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	<title>Islamischer Staat Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Mon, 15 Sep 2025 16:05:22 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Islamischer Staat Archives</title>
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		<title>Werden die Angeklagten im Fall Crocus City Hall ausgeliefert?</title>
		<link>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/werden-die-angeklagten-im-fall-crocus-city-hall-ausgeliefert/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Sep 2025 16:05:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Anschlag]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Personen, die des Terroranschlags vom M&#xE4;rz 2024 in Moskau beschuldigt werden, k&#xF6;nnen laut einer Erkl&#xE4;rung eines russischen Anwaltes an Russland ausgeliefert werden. Die Beschuldigten leben derzeit in der T&#xFC;rkei. Der Prozess begann am 4. August 2025. In einem Interview mit der russischen Nachrichtenagentur TASS k&#xFC;ndigt Rechtsanwalt Igor Trunow an, dass die t&#xFC;rkischen Beh&#xF6;rden die [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Personen, die des Terroranschlags vom März 2024 in Moskau beschuldigt werden, können laut einer Erklärung eines russischen Anwaltes an Russland ausgeliefert werden. Die Beschuldigten leben derzeit in der Türkei. Der Prozess begann am 4. August 2025.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In einem <a href="https://tass.ru/proisshestviya/24659773">Interview mit der russischen Nachrichtenagentur TASS</a> kündigt Rechtsanwalt Igor Trunow an, dass die türkischen Behörden die wegen des Anschlags auf die Crocus City Hall gesuchten Verdächtigen an Russland ausliefern könnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der tödliche Anschlag ereignete sich am 22. März 2024, als vier bewaffnete Männer vor Beginn des Konzerts der Rockband „Piknik” in einen Konzertsaal in der Nähe von Moskau stürmten. Die Angreifer eröffneten das Feuer auf die Zuschauenden und legten ein Feuer auf den vier Etagen sowie auf dem Dach des Gebäudes, bevor sie die Flucht ergriffen. Die traurige Bilanz <a href="https://fergana.ru/news/139187/">laut Fergana News</a>: 149 Tote, 609 Verletzte und eine vermisste Person, wobei die Schäden auf 6 Milliarden Rubel (63 Millionen Euro) geschätzt werden. Der Terroranschlag wurde im Nachhinein von der Gruppe „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Islamischer_Staat_%E2%80%93_Provinz_Khorasan">Islamischer Staat in Khorasan</a>” beansprucht.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Laut dem Anwalt, der 115 Opfer in diesem Fall vertritt, gehören zu diesen Personen der Bruder des direkten Täters, Muhammadsobir Faizow, und Umedschon Soliew, der zum Zeitpunkt der Tat für die Waffen verantwortlich war. Beide Männer sind von den russischen Behörden als Terroristen gelistet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trunow betonte, dass der Bruder von Faizow in der Türkei lebte, bevor er auf die Fahndungsliste gesetzt wurde. Einer Untersuchung zufolge lebte dieser – ein Mitglied der Terrormiliz Islamischer Staat – vor der Tat mit den beiden direkten Beteiligten des Anschlags, Saidakrami Ratschabalizoda und Schamsidin Fariduni, zusammen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Einige Angeklagte bereits in Tadschikistan verurteilt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Anwalt Trunow teilte mit, dass die tadschikischen Behörden neun Personen aus Tadschikistan und Kirgistan auf die Fahndungsliste gesetzt haben, darunter den Waffenhändler Zubaidullo Ismoilow. Dieser wurde in Tadschikistan bereits wegen öffentlicher Aufrufe zur Änderung der verfassungsmäßigen Ordnung verurteilt. Nach Umedschon Soliew seinerseits wird wegen Diebstahls ermittelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/die-bedingungen-fuer-migrantinnen-aus-zentralasien-verschaerfen-sich-weiter/">Die Bedingungen für Migrant:innen aus Zentralasien verschärfen sich weiter</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://qafqazinfo.az/news/detailru/-51692">Laut Qafqazinfo</a> tauscht die Türkei Informationen mit Russland über den Fall Crocus City Hall aus, jedoch ohne der Bekanntgabe von Details. Auf die Frage nach der Auslieferung der Angeklagten gab die türkische Quelle gegenüber Qafqazinfo keinen Kommentar ab.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Prozessbeginn und Festnahmen von Zentralasiaten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am 4. August wurde der Prozess zum Anschlag auf die Crocus City Hall eröffnet. In der Zwischenzeit <a href="https://tass.ru/proisshestviya/24661389">beschlagnahmten</a> die Ermittler eine Videoaufzeichnung der Verfolgung der Täter, die von einer Polizeistreife in der russischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Oblast_Brjansk">Region Brjansk</a> an der Grenze zu Weißrussland und der Ukraine gemacht wurde. Außerdem wurden Videos, die mit den Smartphones von Zuschauenden aufgenommen wurden, und eine Aufzeichnung einer Dashcam eines vorbeifahrenden Autos sichergestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Beweismittel ergänzen andere Sachbeweise wie Waffen, Kleidung und einen Renault, den die vier Männer bei ihrem Angriff benutzt hatten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fergana.media/news/139267/">Während der nichtöffentlichen Verhandlung</a> vor einem Militärgericht in Moskau bekannten sich die vier Hauptangeklagten, darunter Muhammadsobir Faizow, vollständig schuldig und entschuldigten sich bei den Opfern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach diesen Ereignissen wurden Bürger aus Zentralasien auf russischem Gebiet von FSB-Beamten unter dem Vorwurf des Terrorismus festgenommen, <a href="https://rus.azathabar.com/a/v-rossii-zaderzhan-urozhenets-tsentralnoy-azii-po-podozreniyu-v-podgotovke-terakta/33487598.html">berichtet Radio Free Europe</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Andererseits hat Russland seine Politik gegenüber zentralasiatischen Arbeitsmigranten verschärft, wodurch sich ihre Aufnahmebedingungen weiter verschlechtern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>William Onkur für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/societe-et-culture/un-avocat-evoque-la-possibilite-dune-extradition-des-accuses-dans-lattentat-du-crocus-city-hall/">Französischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Russlands Annäherung mit den Taliban vor dem Hintergrund der Beziehungen mit Zentralasien</title>
		<link>https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/russlands-annaeherung-mit-den-taliban-vor-dem-hintergrund-der-beziehungen-mit-zentralasien/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Jul 2025 19:09:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Diplomatie]]></category>
		<category><![CDATA[IS-K]]></category>
		<category><![CDATA[Islamischer Staat]]></category>
		<category><![CDATA[Sunnismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im April hat der Oberste Gerichtshof Russlands die Taliban von der Liste der terroristischen Organisationen getsrichen. Dieser Schritt Richtung Normalisierung der Beziehungen zwischen Moskau und Afghanistan deutet auf eine verst&#xE4;rkte Zusammenarbeit zwischen den beiden L&#xE4;ndern in den Bereichen Sicherheit, Wirtschaft und Verkehrsinfrastruktur hin. Zusammen mit Staatsangeh&#xF6;rigen aus elf weiteren L&#xE4;ndern verh&#xE4;ngte Pr&#xE4;sident Donald Trump k&#xFC;rzlich [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Im April hat der Oberste Gerichtshof Russlands die Taliban von der Liste der terroristischen Organisationen getsrichen. Dieser Schritt Richtung Normalisierung der Beziehungen zwischen Moskau und Afghanistan deutet auf eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern in den Bereichen Sicherheit, Wirtschaft und Verkehrsinfrastruktur hin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zusammen mit Staatsangehörigen aus elf weiteren Ländern verhängte Präsident Donald Trump kürzlich gegen afghanische Staatsangehörige ein „<a href="https://www.france24.com/en/americas/20250605-trump-travel-ban-12-countries-us">Einreiseverbot</a>“, das den Betroffenen die Einreise in die Vereinigten Staaten untersagt. Während sich die USA mit dieser Maßnahme weiter von Afghanistan entfernen, strich der russische Oberste Gerichtshof die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Taliban">Taliban</a> von der Liste der von der Russischen Föderation anerkannten terroristischen Organisationen, <a href="https://www.rferl.org/a/russia-court-ruling-ban-taliban-afghanistan-recognition/33388428.html">wie Radio Free Europe berichtet</a>. Seit der Eroberung Kabuls im August 2021 regieren die Taliban de facto Afghanistan. Dennoch wird die Rechtmäßigkeit ihrer Herrschaft bis heute von keinem anderen Land der Welt anerkannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar ist die gesamte afghanische Bevölkerung nicht mit der sie regierenden Taliban-Minderheit gleichzusetzen, doch die Gleichzeitigkeit dieser Statuswechsel sind nicht bedeutungslos. Russlands ausgestreckte Hand gegenüber den Taliban scheint ein weiterer Schritt in Richtung der offiziellen Anerkennung des „<a href="https://www.alemarahenglish.af/">Islamischen Emirats Afghanistan</a>“ zu sein und bleibt damit eines der wenigen Länder, die nach 2021 eine offizielle diplomatische Vertretung in Kabul besitzen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Taliban, Erben des sowjetisch-afghanischen Krieges</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Situation erinnert an die besondere Stellung Afghanistans innerhalb der eurasischen Geografie: Fast vierzig Jahre nach dem Scheitern der Sowjetunion, das Land <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Krieg_in_Afghanistan_(1979%E2%80%931989)">mit Waffengewalt zu kontrollieren</a>, scheint Russland nun bestrebt zu sein, dessen umstrittenen Führer mit diplomatischen Mitteln zu zähmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Taliban-Bewegung, die 1994 offiziell auf der politisch-militärischen Bühne Afghanistans erschien, bildete sich größtenteils aus jungen Menschen, die nach dem langen Krieg der Sowjetunion in Afghanistan zwischen 1979 und 1989 nach Pakistan ins Exil gegangen waren. Ehemalige Mudschaheddin, die gegen die Sowjets gekämpft hatten, wie <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dschalaluddin_Haqqani">Dschallaludin Haqqani</a> oder <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mohammed_Omar">Mullah Omar</a>, setzten sich in den ersten Jahren der Bewegung an deren Spitze durch.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/usa-planen-einreisebeschraenkung-fuer-turkmenische-staatsangehoerige/">USA planen Einreisebeschränkung für turkmenische Staatsangehörige</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Konflikt, der in Afghanistan stark mit einem von Russland geführten Invasionskrieg in Verbindung gebracht wird, führte zum Tod hunderttausender Zivilist:innen und zum Exil von Millionen Afghan:innen. Die Taliban, wörtlich „die Studenten”, die vom <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sunniten">Sunnismus</a> und noch mehr vom <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dar_ul-Ulum_Deoband">Deobandi-Synkretismus</a> beeinflusst sind und die Ordnung in einem durch Jahre des Krieges verwüsteten Land wiederherstellen wollten, sind also weitgehend ein Produkt des sowjetisch-afghanischen Krieges.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach zwanzig Jahren amerikanischer Präsenz wird die Figur des ausländischen Besatzers, insbesondere von den jüngeren Generationen, heute eng mit den Streitkräften der von den Vereinigten Staaten angeführten westlichen Koalition assoziiert. Auch wenn die <a href="https://andrewsolomon.com/articles/earth-and-ashes/">traumatische Erinnerung an die militärische Präsenz der Sowjetunion</a> bei den Älteren und an bestimmten Orten noch immer lebendig ist, hat diese nicht mehr denselben Stellenwert, und Russland genießt heute in Afghanistan ein <a href="https://www.business-standard.com/article/pti-stories/30-years-on-russia-views-afghan-war-with-pride-119021400651_1.html?utm_source=chatgpt.com">differenzierteres Image</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Russland, langjähriger Unterstützer der Taliban</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Durch seine internationale Isolation ist das Taliban-Regime bemüht, sich an der Macht zu halten. Auch wenn Russland mit den ehemaligen sowjetischen Feinden identifiziert werden kann, scheinen die Taliban bereit, sich dem Land anzunähern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn die Regierung unter <a href="https://fr.wikipedia.org/wiki/Haibatullah_Akhundzada">Haibatullah Akhundzada</a>, die mit einer <a href="https://news.un.org/fr/story/2023/04/1134327#:~:text=Alors%20que%20la%20situation%20%C3%A9conomique%20continue%20de%20s%E2%80%99aggraver%2C,%C3%A9tude%20d%E2%80%99une%20agence%20des%20Nations%20Unies%20publi%C3%A9e%20mardi.">katastrophalen wirtschaftlichen und humanitären Lage</a> konfrontiert ist, kann sich in der Diplomatie gegenüber potenziellen internationalen Partnern nicht wählerisch zeigen, erst recht nicht gegenüber Akteuren vom Kaliber Russlands.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/usbekistan-und-afghanistan-verlaengern-vertrag-ueber-stromexport/">Usbekistan und Afghanistan verlängern Vertrag über Stromexport</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Moskau hielt während der „Rückeroberung“ des Landes den diplomatischen Dialog mit den Taliban <a href="https://thediplomat.com/2019/01/russia-and-the-taliban-talking-with-terrorists/">aufrecht</a>. Aus russischer Sicht verkörperten die Taliban-Behörden wohl ein Instrument, das zur Verdrängung der amerikanischen Militärpräsenz in Afghanistan beitragen konnte. Da dieses Ziel nun erreicht ist, stellt sich die Frage, wie dieses neue Zeichen der Annäherung an die Bewegung seitens Russlands zu verstehen ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der &#8222;Islamische Staat Khorasan&#8220;, gemeinsamer Feind Moskaus und der Taliban?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Paradoxerweise ist es gerade die Schwierigkeit, Afghanistan zu kontrollieren, was dem Land seine strategische Bedeutung verleiht. Seine schwierige geografische Lage stellt in der Tat erhebliche Hindernisse für jedes logistische oder infrastrukturelle Großprojekt dar, was bestimmte Bevölkerungsgruppen Afghanistans veranlasste, dort Zuflucht zu suchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dadurch erhält Afghanistan geostrategische Bedeutung, wo doch das Land historisch gesehen das Vordringen der persischen und nahöstlichen Reiche, der Moguln aus Indien, der Chinesen und Russen begrenzte. Diese heutige Lage als Schnittstelle zwischen verschiedenen Siedlungsgebieten ist ein Erbe dieser Geschichte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Situation erklärt auch die Anziehungskraft, die dieses Land auf terroristische Gruppen ausübt; das bekannteste Beispiel ist wohl Al-Qaida, die einst von Bin Laden angeführt wurde. Dies gilt heute auch für den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Islamischer_Staat_%E2%80%93_Provinz_Khorasan">Islamischen Staat Khorasan</a> (IS-K), den <a href="https://www.hoover.org/research/jihadi-reactions-us-taliban-deal-and-afghan-peace-talks-0">erklärten Gegner</a> der Taliban. Diese Organisation, die hinter dem <a href="https://tass.ru/proisshestviya/20320557">Anschlag auf die Crocus City Hall</a> in Moskau am 22. März 2024 stand, bei dem 145 Menschen ums Leben kamen, ist ein gemeinsamer Feind Russlands und der Taliban-Regierung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.longwarjournal.org/archives/2015/01/islamic_state_appoin.php">Offiziell gegründet</a> am 26. Januar 2015 nach der Ankündigung der „Wilayat Khorasan” durch den Sprecher des Islamischen Staates <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ab%C5%AB_Muhammad_al-%CA%BFAdn%C4%81n%C4%AB">Abu Muhammad al-Adnani</a>, befindet sich der Rückzugsort dieser Terroristengruppe an der afghanisch-pakistanischen Grenze zwischen der Provinz <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nangarhar">Nangarhar</a> in Afghanistan und den ehemaligen pakistanischen Stammesgebieten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kurram_(Distrikt)">Kurram</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Orakzai_(Distrikt)">Orakzai</a>. In der Nähe der Achse <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dschalalabad">Dschalalabad</a>–<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Peschawar">Peshawar</a> und des berühmten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chaiber-Pass">Chaiber-Passes</a> gelegen, besteht sie ursprünglich aus dissidenten Stammesführern der <a href="https://www.counterextremism.com/threat/tehrik-i-taliban-pakistan-ttp">Tehrik-i-Taliban Pakistan</a> (TTP), einem Ableger der in Pakistan aktiven Taliban-Bewegung, wie <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Hafiz_Saeed_Khan">Hafiz Saeed Khan</a> oder <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Omar_Khalid_Khorasani">Omar Khalid Khorasani</a>, die ursprünglich dem Islamischen Staat die Treue schworen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/was-chorasan-fuer-den-islamischen-staat-bedeutet/">Was Chorasan für den „Islamischen Staat“ bedeutet</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Tod von Hafiz Saeed Khan, der 2016 getötet wurde, ereilte viele kurzlebige Anführer an der Spitze des IS-K das gleiche Schicksal. Die meisten von ihnen stammten aus dem Stammesgebiet an der Grenze und <a href="https://www.theguardian.com/world/2016/jul/23/hazara-minority-targeted-by-suicide-bombs-at-kabul-protest?utm_source=chatgpt.com">konzentrierten</a> ihre Aktivitäten hauptsächlich auf Kabul und Peshawar, wobei sie vor allem die schiitischen Gemeinschaften der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hazara">Hazara</a> oder <a href="https://pakistan.asia-news.com/en_GB/articles/cnmi_pf/features/2020/02/04/feature-01?utm_source=chatgpt.com">Pakistani</a> ins Visier nahmen. Im Jahr 2020 jedoch veränderte sich die Organisation unter der Führung eines neuen Anführers, <a href="https://www.counterextremism.com/extremists/shahab-al-muhajir">Sanuallah Ghafari</a>, auch bekannt als Shabab al-Muhajir, der ein ganz anderes Profil als seine Vorgänger hatte. Der wahrscheinlich aus Kabul stammende Ingenieur und Spezialist für den Stadtkampf soll hinter dem schrecklichen <a href="https://www.rferl.org/a/kabul-airport-bombings-death-toll/31431729.html">Anschlag auf den Flughafen von Kabul</a> stehen, bei dem am 26. August 2021 fast 190 Menschen ums Leben kamen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter seiner Führung beschränkt der IS-K, der zudem mit der brutalen Unterdrückung durch die Taliban <a href="https://docs.un.org/en/S/2025/71/Rev.1">konfrontiert ist</a>, die nun das Land beherrschen, seinen Einfluss in Afghanistan, indem er Guerillataktiken und die Zerstörung von Infrastrukturen entwickelt und gleichzeitig spektakuläre internationale Aktionen durchführt. Die tödlichen Anschläge in Moskau, <a href="https://thediplomat.com/2024/04/islamic-state-khorasans-westward-network-expansion-into-iran-turkey-and-europe/">Kerman im Iran</a>, New Orleans oder die gescheiterten Anschläge in Europa sind Teil dieser Strategie. Diese Art von Operationen, die darauf abzielen, der Organisation durch immer widerstandsfähigere und ausgefeiltere Strategien Sichtbarkeit, Rekrutierung und Finanzierungsquellen zu sichern, haben es dem IS-K ermöglicht, in Zentralasien unter den verschiedenen Akteuren der dschihadistischen Gewalt eine führende Stellung einzunehmen, insbesondere bei der tadschikischen und usbekischen Bevölkerung, die von der Propaganda der Organisation <a href="https://www.asiaplustj.info/news/tajikistan/security/20240408/stoit-li-tadzhikistanu-boyatsya-igil-horasan">angesprochen wird</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekische-und-tadschikische-terroristengruppen-in-afghanistan/">Usbekische und tadschikische Terroristengruppen in Afghanistan</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der IS-K, der von den Experten des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen als derzeit größte Bedrohung für die regionale Stabilität <a href="https://docs.un.org/en/S/2025/71/Rev.1">eingestuft wird</a>, hat sich kürzlich durch die <a href="https://thekhorasandiary.com/en/2024/12/11/haqqanis-assassination-could-widen-a-deeper-fault-line">Ermordung</a> des afghanischen Ministers für Flüchtlinge und Rückführungen, <a href="https://main.un.org/securitycouncil/en/sanctions/1988/materials/summaries/individual/khalil-ahmed-haqqani">Kalil Ur Rehman Haqqani</a>, dem Bruder von Jallaludin, am 11. Dezember 2024 hervorgetan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Organisation ließ es sich nicht nehmen, die Entscheidung Russlands bezüglich der Taliban <a href="https://thekhorasandiary.com/en/2025/05/30/tkd-monitoring-iskp-releases-booklet-criticizing-russias-decision-to-remove-afghan-taliban-from-blacklist">öffentlich zu kritisieren</a>. Russland seinerseits sieht die Zusammenarbeit mit den Taliban als unverzichtbar an, um den im afghanisch-pakistanischen Gebiet ansässigen IS-K zu bekämpfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jede Unterstützung eines Staates im Bereich der Sicherheit, einschließlich der militärischen, bedeutet jedoch eine Form der rechtlichen Anerkennung des unterstützten Regimes, da sonst der Vorwurf der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung droht. Dies würde den Grundsätzen der <a href="https://eng.sectsco.org/">Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit</a>, deren Gründungsmitglied Russland ist, jedoch widersprechen. Um solche Anschuldigungen zu vermeiden, wird Russland zweifellos seine SCO-Verbündeten dazu bewegen, die Beziehungen zur afghanischen Regierung zu normalisieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eine Frage der wirtschaftlichen Vernetzung und der Infrastrukturprojekte</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses relative diplomatische Risiko Russlands lässt sich weiter durch die wirtschaftlichen Folgen der Sanktionen erklären, die seit der Invasion der Ukraine gegen das Land verhängt wurden. Tatsächlich könnte der Gewinn einer Unterstützung der Taliban erheblich sein und Russland einen Vorteil gegenüber vielen anderen geostrategischen Akteuren verschaffen, die sich in Zentralasien positionieren wollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einige Taliban-Würdenträger wurden bereits zum internationalen Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg im Juni 2024 <a href="https://www.rbc.ru/rbcfreenews/66543d439a7947ae8027dd17">eingeladen</a>. Neben den russischen Projekten zur Rohstoffgewinnung auf afghanischem Boden erfordern auch die Infrastrukturprojekte, die den indischen und pakistanischen Markt erschließen sollen, einen sicheren Transit durch Afghanistan und die Unterstützung der dortigen Regierung. Russland plant nämlich den <a href="https://www.fontanka.ru/2024/05/27/73627862/">Bau einer transafghanischen Gaspipeline</a>, um diese wachsenden Verbrauchsmärkte zu versorgen, die eine nachhaltige Alternative zur EU für den Absatz von russischem Gas darstellen. Darüber hinaus möchte Russland sich an dem transafghanischen Eisenbahnprojekt beteiligen, das auch von Usbekistan und Pakistan gewünscht wird. Die Umsetzung könnte jedoch durch Sicherheitsprobleme gefährdet sein: Ein Abschnitt der geplanten Strecke soll <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kabul">Kabul</a> mit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Peschawar">Peschawar</a> verbinden, also genau die Achse, auf der der IS-K am aktivsten ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit ihrer Machtübernahme haben die Taliban besonders repressive Gesetze für Frauen und Mädchen <a href="https://news.un.org/fr/story/2023/08/1137652">erlassen</a>, deren Zugang zu Bildung, Arbeitsplätzen, öffentlichen Räumen und sogar der Möglichkeit, zu singen und ihre Stimme zu erheben, eingeschränkt ist. Das fast ausschließlich aus Paschtunen bestehende Taliban-Regime neigt weiter dazu, die Enteignung von Eigentum ethnischer Minderheiten wie Tadschiken, Usbeken und Hazara zugunsten der Paschtunen und Anhänger der Regierung zu <a href="https://www.amnesty.fr/conflits-armes-et-populations/actualites/sous-le-regime-taliban-une-annee-de-terreur-pour-la">fördern</a>.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Jonathan Bonjean für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/decryptage/rapprochement-de-la-russie-avec-les-talibans-quelles-implications-en-asie-centrale/">Französischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>
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		<title>Was Chorasan für den „Islamischen Staat“ bedeutet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jean Monéger-Leclerc]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 May 2024 18:46:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Chorasan]]></category>
		<category><![CDATA[Crocus City Hall]]></category>
		<category><![CDATA[IS]]></category>
		<category><![CDATA[Islamischer Staat]]></category>
		<category><![CDATA[Islamismus]]></category>
		<category><![CDATA[Moskau]]></category>
		<category><![CDATA[Taliban]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit dem Anschlag auf die Crocus City Hall stellen einige Medien Zentralasien im Allgemeinen und vor allem Tadschikistan als Brutst&#xE4;tte f&#xFC;r Terrorismus dar. Dabei offenbart ein Blick auf die Geschichte und die Lebensbedingungen im Land, dass es insbesondere dem &#x201E;Islamischen Staat&#x201C; gelingt seinen politischen Diskurs in einer Weise anzupassen, dass er den Zielgruppen legitim erscheint. [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Seit dem Anschlag auf die Crocus City Hall stellen einige Medien Zentralasien im Allgemeinen und vor allem Tadschikistan als Brutstätte für Terrorismus dar. Dabei offenbart ein Blick auf die Geschichte und die Lebensbedingungen im Land, dass es insbesondere dem „Islamischen Staat“ gelingt seinen politischen Diskurs in einer Weise anzupassen, dass er den Zielgruppen legitim erscheint.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der sogenannte „Islamische Staat“ (IS) besteht fort. Zu dem <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/nach-terroranschlag-massive-anfeindungen-gegen-tadschikinnen-in-russland/">Terroranschlag</a> auf die Crocus City Hall bei Moskau am 22. März, bei dem <a href="https://rtvi.com/news/terakt-v-krokus-siti-holle-chto-izvestno-spustya-mesyacz/">145 Menschen ums Leben kamen</a>, bekannte sich der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/ISIS-K">Islamische Staat – Khorasan (IS-K)</a>. Vier Männer mit tadschikischer Staatsbürgerschaft wurden verhaftet, gefoltert und vor Gericht gestellt. Seit Ende März kam es zu mindestens acht weiteren Festnahmen. Die meisten Betroffenen sind ebenfalls Tadschiken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch nach 2017, als die Befreiung von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mossul">Mossul</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ar-Raqqa">Raqqa</a> das Ende des Kalifats einzuläuten schienen, bestand der IS fort. Während die Organisation im Westen vor allem wegen ihrer Präsenz im Nahen Osten bekannt ist, war sie bald auch in Afghanistan und dessen unmittelbarer Umgebung aktiv. Der IS nutzte Allianzen mit anderen islamistischen Gruppen und abtrünnigen Taliban und gründete im Januar 2015 seine „Provinz Chorasan“ – den IS-K.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Während Menschen aus Zentralasien seit dem Anschlag in Russland <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/nach-terroranschlag-massive-anfeindungen-gegen-tadschikinnen-in-russland/">Diskriminierung</a> und Gewalt zum Opfer fallen, müssen einige Nuancen berücksichtigt werden. Insbesondere Zentralasien kann nicht als <em>„neuer Brückenkopf“</em> (<a href="https://www.lemonde.fr/international/article/2024/03/24/attentat-de-moscou-l-asie-centrale-nouvelle-tete-de-pont-de-l-organisation-etat-islamique_6223938_3210.html">Le Monde</a>) oder <em>„Brutstätte“</em> (<a href="https://www.france24.com/fr/asie-pacifique/20240325-attentat-de-moscou-le-tadjikistan-maillon-faible-de-l-asie-centrale-face-aux-jihadistes-de-l-ei">France 24</a>) des IS bezeichnet werden: Im Gegenteil, die Staatsmacht kämpft in den Ländern der Region seit ihrer Unabhängigkeit gegen religiösen Eifer.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Anspruch auf Einzigartigkeit</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wie alle Extremisten profitiert auch der IS von Ungerechtigkeiten und Frustrationsgefühlen, die die Machthaber in der Bevölkerung hinterlassen. Es handelt sich um ein politisches Projekt, das darauf abzielt, Massen von Gläubigen anzuziehen – Mitglieder, die bereit sein müssen, für ihre Sache zu sterben. Dabei führt die Betrachtung der Herkunftsregionen der Terroristen dazu, die Frage aus einem falschen Blickwinkel zu analysieren, da dies impliziert, dass die Bewohner solcher „Brutstätten“ von Natur aus sensibel für die Ideologie des Islamischen Staates wären.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zentralasien ist nicht die einzige Region der ehemaligen Sowjetunion, in der der IS versucht, sich zu etablieren oder zu überleben. Der radikale Islam des (immer noch zu Russland gehörenden) Nordkaukasus weist nicht die gleichen Merkmale auf wie der des unabhängigen Zentralasiens. Daher ist es wichtig zu verstehen, dass der Islamische Staat als Organisation eine Ideologie vertritt, die den Anspruch erhebt, einzigartig zu sein.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Ideologie des IS: Vielfältige Ziele</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Um es mit den Worten der Forscherinnen Sara Harmouch und Amira Jadoon auszudrücken: Die Ideologie des IS-K ist der „Marke“ des Islamischen Staates treu. Sein Ziel ist die Etablierung des islamischen Rechts, der Scharia, in ihrer strengsten Auslegung. Daher gelten <em>„säkulare Regierungen sowie nicht-muslimische Zivilbevölkerungen, aber auch muslimische Gruppen und Einzelpersonen, die ihre Vision vom Islam nicht teilen“</em>, als legitime Ziele, präzisieren die beiden Wissenschaftlerinnen gegenüber <a href="https://theconversation.com/dans-le-viseur-de-letat-islamique-au-khorassan-la-russie-mais-aussi-lasie-centrale-et-leurope-226538">The Conversation France</a>. Die Vielfalt der Rekruten spiegelt die Vielfalt der Ziele wider.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Genauer gesagt zielt der IS darauf ab, die Gemeinschaft der Gläubigen zu dominieren. Er beansprucht dabei die Autorität über die Interpretation islamischer Texte. Die Organisation ist sunnitisch geprägt und bekennt sich zu einem extremen Anti-Schiismus. Obwohl Tadschikistan im Gegensatz zum übrigen türkischen Zentralasien mit der persischen Welt verbunden ist, ist der Islam dort, wie auch in den Nachbarländern, überwiegend sunnitisch.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/nach-terroranschlag-massive-anfeindungen-gegen-tadschikinnen-in-russland/"><strong>Nach Terroranschlag: Massive Anfeindungen gegen Tadschik:innen in Russland</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit ist Russland für den IS-K nur ein Ziel unter vielen: Bei einem <a href="https://thediplomat.com/2024/01/unveiling-the-motivations-tajik-iskps-calculated-strikes-on-iran/">Anschlag</a> im Januar 2024 tötete die Organisation im schiitischen Iran fast 100 Menschen. Wie <a href="https://www.lemonde.fr/en/international/article/2023/07/07/arrests-made-in-anti-terrorist-sting-in-germany-and-the-netherlands_6045249_4.html#">Le Monde</a> berichtete, wurde im Juli 2023 in Deutschland und den Niederlanden eine Zelle aufgelöst, deren Mitglieder aus drei zentralasiatischen Ländern kamen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben der Denkfabrik <a href="https://www.specialeurasia.com/2024/04/17/germany-switzerland-terrorism/">SpecialEurasia</a> wurden kurz nach dem Anschlag bei Moskau auch in Deutschland und der Schweiz Zellen aufgedeckt. Einige Mitglieder sollen Teenager sein und alle sind Angehörige europäischer Nationalitäten. Bevor sich das politische Projekt an solch unterschiedliche Bevölkerungsgruppen anpassen kann, muss es in seiner Einzigartigkeit bekräftigt werden. Ein Beispiel dafür ist die Wahl des Namens <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chorasan">Chorasan</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der Bezug auf Chorasan</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Sich auf Chorasan zu beziehen bedeutet, über die Geschichte einer Region zu sprechen, die im Laufe der Jahrhunderte Schauplatz zahlreicher Eroberungen war, deren Name aber auch einige Afghanen heute als die alte Bezeichnung ihres eigenen Landes betrachten. Das Gebiet entspricht einem Teil des alten persischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sassanidenreich">Sassanidenreiches</a>, das den heutigen Ost-Iran, ganz Afghanistan und das südliche Zentralasien umfasste.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Chorasan verweist auf eine reiche islamische Vergangenheit und ist daher auch kulturell ein Begriff, der die Afghanen anspricht. Es bietet auch einen interessanten territorialen Aspekt: ​​Der Iran – eingekeilt zwischen dem IS im Nahen Osten und in Chorasan – steht der territorialen Kontinuität des „Islamischen Staates“ im Weg. Somit trägt die Chorasan implizit die Forderung nach einer geografischen Expansion sowie nach einem Sieg über den Iran in sich.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/der-terroranschlag-bei-moskau-stellt-tadschikistan-vor-schwierige-entscheidungen/"><strong>Der Terroranschlag bei Moskau stellt Tadschikistan vor schwierige Entscheidungen</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Für den IS stellt Chorasan eine Möglichkeit dar, den Namen des Landes abzulehnen, um das die Russen, Briten und Amerikaner gekämpft haben. Es ist auch eine Möglichkeit, sich von den Taliban abzugrenzen: Letztere, hauptsächlich <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Paschtunen">Paschtunen</a>, behalten den Namen Afghanistan bei und sind geografisch auf dessen Territorium beschränkt. Auch der IS will territoriale Kohärenz, allerdings mit einem globalen Ziel. Die Bezugnahme auf eine Provinz innerhalb eines größeren Islamischen Staates ist eine Möglichkeit, eine alternative Identität zu behaupten und mehr Legitimität zu beanspruchen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>An Territorien gebundene politische Forderungen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Über rein geografische Überlegungen hinaus sind diese Prinzipien mit den politischen Zielen des Islamischen Staates verknüpft. Schon die Wahl des Begriffs „Staat“ ist aufschlussreich. Der IS will ein Kalifat errichten, dessen Provinz Chorasan sein soll. Im Kaukasus hingegen gab es eine <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Islamic_State_–_Caucasus_Province">eigene „Provinz“</a>: <a href="https://ria.ru/20240303/kto-1930816487.html">Berichten zufolge</a> habe Moskau am 3. März eine Zelle in der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Inguschetien">Republik Inguschetien</a> zerschlagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/warum-sich-so-viele-buerger-tadschikistans-dem-islamischen-staat-anschliessen/"><strong>Warum sich so viele Bürger Tadschikistans dem Islamischen Staat anschließen</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Taliban haben de facto einen – ebenfalls islam(ist)ischen – Staat gegründet. Diesen bezeichnen sie als Emirat, wobei ein <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Emir">Emir</a> einem Gouverneur entspricht. Dieser Begriff unterstreicht den Unterschied zwischen den beiden islamistischen Bewegungen, zwischen einem vom IS angestrebten potenziell globalen Kalifat und einem auf Afghanistan beschränkten Emirat der Taliban.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Territorium unterliegt somit politischen Überlegungen, die als solche auf den Aufbau von Legitimität abzielen. Dies basiert auf Diskursen, die geografische und historische Elemente, insbesondere in Bezug auf Staatsform und Regierungsführung, einbeziehen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kalif oder Emir?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Unterscheidung in den Begriffen führt somit zu einem politischen Unterschied. In der muslimischen Tradition und Geschichte sind in Bezug auf den Begriff Emir ganz unterschiedliche Realitäten entstanden, insbesondere im Hinblick auf die effektive Macht. Der Begriff ist vager als der eines <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kalif">Kalifen</a>, welcher eine größere Nähe zum Göttlichen und Spirituellen beansprucht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kalif zu sein, stellt im Islam einen größeren spirituellen und religiösen Anspruch dar, der die Legitimität einer (weltlichen) Macht schwächen kann. Im Fall des IS, dessen Ziel die Eroberung eines riesigen Territoriums ist, bedeutet dies die Vorherrschaft über verschiedene Bevölkerungsgruppen, aber auch eine fragilere Legitimität, die schwieriger aufzubauen und aufrechtzuerhalten ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-islamistische-radikalisierung-der-zentralasiatischen-jugend-mythos-oder-realitaet/"><strong>Die islamistische Radikalisierung der zentralasiatischen Jugend – Mythos oder Realität?</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Fall der zentralasiatischen Staatsangehörigen passt der Islamische Staat seinen Diskurs an Bevölkerungsgruppen an, die von großer Armut und unterschiedlichem Grad an Autoritarismus betroffen sind. Dies stellt ein wesentliches Mittel für seinen Selbsterhalt dar. Der IS selbst betrachtet Zentralasien nicht als fruchtbaren Boden für den Terrorismus: So wie er die Gebiete zur Unterstützung seiner Ansprüche nutzt, sieht er die zentralasiatische Bevölkerung nur als eine Variable, um seinem größten Projekt zu dienen.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Jean Monéger-Leclerc für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/tadjikistan/ce-que-le-khorassan-represente-pour-letat-islamique/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Nach Terroranschlag: Massive Anfeindungen gegen Tadschik:innen in Russland</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Mar 2024 22:09:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsmigranten]]></category>
		<category><![CDATA[Crocus City Hall]]></category>
		<category><![CDATA[Entschlüsselung]]></category>
		<category><![CDATA[IS-K]]></category>
		<category><![CDATA[Islamischer Staat]]></category>
		<category><![CDATA[Moskau]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Terror]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>ENTSCHL&#xDC;SSELUNG. Der t&#xF6;dliche Anschlag bei Moskau hat f&#xFC;r Schlagzeilen &#xFC;ber die Beteiligung von Tadschik:innen in internationalen Terrororganisationen wie dem sogenannten &#x201E;Islamischen Staat&#x201C; gesorgt. Dies hat unter anderem zu einem Anstieg der Fremdenfeindlichkeit in Russland gef&#xFC;hrt. Am Abend des 22. M&#xE4;rz haben bewaffnete M&#xE4;nner die Konzerthalle &#x201E;Crocus City Hall&#x201C; bei Moskau angegriffen und 140 Menschen get&#xF6;tet. [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>ENTSCHLÜSSELUNG. Der tödliche Anschlag bei Moskau hat für Schlagzeilen über die Beteiligung von Tadschik:innen in internationalen Terrororganisationen wie dem sogenannten „Islamischen Staat“ gesorgt. Dies hat unter anderem zu einem Anstieg der Fremdenfeindlichkeit in Russland geführt.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Abend des 22. März haben bewaffnete Männer die Konzerthalle „Crocus City Hall“ bei Moskau angegriffen und 140 Menschen getötet. Tags darauf wurden elf Personen festgenommen, berichtete die russische Nachrichtenagentur <a href="https://tass.ru/proisshestviya/20320557">TASS</a>. Die vier Männer, denen die Ausführung des Anschlags vorgeworfen wird, sind tadschikische Staatsangehörige.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch wenn vieles vorerst im Dunkeln bleibt und die Schuld der Angeklagten nicht bewiesen ist, wurde der Angriff vom <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/ISIS-K">Islamischen Staat &#8211; Khorasan (IS-K)</a> für sich beansprucht, einem IS-Ableger, dem sich viele Tadschik:innen angeschlossen haben. Wie das tadschikische Nachrichtenportal <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/power/20240310/emomali-rahmon-virazil-nedovolstvo-mnogokratnim-hadzhem-tadzhikistantsev">Asia-Plus</a> berichtete, hatte Tadschikistans Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Emomalij_Rahmon">Emomali Rahmon</a> nur zwei Wochen vor dem Anschlag erklärt: <em>„Laut verfügbaren Daten haben 24 unserer Mitbürger in den letzten drei Jahren in zehn Ländern Terroranschläge begangen.“</em></p>



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<p class="wp-block-paragraph">Der Angriff in Russland ist auf dessen Intervention in Syrien zurückzuführen, womit es sich in offener Gegnerschaft zum IS positionierte. Die wiederholte Beteiligung von Tadschik:innen bei Angriffen des IS-K wirft Fragen auf, nähert allerdings auch unbegründete Vorstellungen von Tadschikistans Rolle im globalen Terrorismus.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>In Russland rekrutiert</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://bush.tamu.edu/faculty/elemon/">Edward Lemon</a>, auf Zentralasien spezialisierter Forscher und Präsident der <a href="https://oxussociety.org/">Oxus Society</a>, <a href="https://twitter.com/EdwardLemon3/status/1771532009325633964">erklärt</a>, dass Tadschikistan im Verhältnis zur Einwohner:innen-Zahl den drittgrößten Anteil an Staatsangehörigen hat, die sich den Reihen des IS in Syrien angeschlossen haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die jüngsten tödlichen Angriffe des IS-K, die bisher hauptsächlich auf den Iran, Afghanistan und die Türkei abzielten, wurden von Tadschik:innen verübt, erläutert <a href="https://thediplomat.com/2024/01/unveiling-the-motivations-tajik-iskps-calculated-strikes-on-iran/">The Diplomat</a>. Dies gilt insbesondere für den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bombenanschläge_in_Kerman_2024">Anschlag im iranischen Kerman</a>, bei dem im Januar fast 100 Menschen ums Leben kamen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-islamistische-radikalisierung-der-zentralasiatischen-jugend-mythos-oder-realitaet/"><strong>Die islamistische Radikalisierung der zentralasiatischen Jugend – Mythos oder Realität?</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn Tadschikistan jedoch zunehmend als Brutstätte des islamistischen Radikalismus wahrgenommen wird, ist diese Darstellung verkürzt. So <a href="https://daviscenter.fas.harvard.edu/insights/terror-attack-russia-shines-spotlight-isis-k-recruiting-among-central-asians">zeigen Studien</a>, dass die Rekrutierung von Tadschik:innen durch den IS-K hauptsächlich in Russland erfolgt – beziehungsweise unter Menschen, die in Russland gelebt haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Allein im ersten Halbjahr 2023 wurden 1,28 Millionen Tadschik:innen von den russischen Migrationsbehörden registriert, darunter mehr als 963.000 in der Arbeitsmigration. Die Zahlen könnten aber tatsächlich höher sein, berichtet das russische Wirtschaftsmedium <a href="https://nsk.rbc.ru/nsk/24/08/2023/64e6c63a9a79471c6e4adea5">RBC</a>. Im Jahr 2022 stammten nach Angaben der <a href="https://blogs.worldbank.org/en/peoplemove/remittances-europe-and-central-asia-post-strong-growth">Weltbank</a> 51 Prozent des BIP von Arbeitsmigrant:innen, was Tadschikistan zum am stärksten von Überweisungen abhängigen Land der Welt macht.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Motivationen, die oft weit vom radikalen Islam entfernt sind</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Diese oft prekäre Situation macht sie jedoch anfällig für die Rekrutierung. <a href="https://www.wilsoncenter.org/person/melanie-sadozai">Mélanie Sadozaï</a>, eine auf die tadschikisch-afghanische Grenze spezialisierte Forscherin, erklärt gegenüber Novastan: <em>„Die Gründe, warum diese Personen rekrutiert werden, sind vielfältig: Suche nach einem besseren Leben, Ablehnung des Staates und seiner Institutionen, der Wunsch, den Islam ohne Diskriminierung zu praktizieren, attraktive finanzielle &nbsp;Angebote der Anwerber, Verurteilung des russischen Engagements in Syrien, wo sich der Kern des IS befindet und so weiter.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/warum-sich-so-viele-buerger-tadschikistans-dem-islamischen-staat-anschliessen/"><strong>Warum sich so viele Bürger Tadschikistans dem Islamischen Staat anschließen</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Für sie sind <em>„die Beweggründe also keineswegs mit einer uneingeschränkten Unterstützung des in der IS-Propaganda propagierten radikalen Islamismus verbunden.“</em> In Bezug auf den Anschlag bei Moskau weist Edward Lemon jedoch <a href="https://twitter.com/EdwardLemon3/status/1772797999204221251">darauf hin</a>, dass die mutmaßlichen Terroristen ein ähnliches Profil hätten: Sie seien kürzlich nach Russland ausgewandert und nicht besonders religiös gewesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf tadschikischem Boden gab es hingegen nur wenige IS-Angriffe, zuletzt einen <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/islamischer-staat-bekennt-sich-zur-attacke-die-zum-tod-von-4-rad-touristen-in-tadschikistan-fuhrte/">Anschlag auf ausländische Radfahrer:innen 2018</a> und einen <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/tadschikistan-der-islamische-staat-bekennt-sich-zu-aufstand-in-gefangnis/">Gefängnis-Aufstand in Chudschand 2019</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine vage Definition von Extremismus</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Beitritt zum IS kann jedoch auch als Reaktion auf die ultrasäkulare tadschikische Politik erfolgen. Extremismusvorwürfe in Tadschikistan richten sich weniger gegen den strengen Islam als gegen jede Form von Handlungen, die der Regierung missfallen: Nicht selten werden Aktivist:innen, Menschenrechtler:innen oder Journalist:innen <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/menschenrechte-in-tadschikistan-interview-mit-der-un-berichterstatterin/">wegen Extremismus verurteilt</a>. Religiöse Praxis wird als politische Opposition interpretiert und unterdrückt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Mélanie Sadozaï verschärfen die Behörden Tadschikistans <em>„die Beschränkungen und Sicherheitsmaßnahmen in Bezug auf religiöse Praktiken und potenzielle Rivalen oder Destabilisatoren des bestehenden Regimes, was nur Frustrationen schürt, die die Form von Terroranschlägen annehmen können.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Grenze zu Afghanistan ist weniger durchlässig, als es scheint</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Seitdem die Aufmerksamkeit auf Tadschikistan und den IS-K gerichtet ist, wird die gemeinsame Grenze mit Afghanistan, einer Hochburg des IS-K, als potenzieller Korridor für Dschihadist:innen erwähnt. Auch hier betont Mélanie Sadozaï, dass die Unsicherheit entlang der Grenze eine vorgefasste Meinung sei.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Im Gegensatz zu dem, was man denken könnte, überqueren keine Bürger Tadschikistans die Grenze in Richtung Afghanistan. Der fehlende Zusammenhang zwischen Terrorismus und dieser Grenze führt dazu, dass sie im September 2023 wieder für grenzüberschreitenden Handel geöffnet wurde“</em>, erklärt Mélanie Sadozaï.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/kazan-und-kebab-womit-an-der-tadschikisch-afghanischen-grenze-gehandelt-wird/"><strong>Kazan und Kebab – Womit an der tadschikisch-afghanischen Grenze gehandelt wird</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Einzelfälle sind nicht auszuschließen – und die Grenze kann auch in die entgegengesetzte Richtung durchlässig sein, insbesondere für <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/foerdert-der-drogenhandel-den-terrorismus-in-zentralasien/">den Drogenhandel</a>. Aber Tadschik:innen, die sich Terrororganisationen anschließen, tun dies in der Regel über Russland. Die Forscherin fasst zusammen: <em>„Der IS-K ist eine multinationale und keine grenzüberschreitende [im wahrsten Sinne des Wortes, Anm. d. Ü.] Terrorgruppe.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zusammenarbeit mit den Taliban</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus arbeitet Duschanbe in bestimmten Sicherheitsfragen mit Kabul zusammen. Afghanistan bleibt Tadschikistans feindseligster Nachbar, insbesondere aufgrund der Präsenz der Terrorgruppe Dschamaat Ansarullah, die aus ethnischen Tadschik:innen besteht, welche Feinde von Duschanbe sind und von den Taliban unterstützt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber auch andere Terrorgruppen erzwingen den Dialog. <em>„Der IS-K ist ein innenpolitisches Problem für Tadschikistan und für die Taliban, denn die von dieser Gruppe beanspruchten Anschläge untergraben die Glaubwürdigkeit dieser Regime in Bezug auf ihre Fähigkeit, die Sicherheit in ihren Ländern aufrechtzuerhalten“</em>, schließt Mélanie Sadozaï.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine Welle der Fremdenfeindlichkeit</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es muss daher klargestellt werden, dass die tadschikische Bevölkerung in ihrer überwiegenden Mehrheit den IS-K nicht unterstützt. Sowohl in Tadschikistan als auch in Russland würdigten Tadschik:innen die Opfer. In Duschanbe wurde die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nouruz">Noruz-Feier</a>, die am 24. März stattfinden sollte, <a href="https://www.asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/power/20240325/karnaval-navruza-proidet-segodnya-v-dushanbe">auf den nächsten Tag verschoben</a>. Der Grund wurde nicht offiziell kommuniziert, lokale Medien interpretierten die Geste jedoch als Reaktion auf die Ankündigung eines nationalen Trauertages in Russland.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Reaktionen reichten nicht aus, um ultranationalistische Strömungen in Russland zu beruhigen. Fake News und rassistische Verschwörungstheorien <a href="https://twitter.com/bahruz_samad/status/1772024022449950811">florieren</a> oder tauchen wieder auf – zum Beispiel die Behauptung eines Völkermords an Russ:innen während des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tadschikischer_Bürgerkrieg">Tadschikischen Bürgerkriegs</a> in den 1990er Jahren. Die Folgen ließen nicht lange auf sich warten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/die-schwierige-situation-tadschikischer-arbeitsmigranten-in-russland/"><strong>Die schwierige Situation tadschikischer Arbeitsmigranten in Russland</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie <a href="https://eurasianet.org/tajik-diaspora-in-russia-living-in-terror-following-crocus-city-massacre">Eurasianet</a> und <a href="https://rus.ozodi.org/a/32876078.html">Radio Ozodi</a> berichteten, haben fremdenfeindliche Taten in Russland in den letzten Tagen so stark zugenommen, dass viele Migrant:innen Angst davor haben, ihre Wohnungen zu verlassen, und manchmal sogar aufhören, zur Arbeit zu gehen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zunehmende Aggression</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die tadschikische Botschaft, die sich für gewöhnlich <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/zentralasiatische-arbeitende-nach-streik-in-russland-entlassen/?noredirect=de-DE">nicht für die Interessen ihrer Bürger:innen in Russland einsetzt</a>, hat ihren Staatsangehörigen empfohlen, ihre Häuser nicht zu verlassen. Usbekische Bürger:innen wurden außerdem <a href="https://www.centralasian.org/a/32879280.html">aufgefordert</a>, öffentliche Orte zu meiden, während die Kirgis:innen <a href="https://www.reuters.com/world/europe/kyrgyzstan-urges-citizens-limit-travel-russia-2024-03-27/">angehalten sind</a>, jegliche Reisen nach Russland zu meiden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In russischen Städten kam es bereits zuvor häufig zu Jagden auf Migrant:innen, doch der Anschlag löste eine weitere Welle aus. Nach Angaben der Menschenrechtlerin <a href="https://www.youtube.com/watch?v=ULePKWtMtfo">Valentina Tschupik</a> meldeten Zentralasiat:innen in den beiden darauf folgenden Tagen 2.500 Fälle von Aggression, darunter 30 Fälle von Folter. Angesichts von Bildern, auf denen FSB-Agenten die tadschikischen Verdächtigen foltern, scheint körperliche Gewalt gegen Zentralasiat:innen nun völlig legitim zu sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zusätzlich zu gewalttätigen Übergriffen an öffentlichen Orten kam es zu einem massiven Boykott gegen tadschikische Taxifahrer:innen. Andere Zentralasiat:innen sagen, sie seien aus ihren Wohnungen geworfen oder sogar entlassen worden, ohne ihr Gehalt zu erhalten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Langfristige Folgen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Somit wird die Beteiligung von Tadschiken an dem Anschlag vom 22. März – ob real oder nicht – auf längere Sicht katastrophale Folgen für das Leben der Tadschik:innen in Russland haben. Wie Valentina Tschupik erklärt, wird <em>„unkontrollierbare Migration“</em> dafür verantwortlich gemacht, während Politiker:innen bereits vorschlagen, ein <a href="https://www.kommersant.ru/doc/6593947">Visaregime für Tadschik:innen</a> einzuführen oder sie beim kleinsten Fehler auszuweisen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Russland braucht diese Arbeitskräfte und solche Maßnahmen sind unwahrscheinlich, aber Bedrohungen für die Sicherheit von Migrant:innen sind real in einem Kontext, in dem Fremdenfeindlichkeit und Gewalt öffentlich akzeptiert werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/der-moskauer-traum/"><strong>Der Moskauer Traum</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es besteht die Befürchtung, dass diese schlechte Presse auch Zentralasiat:innen in Europa betreffen wird. Während die Region in der breiten Öffentlichkeit wenig bekannt ist, gelangt Tadschikistan immer wieder als Brutstätte des religiösen Extremismus in die Presse.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zentralasiat:innen wird häufig ein Visum für Europa verweigert und bei Asylanträgen kommt es zu Ablehnungen, wobei fabrizierte Extremismusvorwürfe im Herkunftsland – wie <a href="https://novastan.org/fr/europe-et-asie-centrale/citoyen-ouzbek-expulse-france-risques-de-torture/">zuletzt bei einem Fall in Frankreich</a> – eine Rolle spielen. Es bleibt also zu hoffen, dass die Behörden der europäischen Länder nach den jüngsten Ereignissen in der Lage sein werden, den Kontext zu berücksichtigen und falsche Anschuldigungen von echten zu unterscheiden.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Judith Robert für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/decryptage/attentat-russie-tadjiks-face-a-xenophobie-massive/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/nach-terroranschlag-massive-anfeindungen-gegen-tadschikinnen-in-russland/">Nach Terroranschlag: Massive Anfeindungen gegen Tadschik:innen in Russland</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
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		<title>Warum haben sich Frauen aus Zentralasien verschiedenen religiös-terroristischen Gruppen angeschlossen?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Roman Weizel]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 May 2021 08:05:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>In den letzten Jahren haben sich weltweit Frauen dem sogenannten „Islamischen Staat“ und anderen religiös-terroristischen Gruppen angeschlossen. Auch Zentralasien ist diesbezüglich keine Ausnahme. Doch was bewegt Frauen und Mädchen zur Ausreise in Kriegsgebiete? Novastan hat mit drei ExpertInnen über dieses Thema gesprochen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Vom 22. Februar bis 24. März fand die 46. Session des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/UN-Menschenrechtsrat">UN-Menschenrechtsrates</a> in Genf statt. Während ihrer Rede nahm <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Fionnuala_N%C3%AD_Aol%C3%A1in">Fionnuala Ní Aoláin</a>, die Sonderberichterstatterin zur Förderung und zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten bei der Bekämpfung des Terrorismus, <a href="https://news.un.org/ru/story/2021/03/1398012">Bezug auf die Lage der Frauen</a> nach der Niederlage des sogenannten „Islamischen Staates“ (IS). Sie lobte die Regierungen von Kasachstan, Usbekistan, Tadschikistan und Russland, weil diese ihre BürgerInnen aus Syrien und dem Irak zurück in die Heimat repatriiert haben. Gleichzeitig zog sie viele Beispiele in Betracht, in denen ganze Familien von der Seite der Antiterror-Behörden bestraft wurden. Kinder, die während der Herrschaft des IS geboren wurden, haben keine Dokumente erhalten oder sie wurden ihren Müttern weggenommen und in Waisenhäuser gebracht.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Hinblick ist es wichtig zu verstehen, warum Frauen und Mädchen teilweise sogar mit ihren Kindern in Kriegsgebiete gereist sind und sich terroristischen Organisationen angeschlossen haben. Novastan hat zu diesem Thema mit renommierten ExpertInnen aus Kasachstan, Kirgistan und Tadschikistan gesprochen.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Die Suche nach dem Lebensunterhalt</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Rustam Azizi, stellvertretender Direktor des Zentrums für Islamforschungen beim Präsidenten der Republik Tadschikistan, sieht ein Grundmotiv in der Familienzusammenführung: <em>„Diese Frauen haben eine orientalische Mentalität und sie leben in einer traditionellen Gesellschaft, in der Frau ihrem Mann immer folgen soll. Aus der verfügbaren Statistik können wir sagen, mehr als 90 Prozent der ausgereisten Frauen ihren männlichen Verwandten gefolgt sind.“ </em>&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/05/Rustam-Azizi-768x1024.jpg" alt="" class="wp-image-26784" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/05/Rustam-Azizi-768x1024.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/05/Rustam-Azizi-225x300.jpg 225w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/05/Rustam-Azizi-600x800.jpg 600w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/05/Rustam-Azizi.jpg 810w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption>Rustam Azizi</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Sie folgen ihren Ehemännern nicht nur aus Liebe, sondern viel öfter wegen der Notwendigkeit sich selbst und ihre Kinder ernähren zu können. Tatsächlich gibt es in Zentralasien keinen ausgeprägten Sozialstaat, die finanzielle Unterstützung von der Regierung ist eher symbolisch und reicht nicht den Lebensunterhalt dauerhaft zu sichern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nurgul Esenamanowa ist Dozentin an der Kirgisischen Staatlichen Akademie für Jura. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf religiösen ExtremistInnen und TerroristInnen im Strafvollzugssystem. Anhand von konkreten Beispielen beleuchtet Esenamanowa wesentliche Aspekte der Motivation von vielen weiblichen Personen: <em>„</em><em>Eine Frau aus der Stadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Osch">Osch</a> hat große Probleme in der Familie erlebt. Ihr Ehemann ist nach Russland als Gastarbeiter migriert, wo er später erneut geheiratet hat. In dieser Situation musste sie mit ihrer Schwiegermutter wohnen. Die Beziehungen zwischen beiden waren ohnehin immer schwer. Einerseits war diese Frau im starken Stress, denn ihr Ehemann hat eine andere Frau gefunden. Andererseits konnte sie diese Familie auch nicht verlassen, sie sollte weiter mit ihrer Schwiegermutter wohnen, weil die einheimische Gesellschaft Scheidungen nicht akzeptiert.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/warum-sich-so-viele-buerger-tadschikistans-dem-islamischen-staat-anschliessen/">Warum sich so viele Bürger Tadschikistans dem Islamischen Staat anschließen</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Außerdem hatte sie keine ausreichende Ausbildung, um Arbeit zu finden und ihre drei oder vier Kinder ernähren zu können. […] Sie versuchte weiter in dieser Familie zu bleiben. Aber eines Tages ist sie mit ihren Kindern zum Flughafen gefahren, um ins Gebiet der terroristischen Organisationen zu reisen. Sie wurde festgenommen. Sie war sicher, dass im „Kalifat“ Kinder kostenlose Windeln und Mütter ausreichende finanzielle Unterstützung bekommen. Daher können wir sagen, sie hat materielle Hilfe und psychologischen und physischen Schutz in der religiös-terroristischen Organisation gesucht</em><em>“</em>, erklärt die Expertin. &nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Psychische Stigmatisierung in der traditionellen Gesellschaft spielt neben den materiellen Faktoren eine der wichtigsten Rollen bei der Entscheidung ins Kampfgebiet auszureisen. Je traditioneller die Gesellschaft ist, desto höher ist das Risiko, dass Frauen wegen Scheidungen stigmatisiert werden. In diesem Fall entscheiden sich viele diese Gesellschaft zu verlassen und irgendwo anders ihr Glück zu suchen, unter anderem auch in terroristischen Organisationen im Ausland.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Opfer von Betrug</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Rustam Azizi zeigt, dass viele Männer und Frauen betrogen wurden und gegen den eigenen Willen nach Syrien und in den Irak geraten sind. Sie waren als ArbeitsmigrantenInnen in Russland oft mit den Arbeitsbedienungen und dem Lohn nicht zufrieden. Wenn sie ein Angebot bekamen, in der Türkei zu arbeiten und mehr zu verdienen, waren viele einverstanden und erst am Ziel begriffen sie, dass sie schon in Syrien oder im Irak waren. Sie waren Opfer von MenschenhändlerInnen geworden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tatiana Dronzina, die seit den 1980er das Phänomen des Frauenterrorismus erforscht, hat mehrere Fachbücher veröffentlicht und Feldforschungen in Zentralasien durchgeführt. Sie berichtet, dass Frauen und Mädchen sich Terrorgruppen anschlossen, um eine Familie zu gründen. <em>„Viele Frauen, die in ihren Gesellschaften schon als „alte Jungfern“ galten, strebten nach der Gründung einer Familie und nach Kindern. Nebenbei bezieht das sich nicht nur auf Frauen, sondern auch auf junge Mädchen, die im Internet eine Liebesromanze begonnen haben. Leider war das für viele von ihnen eine Tragödie“</em>, berichtet Dronzina.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="683" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/05/IMG_9822-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-26783" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/05/IMG_9822-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/05/IMG_9822-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/05/IMG_9822-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/05/IMG_9822-1536x1024.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/05/IMG_9822-1300x867.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/05/IMG_9822-128x86.jpg 128w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2021/05/IMG_9822.jpg 1680w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Tatiana Dronzina</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Meinung der Wissenschaftlerin spielt auch das Streben nach neuen Erlebnissen eine Rolle. <em>„</em><em>Der Wunsch etwas Neues und Interessantes zu erleben. In Kasachstan und Kirgistan stammen viele Frauen, die nach zum IS ausgereist sind, aus depressiven Regionen, wo das Leben so abwechslungslos und armselig ist, dass der Mensch wirklich etwas Interessantes erleben will</em><em>“</em>, meint die Expertin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was die Rollen von Frauen in religiös-terroristischen Organisationen angeht, sind alle drei ExpertenInnen einig, dass sie keine Chancen haben, in diesen Gruppen irgendwelche führende Positionen zu bekommen. Frauen führen den Haushalt und erziehen die Kinder. Wenn der Ehemann im Kampf getötet wird, wird die Frau gezwungen, erneut zu heiraten, was den religiösen Normen natürlich widerspricht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Esenamanowa bemerkte aber, dass im Gegenzug zu den gewaltbereiten Terrorgruppen Frauen in gewaltlosen religiös-extremistischen Gruppen wie <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hizb_ut-Tahrir">Hizb ut-Tahrir</a> oder Jakyn Inkar führende Positionen einnehmen. Sie sind zum Beispielen Lehrerinnen in Frauengruppen oder leiten deren regionalen Strukturen. &nbsp;</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Deradikalisierung</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Rustam Azizi fügt hinzu, dass Frauen sich sehr effektiv in der propagandistischen Arbeit der religiös-terroristischen Organisationen gezeigt haben. <em>„Frauen werden heutzutage sehr aktiv in der Propaganda-Arbeit benutzt, besonders in Bezug auf den Emotionsfaktor. Wenn eine Frau in der traditionellen Gesellschaft an die Männer eine Forderung mit dem ungefähr folgenden Inhalt richtet „Wir Frauen brauchen euren Schutz, schützt unsere Ehre“, hat das einen sehr starken Effekt“</em>, erklärt der Forscher. Laut Azizi wurden wenige Frauen als Kämpferinnen trainiert. Solche Fälle sind eher Ausnahmen und spiegeln die Gesamtsituation nicht wider.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekistan-laesst-frauen-und-kinder-von-is-kaempfern-zurueckkehren/">Usbekistan lässt Frauen und Kinder von IS-Kämpfern zurückkehren</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Frage nach der Deradikalisierung der zurückgekehrten Frauen und deren Kinder ist nicht eindeutig.&nbsp; Azizi sieht in solchen Frauen kein großes Potenzial zur Verbreitung von extremistisch-terroristischen Ideologien. <em>„Über ihre Radikalisierung muss man auch nicht reden, denn die Mehrheit der Rückkehrerinnen wurde amnestiert. Während der Interviews mit ihnen haben wir gemerkt, dass sie keine radikale Denkweise und kein radikales Benehmen zeigen. Diese Frauen haben eine gewöhnliche, traditionelle Denkart, sie verfügen über das durchschnittliche Bildungsniveau. Solche Personen bilden die absolute Mehrheit“</em>, meint der Wissenschaftler.</p>


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<p class="wp-block-paragraph">Tatiana Dronzina betrachtet die Situation skeptischer. <em>„Wie kann man Frauen, die selbständig zurückgekommen sind oder durch die humanitär-diplomatische Operation „Dschusan“ aus dem Irak und aus Syrien in ihrer Heimat zurückgekehrt sind, entradikalisieren und in die Gesellschaft reintegrieren? Die Ergebnisse dieses Prozesses sind nicht völlig eindeutig. Wenn es heute eine positive Prognose gibt, bedeutet das nicht, dass das auch in Zukunft so sein wird“</em>, schließt die Expertin.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Roman Weizel</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Autor für Novastan</strong></p>


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		<title>Terrorismusverdacht in Deutschland: Anklage gegen fünf Tadschiken</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Robin Roth]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Feb 2021 08:20:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien & Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Islamischer Staat]]></category>
		<category><![CDATA[Justiz]]></category>
		<category><![CDATA[Terrorismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Generalbundesanwalt hat Anklage gegen f&#xFC;nf tadschikische Staatsangeh&#xF6;rige erhoben, die in Verdacht stehen, Terroranschl&#xE4;ge in Deutschland geplant zu haben. Der Kopf der Gruppe war in einem separaten Verfahren Ende Januar zu sieben Jahren Freiheitsentzug verurteilt worden. F&#xFC;nf tadschikische Staatsangeh&#xF6;rige werden sich vor dem Oberlandesgericht D&#xFC;sseldorf wegen Mitgliedschaft in einer ausl&#xE4;ndischen terroristischen Vereinigung verantworten m&#xFC;ssen. Wie [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Generalbundesanwalt hat Anklage gegen fünf tadschikische Staatsangehörige erhoben, die in Verdacht stehen, Terroranschläge in Deutschland geplant zu haben. Der Kopf der Gruppe war in einem separaten Verfahren Ende Januar zu sieben Jahren Freiheitsentzug verurteilt worden.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Fünf tadschikische Staatsangehörige werden sich vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf wegen Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung verantworten müssen. Wie unter anderem <a href="https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2021-02/terrorismus-islamischer-staat-isamismus-anklage-bundesanwaltschaft-tadschikistan?utm_referrer=https%3A%2F%2Fnews.google.com%2F">Zeit Online</a> berichtete, hat Generalbundesanwalt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Frank_%28Jurist%29">Peter Frank</a> Anklage gegen die Männer erhoben, die verdächtigt werden, eine Zelle des sogenannten „Islamischen Staats“ gegründet zu haben, um Anschläge in Deutschland zu verüben.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits am 26. Januar hatte das Oberlandesgericht Düsseldorf in einem separaten Verfahren den tadschikischen Staatsbürger Ravsan B., der als Kopf der Gruppe ausgemacht wurde, zu sieben Jahren Haft <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/duesseldorf-tadschikischer-staatsangehoeriger-wegen-unterstuetzung-des-islamischen-staates-verurteilt/">verurteilt</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Internationale Verbindungen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesanwaltschaft sieht die Beschuldigten als hinreichend verdächtig an, sich als Mitglieder an der ausländischen terroristischen Vereinigung „Islamischer Staat (IS)“ beteiligt zu haben. So soll einer der Angeklagten über ein russisch- und tadschikischsprachiges Online-Netzwerk der „IS-Provinz Khorasan“ in großem Umfang finanzielle Mittel eingeworben und neue Mitglieder für die Organisation rekrutiert haben. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie aus einer <a href="https://www.generalbundesanwalt.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/aktuelle/Pressemitteilung-vom-15-02-2021.html;jsessionid=E40AA09095E080A02226D05A9BE12F34.intranet262?nn=478184">Pressemitteilung</a> der Bundesanwaltschaft hervorgeht, wurde über jenes Netzwerk auch der tadschikisch-stämmige Attentäter [mit usbekischer Staatsangehörigkeit, Anm. d. Red.] radikalisiert, der in der Stockholmer Innenstadt am 7. April 2017 mit einem Lastkraftwagen vier Personen tötete und zahlreiche andere verletzte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiterer Angeklagter wird beschuldigt, zusammen mit Ravsan B. nach Albanien gereist zu sein, um dort einen Auftragsmord zu verüben, der zur Finanzierung von Anschlägen in Deutschland dienen sollte. Der Mord an dem Geschäftsmann sei jedoch nicht ausgeführt worden, weil Zweifel an der Identität des Opfers aufgekommen seien.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/duesseldorf-tadschikischer-staatsangehoeriger-wegen-unterstuetzung-des-islamischen-staates-verurteilt/"><strong>Düsseldorf: Tadschikischer Staatsangehöriger wegen Unterstützung des Islamischen Staates verurteilt</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem gescheiterten Mordversuch übergab Ravsan B. einem weiteren der nun angeklagten Männer eine halbautomatische Pistole, um den Betreiber eines islamkritischen Youtube-Kanals aus <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Neuss">Neuss</a> zu ermorden. Beide Männer wurden jedoch während der Waffenübergabe festgenommen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Gemäß den Ermittlungsbehörden richtete sich die Zelle in der Folge strategisch neu aus, nahm von weiteren Anschlagsplanungen Abstand und konzentrierte sich bis zu ihrer Zerschlagung im April letzten Jahres auf die Radikalisierung junger Muslime in Deutschland sowie auf deren Rekrutierung für den IS.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie die Bundesanwaltschaft nun bekannt gab, trainierten die Zellenmitglieder unter anderem bei Paintball-Spielen auch körperlich ihre militärischen Fähigkeiten und Taktiken. Dabei waren sie auch mit weiteren Personen in Kontakt, die ihrerseits in Verbindung mit dem Attentäter des islamistischen Anschlags vom 2. November 2020 in Wien standen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Warten auf den Prozess</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">ErmittlerInnen hatten vier der fünf Angeklagten am 15. April 2020 an unterschiedlichen Orten in Nordrhein-Westfalen festgenommen. Ravsan B. saß zu diesem Zeitpunkt bereits nach der gescheiterte Waffenübergabe in Untersuchungshaft. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwei Wochen später nahmen die albanischen Behörden den fünften Beschuldigten fest. Der 24-jährige war laut einem Bericht von <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/laworder/20200502/v-albanii-zaderzhali-tadzhikistantsa-ego-podozrevayut-v-prichastnosti-k-podgotovke-teraktov-v-germanii">Asia-Plus</a> in Zusammenhang mit dem gescheiterten Auftragsmord in Albanien mit der zuvor in Deutschland ausgehobenen Zelle in Verbindung gebracht worden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/warum-sich-so-viele-buerger-tadschikistans-dem-islamischen-staat-anschliessen/">Warum sich so viele Bürger Tadschikistans dem Islamischen Staat anschließen</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie der <a href="https://www.spiegel.de/panorama/nordrhein-westfalen-ermittler-heben-mutmassliche-is-zelle-aus-a-ed25b048-43af-4a7f-86bf-f3b67c69c204">Spiegel</a> damals berichtete, sollen die Mitglieder der Gruppe ursprünglich geplant haben, in Tadschikistan gegen die Regierung zu kämpfen. In dem zentralasiatischen Land hat der IS in den vergangenen Jahren mehrere Anschläge für sich beansprucht, unter anderem die <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/tadschikistan-vier-rad-touristen-von-bewaffneten-mannern-getotet/">Ermordung von vier TouristInnen</a> im Sommer 2018 und den <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/islamischer-staat-bekennt-sich-zum-angriff-auf-tadschikischen-grenzposten/">Angriff auf einen Grenzposten</a> im November 2019.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle fünf Beschuldigten befinden sich derzeit in Untersuchungshaft und warten auf den Prozessbeginn. Wie bereits im Verfahren gegen Ravsan B. wird das Oberlandesgericht Düsseldorf eingehend prüfen, inwieweit sich die schweren Vorwürfe, die gegen die Angeklagten erhoben werden, belegen lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Anmerkung der Redaktion: Der Kommentar, dass es sich bei dem tadschikisch-stämmigen Attentäter von Stockholm um einen usbekischen Staatsangehörigen handelt, wurde am 22. April 2021 hinzugefügt.</em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Robin Roth, Redakteur für Novastan</strong></p>


<p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p>
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		<item>
		<title>Düsseldorf: Tadschikischer Staatsangehöriger wegen Unterstützung des Islamischen Staates verurteilt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Robin Roth]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Jan 2021 17:59:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien & Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Islamischer Staat]]></category>
		<category><![CDATA[Justiz]]></category>
		<category><![CDATA[Terrorismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Oberlandesgericht D&#xFC;sseldorf hat am Dienstag, den 26. Januar, einen tadschikischen Staatsangeh&#xF6;rigen zu sieben Jahren Haft verurteilt. Der 31-j&#xE4;hrige soll die Terrororganisation &#x201E;Islamischer Staat&#x201C; (IS) unterst&#xFC;tzt haben. Ein tadschikischer Staatsangeh&#xF6;riger ist am 26. Januar vom Oberlandesgericht D&#xFC;sseldorf wegen mitgliedschaftlicher Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung im Ausland zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren verurteilt worden. Der [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat am Dienstag, den 26. Januar, einen tadschikischen Staatsangehörigen zu sieben Jahren Haft verurteilt. Der 31-jährige soll die Terrororganisation &#8222;Islamischer Staat&#8220; (IS) unterstützt haben.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein tadschikischer Staatsangehöriger ist am 26. Januar vom Oberlandesgericht Düsseldorf wegen mitgliedschaftlicher Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung im Ausland zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren verurteilt worden. Der 31-jährige aus Wuppertal soll den so genannten „Islamischen Staat“ unterstützt haben. Dies berichtet das tadschikische Nachrichtenportal <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/laworder/20210127/v-dyusseldorfe-vihodets-iz-tadzhikistana-poluchil-srok-za-terrorizm">Asia-Plus</a> mit Verweis auf den russischsprachigen Dienst der <a href="https://www.dw.com/ru/в-дюссельдорфе-выходец-из-таджикистана-получил-срок-за-терроризм/a-56347859">Deutschen Welle</a>.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ravsan B., so der Name des Verurteilten, hatte den Ermittlungen zufolge zusammen mit anderen aus Tadschikistan stammenden Verdächtigen Anschläge in Deutschland und Albanien geplant. Zu diesem Zweck hatten die Männer eine „Zelle“ des „Islamischen Staates“ gegründet. <em>„Angetrieben von ihrer radikal-islamischen Gesinnung verfolgten der Angeklagte und die übrigen Gruppenmitglieder das Ziel, den Jihad mit Mitteln des bewaffneten Kampfes auf Seiten des &#8222;IS&#8220; aufzunehmen“</em>, heißt es dazu in einer <a href="https://www.olg-duesseldorf.nrw.de/behoerde/presse/Presse_aktuell/20210126_PM_Urteil-Ravsan-B_/index.php">Pressemitteilung</a> des Oberlandesgerichts Düsseldorf.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zwei gescheiterte Attentate</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Oberlandesgericht sah es als erwiesen an, dass Ravsan B. ein Attentat des &#8222;IS&#8220; auf einen in Deutschland lebenden &#8222;Islamkritiker&#8220; unterstützte, indem er dem Attentäter eine funktionsfähige, halbautomatische Selbstladepistole übergab. Außerdem beteiligte er sich an der Vorbereitung eines Auftragsmordes in Albanien, der zur Finanzierung von Anschlägen in Deutschland dienen sollte. Der Mord an dem Geschäftsmann sei nur deshalb nicht ausgeführt worden, weil Zweifel an der Identität des Opfers aufgekommen seien. Das Attentat auf den &#8222;Islamkritiker&#8220; konnte laut Angaben des Oberlandesgerichts durch die Ermittlungsbehörden verhindert werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/warum-sich-so-viele-buerger-tadschikistans-dem-islamischen-staat-anschliessen/"><strong>Warum sich so viele Bürger Tadschikistans dem Islamischen Staat anschließen</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gruppe um Ravsan B. war am 15. April 2020 an unterschiedlichen Orten in Nordrhein-Westfalen festgenommen worden. Ravsan B., der als mutmaßlicher Kopf der Zelle ausgemacht wurde, saß zu diesem Zeitpunkt bereits nach einem Waffenfund in Untersuchungshaft. Wie der <a href="https://www.spiegel.de/panorama/nordrhein-westfalen-ermittler-heben-mutmassliche-is-zelle-aus-a-ed25b048-43af-4a7f-86bf-f3b67c69c204">Spiegel</a> berichtete, sollen die Festgenommenen Kontakt zu hochrangigen IS-Funktionären in Syrien aber auch anderen regionalen Ablegern der Terrormiliz gehabt haben. Des Weiteren vermuteten die ErmittlerInnen, dass die Mitglieder der Gruppe ursprünglich planten, in Tadschikistan gegen die Regierung zu kämpfen. Stattdessen sollen sie sich aber entschlossen haben, in Deutschland Anschläge zu begehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwei Wochen später nahmen die albanischen Behörden einen weiteren Verdächtigen aus Tadschikistan fest. Der 24-jährige war laut einem Bericht von <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/laworder/20200502/v-albanii-zaderzhali-tadzhikistantsa-ego-podozrevayut-v-prichastnosti-k-podgotovke-teraktov-v-germanii">Asia-Plus</a> in Zusammenhang mit den gescheiterten Auftragsmord in Albanien mit der zuvor in Deutschland ausgehobenen Zelle in Verbindung gebracht worden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mildernde Umstände</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Prozess gegen Ravsan B. war am 22. September 2020 eröffnet worden. Nach vier Monaten und 20 Verhandlungstagen konnte nun das Urteil gesprochen werden. Dabei bleib das Gericht bei der Strafzumessung unterhalb der <a href="https://www.dw.com/ru/%D0%B2-%D0%B4%D1%8E%D1%81%D1%81%D0%B5%D0%BB%D1%8C%D0%B4%D0%BE%D1%80%D1%84%D0%B5-%D0%B2%D1%8B%D1%85%D0%BE%D0%B4%D0%B5%D1%86-%D0%B8%D0%B7-%D1%82%D0%B0%D0%B4%D0%B6%D0%B8%D0%BA%D0%B8%D1%81%D1%82%D0%B0%D0%BD%D0%B0-%D0%BF%D0%BE%D0%BB%D1%83%D1%87%D0%B8%D0%BB-%D1%81%D1%80%D0%BE%D0%BA-%D0%B7%D0%B0-%D1%82%D0%B5%D1%80%D1%80%D0%BE%D1%80%D0%B8%D0%B7%D0%BC/a-56347859">von der Staatsanwaltschaft geforderten 8,5 Jahre</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong> <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/korruption-in-turkmenistan-deutscher-ex-manager-vor-gericht/"><strong>Korruption in Turkmenistan: Deutscher Ex-Manager vor Gericht</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Oberlandesgericht berücksichtigte eigenen Angaben zufolge zugunsten des Angeklagten, <em>„dass er die objektiven Tatumstände im Wesentlichen eingeräumt und Aufklärungshilfe geleistet hat“</em>. Dabei habe er auch Angaben zu den übrigen Mitgliedern der Zelle gemacht, die sich in einem gesonderten Strafverfahren zu verantworten haben.</p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Urteil gegen den Hauptangeklagten ist indes noch nicht rechtskräftig. Sowohl Ravsan B. selbst als auch der Generalbundesanwalt können Revision einlegen, über die dann der Bundesgerichtshof zu entscheiden hätte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Tadschikistan selbst hat der &#8222;IS&#8220; ebenfalls in den vergangenen Jahren mehrere Anschläge für sich beansprucht, insbesondere die <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/tadschikistan-vier-rad-touristen-von-bewaffneten-mannern-getotet/">Ermordung von vier TouristInnen</a> im Sommer 2018 und den <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/islamischer-staat-bekennt-sich-zum-angriff-auf-tadschikischen-grenzposten/">Angriff auf einen Grenzposten</a> im November 2019. </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Robin Roth</strong><br><strong>Chefredakteur von Novastan</strong></p>


<p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p>
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		<item>
		<title>Der IS sorgt an der Grenze Tadschikistans für Beunruhigung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Asia Plus]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Apr 2020 16:44:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Islamischer Staat]]></category>
		<category><![CDATA[Terrorismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Norden Afghanistans, der die tadschikische Grenze ber&#xFC;hrt, ist zum Schwerpunktgebiet der Terrororganisation &#x201E;Islamischer Staat&#x201C; geworden, der in vielen L&#xE4;ndern, einschlie&#xDF;lich Tadschikistans, verboten ist. Qosim Bekmuhammad, Experte f&#xFC;r das moderne Afghanistan, hat sich&#xA0;gegen&#xFC;ber&#xA0;der Agentur Associated Press zu dieser Thematik ge&#xE4;u&#xDF;ert. Wir &#xFC;bersetzen den vorliegenden Artikel mit freundlicher Genehmigung der Redaktion des tadschikischen Mediums Asia-Plus. Der [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Der Norden Afghanistans, der die tadschikische Grenze berührt, ist zum Schwerpunktgebiet der Terrororganisation &#8222;Islamischer Staat&#8220; geworden, der in vielen Ländern, einschließlich Tadschikistans, verboten ist. Qosim Bekmuhammad, Experte für das moderne Afghanistan, hat sich </strong><strong>gegenüber </strong><strong>der Agentur Associated Press zu dieser Thematik geäußert. Wir übersetzen den vorliegenden Artikel mit freundlicher Genehmigung der Redaktion des tadschikischen Mediums <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/security/20191203/ekspert-prisutstvie-ig-na-granitse-tadzhikistana-napravleno-protiv-interesov-rossii-i-kitaya?tg_rhash=4ad06923c19fc6">Asia-Plus</a>.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Der Norden Afghanistans, der an Tadschikistan grenzt, beunruhigt seit mehreren Jahren die Sicherheitsexpertinnen und -experten Zentralasiens. „<em>Die großen Akteure der internationalen Szene versuchen derzeit, den an Tadschikistan angrenzenden Norden Afghanistans in eine Operationsbasis gegen die geopolitischen Interessen Moskaus und Pekings in der Region Zentralasien zu transformieren</em>“, so der tadschikische Afghanistanexperte Qosim Bekmuhammad gegenüber der Agentur Asssociated Press.</p>
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<p style="text-align: justify">Ihm zufolge kann der nordafghanische Brückenkopf der IS-Terroristen dafür genutzt werden, sich nach den Niederlagen im Irak und in Syrien neu zu formieren.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/islamischer-staat-bekennt-sich-zur-attacke-die-zum-tod-von-4-rad-touristen-in-tadschikistan-fuhrte/">Islamischer Staat bekennt sich zur Attacke die zum Tod von 4 Rad-Touristen in Tadschikistan führte</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Für den Experten besteht kein Zweifel, dass diese Situation eine Erklärung für die Starre der afghanischen Armee bietet, die angesichts der Bedrohung <em>de facto</em> von der NATO und der von ihr geführten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/International_Security_Assistance_Force">Internationalen Sicherheitsunterstützungstruppe (ISAF)</a> geführt wird.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/islamischer-staat-bekennt-sich-zum-angriff-auf-tadschikischen-grenzposten/">Der „Islamische Staat“ bekennt sich zum Angriff auf tadschikischen Grenzposten</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Qosim Bekmuhammad vermutet, dass die Mitte November getätigte Aussage, der IS sei fast vollständig aus Afghanistan vertrieben, nur teilweise richtig war.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Sicherheitskollektiv gegen den Daesch</strong></p>
<p style="text-align: justify">„<em>Ende Oktober &#8211; Anfang November führte die afghanische Armee mit der Unterstützung der ISAF an der Grenze zu Tadschikistan eine erfolgreiche Reihe an Operationen gegen den Daesch [transkr. arabisches Akronym für den IS, Anm. d. Red.] durch, bei denen fast alle Terroristengruppen der Region neutralisiert wurden und sich viele Kombattanten den afghanischen Autoritäten ergeben haben</em>“, erklärt Bekmuhammad.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/jenseits-von-krieg-und-drogen-ein-anderer-blick-auf-afghanistan/">Jenseits von Krieg und Drogen, ein anderer Blick auf Afghanistan</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Der Experte ist jedoch überzeugt, dass Operationen dieser Art nicht so bald wiederholt werden. „<em>Die Präsenz der Kombattanten des Daesch in dieser Region dient den geopolitischen Interessen anderer Mächte</em>“, führt er fort.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Die unruhige Grenze der OVKS</strong></p>
<p style="text-align: justify">Auf dem am 28. November in Bischkek stattgefundenen Gipfeltreffen der Staatsoberhäupter der Mitgliedstaaten der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_des_Vertrags_über_kollektive_Sicherheit">Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS)</a> erklärte der stellvertretende Generalsekretär Waleri Semerikow, dass Afghanistan weiterhin die zentrale Bedrohung für die Region darstelle. Laut Vertretern des russischen Militärs sei Afghanistan eine Quelle der Instabilität und eine unmittelbare Bedrohung für die Sicherheit der OVKS-Mitgliedsstaaten.</p>
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<p style="text-align: justify">„<em>Eines der Hautprobleme ist heute die Situation an der afghanisch-tadschikischen Grenze. Die an Afghanistan angrenzenden Gebiete geben Anlass zur Sorge, da sich die Kombattanten, insbesondere des Daesch, weiterhin zu Tausenden zusammenschließen</em>“, resümiert Bekmuhammad.</p>
<p style="text-align: justify">Nach dem am 29. Februar unterzeichneten <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/was-bedeutet-das-abkommen-zwischen-den-taliban-und-den-usa-fuer-zentralasien/?noredirect=de_DE">historischen Abkommen zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und den Taliban</a> bleibt abzuwarten, wie sich die politischen Verhältnisse in der Region in Zukunft entwickeln werden.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Asia-Plus</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Übersetzt von Robin Shakibaie</strong></p>
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		<title>Tadschikistan: 13 Kinder sollen an Anschlag auf Grenzposten beteiligt gewesen sein</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Nov 2019 05:21:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[GKNB]]></category>
		<category><![CDATA[Grenze]]></category>
		<category><![CDATA[Islamischer Staat]]></category>
		<category><![CDATA[Terrorismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Laut Angaben der tadschikischen Sicherheitsbeh&#xF6;rden waren 13 Minderj&#xE4;hrige im Alter von 4 bis 15 Jahren an dem Terroranschlag vor drei Wochen beteiligt. Der Islamische Staat hatte sich zu dem Angriff auf den Posten Ischkobod an der Grenze zu Usbekistan bekannt. Der Angriff auf den Grenzposten Ischkobod an der tadschikisch-usbekischen Grenze, der sich am 6. November [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Laut Angaben der tadschikischen Sicherheitsbehörden waren 13 Minderjährige im Alter von 4 bis 15 Jahren an dem Terroranschlag vor drei Wochen beteiligt. Der Islamische Staat hatte sich zu dem Angriff auf den Posten Ischkobod an der Grenze zu Usbekistan bekannt.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Der <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/mindestens-17-tote-bei-angriff-auf-tadschikischen-grenzposten/">Angriff auf den Grenzposten Ischkobod</a> an der tadschikisch-usbekischen Grenze, der sich am 6. November ereignete, wurde von 13 Kindern im Alter von 4 bis 15 Jahren, 9 Männern und 11 Frauen begangen. Dies ist zumindest die offizielle Version, die Muhammad Saidow, ein Vertreter des Staatlichen Komitees für nationale Sicherheit (GKNB) am 26. November vorstellte. In der bisherigen offiziellen Version war von 20 AngreiferInnen die Rede, ohne die Kinder zu erwähnen. Laut <a href="https://rus.ozodi.org/a/30292699.html">Radio Ozodi</a>, dem tadschikischen Zweig von Radio Free Europe, stellte Saidow die neuen Details auf einer Pressekonferenz vor, erklärte aber nicht, welche Rolle die Kinder bei dem Angriff gespielt haben sollen.</p>
<p><p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p></p>
<p style="text-align: justify">Anderen von Radio Ozodi zitierten Quellen zufolge, war einer der Angreifer 15 Jahre alt. Kurz vor dem Angriff hatte der junge Mann beim Direktor seiner Schule um eine Freistellung gebeten, damit er seine in einer anderen Region lebenden Eltern treffen könne. Es wurde festgestellt, dass er niemals zuvor außer Landes gereist war.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Ein Anschlag, der von wohlhabenden Menschen vorbereitet wurde</strong></p>
<p style="text-align: justify">Muhammad Saidow bestätigte darüber hinaus, dass die Gruppe in der Region <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sughd">Sughd</a>, im Norden des Landes, gegründet worden sei. Vor dem Angriff lebten jedoch die Mitglieder des Kommandos etwa einen Monat lang im Bezirk Ismoili Somoni in der tadschikischen Hauptstadt Duschanbe. <em>„Der Präsident der Mahalla (Stadtviertel, Anm. d. Red.) und der örtliche Polizist haben Fremde gesehen, aber niemand hat dem Bedeutung beigemessen&#8220;</em>, betonte Muhammad Saidow.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/mindestens-17-tote-bei-angriff-auf-tadschikischen-grenzposten/"><strong>Mindestens 17 Tote bei Angriff auf tadschikischen Grenzposten</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Seinen Worten zufolge stammen nicht alle Mitglieder der Gruppe aus armen Familien. <em>„Eine Untersuchung ergab, dass das Vermögen des Anführers der Gruppe, Schuchrat Gafurow, auf eine Million Somoni (103.000 US-Dollar, Anm. d. Red.) geschätzt wird“</em>, erklärte der Vertreter des GKNB.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Unstimmigkeiten mit der ersten offiziellen Version</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Daten von Muhammad Saidow weichen vom bisher einzigen offiziellen Bericht des GKNB ab, welcher unmittelbar nach dem Angriff vom 6.November veröffentlicht wurde. Seitdem haben die tadschikischen Behörden praktisch keine weiteren Einzelheiten über die Geschehnisse vorgelegt.</p>
<p style="text-align: justify">Laut der <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/islamischer-staat-bekennt-sich-zum-angriff-auf-tadschikischen-grenzposten/">ersten Version</a> hatte eine Gruppe von 20 bewaffneten und maskierten Personen den Grenzposten in Ischkobod angegriffen und fünf Kalaschnikows erbeutet. Allerdings gelang es den tadschikischen Sicherheitskräften die AngreiferInnen zu neutralisieren. 15 von ihnen wurden getötet und fünf weitere verhaftet. Unter den AngreiferInnen sollen sich mehrere Frauen befunden haben, von denen zwei ums Leben kamen, während drei weitere verhaftet wurden.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/islamischer-staat-bekennt-sich-zum-angriff-auf-tadschikischen-grenzposten/"><strong>Der „Islamische Staat“ bekennt sich zum Angriff auf tadschikischen Grenzposten</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Die Behörden berichteten darüber hinaus über den Tod von zwei Mitgliedern der Sicherheitskräfte – dem des Grenzschutzbeamten Isatullo Latifow und eines Angestellten des Innenministeriums, Bahrom Kosimsoda. Später erfuhren die JournalistInnen von Radio Ozodi vom <a href="https://rus.ozodi.org/a/30257438.html">Tod dreier weiterer Grenzsoldaten</a>, darunter der stellvertretenden Leiter des Grenzposten Ischkobod, Dilowar Tolibow. Die Behörden haben diese Information jedoch nicht bestätigt.</p>
<p style="text-align: justify">Unmittelbar nach dem Angriff beschuldigten die tadschikischen Behörden den so genannten Islamischen Staat (IS), den Angriff aus Afghanistan heraus begangen zu haben. Zwei Tage später <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/islamischer-staat-bekennt-sich-zum-angriff-auf-tadschikischen-grenzposten/">übernahm der IS die Verantwortung</a> für den Anschlag, während die afghanischen Sicherheitskräfte abstritten, dass sich die TerroristInnen von ihrem Hoheitsgebiet aus nach Tadschikistan begeben hätten.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Erhebliche Zweifel</strong></p>
<p style="text-align: justify">Bereits an der ersten Version der Sicherheitsbehörden hatten tadschikische Medien Zweifel geäußert. Die nun aufgetretenen Widersprüche und die Tatsache, dass zu der angeblichen Beteiligung der Minderjährigen keine weiteren Angaben gemacht wurden, dürfen kaum dazu beitragen, diese Zweifel zu zerstreuen.</p>
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<p style="text-align: justify">Das Nachrichtenportal <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/security/20191128/ubiitsi-v-domashnih-tapochkah-2-kakuyu-rol-igrali-deti-pri-napadenii-na-pogranpost-v-tadzhikistane?tg_rhash=59df260525b319">Asia-Plus</a> hat unter anderem offene Fragen zusammengestellt, die im Zusammenhang mit dem Angriff stehen. Dazu zählt unter anderem, warum Kinder beteiligt gewesen sein sollen und wieso eine der Angreiferinnen Hausschuhe trug. Ebenfalls unklar ist nach wie vor, warum auf einem der von den Behörden veröffentlichten Fotos eine Leiche an den Händen gefesselt ist und warum das Foto wieder verschwand, nachdem JournalistInnen diesbezüglich Nachfragen stellten.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Die Redaktion</strong></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Der &#8222;Islamische Staat&#8220; bekennt sich zum Angriff auf tadschikischen Grenzposten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 09 Nov 2019 14:24:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Grenzen]]></category>
		<category><![CDATA[Islamischer Staat]]></category>
		<category><![CDATA[Islamismus]]></category>
		<category><![CDATA[Terrorismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der sogenannte &#x201E;Islamische Staat&#x201C; hat sich offiziell zum Angriff auf den tadschikischen Grenzposten nahe Usbekistan bekannt. Dieses Bekenntnis best&#xE4;tigt die vorangehenden Vermutungen der tadschikischen Beh&#xF6;rden. Es handelt sich um den vierten Angriff des IS auf tadschikischem Boden seit 2018. Die Organisation Islamischer Staat (IS) bekannte sich am 8. November zum zwei Tage zuvor ver&#xFC;bten Angriff [&#x2026;]</p>
<p>The post <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/islamischer-staat-bekennt-sich-zum-angriff-auf-tadschikischen-grenzposten/">Der &#8222;Islamische Staat&#8220; bekennt sich zum Angriff auf tadschikischen Grenzposten</a> appeared first on <a href="https://novastan.org/de">Novastan Deutsch</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Der sogenannte &#8222;Islamische Staat&#8220; hat sich offiziell zum Angriff auf den tadschikischen Grenzposten nahe Usbekistan bekannt. Dieses Bekenntnis bestätigt die vorangehenden Vermutungen der tadschikischen Behörden. Es handelt sich um den vierten Angriff des IS auf tadschikischem Boden seit 2018. </strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Organisation Islamischer Staat (IS) bekannte sich am 8. November zum zwei Tage zuvor verübten <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/mindestens-17-tote-bei-angriff-auf-tadschikischen-grenzposten/">Angriff auf den Grenzposten Ischkobod</a> an der Grenze zwischen Tadschikistan und Usbekistan. Das Bekenntnis kam von Seiten der offiziellen Presseagentur des IS, Amaq. Dies bestätigte <a href="https://ent.siteintelgroup.com/Statements/amaq-releases-posthumous-video-of-ishkobod-border-post-attackers-pledge-to-caliph-abu-ibrahim.html">das auf Nachrichtendienste spezialisierte Portal SITE</a>.</p>
<p style="text-align: justify">In seiner Mitteilung reklamiert der IS den Mord an zehn Mitgliedern der tadschikischen Grenztruppen für sich. Die tadschikischen Behörden hatten lediglich den Tod zweier Grenzsoldaten sowie eines Mitarbeiters des Innenministeriums, Bahrom Kosimsoda, gemeldet. Von dem <a href="https://fergana.news/news/112363/">russischen Medium Fergana News</a> waren vier weitere Opfer erwähnt worden. Dabei soll es sich um den stellvertretenden Leiter des Grenzposten Ischkobod, Dilowar Tolibow, sowie die Grenzsoldaten Naimjon Saidolimow, Hofis Hasanow und Ganikon Dawlat handeln. Demnach würde sich die offizielle Zahl der Opfer auf sechs belaufen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/mindestens-17-tote-bei-angriff-auf-tadschikischen-grenzposten/">Mindestens 17 Tote bei Angriff auf tadschikischen Grenzposten</a></p>
<p style="text-align: justify">Der Angriff auf den 60 Kilometer von Duschanbe entfernten Grenzposten Ischkobod erfolgte in der Nacht vom 5. zum 6. November. Laut ofiziellen Angaben des tadschikischen Innenministeriums attackierte eine Gruppe von 20 vermummten Personen die Grenzsoldaten. Dabei wurden zunächst fünf Kalaschnikows entwendet. Jedoch waren die tadschikischen Sicherheitskräfte in der Lage, die Angreifer zu überwältigen: 15 wurden getötet, während fünf weitere verhaftet werden konnten. Unter den Angreifern befanden sich mehrere Frauen, von denen zwei getötet wurden.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Angreifer waren jung und stammten aus der tadschikischen Region Sughd</strong></p>
<p style="text-align: justify">Noch am selben Tag teilten die tadschikischen Behörden mit, die mutmaßlichen Anhänger des Islamischen Staats stammten aus Afghanistan. Afghanische Sicherheitskräfte bestritten jedoch, dass Kämpfer von ihrem Territorium aus die Grenze zum benachbarten Tadschikistan überschreiten könnten. Später erklärte das tadschikische Innenministeriumgegenüber <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/security/20191108/mvd-bolshinstvo-napavshih-na-pogranichnuyu-zastavu-bili-grazhdanami-tadzhikistana">Asia-Plus</a>, dass die Mehrheit der Angreifer auf den Grenzposten Ischkobod aus der <a href="https://fergana.news/news/112363/">Provinz Sughd</a> im Norden Tadschikistans stammen würden.</p>
<p style="text-align: justify">Die Identität der fünf verhafteten Angreifer konnte geklärt werden. Einer von ihnen ist inzwischen verstorben, vier weitere, davon drei Frauen, sind in Untersuchungshaft. Sie sind zwischen 20 und 25 Jahre alt. Über die weiteren 14 getöteten Terroristen gibt es zur Zeit keine Informationen.</p>
<p style="text-align: justify">Der Islamische Staat hatte sich in Tadschikistan bereits zur <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/islamischer-staat-bekennt-sich-zur-attacke-die-zum-tod-von-4-rad-touristen-in-tadschikistan-fuhrte/">Attacke auf ausländische Rad-Touristen am 29. Juli 2018</a> sowie zu <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/tadschikistan-der-islamische-staat-bekennt-sich-zu-aufstand-in-gefangnis/">den Gefängnisauftsänden in Khodjent in der Nacht vom 8. November</a> 2018 und in Vahdat am vergangenen 19. Mai bekannt. Es handelt sich also um den vierten Angriff des IS in Tadschikistan und in Zentralasien innerhalb eines Jahres.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Die Redaktion<br />
</strong><strong>Aus dem Französischen von Arnaud Enderlin</strong></p>
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