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	<title>Kaukasus Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Wed, 10 Jun 2026 15:40:06 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Kaukasus Archives</title>
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		<title>Kasachstans Schlüsselrolle beim Ausbau des Mittleren Korridors</title>
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		<dc:creator><![CDATA[La rédaction]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Jun 2026 15:37:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Arabische Halbinsel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im vergangenen Monat war Kasachstan Gastgeber der 40. Konferenz der Generaldirektoren der Eisenbahnen, an der Vertreter aus &#xFC;ber drei&#xDF;ig L&#xE4;ndern teilnahmen. F&#xFC;r Astana bot sich damit die Gelegenheit, vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine und der Neuordnung der globalen Handelswege seine Ambitionen f&#xFC;r den &#x201E;mittleren Korridor&#x201C; zu demonstrieren. Vom Ende April 2026 bot [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Im vergangenen Monat war Kasachstan Gastgeber der 40. Konferenz der Generaldirektoren der Eisenbahnen, an der Vertreter aus über dreißig Ländern teilnahmen. Für Astana bot sich damit die Gelegenheit, vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine und der Neuordnung der globalen Handelswege seine Ambitionen für den „mittleren Korridor“ zu demonstrieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vom Ende April 2026 bot die 40. Konferenz der Generaldirektoren der Eisenbahnen im Herzen von Astana die Gelegenheit, mehr als dreißig Länder in einem unsicheren geopolitischen Kontext zusammenzubringen. Die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_f%C3%BCr_die_Zusammenarbeit_der_Eisenbahnen">Organisation für die Zusammenarbeit der Eisenbahnen</a>, bekannt als OSJD, ist eine zwischenstaatliche Organisation, die ein Netz von mehr als 320.000 km Eisenbahnstrecken <a href="https://en.osjd.org/api/media/resources/c/68/121/258">vereint</a> und jährlich den Transport von etwa 5,5 Milliarden Fahrgästen und fast 5 Milliarden Tonnen Güter gewährleistet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die 1956 gegründete OSJD, das wichtigste Forum für die Koordinierung des Eisenbahnverkehrs zwischen Europa und Asien und Erbe der technischen Zusammenarbeit aus der Sowjetzeit, hat sich nach und nach um neue Mitglieder erweitert. Derzeit zählt sie 27 <a href="https://www.geo-ref.net/en/t-osjd.htm">Mitglieder</a>, von Albanien bis Vietnam.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Jahr versammelte die <a href="https://www.transportcorridors.com/20350">40. Konferenz der Generaldirektoren</a> der Eisenbahnen mehr als 300 Führungskräfte und Vertreter von Eisenbahnunternehmen. Der kasachstanische Premierminister Oljas Bektenov hielt dort persönlich eine Rede, was die politische Bedeutung der Veranstaltung unterstreichen sollte.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Er erinnerte daran, dass <em>„der Eisenbahnsektor Kasachstans, der eine entscheidende Rolle für die wirtschaftliche Entwicklung spielt, darauf abzielt, die Lebensqualität der Bevölkerung zu verbessern und ein nachhaltiges Wachstum zu gewährleisten“</em>. Der Premierminister <a href="https://primeminister.kz/en/news/kazakhstan-to-build-5000-km-of-new-railways-in-the-next-four-years-olzhas-bektenov-at-osjd-conference-31306">kündigte</a> zudem ehrgeizige Ziele für die kommenden Jahre an und erklärte, er wolle in den nächsten vier Jahren <em>„weitere 5.000 Kilometer Eisenbahnstrecken bauen“ </em>und <em>„das Transitvolumen bis 2035 auf 100 Millionen Tonnen pro Jahr steigern“</em>, womit er seinen Willen unterstrich, die zentrale Rolle Kasachstans im Handel zwischen Europa und China zu stärken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Delegation aus Afghanistan, traf sich <a href="https://pajhwok.com/2026/05/01/afghan-delegation-attends-osjd-rail-conference-in-kazakhstan/">laut der afghanistanischen Nachrichtenagentur Pajhwok Afghan News</a> mit kasachstanischen und aserbaidschanischen Vertretern, um über den Ausbau der Häfen von Hairatan und Torghundi sowie über den regionalen Transitverkehr zu beraten. Diese Anwesenheit, ebenso wie die die gemeinsame <a href="https://en.osjd.org/en/8821/page/106072?id=262551">Teilnahme</a> der Ukraine und Russlands, verdeutlicht, dass die Zusammenarbeit im Eisenbahn- und Transitbereich häufig von funktionalen und wirtschaftlichen Interessen geprägt ist und damit politische Konfliktlinien teilweise überlagert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben Fragen der Finanzverwaltung befasste sich die Konferenz auch mit dem künftigen Arbeitsprogramm der OSJD und der Organisation der nächsten Sitzung. Der Schwerpunkt lag auf der Steigerung der Transportmengen, der Modernisierung der Infrastruktur sowie dem Übergang zu leistungsfähigeren Technologien, um die Effizienz und den reibungslosen Ablauf des Schienenverkehrs zu verbessern, <a href="https://www.transportcorridors.com/20350">berichtet das Medium Transport Corridors</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der mittlere Korridor im Zentrum globaler Herausforderungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit seiner Aussage, „<em>Eurasien in einen einheitlichen und optimal funktionierenden Verkehrsknotenpunkt zu verwandeln“</em>, bezieht sich Kasachstans Premierminister direkt auf die Handelsroute, die sich in der Region seit etwa zwanzig Jahren entwickelt, insbesondere im Zuge der chinesischen Initiative der Neuen Seidenstraßen aus dem Jahr 2013.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der mittlere Korridor, auch Trans-Caspian International Transport Route (TITR) genannt, ist ein 4.000 Kilometer langer multimodaler Transportkorridor, der chinesische Fabriken über Zentralasien, das Kaspische Meer, den Südkaukasus und die Türkei mit den europäischen Märkten verbindet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist auch die kürzeste Landroute zwischen China und Europa, vorausgesetzt, die notwendige Infrastruktur ist vorhanden, was lange Zeit <a href="https://astanatimes.com/2026/04/kazakhstan-expands-rail-network-and-transit-corridors-to-strengthen-eurasian-connectivity/">nicht der Fall war</a>. Die Lieferzeiten, die früher mehrere Wochen betrugen, sind laut The Astana Times heute auf etwa 18 Tage gesunken.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/sangesur-korridor-neue-chancen-fuer-zentralasien/">Sangesur-Korridor: Neue Chancen für Zentralasien?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Verkürzung wurde zum Teil durch die digitale Transformation und die Einführung des <a href="https://globaldtc.com/products/tez-customs">TezCustoms-Systems</a> ermöglicht, wodurch die Abfertigungszeit an den Grenzen zu China von 8 Stunden auf 30 Minuten reduziert werden konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bektenov hob die <a href="https://primeminister.kz/en/news/kazakhstan-to-build-5000-km-of-new-railways-in-the-next-four-years-olzhas-bektenov-at-osjd-conference-31306">zentrale Rolle Kasachstans</a> hervor, durch das etwa 85 Prozent des Verkehrsaufkommens des mittleren Korridors fließen. Er kündigte zudem den Bau von 5.000 Kilometern neuer Eisenbahnstrecken in den nächsten vier Jahren an, mit dem Ziel, bis 2035 eine Transitkapazität von 100 Millionen Tonnen pro Jahr zu erreichen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eine Route, die seit den geopolitischen Krisen einen Aufschwung erlebt&#8230;</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Diese eurasische Verkehrsachse ist einer der großen Nutznießer der weltweiten geopolitischen Lage der letzten vier Jahre, wobei zwei aufeinanderfolgende Schocks ihre Bedeutung deutlich gesteigert haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der erste ist der Krieg in der Ukraine seit 2022: Die westlichen Sanktionen gegen Russland haben laut Transport Corridors dazu geführt, dass das Frachtvolumen in Richtung Westen auf russischen Straßen im Jahr 2023 um 51 Prozent <a href="https://www.transportcorridors.com/20350">eingebrochen ist</a>. Der mittlere Korridor hat sich somit als einzige praktikable Landbrücke zwischen China und Europa etabliert, die das russische Territorium umgeht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/global-gateway-die-eu-investiert-in-den-transkaspischen-korridor/">Global Gateway: Die EU investiert in den Transkaspischen Korridor</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der zweite Faktor ist der Krieg im Nahen Osten und die Ende 2023 ausgelösten Angriffe der Huthi im Roten Meer. <a href="https://www.gulf-times.com/article/673811/region/houthi-red-sea-attacks-force-rerouting-of-vessels-disrupting-supply-chains">Laut der katarischen Zeitung Gulf Times</a> haben einige Unternehmen angesichts der in der Region herrschenden Unsicherheit ihren Verkehr von der Straße von Hormus und dem Suezkanal zum Kap der Guten Hoffnung verlagert, was die Landalternativen umso attraktiver macht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2024 <a href="https://carnegieendowment.org/russia-eurasia/politika/2026/04/middle-corridor-transport-prospect">stieg</a> das Frachtvolumen auf der eurasischen Route laut dem amerikanischen Think Tank Carnegie Endowment for International Peace im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 63 Prozent auf 4,1 Millionen Tonnen, gegenüber nur 500.000 Tonnen vor der groß angelegten russischen Invasion in der Ukraine. Allein auf der Strecke China–Europa hat sich die Zahl der transportierten Container laut der Zeitschrift CEBRI zwischen 2023 und 2024 um das 25-Fache <a href="https://cebri.org/revista/en/artigo/220/middle-corridor-connecting-brazil-to-eurasia-via-azerbaijan">erhöht</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">&#8230;die jedoch weiterhin behindert wird</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz ihres Potenzials, sich zu einer wettbewerbsfähigen Hauptroute zu entwickeln, bleibt die eurasische Verkehrsachse durch strukturelle Probleme <a href="https://carnegieendowment.org/russia-eurasia/politika/2026/04/middle-corridor-transport-prospect">eingeschränkt</a>. „<em>Der mittlere Korridor ist noch weit davon entfernt, wettbewerbsfähig zu sein. Er bewältigt nur etwa 6 Prozent der jährlichen Kapazität des nördlichen Korridors (über Russland), die sich auf 100 Millionen Tonnen beläuft, und während viele westliche Akteure mit einem weiteren Wachstum rechnen, deuten mehrere Indikatoren stattdessen auf eine Verlangsamung hin“</em>, erklärt Bektenov.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Infrastruktur des mittleren Korridors ist in der Tat nach wie vor unzureichend, mit oft überlasteten Häfen, insbesondere in Georgien, und einer von Natur aus fragmentierten Route, da sie auf einer Abfolge von Verkehrsträgern beruht, was sie langsamer, teurer und weniger flüssig macht als die alternativen Routen über Russland oder auf dem Seeweg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommen <a href="http://?">anhaltende geopolitische Instabilitäten im Kaukasus</a> und rund um den Iran sowie ökologische Herausforderungen, insbesondere der sinkende Wasserstand des Kaspischen Meeres, der sich direkt auf die Hafenkapazitäten und die Kontinuität des Seeverkehrs auswirkt.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Lorenz Uberti für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/kazakhstan/au-kazakhstan-une-conference-sur-les-chemins-de-fer-abordent-le-corridor-median/">Französischen</a> von Margaret Bullich</strong></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Krieg um Bergkarabach: Was bedeutet die Eskalation im Kaukasus für Zentralasien?</title>
		<link>https://novastan.org/de/tadschikistan/krieg-um-bergkarabach-was-bedeutet-die-eskalation-im-kaukasus-fuer-zentralasien/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[rshakibaie]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Nov 2020 15:07:18 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Der j&#xFC;ngste milit&#xE4;rische Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan hat zu einer neuen geopolitischen Situation im postsowjetischen Asien gef&#xFC;hrt. Die Staaten Zentralasiens hielten sich w&#xE4;hrend der K&#xE4;mpfe zwar &#xE4;u&#xDF;erst zur&#xFC;ck &#x2013; Fachleute sind jedoch der Auffassung, dass die Konsequenzen von Krieg und Frieden im Kaukasus auch am anderen Ufer des Kaspischen Meers sp&#xFC;rbar werden. Der folgende [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong><strong>Der jüngste militärische Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan hat zu einer neuen geopolitischen Situation im postsowjetischen Asien geführt. Die Staaten Zentralasiens hielten sich während der Kämpfe zwar äußerst zurück – Fachleute sind jedoch der Auffassung, dass die Konsequenzen von Krieg und Frieden im Kaukasus auch am anderen Ufer des Kaspischen Meers spürbar werden. Der folgende Artikel erschien <a href="https://www.ozodi.org/a/30954659.html">im tadschikischen Original auf Radioi Ozodi</a>. Wir übersetzen ihn mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.</strong></strong></p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Unmittelbar nach dem am 9. November ausgehandelten und von Russland vermittelten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Waffenstillstandsabkommen_im_Bergkarabachkrieg_2020">Abkommen</a> zwischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Armenien">Armenien</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aserbaidschan">Aserbaidschan</a> gaben die zentralasiatischen Außenministerien Erklärungen über die Einstellung der Kampfhandlungen in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Republik_Arzach">Bergkarabach</a> ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das tadschikische Außenministerium äußerte sich in einer Erklärung vom 11. November wie folgt: <em>„Wir betonen die außergewöhnliche Bedeutung einer friedlichen Beilegung des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bergkarabachkonflikt">Bergkarabach-Konflikts</a> durch politische und diplomatische Mittel im Rahmen der Grundsätze und Normen des Völkerrechts“.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong>&nbsp;<strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/die-transkaspische-route-eine-reale-chance-zur-umgehung-russlands/">Die transkaspische Route: Eine reale Chance zur Umgehung Russlands?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Erklärung des kirgisischen Außenministeriums hieß es,&nbsp;<em>„das Abkommen ebnet den Weg für eine langfristige und umfassende Beilegung des Bergkarabach-Konflikts“.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das kasachstanische Außenministerium kommentierte, dass der Frieden im Einklang mit der Resolution des UN-Sicherheitsrates stünde und äußerte den Wunsch, dass&nbsp;<em>„das aserbaidschanische und armenische Volk daran arbeiten werde, eine solide Grundlage für dauerhaften Frieden und Sicherheit in der Region zu schaffen“.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der usbekische Präsident, <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/wer-ist-der-neue-praesident-usbekistans/">Shavkat Mirziyoyev</a>, gab in seiner Rede auf der Videokonferenz der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shanghaier_Organisation_f%C3%BCr_Zusammenarbeit">Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit</a> am 10. November eine ähnliche Erklärung ab. Er hob die friedliche Rolle Russlands bei der Lösung des Bergkarabach-Konflikts hervor und äußerte die Hoffnung, dass das Blutvergießen in der Region bald enden und das Leben sich wieder normalisieren werde.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zentralasien, Aserbaidschan und die Türkei – institutionell verbandelt</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Während der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Krieg_um_Bergkarabach_2020#Weg_in_den_Krieg">Kampfhandlungen zwischen dem 27. September und 10. November</a> nahmen die Staaten Zentralasiens eine neutrale Haltung ein und forderten die kaukasischen Konfliktparteien auf, die Waffen beiseitezulegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits am 19. September gab das kirgisische Außenministerium gegenüber den Konfliktparteien eine Erklärung ab, in der es die Bereitschaft zum Ausdruck brachte, im Rahmen des <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Bishkek_Protocol">Bischkek-Protokolls vom 5. Mai 1994</a> zu vermitteln. Jenes Protokoll markierte den Beginn der offiziellen Waffenruhe des Krieges von 1992 bis 1994. Die Bemühungen Kirgistans, wie auch weitere internationale Appelle, stießen in den Folgejahren des Protokolls auf taube Ohren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:&nbsp;<a href="https://novastan.org/de/usbekistan/welche-schluesse-kann-zentralasien-aus-den-protesten-in-belarus-ziehen/">Welche Schlüsse kann Zentralasien aus den Protesten in Belarus ziehen?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der russische Experte Adschdar Kurtow fasst zusammen, dass die Staaten Zentralasiens aufgrund ihrer vielfältigen Außenpolitiken bisher keine klare Position zum Bergkarabach-Konflikt beziehen konnten. Kurtow zufolge hätten ihre Beziehungen zu China, dem Westen, Russland und der Türkei eine höhere Priorität.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Es wäre für sie nicht sehr hilfreich, zu diesem Thema klar Stellung zu beziehen, da dies in Zukunft zu Problemen bei der Zusammenarbeit mit Armenien und Aserbaidschan in internationalen Organisationen führen könnte“</em>, so Kurtow.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/zentralasien-region-der-konkurrierenden-regionalen-organisationen/">Zentralasien, Region der konkurrierenden regionalen Organisationen</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Kasachstan, Kirgistan und Tadschikistan sind – genau wie Armenien– Mitglieder der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_des_Vertrags_%C3%BCber_kollektive_Sicherheit">CSTO</a>), eines politischen und militärischen Verteidigungsbündnisses. Kasachstan, Kirgistan und Armenien sind außerdem Mitglieder der Eurasischen Wirtschaftsunion (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Eurasische_Wirtschaftsunion">EEU</a>). Des Weiteren sind alle Staaten Zentralasiens, Armenien wie auch Aserbaidschan Vollmitglieder der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinschaft_Unabh%C3%A4ngiger_Staaten">GUS</a>).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Ausnahme Tadschikistans und Turkmenistans sind darüber hinaus alle zentralasiatischen Länder Mitglieder verschiedener internationaler Kooperationen der sogenannten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Turkstaat">Turkstaaten</a>: Über den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%BCrkischer_Rat">Türkischen Rat</a>, der Internationalen Organisation für die türkische Kultur (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%BCrksoy">Türksoy</a>) und dem Türkischen Präsidium für internationale Kooperation und Koordination (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%BCrkisches_Pr%C3%A4sidium_f%C3%BCr_Internationale_Kooperation_und_Koordination">TIKA</a>) stehen sie in enger Verbindung mit der Türkei und Aserbaidschan.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Im Kaukasus werden die Karten neu gemischt</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In Übereinstimmung mit der am 9. November erzielten Einigung wurde eine vollständige Einstellung der Feindseligkeiten in Bergkarabach erklärt. Die Streitkräfte Aserbaidschans verbleiben bei ihren bisherigen Bodengewinnen und rücken auf drei weitere Distrikte vor. Gleichzeitig werden Kontrollpunkte der russischen Armee entlang der Kontaktlinie und des&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Latschin-Korridor">Latschin-Korridors</a>&nbsp;eingerichtet. Expertinnen und Experten sehen neben&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Jerewan">Jerewan</a>&nbsp;und&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Baku">Baku</a>&nbsp;auch&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ankara">Ankara</a>&nbsp;als eine der Konfliktparteien in Bergkarabach. Mit der offenen militärischen Unterstützung Aserbaidschans (auch durch den völkerrechtswidrigen <a href="https://www.ohchr.org/EN/NewsEvents/Pages/DisplayNews.aspx?NewsID=26494&amp;LangID=E">Einsatz syrischer Söldner</a>, Anm. d. Ü.) und der vertraglich festgehaltenen russisch-türkischen Beobachtungsstelle erhält die Türkei eine dauerhafte Repräsentanz ihrer Streitkräfte in der Region.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/zentralasien-und-die-russisch-turkische-krise/">Zentralasien und die russisch-türkische Krise</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die neue Präsenz der Türkei im Kaukasus ist sehr ernst zu nehmen und von langfristiger Natur. Russland hat dies zu akzeptieren und muss verstehen, dass die antiamerikanische Rhetorik der Türken und ihre Kritik am europäischen Liberalismus keine automatische Solidarität und Respekt für die Interessen Russlands bedeuten“</em>, so der russische Experte <a href="https://carnegie.ru/commentary/experts/1196">Sergej Markedonow</a> in seinem Beitrag für das Moskauer Carnegie-Zentrum.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Welche Ambitionen hegt die Türkei in Zentralasien</strong>?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der geopolitische Punktgewinn der Türkei durch das Erreichen einer militärischen Präsenz im Kaukasus wirft die Frage auf, ob sich nun auch die Beziehungen zum <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/wohin-fuehrt-die-neue-seidenstrasse-ueber-die-chancen-und-risiken-von-one-belt-one-road/">strategisch wichtigen</a> Zentralasien ändern wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der unabhängige tadschikische Experte <a href="https://cabar.asia/en/mullojanov-mullojonov-parviz">Parwis Mullodschonow</a> prognostiziert, dass das Ergebnis des Krieges um Bergkarabach den Einfluss der Türkei auch in Zentralasien erhöhen wird. <em>„In erster Linie wird der Einfluss in der öffentlichen Meinungsbildung unter der muslimischen Bevölkerung der Region zunehmen“, </em>so Mullodschonow. Ihm zufolge ist ein Aufstieg des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Turanismus#Turanismus_und_Panturkismus">Panturkismus</a> und ein größerer Einfluss verschiedener, von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Recep_Tayyip_Erdo%C4%9Fan">Erdoğan</a> finanzierter panturkistischer Organisationen in Zentralasien zu erwarten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-die-turkei-im-feldzug-gegen-gulen-schulen/">Kirgistan: Die Türkei im Feldzug gegen die Gülen-Schulen</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut dem kirgisischen Politikwissenschaftler <a href="https://cabar.asia/en/author/usubalievesen2">Esen Usubalijew</a>, Direktor des Analysezentrums für rationale Entscheidungsfindungen, zeigt der Krieg in Bergkarabach auch, dass unbemannte Luftfahrzeuge (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Unbemanntes_Luftfahrzeug">UAVs</a>) inzwischen weit verbreitet sind und effektiv eingesetzt werden können. Die Staaten Zentralasiens könnten aus den jüngsten Erfahrungen im Konflikteinsatz lernen.</p>


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<p class="wp-block-paragraph"><em>„Der türkische Verteidigungsminister <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hulusi_Akar">Hulusi Askar</a> hat kürzlich Usbekistan und Kasachstan besucht. Der Anlass des Besuchs wurde nicht offen kommuniziert, aber es ist möglich, dass auf eine Stärkung der militärischen Zusammenarbeit hingearbeitet wird“</em>, so Usubalijew. Nach Ansicht des Experten ist es jedoch überhastet, die Türkei und Russland hinsichtlich ihres Einflusses in Zentralasien auf eine Stufe zu stellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:&nbsp;<a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-golfstaaten-investieren-in-zentralasien/">Die Golfstaaten investieren in Zentalasien</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Es wäre zu vorschnell, die Türkei als neue Kraft [im postsowjetischen Raum] zu titulieren – so wie es in der russischen Öffentlichkeit oft gemacht wird. Zentralasien ist nicht nur eine türkische, sondern [&#8230;] auch <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Paniranismus">eine iranische Einflusssphäre</a>. Regionale Integrationsprojekte ohne Einbeziehung Tadschikistans hätten kaum Erfolgsaussichten“</em>, resümiert Esen Usubalijew.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Chursand Churramow für&nbsp;</strong><strong><a href="https://www.ozodi.org/a/30954659.html"><strong>Radioi Ozodi</strong></a></strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Tadschikischen von Robin Shakibaie</strong></p>


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