<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Kasachische Sowjetrepublik Archives</title>
	<atom:link href="https://novastan.org/de/tag/kasachische-sowjetrepublik/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://novastan.org/de/tag/kasachische-sowjetrepublik/</link>
	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Sun, 20 Dec 2020 14:07:17 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.0.2</generator>

<image>
	<url>https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2020/08/cropped-Logo_2_2000-1700-300DPI-32x32.png</url>
	<title>Kasachische Sowjetrepublik Archives</title>
	<link>https://novastan.org/de/tag/kasachische-sowjetrepublik/</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Die Uhlfeldkolonie &#8211; Das Schicksal der Familie Haunholter aus Tirol (2/2)</title>
		<link>https://novastan.org/de/kasachstan/die-uhlfeldkolonie-das-schicksal-der-familie-haunholter-aus-tirol-22/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/kasachstan/die-uhlfeldkolonie-das-schicksal-der-familie-haunholter-aus-tirol-22/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lukas Gabriel Dünser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Jan 2018 12:22:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Emigration]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Karl Uhl]]></category>
		<category><![CDATA[Kasachische Sowjetrepublik]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=12031</guid>

					<description><![CDATA[<p>Im M&#xE4;rz 1927 l&#xF6;sten die Mitglieder der&#xA0;Uhlfeldkolonie ihre Kommune in Kasachstan auf. Viele kehrten nach &#xD6;sterreich zur&#xFC;ck, andere blieben mit ihren Familien in der Sowjetunion. Einer von ihnen war Johann Haunholter. Doch die Schrecken der&#xA0;Drei&#xDF;igerjahre &#xFC;berstand er nicht. Zweiter Teil einer Geschichte von&#xA0;Lana Berndl. Haunholter war 1926 in die die&#xA0;Kasachische Autonome Sowjetrepublik gekommen um&#xA0;in der [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/die-uhlfeldkolonie-das-schicksal-der-familie-haunholter-aus-tirol-22/">Die Uhlfeldkolonie &#8211; Das Schicksal der Familie Haunholter aus Tirol (2/2)</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Im März 1927 lösten die Mitglieder der Uhlfeldkolonie ihre Kommune in Kasachstan auf. Viele kehrten nach Österreich zurück, andere blieben mit ihren Familien in der Sowjetunion. Einer von ihnen war Johann Haunholter. Doch die Schrecken der Dreißigerjahre überstand er nicht. Zweiter Teil einer Geschichte von <em>Lana Berndl</em>.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Haunholter war 1926 in die die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kasachische_Sozialistische_Sowjetrepublik">Kasachische Autonome Sowjetrepublik</a> gekommen um in der Nähe von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qysylorda">Ksyl-Orda</a>, der damaligen Hauptstadt, beim Aufbau einer landwirtschaftlichen Kommune zu helfen. Es war nicht sein erster Aufenthalt im Osten. Schon 1914 war der 1889 geborene Tiroler als Soldat der k.u.k. Armee in russische Kriegsgefangenschaft geraten. Zusammen mit einem Freund war Haunholter geflüchtet. Monatelang hatten sie sich in russischen Dörfer als Restauratoren von Ikonen und Bilderrahmen durchgeschlagen.</p>
<p style="text-align: justify">Nach der Rückkehr in seinen Geburtsort Kirchbichl nahm er seine Arbeit als Kunsttischler wieder auf. Doch der Krieg hatte furchtbare Spuren in der Seele des jungen Österreichers hinterlassen. Wenn seine Mutter ihn fragte, warum er nicht in die Kirche ging, antwortete er: „<em>Wer einige Zeit im Großen Krieg war, kann nicht an Gott glauben und an seine Barmherzigkeit auch nicht.</em>“ Wenn die Mutter darauf bestand sagte er: „<em>Wenn du mich zwingst, werde ich mich ertränken! Dein Gott ist ungerecht, und ich glaube nicht an ihn!</em>» Genauso dachte Haunholter über politische Parteien, er blieb sein lebenlang ohne Glauben und parteilos.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/die-uhlfeldkolonie-eine-osterreichische-kommune-in-kasachstan-12/">Die Uhlfeldkolonie &#8211; Eine österreichische Kommune in Kasachstan (1/2)</a></strong></p>
<p><strong>Hoffnung auf ein gutes Leben in der Steppe</strong></p>
<p style="text-align: justify">Im Jahr 1921 heiratete er in Kirchbichl die elf Jahre jüngere Theresia Kurz und zog in ihr Haus ein. 1922 kam Tochter Rosa zur Welt, 1923 ein zweites Mädchen, Erna, und 1924 Sohn Hermann. Theresa arbeitete als Tellerwäscherin in einem kleinen Restaurant. Sie hatte eine zwanzig Jahre ältere Schwester, zu der sie aber keinen Kontakt hatte.</p>
<figure id="attachment_12170" aria-describedby="caption-attachment-12170" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-large wp-image-12170" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Familie-Haunholter-1024x697.jpg" alt="Familie Haunholter Österreich Sowjetunion Kasachstan" width="1024" height="697" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Familie-Haunholter-1024x697.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Familie-Haunholter-300x204.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Familie-Haunholter-768x522.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Familie-Haunholter-1300x884.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Familie-Haunholter-128x86.jpg 128w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-12170" class="wp-caption-text">Johann und Theresia Haunholter mit ihren drei Kindern.</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">Mitte der zwanziger Jahre warb Karl Uhl, der Obmann der „Republikanischen Vereinigung ehemaliger Kriegsteilnehmer und Kriegsopfer Österreichs“ (RVKKÖ) um Freiwillige für die Gründung einer Kommune in der Sowjetunion. Haunholter hatte anscheinend gute Erinnerungen an seine Zeit in Russland. Er berichtete seiner Frau Theresia von der grenzenlosen Steppe und dass sich die Menschen dort nur von natürlichen Lebensmitteln ernährten. „<em>Dort gibt es so viel Weite, soviel Freiheit. Fahren wir weg! Niemand wird uns kränken, alle werden uns gastfreundlich behandeln.</em>“ Er versprach seiner Frau ein gutes Leben.</p>
<p><strong>Von Kamtschatka nach Semipalatinsk</strong></p>
<p style="text-align: justify">Um die Teilnahme an der Kommune zu finanzieren, verkauften sie Theresias Haus. Im März 1926 reisten sie in die Sowjetunion. Als die Kommune nach nur einem Jahr zerfiel, hatten sie in Österreich nichts, zu dem sie hätten zurückkehren können und blieben in der Sowjetunion. Anfang der dreißiger Jahre reiste Haunholter mit seiner Familie nach <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kamtschatka">Kamtschatka</a>, einer Halbinsel im Pazifischen Ozean, im fernen Osten der Sowjetunion. Er baute dort erfolgreich ein Sägewerk und holzverarbeitende Werkstätten auf. Die Familie lebte unweit von Vulkanen, die mehrmals im Jahr ausbrachen. Erna und Rosa gingen erstmals in die Schule, Erna in die erste und Rosa in die zweite Klasse. Es gab nur ein Problem. Die Bewohner von Kamtschatka ernährten sich in dieser Zeit hauptsächlich von Konserven und Haunholter weigerte sich, diese zu essen. Er wollte natürliche Lebensmittel.</p>
<figure id="attachment_12171" aria-describedby="caption-attachment-12171" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-large wp-image-12171" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Vulkan-auf-Kamtschatka-1024x683.jpg" alt="Vulkan Kamtschatka" width="1024" height="683" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Vulkan-auf-Kamtschatka.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Vulkan-auf-Kamtschatka-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Vulkan-auf-Kamtschatka-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Vulkan-auf-Kamtschatka-128x86.jpg 128w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-12171" class="wp-caption-text">Vulkan auf Kamtschatka</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">Mit seiner Familie kehrte er nach Alma-Ata, dem heutigen Almaty in Kasachstan, zurück. Hierhin waren bereits zehn bis fünfzehn andere Familien aus der gescheiterten Uhlfehldkolonie umgesiedelt. Schließlich verpflichtete er sich, in der Stadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Atomwaffentestgel%C3%A4nde_Semipalatinsk">Semipalatinsk</a>, einem späteren Atomwaffentestgelände, ein Fleischkombinat aufzubauen.</p>
<p><strong>Verräterischer Direktor</strong></p>
<p style="text-align: justify">In den dreißiger Jahren wurde das politische Klima in der Sowjetunion zunehmend repressiv. Einige der ehemaligen Kolonisten kehrten doch noch nach Hause zurück. Die Techniker Alfred Höflinger und Hugo Blasch siedelten jedoch mit elf weiteren Österreichern, mit denen sie die Genossenschaft „Artel“ gegründet hatten, in die heute Xinjiang genannte Region im äußersten Westen der Republik China um. Sie hatten Haunholter in einem Brief aufgefordert, sich ihnen anzuschließen. Der Direktor des Kombinates in Semipalatinsk hatte den Brief jedoch versteckt, weil er den Fachmann nicht verlieren wollte. Erst zwei Monate später erfuhr Haunholter, dass seine Landsleute die UdSSR verlassen hatten.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-sowjetische-geschichte-zentralasiens-22/">Die sowjetische Geschichte Zentralasiens (2/2)</a></p>
<p style="text-align: justify">Er kündigte seinen Vertrag in Semipalatinsk, kehrte nach Alma-Ata zurück und zog dann weiter in eine Kolchose unweit der Stadt Aksay, wo er beim Aufbau eines Kraftwerks und des Erholungsheims für den Ministerrat der KasSsR mithalf. Haunholter besaß zwei riesige Schränke mit ausgezeichneten Tischlerinstrumenten, Fräs-, Schneid- und Drehwerkbänke, die zur damaligen Zeit in der Sowjetunion Seltenheit waren.</p>
<p style="text-align: justify">Nach Angaben seiner Nachkommen wurde Johann Haunholter von allen sehr respektiert und gemocht, besonders von Kindern. Er unterrichtete viele Menschen in Dreh- und Fräsarbeiten. Oft sammelte er Kinder um sich und schnitt hölzernen Spielzeuge, die er hinter seinem Rücken verbarg. Er dachte sich Rätsel aus und wer richtig riet, bekam das Spielzeug. Seine eigenen Kinder, waren deshalb gegenüber den Nachbarkindern öfters eifersüchtig.</p>
<p><strong>Tod wegen mangelnder Versorgung</strong></p>
<p style="text-align: justify">Das Kraftwerk, an dem Haunholter arbeitete, sollte bis zum 7. November 1935 (dem Jahrestag der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Oktoberrevolution">Oktoberrevolution</a>) in Betrieb genommen werden, um Elektrizität für Licht zu den Feierlichkeiten zu liefern und damit das Erholungsheim eröffnet werden konnte.</p>
<p style="text-align: justify">Zwei Wochen vor der Frist funktionierte jedoch die Turbine nicht. Haunholter stieg selbst in eiskaltes Wasser und stand dort mehrere Stunden. Es gelang schließlich, die Turbine zum Laufen zu bringen, aber Haunholter war so geschwächt, dass er in ein Krankenhaus gebracht wurde. Man diagnostizierte bei ihm eine akute Lungenentzündung. Als seine Frau Theresa ihn besuchte, war er bei vollem Bewusstsein und bat sie, ihm ein Fläschchen Wein zu bringen. Teresa ging ins Geschäft und als sie zurückkehrte, war er nicht mehr am Leben.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kriegsgefangene-in-turkestan-gesprach-mit-dem-historiker-peter-felch-teil-1/">Kriegsgefangene in Turkestan</a></p>
<p style="text-align: justify">Haunholter starb am 25. Oktober 1935. Er war 46. Zwei Österreicher, die in dem Krankenhaus arbeiteten erzählten Teresa später, dass er außer der Lungenentzündung auch Bauchtyphus hatte. Ihnen zufolge hätte man Haunholter retten können, wenn man ihn sofort adäquat behandelt hätte. Damals war die medizinische Versorgung in vielen Teilen der kasachischen ASSR jedoch katastrophal. In Semipalatinsk lebte Familie Haunholter in der Nähe eines Krankenhauses und sah dort täglich, wie an Typhus erkrankte Menschen zum Krankenhaus kamen, starben und mit Fuhrwerken zu den Friedhöfen transportiert wurden.</p>
<p><strong>Weiterleben in der Sowjetunion</strong></p>
<p style="text-align: justify">Theresa Haunholter war nun allein mit drei Kindern in dem fremden Land. Der Vorsitzende der Kolchose half der Familie indem er Haunholters Werk- und Werkbänke für die riesige Summe von 3000 Rubeln kaufte. Theresa schrieb nach Österreich an Johanns Mutter, um Dokumente zu erhalten, die das Dienstalter ihres Ehemannes bestätigten. Die Mutter antwortete: „<em>Wie erstaunlich es ist, dass ihr noch am Leben seid, dass ihr in der Steppe nicht von den Wölfen zerfleischt wurdet. Wir dachten, ihr seid in den Tod gefahren!</em>“</p>
<p style="text-align: justify">Nach dem Tod ihres Mannes arbeitete Theresa Haunholter in einer Fabrik in Aksay, absolvierte gleichzeitig einen Fernkurs als Deutschlehrerin und bekam schließlich eine Stelle als Deutschlehrerin in der Siedlung Kamenka in der Nähe von Alma-Ata. 1938, auf dem Höhepunkt des stalinistischen Terrors, wurde entschieden, Familie Haunholter aus der Sowjetunion auszuweisen, da sie keine sowjetischen Staatsangehörigen waren. Theresa Haunholter fuhr zusammen mit den Kindern nach Moskau und erreichte bei Staatspräsidenten Michail Kalinin tatsächlich, in der Sowjetunion bleiben zu dürfen.</p>
<p style="text-align: justify">Auch die nach China ausgewanderten Österreicher um Alfred Höflinger und Hugo Blasch waren vom Terror betroffen. Sie wurden 1939 von chinesischer Polizei verhaftet und im Sommer 1941 an den NKWD, den sowjetischen Geheimdienst, ausgeliefert. In Alma-Ata wurden sie wegen Spionage verurteilt und am 31. März 1942 erschossen. In Almaty lebt nach Angaben der Nachkommen von Johann Haunholter eine Tochter von Alfred Höflinger, die aber nicht zugeben möchte, dass ihr Vater kein Russe war.</p>
<p style="text-align: justify">Theresa Haunholter arbeitete nach einem Fernstudium am Moskauer Institut für Fremdsprachen weiter als Lehrerin. Bis zu ihrem Lebensende sprach sie mit einem starken österreichischen Akzent. Auch Johann Haunholter hatte nie richtig Russisch gelernt. Zum Beispiel nannte er Angeln einen &#8222;Fisch-Stock&#8220;. Er sagte: &#8222;Lass uns zum Fluss fahren, wo der Fisch- Stock ist!&#8220;</p>
<p style="text-align: justify">Hermann Haunholter wurde nach Abschluß seines Studiums Lehrer und später Direktor einer Schule. Er heiratete die Lehrerin Marija Akimova und nahm ihren Namen an. Es war nach dem Zweiten Weltkrieg mit einem deutschen Namen in der Sowjetunion nicht einfach. Erna Haunholter schloss 1959 ein Wirtschaftsstudium ab und arbeitete danach als Buchhalterin an der Staatlichen Universität von Alma-Ata.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Von Lana Berndl</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Redaktionalle Mitarbeit: Lukas Dünser und Folke Eikmeier</strong></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Über die Autorin</strong></p>
<p>Lana Berndl sucht seit einem Jahr in diversen Archiven in Kasachstan, Österreich und Russland nach Informationen über die Uhlfeld-Kolonie. Sie arbeitet momentan an einem Dokumentarfilmprojekt sowie einer Publikation zu diesem Thema, das völlig in Vergessenheit geraten ist und sehr wenig erforscht wurde. Sie hat inzwischen drei Nachkommen ausfinding gemacht. Im Sommer 2017 hat sie mit einem Nachkommen des Uhlfeldkolonisten Johann Haunholter in Tirol einen Recheredreh durchgeführt.</p>
<p>Lana Berndl ist auf der Suche nach weiteren Nachkommen der Uhlfeld-Kolonisten. Sie bittet jeden, der etwas über dieses Thema weiß, sie unter <strong>lana.berndl@gmail.com</strong>. zu kontaktieren.</p>
<p style="text-align: justify">Sie hat bereits einen <a href="http://derstandard.at/2000011273533/Die-Strasse-der-Oesterreicher-am-Ende-der-Welt">Dokumentarfilm über österreichische Kriegsgefangene in Kasachstan</a> fertig gestellt, der bei Filmfestivals und Präsentationen von Bangladesh bis in die Ukraine gezeigt wurde.</p>
<p>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company-beta/5246815/">LinkedIn</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/die-uhlfeldkolonie-das-schicksal-der-familie-haunholter-aus-tirol-22/">Die Uhlfeldkolonie &#8211; Das Schicksal der Familie Haunholter aus Tirol (2/2)</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/kasachstan/die-uhlfeldkolonie-das-schicksal-der-familie-haunholter-aus-tirol-22/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Uhlfeldkolonie &#8211; Eine österreichische Kommune in Kasachstan (1/2)</title>
		<link>https://novastan.org/de/kasachstan/die-uhlfeldkolonie-eine-osterreichische-kommune-in-kasachstan-12/</link>
					<comments>https://novastan.org/de/kasachstan/die-uhlfeldkolonie-eine-osterreichische-kommune-in-kasachstan-12/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[folkee]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Jan 2018 17:39:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Geschiche]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichtsschreibung]]></category>
		<category><![CDATA[Kasachische Sowjetrepublik]]></category>
		<category><![CDATA[Kolonie]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Sowjetunion]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://novastan.org/de/?p=12029</guid>

					<description><![CDATA[<p>In den Zwanziger Jahren verlie&#xDF;en viele &#xD6;sterreicher und&#xA0;&#xD6;sterreicherinnen aufgrund von Arbeitslosigkeit und Armut ihre Heimat. Eine Gruppe suchte sich einen ganz besonderen Ort aus, um eine Kommune zu gr&#xFC;nden: Kasachstan in der Sowjetunion. Doch die sogenannte Uhlfeldkolonie hatte kaum mehr als ein Jahr Bestand. Die Bewohner von Sabulak staunten nicht schlecht, als im M&#xE4;rz 1926 [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/die-uhlfeldkolonie-eine-osterreichische-kommune-in-kasachstan-12/">Die Uhlfeldkolonie &#8211; Eine österreichische Kommune in Kasachstan (1/2)</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>In den Zwanziger Jahren verließen viele Österreicher und Österreicherinnen aufgrund von Arbeitslosigkeit und Armut ihre Heimat. Eine Gruppe suchte sich einen ganz besonderen Ort aus, um eine Kommune zu gründen: Kasachstan in der Sowjetunion. Doch die sogenannte Uhlfeldkolonie hatte kaum mehr als ein Jahr Bestand.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Bewohner von Sabulak staunten nicht schlecht, als im März 1926 eine Gruppe Europäer in ihre verschlafene Siedlung am <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Syrdarja">Syr-Darja</a> Fluss einzog. Die etwa 210 Österreicher hatten sich am 4. März auf den Weg gemacht um ihren Traum zu erfüllen: Die Gründung einer landwirtschaftlichen Kommune. Nach drei anstrengenden Wochen hatten sie nun endlich den Ort in der Nähe von <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Kyzylorda">Kysyl-Orda</a>, der damaligen Hauptstadt der Kasachischen Autonomen Sowjetrepublik, erreicht. Doch das Land, dass ihnen die sowjetischen Behörden zuwiesen, war ganz anders, als sie es sich erhofft hatten. Eine von Dornengestrüpp überwucherte, unfruchtbare Salzsteppe. Außer den Lehmhütten der uigurischen Dorfbewohner gab es hier nichts.</p>
<figure id="attachment_12144" aria-describedby="caption-attachment-12144" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-large wp-image-12144" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/kasachische-Steppe-1024x683.jpg" alt="Kasachstan Steppe" width="1024" height="683" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/kasachische-Steppe.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/kasachische-Steppe-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/kasachische-Steppe-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/kasachische-Steppe-128x86.jpg 128w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-12144" class="wp-caption-text">Kasachische Steppe</figcaption></figure>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/100-jahre-oktoberrevolution-kasachstans-kampf-um-einen-nationalstaat/"><strong>Kasachstans Kampf um einen Nationalstaat</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">In Österreich organisierten viele Vereine die Emigration und warben aktiv Menschen an. Einer war die nach dem Ersten Weltkrieg gegründete „Republikanische Vereinigung ehemaliger Kriegsteilnehmer und Kriegsopfer Österreichs“ (RVKKÖ), die mehr als 1000 Mitglieder zählte. Viele von ihnen waren als Kriegsgefangene im Russischen Reich gewesen und kannten daher die Sprache und die dortigen Verhältnisse. Unter ihrem Obmann Karl Uhl warb die RVKKÖ für die Gründung einer Kolonie in der Sowjetunion. Obwohl viele Auswanderer bereit waren, ihre Wohnungen und Möbel zu verkaufen, gelang es dem Verein jahrelang nicht, die erforderlichen Geldmittel aufzubringen.</p>
<p><strong>Auswanderung mit Staatsunterstützung</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Beweggründe der „Uhlfelder“, gerade in die Sowjetunion zu ziehen, lassen sich aus heutiger Sicht schwer nachvollziehen. Neben den mangelnden Zukunftsperspektiven daheim motivierte sie wohl vor allem der Glauben an den sozialistischen Aufbau im weltweit ersten proletarischen Staat. In der UdSSR hatte man zu diesem Zeitpunkt bereits die möglichen Vorteile von sozialistischen Einwanderern erkannt und 1922 eine ständige Kommission für Fragen der landwirtschaftlichen und industriellen Immigration geschaffen. Wenn ausländische Kommunisten einwandern wollten, konnte das dem Ansehen des Landes nur dienlich sein.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-sowjetische-geschichte-zentralasiens-12/"><strong>Die sowjetische Geschichte Zentralasiens (1/2)</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Ende 1925 kam Bewegung in Uhls Plan. Das österreichische Wanderungsamt beschloss, die Emigration als ein Mittel zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit zu fördern. Bisher hatten die Behörden eine Garantie gefordert, dass die Kolonisten nicht mehr zurückkehren würden. Im Januar 1926 beschloss der Ministerrat nun, arbeitslosen Auswanderern eine Abfindung in der Höhe der Arbeitslosenunterstützung für ein Jahr zu zahlen.</p>
<p><strong>Frost, Sandstürme und unzulängliche Hygiene</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Kolonisten hatten in Sabulak von Anfang an mit immensen Problem zu kämpfen. Sie waren das kasachische Klima mit starken Frösten und Sandstürmen, die schlechte Verpflegung und die unzulängliche Hygiene nicht gewöhnt. Viele kapitulierten vor den widrigen Verhältnissen und kehrten kurz nach der Ankunft wieder nach Hause zurück.</p>
<p style="text-align: justify">Uhl und seine Mitstreiter hatten sich mit Ausrüstung im Wert von ca. 61.500 Rubel sowie 2800 Rubel Bargeld auf den Weg gemacht. Auf dem 2500 Hektar großen Grundstück, für das sie einen auf 20 Jahre befristeten Pachtvertrag abgeschlossen hatten, gab es allerdings keinerlei Bebauung. Sie waren gezwungen, ca. 64.000 Rubel für die Errichtung von Unterkünften auszugeben und damit nach kurzer Zeit bankrott.</p>
<p><strong>Landwirte ohne landwirtschaftliche Erfahrung</strong></p>
<p style="text-align: justify">Es stellte sich heraus, dass viele Auswanderer in ihren Pässen den Beruf &#8222;Landwirt&#8220; angegeben hatten, um die Genehmigung zur Ausreise zu bekommen. Aus Archivdokumenten geht hervor, dass die Mehrheit der Kolonisten, 88 Prozent, keine Erfahrung mit Landwirtschaft hatte. Unter den Kolonisten gab es zehn Prozent Bauern und Landarbeiter und nur drei erfahrene Landwirte. Dafür gab es 24 Hilfsarbeiter, 15 Bergarbeiter, sieben Beamte und einige Hausfrauen. Die meisten Kolonisten waren in Wirklichkeit unselbständig Beschäftigte aus dem Industriesektor.</p>
<figure id="attachment_12143" aria-describedby="caption-attachment-12143" style="width: 786px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-12143" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Uhlfeldkolonisten-786x1024.jpg" alt="Uhlfeldkolonie, Kasachstan, Geschichte, Österreich" width="786" height="1024" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Uhlfeldkolonisten-786x1024.jpg 786w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Uhlfeldkolonisten-230x300.jpg 230w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Uhlfeldkolonisten-768x1000.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/Uhlfeldkolonisten.jpg 976w" sizes="auto, (max-width: 786px) 100vw, 786px" /><figcaption id="caption-attachment-12143" class="wp-caption-text">Mitglieder der Uhlfeldkolonie</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">Daneben war der ihnen zugewiesene Boden unfruchtbar und die Kultivierung langwierig. Obwohl es den Kolonisten gelang, einen sechs Kilometer langen Bewässerungskanal zu graben, war die erste Ernte sehr schlecht und deckte nur zehn Prozent des eigenen Bedarfs. Aufgrund der Widerstände gegen die Verrichtung landwirtschaftlicher Arbeiten und der mangelnden landwirtschaftlichen Ausbildung und Erfahrung unternahm die Kommune andere Aktivitäten. Mithilfe der mitgeführten modernen westlichen Ausrüstung gründete man eine Schneiderei, eine Schusterei, eine mechanische Werkstätte sowie eine Bäckerei, die die ganze Region versorgte.</p>
<p><strong>Rivalitäten und Besserwisserei</strong></p>
<p style="text-align: justify">Da es einen starken Mangel an Arbeitskräften gab, entschied sich die Führung der Kommune, trotz der schwierigen Situation weitere Kolonisten aus Österreich herbeizuholen. Jedoch gelang es nur 75 Personen dieser zweiten Gruppe, in die Sowjetunion einzureisen. Die Behörden hatten beschlossen, dass nur Familienmitglieder der Kolonisten nachkommen durften. 62 Personen mussten umkehren.</p>
<p style="text-align: justify">Es gelang Uhl und den anderen Führern nicht, Arbeit und Produktion effektiv zu organisieren und die Mitglieder der Kommune zu motivieren. Es herrschte ein ständiges Durcheinander und ein Mangel an Arbeitsdisziplin. Einige versuchten, aus der Kommune zu flüchten. Auf Versammlungen gab es aufgrund von persönlichen Rivalitäten und Besserwisserei ständige Auseinandersetzungen und Schikanen.</p>
<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/die-lenins-kasachstans/">Die Lenins Kasachstans</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Für die lokalen sowjetischen Behörden war die Kommune ein Vorzeigeprojekt. In anderthalb Monaten wurde sie von mehr als 1000 Menschen besucht, einschließlich Pädagogen, Landwirten, Ärzten, ausländischen Delegationen und Journalisten. Die Funktionäre versuchten, der Kommune zu helfen, indem sie ihr erfahrene Landwirte und Parteiorganisatoren schickte. Als die finanzielle Lage nach einem Jahr katastrophal entschied man sogar, die Kolonie mit weiteren Mitteln zu unterstützten. Die Behörden gewährten eine einmalige Zahlung in Höhe von 60.000 Rubel, einen langfristigen Kredit in Höhe von 60.000 Rubel und 10.000 Rubeln für Nahrungsmittel.</p>
<p><strong>Ende eines Vorzeigeprojekts</strong></p>
<p style="text-align: justify">Doch auch diese Entscheidung konnte die Kommune nicht mehr retten. Uhls Gegner hatten die Sowjetbehörden sowie das Wanderungsamt über die internen Probleme und fehlende Arbeitskräfte informiert. Er wurde durch die von Alfred Höflinger geführte kommunistische Fraktion von 47 Kolonisten abgewählt.</p>
<figure id="attachment_12151" aria-describedby="caption-attachment-12151" style="width: 800px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-12151" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/800px-Карта_КАССР.png" alt="Karte Grenzen Kasachstan Sowjetunion." width="800" height="667" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/800px-Карта_КАССР.png 800w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/800px-Карта_КАССР-300x250.png 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/01/800px-Карта_КАССР-768x640.png 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption id="caption-attachment-12151" class="wp-caption-text">Grenzen der КССР 1924-1929</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">Am 26. März 1927 verabschiedete die Vollversammlung der Kommune eine Resolution, derzufolge die Mitglieder der Kommune es nicht geschafft hatten, die objektiven und subjektiven Schwierigkeiten zu beseitigen. „<em>Deshalb sind die weiteren Finanzaufwände seitens der Regierung der KSSR für die Erhaltung der Kommune unzweckmäßig. Die Vollversammlung bittet darum, Maßnahmen zur Auflösung der Kommune zu ergreifen. Gleichzeitig äußert die Vollversammlung der Kommunistischen Partei der Bolschewiki und der sowjetischen Macht die beste proletarische Dankbarkeit für die bis jetzt geleistete materielle und moralische Hilfe und bittet darum, es den Mitgliedern der Kommune zu ermöglichen, auf dem Territorium der UdSSR zu bleiben</em>“.</p>
<p style="text-align: justify">Die sowjetischen Behörden bildeten eine Liquidationskommission, die das mobile Inventar der Kommune billig verkaufte. Die errichteten Gebäude wurden später unter anderem als Erholungsheim für Komsomolzen genutzt. Die meisten Kolonisten zogen in andere Städte im heutigen Kasachstan und Usbekistan, einige wenige blieben in Kysyl-Orda. Über das weitere Schicksal dieser Menschen ist wenig bekannt. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass viele dem stalinistischen Terror der dreißiger Jahre zum Opfer fielen.</p>
<p><strong>Rückkehr in die Armut</strong></p>
<p style="text-align: justify">Manche Ex-Uhlfelder konnten nach monatelangem Umherirren mit Hilfe privater Spenden und eines kleinen österreichischen Fonds für hilfsbedürftige Kriegsinvaliden nach Österreich zurückkehren. Dort erwartete die Meisten wieder Arbeits- und sogar Obdachlosigkeit.</p>
<p style="text-align: justify">Jeder Heimkehrer musste sich verpflichten, von der österreichischen Regierung geleistete Unterstützung zurückzuzahlen. Im April 1927 erklärten die Behörden, dass die Finanzierung des Projektes nur zustande gekommen war, weil die RVKKÖ über die Öffentlichkeit Druck auf sie ausgeübt hatte. Sie wiesen jegliche Verantwortung von sich.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Von Lana Berndl</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Redaktionelle Mitarbeit: Lukas Dünser und Folke Eikmeier</strong></p>
<p style="text-align: left"><strong>Über die Autorin</strong></p>
<p>Lana Berndl sucht seit einem Jahr in diversen Archiven in Kasachstan, Österreich und Russland nach Informationen über die Uhlfeld-Kolonie. Sie arbeitet momentan an einem Dokumentarfilmprojekt sowie einer Publikation zu diesem Thema, das völlig in Vergessenheit geraten ist und sehr wenig erforscht wurde. Sie hat inzwischen drei Nachkommen ausfinding gemacht. Im Sommer 2017 hat sie mit einem Nachkommen des Uhlfeldkolonisten Johann Haunholter in Tirol einen Recheredreh durchgeführt.</p>
<p style="text-align: justify">Lana Berndl ist auf der Suche nach weiteren Nachkommen der Uhlfeld-Kolonisten. Sie bittet jeden, der etwas über dieses Thema weiß, sie unter <strong>lana.berndl@gmail.com</strong>. zu kontaktieren.</p>
<p style="text-align: justify">Sie hat bereits einen <a href="http://derstandard.at/2000011273533/Die-Strasse-der-Oesterreicher-am-Ende-der-Welt">Dokumentarfilm über österreichische Kriegsgefangene in Kasachstan</a> fertig gestellt, der bei Filmfestivals und Präsentationen von Bangladesh bis in die Ukraine gezeigt wurde.</p>
<p style="text-align: justify">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company-beta/5246815/">LinkedIn</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/die-uhlfeldkolonie-eine-osterreichische-kommune-in-kasachstan-12/">Die Uhlfeldkolonie &#8211; Eine österreichische Kommune in Kasachstan (1/2)</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://novastan.org/de/kasachstan/die-uhlfeldkolonie-eine-osterreichische-kommune-in-kasachstan-12/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
