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	<title>Italien Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
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	<title>Italien Archives</title>
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		<title>Eine Stimme ohne Grenzen: ein kasachischer Tenor in der europäischen Tradition</title>
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		<dc:creator><![CDATA[nurgulzh]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Feb 2026 13:35:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[Italien]]></category>
		<category><![CDATA[Kasachische Musizierende: auf den Spuren des europäischen Erbes]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Oper]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der f&#xFC;hrende Solist der &#x201E;Astana Opera&#x201C; Medet Chotabayev, ist Tenor, dessen beruflicher Werdegang die kasachische Gesangsschule, die italienische Operntradition und die Erfahrung gro&#xDF;er internationaler Theater verbindet. Im Interview spricht er nicht nur &#xFC;ber seine pers&#xF6;nliche Biografie, sondern auch &#xFC;ber die Unterschiede zwischen den Opernsystemen Europas und Kasachstans, die Rolle der B&#xFC;hne bei der Entwicklung eines [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/eine-stimme-ohne-grenzen-ein-kasachischer-tenor-in-der-europaeischen-tradition/">Eine Stimme ohne Grenzen: ein kasachischer Tenor in der europäischen Tradition</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Der führende Solist der „Astana Opera“ Medet Chotabayev, ist Tenor, dessen beruflicher Werdegang die kasachische Gesangsschule, die italienische Operntradition und die Erfahrung großer internationaler Theater verbindet. Im Interview spricht er nicht nur über seine persönliche Biografie, sondern auch über die Unterschiede zwischen den Opernsystemen Europas und Kasachstans, die Rolle der Bühne bei der Entwicklung eines Sängers und darüber, wie kasachstanische Künstler:innen heute außerhalb ihres Landes klingen und wahrgenommen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Der Artikel ist Teil der Interviewreihe </em><a href="https://novastan.org/de/tag/kasachische-musizierende-auf-den-spuren-des-europaeischen-erbes/"><em>Kasachische Musizierende: auf den Spuren des europäischen Erbes</em></a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Medet Chotabayev ist Absolvent des Musikcolleges in Semeı, des Konservatoriums in Almaty und der Internationalen Gesangsakademie, die nach Renata Tebaldi und Mario del Monaco aus Italien benannt wurde.&nbsp; Für die Stärkung der kulturellen Beziehungen zwischen Kasachstan und Italien erhielt Chotabayev die höchste italienische Auszeichnung für Ausländer:innen – den „Orden des Sterns von Italien“. Außerdem wurde ihm für seinen Beitrag zur Entwicklung der Kultur und Kunst des Landes der staatliche Titel „Verdiente Persönlichkeit Kasachstans“ verliehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Nurgul Adambayeva für Novastan: Medet, erzählen Sie uns etwas über den Beginn Ihrer künstlerischen Laufbahn: Wie sind Sie zur Musik, zur Oper gekommen? War das eine bewusste Entscheidung?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Chotabayev: Ich besuchte bis zur 9. Klasse eine normale Mittelschule und in meiner Familie gab es keine professionellen Musiker:innen. Meine Mutter arbeitete in einem Fleischverarbeitungsbetrieb, mein Vater in einem Maschinenbauwerk. Aber meine Mutter war von Natur aus sehr musikalisch: Sie sang im Chor und spielte nach Gehör Klavier, ohne Noten zu kennen. Ich glaube, diese innere Musikalität habe ich von ihr geerbt.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Ich habe seit meiner Kindheit gesungen, aber nicht auf der Bühne, sondern einfach zu Hause, auf der Straße, im Dorf. Im Sommer wurde ich aufs Land geschickt. Dort sangen alle – Hirt:innen, Verwandte, Nachbar:innen. Aber niemand hätte gedacht, dass ich das später einmal professionell machen würde, nicht einmal ich selbst.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/panorama/die-orgel-zwischen-zwei-welten-eine-kasachische-geschichte-eines-europaeischen-instruments/"><strong>Die Orgel zwischen zwei Welten: eine kasachische Geschichte eines europäischen Instruments</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Schule war ich ein durchschnittlicher Schüler. Ich wurde nicht in die zehnte Klasse aufgenommen und musste mich dringend entscheiden, wie es weitergehen sollte. Ein Freund schlug mir vor, zum Gesangsunterricht zu gehen – einfach um zu sehen, ob ich singen kann. Dort erfuhr ich zum ersten Mal, dass es eine Musikhochschule gibt, an der man auch ohne Grundkenntnisse studieren kann. Meine Entscheidung, an diese Hochschule zu gehen, war für meine ganze Familie eine große Überraschung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie verlief die Aufnahmeprüfung am Musikcollege in Semipalatinsk (heute </strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Semei"><strong>Seme</strong><strong>ı</strong></a><strong>)?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Fast schon anekdotisch. Ich hatte den Tag der Aufnahmeprüfung vergessen und war auf‘s Land gefahren. Ich kam in letzter Minute an, hatte nicht einmal Zeit, mich umzuziehen – ich ging in Jogginghose und Flip-Flops hin! Ich kannte nur ein paar Schlager, was für die Aufnahme an einer Musikhochschule nicht besonders seriös wirkte. Die anderen Bewerber:innen und die Kommission konnten sich kaum das Lachen verkneifen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber ich wusste, dass ich um jeden Preis an diese Hochschule kommen musste. Als das Vorsingen begann, gab ich mein Bestes – und die Lehrer:innen hörten meine Stimme. Und so wurde ich angenommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das heißt, Ihre musikalische Laufbahn begann erst nach der 9. Klasse, im Alter von 15 Jahren?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja. Und gerade im Musikcollege begann meine Laufbahn in der Oper. Obwohl ich anfangs dachte, dass ich mich völlig falsch entschieden hatte: Ich mochte keine Oper und wollte Popmusik singen. Aber ich wollte das College nicht abbrechen – schließlich hatte ich selbst diesen Weg gewählt und wollte beweisen, dass meine Entscheidung richtig war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich denke, der größte Verdienst gebührt meinem Lehrer – Nurlan Kusherov. Dieser Pädagoge hat die Gabe, in Menschen Selbstvertrauen zu wecken. Unter seinen Schüler:innen sind viele Preisträger:innen nationaler Wettbewerbe und Solisten:innen staatlicher Theater. Nurlan Kusherov unterrichtet bis heute erfolgreich am selben Musikcollege in Semeı.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits im zweiten Ausbildungsjahr belegte ich den zweiten Platz bei einem landesweiten Wettbewerb. Da wurde mir klar: Das ist kein Zufall.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Konnten Sie anschließend problemlos ins Konservatorium in Almaty aufgenommen werden?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, Preisträger:innen von Wettbewerben wurden damals automatisch aufgenommen. Aber ich habe es geschafft, meine Unterlagen einen Tag zu spät einzureichen. Und dann geschah etwas Unglaubliches: Ich kam zu Beken Zhilisbayev <em>[sowjetischer und kasachstanischer Sänger, Träger des Titels „Volkskünstler der Kasachischen SSR“, Anm. d. Autorin]</em>– einer Legende der kasachstanischen Gesangsschule. Er kannte mich nicht, aber er glaubte an mich und fuhr mich persönlich zu dem Konservatorium. Dank ihm wurde ich aufgenommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sie haben auch in Italien studiert. Erzählen Sie uns, wie Sie dorthin gekommen sind?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits während meines Studiums am Konservatorium in Almaty trat ich häufig auf, nahm an Konzerten teil, und schließlich schickte mich der „Degdar“-Fonds <em>[kasachstanischer humanitärer Fonds, der sich für wohltätige und kulturelle Bildungsaktivitäten einsetzt, gegründet 2001, Anm. d. Aut.] </em>für ein zweijähriges Studium nach Italien. Ich habe mein Studium dort und in Almaty kombiniert, bin zum Ablegen der Prüfungen nach Kasachstan gekommen und dann wieder nach Italien zurückgefahren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich lernte bei Mario Melani <em>[ein herausragender italienischer Solist und weltbekannter Pädagoge mit einer Opernbaritonstimme, Anm. d. Autorin]</em>. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits ein älterer Mann, ein echter Maestro der alten Schule. So tauchte ich in eine andere Gesangstradition ein. Mit mir studierten Studenten:innen aus Korea, Armenien, Georgien, Russland, der Ukraine – aus der ganzen Welt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu diesem Zeitpunkt war ich einer der ersten aus Kasachstan an dieser Akademie.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie war diese Erfahrung und was war während Ihrer Ausbildung in Europa am schwierigsten?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht der Gesang an sich. Das Schwierigste war, mich in die Tradition und Sprache einzufinden: den Stil, die Aussprache, die Gewohnheiten der italienischen Schule zu verstehen – Dinge, die man nicht nur aus den Noten lernen kann. In Italien stieß ich auf die Tradition der Aufführung: <em>„So wird historisch gesungen“</em>, auch wenn es in den Noten formal anders steht. Daran musste ich mich erst gewöhnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/panorama/die-harfe-findet-ihre-stimme-wie-eine-petersburger-harfenistin-das-klangbild-der-astana-opera-praegt/"><strong>Die Harfe findet ihre Stimme: Wie eine Petersburger Harfenistin das Klangbild der „Astana Opera“ prägt</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich konnte weder Englisch noch Italienisch. Vor der Abreise versuchte ich sogar, mich davor zu drücken: Ich hatte Angst – meine erste Auslandsreise, gleich für zwei Jahre. Aber ich bin gefahren. Und nach einem halben Jahr sprach ich Italienisch. Ich ging in Abendschulen für Ausländer:innen, lernte unterwegs zur Akademie Vokabeln und wandte sie sofort im Alltag an. Als sich mir die Sprache „öffnete“, war es, als hätte sich mir eine zweite Welt eröffnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dort habe ich verstanden, dass die italienische Sprache für Opernsänger:innen Teil seines oder ihres Instruments ist, fast wie die Stimme. Englisch ist natürlich auch wichtig, aber eher als „geschäftliches“ Kommunikationsmittel.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie unterschied sich Ihre Ausbildung an der italienischen Akademie von der Ausbildung am Konservatorium in Kasachstan?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Unser Konservatorium bot ein breites Spektrum: Solfeggio, Harmonie, Polyphonie, Musikgeschichte, Musikliteratur, Schauspielkunst – all das war Teil der Ausbildung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Italien gibt es sowohl Konservatorien als auch Akademien, und das Ausbildungssystem ist etwas anders aufgebaut. Für mich war entscheidend, dass es an der italienischen Akademie jeden Tag nur Gesangsunterricht gab und fast keine allgemeinen, breit gefächerten musiktheoretischen Themen. Vollständige Konzentration auf das Fachgebiet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Einige Musiker:innen haben den Unterschied zwischen der strengen postsowjetischen Ausbildung und der liberaleren europäischen Musikausbildung hervorgehoben. Haben Sie das auch so empfunden?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nein, das habe ich nicht empfunden. Bei mir verlief alles schrittweise: Das Musikcollege in Semeı bildete meine Stimme aus, das Konservatorium in Almaty entwickelte sie weiter, Italien vermittelte mir die Sprache, den Stil und das Umfeld von Wettbewerben. Möglicherweise sind solche Unterschiede bei Instrumentalist:innen stärker spürbar, aber in meiner Gesangskarriere kann ich nicht sagen, dass dies entscheidend war.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was hat Ihnen Ihrer Meinung nach die Ausbildung in Kasachstan gebracht? Vor allem, als Sie sich unter internationalen Sängern:innen an einer europäischen Schule befanden?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In Italien sagte man mir direkt: <em>„Sie sind stimmlich sehr gut ausgebildet.“</em> Ich habe an Konzerten teilgenommen, bei denen Sänger:innen nationale Werke aufführten, und auch kasachische Lieder – von Abaı <em>[kasachischer Dichter, Denker, Aufklärer, Übersetzer und Komponist des 19. Jahrhunderts, Anm. d. Autorin]</em> – habe ich dort gesungen. Und daran, wie ich aufgenommen wurde, habe ich verstanden: Die Grundlage, die ich in Kasachstan erhalten habe, war stark.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>In Kasachstan wird oft angenommen, dass ein ausländisches Diplom automatisch Türen öffnet. Haben Sie das gespürt, als Sie nach Hause zurückgekehrt sind?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich glaube nicht, dass es nur daran liegt. In der Musik hört man trotzdem, wie jemand singt. Wenn es gefällt, hört man zu. Wenn nicht, hilft kein Diplom. Bei mir hat sich vieles einfach so ergeben, wie es sich ergeben hat: Meine Aufgabe war es, pünktlich zu arbeiten und zu singen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie verlief Ihr Weg nach dem Abschluss der Akademie und des Konservatoriums?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zuerst war ich im Theater in der Position eines „Handlangers”. Das ist ein normaler Start für junge Sänger:innen – so steigt man ins Theaterleben ein. Dann wurde ich Praktikant, und erst nach einiger Zeit wurde ich Solist am staatlichen Opern- und Balletttheater in Almaty.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2013 begann die Auswahl für das neue Theater „Astana Opera“ auf Wettbewerbsbasis. Ich kam nach Astana, um „mein Glück zu versuchen“ – und seit 2013 lebe und arbeite ich hier. Damals war ich allein, aber jetzt trete ich gemeinsam mit meiner Frau Galina Cheplakova auf – sie ist ebenfalls Solistin unseres Theaters, stammt aber aus <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ufa_(Stadt)">Ufa</a>, Baschkortostan [Republik innerhalb Russlands, Anm. d. Autorin].</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/panorama/steppenwolf-mit-floete-wie-yerzhan-kushanov-die-pariser-eliteschule-eroberte/"><strong>„Steppenwolf“ mit Flöte: Wie Yerzhan Kushanov die Pariser Eliteschule eroberte</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch sie hat eine Vorliebe für kasachische Musik entwickelt: Sie singt nun ebenfalls kasachische Lieder bei Konzerten, zum Beispiel eine Partie in der Nationaloper „Qys Jibek“ [lyrisches kasachisches Epos, benannt nach seiner Heldin, übersetzt „Seidenmädchen“; Drama über die Liebe von Jibek und Tölegen, oft als „kasachisches Romeo und Julia“ bezeichnet, Anm. d. Aut.], nachdem sie an ihrer Aussprache gearbeitet hat – unser Publikum hat sie sehr herzlich aufgenommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sind Sie mit kasachischem Repertoire in Europa aufgetreten? Wie wird es dort vom Publikum aufgenommen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das europäische Publikum reagiert sehr positiv auf kasachische Musik, weil sie neu und unerwartet komplex ist: Viele kasachische Lieder sind hinsichtlich ihrer Dramatik und vokalen Komplexität mit Opernarien vergleichbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe zum Beispiel an Tourneen mit dem Folkloreensemble „Turan“ teilgenommen [Ensemble, das traditionelle kasachische Musik mit modernen Klängen verbindet, gegründet 2008, Anm. d. Autorin]. Wir waren in der Schweiz, in Frankreich, Italien und anderen europäischen Ländern. Ich habe sowohl Weltklassiker als auch kasachische Werke gesungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Spüren Sie überhaupt einen Unterschied zwischen dem europäischen und dem kasachischen Publikum?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In Italien wird die Oper als Teil der Alltagskultur geliebt. Sogar bei der Passkontrolle wurde ich interessiert gefragt: <em>„Sind Sie Tenor? Welche Arien singen Sie?“</em> Der Grenzbeamte kannte sich sehr gut mit dem Opernrepertoire aus, weil sein Großvater ebenfalls Tenor war. Das ist Teil des kulturellen Codes in Italien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch in Kasachstan wächst das Interesse: In Astana habe ich gesehen, wie sich der Saal im Laufe der Jahre allmählich immer mehr füllte. In Almaty ist das Publikum anspruchsvoller und „hörender“, dort ist die Tradition des ständigen Konzertlebens stärker ausgeprägt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Welche Unterschiede haben Sie bei Ihrer Arbeit im Ausland im Vergleich zu Ihren Erfahrungen in Kasachstan festgestellt?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In Europa gibt es ein anderes Arbeitsmodell: Theater arbeiten auf Vertragsbasis. Solist:innen kommen aus aller Welt für eine bestimmte Produktion – fünf bis sieben Vorstellungen – und reisen dann wieder ab. Das Theater beginnt sofort mit den Vorbereitungen für die nächste Oper mit einer neuen Besetzung. Bei uns gibt es ein Repertoire-System: eine feste Truppe, ein monatliches Gehalt, Stabilität für den Opernsänger:innen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber egal, woher man kommt – es gibt immer etwas, wonach man streben kann. Im Operngesang gibt es keine Grenzen. Ich bin 44 Jahre alt und zweifle immer noch (an mir), arbeite an meiner Technik, achte auf meine Stimme. Die Stimme ist ein Instrument: Wenn sie krank wird, kann die Vorstellung ausfallen. Deshalb ist es eine Kunst, ständig an sich selbst zu arbeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sie haben mit europäischen Dirigent:innen zusammengearbeitet. Was hat Sie bei der Zusammenarbeit mit ihnen am meisten beeindruckt?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gab einen Fall beim Verdi-Wettbewerb in der italienischen Stadt Busseto. Nach dem Vorsingen wurde mir die Wahl angeboten: entweder weiter am Wettbewerb teilzunehmen oder sofort an der Inszenierung der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Luisa_Miller">Oper „Luisa Miller“</a> mit Gastspielen in Italien mitzuwirken. Ich entschied mich für die Inszenierung. Wir arbeiteten mit Meister:innen aus der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Teatro_alla_Scala">La Scala</a>, mit Leo Nucci.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/der-klang-der-realitaet-eine-geigerin-aus-kasachstan-zwischen-heimischer-schule-und-europaeischem-massstab/"><strong>Der Klang der Realität: Eine Geigerin aus Kasachstan zwischen heimischer Schule und europäischem Maßstab</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Und bei einer Probe sagte mir der Dirigent: <em>„Kazako, schau mich nicht an – ich folge dir.“</em> Für einen Sänger:in ist das ein äußerst seltener Moment. Das Orchester folgte dem Atem des Solisten. In diesem Moment glaubte ich wirklich an mich.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Haben Sie ein ähnliches Gefühl bei kasachstanischen Dirigenten?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses Gefühl kommt eher selten vor. Aber ja, zum Beispiel bei Alan Buribayev. Er ist ein sehr einfühlsamer Dirigent, mit dem man gut zusammenarbeiten kann. Wenn der Dirigent mit dem Sänger, der Sängerin „atmet“, entfaltet sich die Stimme auf andere Weise.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kommen viele junge Sänger:innen zur Oper, wählen sie diesen Beruf in Kasachstan?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja. In Kasachstan gibt es viele talentierte junge Stimmen. Sehr viele. Wenn man heute die sozialen Netzwerke öffnet, tauchen ständig neue Namen, neue Sänger:innen auf, nicht nur bei uns, sondern weltweit. Kürzlich war ich bei einem Konzert junger Künstler:innen in Almaty – alle waren stimmgewaltig, alle waren gut.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Es gibt also keinen Mangel an Sängerinnen und Sängern?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist unterschiedlich. Manchmal fehlen bestimmte Stimmen – zum Beispiel dramatische Tenöre oder Bässe. Aber insgesamt ist das Potenzial vorhanden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was fehlt Ihrer Meinung nach Kasachstan bei der Entwicklung der Opernkunst?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">An Repertoire und Auftrittshäufigkeit. Ein Opernsänger wächst auf der Bühne, in seiner Rolle. Wenn man nur ein- oder zweimal im Jahr singt, entwickelt man sich nicht weiter. Man muss neue Stücke inszenieren, das Repertoire erweitern, insbesondere die Weltklassiker. Wir haben die Stimmen – sie brauchen nur eine Bühne.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie sieht das Repertoire der „Astana Opera“ heute aus?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt die kasachische Oper – und die muss unbedingt weiterentwickelt werden. Es gibt italienische und russische Klassiker: Verdi, Puccini, Tschajkowskij. Wir müssen beide Wege gehen: die nationale Oper bewahren und gleichzeitig Teil der internationalen Opernwelt sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gibt es bei uns eine voreingenommene Haltung: Wenn man kein Solist ist, bedeutet das, dass man „noch nicht weit genug ist“?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist nicht ganz richtig. Auf der ganzen Welt gibt es verschiedene Wege. Manche beginnen im Chor und werden später Solisten:innen. Andere wiederum wechseln mit der Zeit in den Chor. Alles hängt vom Alter, der Stimmlage und der Bereitschaft ab. Wir veranstalten regelmäßig Vorsingen – und wenn die Stimme gefragt ist, bekommt der Künstler, die Künstlerin die Chance, Solist zu werden, wenn er oder sie das möchte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gibt es Ihrer Meinung nach eine besondere „kasachstanische” vokale Identität?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich würde sagen: Wir unterscheiden uns oft durch unsere Klangfarbe. Ich habe schon oft gehört: <em>„Wenn man die Augen schließt, klingt es, als würde ein Italiener singen.“</em> Und dann noch die sprachliche Flexibilität. Sprachen fallen uns leicht, oft ohne Akzent. Das ist ein großer Vorteil.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Früher, wenn ich neue Leute kennenlernte, versuchten sie zu „erraten“: China? Korea? Japan? Am Ende sagte ich dann: Kasachstan. Und dann kamen die Fragen – wo liegt das, ich zeigte es auf der Karte. Das ist heute nicht mehr so. Heute kennt man sowohl Kasachstan als auch Astana. Das ist vor allem dem Sport und der Kultur zu verdanken, darunter auch der Musik.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Und wie definieren Sie persönlich Ihre künstlerische Identität?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bin ein kasachstanischer Opernsänger. Ich bin hier geboren. Ich liebe die Bühne, das Publikum, die Oper. Mein Leben besteht aus Proben, Rollen, Aufführungen. Sogar meine Kinder singen zu Hause schon meine Arien. Ich weiß noch nicht, was sie einmal werden, aber das wird ihre Entscheidung sein.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Das Interview führte Nurgul Adambayeva für Novastan</strong></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Eine einzigartige Allianz: Astana und Mailand wollen den Tourismus neuerfinden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Sep 2025 18:46:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien & Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Italien]]></category>
		<category><![CDATA[Mailand]]></category>
		<category><![CDATA[Partnerschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tourismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mailand und Astana wollen die Grenzen des Reisens erweitern. Ihr Ziel: einen Ort zu schaffen, an dem italienischer Luxus und kasach(stan)ische Authentizit&#xE4;t aufeinandertreffen. Mailand, die Hauptstadt der Mode und des Designs, und Astana, die dynamische Hauptstadt Kasachstans, b&#xFC;ndeln ihre Kr&#xE4;fte in einer ehrgeizigen Partnerschaft. Ihre Zusammenarbeit basiert auf kulturellem und wirtschaftlichem Austausch, der die Konturen [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mailand und Astana wollen die Grenzen des Reisens erweitern. Ihr Ziel: einen Ort zu schaffen, an dem italienischer Luxus und kasach(stan)ische Authentizität aufeinandertreffen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mailand, die Hauptstadt der Mode und des Designs, und Astana, die dynamische Hauptstadt Kasachstans, bündeln ihre Kräfte in einer ehrgeizigen Partnerschaft. Ihre Zusammenarbeit basiert auf kulturellem und wirtschaftlichem Austausch, der die Konturen ihrer Beziehungen im Bereich des Tourismus neu definieren wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine strategische Vereinbarung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das wichtigste Event dieser Initiative fand im November letzten Jahres statt: Die <em>Roadshow Astana – Mailand 2024</em> einen entscheidenden Wendepunkt in diesem gemeinsamen Unterfangen, berichtete die italienische Nachrichtenagentur <a href="https://www.agenzianova.com/news/italia-kazakistan-firmato-memorandum-dintesa-sul-turismo-al-road-show-astana-milan-2024/">Agenzia Nova</a>.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Dort besiegelten wichtige Akteure der Tourismusbranche ihre Partnerschaft mit der Unterzeichnung von Absichtserklärungen. Dazu zählen die Italienisch-Kasachstanische Handelskammer, die Italienisch-Kasachstanische Handelsvereinigung (<a href="https://ccik.kz/index.php/article/270">ACIK</a>) und das Entwicklungszentrum von Astana. Klares Ziel dieser Vereinbarungen: Astana als attraktives Reiseziel für Europäer (insbesondere für Italiener), zu etablieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zahlen sprechen für sich: Im Jahr 2023 empfing Kasachstan 1,3 Millionen Besucher. Die neue Flugverbindung zwischen Mailand und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Almaty">Almaty</a> hat laut Erbolat Sembaev, Kasachstans Botschafter in Italien, diesen Trend noch verstärkt, berichtete <a href="https://astanatimes.com/2024/11/astana-milan-2024-roadshow-promotes-kazakhstans-tourism/">The Astana Times</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Was die Allianz verändern wird</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Partnerschaft basiert auf drei Hauptbereichen. Erstens soll die Modernisierung der Infrastruktur (d. h. die Verbesserung der Verkehrsmittel und die Entwicklung geeigneter touristischer Dienstleistungen) die Aufnahme eines immer anspruchsvolleren internationalen Publikums ermöglichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zweiter Punkt ist die Aufwertung des kulturellen und natürlichen Reichtums: Werbekampagnen, kulturellen Veranstaltungen und Rundreisen werden die Schätze Kasachstans, von seinen weiten Steppen bis zu seiner Nomadenkultur, den europäischen Reisenden näherbringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/steigende-besucherzahlen-nach-kasachstan-herausforderung-oder-gelegenheit/"><strong>Steigende Besucherzahlen nach Kasachstan – Herausforderung oder Gelegenheit?</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Schließlich die Stärkung der Wirtschafts- und Tourismusbeziehungen: Neue Partnerschaften zwischen italienischen und kasachstanischen Unternehmen, wie Reisebüros oder Veranstaltungsorganisatoren, stimulieren gemeinsame Investitionen und die Schaffung neuer touristischer Angeboten. Dies bildet den Grundstein für eine nachhaltige Zusammenarbeit.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Astana: ein Zentrum für Wandel und Innovation</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Astana ist eine dynamische Hauptstadt, und steht für Wandel und Innovation im Herzen Zentralasiens. Das massive Investitionsprogramm in den Ausbau der touristischen Infrastruktur unterstreicht den Willen der Stadt, ihre Schätze der Welt zu präsentieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischen 2019 und 2023 hat Astana seine Beherbergungskapazitäten um 30 Prozent auf über 17.000 Betten erhöht. Das Angebot ist für jedes Budget geeignet, von Luxushotels bis hin zu günstigeren Unterkünften wie Airbnb-Wohnungen und Jugendherbergen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/mit-dem-architectural-guide-almaty-die-stadt-entdecken/"><strong>Mit dem „Architectural Guide Almaty“ die Stadt entdecken</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei bleibt es aber nicht: Die Stadt hat auch das lukrative Segment des Geschäftstourismus im Visier. Jedes Jahr finden hier mehr als 350 internationale Veranstaltungen statt, von Kulturmessen bis hin zu großen Wirtschaftskonferenzen, was die Attraktivität der Region weiter steigert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kasachstan legt dabei auch Wert auf verantwortungsvollen und inklusiven Tourismus. So werden spezielle Dienstleistungen angeboten, beispielsweise Taxis für Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Die Städte haben außerdem interaktive Karten eingeführt, um den Zugang zur Infrastruktur zu erleichtern.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Einzigartige Chance für italienische Reisende</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Roadshow <em>Astana – Mailand 2024</em> bewarb nicht nur die touristischen Attraktionen Kasachstans: Sie schuf eine echte Plattform für den Austausch zwischen den beiden Ländern, wie die <a href="https://astanacb.kz/en/news/Roudshou-Astana-Milan2024/">Website</a> der Stadt Astana zeigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für italienische Reisende wird Kasachstan zu einem zugänglichen und attraktiven Reiseziel. Von den weiten Steppen bis zu den futuristischen Monumenten von Astana bietet das Land eine einzigartige Mischung aus Abenteuer und Luxus.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Mailand und Astana: eine gemeinsame Zukunft</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zusammenarbeit zwischen Mailand und Astana basiert auf einer gemeinsamen Vision: Tourismus als Motor für Entwicklung. Mailand bringt mit seiner Expertise in der Werbung und Organisation von Veranstaltungen sein internationales Niveau ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Astana hingegen verfügt über ein immenses ungenutztes Potenzial. Tourismus beschränkt sich nicht nur auf Freizeitaktivitäten: Er ist ein mächtiges wirtschaftliches und kulturelles Instrument. Die strategische Allianz zwischen Mailand und Astana zeigt: Auch geografisch entfernte Regionen können Wege finden, ihre Kräfte zu bündeln, um sich gegenseitig zu stärken und zu fördern.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Quentin Pak für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/europe-et-asie-centrale/alliance-inedite-astana-milan-reinventent-tourisme/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Giulia Manca</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Turkmenistans Präsident auf Staatsbesuch in Italien</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Etienne Combier]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Nov 2019 09:34:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
		<category><![CDATA[Gurbanguly Berdimuhamedow]]></category>
		<category><![CDATA[Handel]]></category>
		<category><![CDATA[Italien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gurbanguly Berdymuchmedow ist am 7. November zu einem Staatsbesuch nach Italien gereist. Der turkmenische Pr&#xE4;sident traf Italiens Ministerpr&#xE4;sidenten Giuseppe Conte sowie den Staatspr&#xE4;sidenten Sergio Materella. Auch mehrere wirtschaftliche Abkommen wurden unterzeichnet. Italien hat f&#xFC;r Turkmenistan den roten Teppich ausgerollt. Wie das staatliche turkmenische Nachrichtenportal TDH berichtete, traf Staatsoberhaupt Gurbanguly Berdymuchamedow am 7. November zu einem [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Gurbanguly Berdymuchmedow ist am 7. November zu einem Staatsbesuch nach Italien gereist. Der turkmenische Präsident traf Italiens Ministerpräsidenten Giuseppe Conte sowie den Staatspräsidenten Sergio Materella. Auch mehrere wirtschaftliche Abkommen wurden unterzeichnet.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Italien hat für Turkmenistan den roten Teppich ausgerollt. Wie das staatliche turkmenische Nachrichtenportal <a href="http://tdh.gov.tm/news/articles.aspx&amp;article20409&amp;cat11">TDH</a> berichtete, traf Staatsoberhaupt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gurbanguly_Berdimuhamedow">Gurbanguly Berdymuchamedow</a> am 7. November zu einem Staatsbesuch in Rom ein. Für den Präsidenten des als eines der verschlossensten Länder geltenden Turkmenistans ist die Einladung eine gute Gelegenheit, um mit den bilateralen Beziehungen zwischen den beiden Staaten zu prahlen, aber auch um mehrere Wirtschaftsabkommen, insbesondere in den Bereichen Energie, Textilien und Telekommunikation, zu unterzeichnen.</p>
<p style="text-align: justify">Gurbanguly Berdimuchamedow begann seinen Tag mit einem Frühstück mit den Vorstandsvorsitzenden von italienischen Unternehmen, die in Turkmenistan aktiv sind. Dazu zählen unter anderem der Ölkonzern Eni, der seit 2008 Aktiva im Land hält, Danieli (Metallurgie), Leonardo (Verteidigung) oder die französisch-italienische Thales Alenia Space (Telekommunikation und Satelliten). Das Arbeitsfrühstück fand offenbar in einer freundlichen Atmosphäre statt, wobei jede Seite ihr Interesse an der Zusammenarbeit mit der anderen zum Ausdruck brachte.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p></p>
<p style="text-align: justify">Italien ist ein wichtiger Partner für Turkmenistan, insbesondere weil es der größte Waffenlieferant für das zentralasiatische Land ist. Dies zeigte eine Untersuchung der britischen Investigativ-JournalistInnen von <a href="https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2019/01/25/turkmenistan-italianarms-a-dictator-millions-of-euros-and-italys-bureaucracy/">Bellingcat</a> im Januar dieses Jahres. Gewehre, Hubschrauber und sogar Marineschiffe wurden in den letzten Jahren von verschiedenen italienischen Unternehmen nach Turkmenistan verkauft. In den offiziellen Mitteilungen zum Besuch des Präsidenten wurden hingegen keine Waffengeschäfte erwähnt, wie es die übliche Diskretion bei solchen Verträgen verlangt.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Der Handel zwischen den beiden Ländern nimmt zu</strong></p>
<p style="text-align: justify">Der Präsident Turkmenistans bekräftigte insbesondere seine Bereitschaft, die Industrie im Land zu entwickeln, damit diese Gegenstände mit hohem Mehrwert produziert. Wie THD berichtete, nannte Berdymuchamedow insbesondere Baumwolle, die heute als Rohstoff verkauft wird und in die Herstellung von „internationalen Qualitätsprodukten“ eingehen könnte.</p>
<p style="text-align: justify">Italienische Unternehmen sind heute in den Bereichen Kohlenwasserstoffe, Textil- und Lederindustrie, Landwirtschaft und   Turkmenistan tätig. Der Handel zwischen den beiden Ländern ist jedoch nach wie vor gering. Das im Vorfeld des Staatsbesuchs von der italienischen Handelsagentur ITA aktualisierte italo-turkmenenische Unternehmensregister beschreibt ein Handelsvolumen von 32 Millionen Euro im Jahr 2018. Im ersten Halbjahr 2019 stieg das Handelsvolumen jedoch nach Angaben der italienischen Statistikagentur ISTAT auf 96 Millionen Euro, wobei vor allem die italienischen Einfuhren 70,4 Millionen Euro ausmachten.</p>
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<p style="text-align: justify">Kleine und mittelständige Unternehmen aus Italien, die nach Turkmenistan expandieren wollen, können sich auf die ITA verlassen, die seit 2016 über eine Niederlassung im Land verfügt. Die Agentur, die in 66 Ländern weltweit präsent ist, fungiert als Vermittler. Auch die italienische Exportkreditagentur <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/SACE">SACE</a> leistet den Unternehmen Unterstützung.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>„Seit dem Römischen Reich verbunden“</strong></p>
<p style="text-align: justify">Anschließend traf sich der turkmenische Präsident mit Ministerpräsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Giuseppe_Conte">Giuseppe Conte</a> und Staatspräsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sergio_Mattarella">Sergio Mattarella</a>. Berdymuchanedow erinnerte an die Beziehungen zwischen den beiden Ländern, die bis zum Römischen Reich zurückreichten. In diesem Zusammenhang schlug er vor, eine Ausstellung von Artefakten aus dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Partherreich">Partherreich</a> (190 v. Chr. – 224 n. Chr.), das mit dem Römischen Reich in Handelsbeziehungen stand, in Italien zu organisieren.</p>
<p style="text-align: justify">Wie <a href="https://orient.tm/v-rime-prishli-peregovory-gurbanguly-berdymuhamedova-i-dzhuzeppe-konte/">Orient.tm</a> berichtete, sprachen Berdymuchamedow und Conte auch über den Kauf turkmenischen Gases. Derzeit verkauft Turkmenistan fast sein gesamtes Gas an China, der Rest geht dank einer Wiederaufnahme der Beziehungen zu Gazprom im April letzten Jahres nach Russland. Seit mehreren Jahren strebt Aschgabat die Schaffung einer Gaspipeline über das Kaspische Meer an, die es ihm ermöglichen würde, nach Aserbaidschan und von dort nach Europa zu gelangen. Italienische Unternehmen sind auch am Bau der seit Jahren angekündigten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Turkmenistan-Afghanistan-Pakistan-Pipeline">TAPI-Pipeline</a> (Turkmenistan-Afghanistan, Pakistan, Indien) beteiligt, die heute durch die Sicherheitslage in Nordafghanistan blockiert ist.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/rettet-das-gas-turkmenistan-vor-der-krise/">Rettet das Gas Turkmenistan vor der Krise?</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Allerdings wurden in diesem Bereich keine Abkommen vereinbart. Wie TDH berichtet, betreffen die geschlossenen Kooperationsvereinbarungen insbesondere die Bereiche Luftfahrt, Gesundheit, Klimawandel und Bildung.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Handel statt Wandel</strong></p>
<p style="text-align: justify">Bei beiden Treffen wurde der turkmenische Präsident mit allen Ehren empfangen. Im Bericht von TDH wird das Thema Menschenrechte nicht einmal erwähnt, was weswegen davon auszugehen ist, dass die Vertreter Italiens nicht gewagt haben, das Thema anzusprechen. Turkmenistan ist eines der repressivsten Länder der Welt, in dem Oppositionelle ins Gefängnis geworfen werden und das Internet stark kontrolliert wird. Im Jahr 2019 steht Turkmenistan noch hinter Nordkorea an 180. und somit letzter Stelle der <a href="https://www.reporter-ohne-grenzen.de/uploads/tx_lfnews/media/Rangliste_der_Pressefreiheit_2019.pdf">Rangliste der Pressefreiheit</a> von Reportern ohne Grenzen.</p>
<p style="text-align: justify">Wie bei vielen anderen Besuchen zuvor, hatten auch diesmal wirtschaftliche Fragen Vorrang vor sozialen oder politischen Fragen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong> <strong><a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/turkmenistan-wie-die-bevoelkerung-auch-ohne-freie-medien-an-informationen-gelangt/">Turkmenistan: Wie die Bevölkerung auch ohne freie Medien an Informationen gelangt</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Dem Besuch ging am 6. November ein italo-turkmenisches Geschäftsforum in Mailand voraus. 60 turkmenische Unternehmen waren dabei vertreten, sagte Diego Ungaro, der italienische Botschafter in Turkmenistan, gegenüber der offiziellen turkmenischen Nachrichtenagentur <a href="http://www.newscentralasia.net/2019/11/05/visit-of-berdymuhamedov-to-strengthen-turkmenistan-italy-partnership/">Central Asia</a>. Bei dieser Gelegenheit wurden mehr als 20 Dokumente und Abkommen unterzeichnet, insbesondere in den Bereichen Textilien und Eisenbahn.</p>
<p style="text-align: justify">Es handelt sich um das dritte Forum dieser Art <a href="http://turkmenexpert.tm/eng/news?news_id=105">seit Februar 2018</a>. Im November 2018 kamen 30 italienische Unternehmen in die turkmenische Hauptstadt Aschgabat. Sie trafen dort auf 90 turkmenische Unternehmen. Laut Diego Ungaro ist ein weiteres Forum bereits für das Jahr 2020 geplant.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Etienne Combier, Chefredakteur von Novastan France</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen von Robin Roth</strong></p>
<p><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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