter der Tourismusbehörde Serdar Tschokulow unterschrieben.</p>
<p style="text-align: justify">Im ersten Absatz wendet sich Tscholukow an die Leiter aller untergeordnete Behörden und Unternehmen mit der Bitte, nur noch Mitarbeiter einzustellen, die eine Ausbildung in der Tourismusbranche haben und Fremdsprachen beherrschen. Auch die Anforderungen an Mitarbeiter der unteren Hierarchiestufen sollen erhöht werden.</p>
<p style="text-align: justify">Tscholukow bezieht sich dabei auf den Präsidentenbeschluss. Dessen Ziel ist es, die Finanzlage der Ministerien und Behörden zu stabilisieren, um die Löhne im laufenden Jahr erhöhen zu können. So soll der rentablere internationale Tourismus gefördert werden.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/turkmenistan-913-genehmigte-visaantrge-in-2015/"><strong>Turkmenistan – 913 genehmigte Visaanträge im Jahr 2015</strong></a></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Mitarbeiter im Rentenalter entlassen</strong></p>
<p style="text-align: justify">Im zweiten Teil des Dokumentes verpflichtet Tscholukow seine Untergeordneten alle notwendige Maßnahmen zu ergreifen, um die Mitarbeiter im Rentenalter in den Ruhestand zu versetzen.</p>
<p style="text-align: justify">Die Anzahl der betroffenen Mitarbeiter wird nicht genannt, laut Informationen von ANT verliert die Tourismusbranche dadurch „<em>in jeder Region und in der Hauptstadt [&#8230;] zwischen 12 und 30 erfahrene Spezialisten</em>“.</p>
<p style="text-align: justify">Andere Quellen von ANT berichtet von ähnlichen Maßnahmen in allen Ministerien und Behörden. An manchen Orten ist der Prozess schon beendet, an anderen werden weiterhin Arbeiter entlassen. Die Finanzkrise zwingt die Behörden zu radikalen Maßnahmen, entgegen der Interessen von hunderten bis tausenden Menschen.</p>
<p style="text-align: justify">Besonders im <a href="https://habartm.org/archives/tag/oilgas">Erdöl- und Gassektor</a> sind die Entlassungen älterer Mitarbeiter Teil einer starken <a href="https://habartm.org/archives/2515">Reduzierung</a> der Arbeiterzahlen, was zur Auflösung ganzer Abteilungen führt. Das ist zum Beispiel in den Staatskonzernen „Turkmengas“ sowie „<a href="https://habartm.org/archives/5369">Turkmenneft</a>“ zu beobachten.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/le-turkmenistan-vend-son-gaz-a-la-chine-a-tres-bas-prix/">Turkmenistan verkauft sein Gas zu sehr niedrigen Preisen an China</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Bei „<a href="https://habartm.org/archives/5202">Turkmenneftgasstroj</a>“ werden die Mitarbeiter aufgrund fehlender Bauaufträge und der schwierigen Finanzlage in den unbefristeten unbezahlten Urlaub geschickt.</p>
<p style="text-align: justify">Die staatlichen Medien in Turkmenistan berichten indes nicht von den Problemen, der Menschen, die ihre Arbeit verloren haben. Zeitungen und Fernsehkanäle versichern, dass Turkmenistan wie der Blitz nach vorne strebt, in ein Zeitalter von Glück und Macht.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Die Redaktion von </strong><a href="https://habartm.org/archives/6521"><strong>Alternative Turkmenistan News</strong></a></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Russischen übersetzt von Ajnas Musajewa </strong></p>
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		<item>
		<title>Lohnrückstände und Bankprobleme in Turkmenistan</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Oct 2016 09:08:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
		<category><![CDATA[Gas]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Turkmenistan wird weiterhin von einer Wirtschaftskrise geplagt. Das zeigt sich nun an erheblichen Versp&#xE4;tungen bei Lohnzahlungen im ganzen Land. Auch Liquidit&#xE4;tsengp&#xE4;sse bei Banken und Probleme bei g&#xE4;ngigen Zahlungsmethoden h&#xE4;ufen sich. W&#xE4;hrend in der Hauptstadt Gro&#xDF;projekte wie der neue Flughafen oder ein neuer Sportkomplex f&#xFC;r die &#x201E;Asian Indoor and Martial Art Games 2017&#x201C; Milliarden des Staatsbudgets [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Turkmenistan wird weiterhin von einer Wirtschaftskrise geplagt. Das zeigt sich nun an erheblichen Verspätungen bei Lohnzahlungen im ganzen Land. Auch Liquiditätsengpässe bei Banken und Probleme bei gängigen Zahlungsmethoden häufen sich. </strong></p>
<p>Während in der Hauptstadt Großprojekte wie der neue Flughafen oder ein neuer Sportkomplex für die „Asian Indoor and Martial Art Games 2017“ Milliarden des Staatsbudgets verschlingen, hat ein Großteil der Bevölkerung Probleme. ihre Löhne zu bekommen.</p>
<p><strong>Drei Monate Verzögerung</strong></p>
<p>Der Sommer diesen Jahres war für viele Turkmenen schwierig. Laut Oppositionsmedien wie <em>Chronika Turkmenistan</em> und <em>Alternative News Turkmenistan</em> wurden vielerorts seit Juni keine Löhne mehr gezahlt. Das Ausmaß dieser Engpässe ist nicht exakt möglich zu prüfen, doch laut den Quellen von Chronika Turkmenistan sind vor allem Staatsangestellte wie Professoren, Lehrer, Polizisten, Ärzte und Krankenschwestern betroffen.</p>
<p>Auch Sektoren wie die Gas- und Benzinbranchen, die direkt mit dem Staat verflochten sind, leiden unter dem strukturellen finanziellen Engpass. Dies deutet darauf hin, dass es sich tatsächlich um eine Pleite des Haushalts ganzer Regionen handelt. Laut den genannten Oppositionsmedien sind hiervon vier oder fünf Regionen betroffen.</p>
<p>Die Zahlungsprobleme spiegeln den allgemeinen ökonomischen Abschwung in der zentralasiatischen Republik. Laut der Asiatischen Entwicklungsbank schrumpfte das turkmenische Wachstum von 16.7% im Jahr 2011 auf 6.1% im Jahr 2015. Das Land, dessen Einnahmen stark von dem Export von Gas und Öl abhängen, leidet enorm unter dem Ölpreisverfall der letzten Monate.</p>
<p><strong>Probleme des Bankensystems</strong></p>
<p>Laut ANT wurden die Löhne für Juli und August endlich Ende September gezahlt. Allerdings zeigt sich nun ein neues Problem: Kreditkartenzahlungen funktionieren oft nicht. Das Kartensystem ist recht neu in Turkmenistan. Die Einführung 2008 galt als großer Modernisierungsschritt. Es sollte die Entdollarisierung des turkmenischen Geldumlaufs fördern. So sind die Konten ausschließlich in Manats geführt. Aber das System wurde schlecht implementiert.</p>
<p>Tatsächlich ist die Mehrheit der Geschäfte und Supermärkte nicht ausgerüstet, um eine Kreditkartenzahlung zu ermöglichen und fordert noch immer Bargeld. Dorfbewohner oder diejenigen, die in kleineren Städten leben, müssen sich nun in das nächste regionale Zentrum bewegen, um Bargeld abzuheben. Infolgedessen sind die Schlangen vor den Banken derzeit enorm und die Automaten sind in der Regel bereits am Ende des Morgens leer. So warten viele noch Tage nach der sowieso schon verspäteten Überweisung ihrer Gehälter auf die Möglichkeit, Zugang zu ihrem Geld zu erhalten.</p>
<p><strong>Auch außenpolitische Probleme drohen nun</strong></p>
<p>Diese Situation könnte auch außenpolitische Probleme verursachen. Mikhail Miassikowitsch, Ratspräsident der Republik Weißrussland, teilte dem turkmenischen Botschafter Nazargulu Schaguliew bereits mit, dass die wiederholt verspätete Lohnzahlungen in Minsk Beunruhigung verursachten. Dies bedeutete einen kritischen Verweis auf die gemeinsamen Arbeiten an der Garlyk-Mine, an welcher der turkmenische Konzern TurkmenKhimia und die weißrussische Firma Belgorkhimprom beteiligt sind.</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Die Redaktion von Novastan.org</strong></p>
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		<title>Schweizer Käse und der Kampf tadschikischer Frauen gegen Russlands Krise</title>
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		<dc:creator><![CDATA[alinkor]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jan 2016 11:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Käse]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Projekt]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Tadschikistan f&#xFC;hrt die russische Krise zu sinkenden R&#xFC;ckzahlungen der Arbeitsmigranten. Eine Initiative von UN Women will tadschikischen Frauen helfen, eigene Gesch&#xE4;ftsmodelle zu verwirklichen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><em><strong>Die Wirtschaftskrise in Russland hat Auswirkungen bis nach Tadschikistan, wo immer weniger Rückzahlungen ankommen. Die Frauen im Land sind nur selten erwerbstätig. Ein Austausch mit Schweizer Käserinnen soll nun zur Emanzipation und wirtschaftlichen Unabhängigkeit der Frauen beitragen. </strong></em></p>
<p style="text-align: justify">Anfang Dezember besuchten vier Schweizer Käserinnen Tadschikistan. Im Rahmen des von UN Women geförderten Projekts „Stärkung von verlassenen Frauen aus Migrantenfamilien in Tadschikistan“ besuchten sie die Gebiete Sughd, das Rascht-Tal und die Hauptstadt Duschanbe.</p>
<p style="text-align: justify">„Das Projekt ist ein Austausch von vier Tadschikinnen und vier Schweizerinnen, die mit der Milchverarbeitung Geld verdienen und ihr Fachwissen teilen wollen,“ sagt die Projektkoordinatorin Martina Schlapbach von UN Women Tajikistan.</p>
<p style="text-align: justify">In einem ersten Teil haben die Käserinnen zusammen die Milchverarbeitungskooperativen „Asamat“ und „Guncha“ besucht, jeweils in <u><a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Jirgatol_District">Jirgatol</a></u> (im Nordosten) und in <u><a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Ghonchi">Gontschi</a></u> (im Norden). Im Februar findet der zweite Teil des Austauschs in der Schweiz statt.</p>
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="height: 399px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/1090/td_kse4.jpeg" alt="Käse Schweiz Tadschikistan" /></p>
<p style="text-align: justify">Die Frauen treffen sich, um etwas über die Käseverarbeitung in Tadschikistan und der Schweiz zu lernen. Dabei stehen sie selbst, nicht der Käse, im Zentrum. Wie Michela Esposto, Landwirtin aus Glarus, erzählt: „Wir durften die Familienhäuser besuchen, ihr Privatleben sehen. Ich habe die Zeit sehr genossen. Die Frauen wohnen hier mit ihren Familien in Mehrgenerationenhäusern und können zusammen praktisch alles machen!“</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Frauenkooperativen in Tadschikistan</strong></p>
<p style="text-align: justify">In den ländlichen Gebieten Tadschikistans sind die meisten Männer nach Russland emigriert oder arbeitslos. Manche Frauen haben sich daher in Frauenkooperativen zusammengeschlossen. Für sie ist dies ein Weg, eigenes Geld zu verdienen, da ihre Männer wegen der russischen Krise nicht genug Geld zuschicken können oder als illegale Einwanderer <u><a href="http://jahonnamo.tj/en/politics/20684-over-30-000-illegal-migrants-deported-from-csto-member-states-csto-secretary-general.html">ausgewiesen wurden. </a></u></p>
<p style="text-align: justify">Tadschikistan ist das Land, in dem Rückzahlungen weltweit den größten Teil des BIP ausmachen – 2014 noch ca. 41 Prozent. Nicht nur der Staatshaushalt, sondern auch die Frauen sind damit stark von ihren Männern abhängig. Die Kooperativen sollen bei niedrigem Rubelkurs und stark sinkenden Rückzahlungen ihr wirtschaftliches Überleben sichern.</p>
<p style="text-align: justify">„Natürlich war es schwierig. Wir haben Gruppen aus Migrantenfamilien gegründet und eine Kasse gestiftet. Am Ende waren wir 30 Frauen. Jede von uns hatte 2-3 Kühe. Dann haben wir uns entschieden, eine gemeinsame Milchhalle zu schaffen. Die Koordinatorin der Frauenkooperative Mamlakat Abdusamatova stellt uns dafür kostenlos ein Gebäude zur Verfügung. Jede Frau hat 1.000 TJS (ca. 130 EUR) in die Kasse getan, um diese ehemalige Scheune zu renovieren. Die Organisation <u><a href="http://www.cesvi.org/projects/tajikistan-eng">CESVI</a></u>, Cooperazione e Sviluppo (Kooperation und Entwicklung), hat uns Geräte gespendet. So haben wir begonnen,“ erzählt Rukhsora Usmonova, Leiterin der Milchverarbeitungskooperative „Guncha“ in Gontschi (Sughd).</p>
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="height: 399px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/1090/td_kse2.jpeg" alt="Käse Gontschi Tadschikistan" /></p>
<p style="text-align: justify">Frauen haben meist eine sehr traditionelle Rolle in Tadschikistan: viele Hochzeiten sind arrangiert und sie dürfen nicht arbeiten, müssen sich um Familie, Kinder und Haushalt kümmern. Die Arbeitslosigkeit ist im Land problematisch, es fehlt aber an genauen Zahlen: während die tadschikischen Behörden von wenigen Prozent ausgehen, sind es laut <a href="http://www.tj.undp.org/content/tajikistan/en/home/countryinfo.html">UNDP 33 Prozent</a>, der höchste Wert in Zentralasien.</p>
<p style="text-align: justify">Ein Ziel von UN Women ist die wirtschaftliche Förderung der Frauen. Zusätzlich zur häuslichen Arbeit müssen Frauen aus Migrantenfamilien Geld verdienen. Meist lassen sie sich auf einen schlecht bezahlten Job in der Landwirtschaft ein. Die höhere Belastung bringt aber keine Verbesserung des sozialen Status mit sich. In Abwesenheit des Ehemanns wird der Haushalt in der Regel von einem anderen Mann in der Familie oder von der ältesten Frau geleitet.</p>
<p style="text-align: justify">Wie der <u><a href="http://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/D0BE91603F325FCA492575CB00217D1F-Full_Report.pdf">UN-Rapporteur zu Gewalt gegen Frauen Yakin Ertürk</a></u> in seinem Bericht vom 29. April 2009 anmerkt, führt das zu immer stärkerer Belastung, starker Subordination, Missbrauch und großen Schwierigkeiten für die betroffenen Frauen. Emanzipierte Frauen werden von der Gesellschaft nicht positiv aufgenommen. Laut <u><a href="http://reports.weforum.org/global-gender-gap-report-2014/economies/#economy=TJK">Global Gender Gap Index</a></u> stand Tadschikistan 2014 in Sachen Gleichberechtigung bei 142 Ländern auf dem 102. Platz.</p>
<p style="text-align: justify">Für die teilnehmenden Migrantenfrauen soll der Schweizer Käse das nun ändern. Die Produktion und Einführung dieses neuen Guts auf dem lokalen Markt soll als eine direkte Investition in die tadschikische Wirtschaft gegen die Folgen der Russlandkrise wirken.</p>
<p style="text-align: justify">„Mein Mann wurde aus Russland deportiert und arbeitet jetzt mit uns. Er verteilt die Produkte in die Geschäfte. Wir hoffen, dass bald alle unsere Männer aus Russland zurückkehren. Hier werden sie sicherlich ein Job kriegen,“ erzählt Mavchuda.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Die Besonderheiten des tadschikischen Käses</strong></p>
<p style="text-align: justify">Und der tadschikische Schweizer Käse hat durchaus Potential. Auf dem Programm des Austauschs mit den Schweizer Käse-Expertinnen stand ein fünftägiges Training zur Milchverarbeitung. Bei den Feldbesuchen von Molkereien, Sennereien und landwirtschaftlichen Betrieben haben die Schweizerinnen tadschikische Milchprodukte und Produktionsmethoden kennengelernt.</p>
<p style="text-align: justify">Die Käseverkäuferin und Theaterpädagogin Jelena Moser aus Zürich inspirierten ihre Besuche: „Der Käse wird ganz anders gemacht als in der Schweiz. Es ist alles anders: Die Milchqualität, die Technologien, die Hygiene. Ich fand es sehr spannend, dass man diese Herausforderungen kreativ lösen kann. Ich würde gerne die Rezepte mitnehmen, wie das von Qurut (saure Kugeln aus getrocknetem Joghurt, Anm. D. Red.), sie in der Schweiz mal ausprobieren und schauen, wie die Reaktionen sind.“</p>
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="height: 399px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/1090/td_kse3.jpeg" alt="Käse Schweiz Tadschikistan" /></p>
<p style="text-align: justify">Die Käserinnen aus Tadschikistan haben zwar keine offizielle Qualifikation, sind aber schon lange bereit für eigenständige, gut bezahlte Arbeit. „Ich war überrascht, was sie schon alles mit der Milch machen können. Die Milchtradition gibt es in unseren beiden Ländern. Man hat schnell bemerkt, dass die Kolleginnen Ahnung haben, wie man mit der Milch umgeht,“ so Simone Burki, Älplerin, Sennerin und Umweltingenieurin für Graubünden.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Zukunftsperspektiven</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Frauenkooperative in Tadschikistan beliefern heute lokale Geschäfte im Sughd-Gebiet und im Gebiet Jirgatol mit ihren Produkten: Milch, Kefir, Butter, Sauerrahm, Qurut und teilweise Eis. „Jetzt wollen wir lernen, eigenen Hartkäse herzustellen,“ erklärt Rukhsora.</p>
<p style="text-align: justify">Mavchuda Ablokulova erzählt, dass sie dank des Projekts schon drei Rezepte für Käse kennen: Feta, Robiola und Mutschli. „Bald werden wir noch eine weitere spezielle Schweizer Käsesorte von unseren Schweizer Kolleginnen lernen: Ziger. Sie haben uns Geräte dagelassen, um Käse zu schmieren und auch einen speziellen Schrank für die Aufbewahrung gebaut,“ erklärt sie. Im Februar findet der zweite Teil des Austauschs in der Schweiz statt.</p>
<p style="text-align: justify">Rukhsora wünscht allen tadschikischen Frauen aus Migrantenfamilien, nicht die Hoffnung zu verlieren: „Man braucht einen Leader und eine kleine Kasse mit 3-5 TJS (40-60 Cent) pro Person. So kann man schon viel bewegen.“</p>
<p style="text-align: justify">
<p style="text-align: right"><strong>Alin Kor<br />
Journalistin für Novastan.org</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Redaktion: Florian Coppenrath</strong></p>
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		<title>Tadschikistan: Von der Überschwemmung zur Transportkrise</title>
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		<dc:creator><![CDATA[clarak]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Oct 2015 11:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[GBAO]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Natur]]></category>
		<category><![CDATA[Transport]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die &#xDC;berschwemmungen in Zentralasien im Juli diesen Jahres verdeutlichen, wie dramatisch das Fehlen von robusten Wasser-Management Ma&#xDF;nahmen und Fr&#xFC;hwarnsystemen sein kann.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><em><strong>Die Überschwemmungen in Zentralasien im Juli diesen Jahres verdeutlichen, wie dramatisch das Fehlen von robusten Wasser-Management Maßnahmen und Frühwarnsystemen sein kann. Tadschikistan ist am schlimmsten betroffen. Das Land besteht zu 93% aus Gebirge, was die Gefahr von Lawinen und sintflutartigen Überschwemmungen massiv erhöht. Dutzende Häuser wurden zerstört und noch mehr Menschen kamen ums Leben. </strong></em></p>
<p style="text-align: justify">Am 16. Juli 2015 begrub eine große Schlammlawine Teile des Dorfes Barsem im Gund-Tal ungefähr 16km östlich der Stadt Chorugh mitten in der tadschikischen Bergregion Berg-Badachschan, die touristischste Region des Landes entlang des Pamir Highway.</p>
<p style="text-align: justify">Der Schlamm rutschte in den Fluss Gund, staute diesen zu einem See und unterbrach damit die Hauptstraße, welche entlang des Flusses verläuft. Die Schlammlawine bei Barsem wurde durch eine Periode starker Regenfälle und extrem hoher Temperaturen ausgelöst, welche Gletscher und Schnee schneller als gewöhnlich zum Schmelzen brachten. Demnach war der Vorfall in Barsem nur einer von vielen Überschwemmungsbedingten Vorkommnissen im Pamir-Gebirge. So wurden beispielsweise mehrere Brücken entlang des Pamir Highways einfach weggeschwemmt. 1100 EinwohnerInnen wurden so abgeschnitten.</p>
<p style="text-align: justify">Die <u><a href="http://www.eurasianet.org/node/74351">Regierung ist bei dem Umgang mit Notfällen</a></u> in der Pamir-Region auf die NGO Aga Khan Development Network (<u><a href="http://www.akdn.org/">AKDN</a></u>) angewiesen – die Beziehung ist jedoch angespannt. Der Aga-Khan ist das geistige Oberhaupt der Ismaeliten, einer in Berg-Badachschan stark vertretenen schiitischen Minderheit. Einerseits übernimmt AKDN große Verantwortungen bezüglich Bildung und Wirtschaft in der Pamir-Region, andererseits fürchtet die Regierung eine Abspaltung der semi-autonomen Region Berg-Badachschan. 2012 kam es dort zuletzt zu <u><a href="http://www.rferl.org/content/tajikistan-explainer-gorno-badakhshan/25403342.html">militärischen Auseinandersetzungen</a></u> zwischen lokalen Oppositionellen und der Regierung.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lesen Sie auch: <a href="https://novastan.org/articles/tadschikistan-forschungsreise-endet-in-gefngnis">Tadschikistan &#8211; Forschungsreise endet im Gefängnis</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">„Die gefährdete Bevölkerung auf der betroffenen Seite ist durch die Regierung und die Helikopter – die einzige Transportmöglichkeit während der ersten Tage – von Aga Khan Development Network nach Chorugh evakuiert worden und schließlich in das Dorf Manem gebracht worden, wo ein Zufluchtsort und ein Zeltcamp errichtet wurden“, berichtete Idris Jonmamadov, Sprecher des AKDN Notfallschutzzentrums.</p>
<p style="text-align: justify">Das <u><a href="http://untj.net/files/Publications/DRMP/Disaster_Situation_reports/2015/Situation_Report4-GBAO_REVISED.pdf">UN-Team für Notfalleinschätzung und –koordination</a></u> (REACT, Rapid Emergency Assessment and Coordination Team) schätze, dass mehr als 80% der Gemeinden in der Region in den folgenden Tage ohne Strom leben mussten. Während die Medien über die Überschwemmungen und akute Rettungsaktionen berichteten, wurde nur sehr wenig über die weitere <u><a href="http://cesmi.info/wp/?p=1161">sozio-ökonomische Bedeutung des Desasters</a></u> geschrieben.</p>
<p style="text-align: justify">Ende September war der Schlammsee noch immer einige Kilometer lang. In solchen Bedingungen sind die Menschen auf Gummiboote angewiesen, welche als Fähren genutzt werden. Um den provisorischen Ankerplatz zu erreichen, muss man an einem steilen Hang entlang klettern und einem gefährlich schmalen Pfad hoch über dem See folgen.</p>
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="height: 400px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/1014/people_carrying_daily_necessities_on_their_way_to_the_rubber_boat._kopie.jpeg" alt="überschwemmung Tadschikistan" /></p>
<p style="text-align: justify">Die meisten Menschen tragen hierbei schwere Säcke, die mit ihren täglichen Bedarfsgütern gefüllt sind. Da die Boote nur unregelmäßig fahren und der Platz knapp ist, brechen Streitigkeiten bei der Platzvergabe aus: Ordnungshüter schicken einige der Menschen auf den Bergpfad, wodurch sie den See vollständig umgehen müssen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Von der Überschwemmung zur logistischen Krise</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die unmittelbaren Probleme wirken zwar kontrollierbar und der Vorsitz Barsems und die Bauarbeiter sind zuversichtlich, dass der Pamir Highway früher oder später wieder befahrbar ist, doch der Vorfall führte zu einer ganzen Reihe von Konsequenzen.</p>
<p style="text-align: justify">Die Schlammlawine bei Barsem blockiert einen Teil des Highways, der von tadschikischen Lastwagen genutzt wird, um chinesische Waren von der Grenze in den östlichen Pamirbergen nach Duschanbe zu transportieren. Dutzende von Schwerlastern steckten wochenlang im Pamir-Gebirge fest. Als alternative Route in die Hauptstadt Tadschikistans, versuchten einige Logistikunternehmen den Umweg über Kirgistan. Doch die kirgisischen Behörden waren unwillig den meistens überladenden 60-Tonnen Lastwagen die Erlaubnis zur Durchreise zu erteilen und informelle Abmachungen waren zu teuer.</p>
<p style="text-align: justify">Da die Route über Kirgistan ausgeschlossen war, versuchten viele Unternehmen ihre Laster durch das Wakhan-Tal in Afghanistan zu schicken. Die unbefestigte Straße durch Wakhan ist jedoch nicht für schwere Fahrzeuge geeignet und viele Laster blieben im Schlamm stecken und mussten tagelang warten, bis sie herausgezogen werden konnten und Bulldozer die Straße frei machten. Als die tadschikische Regierung ihren Fokus auf das Dorf Barsem legte, entschieden ungefähr zwanzig Logistikunternehmen, deren LkWs steckenblieben, sich eigenständig um das Problem zu kümmern. Sie liehen Ausrüstung, stellten Arbeitskräfte ein und begannen, die Wakhanstraße auszubauen, sodass die in China hergestellten Lastwagen passieren können. „Wir haben die Verpflichtung dies zu tun“, sagt ein junger Logistikmanager. „Die Schule beginnt bald und die Eltern in Duschanbe müssen neue Kleidung für ihre Kinder kaufen“.</p>
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="height: 400px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/1014/at_several_points_of_the_wakhan_route_trucks_had_to_wait_for_days_for_the_road_to_be_cleared_before_being_able_to_proceed_to_dushanbe.1.jpeg" alt="Wakhan Tadschikistan LkW" /></p>
<p style="text-align: justify">Seit dem 08. August rumpelt jeden Tag eine steigende Zahl von Schwerlastern durch den Wakhan. Sie lassen eine stände Staubwolke zurück und zerstörte Bewässerungskanäle in den Dörfern, die durchfahren werden. Die Reparatur dieser Schäden wird jedoch den Dorfbewohnern überlassen. Was die LkWs nicht zurücklassen sind die chinesischen Waren, die sie transportieren. Diese werden direkt den Großmärkten in Duschanbe geschafft und von dort bringen sie lokale Händler zurück in die Pamir-Region. Der Handel mit China wird hauptsächlich von Großhändlern aus Duschanbe betrieben, da es die Kosten für Visa, Fahrt und Verzollung für Verkäufer der Pamir-Region erschweren, überhaupt Profit zu machen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Geopolitische Komplikationen</strong></p>
<p style="text-align: justify">Darüber hinaus ist die aktuelle Mobilitätskrise wegen der Überschwemmungen aufgrund geopolitischer Entwicklungen noch verschärft. Im Mai des Jahres trat Kirgistan nach langer Überlegung der Eurasischen Wirtschaftsunion (EEU) mit Russland, Kasachstan, Belarus und Armenien bei. Tadschikistan dagegen ist noch kein Mitglied. Insbesondere im Murghob-Distrikt, welcher hauptsächlich die Kirgisischsprachigen, östlichen Teile der Pamir-Region umfasst, erschwert die neue Zollordnung das Leben zunehmend.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lesen Sie auch: <a href="https://novastan.org/articles/zollgrenzen-zwischen-kirgistan-und-kasachstan-sind-offen">Zollgrenzen zwischen Kirgistan und Kasachstan sind offen</a> </strong></p>
<p style="text-align: justify">Obwohl es an der kirgisischen Grenze noch die Möglichkeit zum Verhandeln gibt, haben informelle Gebühren für Reisende und Waren entscheidend zugenommen. Und nun, da der Pamir Highway als Hauptverbindung nach Chorugh und Duschanbe blockiert ist, wird die Abhängigkeit der Region von Lieferungen aus Osch, in Südkirgistan, sogar noch hervorgehoben.</p>
<p style="text-align: justify">Noch sind die Ladenbesitzer in Murghob nicht allzu besorgt über die derzeitige Warenknappheit, aber die Situation wird eindeutig komplizierter. Während viele Menschen in Murghob darauf hoffen, dass auch Tadschikistan bald der EEU beitritt und dann alle Schwierigkeiten an der Kirgisisch-tadschikischen Grenze Vergangenheit sind, spielen noch weitere Faktoren hinein. Besonders die Abhängigkeit von Geldüberweisungen aus Russland spräche für einen EEU Beitritt.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lesen Sie auch: </strong><u><strong><a href="https://novastan.org/articles/russlands-reize-schwinden-fur-tadschikische-migranten">Russlands Reize schwinden für tadschikische Migranten</a></strong></u></p>
<p style="text-align: justify">Es bleibt abzuwarten, ob die Mobilitätskrise nur temporär ist oder ob es eine weitere Belastung zu der sowieso schon angespannten ökonomischen Situation bleibt. Auch was mit dem See selbst passiert, bleibt zunächst unklar. Eindeutig ist nur, dass die Überschwemmungen und die neuen Zollordnungen der EEU verdeutlichen, wie sehr diese Region auf fragile Verbindungen nach Außen angewiesen ist. Die Langzeitschäden können ohne internationale Unterstützung kaum bewältigt werden.</p>
<p style="text-align: justify">“Insgesamt haben das Wasser- und Energieversorgungssystem, das Transportsystem und die soziale Infrastruktur des Landes, nach ersten Einschätzungen, einen Schaden von ungefähr 100 Millionen Dollar“ erklärt der Außenminister Tadschikistans in einer Stellungsnahme, um Hilfe zu akquirieren.</p>
<p style="text-align: justify">Die Initiative für die Entwicklung effizienter und kohärenten Mechanismen zum Katastrophenschutz in Tadschikistan ist von internationalen Organisationen angeführt worden, während die Regierung ihre Prioritäten oft anderswo setzt.</p>
<p style="text-align: justify">Der tadschikische Präsident Emomali Rahmon versprach am 22. Juli, dass alle komplett zerstörten Häuser bis November wieder aufgebaut werden und die betroffenen Familien 1,500 Dollar erhalten. Was getan werden kann, um die Auswirkung solcher Vorfälle in der Zukunft zu minimieren, bliebt offen. Eine <u><a href="http://www.eurasianet.org/node/74321">öffentliche Debatte</a></u> über den mangelnden Notfallschutz gibt es nicht – möglicherweise da alle Regierungskritischen im Gefängnis sitzen oder zum Schweigen ermutigt worden sind.</p>
<p style="text-align: justify">
<p style="text-align: justify"><em><strong>Dieser Artikel <a href="http://cesmi.info/wp/?p=1161">basiert auf einem Artikel</a> von Carolin Maertens und Martin Saxer bei der Zentraleuraischen Forscher- und Medieninitiative (CESMI). </strong></em></p>
<p style="text-align: right"><strong>Übersetzung aus dem Englischen und Ergänzungen:<br />
Clara Koschies</strong></p>
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		<title>Der kirgisische Som im freien Fall</title>
		<link>https://novastan.org/de/kirgistan/der-kirgisische-som-im-freien-fall/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Florian Coppenrath]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 20 Sep 2015 10:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Währung]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach dem Rubel und dem kasachischen Tenge, bricht nun auch der Kurs des kirgisischen Som ein. Das Nachrichtenportal zanoza.kg fragt nach den Ursachen der Abwertung.</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/der-kirgisische-som-im-freien-fall/">Der kirgisische Som im freien Fall</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><em><strong>Nach dem kasachischen Tenge hat es nun auch den Som erwischt. Von Tag zu Tag </strong></em><em><strong>fällt der Wert des kirgisischen Som weiter. Die de facto-Abwertung ist aber kein konjunkturelles Phänomen, sondern viel mehr das Resultat eines seit Jahren unausgeglichenen Außenhandels, argumentiert das Nachrichtenportal </strong></em><u><a href="http://zanoza.kg/doc/324754_som:_padenie_eshe_prodoljitsia.html"><em><strong>zanoza.kg</strong></em></a></u><em><strong>. </strong></em></p>
<p style="text-align: justify;">Der Som, die kirgisische Währung, verliert seit ein paar Wochen stetig an Wert. Aktuell wird er für etwa 70 Som pro US Dollar gehandelt. Vor einem Monat lag der Kurs noch bei etwa 61 Som pro Dollar. Manche Experten glauben, dass er nach den Parlamentswahlen am 4. Oktober noch stärker fallen wird. Zur Anhebung des Kurses wären umfassende währungspolitische Eingriffe nötig, denn die entwertete Währung ist nur ein Zeichen für die grundsätzlichen Probleme der kirgisischen Wirtschaft.</p>
<p style="text-align: justify;">Natürlich gibt es auch Spekulationen. Manche leben von unterschiedlichen Währungskursen. Vor allem leidet aber schon seit vielen Jahren der Saldo des Außenhandels: Es wird viel mehr importiert, als exportiert. Schuld sind nicht etwa die Spekulanten von „Mossowjet“ (eine für ihre große Anzahl an Wechselstuben bekannte Straßenkreuzung in Bischkek) oder andere Geldwechsler. Diese werden regelmäßig von der Nationalbank und Politikern für die instabile Währung verantwortlich gemacht und im Laufe des letzten Jahres war mehrmals eine <u><a href="http://24.kg/obschestvo/9529_nurbek_jenish_poka_natsbank_ne_otkazyivaetsya_ot_idei_zakryit_obmennyie_punktyi/">Schließung privater Wechselstuben</a></u> im Gespräch.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Eine schlechte Handelsbilanz</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Schuld an dem Wertverlust des Som ist vor allem eine Regierung, die nichts für eine ausgeglichene Außenhandelsbilanz unternommen hat, und auch weiterhin nichts unternimmt. Laut den <u><a href="http://stat.kg/media/statisticsoperational/027178ea-e867-49e0-8151-cc25a07acfdf.pdf">Daten des kirgisischen statistischen Komitees</a></u> betrug der Außenhandelsumsatz des Landes zwischen Januar und Juni diesen Jahres 3,7 Milliarden USD, wovon nur 22,5 % auf Exporte zurückzuführen sind. Auch in den vorherigen Jahren ist das Verhältnis ähnlich. Es ist schwer zu sagen, ob das Land überhaupt eine funktionierende Binnenwirtschaft hat, wenn die Importe die Exporte um das Dreifache übersteigen.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Importeure im Land brauchen Dollar, um Waren aus dem Ausland einzuführen. Damit bleibt die Nachfrage nach Dollar immer hoch. Und umso schlechter die Lage in Russland, China und Kasachstan, den drei Hauptlieferanten Kirgistans, desto mehr sind die Importeure bereit, für den Dollar zu zahlen. Da auch der Rubel, der Yuan und der Tenge kürzlich an Wert verloren haben, sind Einkäufe in Dollar dort relativ billiger geworden. Somit führen wirtschaftliche Probleme in diesen Ländern auch zu einer Währungskrise in Kirgistan.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Lesen Sie auch bei Novastan.org: </strong><a href="https://novastan.org/articles/kasachstan-ndert-seinen-whrungskurs"><u><strong>Kasachstan ändert seinen Währungskurs</strong></u><u> </u></a></p>
<p style="text-align: justify;">Dazu kommen die vielen Ersparnisse, die die kirgisische Bevölkerung selbst in Dollar hält. <u><a href="http://www.nbkr.kg/index1.jsp?item=1481&amp;lang=ENG">Laut der kirgisischen Nationalbank</a></u> beträgt der Dollar-Anteil privater Einlagen 64%, bei Krediten 54%.</p>
<p style="text-align: justify;">Damit von Abwertung des Som in Kirgistan jemand anders als die Spekulanten profitieren könnte, müssten dort wettbewerbsfähige Güter hergestellt werden, die bei einem schwachen Som günstig gekauft werden könnte. Aber um die nationale Produktion steht es auch nicht rosig.</p>
<p style="text-align: justify;">Dabei behauptet die Regierung, sie trage keine Verantwortung für diese Währungskrise und würde sich nicht in die freie Marktwirtschaft einmischen. Gewiss ist es in solchen Krisenzeiten besonders schwierig, Systemfehler zu beseitigen. Doch die Wirtschaft benötigt tiefgreifende Reformen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kein einziges neues Großunternehmen in den letzten fünf Jahren</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Dabei erklärte der Präsident Atambajew am 16. September in Isfana, im Südwesten des Landes, dass im Land „in den letzten fünf Jahren nicht ein einziges großes Unternehmen erbaut wurde, dafür aber die Eingänge in das Budget sich mehr als verdoppelt haben. Das spricht für eine effektive Bekämpfung der Korruption.“ So wurde im Juli der Leiter der Präsidialverwaltung im Rahmen eines Korruptionsskandals <u><a href="http://www.24kg.org/obschestvo/16210_po_predvaritelnyim_dannyim_za_vyimogatelstvo_vzyatki_u_semi_tyuleevyih_zaderjan_rukovoditel_apparata_prezidenta_kyirgyizstana/">festgenommen</a></u> und musste zurücktreten. Wie effektiv die Zurückgewinnung öffentlicher Gelder auch sein mag, über den Mangel an Unternehmen im Land ist nicht zu prahlen.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Ausgleich der Handelsbilanz ist eine Aufgabe, für die eine Generation an Ministern nicht ausreicht. Man muss sich bemühen, das herzustellen, was man verkaufen kann. Aber gerade solche Produkte scheint es nicht zu geben. Es ist oft die Rede von der ökologischen Qualität der kirgisischen Landwirtschaftsprodukte, aber damit sie als Exportware taugen, müssen sie in ganz anderen Maßstäben produziert werden. Der einzelne Tourist, der ein Glas Honig oder ein paar Kilo Äpfel kauft, wird die Handelsbilanz nicht aufrichten. In dieser Hinsicht sind auch die Nachbarländer eher Konkurrenten als Freunde.</p>
<p style="text-align: justify;">Es gibt sehr viel Fleisch in Kirgistan, und dennoch werden Würste aus Kanada importiert. Als Agrarland importiert es Tomaten aus China: der Import in Gefrierwagen über zwei Bergpässe scheint günstiger und einfacher zu sein, als die eigene Produktion zu entwickeln. Zudem besteht ein guter Anteil der kirgisischen Exporte aus dem Goldverkauf von Kumtor (die größte Goldmine im Land) an die Schweiz, so dass das reale Export/Import Verhältnis noch deutlich niedriger ist, als auf dem Papier.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Die Eurasische Union bringt keine Verbesserung</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Mit dem <u><a href="https://novastan.org/articles/zollgrenzen-zwischen-kirgistan-und-kasachstan-sind-offen">Eintritt in die Eurasische Wirtschaftsunion</a></u> (EAWU) diesen Sommer hatte man sich eine Verbesserung der Lage erhofft. Preise für Autos und Wohnungen sind in Kirgistan heute so günstig wie noch nie. Doch die Bevölkerung hat kein Geld für Investitionen, und die Autos, die in Erwartung an guten Handel mit den Ländern der Union gekauft wurden, stehen nun weiter auf den Märkten in Bischkek und in Osch.</p>
<p style="text-align: justify;">Beim Eintritt in die EAWU sagten alle bis zum Premierminister und zum Präsidenten, dass sich damit ein Markt von 170 Millionen Menschen für Kirgistan öffne. Als gäbe es eine Überproduktion von bestimmten Waren im Lande. Dabei hat Kirgistan bald schon seit zwei Jahrzehnten Zugriff auf den Markt der Welthandelsorganisation, also 162 Länder. Die vergleichsweise kleine und kriselnde Wirtschaftsunion wird so kaum zum Wundermittel gegen die Probleme der kirgisischen Wirtschaft.</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Die Redaktion von zanoza.kg</strong></p>
<p style="text-align: right;"><strong>Aus dem Russischen übersetzt von Florian Coppenrath</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Dieser Artikel beruht auf einem <a href="http://zanoza.kg/doc/324754_som:_padenie_eshe_prodoljitsia.html">Kommentar</a> vom kirgisischen Nachrichtenmagazin zanoza.kg. Wir haben ihn übersetzt und ergänzt. </strong></p>
<p style="text-align: justify;">
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/der-kirgisische-som-im-freien-fall/">Der kirgisische Som im freien Fall</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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		<title>Kasachstan ändert seinen Währungskurs</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Florian Coppenrath]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Sep 2015 10:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Abwertung]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Währung]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Tenge, Kasachstans W&#xE4;hrung, hat zum zweiten Mal in zwei Jahren erneut stark an Wert verloren.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Der Tenge, Kasachstans Währung, hat zum Zweiten Mal in zwei Jahren erneut stark an Wert verloren. Laut der kasachischen Börse (KASE) fiel er am 20. August 2015 von 197 auf 256 Punkte pro Dollar auf ein Allzeittief. Eine solche drastische Änderung kam relativ überraschend und folgte auf die Ankündigung einer „neuen Geld- und Kreditpolitik“ durch die Regierung.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Am 20. August 2015 kündigte der kasachstanische Ministerpräsident Karim Masimov bei einer Kabinettssitzung in Astana den Übergang zu einer neuen Geld- und Kreditpolitik an: Der Währungskurs wurde freigegeben und die Geldpolitik an ein Inflationsziel geknüpft. Dadurch sank die nationale Währung laut KASE um 23% auf ein neues Allzeittief.</p>
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="height: 308px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/975/20150820_kzt.jpeg" alt="KZT USD Kurs" /></p>
<p style="text-align: justify"><span style="line-height: 1.6em">Es ist die zweite Abwertung des Tenge binnen kurzer Zeit, und die vierte insgesamt. Die letzte fand im Februar 2014 statt. In Hinsicht auf die dauerhaft niedrigen Ölpreise war eine weitere Abwertung in diesem Jahr für viele Beobachter nur eine Frage der Zeit. Dennoch behauptete Kairat Kelimbetow, der Präsident der kasachischen Nationalbank, noch Anfang diesen Jahres, es würde in diesem Jahr keine Abwertung mehr geben. Auch der Staatspräsident Nursultan Nasarbajew beteuerte </span><a style="line-height: 1.6em" href="https://novastan.org/articles/wiederwahl-des-prsidenten-in-kasachstan-was-kommt-danach">kurz </a><a style="line-height: 1.6em" href="https://novastan.org/articles/wiederwahl-des-prsidenten-in-kasachstan-was-kommt-danach">nach seiner Wiederwahl</a><span style="line-height: 1.6em"> Ende April dass eine frei schwankende Währung </span><a style="line-height: 1.6em" href="http://www.interfax.kz/?lang=eng&amp;int_id=expert_opinions&amp;news_id=8249">frühestens in fünf Jahren</a><span style="line-height: 1.6em"> zu erwarten sei.</span></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lesen Sie auch bei Novastan.org (Februar 2014): </strong><a href="https://novastan.org/articles/kasachstan-entwertet-seine-whrung-um-19"><strong>Kasachstan wertet seine Währung um 19% ab</strong></a><strong>/ </strong><strong><a href="https://novastan.org/articles/die-abwertung-der-tenge-alles-unter-kontrolle">Die Abwertung des Tenge, alles unter Kontrolle?</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Wie Nasarbajew mitteilte, wurde diese wirtschaftspolitische Entscheidung auf &#8220; <a href="http://top.rbc.ru/finances/20/08/2015/55d5b5429a7947acf74efc6c">Bitten von Geschäfts- und Exportkreisen</a> &#8220; getroffen. Wegen eines zu hohen Wechselkurses waren die kasachischen Waren nicht mehr konkurrenzfähig. Das führe zum Rückgang der Exporte und zu steigender Arbeitslosigkeit.</p>
<p style="text-align: justify">Laut Nasarbajew hätte es drei Alternativen gegeben: nichts unternehmen, weiter eine langsame Senkung des Tenge im Rahmen des im Juni eingeführten Währungskorridors anstreben (die bisherige Politik der Nationalbank) oder drittens einen schwankenden Kurs des Tenge akzeptieren. Die ersten zwei Lösungen hätten zu größeren Verlusten der Währungsreserven und einem starken Produktionsrückgang geführt, <a href="http://tengrinews.kz/kazakhstan_news/nazarbaev-obyyasnil-prichinyi-perehoda-svobodno-279553/">so der Präsident</a>. In den letzten zwei Jahren hatte die Nationalbank laut eigenen Angaben insgesamt <a href="http://forbes.kz/finances/exchange/nazarbaev_myi_sojgli_28_mlrd_za_2_goda_na_podderjanie_kursa_tenge">28 Millionen USD</a> für die Stabilität des Tenge ausgegeben.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Kasachstans Einstieg in den Währungskrieg</strong></p>
<p style="text-align: justify">Wirtschaftsexperten erklären jedoch, dass diese Maßnahme vor allem als eine Reaktion auf den sinkenden Ölpreis und die Abwertungen des Rubels und des Yuans, durch die der Import kasachischer Wahren nach Russland und China deutlich teurer wurde, getroffen worden sei. Laut der Nationalbank ist der Export Kasachstans im ersten Halbjahr 2015 <a href="http://astanatimes.com/2015/08/nazarbayev-discusses-economic-challenges-with-exporters/">um </a><a href="http://astanatimes.com/2015/08/nazarbayev-discusses-economic-challenges-with-exporters/">73% gesunken</a>.</p>
<p style="text-align: justify">Als größter Ölexporteur Zentralasiens ist Kasachstan sowohl stark vom Ölpreis als auch vom Weltmarkt im Allgemeinen abhängig. Einige Beobachter äußerten in der lokalen Presse dennoch ihre Kritik an Kasachstans Reaktion.</p>
<p style="text-align: justify">Für den Wirtschaftsexperten Igor Kindop ist das Haupthindernis für eine effektive Geldpolitik die Abhängigkeit der Nationalbank. Diese steht unter der Kontrolle des wirtschaftlichen Präsidentenapparats und des Finanzausschusses der Regierung. So kann es keine von der Wirtschaftspolitik unabhängige Währungspolitik geben: „Die Hauptrolle der Nationalbank ist die Kontrolle der Inflation; das Ziel des Staates ist die Förderung und die Gewährleistung des Wirtschaftswachstums“, <a href="http://kaztag.info/standpoint/detail.php?ID=393597">so Kindop</a>. „Es ist Nonsens, die Inflation kontrollieren zu wollen, wenn der Staat die Nationalbank mit dem Ziel der Förderung des Wirtschaftswachstums kontrolliert“.</p>
<p style="text-align: justify">Einige Kommentatoren bezweifeln auch die Freiheit des Währungskurses. Der Unternehmer und Gründer des „Kazakhstan Growth Forum“ Eldar Abdrazakow erklärt, dass dieser nur formal freigegeben wurde. „Das kann man doch an den Währungssprüngen sehen: Der Tenge springt zwischen 215 und 250 je Dollar,“ sagt Abdrazakow. „Die Nationalbank hat die Marktliquidität nicht gefördert und der Zinssatz wurde auch nicht geändert“. Die Situation sei also unverändert, nur mit einem anderen Währungskurs, <a href="http://forbes.kz/process/businessmen/eldar_abdrazakov_tenge_v_plavanie_otpustili_formalno">so der Geschäftsmann</a>.</p>
<p style="text-align: justify">Wegen dieser Politik haben die lokalen Banken nun Liquiditätsprobleme und können wenige Kredite vergeben, <a href="http://zonakz.net/view-nacionalnyjj-bank-odno-lechit-a-drugoe-kalechit.html">schreibt Sergey Zelepuhin</a>. Der Wirtschaftsanalytiker erklärt, dass einerseits das Ziel der Konkurrenzfähigkeit nationaler Waren erreicht wurde – anderseits verlieren lokale Banken jedoch massiv an Kreditfähigkeit. Auch Eldar Abdrazakow äussert sich kritisch: „Es ist erstaunlich, wie der Staat seine Bürger behandelt. Unter Experten gab es zwar Gerüchte über eine baldige Währungsabwertung, aber wenige glaubten an eine so spontane Entscheidung trotz gegenteiliger Verlautbarungen. Ich finde diese Reaktion des Staates unangemessen.“</p>
<p style="text-align: justify">Die Konsequenzen der neuen Geldpolitik sind im Land unmittelbar spürbar. Vor allem ist das Einkommen der Bürger stark gesunken, worunter auch der Einzelhandel und kleine Unternehmen leiden. Die Dollarisierung der kasachischen Wirtschaft beträgt <a href="http://journal-neo.org/2015/04/02/rus-valyutny-j-soyuz-eae-s-i-dedolarizatsiya/">mit 45%</a> das Doppelte des russischen Werts. Die meisten Bankkredite und Immobiliengeschäfte werden in Dollar abgewickelt, während lokale Gehälter in der Nationalwährung ausgezahlt werden.</p>
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="height: 400px;line-height: 1.6em;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/975/1393096268_478683012.jpeg" alt="0 Tenge Münze" /></p>
<p style="text-align: justify">Die <a href="http://journal-neo.org/2015/04/02/rus-valyutny-j-soyuz-eae-s-i-dedolarizatsiya/">Entdollarisierung</a> der Wirtschaft steht in Kasachstan schon länger auf der Tagesordnung, auch im Rahmen der eurasischen Wirtschaftsunion. Um den Tenge attraktiver zu machen, sollen zum Beispiel Anlagen in der Nationalwährung einen höheren Zinssatz bekommen und stärkere Garantien vom Staat genießen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Eine Geste für die Bevölkerung</strong></p>
<p style="text-align: justify">Im April, als die Abwertung noch weit entfernt schien, <a href="http://www.interfax.kz/?lang=eng&amp;int_id=expert_opinions&amp;news_id=8249">bemerkte</a> Nasarbajew: „Die Bürger Kasachstans kennen mich gut genug. Wenn so etwas [eine Abwertung] kommen sollte, werde ich es euch sagen und ich werde euch sagen, wie ihr euch davor schützen könnt.“ Nun kam die Abwertung relativ plötzlich, aber verschiedene Maßnahmen sollen helfen, ihre Folgen für die Bevölkerung zu begrenzen.</p>
<p style="text-align: justify">So soll zum Beispiel der Wertverlust von Termineinlagen, die am 18. August existierten, um bis zu einer Millionen Tenge (knapp 3600 € nach neuem Wert) kompensiert werden. Als Bedingung steht, dass die Einlagen mindestens ein Jahr unberührt bleiben müssen. Neben der Entschädigung der Bürger soll somit zudem eine Kapitalflucht und eine Bankenkrise vermieden werden.</p>
<p style="text-align: justify">Zudem sollen zum Schutz der Bevölkerung auch die Preise von grundlegenden Waren erst einmal unangetastet bleiben. Ein paar Tage nach der Abwertung kontrollierte <a href="http://www.zakon.kz/4737253-akim-almaty-b.bajjbek-lichno-proverjaet.html">der Bürgermeister Almatys Bajbek</a> demonstrativ die Preislage auf den Marktplätzen der Wirtschaftsmetropole.</p>
<p style="text-align: justify">Dennoch wurde das Vertrauen der Bevölkerung erneut geschädigt, nicht nur gegenüber der eigenen Währung, sondern gegenüber der Regierung. So hat eine kürzliche Bemerkung des Präsidenten, <a href="http://top.rbc.ru/economics/07/09/2015/55edd4fa9a79476585490d12">dass </a><a href="http://top.rbc.ru/economics/07/09/2015/55edd4fa9a79476585490d12">alles nötige in Kasachstan hergestellt würde</a> und die Bevölkerung auch ohne westliche Kleidung und „für uns schädliche Produkte“ wie Foie-Gras und Bananen gut leben könnte, in sozialen Netzwerken eine Reihe <a href="http://radiotochka.kz/15620-geroi-socsetey-fua-gra-i-banany.html">zynischer Kommentare</a> ausgelöst.</p>
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="height: 500px;width: 500px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/975/1441690571_12004835_1052805121426162_278198711457812590_n.jpeg" alt="Foie Gras Bananen Kasachstan" /></p>
<p style="text-align: justify">Beim Streben nach der Unabhängigkeit vom Dollar und vom Ölpreis riskieren die Regierung und die Nationalbank mit der insgesamt vierten Währungsabwertung eine weitere Destabilisierung des Landes. Aber vielleicht muss Kasachstan mit dieser Währungspolitik lediglich die bittere Pille einer langfristig erfolgreichen Wirtschaftspolitik schlucken.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Zarina Zinnatova</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Redigiert von Florian Coppenrath</strong></p>
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		<title>Wiederwahl des Präsidenten in Kasachstan: Was kommt danach?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Apr 2015 10:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Nursultan Nazarbaev]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Obwohl die Kasachen zur Wahl aufgerufen wurden, hat keiner an der Wiederwahl des scheidenden Pr&#xE4;sidenten gezweifelt. Sie ist auch ein politisches Man&#xF6;ver in einer wirtschaftlich und politisch angespannten Situation.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong><em>Am Sonntag wurde der Präsident Kasachstans in vorgezogenen Wahlen wiedergewählt. Eine Wahl ohne Überraschungen, jedoch begleitet von politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten. </em></strong></p>
<p style="text-align: justify">Am vergangenen Sonntag wurde laut Angaben der staatlichen Wahlkommission der amtierende Präsident Kasachstans mit knapp 98% der Stimmen wiedergewählt. Die Wahlbeteiligung betrug etwa 95%. Somit wurde Nursultan Nasarbajew, der „Leader der Nation“, erster und bisher einziger Präsident Kasachstans seit 1991, ein weiteres Mal in seinem Amt bestätigt.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Vorgezogene Wahlen &#8211; Markenzeichen Nasarbajews </strong></p>
<p style="text-align: justify"><u>Offiziell</u> war die Präsidentschaftswahl für das Jahr 2016 vorgesehen, im selben Jahr wie die nächsten Parlamentswahlen. Diesen Zeitpunkt hat der Präsident Nasarbajew im Februar jedoch als verfassungswidrig bezeichnet. Es war die Völkerversammlung, eine Beratungskammer, welcher der Präsident selbst vorsitzt, die zuerst zu vorgezogenen Wahlen aufrief. Nach einem vorgetäuschten Zögern sprach Nasarbajew <a href="https://novastan.org/articles/kasachstan-amtsinhaber-nasarbajew-kandidiert">seine Kandidatur</a> aus. Bis auf die erste Präsidentschaftswahl 1991 waren damit bisher alle Präsidentschaftswahlen in Kasachstan <a href="http://www.rferl.org/content/kazakhstan-brief-history-of-presidential-elections/26890276.html">vorgezogene Wahlen</a>.</p>
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="height: 800px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/889/img_1150.jpeg" alt="Wahlplakate in Kasachstan" /></p>
<p style="text-align: justify">In diesem Jahr sollte Kasachstan, dessen Wirtschaft seit der Unabhängigkeit stark gewachsen ist, ein größeres <a href="http://www.lemonde.fr/asie-pacifique/article/2015/04/25/election-presidentielle-sans-concurrence-au-kazakhstan_4622598_3216.html">Bruttoinlandsprodukt pro Kopf</a> als Russland vorzeigen und damit zur erfolgreichsten Wirtschaft der GUS-Staaten werden. In dem Kontext steht auch die Beliebtheit des Präsidenten außer Zweifel. Als einzige Unbekannte dieser Wahl galt so die Wahlbeteiligung. In der Hauptstadt Astana zum Beispiel hingen mehr Plakate, die zur Wahl aufriefen, als Wahlplakate.</p>
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="height: 800px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/889/img_7179.jpeg" alt="Plakat des Präsidenten Kasachstans" /></p>
<p style="text-align: justify">Laut einer Umfrage des regierungsnahen Journalismuszentrums <a href="http://www.medianet.kz/1197">mediaNet</a> bewertet der Großteil der Bevölkerung auch die vorgezogene Wahl als positiv. Sie sei <em>„ein Weg, um die wirtschaftliche, politische und soziale Lage Kasachstans zu stabilisieren, da die Konjunktur des Landes unter ungünstigen externen Faktoren leidet.“</em></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Eine heikle wirtschaftliche Lage </strong></p>
<p style="text-align: justify">Der erste dieser ungünstigen Faktoren ist der niedrige Ölpreis, der zu Lasten der Staatskasse geht. Kasachstan ist stark von seinen Ölexporten abhängig, die bis zu 55% seines BIPs ausmachen. Dazu kommt die mit den schlechten Resultaten der russischen Wirtschaft und dem schwachen Rubel verbundenen Wirtschaftskrise in den GUS-Staaten. Nicht zu vergessen sind auch die Ukraine-Krise und die europäischen Sanktionen gegenüber Russland, die ebenfalls auf die Wirtschaft Kasachstans einwirken.</p>
<p style="text-align: justify">So wanken die Geschäfte in der größten Wirtschaft Zentralasiens. Die Nationalwährung Tenge hat wieder die Wechselkurse erreicht, die sie vor seiner <a href="https://novastan.org/articles/die-abwertung-der-tenge-alles-unter-kontrolle">19% Abwertung im Februar 2014</a> anzeigte. Die Abwertung wurde von der Bevölkerung sehr kritisch beäugt, und Gerüchte um einen weiteren Wertverlust der Währung hat in den letzten Monaten schon panische Stürme auf Wechselstuben verursacht. Durch die starke Inflation, folgend auf die des Rubels, und eines auf 1-2% reduzierten Wachstums (im Vergleich zu den 6% des letzten Jahrzehnts), sinkt die Kaufkraft stark, während es schon starke Ungleichheiten gibt.</p>
<p style="text-align: justify"><span style="color: #323333"><strong>Lesen Sie auch: </strong><a href="https://novastan.org/articles/astana-capitale-des-travailleurs-et-des-4x4-astana-hauptstadt-der-arbeiter-und-gelndewagen"><strong>Astana – Hauptstadt der Arbeiter und Geländewagen</strong></a></span></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Geopolitische Unsicherheiten </strong></p>
<p style="text-align: justify">Auch die Spannungen mit Russland, dem &#8222;strategischen Partner&#8220;, haben rund um die Ukraine-Krise und die wirtschaftlichen Probleme einen Höhepunkt erreicht. Die <a href="https://novastan.org/articles/die-eurasische-wirtschaftsunion-traum-oder-albtraum-fur-kasachstan">Eurasische Wirtschaftsunion</a> kommt ins Stocken während Russland und Kasachstan laut manchen Beobachtern einen Zollkrieg begonnen haben. Von offizieller Seite werden solche Spannungen stets verneint, aber beide Länder haben vor kurzem den Import von bestimmten Produkten aus dem Nachbarland verboten &#8211; offiziell aufgrund gesundheitlicher Risiken. Während durch den Wechselkurs vergünstigte russische Produkte den kasachstanischen Markt überfluten rufen <a href="http://www.eurasianet.org/node/73006">viele Supermärkte</a> in Kasachstan auf: &#8222;Sei ein Patriot &#8211; kauf Kasachstanisch!&#8220;.</p>
<p style="text-align: justify"><span style="color: #323333"><strong>Lesen Sie auch: </strong><a href="https://novastan.org/articles/wodka-und-wirtschaftsunion"><strong>Wodka und Wirtschaftsunion</strong></a><strong>; </strong><a href="https://novastan.org/articles/zollunion-und-sanktionen-keine-leeren-regale-in-kasachstan"><strong>Zollunion und Sanktionen – keine leeren Regale in Kasachstan</strong></a></span></p>
<p style="text-align: justify"><img decoding="async" style="height: 800px;width: 600px" src="/de/wp-content/uploads/sites/5/old/img/889/img_7316.jpeg" alt="Einkäufe in Kasachstan" /></p>
<p style="text-align: justify">In den diplomatischen Kreisen Astanas heißt es, der Ak-Orda, der Präsidentenpalast, sei in zwei Gruppen geteilt, eine pro- und eine antirussische. Eine bedrohliche Teilung, wenn man in Betracht zieht, dass Kasachstan seine längste Außengrenze mit Russland teilt und der Norden des Landes mehrheitlich von ethnischen Russen bevölkert ist. In manchen Grenzregionen wohnen bis zu 80% ethnische Russen. So erscheint manchen auch ein ukrainisches Szenario für Kasachstan als nicht unwahrscheinlich.</p>
<p style="text-align: justify"><span style="color: #323333"><strong>Lesen Sie auch: Regime </strong><a href="https://novastan.org/articles/regime-kritiker-kasachstan-leidet-an-janukowitsch-syndrom"><strong>Kritiker – Kasachstan leidet an « Janukovitsch Syndrom »</strong></a><strong> </strong></span></p>
<p style="text-align: justify">Daher ist die vorgezogene Wiederwahl für Nasarbajew auch ein Weg, um frische Legitimität zu gewinnen und damit kommende schwierige Entscheidungen zu rechtfertigen: eine weitere Abwertung des Tenge (bis zu 50% laut Analysten), eine wachsende Distanz zu Russland und vor allem die Vorbereitung seiner Nachfolge, einer neuen Partie Reise nach Jerusalem im Ak-Orda.</p>
<p style="text-align: justify">
<p style="text-align: right"><strong><em>Die Redaktion von Novastan.org</em></strong></p>
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